Preis des Abonnements: vierteljährlich 2 M. praenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Nummern 10 Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärte mit den nachmittags von Bielefeld abgehenden Zügen expediert. Gegründet am 1. Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensbera“ Preis der Zuserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Pfg.; für Reklamen 50 Pfg. Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts wolle man eine Postfreimarke zur Antwort mit einsenden. Ein schwererer Schlag konnte Griechenland nicht treffen, als die von Europa verhängte und vom ersten Augenblick an mit eiserner Strenge durchgeführte Blockade des ausgedehnten griechischen Küstengebietes. Kein anderes Land Europa's ist für seinen Verkehr und Handel so überwiegend auf den Seeverkehr angewiesen, wie Griechenland. Die Beförderung von Personen, Gütern und Briefen geschieht, ja selbst für das Innere, noch immer zum weitaus größten Teile mit den Küstendampfern, weil die wenigen Fahrstraßen im Innern entweder nicht genügen oder häufig genug, z. B. zur Zeit größerer Regen, den Dienst ganz versagen. Selbst da, wo die neuen Eisenbahnlinien den Verkehr erleichtern sollen, hat sich der Dampfer beinahe ganz in seiner alten Macht erhalten. So legt z. B. der Dampfer von Piräus nach Kalamaki am Isthmus von Korinth die Fahrt in derselben Zeit zurück, wie der Schnellzug zwischen den gleichen Orten, und da die Seefahrt interessanter ist, als die Bahnfahrt, so machen die Dampfer nach wie vor ein gutes Geschäft. Vollends für die Verbindung mit entlegener Küstenstädte oder selbst der Ortschaften im Innern mit Athen und anderen großen Hafenstädten ist und bleibt der Dampfer noch jetzt das einzige Verkehrsmittel. Nach dem Vorstehenden ist es begreiflich, wird der„Köln. Z.“ aus Korinth geschrieben, daß die Verhängung der Blockade wie ein lähmender Blitzschlag auf Griechenland gewirkt hat. Das Land ist wie betäubt und in vollkommener Ratlosigkeit. An dem Tage, an welchem die in Athen zurückgebliebenen Sekretäre der Gesandtschaften die Note wegen der Verhängung der Blockade überreichten, waren die griechischen Personendampfer längs der ganzen Küste in voller Fahrt. Da kam die Note, und mit einem Schlage stockte der Verkehr im Innern, wie nach Außen. Die Reisenden liegen mit knappen Miteln sern von der Heimat still und können nicht vorwärs noch rückwärts; die Briese und Zeitungen bleiben aus, und was der amtliche Telegraph meldet, gewährt dafür keinen Ersatz, denn wenn je ein offizieller Telegraph gelogen oder phantasiert hat, dann der griechische. Die Soldaten, die Dank der unverzeihlichen Nachlässigkeit des Ministeriums zu Tausenden in den Garnisonen im Innern liegen, können sich nicht rühren und es entstehen daraus allerlei Unzuträglichkeiten. Die ganze griechische Flotte liegt ebenfalls vollständig fest. Das weise Ministerium Telyannis mußte wissen, daß die Mächte der Nichtbeantwortung ihres Ultimatums die Blockade folgen lallen würden, und es wäre seine erste Pflicht gewesen, die Kriegsschiffe das Weite suchen zu lassen. Statt dessen ließ es sämtliche Schiffe still vor Anker liegen, den größten Teil in der Bucht von Eleusis, was ein Witzblatt Rthen's zu der berechtigten Frage veranlaßte: Welche eleusinischen Geheimnisse die Torpedobote zu bewahren hätten? einen Teil auf der Rhede von Korinth, eingeschlossen wie in einen Schlauch, die anderen im Hafen von Volo, der jetzt von englichen Kriegsschiffen gesperrt ist. Gerade die Sperrung Volo's, des Zugangshafens eines türkisch=griechischen Kriegsschauplatzes, ist ein Schlag für die Kriegsbereitschaft Griechenlands, der mehr als sonst etwas den Frieden verbürgt. Das Schiff, welches mit Passagieren und der ganzen orientalischen Post beladen, am letzten Sonntag vom Piräus nach Syra abgehen sollte, wagte es, trotz der Blockade, die Anker zu lichten und loszudampfen; ein warnender Kanonenschuß des englischen Kriegsschiffes „Poseidon“ zeigte dem griechischen Kapitän, daß ein Durchbrechen unmöglich sei, und der Dampfer kehrte in den Hafen zurück. Die Passagiere müssen nun warten, ob ein österreichischer Lloyddampfer ankommen und sie weiter befördern wird. Der Golf von Korinth war hingegen noch 24 Stunden nach Eröffnung der Blockade frei, und die griechischen Schiffe hätten auskaufen können; aber die griechischen Hafenbehörden hatten den Kopf verloren und sahen schon überall europäische Kriegsdampfer. So kam es, daß mit dem Tage, wo die Blockade verhängt wurde, auch all' und jeder Verkehr griechischer Fahrzeuge aufhörte. Die Hoffnung, fortzukommen, ist jetzt einzig auf den österreichischen Lloyd, und allenfalls die italienischen Dampfer gerichtet. Die letzteren aber werden durch die strenge Quarantäne wegen der Cholera in Brindisi zurückgehalten und kommen entweder gar nicht oder verspätet an, und vom österreichischen Lloyd weiß man nicht, ob er seine Fahrten noch lange fortsetzen wird. Die österreichischen Schiffe, die unterwegs sind, weiter, aber jeder aus einem griechischen Hafen sies Seänegt ch J. ser wird für den letten gehalten und weiter Fahrt. d Platze: Die griechischen Dampfer, die von eplangen, und deren Kapitän keine Ahnung von der Strenge der Biockade haben, müssen umkehren, denn jeder Versuch, würde zur Beschlagnahme führen. Man kann sich das Jammern, der Passagiere, den Zorn der Seeleute und die Stimmung der Bevolkerung vorstellen. Alles in Allem, es wird die höchste Zeit, 55 Fszeoriach dem grausamen Spiel ein Ende macht se Paanze Bens, dem Klig,s anotdnet, sonst bekommt sie die ganze Bevoikerung auf den Hals. * Bielefeld, 24. Mai. Die. Zeue Preuß. Ztg.“ steht dem BranntweinsteuerEntwurfe nicht sympathisch gegenüber. Sie schreibt, daß derselbe in seiner jetzigen Gestalt wenig Anhänger finde.„Die SachverLeseiden sie u pölig einig, daß die unveränderte Annahme es in seiner prinzipalen oder in der eventualen Gestalt, rs, isher dert drenmere gewerbes und ein Monovol der Großhändler ee, aar üihgen ige, während die ethischen Gesichtepunkte, weiche in der Monopol=Vorlage eine entscheidende Stellung einnahmen, völlig unberücksichtigt blieben. Es besteht indessen, wie wir hören, bei den maßgebenden Parteien die bestimmte Absicht, durch eine gründliche Kommissionsarbeit den ernsten Versuch zu machen, ob durch Umarbeitung eines der Entwürfe ein Gesetz zu stande gebracht werden kann, welches den Bedürfnissen des Brennereigewerbes und der Reichsfinanzen gleichmäßig entspricht. Daß dabei auf den Eventualentwurf zurückgegriffen werden dürfte, erscheint aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich. Sollte ein solcher Versuch sich indessen zur Zeit noch als aussichtslos erweisen, so wird die konservative Partei im Interesse des landwirtschaftlichen Brennerei=Gewerbes alles daran der Kaud der Bes.. 3(om der Maischraumsteuer an ein fascheg Gesekimmugen des Entwurs zum Abschluß zu bringen. in solches Gesetz würde sich gewissermaßen als ein Notgesetz darstellen, das wir schon während der Debatte über das Monopol für asehat vetwendig ertüten.=.—— Monohzal sür we Die-Freisinigr Zeitung“ des Abg. E. Richter schreibt:„Doß unter den urbeitern der Staatseisenbahnen sehr viele Sozialdemokraten sind, ist eine altbekannte Sache, wie denn überBesPS teoges wieher Mashese uuter den Arbeitnehmern des Staates meyr Ausdeynung gefunden hat, als unter den Arbeitnehmern der Privatindustrie." Dazu bemerkt die„Klee'sche Corr.