Abonnements=Preis: Vierteljährlich 12 Ser. Insertions=Gebühr: Die Zeile oder deren Raum und Anzeiger für Westhofen, Ergste und Hennen. Erscheint: Mttwochs und Redaction, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. re Die nächste Nummer des Schwerter Wochenblattes erscheint des Weihnachtsfestes wegen schon am Donnerstag, und bitten wir die für diese Nummer bestimmten Anzeigen bis spätestens Donnerstag, Morgens 10 Uhr, einzusenden. Die Expedition. 1 schnell und u entwöhnen, empfehle ich äuse ein bein Ahaus. Traugott Ehrfehlen. seit 1822 begen s Tausende von Carl Braus in kennungen, 8. lugenwasser hat dieses Augenimmer schöner . Whitc's Ausehr gute Dienste irksamkeit Ihres s. w. Das grose Velt=Conest in Ron. Concilium Oecumenicum XX. In Rom selbst zählt man von Anfang der Christenheit nur 18 ökumenische Kirchenversammlungen. hnet man aber das erste apostolische Concil dazu, und das letzte, eben jetzt zusammenberufene, so sind es gerade a0 solcher ökumenischen Synoden oder KirchenversammlunEtliche zählt man nun freilich nicht in Rom, so z. B. is zu ae nstanz(1414), wo buß als Ketzer vergrtheilt s d. vn zu Basel(1431), wo es nicht naug vem Sinne Roms ging. Ein ökumenisch Coneil ist nun lich ein Erdkreis=Concilium, denn Oecumene bedeutet Erdkreis oder alle Welt, wie es öfters in der heiligen Schrift vorkommt, z. B. von der großen Hungersnoth zur Zeit der Apostel unter Kaiser Claudius, wo es heißt, sie(die Hungersnoth) solle kommen über„den ganzen Kreis der Erde“ Das letzte allgemeine Coneil war das lange Coneil nach den 9. December, vom Papste Pius IX. so feierlich ist erAls erstes ökumenisches Concil rechnen die Römer das zu Nicäa 325 nach Christo unter Kaiser Konstantin, dann als das 2te das zu Konstantinopel(381), das 3te zu Ephesus(431) d das 4te zu Chalcedon. Die Bekenntnisse, und 4ten Coneil für den christlichen testanten der Resornationzeit hoben inmer, feiglsg,. daß sie sich an diese Bekenntnisse in Wahrheit hielten. Merkwürdig ist nun, daß die Römer das erste, schte apostolische Concil nicht als das erste an die Spitze steuen. Und das ist doch das wahre Muster=Concil. Da gabs schon Zank und Streit genug, aber Petrus redete ein Wort des Friedens, und Jakobus faßte alles hübsch friedlich zu: sammen und Paulus und Barnabas stimmten zu, und„ die Aeltesten und auch die Brüder, also die Gliever=Gemeinde. Und der Brief, den Jakobus im Namen der Apostel und der Aeltesten und der Brüder in der Gemeinde abfaßte, ging zu allen Heiden=Christen, wie eine FriedensDie Nachrichten über das Concil in Rom mehren sich zu Tag. Es wird alles ganz genau beschrieben. Aber es wird uns der Raum fehlen, all den Berichten gerecht zu werden. Und wir wollen auch gern den Schluß abwarten. und sehen, was das Ende bringt. Landtag. Berlin, 13. Dec. Beim Beginne der Verhandlungen über das Consolidationsgesetz meldeten sich zur General=Debatte zehn Redner gegen und dreizehn für die Vorlage. Der chinesische Gesandte mit drei Begleitern wohnte einem Theile der Sitzung in der Diplomaten=Loge bei. In Discussion erklärte der Finanz=Minister Camphausen, er sei zur Uebernahme des Finanz=Ministeriums hauptsächlich durch den Wunsch bewogen worden, die nationale Politik des Grafen Bismarck zu fördern. Bezüglich des Gesetzes selbst sagte er, die schweren Lasten, welche dem Lande aus dem bisher festgehaltenen System der Staatsschuldentilgung erwuchsen, hätten längst eine Reform desselben wünschenswerth gemacht. Er vertheidigte dann die Grundzüge seiner Vorlage. Verschiedene Amendements sind eingebracht. Gegen 4 Uhr wurde der Schluß der General=Debatte angenommen und die Special=Debatte auf morgen vertagt. 