n Finzelnummer 15 Ptg.— Anzeigenpreise it. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich dreimal(montags, mittwochs u. samstags). Bezugsprets monatlich 2.— DM(einschl. 30 Ptg. Trägerlohn), Postbezug monatlich 2.— DMf (einschließlich 27 Pfg. Zustellungsgebühr). Helmatblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Einzige in Schwerte gedruckte Zeitung Einzelnurzwer, 19 Prg. Nun Veriag. ual Preisliste Nr. 1.— Druck und Verlag: Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftsstelle: Große Marktstraße Nr. 3—5. Ruf 2770. Postscheckkonto Dortmund 2852. Tschechei weist Deutsche aus Ulbricht holte Kredite dmt Prag, 24. Juni. Nach Abschluß Ner Verhandlungen des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ostzone, Ulbricht, der inzwischen nach Budapest gereist ist, wurde in Prag ein Kommunique veröffentlicht, in dem betont wird, daß zwischen der Tschechoslowakei und der Republik der Ostzone keine umstrittenen oder ungeregelten Fragen bestehen. Die Rückführung von Deutschen aus der Tschechoslowakei wird als„unabänderlich, gerecht und endgültig gelöst“ bezeichnet. Es wurde ein Abkommen über wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit, über Zahlungen und über die Gewährung eines kurzfristigen Kredits an die Ostzone unterzeichnet. Bis zum nächsten Herbst soll ein Handelsabkommen für fünf Jahre ausgearbeitet werden. Robertson nahm Abschied „Wir waren so glücklich zusammen“ dmt Bonn, 23. Juni. Nach einer kurzen militärischen Zeremonie hat der britische Hohe Kommissar, General Sir Brian Robertson, Deutschland nach fünfjähriger Tätigkeit bei strömendem Regen verlassen. Vor seiner Abfahrt vom Bahnhof Köln-Deutz schritten Truppenabteilungen aller Waffengattungen im Parademarsch an dem General vorbei. Unter den Ehrengästen befanden sich der französische und der amerikanische Hohe Kommissar, der britische Kommandant von Berlin, Vertreter der Landeskommissare und der Landesregierungen sowie Minister Blücher als Vertreter des Bundeskanzlers. Unter den Klängen der Musik von zwei schottischen Dudelsackpfeifern, die ihm das schottische Volkslied„Wir waren so glücklich zusammen“ spielten, fuhr der Sonderzug des neuen OberbeTehlshabers der britischen Landtruppen im Nahen Osten aus der Bahnhofshalle. Sein Nachfolger. Sir Kirkpatrick, wird am Sonnabend in Köln eintreffen. 3200 britische Beumte bleiben Kirkpatrick übernimmt sein Amt dmt London, 24. Juni. Sir Ivon Kirkpatrick wird am Sonnabend in Deutschland erwartet zur Uebernahme seines Amtes als britischer Hochkommissar. Er bezeichnete es als seine Hauptaufgabe, die auf der Außenministerkonferenz in London festgelegte Politik der allmählichen Wiedereingliederung Deutschlands in die westliche Velkergs. meinschaft durchzuführen. Zur Frage des Besatzungspersonais erklärte Kirkpatrick, daß die Herabsetzung von 7000 britischen Beamten auf 3200 bis Januar abgeschlossen sein solle. Ob eine weitere Personalverminderung dann noch möglich sei, werde er prüfer. Naich wie vor umfassende Rechte für Wohnungsbehörden Noues Wehnungoger Jeieg. Durch Ausbauten wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen ##mdestat ain: g''s Wohnungsbehörden vor. Die Länder sollen erDas Land Nordrhein-Westtalen hat dem Bundesrat ein deutsches Bundeswohnungsgesetz zugeleitet, das an die Stelle des Kontrollratsgesetzes Nr. 18 treten soll. Das Gesetz sieht nach wie vor umfassende Rechte für die wohnungsbehörden vor. Die Länder sollen ermächtigt werden, wie weiter gemeldet wird, bestimmte Orte zu Brennpunkten des Wohnungsbedarts zu erklären. dpa Bonn, 24. Juni. Der Entwurf sieht weitgehende Befugnisse der Wohnungsbehörden hinsichtlich der zweckmäßigen Neuverteilung von Wohnraum vor. Die Wohnungsbehörden sollen beispielsweise das Recht erhalten, Wohnungsinhabern, die mindestens zwei Zimmer zuviel haben, zwangsweise eine andere Unterkunft zuzuweisen. Außerdem kann das Wohnungsamt den Austausch einzelner Räume innerhalb der Wohnungen eines Hauses anordnen. Die Wohnungsbehörden können die Hauseigentümer zwingen durch Um- oder Ausbauten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, wenn diese Maßnahme wirtschaftlich zugemutet werden kann. In den anderen Bestimmungen entspricht das Gesetz dem außer Kraft gesetzten Wohnungsgesetz des Kontrollrates. Kompromik über Gleichstellung vertriebener Beamten d1 Bonn, 24. Juni.(Eigenbericht.) Das Bundeskabinett wird am kommenden Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammentreten, um einen endgültlgen Beschluß in der Frage der Gleichstellung der heimatvertriebenen Beamten zu fassen. Dem Kabinett liegt ein Kompromißvorschlag des BundesHnanzministers vor, über den bisher noch keine Einigung erzielt werden konnte. Montan-Tagung unterbrochen Vertragsentwurt wird ausgearbeitet dmt Paris, 24. Juni. Die Sechsmächtekonferenz über den SchumanPlan wird am Samstag für eine Woche unterbrochen. Ein Teil der Delegierten wird in die Hauptstädte ihrer Länder zurückkehren, um die französischen Vorschläge zu beraten. Französische Sachverständige arbeiten im Augenblick den Vertragsentwurf aus, den die Delegationen am Samstag erhalten sollen. Der in Bonn vorgeschene s#ndige Beratungsausschuß der Bundesre erung wird am Montag unter Vorsitz von Dr. Adenauer erstmalig zusammentreten und das bisherige Ergebnis der Konkerenz besprechen. Cripps besprach mit Bevin den Schuman-Plan dmt London, 24. Juni. Der britische Außenminister Bevin hatte im Krankenhaus eine Unterredung mit dem Schatzkanzler Cripps über den Schuman-Plan. Sir Kirkpatrick, der Sir Robertson als britischer Hoher Kommissar ablöst, stattete Bevin einen Besuch ab. Brotpreis soll stabil bleiben Nochmals die Brotpreistrage di Bonn, 24. Juni.(Eigenbericht.) Eine Erhöhung des Brotpreises soll unter allen Umständen vermieden werden, erklärte ein Sprecher der Bundesregierung vor der Presse. Das Kabinett habe sich nochmals mit der Brotpreisfrage befaßt und sei zu dem Schluß gekommen, daß eine Preiserhöhung infolge des Fortfalls der Subventionen keineswegs unabänderlich sei. Jedenfalls werde die Bundesregierung die notwendigen Maßnahmen treffen, um den Brotpreis stabil zu halten. Europäische Bewegung gratuliert dem Bundeskanzler dpa Bonn, 24. Juni. Die Europäische Bewegung, zu deren Ehrenpräsidenten Winston Churchill, der italienische Ministerpräsident de Gasperi und der frühere belgische Außenminister Paul Henri Spaak gehören, hat Bundeskanzler Dr. Adenauer zum Eintritt der Bundesrepublik in den Europarat gratuliert. Ruhrbehörde uneinig über die Preise Die Verhandlungen werden fortgeführt— Vier Meinungen Luxussteuergesetz verabschiedet Kabinett beschloß Spesenabgabe- Bald vor dem Bundestag di Bonn, 24. Juni. Von unserei Bonner Redaktio: Das Gesets zur Besteuerung besonderen Aufwandes, das sogenannte Luxussteuergesetz, ist vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Die Zusatzsteuer wird in Form einer von drei auf sehn Prozent erhöhten Umsatzsteuer auf folgende Gegenstände erhoben: Edelmetalle und deren Legierungen, Lederwaren von über 199 DMI Verkaufswert, Hummer, Kaviar und Austern, Parfüme und Kosmetika, wenn der Preis eine DM für das Kubikgentimeter übersteigt, sowie auf Automobile über 12 009 DM Verkaufswert. Lederwaren aus Reptilien unterliegen in jedem Fall der Zusatzbesteuerung. Außerdem beschloß das Kabinett eine Spesenabgabe, um den übermäßigen Aufwand an sogenannten Geschäftsspesen zu erfassen. Nach der neuen Regelung sollen nachgewiesene Spesen bis 6000 DM im Jahr mit 10 Prozent besteuert werden. Spesen bis 12 000 DM mit 15 Prozent des 6000 DM übersteigenden Betrages und Spesen über 12000 DM mit 20 Prozent des 12000 DM übersteigenden Betrages. Sowohl das Luxussteuer- als auch das Spesenabgabegesetz werden zunächst den gesetzgebenden Körperschaften zugeleitet. ge Düsseldorf, 24. Juni von unserem Koffespondenten Da die vier Mächte der Ruhrbehörde sich über die Senkung der deutschen Kohlenexportpreise auf die Höhe der Inlandpreise nicht einig werden konnten, wurde ein Arbeitsausschuß gebildet, der möglichst bis zum Montag vier verschiedene Meinungen auf einen Nenner bringen soll. Am Montag tritt die Ruhrbehörde erneut zusammen. Frankreich bezeichnet den Doppelpreis als diskriminierend und fordert eine Senkung der Exportpreise. Die Amerikaner wünschen eine Herabserzung in drei Etappen. Die englische Delegation in der Ruhrbehörde lehnt alle Vorschläge ab, da sie den Doppelpreis nicht als diskriminierend ansieht. Deutschland will den Exportpreis nur dann senken, wenn die ausländischen Abnehmer langfristige Lieferverträge zu gesicherten Preisen garantieren. Man nimmt an, daß der Arbeitsausschuß sich auf eine ähnliche Formulierung wie den deutschen Vorschlag einigen wird. Bundestag sprach über Bleisoldaten Mit Ausnahme der BP und KPD waren alle Parteien dagegen daP Arschörige der ReSchwerkriegsbeschädigte demonstrieren mit Feldflasche und Brotbeute. Die französischen Schwerkriegsbeschädigten, die schon mehrfach vergeblich für eine Erhöhung ihrer geringen Renten demonstriert haben, wollen am Sonnabend zu einem Gewaltstreich ausholen. Ihre Verbandszeitschrift hat sie aufgerufen, am Sonnabend von 15.00 bis 24.00 Uhr eines der Tentren des Poriser Vgjiehpz gen Opernplatz, zu besetzen. Alle Pariser Schwerkriegsbeschädigten sollen mit flasche und Brotbeutel ausgerüstet kommen. Auf dem Opernplatz sollen Zeite aufgeschlagen werden. Offene Feldküchen werden warme Suppen austellen. Es bleibt abzuwarten, was die Polizei unt nimmt. 1.1 Millionen Rompilger aus aller Welt haben in der ersten Hälfte des Heiliger Jahres die Hauptstadt Italiens besucht. Die Gebeine Kaiser Maximilian I., des „letzen Ritters“, der 1319 in Welst(Oberösterreich) starb, sollen in die brucker Hofkirche übergeführt und dort beigenstst werden. Der Organisstionsleiter der KPD-Gtiten; uuncd bof uiomn husteit un uut godeht zurückgezogen, den er mit Funktionüren und Aältgliedern der erklärt hatte, Eine aus Oberschlesien stammende Frau, die 1945 mit ihrem Kind vor den Russen nach Diez an der Lahn kioh, erhielt vom Suchdienst des Roten Kreuzes die Mitteilung, daß ihr für tot erklärter Mann in Offenbach lebe und dort wiederum ihre Todeserklärung erwirkt habe. Der Mann war seit 1944 vermißt, beide Ehegatten hatten seither nichts mehr voneinander gehört. * Der Hauptausschuß für Entnazifizierung in Kiel hat den Termin für die erneute Verhandlung gegen den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Hedler ie endgültig auf den 28. Juni festgesetzt. Das Verfahren wurde bisher dreimal vertagt. 23 000 DM vergessen bg Stuttgart, 24. Juni.(Eigenbericht.) An einer Tankstelle an der Autobahn hatte ein Autofahrer seine Aktentasche liegen gelassen, in der sich 23000 DM befanden. Einige Zeit darauf traf der Eigentümer der Tasche bei der Tankstelle ein. Er hatte kurz vor Augsburg den Verlust bemerkt und war sichtlich erleichtert, als er seine Tasche surück erhielt. di Bonn, 24. Juni Von unsere: Bonner Redaktion Lange und eingehend wurde Freitag im Bundestag über die Frage debattiert, ob die deutschen Kinder von heute immer noch mit Bleisoldaten und Tanks spielen sollen oder nicht. Die Redner aller Parteien, mit Ausnahme der Bayernpartei und der Kommunisten, erklärten sich entschieden gegen jedes Kriegsspielzeug, das die Jugend vergifte. Dr. Decker von der Bayernpartei meinte allerdings, die bei uns noch zahlreich herumlaufenden Soldaten und die reichlich gebotenen Paraden seien in ihrer Wirkung auf die Kinder viel gefährlicher als die Bleisoldaten, mit denen schließlich auch die Schweizer Kinder spielten, ohne vom„militaristischen Bazillus“ befallen zu werden. Die Kommunisten gingen so weit, die Frage des„Abbaus der Bleisoldaten“ von der grundsätzlichen Abkehr der Bonner Politik von dem „kriegstreiberischen Kurs der Monopolkapitalisten“ abhängig zu machen, eine Gedankenverbindung, die bei den übrigen Abgeordneten viel Heiterkeit erregte. Das Haus nahm den Antrag des Ausschusses für Angelegenheiten der Inneren Verwaltung an, worin die Bundesregierung ersucht wird, die Herstellung und den Vertrieb von Kriegsspielzeug jeder Art zu verhindern und ferner auf die Alliierten einzuwirken, daß Angehörige der Besatzungstruppen kein solches Spielzeug an deutsche Kinder abgeben. SPO berät in Bonn über Mitarbeit in Straßburg dmt Bonn, 24. Juni. Der neugewählte Parteivorstand der SPD wird am Samstag und Sonntag auf einer Tagung in Bonn zu der Frage einer Beteiligung der SPD an der Europaratsdelegation Stellung nehmen. Die Entscheidung scheint absolut offen zu sein. Zweiter Schritt Trygve Lies Er spricht am 3. Juli in London rs London, 24. Juni. Im Zusammenhang mit dem Bestreben Londons, das Problem der Vertretung Rotchinas in der UNO zu lösen, wird dem bevorstehenden Besuch Trygve Lies und seiner Rede auf der Tagung der englischen Gesellschaft für die Vereinten Nationen große Bedeutung beigemessen. Attlee und zahlreiche prominente Persönlichkeiten der drei Parteien werden an dieser Versammlung teilnehmen. Von Trygve Lies nahestehender Seite verlautet, daß die Rede„eine der wichtigsten“ sein werde. Ausländer für US-Armee 2500 Mann fünf Jahre ausgebildet dmt Washington, 24. Juni. Mit 201 gegen 96 Stimmen beschloß das Repräsentantenhaus, 2390 Ausländer in der amerikanischen Armee aufzunehmen. Nach fünfjähriger Dienstzeit sollen diese die amerikanische Staatsbürgerschaft erwerben. Die Gesetzesvorlage bedarf noch der Zustimmung des Senats, der im vorigen Jahr die Aufnahme von 10000 Ausländern befürwortet hatte. Coburg feiert Aufnahme in Bayern hb Coburg. 24. Juni(Eigenbericht). Am 1. und 2. Juli begeht Coburg die 30-Jahrfeier des Staatsvertrages zwischen Bayern und Coburg, der die Aufnahme der ehemaligen Residenzstedt in den Freistaat Bayern bestimmte. Aus diesem Anlaß wird in Coburg eine Ausstellung unter dem Titel„Oberfränkischer Wirtschaftsspiegel“ stattfinden, die als Leistungsschau und Verkaufsmesse von Industrie und Handwerk aufgezogen wirdDie Ausstellung wird von Dr. Ehard persönlich eröffnet. Senkung der Biersteuer behandelt Auch Ehepaare mit Kindern können in Zukunft adoptiere d1 Bonn, 24. Juni Von unsere: Bonner Redaktion Das Gesetz über die fünfzigprozentige Blersteuersenkung ist nach der ersten Lesung durch den Bundestag an den zuständigen Ausschuß verwiesen worden. Man rechnet damit, daß das Gesetz Anfang Juli verabschiedet wird. Das Finanzministerium wird austimmen, wenn Brauer und Wirte für niedrige Handelsspannen sorgen, damit der Bierpreis fühlbar ermäßigt wird. Ein Antrag der Bayernpartei. als Hillfe für die Künstler 250 000 Mark für den Ankauf von Originalwerken zur Verfügung zu stellen, wurde der Reglerung als Materiel überwiesen. Ein Gesetz über die Annahme eines Kindes an Kindesstatt, das der Bundestag verabschiedete, erleichtert die Adoption von Kindern, die nun bis Ende 1952 auch Ehepaaren mit Kindern möglich ist. Vor der Entscheidung des Amtsgerichts sind Jugendämter und cheliche Kinder über 14 Jahre zu hören. Sudetendeutsche sind über Ulbricht-Reise beunruhigt dmt Bonn, 24. Juni. Führende Kreise der Sudetendeutschen sind über die Reise Ulbrichts nach Prag beunruhigt und vermuten, daß er einen ähnlichen Vertrag wie in Werschau abschließt. Oslzonen Jugend sen jotzrkampien Die FDI stellt weitere„Jugend-Arbeitsbrigaden“ auf gm Berlin, 24. Juni Von unserem Korrespondenten Zur Intensivierung der kommunistischen Propaganda gegen die Westmächte gehört auch eine Anweisung, die die Leitung der FDJ an die Funktionäre herausgegeben hat. Darin heißt es, die breiten Volksmassen und besonders die Jugend sollten darüber aufgeklärt werden, daß es im Falle eines Angriffs die Pflicht des deutschen Volkes und der Jugend sei, gegen den Angreifer zu kämpfen und die Sowjetarmee bei der Herbeiführung des Friedens zu unterstützen. Die Mitglieder der FDJ werden außerdem in die UnterschriftensammJung gegen die Atomwaffe eingespannt und aufgefordert,„bekannte Reaktionäre zu kennzeichnen, die sich weigern, den Appell zu unterzeichnen“. Riehr als bisher müsse die FDJ die Oktoberwahlen vorbereiten helfen. Zu diesem Zweck sind weitere„JugendArbeitsbrigaden“ gebildet worden. Tafarescu auf freiem Fuß! rs Pari s, 24. Juni. Wie von nationalrumänischer Seite verlautet, ist der frühere rumänische Außenminister Tatarescu wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Es waren vor einem Monat einige hundert ehemalige führende Persönlichkeiten in Rumänien verhaftet worden. Ueber den Grund der Freilassung und den Verbleib der übrigen Verhafteten ist nichts bekannt. Europabewegung wünscht nicht nur Bundeslagsabgeordnete dpa Frankfurt, 24. Juni. Das Exekutivkomitee des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung unter Vorsitz von Dr. Eugen Kogon hat sich in einer am Freitag bekanntgewordenen Entschließung an den Bundeskanzler und die Bundestagsfraktion dagegen ausgesprochen, daß nur Bundestagsmitglieder als Delegierte nach Straßburg entsandt werden sollen. Es sei dringend zu wünschen, daß der deutschen Vertretung in der Beratenden Versammlung des Europarates auch Personen angehören, die nicht Bundestagsabgeordnete seien. Die Fraktionen des Bundestages sollten die Möglichkeit haben, dem Bundestag solche Männer und Frauen als Delegierte für Straßburg vorzuschlagen, die die Voraussetzungen für die Wählbarkeit in den Bundestag erfüllen. Schlange-Schöningen machte Besuch im Foreign Office dpa London, 24. Juni. Dr. Hans Schlange-Schöningen, der neue Generalkonsul der Bundesrepublik in London, stattete am Freitagvormittag seinen ersten offiziellen Besuch im britischen Außenministerium ab. Er wurde von Staatsminister Kenneth Younger empfangen. Deutsche Delegation zum Kongreh der Kohleauibereiter vwd Essen, 24. Juni. Als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland auf dem Internationalen Kongreß der Kohleaufbereiter wird sich heute, Sonnabend, eine deutsche Delegation nach Paris begeben. Der Delegationsleiter, Generaldirektor Dr. Kost von der DKBL, der dem Ehrenpräsidium des Kongresses angehört, wird am zweiten Konferenztag den Vorsitz übernehmen. Die Leitung eines großen internationalen technischen Kongresses wird damit zum ersten Mal seit Kriegsende in Händen eines Deutschen liegen. Außer der Bundesrepublik sind auf dem Kongreß die USA, Grobritannien, Frankreich, das Saargebiet, Oesterreich, Holland, Kanada und Südamerika vertreten. Es soll über sechzig Beiträge internationaler Fachwissenschaftler, Forscher und Praktiker beraten werden. BambeigerBischer gegen-Herelassueh „Rebellion gegen die Kirche“— Flugblätter gegen Ordinariat Wasilnigten-Röckeit Aiein Scheims Forschungsarbeiten gehen von neuen Voraussetzungen aus np Washington, 24. Juni. Mit größter Spannung sicht man in den USA dem neuesten Bericht der staatlichen Atomforschung entgegen, der in wenigen Wochen zu erwarten ist. Wie verlautet, wird zum erstenmal das Atomgeheimnis etwas gelüftet, um der amerikanischen Industrie die Möglichkeit zu geben, die Atomenergie auf breiterer Basis als bisher für friedliche Zwecke auszuwerten. Seit dem Smyth-Bericht des Jahres 1945 wird das neue Memorandum die wichtigste Veröffentlichung auf diesem Gebiet sein. Allerdings wird man darin kein Wort über Atomwaffen finden. Von Washington wird außerdem der Vorbehalt gemacht, daß der Inhalt des zu erwartenden Berichts nur begrenzten Umfang haben wird. Dennoch wird er so aufschlußreich sein, daß neben der Industrie auch die Universitäten und die Technischen Hochschulen bei ihren Forschungsarbeiten von vollkommen neuen Voraussetzungen ausgehen können. Insbesondere werden sie in der Die Piafier-smd-Kene-Pulhheiden Bedenken gegen„christliche Filme“— Hilde Körber sprach epd Bad Schwalbach, 24. Juni Auf einer Filmtagung wandte sich der Filmbeauftragte der evangelischen Kirche, Pfarrer Hess, Frankfurt, gegen das Mißverständnis, als könne man das Heilige durch den Film anschaubar machen und einen sogenannten„christlichen Film“ schaffen. Die Kirche stehe den Versuchen eines christlichen Films mit großen Bedenken gegenüber, denn in dem Augenblick, wo das Heilige im Bilde dargestellt werde, verliere es seine eigentliche Substanz. Ein Film werde nicht nur dadurch christlich, daß man in die Handlung einige kultische Szenen einblende oder Pfarrer als Filmhelden auftreten lasse. Die Schauspielerin Hilde Körber schilderte, wie unter dem Druck der wirtschaftlichen Hintergründe der modernen Filmproduktion das Berufsethos des Filmaschauspielers verkümmere. Sie forderte Rückkehr zum menschlichen Ernst in der Filmarbeit. An der Aussprache beteiligten sich u. a. der Ehrenpräsident der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft Kurt Oertel, der Filmregisseur Josef v. Baky, Vertreter der freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, der Filmfachpresse und der Filmkritik. Für den Schlußtag der Filmkonferenz werden Bundesminister Heinemann und Kirchenpräsident Niemöller erwartet. Arnold bei Adenauer dpa Bonn, 24. Juni. Bundesratspräsident Karl Arnold stattete Dr. Adenauer einen Besuch ab. Der Bundeskanzler teilte Arnold mit, daß die Bundesregierung nicht die Absicht habe, in die Rechte und Kompetenzen des Bundesrates einzugreifen. Anlaß gab eine Erklärung des Bundesratspräsidiums, nach der der Bundeskanzler nicht die Teilnahme eines Bundesministers an einer Ausschuß-Sitzung des Bundesrates verhindern könne. Unterrichtete K nehmen an, daß auch über Koalit. sbildung in Nordrhein-Westfalen gesprochen wurde. Lage sein, die in den staatlichen Forschungsstellen gewonnenen Erfahrungen auf dem Gebiete der Atommeiler in die private Praxis zu überführen. Nach einem Regierungsprogramm sollen den Universitäten und Industrien von der staatlichen Atomenergie-Kommission geringe Uran-Mengen zur Verfügung gestellt werden, die zur Plutonium-Erzeugung ausreichen, ohne aber die Herstellung von Atomwaffen zu ermöglichen. Nur solche Forschungsergebnisse sollen bekanntgegeben werden, die bisher schon zwischen den USA, England und Kanada ausgetauscht worden sind. Wenn also auch keine Sensationen zu erwarten sind, so macht man sich doch allein schon wegen der Neuigkeiten über die Atommeiler große Hoffnungen. Gesamideutsche Volkszählung am 13. September dmt Bonn, 24. Juni. Am 13. September werden in der Bundesrepublik und in der ostzonalen demokratischen Republik Bevölkerung, Wohnungen, Gebäude, Arbeitsstätten und landwirtschaftliche Kleinbetriebe gezählt. Die Bevölkerungszunahme der Bundasrepublik durch Geburtenüberschuß, Zuwanderer aus dem Osten und Heimkehrer hat sich verlangsamt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat die Bevölkerung Westdeutschlands um 147 Personen je tausend zugenommen. Im letzten Quartal des Vorjahres betrug die Zunahme 274. Darlehn für die Schitfahrt dl Bonn, 24. Juni. Das Bundeskabinett verabschiedete am Freitag einen Gesetzentwurf über die Darlehensgebung für den Bau und Erwerb von Handelsschiffen, der dem Bundesrat und Bundestag zur schnellsten Beschlußfassung zugeleitet wird. U-Bool mit Sand in den Maschinen dmt London, 24. Juni. Nach einer Mitteilung der britischen Admiralität wurde in den Maschinen des UnterseeBootes„Tally Ho“, das in der Werft von Devonport ausgebessert wird, Sand festgestellt. Man vermutet Sabotage. Die Daimler- Benz AG. hat aus dem Fahrgestell ihres Lastkraftwagens„L 3 500“ einen Sattelschlepper entwickelt, dessen Fertigung bereits aufgenommen hb Fürth, 24. Juni. Von unserem Korrespondenten In einer Predigt in Fürth sprach der Weihbischof von Bamberg, Dr. Landgraf, erneut scharf gegen die Heroldsbacher Erscheinungen. Bekanntlich haben sich die Priester entsprechend dem Verbot der Kirche mit den Heroldsbacher Vorgängen nicht mehr befaßt. Um so aktiver aber seien, so erklärte Dr. Landgraf, LaienOrganisationen dabei, eine Sache zu betreiben, die zum Schaden der Gläubigen, zu Häresie und Schisma führen könne. Die Entwieklung sei heute so weit fortgeschritten, daß es nicht mehr um einen bloßen akademischen Streit um die Echtheit der Erscheinungen gehe, sondern um eine offene Rebellion gegen die Kirche. Zu Hunderttausenden werden Flugblätter verbreitet, in denen tür Heroldsbach Propaganda gemacht und gegen das Ordinariat Stellung genommen wird. Das kirchliche Lehramt hat sich nach genauester Prüfung eindeutig gegen Heroldsbach entschieden und damit die Frage endgültig geklärt. Sturmtlut schwemmt Heuernte auf den Halligen weg dmt Hamburg, 24. Juni. Eine überraschend aufkommende Sturmflut mit einem Hochwasserstand bis zu 2.30 Meter über Normalstand richtete auf den nordfriesischen Halligen am Donnerstag große Schäden an Die gesamte Heuernte des ersten Schnittes wurde weggeschwemmt. Viele Jungvögel der dortigen Vogelschutzgebiete sind umgekommen. Die Sturmflut dauerte sechs Stunden. Schweizer Frauen erhalten kein Wahlrecht dmt Bern, 24. Juni. Mit großer Mehrheit lehnte das schweizer Parlament das Wahlrecht für die Frauen ab. Schon vor zwei Jahren haben sich die schweizer Männer mit großer Mehrheit gegen das Frauenwahlrecht ausgesprochen. Mil Motorrad auf Bettelfahrt bg Karlsruhe, 24 Juni.