Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich dreimal(montags, mittwochs u. samstags). Bezugspreis monatlich 2.— DMf(einschl. 30 Pfg. Trägerlohn). Postbezug monatlich 2.— DMf (einschließlich 27 Pfg. Zustellungsgebühr). Heimatblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Einzige in Schwerte gedruckte Zeitung Riunsimummer 15 Plo.— humiemperien 1#. Preisliste Nr. 1.— Druck und Verlag. Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftsstelle: Große Marktstraße Nr. 3—5. Ruf 2770. Postscheckkonto Dortmund 2852. Verabschiedung des Gesetzes am Donnerstag Handgemenge im Bundestag Bundestag Gobathorte- Eim.Pmer, unge. in. Kusstman keinienus Adenquer begründete Gesetzentwurf- TII Stimmen Mehrheit präsident Koehler setzt Saalschutz ein- Kampf auf der Tribüne Aehane Brgtunder Sesch S. M aun. uhn un Banun aunen n Bundestag debatderte-Burt, K * · ∆ E F m m e n M a b r h e i t KPD. Fraktionsführer für 30 Tage ausgeschlossen Die Abstimmung im Bundestag über das Gesetz für den Beitritt zum EuroResierunssentwurt, der daraut dem üperwiesen Sscte e an partel. Die 3. Lesung vniar di Bonn, 14. Juni. Von unserer Bonner Redaktion Bundeskanzler Dr. Adenauer, von den Abgeordneten der Koalition mit Händeklatschen begrüßt, begründete den Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem der Beitritt zum Europarat ausgesprochen wird, in einer mehr als einstündigen Rede. Noch einmal betonte er mit aller Eindringlichkeit, daß der Bundestag mit seiner Entscheidung für oder gegen den Europarat auch gleichzeitig über den Schumanplan das Urteil fälle. Dieser Pakt aber sei gerade in politischer Beziehung von ungeheurer Bedeutung, da er darauf abziele, die„seit Jahrhunderten bestehenden Differenzen zwischen dem französischen und dem deutschen Volk zu beseitigen“. Gerade die Montan-Union biete dem kranzösischen Volk die Möglichkeit, die noch bestehenden Zweifel an der Friedensliebe des deutschen Volkes zu begraben. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit habe den Wunsch, daß zwischen Deutschland und Frankreich in Zukunft alle psychologischen Hemmnisse beseitigt würden.„auf daß endlich Friede werde in Europa“. „Saartrage verliert Bedeutung“ Dr. Adenauer ging dann auf die Londoner Konferenz ein, die eine Bejahung des Europarates durch Deutschland geradezu fordere. Eine Ablehnung des Europarates würde von alliierter Seite sicherlich nicht als ein Zeichen„freundschaftlicher Anlehnung an den Westen“ gewertet werden. Auch die Saarfrage dürfe unter keinen Umständen zu einer Erschwerung des Aufbaues von Westeuropa führen, denn diese Frage werde durch den Zusammenschluß der westlichen MontanIndustrien„in ganz großem Umfange“ ihre Bedeutung verlieren. Für ein geeintes Westeuropa Der Bundesregierung liege daran, daß der Bundestag sich mit einer möglichst großen und eindeutigen Mehrheit für den Europarat ausspreche und er appelliere noch einmal an die SPD, ihren ablehnenden Standpunkt zu revidieren. Die SPD möge berücksichtigen, daß die Zusammenarbeit im Schumanplan keineswegs ein Ausweichen vor der Sozialisierung oder gar vor dem Mitbestimmungsrecht bedeute, sondern daß es hier einzig und allein um die Frage gehe, wie man über die deutsch-französische Verständigung hinaus die Grundlagen für ein geeintes Westeuropa legen könne. „Auf den Häuptern der Bundesregierung,“ sagte Dr. Adenauer lächelnd zu der SPD gewandt,„hat sich keineswegs die; Summe an Dummheit, Unklarheit ünd Passivität vereinigt, ebensowenig wie man sagen kann, daß sich nun bei der Opposition die Summe an Klugheit, Voraussicht und Aktivität vereinigt hat. Kein Mensch ist ganz schwarz und keiner weiß,“ fügte er unter der Heiterkeit des Hauses hinzu. Zum Schluß ünterstrich Adenauer die Notwendigkeit, die europäischen Länder des Westens zusammenzufassen, „um dem Druck vom Osten her Widerstand zu leisten.“ Deshalb sei die Entscheidung, vor der der Bundestag jetzt stehe, von historischer Bedeutung. di Bonn. 13. Juni Von unserer Bonner Redaktion Der Tag der Europadebatte im Bundestag begann mit einem schweren Mißklang. Nach der Erklärung des Alterspräsidenten Paul Loebe gegen die von der SED widerrechtlich vollzogene Preisgabe der Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie meldete sich der kommunistische Abgeordnete Reimann zum Wort, doch hatte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. von Brentano, den Antrag gestellt, keine Aussprache Schünfdcher iennt den Belllilt un „Kein Abschied vom deutschen Osten“. Zentrum für Vertagung „Als Volkslehrer gelobe ich aufrichtige Freundschaft zur Sowjetunion Den Lehrern in der sowjetischen Zone wird gegenwärtig eine Erklärung zur Unterschrift vorgelegt, in der es unter anderem heißt:„In Erfüllung der hohen Verantwortung, die mir aus der Verpflichtung als Volkslehrer erwächst, gelobe ich, mich jederzeit bewußt für die Einheit Deutschlands und für einen gerechten Frieden, für die Nationale Front, gegen jede Kriegshetze und für die aufrichtige Freundschaft zur Sowjetunion bei Schülern und Lehrern und in der Oeffentlichkeit einzusetzen.