Wacd ###erbern, Donpe Zeitung für KE tadt und Land. Organ des landw. Kreis-Vereine Der Paderborpe## Anzeiger erscheint des Dienst#### Donnerstags und Bamstags mit einer illusttirt und landwirthschaftlichen Beilage. #:A Adonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. Insedate, welche in Paderborn und Umgegend gro Verbreit#g finden, kosten pro Petiizeile nur 10 Pfg., Reclame 30.“ Abonnement auf den Paderborner 1 Eina Unsere, auswärtigen Leser bitten wir freundlich, das Abonnement auf den Anzeiger pro 1891 sofort bei der nächsten Postanstalt oder dem Landbriefträger erneuern zu wollen, damit in der Zu### sendung keine Unterbrechung eintritt; ferner bitten wir, das Blatt in ihrem Bekanntenkreise empfehlen zu wollen. Die Versendung geschieht stets mit den Nachtund Morgenzügen, so daß die Zeitung bereits des Morgens auch in den Händen der entfernter wohnenden Abonnenten ist. Preis pro Quartal nur 1 Mar'. Inserate, welche weiteste Verbreitung finden, nur 10 die=gespaltene Petitzeile * Heinrich Schliemann. Der am 26. December in Neapel plötzlich verstorbene Forscher war am 6. Jannar 182? in Neu.=Buckow in Mecklenburg=Schwerin gehoren als der Sohn eines protestantischen Geistlichen, auf demselhen Eutsdorfe, in dessen altem Schlosse einf Johann Heinrich Poß Hausleyzrer war. Er wurde, wie wir einem(zum Theil auf einer akteren Vorlage beruhenden) Nachruf der„Voß. Ztg.“ entnehmen, frühzeitig in die homerischen Gesänge eingeweiht, da der Landpfarrer die Gewohnheit hatte, seinen Kindern einzelne Stellen aus den Uebersetzungen seines berühmten Landsmannes vorzulesen. In dem unruhigen Kopfe des Jünglings zeitigte eine lebendige Phantasie den Glauben, daß die Stätten, von denen der Dichter singt, noch nach Jahrtausenden dem sinnlichen Auge wahrnehmbar seien und Bericht von den Heldenthaten einer sagenhaften Zeit erstatten müßten. Aber seine Sehnsucht nach dem klassischen Lande wurde durch die rauhe Wirklichkeit gekreuzt. Früh starb ihm die Mutter; die häuslichen Verhältnisse gestalteten sich so ungünstig, daß der 14 jährige Knabe die Realschule der kleinen Residenz Strelitz verlassen und als Lehrling länger Is af Jahre in einen Kramladen des Nachbarstädtchens zür, berg dienen mußte, bis eine Prustverletzung, well: er sich bei dem Aufheben eines schweren Fasses zuzeg. ihn nöthigte, einen andern Beruf zu wählen. Er ging nach Hamburg und ließ sich als Schiffsjunge für einen nach Venezuela bestimmten Kauffahrer anwerben, der indessen am 12. December 1841 an der Küste der holländischen Insel Texel scheiterte. Die Mannschaft rettete nichts als das nackte Leben. Völlig mittellos und krank wurde Schliemann in Amsterdam in ein Haspital gebracht und erhielt nach mancher Noth und herben Erfahrung endlich eine Stelle als Laufbursche in dem Handlungshause F. C. Quien. Das Glück, welches durch eisernen Fleiß erzwungen wurde, führte ihn allmählich in die Höhe; er erwarb sich eine eindringende Kenntniß der englischen, französischen, holländischen, spanischen, italienischen und portugiesischen Sprache, und als der nunmehrige Buchhalter im Hause B. H. Schroeder u. Co. sich auch die russische Sprache angeeignet hatte, wurde er 1846 als Vertreter dieser Firma nach St. Petersburg geschickt, wo er elf Jahre thätig blieb und all Großhändler in die Gilde eingeschrieben war. Eine Reihe der erfolgreichsten Beschäftsunternehmungen in Indigio, Salpeter, Blei, Blauholz und Baumwolle, besonders während des Krimkrieges, wurde die Quelle eines großen Vermögens, welches Schliemann in den Stand von Mykenae die uralter Koni setzte, sich 1863 vom Handel gänzlich zurückzuziehen, um Pausanias als die Ruhestätte nur noch seinem Lieblingsstudium, der griechischen Gefährten gezeigt wurd rchndgen Mit vollwilder: Archägtogie zu Jeden. dem lauten Lesen und Sprechen, I Eifer ob, daß er wegen Störung der zwei Mal die Wohnungen wechseln kommener und den Ueberlieferung. sprechender Kenntniß Homer's ausg Begleitung seiner Gattin, einer Griechin Mitarbeiterin, nach Klein=Asien, wo er au, zumeist mit mehr als 150 Arbeitera,## begann und die Baustelle des alten Ition aufoEin Dutzend Jahre währte diese anfangs spöttelte, später fast ausnahmslos als großartig anerkann Arbeit. Weder der Hohn wissenschaftlicher Gegner, noch der von der türkischen Regierung angestrebte Proziß um das Eigenthum an den Funden vermochten ihr abzuschrecken. Er erkaufte sich die Unantastbarke# des Besitzes von der Pforte um einen Tribut von 50000 Frcs., und wiewohl ihm von einzelnen Museen Hunderttausende von Thalern für die ausgegrabenen Schätze geboten wurden, war er selbstlos genug, dieselben 1882 dem Deutschen Reich zu schenken, welches sie dem Berliner Museum für Völkerkunde als besondere Abtheilung, die den Namen Schliemann's trägt, einverleibte. Aber mit den Ausgrabungen in der Stadt des Priamas war Schliemann's Thätigkeit nicht erschöpft. Hin und wieder unterbrach er seine Arbeiten bei Hissorlik, um in der Akropolis von Mykenae die uralter Konigsgräber##ufzudecken, welche non's und seiner Geschmeide an den Tag, welche ein Anan###um em Sewicht vonz hundert Pfund Schon 1856 hatte er das Neugriechische erlernt. übersteieen. Er grub die Schatzkammer“ in Orchomenos Dann begann##er mit dem Altgriechischen sich bekannt staus und bereicherte die Wissenschaft auch dort durch Aufzu machen, Er bereiste inzwischen Schweden, Dänemark, Italien, Aegypten, Syrien, Griechenland, unternahm 1864 eine dreijährige Reise um die Welt. um endlich 1868 seine Sehnsucht zu erfüllen und die Inseln aufzusuchen, auf welche er den Schauplatz der Thaten der homerischen Helden verlegte. Wie er, der keine regelmäßige Bildung genossen hatte, die vollendete Kenntniß Homer's sich aneignete, hat er selbst in der Vorrede zu seinem Buche über Ithaka, den Poleponnes und Troja, erzählt. Seine Methode bestand darin, viel mit kauter Stimme zu lesen, jeden Tag eine Stunde zu nehmen, nicht Uebersetzungen nach irgend einer Vorlage zu machen, wohl aber, sobald er dazu im Stande war, eigene kleine Ausarbeitüngen über Dies und Jenes niederzuschreiben, letztere unter Aussicht eines Lehrers zu verbessern, und in der nächsten Lection mündlich frei herzufagen, was er in der vorhergehenden gelernt hatte.: Diesen Uebungen, besonders deckung einer höchst kunstvl gemeißelten Zimmerdecke aus vorgeschichtlicher Zeit. Er brachte die Paläste der Könige von Tiryns an das Licht, und kein Jahr verging, ohne das neue und überraschende Ergebnisse seiner