(Eigenbericht). Im Zentrum der Stadt wurde ein Mann festgenommen, der sich in betrügerischer Weise so hinzusetzen pflegte, daß die Passanten glauben mußten, daß er an beiden Beinen amputiert sei. Bei der Vernehmung ergab sich, daß der Mann im Besitz eines Motorrades war, mit dem er seine Bettelfahrten unternahm. Norwegen gewinnt drei Tonnen reines Uran me Oslo, 24. Juni(Eigenbericht). Nach einer amtlichen Osloer Verlautbarung erfolgt die Urangewinnung in den norwegischen Gruben in Evje im Setestal programmgemäß. Von geologischer Seite wird damit gerechnet, daß Norwegen im Verlaufe von drei Jahren drei Tonnen reines Uran gewinnen wird. Das norwegische Uran soll ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden 00000 des ersten Sümllttes wurde wesge-— schaftlichen Zwecken „Verlchlatz aus ochnfercherlaisen! Kölner Oper gastierte bei den Ruhrtestspielen Dr. F. Recklinghausen, 24. Juni Das Gastspiel der Kölner Oper hat die Bedenken zerstreut, die man dem ersten musikalischen Ereignis der Ruhrfestspiele mit dem„Freischütz“ von Weber in Recklinghausen entgegenbrachte. Herbert Maisch gewann der räumlich begrenzten Bühne vor allem in der Wolfschluchtszene neue Möglichkeiten ab. Diese dunkle Spukwelt mit ihren Geisterbeschwörungen behielt ein dämonisches Gewicht und erreichte mit Hilfe der irrlichterierenden Farben optischer Bildwerfer realistische Eindringlichkeit. Auch ohne Rundhorizont stellte er die übrigen Schaublätze in einen malerischen Rahmen, der von moderner Lebendigkeit der Bewegungen erfüllt war. Seine Jäger und Bauern, seine frischen Gestalten wirkten wie Figurinen eines bunten Märchenalbums. Maisch übersprang mit drängender Energie die Schablone des alten Singspielstils und fand auch im Arrangement darstellerischen Gewinn für die Sänger. Die Chöre führte er nach den Handlungsspuren der Partitur zu aufgelockerten Massenbewegungen, und im Dialog entstaubte er die Prosa von allem falschen Pathos. Auf ähnlichen Bahnen zeigte Richard Kraus eine energische Hand. Auch ohne schwarzen„Balbo-Bart“ glaubte man ihm den dramatischen Antrieb der Handlung, in die immer wieder die romantische Hölle der Visionen einbricht. Trotzdem wich er der Melodieseligkeit der Volkspoesie nicht aus. Er ließ seinem Orchester weiten Spielraum zu schwelgerischem Musizieren. Manchmal allerdings versuchten die Chöre aus den Hürden seiner straff zupackenden Führung auszubrechen, ohne freilich die Sicherheit der Wiedergabe zu gefährden. Kraus ist eine große Hoffnung. Noch stärker wuchs die Agathe, Truc Eipperles, aus dem Ensemble heraus. Ihre klare, frische Stimme wird sich für weitere Festspielereignisse vormerken, und es ist wahrscheinlich, daß man sie eines Tages in Bayreuth als Evchen oder Elisabeth wiederhört. Auch Wilhelm Schirp sang sich als Kaspar mit einem fülligen Baß von diabolischer Schwärze in den Vordergrund. Der weiche schlanke Sopran Else Veiths gab dem Aennchen wenig soubrettenhafte Züge. Trotz aller gesanglichen Schönheiten vermißte man die quirlende Laune dieser Erscheinung. Als Max konnte Wilhelm Otto wenig überzeugen. Sein Tenor besaß selten die Leuchtkraft und die dramatische Durchsatzkraft, die diese allerdings oft tückische Partie verlangt. Beste Provinz: der Ottokar von Robert Blasius, der Kuno Anton Germans sowie der Kilian Felix Knäppers. Walter. Gondolfs Bühnenbild fand sich mit den wenig großzügigen Gegebenheiten des Recklinghauser Hauses in künstlerisch gebändigten Bildern zurecht. Das nicht mehr ganz so festlich wie bei der Eröffnung eingerichtete Publikum spendete schon zwischen den Akten herzlichen Beifall. Dr. Julius Friedrich. Weilerbericht Westdeutschland steht weiterhin unter dem Einfluß eines Tiefs, das Regenschauer auslöst. Rebellische Herzogin von Valencia in der Haft Gefängnispritsche quälte Herzogin Innenpolitischer Feind Nr. 1—„Sie haben Angst vor mir“ Unser C. F.-Korrespondent hatte in Madrid Gelegenheit, die Herzogin von Valencia, eine scharfe Gegnerin Francos, die schon zweimal im Gefängnis saß und einmal in ein Arbeitslager eingeliefert wurde, nach ihrer neuerlichen Verhafti i werdene ef Madrid, im Juni. In einem cremefarbenen Seidenhemd und roten Kniehosen ernfing mich die Herzogin von Valencia, Frencos innenpolitischer Feind Nr. 1, in ihrer Madrider Wohnung. Während sie mir entgegen kam, leuchtete ihr tizianrotes Haar im Schein der Kronlelichter auf Wenige Stunden vorher hatte sie wegen Hochverrats einer Gefängnistrafe von 8 Jahren entgegengesehen. Ihr Fall war von einem Militärtribunal, das aus drei Generalen bestand, niedergeschlagen worden. Aber vor dem Prozeß hatte die aufrührerische Herzogin 49 Tage harter Haft durchmachen müssen. Würde sie jetzt, so fragte ich mich, berett sein, ihren Kampf gegen den Mann, der nach ihrer Ansicht ein Usurpator ist, aufzugeben und sich mit ihm zu vertragen? Oder würde sie, fast mit gebundenen Händen, weiterkämpfen für die Rückkehr ihres Helden Don Juan, als König von Spanien! Halb hatte ich erwartet, eine langweiAge Fanatikerin anzutreffen, eine Frau, der es Spaß macht, verfolgt zu werden und in aller Munde zu sein. Das hätte mir eine Erklärung gegeben für die Kampagne, die diese Frau führt, um den Diktator aus dem Lande zu treiben— mit Flugblättern, die in Cafés und Kinos verteilt wurden„mit Studenten-Streiks und Plakaten mit der Parole„Nieder mit Franco!“ Maria erwartet ein Ständchen Aber Maria Luisa, die 35jährige Herzogin von Valencia, Marquise von Carthago, Gräfin von Canada Alta usw. ist eine zarte, anmutige Schönheit, eine Frau, welche die angenehmen Dinge des Lebens durchaus zu schätzen weiß. Heute nacht wird sie sich in ihrem seidenen Pyjama wohlig in ihrem weichen, mit Kronen bestickten Bett ausstrecken und froh sein, daß die harte Gefängnispritsche sie nicht mehr drückt. Sie wird noch lange lesen— Gedichte oder Wirtschaftsberichte— und im Stillen hoffen, daß ihr dann, wenn der Polizist an der Ecke sich verzogen hat, junge Männer ein Ständchen bringen. „Sie werden meine Freilassung feiern“, sagte sie fröhlich.„Das tun sie jedesmal. ich brauche jetzt aber einmal richtige Ferten. Ich werde in meinen Palast bei Avila zieben und mich mästen lassen. Sehen Sie“, rief sie und streckte mir ihren zarten, weißen Arm entgegen,„dieses Armband trug ich früher am Handgelenk. Jetzt geht es mir über den Ellbogen. 25 Pfund habe ich in diesem abscheulichen Gefängnis abgenommen.“ „Natürlich kämpfe ich weiter.. Ich fragte sie, was sie in Zukunft tun würde. Sie lächelte.„Der Prozeß war eine Ueberraschung“, sagte sie.„Erst all die Vorbereitungen, und dann mußten sie mich laufen lassen. Ich werde Ihnen sagen, warum: sie haben Angst vor mir. Als ich festgenommen wurde, protestierten Don Juan und der Vatikan. Der Rat der Granden— die Vornehmsten Spaniens— ist auf meiner Seite. Er entsandte seinen Generalsekretär, den Grafen Guaqui, als Beobachter zu dem Prozeß.“ Maria Luisa hat einen großen Teil ihres 12-Millionen-Vermögens, das ihre Mutter ihr hinterließ, für ihren Kampf gebraucht mit dem sie Don Juan in den Estoril zurückbringen möchte. Die Partei, die sie gegründet hat und führt, ist die Speerspitze aller monarchistischen Gruppen in Spanien. Die anderen reden und planen. Sie aber handelt. „Ob ich weitermache? Natürlich werde ich weitermachen! Bis der König wieder auf dem Thron sitzt. Das ist die einzige Möglichkeit für Spanien, wieder Frieden zu finden.“ Die Schildkröte und Franco Aus dem Nebenzimmer kam eine Dohle angeflattert und setzte sich ihr auf die Schulter.„Sag dem Herrn„Guten Tag““, rief die Herzogin, und die Dohle begrüßte mich freundlich.„Ich habe auch eine Schildkröte, die kommt, wenn ich sie rufe. Aber ihren Namen werde ich Ihnen nicht verraten. Es wäre eine Unhöflichkeit gegenüber dem Regime.“ Maria Luisa lachte. Diese Bemerkung war natürlich, wie üblich, auf Franco gemünzt. Jetzt verstehe ich, warum Don Juan, dessen Porträt an der Wand ihres Salons prangt, seinem im Exil lebenden Hof zurief:„Das ist eine Frau für euch. Wenn wir in Spanien ein Dutzend Männer von ihrem Kaliber hätten, würde ich morgen in Madrid sein.“ Die Herzogin schätzt keine Geheimnistuerei. Während ich diesen Bericht durchtelefoniere, liegt eine 20 Seiten lange Schrift vor mir, in der Francos Fehler analysiert werden. Auf jeder Seite steht in roter Tinte der Schriftzug„Die Herzogin von Valencia“. Ein sellsamer Prozeh Natürlich heischt auch im heutigen Spanien eine Reihe von Besitzungen und Titeln noch Respekt. So fand der Prozeß gegen die Herzogin in einem Salon statt. Der Staatsanwalt hielt der Herzogin vor, daß sie„das Prestige der Behörden schädige". Die Gefangene, in einem cleganten, enganliegenden Kleid, lächelte hochmütis.„ Der Staatsanwait fünrte Beschwerde über die„äußere Verachtung, die von Ihrer Exzellenz für die wohlwollende Einstellung des Regimes zur Ihrer Gnaden zahlreichen Verstößen wider das Gesetz gezeigt würde“.— Die Gefangene lächelte wiederum und nickte bestätigend. Offlziell war die Herzogin diesesmal, — sie war schon zweimal im Gefängnis und einmal in einem Arbeitslager, wo sie aus Kommunisten Anhänger Don Juans machte— wegen Anti-Franco-Propaganda angeklagt worden. Der Gerichtshof hatte es ziemlich eilig. Während der Präsident dauernd nach der Uhr sah, protestierte der Ankläger dagegen, daß die Herzogin die„Unterstützung von Leuten außerhalb Spaniens“ gesucht habe. Das schien sich auf einen Brief zu beziehen, den 175 Monarchisten an den amerikanischen Außenminister Dean Acheson schickten und in dem sie forderten, daß die für Franco so verzweifelt nötige Dollarhilfe zurückgehalten werden sollte. Nur sieben Minuten lang durfte der Staatsanwalt reden. Als man die Herzogin aufforderte zu sprechen, erklärte sie mi leiser Stimme, daß sie wirklich nichts zu sagen habe. Ein weiteres Verhör fand nicht statt. Um Demonstrationen zu vermeiden, wurde das Publikum vor der Verkündung des Urteils aus dem gewiesen. Der Spruch lautete:„Verfahren niedergeschlagen wegen Mangels an Beweisen“. Sprecherin underes Gewlssene In den Salons tuschelt man darüber, was die Herzogin nun unternehmen wird. „Sie wird uns manchmal wirklich ungemütlich“, sagte man mir.„Sie ist die Sprecherin unseres Gewissens geworden. Maria Luisa huldigt bedenkenlos dem aristokratischen Grundsatz, zu tun, was sie für recht hält, ohne nach dem Risiko zu fragen. Tatsächlich wünscht ja der gesamte Adel, daß der König zurückkehrt. aber Sie wissen ja..“ Ich fragte einen Frenco-Beamten, ob man der Herzogin gestatten würde, ins Ausland zu reisen. Das glaubte er nicht. „Es sei denn“, fügte er gewitzt hinzu, „daß sie verspricht, für immer ihre polltische Aktivität aufzugeben und niemals nach Spanien zurückzukehren.“ 75 1 88. Jahrgang SCHWERTER ZEITUNG Aus UNSERER HEIMAT: Piändwerk, Tradition und Lebenskunst Das Wandgemälde in der„Glocke“ und sein Schöpfer Schwerte Schwerte. Wir besuchten die alten Meister der Malerinnung, die in diesen Tagen ihr 50jähriges Jubelfest feiert. Wir wollten zu den Quellen gehen, um I4 □ 4a111, das Geheimnis ihrer Lebensgestaltung Unbekummert und troniicl zu Ainden: Es war die Gemeinschaft. Ob Regen oder Sonnenschein, immer sitzt sie auf der First des Nachbarhauses. Die Amsel hat ihren bestimmten Platz. Morgens früh schon und abends spät singt sie ihr fröhliches Liedchen. Könnten wir doch einmal so unbekümmert sein wie dieser Vogel, der keine Nahrungssorge kennt. Er lebt ganz der Stunde, in der er jubiliert. Sind wir Menschen nicht allzu sehr ein Stimmungsbarometer? Wir lassen uns von den äußeren Verhältnissen beeindrucken, ja, oft auch entmutigen. Dieser Vogel singt nicht nur, er hilft uns auch in Feld und Garten. Und wenn er mal von den Beeren nascht oder junge Salatpflänzchen aus der Erde zupft, so wollen wir ihm das nicht zu sehr verargen. Den Schaden, den er anrichtet, gleicht er wieder aus durch seine Nützlichkeit und durch seinen Gesang, mit dem er unser oft getrübtes Dasein erhellt. * Wir wissen noch, daß man der Amsel schon mal ernste Fehde angekündigt hatte. Im Ernste dachte aber wohl kaum ein Vogelfreund daran, ihr nachzustellen. Ist nicht gerade sie besonders zutraulich? Sie kommt ganz in die Nähe unserer Behausung, um von der Schönheit der freien, schönen Natur zu künden. pf. Deutscher Liedertag Schwerte. Am Sonntag, dem 25. Juni, wird der Deutsche Sängerbund erstmalig wieder nach dem Kriege den„Tag des Deutschen Liedes“ begehen. Der Präsident des SGB, Oberstudiendirektor Anton Pesch, hat alle Chöre in Stadt und Land aufgerufen, diesen Tag durch Singen im Freien zur Werbung für das deutsche Lied zu benutzen. Das Volkslied muß wieder den Platz im Leben unseres Volkes einnehmen, der ihm gebührt. Aus diesem Grunde haben alle Männerchöre der Stadt Schwerte den Beschluß gefaßt, den Tag des Liedes in würdiger Form zu begehen. Vor dem Neuen Rathaus in Schwerte werden sechs Volkslieder im Massenchor unter der Leitung des Musikdirektors Wilhelm Bitter gesungen. Unsere Mitbürger werden sich überzeugen müssen, daß die Pflege des Volksliedes bei den Schwerter Männergesangvereinen in guter Hand ist. Darum am Sonntag, 19 Uhr, hinaus zu der Veranstaltung am Rathaus, die unter dem Leitgedanken steht:„Das Volkslied muß wieder unter das Volk!“ Für Kriegsbeschädigte mit Tbe. Kriegsbeschädigte, die sich eine schwere Tbe-Erkrankung zugezogen haben und in Anstalten untergebracht sind, werden aufgefordert, sich persönlich oder schriftlich in den Kreisgeschäftsstellen zu melden. Der Bundesvorstand des Reichsbundes in Hamburg beabsichtigt, für diese Gruppe der Schwerbeschädigten eine Sonderaktion zu starten. So pflegten sie die Tradition Dies Gemeinsame aber ging weit über das Handwerkliche hinaus. Sie nahmen etwas von diesem mit auch in die Feierstunden des Alltags, wenn man sich zu heiterem Umtrunk im Stammlokal der Gilde einfand. So taucht in den Gesprächen der alten Schwerter Malermeister immer wieder der Name Karl Jungesbluth auf, in dessen Räumen sie die mittelalterliche Tradition pflegten, die ihrem Leben die Würze zu geben vermochte, von der sie noch heute zehren. In froher Runde saß man hier nach Feierabend zusammen, plauderte vom Tagesgeschehen, von den guten alten Zeiten und ließ dabei die Kanne tüchtig kreisen. Eine interessante Erinnerung So erzählen die Meister, und so finden wir es bestätigt auf dem Wandgemälde der„Glocke“(heute Kappert). Ein Kreis lustiger Zecher, ohne Standesunterschied, in der bunten Tracht des Mittelalters, mit aufgeplundertem und geschlitztem Wams, federgeschmücktem Barett und einer gewaltigen Kanne. Sie alle aber sind Schwerter Bürger der neunziger Jahre: Julius Böcker, Grischy, Neubert, Esser, vom Steg. Sie sitzen um einen schweren Eichentisch auf dem kleinen Balkon eines Hauses am Rande unserer Stadt, denn im Hintergrund glaubt man, noch die Straße zum Freischütz erkennen zu können. Aber auch die Wirtsleute Jungesbluth wurden nicht vergessen. Auf der Ofenbank sitzt züchtig die Hausfrau, während der Wirt und Maler bemüht ist, den Durst seiner Gäste mit einer neuen Kanne zu stillen. Der fünfjährige Sohn des Hauses sitzt auf den Stufen des Balkons, zu Füßen der Zechenden, und schaut seiner Schwester Aenne zu, die mit dem Gesellen des Vaters ein Tänzchen wagt. Aus dem Gesellen wurde ein Professor trugen ein Spruchband mit heitren Versen, die sich auf die dargestellten Personen bezogen. Die originelle Idee So bewundern wir heute die Kunst des Malers, die aus der handwerklichen Tradition unserer Heimatstadt hervorgegangen ist. Vielleicht ist es deshalb gar nicht so abwegig zu behaupten, daß der Künstler sein Motiv: die Schilderung seiner Mitbürger in mittelalterlicher Umgebung, bewußt so wählte, weil er als Künstler wie kein anderer fühlen und erkennen mußte, wie sehr Handel und Wandel seiner Zeit noch traditionsbewußt war, ohne dabei kleinbürgerlich, spießbürgerlich zu sein. Der Rhythmus eines geordneten Daseins Die Menschheit von heute sucht mehr als Friede und mehr als Sorglosigkeit, sie sucht einen Sinn für ihr Dasein und für alle Form, in der sich dieser Sinn entfaltet. Die Kulturen, die wie Gotik und Barock noch einen allen gemeinsamen Lebensstil schufen, sind dahin. Heimatlos aber irren alle, denen Norm und Form verloren gegangen sind. Nun begreift man ganz neu, was man früher achtlos am Wege ließ. Man staunt über die Gilden- und Stadtgemeinschaften, die so bewundernswert sind in ihrer Anneren Sicherheit, so wohlgeformt im Rhythmus eines geordneten Daseins, so tief durchseelt vom Geheimnis eines Tuns. In der Tat, mögen sie auch wunderliche Menschen gewesen sein, das Geheimnis der Lebensgestaltung haben sie gehabt. Aus welchen Voraussetzungen ist es erwachsen? Welche Lebensgesetze lassen sich darin nachweisen? Was ist das Ueberzeitliche an dieser Erscheinung, die uns heute überlebt dünkt? Gehen wir zu den Quellen, besuchen wir die Zeugen ihrer Zeit, fragen wir, studieren wir, vielleicht daß uns Antwort werde auf die großen Fragen nach der verlorenen Lebenskunst.-hl. Die gesprochene Zeitung Publikationen auf der Kanzel Dieser Geselle aber ist der Maler dieses Bildes selbst, der spätere Düsseldorfer Kirchenmaler, Professor Rüther. Sind die Farben im Laufe der Zeit auch nachgedunkelt und zum Teil verblaßt, so zeigt sich dennoch die große Kunst des damals noch sehr jungen Malers. Ueber allem liegt eine gewisse bürgerliche Ruhe, die aber durchleuchtet wird von einer listigen Heiterkeit im Schmunzeln der Zecher und dem graziösen Schwung der Tanzenden. Es pulst das Leben jener Tage in diesen Farben und Figuren, das Lächelnkönnen über sich selbst und seine Mitmenschen. Dieser letzte Eindruck wird noch bestärkt durch ein Bild auf der gegenüberliegenden Wand. Durch ein Fenster muß der Weinreisende Schmidt zuschauen. Er kam immer zu spät zum Stammtisch, und in heitrer Bosheit hat ihn der Maler auch in diesem Falle mit leerem Glase zuschauen lassen. Andere Bilder des Künstlers im selben Lokale sind leider im Laufe der Zeit verfallen. Auch sie stellten Schwerter Bürger dar und Schwerte. Was es für uns Menschen von heute bedeutet, plötzlich ganz ohne Zeitung zu leben, haben wir in den ersten Monaten nach dem Zusammenbruch erfahren. Diese zeitungslosen Monate ließen unser an sich trostloses Dasein noch trostloser erscheinen. Doch dieser Zustand gehört nun der Vergangenheit an. Es rauscht wieder im„Blätterwald“. Vor 200 Jahren war alles anders Können wir uns vorstellen, daß es eine Zeit gab, in der die Menschen überhaupt keine Zeitung kannten? Wir brauchen nur etwa 200 Jahre zurückdenken. Damals wurden auch in unserer Heimat Anzeigen und Regierungsverfügungen sonntags von den Pfarrarn auf der Kanzel verkündet oder am Rathaus bzw. Gemeindeamt angeschlagen. Es gab also noch keine Stimme der öffentlichen Meinung. Mit dem Intelligenz-Zettel fing es an Im Jahre 1791 erschien wöchentlich zweimal der auf Staatskosten gegründete„Duisburger Adressen- und Intelligenz-Zettel“. Damit hatte in Westdeutschland die Geburtsstunde der ersten Zeitung geschlagen. Daneben folgte bald darauf die„Lippstädter Zeitung" und später In Cleve der „Courier du Bas-Rhin“ in französischer Sprache. Ein umständlicher Titel Es war in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts, als auch in der benachbarten freien Reichsstadt Dortmund eine Zeitung das Licht der Welt erblickte. Sie trug einen etwas umständlichen Titel:„Dortmundische vermischte Zeitung von Kriegs- und Staatssachen.“ Die Existenz dieses wöchentlich zweimal erscheinenden Blattes war allerdings von kurzer Dauer. und sich„Rheinisch-Westfälische Zeitung“ nannte. Hofrat Bährens war Mitarbeiter Noch im gleichen Jahre gab der Ratsherr Dr. Arnold Mallinckrodt in eigener Druckerei den„Westfälischen Anzeiger“ heraus. Er war der erste Dortmunder Zeitungsverleger und auch Begründer der Vierteljahresschrift„Magazin von und für Dortmund.“ Hierbei standen ihm Westfalens beste Kräfte— so auch der bekannte und unvergessene Hofrat Bährens aus Schwerte— als Mitarbeiter zur Seite. Während der Zeit der französischen Besatzung erschienen bis zum Jahre 1813 in Dortmund wöchentlich zweimal die„Nachrichten des Ruhrdepartements.“ Dann hatte auch Schwerte seine Zeitung Und in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hatte auch Schwerte seine eigene Zeitung. Im Jahre 1868 erschien erstmalig die„Schwerter Zeitung“. Sie war und ist auch heute noch für den Menschen, dem die Heimat wirklich etwas bedeutet, dem Treue zu angestammter Vätersitte keine leere Phrase sind, eine unentbehrliche Begleiterin. pf. Um 1799 erschienen in Essen die„Allgemeinen politischen Nachrichten“, aus der sich später die„Essener Zeitung“ entwickelte, die sich mit der in Dortmund vorhandenen Zeitung vereinigte Sonnabend, den 24. Juni 1930 Politik— einmal anders Schwerte. Kommt da ein Mann, der erst kürzlich aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, die Hüsingstraße herunter. Vor der Bank begegnen ihm zwei bekannte Frauen. Sie freuen sich über seine Heimkehr und fragen ihn nach seinen Erlebnissen im „Arbeiterparadies“. Man kommt ins Gespräch, der Mann erzählt, es bleiben noch einige interessierte Frauen stehen. Darunter eine, die sich nicht enthalten kann, zu bemerken:„Den hätte man auch lieber in der Sowjetunion zurückbehalten sollen, jetzt ist wieder einer mehr da, der die Unwahrheit über Rußland spricht“.— Worauf die beiden zuerst gekommenen Frauen diese ihre Geschlechtsgenossin ergriffen und verprügelten. Diese Aeußerung ist unverständlich, aber Tatsache. Man sollte derjenigen, die sie tat, aus den Mitteln irgendeiner Partei das Reisegeld von Schwerte bis Moskau zur Verfügung stellen! Mehr kann man dazu nicht sagen. Silbernes Ehejubiläum Schwerte. Die allseits geschätzten Mitbürger Carl Feit und seine Gattin Hanny geb. Schnapp konnten am Freitag, dem 23. Juni, das schöne Fest der „Silbernen Hochzeit“ begehen. Dem Jubelpaar nachträglich unsern herzlichen Glückwunsch! 25 Jahre Frauenhilfe Schwerte-Ost. Die Evgl. Frauenhilfe Schwerte-Ost kann auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß ist am Sonntag, dem 25. Juni, 9.30 Uhr, ein Festgottesdienst in der St. Viktorkirche. Für den Nachmittag, 16 Uhr, ist eine Nachfeier im EAW-Kasino vorgesehen. Die Pferde gingen durch Schwerte. Von der Iserlohner Straße kommend, befand sichein hoch mit Heu beladener Ackerwagen in der Höhe des Hauses Landmann, als ein Lastauto die Brückstraße herunterfuhr. Die Pferde scheuten und zogen den schweren Wagen im Augenblick auf den Bürgersteig. Vor der Hauswand kam das Gefährt zum Stehen, ein Pferd brach zusammen. Personenschaden entstand nicht. Kunstfreudige Jugend stellt im Ruhrtalmuseum aus Schwerte. Der Kulturausschuß der Stadt Schwerte wird am 1. Juli eine Ausstellungsreihe im Ruhrtalmuseum beginnen, die Eltern und Lehrer in das Aufgaben- und Arbeitsgebiet der neuzeitlichen Kunsterziehung einführen soll. Die erste Ausstellung mit Arbeiten aus dem Kunstunterricht der Unterstufe in der Oberschule für Mädchen spricht den oben erwähnten Personenkreis an und will versuchen, Eltern und Erzieher mit den bildhaften Ausdrucksmöglichkeiten bekannt zu machen, die, aus der Körper-Geist-Seele-Einheit unserer Kinder geschaffen, tiefe Einblicke In die Welt des Kindes vermitteln wird. Die Eröffnung der Ausstellung beginnt um 18 Uhr. Seinen Verletzungen erlegen Schwerte. Wie wir schon berichteten, wurde am Wahlsonntag auf der Hörder Straße ein Radfahrer von einem PKW erfaßt und zu Boden geschleudert. Der Verunglückte wurde mit schweren Rippenbrüchen in das Marienhospital eingeliefert, wo er am Mittwochnachmittag seinen Verletzungen erlag. Einbrecher gefaßt Schwerte. Im Monat April wurden bei einem Einbruchsdiebstahl in Bürenbruch Lebensmittel, Wäsche und Bargeld entwendet. Der Schwerter Kriminalpolizei gelang es, auf Grund ihrer Ermittlungen die Täter ausfindig zu machen. Die Diebe, zwei Burschen im Alter von 20—22 Jahren, wurden Donnerstag bei der Rückkehr von einer Reise auf dem Schwerter Bahnhof verhaftet und dem Hagener Untersuchungsrichter vorgeführt. Ein Teil des Diebesgutes konnte sichergestellt werden. Herausgeber und alleiniger Inhaber: Hans Linner. Verlag Schwerter Zeitung Hans Linner vorm. Carl Braus. Schriftleitung: Heinr. Schwarzkopf. Druck: Verlagsdruckerei Hans Linner vorm. Carl Braus. Verlagsleitung: Hans Linner, Schwerte. Ruf 2770. U SooTeT SERZEEEEEEEEUTE K Farbenpracht am Himmel Schwerte. Eine zwar nicht sehr seltene, aber sehr schöne Naturerscheinung ist der Regenbogen. Ein solcher von außergewöhnlicher Schönheit überspannte in den Abendstunden des 22. Juni unsere Stadt. Etwa fünf Minuten lang konnte er in seiner ganzen Pracht beobachtet werden, dann verblaßte er allmählich. Begleitet war er von einem zweiten, einem sog. Nebenbogen, der blasser war, aber immer noch so vielfarbig und breit, wie es die Regenbogen neist sind. Der Hauptbogen aber zeigte in einer ungewöhnlichen Breite alle Farben, die möglich sind. Da war zunächst das Rot. Man sieht es bei fast jedem Regenbogen. Auch Orange, Gelb, Grün, Blau und— ganz schmal— der violette Streifen am Innenrand. Von halb Acht Uhr bis zwanzig vor Acht war er gut zu erkennen. Der zweite, konzentrisch zum ersten, verblaßte rascher. Man sah ihn halbkreisförmig in der Nähe der St. Viktorkirche. Was ist eigentlich ein Regenbogen? So lautet die Frage, die oft gestellt wird. Er entsteht, wenn während eines Regenfalles die Sonne auf die Regenwand scheint, dabei aber im Rücken des Betrachters steht. Das Sonnenlicht bricht sich in den Regentropfen und so entstehen durch diese Brechung die verschiedenen Farben. Alle Verschiedenheiten in Größe und Breite, in Farbenfolge und Leuchtkraft des Regenbogens hängen von der Größe der Regentropfen ab, die bis zu 2 mm Durchmesser ansteigen kann. So ist es also mit dem Regenbogen, Man kann genau erklären, wie er entsteht— und doch ist er, wenn er sich wunderbar farbig über uns spannt, ein zauberhaftes Bild, wie es uns herrlicher kein Traum vorgaukeln kann.