“ sehr richtig: Irgend einen Beweis für diese Behauptung zu erbringen, fällt dem Blatte natürlich nicht ein. Es kommt ihm nur Sarauf giz eine neue Sünde der Eisenbahnverstaatlichung zu entdecken. Tichmncger mag eine vorzägliche Privatregistratur haben, die geiegentlich auch von mißvergnügten Arbeitnehmern des Staates bereichert wird. Das allgemeine Mißvergnügen gegen den Staat ist Lähnbeit ale, seiner Einsich einer und Gewissenhaftigkeit aber gar keine Shserinrechen 1i9 und aler Wahrheit Sidonie. 101 Roman aus dem Englischen. Von Mar von Weißenthurn. S(Nachdruck verboten.] Eine Pause entstand, während welcher Karl Hargrave's Augen wie gebannt an den Lippen des Mädchens hingen, welche das Urteil sprechen mußten, von dem das Glück seiner Zukunft abhing. Endlich flüsterte sie, während leichte Röte in ihre Wangen stieg: „Wenn— mein Papa einwilligt,— so bin ich bereit, die Ihre zu werden. Mehr kann ich Ihnen nicht versprechen!" Und er begriff, daß sie, die nahe daran gewesen war, für immer der Welt zu entsagen, sie, die rein und kindlich, unberührt von Kampf und Leidenschaft, bis nun ein blumengleiches Dasein geführt, unmöglich mit einem Male die glühende Sprache der Leidenschaft führen konnte; er zog ihre Hand mit so scheuer Ehrfurcht an seine Lippen, als sei sie wirklich schon eine Dienerin Gottes. „Geliebte,“ sprach er mit feierlichem Ernste,„ich bete Sie an, und mögen wir auch durch gleichviel welche Verhältnisse getrennt werden, nie wird in meinem Herzen eine andere Ihren Platz einnehmen! Doch ich will und werde Sie erringen um jeden Preis und dann—“ „Dann werde ich eingestehen dürfen, daß ich Sie liebe,“ lautete die im Flüstertone gesprochene Erwiderung. Wenige Minuten später sah Sidonie sich allein. „Ich liebe ihn,“ sprach sie leise vor sich hin,„aber Papa wird nie, nie seine Einwilligung geben!“— ## Larl, von dem Grundsatz ausgehend, keine Zeit zu verlieren, begab sich inzwischen geraden Weges zu Herrn von Ilaine, bekannte Legeles und setzte ihm seine Vermögensverhältnisse, sowie seine umdichastt cs Stellung klar auseinander. Herr von Ilaine's Stirn umdusterte sich, je weiter sein Gast sprach. .„Mein Herr,“ sprach er endlich, die Hand auf die Schulter des jungen Mannes legend,„fahren Sie nicht fort in Dem, was Sie mir sagen wollen. Es erhöht für uns beide nur das Peinliche der Wenn meine Tochter überhaupt heiratet, so kann sie nur ihren Vetter heiraten. Pflicht, Ehre und Dankbarkeit fordern es!" # gAber, Herr von Ilaine, Ihr Fräulein Tochter kann die Liebe des Grafen nicht erwidern!" Schmerte, alerdings niczis: Rtaube, uich ie chremn Aöhrlten Einen drastischen Beweis für die Abhängigkeit, in welcher sich Pelse lis Kie eisne in. Sechgelstantlacke Zer Setaisne stand eine Petition um Umwandlung der Simultanschulen in der Seeszactien onfesionsschulen. Seitens des Zentrums wurde easchcheale he lice a s e lsce en e zu veranlassen, sich wieder niederzulassen und so gegen den Antrag Simustanschuseag Treisiunigen aus Lebe zum Zentrum Gegner von Ueber Spremberg ist bekanntlich der kleine BelagerugsJustand vertängt worden. Die Vorgänge, welche sich dort abgefürz Leben zu schleßen, der ihe eine drückende Last seig mütte 9: i chtleben, dr ihr alzeit nur aus Eezeiperstanden eriührn donne. 8 aufz: e sese ce äche e ecice eie lce en ich gebe die dane Ferisise Ghütcle Stonte dos Haupt, wohrnd er, den 9.s Das Kleschg den 3itgea, sie wrihz. se dumot.— euer: Nun bleidt mir keine Hofnung mehr!“ flüsterte Der Morgen von Karl's Abreise brach an. Mit schwerem Herseg züstete Karl sch zum bevorstechenden Abschied. ell und strahlend leuchtete die Sonne vom einen letzten Blick auf die Landschaft werfend, welche durch die Ecinnerungen, die damit in Verbindung standen, seinem spielt hiben, und welch, diese Maßregel veranlaßt haben, sind bereits mit eteilt worden. Ue er die Angelegenheit spricht sich der nat.=lib. „Hann. Cour.“ folge der naßen aus: Der Vorgang würde an und für sich wenig Beachtung verdienen, wenn er sich nicht gerade bei Gelegenheit der Aushebung zum Militärdienste abgespielt hätte. Es dürfte zum ersten mal geschehen sein, daß Gestellungspflichtige am Aushebungstage in solcher Weise unverhüllt ihrer sozial= demokratischen Gesinnung Ausdruck gegeben haben. Daß diese Kundgebung nicht aus einer unmittelbaren Eingebung hervorgegangen, sondern von einigen Rädelsführern geplant worden ist scheint zweifellos, und dieses planmäßige Vorgehen deutet auf eine Gährung innerhalb der Spremberger Arbeiterkreise, welche eine schärfere Handhabung des Sozialistengesetzes herausforderte. Herr Eugen Richter findet den ganzen Vorgang in Spremberg natürlich wieder so harmlos, daß er meint, die Regierung schieße bei dieser Gelegenheit mit Kanonen auf Spatzen. Diesen gesinnungstüchtigen Leuten von dem Schlage des Abgeor neten Richter gehen immer erst die Augen auf, wenn Tölke's Knüppel über ihrem eigenen Haupte geschwungen wird— dann schreien sie nach der daß es Pflicht der Regierung ist, solchen gemeingefährlichen Kundgebungen bei Zeiten vorzubeugen, davon haben diese fortschrittlichen Geister keine Ahnung. Sie kennen keine andere Aufgabe als die, gegen die Regierung und die staatserhaltenden Parteien zu hetzen; gegen alles Andere sind sie taub und blind. Deutsches Reich. □ Berlin, 23. Mai.[S. M. der Kaiser] hat am Freitag und Sonnabend in gewohnter Weise die Frühjahrsparaden über die Berliner und Potsdamer Garnison in Gegenwart des Kronprinzen, der Prinzen und Prinzessinnen abgehalten. Prinz Wilhelm von Preußen all in war durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert. Der Kaiser stand fast während der ganzen beiden Paraden in seinem Wagen aufrecht. Wegen der furchtbaren Hitze, die am Berliner Paradetage herischte, befahl der Kaiser, den zweiten Parademarsch ausfallen zu lassen, zumal die vortreffliche Ausbildung der Mannschaften schon beim ersten Vorbeimarsch die verwöhntesten und schärfsten Kritiker hätte befriedigen müssen.— Fälle von Sonnenstich sind bei der Parade glücklicherweise nicht vorgekommen, dagegen wurden gegen 100 Mann, wie es in militärischer Ausdrucksweise lautet, schlapp und mußten ärztlicher Behandlung übergeben werden. (Prinz Friedrich August von Sachsen), der Thronfolger, der jetzt 21 Jihre alt und damit großjährig wird, tritt Ende d. M. eine längere Orientreise an. [Fürst Bismarck] ist auf ärzlichen Rat nach Friedrichsruhe gegangen und zwar deshalb, weil er sich überarbeitet hat. Zu der am Montag beginnenden ersten Beratung der Branntweinsteuer wird der Fürst im Reichstage nicht erwartet. [Fürst Hohenlohe), der Statthalter von Elsaß=Lothringen, nach Baden=Baden greist.— adt eingerosen war, it von dort Lesie bunguischls ich micner Miogare ni Brizge, 65 Kagen mnie, wieder mit bolen Kräften wicd widnen töanen. Wahrscheinlich wird er noch ein englisches Seebad besuchen.— Bemerkt zu werden verdient, daß Graf Herbert, wenn auch zum StaatsI. Scheshägres die landsitzriche Auertenung ais Erpbischof von Posen=Gnesen erhalten und daraufhin seine Amtsthätigkeit bereits begonnen hat. In der Diözesankasse in Posen fanden sich bei der Uebergabe an die bischöflichen Bevollmächtigten 6000 M. baar und mehrere hunderttausend Mark in Wertpapieren vor. Domherr musterhaste Verwaltung. a9t. Konmisar Reg=Rat Perichn für die Salcse aes Healeden Li. Sehsanle Diohe 0 hgals Aostand genommen und der Geistliche Mojzykiewez in Dzwiezno, Kreis Wirstz, zum erzbischöflichen Kaplan ernannt. Huscherne is es mit Gleichgülligleit, was belämmerte ihn die In seinem Innern sah es so trostlos aus, das aller So Se Peaden and iur icien. Herzens salbs Ffühle er Nichts, als eine grenzgnlose. Zerigr.. 