Forschungen die gebildete Welt in Erstaunen versetzten. Ueber seine Ausgrabungen aber und deren Bedeutung erstattete Schliemann in ausgezeichneten Schriften gewissenhaft Bericht. Einzelne derselben sind mit Vorworten von Gladstone oder Virchow, seinem Freunde und Mitarbeiter versehen, alle sind von der Wissenschaft als Meisterwerke anerkannt worden. Die Universität Rostock verlieh ihrem Landsmanne schon 1869 denphilvsophischen Doctorhut; die Universität; Oxford machte ihn später zum Doctor des Civilrechtsz“ die Stadt Berlin betrachtete ihn als den Ihrigen, obe wohl er feinen ständigen Wohnsitz in Athen Znommen hatte. Bald nach der Operation, welcher er sich ir Halle Geprüfte Herzen. Novelle von H. v. Ziegler. (Nachdruck verboten.) Früh am nächsten Morgen fuhr Elise ab in dem kleinen Inspectorwagen, aber sie sah durchaus nicht traurig aus; im Gegentheil, heller Sonnenschein lag auf dem lieblichen Gesichtchen, und sie warf verstohlen einen Handkuß zurück, dabei leise murmelnd:„Auf Wieders. sehen, Rudolf! Laß Dir Cousine Editha gut gefallen!“ Beim Frühstück war der junge Officier ziemlich verstimmt, seine Mutter beobachtete ihn scharf, sagte jedoch nichts weiter. Die beiden Kinder erschienen gleichfalls schweigend, tranken ihre Milch, sagten aber auch nicht eine Silbe. Erst als Rudolf verwundert frug:„Wo bleibt denn Euer Fräulein?“ brach Hänschen in Thränen aus. „Sie ist fortgereist,“ schluchzte er,„und wird wohl garnicht wiederkommen, denn— denn—“ Klirrend stieß Rudolf die leere Tasse beiseite und erhob sich. „Ist das wahr, Mutter?“ frug er mit finsterer Miene,„weshalb erfuhr ich nichts davon?“ „Hm— es kam auch mir sehr ungelegen, daß Fräulein Arnold Urlaub wünschte, aber endlich ließ ich sie fahren, sie kommt natürlich nach dem Fest wieder, wie sollte ich es sonst mit den Kindern einrichten.“ „Geht einmal in die Küche, Kinder, und seht zu, wie die Kuchen gemacht werden,“ sagte der junge Officier zu den Geschwistern und, als er mit der Mutter, allein war, wandte er sich entschlossen zu derselben. 5„Ich muß Dir, ohne fernere Umschweife und ehe Cousine Editha kommt, erklären, beste Mama, daß ich Fräulein Elise Arnold heirathen werde.“ Als sei der Blitz vor ihr in die Erde gefahren, so zuckte Frau von Büren bei diesen Worten zusammen. „Und das sagst Du mir?“ frug sie endlich scharf, „Du glaubst, ich werde es zugeben? Nimmermehr! Du heirathest mit meinem Segen nur Editha und keine andere!“ „Das wollen wir noch sehen! Ich habe Dir meinen Entschluß mitgetheilt und werde ihn ausführen, verlaß Dich darauf!“ Er ging. Draußen fand er die Geschwister, welche jubelnd den Weihnachtsbaum umtanzten, welcher zum Aufstellen hergerichtet wurde. „Nun Kinder,“ rief er ihnen zu,„übermorgen wird der Baum angezündet; das wird schön sein!“ „Weißt Du auch, Rudolf, was man thun muß, wenn man den Weihnachtsbaum zuerst sieht?“ frug Gertrud geheimnißvoll,„ich wills Dir sagen. Man muß ihn ganz genau ansehen und dreimal an dasjenige denken, was man sich am meisten wünscht. Dann geht es in Erfüllung.“ „O, ich weiß, an was ich denken will," jubelte Hans und tanzte händeklatschend im Kreise umher, aber ich sag's Euch nicht— ich sag's Euch nicht.“ Rudolf mußte über diesen Kinderglauben lächeln, aber beinahe unwillkürlich hafteten auch seine Blicke fest an dem schlanken, grünen Baume und dreimal formten seine Lippen lautlos den Namen der Geliebten. Und dann war die Stunde herangekommen, daß der Wagen, welcher Cousine Editha abholen sollte, vor der Thür hielt. „Rudolf, bist Du fertig?“ rief Frau von Büren. „Verfehle nur die Ankunft des Schnellzuges nicht, und nimm hier Decken und Fußsack mit. Am besten wäre es, Du ließest Editha im Bahnhofsrestaurant eine Tasse Si Chokolade oder Kaffee vor dem Fortfahren geben. wird recht durchgsfroren sein.“ „Wie Du befiehlst,“ entgegnete der junge Offizier gleichgültig.„Nun adien, Mama!“ „Adieu, lieber Sohn! Glück auf dem Weg! Ich bin so begierig Editha kennen zu lernen. Sei nur ja recht freundlich und herzlich gegen sie.“ Als der Wagen davongerollt, ging die Dame nochmals in das für die erwartete Nichte bereitete Zimmer, um zu sehen, ob es gut geheizt und alles sonst in Ordnung sei; der kleine Raunt war in der That ebenso behaglich als eloßent und niußte auch den verwöhntesten Ansprüchen genügen. „Wenn nur Rudolf sich in sie verlieben möchte.“ murmelte sie vor sich hin und strich glättend über den# zartrosaseidenen Lampenschleier,„es würde mich unendlich glücklich machen! Die dumme Neigung zu der Erzieherin muß er sich natürlich aus dem Kopfe schlagen; man, wenn sie wiederkommt, werde ich dem Fräulein meine Meinung sagen und ihr den Abschied geben.“ Der Weihnachtsbaum im großen Saale schimmerte und glitzerte wie Hunderte von Brillanten, und wie ein geheimnißvolles Rauschen ging es durch die Aeste und Zweige desselben. Die Kinder kicherten und flüsterten zusammen in ihre: Zimmer und meinten, den Weihnachtsmann vorbeischlürfen zu hören, mit rasselndem Sacke und ermahnender Stimme. Weihnachten war es und auch in seinem Herzen war ein strahlendes Licht aufgegangen, nun erst wußte er, was Leben was Glück sei! Der Wagen hielt und schon pfiff der daherbrausendes: Schnellzug durchdringend; es war hohe Zeit gewesen. Rudolf eilte auf den Bahnsteig. Vom Damencoupes hatte, und den Besuch, den er alsdann seinen unden abstattete, wurde er von einem jähen erafft. Politische Uebersicht. Paderborn, den 1. Januar 1891. Der Kaiser empfing am Montag den Minister des Innern,## Herrfurth, zu einer längeren Conferenz. Man wird wohl in der Annahme nicht fehlgehen, daß es sich bei dieser Unterredung um die Crisis in Sachen der Landgemeinde=Ordnung gehandelt und daß hierbei der Monarch seinen Standpunkt in der ganzen Frage nochmals klar präcisirt hat. Vielleichts daß schon die nächsten Tage Näheres über den Inhalt der jüngsten Audienz des Herrn Herrfurth beim Kaiser bringen. * Consistorialrath Dr. Hegel, der im 77. Lebensfal##eht, hat sein Entlassungsgesuch eingereicht. Herr Heg####t bekanntlich einer der Führer der strenggläubigen ####halb des Protestantismus und ist bei den innern protestantischen Kämpfen sehr in den Vordergrund getreien. *„ Wie der„Hamb. Corr.