9 Nro. Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Freytag, den z. Jänner. I. Citationes edistales. Aus Befehl Sr. Hochwürden Herrn OfEt ficialen werden diejenige welche einige Ansprach und Forderung an den in der Stadt Düllmen wohnenden Doctoren Eltrop und dessen Gütere zu haben vermeinen hiemit Edictalweise verabladet„um auf den hten Tag nach Bekanntmachung dieses im Paradeiß der hohen Kathedralkirchen Vormittags um 10 Uhr durch bevollmächtigte Anwäldte ihre habende Ansprach und Forderung unter Straf des ewigen Stillschweigens übergeben zu lassen. Lignat. Münster den roten Decemb. 1770. Aus besondern Befehl Sr. Hochwürden Herrn Officialen B. H. Funcke, caufa Adt. Allle und jede Gläubigere der Wittiben ** Gerd Henrich Nienhaus in Alstätte werden hiedurch zum dritten und letzten mal edictaliter verabladet, um binnen 9# Tage nach Bekanntmachung dieses ihre an gedachter Wittiben habende Forderungen samt darüber sprechende Urkunden, Handschriften 2c. nebst richtigem mittels Eides zu erhärtenden Zinsen=Verzeichniß bey Straf ewigen Stillschweigens bey hiesigem Gerichte vor= und einzubringen.“ Signatum Ahaus den 18. Nov. 1776. Ad judiciale Decretum Hacking, A#. II. Gerichtliche Notifications. Aus Befehl des Hochfürstl. Münstrischen Richtern zum steinern Kreutz, Ahaus Ottenstein wird hiedurch bekanne gemacht wis daß auf Ansuchen Gebrüdern Laing K. 4 * 1 Wessum Bauersch. Graes das zu Befriedigung deren in Execurivis wider Succumbenten verfahrenden Gläubigeren angewiesenes Erbe Woesthus am rzten künftigen Monats Januar 1777 Vormittags rollhr in hiesigem Rathhause dem Meist= und Letztbietenden gerichtlich verkaufet werden solle. Dann werden zugleich aue und jede obgedachter Gebrüderen Laing Gläubigere hiemir zum ersten mal zoffener Edictalweise ciOsnabrück. Am raten dieses Monats e wahrscheinlich zwischen-8 und 9 Uhr Abends, ist in dem von Korfischen Wohnhofe mittels Ersteigung der hohen Mauer, und gewaltsamer Erbrechung einesSchreib Boureaux, eine beträchtliche Summe Geldes gestohlen worden. Es befindet sich unter andern dazwischen ein weiß seidener Beutel mit grüner Seide gestickt; worin eine goldene Osnabrückische Wahlmünze,8 Stück neue Cremnitzer Ducaten, rrarer doppetter Ducate, und 9 Stück verschiedene Ducaten, als einer der Stadt Hamburg, einer mit einem Lamm, einer mit dem Bildniß des Heil. Josephs, einer mit des Heil. Johannis des Täufers, und sonsten nicht tiret und abgeladen, um innerhalb9 Tagen nach Verkündigung dieses ihre Forderungen samt rückständigen Zinsen allhier beym Protocoll bey Straf ewigen Stillschweigens zu proponiren und zu sehen; daß sie ex licttato des obgemeldten Erbe befriediget werden sollen. Lignat. Ahaus den r6. December 1776. Ad judiciale Decretum en#ecking, Grschr. III. Gestohlene Sachen. gewöhnliche. Ferner ein Linnen Beutel mit etwa 14 bis 18 Rthl. feine Gulden und besonders eine übergoldete Schaumunze vier Gulden werth, eine Münze worauf das Münstersche neue Schloß befindlich; ein Preußischer Thaler, das übrige an doppelte und einfache Gulden mit dem Andreas oder das Luneburgische Pferd, wie guch einige dergleichen 6 Mgr. Stücker und Englische Heppens, Varting und r Stüber Stück. Wenn von obigen etwa jemand was zu Gesichte käme, wird sehr ersucht, dem Intell. Comtoir davon Nachricht zu geben, bämit, wenn es möglich, man die wahrscheinlich gewesene zwey Thäter erfahre. Daam sten dieses, als am freyen Jahrmarkte, dahier ein fremder Jud, Ramens Calman Schloomen, 73 Jahre alt ku rzer ziemlich gesetzter Statur, pockengrübig und braunlichen Gesichts, schwarzkrausen Haaren, schwarzen Augen einen grünlich en Rock und Kamisol, einen blauen Ueberr oa Schuh und Strümpfe, und eine schw arzsammetne Reisemütze tragend##i nes entwendet haben sollenden Beutels mit Geld halber gefänglich eingezogen worden, bey desselben Visitation auch zwey Beutele mit Geld, und zwar einer von weißgrauen Leine wand der andere aber von gestrickter Seid e mit röthlichen, grünen und weißen Stuei fen bey demsetben sich vorgefunden durch die eidliche Zeugen Aussagen auch soIII. Vermischte Nachrichten. wol, als in dem Verfolg vorkommenden Umständen sich einen starken Verdacht zur gezogen hat. Sowird allen und jedenzwelchen seit den dreyen letztern Monaten Beutels mit Geld diebischer Weise entwendet worden, hiemit bedeutet, sich desfalls ehestens bey hiesigem Gerichte zu melden. Si. g####c. Bochold den 28. Decemb. 