14. Decbr. Abgeordnetenhaus. Durch ein dafür;§. 1 wird mit großer Majorität angenommen; nach längerer Debatte§. 2 ebenfalls nit einer bloß redactionellen Aenderung und unter Verwerfung mehrer Amendements. —14. Dec. Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner heutigen Abendsitzung die Special=Debatte über das Consolidationsgesetz fort. Die§§. 3 und 4 wurde verändert nach der Regierungsvorlage, und§. 5 in der Fassung der Commission mit einem unwesentlichen Zusatze von Braun(Wiesbaden) angenommen. Zu§. 7 von Lent beantragtes Amendement in Betreff der Depositalfähigkeit der consolidirten Anleihe angenommen. Auch die übrigen Paragraphen wurden einzeln, und dann das ganze Gesetz bei Namensaufruf mit 242 gegen 128 Stimnen angenommen. Schreiben des Handels=Ministers wird der Vertrag über die Venlo=Hamburger Eisenbahn vorgelegt, unter Hinweis, daß eine Pflicht zur Vorlegung nicht vorhanden sei. Der Handels=Minister bringt eine Vorlage ein, beir. die 40 Eisenbahn=Anleihe Behufs Uebertragbarkeit einzelner Posten für Eisenbahnlinien; sie geht an die vereinigte Finanz= und Handels=Commission. Es folgt die Special=Berathung über das Consolidirungsgesetz nach dem Resumé der Generaldiscussion durch den Referenten von Henning. Zu§. 1 sprechen: Virchow dagegen, Minister Camphausen Deutschland. Berlin. Für die nächste Session des Zollparlaments soll u. A. auch eine mäßige Erhöhung des Kaffeezolles in Aussicht u In der ganzen preußischen Arm e gibt es keine Militärprediger mehr, sie sind über Nacht lauter worden: Militäroberpfarrer, Divisionspfarrer, Garnison pfarrer, Marinepfarrer, Kadettenpfarrer. An der Spitze der Miltärgeistlichkeit steht der Feldprovs„igen g. — Dr. Strousberg hat auf die Braunschweigischen Eisenbahnen 27½ Mill. Thaler baar geboten. Der merkwürdige Mann muß schon ein gutes Gedächtniß haben, wenn er nur die Namen und Orte aller Geschäfte merken will, an denen er betheiligt ist. Sein Hauptbuch möchte ich einmal Oesterreich. Der Reichsrath in Wien hatte sich gerade versammelt, da verließen 10,000 Arbeiter ihre Werkstätten und Fabriken und marschierten auf dem freien Platze vor dem Palaste auf, lautlos ordneten sie sich im Kreis und entsandten eine Deputation an den Ministerpräsidenten. Was wünschen — Vier Dinge: 1) und 2) vollständige Vereins= und Versammlungsfreiheit, 3) gleiches direktes Wahlrecht,4) als Bürgschaft Abschaffung des stehenden Heeres. gleich?— Nein, aber sobald als möglich, wir bitten, daß die Gesetzentwürfe dem Reichsrath vorgelegt werden. Geschieht es nicht, so werden wir wiederkommen, aber nicht 10,000, sondern 100,000 Mann. Lautlos, wie sie gekommen, Von nichten Jehe an sol durch den öberzeihisßhen Lloyd eine direkte Dampfschiffahrt nach Indien aver Suez eröffnet werden.