“ hört, hat der Kaiser für die diesjährigen Abiturientenprüfungen der Cadetten, welche ausnahmsweise schon Ende Januar vollzogen werden, bestimmte Erleichterungen vorgeschrieben, welche sowohl materiell die Anforderungen an das Wissen, als auch formell die Art der Zusammenrechnung der Censuren nach Puncten betreffen. * Bei der am Montag vorgenommenen, in Folge der Mandatsniederlegung des Freiherrn v. Schorlemer=Alst erforderlich gewordenen Neuwahl im Reichstagswahlkreise Bochum erhielten nach einer Meldung des Wolff'schen Telegraphen=Büreaus: Müllensiefen (natlib) 16100, Vattman(Centrum) 15900, Lenzmann (Demokrat) 1900 und Lehmann(Soz.) 8100 Stimmen. Zwischen den beiden Erstgenannten hat demnach eine natzl stattzufinden. Angenommen, diese Zahlen wurden schon einer genaueren Zählung und nicht nur auf Schozung beruhen, so wäre gegen die letzten Februarwahlen, bei denen 56 139 giktige Stimmen abgegeben murrden jetzt(bei###2000 obgegebenen Stimmen) ein Rückgang in der Wahlbetheiligung von über 14000 Stimmen, oder etwa einem Viertel eingetreten. „ Die Auswanderung nach Brasilien in den Kreisen Inowrazlaw und Strelno nimmt immer größere Dimensionen an. Zwei in dortiger Gegend vom Auswanderungsagenten Morawiez in Amsterdam angestellte Unteragenten werden polizeilich verfolgt. Der Landrath Hassenpflug in Strelno macht öffentlich bekannt, daß nach einer ihm zugegangenen Mittheilung der Polizeidirection von Bremen der„Nord. Lloyd“ sich dem Reichskanzler gegenüber verpflichtet habe, keine deutschen Reichsangehörigen mehr mit Lköyddampfern nach Brasilien zu befördern. * Zu der Aeußerung des Ministerpräsidenten de Freyeinet in seiner Wahlrede, daß man noch nicht von einer dauernden Herrschaft des Friedens sprechen könne, bemerkt die„Nowoje Wremja": die dritte Republik sei auf dem Wege, sich immer mehr zu befestigen; Niemand könne aber eine Bürgschaft dafür übernehmen, daß nicht neue Kämpfe der Parteien im Innern ausbrächen, aus denen einer der Nachbarns Frankreichs Nutzen ziehen konnte. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet sei die Vollendung des Werkes der nationalen-Vertheidigung eine Frage der Existenz der französischen Republik. * Newyorker Depeschen melden von einem neuen blutigen Kampf zwischen Indianern und Regiegstruppen der Vereinigten Staaten. Nach einer in Omaha aus Pineridge eingegangenen=Nachricht hätte vorgestern zwischen Indianern und einer Abtheilung inionstruppen ein Zusammenstoß stättgefunden. Officiere sollen getödtet, und eine Anzahl Sold### verwundet sein. In der Indianer=Reseroatzon herrscht große Aufregung. Nach weiteren Depeschen aus=Omaya hat der Zusammenstoß am Procupine Treek stattgefunden. Die Verluste sollen auf beiden Seiten beträchtlich sein. Weitere Details fehlen noch.“ * Berlin, 29. Dec.(Vom Hofe.) Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag um 10½ Uhr den Vortrag des Hausministers v. Wedell und daran anschließend die Vorträge des Chefs des Civilcadinets sowie des Ministers des Innern entgegen. — 30. Dec. Am heutigen Vormittage hatte der Kaiser zunächst eine Spazierfahrt nach dem Thiergarten wehte ein blauer Schleier, winkte ein Battisttuch— das mußte Editha sein! Voll fieberhafter Ungeduld schritt indessen Frau von Büren in ihrem Zimmer auf und nieder. Sobald der Wagen kam, wollte sie den Weihnachtsbaum anzünden und Editha unter demselben mütterlich zärtlich empfangen. Es war alles bereit; horch, da tönte schon Wagengerassel! (Fortsetzung folgt.) unternommen und darauf bei der Rückt### zur Stadt das Atelier des Malers Professor Koner in der Hildebrandtstraße besucht und daselbst längere Zeit verweilt. Nach dem königlichen Schlosse zurückgekehrt, hörte, dann Se. Majestät von 10½ Uhr ab die Vorträge des Vizeadmirals Hollmann sowie des stellvertretenden Chefs des Marine=Kabinets, Kapitänlieutenants Müller, und arbeitete längere Zeit mit dem Vertreter, des Militär=Kabinets Oberstlieutenant und Flügeladjutanten von Lippe. Mittags hatten der aus München hier eingetroffene königlich bayerische Kriegsminister General der Infanterie Ritter von Safferling sowie demnächst der Militär=Attaché bei der diesseitigen Gesandtschaft in Bukarest, Major Müller, im großen Generalstabe die Ehre des Empfanges. Später nahm der Kaiser noch die persönlichen Meldungen mehrerer höherer Officière entgegen.— Die Kaiserin befindet sich durchaus wohl und auch der neugeborene kaiserliche Privz erfheut sich des besten Wohlseins. Berlin, 30. Dec.(Die diesjährige Neujahosfeier) wird am Kaiserlichen Hofe in höchst umfangreicher und alänzender Weise mit einem feierlichen Zug zur Schloßkap lle und Gottesdienst, woran sich eine Defilircdur anschließt, zur Ausführung gebracht. (Sperrgeldvorlage.) Wie die„Kölnische Volkszeitung“ wissen will, würde nach der zu erwartenden neuen Sperrgeldvorlage das ganze angesammelte Kapital an die katholische Kirche zurückgegeben werden. Die aufgesammelien Beträge sollten den Bischöfen überwiesen und in den Diöcesen besondere schiedsrichterliche Körperschaften gebildet werden, bei denen die kirchlichen Anstalten und Fonds sowie die Geistlichen ihre Entschädigungsansprüche anzumelden hätten.— Die Angelegenheit wird zur Zeit im Staatsministerium zwischen den betheiligten Ressorts berathen. —(„Ein Kranz für Windthorst!“) Unter dieser Ueberschrift fordert ein Comitee in Münster die Mitglieder und Freunde der Centrumspartei in der Diöcese Münster auf, zu dem nächsten Geburtstage Windthorst's, am 17. Januar, an welchem Tage derselbe in das achtzigste Lebensjahr tritt, eine Summe von 90000 Maik zusammenzubringen, welche von Windthorst zur Abtragung der noch vorhandenen Bauschulden für die in Hannover neu erbaute Marienkirche verwendet werden könnten. (Herr Hofprediger Stöcker) hat sich am Sonntag von der Domgemeinde verabschiedet. Vom Hofe war Niemand erschienen. Dagegen versichert die„Kreuzztg.“, daß in den Logen der Chef des Geveralstabes Graf Waldersee und der Generalintens## Graf Hochberg bemerkt wurden. —(Die englische Zollverwaltung) beabsichtigt Sansibar zum Freihafen zu erklären. * Danzig, 27. Dec.(Rücktritt.) Der„Altkatholik" Professor Prätorius in Konitz hat sich von der „altkatholischen“ Sache zurückgezogen und ist zur katholischen Kirche zurückgekehrt. Belgien. * Brüssel, 28. Dec.(Schiffsuntergang.) Ueber Antwerpen wird aus Gibraltar der Untergang des Dampfers„Ferdinand de van der Taelen" im Mittelmeer, beim Eingang in die Meerenge von Gibraltar, gemeldet. Die gerettete Mannschaft befindet sich auf einem nach Antwerpen gehenden Schiffe. Aus Gibraltar wird ferner gemeldet, daß baselbst ein furchtbares Unwetter herrscht. Eine große Anzahl von Schiffen wagt nicht, in das Mittelmeer auszulaufen. Schweiz. * Genf, 30. Dec.