Preis des Abonnements: vierteljährlich 2# praenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzeine Nummeen 10 h Die„Westfälische Zeitung" erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bielefeld abgehenden Zügen expediert. Gegründet am 1. Jan. 1811 als„Offentlicher Anzeiger für die Grafshaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W. Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 F, für auswärtige 15 H; für Reklamen 50 Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts wolle man eine Postfreimarke zur Antwort mit einsenden. 1883. Druck und Verlag von J. D. Küster Nachfolger, Bieleseld. Sonnabend, 1. Dezember. Verantw. Redakteur: A. Kaeller in Bielefeld. NS 282. * Politische Wochenschau. [Unser Kaiser), welcher in der vorigen Woche einen zweitägigen Ausflug zur Jagd nach Letzlingen unternommen hatte, war am Sonntag von einer leichten Unpäßlichkeit befallen, die aber rasch wieder gehoben ist, so daß am Dienstag bereits die regelmäßigen Vorträge aufgenommen werden konnten. [Dem Kronprinzen] zu Ehren finden täglich glänzende Festlichkeiten in Madrid statt, und Hof und Bevölkerung weiteifern in Beweisen freudiger Genugthuung über den hohen Besuch. Wann die Rückreise von Spanien wieder angetreten werden und welche Route für dieselbe gewählt werden wird, darüber sind bestimmte Mitteilungen noch nicht in die Oeffentlichkeit gelangt. [Der Bundesrat] hält regelmäßig jeden Donnerstag eine Sitzung ab, ohne daß in jüngster Zeit hervorragende Gegenstände zur Beratung standen. Gegenwärtig handelt es sich vorzugsweise um Einführung altländischer Einrichtungen in Elsaß=Lothringen, so hinsichtlich der Steuerverwaltung u. s. w. Beratungsgegenstände von allgemeiner Wichtigkeit sind erst zu Ende Dezember oder anfangs Januar in Aussicht, falls die dazu in vollem Gange befindlichen Vorarbeiten, wie zu erwarten steht, bis dahin beendet sein werden. Im Abgeordnetenhause hat die erste Lesung des Etats einen verhältnismäßig ruhigen Verlauf genommen und ist in zwei Tagen beendet worden. Das Resultat der Beratungen, an denen sämtliche Parteien sich beteiligten, war die Ueberweisung einzelner Abschnitte des Eiate, namentlich der Extraordinarien, an die Budgetkommission, während die übrigen Teile zur Spezialberatung im Plenum gestellt wurden. Ebenso wurde die erste Lesung der Eisenbahnvorlage rasch beendet, indem dazu nur eine und zwar nicht lange Sitzung erforderlich war. Die Vorlage wurde an eine besondere Kommission verwiesen. Für die Donnerstag=Sitzung stand die erste Beratung der Kreis= und Provinzial=Ordnung für Hannover auf der Tagekorthnung. Für Deutsche und Spanier] sind die Hauptereignisse der letzten Woche die Landung und der glänzende, alle Erwartungen übertreffende Empfang gewesen, den das gastliche Spanien unserem Kronprinzen hat zu teil werden lassen. Einerlei ob man deutsche, französische oder englische Berichte über die festlichen Tage von Valencia und Madrid zur Hand nimmt, übereinstimmend wird anerkannt, daß das spanische Volk seinen hohen Gaft nicht nur mit der ihm eigentämlichen ritterlichen Höflichkeit, sondern mit ungeschminkter Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit aufgenommen hat. Möchte diese Aufnahme dazu beitragen, dauernde freundliche Beziehungen zwischen beiden in Betracht kommenden Nationen herbeizuführen und zur Befestigung des Friedens und der allgemeinen Friedenszuversicht mitzuwirken. In Frankreich) verdrängt die Sorge um das Verhältnis zu China jede andere. Gerüchte von unmittelbar bevorstehenden Feindseligkeiten und von der Notwendigkeit der Absendung eines 5—6000 Mann starken neuen Truppenkorps halten Publikum und Regierung in Atem, während Nachrichten darüber, ob der geplante Angriff auf Bacningh gelungen ist, bis zur Stunde fehlen; nach einer von dem Vizekönige von Nanking erlassenen Proklamation könnte die Wegnahme dieser Stadt von hinesischer Seite als Kriegserlärung angesehen werden. Der katholischen Partei in Frankreich hat es schweren Anstoß gegeben, daß bei Gelegenheit der Beratung des Kultusbudgets #r das Jahr 1884 Anträge der Linken auf Verkürzung des dem Erzbischofe von Paris bewilligten Gehalts(um volle zwei Dritteile des bisherigen Betrages) und auf Beseitigung der Staatsstipendien in den Seminarien angenommen worden sind. Der neue Kultusminister Fallieres nahm an den Verhandlungen keinen Anteil und dem für seinen Kollegen eintretenden Justizminister und Siegelbewahrer Martin Feuille wurde zum Vorwurf gemacht, daß er die Beibehaltung der bisherigen Positionen nicht mit dem gehörigen Nachdruck verteidigt habe. Die neulich erwähnten Unruhen] im ägyptischen Sudan haben so große Verhältnisse angenommen, daß die Sicherheit der südlichen Provinzen des Königreichs, insbesondere der am Zusammenfluß der beiden Nilarme belegenen Stadt Chartum für ernstlich bedroht gilt. In einem bei Obeid gelieferten Treffen ist die von Hicks=Pascha kommandierte vizekönigliche Armee vollständig vernichtet und von den Anhängern des sogenannten Mahdi ein glänzender Sieg erfochten werden. Ueber die Mittel zur Bekämpfung dieser, wegen ihres religiösen Fanatismus außerordentlich gefährlichen Bewegung wird in den Londoner Regierungskreisen noch beraten. *[Eine Enthüllung.] Der Leiter des Berliner Preßbureaus, Geh. Rat Rößler, hat dieser Tage in Thüringen einen mehrstündigen Vortrag gehalten, in welchem er zum Zusammengehen der gemäßigt Liberalen und der beiden konservativen Parteien aufforderte. Herr Rößler erwähnte dabei den vor 6 Jahren gescheiterten Versuch des Fürsten Bismarck, Herrn von Bennigsen zum Eintritt in die Regierung zu bewegen:„Fürst Bismarck bot Bennigsen das Ministerium des Innern an, in welchem er sein Helfer und Bundesgenosse sein sollte. Bennigsen lehnte ab, was ewig zu bedauern ist, er hätte der Melanchthon der politischen Reformation werden können. Bennigsen glaubte wohl konstitutionelle Garantieen verlangen zu müssen, sowie den Eintritt mehrerer seiner Fraktionsgenossen ins Ministerium; er fürchtete, daß ihm der Vorwurf gemacht werde, seinen bisherigen Prinzipien untreu geworden zu sein, weil ihn der Reiz, neben dem Reichskanzler zu stehen, bestochen habe. Hätte sich dann Bismarck mit Bennigsen unter den wechselnden parlamentarischen Einfluß gestellt, so wäre leicht ein Ministerium WindthorstRichter=Sonnemann die Folge gewesen. Zusehen, bis der Schaden so groß geworden, konnte Bismarck nicht, er brauchte Jemand, der nicht vom Parlament abhängig war, daran ist der aufrichtig gemeinte Versuch gescheitert.“ *(Zur Auswanderung.] Die„Nordd. Allg. Zig.“ weist auf die interessante Thatsache hin, daß nach neuerlichen statistischen Zusammenstellungen unter den Ländern, welche der Auswanderung das größte Kontingent liefern, Deutschland erst an siebenter Stelle steht. Ganz voran steht, was sicher überraschen wird, das dünn bevölkerte Norwegen mit nicht weniger als 963 Auswanderern auf je 100 000 Einwohner. Es folgt Schweden mit 616, Großbritannien mit 587, Dänemark mit 317, Portugal mit 290, Schweiz mit 252, Deutschland mit 251, Italien mit 148, Oesterreich mit 40 und Frankreich mit 10. Dies gilt für den fünfjährigen Zeitraum von 1878 bis 1883. Es ergiebt sich daraus, daß das wirtschaftliche System an sich ohne Bedeutung für die Auswanderung ist, d. h. wenn man den Maßstab von Freihandel und Schutzzoll anlegt. Ein anderer läßt sich bis jetzt freilich nicht finden, da von einer praktisch durchgeführten Sozialreform noch nirgends die Rede ist; selbst bei uns stecken wir noch in den ersten Anfängen derselben. Auch die dünnere oder dichtere Bevölkerung scheint von keinem großen Einfluß zu sein. Allerdings kommen hier nicht absolute Zahlen in Betracht, sondern relative. Es fällt aber doch schwer, zu glauben, daß z. B. ein Land wie Norwegen in I diesem Sinn übervölkert genannt werden könnte. Auch die oft betonte Thatsache des„germanischen Wandertriebes" entscheidet nichts, da aus manchen romanischen Ländern, z. B. Portugal und Italieu fast ebenso viele Leute wegziehen als aus dem germanischen Norden. Aus der Auswanderung wird deshalb weder in dem einen noch in dem anderen Sinne politisches oder wirtschaftpolitisches Kapital geschlagen werden dürfen. Es handelt sich dabei offenbar um ganz individuelle Gesichtspunkte. Die Leute verlassen ihr Vaterland, gleichviel, wie es sich nennen möge, weil sie anderswo leichter und bequemer fortzukommen hoffen. *[Zum französisch=chinesischen Konflikt wird der„Nat. Zeitung“ von unterrichteter Seite geschrieben, daß ein Krieg zwischen Frankreich und China vermieden werden wird, da nur friedliche, der Ehre und Würde des chinesischen Reiches angemessene Vereinbarungen für den europäischen Handel in China eine wirklich neue Aera eröffnen und auch der Fortentwickelung Chinas zu Gute kommen würden. * Zwischen dem Datikan und Frankreich) scheint sich ein ernstlicher Konflikt anzuspinnnen. Es ist bekannt, daß schon wiederholt Streitigkeiten zwischen Staat und Kurie stattg funden, doch waren diese im Verlauf der Tonkin=Wirren weniger beachtet. Jetzt meldet nun die Germania aus Rom, daß am 27. November eine Versammlung der Kardinalskongregation für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten über die kritische Lage in Frankreich beraten habe. Es ist das zweite Mal, daß die Kongregation zu diesem Zwecke zusammenberufen wird. Es ist nicht unmöglich, daß der Papst den Kardinälen die Frage vorlegen wird, ob und wie weit das Konkordat mit Frankreich noch aufrecht zu erhalten seil— * Deutsches Reich. □ Berlin, 30. Novbr.[S. 2. der Kaiser] hat sich heute Nachmittag um drei Uhr vom hiesigen Hamburger Bahnhof aus in Begleitung der Prinzen Wilhelm, Albrecht und August v. Württemberg, des Fürsten von Schwarzburg=Rudol= stadt, des Erbgroßherzogs von Baden, des Herzogs Ernst Günther von Schleswig=Holstein des Hofmarschalls Grafen von Perpo cher und eines sehr zahlreichen Jagdgefolges nach der Provinz Hannover zur Abhaltung einer Jagd in der Görde begeben und wird morgen Abend von dort wieder hier eintrihen. [Der deutsche Kronprinz] wird seine Rückreise von Spanien nach Deutschland am Dienstag antreten und sich in Barcelona nach Genua einschiffen. Die Grundsteinlegung] zum neuen Reichstagsgebäude soll nunmehr definitiv am 10. Mai, dem Jahrestage des Frankfurter Friedensschlusses stattfinden. Die Einberufung des Reichstages soll für Ende Februar in Aussicht genommen sein. [Die Verhandlungen] wegen einer deutsch=belgischen Literarkonvention werden voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche zumAbschluß gelangen. Die Konvention schließt sich in allen wesentlichen Punkten der mit Frankreich abgeschlossenen an. Berlin, 30. Nov.