„ 6 Fraurreich. Privatnachrichten aus Paris zufolge hätten wieder einmal eine größere Anzahl von Soldaten der in Frankreich internirten hannöverschen Legion Schritte gethan, um von der preußischen Regierung die Zusicherung straffreier Rückkehr in ihre Heimath w echalten. — Es ist ein eignes Ting um das Gewissen. Einer der schrecklichsten Mörder, der sieben Menschenleben auf dem Gewissen hat, amüsirt sich in seinem Gefängnißhofe mit dem Werfen von Schneeballen und liefert seinen Kameraden lustige Gefechte. In wenigen Tagen wird er vor dem Schwurgericht stehen, der gräßlichsten Verbrechen angeklagt; denn es ist Traupmann in Paris. In Marseille sind anläßlich einer zur Feier des Concils veranstalteten Illumination Rubestörungen vorgekommen.„ Italien. Rom. Am 15. Dec. haben sich die Mitglieder des allgemeinen Concils überzeugen können, daß sie in Sicherheit berathen können. Der Kriegsminister hat nämlich bei schönem Wetter eine Revue über die halbe Armee abgehalten. Die Kaiserin von Oesterreich, die Königin von Würtemberg, der König von Neape., die neavolitanischen Prinzen und der Herzog von Parma wohnten diesem Schauspiel bei. Die Concilväter klatschten von der Tribüne den vorüberziehenden Fahnen Beisal. u ge In Rom zählt man gerade so viel Kirchen und Kapellen, als das gewöhnliche Jahr Tage hat, nämlich 365. Am Eröffnungstage des Coneils läuteten alle Glocken und von der Engelsburg donnerten die Kanonen. Den deurschen Bischöfen rühmt man nach, daß sie sich, wie in ihrem Vaterlande, hübsch zu Hause halten, dagegen sind die französischen in allen Kaffeehäusern, Lesecirkeln, Gallerien und Promenaden zu sehen. Am meisten staunen die Römer über die arabischen Bischöfe in ihren weißen Burnussen und über den chinesischen Bischof in seiner eigenthümlichen Landestracht. — Nach der eigentlichen Eröffnung des Concils am 8. d. Mts. wird vor dem Feste der Epiphanie vermuthlich keine weitere Sitzung erfolgen; während der Zeit aber werden die fünf Congegrationen und die Commissionen der 24 Mitglieder mit den einzelnen Fragen sich beschäftigen. Eine Commission aus drei gelehrten anglicanischen Geistlichen soll nach Rom kommen, um mit einer hier dazu bestimmten Commission die verschiedenen der ersten vorzulegenden theologischen Streitfragen zu discutiren. Ebenso hat sich ein Erzbischof mit einigen Bischöfen der schismatischen griechischen Kirche angesagt, um gegenseitig mit römisch=katholischen hierzu bestimmten Prälaten die verschiedenen Glaubensdifferenzen der abendund morgenländischen Kirche einer eingehenden Besprechung zu unterziehen. Das Concil soll 7 nate dauern. König Franz von Neapel verkauft von seinen Kunstschätzen ein Stück nach dem andern an das britische Museum. Sein Haushalt ist äußerst knapp bestellt und hat so eben einen kleinen Zuwachs bekommen. Die bayerische Schwiegermutter hat 6000 Thaler zur Wochensuppe geschickt. Großbritannien. London, 11. Decbr. In der kleinen Kirche des wenige Meilen stromaufwärts von London gelegenen Oertchens Weybridge stehen nun schon neun Särge der verbannten französischen Königsfamilie. Ludwig Philipp mit seiner Gemahlin, die Herzoginnen von Oleans und Nemours nebst vier Kindern des Herzogs von Aumale sind dort bestattet, und gestern kam der neunte Sarg mit den sterblichen