Oeffentliche Unseigen der Grafschaft Ravensberg. Nebst Beiträgen gemeinnützigen Inhalts. ## Stück. Mittwoch, den 2oten Dezember 1826. Verordnung und Bekanntmachung des Königl. Ober=Präsidenten Bekanntmachung des Königlichen Staats= Minikerii urgeszug des, Litzichen Suat Musean wegen Eirkulaton der sogenanuren Ausbeute=Thaler. Des Königs Majestät haben auf Ansuchen der Gewerkschaft der Mansfeldschen Berg= und Hüttenwerke, mittelst Allerhöchster KabinetsOrdre vom zo. Mai d. J. zu genehmigen gedaß von einem Theile ihres gewonnenen Silbers, einem uralten Gebrauche gemäß, eine Quantität sogenannter AusbeuteThaler geprägt werden, in welchen die aufkommende Ausbeute bezahlt werden soll. Ja Folge dieser Allerhöchsten Genehmigung sind in der hiesigen Königl. Münze, und nach Vorschrift des Gesetzes über die Münz=Verfassung in den Königl. Preußischen Staaten, vom 30. September r8ar dergleichen Ausbeute=Thaler geprägt worden, welche demnach weder im Feingehalte noch im Gewichte irgend einen Unterschied, auch sonst keine andere Abweichung von der Form gegen die übrigen nach dem allegirten Gesetz ausgeprägten Thaler haben, als daß auf dem Revers statt des Königlichen Wappens, die Worte: Segen des Mansfelder Bergbaues befindlich sind, diese werden von derselben Inschrift eingefaßt(Ein Thaler XIV. Eine F. M.), welche bei den übrigen Preußischen Thalern das Königl. Wappen einschließt. Da jene Ausbeute=Thaler gleich allen anderen Preußischen Thalern überall in Circulation kommen können; so wird Vorstehendes hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Berlin, den 1s. October 1826. Vorstehendes wird zur Kenntniß gebracht. Münster, den 28, October 1826. A (.402) Gestohlene Sachen. Am Abend des agten November cur., sind dem Meyer Gerd zu Batenhorst, mittelst Eröffnung eines Fensters folgende Gegenstände gestohlen: 1) 1s Mannshemde, von ordinairen Leinen, gezeichnet mit einem rothen H. 2) 12 Frauenshemde, von Hanfleinen, gezeichnet zum Theil mit#. N. und L. W. 77. 3) etwa zz Stück theils Manns= theils Frauenhemde von verschiedener Größe, gezeichnet mit einem J. theits mit einem G., theils mit G. M., theils mit M. und theils mit M. K. N. F. und theils mit K.; 4) z weiße Bettüberzüge von Leinen; s) ein Bettlaken; 6) ein drellenes Tischtuch, facon Gerstkornig: 7) ein rothes kattunenes Frauenhalstuch mit einem weißlichen Rande; 8) ein ueues Baumseidenes Oberbette mit hellblauen und dunkelblauen Streifen, die Ecken mit gelben Leder besetzt, und zwar in wendig; 9) ein neuer kattunener hellgrau karirter Ueberzug; 1o) ein gedrucktes Kinderkleidchen, weiß und dunkelblau; 11) ein blau gedrucktes Mannswams mit Aermel und Knöpfe. Wir fordern daher jedermann auf, das vorSicherheits kommen dieser Sachen zu beachten und davon der nächsten Gerichts= oder Polizeibehörde sofortige Anzeige zur weitern Veranlassung zu machen. Herford, den 13. Dezember 1826. Königl. Preuß. Inquisitoriat. Consbruch. De Gestohlene Sachen. Heuerling Oberschelp zu Theesen sind am 27. November d. J., Abends, aus seiner Wohnung entwendet: 1) ein Oberbette von Parchen, aus baume wollenen Einschlag und leinenen Schierungen bestehend, mit einer blaubunt gewürfelten gedruckten leinenen Bähre; 2) ein