Nr. 86. Paderborn, Donnerstag, 23. Juli 1891. *„ 5. Jahrg. S D Zeitung für Stadt und Land. Organ des landwirthsch. Kreis-Vereins. Der Paderborner Anzeiger erscheint wöchentlich dreimal, des Dienstag, Donnerstags und Samstags, mit einer landwirthschaftl. Beilage und dem westfäl. General=Anzeiger. esshiscescete welche in Paderborn und Umgegend große Verbreitung finden, kosten pro Petitzeile nur 10 Pfg., Reclame 30 Pfg. ∆ Die Lage in Mit einem für die Unberechenbarkeit der politischen Verhältnisse in Frankreich wiederum recht charakteristischen Schlußeffect ist am vorigen Samstag die Sommersession der französischen Deputirtenkammer zu Ende gegangen, mit der Demissionsdrohung des Ministerpräsidenten und Kriegsministers Freycinet, welche an die Ablehnung der von Freycinet zur Erweiterung der polytechnischen Schule in Paris geforderten 600000 Frcs. anknüpfte. Herr de Freycinet hat es nun allerdings infolge des Zuredens verschiedener Abgeordneten wie seiner Collegen bei der bloßen Drohung bewenden lassen und es konnte darum die Kammersession unter Vermeidung der sonst unausbleiblichen Ministercrisis beendigt werden, aber die Lage in Frankreich bleibt auch nach Schluß der parlamentarischen Thätigkeit eine kritische, denn Freycinet will nach dem im jüngsten französischen Ministerrathe gefaßten Beschlusse der Deputirtenkammer bei ihrem Wiederzusammentritte im nächsten Herbste sofort den jetzt abgelehnten Credit für die polytechnische Schule nochmals abverlangen und hierbei Namens des Gesammtministeriums zugleich die Vertrauensfrage stellen, niemand vermag aber vorauszusagen, wie alsdann die Kammer antworten wird. Es wird demnach die politische Situation jenseits der Vogesen trotz der parlamentarischen Ferien auch fernerhin eine unsichere und schwankende sein, weil durch die jüngsten parlamentarischen Vorgänge daselbst sich das Vorhandensein einer latenten Ministercrisis herausgestellt hat und es kann allerdings leicht möglich sein, daß sich dieselbe durch eine ungewisse oder gar ablehnende Antwort der Deputirtenkammer auf die angekündigte Vertrauensfrage der Regierung mit dem Rücktritte des Cabinets Freycinet zu einer acuten Erisis gestaltet. Diese letztere Möglichkeit muß um so schärfer ins Auge gefaßt werden, als nicht nur die Ablehnung des Credits für die polytechnische Schule, sondern auch schon vorher die Vorgänge anläßlich der Interpellation Laur über den Paßzwang in Elsaß=Lothringen gezeigt haben, daß das gegenwärtige französische Ministerium keine feste Majorität in der Deputirtenkammer mehr besitzt. Eine solche bestand nur so lange, als die Radicalen mit den gemäßigteren republikanischen Elementen der Kammer zusammenhielten, sobald aber die ersteren ihre eigenen Wege gehen, wie dies in den letzten Tagen der jetzt beendigten Session geschehen ist, sieht sich die Regierung allen möglichen Zwischenfällen preisgegeben. Es genügt eine Augenblicksverbindung der Boulangisten und ConserVergißmeinnicht. 17] Novelle von H. von Ziegler. (Nachdruck verboten.) Albrecht von Lassow hatte bald die Landstraße erreicht, einen Moment hielt er dort umherspähend inne, dann spornte er von Neuem sein Pferd zur Eile an. Dort, wo der Wald bis zur Chaussee heranreichte mußte jedenfalls Bellarino mit dem Wagen halten, um Thekla zu erwarten. Der weiche Boden des Feldweges verhinderte den lauten Klang der Hufschläge, und es war ganz still ringsum, die laue Luft umwehte Lassows erhitzte Stirn, er athmete tief und murmelte: Großer Gott, wie schwer prüfst Du mich! Zu dem Schmerz um Lucie, die mich abweist, tritt nun noch der Makel auf unserem alten guten Namen durch Theklas wahnsinnige That. Aber wozu jetzt klagen und jammern? Vielleicht sehe ich später ein, zu was alles gut war! Und weiter ritt er dahin. Da plötzlich hielt er an, die Hand, welche die Zügel fest anzog, bebte wie Espenlaub, gespannt lauschte er vorwärts. Und in der That, von der Straße her klang Rädergerassel und ein lautes Peitschengeknall. Mit einem einzigen Ruck riß Lassow sein Pferd herum und ein Pistol in der Rechten jagte er dahin, um bald den Wagen vor sich zu sehen. „Da sind sie, nun wirds Ernst,“ murmelte er zwischen den Zähnen und weiter ging die tolle Jagd hinter dem Wagen her, in welchem Thekla mit Bellarino floh. Jetzt war Lassow dem Wagen so nahe, daß die Insassen desselben ihn gewahren mußten. Thekla stieß bei dem unerwarteten Anblicke ihres Bruders einen jähen Schrei aus und Bellarino feuerte den Kutscher zu immer größerer Elle an. „Halt!“ rief aber Albrecht von Lassow jetzt mit mächtiger Stimme,„ich sage halt, sonst schieße ich!“ Er vativen mit den Radicalen, um die Regierung zur Ohnmacht zu verdammen, sie in's Hintertreffen gerathen zu lassen, und diese unnatürliche Coalition hat sich ja auch jüngst wieder in der Laur'schen Angelegenheit und bei der Forderung für die polytechnische Schule herausgestellt. Wenn das Cabinet Freycinet=Constans den Umständen, welche jetzt schon entschieden darauf drängten, daß die Regierung für sich von der Kammer ein klares deutliches„Ja“ oder„Nein" verlangte, nicht Rechnung trug, so wirkte hierbei offenbar die Erwägung mit ein, es am Schlusse der Parlamentssession nicht noch zu einer offenen Ministercrisis kommen zu lassen, die also bis auf Weiteres noch verschoben erscheint. Die Entscheidung für oder wider das Ministerium Freycinet beim Beginn der nächsten Herbstsession in Frankreich hängt von den Radicalen ab und es ist kaum mehr zweifelhaft, daß denselben das in seiner Mehrheit opportunistische Cabinet Freycinet=Constans schon zu lange regiert. Die Radicalen, an ihrer Spitze der ehrgeizige frühere Minister des Auswärtigen, Goblet, möchten gern selber wieder einmal an die Regierung kommen, trotzdem, daß die Erfahrung wiederholt gezeigt hat, daß ein rein oder wenigstens vorwiegend radicales Cabinet in Frankreich sich niemals lange halten kann. Aber sie werden in ihrem immer deutlicher hervortretenden Ansturm gegen die Regierung durch die Unzufriedenheit der öffentlichen Meinung des Landes mit der