9— Preis des Abonnements: vierteljährlich 2 Mark praenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Nummern 10 Pfg. Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld abgehenden Zägen erpediert. — Se O 0 Gegründet am 1. Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W. Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Pfg.; für Reklamen 50 Pig.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Auwor einzusenden. 150. Tonnerstag, den 1. 1886. Einladung zum Abonnement auf die Wesfälische Zeitung Bielefelder Tageblatt). Abonnementspreis pro Quartal#2 Mark bei der Expedition, den Agenten und allen PostAnstalten. Bestellungen pro III. Quartal 1886 werden noch fortwährend angenommen und die Nru. vom 1. Juli ab, soweit der Vorrat reicht, nachgeliefert. Die Expedition. Die Eröffnung der deutschen ReichspostDampferlinien ist gestern, Mittwoch, in Bremerhaven erfolgt, und damit ist das große Unternehmen, von dem jahrelang die Rede bereits war, denn glücklich eingeleitet. In der vorletzten Reichstagssession hatte die Reichsregierung bekanntlich dem Reichstage eine Vorlage unterbreitet, welche zur Subventionieruig von Schnellpostdampferlinien nach Ostasien, Australien und Afrika einen jährlichen Betrag von über 4 Millionen Mark forderte. Die Dampfer sollten von einer deutschen Gesellschaft gestellt werden, allen modernen Ansprüchen in Bezug auf Schnelligkeit und Komfort Rechnung tragen, und die Reise nach den überseeischen Gebieten möglichst schnell und direkt zurücklegen. Als Beitrag zu den Kosten wollte dann das Reich die geforderten Millionen zahlen, behielt sich dafür aber auch die Kontrolle über die neuen Linien vor. Als Grund für die Errichtung der Reichsdampferlinien wurde in erster Reihe die Förderung des überseeischen deutschen Handels angegeben; es wurde die Hoffnung ausgesprochen, eine schnelle und gesicherte Verbindung werde den deutschen Kaufleuten in den fernen Ländern weitere Absatzquellen eröffnen, die gesteigerte Ausfuhr aber wieder der ganzen heimischen Industrie zu Gute kommen. Es kam im Reichstage zu langen Auseinandersetzungen. Schließlich fand die Dampferlinie nach Ostasien ziemlich allgemeine Zustimmung, die australische Linie fand zwar lebhaften Widerspruch, wurde aber doch angenommen, die afrikanische Linie hingegen abgelehnt. Bei der ausgescheiebenen Submission erhielt die bekannte großartige Dampfergesellschaft„Norddeutscher Lloyd“ in Bremen den Zuschlag, die infolgedessen ihre schon bisher: stattliche Dampferflotte noch beträchtlich vermehrte, und gestern hat der erste Hauptdampfer„Die Oder“ die Reise nach Ostasien angetreten, nachdem die Anschlußdampfer bereits vorausgegangen sind. Insgesamt sollen in die ostasiatische Linie die Dampfer„Oder",„Neckar“,„Preußen“, „Bayern",„Sachsen“, in die australische Linie die Dampfer „Salier",„Habsburg“,„Hohenstaufen",„Hohenzollern“, „General Werder“, eingestellt werden. Die Verbindung zwischen China und Japan bewirkt der Anschlußdampfer „Stettin", zwischen Sydney und den Samoainseln der Dampfer„Lübeck“. Als Anschlußdampfer im Mittelmeer (Triest=Brindisi=Alexandrien) dienen die Dampfer„Braunschweig" und„Nürnberg“. ist allgemein anerkannt, daß besonders in Ostasien der deutsche Handel vou bedeutendem Umfange ist; diesem —wird namentuch vie schneter Verbindung zu gure kommen. Die deutschen Kaufleute konkurrieren dort erfolgreich mit Franzosen und Engländern, was auch von diesen Nationen, selbst von englischen Ministern im Parlament, unumwunden eingestanden worden ist. Wie groß der Nutzen sein wird, welchen die neuen Linien bringen, läßt sich natürlich nicht sagen, jedes Unternehmen braucht Zeit, um die richtige Würdigung zu finden, und auch die neuen Dampferlinien werden ihre Probezeit auszubalten haben. Wir hoffen, daß 401 Roman aus dem Englischen. Von Mar von Weißenthurn. —[Nachdruck verboten.] Trotzdem empfand sie ein zagendes Beben, eine Art Mitleid für Sidonie, während sie von Minute zu Minute das Steigen der Flut beobachtete. Und immer düsterer ward der Himmel, immer höher gingen die Wogen; der Kampf der Elemente hatte begonnen. Wiederholt trat Pamela unter den Eingang und horchte. Nicht ein Laut ließ sich vernehmen. Ehe der Graf und seine Gefährtin den Endpunkt der Höhle erreichen konnten, mußte mindestens eine Viertelstunde vergehen; doch schienen sie nicht zusammen zu sprechen, sonst hätte das Echo ihrer Worte bis zur Lauscherin hinausdringen müssen. Thränen traten Pamela in die Augen,— sie fühlte sicht) unglücklich; doch ihr böser Genius rief in ihrem Gedächtnis die Erinnerung an alle Kränkungen wach, welche der Graf ihr zugefügt, und flüsterte ihr zu, wie verachtet sie sei, und ließ das Gefühl des Hasses in ihr bis zum Aeußersten anschwellen. Jeder Nerv zuckte und bebte an Pamela, ihre Brust hob und senkte sich in rascher, ruheloser Aufeinanderfolge. Plötzlich von dem Felsen aufspringend, auf welchen sie sich niedergelassen, stürzte sie vorwärts in den Höhleneingang hinein. Ihre Stimme erhebend, rief sie, so laut sie es vermochte: „Zurück, zurück, so rasch ihr könnt! Die Flut steigt!“ Eine Antwort klang an ihr Ohr, schwach, wie aus weiter Ferne, aber sie erkannte doch die Stimme des Grafen. „Rasch, rasch oder es wird zu spät!“ wiederholte sie zum zweiten Male. Und wieder hörte sie ein Murmeln, ohne dessen Sinn verstehen zu können. Es genügte; sie waren gewarnt, Pamela flog zurück; es war Zeit, daß sie an ihre eigene Sicherheit dachte.— Auf den Arm ihres Begleiters gelehnt, war Sidonie durch die gewundenen Felsgänge der Höhle geschritten. Je weiter sie in dieselbe hineinkamen, desto tobender ward das Brausen, welches aus der Tiefe desselben hervordrang. Jetzt aber, um die letzte Wegbiegung wendend, erscholl das Getöse so furchtbar, daß Sidonie erschreckt stehen blieb. „Laß uns nicht weiter gehen, Eugen! Um des Himmels willen, zurück, zurück!“ flehte sie. „Wir. sind am Ziele, sieh!“. Er hielt die Laterne hoch über sein Haupt empor und glozi seh deutlich etwa einen Meter auisernt von der Stelle, sie sich bewähren werden, wie sich immer bisher die deutsche Marine bewährt hat. Die„Oder“, welche den Reigen eröffnet, ist ein stattliches Schiff, 351 Fuß lang, breit(größte Breite) 40 Fuß, und tief 32 Fuß englisch. Es führt 2 eiserne Pfahlmasten und besitzt 4 Decks, die innere Einrichtung der Passagierräume ist vorzüglich und bietet jede Bequemlichkeit. Die ostasiatische Linie geht bis Shangai, wo die Verbindung mit den Anschlußdampfern erfolgt. Angelegt wird unterwegs in Antwerpen, Port Said, Aden, Singapore, Hong'ong. Die Reise hin und zurück wird— mit allem Aufenthalt unterwegs— etwa 14 Wochen dauern. Die australische Linie geht nach Sydney. Unterwegs werden verührt Antwerpen, Finisterre, Gibraltar, Port Said, Aden, Kolombo, Keeling=Island, Port Ad laide, Melbourne. Die Hin= und Rückreise wird 16—17 Wochen dauern. Reichsbehörden, Vertreter des Reichstages, des deutschen Handels haben der Abfahrt des ersten Reichspostdampfers beigewohnt und ihm offiziell eine glückliche Fahrt gewünscht. Ihnen anschließen werden sich alle Kreise im deutschen Reiche, denen das Interesse von Handel und Industrie am Herzen liegt, mit dem Wunsche, daß die auf die Errichtung der Postdampferlinien gesetzten Hoffnungen sich im vollen Umfang erfüllen mögen. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 1. Juli. Allgemein bekannt ist es, daß König Ludwig von Bayern den Direktor des bayerischen Archivs, Franz von Loeher, beauftragt hat, eine Insel zu suchen, auf welcher der König ein absolutisches Regiment einführen könne. Es waren deshalb gegen Loeher scharfe Ausfälle gerichtet, und daraufhin erklärt derselbe nun öffentlich: Er habe im Jahre 1873 die kanar schen und griechischen Inseln in 3½ Monaten, 1875 Kreta, Cypern und die Krim in 2% Monaten bereist, um einen passenden Ansiedlungsplatz für einen Aufenthalt des Königs von längerer oder kürzerer Dauer ausfindig zu machen und zugleich zu erforschen, ob für die Lebenszeit des Königs dorr ganze oder halbe Souveränetät oder doch Unabhängigkeit von den dortigen Behörden zu erreichen oder ob eventuell solche zu entbehren sei. In seinen Berichten an den König über diese Reisen stehe kein Wort von einem absolutistischen Königreiche oder dessen Eintausch gegen Bayern; er habe vielmehr auf's Eingehendste und Dringendste von Auswanderungsplänen des Königs abgeraten. Dieser habe auch schließlch auf die Auswanderung verzichtet. König Ludwig von Bayern hat während seiner Regierungszeit den Bau von vier Prachtschlössern unternommen: Neuschwanstein bei Hohenschwangau, Linderhof, Falkenstein, Herrenchiemsee. Keins dieser Schlösser ist ganz sertig, Falkenstein ist sogar nur erst ein Bauplatz, kommt also künftig nicht sehr in betrocht. Nach einer haytrischen Verfassungsbestimmung gehen diejenigen Schlösser, die ein bayerischer König während seiner Regierung gebaut hat, sofern er darüber nicht letztwillig verfügt, in den Besitz des Staates über. Diese Bestimmung greift mit Ausnahme von Neuschwanstein, das dem königlichen Fideikommißgut einverleibt ist, für die genannten Schlösser Platz. Neuschwanstein ist jetzt Besitz des Königs Otto, und es dürfte auch das einzige Schloß sein, dessen dauernde Erhaltung sich lohnt. Herrenchiemsee und Linderhof würden, um ihren jetzigen Zustand zu behalten und um vollendet zu werden, Unsummen verschlingen. In München wünscht man dringend, alle Schlösser möchten dem Publikum geöffnet werden, und es ist wohl kein Zweifel, daß es an Neugierigen von Nah und fern nicht feblen wird. Der„Post“ zusolge ist Ober=Regierungsrat Graf Baudissin in Magdeburg zum Regierungspräsidenten in Oppeln ausersehen. Aus Rußland wird gemeldet, daß an der Befestigung der westlichen Festungen(an der deutschen Grenze) eifrig gearbeitet wird. Die schon erwähnte Mitteilung von Reuter's Bureau über die Lage in Kamerun, die deshalb, weil sie aus London kommt, freilich noch lange nicht wahr zu sein braucht, lautet wörtlich!„Die Eingeborenen haben alle Weißen„geboycottet"(allen Verkehr mit ihnen abgebrochen) und sich geweigert, mit ihnen Handel zu treiben oder sie mit Nahrungsmitteln zu versehen. Kein Weißer kann ein Stück Geflügel oder einen Ochsen kaufen. Die Eingeborenen haben ferner den Weg nach dem frischen Wasser versperrt, so daß die Weißen ganz auf das Regenwasser für alle ihre Bedürfnisse angewiesen sind. Eine Menge Faktoreien den Fluß hinauf sind geschlossen worden und die Händler entlassen ihre Arbeiter. Die Eingeborenen sind entschlossen, daß die deutsche Regierung keinen Vorteil von dem Hafen haben soll. Sie zahlen ihre bei den weißen Händlern eingegangenen Schulden und gehen keine neuen Geschäfte ein. Die Bevölkerung auf beiden Seiten des Flusses hat sich verbunden, um gemeinsame Sache gegen die Regierung zu machen. Sie drohen nicht, noch wollen sie kämpfen, aber sie weigern sich, zu arbeiten. Die englischen Händler haben eine Audienz bei dem Vizekonsul und dem deutschen Gouverneur gehabt und wenn kein Kompromis erzielt wird, bleibt es nur noch eine Frage der Zeit, wie lange die Händler ihre Faktoreien noch offen halten können, da sie täglich Geld verlieren!“ Deutsches Reich. □ Berlin, 30. Juni.