(Parlamentarisches.] Heute wurden die Kommissionen des Abgeordnetenhauses für die Eisenbahnverstaatlichungen, sowie für die hannöverschen Verwaltungsgesetze gewählt. Die Verstaatlichungskommission setzt sich wie folgt zusammen: v. Wedell=Malchow, Vorsitzender, Dr. Hammacher=Essen, Stellvertreter, Letocha, Seehusen, v. Eynern, Schriftführer, v. Aulock, Evers, Dr. Lieber=Montabaur, von Wolsz=Legier, v. Langendorff, Schneider=Waldenburg, Büchtemann, Steffens, Dr. Meyer=Breslau, Gärtner, v. Heede, Graf Von E. von Wildenbruch. (Unbefugter Nachdruck verboten.) Friede.— Welch' ein süßes Wort Du gefunden hast, schöne, deutsche mütterliche Sprache, um den seligsten Zustand zu malen, welcher der Welt bereitet ist. Friede.— Hingegossen wie ein schlummer=trunkenes Weib, dem Ruhe die Glieder gelöst hat, so liegt die weite Erde unter dem Himmel da, gebadet in dem Meere goldener Wellen, die der heiße stille Sommer=Mittag ihr hernieder schickt. Ueber den Aehren=Spitzen der schwankenden Felder zittert und flimmert die Luft, aus den Schornsteinen des Dorfes steigt lautlos der häusliche Rauch, nur der Heimchen feines Gezirp ertönt aus den Wiesen, nur ein leiser Schauer durchrieselt das Laub der träumenden Bäume — sonst Ruhe überall und tiefe Stille. Aber diese Ruhe lähmt nicht, dieses Schweigen bedrückt nicht, denn es ist das Schweigen #er in sich gekehrten, gesättigten Wonne, und wer mit aufmerksamer Seele hinauslauschen wollte in die geheimnisvolle Stunde, der würde den tiefen Atemzug der schlafenden Mutter vernehmen, der würde hören, wie sie im Traume lispelnd das eine süße Wort wiederholt:„Friede— Friede.“— Da plötzlich— welche Veränderung: in die blühende, duftende Stille ist ein Laut hinein ertönt, kurz und rauh wie ein abgerissener Donnerschlag— Krieg! Und nun ist es, als führe uis Eess jählings empor, als schüttelte sie den Schlummer ab ind als blickte sie entsetzten Auges umher; ihr Antlitz verwandeit sich, und wer sie vorher gesehen, erkennt sie nicht wieder. In der Hecke, welche dort mit grüner Wand die Felder ##s Sihr chuirten#####.#igm#rr kel, finster, unheimlich, Menschengesichter, Rosseshäupter, Haufen von Fußvolk und Reiter=Geschwader. Langsam schieben sie sich voran, wie von unsichtbarer Macht gestoßen, kein Wort ertönt, nur das dumpfe Klirren ihrer Wassen begleitet ihre Schritte. Unter ihren Füßen beugen sich die Aehren, unter ihren Hufen verwandelt sich die grünende Wiese in farblosen Staub— sie achten nicht darauf; für sie giebt es keinen Schmuck und Zier der Natur, in ihrer Seele lebt nur eins, vor ihren Augen ist nur eins: das Dorf drüben, das Ziel, dem der Angriff gilt. Und dieses Dorf selbst, das vorhin so friedlich seinen Rauch zum Himmel steigen ließ, wie schauerlich verwandelt erscheint es jetzt: die Bäume, die den Abhang beschatteten, sind abgehauen und ragen nur noch in häßlichen Strünken aus der Erde, die Häuser scheinen enger aneinander gerückt, und das Ganze sieht aus wie ein zum Sprunge zusammengerolltes Ungeheuer, das sich im nächsten Augenblicke mit tausend brüllenden Schlünden auf die Männer herabstürzen wird, die dort unten heranziehen. Ein gewaltthätiger Bildner ist der Krieg, und nicht mit der Oberfläche begnügt er sich, tiefer greift er hinein, bis in das Mark und das Leben, bis in die Seelen der Völker, die er nach den Eingebungen seiner wilden Phantasie gestaltet. Wer die Gabe besäße, die Millionen von Gesichtern eines solchen, gegen einen gemeinsamen Feind ringenden Volkes in einem einzigen Gesichte verkörpert vor sich zu sehen, der würde eine schauerliche Wahrnehmung machen: er würde sehen, wie dieses Angesicht sich vor seinen Augen zu verzerren beginnt, wie in demselben ein Zug hervortritt, von dem er sich schaudernd abwenden würde, indem er sagte„das ist kein menschliches Gesicht mehr.“— Ja doch, aber freilich kein solches, wie wir es heute kennen, nachdem Jahrtausende in langsamer aber stetiger Grhst zn don A##t. Sts. gmmt Antlitz des deutschen, insbesondere des preußischen Volkes, alt die Märkischen Bauern bei Nacht sich zusammenthaten, die Quartiere der Franzosen überfielen und die Letzteren abschlachteter wie gefangene Raubtiere, als bei Hagelsberg die preußischer Landwehren zu schießen sich weigerten und mit den Kolben die französischen Bataillone erschlugen, weil der Haß sich nicht damit begnügt, den Feind aus der Ferne zu erschießen, sonder: fühlen will, wie er ihn unter seinen Fäusten zermalmt. Und einen solchen Zug gewahrte man 1870 im Angesichte des französischen Volkes, als die Heereskörper Frankreichs unter dem stürmenden Sieges=Gange der deutschen Heere verschwunder waren, als das Wort„le Prussien“ zum Inbegriff alles Ent. setzlichen, Verabscheuenswerten geworden war und als die Franktireurs auszogen, um auf die„Menschenjagd“ zu gehen.— So standen die Dinge im Januar 1871, als der Führer der französischen Nord=Armee, Generals Faidherbe, zum Rückzug blasen und den Deutschen das Feld räumen mußte. Immer von neuem und immer vergeblich hatte er versucht, den eisernen Riegel zurückzuschieben, der sich in Gestalt vor zwei preußischen Armee=Corps zwischen ihn und zwischen Parie legte; endlich hatte er sich noch einmal zum letzten verzweifelten Versuche aufgerafft, und dabei rannte er sich den Kopf ein. Denn obschon er kein schlechter Mann war, so stand doch au der anderen Seite Einer, der noch besser war als er, das war der kriegsgewaltige General von Goeben, der bei St. Quentir in sieben blatigen Stunden Faidherbe samt seiner Armee zer schmetterte und ihn samt seiner Arwee zurück bis nach Cambrai jagte. Das ganze Land zwischen den beiden Strömen Seine un Somme, welche dort den Norden Frankreichs durchziehen, war nun rein gefegt von französischen Heeren und gehörte den Deut ###n. Aber es war-kein ruhiger De“; denn in diesem Ba## . Essir ch Acsch * 4 v. Schwedrin=Putzar, Baron von Buddenbrock, von MechtritzSteinkirch, von Neumarn und von Quast. Die Verwaltungskommission besteht aus: von Liebermann, Vorsitzender, Frhr. von Grote, Stellvertreter, Brandenburg, Tannen, Althaus, Schriftführer, Dr. Hänel, Dirichlet, Wirth, Bödiker, Dr. Brüel, Hagen, Janssen, Barth, v. Dziemboroski, Spangenberg, Dr. Köhler, Meyer=Hoya, Hahn, von Zitzewitz, Dr. Fisse, von Blanckenburg. [Zur geheimen Wahl.] Der mehrbesprochene Antrag des Abg. Dr. Stern ist jetzt beim Abgeordnetenhause eingebracht worden. Derselbe lautet:„Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, den beiden Häusern des Landtages im Laufe der jetzigen Legislaturperiode Vorlagen zu machen, durch welche unter Abänderung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen die öffentliche Stimm abgabe bei den Wahlen zum Abgeordnetenhause und z. u den Diamant-Kätsel. a b b b dee* e. 1 1 m u a 0* F* *** u dem Muster vorstehender Figur und aus ihren Buchstaben #br. 2. Ein Gewösser. 3. Ein Tier. 4. Eine AufThätigkeit. Ein Käfig. 6. Ein Fluß. 7. BuchSow dicht wit 990 Nr. 4 er Kommunalvertretungen beseitigt und durch geheime Abstimmung ersetzt wird. Unterstützt ist der Antrag von sämtlichen Mitgliedern der Fortschrittspartei mit Ausnahme des abwesenden Abg. Flinsch und von den secessionistischen Abg. Drawe, Sachse, Seyffart(Liegnitz), Sommer, Dr. Thilenius und Weiß(Hirschberg) insgesamt 42 Mitgliedern des Hauses. Zu den Notständen.) Das Abgeordnetenhaus hatte am 15. Januar d. J. bei Gelegenheit der Vorlage betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der im Stromgebiet des Rheins durch die Hochwasser herbeigeführten Verheerungen an die Staatsregierung das dringende Gesuch gerichtet, schleunigst die außerordentlichen Notstände in mehreren Eifelkreisen festzustellen und zu derer Beseitigung die geeigneten Anträge an die Landesvertretung gelangen zu lossen. Die Staatsregierung hat jetzt dem Abgeordnetenhause erwiedert, daß der in einigen Eifelkreisen im Winter 1882/83 als drohend hervorgetretenen Notständen durch das Zusammenwirken der Staatsdehörden, der provinzialständischen Organe und der Gemeindebeamten unter Benutzung geeigneter etatsmäßiger Staatsfonds, sowie unter Verwendung der aus Provinzialfonds bewilligten Mittel und der verfügbaren reichen Sammelspenden der Privatwohlthötigkeit hat vorgebeugt werden können, so daß es nicht erforderlich geworden ist, zu dem gedachten Behufe die außerordenlliche Bewilligung von Staatsmitteln bei der Landesvertretung in Antrag zu bringen. *“. Berlin, 30. Nov.[Der Staatssekretär des Jnnern, Staatsminister von Bötticher, ist am Donnerstag Nachmittag nach Friedrichsruhe abgereist. Der Kanzler muß sich also doch ziemlich wohl befinden. Das Krankenkassengesetz) tritt am 1. Dez. in seinen vorbereitenden Bestimmungen in Wirksamkeit; dieselben betreffen die Beschlußfassung über die statutarische Einführung des Versicherungszwanges und die Herstellung der dazu notwendigen Einrichtungen. Die Arbeiter haben sich nunmehr zu entscheiden, ob sie in die freien, die obrigkeitlichen oder die Fabrikkrankenkassen eintreten wollen. Sie haben vollkommen freie Wahl. Den Bestimmungen des Gesetzes haben, was die Leistungen in Krankheitsfällen anbetrifft, alle Kassen gleichmäßig zu entsprechen. Stuttgart, 30. Nov.(Erlaß.] Der„Staatsanzeiger für Württemberg" veröffentlicht einen Erlaß des Königs aus San Remo, dessen Inhalt sich auf die letzthin vorgekommenen Mordanfälle bezieht. Der Erlaß giebt dem Minister des Innern anheim, Maßregeln zu ergreifen behufs Wiederherstellung des Vertrauens und Beseitigung des Gefühls der Unsicherheit und Schutzlosigkeit, zu welchem Zwecke die Vermehrung des Landjägercorps und die Errichtung berittener Gendarmerie ins Auge gefaßt wird. In Folge dessen hat der Minister des Innern bereits eine Verordnung erlassen, durch welche u. A. eine strengere Kontrolle des Waffentragens und der Fremdenpolizei, eine schärfere Aufsicht über die Bagabunden und die Verbesserung der Ortspolizei angeordnet wird.— Die sozialistischen Reichstagsabgeordneten Blos, Dietz und Geiser erlassen eine Erklärung, in welcher sie entschieden bestreiten, daß der Raubmordversuch bei dem Banquier Heilbronner in Stuttgart den Sozialdemokraten zur Last zu legen sei. Die Sozialdemokratie würde Geldmittel, die aus einem solchen Verbrechen fließen, mit Abscheu zurückweisen. Der Verbrecher, der die Behauptung gemacht, wolle sich durch solche Aussagen entweder über das Niveau eines gemeinen Verbrechers erheben, oder er gehöre zu jener Partei, die man Anarchisten nenne. Diesen stehe die Sozialdemokratie ebenso feindlich gegenüber, wie allen anderen Parteien. * Frankreich. [Die Tonkinangelegenheit schwebt!] Der Ministerpräsident Ferry hat sich geweigert, spezielle Auskunft über die chinesische Note zu geben, weil er noch immer auf eine friedliche Einigung hofft und darauf rechnet, die Chinesen werden nachgeben, sobald die Kunde von neuen Siegen aus Tonkin kommt, und die Kammer hat sich damit einverstanden erklärt. Darüber, ob Admiral Courbet schon vor Bacning steht, ist noch nichts Sicheres bekannt. Die Franzosen benehmen sich den Eingeborenen in Tonkin gegenüber geradezu frech und mehr als übermütig; der Haß ist allgemein, und dies gestehen selbst Pariser Blätter zu. Stimme der Kanonen erhob, waren sie aus ihren Häusern geeilt, hatten die Köpfe zusammengesteckt und gesagt:„Das sind die Unsrigen; heut werden sie's den verdammten Prussiens zeigen.