Nr. 63. Paderborn, Dienstag, 27. Mai 1890. 4. Jahrg. „ Zeitung für Stadr und Land. Organ des landw. Kreis-Vereins. Der„Paderborner Anzeiger“ erscheint wöchentlich dreimal, I Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark. Inserate, des Dienstags, Donnerstags und Samstags mit einer illu= 4 welche in Paderborn und Umgegend große Verbreitung strirten und landwirthschaftlichen Beilage. 1. finden, kosten pro Petitzeile nur 10 K, Reklame 30 Bestellungen auf den„Paderborner Anzeiger“ für den Monat Juni werden von allen Postanstalten und der Expedition zum Preise von 34 Pfg. angenommen. Die neuen Abonnenten erhalten auf Wunsch das Blatt bis zum 1. Juni umsonst. Amtliche Nachrichten. Auszeichnungen. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, nachstehenden Amtsrichtern den Character als Amtsgerichts Rath zu verleihen: Schwarze in Borgentreich, Evers und Monjé in Bielefeld, Hense in Bochum und Thedieck in Essen. Justiz=Ministerium. Der Rechtsanwalt Dr. Gottschalk in Dortmund ist zum Notar für den Bezirk des Ober=Landesgericht zu Hamm, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Dortmund, ernannt worden. Pfingst=Ferien. Die Parlamente rasten, die hohe Politik ist verstummt, der hoch geschwollene Bach der politischen Discussion ist versiegt. Alles athmet Ferienstimmung. „Pfingsten, das liebliche Fest“ liegt hinter uns. Aber noch herrschen seine weihevollen Zauber, noch klingt das Festgefühl im Herzen nach.„Du wirst das Angesicht der Erde erneuen.“ So jubelt es in uns, so lacht es uns in jedem Blümlein an. Das sind die herrlichen Tage der Pfingstferien. Aber doch! Nicht rastet die Maschine, nicht ruhet der Schlot, es stampft und dröhnt, es brodelt und zischt — just, wie wenn nie Pfingsten gewesen wäre. In Bergwerk und Fabrik und Werkstätt giebt es keine Pfingstferien. Und das beräth und tuschelt und zischelt, das hetzt und verhetzt, das berückt und verwirrt— auch die Agitation des Umsturzes hat keine Pfingstferien. Ehern schreitet das Verderben seinen Gang, wenn nicht höhere Kraft ihm Einhalt thut. Wohl oder übel mußte die Berathung der Arbeiterschutzgesetzvorlage wegen der Pfingstferien abgebrochen werden. Aber soll es denn wahr sein, daß man wichtige Theile der Vorlage ausscheiden und ihre Berathung bis in den Herbst vertagen will? Das wären traurige Ferien! Die sociale Reform, sie dünkt uns denn doch„des Schweißes der Edlen werth“! Jede Stunde Verzögerung ist hier Gefahr! Möge es doch gelingen, durch weise Reformen den drohenden Sturm zu beschwören. Schon zu lange ist gesäumt, als daß jetzt, da der Geist der Erkenntniß Unter falscher Flagge. Eine Novelle in Briefen. Von Heinrich Schoene. (Nachdruck verboten.) Erich Bucher an seine Mutter. Am Rande des herrlichen Waldes saß ich auf einer Rasenbank, vor den versegenden Strahlen der Sonne durch das dichte Blätterdach einer breitästigen Buche geschützt. Unmittelbar hinter mir erhob sich der steile Berg, auf dessen Rücken die drei Bruchhauser Steine, jene gewaltigen, meilenweit sichtbaren Riesenfelsen unseres schönen Sauerlandes, der westfälischen Schweiz, hoch in die Lüfte emporragten. Vor mir plätscherte der Springbrunnen, während einige Schritte weiter die staubige Landstraße am Gehölz vorüber in das Thal zu meinen Füßen sich niederschlängelte, durch das reizende Dörfchen Bruchhausen lief und sich in der Ferne verlor. Mir gegenüber aber erhoben sich, das liebliche Thal um säumend, waldbedeckte Berge. Eben hatte ich durch die Zeichnung dieses freundlichen Bildes mein Skizzenbuch bereichert. Nun erhob ich mich und erstieg den Berg hinter mir, um von der Spitze des höchsten der drei gewaltigen Steine aus den unbeschreiblich großartigen Rundblick zu genießen. Da hörte ich hinter mir eine jauchzende Kinderstimme und gewahrte umschauend einen blondlockigen, etwa fünfjährigen Knaben, der in vollem Laufe auf den Felsen zueilte. Hinter ihm her aber kam eine junge Dame, die ängstlich den Knaben vor dem Erklettern des Felsgesteines warnte. Doch der Kleine kletterte unbeirrt leichtfüßig an dem steilen Felsen empor, und schon war er zu einer ansehnlichen Höhe gelangt, als ich, entschlossen, ihn am Weiterklettern zu hindern, gleichfalls hinter ihm her das Gestein ergesiegt hat, noch gezögert werden dürfte. Ist auch die höllische Saat unter unserer gut katholischen Arbeiterschaft noch nicht aufgegangen und wird sie auch, des sind wir gewiß, in ihr nie Wurzel fassen, so hat doch auch sie unter den bestehenden Uebelständen schwer zu leiden, und darum muß Abhilfe geschaffen werden so bald, als möglich. Erst dann, wenn die Familie und das Familien= leben des Arbeiters nicht mehr unter dem Druck wirthschaftlicher Verhältnisse zu leiden haben werden, wird voll und ganz die Pfingststimmung zur Geltung kommen. Im entgegengesetzten Falle möchte aber vielleicht eine Zeit kommen, da nach dem Volksmund„Ostern und Pfingsten auf einen Tag fällt", und dann möchte die Pfingststimmung denn doch eine sehr gedrückte sein! Politische Uebersicht. Paderborn, den 27. Mai 1890. Eine Berliner Depesche meldet: Berlin, 26. Mai, 5 Uhr 5 Min. Nchm. Der Kaiser hat durch Wagenunfall eine Verletzung des rechten Fußeserlitten. Der Fuß ist durch Bluterguß geschwollen. Keine Gefahr. * Der Kaiser hat dem General=Feldmarschall Grafen Moltke in Folge dessen letzter Reichstagsrede folgendes Telegramm zugesandt: „Feldmarschall Graf Moltke, Berlin, Generalstabs=Gebäude. Ich kann es Mir nicht versagen, Ihnen Meinen wärmsten Dank aussprechen für die Art und Weise, wie Sie durch Ihre Rede im Reichstage eingetreten sind für Meine Armee, alle Zeit bereit, im Dienst des Vaterlandes, welches Ihnen so viel Dank schuldet, Ihre höchste Ehre zu finden. Ich beglückwünsche Sie zu der Anerkennung, welche Ihnen auch außerhalb der Grenzen des Deutschen Reichs zu Theil geworden ist. Pröckelwitz, den 20. Mai 1890. Ihr dankbarer König Wilhelm." * Der Bundesrath faßte in seiner letzten Plenarsitzung über den