[S. M. der Kaiser empfing heute in Bad Ems den Besuch J. M. der Kaiserin. Sonntag treffen der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg=Schwerin zum Besuch des Kaisers in Ems ein. (Der König von Dänemark] ist am Mittwoch mit seinem Bruder aus Wiesbaden nach Kopenhagen zurückgereist. [Der Kronprinz von Italien] hat sich mehrere Tage in Trier aufgehalten, von wo er nach Paris gereist ist. [Der Reichskanzler] ist nur am Dienstag nachmittag in Schönhausen gewesen. Mit seinem Schwiegersohn, dem Grafen Rantzau, besichtigte er die Felder. Einen festlichen Empfang hatte sich der Fürst verbeten, nahm aber Blumen, welche ihm Kinder überreichten, dankend entgegen. Der Kanzler ging in Civil. [Statthalter Fürst Hohenlohe] ist aus Ems wieder in Straßburg eingetroffen. [Der Landeshauptmann Admiral von Schleinitzl ist nach einem in Berlin eingetroffenen Telegramm am 10. Juni wohlbehalten in Finschhafen in KaiserWilhelmsland angelangt. [Die Versammlung des Hauptvereins der Gustav=Adolph=Stiftung] in der Mark Brandenburg, welche dies Jahr in Züllichau tagte, hat folgendes Telegramm an den Kaiser gesandt: Ew. Kaiserlichen Majestät, dem erhabenen Schirmherrn der evangelischen Kirche und Allergnädigsten Beschutzer der Gustav=Adolph= Stiftung senden die in Züllichau vereinigten Vertreter des Brandenburger Hauptvereins, diesmal an den Grenzen einer der Provinzen tagend, in denen deutsches Wesen und evangelisches Christentum schwer zu ringen haben, und erfüllt von dem Bewußtsein, daß die Arbeit dieses Vereins in unseren Tagen dringender denn je Not thut, ihren ehrfurchtsvollsten Gruß!— Ein ähnliches Telegramm wurde auch dem deutschen Kronprinzen übersandt. [Verwundet bei den Kämpfen im Bismarck=Archipel] im Februar und März d. I. sind nachstehende Mannschaften von der Besatzung des Kreuzers„Albatroß“: Im Gefecht bei Majum(Neu=Irland) am 23. Februar, der Obermatrose Schattat. Speerwunde in der—Braft, teicht.— Ebendafetst Matrose—Spangenberg, Speerwunde im rechten Oberschenkel, leicht.— Im Gefecht bei Kabaira(Neu Britannien) am 9. März d. J., Bootsmannsmaat Meyer, Schuß durch rechte Schulter, Zerschmetterung des Schlüsselbeins, schwer; Obermatrose Pank, Schuß durch den linken Oberarm, schwer; Matrose Preuß, Speerwunde im Rücken, schwer; Matrose Stelter, Schußwunde an der linken Schulter, leicht. Im Gefecht bei Kabakadar (Neu=Britannien) am 24, März d. J., Matrose Röhl, leicht an der Hand verletzt: Matrose Zoll, Schrotschußwunden in linken Arm, leicht. Nach einer Meldung vom dritten Mä befanden sich die sämtlichen Verwundeten außer Lebensgefahr, auch erschien die weitere Dienstfähigkeit gesichert. 17% Millionen Mark Defizil weist das mit dem 31. März abgelaufene Etatsjahr im Reiche au, das wesentlich durch die Mindereinnahmen bei der Zuckersteu (von 20 Millionen Mark) veranlaßt ist. [In der Königlichen Gewehrfabrik in Erfurt] sind 990 Arbeiter neu eingestellt, so daß gegen 2200 bereits beschäftigt sind, die neuen Repetiergewehre herzustellen. Es werden dort täglich 400 geliefert, ebenso vi# in Spandau und Danzig. [Die über den Frauenverein zu Gery auf grund des Sozialistengesetzes angeordnete außergewöhrliche staatliche Kontrole ist durch Entscheidung der Reichtkommission aufgehoben worden. In dem preußischen Verwendungs gesetzt, durch welches bekanntlich die Verteilung der au Preußen entfallenden Beträge aus den neuen Kornzölln angeordnet wird, ist nicht bestimmt gesagt, welchen Zwecka diese Gelder dienen sollen. Die Regierung fordert deshab jetzt Gutachten von Provinzial= und Kommunalbehörde darüber ein, welche Verwendungszwecke bestimmt in das Ersetz aufgenommen werden sollen. [Die Eröffnung der Reichspostdampferlinien] ist Mittwoch vormittag in Bremerhafen erfolzt. Vormittags 9½ Uhr betraten die Festgäste, darunter Staatsekretär=von Bötticher, Reichstagspräsident von WedelPiesdorf, der chinesische Gesandte, den Dampfer„Oder', der zuerst nach Ostasien geht. Kommandant ist ein bewährte Seeoffizier, Kapitän Pfeifer. Der Präsident des Norzdeutschen Lloyd. Meier, begrüßte die Anwesenden und schleß mit dem Wunsche auf glückliche Fahrt. Der Präsident de# Bremer Handelskammer übergab eine Ehrenflagge für d# Schiff. Dann nahm Staatssekretär von Bötticher de# Wort:„Den Wünschen, welche heute an dieser Stelle lau wurden, schließt sich das ganze deutsche Volk an. Weit üta Bremen hinaus, im ganzen deutschen Reiche, wird die ho## Bedeutung des heutigen Tages gewürdigt. Mag er en glücklicher für die Zukunft unseres Vaterlandes sein.„Oder im Namen des deutschen Reiches wünsche ich dir jetzt glüchliche und gesegnete Fahrt. Schlinge ein Friedensbau## zwischen Deutschland und fernen Landen; trage den Ruh## deutscher Arbeit, deutschen Unternehmungsgeistes hinaus alle Welt. Im Namen des deutschen Reiches: Du, Odr## fahre wohl.“ Laute Hochrufe und berzliche Wünsche folgten und dann bestiegen die Festgäste den Dampfer„Willkommen“ Unter donnernden Hochs und lautem Jubel traf darauf dust „Oder“ ihre Fahrt an.— Es folgte für die Festversamme lung noch eine Rundfahrt, Besichtigung der Hafeneinrich tungen 2c. N. R. Berlin, 30. Juni.[20 Pfg.=Nickelmün##### Durch das Gesetz vom 1. April d. I. ist die Ausprägung einer Nickelmünze zu zwanzig Pfennig angeordnet und sind in Gemäßheit des Artikes 3 S 3 des Münzgesetzes von 9. Juli 1873 die näberen Bestimmungen über Zusammersetzung, Gewicht und Durchmesser dieser Münze, sowie über die Verzierung der Schriftseite und Beschaffenheit der Ränder vom Bundesrat festzustellen. Zu diesem Zwecke hat daReichskanzler beim Bundesrat eine Beschlußnahme folgender Inhalts in Antrag gebracht: 1. Die herzustellende Nickelmünze zu zwanzig Pfenniz ist, wie die Zehn= und Fünfpfennigstücke, aus einer Legierun von 25 Teilen Nickel und 75 Teilen Kupfer zu prägen un es sind bei einem Durchmesser der Münze von 23 Millimeten## uus einemPfunde—dirfer—Tegierung 66 Stuck Jwanzi pfennigstücke auszubringen. 2. Die Prägung der Nickelmünze zu zwanzig Pfenn# erfolgt mit glattem Rand. Auf der Adlerseite wird Mittelfläche gegen die sie umgebende, nach innen durch ein Perlenkreis, nach außen durch eine Schnureinfassung begrenzt konzentrische Randfläche vertieft und wird in der SpiegelMittelfläche der Adler, auf der matten konzentrischen Randfläche eine Verzierung von Eichenlaub angebracht. Auf der * uun de soshag als dect ughe= mäßig wie der Wellenschlag, das tosende Brausen emporschlug und alsbald erlosch, um nach Minutendauer von Neuem an ihr Ohr zu schlagen. Sidonie klammerte sich angstvoll an des Grafen Arm. Da, wie ein fernes Echo schlug auf einmal ein Ton wie ein verhallender Ruf an die Ohren der Beiden. Wie elektrisirt fuhr Sidonie zusammen. „Es klang, als rufe Pamela: Flut!“ flüsterte sie. „Antworte ihr doch Eugen!“ So laut, als er es nur irgend vermochte, gab der Graf eine Frage zurück und alsbald hörte man deutlicher die Antwort:„Rasch— rasch— spät!“ Wieder rief der Graf eine Frage, ohne jedoch Antwort zu erhalten. „O, zurück, schnell zurück!“ flebte Sidonie ängstlich. „Es ist keine Gefahr," beruhigte der Graf,„das Mädchen wird uns jedenfalls bei Zeiten gewarnt haben!“ Doch Sidonie hörte iyn nicht. Kaum vermochte er mit ihr Schritt zu halten. Nach einer Weile rief sie, so laut sie es vermochte: „Pamela, Pamela!“ Keine Antwort erfolgte. „Warum antwortet sie nicht, Eugen?“ flüsterte Sidonie mit stockendem Herzschlag. „Zweifelsohne wartet sie draußen vor dem Eingang; wir sind jetzt kaum zwanzig oder dreißig Schritte mehr davon entfernt. Wir sind so zu sagen in Sicherheit!“ „Was ist das?“ schrie Sidonie plötzlich auf. Ein lautes Dröhnen war an ihr Ohr geschlagen und unmittelbar darauf sah man eine schiumernde Masse, die vom Eingang her sich ihnen näher und näher entgegenzuwälzen schien, als sei es eine riesige Schlange. Der Graf stieß einen Schreckensruf aus und umschlang das Mädchen unwillkürlich mit beiden Armen, als könne er sie so schützen, selbst vor der Gewalt entfesselter Elemente. Das glänzende Unding, welches sich ihnen näherte, war nichts anderes als die Meerflut. Die beiden waren abgesperrt von alleem Leben; zu spät nahten sie dem Ausgang, ein Entkommen war unmöglich. Es war die See, welche in die Höhle bereits eingedrungen war und sich schlangenartig ihnen entgegenwälzte. Neunundzwanzigstes Kapitel. Kalter Schweiß trat auf Eugen's Stirn; er begriff im Nu die Situation, deren Gefahr und Hoffnungslosigkeit Sidonie noch nicht ahnte. „O, Eugen, es ist Wasser, es ist die See! Rasch— oder es dürfte zu spät werden!“ rief sie erschreckt. Dürfte zu spat werden! Er wußte, daß es bereits zu spät war. Trotzdem sprach er ermutigend: „Fuichte Nichts, Sioonie; wir mussen einen kühnen Versuch wagen!“ Sidonie halb tragend, riß der Graf sie mit sich fort; in demselben Moment schlugen ihnen die Wellen bereits hoch entgegen. Sidonie erbleichte und stieß einen Angstschrei aus. Den Lippen des Grafen entschlüpfte unwillkürlich eine Berwünschung, welche Pamela galt. „Eugen, nicht solche Worte!“ flehte Sidonie, sich ängstlich an ihn anschmiegerd.„Woher wissen wir, daß sie nicht ihr Leben eingebüßt hat in dem Bemühen, uns Hilfe zu bringen?“ „Hilfe? Für mich unterliegt es keinem Zweifel, daß sie uns absichtlich in Gefahr gebracht hat. Fasse nach diesem Felsen, Sidonie, und klammere Dich so fest daran, als Du nur irgend vermagst. Halte mit der einen Hand die Laterne hoch und versuche der Gewalt des Wassers zu widerstehen. Ich will inzwischen versuchen, vorwärts zu dringen, um das Terrain zu rekognoszieren; vielleicht ist ein Boot in Sicht!“ Sidonie gehorchte schweigend. Die Verwünschungen, welche der Graf Pamela nachgesendet, hatte das junge Mädchen hinreichend über den Ernst der Situation aufgeklärt. Sich an den Felsen anklammernd, stehen bleibend, wenn eine neue Welle durch die Oeffnung schlug, so nahte sich der Graf vorsichtig dem Ausgange. Und mit verzweifelnder Gewalt ankämpfend gegen die Kraft der Wogen, gelang es Eugen, weit genug vorzudringen, um während eines momentanen Stillstandes hinauszublicken in das Tageslicht. Was er sah, that ihm deutlich dar, daß jede Hoffnung auf Rettung vergeblich sei. Er sah den wolkenbedeckten Himmel, er hörte das Pfeisen des Sturmes, er sah die immer mächtiger anwachsenden Wellen, ja er sah mehr noch. Er sah Pamela, welche auf dem oberen Felspfade, von den Wellen umspült, mühsam emporkämpfte nach der gesicherten Stelle des Strandes. Eine neue Welle, welche in die Höhle hineinschlug, blendete den Grafen, daß er seinen Stützpunkt verlor und zurücktaumelte. Sidonie schrie laut auf; er hörte es und raffte sich auf, so rasch er es vermochte, um sie zu beruhigen. „O, Eugen, können wir nicht mehr entkommen?" fragte sie mit blassen Lippen. „Nein,“ entgegnete er,„es stürmt draußen, die Wellen würden uns an die Felsen schleudern, wenn wir im Freien wären.“ „Eugen, Eugen, müssen wir sterben?“ Das Antlitz des Grafen umdüsterte sich. Seine Pläne, geire Rante, unes focte umfonst gewefen und diers das Ende sein? Hier sollte er elend zu Grunde gehen Nein, es war nicht möglich, es durfte nicht sein! Die Laterne ergreisend, schickte er sich an, die Höhl auf das Genaueste zu untersuchen. Fand sich denn keine erhöhte Stelle, auf der sie fesia Fuß fassen und von welcher aus sie abwarten konnten, b die Ebbe eintreten würde? Der Grof hatte noch nicht lange gesucht, als er ein Freudenruf ausstieß. „Was ist. Eugen? Siebst Du einen Ausweg?