(Die Anarchisten) verurtheitten angeblich in geheimer Sitzung die Mitglieder des Bundesrathes zum Tode. Eine Untersuchung ist eingeleitet und die Ausweisung sämmtlicher betheiligter Angrchisten gilt für bevorstehend. Frankreich. * Paris, 30. Dec.(Gestorben.) Der Romanschriftsteller und Schauspieldichter Octave Feuillet ist plötzlich gestorben. Der im 61. Lebensjahre verstorbene Dichter, der auch Mitglied der Akademie war, hielt sich seit geraumer Zeit von der Bühne fern. —(Zusammenkunft.) Der„Temps“ kündigt an, morgen werde, wahrscheinlich in Boulogne sur Mer, eine geheime Zusammenkunft zwischen Parnell und'Brien stattfinden. (Parnell) ist gestern Abend in Paris eingetroffen, seine Unterredung mit'Brien dürfte in Paris und nicht in Boulougne s. M. stattfinden. —(Abreise.)-Brien und Gill sind heute Abend nach Boulogne sur Mer abgereist. Oesterreich=Ungarn. * Wien, 30. Dec.(Der niederösterreichische Landtag) bewilligte 5000 Fl. zur Bekämpfung des Nonnenspinners und forderte zugleich die Regierung auf, die nöthigen Vorkehrungen wegen eines gemeinsamen Vorgehens mit anderen Ländern zu treffen, sowie die Bemühungen Niederösterreichs auch materiell zu unterstützen. —(Der Ministerpräsident) wies den arbeitslosen Perlmutter=Drechslern aus einigen Fonds 6000 Gulden an. (Gewählt.) Bei der heutigen Neuwahl der Vicebürgermeister wurden die bisherigen Vice=Bürgermeister Steudel und Borschke wiedergewählt. * Preßburg, 30. Dec.(Der Kaiser) traf Vormittags zur Eröffnung der neuen Donaubrücke hier ein und wurde von sämmtlichen Ministern und den Deputationen der angrenzenden Comitate am Bahnhofe empfangen. Auf eine Ansprache des Bürgermeisters erwiderten der Kaiser, die Besuche in Preßburg, für welches ###aufrichtige Sympathien hege, und an welches## hervorragende historische Eritnerungen knüpfen, hätten stets mit großer Freube erfüllt. Alsdann begad sich der Kaiser unter begeisterten Zurufen zur Einweihung der Donaubrücke. Die Stadt ist festli.) geschmückt. # Italien. Nom, 29. Dec.(Der Papst) hat angeordnet, daß pom1. Januar ab die Besucher der vatikanischen Museensund Galerien ein Einträtsgesd von einem Franc zur zahlens haben. . 30.=Dec.(Der Herzog von Sermoneta) ist zum Bürgermeister von###n genählt worden. and. * London, 28##(Die Zustände) auf den schottischen Eisenbahnen'in Folge des Streiks haben sich nicht verändert." Viele Dampfer müssen in Glasgow liegen bleihen, da die Beschaffung von Steinkohlen für dieselben unmöglich ist. Die Verwaltung der CaledoniaBahn läßt viel: Ausständige gerichtlich vorladen, da sie ohne Kündigung ihren Dienst einstellten. — 29. Dec.(Ausstand der schottischen Bahnarbeiter.) Die Lage hat sich etwas gebessert. Der Güterverkehr konnte theilweise wieder ausgenommen werden, da viele Lokomotivführer und Heizer zur Arbeit zurückkehrten und einige neue Kräfte engagirt wurden. Gleichwohl sind noch 9000 ausständig. Die Bürzerschaft Edinburgs traf Schritte zur Schlichtung des Streikes. Rußland. * St. Petersburg, 29. Dec.(Nihilistischen Umtrieben) ist nach einer Petersburger Meleung der „Kreuzztg.“ die Polizei unter den Zöglingen des Veterinär- Instituts zu Dorpat auf die Spur gekommen. Von den Verdächtigen nahm sich am Sonnabend früh Student Arthur Feodorowitsch das Leben, ihm folgte seine Braut Adele., welche als preußische Staatsangehörige bezeichnet wird, in den Tod. Zwei Stunden darauf tödtete sich der Student Alexewitsch K. durch Zerschneidung der Halsarterien. Letzterer soll einer hochgestellten Familie angehören. —(Zollzahlungen) Wie amtlich bekannt gemacht wird, soll bei Zollzahlungen im ersten Vierteljahr 1891 der Naubel mit 70 Kopeken Gold, statt wie bisher mit 75 Kopeken angenommen werden „ 30. Dee.(Die Bittschrift an den Kaiser von Rußland), in welcher für Aufhebung der Ausnahmegesetze gegen die Juden petitionirt wird, ist von dem Lordmayor nach Petersburg gesandt worden. Von der ursprünglich beabsichtigten Ueberreichung derselben durch eine Deputation ist in Folge von Vorstellungen aus Petersburg Abstand genommen worden. Serbien. * Belgrad, 30. Dec.(Die Pforte will der Wittwe) des ermordeten serbischen Vizekonsuls in Pristina 70000 Frcs. als Entschädigung zahlen.— Der Kriegsminister ordnete die Vertheilung von Peabody=Gewehren an das zweite Aufgebot der Miliz an. Spanien. * Madrid, 30. Dec.(Durch ein gestern unterzeichnetes Decret) werden die Cortes zum 2. März einberufen. Türkei. * Konstantinopel, 30. Dec.(Der deutsche Botschafter v. Radowitz) ist gestern Abend nach Berlin abgereist. Aegypten. * Kairo, 28. Dec.(Mahdi.) Nach den neuesten Berichten, welche hier aus dem Sudan eingetroffen sind, hat sich dort eine Streitmacht von 60000 Mann versammelt, welche der Mahdi in Gruppen einzutheilen beabsichtigt, die gleichzeitig in verschiedenen Richtungen nach dem Nil marschiren sollen. Obwohl es den Streitern an Mundvorräthen nicht mangelt, muß ihr Marsch doch ein langsamer sein. Amerika. * New=York, 29. Dec.(Unterwerfung.) Nach hier eingegangenen Meldungen hat eine Kavallerie=Abtheilung der Unionstruppen den Indianenerhäuptling Big Foot und 150 seiner Leute am Procupine Creek gefangen genommen. Die feindlichen Indianer in Badlands haben sich unterworfen und sind auf dem Rückmarsch nach Pineridge. Afrika. * Sansibar, 29. Dec.(Erledigung.) Der Sultan hat den Konsuln der verschiedenen Regierungen mitgetheilt, daß die Erledigung der Geschäfte, die mit zu verhandeln wären, fortan durch Vermittelung des englischen Generalkonsulats stattfinden werde. Es ist das eine Folge des englischen Protektorats, die indessen, wie es scheint, in dieser Form an einigen Stellen nicht erwartet wurde. Aus dem Reiche. Hamm, 28. Dec.(Zur Entwässerung des hinsigen Bahnhofes) hatte die Bahnverwaltung die Lieserung von Sohlsteinen aus Cement=Beion— 580 laufende Meter— ausgeschrieben. Die 23 eingelaufenen Jahyo 1 * * Offerten schwankten zwischen 2900 M. und 10440“; macht pro laufendes Meter 5 bezw. 18 Mark. X Minden, 30. Dec.(Belohnter Heldehmuth) Bei, der im September d. J. in der Droguenhandlung X Herren Gebr. Sehlbrede bierselbst stattgehabten# plosion, wobei leider auch ein Menschenleben zu Grunde“ ging, hatten sich bei der Retlung der beiden anderen mistverschütteten Personen, des Prinzipals und eines seiner Lehrlinge, Zwei Pioniere des hiesigen Bataillons durch ihren Muth besonders hervorgethan. Mit Todesverachtung hatten sie sich unter den brennenden Trümmern bis an die Verschütteten heranzuarbeiten gewags##### ühre That war von Erfolg begleitet. Nunmehr ist braven Männern eing sch“ne„Weihnachtsfreu## worden. Der Kaiser hatbrihnen eine silberns Rettungsmedaille am Bande verlichen, Herr Sehlbrede dagegen schenkte jedem eine göldne###mit gleicher Kette und stattete seinen Lebensrettern nochwals Dank ab. * Oelde, 26. Dec.