-er Das Handwerk hat nichts damit zu tun Schwerte. Wir haben festgestellt, daß sich in den letzten Tagen im hiesigen Bezirk Vertreter darum bemühen, Messingschilder als sogenannte„Meisterschilder des Handwerks“ abzusetzen. Vielfach berufen sich die Verkäufer auf die Empfehlung der Beruforganisation. Wir möchten ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß es sich hierbei um eine rein private Angelegenheit handelt und die Handwerksorganisationen diese Aktion in keiner Weise unterstützen. Aus der evgl. Gemeinde Schwerte. In der evgl. Gemeinde wurden getauft: Wilfried Piek, Renate Gertrud Klimasch, Hartmut Herbert Spänig, Gabriele Elisabeth Schwarz, Zeeuwi Gang, Ursula Selma Wagner, Brigitte Brenne. * Getraut wurden: Friedrich Kienitz ur. Frieda Ohlsen, Helmut Straus und Maria Urhahn, Helmut Bartmann und Gertrud Voß, Heinz Würtz und Ruth Schwalbach, Werner Schmidt und Lieselotte Schulze, Ernst Sawatzki und Margarete Wallrabe. Aus den Amtern Westhofen und Ergste Bänger gegen Fußballer auf dem Rasen in Westhofen Anläßlich des Tages des Deutschen Liedes ist der Männerchor Westhofen 1834 sehr aktiv. Auf dem Sportplatz „Amtswiese“ werden die Sänger am kommenden Sonntagnachmittag groß in Aktion treten. Im Treffen für Fußball trifft die Fußballmannschaft der Sänger unter dem Namen„Alte Aktive des Männerchors Westhofen“ auf die Alte-Herren-Mannschaft des VIB Westhofen. Das Treffen im Jahre 1949 gewannen die offiziellen Fußballer recht knapp mit 4:2 Toren. Umrahmt wird dieses Fußballspiel durch Liedvorträge des Männerchors Westhofen unter Leitung seines Dirigenten P. Krämer(Hagen) und des Kinderchors Westhofen unter Leitung von Frl. Davidis. Wünschen wir also den Westhofener Sängern viel Sonnenschein und einen guten Besuch. Der Reinertrag der Veranstaltung ist für wohltätige Zwerke bestimmt. Es starben in der Gemeinde: Ehefrau Maria Möller, 63 Jahre; Inv. Adam Prinz, 81 Jahre; Wwe. Math. Brune. 74 Jahre; Fabrikant Alfred Scheidt, 59 Jahre; Wwe. Anna Theile, Villigst, 86 Jahre; Frl. Ida Pause, Villigst, 53 Jahre; Wir gratulieren Wandhofen. Am 20. Juni vollendete Frau Wwe. Emma Bücker, Dorfstraße 3a, ihr 78. Lebensjahr. Die allseits geschätzte Mitbürgerin, die noch regelmäßig ihrer Gartenarbeit nachgeht, erfreut sich noch bester Gesundheit. Nachträglich unsern herzlichsten Glückwunsch! Meister Reinekes Ende Ergste. Da spricht der Mensch von der Schlauheit des Fuchses. Ist er es wirklich, der Meister Reineke? Was wissen wir überhaupt von ihm? Der Fuchs gehört zur Gruppe der hundeartigen Raubtiere. Er. wohnt in selbstgegrabenen Bauen, nährt sich von Wirbeltieren, Kleingetier und verschmäht auch die pflanzliche Kost nicht. Doch wissen wir auch, daß er ein gefährlicher Räuber ist. Nicht nur, daß er viel Nutzwild vernichtet, er wagt sich auch mit List und Tücke in die Nähe menschlicher Behausungen. Und das nicht nur bei Nacht und Nebel. Bange ist er jedenfalls nicht, wenn auch ein wenig scheu. Doch so ein Tagesspaziergang ist Meister Reineke kürzlich in Ergste schlecht bekommen. Wir berichteten darüber, daß er in einer Nacht aus einer Geflügelfarm mitten im Dorfe 23 Hühner gestohlen oder getötet hatte. Den Weg kannte er nun, und daß dort reiche Beute auf ihn wartete, hatte er wohl auch begriffen. Nur war die Rechnung ohne den Geschädigten gemacht. Man vermutete, daß der Fuchs nicht widerstehen könne, da hier die„Trauben“ nicht hoch hingen und deshalb auch wohl nicht zu„sauer“ waren. Aber es war ein Wagnis, so einfach am helllichten Tage in die Hühnerfarm einzuschleichen. Und dieser Spaziergang wurde ihm tatsächlich zum Verhängnis. Schon lockte die Beute. Gerade wollte Reineke zupacken, da wars auch schon um ihn geschehen. Klapp, sagte es. Das Füchlein saß mit einem Läufer in der Falle. Das sah ein Junge, der zufällig des Weges kam. Er schlug sogleich Alarm. Bald wurde unbarmherzig auf den Räuber eingeschlagen, bis dieser So endete Reinekes leister Ausflug. Er war zwar frech genug, aber seine Schlauheit reichte nicht aus, um zeitig genug die Gefahr zu erkennen. pf. Sonnenwendfeier auf dem Bürenbruch Ergste. Der Ortsausschuß für Jugendpflege im Amtsbezirk Ergste wird, wie wir bereits meldeten, am 24. Juni die schon lange geplante Sommersonnenwendfeier auf dem Bürenbrucher Sportplatz durchführen. Es ist dieses das erste Mal, daß sich alle Jugendgruppen eines Amtsbezirkes in diesem Rahmen zusammenfinden. Nach einem einleitenden Posaunenvortrag des CVIM Ergste und einem gemeinsamen Lied„Kommt, ihr Gespielen“, wird Amtsdirektor Dresing die Begrüßungsansprache halten. Anschließend werden dann die sportlichen Mannschaftskämpfe, wie Tauziehen, Völkerballspiel, Staffelwettbewerbe usw., absolviert. Jede Mannschaft,(d. h. jede Jugendgruppe) wird dabei bestrebt sein, eine Siegerauszeichnung zu erringen. Der sportliche Teil dieser Feier, der unter der Gesamtleitung vom Spfr. H. Reininghaus(SSC Ergste 12) stehen wird, wird durch eine„Bunte Wiese“ aller Teilnehmer abgeschlossen werden. Nach weiteren Lied- und Posaunenvorträgen wird der Vorsitzende des Ortsausschusses, Hauptlehrer Schulte, Ergste, die Siegerehrung vornehmen. Fünf Fackelträger werden dann das Sonnenwendfeuer entzünden und die Feiergemeinschaft wird gemeinsam das Westfalenlied singen. Weitere Posaunenvorträge und gemeinsame Feuerlieder, sowie Sprechchöre usw. werden der Feier die nötige Umrahmung geben. Höhepunkt wird die Feuerrede des Bezirksjugendpflegers Clemens Busch, Arnsberg, werden. In Sternform werden die einzelnen Gruppen wieder abwandern und somit diese eindrucksvolle Feier beenden. Alle Jugendgruppen der benachbarten Ortsausschüsse Schwerte, Westhofen, Letmathe und Hohenlimburg sind eingeladen worden, um diese Sonnenwendfeier nicht nur der Jugend aus dem Amt Ergste, sondern auch darüber hinaus allen zu einem Erlebnis werden zu lassen. Tveffen ebemallger Schülerinnen Schwerte. Wie wir berichteten, findet am Samstag, dem 1. Juli, ein Treffen ehemaliger Schülerinnen des Lyzeums statt. Dieses Treffen wird aber nicht, wie zunächst gemeldet, in der Bahnhofsgaststätte stattfinden, sondern in der Gaststätte Stens, Bahnhofstraße. Die Umdisponierung wurde erforderlich, weil der Raum in der Bahnhofsgaststätte für die vielen Interessentinnen wahrscheinlich nicht ausreicht. Mit dem DRK ins Grüne Schwerte. Der Frauenverein des Deutschen Roten Kreuzes will, wie es im Frieden Tradition geworden ist, auch in diesem Jahr seinen großen Sommerausflug per Omnibus durchführen. Und zwar soll die Fahrt durch die Täler und Höhen des Sauerlandes gehen. Das Ziel werden die Talsperren sein, d. h. die Glörtalsperre, die Sorpetalsperre, dann die Versetalsperre. Durch das Hönnetal wird die Fahrt zurückführen. Abfahrt am Donnerstag, 6. Juli, früh 8 Uhr vom Postplatz. Die Tour wird den ganzen Tag dauern. Unterwegs kann eingekehrt werden, es kann aber auch von mitgenommenen Voräten gezehrt werden. Das steht jedem frei. Die Fahrtkosten betragen 5.— DM. Man kann sich noch bis Mittwoch, 28. Juni, bei Frau Möller, Hörder Straße, anmelden. Bei der Anmeldung ist die Hälfte des Fahrpreises zu entrichten, eine Fontrollmaßnahme, die sicher auf volles Verständnis stoßen wird. Die Fahrt, zu der sich schon eine Anzahl fröhlicher Mitglieder des Frauenvereins gemeldet haben, dürfte, vor allem wenn sich das Wetter bis dahin wieder auf seine Verpflichtungen dem Juli gegenüber besinnt, ein voller Erfolg werden. Wir gratulieren Schwerte. Der Rentner Gustav Hosang. Hörder Straße 66, wird am 27. Juni 71 Jahre alt. Dem noch rüstigen und„allseits geschätzten Mitbürger herzlichen Glückwunsch! Die Gottesdienstordnung Sonntag, 25. Juni Evgl. Gemeinde Schwerte(St. Viktorkirche): 8 Uhr Pfr. Wilhelmsmeyer; 9.30 Uhr Festgottesdienst zum 25jährigen Jubiläum der Frauenhilfe Schwerte-Ost: 11 Uhr Kindergottesdienst. Gelsecke-Lichtendorf: 9.30 Uhr P. Krasberg; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Villigst: 10 Uhr Kindergottesdienst. Westhofen: 10 Uhr Gottesdienst; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Hennen: 9.45 Uhr Gottesdienst; anschl. Kindergottesdienst; 19 Uhr Gottesdienst in Refflingsen. Ergste: Festgottesdienst anläßlich des Johannistages mit Feier des hl. Abendmahles. Gelegenheit zur Beichte um 9 Uhr. 10.45 Uhr Kindergottesdienst. * Kath. Gemeinde Schwerte: 6 Uhr erste hl. Messe; 7.30 Uhr Frühmesse; 9 Uhr Kindermesse; 10.45 Uhr Hochamt; 11.30 Uhr letzte hl. Messe; 14.30 Uhr Andacht. An den Werktagen sind die hl. Messen um 6.30, 7.10 und 8 Uhr. DGB lehnt ab Jugendpflege auf Kosten der Jugendverbände? Seit einigen Wochen sind vor allem im Regierungsbezirk Arnsberg Bestrebungen im Gange, auf der Ebene der Regierungsbezirke Jugendringe zu bilden, die sich entgegen der bisher üblichen Art aus Vertretern der örtlichen Jugendringe und der Behörden zusammensetzen sollen. Diese Entwicklung wird von einigen Bezirksjugendpflegern unterstützt. Die Gewerkschaftsjugend lehnt gemeinsam mit den im Landesjugendring zusammengeschlossenen Verbänden diese Entwicklung ab. Sie sehen darin den Versuch, die von den Behörden ausgehende Jugendpflege, die an sich nur die Jugendarbeit der Verbände unterstützen soll, auf Kosten der Jugendverbände auszudehnen. Ww. Ida Wiegers, Lichtendorf, 81 Jahre.kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Verkehrsunfall in der Helle Hennen. Ein aus der Richtung Hennen kommender Lastkraftwagen hatte beim Durchfahren der engen Kurve in der Helle die rechte Straßenseite nicht vorschriftsmäßig eingehalten. Ein entgegenkommender PKW bemerkte den LKW zu spät, so daß sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden ließ. Es entstand, vor allem am PKW, Sachschaden. Aufnahme eines Dritten in der Wohnung Der Mieter hat keinen Anspruch gegen den Vermieter auf zusätzliche Aufnahme eines Dritten in seine Mietwohnung. Er macht sich der unbefugten Gebrauchsüberlassung im Sinne des § 553 BGB und des§ 2 Abs. 1 MSchG schuldig, wenn er einem Arbeitskollegen den Haus- und Wohnungsschlüssel zur Verfügung stellt und diesem gestattet, in seine Abwesenheit sich in seiner Mitwohnung aufzuhalten.— Urteil des AG. Celle vom 4. 5. 1949. DRUPA Düsseldorf 1950 Das graphische Gewerbe, die Papierverarbeitung und ihre sämtlichen Zuliefererindustrien haben sich in den Jahren nach Kriegsschluß weitgehend von ihren Schäden erholt und sowohl mengen- wie qualitätsmäßig ihren Friedenslieferungen angepaßt. Nachdem für diese bedeutenden Zweige der westdeutschen Wirtschaft seit über 10 Jahren keine umfassende Fachmesse mehr stattgefunden hat, besteht nunmehr das dringende Verlangen, durch Abhaltung einer großangelegten Fachmesse die eigenen Leistungen im Wettbewerb mit dem Ausland vorzuführen und die alten und neugewonnenen Beziehungen zwischen Kunden und Lieferern zu festigen. Im Sinne einer intensiven Pflege des Exportgeschäfts sind sich die maßgeblichen Kreise darüber klar, daß der Charakter dieser Fachmesse nur international sein kann, um auch damit dem Streben nach Liberalisierung des Welthandels sichtbar Ausdruck zu geben. Die beteiligten Verbände haben nach eingehenden Beratungen als Ort der Veranstaltung Düsseldorf gewählt und bereits entsprechende Abkommen getroffen. Der alle infrage kommenden Verbände umfassende Messeausschuß der für die Zeit vom 26. 5.—10. 6. 1051 in Düsseldorf stattfindenden DRUPA— Internationale Messe Druck und Papien — beschloß unter Vorsitz seines Präsidenten Hubert H. A. Sternberg den Mitgliedern der beteiligten Verbände zu empfehlen, daß alle Kräfte auf die DRUPA, die Fachmesse aller am Thema interessierten Industrien, des Handwerks und des Großhandels, konzentriert werden. Die Schirmherrschaft hat Herr Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Erhard übernommen. Ausübung des Kürschnergewerbes in der Mietwohnung Die handwerkliche Ausübung des Kürschnergewerbes in einer Mietwohnung ist keine erhebliche Belästigung im Sinne des§ 2 MSchG, solange der Mieter keine Geräusche verursachenden Maschinen gebraucht und der Kundenverkehr nicht stärker ist als der Verkehr, den sich jeder Hauseigentümer bei einem Mieter mit einem großen Bekanntenkreis oder mit mehreren Kindern gefallen lassen muß.— Urteil des LG. Köln vom 9. 2. 1948. Neues Leben blüht auf Die„Meistersinger“ zum Auftakt Mit dem Omnibus zum Hagener Theater Schwerte. Die kulturellen Bestrebungen der benachbarten Großstädte Dortmund und Hagen sind bei uns nicht ohne Einfluß geblieben. Insbesondere sind es die Bühnen, die um die Gunst des theaterfreudigen Publikums werben. Das geschieht offensichtlich nicht ohne Erfolg. Dabei kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß auch die Menschen des werktätigen Standes mehr und mehr den Weg in den Tempel der Musen finden, um sich dort die Kraft zu holen, die für den seelischen Ausgleich notwendig ist. Die große Wandlung Wer möchte heute noch die unterhaltende Kunst als eine Angelegenheit eines angenehmen Zeitvertreibs betrachten? Vergangen sind die Zeiten, in denen der Besuch des Theaters zum guten Ton gehörte. Größer denn je ist das kulturelle Bedürfnis in weitesten Kreisen. Diese Erscheinung kommt auch nicht von ungefähr. Sie ist vielleicht aogar eine Notwendigkeit und ein Bollwerk zugleich gegen das gefahrvolle Umsichgreifen des Materialismus. Gottseidank lieben noch viele Menschen die schönen Künste, die uns aufmuntern, erheitern, die uns eine Zehrung vermitteln, die genau so wichtig ist wie das tägliche Brot. Herzen füllten sich mit Dankbarkeit Der Zug der Theaterfreunde geht nun nicht nur nach Dortmund— mit den Gastspielen im Freischütz ist es ja bekanntlich aus—, sondern auch nach Hagen. Von Hagen wissen wir, daß die Stadtverwaltung trotz ihrer großen Wiederaufbausorgen nicht vergaß, daß sie ein Theater hatte mit einem Ruf, der weit über die Grenzen der engeren Heimat hinausging. Und so wurde alle Sorgfalt darauf verwendet, die Wunden des schwerangeschlagenen Bauwerks an der Concordiastraße so bald wie möglich zu beseitigen. Um die Mitte des Vorjahres hatte man es bereits geschafft. Als sich erstmalig wieder der Vorhang öffnete, waren die Herzen der alten Freunde des Hauses von tiefster Dankbarkeit erfüllt. Freundeskreis erweitert sich Seit der Wiedereröffnung des Hage. ner Stadttheaters sind schon zahlreiche Kostbarkeiten der Bühnenkunst dargeboten worden. Der Kreis der Freunde aber hat sich ständig erweitert. Ja, und so ist es nicht besonders verwunderlich, daß die ständigen Besucher auch im heimischen Ruhrtal und nicht zuletzt in Schwerte und Westhofen zu finden sind. Es heißt, daß mit Rücksicht auf die ständig anwachsende Zahl der Abonnenten in unserer Stadt bereits ein Theater-Omnibus gesichert ist. Diese erleichterte Möglichkeit des Theaterbesuches soll von Fall zu Fall noch erweitert werden, wobei auf Sonderwünsche im Rahmen der Gegebenheiten Rücksicht genommen wird. Alle Voraussetzungen gegeben Ueber die Leistungsfähigkeit der Hagener Bühne brauchen wir nicht viel zu sagen. Sie ist des öfteren geziemend gewürdigt worden. Noch kürzlich hat sich bei der Erstaufführung der Sutermeister-Oper„Romeo und Julia“ die besondere Qualifikation der solitischen Kräfte des Theaters erwiesen. Sowohl in personeller, als auch in rein bühnentechnischer Beziehung sind alle Voraussetzungen für die erfolgreiche Inszenierung größerer Opernwerke vorhanden. Dieser Umstand sichert Hagen gegenüber Dortmund eine gewissen Vorsprung. In Dortmund muß noch mancher Wunsch bezüglich der Wiederanteilnahme an der großen Opernwelt offen bleiben, bevor nicht das alte Haus wieder ganz in Betrieb genommen werden kann. Sicher wird es dort erheblich besser sein, sobald die jetzt vor der Vollendung stehende Bühne fertig ist. Aber es ist doch nur eine Zwischenlösung. Hoffnungsvoller Start in die neue Spieiaeit Hagens neue Spielzeit wird einige Ueberraschungen bringen. Zunächst ist die Zusammenarbeit mit der Bühne der Stadt Bochum insofern zu begrüßen, als hierdurch dem Schauspiel der ihm gebührende Platz eingeräumt werden soll. Wir wissen, daß bei der Oper der Aufwand getrieben wird, der notwendig ist, die gewünschte Resonanz bei einem begeisterten Publikum zu finden. Den Aufführungen von Wagners„Fliegender Holländer“ und„Siegfried“ folgen zur Eröffnung der neuen Spielzeit die „Meistersinger von Nürnberg“. pf. * Der Spielplan Städtische Bühnen Hagen zeigen zum Schluß der Spielzeit 1949/50 vom Samstag, dem 24. bis Mittwoch, dem 28. Juni: Zunächst am Samstag, dem 24. zum letzten Mal Johann Strauß“ Operette„Wiener Blut“. Beginn 19.30 Uhr. Am Sonntag, dem 25. Juni „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer. Beginn 19.30 Uhr. Montag, den 26. Juni„Schwarzer Peter“, Oper für kleine und große Leute von Norbert Schultze. Beginn 19 Uhr. Mitt woch, 28. Juni, zum letzten Mal „Schwarzer Peter“. Aus dem Randgebiet notiert Mißglückte Erpressung Fröndenberg. In einem anonymen Brief an den Fabrikanten W. H. wurde dieser aufgeforderwan einem näher bezeichneten Ort 300.— DM zu hinterlegen. Bei Nichtnachkommen dieser Aufforderung sollte, wie es hieß, die Fabrik in Flammen aufgehen. Schon in der nächstfolgenden Nacht konnte der Erpresser, der aus dem benachbarten Holzen stammt, von Arbeitern gestellt werden. Eisvogelpaar an der Hönne Menden. Zu den ornithologischen Seltenheiten unserer Gegend gehört der Eisvogel. An der Hönne, im Bereiche der Stadt Menden, hat sich ein Pärchen dieser Vogelgattung niedergelassen und genistet. Der Eisvogel ist auf dem Oberkopf und Hinterhals grünschwarz, ist meerblau gebändert, Schultern, Flügeldecken und Außenfahne der braunschwarzen Schwingen sind meergrün, die mittleren Teile der Oberseite blau, die Unterseite und die untern Schwanzund Flügeldecken rostrot, Kehle gelblichweiß, die seitlichen Schwanzdecken und die Schwanzfedern sind dunkelblau und Fuß lackrot. Er lebt bei uns einzeln an bewaldeten Flußufern und Eächen mit klarem Wasser. Stets häl er sich versteckt, fliegt reißend schnell über das Wasser hin und nährt sich von Fischen, Krebsen und Kerbtieren. So, nun wissen wir es ganz genau, Uebrigens wurde der Eisvogel vor einigen Jahren auch am Wannebach unHaus Ruhr. entdeckt, Lonntag im Gerliner Otumpia=Stadion Senwahioche Lischsunn-Cder Lelelltaulieuxnisehburgen-Hessen Alle Krafte Repräsentativkampt Hamburg— Niederrhein sieht ein Autgebot von Spitzenkönnern Kormannshaus leitet das Rennen um die Deutsche Fußballmeisterschaft Vor dem Endspiel läuft Ulzheime! Es ist etwas Eigenartiges um die diesjährigen Endspiele zur Deutschen Meisterschaft in den Rasensportarten. Im Hockey war der Westen unter sich, im Handball machen zwei norddeutsche Vereine die Entscheidung miteinander aus und im Fußball steigt ein rein süddeutsches Finale. Der VIB Stuttgart und die Offenbacher Kickers sind die Kontrahenten am kommenden Sonntag im 39. Endspiel des Deutschen Fußball-Bundes. Mag das Treffen ausgehen, wie es will, der Süden wird damit seinen 16. deutschen Meistertitel erringen und den Vorsprung weiter ausdehnen. Der Westen folgt erst mit weitem Abstand mit sieben Meisterschaften. Mitteldeutschland und Berlin brachten es zu fünf Endspielerfolgen und der Norden zu vier. Wenn der Zeiger der Riesenuhr im Ber liner Olympiastadion(die eine Schweizer Uhrenfirma als Zeichen des Dankes für Berlins Haltung während der Blockade gestiftet hat) am 25. Juni auf 16 Uhr springt, dann wird der 45-jährige Schiedsrichter Kormannshaus mit seiner bekannten westfälischen Ruhe folgenden Mannschaften den Ball frei geben: VIB. Stuttgart: Otto Schmid. Bauingenieur(28 Jahre alt): Erich Retter. Mechaniker(25). Richard Steimle. Kaufm. Angestellter(26); Ernst Otterbach. Kaufmann(29). Josef Ledl. Angestellter(31). Karl Barufka. Kaufmann(29): Erwin Läpple. Kaufm. Angestellter(25). Robert Schlienz. Geschäfts-Inhaber(26). Walter Bühler Elektro-Monteur(24). Otto Baitinger. Fleischer-Geselle(23). Rolf Blessing. Schreiner(20) Kickers Offenbach: Josef Schepper, Autoschlosser(23 Jahre alt); Ferdinand Emberger, Konditor(28), Willi Magel. Maschinenschlosser(24): Kurt Schreiner. Sportlehrer(26). Anton Picard. Schuhmacher(28). Willi Keim, Verwalter (22); Gerhard Kaufhold. Sportlehrer(21), Adolf Wirsching. Elektrotechniker(29). Horst Buhtz. Sport-Student 26). Willi Weber. HIébel-Schreiner(24) Heinz Baas. Spor ehrer(28). Das Gesamtalter der VIB-Mannschaft beträgt 296 Jahre, also durchschnittlich genau 26 Jahre, das der Offenbacher 279. also im Durchschnitt 25.3 Jahre. Die Stuttgarter haben mit Ledl(31 Jahre) den Senior und mit Blessing den Benjamin der 22 Endspielakteure in ihren Reihen. Trainer des VIB. ist der 43-jährige Georg Wurzer, ein früherer Spieler von Ulm 46. Seit vier Jahren betreut er die Bewegungsspieler. Auf der anderen Seite wird der 45-jährige Thüringer Fußballehrer Paul Osswald zum letzten Mal nach vierjähriger Trainertätigkeit in der Kickerskabine Instruktionen erteilen. Osswald hat sich nämlich entschlossen. nach dem Endspiel zum vorjährigen deutschen Meister VfR. Mannheim überzuwechseln. Ein Finale ohne Nationalspieler Mit VfB. Stuttgart und dem„Offenbacher Fußball-Club Kickers“ haben zwei relativ junge ehrgeizige Mannschaften das Endspiel erreicht. Sie können sich Das Sportpcogramm Fußball: Vierte westdeutsche Pokalrunde; Freundschaftsspiele: u. a. RW Essen— 1. FE Kaiserslautern(Sa.). Rheydter SpV— 1. FC Köln(Sa.), SIV Horst— Eintracht Braunschweig; Westdeutsche Jugendmeisterschaft: Siegburg 04— Union Gelsenkirchen; Internationales Jugend-Turnier von Turu Düsseldorf (F.—So.) Handball: Deutsche Frauen-Meisterschaft. Vorschlußrunde und Endspiel in Wuppertal (Sa.—So.) mit SV 04 Düsseldorf. Kieler XV. VII. München und Südwest Berlin: Pokal-Vorschlußrundenspiele in Westfalen(Spfr. Gevelsberg— Eintr. Minden) und Niederrhein(Tus Rheinhausen— Fortuna Düsseldorf). Hockey: Deutsche Hochschulmeisterschaft. Gruppe Nord in Gelsenkirchen mit Uni Köln. Uni Hamburg und TH Hannover(Sa.—So.). Tennis: Niederrheinmeisterschaften in Wunvertal(Fr.—So.) mit Mogendorf. Brandt. Mauritz. Stuhldreier, Fr. Pohmann. Fr. Hamann-Engers; Turnier in Bielefeld(Fr.—So.) mit Engelbert Koch. Leichtathletik: Westfälische Mehrkampf-Meisterschaften der Männer und Frauen in Detmold. Kanu: 3. westdeutsche Sprintregatta auf der Ruhr bei Mülheim mit westdeutscher Spitzenklasse. Schwerathletik: Zwischenrunde zur Deutschen Mannschaftmeisterschaft im Gewichtheben: Essen 88— München 1860; Landes-Jugend-Meisterschaften im Ringen, Gewichtheben, Judo usw. In DortmundKirchlinde(Sa.—So.). Radsport: Steherrennen in Bonn(Sa.) mit Hoffmann, de Best. Heimann, Summers und Kilian: Amateur-Ländertreffen Deutschland— Schweiz in Köln, u.a. mit Hofer. Siegenthaler. Trost. Westerhold: Straßenrennen: u.a. Großer Preis der Klingenstadt. Rund um den Crengeldanz in Dortmund. Pferdesport: Galopprennen in Düsseldorf(Großer Preis von Düsseldorf 12 000 DM. 2 400 m); Trabrennen in Recklinghausen. Bollsport: Meisterschaftsspiel der Oberliga: Duisburger SpV— ERSG Walsum: Freundschaftsspiele in Duisburg und Hamm: Kunstlaufen: Europa-Zweite Knake Koch in Duisburg(Sa.) und Burepa#seister BaranfFaik ie Hamm. nicht mit dem alten Fußballruhm des zehnmaligen Finalisten und siebenfachen Meisters 1. Fe Nürnberg oder mit dem neunmaligen Endspielteilnehmer und sechsfachen Titelträger Schalke 04 messen. Immerhin erreichten die Stuttgarter schon einmal— 1935— das Endspiel und gaben sich erst nach großem Kampf von den damals auf höchsten Touren laufenden Schalker Knappen geschlagen. Mit 6•4 war es das torreichste aller bisherigen 38 Endspiele. Die Offenbacher waren in ihrer 49-jährigen Vereinsgeschichte noch nie Finalist, jedoch kamen sie im vergangenen Jahr unter die letzten Vier. Ihre knappe 1:2-Niederlage gegen den späteren Deutschen Meister VIR. Mannheim war recht ehrenvoll. Wenn auch in beiden Mannschaften keine Alt-Nationalspieler stehen. so sind unter den 22 doch einige vielversprechende Nachwuchstalente, die in Herbergers berühmtem Notizbuch verzeichnet sind. Der Tabellenzweite und Tabellendritte Süddeutschlands haben in ihrer Spielweise manches Gemeinsame. Beide lieben es, den Ball durch die ganzen Reihen laufen zu lassen und beide verzichten im allgemeinen auf sporadische Durchbrüche und das sogenannte kick-und-rush-System. mit dem beispielsweise Preußen Dellbrück als Neuling unter die Semifinalisten gelangte. Otfenbach liegt dem ViB nicht Es ist ein offenes Geheimnis, daß man sich in Stuttgart-Bad Cannstatt einen anderen Endspielgegner als die Offenbacher Kickers gewünscht hätte. In den letzten fünf Oberligaspielen vermochten die VfB.-ler gegen Offenbach nie zu gewinnen und kamen lediglich zu Ehrentoren. Die jüngsten Ergebnisse von 1947 bis 1950 lauten 311. 