drellenes Unterbett, an einem rothen Fleck kenntlich; 3) ein Hauptpfühl von Drell; 4) ein neues Betttuch; s) ein parchenes Kissen mit einem leinenen gedruckten Bezuge; 6) ein parchenes Kissen mit einem leinenen gedruckten Bezuge, wovon die eine Hälfte neu, und die andere alt ist. Jedermann, dem verdächtige Sachen dieser Art zu Gesicht kommen, hat davon der nächsten Gerichts= oder Polizeibehörde sogleich Anzeige zu machen. Herford, den 16. Dezember 1826. Königl, Preuß. Inquisitoriat. Consbruch. Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Kaufmanns Koch beauftragt, deren hieselbst Unterschriebener ist von der Frau Wittwe des belegene Realitäten, namentlich: 1) Die beider Nro. 110 häuser, Wallgartei 2) zwei am in der sog Gärten; 3) eine am Wiese, bee ben des S und 4) zwei zu di und öffentlich an de verkaufen. Es ist hierzu, nung, ein Ter curr., Morge Kauflustige mit den, daß der 3 Gebote sofort er Bielefeld, den Am zweiten W wird das erste Saale der hiesige den hiesigen Mu Herrn Masikdire wirkung mehrerer folgender Ordnut I. Theil. Krommer. 2) das Thema: Es 3) Violin=Conzei tragen von Herri II. Theil. erster Theil und Eintrittspreis ft Bielefeld, den ich gewille ( 403 1 1) Die beiden hieselbst im Gehrenberge sub Nro. 11o und Nro. zur belegene Wohnhäuser, nebst dem dahinter befindlichen Wallgarten; 2) zwei am Kesselbrinke neben einander, in der sogenannten Oefelgünne, belegene Gärten; 3) eine am sogenannten Rothenbach belegene Wiese, begränzt von den Wiesen der Erben des Superintendenten Hoffbauer, und 4) zwei zu den Wohnhäusern sub Nro. 110 und rir gehörige Markentheile; öffentlich an den Meistbietenden freiwillig zu verkaufen. Es ist hierzu, in des Unterschriebenen Wohnung, ein Termin auf den azten Dezember curr., Morgens 10 Uhr, bezielt, wozu Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Zuschlag bei einem annehmlichen Gebote sofort erfolgt. Bielefeld, den 7. November 1826. Hoffbauer. Justiz=Commissair und Notar. Am zweiten Weihnachtstage, den 26. d. M., wird das erste Conzert in dem neu erbauten Saale der hiesigen Ressourcengesellschaft, durch den hiesigen Musikverein, unter Leitung des Herrn Masikdirektors Kufferath und Mitwirkung mehrerer auswärtiger Musikfreunde in folgender Ordnung gegeben werden: 1. Theil. 1) Große Symphonie von Krommer. 2) Variationen für Sopran über das Thema: Es klinget so herrlich, von Paer. 3) Violin=Conzert von Louis Spohr, vorgetragen von Herrn Kufferath. II. Theil. Weltgericht von F. Schneider erster Theil und Schlußchor. Eintrittspreis für Nichtabonnenten 12½ Sgr. Bielefeld, den 12. Dezember 1836. Da ich gewillet bin, mein am Neustädter Kirchhofe sub Nro. zork belegenes Wohnhaus aus freier Hand zu verkaufen, um mich mit meinen Gläudigern auseinanderzusetzen und meine Kinder abzufinden; so lade ich hierdurch Kauflustige ein, sich bei mir einzufinden, um das Haus in Augenschein zu nehmen und die weitern Bedingungen zu erfahren. Bielefeld, den 1s. Dezember 1826. Handelsfrau Krämer. Am nächsten ersten Weihnachtstage werden die Fuldaer Musici auf meinem Saale mit Harmonie=Musik, und am zweiten Weihnachtstage mit Tanz=Musik auswarten; wozu ich, unter Versprechung bester Bedienung, hierdurch ergebenst einlade. Heepen, den 