(Der hiestge Bahnhof) soll in nicht zu ferner Zeit umgebaut und vergrößert werden. Ebenso soll der Bahnhof Beckum=Ennigerloh eine bebeutende Vergrößerung erfahren. * Oelde, 28. Dec.(Die Eingesessenen der Bauerschaft) Benteler, Kspl. Wadersloh, wollen höheren Orts eine Eingabe dahin machen, daß Benteler für sich eine Gemeinde bilden und nicht mehr zu Wadersloh gehören solle. Als Grund wird die Entfernung vom Dorfe Wadersloh(ca. 7 Kilometer) und die günstige Lage an der Eisenbahn(Rheda=Lippstadt) angegeben. ** Witten, 29. Decbr.(Wahl.) In der Stadt Witten erhielten bei der Reichstagsersatzwahl MüllenPsiefen.) 1988, Vattmann(Ctr.) 687, Lenzmann(dem.) 6200, Lehmann(soc.) 858 Stimmen. Müllensiefen 800 Stimmen mehr als am 29. Februar. Es wird zur Stichwahl zwischen Müllensiefen und Vattmann kommen. X Hagen, 30. Dec.(Unglück.) Ein aus Wesel gekommener Artillerist, der nach Hohenlimburg auf Urlaub ffahren wollte, versuchte hier am Weihnachtsabend noch den schon in der Abfahrt begriffenen Zug zu besteigen, stürzte aber unter den Wagen und verlor beide Beine. Im Krankenhause, wohin man den Aermsten brachte, wurde er bald von seinen Leiden durch den Tod erlöst. Der Verunglückte war der Sohn eines Briefträgers aus Hohenlimburg, war diesen Herdst erst eingetreten und wollte zum ersten Male auf Urlaub fahren. I Essen, 29. Dec.(Unglück.) Am Montag stürzte ein Schreinermeister von hier von dem Dach eines Neubaues in der Stoppenbergerstraße, auf welchem er mit dem Aufstellen eines Dachhäuschent beschäftigt war. Der Verunglückte, welcher eine Frau mit sechs Kindern hinterläßt, wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Folge eines doppelten Schädelbruchs verstarb. * Kassel. 29. Dec.(Vergrößerung der Kriegsschule.)„Die Kasseler Kriegsschule wird im Anfang des kommenden Jahres vergrößert werden, damit sie mehr Zöglinge als bisher aufnehmen kann. Es wird ein Zuwachs von mindestens einem Drittel gegen den bisherigen Stand erwartet, weshalb auch bereits Schritte gethau sind, um ein in der Nähe befindliches Privatgebäude zu miethen. * Lingen, 29. Deebr.(Arbeiterwohnungen.) Vor längerer Zeit ging das Gerücht, die königliche Eisenbahn=Direction(rechtsrheinisch) in Köln beabsichtige hier eine Anzahl Wohnungen für Arbeiter der EisenbahnHauptwerkstatt erbauen zu lassen, und man trug sich mit der Hoffnung, daß mit dem geplanten Unternehmen vielleicht schon im nächsten Etatsjahre der Anfang gemacht werde, wenn auch vorläufig nur in geringem Umfange. Jetzt verlautet nichts mehr über diese ganze Angelegenheit. Im Interesse der Arbeiter wäre es gewiß sehr zu wünschen, daß dieser Plan, falls derselbe thatsächlich bestehen sollte, zur Ausführung käme. Die Arbeiter würden auf diese Weise gute Wohnungen(viel besseré und namentlich auch weit gesundere, als hier stellenweise vorhanden sind) erhalten, ohne Zweifel auch zu einem weit billigern Miethspreis wie jetzt, und, was wohl in Betracht zu ziehen ist, die Miethe könnte in Theilzahlungen, etwa durch Abzug von der von 14 zu 14 Tagen erfolgenden Löhnung, von dem betreffenden Inhaber der Wohnung geleistet werden. (2) Düsseldorf, 29. Dec.(Feuer.) Vorige Nacht um 4 Uhr entstand in der Porcellanfabrik zu Obercassel Feuer, welches sich rasch ausdehnte. Die Heerdter, die Neußer und die Düsseldorfer Feuerwehr verhinderten weiteres Umsichgreifen des Brandes. Heute Morgen war der Brand noch nicht vollständig gelöscht.— Der Rhein brachte gestern Abend uns wieder soviel Eis, daß die Rheinbrücke um 6 Uhr wieder in den Hafen gebracht werden mußte. Die Ueberfahrt geschieht wieder mit Dampfschiffchen und Schalden. 4 Köln, 20. Dec.(Das Treibeis) des Rheins ist im Schwinden begriffen. Der Eisenbahntraject Rüdesheim=Bingerbrück ist heute dem Verkehr wieder übergeben worden.1 Bonn, 28. Dee.(In einer hiesigen Werkstatt) legte ein Lhrling mit einem alten Jagdgewehr, das seit Jahr und Tag am Nagel hing, scherzweise den Heizer an, mit den Worten:„Kerl, jetzt schieß dich todt.“ Eine unvorsichtige Berührung des H — und der Mann lag, in die Brust getroffen, in seit Blut zu Boden. Zum Glück sind die Verletzungen tödtlich. Lastrup, 28. Dee.(Erschlagen.) Gestern wurde ein Fichrwann aus hiefigem Orte auf der nach Cloppeslburtz führenden Chaussee erschlagen aufgefunden. Am Taze vorher hatte er mit drei Personen Streit gehabt. Der Ermordete war aber als ein Rauflustiger bekannt, dahet läßt sich schlecht feststellen, auf wessen Seite die Schuld liegt. * Duer, 27. Dec.(Unglück.) Die Dreschmaschine hat hier einmal wieder ein Opfer gefordert. Ein Landwirth in Middelich gerieth mit dem= Fuß in das nar mangelhaft verdeckte Getriebe der Maschine. Dem Unglücklichen wurde der Fuß vollständig abgequetscht und ist derselbe inzwischen in Folge des eingetretenen Blutverlustes im hiesigen Krankenhause verschieden. Möge der traurige Fall alle Landwirthe Lmahnen beim Gebrauch der Dreschmaschine stets„mit der äußersten Vorsicht zu Werke zu gehen * Selhaufen, 28. Dec.(Srhhugt.) Die Ehefrau des Heuerlings Voß hat sich in der Funerkammer er hängt. Welcher Grund die Frau zu Ger umengen That getrieben hat, ist nicht bekannt. * Von der Saar, 28. Dec.(Unfall.) In Niederlos= heim bei Merzig wurde gestern eine Familie in tiefe Trauer versetzt. Ein junger Mann spielte in einem Zimmer, in dem seine Eltern und Geschwister anwesend waren, mit einem geladenen Revolver. Plötzlich geht ein Schuß los und die Kugel fährt der eigenen Mutter in den Unterleib, dieselbe schwer verletzend. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt. * Ahrweiler, 29. Dec.(Erdstoß.) In der vorigen Nacht gegen 4 Uhr 40 Minuten erfolgte hier ein starker Erdstoß, durch den z. B. im zweiten Stocke eines Hauses eine Schelle anschlug. % Aachen, 27. Dec.(Deserteur.) In dem holländischen Grenzort Balkenburg bei Mastricht sollte gestern ein preußischer Deserteur von holländischen Gendarmen festgenommen werden; er setzte sich zur Wehre und erschoß einen der Gendarmen. Sein Fluchtversuch mißglückte. — 25. Dec.(Auszeichnung.) Die Stadtverordneten=Versammlung bewilligte dem Feldwebel der Feuerwehr, Herrn Fischer, welcher am 16. September d. I. mit eigener Lebensgefahr einen durch einen Brunnen=Einsturz verunglückten Maurer gerettet hat, eine Remuneration von 100 Mark. Außerdem sind Schritte gethan worden, daß dem Beamten die Rettungs=Medaille ertheilt werde.