auswärtigen Politik des Ministeriums Freycinet unterstützt. Es ist derselben weder die Loslösung Italiens vom Dreibund, noch der endliche Abschluß des französisch=russischen Bündnisses gelungen, und alles deutet darauf hin, daß die Radicalen in diesen Punkten erneut zum Angriffe auf die jetzige französische Regierung ansetzen werden. Darum ist aber, sollten die radicalen Republikaner in Frankreich nächstens wieder ans Ruder gelangen, die Gefahr nicht ausgeschlossen, daß sie in der auswärtigen Politik etwas mehr chauvinistische Töne anschlagen werden und darum haben die Friedensmächte alle Ursache, die fernere Entwickelung der Dinge in Frankreich fortwährend im Auge zu behalten und sich von den Ereignissen nicht überraschen zu lassen. Politische Uebersicht. Paderborn, den 23. Juli 1891. Bei den großen im September in Thüringen stattfindenden Kaisermanövern werden wiederum eine Anzahl deutscher Fürstlichkeiten Gäste des Kaiser sein. hob die Waffe, der Schuß blitzte auf, eine Kugel pfiff durch die Luft. Da hielt der Kutscher an; kein Drängen des Italieners konnte ihn bewegen, weiterzufahren, die Gefahr war doch zu groß. Gleich darauf parirte Albrecht sein Pferd vor den Wagen, die noch rauchende Waffe in der Hand. „Schurke,“ rief er drohend,„laß die Dame frei, sonst schieße ich Dich nieder wie einen tollen Hund.“ „Haha,“ entgegnete der Italiener höhnend,„die Dame ist meine Braut, die mir freiwillig folgt. Lassen Sie Ihre Drohungen bei Seite, mein Herr, Sie haben gar kein Recht, sich in meine Angelegenheiten zu mischen.“ „Kein Recht? Nun, wir werden sehen. Thekla, ich befehle Dir, sogleich den Wagen zu verlassen.“ „Niemals, Albrecht,“ klang es stolz von Theklas Lippen zurück,„ich folge meinem Bräutigam, den ich mir erwählte, zum Altare. Ich bin mündig und Dir keine Verantwortung schuldig.“ Jetzt hatte auch Bellarino seine Pistole hervorgezogen und hob sie, kaltblüthig auf Lassow zielend.„Geben Sie den Wagen frei, mein Herr, sonst schieße ich!“ schrie jetzt Bellarino. Der Hahn knallte und im Augenblick, als Bellarino abdrücken wollte, warf sich Thekla mit gellendem Schrei über den Bruder.„Albrecht, um des Himmels willen, fliehe— er darf Dich nicht treffen! Leo— es ist— mein einzigster— Bruder!" „Aber er war zu spät, der Schuß aus Bellarinos Pistole ging los und traf— Thekla. Mit einem schwachen Aufstöhnen brach die Unglückliche im Wagen zusammen und ein Blutstrom erquoll aus ihrem Halse. „Thekla,“ schrie der Italiener jetzt wie ein Wahnsinniger und schleuderte die Waffe von sich,„ich habe sie gemordet! O, allmächtiger Gott— und ich liebte sie doch.“ Man nennt unter ihnen den König von Sachsen, den Herzog von Coburg, den Prinz=Regenten Albrecht von Braunschweig, den Prinzen Rupprecht von Bayern, den Prinzen Wilhelm von Württemberg und den Bruder des Kaisers, Prinzen Heinrich von Preußen. * Die so lange in der Schwebe befindlich gewesene Frage der Wiederbesetzung der erledigten preußischen Oberpräsidentenposten ist jetzt vollständig zum Austrag gelangt. Nachdem schon vor einiger Zeit der Staatsminister a. D. v. Puttkammer bekanntlich zum Oberpräsidenten der Provinz Pommern ernannt wurde, ist jetzt endlich auch die Neubesetzung der Oberpräsidentenstellen von Ost= und Westpreußen erfolgt. Die oftpreußische Oberpräsidentenstelle ist dem Reichstagsabgeordneten Grafen Udo von Stolberg=Wernigerode übertragen worden, während, entsprechend den hierüber allgemein gehegten Erwartungen, Staatsminister a. D. v. Goßler zum Oberpräsidenten von Westpreußen ernannt worden ist. In Folge seiner Ernennung erlischt das Reichstagsmandat des Grafen v. Stolberg=Wernigerode und müßte dieser sich, im Falle er sein Mandat auch fernerhin auszuüben gedenkt, einer Neuwahl unterziehen. * Zum Reichscommissar für die AntisklavereiLotterie ist der Leiter der Colonialabtheilung im auswärtigen Amte, Wirkl. Geh. Legationsrath Dr. Kaiser, ernannt worden. Seitens der Reichskanzlei wurden in den Ausschuß für Verwendung der Gelder delegirt die Herren Fürst von Hohenlohe=Langenburg, Professor Dr. Schweinfurth, Staatssekretair a. D. Jakobi, Ehrendomherr Dr. Hesters in Köln und Bank.er v. d. HeydtElberfeld. Sämmtliche Herren sind Mitglieder des Colonialrathes. Das Gesammtergebniß der am 16. Juli im Wahlkreise Cassel=Melsungen vollzogenen Ersatzwahl zum Reichstage ist folgendes: Dr. Endemann(nat.=lib.) 4528 Stimmen, v. Alvensleben(cons.) 1359 St., Martin (hess. Particularist) 1324 St., Förster(Antisemit) 4134 St. und Pfannkuch(Sozialdem.) 7872 Stimmen. Es hat also eine Stichwahl zwischen dem nationalliberalen und dem sozialdemokratischen Canditaten stattzufinden, für welche als Termin der 25. Juli anberaumt worden ist. Da der Sozialdemokrat seinem Gegner um 3344 Stimmen voraus ist, und da sich diese Zahl nach den Erfahrungen der Casseler Stichwahl vom vorigen Jahre bei der engeren Entscheidung vermuthlich noch um ein Psrr Doch schon war Albrecht aus dem Sattel, riß den Schlag auf und bog sich über den Körper der Schwester; noch war nicht alles Leben aus demselben gewichen, aber schleunigste Hülfe that Noth. Heftig wandte sich Lassow an Bellarino, der sich voll Verzweiflung die Haare ausraufte. „Verlassen Sie den Wagen, mein Herr, und kommen Sie mir nie wieder vor die Augen— Sie haben meine Schwester gemordet.“ „Thekla, Geliebte, Du darfst nicht sterben!“ jammerte Bellarino, doch Lassows kräftige Faust schleuderte ihn, ehe er sich dessen versah, zum Wagen hinaus. „Und nun, Kutscher, fahren Sie ganz langsam Schritt für Schritt nach Schwarzendorf,“ befahl Lassow, indem er gleichzeitig das Blut, welches aus der Halswunde seiner Schwester strömte, zu stillen suchte. Das war eine entsetzungsvolle Fahrt, an die Albrecht sein ganzes Leben mit Grauen zurückdachte! Er hatte den Italiener nur noch emporspringen und davon jagen sehen, als sei ein Heer von Furien auf seiner Spur. Dann hatte Albrecht sein ganzes Augenmerk nur auf die Pflege Theklas gerichtet. „Leo,“ kam es noch einige Male wie ein Hauch von den Lippen der sterbenden Schwester. Dann, als der Wagen hielt, war ihr Leben entflohen und der unglückliche Lassow trug in seinen Armen unter dem Schluchzen und Klagen der gesammten Dienerschaft eine Todte ins Schloß! „Ich habs geahnt,“ murmelte die alte Köchin welche sehr an Thekla hing,„neulich an ihrem Geburtstage sah ich sie im Traume in weißen Gewändern durch die Luft fliegen und die Raben schrien dreimal bei Sommeraufgang um den Thurm— das bedeutete Tod und Unglück. O, der arme gnädige Herr! Nun ist er ganz allein!