18. Dezember 1826. J. C. Haase. Mit meinem Lager von Porcellan und Steingut bin ich willens aufzuräumen, und werde solches deshalb zu sehr billigen Preisen verkaufen. Bielefeld, den 19. Dezember 1826. A. M. Stern. Da auf nächsten Montag und Dienstag das Weihnachts=Fest fällt, so ersuche, die Inses renda für das nächstfolgende Stück dieser Blätter spätestens am Sonnabend den 23. d. M. einzusenden; indem die Aufnahme der später eingehenden Sachen um 8 Tage verschoben werden muß. Bielefeld, den 20. Dezember 1826. J. D. Küster, Buchdrucker. Verlobungs=Anzeige. Die Verlobung meiner Tochter Wilhelmine mit dem Königlichen Postsecretair Herrn Honrich zeige ich hiermit ergebenst an. Bielefeld, den r9. Dezember 1826. E, A. Delius. * Verzeichniß der einpassirten Fremden. Der ( 404 0 Kaufmann Fom k. v. Wiedendrück. Der Kaufwann Hölscher k. v. Brockhagen. Der OberZoll=Inspektor Delius k. v. Gütersloh. Der Obeelandes=Gerichts=Assessor Delius und Frau Criminal=Direktorin Gereken, mit Tochter, k. v. Versmold. Die Kaufleute Beer und Wiener k. v. Herford. Die Kaufleute Schmid, Mühlenfeld und Rolff k. v. Herford, Blotho und Warendorf. Der Kaufmann Hölscher k. v. Herford. Der Kaufmann Eisenmann k. v. Pforzheim. Der Bau=Inspektor Goeckel und der Kaufmann Trost k. v. Wiedenbrück. Der Kaufmann Honne k. v. Herford. Logiren im 3 Kronen. Der Student Schallen k. v. Hannover. Die Kaufleute Riesberg und Gans k. v. Versmold und Bünde. Die Kaufleute Kurre, Wrange und Falk k. v. Herford. Die Kaufleute Leeser, Werninghaus und Burghaus k. v. Halle, Leipzig und Neuenkirchen. Der Fürst v. Bentheim und der Prinz Franz k. v. Rheda. Der Candidat Schönfeld und die Kaufleute Hildebrand und Epinghaus k. v. Oerlinghausen. Der Rektor Corsey k. v. Lemgo. Die Kaufleute Schlüter und Rheinfeld k. v. Gütersloh. Der Kaufmann Freitag k. v. Herford. Logiren im Deutschen Hause. Beiträge Ein Arabisches Mährchen. (Aus Dr. Benjamin Franklin's nachgelassenen Schriften.) Der gute Zauberer Albumazar zog sich in seinem Alter auf den hohen Berg Calabut zurück, mied allen menschlichen Umgang; wurde aber Nachts von Engeln und Geistern des ersten Ranges besucht, die ihn liebten, und lehrreicher Unterhaltung würdigten. Eines Abens kam Belubel der Starke zu Albumazar. Er war sieben Wegstunden lang, und wenn er seine Flügel ausbreitete, überschattete er ein Königreich. Er legte sich sanft zwischen die langen Bergrücken von Elulem, die Baumwipfel im Thale waren sein Lager, sein Haupt ruhete auf Calabut, als einem Kissen, und sein Gesicht leuchtete in Albumazars Zelt. Der Zauberer sprach mit entzückter Frömmigkeit von der Weisheit und Güte des Allerhöchsten, äußerte aber seine Verwunderung über das Uebel in der Welt, welches er mit all' seiner Vernunft nicht vertreten zu können meine. Rähme Dich nicht so sehr, mein Freund, gemeinnützigen Inhalts. sprach Belubel, dieser Eigenschaft, die du Vernunft nennest. Wüßtest Du ihren Ursprung und ihre Schwäche, Du würdest Dich eher gedemüthigt finden. So sag mir, sprach Albumazar, was ich nicht weiß! Belehre meine Unwissenheit und erleuchte meinen Verstand! Betrachte, sagte Belubel, die Leiter von Wesen, vom Elephanten bis zur Auster hinab! Du siehst Vermögen und