— * Schleswit 29. Dec.(Eine barbarische Behandlung)#### der Schisssjunge Rasmussen von hier auf dem hier beheimatheten Dampfer„Gottorp“ während der sletzten Fahrt von Schleswig nach Kiel erfahren. Bei eisiger Kälte und fortwährend übergehenden Sturzseen mußte der arme Junge auf Anordnung des Steuermannes volle vier Stunden ununterbrochen am Steuerruder stehen. Als der Dampfer am Bestimmungsorte eintraf, waren dem Aermsten beide Beine vollständig erfroren; außerdem hatte sich eine hochgradige Lungenentzündung eingestellt, so daß der Unglückliche nach ärztlicher Aussage schwerlich mit dem Leben davonkommen dürfte. Seitens der Rhederei ist sofort die Anzeige des schuldigen Officiers erfolgt. * Clausthal, 27. Deebr.(Professor Dr. Koch) ist hier eingetroffen und beabsichtigt, einige Tage hier in seinem Geburtsorte bei seinem Schwager, dem Bergrath Biewend, zuzubringen. — 30. Dec.(Professor Dr. Koch.) Gestern Abend wurde dem Prof. Dr. Koch von der hiesigen Einwohnerschaft ein Fackelzug mit Ständchen dargebracht. * Wiesbaden, 30. Dec.(Das Eis des Rheins) ist heute am Loreley=Felsen zum Stehen gekommen. * Stuttgart, 30. Dec.(Entgleist.) Der Nacht=Schnellzug Paris=Wien ist heute früh um 3 Uhr 35 Min. bei der Einfahrt in dem Bahnhof zu Eßlingen in Folge eines durch die Kälte verursachten Bruchs einer Weichenzunge entgleist. Ein Personenwagen, in welchem 6 Reisende sich befanden, wurde dabei umgestürzt, aber Niemand verletzt. * München, 27. December.(Streit.) Nach den „N..“ entstand im Verlauf der Compagniechristbaumfeier in der Kaserne Streit in einem Mannschaftszimmer. Ein Soldat wurde schwer, einer erheblich, zwei wurden leicht verwundet. * Straßburg i.., 27. December.(Wieger.) Der emeritirte Professor der Medizin, Wieger, ist gestern Vormittag gestorben. Locales. Paderborn, den 1. Januar 1891. —(Arbeiterwohnungen) werden von seiten der Eisenbahn=Direction für das Handwerkerpersonal des hiesigen Bahnhofs eingerichtet werden, auch bei den Heizern sind Erkundigungen über ihre Wünsche nach Wohnungen eingezogen worden. Für das Project interessirt sich namentlich Herr Baurath Müller. —(Kirchenvorstandewahl.) Bei der Ergänzungswahl zum Kirchenvorstande der Gaukirche am vorigen Dienstag wurden die ausscheidenden Mitglieder, die Herren Gerichtsrath Naendrup, Dr. Haggeney, Kaufmann Cramer und Buchhändler Schöningh wiedergewählt. uch die ausscheidenden 12 Mitglieder der Gemeindeertretung wurden fast sämmtlich wiedergewählt. —(Der kathol. Gesellenverein) arrangirt am leujahrsabend„lebende Bilder“. Bei den anerkannt tüchtigen Kräften, welche der Verein besitzt, dürste der Abend ein recht genußreicher werden. Die“ terglieder nebst Familien sind freundlichst einge## be—(Herr Regierungs= und Baurath### Minden ist der Character als Geheimer Bau##.## Heurt.“ Kreis=Bauinspector Holtgreve zu Hörter der Charach##### als Baurath verliehen worden. — Herr Landgerichtsrath von der Becke#list#als Oberlandesgerichtsrath nach Marienwerder versetzt. —(Alterthumsfund.) Bei dem=Umhau des hiesigen Gymnasiums wurden in dem niederterissenen alten Gemäuer, zum Theil in unterirdischen Gängen und Schächten, eine Anzahl werthvoller Funde gemacht. So entdeckte man in einem früher wahrscheinlich als Todtenkammer benutzten Verließe schöne Tcopfsteingebilde.* Ein alter Schrank in einem früheren Archivraum enthielt verschiedene Kupferstiche aus der ersten Hälfte des„ökigen Jahrhunderts mit getreuen Abbildungen des damzüigen Paderborn. Außerdem fand man allerlei theatralische Kostüme, die vermuthlich von den Zöglingen der Jesuiten, der früheren Herren des Gebäudes, zu Schauspiel=Aus: führungen benutzt worden sind. Vermischtes. * Slupna, 28. Dec.(Schmuggler=Rache., der hiesigen Eisenbahnbrücke überfielen Seide= und Tabikschmuggler den österreichischen Grenzposten, banden ihn an Händen und Füßen und befestigten ihn mittels eines Strickes an der Barriere der Brücke mit der Drohung, sobald er zu schreien versuche, ihn in die Tiefe, etwa 20 Meter, zu schleudern. Dann überließen sie ihn seinem Schicksale. So hing er zwischen Himmel und Wasser. Von Grubenarbeitern wurde der Aermste am Morgen aus seiner peinlichen Lage gerettet. (Der praktische Sachse.) Auf der Eisenbahnstrecke Breslau=Berlin steigt auf einer Station ein Herr in ein Coupé zweiter Klasse, in dem schon mehrer Reisende saßen. Bei seinem Eintritt wird er ron dem lieblichen Dufte alten Käses angeweht, der in Papier gewickelt, in dem Netze über den Köpfen der Reisende. lag. Jeder hielt seinen Nachbar für den Besitzer#### Stänkers und verwünschte den Zufall, der ihn in dieses Coupé geführt. Natürlich wurde kein Wort gewechselt; die noch stundenlange Fahrt bis„nach dem Bahnhofe Friedrichstraße in Berlin wöllte reit durch eine Unterhaltung mit seinem Nachbar.verkürzen, da dieser ja möglicherweise der verwünschte Käsebesitzer sein konnte. Endlich langt der Zug, auf dem Schlesischen Bahnhof an. Da öffnet sich die Coupéthüre, und mit den Wortez: „Entschuldigen Se, aber der Käse ist Se nämlich meitter, in meinem Coupé stank er mir bloß zu sehre!" verschwand der biedere Sachse mit dem Packet unter dem Arme, begleitet von dem homerischen Gelächter der Reisenden. —(Brand in Warschau.) In der Nacht von 23. zum 24. December brach in einem Häusercompler zu Warschau, in dem sich auch eine Huseisenfabrik und eine Tischlerei befinden, ein großes Schabenfeuer aus. Drei Menschen fanden dabei in den Flammen ihren Too., Mehrere Feuerwehrleute wurden tödtlich verletzt. —(Aus der Schule.) Als Aufsatzthema war ge. geben:„Die Bläue des italienischen Himmels.“ Der Lehrer; hatte den Jungen nahe gelegt, mit einer Nutzanwendung. einer Aufforderung ihre Betrachtung zu schließen. Und getreu diesem Winke schrieb ein Schüler zu guterletzt: „Darum strebe auch du, o Jüngling, nach der Bläue des italienischen Himmels!“ (Merkwürdig.) Betrunkener(der zu rauchen versucht):„Eiherrieses, das is Sie aberscht eene recht merkwirdige Zieyjarre, die brennt Sie ja auf die Seite, wo sie in den Mund gesteckt wird!“ —(Aus dem juristischen Examen.) Professor des Civilprocesses:„Herr Candidat, was wissen Sie von der„Nothfrist“?