10 Kurzem ost vor seinen Geist zingeirten wor. Im Sturme haltnachängend, die den vrsiosenen Tagen galen lauten, markerschütternden Schrei das Havs durchhaf mochte gescheren ein Bs deutlich Sidone's Simme erioanat. u; eu er heit nur iu ein Trauniener bin= und heischmanite d alten Jacgus, welcher wie Antwortis rief Karl dem Alten zu. 99t, sehen Sie mir Recde= und uue Wislgengu ser armer Her Leonard!“ entggnte der „Was ist mit ihm?“ die Worte über Karl's Lippen. „Er ist— o, es ist entsetzlich! Er ist todt!“ Touli= Bedrsolte Kar eschroten. 4 1oedi7 greichaseni. eschosen, vor vierzeihn Tagen in Monte Carlo „Monte Carlo, Allerbarmer!“ hur Grse ie sesen, uud noch einen Stähpmit suchzan, un nicht wußte mit einem Mal, werhald es [Von der deutschen Marine] werden in diesem Sommer in Dienst gestellt sein 37 Schiffe und 12 Torpedoboote und zwar 4 Panzerschiffe, 6 Kreuzerfregatten, 6 Kreuzerkorvetten, 2 Panzerfahrzeuge, 5 Kreuzer, 4 Kanonenboote 2c. Die demnächst auf kürzere Zeit zum Manöver zusammentretenden Panzer sind hierin nicht mit inbegriffen. [Eine weitere Maßregel gegen die berliner Streikbewegung] wird im„Reichsanzeiger“ bekannt gemacht: Der Verein zur Wahrung der Interessen der berliner Maurer und die mit der Herausgabe des Fachblattes„Der Bauhandwerker" befaßte Preßkommission sind auf grund des preußischen Vereinsgesetzes vorläufig geschlossen worden. Das Verbot der Streikversammlungen dauert fort. Irgend welche Unruhen sind bisher nicht vorgekommen. [In Bremen] hat sich ein Komitee zur Aufbringung von Geldmitteln zu dem Zwecke gebildet, die der Arbeit wiedergewonnenen tüchtigsten Pfleglinge deutscher Arbeiterkolonien in Moor und Haide dauernd anzusiedeln. Preußischer Landtag. # Berlin, 22. Mai. Abgeordnetenhaus. (80. Plenarsitzung.) Auf der T.=O. 2. Beratung der Kanalvorlage. § 1 in der Kommissionsfassung fordert zur Ausführung eines Schiffahrtskanals zur Verbindung des Rheins mit der Ems mit der unteren und mittleren Weser und Elbe sowie zur Herstellung einer leistungsfähigen Wasserstraße auch im oberen Laufe der Oder von der Neissemündung bis Kosel stromaufwärts mit einem Verschlagehafen bei Kosel und zwar zunächst: 1. zum Bau einer Kanalstrecke von Dortmund nach der unteren Ems einschließlich der Anlage eines Seitenkanals aus der Ems von Oldersum nach dem Emdener Binnenhafen nebst entsprechender Erweiterung des letzteren 58 400000 M. 2. zur Verbesserung der Schiffahrtsverbindung von der mittleren Oder nach der Oberspree bei Berlin durch den Neubau eines Kanals von Fürstenberg nach dem Kersdorfer See, durch die Regulierung der Spree bis unterhalb Fürstenwalde und durch den Neubau eines daselbst beginnenden Kanals bis zum Seddin=See 12600000 M.— zusammen 71 Millionen Mark. Abg. Stephanus=Linden(Welfe) wendet sich gegen die Vorlage, indem er beklagt, daß die Regierung nicht ein das ganze Land umfassende Kanalnetz vorgelegt habe. So lange die Fracht von Hannover nach Dresden theurer sei als die Fracht von England nach Dresden, könne von gesunden Transportverhältnissen keine Rede sein. Abg. v. Rauchhaupt(kons.) erklärt, seine politischen Freunde würden für den Oder=Spreekanal stimmen, während sie bezüglich des Rhein=Emskanal geteilter Meinung wären. Für den Ausbau der Wasserstraße im oberen Laufe der Oder würden seine Freunde eintreten, sobald ausreichende Anschläge vorliegen. Heute könnten sie für den bezüglichen Kommissionsantrag nicht stimmen. Der RheinEmskanal sei ein Kampfmittel gegenüber den Schwierigkeiten, die uns daraus entstehen, daß wir nicht die Rheinmündung besitzen. Man müsse sich bei all diesen Fragen auf den Standpunkt der Allgemeinheit stellen, nicht auf den provinziellen Partikularismus. Redner verzichtet daher darauf, das Interesse, das die Provinz Sachsen daran hat, daß der Anschluß dieser Provinz schon jetzt in das Gesetz aufgenommen werde, hier zur Geltung zu bringen. Für die Zusätze der Kommission könne er nicht stimmen; der preußische Staat durfe die Staatsbahnen nicht ertragslos machen. Kanäle seien dort notwendig, wo es sich um große Massentronsporte handle. Wenn ein Teil seiner politischen Freunde jetzt für den DortmundEmskanal stimme, geschehe es in der Hoffnung auf Beseitigung der finanziellen Bedenken durch Eröffnung neuer Einnahmequellen durch den Reichstag. Auch das Bedenken wegen des Ausfalls der Eisenbahnen falle fort, da der Eisenbahntransport nicht genüge; Berlin müßte verhungern, wenn die Kanäle geschlossen sein würden. Der Westen sei noch ziemlich arm an Kanälen, während der Osten in dieser Beziehung günstig situiert sei und auch zahlreiche Eisenbahnanlagen erhalten habe, wiewohl auf eine Rente dabei nicht zu rechnen war. Freilich habe die Industrie auch kein Ohr für die Klagen der Landwirtschaft; die Herren könnten sich denn auch nicht wundern, wenn ihre Klagen auf der Rechten nicht das erwünschte Entgegenkommen finden sollten.(Beifall rechts.) Minister Maybach: Die Frage sei an sich völlig spruchreif, trotzdem sei die Regierung immer auf Widerstand gestoßen, sobald es hieß: hic Rhodus, hic salta! Wenn es ein Fehler war, neben den Eisenbahnen auch Wasserstraßen anzulegen, so hätten wir diesen Fehler längst gemacht. Es sei aber kein Fehler; man müsse sich auf den höheren Standpunkt stellen, daß Bahnen und Kanäle nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Förderung der Landeswohlfahrt sind. Der Eisenbahntarifsatz, der nötig wäre, um die Landesprodukte aus Rheiniand=Westfalen konkurrenzfähig zu machen, würde die Selbstkosten nicht decken. Wolle man die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Produkte, dann sei die Neuanlage von Wasserstraßen notwendig. Was die finanzielle Seite der Frage anlange, so möge man doch nicht ministerieller sein, wie der vorsichtige Finanzminister. Die Vorlage sei nur ein Stück des großen Kanalnetzes, dessen Ausführung beabsichtigt werden.(Hört, hört!) Der Westkanal sei zur Elbe weiter zu führen. Bezuglich des Ausbaues der oberen Oder seien die Vorarbeiten im Gange; sobald sie beendet, werde eine Vorlage an das Haus gelangen, hoffentlich bald. Die Regierung sei mit den Zielen der Kommission einverstanden, dagegen scheine es nicht angezeigt, schon jetzt die Richtung der künftigen Kanäle mit in die Vorlage anzunehmen.(Beifall.) Abg. Graf Kanitz(kons.) legt eingehend die wirtschaftlichen und finanziellen Bedenken gegen das Rhein=Ems=Kanalprojekt dar. Der Rhein=Emskanal werde den Osten schädigen. Die Ostseeküste gehöre der schlesischen Kohlenindustrie. Er stehe dem Projekt nicht negierend, sondern nur abwartend gegenüber. Er hoffe, daß bessere Zeiten kommen werden; sie werden gekommen sein, wenn man sich davon überzeuge, daß unsere Produktion gegenüber der ausländischen wirksam geschutzt werden müsse. Dann werde man auch so große Summen, wie sie hier gefordert werden, bewilligen können. Abg. Dr. Windthorst: Der Vorredner habe nicht nötig gehabt, das Centrum an Sparsamkeit zu erinnern, umsoweniger, als er selbst erst 100 Millionen und mehr für unproductive Zwecke bewilligt habe. Ohne den Rhein=Emskanal keinen Nordostseekanal. Wenn die Industrie so lange auf Hülfe warten sollte, bis die Ziele des Vorredners erreicht seien, dann würde die Hülfe zu spät kommen. Er sei gern bereit, auch für die Interessen der Landwirtschaft etwas zu thun. Wenn er wüßte, daß der Landwirtschaft mit der Bewilligung von 50 Millienen ein dauernder Nutzen geschafft würde, so wurde er gern für eine solche Forderung stimmen. Die Sache liegt so: Wir haben Schätze, wir haben Kräfte, sie zu heben, Kräfte, die darauf angewiesen sind; es fehle nur an Wegen, sie den Absatzgebieten zuzuführen. Jetzt offeriere die Regierung solche Verkehrswege und die Gegner der Vorlage stoßen sie zurück. Abg. Eickenscheidt(Centr.) bekämpft die Vorlage. Von dem Rhein=Emskanal werde die dortige Landwirtschaft nicht nur keinen Nutzen, sondern direkten Nachteil haben. Der Kanal werde von ausländischen Arbeitern gebaut werden, die schließlich im Lande bleiben und den inländischen Arbeitern Konkurrenz machen. Abg. v. Rosenberg=Glyszczynski(freikons.) befürwortet die Vorlage, insbesondere den Rhein=Emskanal. Sidonie's Züge, ihm so vertraut, so bekannt erschienen waren. Sie ähnelte dem jungen Franzosen, dessen Leiche er in dem Spielgarten von Monte Carlo gesehen, wegen dessen Mord er selbst verdächtig gewesen war. Der Todte,— er war der Bruder Sidonie's gewesen: (ortsetung folgt) Auflösung des Homonyms in vor. Nr.: Die Augen.