Kräfte allmälig abnehmen und stufenweise so klein werden, daß der Unterschied kaum merklich wird. Da ist keine Lücke, der Stufengang ist vollständig. Die Menschen wissen gewöhnlich nicht, daß aufwärts vom Elephanten zu dem unendlich Großen, Guten, Weisen, auch eine lange Stufenfolge von Wesen ist, die Kräfte und Vermögen besitzen, wovon Du noch keinen Begriff haben kannst. Die Vereinigung. Erzählung von k. Lange. Unter einer schattigen Linde, die der Bergrath Steinfe hatte, saß ge nebst seiner Töchter. Ein durch geistreiche Gesänge oder sie in sieter m Zamilie fort, ter Emilie ver Heinrich mit gezogen war. Es wurde: oft unterbroche den Krieg lent und tiefe Seuf nen Brust. D ne goldnen Flü Jeder seiner Bergrath Steit räckkunft seines So oft ein 9 anher gezogen k seinem Sohne, über das Schick Niemand wußt bei B. verwun mehr gesehen wi Regiments konr geben. Zum alles erfreuende Er brachte ihn nur keine Beru Eltern ihren S es ihnen, ihn überzeugt zu set sey. Ihre fro aufrecht, und Hoffnung. Es: len Tage, wo plätzchen eher zu zu genießen. h ( 405 1 * rath Steinfels selbst geflanzt und gepflegt hatte, saß gewöhnlich am Sommerabende er nebst seiner Frau, zwei Söhne, und zwei Töchter. Ein mäßiges Abendbrod, gewürzt durch geistreiche Erzählungen, öfter noch durch Gesänge oder Charaden=Auflösungen, erhielt sie in sieter munterer Laune. So lebte diese Zamilie fort, selbst als schon die älteste Tochter Emilie verheirathet, und der älteste Sohn Heinrich mit in den Krieg als Freiwilliger gezogen war. Es wurde wohl die Unterhaltung nunmehr oft unterbrochen, wenn das Gespräch sich auf den Krieg lenkte, sie wurden dann stiller, und tiefe Seufzer entquollen ihrer beklommenen Brust. Denn schon hatte der Friede seine goldnen Flügel ausgebreitet; schon war ein Jeder seiner Heimath zugekehrt, nur der Bergrath Steinfels harrte vergebens der Zuräckkunft seines geliebten Heinrichs. So oft ein Regiment oder sonst Mannschaft anher gezogen kam, so erkundigte er sich nach seinem Sohne, allein Niemand konnte ihm über das Schicksal desselben Auskunft geben; Niemand wußte mehr von ihm, als daß er bei B. verwundet, und seit der Zeit nicht mehr gesehen wurde. Selbst der Chef seines Regiments konnte ihm keine nähere Nachricht geben. Zum Zweitenmale erschien schon der alles erfreuende Lenz mit seinen Göttergaben. Er brachte ihnen wohl Trost und Wonne, nur keine Beruhigung. So sehr liebten die Eltern ihren Sohn, und so schmerzhaft war es ihnen, ihn beweinen zu müssen, ohne überzeugt zu seyn, ob er noch lebe oder todt fey. Ihre fromme Hingebung hielt sie noch aufrecht, und diese allein belebte noch ihre Hoffnung. Es war im Juli, an einem schwülen Tage, wo die Familie ihrem Erholungs= plätzchen eher zueilte, um der Kühle des Abends zu genießen. Eben saßen sie bei ihrer Abendmahlzeit, als ein Mensch im Soldatenkleide sich ihnen näherte, und um einen Trunk bat. Gnügend wurde ihm sowohl Trank als Speise gereicht, und gesättiget dankte er ob der milden Gabe. Steinfels, der bis jetzt ihn ungestört ließ, fragte ihn: ob er etwa auch einer von den Bes freiern Deutschlands wäre? Seufzend erwiederte jener: Ach! welch süßes Bewußtseyn wäre es für mich, wenn ich fürs Vaterland gekämpft und geblutet hätte! dieses schmerzt mich sehr! Und nun, nun suche ich doch wieder die geliebte Heimath auf!