“ „Ich sehe eine schwache Möglichkeit. Blicke hier hinauf! Der Graf wies auf einen nischenartigen Vorsprum welcher sich in einer Höhe von etwa zehn Fuß befand. „Wenn wir dort hinauf gelangen können, so sind## vor der Flut geschützt und brauchen nur abzuwarten,## sie wieder sinkt!“ Nur! Welche Stunden der Qual und Todesanz mußten bis dahin vergehen! Doch es war der einzige un letzte Hoffnungsfunke, welcher sich Beiden zeigte. Sidonie emporhebend, gelang es dem Grafen, sich dern an den Felsen anzuklammern, daß er dem Mädchen## reichende Stütze bieten konnte, damit sie die Nische zu n reichen und die Laterne geschützt niederzustellen vermocht Es war dies von unsagbarer Wichtigkeit, denn das Wass drang immer gewaltiger in die Höhle hinein und schloß## Tageslicht vollständig aus. Das Mädchen so in Sicherheit wissend, atmete Eugs erleichtert auf und schickte sich an, gleichsalls zu der schäfden Höhe emporzuklettern. Für den Moment waren beide in Sicherheit; de# Eugen wußte es nur zu gut, wie leicht ihnen neue Gefahen erstehen konnten. Wie hoch würde die See steigen? Würk, ihnen hinreichende Luft bleiben, um athmen zu können Wenn das nicht der Fall war und sie, das Bewutzts# verlierend, von der rettenden Höhe niederstürzen würden! Sidonie ahnte nichts derartiges; sie klammerte### schutzsuchend an ihren Begleiter. Der Graf suchte### Mädchen zu ermatigen; die namenlose Angst, daß sie de Bewußtsein verlieren könnte, ließ den Schlag seines Herz##### stocken. Und immer mächtiger ward das tobende Brausen Wellen, die Laterne brannte trüb und immer trüber in dumpfen Atmosphäre; sie verbreitete nur mehr ein matn Licht. Das Wasser stieg immer höher, bis es endlich## Füße der Beiden bespülte, welche dicht an einander geschmie auf dem engen Raume standen. Nur zu bald empfand Sidonie die Stickluft Atmosphäre; ein dumpfer Druck belastete sie; der Graf### sie fester an sich, damit sie sich an ihn lehne, und sie hats weder die Kraft, noch den Willen, ihm zu widerstehen. wie ausopfernd und gütig war er nicht mit ihr gewe 410 die von einem Perlenkreis umgebene Mitteldie strichelte Zisser"20“ ausgefüllt, während iste Randfläche vischen Perlenkreis und Schnurmit der Umschrift„Deutsches Reich" nebst der und hierunter, durch je einen Stern getrennt. tangube„20 Pfenzig“ zu versehen ist. #s#ih Metal die Austiö ist den An gung der genannten Münze ertätten in Form von Plättchen sind zunächst kelmünze auszudel Rünchen, 30 eg wird Donne: Andeganse seierlich s hielt Mittwoch send seine letzt Si Civilliste von a 5 Millionen Mark von der Abg. Halberstadt motiviert die von ihm in Gemeinschaft mit anderen schlesischen Abgeordneten eingebrachte Interpellation:„Ist die Kgl. Staatsregierung über den Umfang der durch Ueberschwemmungen in den Kreisen Hirschberg, Schönau, Löwenberg, Landshut, Görlitz, Lauban, Bunzlau und anderen geschädigten schlesischen Distrikten verursachten Verheerungen unterrichtet? Welche Maßregeln gedenkt event. die Kgl. Staatsregierung zur Linderung des Juni.[Der bayerische vom Prinz=Regenten Luitpold lossen werden. Das Abgeordnittag, das Herrenhaus Mittab. Die dem Prinz=Regenten 000 Gulden ist von beiden genehmigt worden, die von der Kommission des dnetenhauses abgelehnte Vorlage, betr. die Verfassungspa:(Astellung der Beamten) ist vom Ministerium zogen worden. Beide Häuser schlossen ihre Sitzungen chs auf den Prinz=Regenten. Preußischer Landtag. 6 Fe 6. * Gesetzent#urf b zur Beseiting jährigen Frühjat, (Referent Böt,: folgende zweite Ab betreffend de Anstellu Esschullehrer in Po# uhan narsitzung.) &* Berlin, 30. Juni. ie Bewilligung von Staatsunteren Weichselgebiete durch fluten herbeigefuerten Verrd debattelos angenommen. immung über den Gesetzg und das Dienstverhältnis 0 Westpreußen ergiebt dessen na mit großer Mehrheit. hattelos findet ferner der Gesetzentwurf betr. die 1g der Dienstzeit von Beamten des Kunstgewerbe(Referent Dr. v. Forckenbeck) Annahme. f zur Lippe erstutet den Bericht der Matrikelin über die Verängerungen im Personalbestande des ses. Der Berichi vird durch Kenntnisnahme kleisi=Retzov beantragt, daß sein als letzter #d auf die Tagesordnung gesetzter Antrag zunächst tung gelange. fuckmann widerspriht. Der Antrag sei zu m heute noch erledigt werden zu können. Antrag v. Kleist wird angenommen. zur Lippe beantragt, unter Berufung auf die brdnung, Verweisung des Antrags an die Kommission. Beseler schließt sich diesem Antrage an. Notstandes in ven erwähnten Gegenden zu treffen?" Interpellant bemerkt zunächst, daß die von der Regierung in bezug auf die Wasserschäden des Eichsseldes gegebene Antwort für die Interpellanten nicht sehr ermutigend waren; die Verhältnisse lägen indes hier etwas anders. Er hoffe daher, daß die Regierung erforderlichen Falls thätige Hülse nicht versagen werde. Minister des Innern v. Puttkamer: Die inzwischen eingegangenen amtlichen Berichte ergeben, daß glücklicherweise der Schaden nicht so groß sei, wie ursprünglich angenommen werden mußte. Der Minister teilt den Bericht des Regierungspräsidenten von Liegnitz mit, aus dem hervorgebt, daß der Schaden diesmal weniger groß ist als im Jahre 1883, was auf bessere Vorkehrungen, besseren Hochwasserdienst und darauf zurückzuführen ist, daß die Flut nicht die Höhe von 1883 erreichte und die Flutwelle rascher verlief. Eine Staatshülfe ist daher im allgemeinen nicht erforderlich; ein Urteil darüber, in wiefern sich in einzelnen Fällen eine Unterstützung nötig mache, müsse sich die Regierung vorbehalten. Jedenfalls würden bezügliche Anträge in wohlwollender und humaner Weise geprüft werden. Abg. Eberty dankt als Unterzeichner der Interpellation dem Minister für seine Mitteilungen und glaubt, daß, wenn sich nach Abschluß der Ermittelungen ein Bedürfnis zu Unterstützungen herausstelle, die Regierung damit nicht zögern werde. Nach kurzer Diskussion, an der sich die Abgg. v. Bisselmann, Friedrichs und Eberty beteiligten, wird der Gegenstand verlassen. Auf Antrag des Abg. v. Zedlitz wird der Rest der Tagesordnung abgesetzt. Der Präsident giebt die übliche Geschäftsübersicht. Abg. Dr. Windthorst dankt dem Präsidenten namens des Hauses für seine unparteiische Geschäftsführung. Das Haus bekundet seine Zustimmung durch Erheben von den Plätzen. Mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf S. M. den König, unter dessen segensreichem Regiment des Vaterlandes Wohl am besten gewahrt sei, schließt der Präsident die letzte Sitzung der Session. Die Gesellschaft ernannte den Herzog zum Ehrenpräsidenten. — Die orleanistischen Prinzen, welche noch in Frankreich sind, gedenken sämtlich im Laufe des Juli das Land zu verlassen. [Das neue Gesetz,] welches die Verbreitung aufrührerischer Schriften verbieten will, wird von der Kammer mit der Beschränkung aagenommen werden, daß es nur auf Schriftstücke der ausgewiesenen Prinzen Anwendung erhält. [Der Gouverneur General Saussier] hat seinen Abschied genommen wegen der bekannten Affaire mit dem Kriegsminister Boulanger. [Die französische Regierung] hat offiziell bekannt gegeben, daß sie das Protektorat über die Komoren=Inseln im indischen Ocean übernommen hat. * Italien. [Das Ministerium Depretis] hat von der neuen Kammer das erste Vertrauensvotum mit der stattlichen Zahl von 220 gegen 153 Stimmen bekommen. [Die Cholera] nimmt in Italien immer mehr zu. Die letzte Tagesliste weist 159 Erkrankungen, 41 Todesfälle auf. Rußzland. [Die russische Kaiserfamilie] hat einen Sommerausflug nach den finnischen Schären angetreten. * Schweiz. [Prinz Jerome Napoleon] ist zu längerem Aufenthalte in Luzern eingetroffen und im Hotel„National“ am Vierwaldstädtersee abgestiegen, wo auch die Fürstin Dolgorucki, Witwe Kaiser Alexander's, Wohnung genommen hat. * Spanien. [In Madrid] wurde der kleine König zum ersten male von seiner Mutter in die berühmte Atochakirche getragen. Die Königin wurde auf dem Wege dorthin sehr lebhaft begrüßt. * Egypten. [Die Mutter des früheren Khedive Ismail Pascha] ist in Kairo gestorben und mit großem Gepränge bestattet worden. * Amerika. [Streik.] In Lake ist die Polizei der Streikausschreitungen Herr geworden. Die Güterzüge verkehren unter behördlichem Schutz jetzt ungehindert. eit cheiehi sich birsem Unttug. un. ist=Retzow außert sein Bedauern, daß man lichen Mitteln die Beratung seines Antrags verblle. zur den ## er den Lippe und Prof. Beseler weisen sit kleinlichen Mitteln zu operieren, zurück. ieten=Schwerin bestreitet entschieden, daß es sem Antrage um einen Feldzug gegen den scopus handle, das würde nicht nur unklug, ein Akt der Undankbarkeit gegen die HohenDie evangelische Kirche solle nur von der ist des Ministers und der Kammern loskommen. werde immer nach christlichen Grundsätzen entis man von den anderen Faktoren nicht immer inne. Die evangelische Kirche solle direkt mit in Bischof verkehren. Die katholische Kirche sei zezogenen Kirchengüter reich entschädigt worden, je evangelische. Auch bezüglich der Erziehung schen müsse die evangelische Kirche mehr Freiheit Um 3 Uhr fand im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses eine gemeinschaftliche Sitzung beider Häuser des Landtags statt, welcher Herzog von Rativor präsidierte. Der Vizepräsident des Staatsministeriums von Puttkamer verlas die Allerhöchste Botschaft, mittelst welcher die Session des Landtags geschlossen wird. Die Botschaft wurde von den Anwesenden stehend entgegengenommen. Präsident Herzog von Rativor schloß darauf die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf S. M. den Kaiser und König, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. reg ### st=Retzow: In der preußischen Kammer sitzen Juden und Dissidenten; es sei unerhört, denselben Pirkung an der Angelegenheit der evangelischen mzuraumen. Er bestreitet, daß er mit seinem hierurchische Bestrebungen verfolge. #truckmann bekämpft den Antrag, der nicht so sei, wie man vorgebe. Die Analogie zwischen der Bischen mit der katholischen Kirche treffe nicht zu. Durchführung des Antrags lasse ein einseitiges Parteiit, namentlich in Hannover, erwarten, wo man das herrliche Summepiscopat nur widerwillig ertrage. Ergebnis werde sein, daß die Kirche in Sekten zerfalle. Praf v. d. Schulenburg=Beetzendorf befürwortet sitrag, der eine Wohlthat für die evangelische Kirche #irde. Die Regierung scheine den Antrag ad referendum zu wollen, um für ihre Entschließung Zeit zu Ven. Der Antrag wird mit Mehrheit angenommen. er Präsident verliest sodann den Geschäftsbericht für elaufene Session. Dae Haus dankt demselben für bsichtio= Leitung der Geschäfte durch Erhehen non den worauf mit einem dreifachen Hoch auf S. M. den die Sitzung geschlossen vird. * Belgien. [Prinz Viktor Napoleon] hat bekanntlich in Brüssel seinen Wohnsitz genommen und mehrere Prinzen von Orleans werden ihm nach dort folgen. Um die Beziehungen zwischen Belgien und Frankreich nicht zu erschüttern, werden die Prinzen aber mit keinen offiziellen Gesuchen an den König Leopold herantreten, vielmehr nur streng privatim mit ihm verkehren. Die Orleans sind übrigens mit dem König nahe verwandt. * England. [Die Königin Viktoria von England] hat an den Grafeu von Paris zu seiner Uebersiedelung auf englischen Boden ein eigenhändiges Begrüßungsschreiben gerichtet. [Gladstone] ruht sich in seinem Schloß Hawarden von den Wahlstrapazen aus. Zu reden giebt es nichts mehr, da die Wahlen jetzt ihren Anfang nehmen. Gladstone hat große Hoffnungen. [Laut Bericht aus Tumoo in OberBirmad] vom 19. Juni griffen englische Truppen unter dem Major Hailes 1500 Birmahnen an, welche hinter Pallisaden stark verschanzt waren. Obgleich die Engländer zwei Batterien Artillerie hatten, gelang es ihnen doch nicht, den Feind zu vertreiben, mußten sich vielmehr nach einem heftigen, fünfstündigen Kampfe zurückziehen. Major ist verwundet. [Die englischen Soldaten im Sudan leiden unter der Hitze fortgesetzt. 