— Und jedesmal wenn die Winternacht herabsank und den kurzen aber schrecklichen Tagen ein Ende bereitete, waren sie gesenkten Hauptes in ihre Wohnungen zurückgekehrt;„es war wieder nichts daraus geworden“ und die Hoffnung, die amMorgen aufgestanden war, hatte den kurzen Wintertag nicht überlebt. Nun zumal, als der vernichtende Schlag von St. Quentin gefallen war und ihnen verkündete, daß es keine Hoffnung mehr gab, da stand in ihren Herzen die Verzweiflung auf und Mord hieß jetzt die Losung. (Fortietzung folgt.) [In der Budgetdebatte] der Deputiertenkammer spitzt sich jetzt Alles dahin zu, ob zu Amortisationen der Staatsschuld 100 Millionen Fr., wie der Finanzminister Tirard will, oder nur 60 Millionen, wie die Commission verlangt, verwendet werden sollen. Sollte Tirard zurückzutreten genötigt sein, so würde dies weiter keinen Einfluß auf den Bestand des Kabinets ausüben, * Großbritannien. por dem Old-Hailey-Gerichtshofe in London hat am Freitag Vormittag der Prozeß gegen O'Donnel, den Mörder des Angebers Carey, begonnen. Der Angeklagte erklärte sich für nichtschuldig, während der öffentliche Ankläger nachwies, daß es sich um einen Akt vorbedachten Meuchelmordes handele. [In Liverpool] ist Mr. Phipps, der jüngere Associé einer der ältesten und geachtesten Advokatenfirmen in der Stadt mit Hinterlassung eines Defizits von 50000 Pfund(1 Million Mark), welche Summe er durch unglückliche Spekulationen verloren hat, durchgebrannt. Der flüchtige Defraudant war Friedensrichter für Bootle, einem Vorort Liverpools. [Verschwörung.] Eine neue Fenische Mord= und Dynamit=Verschwörung wurde in der irischen Grasschaft Galway entdeckt. Dreißig Verschworene wurden verhaftet. * Italien. [Die neue Jession] der italienischen Deputiertenkammer eröffnet unter für das Ministerium sehr günstigen Auspicien. Der Premierminister Depretis hat sich nach Kräften bemüht, seine Partei zu einem festen Ganzen zu einigen und es scheint ihm gelungen zu sein. Er kann jedenfalls mit voller Ruhe den Verhandlungen entgegensehen. Balain,] der Herausgeber der vielbesprochenen Documenta Lutherana, ist seines Postens als Subarchivar der geheimen Archive des Vatikans enthoben und an seine Stelle Msrg. Tosti ernannt. * Oesterreich=Ungarn. Der Tisza-Eszlarer Prozeß gelangt am 17. Dezember vor der königlichen Tafel in Pesth als Appellgericht zur Verhandlung. Man rechnet auf eine zehntägige Dauer der Verhandlung. * Rußland. [Der Kriegsminister] Wannowski hat die Leitung seines Ressorts wieder übernommen. Ob er zurücktritt oder nicht, muß die nächste Zeit lehren. * Spanien. [Der Kronprinz in Spanien.] Am Donnerstag Mittag stattete der Kronprinz dem Könige Alfonso und der Königin Christine zu deren Hochzeitstage im königlichen Palais zu Madrid einen Besuch ab und überreichte der Königin drei prachtvolle Vasen, Erzeugnisse der königlichen Porzellanmanufaktur zu Berlin. Nach dem Dejeuner spielte der Pianist Fauer vor den Majestäten und dem Kronprinzen. Dem Diner, welches der deutsche Gesandte Graf Solms zu Ehren des Königs und des Kronprinzen gab, wohnten die Mitglieder des diplomatischen Korps, die spanischen Generäle Novaliches, Campos, Echagne, Blanco, Cheste, der Präsident des Ministerrats, die Minister des Krieges, der Marine, des Auswärtigen, sowie die deutschen Generäle von Blumenthal und von Loé, sowie der Oberstlieutenant von Blumenthal bei. Später fand ein Besuch des spanischen Theaters statt. Vormittags hatte der Kronprinz die Bildergallerie im Museum, das Artillerieund Ing nieurhaus und die Kirche und das Kloster Atocha, wo alle spanischen Könige getraut werden und General Prims Grabdenkmal sich befindet, besucht. Von der Stadt Madrid ist die Veranstaltung eines Festes für den Kronprinzen in Aussicht genommen. Der Nat. Ztg. wird noch gemeldet: Der Kronprinz ist ungemein befriedigt von der Aufmerksamkeit des katholischen Klerus für ihn. In Madrid und in Toledo war der päpstliche Nuntius sichtbar überall um den Kronprinzen bemüht.— Ueber die Stimmung in den politischen Kreisen in Madrid berichtet der Korrespondent der National=Zeitung, welcher im Gefolge des Kronprinzen reist:„Ich hatte am Donnerstag eine Unterredung mir Canovas del Castillo, dem früheren Ministerpräsidenten, welcher die Rückkehr Alfonso's leitete und auch jetzt noch der erste Staatsmann Spaniens ist. Er versicherte, daß die Reise des Kronprinzen ein für beide Länder überaus wichtiges Ereignis sei; der Kronprinz habe durch seine Erscheinung die Sympatieen der monarchischen und die Achtung der republikanischen Parteien gewonnen. Die spanische Monarchie sei zunächst durch die innere Lage, so stark auch der Drang der spanischen Nation sei, nach Außen sich geltend zu machen, an einem Eingreifen in die auswärtige Politik verhindert, sie wolle mit dem Nachbarreiche gute Beziehungen unterhalten, fühle sich aber natürlich zu der mächtigsten Monarchie Europa's, der Vertreterin des Friedens und der Ordnung hingezogen. [Weitere Meldungen aus Madrid.] Freitag Mittag empfing der Kronprinz eine Deputation der deutschen Kolonie in Madrid und nahm von derselben eine Adresse entgegen. Dann wohnte der Kronprinz mit dem Hofe der Enthüllung des Denkmals Isabella's der Katholischen bei, Abends findet Hofball statt.— Der deutsche Kronprinz besuchte Freitag Vormittag mit dem Könige Alfons die Kasernen, wo die Truppen im Paradeanzug aufgestellt waren und Exerzitien ausführten. Nachmittags treffen Graf Bardi und die Herzogin von Braganza auf der Durchreise nach Lissabon hier ein. Zu dem heutigen Balle im Schlosse ssind 2000 Einladungen ergangen. Das Journal„Estandarte“ sagt, daß der deutsche Kronprinz bei seiner Unterredung mit Canovas del Castillo geäußert habe, der Kaiser und er hofften, ihn gelegentlich seiner nächstjährigen Reise nach Karlsbad auch in Berlin zu sehen. * Aegypten. [Aette Helden) sind unter den ägyptischen Soldaten. Ein Telegramm aus Kairo meldet lakonisch: Von den 600 Mann Gendarmerie, welche am Mittwoch nach Suakim abgesandt wurden, sind 268 auf der Fahrt von Kairo nach Suez desertiert.“ Bei solchen Truppen wird die Besiegung des Mahdi gute Wege haben. Aus der Provinz und Nachbarschaft. 's Bielefeld, 1. Dez.[Theater.] Die„Danischeffs“, Schauspiel von Pierre Newsky, ging gestern Abend in Sceue. Das Schauspiel zeichnet sich durch großartig angelegte Charaktere, edle Sprache und getreue Schilderung russischer Zustände aus. Die Effekte desselben durch. Die Darstellung esst die Handlung das ganze Stück bin. gelang ganz vortrefflich. Fräulein Kroschar B3. una euzu ein nathrliches feines Spiel. Herrn Haine“s Roger de Toldeu gars Kliche Listung. Herr Saul störte zwar als Freiger de Talbe das Ensemble nicht, die Aufführung würde aber Spiel der hübschen und wirksamen Rolle ganz gewiß gewo“ Eine Bemerkung, welche wir trotz der Nückseite“ der Cyooiemn; nitzt untgortth forschers Dr. Brehm wird wie gewöhnlich und mit Recht seine besondere Anziehungskraft auf unsere gebildeten Kreise üben und den Ressourcensaal füllen. Wie es heißt, macht der berühmte Gelehrte und Reisende nun bald seine amerikanische Rundreise oder„Tournée“, die ihn zu 90 Vorträgen verpflichten und Netto 45000 Mark einbringen sol.„ 185 1 s Bielefeld, 1. Dez. Witteraug. Heute Morgen fiel bei 1° Wärme der erste Schnee in diesem Winter, nachdem die Vegetation bis gestern ihr frühlingartiges Ansehn bewahrt, so weit nicht der Reif der vorausgehenden Nächte der einen oder der anderen Pflanzenart schon die Frische geraubt. Gestern Morgen und Abend trat wieder die seit Beginn dieser Woche beobachtete Himmelsfärbung auf: heute früh war der Himmel beim Sonnenaufgang grau. 88 Bielefeld, 1. Dez.(Städt. Notizen.] Laut hierher gelangter Mitteilung aus Hamm vom 26. v. M. ist dort ein Pferd, helldrauner Wallach mit Stern, 3 Jahre alt, 5 Fuß 3 Zoll hoch, linker Hinterfuß weiß gefesselt und bisher noch unbeschlagen, gestohlen worden. Wie s. Z. gemeldet, ist in der Nacht zum 4. Oktober d. J. der Bahnpost Nr. 30 Glatz=Kohlfurt auf Görlitz ein Postbriefbeutel — Geldbund mit 11 Geldbriefen im Gesamtwerte von 6770,81 M. und 10 Einschreibebriefen— abhanden gekommen und trotz der auf das Eingehendste danach angestellten Recherchen noch nicht wieder aufgefunden worden. Seitens der Kaiserlichen Postverwaltung ist nunmehr auf die Wiedererlangung des zu dem vermißten Geldbunde behörigen Wertinhalts eine Belohnung von 300 M aus gesetzt. s Bielefeld, 1. Dez.[Lichterscheinung.] Man schreibt uns von unterrichteter Seite: Der ungewöhnlich milde Vorwinter hat sich trotz des klaren Wetters und hoben Barometerstandes bs jetzt erhalten. Gleichwie derselbe den südeuropäischen Charakter in sich trägt, zeigen sich in seinem Gefolge dieselben Licht= und Lufterscheinungen der südlichsten Gestade des Mittelmeeres. Fast allabendlich tritt kurz vor und nach Sonnenuntergang ein großartiger Farbenreichtum am Firmament vor Augen, der vom Sonnenball ausgeht und bis auf die blauen Tinten alle Farben des Regenbogens wiedergiebt. Mit dem Sinken der Sonne beginnt dieses außerordentliche Farbenspiel mit roten Lichtwellen auf gelblich grünem Grunde. Mit der Dämmerung wächst die Intensioität des Rot's und verbreitet sich von Westen nach Norden dem Stande der Sonne unter dem Horizonte folgend, bis sich nach und nach das ganze Himmelsgewölke mit rosafarbenem Hauche erfüllt.— Vor etwa 50 Jahren sollen sich hier dierselben Lichterscheinungen vier Wochen lang jeden Abend und Morgen gezeiher haben. Sachverständige behaupten, daß Eiskrystalle in hohen Lustregionen dieses wunderbar schöne Schauspiel einer unter anderen Breitegraden häufig vorkommenden Strahlenbrechung hervorrufen sollen und Estreiten jeden Zusammenhang mit den Erscheinungen des Nordlichts, dessen magneto-elektrischer Ursprung sofort auf die elektrischen Apparate Einfluß hat, was bei dem vorgeblichen Nordlicht dieser Tage nicht der Fall war. — Bielefeld, 1. Dezember.[Schöffen.] Für die Schöffengerichtssitzung am 4. d. Mts. 9 Uhr sind die Herren Fabrikdirektor Werner Herzog und Zimmermeister Albert Jokusch hier als Schöffen bestimmt. 4 Hagen, 30. Nov. Unglücksfälle.] Von einem hiesigen Pferdemetzgerfuhrwerk wurde gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr in der Frankfurterstraße ein Kind überfatren. Die Verletzungen an Arme, namentlich aber Kopfe sind nicht unbedeutend. Der Umstand, daß das Kind taubstumm, dürfte dem Kutscher wohl kaum Milderungsgründe vor dem Strafrichter verschaffen, zumal derselbe vor ca. 2 Jahren einen 9jährigen Knaben totgeritten sund dafür mit Gefängnis bestraft ist.