“ Das Schreiben trägt den Titel„Verpflichtungserkärung der Lehrer der Deutschen Demokratischen Republik“ und wird in aller Stille zur Unterschrift übergeben. * Auf Veranlassung des Ostberliner Magistrats hat eine Demontagefirma damit begonnen, den Turm der Georgenkirche, das Wahrzeichen Berlins, am Alexanderplatz, zur Sprengung vorzubereiten. * Die Technische Hochschule in Dresden hat den Studenten Frank Forbrig als „imperialistischen Kannibalen“ relegiert. Forbrig war aus der SED ausgetreten und hatte dabei erklärt, daß die USA gegenüber der Sowjetunion das Recht der Selbstverteidigung auch mit der Atombombe habe.. * Die in Nordfinnland eingestellte Minenräum-Aktion, die die aus dem letsten Kriege verbliebenen Minen zur Sprengung brachte, mußte jetzt wieder aufgenommen werden, nachdem laufend Personen in den verseuchten Gebieten zu Schaden kommen und in einer Stadt dreißig scharfe eingebaute Minen entdeckt wurden. Das im Jahre 1946— zur Zeit der größten Fettknappheit auf der Welt— begonnene britische Erdnuß-Projekt in Ostatrika, das in kurzer Zeit gewaltige Mengen Erdnußöl liefern sollte, ist, wie jetzt in London endgültig zugegeben wird, gescheitert. * Der französische Gangsterkönig Emile Buisson konnte von der französischen Polizei zur Bekämpfung des Banditenwesens verhaftet werden. Buisson ist fünfzehnmal vorbestraft. Er brach 1947 aus dem Zuchthaus aus. Ihm werden ein Mord und eine Reihe von Raubüberfällen zur Last gelegt. * Eine weitere Konferenz der Außenminister der drei Westmächte wird für August oder September in New York geplant. Die Besprechungen sollen vor Beginn, der UNO-Vollversammlung stattfinden. * Pater Emanuel Reichenberger(Chikago), der zur Zeit Deutschland besucht, nannte die Aussiedlung von mehr als 18 Millionen Deutschen aus den Ostgebieten die größte Christenverfolgung aller Zeiten. * Der in Dresden tagende Landesvorstand der sächsischen CDU warnte in einem Offenen Brief an die CDUCSU-Fraktion des Bundestages vor einem Beitritt der Bundesregublik zum Europarat. * 633 Umsiedler aus den polnisch verwalteten Gebieten östlich der Oder-NeißeLinie trafen im Heimkehrerlager Friedland ein. Unter den Umsiedlern sind auch ältere Frauen, die seit 1918 im früheren polnischen Korridor lebten. dl Bonn, 14. Juni ven unserer Bonner Reoektion Dr. Schumacher warnte Dienstag im Bundestag in einer großangelegten, eineinhalbstündigen Rede vor einem„vorzeitigen“ Eintritt in den Europarat. Das in Straßburg gezimmerte Europa sei so schwach, daß es seine Funktion im Kampf gegen den Kommunism:g nicht erfüllen könne. Ein starkes Euleps sei auch mit dem„antienglischen Komplex“ nicht zu schaffen. Die ungelöste Saartrage, die Existenz des Besatzungsregimes und der allmächtigen: Hohen Kommissare und der nach wie vor bestehende Kriegszustand seien mit einer deutschen„Gleichberechtigung“ im Europarat unvereinbar. Man könne die Lösung der Saarfrage nicht von einer Regelung im Friedensvertrag abhängig machen, denn in dem Londoner Kommuniqué der Außenminister sei deutlich gesagt, daß mit dem Abschluß eines Friedensvertrages angesichts der Haltung der Sowjetunion nicht zu rechnen sei. Die Existenz der Ruhrbehörde vertrage sich auch nicht mit dem Schuman-Plan, da durch die entscheidende Stellung der Siegermächte in der Ruhrbehörde ein System der Gleichberechtigung nicht aufkommen könne. Schumacher warnte ferner vor dem Weg, der über Straßburg zum Atlantikpakt führe, denn der Atlantikpakt bedeute früher oder später die Wiederaufrüstung. Die SPD lehne aus diesen Gründen den Eintritt in den Europarat im jetzigen Zeitpunkt der„Nichtgleichberechtigung“ ab. Aehnliche Argumente wurVorsitzenden der ZenFrau Helene Wessel, den von der trumsfraktion, vorsebracht. ge dar M.2 Dr. Becker(FDP) erklärte, der Weg nach Straßburg bedeute keineswegs den„Abschied vom deutschen Osten“, sondern gebe Deutschland die Möglichkeit, die gesamtdeutsche Frage vor einem internationalen Forum zur Erörterung zu stellen, Robertson in Berlin dmt Berlin, 14. Juni. Der britische Hohe Kommissar Robertson weilt zum Abschiedsbesuch bis Donnerstag in Berlin. Er hatte eine Unterredung mit Oberbürgermeister Reuter, über deren Inhalt nichts bekanntgegeben wurde. über diese Erklärung stattfinden zu lassen. Als daraufhin Reimann die Rednertribüne bestieg und zu sprechen begann, brach der Sturm los. Die mehrmalige Aufforderung des Präsidenten, die Tribüne zu verlassen, ließ Reimann unbeachtet. Trotz der ihm erteilten Ordnungsrufe und der Aufforderung, sich auf seinen Platz zu begeben, redete er weiter, ohne daß seine Worte in dem Tumult verstanden worden wären. Man sah nur seine Arme in der Luft herumfuchteln.: Schließlich ließ Präsident Koehler Saaldiener hereinrufen, die sich neben Reimann aufstellten, während gleichzeitig kommunistische Abgeordnete zur Rednertribüne heraufkamen und neben Reimann Aufstellung nahmen. Nach wenigen Augenblicken war ein Handgemenge im Gange. Es war das erste Handgemenge, das der Bundestag erlebte.—bract. 41 Präsident Koehler unterbrach die Sitzung und forderte zum Verlassen des Saales. auf. Das Handgemenge auf den Stufen zur Tribüne ging weiter. Man sah den Kommunisten Rische die Stufen hinunteriallen. Das Gejohle der Kommunisten und die lauten Proteste rufe der anderen Abgeordneten machten jedes Wort unverständlich. Schließlich gelang es Präsident Kochler, die Räumung des Saales durchzusetzen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung verkündete er, daß Reimann wegen groben Verstoßes gegen die Geschäftsordnung auf die Dauer von 30 Sitzungstagen ausgeschlossen werde. Loebe fordert Parlamentswache Alterspräsident will gegen renitente Abgeordnete vorgehen dpa Bonn, 14. Juni Eine„eindeutig überlegene Parlamentswache“ forderte der Alterspräsident des Deutschen Bundestages und frühere Reichstagspräsident Paul Loebe nach den Zwischenfällen im Bundestag. Loebe erklärte, daß eine„größere und besser ausgebildete Parlamentswache als verlängerter Arm des Präsidenten“ unbedingt erforderlich sei, „die jederzeit in der Lage sei, den Anordnungen des Präsidenten Geltung zu verschaffen“. Wer Gewalt gegen die Anordnungen des Präsidenten anwende, mache sich strafbar. Wer bei GewaltKohle- und Stahlexperten für Paris Delegation für Schumanplan-Verhandlungen wird gebildet Die Verteidigungsminister Englands, Norwegens und Dänemarks, die kürzlich in London zu Besprechungen zusammengekommen waren, treffen sich zu einer aaen Tagung am 29. Bundesrichter MeGranery entschied, daß die