Ueberresten der Herzogin von Aumale dazu. Sie kränkelte, seit sie den Tod ihres ältesten Sohnes, der vor drei Jahren in Australien durch den Typhus hinweggerafft wurde, erfuhr, und neben seinem Sarge steht jetzt der ihrige. In Irland sind die Religionsprügeleien so arg geworden, daß die Regierung an einigen Orten hat den Belagerungszustand verhängen müssen. Amerika. Washington. Der Congreß(die Kammern) ist hier am 6. Dec. mit einer langen Botschaft(Thronrede) des Präsidenten Grant eröffnet worden. Nach dieser Botschaft betrugen die diesjährigen Einnahmen 370 Millionen, die Ausgaben 321 Millionen Dollars. Der Präsident empfiehlt, eine sofortige Ermäßigung der Steuern um 60—80 Millionen eintreten zu lassen. Trotz dieser Herabsetzung dürfte die Schuldentilgung im nächsten Jahre die diesjährige noch überragen.— In Bezug auf die aufständische(Spanien zugehörige) Insel Cuba gesteht der Präsident, es sei die Zeit noch nicht gekommen, die Aufständischen als kriegführende Partei anzuerkennen; übrigens bestehe die Union auf ihrem Rechte, zu entscheiden, wann es Zeit sei, ein im Aufstand begriffenes Volk anzuerkennen. Westfalen und Rbeinland. Menden. Der am 15. d. M. stattgefundene Viehmarkt — hauptsächlich Schwarzvieh=Markt— war stark besucht und mochten wol an 330—50 Stück Vieh zur Stelle sein. Die Nachfrage war zu Anfang eine lebhafte, und stellten sich deßhalb die Preise für 100 Pfund. Doch sank der Zufuhr im Lauf ise des Be Uhr 100 Pfund mit 15 Thi tät anbelingt, so war distellend; fette schmere Thi Menden, während des Gottesd enstes, neue Thurm der katholische Sturm abgeschlagm. Ein gr Schaden, daß kein Menschen auf 17 Thlr. per Folge bedeutender #in man gegen ½12 — Was die Qualigemeinen zufri den4 * * Lengerich, 12. Dec. In der verflossenen Woche haben hier gegen 200 am Tunnelbau der Venlo=Hamburger Bahn beschäftigte Arbeiter die Arbeit eingestellt. Ein Bauunternehmer, der die Ausschachtung des Tunnels zu sehr niedrigem Satze unternommen hatte, fand dabei seine Rechnung nicht und konnte am letzten Löhnungstage seinen Arbeitern den vierzehntägigen Arbeitslohn nicht bezahlen, sondern verwies sie an die Bauverwaltung. Von dieser abgewiesen und ohne Aussicht zu ihrem Gelde zu kommen— da der Unternehmer keine Kaution hinterlegt hatte— legten sie die Arbeit nieder, zwangen auch die übrigen Tunnelarbeiter durch Drohungen, nicht weiter zu arbeiten, vernagelten die Oeffnung des Tunnels und zogen lärmend und Drohungen gegen die Baubeamten ausstoßend durch die Straßen. Nachdem man mehrere Tage vergebens versucht hatte, sie zu beruhigen, mußte endlich von Osnabrück aus ein Detachement 53er herbeigerufen werden, nach deren Ankunft die Ruhe nicht weiter gestört ist.(Ess. Ztg.) Die Kirchweihe. Schwerte, 16. December. Die Nachbargemeinde Aplerbeck feierte gestern ein seltenes Fest. Die schöne Feier galt der Einweihung ihres neuen Gotteshauses, das als ein Denkmal der Baukunst und Gottesfurcht dasteht, und in seiner schönen Kreuzform an Räumlichkeit, Ebenmaß und sinniger Vollendung den schönsten kirchlichen Bauwerken im weiter, deutschen Vaterlande würdig zur Seite treten darf. Das feierliche Thurmgeläute im C Dur=Accord, aufgerichtet von dem Glockengießer. Herrn Rinker zu Westhofen, lud