II u. A Sn n 1 A ar II H DN P MTTTrAgtngsgung SHIRMM 1 M PAP WESMSHE IR a. a. Hun eeritcen n ERRN EEEEE R TEAEEE SERRE W S R MER ie Ar at NE-S AN FEESRRRRR „ Zeitung für Stadt und Land. Der Paderborner Anzeiger erscheint wöchentlich zweimal, des Mittwochs und Samstags, mit einer landwirthschaftlichen Beilage. Organ des landw. Kreis=Vereins. Abonnementspreis vierteljährlich 60 Pfennig. Inserate kosten pro 4 spaltige Petitzeile 10 Pfg. Reklame 30 Pfg. Nr. 127. ∆ Zur Frage der Handelsverträge. Noch immer steht die oifizielle Meldung von dem Abschlusse jenes hochbedeutsamen handelspolitischer Cinigungswerkes, über welches die Bevollmächtigten Deutschlands, Oesterreich=Ungarns und Italiens nun schon seit Monaten in der bayr ischen Haupstadt berathen, aus, Allerdings unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß der deutsch=italienische Handelsvertrag inhaltlich persect ist, wenn er auch noch der Unterzeichnung und Paraphirung bedarf, dagegen sind die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Oesterreich und Italien noch nicht vollständig beendigt, wie aus dem vom Handelsminister Marquis Bacquehem im Budgetausschusse des österreichischen Abgeordnetenhauses in dieser Frage kürzlich abgegebenen Erklärungen deutlich hervorgeht. Aber die noch vor handenen Differenzen sind offenbar nur untergeordneter Natur, sie können die handelspolitische Einigung auch zwischen Oesterreich=Ungarn und Italien vielleicht noch etwas hinausziehen, aber nimmermehr verhindern und sobald dann die österreichisch=italienischen Unterhandlungen zum Abschlusse gelangt sind, erfolgt vermuthlich gleichzeitig die Unterzeicknung des deutsch= italienischen und des österreichisch=italienischen Handelsvertrages. Hiermit würde sich das politische Bündniß zwischen Deutschland=Oesterreich=Ungarn und Italien zu einem wirthschaftlichen Bunde erweitern, wie er jedenfalls den gesammten Interessen der drei Reiche völlig entspricht. Es giebt allerdings Stimmen, welche meinen, das Zusammenschweißen der Mächte des Dreibundes auch auf handelspolitischem Gebiete könne nur vom Uebel sein und würde sicherlich die politische Eintracht zwischen den Betheiligten früher oder später stören, eine Anschauung, die bekanntlich in den„Hambg. Nachr.“ eine besonders eifrige Verfechterin findet. Indessen ist es wohl kaum nöthig, auf das, gelinde gesagt, Sonderbare einer solchen Auffassung vom Wesen und den Wirkungen einer Zollunion zwischen den Mächten des Dreibundes hinzuweisen, die Wichtigkeit einer Einigung von drei großen und produktionsreichen Staaten, die schon politisch so eng mit einander verbunden sind, wie bei beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche und Italien, auch auf wirthschaftlichem Gebiete, springt so sehr in die Augen, daß man die gegentheiligen Behauptungen getrost auf sich beruhen lassen kann. Wenn aber erst die Thatsache des vollzogenen deutsch= österreichisch= italienischen Handelsvertrages vorliegt, so wird dies alsdann nach anderen Seiten sehr rasch seine Wirkungen äußern. Denn dieser Vertrag bedeutet den wirthschaftlichen Zusammenschluß jenes gewaltigen Productionsgebietes, welches von den Gestaden der Ostsee bis zum Golf von Tarent und von den Karpathen bis zu den Vogesen reichend, schon längst durch politische Abmachungen umspannt wird. Es ist kaum denkbar, daß die kleineren Staaten, welche dieses Gebiet begrenzen, sich seinem Einflusse und seinem Schwergewichte entziehen könnten, wenn sie nicht risktren wollten, von demselben geradezu erdrückt zu werden. Es schweben denn auch bekanntlich schon seit längerer Zeit handelspolitische Erörterungen zwischen den zwei mitteleuropäischen Kaisermächten und der Schweiz, welche in Folge der deutschösterreichisch=italienischen Unterhandlungen unterbro chen wurden, aber sofort nach deren definitiver Paderborn, Mittwoch 11. November 1891. Beendigung wieder aufgenommen und möglichst rasch zu einem gedeihlichen Ausgange geführt werden sollen. Inzwischen sind handelspolitische Vorbesprechungen einerseits zwischen Deutschland und Belgien, andererseits zwischen Oesterreich, Serbien und Rumänien, in welchen später wohl auch Bulgarien mit hineingezogen werden dürfte, eingeleitet worden und alle diese Verhandlungen versprechen einen günstigen Ersolg. Ueber die handelspolitische Stellungnahme Dänemarks und der Niederlande ist noch nichts Näheres bekannt, dagegen scheint auch Spanien, verletzt durch die schroffe Haltung Frankreichs in der Weinzollfrage entschlossen zu sein, sich unter gewissen Bedingungen den wirthschaftlichen Abmachungen zwischen den Mächten des Dreibundes und den genannten kleineren Staaten anzuschließen. Jedenfalls kann wohl nicht mehr bezweifelt werden, daß bis zum 1. Februar 1892, an welchem Datum die meisten der jetzt bestehenden Handesverträge in Europa ablaufen, eine Art mitteleuropäischer Zollliga vorhanden sein wird, mächtig genug, um etwaigen Gegnern, vor Allem der französischen Republik mit ihrem seltsamen Gummisystem von Maximal= unb Minimaltarifen, die Spitze zu bieten. Die leitenden Staatsmänner Frankreichs haben allerdings nichts unversucht gelassen, die industrill oder commerciell wichtigeren kleineren Staaten durch Versprechung allerhand Vergünstigungen, wie sie der französische Minimaltarif gestattet, auf die französische Seite herüberzuziehen. Bis jetzt haben indessen diese Bemühungen keinen sonderlichen Erfolg gehabt, es scheint da offenbar, was bereits zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn bestehende und demnächst durch Italien verstärste Zollbündniß entschieden mehr Anziehungskraft auszuüben. * München, 8. Nov. Die Prinzessin Adalbert proklamirte gestern beim Essen die Verlobung der Prinzessin Elvira mit dem Reichsgrafen Rudolf Wobna=Freudenthal.