von der USA-Regierung beantragte Ueberführung des Atomspions Harry Gold von Philadelphis nach New Fork auf unbestimmte Zeit aufgeschoben wird, dpa Bonn, 14. Juni Der vom Bundeskanzler vor dem Bundestag angekündigte interministerielle Ausschuß für den SchumanPlan wird voraussichtlich schon auf der nächsten Sitzung des Bundeskabinetts eingesetzt. Dieser Ausschuß soll auch Verbindung mit der deutschen Delegation in Paris halten. In Kürze wird die deutsche Delegation gebildet, die am 20. Juni die Schuman-Plan-Verhandlungen in Paris aufnehmen soll. Dem Bundeskanzler wurden bereits verschiedene Vorschläge unterbreitet. Wie bekannt wird, soll die Delegation aus je drei Kohle- und Stahlfachleuten bestehen. Für diese Stellen werden der Generaldirektor der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung. Dr. Kost, ferner Dr. Sohl und Dr. Müller von der Eisen- und Stahltreuhandstelle und Hermann Winkhaus von den Mannesmann-Werken genannt. Als Völkerrechtler dürfte der kürzlich von der Bundesregierung als Berater berufene Münchener Professor Dr. Erich Kaufmann der Delegation angehören. Nach zuverlässigen Informationen ist über den Delegationsführer noch nicht entechieden werden, CDU-Ehrengericht untersucht Gereke-Reise nach Ostberlin dpa Bonn, 14. Juni. Der Vorstand des CDU-Zonenausschusses beschloß am Dienstag in Bonn, den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Landwirtschaftsminister von Niedersachsen, Dr. Günther Gereke, aufzufordern, seine Amter solange ruhen zu lassen, bis ein Ehrengericht des CDU-Vorstandes seine Berlin-Reise untersucht hat. anwendung festgenommen werde, habe keinen Anspruch auf Immunität mehr, In anderen Ländern, zum Beispiel in England, gingen die Betugnisse des Parlamentspräsidenten so weit;„daß er jederzeit einen renitenten Abgeordneten in den Turm bringen lassen kann“. Die Ausschließung des KPDVorsitzenden Max Reimann für dreißig Sitzungstage sei. vollkommen korrekt. SPO nimmt gegen NWDRUbertragung aus Bonn Stellung dpa Hannover, 14. Juni. Der SPD-Vorstand in Hannover hat and Dienstag durch einen Rundfunkbeauftragten bei der Generaldirektion des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg Beschwerde dagegen eingelegt, daß der NWDR die vollständige Rede des Bundeskanzlers in der Bundestagssitzung vom Dienstag wiedergab, die Stimme der Opposition aber erst dreiGig Stunden später im Auszug zu Wort kommen lassen wolle. Das allgemeine Interesse sei dann schon weitgehend erlahmt. Die Opposition sei nicht gewillt, sich auf diese Weise„an die Wand spielen zu lassen“. Explosion auf einem U-Boot dmt London, 14. Juni. Auf einen britischen U-Boot ereignete sich eine Explosion, durch die vier Besatzungs mitglieder verletzt wurden. neng n832 Paris begrüßt Bonner Beschluß „Das deutsche Parlament will sich für den Frieden einsetzen“ dpa Paris, 14. Juni Frankreich begrüßt„mit lebhafter Befriedigung“ den am Dienstag vom deutschen Bundestag in erster und zweiter Lesung gefaßten Beschluß zum Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat, erklärte ein Sprecher des französischen Außenministerlunns am Dienstagabend Wenn es auch klar sei, daß die Bundesrepublik noch nicht als voll souveräner Staat vertreten sei, so habe das deutsche Parlament doch seine Absicht gezeigt, sich für die europäische Einheit und die Verteidigung des Friedens einzusetzen und sich uneingeschränkt zu den Idealen der Freiheit und der Demokratie zu bekennen.. M Der erste Schritt Die Bundestagssitzung vom Dienstag hatte abermals hochpolitische Akzente. Gemeinsam mit dem gewählten Parlament erhoben Bundesregierung und Bundesrat feierlich Protest gegen die von der Ostzonenregierung widerrechtlich erfolgte Anerkennung der OderNeiße-Grenze als„Friedensgrenze“, und es blieb den Kommunisten vorbehalten, diesen Landesverrat zu glorifizieren, wenn auch nur mit den Fäusten auf den Pultdeckeln und einem Handgemenge mit den Saaldienern, die den Kommunistenführer Reimann aus deni Saal zu entfernen hatten. Denn das Haus wartete mit Spannung auf die Regierungserklärung über das Für und Wider eines Eintritts der Bundesrepublik in den Europarat, mit dessen Zielsetzung, der europäischen Föderation, der Schuman-Plan eng verknüpft ist, wie der Bundeskanzler sehr entschieden betonte. Wenn man in den letzten Wochen das Gefühl gehabt hatte, als bröckele die Opposition gegen den Europarat in den parlamentarischen Kreisen ab, und wenn man annehmen mußte, daß die überzeugend vorgetragenen Argumente des Kanzlers für Straßburg kaum zu widerlegen seien, so erwies die sozialdemokratische Opposition sich doch als ebenso zäh und doktrinär wie ihr Führer. Die Mehrheit in der ersten und zweiten Lesung für den Gang nach Straßburg war zwar beachtlich und dürfte sich bis zur Schlußabstimmung am Donnerstag eher vergrößern als verringern—, aber die Geschlossenheit, die in einer so schwerwiegenden Zukunftsfrage erwünscht gewesen wäre, erreichte das Parlament infolge der Oppostion der SPD nicht, zu der sich außer den Kommunisten auch die Zentrumsabgeordneten, die einen Vermittlungsvorschlag gemacht hatten, und die der Deutschen Rechtspartei gesellten. Das Parlament bezeugte aber, daß es gewillt ist, sich für die europäische Einheit und für die demokratischen Lebensrechte einzusetzen. An den Alliierten liegt es, der Bundesrepublik nun bald zur Würde eines scuveränen Staates zu verhelfen. Bonn hat den ersten außenpolitischen Schritt hierzu getan. Seebohm: Segeltlug muh sein dmt Bonn, 14. Juni. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm hat am Dienstag in Bonn erneut die Zulassung des Segelfliegens gefordert. Der Segelflugsport, so betonte er, sei ein ausgezeichnetes Mittel zur sportlichen Erziehung der Jugend. Weiter forderte Seebohm den Anschluß Bonns an das internationale Luftverkehrsnetz. Die Industrieproduktion überschritt Stand von 1936 Die westdeutsche Industrieproduktion hat im April dieses Jahres erstmals den Stand von 1936 überschritten. In diesem Monat stand der Produktions-Inder bei 104 bezw. bei 101(ohne Energie-Erzeugung), wenn man die Indemzahl von 1936 gleich 100 setzt. Gegenüber einem ProduktionsInder von 39 im Jahre 1947, 60 im Jahre 1948 und 89 im Vorjahre ist die bis heute erreichte Steigerung imSTAND DER INDUSTRIEPRODUKTION FRUMAHR 1050 4825127.100 enute TTALIEN 100 FRANKR 110 ENGLO. 124 NEDKNL 14 agg Mne PRODUKTION: BUNDESGER FRON) 1050 KONIE EISENE FANRZ: BAU-„LxER FEFIN Pn- grott Set ertrner-1 Rundenlagserkichrung mum Merschaner Abkommen Die Stenzzichung Zurdehgo n.teren Loebe vor dem Bundestag- Einmütige Willenskundgebung 01 Bonn, 14. Juni. Von unserer Bonner Redaktion Die Erklärung, mit der Alterspräsident Loebe am Dienstag vor dem Bundestag zugleich im Namen der Bundesregierung und des Bundesrates feierlich Verwahrung gegen die im Warschauer Abkommen von der Ostzonenregierung ausgesprochene Verzichterklärung auf die deutschen Ostgebiete einlegte, hatte folgenden Wortlaut: „In der von einer Delegation der sogenannten provisorischen Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und der Regierung der Republik Polen unterzeichneten Vereinbarung vom 6. Juni 1950 wird dio völker- und staatsrechtliche unhaltbare Behauptung aufgestellt, daß zwischen der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands und Polen eine Friedensgrenze festgelegt worden ist. Gemäß dem Potsdamer Abkommen ist das deutsche Gebiet östlich von Oder und Neiße als Teil der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands der Republik Polen nur zur einstweiligen Verwaltung übergeben worden. Das Gebiet bleibt ein Teil Deutschlands(stürmische Bravorufe). Niemand hat das Recht, aus eigener Machtvollkommenheit Land und Leute preiszugeben oder eine Politik des Verzichts zu betreiben. Die Regelung dieser wie aller Grenzfragen Deutschlands, der östlichen wie der westlichen, kann nur durch einen Friedensvertrag erfolgen, der von einer demokratisch gewählten deutschen Regierung als ein Vertrag der Freundschaft und guten Nachbarschaft mit allen Nationen baldigst geschlossen werden muß. (Beifall). Die Mitwirkung an der Markierung der Oder-Neiße-Linie als angeblich unantastbare Ostgrense Ostdeutschlands, zu der sich die sogenannte provisorische Regierung der Deutschen Demokratischen Republik bereitgefunden hat, ist ein Beweis für die beschämende Hörigkeit dieser Stelle gegenüber einer fremden Macht.(Zustimmung). Der Bundestag weiß, daß er bei der Zurückweisung dieser Handlung auch im Namen der Deutschen in der sowjetischen Besatzungszone spricht.“(Beifall und Händeklatschen). Der Lulopa Na Wenn die Bundesrepublike dem Europa-Rat beitritt, wird sie zunächst nur in einer der drei Institutionen des Rates vertreten sein, nämlich in der Beratenden Versanmlung. Sie besteht aus den von den Regierungen entsprechend den heimi„Allog kömeswogs unverlheidnen Acheson: Sowjetischer Imperialismus bedroht die freie Welt 1 dpa Texas, 14. Juni. In einer programmatischen Erklärung legte Acheson am Dienstag vor der Bürgervereinigung von Dallas im Staate Texas die Grundzüge der amerikanischen Außenpolitik dar. Er betonte erneut, daß „Schwächepunkte“ nur den sowjetischen Expansionsdrang herausforderten. Dennoch sei ein neuer Weltkrieg nicht unvermeidlich. Mit dem Schumanplan und dem Projekt für die europäische ZahlungsUnion habe sich in Europa„neue Lebensenergie“ bemerkbar gemacht. Acheson lehnte den Gedanken eines Präventiv-Krieges gegen die Sowjetunion ebenso ab wie eine Politik des Friedens um jeden Preis. Stattdessen forderte er die Stärkung der Atlantikpaktstaaten. Der sowjetische Imperialismus, sagte Acheson, bedrohe die freie Welt durch seine Rüstungen und durch die Untergrundtätigkeit der kommunistischen Internationale. Dennoch sei die USA-Regierung entschlossen, die Weltprobleme ohne Krieg zu lösen. Vor allem müsse man die Sowjetunion davon überzeugen, daß es in ihrem eigenen Interesse liege, internationale Streitfragen zu regeln und von einer expansionistischen Politik Abstand zu nehmen. Die freien Völker müßten militärisch stark genug sein, um die Sowjetunion von allen unüberlegten Abenteuern zurückzuhalten. Doch hätten die europäischen Völker kein Interesse an Verteidigungsplänen, die Westeuropa zunächst einem etwaigen Angriff überließen und nur die Aussicht auf spätere Befreiung eröffneten. Deshalb müßten die nordatlantischen Völker eine ausgewogene Streitmacht aufstellen, die jeden Angriff erfolgreich abwehren und einen aufgezwungenen Krieg siegreich durchstehen könne. 40 000 Balten schreiben Truman me Stockholm, 14. Juni. Rund 40 000 baltische Flüchtlinge, die sich heute in allen Teilen der Welt aufhalten, werden aus der Emigration am 17. Juni, dem Jahrestage der Okkupation des Baltikums durch die Sowjetunion, individuell gehaltene Briefe an Truman, Acheson, Churchill, Dulles und Auriol abschicken. In diesen Briefen wird zum Ausdruck gebracht, daß die Briefschreiber die Adressaten bitten, ihr vergewaltigtes Vaterland zu befreien. Abgesprungener ReuterKorrespondent war kein Kommunist dmt Berlin, 14. Juni. Zu der aufsehenerregenden Erklärung des Berliner Reuter-Korrespondenten Peet werden weitere Einzelheiten bekannt. Peet war, wie jetzt bestätigt wird, niemals Mitglied der Kommunistischen Partei. Wohl aber kämpfte er während des spanischen Bürgerkrieges auf der Seite der Roten. John Peet— heute 34jährig— entstammt einer Londoner Quäker-Familie. Während des Krieges war er zunächst als Polizist, später als Redakteur in Palästina tätig. Aus dieser Zeit stammt seine Malaria, deren seelische Auswirkungen von seinen