die Gemeinde, gegenwärtig an 7000 Seelen stark, laut Festplogramm gegen 10 Uhr zur Abschiedsfeier in der alten Kirche ein. Nach dem Liede: Soli deo gloria knüpfte der zweite Pfarrer der Gemeinde, Herr Pastor Mainberg, sein Abschiedswort an Pfalm 121, 8:„Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigleit,“ und schilderte in herzinniger Weise den kirchengeschichtlichen Verlauf der Gemeinde vom hohen Voralter an bis zur Jetztzeit. Nach dem Schlußgesange:„Unsern Ausgang segne Gott", verließ die feiernde Versammlung mit bewegtem Herzen das alte Gotteshaus, das an 900 Jahre zu gottesdienstlichen Zwecken benutzt worden, und bewegte sich in vorgeschriebener Ordnung unter Vorantragung der heil. Gefäße nach dem neuen Dom, der nunmehr zum ersten Mal erschlossen wurde, um die fast unübersehbare Schaar der Kirchgänger in seinen weitgedehnten Hallen aufzunehmen. Der Herr General=Superintendent Dr. Wiesmann legte nach einleitendem Chorgesang das Weihewort zum Grunde, Hesekiel 37, 27:„Und ich will bei ihnen wohnen, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein". Daran schloß sich eine erbauliche Ansprache des Herrn Präses der ProvinzialSynode, Pfarrer Dr. Albert zu Gevelsberg. Darauf nahm der Herr Assessor der Prov.=Synode, Herr Superintendent, Pfarrer Polscher zu Lünern, das Wort, dem alsdann eine Begrüßung der Kgl. Regierung zu Arnsberg, seitens des Herrn Consistorialraths Buschmann folgte. Nachdem nun Herr Pfr. Mainberg vor dem von dem Herrn Freiherrn v. Elverfeldt der Gemeinde geschenkten neuen schönen Attar die Liturgie gehalten, bestieg nach einem Chorgesang der erste Pfarrer der Gemeinde, Herr Pastor Lohoff, die von Herrn Rittergutsbesitzer Schulze=Dellwig geschenkte, in geschmackvollem Styl erbaute, neue Kanzel und sprach über das prophetische Wort: Haggai 2, 9:„Es soll die Herrlichkeit des letzten Hauses größer werden, denn das erste gewesen ist, spricht der Herr Zebaoth“, indem er in sinniger und herzlicher Weise die äußere Herrlichkeit des neuen Gotteshauses der Gemeinde vor Augen malte und ihr mit ernster Betonung den innern, geistlichen Bau auf den Grund und Eckstein unsers Heils ans Herz legte. Nach einem abermaligen Chorgesang und dem Schlußliede:„Jehovah, Jehovah, deinem Namen“ 2c. endete die kirchliche Feier, welche der Gott aller Gnaden der Gemeinde Aplerbeck, an ihren Kindern und Kindeskindern segnen wolle. Ein im Hotel Märtmann arrangirtes Festmahl konnte die Schaar der Gäste von Nah und Fern kaum placiren. Der General=Superintendent eröffnete den Toastreigen mit einem sinnigen Gesundheitsspruch auf Preußens frommen König, der mit großem Jubel aufgenommen wurde. In dieser frohen Stimmung verlief das schöne Gemeindefest, welches allen Theilnehmern in unvergeßlichem Andenken bleiben möge. Vermischtes. Von Copenhagen aus läuft durch alle Banken und Bänke ein stiller Schrecken. Der Nationalbank daselbst legte ein Lithograph ein Paquet 5=Thalerscheine vor und bat zu prüfen, ob sie falsch seien. Die Herren setzten ihre Brille auf die Nase, brauchten ihre Lupe, sahen nach den Geheimzeichen und sagten nach gehaltenem Rath: alle ächt!