— Der Herzog Max Emanuel stürzte gestern auf der Hasenjagd mit dem Pferde und zog sich einen Schienbeinbruch zu. * Rom, 7. Okt. Von der Friedensconferenz werden gestern wiederum mehrere ernste Zwischenfälle gemeldet. Der Franzose Gaillard bezeichnete die deutsch=englischen Anträge als sinnlos. Der Rumäne Fleva sprach von der Vergewaltigung der Versammlung durch die Deutschen(Lärm, Rufe: Ordnung.) Imbriani schloß sich diesem Ausfall an und sagte: Wir sind kein Rudel Schafe. Dann sprach Dr. Barth bei lautloser Stille. Der Schweizer Nationalrath Joos verlangt vom Papst die Abänderungen des bit herigen Bischofseids, welcher angeblich dim Religionsfrieden grob widersprecke. Die näckste Versammlung soll in Bern stattfinden. Aus dem Reiche. X Brakel, 10. Nov.(Brand.) In vergangener Nacht brannte das Wohnhaus des Ackerwirths Bernh. Robrecht nieder. R Hamm, 9. Nov.(Der Geschäftsführer) des Volk vereins für das kotholische Deutschland Herr Koplon Hille, hatte auf gestern Nachmittag eine Versanmlung in den Reinoldt'schen Saal einberufen, welche zohlreich besucht war. Dieselbe 5. Jahrg. gewann dadurch besonders an Interesse, daß der Diöcesan=Präses, Herr Prälat Propst Nacke, und der durch seine social=politischen Schriften und Vorträge rühmlichst bekannte hochwürdige Herr Professor P. Pesch auf derselben anwesend waren. Nach Uebernahme des Ehren=Präsidiums seitens der Herrn Probstes Nacke beleuchtete in überaus klarer und lichtvoller Weise Herr Professor P. Pesch, der offenbar ein warmes Herz für die Arbeiterwelt hat, das Programm der Socialdemokratie. In zündenden Worten ermahnte Herr Propst Nacke treu festzuhalten, an den alten bewährten, katholischen Grundsätzen, treu zu stehen zu Thron und Altar und brachte ein Hoch auf die höchsten Autoritäten, Papst und Kaiser aus. Zum Schluß gelangte eine Anzahl Vereinsschriften zur Vertheilung. :: Soest, 9. Nov.(Der Vorauftrieb) zum Allerheiligen=Viehmarkt bestand aus 400 St. Rindvieh, tragendes und Fettvieh. Nach Sorte wurden für 100 Pfd. Schlachtgewicht 54—63 M. gefordert. Zum eigentlichen Marktage waren zugetrieben: 450 Pferde, 520 tragende und frischmilchende sowie fette Kühe und Rinder, 800 Schweine, 12000 Schafe. Beste Sorte Pferde 7—800 Mk., zweite und junge 350—560 Mk. 3—400 Mk.; Schlachtpferde 30—50 Mk. Frischmilchende Kühe 300—370 Mk., geringere 150— 250 Mk. Fettvieh nach Qualität 58—62 Mk., 54—58 Mk. für 100 Pfd. Schlachtgewicht. Fette Schweine stark gefragt zu 36—38 Mk. für 100 Pfd. lebend Gewicht; Ferkel, 4—8 Wochen alt, 75 Pfg. bis 1,25 Mk. für die Lebenswoche, Faselschweine, 14—26 Wochen alt, 15—30 Mk. Das Paar fette Hämmel kostete 40—45 Mk., Jährlinge 30—39 Mk., Lämmer 24—30 Mk. Obschon zal lreiche Käufer anwesend waren, war doch nur der Pferdehandel lebhafter, ganz unbefriedigend der Schweinehandel. * Werl, 8. Nov.(Unglück.) Ein 16jähr. Bauernsohn kam hier unter die Räder seines eigenen Gefährtes und wurde todtgefahren. * Münster, 7. Nov.(Herr Prof. König) hierselbst warnt in der„Landw. Ztg. zur Vorsicht beim Kauf von Reismehl. Er habe kürzlich Proben untersucht, welche sast nur aus gemahlenen Reisschalen bestanden.„Auf meine Vorstellung“ — schreibt König wörtlich weiter—„bei dem Lieferanten erhalte ich die Antwort:„Dies sei Reismehl R IIa und die Sache sei ganz in Ordnung; für diese Sorte Reismehl würde überhaupt keine Gehaltsgarantie geleistet und müsse der Käufer die Beschaffenheit schon aus dem niedrigen Preise ermessen". Das thut aber der gewöhnliche Landwirth nicht, er verläßt sich auf Aussehen und Marken. Wir haben es hier also mit einem verwerflichen Mißbrauch zu thun, durch welchen der Landwirth sehr übervortheilt wird. Ich warne daher wiederholt davor, ein Reismehl ohne Angabe und Garantie eines bestimmten Gehaltes anzukaufen und warne besonders vor der Marke R IIa, welche die werthlosen Abfälle des Reises in wechselnden Mengen beigemengt enthält. Ich kann nur des öfteren betonen, daß diese Art Reismehle, abgesehen von dem äußerst geringen Gehalt, auch noch dazu dadurch schädlich wirken, daß die Reisschalen durch ihren Reiz auf die Darmwandungen leicht Durchfälle verursachen.“ §? Dorsten, 9. Nov.(Jägerglück!) ma Wg 1 144 4 44 140 9 * K 4A Feste des hl. Hubertus rückten verschiedene Herren aus der Umgegend von Essen, welche sich im benachbarten Erle für 700 Mk. eine Jagd gepachtet haben, in der Anzahl von 27 Schützen den armen Häslein zu Leibe und hatten das Glück., in 96 wohlgezielten Schüssen sage und schreibe 8 Hasen zur Strecke zu bringen. Auch noch spät am Abend blieb ihnen Fortuna hold, welche ihnen weitere 40 Stück Hasen aus der am selben Tage abgehaltenen Treibjagd des Herrn Grafen von Merwelt verschaffte, so daß alle schwer beladen ihren Heimwez antreten konnten. [) Oberhausen, 9. Nov.