2776. Vigore Decreti Cherpam, Grschr. Osnabrück. Am Montag den r3. Jan. und folgende Tage Nachm. 2 Uhr sollen in des Herrn von. Mönster nahe am Schlosse belegenen Wohnhofe verschiedene schöne MNeublen, als Tische, Stühle, Schränke, Schreib== und Spiegelkomoden Bettstellen, gegen rooo Pfund gutes brauchba7870462 res und best englisches Zinn, Kupfer„Meß sing und Eisengeräthe, eine Quantität fein Ostindisch„Dresdener und ordinair Porcellain bestehend in Schüsseln, Teller, Tassen, Aufsätze 2c; Spiegel, einige Kugelbüchsen und Jagdflinten, Pferdegeschier, mit und ohne meßingen Beschlag, recht gute und noch fast neue Betten, Maträtzen und baumwollene mit Taffet überzogene Ueberdecken einige Zelter, verschiedene feine Mannskleider seidene dammastene Schlafröcke, feine Manschettenhemde, seidene Strümpfe, Silbergeräthe, 46 Stück schöne Schildereyen von berühmten Mahleren, verkaufet werden. Die Sachen können die Woche vor der Auction in Augenschein genommen werden, die Liebhaber wollen sich aber vorher bey dem Commiss. Oldenburg melden. Demnach die Wittib des abgelebten Raths dienern Overmann ihre auf der LöerStraße gelegene Behansung zu verkaufen, oder convenable zu verheuren gesinnet ist; so wird solches dem Liebhaber hiemit kund gemacht, um sich bey gedachter Wittibe zu melden. Der durchgehends verbesserte und vermehrte Hochstifts Münsterische Adreß= Calender auf das Jahr 1777 ist bey Anton Unterschied des Einbandes zu9 und roggt zu haben. Bey dem hiesigen Hofbuchhändler PerreC nonist zu haben: Astrologischer Calender auf das Jahr 1777 welcher richtig das Wetter jeglichen Monats Viertel, die Donnerwetter ausgenommen anzeiget. Berechnet nach der Münsterischen Polhöhe durch den Herrn von Fagat. Iggr. Das betrachtete Evangelium, auf alle Tageim Jahre, nach der Uebereinstimmung der vier Evangelisten abgetheilt, zwölf Theile, aus dem Französischen übersetzt, 8 Bamberg 1777. 6 Rthl. Des Hochwürdigen Herrn Thiebaut Homilien über die Episteln auf alle Sonntage und Hauptfeste des Jahrs, 4 Theile aus dem Französischen übersetzt, gr. s. Augsburg 1770 4 Rthl. 8 ggr. Ein Bedienter, der gut rasiren und frisiren E kann, suchet bey einer Herrschaft Condition. Das Intellig. Comt. giebt weitere Nachricht. (Es verlanget jemand einige Herren gegen E billigen Preiß auf ein viertel halb oder ganzes Jahr in der Kost. Das Int. Comt. giebt weitere Anweisung. Wilhelm Aschenborf in Commißion nach Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. bis in das Unglaubliche hinaustreiben. Es scheint überhaupt, die Amerikaner seyn aller Orten in die ihnen gelegten Schlingen gefallen; ihr Heer auf einige tausend Mann eingeschmolzen; ihr Verlust an Kanonen London, vom 20. Dec. Gestern ist das Kriegsschiff der Fowey, Capitain Montague; von Newyork angekommen. Da dasselbe dem Hofe Depeschen von dem Generale:Howe mitgebracht hat, und man vorläufig durch die Ankunft der Fregatte, die Thätige zu Erfahrung wichtiger Dinge vorbereitet war, so versahen wir uns der Herausgabe einer ausserordentlichen hiesigen Hofzeitung die aber noch nicht erschienen ist. Der glückliche Ausschlag der Brittischen Waffen wider die Rebellen ist uns daher noch nicht umständlich bekannt. Inzwischen wollen einige, die über sie erfochtenen Vortheile seyn mittelmäßig, da andere hingegen dieselbe und Gepäcke sehr beträchtlich und ihre Flucht schimpflich, indem sie so weit Fersengeld gegeben haben sollen, als sie verfolgt worden