Freunden vielfach als der Schlüssel seiner derzeitigen Depressionen angesehen werden. Seine Frau, geborene Gräfin Gudenus, lebt jetzt getrennt von ihm in Wien. Der Leiter der Reuter-Agentur in Deutschland konnte von Frankfurt aus mit Peet telefonieren. Er befand sich gerade in ddem Zimmer von Gerhart Eisler, dem Leiter des Informationsamtes der Ostzone. Peet betonte bei diesem Gespräch, sein Entschluß sei, das Ergebnis einer längeren inneren Entwicklung und keineswegs plötzlich gekommen. Reimann protestiert gegen Ausschlußz aus dem Bundestag dmt Bonn, 14. Juni. Brieflich protestierte Max Reimann beim Bundestagspräsidenten gegen seinen Ausschluß. Er betont, daß er sich gleich zu Beginn der Erklärung Löbes über die Oder-Neiße-Linie zum Wort gemeldet habe. Der Bundestagspräsident habe das gesehen, ihm aber nicht das Wort erteilt, da es ihm darauf angekommen sei, der KPD keine Gelegenheit zu einer Erklärung zu geben. Er protestiere mit Schärfe dagegen, daß die Polizei angewiesen worden sei, ihn gewaltsam aus dem Plenarsaal zu entfernen. Dr. Köhler sei dafür verantwortlich, daß die Polizei gegen ihn und seine Fraktionskollegen handgreiflich geworden sei. Abschließend fordert ReiDER EUROPARAT Horeregen Selgien Schunden Italien Englond dnechenid. Niedend. Frork seich schen politischen Kräfteverhältnissen ernannten Delegierten und tritt satzungsgemäß nur einmal im Jahr zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Die Beratende Versammlung zählte bei ihrem ersten Zusammentritt im August vergangenen Jahres 104 Abgeordnete. Als Mindestzahl waren für die Vertretung eines Landes 3, als Höchstzahl 18 Sitze festgelegt. Inzwischen wurde die Verdoppelung dieser Zahlen vorgeschlagen, so daß mit dem Inkrafttreten dieser Anderung die Bundesrepublik und die Saar in Straßburg mit 36 bezw.,6 Delegierten die 250 vollmachen würden. Rund ein Sechstel von ihnen wären dann Deutsche. Während die Beratende Versammlung parlamentsähnlich arbeitet, also sich ihre Beschlüsse und Vorschläge nur an die Regierung, d. h. an den Ministerausschuß richten, stellt dieser die Exekutive und damit die Vertretung des Europa-Rates nach außen dar. Freilich besteht diese ausführende Gewalt nur darin, daß er das, was er beschlossen hat(in Ubereinstimmung mit der Beratenden Versammlung), als Empfehlung den europäischen Regierungen zur Ausführung nahelegt. Die Bedeutung solcher Empfehlungen braucht aber nicht platonisch zu sein, weil ja der Minister-Ausschuß in der Regel als Gremium der Außenminister der Europa-Rat-Staaten selbst in den europdischen Kabinetten in maßgeblicher Stellung vertreten ist. Die Ständige Kommission als dritte Instanz des Europa-Rates war in der ersten Anlage des Rates nicht enthalten und wurde erst auf der vorjährigen Tagung der Beratenden Versammlung ins Leben gerufen. Welche Bedeutung sie hat oder haben wird, muß die praktische Arbeit erweisen; sie soll der Arbeit der Beratenden Versammlung durch sorgfältige Vorarbeit die erforderlichen Unterlagen liefern und ist daher ständig in Funktion, im Gegensatz zu nur einer Jahrestagung der Beratenden Versammlung. Es ist leicht denkbar, daß die Ständige Kommission durch gründliche und fachgerechte Behandlung spezieller europäischer Fragen zum eigentlichen Initiator der Straßburger Empfehlungen und damit vielleicht später wirksamer Entschlüsse wird. In dieser Kommission ist die Bundesrepublik zunächst noch nicht vertreten. Natonule-Pient Ait-Rs-ruhern SS-Obersturmführer will frühere Pgs für Stalin gewinnen gm Berlin, 14. Juni. Von unserem Korrespondenten In der Strategie des Kremls spielt seit einiger Zeit in Oesterreich der großdeutsche Gedanke eine bedeutsame Rolle, den man in velksdemokratischem Rahmen zu verwirklichen verspricht. Die Puppe an diesem Draht ist SS-Obersturmführer Dr. Slavik, ehemaliger Angehöriger der Kampfgruppe Schörner, der eine„Nationale Liga“ aufgezogen hat, mit der er unter den früheren Pgs für den Osten wirbt. Slaviks Organ ist der„Oesterreichische Beobachter“. In einer seiner Ansprachen hieß es kürzlich:„Die Mittelstellung wollen in Zukunft wir einnehmen, denn wir werden in einer kommenden Volksdemokratie genau so unsere Pflicht tun, wie wir das bis jetzt gewohnt waren.“ Der Berliner„Kurier“ meldet dazu: Ein Kristallisationspunkt für diese Agitation ist die Strafanstalt Stein in der russischen Besatzungszone Oesterreichs. Dort sitzen 61 worden sei. Abschließend fordert Rei- B..... g.... autagen ung ein mann die Aufhebung des Ausschlusses. I verurteilte Nazis, die entweger inre Strafe ponierend. Freilich kann auch nicht übersehen werden, daß Westdeutschland im Vergleich zu 1936 eine um ein Viertel größere Bevölkerung hat, so daß der industrielle Produktionsstand bei einer gleichartigen Versorgung und Ausfuhr wenigstens die Indermarke 125 erreichen müßte. Im internationalen Vergleich mit anderen ähnlich industrialisierten Ländern liegt Westdeutschland eindeutig am Ende der industriellen Ausdehnungstendenzen, wenn man von Japan absieht. Von einer Industrie-Ausweitung, wie sie im Auslande gelegentlich befürchtet wird, sind wir also noch weit entfernt. Dazu kommt, wie unsere Zeichnung veranschaulicht, daß zwischen den einzelnen Produktionsgebieten erhebliche Unterschiede bestehen, wobei gerade sehr wesentliche Wirtschaftszweige wie Eisen und Stahl noch weit unter dem Stande von 1936 liegen. Zonden Winl-Verhändlung abwarten Attlee im Unterhaus über den Beitritt zum Schuman-Plan dmt London, 14. Juni. Premierminister Attlee erklärte im Unterhaus, daß Großbritannien gegenwärtig nicht beabsichtige, einen Gegenvorschlag zum Schuman-Plan vorzulegen, da die französische Regierung noch keine Einzelheiten über die praktische Anwendung ihrer Vorschläge ausgearbeitet habe. Großbritannien habe nicht die Absicht, die