Sr. Maj. dem Kaiser wegen Wiederbesetzung der Stelle des Reichsbank=Präsidenten zu unterbreitenden Vorschlag Beschuß. Gewählt wurde der seitherige ViceDirector Koch. Dem Entwurf einer Verordnung zur Ergänzung der Verordnung betreffend die Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetze über die Kriegsleistungen und den Anträgen des Reichskanzlers betreffend die auf den Eisenbahnen Deutschlands noch vorhandenen Abweichungen vom Normalprofil des lichten Raumes und wegen Abänderung des§ 27 der Bahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung wurde die Zustimmung ertheilt. Die klomm. Sobald er meinen Vorsatz merkte, stieg er lachend nur um so hastiger empor. Da plötzlich schwankte er, strauchelte und wäre in den Abgrund gestürzt, hätte ich ihn nicht rechtzeitig mit meinen Armen aufgefangen. Der Knabe lachte nicht mehr, sondern schaute mich zitternd an, während ich ihn der jungen Dame entgegentrug, die sprachlos und schreckensbleich, die Linke aufs Herz pressend, stehen geblieben war. Dann stellte ich ihn wieder auf die Füße, strich ihm das Haar aus der Stirn und führte ihn der geängstigen Dame zu. „Hier hätten wir ja den reizenden Wildfang unversehrt wieder eingefunden!" begann ich, den Hut ziehend und mich verbeugend. Noch zitterte sie, aber sie fand doch Worte des Dankes. „Sie haben meinen Bruder vor einem verhängnißvollen Sturze bewahrt", begann sie, das blaue, schöne Auge voll zu mir aufschlagend, vielleicht gar ihm das Leben gerettet.„Wäre soeben in Folge meiner Nachlässigkeit ein Unglück geschehen, ich hätte nie im Leben wieder froh werden können und würde nicht gewagt haben, meinem armen Vater wieder unter die Augen zu treten. Sie haben mich vor allem dem bewahrt." Während sie so sprach, blitzte es es plötzlich schalkhaft auf in ihrem lieben Augenbaare. Mir aber ward es, wie Jemand, der in tiefer Nacht und bei eisiger Kälte unversehends in ein strahlend helles, warmes Gemach tritt. Wir hatten uns gleichzeitig wiedererkannt. Einst im verflossenen Winter hatte ich sie in der Hauptstadt angetroffen, wie sie, vom Schlittschuhlauf heimkehrend, einem greisen Bettler beigesprungen, der auf dem eisglatten abschüssigen Wege ausgeglitten war. Der Greis blutete aus einer Kopfwunde, sie nahm ihr feines Taschentuch und band es dem Armen um die Stirn. Dann richtete Vorlage betreffend die Vereinbarung eines internationalen Uebereinkommens über den Eisenbahnfrachtverkehr und der vom Landesausschuß von Elsaß=Lothrigen abgeänderte Entwurf eines Gesetzes für Elsaß=Lothringen über die Zwangserziehung wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Der vom Reichstag angenommene Gesetzentwurf betreffend die Ergänzung des § 14 der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige wird zur Allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. Dem Vorsitzenden des Bundesraths wurden übergeben ein Schreiben des Präsidenten des Reichstags betreffend den Beschluß des letzteren wegen Vorlegung des Entwurfs einer Militär=Strafproceßordnung und die vom Reichstage der Reichsregierung zur Erwägung überwiesenen Petitionen früherer kurhessischer Officiere und Beamten wegen Gewährung der kurhessischen WittwenStaatspension. Einer Eingabe wegen angeblicher Verletzung der Anstellungsgrundsätze für Militäranwärter beschloß die Versammlung eine Folge nicht zu geben und lehnte einen Antrag auf Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung einer Beleidigung des Bundesraths durch die Presse ab. Vom 1. Juli d. J. ab soll eine Zwischenportostufe von 5 Pfennig für Drucksachen im Gewicht von 50 bis einschließlich 100 Gramm eingeführt werden. Einem Studirenden der Medicin wurde die erbetene Dispensation von einer Bestimmung der Prüfungs=Vorschriften für Aerzte ertheilt. Der Reichskanzler wurde ermächtigt. Ausnahmen von dem Verbote der Ein= und Durchfuhr lebender Schafe aus Oesterreich=Ungarn und aus Rußland hinsichtlich einzelner Thiere zu Zuchtzwecken zuzulassen, ferner bayerischen Wirthschaftsbesitzern in den Grenzbezirken, welche während des Sommers benachbarte Weiden auf österreichischen Hochalpen mit ihren Schafherden beziehen, die Zurückführung derselben nebst den während der Weidezeit der Herde zugewachsenen Lämmern unter geeigneten Controllmaßregeln zu gestatten. Zwei Innung=Verbände erhielten die Besähigung, unter eigenem Namen Rechte, insbesondere Eigenthum und andere dingliche Rechte an Grundstücken, zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden. Für den beabsichtigten Bau einer Fabrik wurde der Anschluß eines Grundstücks in Geestemünde an das Zollgebiet genehmigt. Nachdem noch in mehren Zoll= und Steuer=Angelegenheiten Enscheidung getroffen war, wurde zum Schluß über die Ausführung des Vertrages wegen Fortdauer des thüringischen Zollund Handels=Vereins vom 20. Nov. 1889 Beschluß gefaßt. sie ihn auf, stützte ihn und war im Begriff, ihn zu einem in der Nähe befindlichen Krankenhause zu geleiten. Dazu aber reichten ihre Kräfte nicht aus. Ich, der ich bisher aus der Ferne Zeuge des Vorganges gewesen war, krat nun hinzu, bot meine Hilfe an, und wir führten zusammen den Unglücklichen fort. Seit jener Zeit besuchte ich häufiger unseren gemeinsamen Schützling. Ich wollte ihn mit Geldmitteln unterstützen, allein er erzählte mir, daß die uns Allen unbekannte Dame reichlich für ihn gesorgt und auf lange Zeit hinaus die ihm erwachsenen Kosten gedeckt habe. Vergebens forschte ich nach dem Namen der Wohlthäterin; sie hatte sich nicht genannt, und trotz meiner Versuche hatte ich sie seitdem nicht wiedergesehen. „Der Sturz erschien wohl aus der Ferne gefährlicher, wie er thatsächlich war“, nahm ich hocherfreut und glücklich das Gespräch auf.„Uebrigens würde der Kleine, flink und behende, wie er ist, auch ohne meine Hilfe sich im Sturze an einen Felsvorsprung festgeklammert haben. Also ist mein Verdienst nur sehr gering.“ „Sie weigern sich, den wohlverdienten Dank entgegenzunehmen“, fuhr sie unbeirrt fort,„allein es ist mir Bedürfniß, Ihnen dennoch mit ihm lästig zu fallen.