700 marode Leute sind nach Cypern wieder überführt. * Frankreich. Aus der Provinz und Nachbarschaft. .. Bielefeld, 1. Juli.[Scheffel=Denkmal.] Bekanntlich ist sofort nach dem Tode des großen Dichters Joseph Victor von Scheffel, am 9. April 1886, die Idee aufgetaucht und hat überall begeisterte Aufnahme gefunden, den Verfasser des Ekkehard", der„Frau Aventiurn“, des Trompeters von Säckingen“ und so vieler dem deutschen Volke beliebt gewordener Werke, in Karlsruhe, seiner Vaterstadt, ein Denkmal zu errichten. Nunmehr hat sich ein Ausschuß zur Verwirklichung des edlen Zweckes gebildet und in diesen Tagen einen Aufruf erlassen, in welchem zur Beisteuerung zum Denkmalfonds gebeten wird. In unserer Stadt ist die Buchhandlung von A. Helmich bereit, Gaben für das Scheffel=Denkmal entgegenzunehmen. ". Bielefeld, 1. Juli.[Der westfälische Juristentag] wird, wie wir mitgeteilt haben, am 3. Juli in Bielefeld tagen. Nach dem Programm findet vormittags 11 Uhr Frühschoppen auf der Berglust, mittags 2 Uhr Diner auf dem Johannisberge statt, bei welchem die Riedel'sche Kapelle die Tafelmusik ausführt; abends vereinigen sich die Teilnehmer in der„Eintracht" Zum 4. Juli ist ein Zusammentreffen auf der Berglust festgesetzt, an welchem sich ein Spaziergang der Teilnehmer mit ihren Damen schließen wird. Der westfälische Juristentag wird sehr besucht werden. Zur Teilnahme haben sich bis jetzt 164 Herren gemeldet. „'. Bielefeld, 1. Juli.[Vom Westfälischen Bundesschießen] haben wir die Nachrichten in bunter Reihe, so wie sie bei uns einliefen, wiedergegeben. Tausende von Menschen strömten dem Schützenhofe zu. Gegen 5 Uhr war in den weiten Hallen und Anlagen kaum noch ein Plätzchen aufzutreiben. 6 Uhr begann die Preisverteilung. Unter dem Vorantritt der Kapelle wurde zum Gabentempel gezogen, und die glücklichen Gewinner ausgezeichnet. Der„W. M.“ giebt eine vollständige Liste der Preise und ihrer Gewinner an, die wir nachstehend folgen lassen. Es heißt daselbst: 1) Freihand=Ehrenscheibe Westfalen: 1) silberner Tafelaufsatz, Preis des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Joh. Jos. Schulte, Münster; 2) ein Dutzend silberner Eßlöffel, Preis der Osnabrücker Schießgesellschaft, S. Kohl, Osnabrück; 3) Mauserbüchse, Preis des Bürgerschützenkorps Münster, C. Middendorf, Münster; 4) Jagdflinte, Preis der Gesellschaft Eintracht zu Münster, Inl Grüter Münster; 5) silberner Tafelaussatz Preis Aal. Griter tn der Kaufmannschaft zu Münster, Schlemming, Bieleselk; 12) Salonkronleuchter, Preis der Gesellschaft Fünfziger Münster, Aug. Bollmann, Münster, 13) Regulator, Preis des Hagener Schützenvereins, Halverscheid, Hagen; 14) Bowl mit Gläsern, Preis der Gesellschaft Heimat zu Münster. Moormann, Münster; 13) sild. Pokal, Preis des Kriegervereins, Heimbürger, Münster; 16) Etui mit 5 Silberteilen, Preis der=Gesellschaft Große Schützen zu Münster, Waag. Minden; 17) Stück Leinen, Preis der Lippstädter Schützen, Förster, Bielefeld; 18) zwei Kannen in cuivre poli, Preis der Herforder, Schützen, Hoffmann, Bieleseld; 19) ½/ Tt). uvo. Theelöffel, Preis der Mindener Schützengesellschaft, Beste. Osnabrück; 20) dasselbe, Preis des Piesberger Schießvereinz, Goebel, Herzseld; 21) Humpen, Preis des Herrn Jehn zu Münster, Lindewirth, Bielefeld; 22) Wandteller, Preis des Herrn F. W. Brüning zu Münster, Falger, Münster; 23) ein Korb mit 6 Krügen alten Münsterländer Kornbranntwein, Weide, Herford; 24) Fischkuppel, Ehrenpreis für das schlechteste Blatt, Simons, Greven; 25)6 Flaschen Champagner für den besten Schützen aus Münster auf der FreihandEhrenscheibe, Joh. Jos. Schulte, Münster. 2) AuflegeEhrenscheibe Deutschland: 1) Etui mit ein Dtzd. silb. Eßlöffel 2c., Preis der Stadt Münster, Vehring, Bielefeld; 2) goldene Taschenuhr, Preis des Allgemeinen BürgerSchützenkorps zu Münster, Aug. Kraus, Münster; 3) Jagdstinte mit Jagdtasche, Preis der Gesellschaft Wilde Jagd zu Münster, Hollmann, Osnabrück; 4) silberner Pokal, Preis der Brauerei Westfalia zu Münster, Clement, Bochum; 5) Nähmaschine, Preis des Teutoburger Schießvereins zu Bielefeld, Bruger, Münster; 6) ½ Dutzend silb. Eßlöffel, Preis des Mindener Schützenbund, Sandmann, Münster; 7) Regulator, Preis des Offizierkorps des Allgemeinen Schützenkorps zu Münster, Schulte, Hamm; 8) dasselbe, Preis der Donnerstags=Schießgesellschaft zu Münster, Petri, Münster; 9) dasselbe, Preis der Dortmunder Schützengesellschaft, Hullen, Dortmund; 10) Wanduhr, Preis der Kaufmannschaft zu Münster, A. Bollmann, Münster; 11) 1 Dutzend silb. Theelöffel, Preis der Dienstags=Schießgesellschaft zu Münster, Weide, Herford; 12) dasselbe, Preis des Gesangvereins Orpheus zu Münster, Südtfeld, Münster; 18) Teppich, Preis des Herrn Aug. Boekmann, Münster, Vogt, Münster; 14) Bowle mit Gläsern, Preis eines lustigen Schützenbruders, Metsenthin, Dortmund; 15) zwei Prunkhumpen, Preis des Zoologischen Gartens zu Münster, Westerath, Nottuln; 16) Regulator, Preis des Bochumer Schützenbund, Goebel, Georg Marienhütte; 17) silb. Vorlegelöffel, Preis der Gesellschaft Große Schützen zu Münster, Scholz, Osnabrück; 18) Salonbüchse, Preis der Sonntagsschieß=Gesellschaft zu Münster, Feldhagen, Dortmund; 19) sechstheiliges Besteck, Preis der Gesellschaft Pütt zu Münster, Kohl, Osnabrück; 20) ein Fäßchen Bier, Preis des Herrn Lunnemann, Münster, Koberg, Münster; 21) Körbchen mit 12 Krügen Münsterländer, Falger, Münster; 22) ein Schinken, Preis des Herrn Woortmann zu Münster, Lunemann, Münster; 23) ein Munitionskoffer, Preis des Herrn Schulte zu Hamm, Schlemming, Bielefeld; 24) ein Jagdnetz, Preis des Herrn Hanewinkel, für das schlechteste Blatt, Wolters, Münster; 25) sechs Flaschen Champagner für den besten Schützen aus Münster auf der Auflege=Ehrenscheibe, Preis des Herrn Cüppers, Aug. Kraus, Münster. — Ferner holten sich von den auf verschiedene Scheiben verteilten Kauspreisen folgende Herren Preise: 1) Freihandscheibe Dortmund(die Zahlen geben die Zahl der Ringe an): Barkey=Bielefeld 23, Dickertmann=Bielefeld 23, Schulte=Münster 28, Winkelmann=Münster 23, TahlOsnabrück 22, Paltz=Münster 22, Eckardt=Bielefeld 22, Eisleben=Hamm 22, Lohöfener=Münster 22, Gierse=Bielefeld 21, Hintze=Bielefeld 20, Boller=Münster 20, HalverscheidtHagen 19, Weide=Herford 19, Ueter=Dortmund 19, CalmusLippstadt 19. 2) Freihandscheibe Münster: DahlOsnabrück 26, Boller=Münster 26, Heilbronn=Bielefeld 24, Lohösener=Münster 23, Schulte=Münster 21, Barkey=Bielefeld 21, Weide=Hersd. 21, Köster=Osnabrück 21,Wittkampf=Münster 20, Ems=Münster 19, Dickertmann=Bielefeld 19, DenekeGeseke 19, Gierse=Bielefeld 19, Rickert=Dortmund 18, CalmusLippst. 18, Halverscheidt=Hagen 18. 3) AuflegescheibeBielefeld: Winkelmann=Münster 28, Brackmeyer=Bielefeld 26, Ruben=Bielefeld 26, Eckardt, Froböse u. GartemannBielefeld je 25, Rahe=Osnabrück 25, Freitag u. HalverscheidtHagen, Heimbürger=Münster, Kleine=Minden, Kemper= Osnabrück je 24, Büttner=Minden, Nebeling=Hagen, Borgsen= Lippstadt, Kösters=Osnabrück, Creiner und Förster=Bielefeld, Feldhagen=Dortmund je 23.— 4) Auflegescheibe Minden:„Gartemann=Bielefeld, Rahe=Osnabrück, Schulte=Hamm je 27, Kleine=Minden, Michel=Herzfeld, Dornheim=Lippstadt je 26, Kleine=Voerde, Schründer=Greven, Börner, Feldhagen und Hüller=Dortmund, Cremer=Bielefeld je 25, Ruben, Eckardt, FrohböseBielefeld, Heitmar und Kemper=Osnabrück, Winkelmann und Petri=Münster je 24.— In der General=Versammlung ist Bielefeld zum Vorort gewählt, ebenso ist bestimmt worAbgeord (96 Ple rb. räsident macht Bornstädt. enen durch Erh netenhaus. nurstzung.) p; Berlin, 80. Juni. tteilung von dem Ableben des das Haus ehrt das Andenken in von den Plätzen. 246 1 that er, w n. verging; im er Zetäubung be#nd rinnerungen, r Seele wa 84 [Der Herzog von Nemours,] Prinz von Orleans, hat, wie schon gemeldet, das Präsidium der französischen Gesellschaft vom Roten Kreuz niedergelegt und dies in einem Schreiben der Gesellschaft mitgeteilt, in dem es heißt:„Das gegen meine Familie erlassene Ausweisungsgesetz setzt mich jeden Augenblick der Möglichkeit aus, aus Frankreich verwiesen zu werden und bereitet mir eine Lage, in welcher ich das Amt eines Präsidenten nicht entsprechend führen kann.“ Liedertafel zu Münster, Hollmann, Osnabrück; 6) silberner Pokal. Preis der Gesellschaft Union zu Münster, L. Wittkampf, Münster; 7) Bowle mit Gläsern, Preis des Ruderklub zu Münster, Dickertmann, Bielefeld; 8) ½ Dutzend silb. Eßlöffel, Preis der Neustädter Schützengesellschaft zu Münster, Schneider, Bielefeld; 9) Regulator mit Schlagwerk, Preis der Bielefelder Schützengesellschaft, B. Feldhage, Dortmund; 10) Damast=Tischgedeck, Preis des Löwenklub zu Münster, Wirtschorek, Münster: 11) ein Dutzend sild. Theelöffel, Preis Hrertentag—und—im darauf Bundesschießen abgehalten werden igsamer wurden beide; eine igte sich des Mädchens; Genicht gerade Traum waren, (Fortsetzung folgt.) inige Kurze die der schichte, sowie über den Läuderbestand, ksmenge, den Handel, die Fabriken und sakti ren der Grafschaft Kavensberg vor etwa 100 Jahren. W 30* „(Nachdruck verboten.) hreiber oieser Zeilen, ein Bielefelder, der allerdings zeren Jahrzehaten der Heimat räumlich entfremdet derselben daher naturgemäß vergessen ist, unteres, in unveränderter Anhänglichkeit an die Orte erledter Jugend ein flüchtiges Bild von einigen Verin der Graftschaft Ravensberg und ihrer alten Hauptielefeld vor etwa 100 Jahren zu entwerfen. Er ist aubens, daß dieses Vorhaben, welches, um etwaiger begreiflicher Vereingenommenheit aus dem Wege nur nackte Thatsachen darbieten soll, eine wohlgte Liebe zum engeren Gaue des geeinten Vatert Genugthuung erfüllen wird, wenn dieselbe das Jetzt miteinander vergleicht. Der Hinweis auf die ist absichtlich unterblieben, da es dem einsichtigen jedenfalls mehr Freude bereiten wird, wenn er die zu Ungunsten der Neuzeit ausfallenden SchlußebR Se. aun Spucte 2. und nicht ungen Als Ahnt, die 1. Kurze geschichtliche Angaben. erste Inhaber dieser Landschaft werden im 12. JahrGrafen von Calvelle oder Calverla oder Calverlage und zwar ein Hermann I. und Hermann II. ne des Letzteren änderten ihren Namen und nannten n alten, vielleicht schon durch Drusus gegründeten koschlosse Grasen von Ravensberg. Als solche ähst aufgeführt Otto I. und Hermann III., letzterem, der ein Hohenstaufischer Parteigänger welfisch gesinnte Graf Bernhard von der Lippe Sparenberge vor Bielefeld die Festung Löwener diesen Namen nur kurze Zeit trug, anirnach folgten Otto II., Ludwig, Otto III. Oito IV., welcher mit Margarethe, der Erbtochter Grafen von Berg, namens Adolf, vermählt war. er der: ese eice Keser Kesce eicr de Kece ce des Herzogs von Lüneburg, während die jüngere, welche