Verwirklichung des Schuman-Planes zu behindern, sondern wolle ihn unterstützen. Aber erst nach Beginn der Verhandlungen in Paris lasse es sich übersehen, wie es dazu am besten beitragen könne. Attlee gab keinen ins einzelne gehenden Bericht über die britisch-französischen Verhandlungen. Die von den Konservativen und den Liberalen ge520 Lentermengamn Entlassen Politbüro erklärt: Religion ist keine Privatsuche mehr knd Budapest, 14. Juni In den letzten Wochen wurden in Ungarn 320 katholische Lehrer und Lehrerinnen ihres Amtes enthoben. Ueber 109 Lehrer sind von der kommunistischen Polizei inhaftiert worden. Wie weiter bekannt wird, richtet sich die Agitation der Kommunisten im Augenblick vornehmlich gegen den Franziskaner- und Dominikanerorden. In einer offiziellen Verlautbarung der Regierung heißt es, diese beiden Orden seien die„besonderen Feinde des Friedens“. Die Mitglieder der Kommunistischen Partei Ungarns sind aufgefordert worden, den Kirchenbesuch einzustellen, ihre Kinder dem Religionsunterricht fernzuhalten und ihre Ehefrauen im kommunistischen Geiste umzuerziehen. Religion sei keine Privatsache mehr. Diese Anweisung des ungarischen Politbüros erfolgte auf Grund der in den letzten Wochen ständig restlos gefüllten Kirchen. Ungern löst Freimaurer-Logen auf dmt Budapest, 14. Juni. Das ungarische Innenministerium befahl die sofortige Auflösung sämtlicher Freimaurerlogen im gesamte Staatsgebiet. In einer amtlichen Verlautbarung wurde dazu erklärt, die Freimaurer hätten in der letzten Zeit in verstärktem Maße Verbindungen mit den Feinden der Volksrepublik aufgenommen. forderte sofortige Debatte über den Schuman-Plan wurde von der Regierung abgelehnt. „Britannien auf dünnem Eis“ le London, 14. Juni.(Eigenber.) Die englischen Blätter bringen die wesentlichsten Punkte aus einem Leitartikel der„New York Times“. Darin heißt es: Britannien läuft auf dünnem Eis Schlittschuh. Einer Liste- von Fortschritten folgt eine Liste von Aber’s darunter:„Britanien treibt noch auf dem Wellenkamm des amerikanischen booms und der Verkäuferkonjunktur, gibt aber immer noch mehr Geld aus als es verdient, hat deutschen und japanischen Wettbewerb ins Auge zu fassen, hat eine in mancher Hinsicht zu starre, ja veraltete und wenig leistungsfähige Wirtschaftskonjunktur, gibt immer noch 40 Prozent des jährlichen Nationaleinkommens für Regierungszwecke aus und hat immer noch Pfundschulden.“ Revislon des Besatzungsstatuts wird vorbereitel dmt London, 13. Juni. Am 26. Juni tritt in London zum ersten Mal die Dreimächte-Studiengruppe zu einer Beratung zusammen, die die Revision des Besatzungsstatuts vorbereiten soll. Diese Studiengruppe ist das Ergebnis der Beschlüsse, die auf der Londoner Außenministerkonferenz gefaßt wurden. Auch die Beendigung des Kriegszustandes mit der Bundesrepublik soll erörtert werden. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Dr. Heinrich von Brentano, wird an der Tagung der christlichen Politiker Europas am 16. Juni in Paris teilnehmen. abgebüßt haben oder vom Bundesprästdenten begnadigt worden sind. Der erwähnte Dr. Slavik hat bis zum Mai 1949 ebenfalls hier gesessen, bis er durch einen Gnadenakt freikam und dann von den Sowjets auch freigelassen wurde. Vor wenigen Tagen ist er hier wieder aufgetaucht: zu Besprechungen mit seinen früheren Schicksalsgenossen. Bei diesen Unterhandlungen wurde dem früheren HJ-Gebietsführer von Niederdonau, Krakker-Semier, und einem der vielen ehemaligen illegalen Gauleiter von Wien, Dr. Tavs, der zuletzt unter Schirach ein Stadtratsamt innehatte, die Freiheit versprochen, wenn sie sich der„Nationalen Liga“ zum Kampf gegen den Westen zur Verfügung stellen würden. Im Zuchthaus von Stein kann man also seine körperliche Freiheit erlangen, wenn man geistig käuflich ist. „Rofe Schwestern“ in der Ostzone statt Diakonissen knd Berlin, 14. Juni. Der Staatssekretär für soziale Angelegenheiten bei der Ostzonenregierung, Pöschke, hat neue Maßnahmen gegen die Diakonissenhäuser der Ostzone angekündigt. Pöschke erhob die Beschuldigung, die Diakonissen hätten den Kranken wiederholt kommunistische Lektüre unter allen nur denkbaren Vorwänden vorenthalten, und nannte das Verhalten der Diakonissen„weltanschaulichen Terror“. Dfe Diakonissen sollen durch „Rote Schwestern“, die Nachfolgerinnen der„Braunen Schwestern“ aus der Nazizeit, ersetzt werden. Strafverlahren gegen KPDAbgeordnete gefordert dmt Bonn, 14. Juni. Bundestagspräsident Dr. Köhler wurde in einem Brief des FDP-Abgeordneten Euler aufgefordert, die fünf kommunistischen Abgeordneten Renner, Rische, Oskar Müller, Vesper und Nuding für zwanzig Tage von den Tagungen des Bundesretes auszuschließen und ein Strafverfahren gegen sie einzuleiten. Die Abgeordneten waren an der Schlägerei beteiligt, die sich entwickelte, als Reimann reden wollte. Gemeindedirektor machte Geschätte mit Personglausweisen ih Ulzen, 14. Juni. Wegen Verkaufs von Personalausweisen der britischen Zone und Flüchtlingsausweisen an im Lager Ulzen-Bohldamm abgewiesene Ostzonen-Flüchtlinge wurde der Gemeindedirektor von Veersen bei Ulzen verhaftet. Als Preis wurden von ihm selbst drei D-Mark, von den Flüchtlingen aber vierzig D-Mark und mehr genannt. In das Geschäft schalteten sich nach Bedarf noch Zwischenhändler eiy die die Preise erheblich in die Höl trieben. Weilerberich! Noch einzelne Gewitter, wolkig Schauerneigung, mäßige West- bi Nordwestwinde, kühler. BCHWERTER ZEITUNG Mittwoch, den 13. Juni 1930. W Stadt Schwerte Duus wnssenen Km Ein Leben im Dienste der Eisenbahn Amtmann Brösicke jetzt im Ruhestand K Rlick in die Weite Schwerte. Am 23. Mai d. J. vollendete men mit dem Wunsche, daß sie ihm der Eb.