“„Candidat:„In der Noth frißt der Teufel Fliegen! (Vermächtnrtz.) Ein jüngst verstorbener Bürger von Wolverhampton. Namens Philipp Hormans hat der Sted#rseine Gemälde=Sammlung und Kunstschätze im ungefähretz-Werthe von 25·000 Pid. Sterl. letztwillig vermacht: Zur Aufnahme dieser Sammlungen dient eine Kunstgalerie, welche Hotmans auf seine Kosten bauen ließ und der Stadt schenkte. Am 20. Januar 1891 beginnt die Haupt= und Schluß: Ziehung der Königl. Preußischen Klassen=Lotterie in welcher die Gewinn=Chancen die denkbar günstigten sind, nicht allein in der Beziehung, daß darin Haupttreffer 600000 Mk. 1 mal 300000 Mk. T mal 150000 Mk. 2 mal 100000.k. 2 mal 75000 Mk. 2 mal 40000 Mk. 10 mal 30000 Mk. u. s. w. zur Verloosung gelangen, sondern auch, daß jedes zweite Loosgewinnt. Um die Gewinn=Chancen nach allen Richtungen gehörig auszu beuten empfiehlt es sich, möglichst viele Antheile an verschiedenen Nummern zu nehmen, welche das Bankhaus August Fuhse Berlin ., Friedrichstr. 79 und Köln Hohestr. 137, bis zu den kleinsten Abschnitten(.64) vorräthig. Preise sind im Inseratentheil ersichtlich. Außerdem ist es dem Hause gelungen, sich einen Posten Loose der bei der General=Agentur in Cöln bereits vollständig ausverkauften Cölner Dombau=Lotterie zu sichern. Da in dieser Lotterie von nun an nur baares Geld verloost wird, so hat da Bankhaus, um den vielfach geäußerten Wünschen zu genügen, sich entschlossen, Gesellschaftsspiele an folgenden hundert Nummern einzurichten. 170601—625, 11826—850, 149826—850, 156 726 bis 156 750 und folgende. Da sich in unabsehbarer Zeit wohl kaum eine günstigere und billigere Gelegenheit zur Betheiligung bieten dürfte, so empfiehlt es sich, die Bestellung alsbald zu machen, umsomehr, als die Loose bereits sehr rar werden. 801. 9 e ib ie R * 5 1 erordueten=Versammlung den 2. Januar 1891 Abends. 6 Uhr ##lichst enladet Aburn, ben 29: DDecember 1890. tadtverordneten=Vorsteher Vüllers Tagesorbnung: a: Einführung der neugewählten Rathsdevn §#uführung der neugewählten Stadt eten; de: Commissionei; ., Akna##ne u. Feststellung von Armentiger Rechnungen für 1889/90; 5 Uimbau der Stallbgracken; C. Serpie Krüger Bachstruas Lit. B 245. □□ 1 " Polster — Jeder Bändchen ist einzeln käuflich. Auswahl des Besten aus allen- Litteraturen in trefflicher Bearbeitung undsgediegener Ausstattung. Jedes Bändch# bildet ein abgeschlossenes Ganze und ist seheftet. Verzeichrisse der bis jetzt erschienenen 800 Nummern sind durch jede Buchhandlung kostenfrei zu beziehen, Verlag des Bibliographische billigen K Skbantmachung. n Frauen=Hagt! Die rastlose Thätigkeit, welche Ihre Mnjestät die Kaiserin und Königin eine Militär=Augusta auf allen Gebieten der Nächstensiebe ausgeübt hat, wird den deutschen Frauen stets ein leuchtendes Vorbild bleven. Nicht nur der Preußische Vaterländische Frauen-Verein, der in der hochzeligen Kaiserin seine Stifterin verehrt, sondern auch die übrigen Deutschen Frauen Vereine unter dem Rothen Kreuz, deren gemeinnützige Bestrebungen bei Ihrer Majestät alle Zeit die einsichtsvollste Förderung fanden, müssen es daher als eine Ehrenpflicht betrachten, ihrer unver Beschützerin über das Grab hinaus den Zoll unauslösch licher Dankbarkeit darzubringen. Zu diesem Zwecke haben die Vorstände der unterzeichneten Vereine den Beschluß gefaßt, eine Sammlung zu veranstalten, deren Ergebniß unter dem ausfreund. Blätter füh, ausgew. Safonmnsik. *, I. Jahrgang. Monatlich 2 Nummern(mit Textlage) Preis pro Quartal 1 Marh. Probenummerngratis und franco Leipzig... # E. A. Kochs Verlag. Der Entwurf des Kämmerei#tats der Stadt Paderborn pro 1891/92/geßlichen Führerin und segt, nach Vorschrift des§ 66 der StädteArdnung vom 19. März 1856, vom 2. Januar 1891 an auf 8 Tage während der gewöhnlichen Büreaustunden im städtischen Secretariate zur Einsicht der hiesigen Einwohner offen. Paderborn, 30. December 1890. Der Magistrat. Der Unterricht F venesbeitsschule, Basstraße, Anmeldung ontaß de werden Vormit 5. Jannar. # erbeien. Preuß. Lotterie Loose nüte: zur Hauptziehung 183. Preuß. Lotterie(Ziehung vom 20. 1891, Hauptgewinn 600000 Mark) versendet gegen Baa## a 60 Mk.; ferner kleinere Antheile mit meiner Unterschrift bis gin ruar ½ zu veranstalten, deren Ergehniß unter dema 240, ½ a 120, ¼ Stomen joht.“ Die Aösicht ist, die Erträge der Sammlung mit der von Ihrersan in meinem Besitz befindlichen Origzinal Losenz 1/8, 24, 1ie 12, 1/2 6, 1/ Majestät der hochselgen Augusta zur Feier des gadenen Hochzeits Jubickuns in Garl Hahm, Lotterie=Geschäft, Verlin SW., Neuenburgerstr. 25, Bekanntmachung. Der durch Paderborn rlaufig noch bleibt —4o.#sen nach für Fuhrwerks vorl da in der Almefurt durch das Hochwasser eine tieft Auskolkung entstanden ist. Die Jnzbrücke ist wieder hergestellt. Elsen, den 29. December 1890. Der Vorsteher, Jahre 1879 begründeten Stiftung Frauen=Trost zu vereinigen. Die gemein nützigen und wohlthätigen Unternehmungen sämmtlicher Deutscher Frauen Vereine unter dem Rothen Kreuz, denen diese Stiftung in so hohem Maße gedient hat, werden hierdurch im Sinne der in Gott ruhenden Protectorin von Neuem belebt und gefördert werden. An alle Frauen und Jungfrauen unseres Deutschen Vaterlandes ergeht hiermit der Aufruf, zu diesem nationalen Liebeswerk nach Kräften beizutragen, (gegründet 1868.) MIgechdenn es würde dem wahrhaft volksfreundlichen Sinne der hohen Verklärten nicht die Arnrcsentsprechen, wenn die Theilnahme sich nur auf die Reichen und Wohlhabenden beschränkte. Damit also jeder Deutschen Frau die Möglichkeit gegeben werde, die Gefühle der ehrfurchtsvollen Dankbarkeit für die hochselige Kaiserin zum Aus druck zu bringen, bitten wir um einmalige Gabe im Betrage von zehn Pfennig bis zu zehn Mark. Auch die kleinste Beisteuer darf des wärmsten Dankes sicher sein. Der Preußische Vaterländische Frauen=Verein. Der Bayerische Frauen=Verein. Der Sächsische Albert=Verein. Der Württembergische Wohlthätigkeits=Veeein. Der Badische Frauen=Verein. Der Hessische Alice=Frau.=Verein. Das Patriotische Institut der Frauen=Vereine im Großherzogthum Tachsen. Der Mecklenburgische Marien=Frauen=Verein. Berbing. Ausführung der zum Erweiterungsbau der Schule zu Elsen erforderlichen ser= und und Klempner=Arbeiten Vorstehender Aufruf wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebrächt. Beiträge nimmt der unterzeichnere Vorstand gern entgegen.„. Paderborn, den 24.