sind. Gestern lief eine Flotte von 150 Schiffen, welche in dem Laufe des gegenwärtigen Jahres die Truppen nach Amerika abgeführet haben auf der Themse ein und das Schiffsvolk auf denselben wurde sofort gepresset. Sie bestätigen insgesamt die hievorne angeführten Berichte, und setzen hin Washington würde sich vermuthlich unt seinen Truppen nach BoLon xetiriren, so 289 Englische Reilen von Newyork entlegen ist, indem zwischen diesen beyden Städten sich kein haltbarer Ort vorfindet. Lord Dunmore ist auch gestern von Newyork angekommen und bat die Bestätigung von dem Abzuge der Amevirantschen Armee aus ihren Verschanzungen zu Kingsbridge mitgebracht; der Hof wird aber nichts öffentlich bekannt machen lassen, bis er unmittelbar von dem General Howe die Umstände von dieser Begebenheit erhalten hat. Es sind Nachrichten vorLanden welche versichern; zu Newyork sey die Botschaft vorhanden, daß die Indianer, welche die westlichen Gegenden in Carolina und Virginien bewohnen, die Armee des Generals Lee, die der selbe in SüdCarolina versammelt hatte, plötzlich überfallen, und an 9000 Mann, ohne jemanden Quartier zu geben, niedergemacht bätten. Vor einigen Tagen sollte der General Lee mit seinem Torps bey der Washington= schen Armee eingetroffen, dermalen aber auf einer andern Bühne gleichsam aufgerieben worden seyn. Bey diesem offenbaren Widerspruche ist es eine ausgemachte Sache, daß wann letzteres sich bestätigen sOllte, die südlichen Provinzen von America mit ehestem zum Kreutel.=irden kriechen müssen. Man will wissen, daß ein Brief von dem Generale Washington an den Congreß zu Philadelphia aufgefangen worden sey, darinn er ZoVataillons für den künftigen Feldzug und selbst die Ernennung der Officiere begehrt, weil es denjenigen, die dermalen unter seinen Befehlen stehen, an zween wesentlichen Stücken, nämlich an Treue und Kriegserfahrniß, gebricht. Dr. Franklin ist, wie man vernimmt, zu Paris eingetroffen und will, in der Eigenschaft eines Gevollmächtigten von dem Congresse an dem dasigen Hofe mitTauschVorträgen sich eindringen; allein die ihm bereits ertheilte Antwert läßt ihm von Seiten des Ministeciums wenig hoffen. Nun bleibt ihm übrig, mit Privatleuten in dem Königreiche sich über Handlungs= Gegenstände zu besprechen, die ein= und anderen Theilen anständig seyn möchten. Der Hof hat desfaus am ryten Verhaltungen an den Lord Stormont unsern Botschafter zu Versailles, gefertigt, und heute andere Berichte von ihm erhalten. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Madame Elisabeth; des Königs von Frankreich jüngfigehohrne Frau Schwester welche, wie vorgegeben werden win, den Gegenstand der Reise Sr. Kaiserl. Masestät ausmachen dürfte, soll dem Monarchen ein Compliment in deutscher Sprache machen. An die 60000 Mann Königlicher Säb iien Anstalten bey reise des Kaisers zu paradiren und vor Sr. Kaiserl. Majestät unterschiedliche KriegsUebungen zu machens Wenn ein Bericht aus Alicante nicht teuschet so hat das Spanische Geschwader sich des Maroccanischen Hafens Tanger an der Meerenge von Gibraltar bemeistert, und Besatzung, daselbst ausgesetzt. Das wäre ein Meisterstreich, der einer Seits einen Strich durch die Absicht Rußlands diesen Hafen an sich zu bringen, machen anderer Seits aber den Engländern zu Gibraltar eine Brille auf die Nase setzen, und endlich den blukgierigen Maroccanischen Regenten gewissermassen im Zaume halten die Sache in das Fach der Möglichkeit aufgestellt werden mag, so gehören doch noch viele Umstände darzu, ehe sie unter die geschehenen Dinge gezählet werden darf. Nach öffentlichen Berichten soll die Kaiserinn Rußlands gesonnen seyn, an den ober= und niederrheinischen Kuhrhöfen und Creisen Residenten zu halten, um Ihre Angelegenheiten zu besorgen. Zu Cassel befindet sich dermalen von neuem der Englische Obriste Faucit, um die Vermehrung des in Brittischem Solde stehenden Landgräfl. Hessen=Casselschen JägerCorps zu betreiben.