— Alle falsch! antwortete der Lithograph, ich habe sie selber gemacht, und wie dieses da, kann ich alles inländische und fremde Papiergeld nachmachen, daß Niemand es vom ächten unterscheiden kann. Die Directoren nahmen den gefährlichen Mann, der übrigens ein ihnen wohl bekannter Ehrenmann ist, bei Seite und baten ihn, Vorschläge zu neuem Papiergeld zu machen, das nicht nachgeahmt werden könne; denn ohne Papier gehe es einmal nicht. Am 12 Dec. ging Braumeister Dreßler aus Sömmerda auf die Jagd und schoß ein Rebhuhn, das in die Unstrut fiel, er suchte es herauszufischen, blieb mit dem Gewehr im Weidengestrüpp hängen, das Gewehr entlud sich und die Kugel ging dem Unglücklichen mitten durch die Brust. Er hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Die Papierfabrik Wertheim bei Hameln, zu 377,000 Thlr. versichert, ist vollständig abgebrannt. In Weimar ging ein fremder Schuhmachergeselle fechtend von Haus zu Haus und brauchte dazu mehrere Tage. Endlich wurde die Polizei doch aufmerksam, der Handwerksbursche wurde arretirt und man fand bei ihm die Summe von 821 Thlr. Wie lange mag derselbe wohl in Stadt und Land gebettelt haben, um eine solche Summe aufzubringen? Oder sollte er nebenbei lange Finger gemacht haben? Noch ehe das Jahr zu Ende geht, soll eine neue Kugelspritze, die in einer Minute 400 Schüsse abfeuert, in Berlin probirt werden. Der Erfinder ist ein Augsburger und befindet sich bereits in Berlin, um seine Maschine selbst zu leiten. Der Seminarist Bieland in Berlin, der auf den Prediger Henrici im Dom geschossen hat, ist vom Schwurgericht zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Das Kochbuch von Henriette Davidis, aus dem viele tausende westfälische Hausfrauen ihre Kochkunst erlernt haben oder das ihnen ein zuverlässiger Rathgeber geworden ist, feierte am 4. Dezember d. J. sein 25jähriges Jubiläum. Todesanzeige. heute Morgen gegen 8 Uhr entschlief sanft nach längerm Krankenlager unser theurer Gatte, Vater und Großvater Diedrich im vollendeten 73. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Die Hinterbliebenen. Villigst, den 18. Dec. 1869. Bekanntmachung. Das Anfahren von circa 80 Schachtruthen Pflastersteine, aus den Steinbrüchen bei Westhofen, sowie das Anfahren incl. Gewinnung von circa 80 Schachteuthen Pflastersand, von der Kieshardt an der Ruhr, soll im Wege der öffentlichen Submission verdungen werden. aufgefordert, ihre versiegelten Offerten bis zum 28. d. Mts., Morgens 10 Uhr, auf dem hiesigen Magistrats=Büreau, wo die Bedingungen einzusehen sind, abzugeben. Schwerte, den 21. December 1869. Gelz=Verkäuf. Herr Gutsbesitzer C. D. Rasche in Berchum läßt sam Mittwoch den 29. Dec. c., Morgens 9 Uhr, in seinen Waldungen oberhalb Ergste, District Hapke und Stüvpenberg, Rummern Eichen und 30 Nummern Buchen, zu Btetter=, Bau=, Gruben= und Geschirrholz geeignet, öffentlich meistbietend versteigern. Sammelplatz an Ort und Stelle. Nach diesem werden 15 Morgen Eichen Niederwald zu Grubenholz geeignet, im Ganzen auf's Meistgebot ausgesetzt. Am Pütter bei Hennen, 16. Dec. 1869. Puetter, Auctions=Commissar 11 Haus-Verkauf. ####3 Verziehenshalber wird Wilh. Isken sein an der Mühlengen werven. sstraße hier belegenes Wohnhaus nebst Unternehmungslustige werden hierdurch Hofraum am Donnerstag den 23. d. Vormittags 11 Uhr, in dem Hause des Wirths Carl Hagemann hierselbst zum Verkauf aussetzer den 17. Decbr. 