— Die ganze Familie wurde vom Mitleide bewegt. Steinfels, dem dieser Mensch zu gefallen schien, bot ihm ein Nachtquartier an, um welches umzusehen es nunmehr Zeit wurde. Ach, sprach die Bergräthin: wer weiß ob nicht unser Heinrich in eben diesem Augenblicke um ein Obdach verlegen ist. Als er nun das edle Anerbieten mit Dank angenommen hatte, und alles neugierig war, von ihm etwas Näheres zu hören, so redete der Bergrath ihn an: Nun mein Freund! möchtet Ihr mir wohl von Euren Feldzügen und Erfahrungen etwas mittheilen, von denen ich so gern erzählen höre? Nicht wahr, es mochte Euch wohl oft heiß um den Kopf geworden seyn, wenn die deutschen Kugeln in die französischen Colonnen gepoltert kamen?— Ach! erwiederte der Fremde, wohl habe ich Vieles erfahren und Manches auch mit gemacht, was wohl im gewöhnlichen Leben kaum denkbar ist.„Der Krieg ist eine Gei„ßel der Menschheit, wen sie züchtiget, der „muß der Strafe gar viel leiden; sie trifft den Vertheidiger wie den Vertheidigten, den „Sieger wie den Besiegten, jeder muß sein „Opfer bringen. Stets andere Scenen sehen wir das Leben in bunten Farben, wie ( 406) „ein Vollwers wird die Masse hingewälzt, wo „sie am ndthigsten und brauchbarsten ist.“ Vieles habe ich gesehen, und manches Abendtheuer erlebt, und sollte ich Ihnen diese Auftritte und Thaten erzählen, so würde es mich Ueberwindung kosten, und zu viele herbe Erinnerungen zurückrufen, daher ich nie gernedavon spreche. Doch Ihnen, mein Herr, der Sie auf meine Dankbarkeit Anspruch zu machen haben, und Sie es verdienen, daß ich mein Herz vor Ihnen aufschließe, weil Sie, wie Sie mich durch ihre Zuvorkommenheit überzeugt haben, an menschlichen Leiden Theil nehmen, soll meine Geschichte, so viel es sich, ohne etwas namentlich dabei zu machen, thun läßt, erzählt werden. O möge sie Eindruck in Ansehung auf Ihr biederes Herz machen! Ich heiße R. N. und bin in dem Lande N. geboren. Mein Vater, der eine bedeutende Stelle bei Hofe hatte, ließ mich und meinen Bruder, der jedoch nicht das Jänglingsalter erreichte, anständig erziehen. Bestimmt, die Stelle meines Vaters einst einzunehmen, wurde ich in allen Gegenständen, die ein solcher Dienst erheischt, unterrichtet. Man versprach sich viel von meinen Fähigkeiten, denn ich war für Alles empfänglich, und machte in Allen bedeutende Fortschritte; allein, mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten! Mein Vater hatte Feinde, die ihn stürzten. Er, gewohnt seinen geraden Weg zu wandeln, wolkte den Hindernissen, die man ihm in denselben legte, nicht ausweichen, und trat von der Staatsbühne, wo er viele Jahre so ehrenvoll gewirkt hatte. Mit diesem Falle, den mein Vater nicht lange überlebte, schwand unser Wohlstand, und für mich die schönste Aussicht. Als Jüngling von zwanzig Jahren wurde ich mändig erslärt, und ach, um mit anzusehen, wie sich die Gläubiger in das Vermögen meines Vaters theilten. Mit tiefem Schmerze verließ ich das elterliche Haus, um es nie mehr betreten zu dürfen. Da meine Mutter mehrere Jahre früher dem Vater voranging, so blieb mir nur noch die Zuflucht zu meinen Anverwandten übrig. Auch