— Siehst Du, Emil“, wandte sie sich an den Knaben,„Du lägest jetzt vielleicht ohne die rechtzeitige Hilfe dieses Herrn todt zwischen den Felsen. Dein Schutzengel hat Dir wieder beigestanden. Komm, bedanke dich gebührend.“ Der Kleine reichte mir die Hand. „Ich danke Dir“, sagte er, mich freundlich und vertraulich anschauend.„Bist Du wirklich der Schutzengel, von dem wir Hertha oft erzählt, er wache über den Kindern?“ „Nein, Emil“, antwortete ich lächelnd,„ich war nur ein Werkzeug in seiner Hand. Der Schutzengel um Der bisherige Vicepräsident Dr. Koch, welcher von Seiten des Bundesraths als Nachfolger des verstorbenen Herrn v. Dechend zum Präsidenten der Reichsbank in Vorschlag gebracht worden, hat die kaiserliche Ernennung erhalten. Die Ernennung wird bereits im„Reichsanzeiger“ publicirt. * Das Ausgleichswerk im böhmischen Landtage stößt nicht nur auf den Wiederstand der Jungtschechen, sondern auch eines Theiles der Alttschechen, obschon nur eines geringen. Es trat dies deutlich in der Donnerstagsitzung der Ausgleichs=Commission hervor, in welcher der Alttscheche Trojan gegen die Sanctionirung der Ausgleichsvorlagen protestirte, falls nicht zuvor sämmtliche den Ausgleich betreffenden Abmachungen die Genehmigung des Landtages gefunden hätten. Als dann die Vertagungsanträge der Jungtschechen abgelehnt wurden, stimmten außer den Jungtschechen auch die Alttschechen Trojan, Kvicala, Skarda und Fisera für die Vertagung. Es scheint demnach, als ob einige Mitglieder der alttschechischen Partei es für gut hielten, im Fahrwasser der radicalen Jungtschechen zu segeln. Vorläufig ist demnach in der Prager Landstube eine aus den Deutschen, dem größten Theile der Alttschechen und den Vertretern des Großgrundbesitzes zusammengesetzte Mehrfür die strikte und loyale Durchführung des Ausgleiches vorhanden. Sollten aber noch mehr alttschechische Abgeordnete zu den Jungtschechen abschwenken, dann stände allerdings eine unliebsame Verschiebung, wenn nicht gar das Scheitern des nationalen Versöhnungswerkes in Böhmen, zu befürchten. * Präsident Carnot hat auch auf seiner gegenwärtigen Reise nuch Südfrankreich, deren nächstes Ziel die Universitätsstadt Montpellier bildete, an verschiedenen Orten politische Reden gehalten. Als die bemerkenswertheste dieser Kundgebungen des französischen Staatsoberhauptes ist vielleicht seine in Avignon gehaltene Rede zu betrachten, in welcher Carnot betonte, Frankreich müsse der Welt zeigen, daß es immer entschlossen sei, den ersten Platz auf dem Wege zum Fortschritt zur Freiheit und zur socialen Gerechtigkeit einzunehmen. Um aber dieses Ziel zu erreichen, betonte Carnot weiter, bedürfe Frankreich des Friedens nach außen hin, der Achtung der Welt und der Einigkeit im Innern und diese Friedensworte Carnots werden gewiß weit über die Grenzen Frankreichs hinaus ein sympathisches Echo finden. Von Avignon aus reiste der Präsident am Freitag früh über Nimes nach Montpellier weiter, wo er in den späteren Nachmittagsstunden des genannten Tages eintraf und Seitens der Bevölkerung festlich und herzlich empfangen wurde. Die Anwesenheit des Herrn Carnot in Montpellier hängt wiit der in diesen Tagen stattfindenden Jubelfeier der dortigen altberühmten Universität zusammen. Einen neuen deutsch=französischen Krieg will der französische Deputirte Dreifus. Camille Dreifus, der ultraradicale Deputirte von Paris, hat in einer Broschüre, von welcher die Pariser Zeitungen bereits Auszüge bringen, die Nothwendigkeit entwickelt, an Deutschland unverzüglich den Krieg zu erklären. Dreifus faßt seine Gedanken in dem Schluß zusammen: Die Deutschen sind mit ihren militärischen Vorbereitungen noch nicht fertig; die Franzosen sind es. Ein ferneres Zuwarten sei also unbegründet. Vor zwei Jahren sei es zu früh gewesen, in zwei Jahren könne es leicht zu spät sein! Glücklicher Weise nimmt selbst in den Kreisen der Parteigenossen Niemand Herrn Dreisus ernst; immerhin bleiben aber diese beständigen Kriegstreibereien, die nothwendig Beunruhigung hervorrufen müssen, tief beklagenswerth. * Die deutsch=englischen Unterhandlungen über Afrika sollen auf Schwierigkeiten gestoßen sein. Im englischen Unterhaus lehnte der Unterstaatssecretär Fergusson bei der Debatte über die Credite des Ausgabeetats eine Discussion über die mit Deutschland hinsichtlich Afrikas= schwebenden Unterhandlungen ab und stellte in Abrede, daß England in Opfer gewilligt; man müsse anerkennen, daß andere Nationen ähnliche Bestrebungen hätten wie England, und dieselben achten. England habe nur darauf zu sehen, daß nicht seine wirklichen Interessen vernachlässigt würden, und daß es dort, wo es Recht habe, diese nicht aufgebe. Die Unterhandlungen schwebt die Kinder, den Menschen unsichtbar. Auch ich habe ihn nicht bemerkt, nur Deine Schwester sah ihn.“ Der Knabe schaute mich fragend an; er hatte mich offenbar nicht ganz verstanden. Dann aber wurden seine Gedanken auf etwas Anderes abgelenkt. „Nennst Du Dich auch Emil?“ fragte er mich. „Nein, ich heiße Erich!“ entgegnete ich lächelnd. „Weißt Du, der Name gefällt mir“, plauderte der Kleine treu und harmlos.„Ich habe Dich lieb, Erich, denn Du hast mich beschützt. Wart', ich gebe Dir einen Kuß!“ Der Kleine hob sich auf die Zehen und reckte das Köpfchen zu mir empor. Ich bückte mich, umschlang ihn herzlich und küßte ihn, während ich ihm lächelnd in das schöne blaue Augen schaute. Er hatte ganz dieselben Augen, wie seine liebliche Schwester. (Fortsetzung folgt.) werden in freundlichem Geiste und mit gegenseitiger Achtung und Vertrauen geführt, hervorgerufen durch frühere Erfahrungen und gekrönt durch den merkwürdigen Erfolg der Operationen Englands und Deutschlands an der Ostküste Afrikas. * * Berlin, 24. Mai.