— Wie ich soeben bestätigen höre, wurde am Nachmittage 3 Uhr von demselbenFuhrwerk, welches aber der Besitzer selbst führte, auch ein Knade in der Bahnhofsstraße überfahren, aber glück licherweise nur leicht verletzt. Hoffentlich wiro an Beiden ein Exempel statuiert, daß ihnen in Zukunft das tolle Fahren in der Stadt und namentlich auf so belebten Straßen vergeht.— Durch die Unsitte des Steinewerfens, das so häufig zwischen Schülern der katholischen und evangelischen Schulen, als auch den Elementarschülern und Schulen der höheren Lehranstalten vorkommt, hätte gestern der 13jährige Sohn eines jesigen Wirts beinahe das Auge verloren. Ob dasselbe ü#berhaupt zu retten ist, läßt sich zur Zeit nicht konstatieren. 0 Hagen, 30. Nov.[Landgerichtspräsident.] Der neue Landgerichtspräsident Herr Gollner weilt schon seit einigen Tagen in hiesiger Stadt und übernimmt morgen, den 1. Dezember, die Amtsgeschäfte. * Laasphe, 26. Nov.[Zum Kreis=Physikus des Kreises Wittgenstein ist Dr. Schwienhorst aus Lingen ernannt. Derselbe hat seinen Wohnsitz in Laasphe. * Arnsberg, 30. Nov.(Personal=Notiz.] Dem cand. phil. Hugo Herberholz aus Versmold, Kreis Halle, ist die Konzession zur Fortführung der höheren Privatschule zu Eichen, Kreis Siegen, erteilt worden. Dem Schulamtsbewerber August Haake aus Griesen= becke, Kreis Hagen, ist eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Eiserfeld, Kreis Siegen, provisorisch verliehen worden. * Köln, 24. Nov.(Vorenthaltene Belohnung.] Man erinnert sich wohl noch, daß die belgische Regierung anfangs Februar vorigen Jahres eine Belohnung von 25 000 Frcs. für die Entdeckung resp. Auslieferung des Mörders des Advocaten Bernays aussetzte Am 7. März wurde darauf Henry Vaughan(Leon Peltzer) auf dem hiesigen Centralbahnbofe verhaftet und zwar geschab die Entdeckung durch einen Kellner der Bahnhofsrestauration, namens Fuser, der nunmehr auf die ausgesetzte Belohnung Anspruch machte. Die belgische Regierung aber verhielt sich trotz aller Reklamationen diesem Anspruch gegenüber sehr harthörig und erst ein Jahr später fand sie sich bewogen, dem 2c. Füser mitzuteilen, daß sie seine Forderung nicht anerkennen könne, ihm jedoch vergleichsweise 2000 Frcs. zahlen wolle. Anfangs Oktober d. J. ist nun Füser persönlich nach Brüssel gegangen und hat dort, vor der Alternative gestellt, 2000 Frcs. oder gar nichts zu bekommen, die genannte Summe angenommen. Inzwischen aber hat sich laut der„Frkft. Zig.“ das Reichskanzleramt mit der Sache befaßt und bei der belgischen Regierung interveniert, sodaß nunmehr zu hoffen steht, Füser werde endlich zu seinem Rechte kommen. * Koblenz, 29. Nov.[Geh. Rat Wettendorf aus Konstantinopel, der seit Sonntag hier weilt, wurde von der Kaiserin Augusta in Privataudienz aufs huldvollste empfangen; er het seinen Aufenthalt bis morgen verlängert und wird zunächst nach Essen und von dort nach Paris reisen. * Bonn, 26. Nov.(Personalnotiz.] Herr Landrat von Sandt hierselbst ist von Sr. Majestät zum Geheimen, Regierungsrat ernannt worden. * Wesel, 29. Nov.[Ein fahnenflüchtiger junger Manu### von 26 Jahren, Inhaber des Einjährigen=Zeugnisses, ist, da er sich nicht im geringsten um seine militärische Dienstzeit gekümmert hat, als Dreijähriger im hiesigen 56. Infanterie=Regiment eingestellt worden. Derselbe hat ein Gnadengesuch eingereicht, ob mit Erfolg, bleibt abzuwarten. Möge dieser Fall allen Saumseligen in dieser Angelegenheit eine Warnung sein. Jever, 25. Nov.(Eine mysteriöse Vergiftungsgeschichte erhält, wie der„Weser=Ztg.“ ungeteilt wird, seit einigen Tagen unsere Stadt und Umgegend in Aufregung. Vor ca. 14 Tagen ist nämlich auf Anordnung der betreffenden zuständigen Behörde dien seiner Familiengruft zu Roggenstede bei Dornum(Ostfriesland) kerdigte Leiche des bereits vor einigen Monaten im hohen Alter auf seinem Landgute zu Sophiengroden bei Tettens(Amt Jever) plötzich verstorbenen Proprietärs B. exhumiert worden, und zwar infolge ener bei der Staatsanwaltschaft vor Kurzem eingegangenen glaubwürdigen Anzeige, daß ein Mord an demselben verübt worden sei. Die ärntliche Untersuchung der Leiche soll denn in der That unzweideunge Spuren einer stattgehabten Arsenikvergiftung ergeben haben, doch sind zur sicheren Beweisführung innere Teile, als Magen u. s. w. des Verstorbenen an die betreffende vorgesetzte Medicinalbehörde behuft chemischer Untersuchung eingesandt worden. Daß letztere die angenommene Vergiftung bestätigt haben muß, erhellt daraus, daß in diesen Tagen der der That Verdächtige verhaftet und gefesselt in das Untersuchungsgefängnis zu Oldenburg überfübrt ist. Es ist dies der hier allseitig bekannte und bisher in gutem Rufe gestandene Landwict F. aus genanntem Sophiengroden, ein Enkelkind des Verstorbenen. Das Motiv zu dieser grausigen That soll in Habsucht zu suchen sein, indem der Verhaftete sein ihm vom Großvater zugedachtes Erbe, d.i das jetzt von ihm bewohnte Landgut, sich hat sichern wollen. Kurz Zeit vor seinem Tode soll nämlich der Verstorbene in einem Wort wechsel mit diesem seinem Enkelkinde von einer unter Umständen z des letzteren Ungunsten vorzunehmenden Abänderung des damals vor (dem Verstordenen) deräitt gemachten Testaments Eesrog ca. 178 Mark u. en zu haben. Letz den Ersteren. Ei lang und von i se nicht als erzwu r Ueberführung, r 6 Monate wegen ser Dienstknecht 2 en Diebstahls vo sasenden 1 Portem entwendet zu haber irteilt. 3. Der eSe# Umacher W. Mölle Kanden unter der Ankla datten im Februar cr. hatten die 3 Angeklag selst eines Drahtstif en, außerdem war schlagen zu haben. Geständnis, des ge mmer 3 Monate u Todt 1 Monat sterschlagung freigesp sung nicht erwiesen. wegen Diebstahls nahme für schuldig erkl cr. 3 Diebstähle an W Jahre Zuchthaus und H. Rehkämper und He vom Amtsgericht Rietb da thatsächlich festgestell den Arbeiter Hepe in körperlich mißhandelt eingelegt, welche jedoch v sich gegen die Feststellt und mildernde Umstänt H. G. Dütscher zu Olt wegen vorsätzlicher kört daselbst zu 2 Monaten denselben mit einem Hi Die Beweisaufnahmee Angeklagten sprachen u letzung wurde die eingel s Gütersloh, 28. Schöffengerichtssitzung Bartels. Als Schöffen hier und Kolon Welpm sachen kamen zur Verhe Werner aus Bornholte handlungstermin auf 2. Der Tagelöhner Me körperverletzung unter fand sich der Angekla el in der Wellmann' lsbald ein Wortwechse usdruck gereizt worder mit einem Bierseidel de # Glas dabei entzwei gi chlutete. Das Gerichtr anter Annahme milde #3. Der Kaufmann Hei tockmeyer waren je Tage Haft genommer ises des ersteren v schriebenen Bauplane al hatten beide das Rechts ecche erin 9. Janus, 1884 Morg und Maurermeiste leiter Johann Heinr er Anklage, in der E mnzvergnügens in der Polizeidiener Hene stelst eines gefährliche usanwalt beantragte, trasen. Wegen mang zeisprechung. 5. Priv wider den Schuhm g war durch Justizre x jun. aus Bielefeld Herzberg auf öff ordene beleidigende Ae isaufnahme geschlosse Mark zu bestrafen,! seisen. Der Gerichts irde deshalb freigespre X Bünde, 27. N rsitz des Herrn Amts sen die Herren Sat meier, beide von handlung war: 1. 2 schlers Hartmann au uu Kramer körperlich is ihr zur Last gelegt sein, einräumt, trifft, sußerungen eine Gelos sägige Gefängnisstrafe geler aus Kirchlenger rter Diebstähle zu ve st erschienen, die Ver richtshofe beschlossen. 3. W. Siekmann aus Hüf Sonntag, 2. Deze mtswoche: Pastor Rib Norgens 10 Uhr: Pastor Kollekte für das Johar Paderborn. Abendgottesdienst fällt a Paulus-Kirch sormittags 10 Uhr: Past (Mitwirkung des kirc sangvereins.) Kollekte für das Johar Paderborn. Neustädter Kir Norgens 10 Uhr: Past kollekte für das Johan Paderborn. achmittags 4 Uhr: Ver der konfirmirten Töcht Reformirte Kir sormittags 10 Uhr: Past Paderborn. apelle des Diakoui Sarepta. korgens. 9., und 11 Uhr de. Diehe poller Recht seine beüben und den zühmte Gelehrte oder„Tournée“, 000 Mark einNorgen fiel bei die Vegetation weit nicht der anderen Pflanund Abend trat elsfärbung auf; au. aut hierher gedort ein Pferd, ß 3 Zoll hoch, slagen, gestohlen I. Oktober d. J. Postbriefbeutel on 6770,81 M. d trotz der auf ch nicht wieder tverwaltung ist ißten Geldbunde gus gesetzt. an schreibt uns rwinter hat sich es bs jetzt erarakter in sich t. und LufterFast allabendzartiger Farbenenball ausgeht bogens wiederaußerordentliche Grunde. Mit d verbreitet sich dem Horizonte mit rosasch hier dierselben Morgen hohen Lustreunderen Breiteifen sollen und des Nordlichts, zischen Apparate ser Tage nicht die SchöffenFabrikdirektor er als Schöffen einem hiesigen 7 und 8 Uhr zerletzungen am Der Umstand, m Milderungs= selbe vor ca. 2 mit Gefängnis rde am Nachr Besitzer selbst ten, aber glückden ein Exempel der Stadt und die Unsitte des atholischen und n und Schulen 13jährige Sohn dasselbe übern. it.] Der neue nigen Tagen in iber, die Amts91 des Kreises innt. Derselbe dem cand. phil. Konzession zur is Siegen, ere aus Griesen= zelischen Schule den. nung. Man nfangs Februar die Entdeckung inays aussetzte Zeltzer) auf dem die Entdeckung ens Fuser, der e. Die belgische iesem Anspruch no sie sich berung nicht an). zahlen wolle. h Brüssel ge00 Frcs. oder nommen. Ineichskanzleramt 1g interveniert, seinem Rechte •f aus Konn der Kaiserin er het seinen nach Essen und Landrat von Regierungsinger Manns# ist, da er sich jekümmert hat, ient eingestellt b mit Erfolg, igen in dieser von ca. 178 Mark und eine Brosche im Werte von 15 Mark gesohlen zu haben. Letzteren Diebstahl gestand derselbe ein, bestritt jeden Ersteren. Ein vom Angeklagten angetretener Alibi=Beweis lang und von ihm außergerichtlich abgelegte Zugeständnisse, se nicht als erzwungen angesehen werden konnten, führten zu r Ueberführung, und erhielt derselbe eine Zuchthausstrafe von 1 r 6 Monate wegen eines schweren und eines einfachen Diebstahls. Der Dienstknecht W. Bobereg zu Holzhausen— bereits wegen ren Diebstahls vorbestraft— gestand, am 26. August er. einem sasenden 1 Portemonnaie mit 12 M. Inhalt und eine Taschenentwendet zu haben. Derselbe wurde zu 6 Monaten Gefängnis irteilt. 3. Der Stellmacher Chr. Brummer zu Herford, der Umacher W. Möller zu Minden und Fuhrknecht A. Todt das. Kanden unter der Anklage des Diebstahls. Chr. Brummer und Todt, hatten im Februar er. dem Kaufmann Roseubeck und März cr. r hatten die 3 Angeklagten demselben durch Oeffnen seines Lagers st eines Drahtstiftes verschiedene Bürstenwaren und Büche gelen, außerdem war Todt beschuldigt, mehrere Handwerksgeschirre #rschlagen zu haben. Die Angeklagten gestanden. Mit Bezug auf Geständnis, des geringen Wertobjektes und ihre Jugend erhielt und 8 Tage, Müller 3 Monate und 3 Tage, Todt 1 Monat Gefängnis. Letzterer wurde auch wegen der Unterschlagung freigesprochen, da die Absicht der rechtswidrigen Zueignung nicht erwiesen. 