1:0, 4:1, 2:1 und 4:1 zugunsten der Offenbacher. Diese Erfolge waren die Auswirkung der revolutionären Spielumstellung des früheren Bundessportlehrers Osswald, denn von den ersten fünf Nachkriegsbegegnungen hatten die Stuttgarter noch vier gewonnen. Osswald verstand es. aus einer durchschnittlichen Mannschaft den„Offenbacher-Express“ Das leichtathletische Programm vor dem Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft liegt nunmehr endgültig fest. Den Beginn machen um 15.25 Uhr die„Länderstaffeln“ der Frauen über 4 mal 100 m. Die besten Berliner Vereine treten dann in einer 10 mal ½ Runde-Staffel in Erscheinung. Es folgen die„Länderstaffeln“ über 4 mal 400 m. die einen famosen Uberblick auf unsere besten Viertelmeiler bringen werden. So sollen in der süddeutschen Mannschaft Meister Huppertz. Exmeister Audorf, der Stuttgarter Wudtke und wahrscheinlich auch das Nürnberger Talent Haas starten. Den Abschluß bildet ein 800 m-Lauf. Hier trifft der deutsche Meister Ulzheimer bei seinem ersten diesjährigen Start über seine Spezialstrecke u. a. auf den verbesserten Juniormeister Bonah(Werder Bremen). Exmeister Luden Warnemünde(VfL. Pinneberg) und die Berliner Deutschländer und Dohrow. mit blitzschnellem Starttempo und Tempoerhöhungen auf der Strecke zu formen. Demgegenüber wirkt die Spielanlage des VtB, wie jenes im Volkslied besungene „schwäbische Eisenbähnle“. Im Wettrennen zwischen dem Express aus Offenbach und dem Zügle aus dem Schwabenland könnte einem um die Stuttgarter angst und bang werden, wüßte man nicht daß es ein Grundprinzip der„schwäbischen Eisenbahn“ ist, zwar langsamer, aber desto beständiger ans Ziel zu gelangen. Nur selten hat man beim VfB. in den letzten Monaten einmal so etwas wie eine schwache Viertelstunde gesehen. Wurzer hat es verstanden, seine Mannschaft in eine solche Kondition zu bringen, daß sie ihr fliegendes Kombinationsspiel und das ständige Vortragen der Angriffswellen 90 Minuten lang ohne sonderliche Anstrengung durchzuhalten vermag. Beim O:1-Stand gegen Fürth bewies die Mannschaft der„elf Freunde“(wie sie der Spielausschußvorsitzende Haaga mit Recht nannte), daß sie auch einen Rückstand noch in einen Sieg zu verwandeln vermag. Das ist bei Offenbach besonders wichtig, denn die Mannen vom Bieberer Berg sind im Auffangen gegnerischer Angriffs wellen und im plötzlichen Einschalten von Zwischenattacken geradezu Spezialisten. Die bisherigen Ergebnisse in der Deutschen Meisterschaft(gegen TennisBorussia Berlin 3:1. HSV 3·2. Dellbrück 0:0 und 3:0) haben dies zur Genüge bewiesen. Der VfB. dagegen machte seinen Weg ins Finale mit steigender Beständigkeit: 2:1 gegen VfL. Osnabrück, 5:2 gegen 1. FE Kaiserslautern und 4:1 gegen Spygg. Fürth. Das Stuttgarter Rössle galoppiert geradewegs auf das Ziel der Deutschen Meisterschaft zu. Der Hamburger Leichtathletikverband und der Leichathletikbezirk Niederrhein sehen in ihrem Leistungsvergleich, der am Sonntag auf dem HSV-Platz steigt, die beste Gelegenheit, das Können ihrer Spitzenkräfte im Rahmen eines Wettkampfes grundlegend zu prüfen. En Blick auf das Aufgebot beider Mannschaften läßt erkennen, daß die Repräsentativbegegnung für zwei Leichtathletikhochburgen eine Prestigefrage ist, die sich gerade zu Beginn der Saison befruchtend auf das Leistungsniveau auswirken sollte. Geister„geistert“ über 400 m Der Niederrhein hat seine Mannschaft. aus der mit Heinz Fischer, Jupp Bongen und Maria Sander-Domagalla drei Deutsche Meister herausragen, nach den Ergebnissen der Prüfungskämpfe in Oberhausen und Krefeld noch verstärkt. So wird der deutsche 200-m-Meister Leo Lickes(Krefeld 10) auf seiner Spezialstrecke für den 100-m-Meister Heinz Fischer zum Einsatz kommen. Der Ex-Hamborner Hans Geister, der bei seinem ersten 400 m-Start gleich 48.3 Sek. lief. nimmt die Stelle seines verletzten Klubkameraden Henn(Krefeld 10) ein. Hamburg mit Stöck und Ilein In Hamburg haben sich auch die beiden Olympiasieger Gerhard Stöck und Karl Hein, die ursprünglich nicht mehr bei größeren Veranstaltungen antreten wollten, zur Verfügung gestellt. Danach kämpfen am Sonntag auf Bahn und Rasen am Rothenbaum folgende Vertretungen: Niederrhein: 100 m: Fischer(Pr. Kref.). Holthoff (Tusem Essen); 200 m: Lickes(Kref. 10). Wick(Barmer TV); 400 m: Geister(Kref. 10), Rückebeil(Pr. Kref.); 800 m: Arendt. Cleve(Pr. Krefeld). Dimmig(Neuß): 1500 m: Hoewner, Lamers(Oberhausen): 5000 m: Schade(Barmen). Hesselmann(Dinslaken); 110 m Hürden: Zimmer?(Oberhausen). Esser(Kref. 10): 4mal 100 m: Fischer, Holthoff. Wick, Bauer(Pr. Kref.) oder Salmen(DSD Düsseldorf): 3 mal 1000 m: Arendt, Cleve. Lamers; Hochsprung; Hoppenrath(Kref. 10), Endruweit ISSV Wuppertal): Weitsprung: Fallack ISw Hamborn), Klinkhammer(TSD Düsseldorf); Kugelstoßen: Rosendahl(SW Radevormwald), Bongen; Diskus: Rosendahl, Bongen; Speer: Hauer(DSD Düsseldorf). Büsse(Kref. 10). Hamburg: 100 m: Lege. Jochens: 200 m: Burnitz. Warwzyn, evtl. Schurr: 400 m: Berend, Lipphardt: 800 m: Gerdes. Mulch; 1500 m: Ketelsen, Kruzycki; 5000 m: Droz. Bekker: 110 m Hürden: Karsten, Loos; 4mal 100 m: Lege, Rehders, Jochens, Warwzyn; 3mal 1000 m: Brücker. Mulch, Ketelsen; Hochsprung: Dr. Löbsack, Persson; Weitsprung: Vieth, Persson: Kugel: Möhring. Hein; Diskus: Stöck. Möhring: Speer: Cirsenses. Stöck. Frauen: Niederrhein: 100 m: Sander-Domagalla(Dinslaken 09), Kortenhaus(SSV Wuppertal) oder Schürmann(RW Oberhausen); 80 m Hürden: Sander-Domagalla, Vorthmann(SSV Wuppertal); 4mal 100 m: Sander-Domagalla. Korthenhaus, Schürmann, Vorthmann; Hochsprung: Stockhausen(SSV Wuppertal), Hellwig(Mar. Remscheid); Weitsprung: Vorthmann, Wodnik(Pr. Kref.); Kugel: Hagen(Post Düsseldorf), Heyer(Duisb. 48•99); Diskus: Hagen, Heyer: Speer: Wegener-Schlüter(Düsseldorf 99). Füssel-Ewald(SSV Wuppertal) Hamburg: 100 m: Limbach, Kleine; 80 m Hürden Kummerfeld, Limbach; 4mal 100 m: Limbach, Kleine. Bochers, Brodehl; Hochsprung: Schneider. Dyckhoff; Weitsprung: Grotz. Schneider oder Dyckhoff; Kugel: Richters, Köcher; Diskus: Rathsack, Mählmann: Speer: Bolten. Karsten oder Vagst Im Rauspert. Deuienialid Beirwein Länderkampf der Amateure in Köln-Müngersdorf Vierte Pokalrunde am letzten Spielsonntag Bleibt TB Eickel Pokalschreck?— Fußball geht in Ferien Das letzte Wochenende vor der Fußballsperre bringt im Westen die vierte Runde der Pokalspiele und eine große Zahl von Freundschaftsspielen. Es folgen dann noch bis zum 30. Juni die letzten Freundschaftsbegegnungen. Man kann nicht gerade behaupten, daß über der ersten Pokalrunde ein glücklicher Stern leuchtete. Die Oberliga-Vereine zeigten wenig Interesse. Seinen besonderen Reiz sollte die vierte Runde durch die Teilnahme von Pr. Dellbrück erhalten, das planmäßig gegen Preußen Krefeld anzutreten hatte, aber nun auch noch absagte. so daß Preußen Krefeld kampflos eine Runde weiter kommt. So verbleiben nur noch drei Spiele: TB Eickel— Meidericher Spielverein Union Ohligs— Tura Bonn SC West Köln— Rot-Weiß Oberhausen Die große Uberraschung der Pokalrunde war zweifellos der TB Eickel der die Sportfreunde Katernberg. Schwarz-Weiß Essen und den VfI. Bochum 48 ausschaltete. Er hat im Samstagspiel auch gute Aussichten, als Pokalschreck über den Meidericher Spielverein in die Vorschlußrunde am 13. August vorzustoßen. Letzter Punktekampt der„Zweiten“ Mit dem am Samstag stattfindenden Spiel Union Gelsenkirchen— Turu Düsseldorf wird auch die Gruppe 1 der zweiten Division ihre Meisterschaft abschlieBen. Das Treffen ist an sich bedeutungslos. Union bleibt auch im Falle eines Sieges auf dem letzen Tabellenplatz, während die Turu bei einem Gewinn ledislich Berg.-Gladbach 09 auf den vorletzten Rang verweisen kann. In den letzten Privattreffen, u. a. gegen Oberligamannschaften, zeigten sich die Düsseldorfer verbessert. so daß ein Erfolg nicht überraschen würde. Das kommende Radsport-Wochenende steht im wesentlichen im Zeichen der Amateure. Im Müngersdorfer Stadion steigt eine Veranstaltung, die über den allgemeinen Rahmen der Amateurkämpfe weit hinausgeht, messen sich doch hier deutsche und schweizer Fahrer in einem Ländertreffen. Das Köln-Müngersdorfer Stadion mit seiner vorbildlichen Bahn wird zu dem Ländertreffen der Amateure bei der Radsportfreudigkeit der Domstadt sicherlich Hochbetrieb haben. Beide Mannschaften erscheinen sehr kampfstark, so daß auch in sportlicher Hinsicht ein Erfolg garantiert sein dürfte. Die Eidgenossen bestreiten mit folgenden vier Fahrern das große Omnium: Hofer. Garosa, Siegentaler und Diefermann. Für Deutschland starten Fliegermeister Trost. Westerhold, Tabbat und Cremer. Außer dem Omnium wird noch ein internationales Mannschaftsrennen über 60 km nach Sechstageart ausgetragen, für das bisher als einziges Paar Holzmann-Intra(Frankfurt) feststehen. Die übrigen Mannschaften werden noch zusammengestellt. Außer den im Omnium startenden Fahrern sind für diesen Wettbewerb noch Schäfer. Grunewald und Potzernheim vorgesehen. In Lütgendortmund steigt am gleichen Tage das traditionelle Rennen„Rund um den Crengeldanz“, das als gauoffen gefahren wird. Jagodzinski(Fröndenberg) und Müller(Dortmund) starten hier als Favoriten, aber auch Jünnemann(Dortmund) und Behr(Bochum) sowie Kohl (Witten) ragen noch aus dem großen Fahrerfeld hervor. Interessante Freundschausspiele Aus dem Programm der Privattreffen ragt die Revanchebegegnung Rot-Weiß Essen— 1. Fe Kaiserslautern am Samse tag in Essen hervor. Nach dem.verlängerten“ 2:2 in Mühlburg wurde Essen in der Vorrunden-Wiederholung in Köln von der Walter-Elf mit 3:2(n. V.) ausgeschaltet. Der Rheydter Spy hat am Samstag mit dem 1. FE Köln einen weiteren Oberligavertreter zu Gast. Sonntag besuchen die tüchtigen Rheydter Eintracht Trier, Hamborn 07 und Rot-Weiß Oberhausen stehen sich Samstag in Rees zur Platzweihe in einem Werbespiel gegenüber. Norddeutschen Besuch hat der STV Horst mit Eintracht Braunschweig. Der Rest ist kaum erwähnenswert. Schalke 04 reist wiederum zum Norden und wird Sonntag von Hannover 96 erwartet. Bilkhann im Srönen Freis von Basseidert Zuchtrennen der Traber in Recklinghausen Das Rennsportjahr geht seinem Höhepunkt entgegen. Von Sonntag zu Sonntag werden die Prüfungen auf den Bahnen interessanter und wertvoller. Nach dem Union-Rennen am vergangenen Sonntag in Köln ist es nun Düsseldorf mit seinem großen Preis über Derbydistanz im Höhepunkt der Motorrad-Saison „Rund um Schotten Telert Tochauf Vierter Meisterschaftslauf mit großer Besetzung Eilenriede, Hockenheim, Nürburgring — so lauten die bisherigen Etappen der deutschen Motorrad-Meisterschaft. Mit dem Jubiläumsrennen„Rund um Schot“ ten“ am kommenden Wochenende tritt der Titelwettbewerb nunmehr in ein entscheidendes Stadium. Von jeher spielten die Meisterschaftsläufe auf dem 16,08 km langen Schottenring am oberhessischen Vogelsberg das Zünglein an der Waage, da die hier herausgefahrenen Ergebnisse bei etwaiger Punktgleichheit am Schluß der Saison von ausschlaggebender Bedeutung sind. Das bevorstehende„25jährige“ sieht ausnahmslos alles am Start, was im nationalen Motorradsport einen Namen hat. Aber nicht nur das; auch die Nachwuchsfahrer kommen zu ihrem Recht. Dem Motorsport-Club„Rund um Schotten“, der dieses traditionelle Rennen seit seiner Premiere 1925 veranstaltet, ist die Förderung der jungen Generation zur Herzenssache geworden. So entschloß er sich, den Sonnabend für die vier Ausweis-Soloklassen zu reservieren. Nach dieser„Ouvertüre“ wird DMV-Vizepräsident Gregor Scheuermann(Wiesbaden) am Sonntagmorgen die Startflagge senken und die Lizenzfahrer zum vierten Meisterschaftslauf über die Strecke schicken. De Distanzen wurden seit dem Vorjahr in allen Klassen erhöht. Bis auf die kleinen Achtelliter-Maschinen, die auf Grund ihres geringen Kubikinhaltes nur vier Runden= 64,32 km zurückzulegen haben, sind von allen anderen Solo- und Seitenwagenklassen 6 Runden= 96.48 km zu absolvieren. Die Hauptattraktion bidet natürlich das Rennen der Halbliter-Maschinen. Dadurch, daß die NSU-Werke vor wenigen Tagen dem hochtalentierten Privatfahrer Walter Zeller(Hammerau) für ihren 98 PS starken Kompressor-Koloß als Werksrennfahrer verpflichtet haben, vemag Heiner Fleischmann sich nunmehr ganz der 350 cem-Klasse, die ihm tatsüchlich auf den Leib geschrieben ist, zu widmen. Bei Probefahrten auf dem Hockenheimring zeigte sich Zeller den großen Anforderungen, die die Halbliter-NSU an ihren Fahrer stellt, durchaus gewachsen. Sein Debut wird nun zeigen, mwieweit er im Duell mit den prominenten BMW-Solisten Meier und Kraus an Fleischmanns Erfolge anknüpfen kann. Durch ihre hervorregende Besetzung versprechen auch die übrigen Klassen fesselnde Kämpfe. H. P. Müller, Ellmann und Ried(sämtlich auf der 125er-DKW), Winkler, Kluge(beide BMW), ThornPrikker(Motoguzzi) und Gablenz(Motoparilla) bei den 250ern sowie Fleischmann (NSU), Mansfeld und S. Wünsche(beide DKW) bei den 350ern besitzen in Scho“'en allesamt gleichwertige Chancen. Bei den leichten Renngespannen dürfen BöhmFuchs(NSU) erneut klar in Front erwartet werden. Die Frage nach dem Sieger der 1200 ccm-Seitenwagen hingegen ist völlig offen. Die Vorjahrsmeister Müller-Rührschneck(BMW) wissen jedoch, was auf dem Spiele steht, wenn sie sich von ihren Markengefährten Seppenhauser-Wenzhofer das Hinterrad zeigen lassen. In einem Einlagerennen über 3 Runden = 80.40 km geht ein Riesenaufgebot von Formel III-Rennwagen(bis 500 ccm) und Kleinstrennwagen bis 750 ccm über den Kurs. Walter Komossa(Scampolo) gilt nach seinem überzeugenden Nürburgring-Sieg auch hier als Favorit, obwohl der LTE-Brillant von Ferdi Lehder auf dem Schottenring zu Hause ist und den schikanenreichen Kurs wie seine Westentasche kennt. Wert von 12000 DM, der die Besucher auf den Grafenberg ruft.— Für die Freunde des Trabersports bietet Recklinghausen mit dem Preis der Amateure. ein Zuchtrennen für vier bis zehnjährige Pferde, das als Vorlaufsrennen gefahren wird, ebenfalls eine nicht alltägliche Prüfung. Der große Preis von Düsseldorf vereinigt am kommenden Sonntag auf der. Bah. des Grafenbergs zum erstenmal in dieser Saison die gesamte Elite der älteren Pferde. Mit der Teilnahme der beiden Ostzonenpferde Birkhahn und Bürgermeister ist das Rennen um einen weiteren Spannungsgrad gestiegen. Der' Derby-Sieger 1948. Birkhahn, der noch am letzten Sonntag in Berlin nach seiner Verletzung wieder das Ticino-Rennen, über 2200 m in 2:17,2 Min. nach Hause holte, trifft bei 52 kg unter Leichtgewicht auf die westdeutsche Asse. Er muß somit als der Favorit gelten, denn es ist. kaum anzunehmen, daß ein Birkhahn in normaler Form etwa von dem 56 kg tragenden Schlenderhaner Astral bezwungen werden kann. Im Mittelpunkt der 8 Trabrennen auf der Hillerheidein Recklinghausen steht am Sonntag der Preis der Amateure im Wert von 7000 DM. Diese Prüfung, die in zwei Vorläufen und einem Entscheidungslauf über je 1800 m entschieden wird, ist den vier- bis 10jährigen Pferden vorbehalten, die als ein starkes Feld an den Ablauf gehen werden. Zu den Favoriten zählen Astorus. Irenlicht. Oktavian und Annilie. Um die dlteste Ruder-Trophde Am Wochenende versammelt sich ein großer Teil der deutschen Ruder-Elite auf der bekannten Gerbermühl-Strecke zur„73. Großen Frankfurter“. Diese Traditons-Regatta war stets einer der Höhepunkte des deutschen Rudersports. Hier werden mit dem 1882 gestifteten Germania-Preis(Achter) und dem Achilles-Wild-Gedächtnis-Preis(Einer) zwei der ältesten deutschen Ruder-Trophäen ausgefahren. Sparveil Masseilns Tagebdehentdcckt Bände noch nicht gefunden- Auch Churchill suchte vergeblich sa Rom, Juni Von unserem Korrespondenten Seit fünf Jahren sind der Italienische Geheimdienst und die besten Beamten des englischen und amerikanischen Secret Service auf der Jagd nach dem großen Tagebuch von Mussolini. Seine Familienangehörigen haben bis jetzt jede Auskunft verweigert. Andere- die etwas darüber wissen müßten, sind gestorben oder umgebracht worden. Man weiß, daß dieses Tagebuch im Jahre 1921 begonnen wurde und bis zum Jahre 1942 siebzehn große Bände umfaßte, lenn Mussolini machte seine Eintragungen jeden Tag. Als Mussolini am 25. Juli 1943 bei dem Staatsstreich des italienischen Königs festgenommen wurde, ließ sein Nachfolger, Marschall Badoglio, sämtliche Räume des Palazzo Venezia, die Privatwohnung in der Villa Torlonia und alle Geheimarchive durchsuchen. Das eigentliche Tagebuch wurde aber nicht entdeckt; sein materieller Wert ist unschätzbar. Gräfin Edda Ciano hatte für das Tagebuch ihres Mannes in Amerika 200000 Dollar erzielt. Das Mussolini-Tagebuch würde mit Millionen bezahlt werden. Sein unbekannter Besitzer hat aber auch eine Dokumentensammlung in der Hand, deren Veröffentlichung von vielen italienischen und ausländischen Politikern gefürchtet wird. Die Aufzeichnungen sollten zusammen mit den ebenso eifrig gesuchten Briefen Churchills an Mussolini bei einer etwaigen Aburteilung vor einem alliierten Gerichtshof als Entlastungsmaterial dienen. Der„Dongo-Prozeß“ wird sicher keine Aufklärung darüber bringen, in welche Hände die Millionenwerte und Manuskripte tatsächlich gelangt sindoder wo sie sich jetzt befinden. Das ist jedoch nach Ansicht des Geheimdienstes für die Nachforschungen nach dem Tagebuch belanglos, weil man davon überzeugt ist, daß Mussolini weder die gefürchteten Churchill-Briefe noch seine Aufzeichnungen auf die Flucht mitgenommen hatte. Jetzt ist eine Spur aufgenommen worden. Man hat bei einer Familie am Gardasee Fotos von einigen Seiten dieses Tagebuches entdeckt, dessen Umfang auf mindestens 7000 Seiten geschätzt wird. Die Aufnahmen wurden nicht, wie es zunächst hieß, schon vor Jahren gemacht, sondern sie sind neuesten Datums. Das Tagebuch existiert also noch, und wer die Fotos gemacht hat, muß es in der Hand gehabt haben. So haben sich nun die Nachforschungen von neuem auf die Gegend um den Gardasee konzentriert, wo schon Churchill wochenlang nach seinen„Briefen an Mussolini“ gesucht hat. Mccloy: Keine Sprengung der Loreley beabsichtigt dmt Frankfurt, Juni. Der amerikanische Hohe Kommissar Mc Cloy stellte Pressemeldungen über angebliche Vorbereitungen zur Sprengung des Loreley-Felsens in die gleiche Kategorie wie ostzonale Meldungen über amerikanische Kartoffelkäfer-Abwürfe. Selbstverständlich bestünden für die Verteidigung Deutschlands gegen einen Angriff vom Osten gewisse Sprengpläne, jedoch werde nichts geplant, was der Schönheit der Loreley schaden könne. Kommunistische Propaganda über die Ueberflutung groBer Gebiete und Stauungen des Rheins seien glatter Unsinn. Bahnhof Helsinkl in Flammen Bibeln maber isee Spiachen gearuckt Amerikanische Bibel-Gesellschaft tagt in Deutschland 95 Blg Ein Großfeuer richtete am Bahnhofsgebäude der finnischen Hauptstadt Helsinki einen Schaden an, der auf über 10 Millionen Finnen-Mark geschätzt wird. Ueber hundert Feuerwehrleute gingen mit 21 Motorspritzen. dem Brand zu Leibe und konnten ihn nach dreistündiger schwerer Arbeit löschen. Das Ende eines„Wunderdoktors“ Zechpreller Gröning wird gesucht Sekretärin verkauft ihre Kleider- Polizei suchte Mercedes tt München,. Juni. Von unserem Kortespondenten In einer Pension in Klais, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in der Bruno Gröning seit meheren Monaten auf die Konzessionierung seiner Heilstätte in Mittenwald wartet, herrscht große Aufregung. Nach einem Streit Grönings mit seinem Sekretär Mecklenburg sind beide getrennt und mit unbekannten Zielen abgereist. Da bei dem Pensionsinhaber noch eine Rechnung über 1800 DM offensteht, will dieser eine Anzeige wegen Ziektrische Lunge Wiegtirknogrumm Wesentliche Fortschritte gegenüber der„Eisernen“ erzielt kr Wien, Juni Fünf Jahre hat die„Elektrische Lunge“ gebraucht, bis sie so weit verbessert worden ist, daß sie jetzt als Serienprodukt in die Welt hinausgehen kann. Sie ist das Arbeitsergebnis von mehreren Wiener Assistenzärzten und bedeutet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der„Eisernen Lunge“. Das Gerät kann bei einem Gewicht von 17 Kilogramm in einem Koffer untergebracht und leicht transportiert werden, so daß es nicht nur auf die großen Kliniken beschränkt bleibt. Während die Eiserne Lunge durch das Prinzip des wechselnden Luftdrucks die menschliche Lunge zu einer passiven Mitarbeit anregt, reizt die ElektroLunge, deren Elektroden um den Brustkorb gelegt werden, durch Schnellstrom die Muskulatur zu einer Tätigkeit, die Das werden teure Bilder 4 Der Bildtelegramm-Dienst der Post kann seit einiger Zeit von jedermann benutzt werden, allerdings nur zwischen den beiden Städten Frankefurt und Hamburg und zu nicht gerade volkstümlichen Preisen. Die Uebertragung eines Bildes in Postkartengröße beträgt 18.— DM. Die Post will den Bildtelegrammdienst weiter ausbauen und hat die Eröffnung weiterer Bildstellen in Nüraberg und München in Aussicht gestellt. in der Empfangsanlage in Frankfurt entnimmt die Postbeamtin ein soeben eingegangenes Bildtelegramm aus der Apparatur, das sich euf lichtempfindlichem Papier in einer Rehhlichten Tvommet befindet dem normalen Atmungsvorgang nahekommt. Sie arbeitet mit dreifacher Sicherheit, um ein Versagen, das den Tod des Patienten bedeuten würde, auszuschalten. Die Anwendung des Schwellstroms versetzt die Muskeln in rhythmische Bewegung. Dadurch ist nicht nur bei Asthma und verwandten Krankheiten Hilfe möglich, sondern auch Lähmungen der Arme und Beine(Kinderlähmung) und die Folgen eines Gehirnschlages können künftig stark beeinflußt werden. Besonders bewährt hat sich die Elektro-Lunge bei Zwischenfällen in der Narkose, bei Leuchtgasvergiftungen und sogar bei Scheintoten. Manche Fälle, die bereits als hoffnungslos angesehen wurden, konnten mit dem neuen Gerät erfolgreich behandelt werden. Fernsehen und Bierverbrauch al New Vork, im Juni. Als das Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckte und zunächst nur in Lokalen und an öffentlichen Versammlungsplätzen Television-Empfänger standen, da lockte es dorthin Tausende von Rundfunkhörern, die natürlich vor allem auch— Bier verbrauchten. Bei der Weiterentwicklung des neuen Unterhaltungs- und Informationsmittels hat sich aber in letzter Zeit ergeben, daß der Bierverbrauch im eigenen Heim während Fernsehsendezeiten zunimmt, in den Gaststätten dagegen sinkt. Auf einer zweitägigen Jahresversammlung in New York werden nun Vertreter der Brauereien und des Bierhandels die neue Sachlage überprüfen und wirksame Gegenmaßnahmen beraten. Blumengärten auf dem Allantik cb Hamburg, im Juni. Auf den großen Luxusschiffen im Verkehr zwischen Europa und Amerika sind alle erdenklichen Blumen und lebenden Pflanzen für die Fahrgäste eine Selbstverständlichkeit. Sie werd n zum Teil in Kühlräumen aufbewahrt, da die Schnittblumen ebenso wie die lebenden Pflanzen für die Meeresluft und die Schwankungen des Schiffskörpers empfindlich sind. An Bord der„Queen Mary“ zum Beispiel braucht man für eine Rundreise von Southampton nach New York und zurück etwa 800 bis 1000 Topfpflanzen. Manche vertragen eine mehrmalige Hin- und Rückreise, während die meisten erst wieder eine „Erholungspause“ an Land brauchen. Der Freiburger Klnokrieg, den die Freiburger Kinobesitzer bereits seit Januar gegen ein städtisches Fllmtheater führten, ist beendet. Preiburas Stadtväter haben einer Verpechtung der Städtischen Theaterlichtspiele an die Hubertus-Wald-Gmnbli. in Karlsrube zuanhimant. „Zechprellerei“, einreichen, wenn die Rechnung nicht beglichen wird. Auch die Sekretärin Grönings hat seit Monaten kein Gehalt mehr empfangen und lebt seit dieser Zeit„vom Verkauf ihrer Kleider“. Die Polizei wollte bereits Grönings„Mercedes“ beschlagnahmen, der jedoch schon vorher von Mecklenburg In Sicherheit gebracht worden war. Um aus der finanziellen Flaute herauszukommen, hatte Grönings Sekretär vor einigen Tagen einem Heilungsuchenden aus Augsburg eine„Gröningsche Behandlung“ für ein Honorar von 4000 DM angeboten. 2000 DM sollten als Bezahlung für eine„Besserung des Leidens“, die anderen 2000 DM als„rückerstatteter Kredit“ bezahlt werden. Teure Ohrteige dmt Ansbach, 21. Juni. Eine Frau ohrfeigte einen sechsjährigen amerikanischen Jungen, der sie mit dem Fahrrad anfuhr. Ein amerikanisches Gericht verurteilte sie wegen leichter Körperverletzung zu 500 Mark Geldstrafe. Der Junge sagte, daß er bei dem Versuch abzusteigen, die Frau angestoßen habe. In der Urteilsbegründung wurde gesagt, das Kind sei ohne Notwendigkeit geohrfeigt worden, und das sei gemäß dem deutschen Strafgesetzbuch leichte Körperverletzung. Größte und höchste Reklame OR 88 ge Stuttgart, im Juni Im Jahre 1450 erschien die erste Gutenberg-Bibel. Auf Grund dieses 500jährigen Jubiläums beabsichtigen die United Bibel-Societtes, die ihren Sitz in Nem Vork haben, ihre Jahreshauptversammlung 1950 in Deutschland, der Heimat der Buchdruckerkunst, abzuhalten. Seit vor fünfhundert Jahren die erste Gutenberg-Bibel, die lateinische sogenannte„Zweiundvierzigzeilige" erschien, und seit Martin Luther in dreizehnjähriger Arbeit die Bibel in die deutsche Sprache übersetzte, hat es seitens der Kirchen nicht an Bemühungen gefehlt, ihren Gläubigen die Heilige Schrift in gedruckter Form zugänglich zu machen. Ehe die Bibelgesellschaften„die anfangs die Bibeln nicht selber verlegten, sondern von anderen Verlagen aufkauften, jedoch ihre Arbeit richtig aufnehmen konnten, sahen sie sich veranlaßt, die deutschen Bibeltexte, die als„Luther- Ubersetzung“ im Umlauf waren, wieder von ihren nach Luthers Zeit aufgekommenen sprachlichen Verschiedenheiten zu reinigen und für einen gleichlautenden Bibeltext zu sorgen. Diese umfangreiche Arbeit wurde während der Jahre 1845 bis 1855 geleistet. Von dieser Zeit ab ist jede Bibel im gleichen einwandfreien Wortlaut erschienen. Von den sprachlich unterschiedlichen Bibeltexten, die es vor dieser Treuhänderschaft der Bibelgesellschaften gab, wurde die Braunschweiger Bibel im Volksmund die„Exzellenzbibel“ genannt. In ihren Evangelien war nicht von„Kaiser Augustus“ die Rede, wie es uns jetzt geläufig ist, sondern von „Seiner Majestät, dem römischen Kaiser“. Diesem Stil entsprechend hieß es dort auch nicht.