ebenfalls Margarethe benannt war, mit Gerhard, dem Sohne Wilhelms VII., Herzogs von Jülich, vermählt wurde. Otto IV. Nachfolger war sein Bruder Bernhard, mit dem 1346 der Mannsstamm der Grafen von Ravensberg ausstarb. Ihm folgte naturgemäß Gerhard, Prinz von Jülich, welcher 1348 nach dem Hinscheiden des schon erwähnten Grafen Adolf von Berg auch das zweite Erbtum seiner Gemahlin in Besitz nahm und also Ravensberg und Berg mit einander vereinigte. Auf Gerhard folgte 1360 sein Sohn Wilhelm Graf von Ravensberg und Berg, unter dem 1389 Berg zu einem Herzogtume erhoben wurde. Er wurde von seinem Sohne Adolf entsetzt, der 1423 nach dem Tode Rainolds IV., des letzten Herzogs von Jülich, dessen Land erbte und somit die drei Lande die Grafschaft Ravensberg und die Herzogtümer Berg und Jülich mit einander vereinigte. Ihm folgte in den drei Landen, als er 1437 kinderlos starb, seines Bruders Wilhelms Sohn Gerhard, dessen Sohn und Nachsolger Wilhelm war. Des Letzteren Erbtochter, Maria, vermählte sich mit Johann III., dem Erbprinzen von Cleve, Ravenstein und der Mark; und dieser vereinigte 1521 nach dem Tode seines Vaters Johann II. Proletarius die Länder Ravensberg, Berg und Jülich mit Cleve, Mark und Ravenstein. Er hinterließ dieses Besitztum 1539 seinem Sohne Wilhelm dem Reichen, dem 1592 sein Sohn Johann Wilhelm nachfolgte. Dieser hatte vier Schwestern, deren älteste Maria Eleonora mit dem 1618 verstorbenen Albrecht Friedrich, Markgrafen zu Brandenburg in Preußen, vermählt war, während die zweitälteste, namens Anna, den Pfalzgrafen Philipp Ludwig zu Neuburg ehelichte. Von Maria Eleonoras Töchtern heiratete — ein wohl selten vorkommender Fall— die jüngere, Eleonora, den Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg, obschon die ältere Schwester, Anna, schon früher dem Sohne des Kurfürsten, Johann Sigismund, die Hand gereicht hatte. Als nun der Herzog Johann Wilhelm 1609 ohne männliche Nachkommenschaft stard, erhob sich namentlich zwischen Johann Sigismund, der inzwischen 1608 in Brandenburg zur Regierung gelangt war und dem Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm zu Neuburg, dem Sohne der Anna von Cleve, ein Erbschaftsstreit. Selbiger wurde jedoch noch in dem gleichen Jahre beigelegt, indem beide Parteien zu Dortmund dahin übereinkamen, die gesamte Ländermasse vorläufig gemeinsam zu verwalten. 1614 vereinbarte man aber zu Xanten einen Teilungsvertrag, dem zu Folge Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg(1 1619) begg Pein Fesit von Ravensberg, Mark und Cleve k. ist ein Raldachinbett: gelang.. W### Vertrag wurde, nachdem unter der Regierung ist ein: dur reichst folgenden Jahre das soll. Betreffend des XIII. Westf. Bundesschießens zu Münster wird uns noch Folgendes berichtet:„Außer dem erwähnten älteren Schießverein„Teutoburg“ hat sich hierselbst seit 3 Jahren aus den Mitgliedern der hiesigen Schützengesellschaft eine Vereinigung jüngerer Schützen gebildet, welche regelmäßig Sonntag morgens an dem schönen Scheibenstande des Johannisberges ihre Uebungen abhält. Auch diese Georg Wilhelms, des Kurfursten von Brandenburg und Herzogs in Preußen(f 1640) noch verschiedene Abkommen getroffen worden waren, unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wiihelm(f 1688) 1666 zu Cleve endgiltig bestätigt. Seit der Zeit ist die Grafschaft Ravensberg mit Brandenburg=Preußen vereinigt geblieben und teilte seitdem unter dem Kurfürsten Friedrich III. (seit dem 18. Januar 1701 König Friedrich 1., f 1713) und unter den nachfolgenden Königen Friedr. Wilhelm 1. (1 1740), Friedrich II., dem Großen(1 1786), Friedk. Wilhelm II.(f 1797), Friedrich Wilhelm III. (f 1840), Friedrich Wilhelm IV.(F 1861) und unter unserem siegreichen Kaiser und Könige Wilhelm I. die Schicksale dieses sich immer mächtiger entfaltenden Staates. Der Länderbestand der Grafschaft Ravensberg vor 100 Jahren. Die Grafschaft Ravensberg umfaßte: I. Die unmittelbare Stadt Bielefeld, welche Hauptstadt der Grafschaft war. II. Die unmittelbare Stadt Herford und III. vier Aemter, nämlich: 1. Das Amt Sparenberg: 9½ □-M. od. 207315 Morg. 2.„„ Ravensberg: 4„„ 88888„ 3.„„ Limberg: 2 4.„„ Blotho: 1½„ 44444 29629 zusammen 16/ □-M.“)od. 370276 Morg. *) Die Quadratmeile, wie der alte Gewährsmann angiebt, zu 4 Mill. rheinische Quadratruten gerechnet. Die rheinische Rute= 3,77 Meter. Der Bestand dieser 4 Aemter ergiebt sich aus der später folgenden tabellarischen Zusammenstellung. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. [König Ludwigs II. Lieblingsschloß] war das neue Schloß in Hohenschwangau, Schloß Neu=Schwanstein, aus dem er bekanntlich von Dr. von Gudden fortgeführt wurde. Es dauerte über 12 Jahre, bis Neuschwanstein soweit fertig gestellt war, daß es bewohnbar wurde. Es erhebt sich unweit der Tiroler Grenze, gegenüber der alten Burg Hohenschwangau auf einem steilen Felsen, der durch Absprengungen völlig unnahbar gemacht ist. Lediglich eine Zugbrücke vermittelt den Verkehr mit der Außenwelt. Ein besonderes Prachtzimmer der königlichen Wohnung war das Schlafzimmer. Es ist blau mit Gold von ungemeiner Pracht. Das Bett hat wahrhaft riesige Ausdehnungen. Es „# ein Eurrucmet., der gothische Aussatz über demselben #s eine der reichsten, schönsten und feingearbeiteten Holzschnitzarbeiten, die unsere Zeit hervorgebracht hat; der mittlere Turm desselben reicht bis zur Decke. Die Kopfwand des Bettes schmückt ein sehr schönes kleines Bildnis der Muttergottes mit dem Kinde. Auf dem Bettschränkchen neben dem Bette liegt in einer Sammetkapsel ein kostbarer sogenannter russischer Altar, ein zusammenlegbarer Tragaltar, aus Hauptbild und zwei Flügelbildern bestehend, eine prachtvolle Arbeit. Das Hauptbild ist ein Christus, auf dem rechten Flügel ist Johannes der Täufer, auf der linken die Mutter Gottes dargestellt. Bevor sich der König zu Bett legte, entfaltete er diesen Altar, und stellte ihn vor dem Bettschränkchen vor sich auf; wenn er das Bett verließ, schloß er ihn wieder in die Kapsel ein. Die Wände des Schlafzimmers bedecken die Hauptdarstellungen aus„Tristan und Isolde“, sowie Darstellungen der Treue und Minne als Idealfrauengestalten. Aus einer Ecke des Schlafzimmers führte eine offene Thür in einen Erker, der des Königs Betzimmer bildete, in dem ein dreigliedriger Wandaltar aufgestellt ist. Vor demselben steht ein prächtiger, tiefvioletter Betschemel. Decken, Vorhänge und Teppiche tragen in der Zeichnung des Königs Lieblingstiere zur Schau, den bayerischen Löwen und den gekrönten Schwan. Letzterer kommt auch in der Einrichtung fast ausschließlich vor; so spendet ein silberner Schwan das steis frische Trinkwasser. Der Baldachin des Bettes weist massiv goldene und silberne Sternbilder auf.— Weit phantastischer ist des Königs Schlafzimmer in dem alten Schloß Hohenschwangau. Der König schlief bekanntlich bei Tage, und zwar im dunkel gemachten Zimmer, und wollte den Eindruck haben, als ruhe er bei Mondscheinnacht in einem Part. Zu dem Zwecke stehen vor dem Bette in mächtigen Kübeln Lorbeer=, Orangen=, Pomeranzenbäume mit Früchten und ein Jasminstrauch mit herrlichen Blüten, dies alles aber nicht natürlich, sondern nachgemacht. Durch das künstliche Gesträuch sah der König von seinem Bett auf einen künstlichen, über Spiegiglas rauschenden Wasserfall. Zu seinem Haupte erglänzte der Mond zwischen den blinkenden Gestirnbildern des nordischen Himmels und warf magisches Licht auf die Baumgruppen. Da der König sehr kurzsichtig war, mag für ihn die Täuschung eine vollkommene gewesen sein, zumal namentlich der Sternenhimmel sehr gut nachgemacht ist. Die Nachahmung der Natur war eine besondere Schwache des Königs und deutete früh auf die beginnende Krankheit hin. Nachts, wenn die herrliche Wald= und Seelandschaft, welche die Königsschlösser umgiebt, in Mondenglanz erstrahlte, und die schneeigen Häupter der Alpen bis zu den funkelnden Sternen zu reichen schienen, arbeitete König Ludwig beim roten Schimmer des Kerzenlichtes; für ihn war es dann Tag. Schien später draußen die helle Sonne, so schloß er ihr den Zugang und schuf sich selber eine künstlich Nach — Verein hat sich offiz zwar mit dem hervor Schützen 12 Preise — Möge auch diese ferner hold sein— d Schütz nichts erreicher 8 Bielefeld, Schützenfest] wird, am Sonntag und M feier am 8. August g Bielefeld, wahl] für die Hand mittags 12 Uhr, auf? erschienen, welche die und F. Kersling einst einmal angesetzt, muß verschoben werden. D der Meister ein so sch Zeit des Bestehens werden mußte. Es n zu wünschen. * Halle, 20. heutigen Remontemar! Pferde zugeführt, von den. Von letzteren w hohe Preisforderung nicht zuließ. Die Ei bis 800 Mark gezah besitzer Hartmann=Hal Eckmeyer in Wallenbr * Vom Teuto kationen,] schreibt so selten sind, finden nördlichen Teile dessel zur Ems fließende He Eise. Eine halbe St weder Bahnhofe, lieg Passes ein tiefer quell einer landesherrlichen soll die eine Hälte de zur Ems, die andere letztere Arm, der Lutte Bielefeld gelegenen Bl dicht bei dem Lutterko 3-Meier tiefer gelegt daß alsdann sämtlich könnte, wodurch Gad werden würden. Es Arbeiten an der Bahl anzustelleg; " s Vlotho, 8 Der kleine Bagger der einiger Zeit auf der A brücke in Thätigkeit, u im Strombette lagernd mit zugleich eine Verti wodurch dann manche abgebolfen wird. Ga Quadratmeter, darunt Größe, sind an der be Baggern aus dem Str Strande aufgeschichtet zu Uferbauten verwan Arbeiten brendet sind, über in der sogenannte Dann sollen auch n# Fähre gegenüber Uferba werden, zu welchem# an Ort und Stelle an Anordnungen zu treffer 8 Vlotho, 3e Wasserstand der Weser 38 Ctm., am 29. Jun 62 Ctm., jedesmal u Steigen des Wassers v ten aus Kassel durch in Gewitter herbeigeführt. 8 Blotho 30. sitzung) findet hierse Hierbei werden als Schi aus Veltheim und Lan gen sungieren. * Osnabrück, Archivrat Dr. H Osnabrück nach Wetzla Herquet von Aurich na * Paderborn, gestrigen, stunden! schlug der Blitz auch in von drei Kühen. das„W. Vbl.“, schlu * Dortmund, Die gebrechliche Näh wandte sich vor kurz Majestät den Kaiser kaiserliches Gnadengese ihren Lebensunterhalt nicht vergebens gebetei nach einer Benachrich Sr. Majestät ist der bereits beauftragt, das frei an die Bittstelleri * Barmen, 3 Stadt,) Alfred Ri Woche in einem Kor sungen und durch sein Die Zeitungen seiern „neuen Tenorstern". pfohlen, sich der Bühr 5 Hohenlimb der Westfälischen hielten heute in unsere ihre diesjährige Versat schlüsse haben auch fü u. A. der Kreis=Verban tag wolle beschließen, den Hauptverbandsfest Vereins kein höherer werden darf und für mitgeführten Kapeller werden kann; b) daß Festzeichen Festkarten verbandsfesten nur Ot abzeichen in Gestalt werden dürfen. Säm Debatte einstimmige Ar Witten: der diesjähr a) in den Verband wirkliche Mitglieder b) Vereinsdelegierte zu haben, zum Beschluß sonders hervorgehoben von Kriegervereinen ge zügen komme es dann mal Schritt zu halten verband zählt z. Z. worunter 890 Ehren um 4000 Mitglieder g besitzt ein Vermögen aus dieser Kasse Unter ort für den nächstjähr verhandsfest wurde 142 Stimmen, welche er Bieleseld, 30 diesem Frühjar erschier Annonre betr. Anpreisur SCciscgat ae, Dielseckt ceuschaft Fünfziger zu 13) Regulator, Preis eid, Hagen; 14) Bowle Heimat zu Münster, u. Preis des Krieger. tui mit 5 Silberteilen, n zu Münster, Waag, r Lippstädter Schützen, in cuivre poli, Preis jelefeld; 19) ½ hützengesellschaft, Beste, esberger Schießvereins, s des Herrn Jehn zu Wandteller, Preis des Falger, Münster; 23) sterländer KornbranntI, Ehrenpreis für das Flaschen Champagner r auf der Freihandster. 