-December 1890. Der Vorstand des Vaterländischen Frauen=Vereins. L. Krönig, Vorsitzende. Auf Grund des§ 143 des Gesetzes über die allg. Landesverwaltung vom 1883 und der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung * Juw lier, Gold-amp; Silberarbeiter Paderborn Rathausplatz und Fl. Hierfar Verzingstermin vom 11. März 1850 wird unter Zustimmung des Magistratz, füg den Bezirk der werden. und en, gertgut Verrmprtrrun Stadtgemeinde Paderborn verordnet was folgt: auf Freitag den 9. Januar§ 1. Keine Leiche einer im hiesigen Stadtbezirke gestorvenen Person darf " Vormittags 11 Uhr(vor Beibringung einer von einem approbirten Arzte näch beigefügtem Schema in meinem Amtsbüreau zu Neuhaus ausgestellten Todesbescheinigung zur Beerdigung kommen. anberaumt. Leistungsfähige Unternehmer!§ 2. Die Todesbescheinigung darf von dem untersuchenden Arzte nur werden ersucht, ihre mit entsprechendersauf Grund der durch Besichtigung der Leiche gewonnenen persönlichen Ueberzeugung Aufschrift versehenen Angebote frankirt und versiegelt daselbst abzugeben. Die Verdingsbedingungen nebst Kosten. ####nschlag, Verdings Anschlag und###e Projectzeichnungen können während der üblichen Dienststunden ebendaselbst eingesehen werden. Neuhaus, den 24. December 1890. Der Amtmann, Eckardt. Bohnen weiße, weichkochende, offerirt die 200 Pfd. zu 23 Mk. 50 Pfg., 100 Pfd. zu 12 Mk., 50 Pfd. zu 6 Mk. 25 Pfg. mit Sack. gegen Nachnahme. Werner Emmerich, Steinheimet. West. GC Gesangs=Komiket Ausgewählte Couplets, Duette, scenen 2c. mit Pianoforte=Begl 25 Bände.(Band 20—25 neu) a Bd. 1 Mk. J.:.8 Inhaltsverzeichniß gratis und franco. Tademecum für Dillettanten, Eine theoretisch=practische Anleitung zum · öffentlichen Auftreten.* Von Max Trausil. Geheftet Preis 1 Mark 20 Pfennig. Die besten Declamationen und komische Vorträge r frohe Meuschenkreife. 20. Aufl. Geh. Preis 1 Mi. 50 Pfo, Die Bauchrednerkunst. Von Gustav Lund. 2. Aufl. Mit Illustrationen. Geh. Preis 50 Pfg. Leipzig. C. A. Koch's Verlag. von dem eingetretenen Tode ausgestellt werden. §:3. Zur Beibringung der Todesbescheinigung ist devjenige verpflichtet, welcher nach dem Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes vom 6. Februar 1875(==.=Bl. S. 23) den Sterbefall anzuzeigen hat. Sie ist innerhalb der burch dieses Gesetz vorgeschriebenen Anzeigefrist dem Standesbeamten vorzulegen. § 4, Wird die Verpflichtung zu§ 3 nicht erfüllt, so erfolgt die Beilbringung der„Todesbescheinigung von Amtswegen auf Kosten des Pflichtigen. §.: Die Kosten der von Amtswegen erfolgenden Beibrigung der Todesbescheinigung(§), welche bis auf Weiteres a) wenn das Sterbehaus nicht mehr als 3 km vom Mittelpunkte der Stadt (Rathhaus) entfernt liegt, 2 Mark; b) bei größerer Entfernung 3 Mark betragen, werden von dem Pflichtigen im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens eingezogen. Die Ausstellung der Todesbescheinigung für die Leichen solcher Personen, die zur Zeit ihres Todes aus öffentlichen Mitteln unterstützt worden sind, ist von dem Pflichtigen rechtzeitig bei dem betreffenden Armenarzte in Antrag zu bringen. § Vorschriftsmäßige Formulare zu den Todesbescheinigungen werden unentgeltlich auf dem Polizeibüreau im Rathhause verabfolgt. „§..Wer den Vorschriften dieser Polizei=Verordnung zuwiderhandelt, verfällt in eine Geldstrafe von 1 bis 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögens: falle verhältnißmäßige Haft tritt. k eit#'s 8.(Wiesse Polizei=Verordung tritt mit dem 1. Februar 1891 in Kraft. #, Paderhorh, den 24. December 1890. Die Polizei-Verwaltung. Echt holländ. Java=Kaffee mit Zusatz, kräftig und reinschmeckend, garantirt à Pfd. 80 Pfg., Postvackete 9 Pfund Mark 7,20 versende zollfrei unter Nachnahme. Fortwährend steigender Bedarf durch ganz Deutschlland. Hier nur einige von Tausenden der eingegangenen Anerkennungsschreiben: Bitte um Zusendung eines Postpackets; ich bin sehr zufrieden mit dem Kaffee Neuhof bei Liegnitz 18. 1. 90. Frau Landesälteste Scherzer.— Wollen Sie uns nochmals 9 Pfd, des echten holl. Javakaffees senden, da letzterer sehr gut war; erbitten gütigst von derselben Waare. Mengede bei Dortmund, 12. 6. 90. Carl Kempermann.— Bitte sogleich um ein Postpacket Javakaffee. Bitte jeden Monat, ohne besondere Bestellung, um ein solch Packet. Glücki, 27. 5. 90. Freifrau S v. Lewkow.— Ihr Javakaffe gefiel mir, bitte sofort wieder um ein Packet. Halberstadt, 15. 7. 90. R. Julius, Conditorei und Café.— Senden Sie uns gefl. per Post sofort 9 Pfund echt holl. Javakaffee, wie gehabt und franco per Bahn 50 Pfd. Redingen i. Loth., 17. 7. 90. Redinger Consumverein. u. s. f. Versandt täglich. Wilhelm Schultz, Altona b. Hamburg. Gardinen Portièren Möbelstoffe Tischund KSchlasderken! J. M. Mosberg, Paderborn. Möbel- und Spiesek-Jager Polsterwaaren& Decorationen. Anfertigung in eigener Werkstatt. Permanente Ausstellung eleganter Musterzimmer. Uebernahme ganzer Einrichtungen binnen kürzester Frist. Gediegene Arbeit bei mäßigen Preisen. Für auswärtige Transporte werden geschlossene Möbelwagen gehalten. Kath. Grfrurk=Hrerm. Am Neujahrstage Abends 8 Uhr werden im Gesellenhause lebende Bilder aus der hl. Weihnachtszeit dargestellt. Die Herren Ehrenmitglieder nebst Familie werden zum Besuche freundlichst eingeladen. Für die Kinder wird wahrscheinlich demnächst eine besondere Darstellung stattfinden. Der Vorstand. Die Herren Ehrenmitglieder werden freundlichst ersucht, ihre Mitgliedskarte vorzuzeigen. Goute reiniche Kleidung kauft fortwährend. Joh. Andte, Wasserkunststraße 259. tenkarten Th. Thiele. irkkirche. es Jahres Abends 8 Uhr bund Tedeum. Katholischer Gottesdienst. donnerstag, 1. Januar.(Fest der Beschneidung des Herrn.) Hl. Messen um: 5 Uhr: Markkirche, Franziskanerkirche. 5½„ Dom, Franziskanerkirche, 6„ Dom, Markkirche Gaukirch= Bußdorf, Franziskanerkirche, 6½„ Dom, Gaukirche, Franziskaneskirche, 7„ Dom, Markkirche, Gaukirche (mit Homilie), Franziskanerkirche(Hochamt), 7½„ Dom(Pfarrmesse), Gaukirche, 8; Dom, Gaukirche(Hochamt mit Predigt und Segen), Bußdorf (Hochamt mit Predigt), 9„ Dom(Hochamt, vorher Chor, nachher Predigt), 9½„ Markkirche(Pfarrhochamt mit Segen), 10„ Franziskanerkirche, Kapuzinerkirche, 10½„ Gaukirche, 11.„ Dom, Nachmittagsandachten: 2 Uhr: Dom(Vesper m. Segen), Gaukirche(Johannes=Bruderschaft), 2½„, Bußdorfkirche(Andacht mit (Segen), 2¾„ Dom(Rosenkranz=Bruderschaft mit Predigt und Segen), 4„ Markkirche(Predigt u. Segen). Freitag 2. Januar: 6„ Gaukirche(Herz=Jesu=Messe), 7" Dom(heil. Messe mit Segen für die verstorbenen Mitglieder der Rosenkranz=Bruderschaft. 7½„ Gaukirche(Bruderschaftsmesse mit Segen), Redaction, Druck und Verlag von Th. Thiele in Paderborn. Hierzu: Landwirthschaftliche Beilage.