4. Maurer H. Alkemann in Minden— vielsoch wegen Diebstahls vorbestraft— wurde durch die Beweisaufnahme für schuldig erklärt, in der Zeit vom 28. Juli bis 28. Aug. er. 3 Diebstähle an Wäsche ausgeübt zu haben, und wurde auf 3 Jahre Zuchthaus und die betr. Ehrenstrafen erkannt. 5. Der Kötter H. Rehkämper und Heuerling C. Jasperneite aus Varensell waren vom Amtsgericht Rietberg zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt, da thatsächlich festgestellt war, daß sie am Abend des 28. Februar c. den Arbeiter Hepe in einen Bach gestoßen und dann mit Latten körperlich mißhandelt hatten. Hiergegen hatten dieselben Berufung eingelegt, welche jedoch verworfen wurde, da durch die Beweisaufnahme sich gegen die Feststellung des 1. Richters nichtes zu erinnern fand und mildernde Umstände für dieselben sich nicht ergaben. 6. Der Dütscher zu Oldendorf war vom Schöffengerichte zu Lübbecke wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung des Tagelöhners Koch daselbst zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Derselbe war geständig, denselben mit einem Holzschuh auf den Kopf geschlagen zu haben. Die Beweisaufnahme ergab keine Momente, die mildernd für den Angeklagten sprachen und mit bezug auf die Erheblichkeit der Verletzung wurde die eingelegte Berufung verworfen. s Gütersloh, 28. Nov.[Schöffengericht.] In der heutigen Schöffengerichtssitzung führte den Vorsitz Herr Amtsgerichtsrat Bartels. Als Schöffen nahmen Teil die Herren Maler Brocke von hier und Kolon Welpmann aus Blankenbagen. Nachfolgende Strafsachen kamen zur Verhandlung. 1. In der Sache wider den Kolen Werner aus Bornholte wegen Entwendung einer Erle wurde Verhandlungstermin auf den 19. Dezember d. I. hierselbst angesetzt. 2. Der Tagelöhner Moritz Heinrich Sprick von hier stand wegen körperverletzung unter Anklage. Am 29. September d. I. Abends fand sich der Angeklagte mit mehreren andern Gästen beim Kartensel in der Wellmann'schen Wirtschaft hier. Es hatte sich hierbei lsbald ein Wortwechsel entsponnen, wobei Sprick durch einen gewissen usdruck gereizt worden und dem Lokomotivheizer Mathias Fergas mit einem Bierseidel(dermaßen auf den Kopf geschlagen, daß das Glas dabei entzwei ging und Fergas aus zwei Kopfwunden stark blutete. Das Gericht verurteilte den Sprick wegen Körperverletzung anter Annahme mildernder Umstände zu 14 Tagen Gefängnis. 3. Der Kaufmann Heinrich Zumwinkel und Maurermeister Karl tockmeyer waren je in eine Polizeistrafes von 15 Mark, eventuell Tage Haft genommen, weil die beiden Herren beim Neubau eines auses des ersteren von dem polizeilich genehmigten resp. vorgechriebenen Bauplane abgewichen waren. Gegen diese Strafverfügung hatten beide das Rechtsmittel der Berufung ergriffen. Das Gericht beitzloß zur Verhandlung dieser Sache einen neuen Vermin auf den „Sunnur 1884 Morgens 9 Uhr und die Herren Kataster=Kontrolleur und Maurermeister Voß hier zu vernehmen. 4. Der Ziegelseiter Johann Heinrich Brockmann aus Ummeln Nr. 73 stand ter Anklage, in der Sylvester=Nacht 1882,83 bei Gelegenheit eines mnzvergnügens in der Büscher'schen Wirtschaft zu Friedrichsdorf Polizeidiener Hensdick daselbst bei Ausübung seines Dienstes elst eines gefährlichen Werkzeuges körperlich mißhandelt zu haben. isanwalt beantragte, den Beklagten mit 14 Tagen Gefängnis zu trasen. Wegen mangelnden Beweises erkannte der Gecichtshof auf zeisprechung. 5. Privatklage des Metzgers Joseph Herzberg von # wider den Schuhmachergesellen Wilhelm Kropp von hier. Herzig war durch Justizrat Wex seu. hier, Kropp durch Rechtsanwalt ex jun. aus Bielefeld vertreten. Am 5. Juli d. J. soll der Kropp Herzberg auf öffentlicher Straße durch verschiedene laut geirdene beleidigende Aeußerungen verletzt haben. Nachdem die Beisaufnahme geschlossen, heantragte Wex I den Beklagten mit Mark zu bestrafen, Wer II hingegen Kläger mit seiner Klage abveisen. Der Gerichtshof fand den Beklagten nicht straffällig, er irde deshalb freigesprochen und die Kosten dem Kläger auferlegt. X Bünde, 27. Nov.[Schöffensitzung.] In der beute unter rsitz des Herrn Amtsrichter Riefenstahl abgehaltenen Shöffensitzung zen die Herren Sattlermeister Horstmann und Schneidermeister meier, beide von vier, als Schöffen berufen. Gegenstand der erhandlung war: 1. Die Untersuchungssache wider die Ehefrau des schlers Hartmann aus Ennigloh, welche beschuldigt war, die Ehezu Kramer körperlich mißhandelt zu haben. Die Angeklagte, welche is ihr zur Last gelegte Vergehen mit dem Bemerken, dazu gereizt sein, einräumt, trifft, mit Rücksicht auf die gegenseitig beleidigenden sußerungen eine Gelostrafe von 15 M., im Unvermögensjalle eine sägige Gefängnisstrafe. 2. Gegen den 13jährigen Schulknaben geler aus Kirchlengern, welcher sich wegen verschiedentlich ausgesrter Diebstähle zu verantworten hatte, wurde, da der Angeklagte nucht erschienen, die Verhaftung resp. Vorführeng desselben vom Gerichtshofe beschlossen. 3. erschien auf der Anklagebank der Werkmeister W. Siekmann aus Hüffen, welcher beschuldigt war, das, dem GastSrltdeunge ch sind w. des behufs angedaß in in das sies der ndmin rbenen. m sein. se d. Kurz Wort den zi #s voi Kirchlicher Anzeiger. Sonntag, 2. Dezember. Allstädter Kirche. Amtswoche: Pastor Ribonitsch. Morgens 10 Uhr: Pastor Ribonitsch Kollekte für das Johannisstift in Paderborn. Abendgottesdienst fällt aus. Paulus-Kirche. Vormittags 10 Uhr: Pastor Simon. (Mitwirkung des kirchlichen Gesangvereins.) Kollekte für das Johannisstift in Paderborn. Neustädter Kirche. Norgens 10 Uhr: Pastor Jordan. Kollekte für das Johannisstift in Paderborn. Nachmittags 4 Uhr: Versammlung der konfirmirten Töchter. Reformirte Kirche. Vormittags 10 Uhr: Pastor Vorster. Kollekte für das Johannisstift in Paderborn. apelle des Diakonissenhauses Sarepta. Korgens 9. und 11 Uhr Predigt. Bunglingsverein. Sonntag: Gesellige Vereinigung. Dienstag: Gesang=Abend u. Elementar=Unterricht. Mittwoch: Streich=Quartett und Englischer Unterricht. Donnerstag: Bibelstunde. Freitag: Gebets=Versammlung. Das Vereinslokal ist an den genannten Werktagen abends von 8¼ Uhr ab, Sonntags von acht Uhr ab, geöffnet und sind Gäste stets willkommen. 9950 Der Vorstand. **„ am nachsten Vonnerstag, den 6. Mis., nachmittags 1 Uhr werden auf Meyer zu Müdehorst's Hofe Nr. 1 zu Niederdornberg: 70—80 Haufen starkes Buchen-Brennholz sowie mehrere Buchen auf dem Stamme 11964 meistbietend gegen Kredit verkauft Schildesche, 1. Dezember 1883. Huwendiek. Peisize eraneun ven vier gebörige Zelt, worin das Kriegerfest dort Aufforderung nicht verlassen zu vaben. Die Ausrede des Angeklagten, sich in einem totel betrunkenen und bewußtlosen Hustande befunden zu haben, erwies sich durch die Beweisaufnahme als unwahr, worauf vom Gerichtshose, mit Rücksicht, daß Angeklagter noch nicht bestraft, eine Geldstrafe von 15 Mark und Tragung der Kosten für angemessen gehalten wurde. 4. hutte sich der Cigarrenarbeiter Fröning aus Eunigloh wegen Bettelns zu verantworten. Der Angeklagte, ein schon häufig wegen desselben Vergebens bestrafter und arbeitsscheuer Mensch, hatte im Dorfe Werfen auf eine neue Art Roggen erbettelt, indem er die Leute, bei denen er angesprochen, ersucht hatte, sie möchten ihm für Geld und gute Worte Roggen überlassen. Da bei seiner Verhaftung aber nur einige Groschen in sehr kleinen Geldmünzen vorgefunden wurden, konnte der Gerichtshof die Ansicht des Angeklagten, die Absicht gehabt zu haben, das verlangte Korn zu bezahlen, nicht teilen und erfolgte eine Gefängnis= strafe von 14 Tagen und nach verbüßter Haft die Ueberweisung an die Landespolizeibehörde. 5. kam zum Schluß die Untersuchungssache gegen den Handelsmann Redwilm zur Verhandlung, welcher angeschuldigt war, dem Gastwirt Hemmersbach einen Beutel mit Tabak im Werte von 50 Pfg. entwendet zu haben. Die Beweisaufnahme fiel zu Ungunsten des Angeklagten aus und verurteilte ihn der Gerichtshof in anbetracht, daß derselbe ein Hausirgewerbe habe, wo ihm alle Thüren offen stehen, zu einer Gefängnisstrafe von 14 Tagen. " Gewerbe, Handel und Verkehr. Berlin, 30. Nov.(Viehmarkt.] Am heutigen kleinen Freitagsmarkt standen zum Verkauf: 185 Rinder, 766 Schweine, 505 Kalber und nur 19 Hammel: mit Ausnahme der Kälber meist aus Ueberstand vom vorigen Markt bestehend. Von Rindern wurden nur 10 Stück geringer Ware zu 42—45 M. für I., und 38—40 M. für UI. Qualität per 100 Pfd. Fleischgewicht, also zu vorigen Marktpreisen verkauft. Schweine: Man bezahlte für Pommern und gute Landschweine 44 bis 46 Mk. Mecklenburger waren nicht am Platz, Senger 42—43, Serben 42—46 Mk. per 100 Pfund bei 20 pEt Tara; Bakonier 46—47 Mk. per 100 Pfund bei 45—50 Pfd. Tara per Stück. Kälber: Es brachte I. Ware 52—62 Pfg., II. 30—48 Pfg. pro Pfund Fleischgewicht. Vermischtes. Verlin.[Das zur Affaire Conrad) umlaufende Gerücht, von dem wir unter gebotenen Vorbehalt Erwähnung thaten, hat sich eingezogenen Erkundigungen nach als gänzlich unbegründet erwiesen. Konnte der Quelle nach nicht anders sein. (In Würzburg] starb kürzlich ein reicher Konfektionswarenhändler und hinterließ ein Vermögen von über 4 Millionen Mark. Bei der Erbschaftskonstatierung emdeckte nun das Rentamt, daß der Verstorbene bedeutend weniger an Einkommen deklariert hatte, als er wirklich besaß und dadurch eine beträchtliche Steuerentziehung sich zu Schulden kommen ließ. Die Erben müssen nun ca. 200000 Mk. Strafe und Steuernachzahlung leisten. Gungl], der bekannte Walzerkomponist, ist nicht tot! Er befindet sich vielmeyr in bestem Wohlsein bei seiner Tochter, der Sängerin Naumann=Gungl, in Kassel. Hoffentlich sind ihm also noch recht viele Jahre beschieden. Zabrze, 27. Nov.[Die Explosion] auf der Redenhütte ist durch Wassermangel im Kessel herbeigeführt worden. Der Kessel war erst seit einem Jahre im Betriebe; sein Verhalten bei der Explosion hat bewiesen, daß er solid gearbeitet und aus bestem Material hergestellt war. Die Verunglückten sind meist jüngere Leute und sämtlich unverheiratet; von den vier Schwerverwundeten sind noch zwei gestorben. Straßburg, 28. Nov.[Das Ulanen=Regiment] Nr. 15 beging heute Morgen das Geburtstagsfest seines Chefs, des Königs Alfons von Spamen, durch eine im Hofe der festlich geschmückten Sanct=Nikolauskaserne veranstaltete Parole=Ausgabe, wobei der Kommandeur das Hoch auf den Chef des Regiments ausbrachte. Das Offizierkorps vereinigte sich nach der Parole zu einem Festessen in den Räumen seines Casinos. London.[Die erste Eisenbahn in China.] Endlich hat sich die ainesische Regierung, wie der North=China=Heralo meldet, herbeigelassen, den Bau einer Eisenbahn in ihrem Reiche zu gestatten und erhielt die betreffende Konzession ein Neffe des Kaisers Kuany=Su, Prinz Schun. Diese Eisenbahn wird von Peking nach den westlichen Steinkohlen=Distrikten führen, und so die Residenzstadt, die in einer holzarmen Gegend liegt, mit einem anderen Feuerungsmaterial versorgen. Paris, 30. Nov.