“ *** Beträchtliches erhöhen wird, so werden die Nationalliberalen, wollen sie mit ihrem Canditaten Sieger bleiben, am 25. Juli nicht nur ihre letzten Reserven herauszuziehen haben, sondern auch von den anderen bürgerlichen Parteien nachdrücklich unterstützt werden müssen. Dies steht indessen mit Bestimmtheit nur von den Freisinnigen und vielleicht einem Theil der Conservativen zu erwarten, während die hessischen Partikularisten und die Antisemiten „aus Bosheit“ theilweise vielleicht für den Sozialdemokraten eintreten werden. Sollte derselbe aber in der Stichwahl gewählt werden, so würde hiermit das dritte Dutzend der socialdemokratischen Vertreter im Reichstage gerade voll werden. * Zu der seitens der französischen Chauvinisten à la Laur, Deroulése und Consorten aufgestellten Behauptung, daß den zur Bereisung Elsaß=Lothringens bestimmten französischen Handlungsreisenden das Paßvisum seitens der deutschen Botschaft in Paris grundsätzlich verweigert würde, schreibt die amtliche„Straßb. Correspendenz“:„Die auch in andere Zeitungen übergegangene Nachricht des„Figaro“, daß französischen Handlungsreisenden grundsätzlich das Paßvisa verweigert würde, ist falsch. Wie bei allen Paßvisagesuchen, so werden auch bei denen der Handlungsreisenden die Verhältnisse des einzelnen Falles eingehend geprüft. Die Versagung des Visa— wenn sie erfolgt— hat ihre Begründung jederzeit in anderen Verhältnissen, niemals in dem Umstande, daß der Gesuchsteller Handlungsreisender ist. Uebrigens versäumen derartige Gesuchsteller nicht selten, ihren Stand in dem diesbezüglichen Gesuche anzugeben.“ Hoffentlich bewirkt diese Auslassung den Schluß der Preßdebatte über die leidige Paßzwang= angelegenheit. * Die zu Wien geführten Handelsvertragsunterhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich= Ungarn einerseits, der Schweiz anderseits wollen noch immer nicht recht vom Flecke rücken. Es ist darum auch der Beginn der schweizerisch=italienischen Handelsvertragsunterhandlungen, welche am 20. Juni in Bern eröffnet werden sollten, einstweilen verschoben worden. Wenn dann die beiden Kaisermächte mit der Schweiz ins Reine gelangt sind, woran trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten doch nicht zu zweifeln ist, werden auch die schweizerisch italienischen Verhandlungen unter Betheiligung Deutschlands und Oesterreich=Ungarns unverzüglich beginnen. Was die Einbeziehung Serbiens in die im Gange befindlichen handelspolitischen Conferenzen anbelangt, so soll dieselbe, wie das Wiener„Fremdenblatt“ mittheilt, im Herbst erfolgen. Vielleicht werden auch die Verhandlungen mit Serbien in die Zeit während der Unterhandlungen mit Italien eingeschoben. * Der Ausflug österreichischer Reichsrathsabgeordneter— Vertreter des Polenclubs, des Hohenwart=Clubs und der Slovenen— nach Prag scheint weniger dem Besuche der czechischen Ausstellung als der Inscenirung einer politischen Demonstration zu gelten. Worauf letztere zielt, bekundeten recht deutlich die vielen politischen Reden, welche auf dem, den Gästen aus dem Reichsrathe sseitens des böhmischen Feudaladels gegebenen Banket gehalten wurden. Denn bei Lichte betrachtet, galten diese Kundgebungen eigentlich der Wiederherstellung Noch am selben Abend sandte Lassow einen reitenden Boten in die Stadt und nach Schloß Bergenhöhe; die Damen sollten zuerst durch ihn Alles erfahren. Hätte er geahnt, daß Luciens ernster Gedanke bei dem Anhören seines Briefes war:„Gott sei Dank, so ist ihm doch nichts zugestoßen!“— er wäre vielleicht weniger trostlos gewesen. Schon am nächsten Morgen kamen die Gräfin und Lucie zu Fuß nach Schwarzendorf. um ihr Beileid zu bezeigen. Bleich aber ziemlich gefaßt trat ihnen Lassow im Wohnzimmer entgegen und küßte dankend beider Hände. „Kann ich Thekla sehen?“ bat Lucie weinend.„Ich bringe ihr ein letztes Andenken, eine Strauß Vergißmeinnicht.“ Herr von Lassow nickte leise und führte die Comteß an Theklas Leiche. Man hatte die Todte in weiße Gewänder gehüllt; friedlich schlummernd lag sie da, die Hände über der Brust gefaltet, auf den schönen Zügen schien ein stiller Frieden zu schweben. „Schlafe wohl, meine arme Thekla, flüsterte Lucie und küßte weinend die kalte Stirn der todten Freundin; „Nie hätte ich gedacht, daß Dein sonniges Leben ein solches schreckliches Ende finden würde! Dein Tod sühnte tausendfach den Fehltritt, den Du begangen: Du starbst für den einzigen Bruder— Du rettest ihn!“ „Mein Kind sagte die alte Gräfin feierlich und trat gleichfalls näher,„unsre geliebte Todte hat Dich aus einem schweren, unheilvollen Traume errettet, denn Du warst ebenso bethört wie sie durch jenen Fremden, der Euch beide betrog. Weißt Du weshalb ich Dir nie meine Einwilligung zu einer Heirath mit ihm gegeben hätte?“ „Ich— weiß es nicht, Großmama!“ „Weil er Deines Vaters Bruder ist, Deines Vaters, der einst meine unglückliche Tochter entführte.