(Vom Hofe.) Der Kaiser traf, von Pröckelwitz kommend, Freitag Vormittag um 8 Uhr 20 Minuten auf Bahnhof Friedrichstraße in Berlin ein, begab sich zu Wagen nach der 1. GardeDragoner=Kaserne, stieg daselbst zu Pferde und ritt, gefolgt vom Hauptquartier, nach dem Paradefeld. Nach der Parade kehrte Se. Maj. an der Spitze der FahnenCompagnie in das Königliche Schloß zurück und hörte dort die Vorträge des Reichskanzlers, des Staatssecretärs des Auswärtigen Amts, sowie des Wirklichen Geheimen Ober=Regierungs=Raths v. Bötticher.— Am Samstag Vormittag nahm der Kaiser im Lustgarten zu Potsdam auch die Parade über die Potsdamer Garnison ab; am Nachmittage fand im Weißen Saale des Berliner Residenzschlosses das herkömmliche Paradediner Statt. * Wiesbaden, 24. Mai.(Kaiser Wilhelm) sandte folgende Depesche an die Wittwe Fransekys:„Ich erinnere Mich in Dankbarkeit der große Verdienste, die Ihr verstorbener Gemahl um das Vaterland sich erworben hat. Mit mir trauert die Armee um den Tod eines ausgezeichneten Generals. Ich spreche Ihnen bei dem schweren Verluste Meine aufrichtige Theilnahme aus.“ Der Kaiser befahl die Beisetzung mit allen Ehren der activen Generale. * Karlsruhe, 24. Mai.(Die Zweite Kammer) hat das Finanzgesetz für die Budgetperiode von 1890/91 genehmigt. Die Gesammtausgaben belaufen sich auf 107830326., die Einnahmen auf 102261984 M. Zur Deckung der fehlenden 5568342 Mark sollen 4219044 M. den im Betriebsfonds angesammelten Ueberschüssen, der Rest der Amortisationskasse entnommen werden. * Salzburg, 24. Mai.(Bischofswahl.) In der herkömmlichen feierlichen Weise fand hier die Wahl eines neuen Fürsterzbischofes durch das Domcapitel Statt. Gewählt wurde der bisherige Dompropst und Weihbischof Johann Haller, der sofort nach einer Begrüßungsrede des als landesfürstlichen Commissars anwesenden Statthalters seinen Einzug in die Domkirche hielt, nachdem von der Domkanzel das Wahlergebniß verkündet worden war. Fürsterzbischof Haller ist ein Mann von Entschiedenheit und Thatkraft, dessen Erhebung auf den alten Salzburger Stuhl bei allen Katholiken des Reiches die größte Freude erregen wird. Belgien. * Brüssel, 24. Mai.(Der Internationale Bergarbeiter=Congreß) in Jolimont sprach sich mit Einstimmigkeit für die achtstündige Schichtdauer aus. * Montpellier, 24. Mai.(Aeußerung Carnots.) General Bois de Nemetz hatte dem Präsidenten Carnot im Hotel de Ville die Officiere vorgestellt und hiebei an die Devise der Familie Carnot„Organisator des Sieges“ erinnert. Präsident Carnot erwiderte darauf, er wisse, daß man auf die Armee zählen könne, aber er wünsche nicht, daß Frankreich in die Nothwendigkeit versetzt werde, die Devise praktisch anzuwenden. England. * London, 24. Mai.(Der anglicanische Bischof Smithies) ist aus Sansibar hieher zurückgekehrt. Derselbe sprach sich auf das lobendste über die Deutschen in Ostafrika aus, welchen auch die englischen Missionare zu größtem Dank verpflichtet seien. * Nom, 24. Mai.(Englisches Concordat.) Der Oberrichter von Malta, Dinguli, ist, wie schon früher angekündigt, zum englischen Geschäftsträger bei der Curie ausersehen. Es handelt sich zunächst um die Regelung der kirchlichen Verhältnisse in Ostindien. 23 Vicariate sollen zu Diöcesen erhoben und dem Erzbischof von Caleutta als Metropoliten unterstellt worden. Aus dem Reiche. Wewer, 24. Mai.(Der Kirchthurm) auf unserer Pfarrkirche, welcher im Verhältniß sehr niedrig ist, scheint einem neuen Platz zu machen, und wird damit der Wunsch vieler Gemeindemitglieder erfüllt werden. Herr Baron von Brenken hat in hochherziger Weise für einen schlanken Thurm das gesammte Holz unentgeltlich aus seinen Waldungen zur Verfügung gestellt und außerdem das Baucapital zu nur 2½% Zinsen auf lange Zeit unkündbar angeboten. □ Hövelhof, 26. Mai.(Zur Ernennung) des Herrn Lehrers Joseph Cottmann zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk der Gemeinde Hövelhof hat der Herr Ober=Präsident seine Genehmigung ertheilt. M Marienloh, 25. Mai.(Fleischtransport.) In einem schmutzigen und durchlöcherten groben Sack auf einem leeren Kalkwagen ohne irgend etwas Strohunterlage fand heute unser Gendarm=Wachtmeister Fleisch (sog. Geweide) aufbewahrt. Der nichts ahnende Knecht K. aus Kohlstädt gab an, das Fleisch habe ihm ein Metzer G. aus Schlangen zum Abliefern an einen Geschäftsmann in Paderborn übergeben. Wie wir erfahren, ist die Geschichte dem Amte Lippspringe angezeigt. 4 88 Benhausen, 23. Mai.(Feuer.) Gestern Morgen ist auf dem Boden im Wohnhause der Wittwe Göke Nr. 100 hieselbst Feuer ausgebrochen, und zwar auf eine bis jetzt ganz unaufgeklärte Weise. Dies ist also seit Samstag der zweite Häuserbrand im hiesigen Amte. Nachträglich wollen wir noch mittheilen, daß am vergangenen Samstag in unserm Amte der Blitz, soweit bekannt, auf fünf Stellen eingeschlagen hat. Neuenbeken, 26. Mai.(Unglück.) Am Samstag wurde ein=jähriger Knabe, welcher in Begleitung seines Onkels, den Zug 11 Uhr 30 Min. entstieg, so überfahren, daß dem Kinde ein Bein bis zum Knie amputiert werden mußte. Es wird den Passagieren hier kaum Zeit gelassen, aussteigen zu können, welches auch hier wieder einmal der Fall war. Einsender dieser Zeilen hat sich schon öfterer davon überzeugt, daß der Zug nicht wie Vorschrift 1 Minute, sondern nur ½ Minute hielt. Bei einem solchen Verkehr wie hier, wäre es doch wohl angebracht, wenn der Zug die vorgeschriebene Zeit hielte und der Bahnsteig etwas erhöht würde, damit man bei dem Ein= und Aussteigen nicht so vielen Gefahren ausgesetzt ist. + Altenbeken, 25. Mai.(Baumfrevel.) Kürzlich wurden in dem Garten der hiesigen Pfarre mehre junge Bäume muthwillig zerstört, jedenfalls aus Reche. Leider ist es noch nicht gelungen, den Thäter zu ermitteln. Warburg, 24. Mai.(Standesbeamter). Lehrer Voß in Gehrden ist zum Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Gehrden bestellt. Höxter, 24. Mai.(Erloschene Concession. Die dem Auctions=Commissar J. Hochfeld in Höxter unterm 27. Juli 1878 ertheilte Concession zum Betriebe einer Auswanderungs=Agentur für den Norddeutschen Lloyd ist für erloschen erklärt. &a Brakel, 24. Mai.