[Eisenbahnunglück.) Gestern Abend fand bei Méen(Stadt im Dep. Ille=et=Vilaine) auf der Zweigbahn nach Ploermel ein Zusammenstoß zweier Züge statt, wobei 14 Personen getötet und 17 schwer verwundet wurden. Civilstand der Stadt Bielefeld. Beim Standesamte sind angemeldet in der Zeit vom 18. bis einschl. 24. Novbr. 1883: Geboren. Damastweber Anton Kaulfers, Ct. 3 935, 1 S. Cigarrenfabrikant Julius Heß, Ct. 3 31, 1 T. Fabrikarbeiter Friedrich Möller, Ct. 5 79, 1 S. Fabrikarbeiter Wilvelm Hölscher, Ct. 2 129, 1 T. Handarbeiter Heinrich Schlienkamp, Cr. 1 252, 1 S. Cigarrenmacher August Lütgert, Ct. 1 182, 1 T. Haudarbeiter Karl Dieckmann, Ct. 2 142, 1 T. Schlosser Maximilian Specht, Ct. 2 56, 1 S. Fabrikarbeiter Liborius Steppler, Ct. 3 162, 1 S. Bäcker Wilhelm Stecker, Ct. 3 83, 1 T. Schuhmacher Albin Heinicke, Goldstraße 10, 1 T. Handarveiter August Gehring, Kesselstraße 1, 1 S. Handarbeiter August Behrens, Ct. 2 174, 1 T. Fabrikarbeiter Otto Flötotto, Ct. 3 100, 1 T. Fabrikarbeiter Heinrich Kralemann, Ct. 4 99, 1 T. Handarbeiter Ludwig Bahlkamp, Ct. 2 92, 1 S. Schieferdecker Adolf Ober, Ct. 4 5d, 1 T. Tischler Wilhelm Woermann, Ct. 1 229, 1 S. Maurer Philipp Schauber, Ct. 3 21c, 1 T. Cigarrenhändler Hermann Pannhorst, Ct. 2 156, 1 T. Fabrikarbeiter Hermann Voß, Ct. 5 154, 1 T. Handarbeiter Hermann Kornfeld, Ct. 2 278, 1 S. Maler Moritz Neugarten, Ct. 5 605 1 T. Damastweber Wilbelm Indistel, Ct. 4 256, 1 T. Tischler Wilhelm Biermann. Ct. 1 30, 1 T. Tischler Kaspar Flaskämper, Cr. 1 26, 1 S. Postsekretär Franz Ilsemann, Ulmenstr. 14, 1 S. Sa. 27. Gestorben. Witwe Dorothea Kaup, Marienstift, 62 J. alt. Ehefrau des Maurers Heinrich Heidbrede, Ct. 2 216, 22 J. 11 M. alt. Näherin Emilie Falkenreck, Waldhof 19, 19 J. alt. Hauderer Wilhelm Esselmann, Ct. 2 3g, 42 J. alt. Sohn des Handarbeiters Heinrich Meyer, Kesselstr. 2, 7 J. 4 M. alt. Handarbeiter Friedrich Wilhelm Vornhold, Rentheistr. 6, 44 J alt. Ehefrau des Kaufmanns Leopold Bauer, Niedernstr. 9, 30 J. alt. Sa. 7. Aufgeboten. Fabrikarbeiter Franz Biela und Marie Elisabeth Wortmeyer zu Brakel. Schneider Hermann Bülter und Friederike Grieswelle. Handarbeiter Wilhelm Hoecker und Emilie Dieckmann. Vergolder Theodor Hammel in Hildesheim und Emilie Poppenburg hier. Fabrikarbeiter Wilhelm Hellwig und Charlotte Pahde. Maurer Wilhelm Hartmann und Marie Katherine Rosendahl in Bochum. Handarbeiter Friedrich Freitag und Luise Bauerkamp. Wirt Hermann August Schnabel hier und Hanne Wilhelmine Mensendiek in Sandgagen. Kaufaann Wilhelm Kranefuß und Emilie Holtkamp. Schirmmacher Hermann Salomon in Linden und Friederike Bach hier. Sa. 10. Verehelicht. Rentner Heinrich Brabe mit Charlotte Oesterhellweg. Schuhmacher Eduard Hinnenthal mit Karoline Kortekamp. Schlosser Heinrich Martens mit Franziska Rabe. Sa. 3. Handelsnachrichten. „ Geldsorten und Banknoten. 20 Fram=Stucke..... 16,19 Oesterr. Papier=Coup. Livre=Sterling...... 20.80 Französische Banknoten Gold=Dellars.... 4,15,5 1 Englische Oesterr. Silbergulden Oesterr. Banknoten....1,70,40 •—Holländ. B. St. Gold. Coup. Producten=Marktbericht vom 29. November. 1,70 80.90 20.37 1,68,5 45 100 Ko. Berlin, Köln, Neuß, Bielef. Weizen 17,90 17,90 18,60 20.25 Roggen 14,50 15,— 14,80 15,50 Gerste Ia20,——.— 15,50 14,50 „ IIa13.50—.——.— 17,50 Hafer 12,60 14,50 15,60 15,— Bohnen—.——.——.— 15,50 Bchweiz.—.——.— 15,50—. Petroleum 7½ Schmalz Wilkox...... 11 ¼ Fairbank..... 11¼ 100 Ko. Berlin, Köln, Neuß, Biel. Rüböl 65,07 71,— 70,50 76.— Rff. Oel—.——.— 73,50 29,60 Raps—.——.——.— 21.— Kcherbs.—.——.——.— 21.— Itterds.—.——.——.——.— Spirit. ir 48,04 New=York, 28. Speck Roter Winterweizen Mais(ord. mixed) Bielefelder Wochenmarkts=Preise vom 1. Dez. Nov. " 7% 1,15“ 0,70 Butter pr. ½ Kilo Rindfleisch„ Schweinefleisch„ Speck, hiesiger,„ ½„ Speck amerik.,„#„ Kalbfleisch„“„ Hammelfleisch„„ Gänsefleisch 4¼1 Pfd. Eier. 15 Stück Aepsere.. „####, 100 Pfd. Birnen, 100 Pfd. Pflaumen à Pfd. Vitsbohnen" 1 Rüben„ 1 8 Gutcrolol —1,15 55—,60 55—60 70—.75 —.50 40—.50 —.50 3.— 1.— Kilo 7—.08 2,75—3,50 4.50—5,00 —.95 Wurzeln„ 1 Blumenkohl à Stück Kopfsalat 2„ Kappus 40—47„ Rotkohl 20—28„ Wirsing 24—30„ Steckrüben 60 Kohlrabi 3 Stück Gurken à„ Kartoffeln, 150 Pfd. Roggenstroh 100 Pfd. Haferstroh 100„ Weizen roh 100„ Heu 100 —.97 20—40 10 „ 3. „ 3.— „ 3.— „2.00—250 —.10 15—.20 3.20—3,30 2.50—3.— —2,30 —2.25 2,75—3,40 Ia fette a Mu4—sloh, 30. Nov.[Nachdruck verboten Schweine ohne Kopf und Füße sind diese Woche mit 44 bis 45 Pf. à Pfd. bezahlt. Im Hannoverschen stieg der Preis auf 44 Pf und ist in gleicher Höhe für nächste Woche von den dortigen FettwarenGeschäften vereinbart. Hier herrscht jetzt eine sehr flaue Stimmung, weil die Zufuhren beständig zu reichlich ausfallen und der Absatz besonders in Speck schlecht ist. Infolge dessen ist ein weiteres Zurückgehen der Preise wahrscheinlich. Schweine=Zufuhr in Chicago in der Woche vom 10. bis 15. November ca. 214000 gegen 180000 in der Parallelwoche 1882 und 211 579 desgleichen 1881. Die Schweine wogen durchschnittlich 250 Pfund gegen 232 Pfund vor einem Jahre und 242 Pfund im Jahre 1881. Im vorigen Jahre war der Durchschnittspreis 6,28 Dollar, wogegen jetzt nur 4,30 bezahlt werden. Sowohl die Maisernte, als auch die zu erwartenden Winter=Zufuhren in Schweinen werden von dem Ackerbau=Departement in Washington und der Cirn=PriceCurrent auf ungefähr gleiche Höhe wie im vorigen Jahre veranschlagt. Meteorologische Beobachtungen. Eine tiefe Depression von 743 mm liegt an der nordnorwegischen Küste, von dort us steigt der Luftdruck südwärts bis nach Wien hin bis zu 776 mm an. Ueber der Süohälfte Skandinaviens sowie an den Nordküsten Zentraleuropas wehen mäßige bis starke westliche und südwestliche Winde. Im Binnenlande Zentraleuropas ist das Wetter ruhig, stark neblig, ohne wesentliche Niederschläge. In Deutschland ist es fast überall kühler geworden, in dem Streifen Kaiserslautern=Kassel=Hermannstadt herrscht Frostwetter. (Hambg. Seewarte.) m Bieleselo 1. Destr. Nieorigster Stand des Dvermomesers während der Nacht—1° K Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags+ 1° K Barometer(7 mm gefallen) 754 Wind SW. Himmel bedeckt, Schnee. " Mutmaßliches Wetter am 2. Dezbr.: Nebelig bis wolkig, Niederschläge vereinzelt. 1 Ein größerer Posten K146 Muster-Einsätze, Chemisetts, Herren- und Damenhemden ist zum Ausverkauf ausgelegt. S. Stern& Sohn. Künstliche Zähne u. s. w. Am Montag, den 3. Dezember, bin in Gütersloh Hotel Barkey anwesend. 11908 Elverfeld. Kuetton am Dienstag, den 4. Dezember, morgens 10½ Uhr vor meinem Hause am Kesselbrink: Spielsachen, neue wollene Strümpfe, 30 Faltenhemde und Möbeln. 1195: Otto Pott. Meinen an der Herforderstraße aus 4 Bauplätzen bestehenden An einem guten und können noch einige Herren teilnehmen. 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Aus —— In un deutschen Zeitungen Rückgang der fran angestellt, den die H gezahlten Arbeitslöhr glaube, daß man we um diese Erscheinung Unsere französis Pariser, sondern eber ### s. w. stehen seit d Agiiation und Presse Thätigkeit verhindert, in Anspruch nimmt u nahezu unmöglich m „Politik“ an, in jede der Werkstatt und Fe die„Lektüre“, welche Einfluß aus, den ma teilen zu können. Sie glauben wa Arbeitern verbreiteten Ihre Zeitung gelegent oder dem„Radical“. längst übertroffen; 1 und unverblümt gepre zu nehmen und damit ich Ihnen ein Paar französischen Arbeiter. Lyon gedruckten Orga Der Drapeau n Sonntagsblatt) veröffe Lumpensammler gesch bei der nächsten Revol weil Mitleid und der Pariser Kommune zweiten Artikel desselbe teilt: den Krieg gegen Kapitalisten zu führen, bestehlen und totzuschlo braucht), und keine Fu sellschaftsordnung ja Auch Feuer, Gift und schrecklichsten Mittel ja beweisen, daß ähnliche Arbeiterwelt gehegt wo scheußlichen, in der nor Franzisco) veröffentlig Titel„Petroleum und spricht, mit Hilfe der sellschaftsordnung zu schließt, auf den Trüt Ehren der beiden Waff ——— Das Nummer; das habe heute früh gelesen, bev werden sie wieder lesen Besper in die Kneipe andere folgen zu lassen mung, in der man früheren Nummer habe einerlei aus welchen G eine freche, durch kein fertigende Rechtsverletzu Tagen wurde gar ausei ob der„patron“(Ar dero der Vorarbeiter di daß der Soldat des 1. Seyzaux hinterrücks ersch akt“ vollführt habe. Bringt man dergle oder beim Unterpräfekter die Achsel:„Was wol und wenn Sie Repressiv verlangen, so müssen Kann man sich da no Nichts anzufangen ist, u die dringendsten Forderu unerfüllt bleiben, bis die Arbeitern ruiniert ist?“ Schmemmsteinsahrske Philipp Giess, Neuwied. Leistungsfäßig und solid. I Die feuer= u Die elektrische Lok ist bereits dur jedenfalls von der der neuen Lokomotive Aachen. Die Lokomoti Jahrhunderts bekannten Erfahrung erbaut, daß, in Salzlösungen einlä Sieden gebracht werde lösungen weit höher li Mit Dampf von 100 G turen erzeugen. Honig: sache aus einem Cylin Tell angefüllt wird. miitz Wasser angefüllten kehrt einen mit Wasser arkeiten, so ist weiter äuferen Cylinders Dar und zum Teil in Dan Maschine zum Arbeiten weitere sonstige Einwirkt Der eingelassene Dampf ichtung dieser Arbei inen, sondern wird P jetzt die Lauge Sieden gebracht un Tomgeratur ergen 1883. betagr„„„ Bielefelder Dud und Brigg un J. D. Küster Nachfolger, Bielefeld. Tageblatt. Sonnabend, 1. Dezember. N: 282. rachrichten. utag: orverein 4 Uhr ta: ein. Unterricht. fa. 9 Uhr Berslg 95 8 mstr. 29 lemmschen Mehade, Unterricht in der von Damenrund Krische enann. aße 1. Stbscke 1se zu billig. Preisen. ettenberg, per, Markt 8.1 ch Maß. ReHaut. 11459 aktisch. nd billig! Zunder! ing kann dieser er, nicht zu verüberen, auf das hlen werden, da billig, sondern o er eingeführt, währt hat. In dieserhalb der er feblen. im Kohlenlager DME, straße. rkauf. 93 * 65 — 83 I. K. Aus einem französischen Brief. „—— In unserem lieben Vaterlande werden, wie ich deutschen Zeitungen ersehe, allerlei Untersuchungen über den Rückgang der französischen Industrie und über den Einfluß angestellt, den die Höhe der in den großen Städten Frankreichs gezahlten Arbeitslöhne auf die Ausfuhr des Landes übt. glaube, daß man weder Statistiker noch Politiker zu sein braucht, um diese Erscheinung erklären zu können. Unsere französischen Arbeiter, und zwar nicht nur die Pariser, sondern ebenso die Fabrikarbeiter von Lyon, Roubaix #u s. w. stehen seit den letzten Jahren unter dem Einfluß einer Agiiation und Presse, die sie mehr und mehr an geordneter Thätigkeit verhindert, einen bedenklich großen Teil ihrer Zeit in Anspruch nimmt und vernünftige Verhandlungen mit ihnen nahezu unmöglich macht. Jeder freie Augenblick gehört der „Politik“ an, in jedes Arbeitsverhältnis und jeden Vorgang der Werkstatt und Fabrik mischen sich die Agitatoren ein, und die„Lektüre“, welche in diesen Kreisen üblich ist, übt einen Einfluß aus, den man erlebt haben muß, um über ihn urteilen zu können. Sie glauben wahrscheinlich über die unter den französischen Arbeitern verbreiteten Preßerzeugnisse unterrichtet zu sein, weil Ihre Zeitung gelegentlich einen Auszug aus dem„Intransigeant“ oder dem„Radical“ bringt. Weit gefehlt! Diese Blätter sind längst übertroffen; Mord und Totschlag werden bereits direkt und unverblümt gepredigt.