diese mußten mir, theils ihrer Dürftigker, theils ihrer Verhältnisse mit dem Hofe wegen, ihre Hülfe und Aufnahme versagen. Verlassen stand ich da, und so faßte ich den Entschluß, mein Vaterland auf immer zu verlassen. Es war zur Zeit, als das Glück die französischen Adler am Ebro und Tajo aufpflanzte, und der Liebling des Mars willkührlich mit Kronen spielte. Ich verkaufte meine Ueberreste vom älterlichen Erbtheile und gieng nach St. wo ich als Volontär bei einem Linienregiment aufgenommen wurde. Meine Haltung und Pünktlichkeit im Dienste machten, daß meine Obern mir zugethan waren, und ich muß es gestehen, daß ich damals mein Vaterland bald vergaß, und mich in meinen neuen Ver. hältnissen wohlbefunden habe. So machte ich mehrere Feldzüge mit. Von dem Elende, das durch unsere Heereszüge verkreitet worden ist, erzählet die Geschichte zu sattsam, als das ich noch ein Gemälde davon entwerfen sollte. Oft verging ich fast vor Wehmuth, wenn ich als Werkzeug zu Gewaltthätigkeiten mit beitragen mußte; oft verwünschte ich mein Leben, wenn ich zu solchen empörenden Handlungen beordert wurde; aber die Kriegsübel erheischten es, und ich mußte gehorchen. Bis zum Sergent-major emporgeschwungen, fesselte mich das Interesse der Franzosen mehr, als das meines Vaterlandes, und ich diente also gegen dasselbe in dem merkwürdigen Befreiungskriege. Das Geschick wollte mir wohl: Tod und Verderben verbreiteten sich auf Dresdens und Leipzigs Gefilden, grinsend zeigten sich Elend aus tausend Schlünden, und sprühten Jammer und Untergang, und Reihenweise sah ich meine Kampfgenossen dahin ( 407.) gestreckt liegen, nur mich verschonte das Schicksal. Weder Hieb noch Schuß hat mich, trotz dieser Gefahr, getroffen. Unser ganzes Regiment war aufgerieben, nur sechs Mann und ich waren die Ueberreste. Sehr leicht war es mir damals, dem Triebe meines Herzens zu folgen, und zur Fahne der Gerechtigkeit überzugehen; allein mein Dankgefühl empörte sich dagegen, es rief mir zu:„Wer hat dir aus deiner mißlichen Lage geholfen? Sey erkenntlich und bleibe dem treu, den du im Glücke nicht verlassen hättest, und dem du bisher deine Erhaltung zu danken hast! Diese Stimme behielt die Oberhand, und in diesen Hoffnungen eilte ich dem Rheine zu, wo wir neu organisirt wurden, und wo ich zum Lieutenant erhoben wurde. Deutsche Tapferkeit und Muth zeigten nun, daß fremde List und Untreue nichts mehr galten, und so wurde uns eine feste Stelle nach der andern entrissen, bis es zu der berühmten Schlacht bei Brienne kam. Wie blutig es dabei herging, ist wohl hinlänglich bekannt. Hier war es, wo auch ich das Uebelste des Kriegs erfahren und fühlen sollte. Es war gegen Mittag, als das Gefecht am hitzigsten war; schon waren alle Vortheile auf unserer Seite, nur noch eine Batterie war zu erstürmen, die uns noch viel Schaden verursachte, und die zu nehmen durchaus nöthig war. Ich stärzte mich mit meiner Mannschaft darauf los, und in demselben Augenblick erhielt ich einen Schuß im Unterleld, so daß ich bewußtlos zusammenstürzte. Als ich wieder erwachte, lag ich nebst mehreren Kampfund Leidensgenossen in einem geräumigen Zimmer. Der Anblick dieser Leidenden, ließ mich meinen eigenen Schmerz vergessen, und ich wollte