„Nimm dein Bett und gehe heim“, sondern„Nimm dein Kanapee und gehe heim“. Englische Bibeln an der Spitze Eine ihrer heutigen Hauptaufgaben sehen die bedeutendsten Bibelgesellschaften darin, das von den Missionaren in allen Erdteilen verkündete Wort Gottes in andere Sprachen zu übersetzen und zu verbreiten. Von den ungefähr dreitausend Sprachen, die es gibt, sind etwa tausend im Aussterben begriffen. Wenn die Bibel auch noch nicht in allen übrigen zweitausend lebenden Sprachen vorllegt, so ist sie nach den neuesten Meldungen doch schon in ungefähr tausendundneunzig Sprachen übersetzt worden. Den größten Teil dieser Arbeit haben die englischen Bibelgesellschaften geleistet, die Bibeln oder Bibelteile in über siebenhundert Sprachen herausgegeben haben. Die amerikanischen Bibelgesellschaften haben es erst auf dreihundertundsechzig verschiedensprachige Bibeln gebracht. Auch die Württembergische Bibelanstalt ist in der Ubersetzung tätig gewesen. Sie hat sich vor allem um die Urtext-Bibeln für wissenschaftliche Zwecke in griechischer, hebräischer und lateinischer Sprache verdient gemacht. Ihre Ausgaben erlangten Weltbedeutung. Die Heilige Schritt im Krieg In Deutschland wurden in normalen Zeiten jährlich eine Million Bibeln benötigt. In Kriegszeiten stieg der Bedarf, der im Jahre 1915 beispielsweise drei Millionen betrug. In Nachkriegszeiten stieg die Nachfrage ebenfalls. Nach dem letzten Kriege wurde der Bedarf in Deutschland wegen der Heimatvertriebenen und Ausgebombten auf über vier Millionen Vollbibeln und sechs Millionen Neue Testamente geschätzt. In den ersten Nachkriegsjahren standen den deutschen Bibelgesellschaften nur Schweizer und amerikanische deutschsprachige Bibelausgaben zur Verfügung, die zu Zehntausenden auch in die russische Zone versandt wurden. Jetzt ist der Bibeldruck in Deutschland wieder in vollem Gange, und die Württembergische Bibelanstalt hat in den letzten Jahren fast dreihunderttausend Bibeln und über sechshunderttausend Neue oder Alte Testamente verlegt. Holne Bestund Seine Scheralpfose Rotationsmotor— eine neue Erfindung im Motorenbau Die größten Reklamebuchstaben der Welt sind auf dem Wolkenkratzerdach der North-Western-National-Bank in Mineapolis montiert. Das Gesamtgerüst auf dem Dache hat eine Höhe von 110 m. ein Buchstabe mißt 26 m, hn Göttingen. Juni Von unserem Korrespendenten Der Göttinger Ingenieur Kuhnert hat einen Motor entwickelt, der eine Umwälzung Im Kfz-Motorenbau hervorrufen kann. Zunächst allerdings steht die Konstruktion noch auf dem Prüfblock und wird dort von Fachleuten und Laien gleichermaßen bewundert und kritisiert. Vor kurzem bestand der neuartige Motor bereits seine Generalprobe, zu der Vertreter namhafter Industrie-Firmen erschienen waren. Der Erfinder dieses sogenannten Rotationsmotors oder des„Romo“, wie er abgekürzt heißt, betont, daß eine ähnliche Konstruktion bisher nicht auf dem Weltmarkt ist. Der Motor läuft nicht auf Zylindern und wird auch nicht durch Raketen angetrieben, sondern weicht vollkommen vom Kolbenprinzip und von Turbinenwerken ab. Die bemerkenswerteste Neuerung ist zweifellos die Tatsache, daß sämtliche flüssigen Kraftstoffe in beliebiger Folge benutzt werden können. Das bedeutet also, daß Benzin, Dieselkraftstoffe, Rohöl und Treibgas als Brennstoff Verwendung finden und sogar gemischt in den Tankbehälter eingeführt werden können. Spezielle Eigenschaften von Kraftstoff, beispielsweise Klopffestigkeit und Schwere sind nicht erforderlich. Selbst eine in geringen Maßen erfolgende Wasserzufuhr oder Unsauberkeit des Kraftstoffes würde den Betrieb nicht stören. Für den Betrieb des Motors ist keinerlei Kühlung erforderlich. Er ist arktis- und tropenfest. Der Göttinger Erfinder beabsichtigt, Motore in verschiedenen Leistungsgrößen zu bauen. 70 000 Wechselproteste Im Monat mö Rom, im Juni. Die beiden dicksten Bücher der Welt(4000 Doppelseiten) werden 1951 in Mailand herausgegeben. Das Werk enthält 2 Millionen Nennungen aller zu Protest gegangenen Wechsel, ungedeckten Schecks und Konkurse Im Italien der Jahre 1946 bis 1950. Im Augenblick gibt es in Italien monatlich ca. 70000 Wechselproteste mit einem Durchschnittsbetrag von 55000 Lire. Akten des Nürnberger Prozesses Im Weltgerichtshof-Keller ge Amsterdam, im Juni. Nachdem die Nürnberger Prozeßakten in 37 schwer bewachten Kisten nach dem Haag gebracht worden waren, sind sie hier in den Kellern des Weltgerichtshofes, in denen sie künftig aufbewahrt werden sollen, inventarisiert worden. Die Liste umfaßt 509 Seiten und ist von Frau Barbara Skinner-Mandellaub als Vertreterin des amerikanischen Hochkommissars sowie von Dr. Garnier Coignet, stellvertretendem Schriftführer beim Weltgerichtshof. unterzeichnet worden. Vom Türschloß der Kellergewölbe, in dem die Akten aufbewahrt werden, sind zwei Schlfissel angefertigt worden, von denen der eine in Verwahrung des Weltgerichtshofes bleibt. Der andere ist von Frau Mandellaub nach Frankfurt mitgenommen worden. Ob die Prozeßakten der öffentlichen Einsichtnahme oder wissenschaftlicher Benutzung zugänglich gemacht werden sollen, steht noch dahin. Der internationale Weizenrat begann am Montag eine dreitägige Tagung in London. 42 Staaten, einschließlich der deutschen Bundesrepublik, sind vertreten. Steuerstreik angedro“! In einer Versammlung der W••. borner Notgemeinschaft der Bombengeschädigten, Evakuierten und Währungsopfer, die vor dem Paderborner Rathaus veranstaltet wurde, forderte der Vorsitzende Linse auf, am 15. September in den Steuerstreik zu treten, wenn die Bundesregierung bis dahin keinen gerechten Lastenausgleich in Kraft gesetzt habe. Er selber werde den Steuerstreikenden mit gutem Beispiel vorangehen, betonte Linse, und außerdem zum Zeichen der Trauer und des Protestes in schwarzer Robe und Barett vor dem Paderborner Finanzamt in den Hungerstreik treten. Unser Bild zeigt den„Ghandi in spe“ in schwarzem Habit mit einem Barett auf dem Kopf, eigens für diesen Zweck von ausgebombten Paderborner Geschäftsleuten angefertigt. Das Samtbarett trägt rotgestickt die Aufschrift:„Der eine trage des anderen Last“. Der breite Bauchgürtel über der Robe enthält rotgesticht die Aufschrift:„Recht und Gerechtigkeit“. Die Erzällung des[Zienenzückters (Uein niedriges graues Haus mit dem bemoosten Strohdach darauf liegt weit draußen vor dem armen Dorf, in das ich vor fast zwei Jahrsehnten gezogen bin. Eine alte Hainbuche rauscht darüber. Und dort, wo der Obstgarten und die Krautbeete aufhören, stehen meine Bienenkörbe. Im Anfang erzählten sich die Leute wohl allerhand geheimnisvolle Dinge über mich. Aber die alten, die mich mit Wehmutsfalten im Gesicht haben herziehen sehen, sind nacheinander weggestorben. Und den Jungen bot ich allezeit einen freundlichen Guten Tag, den Kindern wohl auch bisweilen eine Schürze voll Pflaumen. So hielt man mich für einen Sonderling, der etwas auf dem Kerbholz hatte. Man nannte mich, vielleicht weil ich von allerlei Rechtssachen erzählt hatte, den„Bienenrichter“, aber— wir lebten miteinander säuberlich in Frieden. Ich pflanzte, was ich zum Leben brauchte, pfropfte die Obstbäume für die ganze Gegend und versorgte meine Bienen. Am Abend schrieb ich Aufsätze für das Imkerblatt. Auch ein Buch über die Immen habe ich verfaßt. Von dem sagen die einen, daß es für den praktischen Gebrauch rein gar nichts nützen könne. Die anderen meinen, es sei ein Dichtwerk, das einem erst die Augen fürs Bienenvolk öffne. Es lasse sich allerdings nicht sagen, ob der Drucker das Papier damit verdiene. Ich habe oft vergnüglich vor mich hinlächeln und leise sagen müssen: Bienenrichter— Bienendichter! Meine Tage wären wohl auch vollends so lange ohne Zwischenfall hingegangen, wie mir der Hergott zu leben gibt, wenn nicht eines Sonntags, als ich bei den Bauern in der„Krone“ saß, ganz unerwartet Licht auf meine Vergangenheit gefallen wäre. Es war schwül, und man döste vor sich hin und vertrieb die lästigen Fliegen von der Stirn. Da ging die Tür auf und eine stattliche jüngere Frauensperson trat herein. Am rechten Oberarm hatte sie eine merkwürdige Narbe. Die Hand, mit der ich die Pfeife hielt, zitterte und fiel mir herunter. Das war die Narbe.. doch da stand die schöne junge Frau schon vor mir und packte meine beiden Hände und VON KARL GOETZ rief:„Ich bins, die Evamaria. Alle wissen jetzt, daß Ihr mich nicht umgebracht habt.“ Ich soll sie starr angestiert haben, die Tränen sollen mir in den Bart gekollert sein, und dann sei mein Kopf schwer auf die gekreuzten Arme auf der Tischplatte gefallen. Man habe mich heimführen müssen. Ich hätte so zwirbliches Zeug vom Urwald durcheinander geredet. Im Dorf sei eine große Aufregung gewesen, und die Hülenbäuerin habe geschrien, das hätte sie ja schon immer gesagt, daß da noch einmal etwas Böses herauskomme. So es nun also herar ekomn. ist. will ich auch wahrheitsgetreu Aufklärung verschaffen Ich war in jungen Jahren ein arger Heißsporn. Brav seine Prüfungen machen, dann in unsträflichem, demütigen Wandel steif und getreulich sein Pöstlein ausfüllen, das ging mir ganz gegen den Strich Und als sich einmal ein S. ilunfloch aufgetan hatte in die große Welt hinaus, an eine ferne Urwaldschule, da bat ich mir den Urlaub aus und zog zu den Landsleuten draußen. Dort brauchte ich keine Bücklinge zu machen, meinte lch. Das schienen mir Menschen nach meinem Schlag zu sein. Und es ging alles gut. Ich war mit vo Herzen dabei. In der**“e und in der Gemeinde. Und die Leute waren mit mir zufrjedes—.. n ich auch die Darlehnskasse in die Hand. Aber nichte r#ite frouten sich darüber, wie sichs so frisch regte in der Urwaldschneise. Da waren einige, die####or all'n das groß Wort eführt: en, allen voran der ge Ruder. Ihnen paßte ich nicht mehr. Ich spürte wie sie gegen mich wilblten. Das Leben wurde mir sauer gemacht. Aber ich wollte stehen bleiben und den Kampf für die Sauberkeit und R#btechaf“ nheit aufnehmen. Da wurde ich eines Nachts von der Polizei aus dem Bett geholt. Eine meiner Schülerinnen hatte für die Kasse nach einer anderen Kolonie Geld bringen sollen. Davon wußte ausse. Ruder nur ich etwas. Sie war nicht mehr zurückgekehrt. Man hatte das Pferd in der Nähe des Stromes gefunden. Unseligerweise hatte ich gerade meine kleinen Ersparnisse für ein neues Instrument hergegeben. Und noch etliche andere Dinge sprachen gecen mich. Ich will es kurz machen; denn es noch alles in 1 ich an jene Dinge denke. Es hieß, ich hätte das Kind beraubt und in den Stram gestoßen Tch muß peh bemerken. d* c 8 M“ schen d Nerbe am rechtn Ol. hatte und mit grenzenloser Zärtlichkeit an mir hing. Ich versuchte schlecht und recht, ihm die Eltern zu e. tzen, die ihm das gelbe Fieber genommen hatte. Es mußte schon lange ein dichtes Netz um mich gesponnen worden sein. Es gab zwar viele, die für mich kämpften. Aber sie mußten ja doch in der Waldschneise bleiben... und— das war klar— die andern würden sie ihre Freundschaft mit dem hergewehten Schulmeister ihr Leben lang büßen lassen. Ich glaubte, wahnsinnig zu werden, als ich den Unflat von Verdächtigungen anhören mußte. Ich brach zusammen. Im Gefängnis war ich nicht lange. Den fremden Richtern hatte vieles zu denken gegeben. Hernach verdiente ich mir mein Brot in einer Fabrik in der Stadt. Und als es reichte, fuhr ich in die Heimat und kaufte mir mein Haus da draußen, da an eine Anstellung nicht mehr zu denken war. Die anderen haben das Regiment in der Waldschneise halten können. Das hat mir Evamaria, die ich als meine Tochter angenommen habe, genau erzählt. Das Unrecht habe die Guten doch nicht ruhen lassen, und letztlich hätten sich einige lieber umbringen lassen mögen, als daß sie an einer solchen großen Sünde teilhaben wollten. Davon habe sie erfahren, die dem bösen Vorhaben damals mit genauer Not entkommen und in ferngelegener Stadt im Dienst war. Als sie eines Tages in die Waldschneise gekommen, sei der Ruder, der sie damals in den Strom geworfen hatte, schon verschwunden gewesen. Nun suchten sie mich. Aber nach Jahren gaben sie es auf. Denn ich bin unter einem falschen Namen hierhergezogen. Aber meine Evamaria hatte gesucht, bis sie mich gefunden hat. Meine Behörde wollte mich wieder in den Dienst tun. Aber das ging ja nicht mehr. Ich hatte zu vieles vergessen, und ich konnte ja auch nicht mehr von meiEine gescheilte Frau plaugert aus der Schule: Der Nichttänzer und die Mädchen Der Nichttänzer ist ein Produkt der Neuzeit. Naturvölker und frühe Kulturen kennen sogar den Männertanz. Er hat meist kultische Bedeutung. Nicht mittanzen dürfen bedeutet Schmähung. Im echten Volkstanz gibt es allein in der Verteilung der Tanzrollen an die Geschlechter so viel gescheite und reizvolle Spielregeln, daß des Tänzers Männlichkeit durch allerlei Kunststückchen herausgeputzt wird. Beim höfischen Paartanz ist der Nichttänzer ebenfalls undenkbar. Es wäre eben unhöflich gewesen. Erst der neuere Gesellschaftstanz mit seinen KannVorschriften brachte den Nichttänzer als erlaubte Figur hervor. Der moderne Mann hat auch allerlei intellektuelle Hemmungen. Ehe er der Tanzlust nachgibt, schaltet er erst einmal das rote Licht ein und kontrolliert: Ich werde doch hoffentlich nicht komisch wirken? Und dann diese verrückte sinnliche Musik! Läßt sich das überhaupt mit meiner Weltanschauung vereinbaren? Der weibliche Bewegungssinn ist natürlicher, naiver, unsprünglicher geblieben. Das Mädchen tanzt, auch ohne es eigentlich kunstgerecht gelernt zu haben. Es gibt sich der Tanzlust zu allererst um des Tanzgefühls willen hin und ist selig, während des Tanzes in wunderbare, weltferne Räume getragen zu werden. Es geschieht in einer Art unbewußten Wachtraumes. Würde die Sprache dieses Gefühl auszudrücken versuchen, so müßte es etwa heißen: Ich werde getanzt. Die Sucht zum Tanzen wohnt in der weiblichen Seele direkt neben dem Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden. Musik plus Bewegung, plus Eros gleich Tanz. Tanz minus Eros gleich rhythmische Gymnastik. Die Gymnastik ist der emanzipierte Tanz. Die Gymnastikerin zählt zu den Erzieherinnen, die Tänzerin dagegen ist Künstlerin. Kein Spiegel dieser Welt, auch nicht die eigene Mutter, kann dem Mädchen sagen, was ihr das Tanzen verrät: wie sie nämlich als Weib wirkt. Denn der Tanzboden hat von Urzeiten her etwas mit dem offiziel### Brautmarkt und der geheimen Brautschau zu tun. Dem Mann fällt von jeher die unbegrenzte Auswahl zu. Er kann sich unter allen vorhandenen Mädchen das seine aussuchen. Dem Mädchen bleibt nur eine begrenzte Auswahl offen. Es hat normalerweise zu warten, bis es gefragt wird. und die Sitte läßt nicht zu viel Zeit zum Abwägen. Der Tanzboden ist der einzige Rahmen, in dem man dem Mädchen die unverbindliche Begegnung mi“ dem andern Geschlecht grundsätzlich gestattet. Das hat die Mädchen hellsichtig, treffsicher und schnell in der Beurteilung der Tanzkavaliere gemacht. So urteilssicher wie die indischen Arzte, die eine Dame nicht anders untersuchen dürfen, als daß sie ihr den Puls fühlen, während sie verschleiert bleibt. Was die orientalichen Arzte in langer Tradition gelernt, haben die Mädchen aus noch viel älterer Neugierde heraus schon immer gekonnt: Sich Im Augenblick des Hand-in-Hand ein vollständiges Bild von dem Partner und ihrer beiden möglichen Harmonie zu mächen. Ein waches Mädchen weiß nach dem ersten Tanz, ob es den betreffenden Mann bestimmt, vielleicht oder nie als ihren Gatten lieben könnte. Aber nicht analysierend, ahnend wird es ihr bewußt. Sie braucht sich nur schwebend leiten zu lassen und sich in die Bewegung dessen einzuschmiegen der sie im Tanz sicher durch das Getümmel führt und der Augenblick ist, wenn die Sympathie es auch ist, vollkommen. Von diesem Glück außer aucht gelassen, schaut ihr der Nichttänzer grollend zu. Er spielt den Gestattenden bis zum letzten Takt,— damit aber ist seine Großmut allerdings unwiderruflich zu Ende. Denn es kommt halt beim Tanzen sehr genau darauf an, wer mit wem dann zum Schluß nach Hause gehen kann. WISSENT FORSCHIUNG/TECHNIK Alkas-Golaschafz Bird gesdent Seit einiger Zeit durchfurchen die Expeditionsbarken des berühmten italienischen Archäologen, Prof. Mario Fontani, die ruhigen Gewässer der Lagune von Marano-Grado. Der Wissenschaftler befindet sich mit seinen Mitarbeitern auf der Suche nach den Uberresten der antiken Stadt Bibione, die nach einer legendären Uberlieferung bis in die Zeiten des Hunnenkönigs Attila zurückreicht und vor fünfzehn Jahrhunderten in den Meeresfluten verschlungen worden sein soll. Nachrichten, daß in den Gewässern von Grado Schätze von ungeheurer geschichtlicher Bedeutung am Meeresgrunde liegen sollen, sind in den letzten zehn Jahren mehrmals laut geworden und haben auch tatsächlich zur Auffindung von verschiedenen antiken Gegenständen, darunter Hausgeräten, Schmuck, Münzen usw., durch Fischer aus Grade geführt. Gerade diese Funde aber berechtigten zur Initiative für die jetzt im Gange befindlichen gewissenhaften Nachforschungen. Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte eine deutsche Wünschelrutengängerin, die im vorigen Jahr in Berlin starb, während eines Bootsausfluges das Vorhandensein von Schätzen in der Lagune zwischen Grado und quileja wahrgenommen. Prof. Fontani, der von der Entdeckung der Wünschelrutengängerin verständigt wurde, hatte schon vorher die Möglichkeit von archäologischen Funden in der Lagune gezogen. Zusammen mit der Wünschelrutengängerin unternahm er bald darauf eine zweite Bootsfahrt, die die ersten Feststellungen bekräftigte. Prof. Fontani organisierte eine wissenschaftliche Expedition, in deren Verlauf er am Grunde des Kanals von Chiasiellis die Uberreste von mächtigen Mauern uralter Bauten einwandfrei feststellen konnte. Im Verlaufe seiner Forschungen hat Prof. Fontani die Säulanstiege eines antiken Kastells und die Spuren eines Wachturmes entdeckt. Von den Funden wurden photographische Aufnahmen gemacht. Der Gelehrte rechnet damit, daß er für die systematische Fortführung seiner wissenschaftlichen Arbeit, die jetzt im Gange ist, staatliche Unterstützung erhalten wird. Nach den bisherigen Feststellungen und nach den Außerungen der Wünschelrutengängerin finden sich in einem bestimmten Tell der Lagune von Marano Spuren von Gold. Die Annahme, daß es sich hier um den fabelhaften Goldschatz handeln könnte, den Attila in der Stadt Bibione vor seiner Flucht über die Alpen begraben hatte, liegt auf der Hand. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß der Schatz, der— wie die Sage geht— in irgendeinem„Tresor“ der Stadt Bibione hinterlegt wurde, ans Tageslicht kommt. Prof. Gomanelli. Direktor der Ausgrabungen Ostia, zeigt ebenfalls lebhaftes Interesse für die Forschungsexpedition Fontanis. Auch Taucher, die sich bereits bei der Auffindung des Goldschatzes der versunkenen„Egypt“ ausgezeichnet hatten, sollen zu den Forschungen herangezogen werden. nen Bienen weg. Da haben sie mich denn in allen Ehren in den Ruhestand gesetzt. Eben waren meine Tochter und ihr Mann bei mir. An meinem oberen Weizenacker faßten sich die zwei an den Händen und liefen über die Stoppelfelder. Er schwenkte eine Zeitung in der Hand. Darin stand, daß mein Bienenbuch den großen Preis bekommen habe. Etliche Zeilen waren verwischt. Von Tränen, sagte mein Tochtermann. Aber ich muß den Artikel fürs Imkerblatt fertig machen. Denn so wie die Bienen heuer schwärmen, so hab ich sie mein Lebtag nicht schwärmen sehen Vom Weintrüken Selbst in Frankfurt dürfte es nur wenigen bekannt sein, daß die Inschrift des lustigen Winzerbrunnens in der Taunusanlage— im Volksmund„Lachhannes“ genannt— von Dr. Heinrich Hoffmann, dem Verfasser des„Struwelpeter, stammt, Sie lautet:„Gesegnet soll der Trunk uns sein Das Wasser euch und mir der Wein!“ * Bei einer Weinprobe meint einer der Kostenden:„In dem Faß liegt ein Schlüssel.“ Der zweite probiert und fügt hinzur „Ja, ein rostiger Schlüssel!“ Der dritte kostet und stellt fest: „Stimmt! Und zwar an einem Lederriemen!“ * Ein Bezechter steht an eine Hauswand gelehnt und bekämpft vergeblich einen kräftigen Schluckauf. Ein Vorübergehender klopft ihm freundlich auf die Schulter und meint:„Sie werden gewiß mal alt!“ „Wieso denn?“ unterbricht der Angeredete seinen eintönigen Rhythmus. „Der Psalmist sagt bekanntlich: Des Menschen leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hochkommt, achtzig. Ihnen ist es bestimmt hochgekommen!“ Der Planet Mars antwortet Der Mensch sendet Wellen Als letzthin die dritte Atombombe, zum friedlichen Zweck der Forschung, auf der fernen Südseeinsel Bikini explodierte. konnte der Wiener Psychologe Professor Rohracher die bis nach Wien reichenden Wellen in seinem Laboratorium feststellen. Er war schon Jahre zuvor, von den elektrischen Vorgängen im menschlichen Gehirn ausgehend— die Ganglienwellen erzeugen bekanntlich Spannungsschwankungen von etwa 0.00002 Volt, die Alpha- und die Betawellen—, auf bisher völlig unbekannte mechanische Wellen gestoßen, die nur vom menschlichen Körper herrühren konnten, und hatte zu ihrer Untersuchung eine ingenlös aus den verschiedensten Gebieten der Technik gesammelte, zum Teil auch neu konstruierte Apparatur bereitgestellt, die ihm nicht nur damals die Beobachtung der von jener Atombombe ausgelösten Bewegungen, sondern vor allem die Feststellung enmöglichte, daß der menschliche Körper ständig mechantsche Mikroschwingungen von einer bestimmten Frequenz(Schwingungszahl) Siese Urequans, 1 be 12 Schwingungen pro Sekunde, steigt höchstens auf 17 an und ist gegen Gußere und innere Einflüsse sehr widerstandsfähig; beim Säugling wie beim Greis liegt sie im gleichen Bereich, sie ändert sich nicht bei Krankheit oder Fieber, im Schlafen oder Wachen. So klein auch die Mikroschwingungen sind, so ist ihre Kraft gar nicht gering. Belastet man einen Körperteil, z. B. den Arm, um die Schwingung zu unterdrücken, so muß man bis 11 kg gehen; und auf feste Gegenstände, die mit dem Körper in Berührung sind, pflanzen sie sich fort, wie denn auch zweifelsohne in der Umgebung jedes Menschen die Luft im Rhythmus seiner Körpervibration schwingt. Sie gehört zum Bereich des Infraschalls: die Frequenzschwelle des menschlichen Gehörs liegt bei 18 bis 20 Schwingungen pro Sekunde: wir können also die Mikroschwingungen, deren Frequenz ja gewöhnlich zwischen 7 und 12, immer aber unter 16 liegt, nicht hören, während es wohl möglich ist, daß der Hund, bei dem festgestellt werden konnte, daß seine Hörschwelle weit über der des Menschen Degt, die als sehr tiefen Ton bürt. War schon die Entdeckung der Mikroschwingungen des menschlichen Körpers für Professor Rohracher eine Uberraschung, so war er noch viel erstaunter, als seine Kontrollversuche zeigten, daß auch die Erde solche mechanische Wellen aussendet, zwar nur ein Zehntel so stark, aber von gleicher Frequenz. Während nun die Herkunft der Körperschwingungen noch ziemlich unklar ist— man weiß von ihnen nur, daß sie durch organische Prozesse hervorgebracht werden—. kann man die Erdschwingungen als Eigenresonanz der Erdoberfläche auffassen, ausgelöst durch die ja ständig auftretenden kleinen Erdbeben, durch die Tätigkeit der Vulkane, durch Regen, Ebbe und Flut, durch die Strömungen der Flüsse und durch die schweren Verkehrsmittel und anderes Menschenwerk. Daß die vom Menschenkörper und die von der Erde ausgehenden Schwingungen— und auch die elektrischen Wellen, die unser Gehirn aussendet— die gleiche Trequenz haben,das kann, so rätselhaft es uns auch heute noch anmuten mag, kein Zufall sein. Hier führen uns die Erkenntnisse des Wiener Gelehrten vor letste Gepetmnisse, INas haben sie uns wohl zu sagen? — So lautete die Frage, die sich die Gelehrten stellten. Sie waren zu einem Kongress in Pampelune zusammengekommen, um Mittel und Wege zu finden, Verbindung mit dem Planeten Mars aufzunehmen. Sie waren einstimmig der Meinung, daß die Lichtzeichen, die auf der Oberfläche des Mars beobachtet werden konnten, tatsächlich uns galten, nur ihr Sinn mußte enträtselt werden. Und es war ja auch nicht zu bezweifeln: aus welchem anderen Grunde kann sich ein Planet damit die Zeit vertreiben, tagsüber Licht zu machen, wenn nicht, um sich mit anderen Planeten zu unterhalten? Dr. Isodorus trug eine Entschließung vor, die einstimmig angenommen wurde.„Nehmen wir ruhig an“, so sagte der Gelehrte,„daß die Marsbewohner weiter fortgeschritten sind als wir und daß sie vermittels vervollkommneter telephonischer und telephotischer Erfindungen festgestellt haben, was sich alles auf unserem Planeten abspielt. Deshalb müssen wir es wagen und ihnen in unserer Sprache schreiben. Der Versuch kostet immerhin 22 Milliarden! Ein Krieg ist natürlich nichts dagegen!“ Um Menschen zu schreiben, die so weit weg wohnen, mußte ein riesiges großes Blatt Papier hergestellt werden, und außerdem war eine sehr flache Gegend erforderlich, wo dieses Blatt ausgebreitet werden konnte. Die Wahl fiel auf den klassischen Ort für ein derartiges Experiment: die Wüsten Zentralafrikas. Oasen wurden beseitigt und Negerdörfer ausradiert, damit das ungeheuere Blatt keine Falten warf. Bei der Gelegenheit aivilisierte man eine Menge Schwarzer und bekehrte man sämtliche Kannibalen von Quandi, Quandgi und Quandga zum Vegetarismus, obwohl diese Schwarzen so sehr auf Menschenfleisch erpicht gewesen waren, daß eie ihre bungernden Mägen, mit ihren eigenen Ohren zu füllen pflegten. Sämtliche Erzeugnisse der Schreibwarenfabriken wurden beschlagnahmt so daß in Europa die Tinte knapp wure de und Madame Séverine ihre beredten Aufrufe an die öffentliche Freigebigkeit auf Baumrinde schreiben mußte, während Stadttrommler, den früheren Rhapsoden gleich, ihre Alexandriner an den Straßenkreuzungen der Städte deklamierten. Nachdem die Tinte vermittelts chemischer Sonderbehandlung vollkommen feuchtkräftig gemacht worden war, breiteten riesenhafte, von Ochsen gezogene Walzen sie zu Buchstaben auf den Papierbogen aus, was vier Monate in Anspruch nahm. Da die Lichtzeichen des Mars weiterhin herüberblinkten, war beschlossen worden, die kurze Frage zu stellen:„Bitte?“ Jeder Buchste war hundert Meilen hoch. Und der Bunkt auf dem 1 wan von solchen Ausmaßen, daß ein ganzee Heer hätte darauf exerzieren können, Als die Beschriftungsarbeiten beendet waren, warteten man im Observatorium von Gabon auf die Antwort des Planeten Mars. Man breuchte nicht lange zu warten. Nach 24 Stunden schon kam vermittels einzelner Leuchtbuchstaben, die nacheinander, in einem Abstand von jeweils einer Viertelstunde, sichtbar wurden. Das Observatorium gab sie telegrafisch an die ungeduldigen Erdbewohner, die alle gespannt vor den Lautsprechern saßen, weiter. Die Antwort auf die Frage„Bitte?