(In der Suppe, im Kopfe, Hühneraugen, im Würfel, am Baume.) Auflösung des Logogryphs in vor. Nr.: Lieb— Hieb— Dieb— Sieb. Abg. Tramm(n.=I.) spricht sich gegen den Rhein=Emskanal aus, weil durch das Projekt die Ausführung des Kanals nach der mittleren Elbe ausgeschlossen werde. Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag vertagt. Montag: Nordostseekanal, schwebende Schuld. * Belgien. [Die belgischen Kammern] sind am Sonnabend geschlossen. — In den letzten Tagen richtete der Minister Beernakrt noch ziemlich gereizte Angriffe gegen die Sozialistendebatte im deutschen Reichstage, bei welcher Gelegenheit bekanntlich auch die belgischen Excesse erörtert wurden. Er sagte, die Bedeutung der Ausschreitungen sei damals weit übertrieben worden. * B u l g a r i e n. [Fürst Alexander von Bulgarien] ist mit knapper Not auf seiner Rundreise in Ostrumelien einer drohenden Verschwörung entgangen: In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai versammelten sich im Hause eines hervorragenden Mitgliedes der russischen Partei in Burgas, eines gewissen Garunow, acht Verschworene, darunter ein russischer Offizier Namens Nobokow, zwei Griechen, und drei Montenegrier. Der Fürst sollte zwischen Aidos und Burgas überfallen und wenn möglich lebendig gefangen genommen werden. Dreißig Verschworene unter Anführung Nobokow's sollten den Ueberfall ausführen. Karawelow, der Ministerpräsident, sollte ermordet, die Revolution proklamiert und dadurch die russische Okkupation vorbereitet werden. Ein Bauer, Michalow verriet die Verschwörung und alle Teilnehmer wurden gesangen. * Frankreich. [Ein militärisches Reiterfest] das auf dem Pariser Marsfelde stattfinden sollte, ist höchst kläglich verlaufen. Erwartet wurden 800000 Zuschauer, aber nur der zehnte Teil etwa war zur Stelle. Das Publikum, welches die billigsten Plätze zu 1 Fr. inne hatte, konnte von dem Schauspiel nicht das Geringste sehen, wurde darüber böse und drang in die teuren Plätze ein. Die Reiterei mußte wiederholt gegen dasselbe ansprengen, überall kam es zu Zank, Geschimpf und Geschrei, viele Personen wurden gequetscht, Andere bedenklicher verletzt. Das Volk zog zu guter letzt nicht ab, ohne eine Katzenmusik veranstaltet und unter Pfeifen und Johlen seinen Franken wieder gefordert zu haben. [Der Gesamteindruck der bei Toulon stattgehabten Flottenmanöver] wird von einem Fachmann folgendermaßen dargestellt:„Wenn wenig Torpedoboote gegen wenig Panzerschiffe kämpfen, so laufen die letzteren weniger Gefahr. Kann man aber jedem einzelnen Schiff wenigstens zehn Boote entgegenschleudern, so ist das Schicksal der Panzerflotte besiegelt. Zu Beginn des Kampfes werden zahlreiche Boote, vielleicht die Hälfte, vielleicht sogar noch mehr, vom Gegner vernichtet, andere stoßen in ihren hastigen Bewegungen zusammen und zerstören sich gegenseitig; aber dann legt sich der Rauch auf die Oberfläche des Wassers und nun kommen die Boote in Vorteile. [Der Decazeviller Verwaltungsrat] hat es abgelehnt, wie schon kurz gemeldet, sich dem Schiedsspruche des Deputierten Laur unbedingt zu fügen und wird deshalb in der radikalen Presse, nicht nur in der Frankreichs, sondern auch in deutschen fortschrittichen Blättern ziemlich heftig angegriffen. Aus der Entfernung lassen sich die Verhältnisse schwer beurteilen, da die Darstellungen in der Presse fast durchweg parteiisch gefärbt sind. Jedenfalls darf man nicht übersehen, daß ein Nachgeben der Gesellschaft schließlich doch nur zu einem kurzen Waffenstillstande führt, da die Arbeiter, wenn sie sehen, daß sie ihre Forderungen durchsetzen können, bald mit neuen Forderungen hervortreten. Gegenwärtig scheinen die Decazeviller Arbeiter in zwei Lager geteilt zu sein; die Eisenarbeiter protestieren gegen die Fortsetzung des Streiks, während die Grubenarbeiter am Streike festhalten. * Griechenland. [Das neue griechische Ministerium] hat sich doch auch zeigen zu müssen geglaubt und Herr Trikupis hat feierlich gegen die Blokade der griechischen Ostküste protestiert. [An der Grenze.] Die Turken sollen Sonnabend und Sonntag das Feuer auf die Griechen von neuem eröffnet haben, die sich aber behaupteten und einige türkische Stellungen besetzten. Die Türken drängen in starker Zahl vor. * Italien. [Die Cholera] hat in Italien eine so bedenkliche Ausdehnung gewonnen, daß nunmehr auch der Eisenbahnverkehr gesperrt ist. Die Direktion der italienischen Mittelmeerbahnen hat an sämtliche deutsche Eisenbahnverwaltungen die Mitteilung gerichtet, daß der Verkehr mit Sardinien und Sizilien aus sanitären Gründen aufgehoben sei. Man möge die Absender von unterwegs befindlichen Gütern schleunigst um andere Dispositionen ersuchen. * Niederlande. „ IAufstand in Batavia.] Der Generalgouverneur von Nievertandisch=Indien telegraphiert, daß der Resident in Batavia am 20. d. M. genötigt gewesen ist, einen Aufstand im Innern mit bewaffneter Hand zu unterdrücken. Von den Ruhestörern, welche bewaffnet waren und etwa 500 Mann zählten, sind 50 teils getötet, teils verwundet worden. Die Ruhe ist jetzt wiederhergestellt. * Oesterreich=Ungarn. „(Der. Zollkrieg mit Rumänien] scheint nunmehr unvermeldlich. Die rumänische Kammer hat einstimmig den von Oesterreich angefochtenen Zolltarif angenommen und außerdem der Regierung das Recht erteilt, diese Sätze noch um 30 pCt. zu erhöhen, sowie die neuen Zölle möglichst sofort in kraft treten zu lassen. Leicht vie hgrbinden Widerstand * Portugal. [Die Vermählung] des Kronprinzen von Portugal mit der Prinzessin Amelie von Orleans, Tochter des Grafen von Paris. hat am letzten Sonnabend stattgefunden. Rußland. [Das russische Kaiserpaar] ist über Otschakow in Nikolajew eingetroffen. Ueberall ceremonieller Empfang. * Spanien. (In Madrid] fand am Sonnabend in feierlicher Weise die ufe des jungen Königs auf die Namen Alfonso Leon statt. Die Wahl bieser Namen hatte einige Schwierigkeiten bereitet. Alfonso XII. hatte gewünscht, der zu erwartende Sprößling möge den Namen Fernando tragen. Das Ministerium wünschte ihn Philipp Karlos zu nennen, da Alfonso wegen der ominösen Dreizehn ausschlossen schien. Die Königin=Regentin hat aber dem Aberglauben keinen Vorschub leisten wollen und sie hat sich, in Erinnerung an spanischen Geschichte ulsonse anscheden, ein Name, der in der „anischen. Erschichte vorzugsweise mit erfreulichen Erinnerungen verknüpft ist. Als zweiter Name ist Leon gewählt, teils . ggen den Paps., teis in Hhnweis auf de Proving, Proklamierung Alfonso's XIII. als König von Spanien protestiert und erklärt, daß er niemals auf seine Rechte verzichten würde. * Afrika. amerikanischer Methodisten=Missionar samt seiner Frau von Eingeborenen erschlagen worden. * Amerika. Er verlangt die Freilassung des von den englischen Behörden beschlag, nahmten Fischeretbootes„David Adams“, sowie eine Entschädigung des Besitzers. Er sagt in ganz bestimmtem Tone, er werde nie dulden, daß die Rechte amerikanischer Bürger durch die englische Behörden geschädigt würden. M Amtliches. [Personal=Veränderungen in der Theleman, Sek. Lt. vom Garde=Fuß.