“ (Fortsetzung folgt.) der alten Rechten, welche durch die litzten Reicherathswahlen in die Brüche gegangen sind. Mit großem Verständniß predigt daher auch das Prager Organ der Altczechenpartei, die„Politik“, in Anschluß an den Besuch der Reichsrathsabgeordneten die Reconstruktion der früheren Reichsrathsmehrheit und sucht die Jungczechen für diesen Gedanken empfänglich zu stimmen. Letztere grollen aber noch ihren alten Bundesgenossen vom„eisernen Ring“ und die jungczechischen Organe äußern sich sehr kühl über den Besuch der Herren aus dem Reichsrathe in Prag wie über das projektirte Wiederzusammenschmieden des„eisernen Ringes". * Petersburger Blätter behaupten, daß Ende Juli die Unabhängigkeits=Erklärung Bulgariens erfolgen werde, versichern aber, daß in diesem Falle eine Einmischung Rußlands sehr unwahrscheinlich sei. Die Gerüchte über die angeblich bevorstehende Unabhängigkeitserklärung Bulgariens haben sich indessen schon so oft als haltlos erwiesen, daß auch die neuesten Meldungen dieser Art nur mit Reserve aufzunehmen sind. * Nach längerer Pause wird wieder einmal von einem kleinen türkisch= montenegrinischen Zwischenfalle berichtet. In Skutari schossen türkische Soldaten auf ein montenegrinisches Schiff und beschädigten es durch ihre Kugeln. Montenegro verlangte deshalb von der Pforte Gerugthuung und eine dem Berliner Vertrag entsprechende Sicherstellung der freien Schifffahrt auf dem Scutari=See. Sehr gefährlich wird die Sache wohl nicht werden. * Auf den Samoa=Inseln gährt es aufs Neue. Der Häuptling Mataaffa, der frühere Günstling der Nordamerikaner, opponirt gegen den König Malietoa. Mataaffa hat in Mahe 600 Anhänger um sich gesammelt und weigert sich dem Befehle Malietoas, dieselben zu entlassen, nachzukommen; ebensowenig will Mataaffa einem andern Befehle Malietoas, nach Apia zu kommen, gehorchen. Die Behörden ergriffen Vorsichtsmaßregeln, die drei Consuln erließen Proklamationen zur Befestigung der Stellung Malietoas, in Folge dessen sich die Beunruhigung wieder etwas gelegt haben soll. * * Berlin, 20. Juli.(Der Kaiser) hat nunmehr den Staatsminister Dr. v. Goßler zum Oberpräsidenten von Westpreußen als Nachfolger des verstorbenen v. Leipziger und den Reichstagsabgeordneten Grafen Udo zu Stolberg=Wernigerode zum Oberpräsidenten von Ostpreußen als Nachfolger des verstorbenen v. Schlieckmann ernannt. * Kissingen, 19. Juli.(Der Fürst und die Fürstin Bismarck) sind mit Dr. Schweninger und Chrysander hierselbst angekommen. * Bremen, 21. Juli.(Minister von Heyden) und der Oberpräsident von Benningsen trafen gestern Abend hier ein. Heute Morgen begaben sich dieselben nach Ottersberg, um die unter Leitung Dr. Fleischers stehende Moorversuchsstation in Augenschein zu nehmen. Gegen Mittag erfolgt die Rückkehr nach Bremen, Abends die Weiterreise nach Wilhelmshaven. * Luxemburg, 20. Juli.(Beim dem Einzuge des Großherzogs) werden den am Donnerstag bevorstehenden Festlichkeiten alle hier accreditirten Gesandten, nämlich die von Oesterreich=Ungarn, Italien, dem Vatican, den Niederlanden, Rußland und Großbritannien, sowie die Minister=Residenten von Frankreich, Deutschland und Spanien beiwohnen. Der König der Belgier sendet eine außergewöhnliche Gesandtschaft. Norwegen. * Christiania, 19. Juli.(Das Programm) betreffs des Aufenthalts des Kaisers in Skaarö soll umfassen: Walfischfang, Forellenfischerei, Renntierjagd und vielleicht auch eine Adlerjagd. * Bodö, 19. Juli.(Se. Majestät der Kaiser) verbrachte den Sonntag an Bord Seiner Yacht„Hohenzollern“, welche vor Bodö vor Anker lag, und hielt Mittags den Gottesdienst ab. Die„Hohenzollern“ verläßt Bodö Montag früh zur Fahrt nach Tromsö. Oesterreich=Ungarn. * Pest, 21. Juli.(Ein Hauptmann des 79. Infanterie=Regiments) hat heute dem Abgeordneten Ugron wegen einer im Abgeordnetenhause gehaltenen Rede über das Verhalten des Offizierkorps bei Gelegenheit der Anwesenheit des Kaisers Franz Joseph in Fiume seine Zeugen gesandt. Ugron machte seine Zeugen namhaft. Frankreich. * Paris, 20. Juli.(Der Streik) der Eisenbahnbediensteten wird als beendet angesehen. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist heute früh nahezu vollständig in allen Werkstätten und Magazinen ohne Zwischenfall erfolgt. * Lyon, 20. Juli.(Der Präsident der Abordnung) der italienischen Schützen veranstaltete gestern ein Bankett, welchem auch der Präfect Rivaud beiwohnte. Es wurden mehrere sehr herzliche Trinksprüche ausgebracht. Die italienischen Vertreter begaben sich darauf zum Empfange nach der Bürgermeisterei. Der Verkehr zwischen den französischen und den auswärtigen Schützen ist ein sehr freundschaftlicher. Griechenland. * Athen, 20, Juli.(Der deutsche Gesandte) am hiesigen Hofe, Graf Wesdehlen, ist von hier mit Urlaub via Constantinopel abgereist. Montenegro. * Cettinje, 20. Juli.(Reguläre türkische Soldaten) schossen auf ein im Hafen von Skutari befindliches montenegrinisches Schiff, das von drei Kugeln getroffen wurde. Die Regierung hat das Verlangen nach Genugthuung und dem Berliner Vertrage entsprechender Sicherstellung der freien Schifffahrt gestellt. Aus dem Reiche. □ Salzkotten, 18. Juli.(Hohes Alter.) Es dürfte manchem Leser des„Paderborner Anzeigers" wohl nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß in voriger Woche die bekannte Botenlene“ gestorben ist. Weit über 60 Jahre lang hat sie allwöchentlich mehrmals den Weg von Salzkotten nach Paderborn gemacht, um die ihr aufgetragenen Geschäfte und Bestellungen zu besorgen. Anfangs legte sie mit dem Korbe auf dem Kopfe den Weg zu Fuß, später als die Eisenbahn kam, per Bahn zurück. Dieses hatte sie so lange getrieben, daß sie sich berechtigt glaubte, bei der Bahnverwaltung den Antrag zu stellen, nunmehr frei fahren zu lassen, sie habe der Bahn schon soviel Geld zu verdienen gegeben. Schreiben und Lesen konnte sie nicht, aber desto schärfer war ihr Gedächtniß. Erinnere ich mich noch deutlich, wie ich ihr auf der Straße, noch dazu in einem Zustande, wo sie ihren gewohnten Kümmel getrunken, vor etwa 4 Jahren mehrere Aufträge für die nächste Tour noch Paderborn gab, die aber alle auf's pünktlichste erledigt wurden. Ihr Alter wußte sie niemals anzugeben und gab sie auf Befragen die Antwort:„Als ich geboren wurde, da gab es noch keine Jahreszahl.“ Indeß hat es sich im Kirchenbuche nach ihrem Tode vorgefunden und dasselbe verrathen. daß die Helene Zacharias 1798 geboren, also das seltene Alter von 93 Jahren erreicht hat. Somit hat die alte Botenlene bis zum 90. Jahre ihres Amtes als Botenfrau gewaltet. s Delbrück, 20. Juli.