1869. Lennings. verkaufe eine große Parthie Waaren zu Geschenken geeignet zum Einkaufspreis. J. Samson. Die Buch- und Galanteriewaaren-Handlung von C. 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Wirth. 3 „ Anzeige und Empfehlung. S Hiermit bringe mein wohlassortirtes Lager in Schuh=Waaren E Hiermit zeige ergebenst an, daß ich der nahenden Weihnachtsfeier wegen mein in dem Hause des Herrn Th. Storck hier eröffnetes Geschäft aufs reichhaltigste assortirt habe und empfehle eine schöne Auswahl Petroleum=Lampen, Gaskugeln, Cylinder, feine Glas=, Blech= und Drahtwaaren, Britannia=Löffel, besonders mache ich auf eine schöne Auswahl Messer= und Gabelkörbchen aufmerksam, welche zu den biligsten Preisen abgebe. Schwerte, den 9. December 1869. L. Mönnig. r ee Hen Bewohnern von Schwerte und Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich von heute ab mein Colonial- u. Kurzwagren-Geschäft, * eröffnet habe. Bei bester Qualität meiner Waaren, verspreche die &a2 billigsten Preise, wozu durch sehr günstige Einkäufe im Stande bin„ * und bitte um geneigten Zuspruch. 8 Schwerte, 18. December 1869. 4 Se hte in. 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Nach einer steyrischen Sage. Zur Hammelpastete! 1 Erzählung nach einer wahren Begebenheit, von S. Schlesinger. Die y abgeschnittenen Finger. Nach einer wahren Begebenheit von Stelzer.# Die Bauernfänger von Berlin. Sittengemälde von Wolfg. Bernhardi. f Geschichte eines Ringes, erzählt von Paul Matthies. Der Schattenkönig. Preisgekrönte Erzählung von O. Wilz. Des Försters Traum. In Preisgekrönte Novellete von Paul Matthies. Auf dem Berliner Hoch sU gerichte. Von Wilhelm Petsch. Ein Duell in Köthen. Humoreske von O. Reinsdorf. Das blaue Gespenst. Humoreske von C. Dümmet. Wunderbare Warnung. Erzählung von Paul Matthies. Die holde Schöne. Humoreske von Hugo Busse. Die Erbin von Falkenhorst. Erzählung von Rudolf Schurich. Ein Besuch im Irrenhause. Von Amalie Marby. Aus Langerweile. Eine kurzweilige Geschichte von Th. Gentz. Kabale und Liebe. Humoreske von Hugo Busse. Iwa= fi nowitsch und Kathinka. Novelle von Oskar Schilling. Graumann. Erzählung von C. Dümmet. Berlin arm und reich. Romantisches Lebensbild von Wolfg. Bernhardi. Die Geheimnisse der Klöster. Außerdem noch viele andere größere und kleinere Erzählungen, Gedichte, Räthsel, Rebus, Gerichtsverhandlungen, Vermischtes, Postillon# d’amour mit Gratis=Annoncen für Liebende. Es fanden zwei Prämienvertheilungen von guten Büchern statt. Im nächsten Jahre u. A. Preis=Rebus, wobei die Rathenden Preise von guten Büchern, 1 Dukaten 2c. erhalten können! Man abonnire bei der nächsten Post=Anstalt oder Buchhandlung mit 15 Sgr. auf das erste Quartal 1870. 0 Berlin. R. Bergmann's Verlag, Gitschinerstr. 17. SOGESE SESESESEEESEGEE EGEGESEGEGEGESEEEEESESESE Sanitäts-Controle. Die täglich mehr um sich greifenden Fälschungen der Chocoladen machen ein Produkt, wie es sein soll— pure Cacao mit Zucker— fast zur Seltenheit. Gemahlene Cerealien, Fette, Farbe und Gewürze sind oft der ausschließliche Bestand von Erzeugnissen, welche als Chocolade verkauft werden. 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