-Amtmann Willi Brösicke vom auf seinem ferneren Lebensweg eine Eisenbahnausbesserungswerk Schwerte freudige Erinnerung an den langjähri(Ruhr) sein 65. Lebensjahr. Am 1. Junigen Wirkungskreis sein mögen. 1950 trat er nach einer 40jährigen] Im Anschluß daran sprach der Leiter Eisenbahndienstzeit in den wohlverdien- der Lokomotivrichthalle, Eb.-Rat Klünten Ruhestand ein. Aus diesem Anlaßiner, im Namen der Bediensteten der Peercc unn eunse Vreite versammelten sich am 10. Juni die Ar- Werkabteilungen und überreichte ein Man empündet eine innere Freude beitskollegen der Stoft- und Geräteab-IGeschenk. eg gteuugrtreter, der strahlenden Sonne, die uns auf teilung und viele Mitarbeiter des lang- Amtmann Bösickes Im Wege zum Freischütz begleitet. jährigen Abteilungsleiters zu einer techn. Eb.-Oberinsgettagge t#richrend wir im Tale die Ruhrstadtsschlichten, eindrucksvollen Abschteds- Seinem gbteslonge, ester tzur ezie Famezurücklagen, erüßen uns karbentrohe keler in beinem bienstzimmer. raggechagtlichkeit und die stete Kllede. Der Werkdirektor, Ober-Eisenbahnrat reitschaft, die dieser eingedenk seiner nderer Wenderuns über die Relde, Diel Keppner, überreichte die Zurruhe- pürsorgeplicht, jedem Bediensteten selRuhe, die dich hier ausbreitet. zvinetlgetzungsurkunde der Eisenbahndirektion“ LHtellung hindurch zutel werden zur traben Stimmung, Das Wacbsen Esgen und dankte dem scheidenden Beamten für seine langjährige treue Pflichterfüllung im Dienste der Eisenbahnverwaltung. hem ous angestammter] Mit Eb.-Amtmann Brösicke ist würdig zu gestalten, seinen Dank aus eschtr Wan Kom aus ansesuunu“, einer der wenigen leitenden Beamten, wobel er bekundete, daß er dem AusTreue en hm, ohne seinen Nomen nn denen es vergönnt war, von nahezu vom besserungswerk Schwerte auch in den vennen, vell es einem dort sehel. Tage der Inbetriebnahme den Werde- Tagen des Ruhestandes verbunden bielPiesmal lockt uns der Turm. Treten, gang des Eisenbahnausbesserungswer- pen werde. vir auf das Plateau der Brüstung, 80 keg und seine Entwicklung viele Jahre Stinet sich vor dem Beschauer die Aus- hindurch mitzuerleben. Auf verantworsicht über bunte Getide des Ruhrian- tungsvollem Posten hat Eb.-Amtmann des. Ganz im külntergrunde erspähen Brösicke sein umfangreiches Fachwissen vir die dunklen Röhenzüge des Sauer- und eine beachtliche Betriebserfahrung landes. Bis zum Rothaarsebirge reicht Tag um Tag und Jahr um Jahr in den der Blick. Das lst die Welt der tausend pienst des Ausbesserungswerkes geBerge, die wir immer wieder besingen.##11 herzlich gehaltenen Worten Blumen in den Gärten und Wiesen auf unserer Wanderung über die Heide. Die Kune, dle siüll Hier ausbreitet, Zwinige uns zur frohen Stimmung. Das Wechsen der Natur erfüllt mit innerer Genugtuung. Wir sind am Freischütz. Wie oft schon wurde er genannt? Wieviel mehr besucht? Man kam aus angestallnmer ner Abteilung hindurch zuteil werden ließ. Der Scheidende sprach abschließend allen, die in dankenswerter Weise mit dazu beigetragen haben, diesen Tag so würdig zu gestalten, seinen Dank aus, Feuerwehr trat in Aktion Schwerte. In einer Wohnung in der Hagener Straße brach in Abwesenheit der Bewohner ein Stubenbrand aus. Die Ursache dazu war ein in der Nähe eines Kleiderschrankes abgestellter, aber nicht ausgeschalteter, elektrischer Helzofen. Der Inhalt des Schrankes und die Gardinen fingen Feuer und verbrannten. Durch die Aufmerksamkeit eines Hausbewohners, der den Brand rechtzeitig bemerkte und die Feuerwehr alarmierte, konnte das Feuer schnell gelöscht und größerer Schaden verhütet werden. Johann Staat# Schwerte. Wir berichteten in der Vorwoche über einen Verkehrsunfall, bei dem eine 83jährige Frau einen Oberschenkelbruch erlitt. Während die Frau jetzt im Krankenhaus liegt, starb in ihrer Abwesenheit zu Hause der 84jährige Ehemann, der Rentner und frühere Bauunternehmer Johann Staat. Mit ihm ging ein Mann dahin, der jahrzehntelang unermüdlich schaffte und an der baulichen Entwicklung unserer Stadt auch tätigen Anteil hatte. Worauf es ankommt Schwerte. Es ist am 18. Juni das fünfte Mal, daß wir nach dem letzten Kriege wählen. Und wenn wir am Sonntag zur Wahlurne schreiten, dann müssen wir wissen, worauf es ankommt. Einmal haben wir den Landtag zu wählen und zum andern uns an einem Volksentscheid zu beteiligen. Wir sollen uns darüber erklären, ob wir mit der kürzlich von den Stimmen der CDU und den Zentrums verabschiedeten Landesverfassung— die„Schwerter Zeitung“ verd’fentlichte den genauen Wortlaut in der letzten Sonnabend-Ausgabe— einverstanden sind. Somit erhält unser Weg zum Wahllokal eine besondere Bedeutung. Die Auswertung der Stimmen geschieht nach einem vom Landtag modiflzierten System, das aus Persönlichkeits- und Verhältniswahlrecht besteht. Aus den Wahlkreisen direkt kommen zwei Drittel der gewählten Abgeordneten in den Landtag. Ein Drittel geht über die Landesreserveliste der Parteien. Der Landtag wird aus mindestens 200 Abgeordneten bestehen. Die besten Bullen des Kreises „Karuso“ trug zum zweitenmal den Eichenkranz Ratternde Straßenbahnen, Autos und vorüberziehende Wolken sind die einzigen Bewegungen in der Landschaft. Hin und wieder kreisen auch Turmfalken und Sperber über unserm Haupte. Wir denken an die, die vor uns diesen Turm bestiegen und nicht mehr In gedie Welde im Bartal, als mehr als 30 Bulen von der besten Bullen des Kreises Fritz Schwarzelühr dachte Werkdirektor Keppner rück-[Schau aufgetrieben wurden. schauend der nimmermüden, aufopfeden mun in den Auhestund betenden aamdoltg Bieige Lahl pauionterter Haue, e 6. de„otnuscstuns aer sur Kollegen, der mit dazu beisetragen[Züchter den Rins Käumte, in dem wie gen rier, noch nicht abgeschlossen ust unter den Lebenden weilen. Auch bei hat, dem Eisenbahnausbesserungswerk Preisrichter ihres Amtes walteten. ihnen begleiteten kreisende Vögel die Schwerte(Ruhr) jenen guten Klang zu Der Sieger, gutartiges, ruhiges Betrachtungen. Auch ihnen war das geben, dessen es sich heute innerhalb Femperament Tellhaben und Miterleben am Blühen des Werkstättenbezirks und auch über rn der Klasse der alten Bullen, die der Natur geschenkt. seine Grenzen hinaus ertreuen gehef, naturgemäß am schwächsten beschichkt Venn vir vieder auf der Strab, in denden, dem die arbeitereiche Tstiskeit war, Vastzg,.