“ lautete einfach:„Nichts“. Da breitete man einen neuen Pag plerbogen in Zentralafrika aus. Daraus schrieb man(die Arbeit dauerte sieben Monate):„Warum geben Sie uns denn Zeichen?" Mars antwortete:„Wir sprechen in gar nicht mit Ihnen, sondern mit den vewchnern des Planaten Boterg„ Statt Karten * nie Geburt eines gesunden Stammbalter: S weigen in darieberer Preude an Otto Schulte jr. und Frau Marianne geb. Gandenbrink schbe“ e Haselach straße Neonelt ich Bruchfeluchee Für Bruchleidende wird das Universal-Industrie-Bruchband (patentamtlich geschützt) das Bruchband der Zukunft werden. Vollelastisch, ohne Stahlbügel, ohne Feder. Weiche Vollschutzselotten. Tag und Nacht tragbar, auch für Schwerarbeiter und Sportler. Kurt Prager& Co., Bernkastel. Kostenlose Sprechstunden: Montag, 26. 6. von 10—½1 Uhr Hagen, Westfalenhoff Emilienplatz. Montag, 26. 6. von 14—16 Uhr in Schwerte, Deutsches Haus, Bahnhofstr. Montag, 26. 6. von 17—19 Uhr Iserlohn, Gastst. Heinr. Plugge, Wasserstr. Statt besonderer Anzeige Philipp Staubach, Dachdeckermeister Villigst, Letmather Straße 9, Filiale: Schwerte, Ostenstr. 26 Bchotbeien aller An. senielselerungen u. 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Brand, ein vorzüglicher Techniker und Konterboxer, konnte in sechs von denacht Runden beträchtliche Vorteile für sich buchen und wurde zum einstimmigen Punktsieger erklärt. Auch Schmeling erhielt nach diesen beiden von ihm ruhig und sachlich geleiteten Kämpfen viel Beifall, der auch stürmisch aufbrauste, als Heinz Neuhaus, Dortmund, die große westfälische Hoffnung im Schwergewicht, vorgestellt wurde. Ein weiterer Kampf war der im Mittelgewicht über sechs Runden zwischen Kemena(Dortmund) und Chomitowski I(Hamm). In diesem Kampf wurde der Dortmunder hoher Punktsieger. Er ließ sich von dem wildschlaganden Gegner nicht einen Augenblick lang verblüffen. Bravo. Werner Rodewald! Zum Kampf im Federgewicht über echt Runden ging Rohde(Dortmund) gegen Rodewald II(Schwerte) in den Ring. Es war von vornherein klar, daß die Siegeschancen gegen den erfahrenen und sich in guter Form befindlichen Gegner gering waren. Rohde versuchte denn auch mit aller Gewalt, einen k.o.Sieg zu erringen. Aber er hatte sich verrechnet. Rodewald, außerordentlich hart im Nehmen, ließ sich nicht endgültig bezwingen. Die ersten drei Runden gingen klar an Rohde, ja, in der vierten Runde mußte Rodewald dreimal bis knapp vor dem k.o. auf die Bretter. Aber immer wieder stellte sich der tapfere Schwerter zum Kampf. Auch in der 5. Runde mußte er zweimal zu Boden, zwischendurch aber brachte er doch noch einige gute Schläge an. In der letzten Runde wollte es der Dortmunder zwingen. Wieder ging Werner Rodewald dreimal zu Boden, aber beim Schlußgong stand er wieder im Ring. Rohde wurde zwar einstimmig hoher Punktsieger, aber dem tapferen Verhalten Rodewalds zollten alle Zuschauer Beifall. Ungerechtes Urteil gegen P. Rodewald Auch der Kampf im Weltergewicht sah einen Schwerter Boxer im Ring. Rodewald I(Schwerte) trat gegen Krafft(Hagen) an. Der leichtere und ältere Krafft mußte schon in der ersten Minuten einsehen, daß er den harten Schlägen des gut trainierten Gegners nicht gewachsen war. Durch dauerndes Ausweichen nahm er den Schlägen Rodewalds etwas von ihrer Wirkung. Stellte er sich zum Kampf, so setzte seine Klammertechnik ein. Der Schwerter konnte die ersten drei Runden klar für sich buchen. Krafft ging in der zweiten Reinde sogar bis 8 zu Boden, doch ließ ihn die sträflich offene Dekkung Rodewalds in der 4. und 5. Runde auch einigemate durchkammen, so daß in diesen Runden der Kampf ausgeglichener war. In der 7. Runde ließ sich Krafft, der durch die vielen Angriffe seines Gegners mürbe gemacht worden war, nach einem Leberhaken vom Ringrichter auszählen. Alles wartete auf das Urteil:„Sieger durch k.o. Rodewald“— aber es kam anders. Das Punktgericht beschuldigte unverständlicherweise Rodewald des Tiefschlages und disqualiflzierte ihn. Der sympathische Schwerter, der sich keiner Schuld bewußt war, vernahm das Urteil mis Entrüstung. Ebenso die zahlreichen Schwerter, die sich zu dieser Veranstaltung in Iserlohn eingefunden hatten. Die Reihenfolge der Kämpfe war: 1. Rohde— Rodewald II, 2. Chomitowski- Kemena, 3. Brand- Aßmann, Bastian- Strelecki, 5. Rodewald Krafft. Sie dauerten von acht bis halb elf Uhr. Opohtonsckau VfI. Schwerte I.— Duisburger Spielverein I. Der Vereinsführung des VfI. Schwerte ist es gelungen, knapp vor Toresschluß noch eine prominente Fußballmannschaft Westdeutschlands nach Schiwerte zu verpflichten. Am Sonnabend(Anstoß 19. Uhr) wird demnach die komplette I. Mannschaft des Duisburger Spielvereins Gegner unserer VILer sein. Vorspiel: VfI. Schwerte Res.— SC Aplerbeck 09 Res.(verstärkt). Tus Wandhofen 1911 hat sich als Gast beim SV Boele-Kabel angemeldet. Auch der VIB Westhofen gastiert mit seinen Mannschaften in Hagen. SSC Ergste 1912 macht in diesem Jahr einen würdigen Abschluß. Kein Geringerer als der SV Hemer 08, einstmas Südwestfalenmeister, gastiert am Sonnabiend im Wietloh. SC Hennen 18 steht am Sonntag bei der Pokalwoche des SV Hengsen-Opherdicke im Endspiel. Tischtennis-Oberliga kommt nach Schwerte Die Spartenleitung des VII. 1868 Schwerte verpflichtete für Sonntag die kampfstarke Oberligamannschaft PreuBen Wanne 04. Damit beginnt nach dem Aufstieg der 1. Mannschaft des VfI. eine Serie von Spielen, um für die kommenden Spiele in der Landesliga gerüstet zu sein. Wannes Stärken sind Kiel, 3. Deutscher Jugendmeister, der unverwüstliche Bärwolf, und der Sicherheitsspieler a la Mauritz Woizikowski. Die Wanner Mannschaft wird von allen Gegnern als Kampfmannschaft gefürchtet, es ist nicht vorauszusehen, wie der jungen Schwerter Mannschaft die Oberligareife und das betonte Zweckmäßigkeitspiel bekommen wird. Wir können der jungen Schwerter Mannschaft nur empfehlen, unbekümmert wie in den vergangenen M.-Spielen, an den Tisch zu gehen und durch steten Angriff das Deckungsspiel der Oberligisten zu durchbrechen. Anschlag: Sonntag um 10 Uhr bei Stadermann An die Schwerter Sportbevölkerung, besonders aber an die Kameraden der Sparten des VII., ergeht die Bitte, die ses Spiel zu besuchen, damit die Sparte T.T. in den kommenden M.-Spielen gegen VfI. Hagen, SSV Hagen, TV Soest, Schalke 04, Hohenlimburg 1910. Wattenscheid 1861, TG Herdecke und Apierbeck 00 spielerisch und suich finanziell verüatet uuf. Es gilt der einzigen Ligamannschaft unseres Grodvereins Rückhalt und Kraft mi geben NB. Beim Abschlußturnier des Lehrgangs für Nachwuchskräfte erkämpfte sich G. Kebekus(VfL.) unter 25 Bewerbern den beachtlichen 4. Platz., Sieger wurde der am Sonntag am 1. Brett für Preußen Wanne startende Ingo Kiel Handball Tus Holzen 97 empfängt am Sonntagmorgen an der Ziegelei den Gauligist der Gruppe Industrie ÖSV Hörde. Hörde schaffte im vergangenen Jahr den Aufstieg zur Gauklasse und gab in der nunmehr beendeten Serie einen stets achtbaren Gegner ab. Vi#e und sehen in den Lichtspielen„Zur Reichskrone“ den Film„Vagabunden der Liebe“. In diesem großen Film, der nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Juliane Kay gedreht wurde, sehen wir in den Hauptrollen Paula Wessely, Attila Hörbiger, Elfe Gerhart und Siegfried Breuer. Dann der Box-Film vom Kampf Walcott— ten Hoff. Dieser spannende Streifen wird auch bei den Sportfreunden Schwertes Interesse finden. * Im„Rolandtheater“ sehen wir den amerikanischen Kriminalflim„Hafen des Lasters“. Lauren Bacall in der weiblichen Hauptrolle einer Barbesitzerin in Florida, Edward G. Robinson als Verbrecher und vorübergehender Kneipenbesitzer, schließlich Humphrey Bogart als Retter in der Not, als Draufgäinger und Gentlemen, der einer Frau zu ihrem Recht verhilft und dafür ihr Herz erwirbt. Spannung bis zum Schluß! — das verspricht und hält dieser Film Hohes Alter. Schwerte. Frau Wwe. Hanna Gosch, geb. Wetzel, feiert am heutigen Johannistag bei ihrem jüngsten Sohne in der Molkerei ihren 81. Geburtstag. Die Lebensjubilarin ist Ostvertriebene aus Pommern, Mutter von 5 Söhnen und 3 Töchtern. Zum hohen Geburtstag gratuliert die„Schwerter Zeitung“ auf vias herzlichste. Goldene(Linge im Sommer an sprach vom Zufall. Professor EDe Therriot hatte soeben eine eingehende Definition dieses Begriffes gegeben. Sie war in kaum einem der weinbenebelten Hirne haften geblieben. Herr Piltzich, ein etwas stiller, nüchterner Mensch, hob die Hand, als wollte er etwas sagen. Man blickte neugierig zu ihm hinüber, verstummte allmählich und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Piltzich sah verlegen umher. Dann begann er mit leiser, stockender Stimme.„Verzeihen Sie, daß ich mich in diese interessante Unterhaltung einmische“, sagte er und blickte den Professor einen Augenblick lang an,„aber ich glaube, Ihnen mit einem Erlebnis dienen zu können, das in seiner Art zwar recht harmlos ist, jedoch als typisches Beispiel in das Gebiet des Zufälligen paßt.“ „Erzählen!“ rief man. Der schmächtige Herr betupfte seine Stirn mit dem Taschentuch.„Vor etwa zehn Jahren heiratete ich“, begann er zögernd,„wir verbrachten unsere Flitterwochen auf dem Gute eines Freundes meiner Frau. Täglich machten wir ausgedehnte Spaziergänge in die schöne Umgebung. Nicht weit vom Gutshof entfernt gab es einen See. In ihm badeten wir recht häufig. Eines Tages spielten wir mit einem großen, leichten Ball auf dem schmalen Sandstreifen am Ufer des Gewässers. Plötzlich rief mir meine Frau bestürzt zu, sie habe ihren „Trauring verloren. Wir suchten sogleich eifrig, fanden indessen den Ring nicht. Meine Frau war tief unglücklich. Der von Heinz E. Kratz Ring blieb verschwunden.— Nun, ich erstand in der nahen Stadt einen neuen Reif, und im Laufe der Zeit vergaßen wir den Vorfall, zumal sich alle Unheilsprophezeiungen als falsch erwiesen hatten.“ Piltzich sah zu seiner schlichten Frau hinüber, die gespannt seinen Worten lauschte.„Vor zwei Jahren, also etwa acht Jahre nach diesem Ereignis, fuhren wir mit unserem Söhnchen wiederum auf das Gut unseres Bekannten. Der kleine Frank war ganz versessen aufs Baden, und so mußten wir oft mit ihm zu dem versteckten See gehen. Eines Tages hatte der kleine Kerl eine Sandburg errichtet und erklärte der staunenden Mutti die Sinngedichte Ein Mühlstein und ein Menschenherz Wird stets herumgetrieben; Wo beides nichts zu reiben hat, Wird beides selbst zerrieben. An wird gehen alle Lust, Auf wird hören alles Klagen, Wann die Uhren in der Welt Alle werden gleiche schlagen. Friedrich Lovgau(1604-1655) Wege und Plätze, die das stolze Bauwerk aufwies. Ich saß einige Meter entfernt auf einem umgestürzten Baumstamm und sah den beiden zu. Dabei mußte ich an unseren ersten gemeinsamen Aufenthalt in dieser Gegend denken...., Jn Gi; Hicht „Gib acht, daß au den Ring nicht wieder verlierst“, rief ich meiner Frau scherzend zu. Instinktiv blickte sie auf ihre Hand — und schrie auf.„Er ist fort!“ rief sie,„er ist nicht mehr da“. Weinend kam sie zu mir gelaufen. Wir begannen sofort zu suchen, wobei uns der kleine Frank emsig half. Nach einer Weile kommt der Junge freudestrahlend zu uns und sagt:„Da!“ In der Hand hält er den Ring. Während meine Frau den Kleinen beglückt hochnimmt und küßt, frage ich ihn nach der Fundstelle. Wieder auf den Beinen, läuft er einige Schritte vor uns her, bleibt stehen, deutet mit dem Finger nach unten und sagt wieder„Da!“ Meine Augen folgen der Richtung seines Fingers und— Sie werden es nicht glauben— im Sande liegt noch ein Ring! Es war der Trauring, den meine Frau vor acht Jahren verloren hatte.“ W741 Im Raume herrschte Stille. Während man dann ringsum kopfschüttelnd die plötzliche Wendung der Erzählung aufnahm, erhob sich Piltzich, schritt zu seiner Frau hinüber und strich ihr zart über die Hand, an deren Fingern neben dem Trauring ein ähnlicher, mit einem Brillanten verzierter Reif steckte. euzelF. Mi[Benine oben liegt unser Haus“, sagte er * zärtlich und zeigte auf ein kleines Blockhaus, das auf einer steilen Klippe stand. In der Ferne hörte man die Brandung des Kattegat.„Ja“, sagte Jonna glücklich,„unser Haus! Ich kann es noch gar nicht glauben, zehn Jahre habe ich— nein, haben wir— warten miissen, und heute sind wir Mann und Frau!“. Der Mann drückte die zarte kleine Gestalt an sich.„Ja, Jonna, zehn Jahre lang, eine Ewigkeit! Aber nun liegt das Leben vor uns, nun kann uns nichts mehr trennen. Und Elisabeth hat Frieden“, fügte er still hinzu,„es ist auch schwer, zehn Jahre lang hoffnungslos krank zu sein!“ Jonna schauderte zusammen, Elisabeth, Holgers Frau, die zehn Jahre lang in der Anstalt hatte sein müssen. Ja, nun hatte sie Frieden, sie war still und friedlich eingeschlafen.. Das Ponny;- das vor den kleinen Wagen gespannt war, machte ein paar Sprünge.„Nellie ist so nervös“, lachte Holger,„vielleicht spürt sie, daß sie ein eben getrautes Ehepaar fährt und will sich bemerkbar machen, ruhig, alte Dame“, sagte er zu dem Pferd, das unruhig seine Ohren spielen ließ. Dann aber waren sie oben beim Haus.„Gefällt es dir“, fragte Holger. Jonnas Augen leuchteten.„Herrlich, man hat das Gefühl, in einem Flugzeug zu sitzen, wenn der Wind vom Meer her zu stark bläst, fliegen wir davon!“ Sie standen am Fenster und sahen über den Abgrund hinweg, der sie vom Meer trennte. Die Klippe ging hier an tausend Fuß lotrecht hinab. Eng umschlungen gingen sie in Holgers Arbeitszimmer. Das Telefon schrillte. Holger nahm den Hörer. Jonna sah, daß sich eine kleine Falte auf seiner Stirn bildete. Es mußte ein Ferngespräch sein. Holger sprach lange und eindringlich, und plötzlich wußte Jonna, daß er von Benthe sprach. Ach ja, Benthe, Holgers zwölfjährige Tochter, die in Kopenhagen zur Schule ging. Für eine zweiunddreißigjährige junge Frau ist es nicht ganz leicht. plötzlich eine zwölfjährige Tochter mit in die Ehe zu bekommen, und Benthe war nicht leicht zu behandeln. Nun hörte sie, wie Holger den Hörer auflegte. Jonna lächelte ihm entgegen.„Benthe kommt heute abend, ich muß zur Bahn fahren, um sie abzuholen!“„Heute?“, fragte Jonna,„an unserem Hochzeitstag?“ Holger sah sie bittend an:„Ja, Liebes, die Schule ist plötzlich geschlossen worden, es sind zwei Scharlachfälle vorgekommen. Da schicken sie Benthe nach Hause“ ür strich Jonna sart über die von Vibeke Christiansen Stirn.„Du wirst das Kind liebgewinnen, nicht? Benthe hat ja nie richtig eine Mutter kennen gelernt!“ Jonna biß die Zähne zusammen. Sie wollte ihre Enttäuschung nicht zeigen, zehn Jahre lang hatte sie auf diesen Tag gewartet, zehn lange Jahre.„Natürlich, da ist nichts zu machen“, sagte sie tapfer,„wann kommt das Kind? Mußt du gleich zum Bahnhof und ist das weit von hier?“ „Nur eine halbe Stunde mit dem Wagen nach der anderen Seite, wo wir herkamen, ich bin nur bange, daß ein Gewitter kommt, aber ich muß gleich fahren. In einer Stunde bin ich wieder hier!“ Zehn Minuten später stand sie vor dem Haus und sah den Ponnywagen langsam den steilen Weg herabfahren. Holger drehte sich um und winkte, Jonna sah unruhig nach den dunklen Wolken, die langsam näher kamen. Sie ging ins Haus zurück. So sollte also ihr Hochzeitsabend sein— zusammen mt Benthe, dem Kind der anderen Frau, die einmal eine Rolle im Leben des geliebten Mannes gespielt hatte. Würde Jonna dieses Kind wirklich einmal lieben können, wie ein eigenes? Warum mußte Benthe heute kommen, gerade heute, am Abend ihres Hochzeitstages? Das Gewitter brach los. es war nun draußen ganz dunkel geworden. Der Wind ließ das Haus auf der Klippe erzittern. Jonna hatte Angst um Holger, die Wege waren so steil und glitschig und das Pferd so nervös. Und all dies, wegen Benthe! Uber eine Stunde war nun vergangen. Plötzlich hörte Jonna draußen ein Auto den steilen Weg heraufkommen. Sie blieb ganz still stehen, eine eisige Angst kroch in ihr hoch. Zwei Polizeibeamte erschienen in der Tür.„Frau Christiansen?“ fragten sie. „Ja, was ist geschehen?“„Das Pferd vor dem Wagen ihres Gatten ist scheu geworden, der Wagen fuhr direkt in den Abgrund. Wir haben die Leiche gefunden. Ein Krankenauto—“ „Die Leiche?“ flüsterte Jonna, sie hatte plötzlich das Gefühl, als schwebe sie frei in der Luft.„Ist er tot?“ Der eine der Polizisten trat auf sie zu.„Ja“, Bärenhitze im Gelzenkireliener Goo sagte er leise und legte schützend den Arm um sie,„ja, leider" Jonna ging rastlos auf und ab, sie hörte gar nicht, was die Polizisten noch sagten. Sie hörte nichts, fühlte nichts, sie ging und ging. Holger tot? Das konnte nicht wahr sein!„Wollen Sie mit uns zur Station fahren, wir haben den Toten nach H gebracht. Sie können mit uns fahren!“ Mitfahren? Wohin? Sie hatte keinen Ort mehr auf der Welt, wo sie hingehen sollte, Holger war ja tot. Und plötzlich drehte sie sich um und lief die Treppe herauf. Ja, sie wollte zu Holger, sie wollte bei ihm sein! Sie ris das Fenster im Schlafzimmer auf. Der Regen schlug ihr ins Gesicht, sie konnte das Meer brausen hören. Der Wind riß an ihren Haaren, sie beugte sich aus dem Fenster und sah Es lebe Mazaro! Nieder mit Caserta! [Wir haben bei uns hier in Lateinp““ amerika schon manches erlebt“, sagte Don Soriano, als wir bei der dritten Flasche saßen,„aber das Tollste war es doch, wie wir uns damals mit dem General Cacerta herumschlugen. Caserta ist im Jahre— also, an das Jahr erinnere ich mich nicht mehr genau— kurz, er ist einmal über Nacht Präsident geworden. Wie und warum hat man nie erfahren. Wir aber, wir blieben unserem alten Mazaro treu. Das war ein besserer Präsident gewesen. Na, und plötzlich ging's los. Wir kämpften wie die Löwen für Mazaro. Es wurde furchtbar viel gebullert und Pulver verspritzt. Sonst ist ja kein großes Unglück dabei geschehen. Die Truppen des General Caserta waren in der Uberzahl. Wir mußten uns zurückziehen und verschanzten uns im Fort San Pedro. Ihr kennt ja dieses alte Geröll. Unser Führer war der Oberst Ruiz, ein schlauer Fuchs. Aber kein Mensch wußte, wie und warum er Oberst geworden war. Ich glaube, er kannte nicht den Unterschied zwischen einer Kanone und einem OfenShr O Wie wir also im Fort San Pedro savon Ewald Balter Ben und uns verteidigten, daß es eine Art war, stellt sich heraus, daß unser Oberst Ruiz uns im Stich gelassen hatte. Weg war er. Aufs Land abgereist, seinen Reis bauen. Wir hatten allen Grund, empört zu sein. Aber er hätte uns ja auch nicht geholfen, mit seinen militärischen Kenntnissen. Plötzlich, wie wir schon alle Hoffnung verloren hatten, ertönte aus den inneren Räumen des Forts San Pedro eine energische, tapfere Stimme:„Es lebe Mazaro! Nieder mit Caserta!“ Das ging uns mächtig zu Herzen. Und wir hielten dem Angriff stand. Die Gegner hatten geglaubt, mit uns leicht fertigzuwerden. Aber jetzt wurden sie unsicher.“ „Es lebe Mazaro!“ rief die Stimme wieder begeisternd. Wir schrien dasselbe und stürzten uns auf die verdutzten Angreifer. Je stärker der Gegner darauf los bulllerte, umso energischer und lauter rief es bei uns:„Es lebe Mazaro! Nieder mit Caserta!“ Wir haben die Angreifer zurückgeschlagen und sind schließlich Sieger geblieben. Unser guter alter Mazaro kannte wieder Präsident werden, Mancher von uns war neugierig, welcher Held uns denn eigentlich mit seinem Rufe„Es lebe Mazaro!“ zum Siege geführt hatte Und da stellte es sich heraus— ob ihr’s glaubt oder nicht, Caballeros,— daß im Fort ein Papagei auf einer Stange angekettet saß: den hatte der schlaue Oberst Ruiz rechtzeitig abgerichtet und ihm den Ruf beigebracht:„Es lebe Mazaro! Nieder mit Caserta“. So sind wir von einem Papagei besser geführt worden, als es der Oberst Rulz, der doch gar kein richtiger Oberst gewesen ist, je vermocht hätte. Dafür ist er auch dann von unserem Präsidenten Mazaro zum Kriegsminister ernannt worden. Der Oberst, nicht der Papagei. Man soll mir nur nicht mit den Geschichten aus Europa kommen, mit den alten Römern und Griechen. Daß die Gänse das Kapitol gerettet haben, kann wahr sein oder auch nicht. Ich bin nie einem Menschen begegnet, der mir hätte schwören können, daß er dabel gewesen ist. Aber was unser Papagel geleistet hat, das hab’ ich selbst miteriebt. und das ist hundertmal großartiger als alles, was die armen Kinder in der Schule lernen müleren.“ in die Tiefe. Hier ging es tausend Fuß senkrecht hinab. Sie brauchte nur ein paar Meter in die Luft zu springen, um an der Klippe vorbei zu kommen, dann war alles gut, dann war sie bei Holger! Zehn Jahre lang hatte sic gewartet, warum ging er heute, an ihrem Hochzeitstag von ihr? Aber sie würde kommen! Das Fensterbrett war nicht hech, sie kletterte hinauf und schwang das eine Bein über die Brüstung, nur mit den Händen hielt sie sich noch am Fensterrahmen fest, ganz weit beugte Jonna sich hinaus— und plötzlich dachte sie an Benthe! Benthe wartete ja nun auf dem Bahnhof, allein und voller Angst. Jonna ließ sich ganz langsam wieder in das Zimmer zurückgleiten. Nein, sie konnte Holgers Kind nicht allein lassen, das würde er ihr nie vergeben, Benthe hatte ja nun niemanden mehr, als sie. Sie ging zu den Pollzeibeamten hinunter.„Fahren Sie mich zur Station“, sagte sie still. Ein Auto keuchte den steilen Weg hinauf, aber Jonna achtete nicht darauf, nun hatte das alles ja keine Bedeutung mehr. Aus dem Wagen sprang Holger und hinter ihm Benthe. Seine Haare waren naß vom Regen, er war leichenblaß. „Jonna, Liebes!“ Er nahm die Frau in seine Arme.„Hier bin ich ja! Mir ist nichts geschehen! Ich hatte den Wagen vor der Station stehen lassen, Benthes Zug hatte Verspätung! Der junge Mann vom Sternwirt wollte auf das Pferd aufpassen. Der arme Kerl! Das Pferd wurde scheu, ist mit ihm durchgegangen. Die Polizei fand meine Papiere im Wagen, ich hatte sie in der Manteltasche, daher der Irrtum! Jonna, ich war halbtot vor Schreck, als ich erfuhr, daß die Polizei dich falsch benachrichtigt hatte...“ Jonna hörte kaum, was er sagte. Sie hob ihre zitternden Hände zum Mund. aber ihre Augen suchten— Benthe. Sie dachte daran, daß Benthe— der Gedanke an Benthe— sie vom Abgrund zurückgerissen hatte. Sie schuldete Benthe ihr Leben. Plötzlich schloß sie die Augen, einen Augenblick lang klammerte sie sich wie verzweifelt an Holger, dann ris sie eich los und lief auf Dentbe aus. WIl! nach Dedtsehland Viveca Lindfors Die Schwedinnen nehmen unter den Filmschauspielerinnen, die die Welt mit ihrem Ruhm erfüllen, einen ganz besonderen Rang ein. Greta Garbo, Ingrid Bergman, Viveca Lindfors sind in Hollywood, Zarah Leander. Kristina Söderbaum in Deutschland groß und weltbekannt geworden. Alle haben sie trotz der Verschiedenheit ihrer Temperamente jenes Etwas gemeinsam, das anscheinend nur die schönen Töchter des alten nordischen Kulturlandes aufLint guter Gelegentlich darf der Film Kunst sein, oft ist er Konfektion, auf die Unterhaltungsbedürfnisse eines möglichst breiten Publikums zugeschnitten, er kann aber auch Kintopp sein. Bei diesem Wort sträuben sich dem ernsthaften Menschen die Haare, er denkt sofort an die naheliegende Klamottenkiste— und doch: Kintopp, gut gemacht, ist noch immer nicht das Schlechteste. Wenn es hoch hergeht auf der Leinwand, wenn Nerven und Zwerchfell nach allen Regeln bewährter„Kintopp-Kunst“ strapaziert werden — dann ist auch ein solcher Film willkommen. Weil er nicht die Ambition hat, mehr zu sein als eben— gut gemachter Kintopp. Nach der heute oft so langweiligen Durchschnitts-Leinwandware wirkt deshalb ein kräftiger Griff in die Klamottenkiste wie eine herzerfrischende Dusche für ermüdete und etwas blasierte Zuschauer. Und was liegt oben auf, in der so viel geschmähten Kiste? Der handfeste Wildwester, der uns schon begeisterte und wahrscheinlich noch unsere Enkel mit den ersten selbstgesparten Groschen in die geheimnisvolle Welt der Cowboys, Pferdediebe und Rothäute locken wird. Diese Filme bieten Verbrechen, Liebreiz und Abenteuer in so populärer Form, daß sie von dem, was man im allgemeinen Filmkritik nennt, nie ganz ernst genommen werden. Wohl aber vom Publikum, welches größtenteils offensichtlich aus noch unverdorbenen (oder schon ganz verdorbenen) Gemütern besteht. Gewiß es ist verfänglich, zu fragen, was denn eigentlich ein Wildwester sei.— Er besteht aus einer Prärie, der„Im Herzen von Arizona“, einer Kneipe, meistens mit Damenbedienung nicht immer ganz vordergründigen Charakters, unter der sich natürlich auch hin und wieder ein verschlepptes oder verirrtes tugendsames Mägdelein findet, das dann, natürlich im letzten Moment von einem kraftvollen, unverbildeten Naturburschen gerettet wird, und, das sei nicht vergessen, stets einem Sheriff. Das Ubrige ist ein staubiges Gewimmel von Pferdenüstern, breittkrempigen Hüten, tellergroßen Sporen und todesdrohenden Revolvermündungen. Kein Wunder, daß gegen die Wildwester mannigfache Bedenken laut geworden sind. Man beschwert sich darüber, daß sie mit der Heroisierung von schlechten Manieren. Rohheit, Trunksucht, Hasardspiel und Pferdeschinderei die jugendliche Phantasie in unerwünschte Bahnen lenken, wobei die sich häufenden Kassenüberfälle in den Details ihre Anregung durch Kinovorbilder schwerlich verleugnen können. Das alles zugegeben, sind die Beschwerden im allgemeinen aber doch wohl übertrieben. Denn diese moralischen Zeitgenossen entrüsten sich nicht, damit es besser werde. sondern es ist ihnen wohl, weil sie sich entrüsten können. Die Jugend jeder Generation macht ihre Flegeljahre durch, in denen Kraft und Gewandheit alles gilt; und ob es nun grüne Rasenflächen oder weiße Filmflächen sind, wo sie ihr Ideal realisiert findet, bleibt schließlich doch mehr oder weniger gleichgültig. Gefährlich wird es erst, wenn, wie einer unserer scharfsinnigsten Feuilletonisten neulich bemerkte.