=Art. Regt., in das 8. Ins. Regt. Nr. 57 versetzt. v. Redern, Oberstlt. und etatsmäß Stabsoffiz. des 4. Garde=Gren. Regts. Königin, mit der Führung des Wesifäl. Füs. Regts. Nr. 37, unter Stellung à la suite desselben beaustragt. Wagener, Unteroff. vom 5. Westfäl. Ins. Regt. Nr. 33 von Anderten, Schragmüller, Unteroff. vom Niederreihn. Nr. 39, Frhr. v. Seydlitz und Kurzbach, Unteroff. vom 1. Westsal Hus. Regt. Nr. 8, Frhr. v. Locquenghin, Unteroff. vom Westfäl. Ulan. Regt. Nr. 5,— zu Port. Fähnrs.,— befördert. v. Rudorff. Major, z. D. u. Bez. Kommadeur des 2. Bats.(Düsseldorf 4. Westfäl. Landw. Regts. Nr. 17 der Charakter als Oberst verliehen. Weiß, Sek. Lt. vom Westfäl. Train=Bat. Nr. 7, 4 suite des Bats. gestellt. Scherenberg, Unteroff. vom Hohenzollern. Füs. Regt. Nr. 40, Hübner, Unteroff. vom 4. Rhein. Ins. Regt, Nr. 65, Römer, Weidemann, Unteroffe. vom 4. Rhein. Inf. Regt. Nr. 30,— zu Port. Fähnrs. Westphal, Unteroff. vom 6. Bad. Inf. Regt. Nr. 114, Lefévre, Unteroff. vom 4. Westfäl. Regt. Nr. 17, zu Port. Fähurs. befördert. Kühne, Major vom 4. Westfäl. Inf. Regt. Nr. 17, als Bats. Kommandeur in das 8. Ostpreuß. Inf. Regt. Nr. 45 versetzt. v. Devivere, Major aggreg. dem 4. Westf. Inf. Regt. Nr. 17, in die erste Hauptmannsstelle dieses Regts. einrangirt. Roesdorff=Salm, Hauptm. und Komp. Chef vom Westfäl. Füs. Regt. Nr. 37, dem Regt. unter Verleihung des Charakters als Major aggregirt. Lölhöffel v. Löwensprung, Hauptm, und Komp. Chef vom Brandenburg. Füs. Regt. Nr. 35, in das Westfäl. Füs. Rgt. Nr. 37, v. Voß, Hauptm. vom Generalstabe der 8. Div., als Komp. Chef in das Brandenburg. Füs. Regt. Nr. 35, — versetzt. v. Haeseler Hauptm. à la suite des 1. Westfäl. FeldArt. Regts. Nr. 7 und Chef der Lehr-Batt. der Art Schießschule, unter Beförder, zum Major, als etatsmäß. Stabsoffiz. in das Magdeburg. Feld=Art. Regt. Nr. 4 versetzt. Beck, Major von der 1. Ingen. Insp. und Ingen. Offiz. vom Platz in Königsberg, zum Kommandeur des Westf. Pion. Bats. Nr. 7 ernannt. Mudra, Pr. Lieut. von der 1. Ingen. Insp., in das Rhein. Pion. Bat. Nr. 8, Hessen à la suite der 1. Ingen. Insp., unter Entbindung von seinem Verhältnis als Lehrer an der Kriegschule in Engers, in das Wesisäl. Pion. Bat. Nr. 7 versetzt. v. Redern, Oberstlt., beauftragt mit der Führuug des Westfäl. Füs. Regts. Nr. 37,— unter Beförderung zum Obersten, zum Kommandeur des betreffenden Regts. ernannt, Franke, Oberst und Kommandeur des Westfäl. Füs. Rats. Nr. 37. mit Pension und der Regts. Uniform. Aus der Provinz und Nachbarschaft. § Bielefeld 24. Mai.[Stenographisches.] Der Ravensberg= Lippische Verband Gabelsberger Stenographen hielt gestern seine Quartals=Sitzung hier ab. Die Delegierten=Konferenz, welche vormittags 11 Uhr im Vereinslokale bei P. I. Klein ihren Anfang nahm, war von folgenden Orten beschickt: Bielefeld, Brackwede, Detmold, Herford, Lage, Lemgo. Außerdem waren aus den genannten Vereinen sowie aus den Nachbarvereinen Bünde und Schötmar Gäste erschienen. Auf Antrag des Vereins Bieleseld wurde eine Reform des Verbandsstatuts beschlossen, nach welcher regelmäßig mindestens drei Mal jährlich wiederkehrende DelegiertenKonferenzen in Verbindung mit öffentlichen Versammlungen stattfinden und die Leitung des Verbandes einem Vorstande übertragen werden soll, welcher aus je einem Mitgliede der Verbandsvereine besteht. Für die Statutenänderung ist die Zustimmung der Verbandsvereine bis zur nächsten Zusammenkunft, welche im Laufe dieses Sommers zu Detmold stattfindet, herbeizuführen. Der Verein Bielefeld erledigt bis dahin als Vorort die laufenden Geschäfte des Verbandes. Zu der öffentlichen Versammlung, welche nachmittags im Hintze'schen Saale stattfand, hatten sich hiesige und auswärtige Vereinsgenossen zahlreich eingefunden. Referendar Pork aus Dortmund hielt einen äußerst anregenden und interessanten Vortrag über:„Die Entwicklung und Bedeutung der Stenographie unter besonderer Berücksichtigung des Gabelsberger'schen Systems.“ Redner warf einen Rückblick auf die Geschichte der Stenographie und beleuchtete in treffenden Zügen die Grundsätze, auf welchen das Gabelsberger'sche System beruht. An klaren und überzeugenden Beispielen erläuterte der Vortragende sodann die Ausbildung und Anwendung des Systems sowie die hervorragenden Vorteile, welche durch die Stenographie dem Berufs= und Verkehrsleben dargeboten werden. Der Vortrag, welcher sich durch Gemeinverständlichkeit und reichen Inhalt auszeichnete, wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. D. Bielefeld, 24. Mai.[Die Generalversammlung. des Vereins für wissenschaftliche Vorträge) ist auf nächsten Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Ressource anberaumt und wird, wie seit 14 Jahren üblich, mit einem Spargelessen der Angemeldeten verbunden. Der Verein hat in dem letzten Semester seine 6 Vorträge eingehalten. Es sprachen Prof. Riehl am 19. Oktober über Die deutschen Klassiker als kulturgeschichtliche Charaktere“ Prof. Dr. Lazarus am 18. November über ein philosophisch=ästhetisches Thema, Prof. Otto Leßmann am 12. Dezember über Wagner, Prof. Scherer am 15. Januar über Rom, Prof. Schäfer am 15. März über„Deutsches Städteleben im Mittelalter“, Prof. Maurenbrecher am 7. April über„Moritz von Sachsen".— Die letzte oder 14. Generalversammlung fand statt am 18. Mai v. I. Der Verein konstituierte sich am 15. Mai 1872. ##elefeld, 24. Mai.[Impfung] Nach den neueren Votscheiften des Bundesrats über die Impfung, sollen bei der öffentlichen Impfung außer dem Impfarzte stets ein Vertreter der Polizeibehörde und bei der Wieder=Impfung der 12jährigen Schulkinder in den öffentlichen Schulen stets ein Lehrer zugegen sein, Die Verpflichtung zur Assistenz bei der Impfung und Nachschau der betreffenden Schulkinder trifft mithin die Lehrer an den betreffenden Schulen. In manchen Gegenden ist diese neue Vorschrift schon in Anwendung gebracht. 88. Bielefeld, 22. Mai.[Herbergsverkehr.] Im vorigen Monat sind in den hiesigen Herbergen 539 durchreisende Handwerksgehülfen beherbergt worden und zwar in der Herberge zur Heimat 502, bei Kahl 3 und bei Groß 34. Von dieser Zahl sind 217 hilfsbedürftige Personen aus der Kasse des Vereins gegen Verdbrod, Joiz ie 139 mit gn m 10 wig, und Kasfe. Die Gesantausgabe hierfür betug 1 wai§ 32. Mai. fünfälle.) Vom 1. Otlober 2.: J., Ppa#sgegs.“ J. sind im hiesigen Stadtbezirk 64 Unfälle vei der Poliselbihorde angemeldet worden. Bei einem Falle hatte mehe als 13 Wochen zur Folge. eiur Erwerbsunsächzioteit von Gemster sas..: Mai.[Blitzschlag.] Bei dem gestrigen wir vernehmen, der Blitz auch in ein Kolonatshoßen. Das Haus saell lelet, nichrgesahren sein und eesindt „ feu vollständig eingeäschert sein. — Bielefeld, 24. Mai.[Schöffen.] Für die SchöffenMertelsmanr guer Dr. Theodor Vertram und Kaufmann Arnod Eirnismann hue: als Schöffen bestimmt. vorachshell: 2: Mai.(Zu dem bereits mehrsach beaus Harstmigs u##csfalle, welcher dem Leinenhändler Steffens ##el, in der Nähe Versmolds, zugesloßen ist, kann das Skaisanpalschen bei der secierten Leiche keinerlei Anhaltspunkte gefunden haben, die die im Volksmunde umgehenden Gerüchte, daß Steffens eines gewaltsamen Todes gestorben sei, rechtfertigen. Eine Selosen heiden dieser Angelgnheit dürste dennach autger * * Herford, 22. Mai.[Die Genickstarre] ist auch im benachbarten Werl aufgetreten und hat, so berichtet das„Herf. Kr.= Bl.