(Getötet.) Auf der Eisenbahnbrücke der Quakenbrücker Strecke wurde ein Arbeiter, der die Brücke unbefugterweise überschritt, von einer Locomotive erfaßt und getötet. *) Datteln, 5. Nov.(Seltenheit.) Beim Ausgraben von Lehm fanden hier Arbeiter der Schumacher’schen Ziegelei neben einer Anzahl noch unbestimmter Knochen drei große Mammuthzähne. * Derne, 9. November.(Auf der Zeche „Gneisenau") ging gestern Mittag ein Förder: korb zu hoch und stieß oben gegen das Fördergerüst. Das Seil brach und der aufgezogene Korb ging mit voller Wucht in den Sumpf. Das Schachtgerüst hat stark gelitten. Zum Glück sind Menschenleben nicht zu beklagen. ∆ Dortmund, 10. Nov.(Genehmigt.) Auf ein Gesuch des Sauerländischen Gebirgsvereins hat der Landeshauptmann von Westfalen, Herr Geh. Ober=Regierungsrath Overweg, genehmigt, daß Tafeln, Brücken, Fußstege 2c., welche von dem Verein geliefert werden, durch die Wegewärter der Provinz angebracht und überwacht werden. ?? Hörde, 8. Nov.(Diebe.) Auf die bekannte Manier, die Rollade emporhebend und dann die Scheibe zu zertrümmern, versuchten Nachts Diebe in das Sobbe'sche Uhrengeschäft hierselbst einzubrechen. Das Geräusch hatte jedoch den Ladeninhaber rechtzeitig aufmerksam gemacht und die Einbrecher konnten unverrichteter Sache abziehen. Möge der Vorfall Andern zur Warnung dienen. X Bochum, 8. Nov.(Eine schreckliche Ueberraschung) traf einen Bergmann in Höntrup. Als derselbe von der Schicht heimkehrend in das Schlafzimmer trat und seine Frau wecken wollte, faßte er eine Leiche. Neben der todten Mutter, welche ein Herzschlag dem Leben entrückt hatte, ruhten 2 kleine Kinderchen in sanftem Schlummer. c Köln, 6. Nov.(Verschiedenes.) Wie die„K. Vztg. mittheilt, wurde wegen schweren Vergehens gegen Vorgesetzte im hiesigen Fort Müngersdorf ein Marinesoldat standrechtlich erschossen.— Falsche Zinskoupons der Rentenbanken der Provinzen Sachsen, Hannover, Ost= und Westpreußen, sowie der Stadt Magdeburg wurden hier angehalten. Die Herausgeber sind der„Köln. Vztg. zufolge festgenommen worden. * Von der Saar, 6. Nov.(Theuerungszulage.) Die Subalternbeamten der hiesigen fiskalischen Bergverwaltung haben an die vorgesetzte Behörde einen Antrag um Gewährung einer Theuerungszulage eingebracht, da in der hiesigen stark konsumirenden und wenig produzirenden Gegend thatsächlich die Preise fast aller Lebensbedürfnisse auf eine bedenkliche Höhe gestiegen sind. * Aachen, 4. Nov.(Verurtheilt.) Der 18=jährige Tagelöhner Franz Wouters aus Haaren wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Mißhandlung seiner Eltern zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Der mehrfach vorbestrafte Mensch hatte den 76jährigen Vater auf die Straße geworfen und die ebenfalls hochbetagte Mutter mit einem Besenstiel geschlagen. Locales. Paderborn, 11. November 1891. —(Nach Brasilien) sind am Montag vier Patres und vier Laienbrüder aus dem hies. Franziskanerkloster abgereist. Von den Patres sind zwei frühere Schüler des hiesigen Gymnasiums. Die vier vor einem halben Jahre nach Brasilien abgereisten Patres haben daselbst in fruchtbares Arbeitsfeld eröffnet. —(Das Stiftungsfest) des kitholischen Meistervereins am vorigen Sonntage war sehr gut besucht; auch viele Ehrenmitglieder, u. A. die Herren Pfarrer Ruland, Reichs= und Landtags=Abgeordneter Hesse, Baurath Güldenpfennig hatten sih eingefunden. Der Präses, Herr Domvicar Köper, hielt eine längere Rede über die Bedeutung der guten Vereine als Bollwerk gegen die Socialdemokratie und brachte am Schluß ein Hoch auf Papst und Kaiser aus. Der Obermeister, Herr Wächter, gab eine Geschäftsübersicht, aus der wir entnehmen, daß der Verein jtzt 122 Mitglieder zählt. Sein Hoch galt den Ehrenmitgliedern. Herr Abzeordneter Hesse erwiderte im Namen der Ehrenmitglieder und gab dabei das Versprechen, daß er in den parlamentarischen Körperschaften die berechtigten Forderungen des Handwerkerstandes vertreten werde. Der weitere Verlauf des Festes war sehr gemüthlich. —(Das liebliche Weihnachtsfest), das Fest für große und kleine Kinder, nahet heran und Unzählige freuen sich schon auf die Gaben, die ihnen zu dem Feste bescheert werden. Heuer, wo die Lebensbedürfnisse beson: ders hoch im Preise stehen, haben die besser Situirten so recht Gelegenheit und Veranlassung, Noth und Elend zu lindern. Der hiesige Cigarren=Abschnitt=Sammelverein, der, wie in frühern Jahren, auch dies Jahr eine Anzahl armer Kinder zu bescheeren beabsichtigt, ist bereits mit den Vorbereitungen beschäftigt und wird demnächst ein Bote die Mitgliederbeiträge einziehen. Als im vorigen Jahre der Bote bei dem hochsel. Bischofe Franz Caspar, der ebenfalls Mitglied des Vereins war, den Beitrag einkassiren wollte, ließ ihn der hohe Herr an sein Krankenbett kommen und erkundigte sich eingehend nach dem Stande des Vereins und drückte unter Ueberreichung einer größern Gabe seine große Befriedigung über die Erfolge des Vereins aus. Mögen deshalb auch in diesem Jahre sich recht viele neue Mitglieder dem Verein anschließen und ihn in den Stand setzen, seine Wohlthätigkeit in größtem Maßstabe auszuführen. —(Zum Standesbeamten) in Etteln ist der Ackerwirth Anton Reinstätler ernannt und vom Oberpräsidenten bestätigt worden. —(Eine totale Mondfinsterniß) wird sich in der Nacht vom 15. zum 16. November ereignen und, wenn wir nicht wieder, wie gewöhnlich bei wichtigeren astronomischen Begebenheiten, schlechtes