— wenn solche Pubertätsideale von steckengebliebenen Genies ganzen Völkern suggeriert werden können. Denn, so meint dieser boshafte Herr, es sei doch wohl kein Zufall, daß Old Shatterhand und die blonde Uberbestie zur gleichen Zeit konzipiert wurden und zwar ausgerechnet von zwei Sachsen. Lassen wir also ruhig das Moralin in der dafür bestimmten Flasche und der Jugend ihr Vergnügen. Oder besser, machen wir selbst auch einmal die Probe aufs Exempel zu sehen, ob diese Welt nicht auch für uns noch ihren Zauber hat. Kann man wirklich ruhig auf seinem Kino-Polstersessel sitzen, wenn William Boyd als Hopalong Cassidy, gegen den kein Kraut und kein Sheriff gewachsen ist, über die Prärie saust, wenn er nach mörderischem Kampf die Pferdediebe stellt, wenn er sich im vollen Galopp aus dem Sattel fallen läßt, oder plötzlich verwegen auf den Rücken seines Mustangs schwingt? Nein, dabei kann niemand in kritischer Ablehnung verharren, wenn er noch ein Fünkchen Abenteuerblut in seinen Adern fühlt. Da geht einem der Hut hoch— und auf der Leinwand knallt es, und jedes neue Abenteuer ist ein Treffer ins Schwarze; in das gottlob nie zu stillende Bedürfnis nach Abenteuerlichkeit und Männerromantik, auch in unserer Zeit zuweisen haben: eine erregende Mischung von Ursprünglichkeit und Gepflegtheit, von Kraft und Anmut, von naiver Natürlichkeit und selbstbewußtem Weibtum. Viveca Lindfors, die Jüngste der oben Genannten, hatte bereits in Schweden in über zwanzig Filmen mitgewirkt, als sie der Ruf aus Hollywood erreichte. Geboren in Upsala, war sie schon mit 7 Jahren Tanzschülerin geworden. Die Voraussetzungen für ihre Erfolge vermittelte ihr, wie auch Greta Garbo und Ingrid Bergman, das Königlich Dramatische Theater in Stockholm. Bald wurden schwedische Filmproduzenten auf sie aufmerksam. Ihr Ruhm stieg von Film zu Film, bis das Engagement nach Hollywood nicht mehr abzuwenden war. 1946 ging Viveca Lindfors nach Hollywood. eigentlich nur aus Neugierde. Die Amerikaner mögen diese Frau mit dem seltsamen Namen, der sich so zärtlich aussprechen läßt. Sie mögen sie, obwohl sie sich mit kindlichem Staunen auf Veranstaltungen herumreichen läßt und nur fragt:„Warum, wozu dies alles“? Sie hat, was Hollywood am meisten bedauert, keinen Instinkt für„publicity“. Viveca arbeitet, spielt mit ihren beiden Kindern, die sie mitgenommen hat, und kümmert sich sonst um nichts. Das ist neu für Hollywood, weil man merkt, diese Art zu leben, ist Bedürfnis und keine Manieriertheit. 1947 erspielt sie sich einen großen Erfolg als Partnerin von Ronald Rogan in„Nacht für Nacht“ und später mit Errol Flynn in„Die Abenteuer des Don Juan“. Im allgemeinen aber bestehen ihre Filmrollen lediglich darin, gut fotografiert zu werden. So wagt sie, was sich noch kein Hollywood-Star „angemaßt“ hatte: sie kritisierte im „Life“ die Mentalität der HollywoodProduktion. Das imponierte zwar dem amerikanischen Publikum— umso weniger aber den amerikanischen Produzenten. Einige Monate später geht Viveca Lindfors wieder in Stockholm spazieren. Christian Jaque dreht hier den schwedisch- französischen Gemeinschaftsfilm„Singoalla“ nach einer Legende des schwedischen Dichters Victor Rydberg um ein Zigeunermädchen aus dem 14. Jahrhundert, in dem Viveca Lindfors für die Hauptrolle verpflichtet war— man hatte sie von Hollywood„beurlaubt“. Während der Dreharbeiten zu diesem Film war das zweite Jahr ihres Vertrages abgelaufen — er wurde nicht mehr verlängert. „Das hätte ich mir denken können“, sagte mir Viveca,„aber es ist wohl gut so, denn ich möchte in einem Film nicht nur gut fotografiert werden, sondern Menschen gestalten.— Vielleicht könnte ich das in Deutschland.. „Bestimmt!“, möchten wir sagen; denn wir glauben nicht, daß die deutschen Produzenten sich dieser Anregung versagen werden, zumal wenn unser Publikum im Herbst die beseelte Darstellerin im Film„Singoalla“ wiedersicht. Der neue RKO-Film„Gefährliche Begegnung“ ist das Meisterwerk eines künstlerisch überhöhten Kriminalfilms, von Fritz Lang. Sonntag, 25. Juni 9.00 Evangelischer Gottesdienst 10,00 Johann Sebastian Bach. Anfänge in Weimar 11,00 Unterhaltungskonzert 11,30 Das Große Hamburger Rundfunkorchester 11,45 Kirchliche Nachrichten 12,00 Sang und Klang 1 14,00 Kinderfunk. Jimmys seltsame Geschichte 14.30 Der Hörer hat das Wort 15,00 Was ihr wollt 16,00 Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Ubertragung aus dem OlympiaStadion in Berlin 17,45 Tanzmusik 19.00 Meisterwerke der Musik Siegfried Borrtes(Violine). Das Berliner Philharmonische Orchester, Leitung: Sergiu Celibidache. Ouvertüre„Die Hebriden“, op. 26(Mendelssohn-Bartholdy). Konzert für Violine und Orchester d-moll (Schumann) 19,45 Planung des Wohnens 19.00 Die Woche im Parlament 20,00 Abendkonzert 22.20 Im Rhythmus der Freude UKW-Programm 11,00 Musik zur Unterhaltung 18,00 Sport und Musik 20.00 Nachrichten und aktueller Dienst 20,15 Unterhaltung am Sonntagabend. 1. Tanzoperette, Melodien aus„Mädi“ von Robert Stolz. 2 Die bunte Stunde, 30 heitere Minuten. 3. Ungarische Zigeunerknaben spielen. 4. Der Schallplattencocktall, „Verrtickt und frech“, 3. Das Tanzpotpourrt 22.00 Nachrichten und aktueller Dienst(Wiederholung) 22.15 Moritaten— heutzutage 23.00 Sendeschluß Montag, 26. Juni 9.05 In bunter Folge 99.53 Sprechstunde für Ostvertriebene 9.00 Schulfunk 12.30 Agrarpolitische Tagesfragen 13.20 Musik am Mittag 15.30 Kurszette! 15.40 Unterhaltungskonzert 16.30 Neue politische Literatur 16.50 Schaffende und nachschaffende Musiker Berlins 17.30 Wirtschaftsfunk 17.45 Der Wandel des Geschichtebildes: 13. Bismarck 18.00 60 heitere Minuten zum Feierabend 19.30 Von Rhein und Ruhr Peter von Zahn 99.80 Sinfoniekonzert. Ouvertüre „Rômischer Carneval“, op. 9 (Berlioz). Konzert für riôte und Orchester(Ibert). Sinfonie Nr. 7 A-dur. op. 93(Beethoven) 22.13 Madeleine 6, Kriminalhorspiel 22.48 Tanzmusik 21.B 15 Minuten mit lise Hübenen und Georg Haentzsche! 21.26 Des Große Hamburger Rundkunkorchester an eOrhend Greger an das Juni-enget Rollart der Weuie vom 25. Juni bis 1. Juli 1950 5.00 Uhr Die erste Stunde 5.45 Uhr Nachrichten. Wettervorbersage 5.50 Uhr Marktrundschau für die Landwirtschaft 6.00 Uhr Frühmusik 6.20 Uhr Gymnastik 6.30 Uhr Frühmusik 6.45 Uhr Nachrichten. Wettervorbersage Gleichbleibende Jageseinteilung 7.80 Uhr Morgenandacht 7.10 Uhr Lernt Englisch 7.45 Uhr Nachrichten 8.00 Uhr Fünf-Minuten-Lexikon 8.45 Uhr Nachrichten 10.30 Uhr Unterhaltungsmusik 13.00 Uhr Presseschau 13.45 Uhr Suchdienst 19.00 Uhr Zeitgeschehen 19.30 Uhr Sportmeldungen 19.45 Uhr Nachrichten. Wettervorhersage 21.45 Uhr Nachrichten. Wettervorbersage 6.00 Uhr Nachrichten 6.05 Uhr Berlin am Mikrofon 1.00 Uhr Sendeschluß UKW-Programm 11,00 Fröhlich fängt die Woche an 11,30 Konzert am Vormittag 16,00 Kleines Konzert 16.30 Kapitel aus einem guten Buch „Angelika Wingerath“ 16,50 Kammermusik Litanei(Schubert). Nocturno Des-dur, op. 27(Chopin) Vasa Prihoda(Violine, Otto A. Graef(Klavierbegleitung) 19.00 Hermann Hagestedt und sein Orchester 19,30 Zwischen Rhein und Weser 20,15 Tausend muntere Noten Dienstag, 27. Juni 8.05 Fang’s fröhlich an Was wird für die Heimkehrerinnen getan? 9.80 Schulfunk 12,00 Musik zur Mittagspause 12.30 Verbilligung der landwirtschaftlichen Produktion 13.20 Musik am Mittag 13,30 Kurszette! 15.40 Sommer— Sonne— Sonnenbrand 16.15 Kinder singen und mustzieren 16.50 Ravel und lbert. Drei Lieder: Der Eisvogel# Der Schwan Die Grille(Ravel). Trio für Violine, Violoncello und Harfe(lbert) 17,13 Violine und Orgel. Le Tombeau(Jean-Marie Leclair) 17.30 Wirtschaftsfunk 17.45 Südtirol gibt zu denken 18.00 Musik zum Feierabend 18.50 Wirtschaftschronik der Woche 29.00 No, no, Nanette. Operette von Vincent Youmans 21.35 Südseeklänge 22.15 Internationale hinter Stacheldraht(2) 22.45 Musik 23.15 Wolfgang Fortner spricht über„Die Sinfonie heute“ UKW-Prog em 11.00 Die Streichergruppe Frans Deuber 11,30 Ludwig van Beethoven 10.30 Kapitel aus einem guten Buch „Angelika Wingerath“ 16.80 Das Lied. Aus„Drei Gesänge von Metastasio“: Die Art. ein Welb zu nehmen(Schubert). In der Mondnacht(Cornellus). Gesang Weylas(Wolt 14.9# Gut gelaunt 19,30 Zwischen Rhein und Weser 20,15 Unterhaltungskonzert 21,00 Der Hörer hat das Wort 21.30 Das Lied. Wachtelschlag (Beethoven). Die Stadt### Talismane(Schubert). Melancholie(Schumann). Nicht mehr zu dir gehen 1 Dein blaues Auge (Brahms). Storchenbotschaft (Wolf). Der Feuerreiter(Wolf) Mittwoch, 28. Juni 8,05 Kleine Melodien 8.55 Die Diätkliche 9,00 Schulfunk 12,00 Musik zur Mittagspause 12.30 Allerlei über die bevorstehende Getreideernte 13,20 Mittagskonzert 13.50 Suchdienst 15.30 Kurszettel 13.40 Orchesterkonzert. Bergsommer, Suite für kleines Orchester 16.00 Herbert Heinemann und Gerhard Grcpor an zwei Klavieren 16.15 Film, kritisch betrachtet 16,25 Filmmusik aus aller Welt 16.50 Hauskonzert für Violine und Klavier von Heinrich Kaminsk1 17,13 Isländische Lieder 17,30 Westdeutscher Kulturspiegel 18,05 Musik zum Feierabend 13.30 Melodische Rhythmen 18.50 Hochschulfunk 20,00 Herr Sanders öffnet seinen Schallplatenschrank 20,30 Tanzabend 22.05 Marie Luise Kaschnitz: Die Abreise 22.13 Ist die deutsche Jugend unpolitisch? 23.13 Internationaler Berliner Kulturkongreß UKW-Prog am.n 11,00 Leichte Mischung 16.00 Kleines Konzert. Hans Bund spielt 16.30 Kapitel aus einem guten Buch „Angelika Wingerath“ 16.50 Klaviermusik. Intermezzi###sdur und eis-moll(Brahms) 19.00 Gut gelaunt 19,30 Zwischen Rhein und Weser 26.15 Bläter der Kölner Chronik. Brigittenkirmes im Martinsviertel 1846 21.80 Sinfoniekonzert. Egmont-Ouvertüre(Beethoven). 1. Sinfonie c-moll, op. 6e(Brahuns) 33.00 Sendeschlus Donnerstag. 29. Juni 8,05 Musik am Morgen 8.55 Für die Frau 9.00 Katholischer Gottesdienst 10,00 Kamermusik Quartett für zwei Violinen Viola und Violoncello d-moll KV 421(Mozart). Menuett aus dem Streichquartet F-dur. op 77 Nr. 2(Haydn) 12,00 Musik zur Mittagspause 12.30 Arbeitsplanung im Landhaushalt 13,20 Mittagskonzert 14,00 Wandlungen des KolchosSystems in der UdSSR 14,15 Musik nach Tisch Ouvertüre z. d. Operette„Flotte Bursche“(v. Suppé). Das Fräulein an der Himmelstür, Lied(Genée). Barcarolenwalzer(Waldteufel). Agyptischer Marsch(Joh. Strauß). ich bin heute ja so verliebt, Walzerlied(Schmidt-Gentner) Melodien a. d. Operette„Lady Hamilton“(Künneke). Marsch a. d. Tonfilm„Liebesparade“ (Scherzinger). Die Ballade vom Kaffernkönig(Materna). Quecksilber( Ralton). Copa Cabana(Reisinger) 13,00 Charlotte Birch-Pfeiffer zum 150. Geburtstag 13.30 Kurszette! 15.40 Das Hamburger-Tango-Orchester 16,15 Kinderfunk: Abenteuer auf der Affenjagd 10.50 Wandererfantasie von Franz Schubert 17,20 Lieder von Hans Kammeler Geistliche Kinderlieder aus „Des Knaben Wunderhorn“: waldvögelein Mondliedchen Engelsgesang Dormi Jesu Altdeutscher Liebesreim 17,30 Wirtschaftsfunk 17,45 Was ist Kultur?(1) 18,00 Zwischen sechs und sieben 19.30 Der Vorhang darf nicht tallen 20.00 Die trostlose Tugend. Ein Hörspiel 23.65 Graham Greene: Ein Abschnitt aus dem Roman„Das Herz aller Dinge“ 22.13 Kabarett. Meister der kleinen Form 26.00 Internationaler Berliner Kulverkongres 10.45 11.13 16,00 16.30 16.50 19.00 19.30 20.15 21.30 23.00 8.00 8.10 8.30 8.55 9.00 12.00 12.30 13.20 15.30 13.40 16,30 16.50 17.30 17.45 23.00 UKW-Programm Max Reger: Romantische Suite op. 123 Leichte Mischung Kleines Konzert Kapftel aus einem guten Buch „Angelika Wingerath“ Alte Kammermusik. Fantasie 5. c-moll(Jenkins). Paane 6, c-moll(Jenkins). Fantasie 16, D-dur(Jenkins) Vesco D’Orio mit seinem Ensemble Zwischen Rhein und Weser Das Land des Lächelns. Operette von Ludwig Herzer und Fritz Lohner. Musik von Franz Lehar Kammermusik. Quintett für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Es-dur, op. 44(Schumann) Sendeschluß Freitag, 30. Juni Der Sternenhimmel im Juli Operettenklänge Gerhard Gregor an der Funkorgel Gibt es noch neue Frauenberufe: Schulfunk Musik zur Mittagspause Unfall- und Krankheitsverhütung Im Sommer Mittagskonzert Kurszettel Musikalische Kleinigkeiten Das Buch: Die Reformation in Deutschland Klaviermusik. 3. Sonate für Klavier op. 14(Prokofieff) Wirtschaftsfunk Lebendiges Wissen: Was ist Kultur? Vorhang auf! Musik sum Felerabend Das Große Hamburger Rundfunkorchester Pfadfinder der Luft. 30 Jahre Zeppelinfahrt Idomeneo. Große heroische Oper in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Internationaler Berliner Kulturkongreß UKW-Programm Im Rathaus zum alten Cowboy. Mit Lale Andersen. Bri#te Mira, Goldy und Deter Devries u. a. m. 11.30 Kölnische Volkslieder 16.00 Ein kleines Konzert 16.30 Kapitel aus einem guten Buch „Angelika Winderath“ 16.50 Gitarrenmusik. Zwei Menuette(Sor). Variationen über ein Mozart-Thema(Segorina) 19,00 Gut gelaunt 19.30 Zwischen Rhein und Ruhr 20,15 Das Kölner Tanz- und Unterhaltungsorchester 20.30 Der eiserne Besen. Ein freches Hörspiel von Heinrich Spoerl 23,00 Sendeschluß Sonnabend, 1. Juli 8.00 Was brachte die Woche der Frau? 9.05 Heitere Melodien zum Wochenende 8.55 Für die Frau: Aktuelles 12,00 Frohes Wochenend 12.30 Landfunk: Reportage 13.20 Mittagskonzert 14,00 Wochenend und Sonnenschein (Musik) 13.00 Der Herr Rezensent war dagegen. Hannoversche Theaterkritiken im 19. Jahrhundert 15,30 Chormusik 15,45 Der Männerchor im Rundfunk Volkslieder in neuen Sätzen 16,00 Bunter Nachmittag 17,30 Deutsche Tanzmusik 19.00 Aus der Welt der Arbeit 19.30 Es geht wohl zu der Sommerzeit. Der Nordwestdeutsche Singkreis, Leitung: Gottfried Wolters 13.55 Glocken der St.-Ludgerus-Kirche. Berlin 19,00 Rund um die Welt(Fahrtbericht) 20.00 Wie's früher war, wie's heute ist Tanzmusik für jung und alt 20,45 So sehen Sie aus. Eine Funkrevue von Günter Neumann. Hell Finkenzeller, Ann Höling. Olga Limburg, Rita Paul. Tatjana Sais, Hilde Sessak, Bruno Fritz, Brik Ode. Arlber! Wäscher, Kurt Waltzmann 22.00 Von Woche zu Woche 22.15 Sinfoniekonzert. Sinfonte Nr. 11, G-dur(Milltär-Sinfonie) (Haydn) 22.46 Rainer Maria Rilke: Aus„Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" 22.55 Melodte und Rhythmus 00.05 Berlin am Mikrofon 91.00 Tanzmusik auf aller Welt und„Die Schlagersäge“ UKW-Programm 11.80 ee bunte Minuten 14.00 Zur Unterhallung 13.00 Sang und Klang 16,00 Kleines Konzert 16.30 Kapllel aus einem guten Buch „Angelika Wingerath“ 16.30 Toccata(Froberger). Fantase e-moll(Joh. Seb Bach) 19.00 Gut gelaunt 19.30 Zwischen Rhein und Weser 20,15 Sport am Wochenende 20.45 Am Sommerabend(Musik) 21,30 Paul Temple und die Akfüre Gregory. Ein Hörspiel 9. Folge: Millgate stape 22.80 Zwischen Rhein und Weser (Wiederholung) 23.45 Erinnern Sie sich! Ernst Fischer sptelt, Relmute Krüger plaudert de bielece ner autternechs ie 1 Verbert war noch nicht lange in der Stadt. Er hatte nicht viel für groGe Städte übrig. Aber da die Stellung gar zu verlockend war, und er ohnedies bei Lorenzen und Co. aufhören wolte, nahm er die lärmende und groBe Stadt mit in Kauf. Das Zimmer das er als möblierter Herr bezog, versöhnte ihn etwas. Er hatte Telefon, einen Schreibtisch und ein wundervolles Bett. Herbert liebte es nämlich, gut und lange zu schlafen. Nicht daß er sich in der Nacht in den Barlokalen amüsierte und sich dann am nächsten Tag ausschlafen mußte. Ach nien, so war Herbert nicht. Aber er hatte von Natur her ein großes Schlafbedürfnis. Und am Morgen fand er immer schwer aus dem Bett. Seit er Telefon hatte war das einfacher. Er ließ sich wecken. Und mit diesem telefonischen Wecken fängt die Geschichte eigentlich an. In den ersten Tagen hatte dies eine amtliche Stimme besorgt, die kurz und sachlich durch den Hörer sagte:„Es ist sieben Uhr und dreißig Minuten. Sie wünschten geweckt zu werden!“ Herbert haßt diese Stimme schon, die ihn aus den rosigsten Träumen riß und ihn immer wie mit Wasser begoß. Da er aber nicht auf das Wecken verzichten konnte, mußte er das hinnehmen. Und doch— oh Wunder— wurde das mit einem Tag anders. Da war in der Morgenfrühe nicht die kühle Amtsstimme zu hören, sondern ein bestrickendes Organ, das etwas vom Timbre der Zarah Leander hatte und aus diesem Grunde nicht nur den guten Herbert, sondern auch alle anderen Männer sofort hellwach gemacht hätte. Diese faszinierende Stimme sagte: „Guten Morgen!“ Sie werden aufstehen müssen, mein Freund. Sind Sie nicht böse, daß ich Sie wecke— aber die Pflicht ruft! Einen recht erfolgreichen Tag!“ Herbert war mit einem Satz aus dem Bett.„Bitte“, rief er in die Muschel, „bitte... danke... ja danke!“ Aber die Stimme war schon aus der Leitung. Den ganzen Tag war Herbert beschwingt. Er erledigte seine Arbeit spielend, kam vergnügt nach Hause, ging früh ins Bett und träumte von der Stimme und dem Mädchen, dem sie gehörte. Er freute sich tatsächlich schon auf den anderen Morgen. Nur ein wenig Kummer hatte er, daß wieder die andere, schnippische am Apparat sein könnte. Aber er wurde nicht enttäuscht. Sie war es, die dunkle, sehnsuchtsvolle Stimme, auf die er wartete. Heute gelang es ihm, einige freundliche Worte anzubringen, die sie mit einem ganz kleinen Lachen quittierte, Himmel, war das ein Lachen! Zum Wahnsinn konnte es einen bringen... Wenn man ein richtiger Mann war. Pfeifend und vergnügt stürmte Verbert nach ungefähr einer Stunde die Treppen hinunter. Im Hausflur riß er fast ein älteres Fräulein um, das behutsam die Treppen hinauf wollte. „Unverschämtheit, passen Sie doch auf!“ sagte sie empört.„Regen Sie sich nicht auf, altes Mädchen!“ lachte Herbert und lief in strahlender Laune weiter. * Das ging zehn Tage so. Der Anruf kam, die bestrickende Frauenstimme weckte ihn, sie plauderten eine halbe von Willy Bloch Minute lang, dann machte Herbert sich fertig und lief zur Straßenbahn. Fast täglich traf er dabei im Hausflur oder vor dem Haus das alte Fräulein, das ihn keines Blickes mehr würdigte, sondern mit ihrem Netz, in dem ein Buch und eine Thermosflasche waren, in das Dachgeschoß hinaufstieg. Am zehnten Tag sagte die Stimme: „Jetzt wecke ich sie für vier Wochen zum letzten Mal. Mein Nachtdienst ist um, lieber Freund, in 30 Tagen hören Sie mich wieder!“ Herbert fühlte eine Sonne versinken: „Aber. aber...“ sagte er,„das ist ja entsetzlich, wo wir uns schon so aneinander gewöhnt haben...“ „Ihretwegen kann ich wirklich nicht wochenlang Nachtdienst machen!“ lachte die Stimme. „Nein, aber... aber vielleicht können wir uns.. so einmal treffen? Wenn ich Sie zu einer Tasse Kaffee einladen dürfte.. zum Dank für den morgendlichen Weckruf!“ „Sie wollen mit mir... mit mir eine Tasse Kaffee trinken gehen?“ „Wenn Sie gestatten?“ „Wissen Sie, daß mich noch kein einziger Mann zum Kaffee eingeladen hat?“ fragte die Stimme. Herbert war glücklich. Das hätte er sich nicht träumen lassen... Nein, bestimmt nicht, daß er der erste Mann sein sollte der mit dieser Schönen ins Kaffeehaus ging... Die Verabredung kam zustande. Am nächsten Samstag um 13 Uhr sollte er an der Litfaßsäule gegenüber dem Hauptpostamt stehen. Um sich zu erkennen, sollte er ein Veilchensträußchen in der Hand halten und sie ein himmelblaues Chiffontuch. „Auf Wiedersehen also!“ sagte die Stimme. Und das klang verheißungsvoll. Sehr verheißungsvoll für Herbert. * Die Woche wollte und wollte nicht vorübergehen Endlich war der Samstag da. Und als es fünf Minuten vor 16 Uhr war, stand Herbert an der Litfaßsäule Zuerst hielt er das Vellchensträußchen in der Hand Als er eber sah, wie die Vorübergehenden schmunzelten, schämte er sich als Verliebter hier zu stehen, und er schob die Blüten in die Hosentasche. Es schlug von der Theresienkirche drei Mal. Wenig später öffnete sich eine Seitentür des Postgebäudes, und einige junge Mädchen kamen heraus. Sicherlich war nun„Schichtwechsel“ im Telefonamt. Aufmerksam verfolgte Herbert jedes dieser Wesen. Zwei kamen auf die Litfaßsäule zu. Eine blonde mit schweren Augenwimpern— das mußte sie sein. Aber wo.. wo war das himmelblaue Chiffontuch? Sicherlich wurde sie die Freundin nicht los. Nun. er konnte warten. Sie sah ihn auch prüfend an. Bestimmt hatte sie ihn erkannt Herberts Herz schlug Purzelbäume, als er sie zu der Freundin sagen hörte:„Ich bringe dich bis zur Straßenbahn, Lizzi, dann will ich noch zum Frisör!“ Arm in Arm zogen sie davon. Nun, das war ein Zeichen für ihn. Herbert versuchte unmerklich zu IAcheln, aber sie sah es nicht. Sie würde wohl bald zurück sein. Herbert sah hinüber zu dem grauen, großen Postgebäude. Dort drin also, in dem poesielosen Haus, lebte ein solches Geschöpf. Na, das sollte nicht mehr lange so sein. Und in Herberts Seeke malten sich Bilder von süßen Zweieinhalb-Zimmerwohnungen— mit Bad. Noch einmal öffnete sich jetzt die Nebentür da drüben. Schüchtern trat ein Mädchen heraus, sah nach rechts und links, blickte scheu zur Litfaßsäule hinüber und zog verstohlen ein himmelblaues Chiffontüchlein aus einem Netz, in dem sich ein Buch und eine Thermosflasche befinden. So kam sie über den Damm getrippelt. Herbert erstarrte zur Salzsäule: Das Mädchen mit dem Chiffontuch war das alte Fräulein, das er immer im Hausflur getroffen hatte.— Da kam sie nämlich eben vom Nachtdienst... Drei Minuten später kaufte Herbert einen Wecker. Wenn man trotzdem lacht! Sir Eduard war wütend:„An die Versprechungen eines Frauenzimmers!“ „Ich will Ihnen nicht widersprechen,“ sagte die Königin kalt.„Unmut macht hitzige Menschen witzig, aber sie kommen auch nie vorwärts!" Herr Ober hier auf dem Teller sind Ihre Fingerabdrücke!“—„Macht nichts — ich habe ein reines Gewissen“. Zeichnung: Antze * Weisheit einer Königin Königin Elisabeth von England hielt einen Hofmann trotz gemachter Zusage wegen einer vorteilhaften Anstellung immer wieder hin. Dieser Sir Eduard ging. tief in Gedanken versunken, im Schloßpark spazieren. Die Königin rief ihm zu:„Woran denkt man, wenn man an nichts denkt?“ „Stehe ein wenig auf, ich möchte deine Bettwäsche wechseln.“ (HALO) Der weilse Hirsch Ein Abenteuer von Geors W. Piset Lügen die Sterne? Nechucher für die Zeit vom 23. Juni bis 1. Juli 1950 Mit klopfendem Herzen starrte Helmut in den hellen Mond, der auf sein Bett schien. Da ertönte der Vogelruf. Das war das Zeichen der Freude. Flugs zog sich der Junge an und schlüpfte lautlos aus der Tür und auf die Dorfstraße hinaus, wo schon die Freunde auf ihn warteten. Helmut wunderte sich sehr über die Dunkelheit, denn er war ein Stadtjunge, der nur zu den Ferien hier im Dorfe bei den Großeltern weilte. Er hatte seine Freunde unter den Dorfbuben. Er spielte und abenteuerte mit ihnen herum, ging Krebse fangen und scheuchte das Wild aus dem Getreide. Heute nacht nun wollten ihm die Jungen den weißen Hirsch zeigen, der im Forst hauste. Ein Raunen und Tönen, ein Rauschen und Klingen drang aus dem Wald. Vogelschreie gellten auf. Jochen führte die Buben an. Er kannte jeden Laut und jeden Vogelschrei und wußte jeden Weg und Steg im Walde. Wie ein graubärtiger Waidmann sprach er von Futterstellen und„Wechseln“. Plötzlich lauschte er gespannt und winkte den Jungen, sich ruhig zu verhalten. Vor ihnen sprangen ein paar Rehe durchs Gebüsch und verschwanden blitzschnell. „Gleich kommt der Hirsch“ raunte Jochen dem Stadtjungen zu und sprang mit einem Satz ins Gebüsch „Halt deinen Photographierkasten in Ordnung! Gleich kommt der Hirsch!“ riet ihm Peter. Zitternd haspelte Helmut an seinem Kasten herum. Auch das Blitzlicht brachte er in Ordnung. Ein langgezogener, röhrender Ton schreckte die Buben zusammen. Helmuts Finger zuckten nach dem Auslöser. In der Nähe der Lichtung knackte es. Die Zweige bewegten sich im Mondlicht. Wieder ein langgezogener, röhrender Ton. Helmut bekommt einen Puff in die Seite und starrt aufgeregt in seinen Sucher. Vor ihm zerteilt sich das Laub. Das mächtige Geweih eines Hirsches schiebt sich auf die Lichtung hinaus. Es leuchtet ganz weiß— wie ein Laken so schimmernd. Langsam tritt der Hirsch vollkommen auf die Lichtung hinaus. Blitzlicht flammt auf und erleuchtet Hirsch und Lichtung taghell. Entsetztes Gebrüll gellt an Helmuts Ohren. Als er aufschaut, ist der Hirsch verschwunden, nur sein Röhren dringt aus der Ferne an sein Ohr. „Fein hab ich ihn drauf!“ schmunzelt Helmut und verpackt seine Kamera vorsichtig im Täschchen„Alle bekommen ein Bild!“ verspricht er den Freunden lachend. Sie nicken zufrieden. Jochens Kopf taucht aus dem Gebüsch auf.„Wann machst du denn die Bilder fertig?“ fragte er Helmut. „Vielleicht morgen früh. In Großvaters Räucherkammer. Ihr könnt ja alle hinkommen“, lädt Helmut die Freunde ein. Man verabredet sich und kehrt 9öldder 21. März bis 29. April Finanzielle Bestrebungen erfahren wesentliche Verzügerungen, auch machen sich noch immer Gegenwirkungen * Wur: Bin u. Apvy, geltend., Crödere Untehüctichen Bingen voll der Sicherlcht. Keine Veränderu,Hie, gutc kürtverträge, besonders kür Stellungswechsel. Reiven uind Fünstig. vor alem in Beziehung mit Probiemen der Liebs. u. Apru bis Al. Mei rungen Ling zu erwarten durch maösebende Perronen, ##t dia eipene Initiative. Gut für Rücksprachen mit höhergestellaber entscheldend is. u.., langtristigen Verpflichtungen Vorsicht üben! en Pertonen Bei Verrisen wur... zamitren Anselesenhelten and. 6ut Stvillinge und to Können alte verzangene Anselesenheiten. * Mal bis u. Juni erledist werden. Gute Zeit für P-Vgringering des Pler behördliche Dinge sind ungünstig. Vorsicht bei Vertrigeni### nahman beim Monatswechsel, möslich. Achtung vor Geidaussaven.