— Das ist wörtlich, nicht bildlich zu nehmen und damit Sie sehen, daß ich nicht übertreibe, sende ich Ihnen ein Paar Auszüge aus einem Blatte unserer südfranzösischen Arbeiter. Die betreffenden Nummern dieses in Lyon gedruckten Organs sind erst einige Tage alt. Der Drapeau noir(Schwarze Fahne, ein anarchistisches Sonntagsblatt) veröffentlicht in seiner Nr. 8 eine von einem Lumpensammler geschriebene Auseinandersetzung darüber, daß bei der nächsten Revolution jedes Mitleid erstickt werden müsse, weil Mitleid und Schwäche die Hauptursachen des Unterliegens der Pariser Kommune von 1871 gewesen seien.— In einem zweiten Artikel desselben Blattes wird den Arbeitern Rat erteilt: den Krieg gegen das Kapital zugleich gegen die einzelnen Kapitalisten zu führen, dieselben, wo sich Gelegenheit biete, zu bestehlen und totzuschlagen(diese Ausdrücke werden wörtlich gebraucht), und keine Furcht zu haben, da die gegenwärtige Gesellschaftsordnung ja doch nicht mehr lange bestehen könne. Auch Feuer, Gift und Dynamit seien nicht zu verachten, da die schrecklichsten Mittel ja sters die wirksamsten seien.— Um zu beweisen, daß ähnliche Gedanken auch in der außerfranzösischen Arbeiterwelt gehegt worden, wird dann die Uebersetzung eines scheußlichen, in der nordamerikanischen Zeitung T’ruth(in SanFranzisco) veröffentlichten Gedichts mitgeteilt, welches den Titel„Petroleum und Dynamit“ führt, die Hoffnung ausspricht, mit Hilfe der genannten Zerstörungsmittel die alte Gesellschaftsordnung zu vernichten und mit der Aufforderung schließt, auf den Trümmern derselben einen Doppelaltar zu Ehren der beiden Waffen der Arbeiterfreiheit zu errichten. ——— Das Alles steht in einer und derselben Nummer; das haben unsere Arbeiter gestern Abend und heute früh gelesen, bevor sie in die Fabrik kommen! Das werden sie wieder lesen, wenn sie zum Frühstück und zum Besper in die Kneipe gehen, um ein Glas Absyuth auf das andere folgen zu lassen. Dementsprechend ist dann die Stimmung, in der man mit ihnen verhandeln soll. Aus einer früheren Nummer haben sie gelernt, daß jede Lohnreduktion, einerlei aus welchen Gründen dieselbe erfolgt, ein Diebstahl, eine freche, durch keinerlei„sophistische Ausflüchte" zu rechtfertigende Rechtsverletzung sei(Drapeau noir 6) und vor 14 Tagen wurde gar auseinandergesetzt, daß jede Autorität einerlei ob der„patron“(Arbeitgeber), contre-maitre(Obergeselle), dero der Vorarbeiter dieselbe übt, eine„Corruption“ sei und daß der Soldat des 134. Regiments, der den Kommandeur Seyzaux hinterrücks erschoß, einen dankenswerten„Hinrichtungsakt“ vollführt habe. Bringt man dergleichen beim Maire, beim Friedensrichter oder beim Unterpräfekten zur Sprache, so zucken die Herren die Achsel:„Was wollen Sie? Die Presse ist bei uns frei und wenn Sie Repressivgesetze gegen dergleichen Ausschreitungen verlaugen, so müssen Sie in Ihrem Deutschland bleiben.“ Kann man sich da noch wundern, wenn mit den Arbeitern Nichts anzufangen ist, wenn die Industrie zurückgeht und wenn die dringendsten Forderungen der Konkurrenzfähigkeit so lange unerfüllt bleiben, bis die betreffende Branche mit samt ihren Arbeitern ruiviert ist?“ davon kommt nun das in dem äußerem Cylinder vorhandene Wasser zum Sieden, d. h. es wird der zum Treiben der Maschine erforderliche Wasserdampf gebildet, der sodann wieder den Kolben treibt und darauf wieder in den inneren Cylinder zur Lauge geht, welche dadurch fortwährend siedet und an den äußeren Cylinder die zur Wasserdampfbildung nötige Hitze abgibt. Je mehr Dampf nötig ist und erzeugt wird, desto mehr Dampf wirkt wieder auf die Lauge, desto heißer wird diese, desto mehr Wasserkraft bringt sie wieder hervor 2c.— Die Lokomotive reguliert sich also selbst, sie wirft keinen Rauch (Feuer hat sie gar nicht in sich) und keinen Dampf aus und ist dadurch namentlich für Straßenbahnen, Tunnels, Bergwerke 2c. geeignet.— Die Maschine arbeitet so lange, bis der Dampf, welcher in die Lauge eintritt und selbstverständlich nach und nach zu Wasser wird, die Lauge so weit verdünnt hat, daß ihr Siedepunkt nicht mehr so hoch ist, um Wasser in Dampf verwandeln zu können. Sobald dies eingetreten ist, was durch außen an der Lokomotive angebrachte Meßinstrumente zu ersehen ist, muß neue Lauge in den innern Cylinder gefüllt werden. Die abzulassende verdünnte Lauge kann später, nachdem sie eingedampft ist, d. h. nachdem ihr durch Verdampfung das Wasser entzogen ist, wieder zur Maschine benutzt werden. Die Betriebskosten der Honigmannschen Maschine sin hiernach nur geringfügig. Die Honigmann'sche Maschine hat bereits verschiedene praktische Proben ihrer Leistungsfähigkeit gegehen. Die auf der Straßenbahn in Aachen gemachten Fahrversuche sind über alles Erwarten gut ausgefallen, ebenso eine Probefahrt mit einem kleinen Dampfer, die in den letzten Tagen auf der Spree im Beisein hervorragender Fachmänner statigefunden. Rh. Ztg. 85 35 S infabrik. Neuwied. umd jeich. etene Die feuer= und dampflose Lokomot.ve. ## Die elektrische Lokomotive, welcher die Zukunft zu gehören schien, ist bereits durch eine neue Erfindung überflügelt und n# jedenfalls von derselben verdrängt werden. Der Erfinder der neuen Lokomotive ist der Ingenieur Moritz Honigmann in Aachen. Die Lokomotive ist nach der schon zu Anfang dieses Jahrhunderts bekannten, bts jetzt aber noch nicht verwerteten Erfahrung erbaut, daß, wenn man Dampf von siedendem Wasser in Salzlösungen einläßt, diese Salzlösungen ebenfalls zum Sieden gebracht werden, obgleich der Siedepunkt der Salzlösungen weit höher liegt, als die Temperatur der Dämpfe. Mit Dampf von 100 Grad kann man also viel höhere Temperaturen erzeugen. Honigmanns Maschine besteht in der Hauptsache aus einem Cylinder, welcher mit Aetznatronlauge zum Tell angefüllt wird. Dieser Cylinder wird in einen anderen nutz Wasser angefüllten Cylinder gestellt oder umschließt umgekehrt einen mit Wasser gefüllten Cylinder. Soll die Maschine arkeiten, so ist weiter nichts nötig, als in das Wasser des äuferen Cylinders Dampf einzulassen, so daß dieses erhitzt und zum Teil in Dampf verwandelt wird. Dadurch ist die Maschine zum Arbeiten fertig gemacht und arbeitet nun ohne weitere sonstige Einwirkung fort. Der Vorgang ist folgender. eingelassene Dampf treibt den Kolben, entweicht aber nach sichtung dieser Arbeit nicht in die Luft wie bei den DampfEinen, sondern wird in den inneren Cylinder geleitet. Hier jetzt die Lauge durch das Einströmen des Dampfes Sieden gebracht und dadurch, wie vorhin gesagt, eine viel Temperatur erzeugt, als siedendes Wasser hat. Infolge Turnerisches. Die bekannten Hartwigschen Vereine für Körperpflege haben den Nutzen für sich, daf sie auch diejenigen Kreise heranziehen, welche bisher den Aufruf zum Turnen, der nun seit vielen Jahrzehnten überall hin dringt, wo der Wert der Leibes. übungen geschätzt wird, manchmal überhörten. In den Orten, die sich mit Hartwigs Ideen befreundet und ihnen Folge gegeben haben, gehen sie Hand in Hand mit den ähnlichen Bestrebungen der Turnvereine und leisteu durch das größere Gewicht und die angesehene Stellung ihrer Mitglieder sowohl der noch in der Schule befindlichen wie auch der erwachsenen Jugend gute Dienste. Hier bei uns hat sich der Verschönerungsverein in etwa auch der Jugend angenomcen und mit ihrem Eislauf, den Spielplätzen, den Waldvergnügungen einigermaßen und erfolgreich zu thun gemacht. Mit den Spielen der Jugend selbst befaßt sich die Lehrerwelt wohl am besten; mögen sie sich auf ihren Konferenzen zunächst einmal zu einem maßgebenden Vorgehen mit dem Ballspiel und ähnlichen hier früher leidenschaftlich getriebenen Jugendspielen entschließen. Früher bot sich der Kesselbrink als der gesuchteste Tummelplatz, heute sieht man davon ab. Vielleicht gelingt es nun, den einen oder anderen gut und versteckter gelegenen Platz für die Jugend zu ermitteln und gar zu erwerben. Hinter Ummelmann auf dem breiten Rücken des Ochsenberges neben dem Wege zum Stadtwalde giebt es solcher Spielplätze mehrere, die zunächst des Versuches wegen wohl ins Auge zu fassen und zu mieten wären. Die Lehrer werden schon dafür sorgen, daß sich die Jugend nicht mit den benachbarten Waldeigentümern verfeindet.(Wie steht es mit den Ermahnungstafeln gegen Baum= und Waldfrevel, welche der Verschönerungsverein in kurze„Gebote“. fassen und in den Schulstuben aufhängen lassen wollte?).. Und nun noch Eins!— Ueber die Wichtigkeit der Leidesübungen sind Lehrer, Eltern und Menschenfreunde einig. I. I. Rousseau gab den ersten Anstoß zu einer Bewegung für Deutschland, welche getragen durch die nationalen und kriegerischen Vorbestrebungen des Befreiungskampfes in das deutsche Turnen auslief. Dasselbe bietet ji den Vorteil, daß es mit den geringsten äußeren Veranstaltungen unabhängig von oft unerfüllbaren äußeren Bedingungen einer beliebigen Anzahl von Zöglingen jeden Alters und Standes Gelegenheit zur Uebung giebt. Es hat wie alle Leibesübungen nicht nur den sittlichen Ernst einer Bemühung, welche die Selbstvervollkommnung ohne unmittelbaren praktischen Nutzen sich als iveales Ziel, sei es mit dem Hintergrunde der allgemeinen oder der nationalen Wohlfahrt vorsetzt. In den deutschen Uebungen liegt mehr Gleichmäßigkeit als z. B. in den englischen; sie schaffen für jede Anforderung, auch die in militärischer Hinsicht wichtigen Bewegungsformen. Mögen es die Lehrer beherzigen, was Dubois=Reymond darüber sagt:„Das deutsche Turnen in seinem weisen Gemisch von Theorie und Praxis erscheint als die zlücklichste, ja endgültige Lösung der großen seit Rousseau die Pädagogik beschäftigenden Aufgabe“. Die Franzosen fangen auch an, sich mit diesen deutschen Turnübungen zu beschäftigen. Die deutschhassende Patriotenliga hat die bei ihnen bisher im kleinsten Maßstabe hygieinisch betriebene Gymnastik dazu herausgefordert. In Paris hat man vor 14 Tagen auf deutsche Art ein Turnfest gefeiert und daran erinnert, daß es die großartige auf eigenen Antrieb ohne Staatshilfe organisierte deutsche Turnerschaft sei, welche vorzugsweise den Haß(?) gegen Frankreich schüre und mit ihrem Patriotismus„jene uns unbegreifliche schlummernde deutsche Vaterlandsliebe“ stets von Neuem belebe. Man hat die Reihen der französischen Turner sich bedeutend verstärken sehen und ihre Vereine als unfehldares Mittel für die Revanche an den Deutschen empfohlen. Jetzt wird die Zukunft Frankreichs in der Hebung des Turnwesens gesucht. Sansboeuf ist Präsident der französischen Turnerschaft geworden und will mit der Zeit„die formidable“, deutsche Turnerschaft in den Schatten stellen. Man möchte sich nicht mehr„dem Glücke anvertrauen,“ sondern feste Grundlagen schaffen und auf die Jugend bauen. Wir wollen diese von ganz Frankreich jubelnd begrüßte chauvinistisch turnerische Bewegung nicht unterschätzen, seitdem es dem energischen Leiter des französischen Turnwesens gelungen ist, den Turnunterricht für die Volksschule obligatorisch zu machen. Videant consules!