(Begräbniß.) Gestern wurde die irdische Hülle des verstorbenen Canal=Inspectors Deutsch zu Grabe getragen. Vom Jahre 1866 bis 1889 war er als Canal=Inspector trätig und hat somit großen Antheil an der Fortentwickelung der Wiesenanlagen der Bokerhaide, die heute als eine der bedeutendsten und mustergültigsten Bewässerungsanlage in Deutschland angesehen wird. J Bochum, 19. Juli.(Der Verband Deutscher Bergleute) wählte in seiner heutigen ersten Hauptversammlung den Vorstand und faßte u. A. den bedeutsamen Beschluß, demnächst auch die Fabrikarbeiter aufzunehmen und dann den Verband zu einem neuen Verband Deutscher Berg= und Hüttenarbeiter zu erweitern. * Bochum, 20. Juli.(Herrn Fusangel), dem Chefredakteur der„Westf. Volksztg.“, ist mit Rücksicht auf den derzeitigen Stand seiner Gesundheit ein StrafantrittsAufschub bis zum 1. September bewilligt worden. Hr. Fusangel wird diese Zeit zu einer Erholungsreise, deren er dringend bedürftig ist, benutzen. * Gelsenkirchen, 20. Juli.(Verhaftet.) Die „Gelsenkirchener Zeitung“ meldet: Heute Abend wurde Herr Huenninghaus, Redakteur der Bergarbeiter=Zeitung, auf Requisition der Bochumer Staatsanwaltschaft verhaftet. ∆ Münster, 21. Juli.(Die hies. Invaliditäts= und Alters=Versicherungs=Anstalt) hat seit Inkrafttreten des bezüglichen Gesetzes bis Ende Juni dieses Jahres bereits 3270 Jahresrenten im Gesammtbetrage von 433892 Mk. bewilligt; allgemein wird diese segensreiche Einrichtung dankbar begrüßt. —(Hagelschaden.) Der an den Feldfrüchten angerichtete Hagelschaden im Amt Wolbeck und Umgegend beziffert sich auf 1094000 Mk. Dazu kommt noch der an den Gebäuden angerichtete. X Arnsberg, 21. Juli.(Dr. v. Ciriacy=Wantrupf.) Der in den fünfziger und sechsziger Jahren durch sein Auftreten und seine Dichtungen vielgenannte conservative Abgeordnete Geh. Regierungsrath Dr. v. Ciriacy=Wantrup ist hierselbst im vollendeten 79. Lebensjahre gestorben. Sein Wort:„So reinlich und so zweifelsohne“ ist zu einem geflügelten Worte geworden. Büchmann erzählt darüber: Als am 9. September 1865 zu Danzig ein auf Rechnung des Herrn Friedrich Meyer erbautes Fregattschiff„Marineminister v. Roon“ vom Stapel gelassen wurde, ward dabei ein vom Regierungsrath Wantrup verfaßtes Gedicht gesprochen, aus dessen Anfangszeilen Vom Fels zum Meer weh'n des Königs Fahnen Und auch die blaue Salzfluth grüßen ihre Farben Schwarzweiß— so reinlich und so zweifelsohne die letzten fünf Worte unvergänglich geworden sind. —(Sauerländischer Gebirgs=Verein.) Vorgestern wurde hierselbst die General=Versammlung des seit etwa einem Jahre bestehenden Sauerländischen Gebirgs=Vereins abgehalten. Fast alle Abtheilungen des Vereins waren vertreten. Die stärkste Besucherzahl hatte Dortmund gestellt. Nachdem die Musik=Kapelle am Bahnhof einige Piécen gespielt hatte, erfolgte der Abmarsch nach der Stadt, von wo man durch das Eichholz nach dem hohen Nacken(Nonnenkuhle), einem prachtvollen Aussichtspunkte, marschiren wollte. Diese Absicht mußte jedoch, als man auf den Markt kam, aufgegeben werden, da der Regen in Strömen niedergoß und Jeder schleunigst ein schützendes Obdach zu erreichen suchte. Die Mehrzahl der Fremden und viele Arnsberger sammelten sich dann in dem Knothe'schen Saale zu einem Frühschoppen, Zusust hiest Hr. Gymnasiallehrer Féaux de Lagroix einen Vortrag über Arnsberg's Vorzeit, der viele interessante Einzelheiten enthielt. Danach erschienen die Berggeister und Gnomen, die oben auf der Bergeskuppe aus dem Waldesdickicht hervortreten sollten, die aber der Regen nun in den Saal gescheucht hatte. Der Berggeist sprach einen von Frl. Johanna Baltz gedichteten WillkommenGruß. Mittags um 1½ Uhr wurde die General=Versammlung vom Vorsitzenden des Vereins, Herrn Forstmeister Ehmsen, eröffnet. Herr Bürgermeister Löcke begrüßte die Erschienenen Namens der Stadt. Der Verein zählt bereits 60 Sektionen mit 2911 Mitgliedern. Bisher sind an die Hauptvereinskasse 1600 Mk. abgeführt worden. Neun Anträge um Zuschüsse aus der Vereinskasse liegen vor; dieselben wurden bewilligt. Danach erhalten zehn Sektionen zusammen 1225 Mk. Hr. Landgerichtsrath Weingärtner(Münster) trat lebhaft für die Beschaffung eines eigenen Vereinsorgans ein, während Hr. Regierungs=Präsident Winzer(Arnsberg) zwei bis drei Mal im Jahre die Herausgabe von Vereinsmittheilungen, im Uebrigen die Benutzung der Tagespresse bzw. einzelner Blätter befürwortet. Es wurden schließlich 800 Mk. für Drucksachen und ReklameZwecke bewilligt. Als Ort für die nächstjährige GeneralVersammlung wurde Altena gewählt. Der bisherige Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Nach der General=Versammlung fand ein gemeinsames Mahl im Casino statt, das ebenfalls sehr gut besucht war und einen schönen Verlauf nahm. —(Das Schießen mit Böllern) hat der Regierungspräsident neu geregelt und verordnet, daß dasselbe in Zukunft nur mehr beim Besuche hervorragender oder allerhöchster Herrschaften sowie auf Ostern und Frohnleichnam mit polizeilicher Erlaubniß stattzufinden habe. Iserlohn, 21. Juli.(Stadtbaumeister.) Hierselbst handelt es sich um Anstellung eines Stadtbaumeisters. Es kam nun in der Stadtverordnetensitzung zu einer sehr langen und eingehenden Debatte, ob dem Magistrat oder den Stadtverordneten das Wahlrecht dieses Beamten zustehe. Die Städteordnung giebt hierüber keine bündige Auskunft, da man seit(1851) dieses Amt noch nicht kannte, auch ein Beweis für die innerhalb 30 bis 40 Jahren außerordentlich veränderten Lebenshaltungen der Comunen. Magistrat hielt sich allein für wahlberechtigt, während dem Collegium nur das Einspruchsrecht zustehe; die Stadtverordneten in ihrer Mehrheit beanspruchten das Wahlrecht. Die Städteordnung ermangelt bereits eine ganze Reihe von Bestimmungen, die sich auf die Organisationen unserer neuen Zeit beziehen müßten; eine Revision wird schließlich unabweisbar sein. 8 Aus dem Kreise Hagen, 21. Juli.