“, dort bereits einen 8jährigen Knaben hinweggerafft. &am Levern, 22. Mai,(Unglück.] Bei einer Spazierfahrt die der Freiherr von der Horst machte, und bei welcher er auch durch Twiehausen kam, wurden plötzlich die Pferde scheu und rannten in wilder Hast durch letztgenannten Ort hindurch. Der Kutscher, dem es nicht gelang die Pferde zu bändigen, stürzte vom Wagen als letzterer gegen ein Hindernis fuhr, so daß der Freiherr die Leitung übernahm. Auch ihm gelang es nicht, Herr der rasenden Tiere zu werden. Die Pferde jagten in voller Karriere weiter und fuhren den Wagen so sehr gegen einen dicken Baum, daß der Wagen stark beschädigt wurde und der Freiherr unglücklich herausgeschleudert, sich den Arm brach.— Die Pferde wurden erst später von einem Polizisten aufgefangen. a. Levern, 22. Mai.[Schadenfeuer.] In dem benachharten Kirchdorfe Oldendorf brannte gestern morgen die zum Rettungshause Pollortshof gehörende Scheune bis auf den Grund nieder. Wie das Feuer entstanden, ist bis jetzt noch nicht bekannt geworden. s Oeynhausen, 22. Mai.[Bad Oeynhausen.] In unserem allmählich zu einer größeren Bedeutung emporgewachsenen Badeorte, vollzogen sich im vergangenen Winter wieder ganz erhebliche Veränderungen. Neben dem schönen kunstvollen neuen Sool= Badehause erhebt sich ein zierlicher Neubau, ein zweites Thermal=Badehaus, welches zum Baden für mittlere Preise bestimmt ist. Auch in den Anlagen, des Curparkes sind wieder umfassende Verschönerungen ausgeführt, unter anderen vor dem großen Sool=Badehause. An der Stelle wo früher das kleine Badehaus stand, sind hübsche Baumund Strauchgruppen, Rosenplätze und Blumenbeete angelegt. Am Corso sind mehrere stattliche Privatbauten entstanden und gegenüber dem Vogeler’schen Hotel unmittelbar am Kurgarten ist das stattliche Postgebäude aufgefuhrt. Wer Oeynhausen seit 5 Jahren nicht gesehen hat, muß sich über die Entwickelung, die sich in dieser kurzen Zeit, vollzogen hat, staunen. Wie es heute ist, verdient es mit Recht zu den ersten Thermal= und Soolbädern Deutschlands gerechnet zu werden, zumal bereits tausende von Kranken Heilung von ihren Leiden und Besserung fanden. 6 Pyrmont, 23. Mai.[Feuerwehrtag.] Gestern und heute ist hier der 13. Feuerwehrtag des Minden=Ravensberger Verbandes abgehalten worden. Außer den 21 Verbandswehren erschienen auch Genossen aus Hannover, Linden, Hildesheim, Höxter, u. s. w. Der gestern von Cremer=Bielefeld erstattete Jahresbericht bekundete eine gute Fortentwickelung des Verbandswesens. Aus Bielefeld waren vertreten die Abteilung 1 und 2, aus dessen Nachbarschaft die Wehr Gadderbaum. Von dortigen Kameraden beteiligten sich sehr lebhaft an den Debatten die Herrn Cremer, von der Nahmer und Knebel. Der wichtigste Beschluß ist ohne Zweifel derjenige, daß in Zukunft der Delegiertentag alljährlich, das eigentliche Verbandsfest aber nur alle 2 Jahre stattfinden soll. Heute herrschte den ganzen Tag über ungeheurer Jubel. An den Umzügen beteiligten sich 26 Wehren mit etwa 1100 Mann und 17 Musikkapellen, die des Guten in überreichem Maße spendeten. Aber es war ja gut gemeint! Die Gäste haben hier seitens der fürstlichen wie städtischen Behörden und der Bürgerschaft die herzlichste Aufnahme gefunden und werden unsere schöne Badestadt wie deren Bewohner gewiß in gutem Andenken behalten. * Stadthagen, 18. Mai.[Unsere fürstliche Familie) ist in Trauer versetzt, da der jüngst geborene Sohn des erbprinzlichen Paares auf hiesigem Stadtschlosse gestorben ist. * Paderborn, 22. Mai.[Verhaftet.] Der steckbrieflich verfolgte Ackerknecht Joseph Brecker aus Helmern(Amt Peckelsheim, Kr. Warburg), welcher des am Ostermontag im benachbarten Dörnhagen verübten Raubmordes(Ermordung der Ehefrau Johann Driller sen.) dringend verdächtig war, wurde gestern mittag in Westheim(Kreis Büren) durch den Vorsteher Stendike verhaftet und ist gestern abend 11 Uhr ins hiesige Gefängnis eingebracht worden. Dem Vernehmen nach hat der 2c. Breker dem Staatsanwalt Müller gegenüber bereits in der Nacht ein vollständiges Geständais abgelegt. * Warstein, 19. Mai.[Wasserleitung.— Eisenbahn.] Seit einigen Wochen, schreibt man dem„W. V. Bl.“, wird hier fleißig an einer Wasserleitung gearbeitet. Der größte Teil der eisernen Röhren ist innerhalb des Stadtgebietes seitlich unter dem Straßenpflaster bereits gelegt; man hofft allgemein, daß die Leitung im Juni oder Juli benutzt werden könne.— Auch die neu projektierte Eisenbahnlinie durch das Süderland wird hier und in der weiten Umgegend stark besprochen. Sogar das Städtchen Winterberg soll sich neueren Nachrichten gemäß um dieselbe bewerben. * Arnsberg, 20. Mai.[Viehstatistik.] Nach einer Verfügung der königlichen Regierung müssen vom 1. April d. J. ab auf allen königlichen Chausseen behufs Aufstellung einer Statistik in der Prozinz Westfalen an bestimmten Wochentagen den ganzen Tag über sämtliche Viehsorten, welche die Straße passieren, bespannt und unbespannt, Schweine, Ziegen und Schafe nicht ausgenommen, von den Wegeaufsehern gezählt werden. * Hannover, 22. Mai.[Der Königl. Hofschauspieler Grunert] ist definitiv für das Dresdener Hoftheater engagiert. Es ist hier nichts unversucht geblieben, ihn zu fesseln; ein zehnjähriger Kontrakt mit der höchsten, jemals im Schauspiel hier gezahlten Gage wurde ihm geboten, doch zog es den jungen Künstler in die Ferne, auch konnte Dresden mit noch glänzenderen Anerbietungen hervortreten. * Göttingen, 20. Mai.[Von der Universität.] Mit dem heutigen Tage hat hier für dieses Semester das regelmäßige Immatrikulieren seinen Abschluß gefunden. Es sind im Ganzen definitiv inscribiert 354. Das ist eine Zahl, die von unserer Universität seit vielen Jahren nicht erreicht worden ist. * Frankfurt a. M., 22. Mai.[Fouriere auf dem Velociped.] In der Kaserne des 81. Infanterie=Regiments in Irinkfurt am Main werden die Fouriere im Velocipedfahren ausgebildet. * Frankfurt a. M., 14. Mai.[Dem Bildhauer Professor Kaupert)ist nunmehr die Anfertigung des marmornen Standbildes des Kaisers für den Römer endgültig übertragen worden. Stadtverordneten haben 25 000 M. bewilligt. Gerichtssaal. [Preßprozeß.] Der Redakteur Bommert in Siegen war bekanntlich von der Anklage, den Hosprediger Stoccker beleidigt zu haben, freigesprochen. Eine gegen dies Erkenntnis eingelegte Revision Stoeckers ist vom Reichsgericht verworfen. Strafkammer in Lissa](Posen) verurteilte den SSeh“ Dr. Gellert wegen Gebührenüberhebung zu 24 Jahren(Sra]; sowie dessen Bureauvorsteher Sternberg zu guct in in Besängnis, wovon 1 Jahr durch Gefängnishaft verVermischtes. Senntag auf dernuste lung in Berlin) Die an bekannten Ausstellungsplatz beim Lehrter Bahnhof göffnete Iutiläumskunstausstellung in Berlin bietet einen prächtigen anona. WDir verliner Künstler haben auch hier wieder gezeigt, daß sie Außerorhentliches zu leisten vermögen. Alles in Allem dietet die Ausstellung ein so glanzvolles, vornehmes Bild, wie er nur unter Künstlerhänden hervorgehen kann. Die feierliche Eröffnung erfolgte am Sonntag mittag gegen 1 Uhr in Gegenwart des Kaisers, des Kronprinzen und der Kronprinzessin, der Frau Großherzogin von Baden 2c. Beim Nahen des Kaisers ließ von der obersten Gallerie des Ausstellungsgebäudes herab ein Trompeterkorps eine Jubelfanfare erschallen, während der kaiserliche Wagen selbst mit donnerndem Hoch empfangen wurde. Die Allerhöchsten HerrAustellungspalategt u Thronhimmel im Kuppelsaale des o Platz,„worauf der Kronprinz zu längerer Ansprache das Wolt ergriff. In derselben heißt es:„Die Jubiläumskunstausstellung unserer Akademie dietet das reichste Bildkünstlerischen Schaßfens dar, welches je in Berlin geschaut worden. Nicht unsere Ainischen Kunstler allein und ihre Genossen haben ihr Bestes dargebracht; althergebrachter Sitte gemäß ist auch das Ausland gastlich eingeladen und mit