(Wahl.) Die bisherigen Mitglieder des Kuratoriums der Kreissparkasse, deren Wahlperiode mit Ende 1889 abgelaufen war, sind durch Beschluß des Kreistages für die Jahre 1890 bis einschl. 1892 jedes in der bisherigen Eigenschaft und Stellung wieder gewählt. Diese Wiederwahl ist bestätigt worden. Das Curatorium besteht somit aus dem Bürgermeister Koberg als Director, dem Dr. Larenz als Stellvertreter des Directors, dem Bauunternehmer Wagener und dem Kaufmann Peter Meyer als Beisitzer, dem Rentner Karl Larenz als ersten und dem Kaufmann Wilhelm Rose als zweiten Stellvertreter eines Beisitzers. 89 Bielefeld, 24. Mai.(Der Verein israelitischer Lehrer) Reinland=Westfalens hält am 27. und 28. d. Mts. seine diesjährige Conferenz hieselbst ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Besprechung über „die gesetzliche Stellung der israelitischen Schulen in Preußen und insbesondere in Rheinland=Westfalen". Das Referat über dieses Thema erstattet Herr Lehrer Spier=Bocholt. Lippstadt, 24. Mai.(In der jüngsten Stadtverordneten=Versammlung) wurde beschlossen, die Vorlage des Magistrats betr. Bau eines Reichsbankgebäudes vom 16. Mai cer. abzulehnen, dagegen von dem von Herrn Th. Sterneborg angebotenen Garten von der Spielplatzstraße soviel zu erwerben, wie Magistrat und die V. Commission der Stadtverordneten=Versammlung für erforderlich halten, alsdann den Magistrat zu ermächtigen, gemeinsam mit der V Commission den Bau des zu errichtenden Gebäudes nach vorzulegenden KostenAnschlage dem ihm geeignet erscheinenden Unternehmer zu übergeben und die erforderlichen Mittel dafür zu bewilligen, die Summe bei der Sparkasse anzuleihen und mit 1½% jährlich und den ersparten Zinsen zu amortisiren. ∆ Dortmund, 24. Mai.(Als ernste Mahnung für Hauswirthe) mag der folgende Fall dienen. Der Bergarbeiter Konr. Knoche hatte am 1. Sept. v. J. seinen im Obergeschoß des Hauses Adlerstraße 25 hieselbst wohnenden Bruder besucht. Beim Absteigen der Treppe in der Dunkelheit kam Knoche zu Fall und brach den rechten Unterschenkel. Abgesehen davon, daß der Verletzte, wie man sagt, nicht ganz nüchtern war, entstand der Unfall dadurch, weil das untere Stück des Treppengeländers fehlte. Knoche kam so in die Meinung, er sei am Schlusse der Treppe, und das Unglück war da. Heute saß wegen fahrlässiger Körperverletzung der 71 Jahre alte und bisher noch nicht bestrafte Stuhlflechter Wilh. Sandmann von hier auf der Anklagebank. Er wohnte zwar nicht in dem Hause, aber es war sein Eigenthum und er hatte für die Ordnung der Anlagen in dem Hause zu sorgen. Da aber für ihn der Fall sehr milde lag, erkannte der Gerichtshof auf nur 20 Mk. Geldstrafe, außerdem auf eine an den Verletzten zu zahlende Buße von 160 Mark. Bochum, 24. Mai.(Bergarbeiter=Verband.) Nachdem die Drucksachen u. s. w. für die Geschäftsführung des neuen bergmännischen Verbandes Glückauf fertiggestellt und das Statut die gesetzliche Genehmigung erhalten hat, wird mit der Gründung von Ortsvereinen überall vorgegangen werden. Bis jetzt haben sich etwa zwanzig solcher schon provisorifch gebildet. Die endgiltige Vorstandswahl wird am Son#tag, den 1. Juni, stattfinden.— Am 4. Juli wird her ein Delegirtentag des Verbandes katholischer Lehrer stattfinden. Der Verband zählt etwa 1000 Mitglieder. (*) Wattenscheid, 24. Mai.(Frühe Ernte.) Im nahen Ueckendorf ist die Ernte in diesem Jahre früh eingetreten. Auf dem Acker des Herrn Landwirth Niermann steht der Roggen schon in Garben, jedoch nicht in Folge des überaus herrlichen Wetters, sondern laut „W. Ztg. wegen Inangriffnahme der Arbeiten für die Einführung der Eisenbahnstrecke Gelsenkirchen=Wattenscheid in den rechtsrhein. Bahnhof. I) Crefeld, 24. Mai.(Während der verflossenen Kirmeßtage) spielte sich bei der Polizei manche rührende Scene ab, indem Eltern bezw. Kinderwärterinnen annähernd hundert abhanden gekommene Kinder meldeten, welche dann durchweg nach Verlauf weniger Stunden irgendwo als aufgefunden und in Verwahr genommen nachgewiesen werden konnten. * Düsseldorf, 24. Mai.(Fünf schwere Verbreche?), die Zuchthausstrafe von 2½ bis 18 zu verbüßen hatten, haben in der Nacht zum 8. April sich zusammengerottet und aus dem hiesigen Arresthause einen gemeinsamen Ausbruch versucht. Vier von ihnen wurden von der Strafkammer verurtheilt, zwei zu neun und zwei zu je vier Monaten Zuchthaus. J München, 24. Mai.(Ein Fall von Soldatenmißhandlung.) der an Rohheit seines Gleichen sucht, fand dieser Tage seine Aburtheilung vor dem MilitärBezirksgericht München. Als Angeklagter saß der Unterofficier des 1. bayerischen Train=Bataillons Anton Marz, ein Schneider aus Burgau, vor den Geschworenen. Am 16. März hatte er Vormittags dem Soldaten seines Berittes Zinsmeister den Befehl gegeben, sein Sattelzeug. in Ordnung zu bringen. Als er dann Abends das Sattelzeug besichtigte, fand er, daß der Gurt nicht angestrichen war. Er packte Zinsmeister, warf ihn unter das Pferd, versetzte ihm mehre Faustschläge auf den Hinterkopf, riß ihn dann wieder in die Höhe, drückte ihn an die Wand und würgte ihn am Halse. Zinsmeister, der mehre Tage Schmerzen verspürte, meldete den Vorfall, und hiedurch gelangte auch ein früher begangenes Vergehen des Marz zur Kenntniß seiner Vorgesetzten. Am 31. December Nachmittags hielt Marz nämlich mit seiner Mannschaft den Löhnungsappell ab. Als er bemerkte, daß der Soldat Straßer nicht ruhig stand, packte er ihm am Arme, zog ihn vor die Front und gab der übrigen Mannschaft den Befehl, dem Straßer in das Gesicht zu spucken! Da die Soldaten sich anfänglich weigerten, wiederholte Marz seinen Befehl mit der Drohung, er werde Jedem, der den Straßer nicht anspucke, die gleiche Behandlung angedeihen lassen. Nun ließen sich vier Mann herbei, ihrem Kameraden ins Gesicht zu spucken, wie ihnen befohlen war. Straßer getraute sich damals aus Furcht vor Marz nicht, Meldung zu erstatten. Marz, dessen militärische Führung als gut bezeichnet wird, legte ein offenes Geständniß ab und räumte auch bezüglich des ersteren Falles ein, daß er dem Zinsmeister Schmerz verursachen wollte. Die Geschworenen nahmen bei Zinsmeister nur eine vorschriftswidrige Behandlung an, bei Straßer bejahten sie die Schuldfrage wegen Beleidigung. Staatsanwalt Ehrnthaler hielt das Verbleiben des Marz in der Unterofficierscharge nicht mehr für angezeigt und beantragte eine Gesammtstrafe von 3 Monat Gefängniß und Degradation. Das Urtheil lautet auf 2 Monat 15 Tage Gefängniß. Von Degradation wurde Abstand genommen. V Bamberg, 24. Mai.