Wetter haben, zu sehen sein. Der Beginn der Finsterniß, also der Zeitpunkt, zu dem der von der Sonne fort gerichtete Erdschattenkegel die als Vollmond leuchtende Mondscheibe berührt und zu verdunkeln keginnt, fällt um 11 Uhr 28 Minuten in der Nacht des 15. Nov. Um 12 Uhr 31 Minuten hat der Schattenkegel die ganze Mondscheibe eingehüllt, die totale Finsterniß beginnt, während der erste Lichtstrahl um 1 Uhr 54 Min. wieder hervorbricht, wodurch das Ende der totalen Verfinsterung characterisirt ist. Der Mond wird nun von Minute zu Minute voller und erreicht um 2 Uhr 57 Minuten wieder seine Vollmondsphase; die Finsterniß hat eine Ende. —(Der Bahnwärter Wilhelm Klusmeyer) zu Ossendorf hat von Sr. Majestät das Verdienst=Ehrenzeichen für Rettung aus Gefahr erstalten. —(Die Prüfung der Lehrer für Taubstummen=Anstalten) findet im Jahre 1892 am 5. August zu Büren statt. Die Prüfungs=Commission besteht aus den Herren Geheimen Regierungs= und Schulrath Dr. Schulz und den Taubstummenanstals=Vorstehern Heinrich zu Soest, Derigs zu Büren und Taubstummenlehrer Stahm in Langenhorst. (Stadt=Theater.) Bei gut besetztem Hause wurde am Sonntag im„Stadt=Theater“ die Berliner Posse„Pech=Schulze“ gegeben. Das Stück ist reich an humoristischen Scenen, unter denen auch manche alte Kalauer mit unterlaufen. Es stellt ein Berliner Familienleben dar, wie es gerade nicht empfehlenswerth ist, und hätte im Interesse der anwesenden Jugend die eine oder andere Scene wohl etwas moderirt werden dürfen. Die Darstellung war gut, namentlich brillirte Herr Director Thiede als Darsteller der Titelrolle, auch Herr Cziborsky als Musketier Schulze machte seine Sache ausgezeichnet. Die Schlußscene mit Darstellung der Germania in lebendem Bilde rief rauschenden Jubel hervor. —(Marktbericht vom 7. dss.) 100 Kilo Weizen 23,00 bis 24,60, Roggen 23,80 bis 25,00, Gerste 16,00 bis 18,00, Hafer 16,00 bis 16,80, Erbsen 20,00 bis 22,00, Bohnen 22,00 bis 25,00, Linsen 20,00 bis 21,00, Kartoffeln 8,00 bis 9,40, Heu 5,30 bis 6,20, Stroh 4,60 bis 6,00, ½ Kilo Rindfleisch 0,60 bis 0,65, Schweinefleisch 0,60 bis 0,60, Kalbfleisch 0,50 bis 0,55, Hammelfleisch 0,55 bis 60, Speck 0,70 bis 0,75, Butter 0,90 bis 1,10, Schock Eier 3,80 bis 4,20, 4 Kilo Brod 1,20 bis 1,40 Mk. Sprechsaal. (Der Sprechsaal) in dem vorigen Paderborner Anzeiger über das Dubeloh=Project, veranlaßt mich als Freund dieses städtisch gesunden Projects, darauf hinzuweisen, daß zur Anlage eines Purks mit Fischteichen, in der ganzen städt. Feldflur kein besserer Platz in jeder Beziehung gewählt werden kann, wie gerade die Dubeloh: Ich weiß zwar als Laie nicht, in wie weit die Erörterungen erwähnten Artikels ihre Berechtigung haben, aber das weiß ich, daß bei minchen andern Städten(wie z. B. Dortwund) unter den schwierigsten Terrainverhältnissen, Parke mit Fischteichen angelegt worden sind, die den betr. Städten zur schönsten Zirde und der öffentlichen Gesundheitspflege zum höchsten Ruhme gereichen.— Ich will hier nur erinnern an die großartige Parkanlage mit Fischteichen 2c. gen. der Wilhelmshain bei Dortmund.— Wenn hier auf dem sterilen Boden so etwas herrliches geschaffen worden ist, warum sollte dann nicht in der Haide bei Paderborn ähnliches erreicht werden können, wo hier die Boden= und Wasserverhältnisse 2c. weit günstiger sind, als in Dortmund dieselben waren.— Für die Anlage in der Dubeloh spricht noch ein ganz besonderer Umstand, nämlich der, daß in der Nähe der große westfäl. rhein. Cavallerie Uebungsplatz hinkommt, folglich sich eine bedeudende Anzahl von Offizieren zur Sommerzeit einstellen wird, für die dann der schöne Dubeloh Park mit seinen anmuthigen Fischteichen u. s. w. ein anziehungskräftiger Erbolungs und höchst gesunder Vergnügungsplatz werden muß; ich gleicher Weise aber auch für alle Beamten und Bürger Paderborns, die in gesunder, reiner Luft und im Schatten herrlicher Bäume 2c. Erholung suchen, und dieselbe dann auh hier ganz erfrischend finden werden. Ja, in einem solchen Park wird das berühmte Paderborner Vier nochmal so gut schmecken und Kraft mit Wohlbehagen verleihen. Und welch angenehme Zerstreuung, von dem Dubeloh=Park aus den so sehr interessanten Cavallerie Uebungen in der Senne zuschzuen zu können. Nehme ich nun noch Bezug auf die ausführlichen Berichte, welche vor längerer Zeit im Paderborner Anzeiger veröffentlicht worden und erwähne, daß in diesen Berichten das Dubeloh Project nach jeder Richtung hin klar und sachgemäß dargestellt worden, so zwar, daß jeder, der diese Berichte gelesen, unwillkürlich sagen muß: es wäre jammer: schade, wenn dies herrliche und gesunde Dubeloh=Project nicht ausgeführt werden sollte, so gelangt man zu der Erkenntniß, daß dem betr. Artikel im Paderborner Anzeiger vom 7. November er. keine Bedeutung beigelegt werden kann. Wohl aber dürfte es vielleicht gut sein, den Erbauer des genannten Dortmunder Parks nach hier behufs Besichtigung der Dubeloh einzuladen, um von solch compenter Seite ein Urtheil über das betr. Project zu hören. Ich glaube annehmen zu dürfen, daß die Beurtheilung zu Gunsten des Projects ausfallen und so dem Wunsche der meisten Bürger entsprechen würde.