####### Nrebe Veränderung. Ott neue Zielsetzung gut. Berutliche Vor* Sund Bi. u. Suy haben stehen unter SürgigePh.eignsche es festen Vermögens sind gut für Personen mit eigeLöwe Eifer kann jedoch rehlern u4 Juli vis mu. Ausus: handeln. Zeit zur Anbahnung guter Verbindungen, anch Arbeit ist etwas unruhig, jedoch muß man sich für eine bestimmte Richtung ent. Gessastton mit Pasngen der ummet erechggge eh. a angust bi. m. Sept. ilckelen, zuch durch Bundus unberehihe, Frenngschatubertehungen und Lieber. #4 Sept bis B. Okt bengepoche gpielen eine Rolle. Entwicklung in finanzieller Beziehung besonders achten! Wohnungsangelegenheiten können jetzt in Angriff genommen werden. Im allgemeinen machen sich gute Wirkungen geltend, SücePiet. doch sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesetzt wer&. Cur. ond&aa. Nor. den. Verträge, auch Verbindungen in geschäftlicher Hinsicht stehen bevor. Vorsicht bei Geldgeschäften, auch bei Ausgaben. Wohnunssangelegenheiten und Beziehungen mit Nachbarn sind erschwert. Gesundheitszustand wenig erfreulich. Berufliche AnfordeSocutse„„ rungen ruhig erfüllen, aber Anderungen vorsichtis beN. Nov. ond a. Der. zolgen. Finanzielle Erwartungen werden nicht voll befriedigt, kleine Verluste bei älteren Personen. Behördliche Dinge sind wichtig nfe Größere Veränderungen vermeiden, jetzige Grundlage ausSteinbCe„ bauen. Reisen sind gut. Achtung im Umgang mit WerkK bez. bis ul. Jande: zeugen und Maschinen, da Unfälle möglich bei Gefahr von Sachschaden. Junge Menschen haben Glück mit Bekanntschaften, ältere können neue Freunde gewinen. Gut für Kauf und Verkaut. Junge Menschen haben auch hier Glück in der FreundWauserwrreu Schaft und Liebe. Familienangelegenheiten sind gut. Fort* Janpar Bis V. Pebr, schritt durch stetise Arbeit. Wohnungstragen sind günstig. Behördliche Inanspruchnahme wirkt verzögernd. Reisen sind günstig. wartetes Zusammentreffen mit sympathischen Leuten. . Die geplante Umstellung kann nun erfolgen, auch ein Secce„ Kauf von Sachen. Nicht auf andere sich verlassen! Eytl. ** Pedr. bi 24. bur: Verzögerung durch behördliche Wirkung,„Sexatstrogen Saiauchatliche Veriehungen und nicht erteulich. KUPTCILEIGT. MUFYCHMZTT 1. a. Griechische Hafenstadt, b. Vokal, c. getrocknete Weinbeere, 2 a. Vervielfältigungszahl, b. Tierprodukt, c. Handelsniederlassung in den Kolonien, 3 a. Haustier. b. rumänische Münze. c. Gewerbebetrieb. 4 a. Schweizer Nationalheld, b. das Zuhause. c. Gestalt aus„Minna von Barnhelm, 5 a. feierliches Gelöbnis, b. Mardergattung. c. Teil eines Tierproduktes. 6 a. griechischer Buchstabe. b. Sünde. c. Wandpfeiler, 7 a. Vokal, b. Gestalt der griechischen Sage. c. Kübelpflanze. Kreuzwort-Rätsel Waagerecht: 1. Hafendamm. 4. der Erde anvertrautes Gut 7. weißes, sehr hartes Metall, 8. bei den Südseeeinsulanern so viel wie„unverletzlich“. 9. Amtstracht. 11. selten, 13. Osteuropäer, 15. Metallbehältnis, 17. weiblicher Vorname, Kurzform. 18. nordische Göttin, 19. Kloster an der Donau, 21. vielfarbig, 22. Lebensbund. 23. alter Mann. 25. Haushaltsgerät. 26. Farbe. 27. Drama von Sudermann. 23. Schwimmvogel. Senkrecht: 1. Ausstellung von Waren, 2. frühere lettische Münze. 3. See In Finnland, 4. Beginn eines Rennens, 6. Wappenvogel, 6. Vogel, 10. Erdteil, 12. Flachland, 14. Bodensenke. 16. Nachtvogel, 20. Einschnitt, 21. naturfarben, 23. Wurfspieß, 24. japanische Münze. Treppen-Rätsel mit roten Backen über die stille Dorfstraße nach Hause zurück. Wie ein Igel rollt sich Helmut im ausgekühlten Bett zusammen.„Ich hab den weißen Hirsch gefangen!“ flüstert er vor sich hin, bevor er einschläft. In Großvaters Räucherkammer ist es fein dunkel, aber nur sehr eng, deshalb können nur Helmut und Jochen hineinkriechen. Die übrigen warten auf dem Hofe. Ein kleines rotes Lämpchen beleuchtet Helmuts und Jochens Finger. Angestrengt starrt Helmut auf die Platte, auf der sich immer deutlicher die Umrisse des weißen Hirsches abzeichnen.„Fein ist er drauf!“ jubelt Helmut. Jochen nickt nur. Er läßt kein Auge von der Platte im Fixierbade. Endlich ist das erste Bild fertig. Aufgeregt verlassen die Jungen die Räucherkammer, um es sich bei Tageslicht zu betrachten. „Ist es was geworden?“ bestürmen sie die anderen Buben. Lachend streckt ihnen Helmut das Bild entgegen und starrt darauf. Auch die anderen blikken mit offenem Munde auf das blanke Photo. Ganz deutlich erkennt man die helle Fläche des Hirsches— sein Geweih und... Helmuts Blick wird gans starr. Sein Mund klappt weit auf. „Wo hat er denn seine Hinterbeine?“ tragt semand..... 4 Sb.##l. „Und die Vorderbeine, wie senen beinahe wie Jochens aus...“ kicherte In die Felder der Figur sind Buchstaben einzusetzen, so daß in den waagerechten Reihen Wörter nachstehender Bedeutung entstehen: a: bedeutet vor der Treppe, b: hiner der Treppe, c: das ganze Wort. Peter. In diesem Augenblick ertönt dicht neben den Jungen wieder das langgezogene Röhren des weißen Hirsches. Helmut fliegt herum erblickt Jochen, der die Töne aus einer Pfeife holt. Ein unbändiges Gelächter begleitet das Röhren des„weißen Hira Wütend zerreibt Helmut das Foto und tritt mit den Schuhen darauf. Er ist sehr ärgerlich über diese Freunde, diese ungetreuen Freunde! Aber es waren doch treue Freunde! Jochen legt ihm versöhnend die Hand auf die Waagerecht: 1. europäisch. Vorge birge, 6. Halbaffe, 7. Körnerfrucht, 9. Gemeinschaft. 10. asiatische Halbinsel, 11. römischer Kaiser, 13. männlicher Vorname, 14. französische Münze, 15. Freude. Vergnügen, 18. Nahrungsmittel, 21. assyrischer Name der Göttin Astarte, 22. selten, 23. Sportbegriff, 24. amerikanischer Nordpolforscher, 25. Staat in Europa. Senkrecht: 1. Nebenfluß des Rheins. 2. Nebenfluß der Aller, 3. Knollengewächs, 4. Zeitraum, ö. Hafendamm, 6. Kaiser von Abessinien, 8. englische Stadt in der Grafschaft Lancaster. 12. altgermanische Frühlingsgöttin, 16. Brauch, Gepflogenheit. 17. Tanzschritt, 19. Gesangsstück. 20. Nähmaterial. Auflösungen aus der vorigen Wochenbeilage Kreuswerträtsel Waagerecht: 3. Brei. 4. Brahma, 8. Gast. 10. Hell, 12. Partei, 13. Aal. 14. Abo. 13. Borkum, 17. Enge, 19. Boot, 22. Spinat. 23. Igor. Senkrecht: 1. Gras. 2. Mehl, 4. Bast. 5. Ade. 6. Marone, 7. Diakon, 8. Gabe. 9. Tete, 10. Hiob, 11. Laut, 16. Rost, 18. Gas. 20. Liga. 21. Gnom. Füllrätsel 1. Ichneumon, 2. Richtfest, 3. Stichling, 4. Gleichung, 8. Cornichon, 6.Talglicht, 7. Ermanrich. Schulter und blinzelt ihn an:„War doch nur Spaß. Das kann man nur mit euch Stadtjungen machen, well ihr nichts wißt vom Wald und seinen Tieren. Ung Lanjungen erzählt man sowas nicht. Aber sei nicht bös drum! Ich schenk dir auch meine Röhrpfeife dafür. Die hat mir ein richtiger Jäger geschenkt. Und röhren zeig ich dir auch.“ Helmut nickt fröhlich und greift versöhnt nach dem dargebotenen Geschenk. Da war die Freundschaft zwischen Stadt und Land wieder hergestellt. CUbUPANTOBNE RITe Romen von Rudolf Ernsdert Copyright by Münchner Roman-Verlag, Mü.-Pasing 12. Fortsetzung „Halten Sie mich ruhig für undankbar, aber hüten Sie Ihre Zunge! Wenn uns hier zu Ohren kommt, daß Sie dummes Zeug herumreden, dann können Sie sich drauf verlassen, daß wir zupacken werden! Und das kräftig!“ Der andere sah seine Felle davonschwimmen, aber er merkte, daß es der neuen Sohne Ernst war.„Na, da kann man si ja allerhand denken—!“ „Denken Sie sich so viel Sie wollen, doch im Reden wär’ ich an Ihrer Stelle, Herr Habermoser, sehr vorsichtig!“ Jetzt wurde Gregor fast gemütlich und Habermoser verstand endlich, daß es nun wirklich geraten war. das Feld zu räumen. Er tat es, denn er war, trotz seiner Größe und Breite, kein Held und er schätzte die Kraft dessen, der ihm so deutlich wies, wo der Zimmermann die Tür gemacht hatte, nicht als gering ein. Verbissen drückte er sich hinaus. „No ja, es is noch net aller Tage Abend—!“ Diese dunklen Worte waren sein Abschiedsgruß, der den Weg zu neuen Verhandlungen offenließ und bekundete, daß Herr Habermoser sich noch nicht für immer geschlagen gab. Er schloß die Tür hinter sich mit Nachdruck. Gregor war ihm dankbar dafür. Wenn er ihn nur nicht mehr zu sehen — und nicht noch deutlicher zu werden brauchte. Aber er war aus einem anderen Grunde sehr erregt. Wenn das wahr war, was dieser Habermoser behauptet hatte, dann war es seine Pflicht, dem furchtbaren Verdacht nachzugehen und, koste es, was es wolle, die Wahrheit festzustellen. Er hatte nicht vergessen, daß Justizrat Becker, der kurz nach seinem Besuch in Hochreith an Gripp- erkrankt war und mit dem er deshalb in der Zwischenzeit nur einige Male telephonisch gesprochen hatte, seinerzeit versichert hatte, er habe ein Mittel, um Türck, wenn es nottat, zahm zu machen. Dieses Mittel mußte er jetzt erfahren, wahrscheinlich warf es einiges Licht in die dunkle Angelegenheit. Er ließ sich durch Frau Stöcker mit München verbinden und atmete auf, als er endlich Beckers ruhige, rauhe Stimme durch den Draht hörte. Becker klagte, heillos in Arbeit und wichtige Termine verstrickt und dadurch die nächsten Tage noch in München angehängt zu sein.„Wo brennt es, Gregor? Ging doch alles so schön! Türck—?“ Weil er so vergnügt ins Telephon hinein sprach, hatte ihn Gregor plötzlich im Verdacht, darüber, was er in Hochreith trieb, gut unterrichtet zu sein, wahrscheinlich durch Abrecht. „Türck natürlich! Sie haben ein Papier. womit Sie ihn kleinkriegen können, haben Sie angedeutet. Der Augenblick ist da, wo Sie mir darüber reinen Wein einschenken müssen. Ich kann jetzt hier nicht deutlich werden.“ Er wußte) nicht, ob das Gespräch in der Werkszentrale vielleicht abgehört wurde. „Schreiben Sie mir sofort! Es ist sehr wichtig!“ drängte er. Er versprach dem jetzt doch aufgestörten alten Freund und Berater nähere schriftliche Aufklärung.„Aber warten Sie meinen Brief nicht ab. Schicken Sie mir bitte sofort, was Sie in der Hand haben! „Gut!“ entschied Becker nach kurzem Widerstreben.„Aber unternehmen Sie um Gotteswillen nichts Entscheidendes bevor Sie sich nicht mit mir ausgesprochen haben! Spätestens am Sonntag bin ich bei Ihnen!“ Als Gregor nachdenklich und nicht eben bester Laune zum Pruggerhof zurückkam, stand Tante Anna vor dem Haus, sie hatte auf ihn gewartet und kam ihm jetzt entgegen. Sie lächelte ihm wie erlöst zu. sie schien sehr bekümmert zu sein. Er tat ihr leid, er sah müde und verärgert aus. aber Gregor; mußte es doch gleich erfahren.„Ebba ist wieder im Haus“, sagte sie und ließ seine Hand, die er ihr zur Begrüßung gereicht hatte, nicht sofort frei. Und als er nicht gleich verstand:„Sie hat ihren Mann verlassen.“ Betroffen sah er sie an. Sein erster Gedanke war:„Gewiß hat dieser Kerl—! Hängt es mit dem Habermoser zusammen?“ Sie nickte.„Ich glaube, ja. Dir wird sie es wohl genauer sagen. Sie war außer sich, wie sie heraufkam, und ganz verstört von dem Streit mit Florin“, berichtete sie, während sie langsam dem Haus zuschritten.„Ebba hat schon nach dir gefragt. Sie wartet in deinem Zimmer“. Es klang wie die Bitte: Sei nett zu ihr, wenn sie es auch nicht um dich verdient hat. Er lächelte der alten Frau ermutigend zu. Sie hat so viel von meiner Mutter, dachte er flüchtig. Sie würden sich gut verstehen! Es schien ihm fast ein großes Wunder zu sein, daß Ebba ihn endlich als Ihren Bruder anerkennen wollte. Es mußte also sehr schlimm stehen. Nun war er wohl der einzige Mann, der hier raten und ihr heifen konnte. Als er in sein Zimmer trat, stand Ebba am Fenster und starrte mit tränenlosen Augen hinaus. Sie mußte sein Kommen gehört haben, war aber in Ihrer Beschämung um das erste Wort verlegen. Er machte es ihr leicht und zwang sie nicht, sich ihm zuzuwenden.„Einiges weiß ich schon, Ebba, einiges kann ich erraten, Habermoser hat geredet?“ „Ja“, gab sie zu und tat sich Gewalt an, um gefaßt zu bleiben. „Das hab’ ich mir gedacht! Dieser Lump! Er war auch bei mir, wahrscheinlich hat er gedacht, ich würde ihm um den Hals fallen, aber ich habe ihn hinausgeworfen. Ich habe auch mit keinem Menschen über das. was der üble Bursche vorgebracht hat. gesprochen, auch nicht mit Abrecht. Vorläufig geht das nur die Familie an. Du siehst, Ebba“, er setzte sich nahe bei ihr auf die Schreibtischkante,„ich bin schon vorbereitet.“ Nun, das meiste wußte er schon oder hatte er richtig vermutet. Neu war ihm, daß sich Florin der ungeheuerlichen Verdächtigung Habermosers gegenüber so hilflos gezeigt hatte, neu war auch, daß Ebba nun um Florins Untreue wußte. wirklich so, es waren nicht nur leere Worte, darum überzeugte er sie auch ein wenig und das tröstete sie mehr, als sie sich im Augenblick zugab.„Ich weiß von Barbara, daß er sich sehr auf das Kind gefreut hat. Und das kann ich dir sagen, ein Mann freut sich nur auf das Kind einer Frau, die er liebt“. Er sah, daß Ebba nicht mehr konnte. Sie brauchte Ruhe, um sich wieder ein wenig zurechtzufinden.„Geh jetzt nach oben und versuche zu schlafen. Dann schaust du die Welt gleich wieder mit zuversichtlichen Augen an“. Er legte den Arm kameradschaftlich um ihre Schulter und geleitete sie zur Tür. „Ebba, ich habe das feste Gefühl, daß alles noch gut werden wird.“ Ermunternd nickte er ihr zu.„Es ist mir noch ein wenig ungewohnt. Ich hab’ jetzt Geschwister, jüngere Geschwister—“ „Die dir solche Sorgen machen!“ sagte sie, und ein leises Lächeln lokkerte die strenge Linie ihres Mundes. 16. Für Nachmittag hatte Gregor den Kerstl-Xaver mit dem Wagen bestellt, weil er die Arbeitersiedlung besichtigen und dann noch talauf fahren wollte, um auch diese Gegend kennenzulernen. Inzwischen hatte er es sich aber anders überlegt, und als dann Kerstl kam, bat er ihn, den Wagen wieder einzustellen.„Ich will doch nur zur SiedGregor bemerkte nebenbei, daß er Florin mit jener Frau in Salzburs be- Pfe. und das machen wir leicht zu gleich nach. Hasso darf über nicht abzuleugnen gewast. Nur Kerstl war es sehr recht. Lachend daß er gesehen, wie Florin der anderen deutete er auf den vereinsamten DrilGeld gegeben hatte, verschwieg Gregor. ling im Gewehrschrank.„Nun, wie ist’s? Das brauchte Ebba nicht zu wissen.„Dal Lockt es Sie gar net? Dem alten Herrn hat er seinen guten Geschmack daheim war’s eine rechte Passion. Bald geht gelassen, den er bewiesen hat. als erl die Rehjagd auf.“ dich nahm. Ebba. Ich versteh’ ihn]„Und ob’s mich lockt! Nur Geduld, nicht.“ Es war halb ein tröstender mein Alter, aber noch hab’ ich WichScherz, aber er tat Ebba wohl, denn tigeres vor.“ sie konnte nicht überhören, daß es ihm Während nun Kerstl vorausging, um ernst war mit seinem Urteil. den Wagen wieder einzustellen, trat Erst jetzt wandte sie sich Gregor zu, Gregor zum Schreibtisch, um ein paar und nun standen sich die beiden Halb-Papiere einzustecken. Dabei fiel sein geschwister gegenüber, und es war kein Blick zufällig durch das offene Fenster, Wort mehr darüber zu verlieren, daß und er bemerkte die Zenz, die im Obstsie zueinander gehörten und aufeinan-garten junge Bäume untersuchte, Binder angewiesen waren. dungen erneuerte und den FruchtanEbba war tapferer in dieser Stunde, satz prüfte. Die kleine Hertha war unals er ihr zugetraut hätte.„Es war vermeidlich wieder bei ihr. Sie setzte furchtbar“, sagte sie abschließend, noch der Zenz mit Fragen zu und pflückte immer erstarrt in Schmerz und Enttäu-leinen großen Strauß Margueriten. schung.„Und der Gedanke, daß ich ein] Lächelnd beobachtete Gregor das Kind—!“ Nun, da sie alles erzählt hatte, fühlte sie sich am Ende ihrer Kraft. Begütigend ergriff er die wie leblos seine Sorgen hatte, weil er heute so ernst und schweigsam war. Er hatte seine Büchse mit. wie immer, wenn er wegging vom Pruggerhof, denn er erinnerte gern sich und die andern daran, daß er vor allem Jäger war, und hier herum gehört alles zum Revier. Schon längst plante er auch, im jungen Herrn die Lust am „Jagern“ zu wecken, damit er sich nur ja wohlfühle und eingewöhne in Hochreith. So fragte er plötzlich:„Wie steht's denn eigentlich mit’m Schießen? Ihr Vater selig, o mei, der hat eine sichere Hand g’habt, wie von Eisen!“ Gregor blieb stehen.„Geladen?“ fragte er. Er langte nach Kerstl Büchse und kniff ein Auge spitzbübisch zu, als wollte er sagen: Na, warte—! „Geladen! Wie immer, hier unten. Wenn's zu klettern gibt, wär’s unvorsichtig.“ Gespannt reichte Kerstl Gregor die Büchse. Der wog sie in den Händen, als wollte er bekannt werden mit ihr, und sah sich nach einem geeigneten Ziel um.„Wie weit ist's bis zu der Fichte dort? Achtzig Schritt?“ „Gut achtzig Schritt.“ „In Mannshöhe der helle Aststumpf?“ Kerstl nickte zustimmend und machte ein bedenkliches Gesicht. Gregor entsicherte die Büchse, legte an, zielte kurz— und im Schuß zersplitterte der Aststumpf. „Teixel—““ Beseistert hieb sich der Idyll. Ganz versunken, sagte er laut zu sich selber:„Eva im Paradies——“ Eine Gefühl keimender Schuld ließ herabhängende Hand der Schwester. Er geinen Blick, während er zögernd vom war froh, daß Ebba anscheinend nicht Fenster zurückwich, das Bild Hildes alles gehört hatte, was Habermoser auf dem Schreibtisch suchen. Beschämt zweifellos Florin vorgehalten hatte, um nahm er es zur Hand.„Und du, du ihn mürbe und zahlbereit zu machen. giehst mich so spöttisch und fragend der Verdächtigung. Florin habe an.— Ritter Georg macht dir wohl Von die Unterschrift seines Schwiegervaters rechte Sorge.“ gefälscht, schien sie nichts erfahren zu! Ex lächelte nicht mehr. Er stellte das haben, vielleicht hatte sie eine solche Bild sanft und entschlossen auf den Andeutung auch nicht richtig aufge- Schreibtisch zurück. Talt. Die kleine Hertha hatte den guten „Ebba, eines ist entscheidend, meine onkel, mit dem sie nach Mutters strenich: Ist Florin wirklich von Grund auf ger Weisung nicht mehr sprechen sollte, schlecht und ein verschwenderischer, am Fenster entdeckt, während die Zenz unverbesserlicher Lump, oder ist er— noch, ohne seine Nähe zu ahnen, eifrig und ich neige zu dieser Ansicht— nur weitergearbeitet hatte. Bei jeder Bluein verwöhnter Bruder Leichtfuß, der me, die Hertha abriß, fragte sie gedulsich doch endlich auf sein besseres Ich! dig, weil das Kind es so haben wollte: besinnen wird?“„Und wer bekommt die?“ Als aber Ebba schüttelte den Kopf.„Er hat den Hertha dreimal hintereinander entVater zuletzt geradezu gehaßt, das weiß Ischied:„Onkel Gregorl“, fiel das der ich. Er hat mein ganzes Vertrauen ge-[Zenz doch auf und nun entdeckte sie habt und hat es so getäuscht! Undl in leisem, freudigem Erschrecken Grewenn es wahr ist, daß er den Vater—“, gor, gerade in dem Augenblick, als er sie mochte es gar nicht aussprechen,I vom Fenster zurücktrat. aber sie mußte Gründe dafür haben.] Ein wenig enttäuscht kniete die Zenz daß sie es durchaus nicht für undenk-[bei Hertha nieder und half ihr Blumen bar hielt,„dann— dann ist alles aus.“Tordnen, aber sie behielt das Fenster Die Lippen zuckten, aber die Augen im Auge.„Da mußt du aber erst die bekamen einen fast harten Glanz.„Er Mutter artig fragen, ob du später die hat sich damals wirklich sehr sonder-schönen Margueriten Onkel Gregor bar benommen. Auch anderen ist das bringen darfst.“ Er konnte das unmögaufgefallen.“ Aber es war herauszuhö-lich hören, sie waren ihm nicht nahe ren, daß sie sich leidenschaftlich an die genug. Hoffnung klammerte. es möchte nicht] Gregor erschien wieder am Fenster, wahr sein. aber als Zenz und Hertha ihm zuwin„Ebba—“ Gregor zwang sich, sach-Iken wollten, wurde das Fenster gelich zu sein, znoch gibt uns nichts das)--Past-oanten die zwei im Garten mpigeretesg bichtbischt basd er dein ine Schiod Leialen und einat geche. Verhältnis mit dem gewissenlosen Weiblhen, was entscheidend und schmerzlich zugegeben hat, das freut mich und läßt für sie war. mich hoffen. Das spricht für ihn! Und daß er dir kein hartes Wort gegeben Gregor war so in Gedanken, daß er hat, als du in dem schlimmen Augen-erst nach einer Weile bemerkte: Der blick dazwischentratest, ist doch eben-Kerstl-Xaver hinkte jal Da wären sie falls ein gutes Zeichen. Nein, komm kreilich besser gefahren. mir jetzt nicht damit, daß er nur dein Kerstl aber lachte nur und schimpfte Geld geheiratet habe, einem hübschen über das verwünschte Reißen im Knie, Burschen wie Florin wär’ es nicht das ihn immer zur unrechten Zeit schwer gefallen, noch viel mehr Geld heimsuchte. Und gerade jetzt hatte es zu erheiraten! Also, Kopf hoch. Ebba.“ ihn wieder erwischt, wo doch der junge „Er hat mich nie ernst genommen, Herr morgen zum Rauheck hinauf das weiß ich jetzt.“ Iwollte, wie er ihm eben verraten hatte und aufrichtig erzählt hast.“ Es war gen Herrn aufzuheitern, der gewiß Als er von der Einfahrt zum Verwaltungshaus hinüberging, begegnete ihm der Köhler-Toni, der für die Kameraden Bier und Brot aus der Kantine geholt hatte. Dieser Zufall ließ Gregor an das denken, was Kerstl eben über den Toni berichtet hatte. Er gab einem raschen Einfall nach und rief den Toni an, der sich mit einem kurzen, aber nicht unfreundlichen Gruß an ihm hatte vorbeidrücken wollen. „Ich habe gehört. Sie kennen sich hier in der Gegend aus. Wollen Sie mich morgen führen?“ Der Toni lächelte. Ja, er kenne sich schon aus, er verdiene sich nebenbei etwas durch den Verkauf von Schwämmen und Waldbeeren. Gregor freute sich, weil sich der andere heute als verträglich und zugänglich erwies.„Gut, dann können Sie mich morgen früh begleiten und mir den besten Weg weisen. Ich werde die Betriebsleitung verständigen. Ich will zum Rauheck hinauf.“ Im selben Augenblick wandte er sich halb ab, weil ihn Abrecht von seinem Zimmer aus entdeckt hatte und durch das offene Fenster begrüßte. So entging ihm, daß der Toni nicht mehr lächelte, als er hörte, daß er mit zum Rauheck hinaut sollte. „Zum Rauheck?“ wiederholte er. „Sie haben doch nichts dagegen, daß mich der Toni morgen begleitet“, rief Gregor Abrecht zu. Begeistetl ieb aunür:„Ich habe ganz und gar nichts daKerstl aufs Knie und fluchte, aber es gegen. Er steht Ihnen immer zur Vere war ausgerechnet das reißerische. fügung.“ Gregor reichte ihm lachend die]„Danke! Also dann morgen um sieBüchse zurück.„Ja, fürs Schießen habe ben Uhr, Toni! Holen Sie mich oben ich schon immer eine rechte Passion im Pruggerhof ab, der liegt ja am Weg.! gehabt. Heute weiß ich, woher.“]„Um sieben, jawohl“, sagte der Toni, Es war, als habe der sichere Schuß als sei er mit seinen Gedanken weitab, ihm seine gute Laune wiedergegeben. und vergaß fast für die Zigaretten zu Angeregt erzählte er jetzt, wie sich sein danken, die ihm Gregor reichte. Dann ganz in der Welt der Bücher und Kün- versicherte er hastig?„Ich werd’ schon ste lebender Ziehvater wegen seiner zur rechten Zeit oben sein.“ Schießleidenschaft immer geängstigt Gregor nickte ihm zu, kümmerte sich habe, im Gegensatz zur Mutter. nicht weiter um ihn und eilte ins VerAls sie über den sanften Hang der weltungshaus. Er woilte Abrecht nicht Waldblöße zu den drei oder vier Arbel-gagen, warum er gerade den Toni als terbaracken hinanstiegen, die von nahem Begleiter ausgewählt hatte, wie er ihm mit ihren netten Gärtchen und allerlei auch nicht verraten konte, warum er in „Verschönerungen“ wie Hirschgeweihen Wirklichkeit zum Rauheck wollte. Wenn aus Aesten. Schnitzereien und lustigen der Toni soviel unterwegs war in den Haustafeln durchaus keinen ungewöhn- wäldern und auf den Bergen hier, wen lichen Eindruck machten, entwickelte weiß, ob er von ihm nicht etwas erfahGregor Kerstl eifrig den Plan einer ren konnte, was Licht in jene Angelerichtigen Siedlung.„Stellen Sie sich genheit brachte. Solche Waldmenschen einmal vor, wenn dort dann hübsche, haben eine feine Witterung und sehen kleine Häuser stehen, zwischen Pflanz-]viel, was andere nicht sehen. Er hatte gärten und Obstbäumen—! Die Lage das Gefühl, daß der Toni etwas wußte, hier ist günstig, windgeschützt, sonnis was wichtig war und nur nicht in seiner und landschaftlich reizvoll.“ verschlossenen einzelgängerischen Art stellen Der elite Rerr hatte Ihm in auchl, Belh Venr- dezent Fage Beigen Siag wenn er nicht so plötzlich gestorben für dessen geschäftliche Anliegen. Er gingen durch die Baracken und er sich mit Rolf über den ernsten Zon; der Köhler-Tonf beuchnte. vie diel vielleicht wudte Rolt digch, Sbriez webider Kerstl und lachte.„Ein richtigser len, dad Rolt wieder einmal nicht ind Ziseunerl Der bot befintrechter Waid.) Hicher hatte Gregor über die Arbeitzeider Kühe uch utieten u. Vnter Aacdhung, Er wart die Tlig, T6. a. Das war Gresor neu. Er war aus Büro hinter sich zu, daß es durch das klug geworden.„Dann kennt er sich traste er Baracke verlieen, verwundert nachsahen, als Der Kerstl klopfte seine Pfeife am mer zornig, mit harten Schritten zu Stock aus und unterdrückte einen Abrecht hinüberging, um sich von ihm Fluch, so sehr riß es im kranken Knie. für heute zu verabschieden. So konnte; „Und ob der sich hier auskennt, benahm und den unabhängigen, großen eönliche Kränkung. Das wollte er dem nebenher. Edelweld und Aipenrosen zwar ao, daß es keinen zweitel mehr sabe ich immer Hemeint. er Bür 2uch) glschurs Seichfren. vie Gtezor vermu. „Wildern—):. tete, er hatte den Prugserhof ger nicht wir haben nie was ent- verlassen. Das schwere Zerwürfnis Ebdeckt, der alte Herr und ich, was ein bas mit Florin erregte auch ihn. Er war er sich in ein Miädel, verschn;u. Adan haise en,. der g.uer eigentlich entschlossen nichts wissen will von dem verdrehten bas Bruder, nun „Wenn sein Vater wirklich auf der war bitter, aich eingestehen zu müssen, Landstraße zu Hause war. dann wun-daß seine ganze Natur dieser Erkenntdert’s mich, daß der Toni sich überhaupt an eine richtige Arbeit hat gewöhnen können“, meinte Gregor abschließend. Er schickte nun den Kerst! heim, damit er seine Knie schonen und pflegen konnte, und ging zum nahen Werk hinunter. Er hatte heute keine Ruhe, nach der Geschichte mit Habermoser und der Unterredung mit Ebba. Er fühlte, daß die Dinge hier zu einer Entscheidung drängten und noch war keine gute Lösung abzusehen. Schwierigkeiten, wohin er blickte. nis widersprach..### bstt. Daß Ebba gar nicht versucht hatte, bei ihm Trost und Unterstützung zu finden, sondern sich in ihrer Not zu Gregor geflüchtet hatte, gegen den sie sich bisher feindselig gesperrt hatte, schmerzte ihn. So hatte sich Rolf in sein Zimmer zurückgezogen und war einfach nicht fähig gewesen, am Nachmittag wieder ins Werk hinunterzugehen und so zu tun, als ob er arbeite und wichtig wäre für den Betrieb. Fortsetzung folgt