(Die Heuernte) ist im Großen und Ganzen als beendet anzusehen. Ueber die Quantität des Futters hört man nicht klagen, dagegen ist die Qualität desselben durch das beim Einbringen fast durchweg vorherrschende Regenwetter stark beeinträchtigt worden. Der Stand der Feldfrüchte ist im Allgemeinen ein besserer, als man nach der anhaltend ungünstigen Witterung erwarten sollte. Der Winterroggen steht zwar durchweg dünn, ist aber dafür recht stark behalmt und die Stärke der Aehren verspricht einen verhältnißmäßig guten Ertrag an Körner. Nicht besonders günstig ist der Stand der übrigen Halmefrüchte, doch dürfte auch hier bei Andauer warmer und trockener Witterung eine Mittelernte zu erwarten sein. Die Kartoffeln sind hier, wie anderwärts, in der Entwickelung noch so weit zurück, daß eine muthmaßliche Schätzung der diesjährigen Ernte bis heute noch unmöglich ist. + Wickede.[., 21. Juli.(Zur Warnung für Landwirthe) möge folgender Vorfall dienen: Ein hiesiger Hofbesitzer hatte in seinem auf dem Hofe befindlichen Teiche die entleerten Säcke von künstlichen Düngstoffen(Chilisalpeter) waschen lassen. Das Rindvieh wird gewöhnlich zu diesem Teiche zur Tränke geführt, so auch nach dem Waschen betreffender Säcke. Dieses hat dem Hofbesitzer in bedauernswerther Weise einen großen Schaden gebracht. Zwei werthvolle Kühe crepirten an demselben Tage. Weiteres Rindvieh ist sehr erkrankt und wahrscheinlich wird in Folge der Giftstoffe noch mehr davon verenden. * Oberhausen, 20 Juli.(Verschwunden.) Seit dem 5. Mai ist der 33jährige Maschinenschlosser Friedr. Heck von hier spurlos verschwunden, ohne daß man über seinen Verbleib irgend welchen Anhalt hat. Heck ist verheirathet und hat 2 Kinder. —(Das Generalcommando des 7. Armeecorpt) hat seinerzeit befohlen, daß die Militärmusiker privatim nicht mehr in Uniform spielen dürften. Der hiesige Deutsche Kriegerverein, welcher zu seinem dies jährigen Sommerfeste das Trompetercorps des 1. westf. Feld=Art.=Regts. Nr. 7 engagirt hat, richtete an das Generalcommando das Ersuchen, diesem Trompetercorps das Erscheinen in Uniform zu gestatten. Daraufhin hat das Generalcommando den betreffenden Befehl dahin abgeändert, daß bei Kriegervereinen eine Ausnahme zu machen sei. Bei Paraden, öffentlichen Aufzügen und Concerten der Kriegervereine dürften die Militärmusiker in Uniform erscheinen, dagegen dürften sie zum Tanz nicht in Uniform spielen. * Neuß. 20. Juli.(Stadtverordnetensitzung.) Wie in der heutigen Stadtverordneten=Sitzung mitgetheilt wurde, hatte unsere städtische Sparkasse im Jahre 1890/91 einen Umschlag von 7,130,000 M. gegen 6,964,000 M. im Vorjahre. Laut Statut kann ein Zins=Ueberschuß von 39,000 M. städtischen Zwecken zugewandt werden. Für Ferien=Colonieen wurden 300 M. gegen 200 M. des vorigen Jahres bewilligt. Ueber Errichtung einer Badeanstalt wurde trotz einstündiger Erörterung eine Einigung nicht erzielt, da Einzelne die Erbauung eines Volksbades größeren Stils vorschlugen, während der größere Theil der Stadtverordneten für Flußbäder eintrat. * Geldern, 21. Juli.(Schaden.) Der Kreisausschuß schätzte den durch die Unwetter in den Bezirken Hinsbeck, Zeuth, Wankum und Wachendonk angerichteten Schaden auf 1 Million Mark. * Solingen, 19. Juli.(Ein gutes Geschäft) macht mit ihrem Gas= und Wasserwerk unsere Stadt. Im Rechnungsjahre 1890/91 beträgt der Ueberschuß der Gasanstalt 70519 Mk., derjenige des Wasserwerks 63653 Mk. Insgesammt hat die Stadt also an beiden Anlagen 135 172 Mk. verdient. Düsseldorf, 19. Juli.(Die Handelskammer) hat auf Anfrage der Regierung im Interesse der Arbeiter sowohl als der Arbeitgeber einstimmig dahin entschieden, daß es sich empfehle, die Kirmessen im Stadt= und engeren Land=Kreise auf die Tage zu verlegen, in denen die Düsseldorfer Kirmeß gefeiert wird. * Köln, 21. Juli.(Bei der Berathung) des Eisenbahn=Ministers Thielen mit den Vertretern des bergbaulichen Vereins handelte es sich nach der„Köln. Volksztg.“ um den Plan des Ministeriums zur Beschaffung eigener Waggons seitens der Großindustrie. Bonn, 20. Juli.(Die Ferien=Strafkammer) verhandelte am Samstag gegen mehrere Personen wegen gewerbsmäßiger Betreibung eines Glücksspiels, und gegen Wirthe, welche das Spielen in ihren Lokalen geduldet haben. Die drei angeklagten Spieler haben in Köln, Euskirchen, Rheinbach usw. ihre Opfer gerupft, manchmal ganz erheblich; ein Herr aus Buel will 500 Mk. verloren haben. Die Glücksspieler sind der Kutscher H. Sauer und der Buchbinder A. Betzger von hier und der Wirth W. Lohmar von Oberholtdorf. Jeder wurde zu sechs Wochen Gefängniß, der Wirth A. Simon von hier wegen Duldung des Spiels zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. Ein Wirth aus Rheinbach wurde freigesprochen. — Der Fürst und die Fürstin von Schaumburg=Lippe sind gestern Abend hier eingetroffen zum Besuche ihres Sohnes, der heute seinen Geburtstag feiert. Das fürstliche Paar wird morgen nach Frankfurt weiterreisen. * Trier, 21. Juli.(Ein Wolkenbruch) richtete neuerdings im Kreise Merzig großen Schaden an. * Berlin, 21. Juli.(Eine ansehnliche Erbschaft) wird demnächst unsere Stadt antreten. In der Mehnerstraße wohnte bisher der achtzigjährige WinkelConsulent Dauß. Derselbe lebte anscheinend in den ärmlichsten Verhältnissen. Er klagte stets, daß ihm sein Geschäft sehr wenig einbringe und daß er nur mit Hülfe der Unterstützungen sich über Wasser halten könne, die er von der Stadt und von der jüdischen Gemeinde erhalte. Letztere zahlte ihm monatlich 18 Mark. Vor einigen Tagen ist Dauß plötzlich gestorben. In seiner Westentasche fand man nach seinem Tode 400 Mk. in Gold, und bei weiterer Durchsicht seiner ärmlichen Habseligkeiten wurden Depotscheine über 00000 Mark vorgesunden: Da berechtigte Verwandte nicht vorhanden sind, so wird das hinterlassene Vermögen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen der Stadt Berlin zufallen. * Dresden, 19. Juli.