(Erzbischof Friedrich) ist gestorben. Der Verstorbene wurde geboren am 23. Mai 1819 zu Bissingen, Diöcese Augsburg. Auf den erzvischöflichen Stuhl gelangte er am 5. Juli 1875. (10 Altona, 24. Mai.(Butterverfälschung.) Eine harte, aber gerechte Strafe erhielt vor einigen Tagen der wegen Vergehen gegen das Kunstbutter=Gesetz vielfach vorbestrafte hiesige Butterhändler W. Schütt. Obwohl derselbe wegen dieser Vergehen bereits mit einer Gesammtgeldbuße von 5000 Mk. bestraft war, hatte er sich neuerdings wiederum einer Fälschung von Michbutter, sowie des Verkaufs verfälschter Milchbutter schuldig gemacht, außerdem aber noch einigen Kunden den Rath ertheilt, die Polizei bei etwaigen Revisionen dadurch zu täuschen, daß sie den oberen Theil der Tonnen mit guter Milchbutter dagegen den unteren Theil derselben mit Mischbutter,(Margarine) ausfüllen sollten. In Folge dieser erschwerenden Umstände verurtheilte die Strafkammer den Schütt zu der empfindlichen Strafe von 1000 Mk. oder 100 Tagen Gefängniß. Welch gewaltigen Umfang die Butterverfälschungen hier angenommen haben, erthellt am besten daraus, daß von der hiesigen Polizei=Verwaltung im Jahre 1889 allein 228 Butterproben dem Nahrungsmittel=Untersuchungsamte in Kiel zur Prüfung eingesandt wurden, von denen nicht weniger als 116— also über die Hälfte— mit Tah oder Margarine verfälscht waren! * Kreuzburg, 24. Mai.(Eine anonyme Briefschreiberin) trieb hier seit Jahren ihr Wesen. Dieselbe wurde in der Person eines älteren Fräuleins ermittelt, zur Anzeige gebracht und in der vor einigen Tagen stattgehabten Strafkammersitzung zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate beantragt. □ Breslau, 24. Mai.(Denunciantenlohn.) Der Maurer August Grunwitz denuncirte seinen Collegen, den Maurer August Rieger, mit dem er mehre Jahre zusammen gearbeitet hatte, wegen Majestätsbeleidigung. Rieger wurde jedoch freigesprochen, weil das Gericht dem Hauptbelastungszeugen Grunwitz keinen Glauben geschenkt hatte. In dieser Verhandlung brachte Rieger einen Brief zur Verlesung, welchen er von Grunwitz erhalten hatte, worin dieser ihm mittheilte, daß er— Rieger— für die Majestätsbeleidigung mindestens fünf Jahre Zuchthaus bekommen werde. Die Kosten würden außerdem ungefähr 1000 Mk. betragen; wenn er nur ein Zehntel dieses Betrages von Rieger erhalten würde, so würde er eine Anzeige nicht erstatten. Nunmehr wurde der Spieß umgedreht und gegen Grunwitz Anklage wegen versuchter Erpressung erhoben. Die Strafkammer verurtheilte ihn mit Rücksicht auf die Gemeinheit seiner Handlungsweise zu einem Jahre sechs Monaten Gefängniß und zwei Jahren Ehrverlust. Locales. Paderborn, den 27. Mai 1890. —(Witterungs=Umschlag.) Während die beiden Pfingstfeiertage vom schönsten Wetter begünstigt waren, trat am Abend des zweiten Tages ein heftiger Regenguß ein, und in der Nacht von Montag auf Dienstag folgte eine so starke Kälte, daß die Bohnen in den Haidefeldern erfroren sind. —(Weihbischof.) Der hl. Vater hat den hochw. Herrn Domcapitular Augustin Gockel mittels Breves vom 2. Mai d.., welches am Pfingsttage hier eintraf, zum Bischof von Azotus i. p. 1. und zum Weihbischof unserer Diöcese ernannt. — Azotus ist das alte Asdod, eine der fünf philistäischen Hauptstädte, häufig in der hl. Schrift erwähnt. Mit dem Christenthum scheint die Stadt früh bekannt geworden zu sein; denn nachdem Philippus den äthiopischen Kämmerer getauft hatte, führte ihn der Geist nach Asdod (Apg. 8. 39.). Später haben auf den Kirchenversammlungen von Nicäa, Seleucia(359), Chalcedon und Jerusalem(536) auch Bischöfe von Asdod unterschrieben. Gegenwärtig ist es ein kleines Dorf, das den Namen Esdud trägt.— Wann die Consecration des hochw. Herrn durch den Metropoliten Erzbischof Krementz v. Köln vollzogen wird, ist noch unbestimmt. Voraussichtlich findet sie im Kölner Dom Statt. —(Die Stadtverordnetensitzung) am vorigen Freitag war von 12 Mitgliedern besucht; den Magistrat vertrat der Herr Bürgermeister Franckenberg und die Rathsherren Engels, Löffelmann und Didden.— Der früher vom 131. Regimente benutzte Schuppen an der Wasserkunst wird zur Aufbewahrung von Feuergeräthen benutzt, außerdem soll ein Flächenraum von 6 □Meter der Wasserwerkcommission überwiesen werden.— Ueber die Festsetzung der Abgabe für den Wasserconsum referirte Herr Spancken. Die Wasserconsumenten seien unangenehm enttäuscht worden, daß auch in diesem Jahre nicht der Betrag für das verbrauchte Wasser, sondern die volle Summe der Einschätzung erhoben sei; es seien das 2000 Mark mehr. Nach den Erklärungen, welche Herr Didden im vorigen Jahre gegeben, sei man wohl berechtigt gewesen, anzunehmen, daß die Einschätzung fallen werde. In einer Sitzung, zu der auch der Herr Bürgermeister geladen und erschienen sei, habe sich die Finanzcommission mit dem Magistrate dahin geeinigt, für dieses Jahr das Wassergeld nur nach dem wirklichen Verbrauch zu erheben, bei einer allgemeinen Grundtaxe von 6 Mark. Herr Mantell beantragte zwar, die Grundtaxe fallen zu lassen, zog aber den Antrag zurück, als Herr Spancken den Commissionantrag befürwortete und der Herr Bürgermeister die Befürchtung aussprach, daß im Wasserverbrauch sonst leicht die größte Sparsamkeit eintrete. Der Commissionsantrag wird genehmigt.— Dem Antrage der PP. Franziskaner um Ueberlassung eines Begräbnißplatzes wurde entsprochen; es sollen ihnen 3 Erbegräbnißplätze überwiesen werden.