2) Auflege1) Etui mit ein Dtzd. nster, Vehring, BieleAllgemeinen BürgerMünster; 3) Jagdstinte ilde Jagd zu Münster, al, Preis der Brauerei um; 5) Nähmaschine, zu Bielefeld, Bruger, Preis des Mindener 7) Regulator, Preis tenkorps zu Münster, Donnerstags=Schieß= r; 9) dasselbe, Preis Hullen, Dortmund; inschaft zu Münster, zend silb. Theelöffel, zu Münster, Weide, igvereins Orpheus zu sich, Preis des Herrn ister; 14) Bowle mit bruders, Metsenthin, reis des Zoologischen uln; 16) Regulator, #ebel, Georg Mariener Gesellschaft Große ck; 18) Salonbüchse, Münster, Feldhagen, Preis der Gesellschaft 0) ein Fäßchen Bier, , Koberg, Münster; der, Falger, Münster; ortmann zu Münster, onskoffer, Preis des , Bielefeld; 24) ein für das schlechteste Flaschen Champagner if der Auflege=Ehrenz. Kraus, Münster. verschiedene Scheiben Preise: 1) Freiihlen geben die Zahl rimann=Bielefeld 23, künster 23, Tahlsckardt=Bielefeld 22, 22, Gierse=Bieleser 20, Halverscheidtrtmund 19, CalmusMünster: Dahllbronn=Bielefeld 24, 21, Barkey=Bielefeld „Wittkampf=Münster elefeld 19, Denekeirtmund 18, Calmusuflegescheibe), Brackmeyer=Biele= oböse u. Gartemannitag u. HalverscheidtMinden, Kemper= Nebeling=Hagen, ick, Creiner und und je 23.— artemann-Bielefeld, 7, Kleine=Minden, 26, Kleine=Voerde, und Hüller=DortEckardt, Frohdösebrück, Winkelmann neral=Versammlung ist bestimmt worabgehalten werden hießens zu Münster er dem erwähnten sich hierselbst seit gen Schützengesellin gebildet, welche schönen Scheiben1bhält. Auch diese t hat; der mittlere Die Kopfwand des ldnis der Mutteränkchen neben dem tbarer sogenannter altar, aus Hauptprachtvolle Arbeit. m rechten Flügel ie Mutter Gottes legte, entfaltete Bettschränkchen vor er ihn wieder in bedecken die Hauptwie Darstellungen alten. Aus einer Thür in einen in dem ein dreir demselben steht Decken, Vorhänge Königs Lieblingsnd den gekrönten richtung fast ausschwan das stets ettes weist massiv Leit phantastischer n Schloß Hohen) b e i T a g e, u n d ollte den Eindruck in einem Park. mächtigen Kübeln mit Früchten und dies alles aber urch das künstliche auf einen künstrfall. 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Kersling einstimmig wählten. Die Wahl war schon einmal angesetzt, mußte jedoch wegen zu schwacher Beteiligung verschoben werden. Die Wahlen finden überhaupt im Kreise der Meister ein so schwaches Interesse, daß dieselben seit der Zeit des Bestehens der Schule schon dreimal verschoben werden mußte. Es wäre eine lebhaftere Anteilnahme sehr zu wünschen. * Halle, 20. Juni.[Remontemarkt.] Dem heutigen Remontemarkt waren, nach dem„Hall. Krbl.“, 31 Pferde zugeführt, von welchen 6 als brauchbar erachtet wurden. Von letzteren wurden jedoch nur 3 angekauft, da zu hohe Preisforderung bei den 3 anderen Tieren den Ankauf nicht zuließ. Die Eigentümer der Pferde, für welche 700 bis 800 Mark gezahlt wurden, waren die Herren Gutsbesitzer Hartmann=Halle, Kolon Kamp=Oesterweg und Kolon Eckmeyer in Wallenbrack bei Spenge. * Vom Teutoburger Walde, 28. Juni.[Bifurkationen,] schreibt man der„Rh. W. Z.“, welche sonst so selten sind, finden sich mehrfach in unserm Gebirge. Am nördlichen Teile desselben entspringt an derselben Stelle die zur Ems fließende Haase und die sich zur Weser wendende Eise. Eine halbe Stunde von hier, nicht weit vom Brackweder Bahnhofe, liegt auf der Höhe des Gadderbaumer Passes ein tiefer quellenreicher Teich, der Lutterkolk. Nach einer landesherrlichen Verfügung aus dem 16. Jahrhundert soll die eine Hälte des dortigen Wassers nach der Senne zur Ems, die andere nach Bielefeld geleitet werden. Der letztere Arm, der Lutterbach, liefert das Wasser für die bei Bielefeld gelegenen Bleichen und verschiedene Mühlen. Die dicht bei dem Lutterkolke herführende Eisenbahn soll 2 bis 3=Meier tiefer gelegt werden. Es wird nun befürchtet, daß alsdann sämtliches Wasser zur Ems geleitet werden könnte, wodurch Gadderbaum und Bielefeld sehr bedroht werden würden. Es sind daher vor einigen Tagen die Arbeiten an der Bahn sistiert, um nähere Untersuchungen anzustellen. 8 Blotho, 30. Juni.[Weser=Korrektion.] Der kleine Bagger der Weserbau=Inspektion Minden ist seit einiger Zeit auf der Weser, oberhalb der hiesigen Eisenbahnbrücke in Thätigkeit, um den Fluß von den dort so zahlreich im Strombette lagernden Steinen zu reinigen, und um damit zugleich eine Vertiefung des Fahrwassers herbeizuführen, wodurch dann manchem Uebelstand für die Stromschiffahrt abgebolfen wird. Ganz bedeutende Steinmassen, ca. 250 Quadratmeter, darunter einzelne Steine von ansehnlicher Größe, sind an der besagten Stelle in kurzer Zeit durch das Baggern aus dem Strome herausgearbeitet, welche dort am Strande aufgeschichtet werden, um später als Material zu Uferbauten verwandt zu werden. Wenn die BaggerArbeiten beendet sind, sollen dieselben unserer Stadt gegenüber in der sogenannten„Gosse“ weiter fortgesetzt werden. Dann sollen auch noch in allernächster Zeit der hiesigen Fähre gegenüber Uferbauten im größeren Umfange ausgeführt werden, zu welchem Zwecke heute einige Strombaubeamten an Ort und Stelle anwesend waren, um die hierzu nötigen Anordnungen zu treffen. 8 Vlotho, 3e Juni.[Wasserstand.] Der Wasserstand der Weser am hiesigen Pegel war am 28. Juni: 38 Ctm., am 29. Juni: 40 Ctm. und am 30. Juni abends: 62 Ctm., jedesmal über Null. Das ziemlich erhebliche Steigen des Wassers von gestern auf heute ist nach Berichten aus Kassel durch in den letzten Tagen dort stattgefundene Gewitter herbeigeführt. 8 Vlotho 30. Juni.[Die nächste Schöffensitzung) findet hierselbst am Mittwoch den 7. Juli c. statt. Hierbei werden als Schöffen der Stellmacher Ernst Tellermann aus Veltheim und Landwirt Karl Kuhlmann aus Möllbergen sungieren. * Osnabrück, 1. Juli.[Der Staatsarchivar, Archivrat Dr. Hermann Veltmann,] ist von Osnabrück nach Wetzlar, und der Staatsarchivar Dr. Karl Herquet von Aurich nach Osnabrück versetzt. * Paderborn, 28. Juni.[Während des gestrigen, stundenlang andauernden Gewitters) schlug der Blitz auch in ein bei Marienloh stehendes BauernOfenund tötrie im Kuhställe eine haus, zerträmmerte inen von drei Kühen. Auf dem Liboriberg hierselbst, berichtet das„W. Vbl.“, schlug der Blitz in einen Baum. * Dortmund, 30. Juni.[Güte des Kaisers.] Die gebrechliche Näherin Auguste Ackermann zu Opherdicke wandte sich vor kurzem mit der dringenden Bitte an Se. Majestät den Kaiser und König, ihr eine Nähmaschine als kaiserliches Gnadengeschenk zukommen zu lassen, damit sie ihren Lebensunterhalt besser verdienen könne.— Sie hat nicht vergebens gebeten, schreibt die„Dortm. Ztg.“, denn nach einer Benachrichtigung des Geheimen Zivil=Kabinetts Sr. Majestät ist der Hoflieferant E. Halbarth in Berlin bereits beauftragt, das Gewünschte in bester Qualität kostenfrei an die Bittstellerin zu liefern. * Barmen, 30. Juni.[Ein Sohn unserer Stadt,] Alfred Rittershaus, hat am Mittwoch voriger Woche in einem Konzert des„Wiener Sängerbundes" gesungen und durch seine schöne Tenorstimme Aufsehen erregt. Die Zeitungen feiern den Sohn unseres Dichters als einen „neuen Tenorstern". Es wird dem Sänger dringend empfohlen, sich der Bühnenkarrière zuzuwenden. 5 Hohenlimburg. 27. Juni.[Die Delegierten der Westfälischen Krieger= und Landwehrvereine) hielten heute in unserer auf das festlichste geschmückten Stadt ihre diesjährige Versammlung ab. Einige der gefaßten Behaben auch für weitere Kreise Interesse. So hatte u. A. der Kreis=Verband Dortmund beantragt: der Delegiertentag wolle beschließen, daß a) von den Kameraden, welche an den Hauptverbandsfesten teilnehmen, seitens des festgebenden Vereins kein höherer Betrag als 25 Pf. pro Person erhoben en darf und für die Mitzlieder der von den Vereinen mitgeführten Kapellen überhaupt kein Beitrag gefordert werden kann; v) daß bei Hauptverbandsfesten an Stelle der Festzeichen Festkarten verausgabt werden; c) daß bei Hauptverbandsfesten nur Orden und Ehrenzeichen, aber keine Festabzeichen in Gestalt von Orden und Ehrenzeichen getragen werden dürfen. Sämtliche drei Anträge fanden nach lebhafter Debatte einstimmige Annahme. Desgleichen wurde der Antrag Witten: der diesjährige Delegiertentag wolle beschließen a) in den„Verdand nur solche Vereine aufzunehmen, deren wirtlicht Mitglieder aus ehemaligen Soldaten bestehen; b) Vereinsdelegierte zu den Verbandsfesten müssen gedient haben, zum Beschluß erhoben. Zum Antrag a wurde besonders hervorgehoben, daß ein großer Teil der Mitglieder von Kriegervereinen gar nicht gedient habe und bei den Festzügen komme es dann vor, daß solche Mitglieder nicht einmal Schritt zu halten vermöchten. Der Westfälische Kriegerverband zählt z. Z. 250 Vereine mit 35 702 Mitgliedern, worunter 890 Ehrenmitglieder, ist also gegen das Vorjahr um 4000 Mitglieder gewachsen. Die Kronprinz=Jubelstiftung besitzt ein Vermögen von 5200 Mk. und sollen demnächst aus dieser Kasse Unterstützungen gezahlt werden. Zum Festort für den nächstjährigen Delegiertentag und das Hauptverhandsfest wurde die Stadt Soest mit 163 gegen 142 Stimmen, welche auf Dortmund fielen, gewählt. er Bielefeld, 30. Juni.[Strafkammer.] In diesem Frühjar erschien in der Mindener Zeitung eine Annonre betr. Anpreisung von Losen zum Bau einer Kirche im Auslande. Diese Lotterie war für Preußen nicht genehmigt. Der verantwortliche Redakteur Leonardy in Minden, welcher diese Zeitung redigiert, wurde deshalb vom Schöffengericht in Minden mit 5 Mk. Geldbuße belegt. Heute sollte in dieser Sache in der Berufungsinstanz verhandelt werden, die Berufung war jedoch von Leonardy zurückgenommen.— Gemeinschaftlich mit einem Andern war der Abeiter Adolph Nolden in Minden eines Tags über den Schmied Gieseking hergefallen und hatten ihn in roher Weise mißhandelt. Das Schöffengericht in Minden erkannte deshalb gegen Nolden auf 3 Monate Gefängnis. Nolden, welcher sich hierbei nicht beruhigte, legte Berufung ein und da er im Verhandlungstermine nicht erschien, wurde dieselbe, ohne in die Verhandlung einzutreten, verworfen.— Die Witwe Krückmeyer in Häverstädt besitzt oberhalb der Neubauerstätte des Wilhelm Meyer in Heverstedt mehrere Grundstücke. Um zu diesen Grunostücken gelangen zu können, muß sie den Hof des Meyer passieren, sie hat deshalb an dem Meyerschen Hofe eine Wegegerechtssame. Im Auftrage der Krückemeyer trugen am 2. April d. J. mehrere Arbeiter Dünger in Säcken auf ihr Land und gingen damit über den Meyerschen Hof. sie denselben zum vierten Male passierten, bedrohete Meyer sie damit, sie mit einem Holzscheit vor den Kopf schlagen zu wollen, wenn sie nochmals herübergingen. Diese Drohung setzte er noch fort, indem er rief, wenn sie nicht zurückgingen, würde er sie mit der Mistforke durchstechen, und forderte seinen Sohn auf, die Flinte zu holen, womit er sie niederschießen werde. Hierdurch in Angst gejagt, wichen die Arbeiter zurück und wagten nicht noch einmal zurückzukommen. Meyer wurde mit 1 Monat Gefängnis belegt.