(Schmuggelei.) Angeblich auf einem Morgenspaziergange durch harzig duftende Waldungen und würzig riechende Thalgründe in die lieblichen sächsischen Gefilde begriffen, erweckte jungst eine von Roßbach in Böhmen nach Adorf pilgernde Dame durch ihre Dickleibigkeit das ganz besondere Wohlgefallen sächsischer Grenzaufseher. Schon länger im Hafen Ehe glücklich eingelaufen, verbat sich die beherzte Dicke nicht nur jede Berührung von Seiten der Herrn Beamten, sondern hielt sich auch noch berechtigt, den schnauzbärtigen Wächtern des Gesetzes eine Lektion über Anstand und Benehmen auf Posten zu ertheilen. Diese kehrten sich aber nicht an schlimme Rede, sondern geleiteten die Dickleibige nach der Grenzoberkontrolle Adorf. Unter weiblicher Bedienung entledigte sich hier die auffällig still und kleinlaut gewordene Dame ihres Oberkleides, und siehe, es ist ein Weibsbild in funkelnagelneuer, leider aber nicht verzollter— Männerkleidung. Locales. Paderborn, den 23. Juli 1891. —(Das bischöfliche Palais) wird augenblicklich für unsern neuen Bischof im Innern renomirt. —(Herr Oberförster Hüffer) zu Neuböddeken, ist zum Forstmeister mit dem Range eines Regierungsrathes ernannt. —(Inhaftirt) wurde gestern Morgen ein hiesiger Einwohner, der unter dem Verdachte wiederholter Sittlichkeitsverbrechen steht. —(Die Münster'schen Cürassire) haben am Montag in Neuenbeken und den umliegenden Ortschaften für längere Zeit Quartier bezogen. —(Der Schlossergeselle Jos..) aus Altengeseke stand gestern vor der hiesigen Strafkammer, um sich wegen eines sehr bösen Streiches zu verantworten. Am 9. April war er mit andern jungen Leuten aus Altengeseke nach Lippstadt zur Ziehung gewesen. Die künftigen Vaterlandsvertheidiger hatten auf der Fahrt jedenfalls des Guten zu viel geleistet, denn auf dem Rückwege ging einer in ein Haus zu Schmerlecke und.forderte sich unentgeltlich Speck. Er wurde jedoch hinausgewiesen und die Thür verriegelt. Der Sohn des Hauses kam darauf mit den jungen Leuten vor dem Hause in Streit und er sowohl, wie auch sein ihm zu Hülfe eilender Schwager erhielten dabei Stiche mit einem spitzen Instrument. Diese sollten von dem Angeklagten ausgetheilt sein. Er selbst leugnet zwar das ganz entschieden, indessen Zeugen hatten es deutlich gesehen und lag auch das Instrument, anscheinend eine angespitzte Feile, welches der Angeklagte fortgeworfen, dem Gerichtshofe vor. Die Staatsanwaltschaft beantragte 1½ Jahr Gefängniß. Der Gerichtshof ging darüber noch hinaus und sprach eine Strafe von 2 Jahren Gefängniß aus. Vermischtes. * Bremen, 20. Juli.(Gerettet.) Nach einer telegraphischen Meldung der Rettungsstation Norderney wurden am 19. Juli von der auf dem Norderneyer Riff gestrandeten holländischen Tjalk„De Zwerwer“ die aus fünf Personen bestehende Besatzung, darunter eine Frau und zwei Kinder, durch das Rettungsboot„Barmen“ der Weststation gerettet. * London, 20. Juli.(Verschollen.) Die Schiffe „Aino“,„Muriel" und„Mangalore", letzteres mit Getreide beladen, sind zu Valparaiso während eines schweren Sturmes total verloren gegangen. An der ganzen chilenischen Küste wüthet ein heftiger Orkan. —(Aus England wird gemeldet:) Am Sonnabend Morgen stürzten auf dem Manchester Schiffskanalbau eine Lokomotive und 11 Waggons von einem Damm hinunter, unter dem sich zahlreiche Arbeiter befanden. Bis jetzt sind elf Todte konstatirt. Viele sind verletzt. Eine guterhaltene kupferne und eine eiserne Pumpe nebst Bleirohren billig abzugeben. Giersstrasse C 150. Ein Wort an Alle, die Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshdlg. in Leipzig. Für nur 2 Mk. 25 Pfg. versende ich, so lange der Vorrath reicht, eine sehr gut gehende schöne Scherzinger Bronce-Uhr mit vorzüglichem Werk, geeignet für Arm und Reich. 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Die Reinigung der Bürgersteige und Rinnen muß bis 8 Uhr Morgens, die der Straßen und Plätze bis 7 Uhr Abends beendet, der zusammengekehrte Unrath aber sofort von der Straße ent fernt und nicht etwa dem Nachbar zugeschoben werden. Bei trockenem Wetter ist der zu reinigende Theil der Straßen vor dem Jegen mit reinem Wasser so zu besprengen, als zur Verhütung des Staubes erforderlich ist. Die zwischen den Häusern befindlichen Gossen müssen so oft, als nöthig, mindestens aber alle 8 Tage gründlich gereinigt werden. Uebelriechende Flüssigkeiten dürfen weder auf die Straße noch in die Rinnsteine geleitet oder ausgegossen werden. Bei Abfuhr derartiger Flüssigkeiten bezw. Düngers ist unverzüglich eine genügende und vollständige Abspülung der etwa von Jauche benetzten Straßentheile vorzunehmen. Die Abortsgruben und Pissoirs in den Gast= und Schenkwirthschaften sowie auf den Herbergen sind öfters zu desinfiziren Zuwiderhandlungen werden mit den in der Straßen=Ordnung vom 15. Juni 1859 vorgesehenen Strafen geahndet werden. Paderborn, den 18. Juli 1891. Die Polizei=Verwaltung. Angekommene Curgäste in Bad Lippspringe. Nr. 15. Frau van Hoogenhuyze nebst Kindern, Herr Fr. W. Kruse, Osnabrück. Bedienung und Schwester, Eulen=„ H. Uffenkamp, Bielefeld. burg(Holland).„ B. Hellinge, Salzkotten. Herr Ingenieur Schourp, Essen a. R.„ H. Heßler, Riemke. „ Gustav Adriani, Barmen.;„ Herm. Beyer, Wermelskirchen. „ Lud. Stern, Hammelburg(Baiern). Frau Nicolai, Oldenburg i. Gr. Frau Dr. Bezzenberger n. Frl. Tochter und Frl. Martha Möring, Oelsburg b. Peine Sohn Herr Bezzenberger, Heidelberg.] Frau Rödiger, Münster i. W. Herr Wilhelm Wilms, Dortmund. Herr Carl Oehler, Wattenscheid. „ Wilhelm Plohr, Wetter b. Osnabr. Frl. Minna Schulte, Hohnsen. „ Otto Wiederich, Bielefeld. Frau Pastor Friedrich nebst Frl. Tochter, „ I. H. Blomeyer, Melle. Handorf b. Peine. A. Bergner, Rudolfstadt.,„ Holtmann, Herford. H. Baum nebst Schwester Fräuleine„ Feidelberg, Hohenlimburg. M. Baum, Altenan a. Harz. Herr Carl Eickmeyer, Herford. Herr Ad. Wulff nebst Sohn, Berlin.;„ Paul Oehme, Zschopau. „ Lehrer Niehus, Magdeburg.„ Friedrich Koch, Bielefeld. „ H. Klingbeil nebst Sohn H. Kling=)„ Adolf Müller, Magdeburg Neustadt. beil, Berlin. 3„ Chr. Sterly, Göttingen. Frau Riedel, Schweicheln.„ Heinrich Möller, Hörde. „ Tubbesing, Bahnhausen.) Frau Julius Behr, Elberfeld. Herr Chr. Johns nebst Fräulein Tochter Herr H. Gertner nebst Frl. Schwester, Agnes, Rüningen bei Braunschw.§ Hannover. „ Carl Schöler, Mülheim a. Ruhr. Frau Huismann, Loppersum(Holland). „ Carl Knöller, Hagen i. W.