eben einen derselben, der um einen Labetrunk sehr hat, den Krug reichen, als ich wieder hinsank, und nun erst recht empfand, wie schwer ich getroffen worden war. Doch wurde auf mein Verlangen dem Durstenden Hülfe gereicht und es war einer meiner sellge sten Augenblicke, diesen Schmachtenden wieder aufleben zu sehen, wie er mit matter Stimme im gebrochenen Französisch dankte und als deutscher freiwilliger Jäger sich mir zu erkennen gab. Ich vergrößerte seine Freude, indem ich ihm deutsch antwortete, und ihm versicherte, daß es ihm, so lange ich bei ihm seyn würde, an nichts mangeln sollte. Er war schwer am Kopfe verwundet, bedurfte der Pflege um desto nothwendiger, und ich war besorgt, ihn diese auch stets zu verschaffen. Trotz unserer verschiedenen Verhältnisse, schlossen wir doch bald einen Freundschaftsbund und wir liebten uns auch als solche, und verbannten alle politische Meinungen aus unserm Umgange.(Schluß folgt.) Ankündigung sehr wohlfeiler Ausgaben gesammelten Werke der Brüder Christian und Friedrich Leopold, Grafen zu Stolberg. 20 Bände in 3. vor einigen Jahren herausgekommene Ausgabe dieser Werke, der als Zierde viele Abbildungen beygegeben sind, kostet Vierzig Thaler, ein Preis, der Vielen zu kostbar ist; daher denn vielfältig der Wunsch, daß davon eine wohlfeile veranstaltet werden möchte, und ich suche hiermit diesen Wunsch zu erfüllen. Es werden zwey Ausgaben ohne Kupferstiche: 1) auf sehr schdnes Schreibpapier, alle 20 Bände(zoo Bogen) zu Funfzehn Thaler, a) auf ordinär Druckpapier zu Zehn Thaler. ( 408 1 Für die ersten 1o Bände Schreibpapier wird pränumerirt 7 Rthlr. 12 Gr., für Druckpapier'5 Rthlr. Diese sollen im Februar 1827 geliefert werden.— Bey Ablieferung des tin dis 20 Bandes, welche sicher im Juli 1827 geschehen wird, werden wieder 7 Rthlr. 12 Gr. für Schreibpapier,— 5 Rthlr. für Druckpapier gezahlt. Inhalt dieser Werke: Die Helmich'sche Buchhandlung in Bielefeld nimmt Bestellungen an. Friedrich Perthes von Hamburg. Im September 1826. Neue Spiele für Kinder, welche in der Helmich schen Buchhandlung in Bielefeld zu haben sind: Der Freyschütz. Ein Würfelspiel mit 24 Karten und 8 Würfeln. Preis ½ Thaler. Die Erbschaft in Krähwinkel. Ein belus stigendes Lotteriespiel mit 72 Karten. Preis 2/3 Thaler. Der Weihnachtsabend. Ein Würfelspiel. Preis 2/3 Thaler, Wirth und seine Gäste. Ein unterhaltendes Würfelspiel, mit x Plane, 6 Karten und 3 Würfeln. Preis ¾ Thaler Der Alte Ueberall und Nirgends. Ein neues Gesellschaftsspiel, mitr Spielplan, 12 Karten und 4 Würfeln. Preis Thaler. Geographisches Frag= und AntworteSpiel. rte Abtheilung, Europa, mit 150 Karten Preis ¾ Thaler. Die Amoretten. Ein Gesellschaftsspiel mit s Karten und 8 Würseln. Preis ½ Thaler. Die Würfel=Dame, oder das neue Damenbrettspiel. Preis 1/24 Thaler. Die Blindekuh. Ein Gesellschaftsspiel. Preis ½ Thaler. Das Schimmelspiel. Ein Würfelspiel mit s Karten und 6 Würseln. Preis ¼ Thaler. Bielefeld. Verlegt von dem Buchdrucker Küster. Gra Wegen der Jord Nach höhere gabe=Fonds lenden Zahlu: richtigt, jed des laufenden Resten pro 1 Es werder Forderungen niglichen Reg 1826 haben, reichung der zustellenden? daß spätest Sub Im Wege: heydesche 9 bestehend aus 5 Scheffelsag