— Wegen Arrestbruches erhielt der Tischler Hermann Vogeler in Minden 3 Tage Gefängnis. Beim Auszuge aus seiner Mietswohnung schaffte er sein Mobiliar ungeachtet des Verbots der Hauseigenthümerin, ohne die Miete entrichtet zu haben aus der Wohnung.— Am abend des 2. April d. I. befanden sich die Zigarrenmacher Heinrich Dirker und Joseph Könker aus Holsen in Begleitung mehrerer anderer junger Burschen auf dem Heimwege, als ihnen der Schlachtmeister Brinkmann und gleich darauf der Arbeiter Reinke auf offenem Feldwege entgegen kamen. Ohne jegliche Veranlassung wurde Brinkmann von Dirker und Könker zu Boden gerissen, getreten, von Dirker mit einem Messer an der Schulter und der Seite gestochen und von Könker mit einem Schlüssel geschlagen. Der nun hinzugekommene Reinke fragte die Exzedenten ganz ruhig, was sie mit Brinkmann machten, worauf er sofort von Dirker drei Stiche in die Schulter und als er darüber klagte, noch einige Stiche bekam, während ihm Könker einen harten Gegenstand, wahrscheinlich den Schlüssel, in's Auge warf, so daß dieses sehr auschwoll. Hierauf schleiften die rohen Burschen ihr Opfer noch eine Strecke Weges weiter fort. Das Gericht erkannte gegen den Hauptattenthäter, den Messerhelden Dirker auf 2 Jahre Gefängnis und gegen Könker welcher bereits an Brinkmann 150 Mk. Entschädigung gezahlt hat, auf 100 Mk. Geldbuße event. 20 Tage Gefängnis. — Der verhaftete Monteur Wilhelm Görmar aus Weimar erschien auf der Anklagebank wegen verschiedener Betrügereien in 12 Fällen. Derselbe ist eine, schon wegen ähnlicher Schwindeleien vorbestrafte Person, welche im Jahre 1884 hier bereits gefänglich eingezogen war. Görmar verstand aber Irrsinn so zu simuliren, daß er behufs Beobachtung der Anstalt Bethel hier, überwiesen wurde, wo er, als ihm bedeutet wurde, daß die Dusche angewendet werden solle, eines Tages verschwand. Jedoch wurde er im Dezember 1885 in Altenburg und im Februar d. J. in Frankfurt a. M. wegen mehrfacher Betrügereien mit empfindlichen Zuchthausstrafen belegt. Im Jahre 1884 hatte er sich im Amtsgerichtsbezirke Bünde es angelegen sein lassen, solche Personen aufzusuchen, von denen er erfuhr, daß sie im Besitz von Nähmaschinen waren, und denselben unter der Vorspiegelung Beamter der betr. Fabrik zu sein, und den Auftrag habe, die Maschine nachzusehen und event. Reparaturen daran vorzunehmen, verschiedene Beträge bis zu 6 Mk. abschwindelte. Als Strafe wurden dem Gauner 1 ½ Jahre Zuchthaus und 300 Mk. Geldbuße event. 30 Tage Zuchthaus als Zusatzstrafe zu den früheren zudiktirt.— Trotz des Verbots des Hauseigentümers Gentz, nahmen die Eheleute Arbeiter Friedrich Riechmann in Minden am 1. März. c. aus ihrer früheren Miethswohnung die eingebrachten Sachen bei ihrem Auszuge mit, obschon sie den noch schuldigen Miethszins von 38 Mk. wosär die Sachen als Pfand dienten, nicht entrichtet hatten. Wegen Arrestbruches traf sie daher eine Srafe von 3 Tagen Gefängnis.— Die unverehelichte Arbeiterin Adelbeid Timmer aus Osnabrück und die Ehefrau, Arbeiterin Friedrich Meyer zu Melbergen, beide schon mehrfach vorbestraft und nicht gut beleumundet, erschienen wegen Nötigung vor den Schranken des Gerichts. Im Oktbr. v. J. wurde die Timmer von ihrem Dienstherrn Bäcker Nolte, Bischofshagen nach Ocynhausen geschickt, um Butter zu holen. Auf dem Hin= und Rückwege ließ sich ein eröffnet, daß er 5 Jahre in der Fremdenlegion zu dienen habe, aber schon im ersten Jahre sei er wegen thätlichen Vergreifens an einem Vorgesetzten und wegen Gehorsamsverweigerung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Jahr der Strafe habe man ihm geschenkt, worauf er seine restierenden vier Jahre Dienstzeit abdiente und sich dann in einem algerischen Trappistenkloster als Knecht verdingte. Hier habe er sich so viel Geld zusammengespart, daß er nach Europa zurückkehren konnte und auch glücklich über die Schweiz in seiner Heimat angelangt sei. Die Geschworenen glaubten seiner Erzählung und verneinten die Schuldfrage wegen Verbrechens der Fahnenflucht, bejahten aber die auf unerlaubte Entfernung. Da hier jedoch Verjährung vorlag, erfolgte die völlige Freisprechung. Landwirtschaftliches. * Lemgo, 29. Juni.[Die General=Versammlung des lipp. landw. Hauptvereins], welche am 26. d. M. hier stattfand, wurde vom Vorsitzen um 3¼ Uhr eröffnet; derselbe teilte zuerst verschiedene Eingänge mit, worauf man in die Tagesordnung eintrat. Wahl eines Delegierten für den Vorstand des Provinzial=Vereins. Als solcher wurde Herr Treviranus gewählt. Schreiben der fürstlichen Regierung, die Verordnung vom 9. Febr. d. J. über die Bodenluken betr., wurde verlesen und einer Kommission von 7 Mitgliedern zur Beratung und Beantwortung überwiesen. Im Vortrag des Herrn Prof. Dr. König über die Verwendung der künstlichen Düngermittel, insbesondere von Ammoniak oder Salpeter=Stickstoff. Warf Redner die Frage auf, was empfiehlt sich nun zur Düngung, Ammoniak oder Salpeter? 1) bei weichem Boden, 2) in welcher Zeit, 3) bei welcher Frucht. ad 1. Der Salpeterstickstoff sei auf allen Bodenarten anzuwenden, der Ammoniack aber nicht, da sich letzterer erst im Boden in Salpetersäure zersetzen müsse, er sei daher nur in kalthaltigem milden Lehmboden gut. ad 2. Die Zeit der Düngung sei noch nicht sicher festgestellt. Man dünge jetzt im Frühjahr mit Salpeter, im Herbst mit Ammoniak, wolle man Winterfrüchte mit Salpeter düngen, so sei es am besten, im Herbst nur mit Phosphorsäure und im Frühjahr mit Chili nachzudüngen, die beste Zeit hierfür sei Mitte April. ad 3. Für Sommer= hafer sei Salpeter am besten, für Gester frage es sich, ob Brauergerste gebaut werden solle, letztere müsse stickstoffarm sein, es empfehle sich, dieselbe nur mit Phosphorsäure zu düngen. Für die Wurzelfrüchte sei die Salpeterdüngung auch die beste, es frage sich nur in welcher Menge. 6% Stickstoff, 12% löslich Phosphorsäure sei das naturgemäßeste, doch sei die Frage lokaler Natur. Redner hielt 1 Ct. Chili und 1 Ctr. Superphosphat pro Morgen für hiesige Gegend angemessen. Für Zuckerrüben sei auch die Düngung von frischem Stallmist nicht schädlich, wenn dieselbe im Herbst geschähe. Die beste Zeit für Unterbringung des künstlichen Düngers sei bei Zuckerrüben beim ersten Abeggen derselben. Bei Kartoffeln solle sich der Ammoniak ebensogut bewähren als der Salpeter. Schließlich sprach Redner noch über die Thomasschlacke und zeigte solche im rohen Zustande und auch mit Kalk verbessert vor; erstere habe einen Phosphorgehalt von 15—25% letztere bis 33%. Auf Moorboden, auf humosensauren Wiesen und auf kalkarmen humusreichen Sandboden sei die Thomasschlacke ein vorzüglicher Dünger. Der Vorsitzende sprach, nach der„L. L. Ztg., dem Redner für seinen Vortrag den Dank der Versemmlung aus. jünger Bainbursche, weicher mit der—Timmer zusammen traf, die zudringlich wurde, in einen intimeren Verkehr ein. Am andern Tage erschien das Mädchen bei der allein im Hause anwesenden Mutter des Burschen, einer Witwe und drohte, den Sohn gerichtlich anzuzeigen, er habe ihr Gewalt angethan und würde nicht unter 6 Jahre bekommen, sie ließe ihn arretiren. Auf die Bemerkung der Frau, sie möge sich mit ihrem Sohne vertragen, verließ die Timmer das Haus. kehrte jedoch sogleich wieder zurück und verlangte, daß der Sohn zu ihr kommen solle. Extra nach einer Viertelstunde kam sie alsdann nochmals in Begleitung der Ehefrau Meyer in das betr. Kolonatshaus, wo nunmehr auch der Sohn anwesend war. Die beiden wiederholten jetzt mit vereinten Kräften ihre Drohungen, welchen die Meyer noch Nachdruck gab, daß sie bemerkte, die Timmer sei die Tochter eines Amtmanns. Es wurden eine Entschädigung von 300 Mk. und für die Meyer 50 Mk.„für Bemühung“ gefordert. Um diese Sache nicht zu einer Skandalgeschichte zu machen und die Bedrohung los zu werden, gab der Sohn der Timmer 80 Mk. wovon die Meyer 15 Mk. mit bekam. Das Gericht erkannte beide Angeklagte für schuldig und legte ihnen eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten auf. un- Bielefeld, 30. Juni.[Schöffengericht.] Als Schöffen waren Kommerzienrat Heinrich Bansi hier und Gutsbesitzer Wilhelm Vieting zu Brake anwesend.— Die Ehefrau des Schneiders Josef Bohnensteffen zu Kaunitz hat sich im September 1885 in Spiegelsberge als Dienstmagd vermietet. Gleich nach Antritt des Dienstes erhielt sie 3 Mk. Weinkauf und den Auftrag für 1 Mk. Waaren in Bielefeld anzukaufen. Die Bohnensteffe entfernte sich um nicht wieder zu kommen. Heute wegen Unterschlagung angeklagt gibt sie an, daß ihr Geld und der mit übergebene Korb von fremden Männern abgenommen worden und sie deshalb nicht zurückgekehrt sei. Der Gerichtshof erkannte wegen Unterschlagung auf 14 Tage Gefängnis.— Es wurden sodann Privatklagesachen verhandelt, welche kein öffentliches Interesse boten. [Eine ganz abenteuerliche Geschichte] brachte vor dem Militärbezirksgericht in München ein Angeklagter vor, der sich vor mehr als 13 Jahren von seiner Truppe entfernt, aber sich im Mai freiwillig wieder gestellt und nun wegen Fahnenflucht zu verantworten hatte. Der Angeklagte verschwand am 18. Februar 1873 plötzlich von seinem bei der Okkupations=Armee in Frankreich stehenden Regiment und wurde vom Militärbezirksgericht Germersheim zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Vor den Militär= geschworenen erzählte er jetzt folgende Geschichte: Er sei 1873 in ein Wirtshaus in Mousière gegangen, wo sich ein französischer Bauer zu ihm gesellt habe, der ihn betrunken machte, und ihn dann zu einer Fahrt einlud, auf der er, ohne es zu bemerken, über die Demarkationslinie gebracht worden sei; hier sei er von französischen Gendarmen ergriffen und nach Chalons fur Merne ins Gefängnis gebracht worden, wo man ihm die bayerische Uniform abgenommen und eine französische dafür angezogen habe. Dann sei er üder Paris und Lyon nach Marseille transportiert worden, wo er ein Schriftstück unterschreiben mußte, dessen Inhalt er nicht verstand. Von hier aus habe man ihn auf ein Schiff gebracht und nach Algier geliefert. Dort wurde ihm Eisenbahn, Post und Telegraphie. [Heute am 1. Juli tritt der neue Telegraphe itarif in Kraft] nach welchem die Grundtaxe von 20 Pf. in Wegfall kommt und das Wort, statt bisher 5 Pf., 6 Pf. kostet. Es ist aber noch eine weitere Verteuerung damit verknüpft: jedes Wort, welches mehr als 10 Buchstaben zählt, wird für zwei Worte gerechnet. Bisher konnte ein Doppelwort 15 Buchstaben haben. Das wird sich sehr fühl bar, aber den neuen Tarif nicht beliebter machen. mitgeteit von der. Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Somm eld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2½ Uhr.) 30. Juni Franzosen Lombarden Oesterr. Kreditaktien Diskonto=Kommandit Deutsche Bank Darmstädter Bank Westfälische Bank Preuß. 4% Konsols Oesterr. Gold=Rente Ungar. Gold=Rente Russen v. 1884 Laurahütte Ravensberger Spinnerei Spinnerei Vorwärts Russische Noten Londoner Wechsel=Cours Amsterdamer„ Pariser„ 365,25 185,50 449,50 205,50 157,60 136,75 110,75 105,40 94,50 85,30 99.90 67,00 124,00 106,00 198,05 20,33,5 168,65 80 50 1. Juli 865.50 185,50 446,00 205,10 158.00 137,10 111,00 105,60 94,80 85.36 99.75 68,10 124,25 106,25 198,25 10.36 5 168,70 80,60 Weizen Roggen Rüböl Spiritus pr. Juli=Aug.— 43,10 16.80 144.75 128.25 42 50 87.20* 70 40— 60— Bielefelder Woche Butter pr. ½ Kilo 75-— Rindfleisch„„„ Schweinefl.