— Inzwischen wollen wir unsern „Jahn“ auch nicht vergessen und uns mehr als sonst daran erinnern, was wir ihm und un=lbst schuldig sind, wenn wir uns auf jene, wie die Franze“ ihurn„unbe liche" und wie sie sagen„höchst gefährliche“ Vaterlandsliebe der deutschen Turner besinnen. Allerlei Mitteilungen aus älterer Zeit über Güterslohische Begebenheiten. Kriegsgeschichten. Die Verwüstung unserer Gegend zur Zeit des 30jährigen Krieges soll eine so große gewesen sein, daß Meier Schulte auf dem Erley und Pascha Day Nachbarn waren. In diesem oder dem siebenjährigen Kriege war der Meier zu Gutersloh völlig ausgeplündert. Eines Tages saß er in Welpmanns Gastzimmer, als sein Knecht zu ihm eintritt und ihm sagt: Die Feinde haben die letzte Kuh aus dem Stalle geholt. Da fragt der Meier den Knecht, ob sie auch den Queckwinkel weggeholt hätten? so lange er diesen noch in Besitz häte, stände die Sache noch nicht so ganz übel. Der Meier ahnte nicht, welchen Nutzen der Queckwinkel und andere Grundstücke später noch dem Meierhof bringen würden, weniger der Ertrag der Früchte desselben, als der Grund und Boden, der nun mit Häusern bebaut ist. Im 7jährigen Kriege wurde Gütersloh unzählige Mal von Truppen, Franzosen und Preußen durchzogen. Einst kam auch ein preußischer Husar durch Gütersloh, welcher dort eine Frauensperson heiraten wollte. Doch verlangt der Pastor Eoler vor der Trauung eine Bescheinigung vom Husar über die Verhältnisse der Person, daß sie ledig sei. Der Husar weigerte sich dessen und drohte den Pastor so zu schlagen, daß er die Wand herauf liefe. Doch Edler blieb fest und kopulierte nicht eher, als bis der Husar den Schein geliefert hatte. Die Werbungen nach dem alten preußischen System waren über die Maßen hart. In Isselhorst bot der Besitzer des damaligen Gasthauses Elmendorf dem Werber eine Kassette voll Dukaten an, wenn er ihm nur seinen Sohn ließe, allein dieser schlug das Angebot aus. Die Werber waren wie zur Zeit Friedrichs des Großen, so auch später frech genug, in die Häuser der angrenzenden Landestei le zu dringen und sich von dort die Leute zu holen. Ein Preuße, welcher sich dem Militärdienst entzogen, hatte sich in der Neuen Mühle als Knecht verdingt. Die Werber hatten kaum den Aufenthalt des Flüchtlings erspäht, als sie ihm nachsetzten und das Haus umstellten. Der Flüchtling war aber nicht der einzige im Hause. Mit ihm saß noch ein anderer in der Stube. Einer von ihnen entspringt aus dem Fenster, der andere flüchtet sich unter eine Bank. Vergebens, die Augen seiner Feinde haben ihn dort erblickt und er wird hervorgezogen und mitgenommen. Hagelschlag in Gütersloh ist ein fast unerhörtes Ereignis. Gemeldet wird er aus dem Jahre 1549, wo ein schrecklicher Hagel Gütersloh nebst ganzer Umgegend total verwüstete. Ein heftiges Gewitter tobte im Sommer des Jahres 1780 in unserem Orte. Die ganze Nacht hindurch donnerte und blitzte es so heftig, daß die Leute meinten, die Welt ginge unter. Immerfort tönte in den Häusern der alte Gewittervers aus dem Liede: Jesu meine Freude, in dem es heißt: Unter Deinem Schirmen bin ich von den Stürmen aller Sorgen frei. Laß den Satan wittern, laß die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, Obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus wird mich decken. Am andern Morgen, als Sturm und Gewitter sich gelegt hatten, traten die Leute aus den Häusern, fielen einander um den Hals und beglückwünschten sich gegenseitig über der Erreitung. Die Ernte des Jahres 1883. „Die Zusammenstellung der Ergebnisse der von den landwirtschaftlichen Vereinen im Oktober dieses Jahres kreisweise bewirkten Ermittelung des Ernte= Ertrages der wichtigsten feldmäßig erbauten Früchte im Jahre 1883 liegt jetzt gedruckt vor, und zwar sind diese Ergebnisse verglichen mit den enogiltigen Ergebnissen der in den einzelnen Gemeinden und Gatsbezirken vorgenommenen Ermittelung des Ernte=Ertrages von 1882 und mit den Schätzungszahlen einer Mittelernte. Nach dieser Schätzung seitens der landwirtschaftlichen Vereine wurden im ganzen preußischen Staate geerntet und zwar auf dem Hektar an Winterweizen 1322 Kg.(gegen 1328 Kg. im Vorjahre; eine Mittelernte wird angenommen mit 1482 Kg), an Winterroggen 1161 Kg.(Vorjahr 987 Kg, Mittelernte 1243 Kg.), an Sommergerste 1304 Kg.(Vorjahr 1238 Kg., Mittelernte 1481 Kg.) an Hafer 1117 Kg.(V. 1083 Kg., M 1350 Kz.), an Erbsen 874 Kg.(V. 756 Kg., M. 1078 Kg.), an Ackerbohnen 980 Kg.(V. 1361 1423 Kg.), an Wicken 151 Kg.(V. 726 K. M. 1086 Kg.), an Buchweizen 966 Kg.(B. 559 Kg., M. 949 Kg.), an Lupinen 869 Kg.(V. 689 Kg., M. 996 Kg.), an Kartoffeln 10,322 Kg. (B. 6208 K., M. 10,342 Kg.), an Winterraps und Rübsen 913 Kg. (V. 983 Kg., M. 1148 Kg.), an Hopfen 401 Kg.(V 415 Kg. M. 618 Kg.), an Klee 2631 Kg.,(B. 2423 Kg., M. 3347 Kg.) und an Wiesenheu 2427 Kg.(V. 2107 Kz., M. 3512 Kg.). Es ist ersichtlich, daß die Ergebnisse der diesjährigen Ernte für den Durchschnitt der ganzen Monarchie durchaus nicht ungünstig gewesen sind. Zu beachten ist debei jedoch, daß vorstebend die Schätzungen der landwirtschaftlichen Vereine über die diesjährige Ernte mit dem endgiltigen Ergebnisse des Vorjahrs in Vergleich gestellt sind. Die entgiltigen Ergebnisse des Jahres 1883 werden erst im Februar nächsten Jahres festgestellt werden können. Landwirtschaftliches. (Butterversand in Postpacketen.] Welchen bedeutenden Umfang seit Einführung des billigen Packeiportos für Fünf=Kilopackete der Butterversand durch die Post angenommen hat, magsdaraus bervorgehen, daß allein aus dem Kreise Niederung, Regierungsbezirk Gumbinnen, nach der D. Verkehrs=Zeitung(aus d. Hann. land= u. forstw. Ver. Blatt) etwa 230 000 Butterpackete jährlich nach allen Gegenden Deutschlands versandt werden. Der größte Teil geht nach den westlichen Provinzen, Westfalen, Rheinland 2c. Allein das Postamt Lappienen hat jährlich 75000 Butterpackete abzufertigen: bei demselben werden in den Sommermonaten, während welcher der Versand am stärksten ist, oft tausend solcher Packete an einem Tage aufgegeben. Jedes Packet enthält 4 Kilogramm Butter netto; das Gewicht der versandten Butter beträgt darnach etwa 1 Million Kilo, und de das Kilo etwa mit 2 M. bejahlt wird(also zusammen zwei Nillionen Mark), so kann man erwägen, welche Wichtigkeit die But2e.: geig hat. Aehnliche Verhältnisse bestehen fast für die ganze Provinz Preußen, ferner Schleswig=Holstein, Oldenburg u. s. w. Die Butter wird in Kübeln oder in Kisten versandt, und die Verpackungsart mit Pergamentpapier ist derartig, daß die Butter sich auch bei dem längsten Transporte von 8—10 Tagen und bei der größten Hitze vollständig gut erhält. Es sei noch erwähnt. daß auch dem Reiche eine bedeutende Einnahme an Porto aus dem Vutterversand erwächst. Verm Hamburg.(In der Untersuczung über Assommentiobe wmichen den daotichen Stotlchite e s. uchapgl über die Ursachen des „Albambra“ dem englischen Dampfer„Holphead“, bei welchem beide Schiffe sanken und 15 Menschen untergingen, erkannte der See=Gerichtshof, daß die Schuld an dem Unglücke den zweiten Ingenieur des englischen Dampfers treffe. Derselbe hätte statt eines beide Propeller mit voller Kraft nach rückwärts arbeiten lassen sollen; daß er dies nicht that, entsprang jedoch nur einer irrigen Beurteilung der Distunz beider Schiffe von einander, und der Gerichtshef fand sich darum nicht veranlaßt, ihm sein Certifikat zu entzieben.(Kl. Journ.) Paris] zählte 1789 650 000 Einwohner, im Jahre 1836 schon 900 000, im Jahré 1882 aber 2225 910 Einwohner. Die Zahl der Poier betnag 1oalb=ihtson. 196=—66s0, vpon manck itittee 11956 * S* in den prachtvollsten schweren Modestoffen, hochelegant sitzend, zu 4½, 5, 6½, 7¼ Thlr. u. höher. 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Dezbr. er., nachmittags 3 Uhr, findet eine General= Versammlung des landw. Kreisvereins Halle i. W. im Saale der Frau Eimon statt, zu deren regen Beteiligung ich die Vereinsmitglieder hiermit ergebenst einlade. Tagesordnung: 1. Vortrag des Molkerei= InAruktor Herrn Flaak über Milchwirtschaft. 2. Mitteilungen über den Anbauversuch verschiedener Kartoffelarten von Seiten des Lokalvereins Halle. 3. Wabl eines Preisrichters auf die Dauer von 4 Jahren zur Verteilung von Staatsprämien. 4. Mitteilungen über Anbauversuche der Sandwicke. 5. Geschäftliche Mitteilungen. Tatenhausen, den 2. Dezember 1883. 11923 Der Direktor des landw. Kreisvereins Hallse i. W. Graf Korff-Schmising. 8906 des Kreises Wiedenbrück. Die nächste ordentliche General-Versammlung findet am 10. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Saale des Wirts W. Röckinghausen hierselbst statt, wozu die Mitglieder und Freunde des Vereins ergebenst eingeladen werden. ge ordnung: P, 1883683 und Ertelung der Vereins=Vermögen aus dem Jahre. 3 Bechiashsaskaungz der der aus ceide Briaiant 3) Sohmnnang 9e. Grn Sechen hensähtel werden ahz u Veir Zel un Sechsbonrwantons. Wiedenbrück, 25. November 1883. Der Vorsitzende des Kreis=Lagdschutz-Vereins. Osterrath. Zum Schwan Sonntag, den 2. Dezember Großes 11942 Tanzkränzchen. Sonntag, den 2. Dezember Tanzvergnügen bei 11919 R. Zahl, Kesselbrink. Sonntag, den 2. Dezember Tanz=Kränzchen 11926 bei Nw. Richter, Herforderstr. Erledigte Stellen für Civilversorgungsberechtigte im VII. Armee-Corps. Die Liste entält der Reibe nach folgende Mitteilungen: 1) Ort und Behörde, bei welcher die Stelle vacant ist, 8) Nähere Bezeichnung der Stelle, 3) Einkommen der Stelle.— Fernere Mitteilungen find auf dem Büreau des Königl. BezirksKommandos ausliegenden Listen zu ersehen. .„ 1) Dortmund, Königliches Eisenbahn=Betriebsamt Dortmund, 52 Surcau=Assistent, 3) 75 M. pro Monat und eine Ortszulage von und frie Dernsileiznag. Sczudmam, 9) 300 M. Daseldarf(Dirkionsbezirk Dässldor), 2) 18 Aspkranten für den Stations= und Güter=Expeditionsdienst, 3) beim Eintritt je 75 M. Monatsremuneration, welche im Fall der Brauchbarkeit des Aspir auf 90 M., nach einem Jahr auf 105 M., und nach zwei 112,.50 M. erböbt wird; während des Bezuges des niedrigsten Reu von wonatlsch 13i, bis 15 M. gerwähr. zimalgszeig 399, V. und PPetsenischsdigung 210 M. jsährlich. 1330 uze. 9igen i. B, Bürgermeistran, 2) Bau=Astant, 3) vuit-, L adf, Beastrat=I=3 aie rich, gwangt Soest, dungenent, 2) 2 Kranzisten, o) bis zu je 70 M. pro Fabrihzerter, 2) 350 D. ncht Boduungtgelduschaf. 11919 450 M. 450 M. 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