freudiger Bereitwilligkeit sind die Künstler aus den Nachbarstaaten und aus weiter Ferne dem Rufe gefolgt. Ihnen Allen rufen wir ein herzliches Willkommen zu. Gleichzeitig aber sei die Mahnung ans Herz gelegt, darüber zu wachen, daß unsere Kunst ihrer höchsten Bestimmung nicht untreu werde, der Menschheit, und Niedrig, Arm und Reich, ein Quell der Beseligung zu werden, welche zur Gottheit emporweist. Dann auch vermag sie erst den anderen Beruf zu erfüllen, der ihr gesetzt ist, trotz aller Mannigfaltigkeit ihrer Aeußerungen die Völker und die Menschen zu einigen im Dienst des Idealen. Zu den Erzeugnissen freischaffender Kunst, welche unsere Ausstellung vorführt, gesellt sich ein Bauwerk seltener Art. Hervorgerufen durch die erfolgreiche Kulturthat des neu geeinten deutschen Reiches auf klassischem Boden, giebt dasselbe in archäologischer Treue ein Abbild jenes Zeustempels wieder, vor welchem dereinst die Spiele der Hellenen zu Olympia gefeiert wurden, eine rühmliche Leistung künstlerischer Begeisterung und Thatkraft. Von seiner Zinne schaut der Siegverleiher herab auf den friedlichen Wettkampf moderner Völker um den Lorbeer. Mit Ew. K. K. Majestät aber mögen die heimischen Künstler im Rückblick auf die Vorfahren das glückliche Bewußtsein teilen:„Wohl dem, der seiner Ahnen gern gedenkt.“ Minister von Goßler gab eine Uebersicht über die Vorgeschichte der Ausstellung, die von mehr als 2000 Ausstellern beschickt ist, verlas eine Reihe Ordensauszeichnungen und erklärte dann im Auftrage des Kaisers die Ausstellung für eröffnet. Nach einem Hoch auf den Kaiser, sagte der letztere: Auf anderem Boden, als wir es sonst gewohnt, ist heute die Erinnerung an den großen König wachgerufen, unter dessen Schutz vor hundert Jahren die Kunstausstellungen eröffnet sind. Auch hier tritt uns der helleuchtende Blick des großen Königs entgegen, der stets erkannt, was dem Wohle des Vaterlandes rommte. Alles, was wir Großes und Gutes in unserem Vaterlande bewundern, beruht auf den Fundamenten, die er gelegt. ist mir daher eine besondere Freude gewesen, daß hier der Verdienste gedacht ist, welche er sich auf diesem Gebiete erworben.“ Ein Rundgang schloß die Feier. [Cirkus abgebrannt.] In Wilna ist der Cirkus Feroni nebst allen Kostümen und Requisiten abgebrannt. Menschen sind nicht verletzt. [Eine englische Werkzeugfabrik] in Scheffield, in der es zu heftigen Lohnstreitereien gekommen war, hat für ihre englischen Arbeiter zahlreiche deutsche Arbeiter eingestellt. Handelsnachrichten. [Deutsche Zucker=Industrie.] Wie der„Berl. BörsenZtg. aus Hannover berichtet wird, ist in der heut daselbst stattgehabten Versammlung der Zuckerinteressenten Deuschlands der diesjährige Mehranbau von 320 Fabriken mit 13 Proz. festgestellt worden. Fabrikware per neue Campagne wurde vielfach mit 22 Mt. Basis 96 Proz. gleich 12 s 4½ d Londoner Parität offerirt. tadt Magdeburg] ist ein Privileg zur Ausgabe von 12 Millionen Mk. 3½ proz. Odligationen erteilt worden. [Moskau=Rjäsan Eisenbahn.] Die Verwaltung hat pro 1885 eine Dividende von 26 Rudel pro Aktie auszuzahlen beschlossen. [Die Generalversammlung der DortmundEnscheder Eisenbahn] beschloß Erhöhung des Grundkapitals um 600000 Mk. und Verteilung von 2½% Dividende für die Stammaktien und 4 1/% für die Vorzugs=Aktien. öffnungen.] Posamentier Wilhilm Eschmann, Bückeburg; Karl Mohrmann, Demmin; Holzhändler Wienand Schönen, M.=Gadoach; Leinen= und Weißwarenhändler Samuel Wolff, Kingsberg; Maizenefabrick Kellermann und Sander, Gemarkung Nierstein; Juwelier Jakob Tübben Ruhrort; Andreas Schellhorn, Bühl bei Waldshut; Max Kolbe, Zielenzig. Deutsche Reichsanleihe.. 106.— Staatsschuldscheine 3 1/2% 100,60 Staatspapiere. Oesterr. Silberrente 4 1/8% 68,90 Russische Anleihe von 1877 102,60 Rhein.=Wests. Industrie=Gesellschaften. Bochum. V. f. B. u. Gußstf. 100,75 Bochumer Bergw.=Ges. 45,90 Dortm. Union St.=Pr. 43.— Gelsenkirchener Bergw. 109,90 Georg=Mar. B.=St.=Akt.—.— Hibernia 97,— Hörder B.= u. Hütten=Ver. 17,50 Mechan. Weberei(Köln) 170.— Luise Tiefbau........ 29,50 Westf. Drahtind.=Ver.— Phönix, Berg. u. H. Lit. A. 59,50 Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerfeld, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2½% U Franzosen Lombarden Oesterr. Kreditaktien Diskonto=Kommandit Deutsche Bank Darmstädter Bank Westfälische Bank Preuß. 4% Konsols Oesterr. Gold=Rente Ungar. Gold=Rente Russen v. 1884 Laurahütte Ravensb. Spinnerei Spinnerei Vorwärts Russische Noten Londoner Wechsel=Cours Amsterdamer„ Pariser„„ Hoshankters. Weizen Roggen Rüböl Spiritus pr. Mai=Juni—.— Köln, 22. Mai. Weizen, hiesiger loco 17,00, fremd. loco 17,50, pr. Mai 16,95, pr. Juli 17,15.— Roggen loco hiesiger 14,50, pr. Mai 13,45, pr. Juli 113,60.— Hafer loco 15,25. Köln, 22. Mai. Rüböl loco mit Faß 22,20, pr. Mai 22,10. Neuß, 22. Mai. Weizen 16,40—17,40 M., Roggen 13,50 bis 14,00 M., Gerste 13,00 M., Hafer, neuer, 15,00 M., Rüböl per 100 Klgr. 46,00 M., gereinigtes Oel 49 09 M. Hamburg, 22. Mai. Kafsee fest.— Heutiger Umsatz 4000 Sack.— Rio reell ordinary 38 Pfg., Santos good average 38% Pfg. Bremen, 22. Mai. Schmalz, Wilcox, 32 Pfg. Hamburg, 22. Mai. Schmalz, Wilcox, 30½ Pfg. Familien=Nachrichten. (Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Familien=Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Gestorben: Frl. Minna Knefel, 74 J.,(Herford), Hr. Karl Klein, 60 J.,(Herford). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 24. Mai. Niedrigster Stand des Thermometers während der Nacht+ 16°C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags..+ 22°C. Barometer:.. 754 am Nachdem gestern vormittag noch außerordentlich starke Hitze herrschte, trat nachmittag Gewitter mit halbstündigem Regen ein und brachte Abkühlung. Heute ist der Himmel mit Gewitterwolken bedeckt. Am Vormittage ging ein kurzer Regenschauer nieder. Das Barometer fällt anhaltend. Es scheint sich ein Umschwung der Winlerung in wolkiges, zu Niederschlägen neigendes Wetter zu vollziehen. Neueste Nachrichten. Leipzig, Sonntag, 23. Mai.(Telegramm.) Heute fand hier die feierliche Grundsteinlegung der deutschen Buchhändlerbörse statt. Paris, Sonntag, 23. Mai.(Telegramm.) Das Gerücht von der Versetzung des diesseitigen Botschafters beim Vatikan, Grafen Lefebore de Behaine, entbehrt der Begründung. Athen, Sonntag, 23. Mai.(Telegramm.) General Sapundzaki meldet heute von der Grenze, daß das Feuer der Vorposten auf beiden Seiten eingestellt sei. Berlin, Montag, 24. Mai.(Telegramm.) Leopold von Ranke ist gestern abend 10% Uhr gestorben. Re Berlin, Montag, 24. Mai.