„ Speck, hies.„ Speck, am.„„ Kalbfleisch„„ Hammelfl.„„ Gänsefleisch 4 Pfund Eier 23 Stück Spargel„„„ Zwiedeln„„„ Aepfel„„„ Birnen„„„ Kirschen„„„ 30 Große Bohnen pr. 1 Kilo Erbsen„ 30 nmarktspreise vom 1. Juli. —.80 Rüben pr. 1 Kilo 10—,12 —.60 Wurzeln„ 1„ 9—,10 —,60 Kartoff., neue pr. 1 Kl. 12—,29 —.75/ Blumenkohl pr. Stück 50—,60 —.— Kopfsalat 4 ,50 Kappus„ 65 Kotkohl„ Wirsing Steckruben„„ Kohlrabi 4„ Gurken„„ Kartoff. pr. 150 Pfd. Roggenstroh 100 Pfd. Haferstroh 100„ 20) Weizenstroh 100„ Sen 100„ 3.— 1.— —.99 —.25 —.40 —.10 15—.20 15—.20 —.11 20— 25 4.— 2,25.— 1.75 1,75 2,00-2,30 Neuß, 30. Juni. Weizen 16.,40—17,40 M., Roggen 13.50 dis 14,00 P., Gerste 00,00 M., Hafer 15.00 Rüböl per 1 10 Klgr. 4500 M., gereinigtes Oel 48,0 M Briefkasten. W. V. Z. Ein Witzlein, ein Verlegenheitslächeln mit schiefen Mundwinkeln, soll so viel heißen als: ich unschuldvoller Engel ich!— Das ist der Humor davon. Familien=Nachrichten. (Von unseren Abonneuten uns zugehende, erkennbar beglaubigte FamilienNachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Alma Rochlitz(Dortmund) mit Hrn. Paul Rittec(Weimar), Frl. Anna Hagemann(Braunsiedt) mit Hrn. Friedrich Rumpke(Stemmen). Geboren: Ein Mädchen: Hrn. Carl Schubarth (Dortmund). Vermischtes. [Raubmord.] Auf der Strecke Paris=Soissons wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Raubmordversuch an einem schlummernden Reisenden gemacht. Der Bandit entsprang und ist noch nicht gefaßt. [Der preußische Husaren=Lieutenant von Pressentin,] welcher von Posen nach Wien auf demselben Pferde in 80 Stunden geritten ist, wurde dem Kaiser Franz Joseph bei Gelegenheit einer Truppenbesichtigung vorgestellt. Viehmärkte. * Dortmund, 29. Juni.[Viehmarkt.] Zum gestrigen bezw. heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben 425 Stück Großvieh, 174 Schweine, 128 Kölber, Für 100. Für Ochsen 65 Mk., für Stiere 36 bis 43 Mk., für Kühe 1. Qualität 57 bis 60 Mk., 2. Qualität 54 bis 57 Mk., für Schweine 1. Qual. 45 bis 49 Mk., 2. Qual. 40 bis 45 Mk., Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qualität 50 bis 56 Pfg., 2. Oalität 45—50 Pfg., Hammel desgl. 53 Pfg. * Hardelsnachrichten. Russische 1864. Prämien=Anleihe. Die nächste Ziehung findet am 13. Juli statt, Oberschlesische Eisenbahn 4 pCt. Prioritäten von 1883. Die nächste Ziehung findet Mitte Juli statt, Rheinische Eisenbahn 4 pEt. Prioritäten 1858/10. Die nächste Ziehung findet Ende Jali statt. Gegen den verschiedentlichen Coursverlust bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine entsprechende Prämie. Staatspapiere. Deutsche Reichsanleibe 106,10, Oesterr. Silberr. 4 ½% 69,10 Staatsschuldsch. 3 ½% 100,60 Russisch. Anleihe v.1877 101,20 Rhein.=Westf. Industrie=Gesellschaften. Bochum. Gußstf. 114,50 Bochum. Bergw.=Ges.—.— Dortm. Union St.=Pr. 38,— Gelsenkirchener Bergw. 108,75 Hibernia BankBarmer Bankverein Berg.=Märk. Bank 114, Essener Kredit=Anstalt 102, Hörd.B.=u. Hütten=Ver. 17,25 Mechan. Weberei(Köln) 170.— Luise Tiefbau...... 29,50 Westf. Drahtind.= Ver. 63,50 96.— Phönix, Berg. u. H. Lit. A. 69,25 und Kreoitbank=Aktien. 100,—Leipz. Kreditanstalt. 169,75 Reichsbank(3% Disc.) 139,40 Schaffh. Bankverein, 89,— Inländische Eisenbahn=Prioritäten. • M 0“ 1 6 Berg.=Märk. 2% 3 ½% Lit. A. u. B. 3½% Lit. C. Gelds 20=Frank=Stücke Livre=Sterling Gold=Dollars Oesterr. Banknoten Petroleum. Schmalz Wilcox. „ Fairbank 102,10 Koln.= M. Lit.A.4 ½% 100,60 Rhein. 4 ½% 3. Em. 100,60Oberschl. 4 1% Ltr. F. orten und Banknoten. „ 16,16 Französisch. Banknoten " 20,29 Englische .. 4,17sHolländische„ . 1614,0 New=York, 30. Juni. ... 7½ Spick 6½ ... 6,75[Roter Winterweizen. 0,85 ... 6,65 Mais(ord. mized). 0,48“ 102,30 —.50 —.30 80,60 20,34 167,10 Münster, 30. Juni. Weizen 17,00 M., Roggen 16,00 Gerste 18,00 M., Hafer 16,00 M., Buchweizen 18,00 M., Kartoffeln 6,00 M., Her 6,00 M., Strob 4,00 M. gelbe Erbsen 28,00 M., weiße Bohnen 28,50 M., Rindfleisch 1,20 M., Schweinefleisch 1,20 M., Kald fleisch 1,20 M., Hammelfleisch 1,20 M., Sxeck(geräuchert) 1,50 M., Wellenbutter 1,90 M., Faßbutter 1.80 M., alles pro 100 resp. 1 Kg., Eier, 60 Stüc 2,60 M. Osnabrück, 30. Juni. Weizen 16,50—17,50 Mk. Roggen 14,00—15,10 Mk., Gerste 12,00—1400 Mk., Hafer 14,0—15,20 M., Alles pr. 100 Kilogramm. Rdin, 30 Juni. Aueizen, dienger 1oco 1 7415, fremd. loco 1750 pr. Juli 6.25 pr. Novdr. 76 50. hiesiger 14 50 pr. Juli 13.10, er. Novdr. 13/80. loco 14,75— Rüddi loco mit Faß 23.20, p ner Oktbr. 23,1 dat=Telegramm Unterzeichnung Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 1. Juli. Niedrigster Stand des Thermameters während der Nacht+-8° C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags.+ 18° C. Barometer:(gestriger Stand 758). 760 mm Ueber unsrer Gegend ist bei stillem, heiteren Wetter das Barometer noch etwas gestiegen. Während der Nacht war die Temperatur sehr niedtig; der Himmel war bis heute vormittag nebelig bedeckt. Im Westen stets hoher Barometerstand, im Osten niedriger. Eine Aenderung des gegenwärtigen halb heiteren, trocknen Wetters dürfte noch nicht wahrscheinlich sein. Neueste Nachrichten * Berlin, Donnerstag, 1. Juli. der Westfälischen Zeitung.) Gestern fand die des Kaufkontraktes statt, durch welchen die Denhardt'schen ostafrikanischen Besitzungen(Witogebiet) an den deutschen Kolonialverein, beziehungsweise an den Präsidenten desselben übergehen. Die im Prozeß Ihring verurteilten Berndt und Christensen haben Berufung eingelegt. Berlin, 30. Juni. Die alarmierenden Berichte, welche das Reuter'sche Bureau über handelspolitische Verwicklungen zwischen den weißen Händlern in Kamerun und der einheimischen Bevölkerung soeben veröffentlicht hat, sind wir auf grund authentischer Informationen dahin zu berichten in der Lage, daß der ausgebrochenen momentanen Handelsstockung ein irgendwie politischer Charakter durchaus nicht beiwohnt. Dergleichen Erscheinungen gehören in westafrikanischen Verhältnissen nicht eben zu den Seltenheiten, sondern treten regelmäßig dann ein, wenn Käufer und Verkäufer nicht handelseins zu werden vermögen. Da nun augenblicklich der Preis für Palmöl und Palmkerne auf dem europäischen Markte erheblich gewichen ist, so müssen die Häudler in Westafrika, wenn sie nicht mit Verlust arbeiten wollen, billige Einkäufe zu realisieren suchen. Umgekehrt liegen die Dinge bei den Eingeborenen, deren Urteil sich die Weltmarktkonjunktur völlig entzieht und die ihre Ware daher nur zu den früheren Preisen abgeben wollen, zu denen sich jetzt kein Käufer findet. Dies die thatsächliche Wahrheit. Wenn es noch eines Beweises für die tendenziöse Färbung der Reuter'schen Telegramme bedürfte, so würde er darin gegeben sein, daß das mehrgenannte Bureau den Umstand, daß die Eingeborenen ihre alten Schulden abbezahlen,„als Trumpf gegen die koloniale Autorität Deutschlands ausspielt, während es doch auf der Hand liegt, daß dieses Verfahren der Eingeborenen als eine unter den deutschen Auspizien gegen früher bewirkten Fortschritt angesehen werden muß, sofern die frühere in hohem Grade ungeregelte Kreditwirtschaft mit ihren, den Eingeborenen gewährten und oft genug der Rückzahlung keineswegs sicheren Vorschüssen nunmehr normaleren Verhältnissen Platz zu machen anfängt. Berlin, 30. Juni. Fürst Bismarck ist in Berlin wieder eingetroffen. Berlin, 30. Juni. Der konservative Landtagsabgeordnete für Westhavelland, Kleist von Bornstedt, ist gestorben. München, 30. Juni. Die Kammer der Reichsräte bewilligte ohne Debatte bei 37 Abstimmenden in namentlicher Abstimmung die Dotation für den Prinzregenten. Der Finanzminister erklärte auf Anfrage Törring's, die Rezierung werde die Fürsorge für die Relicten von Gudden's erwägen. Der Präsident schloß die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf das Königshaus. Ig# 80 Juni. Von gestern bis heute mittag sind in Beinvist 8 Personen an der Cholera erkrankt, 11 gestorben, in Latiano 67 erkrankt, 24 gestorben, in Francavilla 27 erkranft, 15 gekorben, in Sanvito 13 erkrankt, 11 gestorben. Weiße und crème seidene Faille Française, Surah, Satin merveilleux. und Atlasse Pf. per Meter bis Mr. 18.20 vers. in einzelnen Roben u. Stücken zollfrei in's Haus das Seidenfabrik=Dérôt G. Henneberg(K. und K. 9 r- ag g.. Muster umgehend. Brtcse j06g Vom 1. Juli bis 1. 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R. 12, 14) ein weißes Taschenluch 15) zwei weißleinene Taschentücher ohne Zeichen und 16) ##nkragen ohne Zeichen. Die betreffenden Eigentümer dieser #llen sich behufs,Rikognition im Polizeibureau, Zimmer 12 #lden. Die Polizei.Verweltung. #lefeld, den 30. Juni 1886. Die öffentliche Impsung für en Verwaltungskezirk findet nur noch in der 1. Bürgerer Kreuzstriße am 2, 9. und 16 Juli und in der 4. Bür## der Heeverstraß, am 7. und 13. Juli dieses Jahres nach#on 3½ Uhr anfanjeed statt. Wer daber noch an sich oder en in diesem Jehre unentgeltlich durch den Impfarzt vornehmen lassen vill, hat sich an einem der vorangeführten #nktlich zu gestellen, da mit den letztgenannten Tagen der diesjährigen öffentlichen Impfungen erfolgt. Die Polizeing velsregister Sicten —(37 Gesellshafts=Register 108, Firma Vieledeanstalt, zufolge vom 29. Juni 1856 Abonnements auf meine Leihbibliothek u. meinen reichhaltigen Jourhalzirker können jederz. eröffn. werden. Aug. Heilnich, Buch=, Kunst= u. 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Einer Münchene Minister v. Lutz und dieser Tage in Kissit Ueber den Verla Anzeigepflicht zu folgende Mitteilung: Am 26. April Bischöfe an, so schnel die damals vacanten gierung anzuzeigen. heim, Limburg und Bischöse von Trier 1 anfangs eingefallen, denken, sondern sämt! von Trier, haben für angezigt. Dann ka auf welcher die Bisck mit dem Erzbischof von Luxemburg war kamen die Kollektivlist Versammlung, der Be einige der bereits v nungen zurück, zwei Kollcktivlisten. Inzwi und der Papst entso gierung können die getrennt für die ein werden; wenn aber d ist an den heil. Stuhl wie verfahren werde Bischöfe, welche Einze an ganz korrekt und gehandelt. es lag. für fahren nachträglich rei vornherein zulässig, u auch als selbstverstän höhere Weisheit einkel Kollektivverfahren ven auf die Anfrage, ob dieses war ja längst v * Roman a Von# 411 Sich plötzlich gen matter Stimme: „Eugen, wir sit noch sterben?“ „Weshalb fragst „Weil, ehe ich ste wofür ich Deine Verze a##s blitzte plötzlich Gedanke durchzuckte ih daß sie geretiet werd Situation nach Mögli. „Meine Verzeihu daß ich Dir irgend Et ich, daß die wenig mir hattest, mir Schm „Ich will gut n Eugen. Noch kann es Beim fahlen Se erregten Züge; sie aber „Sidonie, Geliebt gegeben ist, mich zum G „Vermag ich das machen, wenn ich es ka um über mein Schic Entschluß bereits getro „Sidonie, willst? „Daß ich bereit immer Du es wünsches schwer auf seine Schult Sie war sein,— Der Graf konnte welcher auf seine Lippe Worten drang dere Höhle: das Wasser wai Ehe Sidonie wuß ftürmisch in seine Arm mit heißen, leidenschaftl Im nächsten Augenblick Entsetzen. Schwerer un #. Armen, bis sie wie ein. ####tem, sein Herzschlag st ## wand gelehnt, unfähig Veranwortuch für een politischen Teil: H. Kaeller, für den übrigen redartionellen Teu: K. Hariwig, fur den Insgraigt Taso, sämtlich in Bielefeld. Druck und Verlag von 3. D. Küster Rachsolger in Bieleseld.