— Padervorn hat nach all den jetzt coursirenden Plänen(Eisenbahn, Garnison 2c. 2c.) eine große Zukunft! Eingedenk dieses, ist es an der Zeit, für Anlegung eines Stadtparks Sorge zu tragen, und wenn dann dieser Park mit dem schönen auch das Nützliche(Anlegung von Fischteichen) harmonisch verbindet, so wird und muß die Ausführung deo betr. Projects der alrehrwürdigen Paderstadt zur großen Ehre gereichen. Ich glaube mich daher nicht zu irren, wenn ich behaupte, daß nach Einholung eines unwiderlegbaren Gutachtens über alle dabei vorkommenden Fragen, sofern das Gutachten, wie zu erwarten steht, günstig ausfällt, unser wohllöbliches Stadtverordneten=Collegium sich dann der guten Sache mit ganzer Begeisterung annehmen wird und so dürfte dann durch Mithülfe des löblichen VerschönerungsVereins recht bald die Inangriffnahme des Dubeloh Projects wirklich erfolgen.— Dies walte Gott! Aus Röhren zusammengesetzte Accumulatoren. Das Problem, leichte Accumulatoren zu bauen, für dessen Lösung die„Theorie“ mit einer Reihe von Vorschlägen sich einsetzte, hat bis jetzt noch keine„praktische“ Ausführung erfahren, denn auch die früher mitgetheilte an und für sich gesunde Idee des Electrotechnikers Marx scheiterte daran, daß bestimmte electrische Vorgänge bei der Ladung und Entladung als bekannt vorausgesetzt waren, die sich in der That als in der Praxis unbekannte herausstellten. Nach einer Mittheilung des Patent= und techn. Büreaus von Richard Lüders in Görlitz, dürfte nun aber der bekannte Electrotechniker Tommasi der Lösung dieser Aufgabe in der That sehr nahe gekommen sein. Jede Elektrode seines Accumulators besteht aus einem durchlöcherten„Rohr“ von Blei oder von Celluloid, das unten durch eine Ebenholzplatte geschlossen ist, in deren Mitte eine als Leiter dienende Bleistange gelagert erscheint, der Zwischenraum zwischen dieser Stange und der Rohrwand ist mit Bleioxyd ausgefüllt. Bei gleicher Leistung besitzt Tommasi's Accumulator nach seinen Angaben nur den „sechsten Theil" des Gewichtes der gewöhnlichen platten Accumulatoren und nimmt dabei einen achtmal kleineren Raum ein. Er vermag ohne jede Störung per Kilogramm Electrode einen Strom von mehr als 60 Ampère aufzunehmen, während man bei gewöhnlichen Accumulatoren unter denselben Verhältnissen kaum bis 1 Ampére=Stromstärke zu geben wagt. Auch ist bei diesem Röhren=Accumulator keine der Störungen zu verzeichnen, wie sie sonst so häufig vorkommen, wie Abschwächung der Electroden= stoffe, Kurzschluß, Deformation der Electroden 2c. Tommasi's Accumulator enthält 70% wirksame Masse, per 1 kg Electrode beträgt sein Fassungsraum 16 AmpèreStunden und seine electromotorische Kraft 2,4 Volts, seine Leistung erreicht 95%. Doch bedürfen diese letzteren Angaben, die ebenfalls von dem Erfinder herrühren, noch der Bestätigung. Immerhin verdient aber dieser Vorschlag des Accumulatoren=Baues ernstliche Beachtung von Seiten der electrotechnischen Kreise. A TTTGAEN Pis en LiIM ME Fagan der Frau de la 21] Roman von H. v. Limpurg. (Nachdruck verboten.) „Die Noth trieb mich dazu, mein Wort zu brechen. Ich bin nämlich momentan in einer fatalen Verlegenheit, mein Herz, und wollte Dich bitten,— mir eine kleine Summe zu leihen!“ „Niemals!“ entgnete Frau de la Mare scharf. „Ich habe geschworen, Dir kein Geld mehr zu geben, und— ich halte mein Wort.“ „Aber, liebe Juana, hilf mir nur dies eine Mal noch! Weshalb bist Du so grausam? Willst Du mich denn untergehen lassen?“ Sie bewegte hastig den großen rothseidenen Fächer und es dauerte lange, ehe sie wieder sprach. „Oskar. wenn Du mich hier noch länger quälst— reise ich ab! Hätte ich gewußt, Dich hier zu treffen, ich wäre nie hergekommen!“ „Du böse, und weißt doch, mit welcher Liebe ich noch heute an Dir hänge!“ „Sprich nicht so, entweibe das Wort nicht und denke daran, wo wir uns befinden, Du untergräbst meinen guten Ruf!“ „Haha, der Assessor von Norden ist doch nicht hier; Du meinst ihn doch, denn er macht Dir staik den Hof. Ja, ich glaube es wohl, Du bist eine gute Partie für ihn, denn er hat viele Schulden. Haha,— ich verstehe seinen Eifer!“ „Beurtheile die Anderen nicht nach Dir; die Männer sind, Gott sei Dank, nicht alle so erbärmlich und— ehrlos wie... „Juana, nimm Dich Acht! Wenn Du ein Mann wärst, Du müßtest diese Worte büßen!“ erwiderte der Baron mit zornigen Augen. „Spiele nicht mit Redensarten,“ unterbrach sie ihn aber schneidend,„doch noch eins, ehe Du mich verläßt—“ „Ich denke noch nicht daran, Juana, ich möchte Dein Herz ja erweichen—“ „Schweig! Du bewirbst Dich, wie ich höre, um Luise von Norden?“ „Nun ja; ich habe die Absicht.“ „Das wirst Du unterlassen, sie mag Dich nicht, und ich glaube gar nicht an Deine Liebe zu ihr. Du bist ein Intriguant, ein Abenteurer.“ „Und das sagst Du mir? Das soll ich glauben?“ „Weshab nicht?“ lachte er leichtfertig.„Gerade aus Freundschaft bin ich offen zu Dir, Juana. „Weißt Du nicht, daß ich mit Luise befreundet bin und keinenfalls ruhig zusehen werde, daß sie an Deiner Seite unglücklich wird?“ „Zug um Zug, schöne Frau! Dann wundere Dich nicht, wenn ich alle Hebel in Bewegung setze, damit Du den Assessor nicht bekommst!" Das Zeichen zum Beginne des Aktes ertönt,„erlaube, daß ich Dich in Deine Loge begleite. „Ich danke!