— Die Reparatur der Trottoirs nach dem Bahnhofe war zu 264 Mark veranschlagt, die Kosten beliefen sich aber auf 559 Mark 15 Pfg. Wie Referent, Herr Spancken, ausführte, sei ein Hauptirrthum dadurch entstanden, daß anstatt Meter Fuß berechnet seien. Die Arbeiten seien übrigens nicht vorschriftsmäßig ausgeführt und nicht der veranschlagte feine Kies gebraucht worden. Es seien deshalb eine Menge Streichungen in der Rechnung vorgenommen worden, sowohl an Arbeitslöhnen als an Materiallieferung. Der Antrag wurde genehmigt.— In Betreff der Canalisirung der Stadt referirte Herr Lippe, daß die Regierung dränge und die Ausführung sich nicht mehr verschieben lasse. Der Magistrat habe deshalb beschlossen, eine gemischte Commission zu bilden, welche der Sache nähertreten, dieselbe prüfen und Vorschläge machen solle. Der Herr Bürgermeister erklärte noch, daß nicht allein die neue Wasserleitung, sondern besonders auch die neue Polizeiverordnung, nach der Spülwasser nicht in die Gosse geleitet werden darf, die Canalisation nothwendig mache. Die Versammlung beschloß auf Antrag des Herrn Mantell, die Wahl der Mitglieder zur Commission in einer spätern Sitzung vorzunehmen. Die 5 Nachtwächter sind um eine Gehaltserhöhung eingekommen, der Magistrat findet dieselbe billig, und beantragt, das Gehalt von 300 auf 400 Mark zu erhöhen. Das Collegium ist damit einverstanden. Der Wunsch des Herrn Hartmann, die Nachtwächter mit neuen Signalhörnern zu versehen, wurde, nachdem Herr Hartmann die Unzulänglichkeit der jetzigen bewiesen, sofort genehmigt. Da die Anlage des elektrischen Lichtes für die ersten Jahre wohl nicht zu Stande kommen kann, so muß, um dem Lichtbedürfniß zu genügen, die Gasanstalt=verbessert und vergrößert werden. Der Magistrat beantragt für die Vorarbeiten einen Credit von 500 Mk.; dieser wurde genehmigt. —(Die Königliche Wissenschaftliche Prüfungs=Commission) für die Provinz Westfalen in Münster ist für das Jahr 1. April 1890 bis 31. März 1891 wie folgt zusammengesetzt: Dr. Rothfuchs, Provinzial=Schulrath(Pädagogik, zugleich Director der Commission), Dr. Storck, Geheimer Regierungs=Rath und Professor(deutsche Sprache, event. auch Vertreter in den Directionsgeschäften), Dr. Langen, Professor(klassische Philologie), Dr. Stahl, Professor(klassische Philologie), Dr. Sturm, Professor(Mathematik), Dr. Kaufmann, Professor(Geschichte und Geographie), Dr. Fell, Professor (katholische Theologie und Hebräisch), Dr. Spicker, Professor(Philosophie und Propädeutik), Dr. Hagemann, Professor(Philosophie und Propädeutik), Dr. Brefeld, Professor(Botanik), Dr. Ketteler, Professor(Physik), Dr. Körting, Professor(Englisch und Französisch), Niemann, Consistorial=Rath(evangelische Theologie und Hebräisch), Dr. Hosius, Geheimer Regierungs=Rath und Professor(Mineralogie), Dr. Landois, Professor(Zoologie), Dr. Salkowski, Professor(Chemie), Dr. Lehmann, Professor(Geographie). —(Eisenbahn=Unfälle.) Im Bezirke der Eisenbahn=Direction Hannover sind im Laufe des 1. Vierteljahres 1890 in Folge Unvorsichtigkeit oder eigenen Verschuldens von Beamten. und Arbeitern 14 Unfälle mit tödlichem Ausgange und 7 mehr oder weniger schwere Verletzungen vorgekommen. Von ersteren entfallen auf den Bezirk des Betriebsamtes Paderborn 3. Es wurden nämlich am 12. Febr. im Ertinghäuser Tunnel 2 Rottenarbeiter überfahren und am 4. März auf dem Bahnhofe Northeim 1 Stations=Assistent. —(Vorbeugung von Unglücksfällen) bei dem Gebrauch von landwirthschaftlichen Maschinen. Der § 2 der Polizei=Verordnung vom 28. Sept. 1882 erhiel: an der Stelle der bisherigen folgende Fassung:„Alle beim Betriebe in Bewegung gerathenden Maschinentheile, als Zahnräder, Riemenscheiben, Kurbeln, Gestänge mit ihren Kuppelungen, Walzen, Treibriemen und dgl. sind dauernd, also auch während der Zeit des Nichtgebrauchs, mit festen Umhüllungen von Holz, Eisenblech oder dichtem Drahtgitter derartig zu versehen, daß von denselben Menschen und deren Kleider während des Betriebes nicht erfaßt werden können.“ (Die Kreis=Chausseen) Salzkotten=Delbrück innerhalb des Kreises Paderborn, Hövelhof=Stukenbrock in der Richtung nach Dalbke bis zum Anschluß an die Straße von Schloß Holte nach Oerlinghausen und Neuhaus Hövelhof=Kaunitz sind in das Verzeichniß derjenigen Kunststraßen im Regierungsbezirke Minden aufgenommen worden, auf welche die Bestimmungen des Gesetzes vom 20. Juni 1887 Anwendung finden. Büchertisch. Pierers Conversations=Lexikon. Siebente Aufl., herausgegeben von Joseph Kürschner. Mit Universal=SprachenLexikon.— Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.— Preis pro Lieferung 35 Pfg. Von diesem bedeutendsten lexikalischen Werke der Neuzeit liegt nunmehr der 5. Band vor, umfassend die Worte„Emailmalererei“. bis„Fronton". Was uns vor allen am neuen„Pierer“ auffällt, das ist das deutliche Hervortreten der Stichworte durch doppelzeiligen Druck. Dadurch gewinnt das Lexikon ganz bedeutend, indem das Nachschlagen und Suchen möglichst erleichert wird. Was nun das Werk als solches angeht, so steht es unstreitig auf der Höhe der Zeit. Wohlthuend berührt die große Objectivität bei Besprechung religiöser Dinge.— Eine Specialität des neuen „Pierer“ ist das Universal=Sprachen=Lexikon, welches ein alphabetisches Wörterbuch 12 lebender und 2 todter Sprachen darstellt. Dasselbe ist mit vorliegendem Bande von Glacier bis Jämboritni gediehen. Kürschners genialer Gedanke, das ConversationsLexikon gleichzeitig zum Sprachschatz auszugestalten, geht also rüstig der Verwirklichung entgegen.