(Privat=Telegramm der Westfälischen Zeitung.) Das Abgeordnetenhaus nahm die Vorlage an, betreffend Umwandlung der schwebenden Schuld von 30 Millionen in Rentenschuld und beriet dann in zweiter Lesung die Vorlage, betreffend den Beitrag Preußens zum Nordostseekanal. Die Annahme ist gesichert. Veranntmachung. Nachstehende Polizei.Verordnung § 1. Jeder Hausbesitzer ist verpflichtet, die auf seinem Grundstücke befindlichen Abtritts= und Senkgruben, Latrinen, Schlammkasten, Gruben für Schweinedünger, Gruben, Behälter und Aufbewabrungsräume für Schlächterei=Abfälle jeder Art, Abzugs=Kanäle, Gossen und Rinnsteine durch Anwendung geeigneter Mittel durch Desinfection in geruchlosen Zustand zu setzen und darin zu erhalten. § 2. Abtritts= und Senkgruben, Latrinen, Schlammkasten, Gruben oder Behälter für Schweinedünger und Schlächtereiabfälle müssen dergestalt öfters gründlich geräumt und gereinigt werden, daß niemals ihr Inhalt über den Rand der Anlage, welche stets dicht erhalten und dicht bedeckt sein muß, hervorragt oder über den Rand derselben abfließen kann. § 3. Abzugskanäle, Gossen und Rinnsteine auf den Straßen wie auf den Privatbesitzungen sind durch Aufräumen und starke Wasserspülungen von Schlamm und Unrat stets rein zu erhalten. § 4. In heißer Zeit kann die Polizeiverwaltung denjenigen Hausbesitzern, welche nach§ la der Straßenordnung für Bielefeld vom 20. April 1870 zur Straßenreinigung verpflichtet sind auferlegen und zwar mittelst Ausrufens für einzelne Tage, oder durch Bekanntmachung in den Lokalblättern für eine längere Zeit bis auf Widerruf, diejenigen Straßen= und Trottoirteile, deren Reinigung ihnen obliegt, sowie die dazu gehörigen Gossen täglich mit reinem Wasser und zwar vor 9 Uhr Morgens gründlich zu reinigen. Bei der Anordnung für längere Zeit bis auf Widerruf, erlischt zwar die Verpflichtung für einzeln einfallende Regentage, kommt aber für die folgenden Tage erst dann in Wegfall, nachdem die Anordnung ausdrücklich durch Bekanntmachung in den Lokalblättern zurückgenommen ist. ###### 5. Uebertretungen dieser Polizei=Verordnung werden mit Gelbbage von 1—9 Mark, welcher im Unvermögensfalle verhältnißmäßige Haft zu substituiren ist, bestraft. Beachtung in Erinnerung geBielefeld, den 22. Mai 1886. Die Polizeiverwaltung. Amtliche Bekanntmachungen für den Kreis Wiedenbrück. Ersatz= Krobebung. dn 1: Mai 1866. Die dietjährige Ober. findet im hiesigen Kreise am Freitag, den 18. und Samstag, den 19. Juni statt. Die Gestellungspflichtigen haben sich an diesen, Tagen, im Aushebungslokale, am Markke hierselbst, pünktlich —## uyr, einzufinden. Der Landrat. Osterrath. Kaltenstrot Jar.:. 15 Mai 1886. Der Oelonom August ....„Nr. 2 hier ist auf grund des vorgelegten Prüfungszeugnisser des Herrn Kreisphysikus Dr. Pelizäus aus Rietberg als sachverständiger Fleischbeschauer vom Herrn Landrat Dr. Osterratb zu Wiedenbrück vereidet und für den Bezirk Kattenstrot Nr. 1 angestellt worden. Der Amtmann. Lümkemann. Kattenstrot, den 22. Mai 1886. Die Provinzial=Chaussee von Ditmanne Plälzer nach Otterpohl in Laugenberg für den öffentlichen Verkehr polizeilich geschlossen und ein von der Mälzerei ab nach dem Kirchdorfe Langenberg zuführender Interimsweg hergestellt worden. Für schweres Fuhrwerk wird die Tour über Rietberg=Mastholte zu wählen sein. Zugleich wird hierdurch auf die an der Baustelle angebrackten Warnungstafeln aufmerksam gemacht. Der Amtmann. Lümkemann. Gütersloh, den 17. Mai 1886. Die Kommunalsteuerheberolle der Stadt Gütersloh für das Rechnungsjahr 1886/87 liegt von heute an 14 Tage im Bureau der Kämmereikasse zur Einsicht der beteiligten Einwohner offen. Der Magistrat. Mangelsdorf. für Damen, Herren und Kinder, einzeln, ¼ und ½ Dutzende, ganz außergewöhnlich billig(1242 Damm Nr. 9 bei Leilbronn. Frottir-Schwämme und Gürtel etc. in großer Auswahl bei Edel# Neumarkt. 5649 unntmachung. Maurer- und zu Folgende in der Generalversammlung vom 10. Dezember 1885 beschlossene, von der Königlichen Regierung zu Minden am 22. April 1886 genehmigte Statuten=Aenderung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. 1.§ 1 erhält folgende Fassung: Die Kasse führt fortan den Namen„Ortskrankenkasse für Maurer und Steinhauer“. Sie besteht für die im Maurer= und SteinhauerHandwerk wirkenden Personen, einschließlich der als Handlanger beschäftigten Tagelöhner. 2.§ 2 erhält folgenden Zusatz: Sämtliche Arbeitgeber dieser Gewerke sind verpflichtet, die in diesen Gewerken von ihnen in Beschäftigung genommenen Arbeiter, welche nicht bereits Mitglieder der im§ 2 Absatz 1 und 2 besagten Krankenkassen sind, nur der im§ 1 besagten Kasse anzumelden. Bieleseld, 22. Mai 1886.[5764 Der Vorstand. A. Gravenstein. ErObdenkmaler empfehlen Edel& Decker Neumarkt 15— Düppelstraße 20. 6648 □ Kemmerich's ta Fleisch-Extract zur Verbesserung von Guppen, Sancen, Gemüsen 2c. 2c. Fleisch-Bouillon zur sofortigen Herstellung einer nahrhaften, vorzüglichen Fleisch= brühe, oone jeden weiteren Zusatz Fleisch-Pepton wohlschmeckendstes und leichtest assimilirdares Nahrungs= und Stärkungsmittel für Magenkranke, Schwache, und Recon. valescenten. Vereins=Nachrichten. Dienstag: Vorwärts 8½ Uhr Singen. Ges. Immergemütlich Versammlg. Dilettanten=Klub Gesang 9 Uhr. Deutsche Eiche I 9 Uhr Gesang. A.B.=V. Brackwede Vorstandssitzg Turner=Feuerwehrkapelle 9 Uebung Gab. Sten. V. Brackwede 8 Uhr Rauchklub Oldenkott 8 Uhr. Verein für Geflügelzucht 2c. 8½. Verein für wissenschaftl. [Vorträge. 15. Generalversammlung Mittwoch, 26. Mai 1886, abends 8 Uhr im Vorsaale des großen Ressorcensaales. 5779 Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Umwahl des Vorstandes, Anträge der Mitglieder. Spargelessen. (Vorausmeldung beim Kastellan.) Der Vorstand. Sämtliche Curner, die sich am Gaufeste in Lübbecke beteiligen wollen, werden ersucht, am Dienstag Abend in der Turnhalle zu erscheinen. 5760 besonders empfehle ich zu sehr billigen Preisen Der Turnwart. in einumm ssten ha. 9•9: H" #in einem guten burgerlichen Hause für 60 Pf.d Person. 5747 Bach 16. prrätig in den Kolonial= und Delikatessen=Handlungen, bei Droguisten und Apothekern, sowie en gros bei dem Korrespondenten der Compagnie„Kemmerich“ für Rheinland und Westfalen: 5212 Herrn P. A. 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Mai c., vormittags 11 Uhr, unter Hinweis auf untenstehende Tagesordnung zu einer Versammlung nach dem Saale der Handelskammer hierselbst eingeladen. Bielefeld, 24. Mai 1886. Kommision zur Verwaltung des Königlichen Gnadenfonds. Bertelsmann, Droop, Vorsitzender. Rendant und Sekretär. Tagesordnung: Rechnungsablage pro 1885. Wahl zweier Kommissionsmitglieder an Stelle der mit Ablauf der Wahlperiode 1883/86 nach dem Turnus ausscheibenden Herren Aug. Oertmann und Herm. Lohmeyer.(5753 I. II. Emaill. Rochgeschirre in Juß und Blech, Tischmesser, Habeln, Hemüsemesser ic., sowie sämtliche Artikel für den Rüchenbedarf empfiehlt in größter Auswahl(5739 Hlerm. Werner. 100 gm Sturptallln, = eg. 2000 □ wctr. in geschmackvollen Mustern,= halten stets am Lager und empfehlen zu Fabrikpreisen 5741 Edel& Decker, Neumarkt. Irrungs= Versleigerung. 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Oechelhäuser zu Bielefel: ist von dem Unterzeichneten das Verzeichnis der bei der bevorstehenden Schlußverteilung zu berücksichtigenden Forderungen auf der Gerichtsschreiberei I des hiesigen Königlichen Amtsgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. 5772 Nach Abug der an einige Gläubiger noch zu berücksichtigenden ersten Rate beträgt die Summe der Forderungen 74410 M. 19 Pf und der zur Schlußverteilung versüobare Massenbestand M. 6916 48 Pf. Bielefeld, 24. Mei 1886. Der Konkursverwalter. Ferdinand Schmidt. t Mit den neuen Schnelldampfern des Korddeutschen Lioya kann man die Reise von Breien nach Amerika Baden. Lähret dnr er Direktion des Norddeutschen Lloyd in Breinen, oder den concessionierten Agenten Otto Pott, Bielefeld, Emil Beckmann, Bielefeld. Kammerjäger M. Seldis aus Hoerde reinigt jedes Haus und Garten von Ratten, Erdratten, Mäusen, Schaben, Wanzen unter Garantie. Bestellungen beliebe man in de. 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Wo sagt die Erved. 6738 Besihung, Wohnhaus mit großem schönen Garten, Veranda, beabsichtige ich zu verkaufen. 5718 Ferdinand Fischer. Für die mirswährend der Krankheit und bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Sohnes Kart pielfach bewiesene Teilnahme sprewe ich allen meinen tiefgefühlten Dank aus. Emma Diekmeier, 5752 ged, Küchhof. Die heutige Nummer unseres Blattes enthält eine Extra=Beilage des VersandtGeschäfts Mey u. Ed ich, Plagwitz=Leipzig, worauf wir unsere verehrl. Leser aufmerksam machen.