“ sagte sie kurz und wandte ihm den Rücken. Der Platz hinter der Säule, wo Leopold von Norden gelauscht hatte, war bereits leer, und als Baron Linden die Loge, in welcher die Norden'sche Familie saß, betrat, saß Leopold auf seinem Platz. Todtenbleich, mit übereinandergeschlagenen Armen, ohne eine Wort zu reden, saß der Assessor da, doch sein Blick glitt nicht mehr wie vorhin in jene Loge, wo die schöne Spanierin saß, sondern er starrte nur vor sich hin. Er blieb den Rest des Abends genau so schweigsam und, als er später beim Gutenachtsagen Luise zärtlich die Arme um die des Bruders schlingend, frug:„Hast Du Aussicht, glücklich zu werden, Leopold?“ da antwortete er rauh, indem er sich frei zu machen suchte:„Nein, — aber sehr unglücklich! Glück und Schmerz liegen dicht nebeneinander— ich koste den letzteren bis zur bittren Hefe und Gott bewahre Dich vor demselben Geschick. Sie wollte fragen und ihn zurückhalten, doch er winkte nur abwehrend mit der Hand und ging in sein Zimmer, die Thüre hinter sich verschließend. Es war Thauwetter eingetreten, ein milderer Wind strich zu dem geöffneten Fenster herein und kühlte Leopolds brennende Stirn; aufstöhnend legte er hastig Paletot und Hut ab, daß aus der Tasche des ersteren ein raschelndes Papierblatt zu Boden fiel. „Der Brief,“ murmelte er wie im Wahnsinn, „der Brief an— seine Geliebte!.O, und ich liebte dies Weib, ich glaubte dem heißen Strahl ihrer schönen Augen, die auch jener Abenteurer bewundert.“ Es ist eine Lüge, daß sie ihn haßt; er würde es sonst nicht wagen, sie fortwährend aufzusuchen, vertraulich mit ihr zu sprechen, wenn er nicht Rechte an sie hätte.“ O, elendester aller Menschen! Weshalb lebe ich noch? Ich habe Schulden, die Niemand zahlen will und das Weib, für die allein zu leben mir beneidenswerth schiene, hintergeht mich. Halb sinnlos vor Aufregung griff er nach einer an der Wand hängenden Pistole und spannte den Hahn. Aber mitten in der Ausführung eines furchtbaren Vorhabens hielt Leopold inne, es kamen ihm seltsame Gedanken. Er ließ die Seinigen zurück mitten in einem Kampfe mit einem dunkeln Schicksal, und er wollte diesem Kampfe ausweichen als ein elender Selbstmörder!?“ Langsam spannte er den Hahn wieder ab und starrte sinnend vor sich. Wenn Juana de la Mare in der That ein falsches Weib war, so war sie es ja auch nicht werth, daß er um ihretwillen das schwere Verbrechen auf sich lud. Und sie dachte vielleicht auch, daß er sie um des Geldes willen erringen wollte! Er wollte, er mußte seine Liebe zu ihr herausreißen aus seinem Herzen, und wenn es auch unsägliche Schmerzen kostete. Finster blickend schloß er das Fenster, trat zum Tisch und zündete die Lampe an, dann hob er den Brief, den er vorhin im Theater gefunden. Derselbe war nur zusammengelegt und ohne Couvert. Emsig, ohne sich zu fragen, ob es erlaubt sei, das Geschriebene, welches doch nicht für ihn bestimmt war, zu lesen, entfaltete Leopold dann den Briefbogen und überflog, um sich Gewißheit darüber zu verschaffen, in welchem Verhältniß Juana zu dem Baron Linden stand, heißen Auges die folgenden Zeilen: „Theuerste Juana! Da Du, meine liebste Juana, Dich heute Nachmittag nicht sprechen ließest, so ergreife ich diesen einzigen, mir übrig bleibenden Weg, um Dir eine Bitte vorzutragen, die mir sehr wichtig ist. Kannst Du mir wohl auf kurze Zeit 10000 Mark leihen. Ich bin in momentaner Verlegenheit und da ich eine so reiche— Freundin(Du siehst ich respectire Deine Wünsche unsre einstigen Beziehungen betreffend) besitze, so wende ich mich an diese. Freilich hast Du einst in der Heftigkeit gelobt, mir nie mehr Geld zu geben, doch hoffe ich, Du wirst Gnade für Recht ergehen lassen und mir diesmal noch helfen. Indem ich, schon im Voraus dankbar, Deine schönen Hände küsse, theure Juana, bin ich Dein ewig ergebener Baron Linden.“ Dunkelroth vor Zorn warf Leopold den Brief auf den Tisch und begann, mit großen Schritten im Zimmer umherzuschreiten. „Schändlich“, murmelte er,„abscheulich und sie, in deren Blick ich etwas von jener Liebe zu lesen glaubte, nach der sich meine Seele sehnt, sie liebt den erbärmlichen Abenteurer oder hat wenigstens einst zu ihm in Beziehungen gestanden, welche siel noch heute in seine Hände liefern. Aber ich will hingehen zu ihr, will ihr diesen Brief selbst geben, damit sie sieht, wie ich die ganze Sache durchschaue. O, wie mir das Blut in den Adern rollt, wenn ich an sie denke, an ihr Auge, ihre Stimme— Aber nein, Leopold, reiße ihr Bild aus der Seele, sie ist nicht werth, daß auch nur ein Gedanke ihr gehört!“ In seiner furchtbaren Erregung hatte der Assessor einen auf dem Schreibtisch liegenden Brief übersehen, jetzt erst erblickte er ihn und griff danach. „Vom Onkel,“ murmelte er finster,„auch diese Hoffnung scheint zu trügen.“(Forts. folgt.) —(In Vordeaux) wurde dieser Tage der Soldat Aurusse guillotinirt, weil er die Schäfersleute Barbe und deren Onkel Bregut in einer Meierei unweit Libourne ermordet hatte. Seit dem 10. August war er zum Tode verurtheilt, er war aber immer lustig und guter Dinge weil er überzeugt war, daß ihm,„einem dekorirten Soldaten, der in Tonkin einem Offizier mit großer Bravour das Leben rettete“, nichts geschehen könne. Er ließ Alles ruhig mit sich geschehen, trank ein Gläschen Rum, das der Aufseher ihm darbot, schüttelte nur hier und da den Kopf und stieg festen Schrittes in den Wagen, der zum Richtplatz führte. Erst da, als er die Menschenmenge sah und ihm die Hände auf den Rücken gebunden wurden, löste sichs wie ein Schrei aus seiner Brust.