— Der neue„Pierer ist gradezu unentbehrlich für jeden Gebildeten, und das rasche Voranschreiten desselben mahnt alle Säumigen zur Anschaffung. Vermischtes. —(Nicht wenig überrascht) wurden kürzlich verschiedene Personen, als sie Briefe von der Post erhielten, welche bereits im Jahre 1881, also vor neun Jahren, für sie bei der Post aufgegeben worden waren. Mehre Sendungen konnten gar nicht mehr bestellt werden, weil die Adressaten schon längst verstorben waren. Die so lange ihrer Bestimmung entzogene Briefsendung hatte sich, wie das Postamt jedem Empfänger mitgetheilt hat, in einem Briefpostbunde befunden, welcher sich hinter das Fachwerk eines Eisenbahnpostwagens derartig verschoben hatte, daß er dort unbemerkt liegen geblieben und erst bei der kürzlich vorgenommenen gründlichen Instandsetzung des Bahnpostwagens aufgefunden worden ist. —(Verletzung der Amtsverschwiegenheit.) Der Pedell eines Gerichts beschwerte sich bei seinem Gerichtsdirector darüber, daß der Herr Gerichtsrath ihn in Gegenwart von Parteien einen„Esel“ genannt habe. „Verklagen Sie den Herrn Gerichtsrath wegen Verletzung der Amtsverschwiegenheit!“ lautete der Bescheid. Briefkasten. Herrn D. hier. Sie haben Recht. Am 18. März d. I. hat das Oberverwaltungsgericht gegen den Magistrat Dortmund entschieden, daß die Anlage und Unterhaltung der Bürgersteige den Besitzern der anliegenden Grundstücke nicht obliegt. Näheres über den Proceß, sowie die Begründung des Urtheils finden Sie in der„Tremonia“ Nr. 108(vom 7. Maz.: Verantwortlicher Redacteur: Ferd. Knie in Paderborn. Par KoutolP Gusue Im Gebrauch Cungster! Otto Krüger, M Möbeln, Spiegel=und Polsterwaaren ½ Kg. genügt für 100 Tassen feinster Chocolade, Ueberall vorräthig. Bekanntmachung. Hufbeschlagslehranstalt zu Paderborn. Zufolge Bekanntmachung des Königlichen Herrn Regierungs=Präsidenten zu Minden vom 27. April d. J.(Amtsblatt Seite 112) ist der Beginn des zweiten Cursuts für das Jahr 1890 in der von uns für den Bezirk unseres Vereins errichteten Hufbeschlaßslehranstalt auf Montag den 23. Juni 1890 festgesetzt worden. Diejenigen Schmiedegesellen, welche an diesem Cursus Theil nehmen wollen, haben sich bei uns unter Einreichung eines Geburtsscheines, eines Lebenslaufes und eines Zengnisses über eine bestandene dreijährige Lehrzeit, sowie practische Ausbildung im Hufbeschlage vier Wochen vor dem Termine zu melden und gleichzeitig die Gebühr für die Ausbildung in der Lehranstalt und die am Schlusse des Cursus abzuhaltende Prüfung, welche Gebühr 24 Mark beträgt, einzusenden. Zu jeder weiteren Auskunft, insbesondere Mittheilung des Statuts für die Lehranstalt sind wir gern bereit Paderborn, den 12. Mai 1890. Vorstand des Paderbornschen Hauptvereins zur Beförderung der Landwirthschaft. Müller, Vereinsdirector. a.brung. Die Liste der Aerzte des Regierungsbezirks Minden, welche das Wahlrecht zur Aerztekammer besitzen, liegt in der Zeit vom 10. bis zum 25. Juni d. J. auf dem Amtsbüreau jedes Landrathsamtes des Regierungsbezirks aus. Einwendungen gegen die Liste sind unter Beifügung der erforderlichen Bescheinigungen spätestens innerhalb 14 Tagen nach beendigter Auslegung der Liste bei dem Vorstande der Aerztekammer an die Adresse des Unterzeichneten anzubringen. Dortmund, den 15. Mai 1890. Geh. Sanitätsrath Dr. Morsbach, Vorsitzender der Westfäl. Aerztekammer. für Taberden am 9. Juni d. Für neu eintretende Spieler empfehle und versende ich Original=Loose zu planmäßigen Preisen. Ganze 128 M. Halbe 64 M. Biertel 32 M. Achtel 16 M. Zur Bequemlichkeit meiner werthen Kundschaft empfehle ich Antheil=Volllose, giltig für alle Ziehungen dieser Lotterie, auf welche keine Nachzahlungen zu leisten ist, und für welche ich im Falle eines Gewinnes in den ersten 4 Klassen die Voraus bezahlte Einlage der folgenden Klassen zurückerstatte. 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Sammelplatz: Steinerne Brücke im Inselwege. Paderborn, den 27. Mai 1890. Der Magistrat. Fusbodenglanzack Vernsteinfußbobentau Fußbodenölfarbe liefert stets frisch Hch. Kaufmann, Paderborn, Rosenstraße 45. Die weite Verbreitung dieser Farben und Lacke ist die beste Empfehlung für dieselben. möbel-ReinngungsPolitur, jedem Haushalte zu empfehlen, billigst. Kaufmann, Paderborn, Rosenstraße 45. Ladenlocal X vermiethen. mit Nebenzimmern zu Th. Lünz, Kampstr. Angekommene Curgäste in Bad Lippsptingr. Nr. 3. in großer Auswahl und billigst, Herr Leopold Weth, Wahlbach Kr. Siegen. ältere Muster unter Einkauffrl. empfiehlt Kaufmann, Vaderborn, Rosenstraße 45 Schwemmsteine und Kaminrohre Ia Qualität. Lohmann, Bahnhof. sagenfett zu haben für Paderborn und Umgegend bei A. Seidensticker, Paderborn, Schweinegasse B 19. Ein Wort an Alle, die Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch oderlbei Russisch wirklich sprechen lernen wollen. 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Geh. 1 Mark 20 Pfg., cart. 1 Mk. 50 Pfg. Fala Vmee. portuguez?(Portug.) Geh. 2 Mk. 50 Pfg. Spreekt Gij Hollandsch?(Holl.) 2. Aufl. Geh. 1 Mk. 50 Pfg. Taler De Dansk?(Dän.)„2. Aufl. Geh. 1 Mk. 50 Pfg. Talar Ni Svenska!(Schwed.) Geh. 1 Mk. 50 Pfg. Mluvite cesky?(Böhm.) Geh. 1 Mk. 50 Pfg. Tud ön magyarul?(Ung.) Geh. 1 Mk. 50 Pfg. Möwisz Pan po posku!?(Poln.) Mit Aussprache. Geh. 2 Mk. Sprechen Sie Russisch? Mit Aussprache. 3. Auflage. Geh. 2 Mk. 50 Pfg. Sprechen Sie Türkisch? 2. Aufl. Geh. 2 Mk. 50 Pfg. Sprechen Sie Neugriechisch? 2. Aufl. Geh. 2 Mi. 50 Pfg. Sprechen Sie Arabisch? Geh. 2 Mk. 50 Pfg. Sprechen Sie Persisch? Geh. 3 Ml. Koch's Deutschland=Führer. Cart. 1 Mk. 20 Pfg. Koch's Europa=Führer. Cart. 1 Mk. 20 Pfg. Leipzig. C. A. Koch's Verlag. Kerüchertskee Paderborn, 24. Mai. 100 Kilo Weizen 19,00 bis 20,50, Roggen 17,00 bis 18,60, Gerste 15,00 bis 19,00, Hafer 17,00 bis 18,50, Erbsen 21,00 bis 22,00, Bohnen 22,00 bis 24,00, Linsen 22,00 bis 24,00, Kartoffeln 3,90 bis 4,40, Heu 5,00 bis 5,50, Stroh 5,00 bis 6,00. ½2 Kilo Rindfleisch 0,60 bis 0,65, Schweinefleisch 0,65 bis 0,70, Kalbfleisch 0,50 bis 0,55, Hammelfleisch, .60 bis 0,65, Speck 0,80 bis 0,90, Butter 1,00 bis 1,10, Schock Eier.40° bis 2,60, 4 Kilo Brod.90 bis 0,95 Mk. Breslau, 24. Mai. Lupinen gefragter, gelbe 12,50—13,50—15,50 Thiemann nebst Tochter, Halberstadt. blaue 11,50—12,50—14,50, Wicken mehr angeboten, Mk. 16,00—17,00—18,00. Druck und Verlag von Th. Thiele in Paderborn.