„ Fuchs, Mülheim a. Rhein. Frau Overbeck, Witten.„ Carl Weck, Wald. „ v. Stockhausen nebst Frl. Tochter,„ Hänert, Sangerhausen. Cassel.§Herr Ed. Steinkrüger, Bielefeld. Frl. Maria Reck, Hohenwepel. Frau Genz, Osnabrück. Herr Carl Stöver, Kleinenbroich. Frl. Johanne Möller, Mesterenger. Frl. Marie Petzke, Stettin. Frau Dr. Böttrich, Hagen i. W. Herr Friedrich Brügmann, Brambauer. Herr A. Niediek, Bielefeld. „ Ernst Vörster, Berge b. Halver.?„ Rob. Gerstmann, Hagen. „ Wilhelm Pfeil, Berlin.;„ A. L. J. Jordan, Oker a. Harz. „ Carl Lücke, Haverbeck.,„ Heinr. Beckmann, Eickum b. Herf. „ Gustav Hoffmann, Lübeck. Frau Zurmühlen, Gütersloh. Frau Goldhaus, Nette b. Mengede. Herr G. Rubbel, Barmen. Herr D. Raschen, Bremen.,„ Cantor Großjohann, Wehdem. „ G. Heinrich Meyer, Laar b. Herf. Frau C. Wels, Hagen. „ Bruno Noack, Belgard a. Persante. Frl. Küpper nebst Bruder, Bochum. „ Oscar Reiche, Weimar. Herr August Marpmann, Wanne. Ch. Undernhorst, Bokel b. Rietberg.) Frau Hullmann, Recklinghausen. Fritz Mennecke, Braunschweig.„ Stüer, Essen a. Ruhr. Pfarrer Schulte, Römershagen.(Herr I. Torbohm, Osterholz=Scharmbeck. weltberühmte junge Fußkünstlerin, ohne Arme geboren, S.." 22 Jahr alt. Oroßärtig in ihren Leistungen mit den Füßen! 1. Abtheilung: 2. Abtheilung: 1. Sie strickt,, 5. Sie schreibt, 2. Sie näht. J 6. Verfertigt Blumen, 3. Sie stickt, 7. Spielt Zither. 4. Sie häkelt. Da diese junge Dame zum ersten Male hier ist und ihre Leistungen gewiß alle Erwartungen des geehrten Publikums übertreffen werden, so ladet zu zahlreichem Besuche ergebenst ein. Die Direction. Preise der Plätze: Erster Platz 30 Pfg., zweiter Platz 20 Pfg., Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. NB. Damen und Kindern sind diese Vorstellungen besonders empfohlen. 0 Während des Liborifestes! vis a vis der Wollhalle. Zum ersten Male hier! ess Ausgezeichnet durch ein Präsent von weil. Sr. Maj, des deutschen Kaisers. Märie Hausmann Im Saale der Frau Wwe. Hoppe, Grube. Diese Woche: Eine großartig schöne Reise durch Alpen. Savoyen. U. A. Besieigung des Montblanc. von 9 Uhr Morg. bis 9½ Uhr Abends. Entree 30 Pfe., Schüler 20 Pfg. Abonnementskarten für fünf Besuche 1 Mr. Vereine erhalten besondere Ermäßigung. Plarrer Seb. Kheipps fabricirt von der alleinberechtigten Firma Brod- und Zwiebackfabrik Augsburg..-G. Niederlage bei: Joseph Wegener, Mühlenstrasse, Paderborn. F. Küppers, Apotheker, Elspe i. W Kralthanrmtter SPEEROLG Pesternthor. Special=Geschäft für Herren=Artikel. Um mein Lager bis zur Wahlne möglichst zu räumen, verkaufe ich von heute ab sämmtliche Artikel zu Einkaufspreisen. Inventur-Ausverkauf Frl. Paderborn Neuenbeken Altenbeken Lehrer Farwick, Liesborn. Richard Wolf, Mechow b. Kyritz. Robert Ulrich, Prediger H. Bärwinkel, Streda, (Lausitz). Lehrer Mohwinkel, Alfeld. Betriebsführer J. Schütz, Weitmar. bei Bochum. Frau Schulte, Ohle. „ Herz, Vegesack. Herr Friedrich Sieveking, Ostscheid. „ Pastor Behrens, Baddeckenstedt. „ Ernst Bärenfänger, Barmen. Frl. Wiebke, Lahde bei Menden. Herr Emil Ebring, Essen a. Ruhr. Julius Wildförster, Barmen. Mathias Schell, Schwirzheim. Lehrer C. Jastram, Rostock. „ Lemmermann, Osterjork. Anton Brandt, Siegen. P. G. Gryßenaar, Hengelo. H. Grotegut, Detmold. G. Holtschmidt, Laer Frau Siekmann, Schötmar. Herr H. Galenbeck, Bremen. Frau Voswinkel, Altena. Frl. Joh. Gallenkamp, Lippstadt. Stockey, Sassendorf. Leifermann. Lohnermühle. Herr Wilhelm Hurst, Vorth b. Werdge. M. Kadden, Mülheim a. Ruhr. W. Hempelmann, Herford. Bekanntmachung. Anläßlich des Liborifestes hierselbst werden am Sonntag den 26. Juli und am Sonntag den 2. August d. J. folgende Persenen Srarerzuge gefahren: I. Am 26. Juli 1891. a) Vormittags: Sonderzug von Soest nach Paderborn: Ortszeit. Soest Sassendorf Horn Benninghausen Lippstadt Ehringhausen Geseke Salzkotten Scharmede Paderborn ab 6 Uhr 5 Min. 13 22 30 42 52 01 14 24 35 ab 9 Uhr 45 Min. * 9 „ 10 „ 10 an 10 ab 10 „ 10 „ 10 „ 11 „ 11 11 53 02 10 19 40 50 59 12 22 33 Lager bei: Th. Thiele in Paderborn. 58 01 32 b) Nachmittags: I. Sonderzug nach Altenbeken: 2. Sonderzug nach Soest: Ortszeit. ab 6 Uhr 36 Min. Paderborn.. ab 8 Uhr 6 Min. an 6„ 56„ ∆ Lippstadt..( a5 „ 7„ 12„ Soest.... an 9 II. Am 2. August 1391. Nachmittags: I. Sonderzug nach Altenbeken: 2. Sonderzug nach Soest: Ortszeit. Paderbern. ab 6 Uhr 36 Min. z# Paderborn.. ab 8„ 6 Min. Neuenbeken. an 6„ 56„ □ Lippstadt..(aßg" 61 Altenbeken..., 7„ 12„ 5 Soest... an 9„ 32„ Die Züge halten auf allen Zwischenstationen und führen III und IV. Wagenklasse. Es werden an den vorbezeichneten Tagen besondere Rückfahrkarten IV. Klasse nach Paderborn ausgegeben, welche jedoch keine Preisermäßigung gewähren und nur für den Tag der Lösung Gültigkeit haben. Paderborn, den 18. Juli 1891. Königliches Eisenbahn-Betriebsamt. Die Bertenioos-Gehossenschaft bezweckt das gemeinsame Spiel von Berichlöosen und Framien-Ahleinen In 12(monatlichen) M 5 559 50() Einsatz pro Jahr##. Ziehungen Wer. S 900 000 Einsatz pro Monat Mk. Jedes Loos gewinnt. Nächste Ziehung am 1. August er. Spielplan und Satzungen auf Wunsch franco per Post. Serienloos=Genossenschaft, Berlin SW., Torkstrasse 73. Mk. 48. 4. Unwiderruflich am 1. August 1891. Laut Reichsgesetz vom 8. Juni 1871 im ganzen deutschen Reiche gesetzlich zu spielen gestattete und gestempelte Stadt Barletta-Loose Haupttreffer Fr.: 2 Millionen, 1 Million, 500000, 400000, 200000, 100000, 50000, 30000, 25000 2c. Staats-Eisenbahn-Loose Haupttreffer Fr.: 600000, 400000, 300000, 200000, 60000, 30000, 25 000, 20 000, 10000 2c. Stadt Mailand-Loose Haupttreffer Fr.: 50000, 30000, 2c. Alles nur Geldgewinne, die „baar“ in Gold, wie vom Staate garantirt, ausgezahlt werden und wie sie keine einzige Lotterie aufzuweisen hat.— Für schon stattgefundene Ziehungen ist keine Nachzahlung zu leisten. Jedes Loos gewinnt!— Monats=Einlage auf ein ganzes Loos 4 Alle drei Loose zusammen 10 Mk. Gewinnlisten gratis. Bank-Agentur F. Stroetze! Konstanz(Baden). Redaction, Druck und Verlag von Th. Thiele in Paderboan.