„Was?" rief er, „in Tonkin habe ich gegen vieezig Menschen getödtet und bin dafür dekorirt worden, und wegen der drei soll ich nun geköpft werd... Er konnte nicht ausreden, daß Messer fiel und schnitt mit dem Kopf das Wort ab. —(Welt=Ausstellung.) Die weltbekannte Fir ma van Houten u. Zoon in Weesp, Holland, beabsichtigt Doll. 100000 an der Ausstellung ihrer Cacaofabrikate auf der Chicagoer Weltausstellung anzuwenden. Die Firma wird ein prachtvolles Gebäude im Stile der alten hölländischen Bauschule des 15. Jahrhunderts errichten und in demselben ihre Fabrikate, sowie Gemälde holländischer Meister, Alterthümer und andere Gegenstände, welche die Niederlande und das Leben und Treiben der Holländer veranschaulichen, zur Ausstellung bringen. In dem Gebäude soll sich gleichfalls eine Küche befinden, woselbst Holländerinnen in ihrer malerischen Tracht eine gute Tasse Chocolade bereiten und dem Besucher zum Versuch anbieten werden. * Garrel, 4. Nov.(Brandunglück.) Bei dem Brande eines Bauerngutes in hiesiger Gemeinde ist der ganze Viehbestand in den Flammen umgekommen. Die Besitzerin, eine Wittwe, erlitt so schwere Brandwunden an Kopf und Händen, daß sie sofort in Hospitalpflege gegeben werden mußte. —(Einen neuen Geniestreich) hat die russische Zensurbehörde verübt. Schönthaus alter Schwank,„Sodom und Gomorrha,“ der früher in Petersburg verschiedentlich aufgeführt werde, ist neuerdings zurückgewiesen, weil das Stück„einen jüdischen Titel hat.“ —(Nie aus der Fassung) kommt auch vor dem Herrn Schulinspector, so wird aus dem Posenschen geschrieben, der alte Schullehrer T. in M. Eines Tages tritt der Gestrenge in das Klassenzimmer des T. und sieht mit Entsetzen, wie Letzterer dabei ist, einem seiner Schüler die Weisheit des Lebens in einer so nachdrücklichen Weise beizubringen, wie dies nach den Verfügungen der Schulbehörden einfach nicht erlaubt ist. Zum größten Befremden und Aerger seines Vorgesetzten prügelte T. ruhig weiter, als ob der Herr Schulinspector gar nicht da wäre. Zum Schluß beauftragt er den heulenden Jungen noch, er möge es ja seiner Mutter erzählen. Natürlich nimmt darauf der Schulinspector Veranlassung, mit gehobener Stimme dem„Herrn Collegen“ klar zu machen, daß er kein Recht habe, eine solche Exekution an einem Schüler vorzunehmen u. s. w. Die ganze Strafpredigt scheint aber auf unsern T. sehr wenig Eindruck zu machen, und auf die ärgerliche Frage, was denn geschehen solle, wenn die Mutter sich bei ihm, dem Schulinspector, beschwere, antwortete T. lakonisch: „Rausschmeißen, Herr Schulinspector!“„Nun, und wenn dann der Vater kommt und sich über Sie beschwert?“ „Ach, der kommt nicht, Herr Schulinspector, der Vater— bin ich.“ —(Der rücksichtsvolle Onkel.) Onkel:„Sie finden mich also bedeutend besser, lieber Onkel?"— Arzt: „Gewiß, Sie sind jetzt gerettet!“— Onkel:„Nun, wenn Sie diese Nachricht meinem lieben Nessen überbringen, so theilen Sie ihm dieselbe mit möglichster Schonung mit, — der gute Junge hatte sich nämlich schon so sehr auf die Erbschaft gefreut!“ 11. November: Ziemlich trübe, windig, etwas warme Niederschläge. 12. Novemb.: Wechselnd bewölkt, ziemlich milde Niederschläge; Tausende von Menschen betlagen sich über Congestionszustände, Kopf= und Rückenschmerzen, Magendrücken, Blähungen, Appetitlosigkeit 2c. 2c. ohne zu wissen, daß alle diese Erscheinungen in den meisten Fällen auf eine und dieselbe Ursache zurückzuführen sind. Man lese die 400 amtlich beglaubigten Anerkennungsschreiben, welche dem Apotheker Richaro Brandt in Schaffhausen innerhalb 8 Wochen zugekommen sind Erhältlich in der Expedition dieses Blattes. Wichtig für Hausfranen. Die Firma H. Reinecke, Bürstenfabrik hierselbst versieht ihre sämmtlichen Erzeugnisse in Schrubbern und Piasava=Besen mit einer neuen Stielbefestigung.“) Dieselbe bietet vor den bislang üblichen folgende Vorzüge: Eine Nagelung des Stiels ist nicht mehr erforderlich; Schrubber und Besen können, durch leichte Auswechselung des Stiels, auf beiden Seiten gebraucht und abgenutzt werden. Durch die neue Stielbefestigung ist sowohl für Besen und Schrubber als auch für den Stiel eine bei Weitem größere Dauer und Abnutzbarkeit gesichert, und zwar ohne Vertheuerung der Artikel. Schrubber und Besen mit„auswechselbarer Stielbefestigung“ sind in allen Kurz= und Bürstenwaaren=Handlungen käuflich. *) Die Neuerung ist durch Gebrauchs=Musterschutz und Patentanmeldungen dem Herrn Richard Weinberg hierselbst vor Nachahmungen geschützt. B 14118 A A 15 Ein Mein Lager in Dachen, Tnanms, Halrtrs äußerst gediegene Fabrikate, ist für die Saison aufs reichshaltigste assorirt und mache ich außerdem auf eine große Auswahl fertiger Nerreit und Milabell Garderese zu billigen Preisen aufmerksam. Anzüge nach Maaß werden binnen kürzester Frist elegant angefertigt. 5. M. Mosberg. wird per sofort gesucht. Neheim. H. Gerling. Halt Dievesien Christbaum=Confecte ca. 420 kleine,)#### oder„ 240 große) Stücke sortirt in Blumen, Figuren, Thiere 2c. versendet incl. Kistcheu gegen Nachnahme oder, Einsendung von 3 Mark. August Radicke, Berlin Gneisenaustr. 65. Jeder Sendung wird ein elegantes Geschenk für den Weihnachtstisch oder Christbaum gratis beigelegt. F. Welpmann's Gütersloher Tropfen, bewährtes Mittel zur Stärkung des Magens sind zu haben in Paderborn bei Herren F. Stute, Theodor Dreker, Jos. Hesse, Anton Hense, F. A. Braun, Anton Welslau. Neuhaus bei H. Pahl, C. Koch. Neuenbeken bei B. Hindahl. Benhausen bei J. Brand. Am 11ten des IIter schtzehnhundertachtzig u. 11, Abends 11 Uhr 11 Min. 11 Sec. Sitzuung des Rathes der 11. V. S2 cchang. Für die Juhengasse ist durch Beschluß der beiden städtischen Collegien unter Zustimmung der Polizeibehörde ein Fluchtlinienplau aufgestellt worden, welcher nach Vorschrift des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 11. ds. Mts. an vier Wochen lang im Stadtsecretariate zu Jedermanns Einsicht offenliegt. Dies wird mit dem Bemerken hiermit bekannt gemacht, daß etwaige Einwendungen gegen den Plan innerhalb der bezeichneten Frist bei dem Magistrat anzu bringen sind. Paderborn, den 9. November 1891. Magistrat. Oeffentliche Sitzung der StadtverordnetenVersammlung, Freitag den 13. November cr. Nachmittags 6 Uhr, zu welcher höflichst einladet Paderborn, 9. November 1891. Der Stadtverordneten=Vorsteher Vüllers. 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Buchhändler Pape, über die electrische Ausstellung in Frankfurt a. M. und den jetzigen Stand der Frage der electrischen Städtebeleuchtung. 2. Einrichtung der Gasbeleuchtung im Neubau des Reichsbankgebäudes. 3. Vermiethung von Räumen im Wollhause. 4. Erhebung einer Annerkennungsgebühr für einen über städtischer Terrain errichteten Erker=Ausbau an dem Wohnhause D 61. 5. Festsetzung und Erhebung einer Anerkennungsgebühr für im städtischen Grund und Boden befindliche Keller= und Lichteinfallöffnungen. Pedd, Gehshchag der dschshagng an dem gemeinsamen Spiel von 100 Original-Loosen der Deutschen Antiselaverei=Lotterie mit 18930 Gewinnen, darunter Hauptgewinne von Mk. 600,000, 300,000, 150,000 100,000 2c. Ziehung am 24.-46. Norbr. 91. u. 18.-26 Jan. 92. Preise für ganze, halbe, Zehntel=Loose für beide Klassen M. 50. Mk. 25. Mr. 6, nur zur 1. Klasse M. 25. Mr. 13. Ml. 3. Porto und Listen für beide Kl. Mk. 1., für I. Kl. 50 Pfg. Gisele enshentene u. euien en. zur 1. Klasse 1/1 Mk. 21. ½ Mk. 10,50. 1/10 Mk. 2,20. für beide Klassen ½1 Mr. 42. ½ Mk. 21. 1/10 Mk. 4,20. Porto und Listen für jede Klasse 50 Pfg. extra. Serienloos=Genossenschaft Berlin SW., York-Straße 73. K Donnerstag den 12. November S. Torglosen von L. Arronge. Freitag den 13. November Das Haus der Confusionen von Anton Anno. e BA Einen großen Posten Gänsefedern, wie sie von der Gans kommen, mit den ganzen Daunen habe ich abzugeben und versende Postpackete, enthaltend 9 Pfund netto à Mr. 1,40 per Pfund gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages. Für klare Waare garantire und nehme, was nicht gefällt zurück. Rudolf Müller, Stolp in Pomm. Confect Kiste 440 Stück, reichhaltige Mischung Mr. 2,80, Nachnahme. Bei 3 Kistel 1 Präsent. Priedr. Fischer, Dresden-N. 12. Eingeschossene Nevolver, 6schüssig von 6 Mark an. Westentaschen Teschins ghng I# Centralfener=Doppelflinten von 35 Wenentaschen Teschins ohne lauten Mark an. Knall 4 Mark. Teschins ohne laut. Knall(Gewehr: Jagd=Teschins ohne lauten Knall form) von 8 Mark an. 15 Mk. Patent=Luftgewehre ganz ohne Geräusch, 25 Mark. Patronen und alle Jagdutensilien in größter Auswahl. Zu jed. Waffe giebt es 25 Patronen gratis. Versandt gegen Nachn. der Einsendung des Betrages. Umänderungen, Reparaturen 2c. sauber und billig. 10 Jahre schriftliche Garantie! Umtausch kostenlos! Jeder der eine Waffe gebraucht und beim Einkauf Geld sparen will, lasse sich meinen hochinteressant illustrirten Katalog senden. Derselbe wird auf Verlangen Jedermann kostenlos zugesandt. Georg Knaak, Deutsche Waffenfabrik, Berlin SW., Friedrichstr. 212a. Soenneschente Ganr) ## D Briefordner uneren onmnen Nür 9 „Für Geschäfte unentbehrlich! Ueberall verrätig. Bertin e V. BOENNECKEN': VERLAG · BONN · Leipsig Suche sofort eine erfahrene See. g t oder ein gebildetes. Mädchen, das auch Hausarbeit versteht. Beste Zeugnisse erforderlich. Frau Hauptmann Turnau, Wesel am Rhein. Ein Wort an Alle, die Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshdlg. in Leipzig. Standesamts=Nachrichten. Geboren: 1 Sohn dem WerkstättenVorarbeiter Louis Grewe, Kaufmann Th. Dreker, Kaufmann Anton Hense. 1 Tochter dem Eisenbahn Werkstätten=Vorsteher Anton Vonderbeck, Büreau=Vorsteher Wilh. Hense, Mechaniker Ludwig Meyer, Eisenbahnschlosser Joseph Winter, Tagelöhner Georg Lüke, Tischler Anton Kleine, Zimmermann Joh. Seidensticker, Eisenbahn=Nachtwächter Bern. Lüke,Tagelöhner Heinrich Berhörster, Schneidermeister Georg Hahn, Eisenbahn=Rangir= meister Wilhelm Wilms. Heirathen: Handelsgärtner Johann Goeke mit Catharina Willeke, Eisenbahnschlosser Heinrich Stratmann mit Christine Gehle, Eisenbahnarbeiter Xaver Kaspersmeier mit Anna Bunse, Fuhrknecht Bern. Nolte mit Maria Düwel, Maurer Joh. Kalpein mit Franziska Amedick, Maurer Johann Kesselmeyer mit Therese Sander, Constabler Franz Voigt mit Maria Rose. Gestorben: Eisenbahnschlosser Friedrich Rüsing 41 J. Wittwe Antonette Huber geb. Sarrazin 86 J. 1 M. Ehefrau Henriette Lohn geb. Köchling 83 J. 10 M. Tagelöhner Anton Ewers 63 J. 3 M. Ehefrau Clart Krönig geb. Mohl 60 J. 3 M. Dienstmagd Bern. Fromme 18 J. 5 M. Ida, Tochter des Eisenbahnschlosser Conrad Liggesmeier 1 J. 4 Redaction, Druck und Verlag von Th. Thiele in Paderborn