„Karug, im Beaits von Richtung Schwerte eind, hören wir ab-II.x. Ausbesserungswerk Schwerte zur Frau Rahlenbeck( schiednehmend das Zwitschern der Vö- tgabe geworden war, noch am besten zu gefallen.„Karuso“ hat gel des Schwerter Waldes. Es ist gleich ug ineg jücklichen, gesunden eine enorme Tiefe, ist gut gerippt und einer Gemahnung an das Bewußtsein giele Jahre eines glucklichen, sesuriven..# ein gutes Fundament, während Ruhestandes. hat ein gutes, Pricherment, Marreng immer wieder verändern können. Aus den drei ersten Preiträg zum Vergangenen und Gegenwärtigen. Doch Trauer durchzieht nicht unser nat ein gutes Fundament, währe., dem großen Eichenkranz seine Rückenlinie nicsut Iueun. Sout.—-.(sieß, den er auch schon im u. Herz. Denn es ist ja die schöne, herr- rates, techn. Eb.-Obersekretär Kreiß- Bullen sein gutartiges, ruhiges Tempe- auf der. Hrt liche Zeit des Frühsommers, die uns ler, schloß sich den Worten des Werk-rament, das auf eine besonders sachkroh und heiter macht— wenn wir rich- direktors an und überreichte Amtmann gemäße Behandlung durch seinen Pfle-„per Bulle ist die halbe Herde“ ds schauen können... pf. Brösicks ein Album mit Verkuautnah, ger achließen läst. Er wurde mit desi] nat der anschließenden PreiStimmzettel für die Wahl zum Landtag von NordrheinWestfalen am 18. Juni 1950 im Wahlkreis Nr. 118 Iserlohn-Land-West Neptun taufte mit Zuhwwasser Bootstaufe beim Schwerter Kanuverein Schwerte. Ein alter Brauch, der allerdings in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten war, lebte am vergangenen Samstag bei der Bootstaufe der Schwerter Kanuten wieder auf. Am späten Nachmittag hatten sich viele Anhänger des schönen Wassersports am Boothaus des Schwerter Kanuvereins eingefunden, um, wie so häufig in den letzten Tagen, Sonne und Wasser in der weiten Ruhrebene zu genießen. Da teilten sich plötzlich die Wellen der Ruhr und es, entstieg ihnen Neptun persönlich, nicht zu verkennen mit seinem Binsengewand, seinen Schwimmfüßen und dem unvermeidlichen Dreizak. Ein stolzer Zylinder als Kopfputz bewies, daß er keinesfalls als unmodern gelten wollte. Als Wassermann auf dem Lande sichtbar behindert, wandelte er mit unbeholfenen Schritten zu seinen Jüngern, die ihn mit großem Hallo empfingen. Nun wurden die neuen Boote enthüllt und unter geheimnisvollen Zeremonien kübelweise mit Ruhrwasser getauft, das den schnittigen, frischen Booten weit besser zu bekommen schien, als ihren Herren das Einseifen mit einem Wittelquast. Nachdem Neptun in sein feuchtes Element zurückgestiegen war, um in seinen „Götterhimmel“ zu entfleuchen, erholten sich die Kanuten von dieser Tortour in den schönen Räumen des modernen und gefälligen Klubhauses. In der Frühe des nächsten Tages trieben dann viele„Kater“ die Ruhr hinab, um nach kurzem Wettpaddeln und einem unfreiwilligen Bade im " AAbendanzug aus den„himmlischen Gefilden des Neptun“ und Bacchus wie aus allen Wolken zu fallen. Daß unsere Kanuten nicht nur zu feiern verstehen, zeigt das neue, fast nur mit eigenen Mitteln und Händen errichtete Klub- und Bootshaus. Dieser moderne, geräumige Bau mit seinen Umkleideräumen, Duschen, Küchen, Klubräumen und Liegeterrassen, seiner Kastelanwohnung und Bootsboxen vorbildlich in seiner Art. Wenn in den Monaten Juli und August die letzten kleinen Verschönerungsarbeiten abgeschlossen sind, wird man wiederum Neptun und Bacchus zur Einweihung des Boothauses und zur Taufe eines Neun-MannRenn-Kanadiers nach Schwerte bemühen müssen.-hl. ger schließen läßt. Er wurde mit dem Ia-Preis bedacht. Den Ib-Preis erhielt der Bulle„Grog“ aus der Ger im Besitz von Heinr. Wenner-Trecklenkamp, ein Bulle mit Typ, genügend Tiefe, gutem, langem Becken und festem Rücken. Mit dem IIa-Preis wurde der ebenfalls sehr typische, wuchtige„Preuße" des Frhrn, von Gemmingen(Haus Kotten) ausgezeichnet, während„Klaus“, ein Kieselstein-Enkel im e.—zepe i Gritte, Preise mann(Iseriohn) und Maßmann(Unna), vereinigung, Bauer Heinr. WennerTreckenkamp, u. a. auch Landrat Volmert und Oberkreisdirektor Lücking begrüßen, die durch ihr Erscheinen das Interesse dokumentierten, das man auch behördlicherseits der Tierzucht im Landkreis Iserlohn entgegenbringt. Er begrüßte weiter die Landwirte FeldEine nicht unberechtigte Frage Wo ist die Schillerstraße? Schwerte. Jede Straße muß, wie jeder Staatsbürger, einen Namen haben. Nicht nur der Unterscheidung wegen. Man muß sie ja schließlich auch auffinden können. Dazu bedarf es eines Straßenschildes. Doch wenn dieses, wie beispielsweise in der Schillerstraße (hinter dem Marienhospital), vollkommen unleserlich ist, dann müßte hier für eine Erneuerung gesorgt werden. Das ist hier umso mehr erforderlich, als es selbst Einheimische gibt, die nicht einmal genau wissen, wo diese Straße anfängt und wo sie aufhört. Außerdem ist Schillerstraße nicht gleich Schillerstraße. Wir finden sie hinter der kath. Kirche, dann aber folgt in westlicher Richtung eine Unterbrechung— dazwischen liegen die Anlagen des Marienhospitals—, und bis zur Kuhstraße heißt es wieder Schillerstraße. Wie soll sich da ein Nichtortskundiger zurechtfinden? Aehnliches gab es früher noch ein zweites Mal in Schwerte. Man sprach von einem Senningsweg und von einem verlängerten Senningsweg. Letzterer wurde durch den Bahnkörper unterbrochen. Man dachte wohl an den Bau einer Unterführung. Doch daraus wurde nichts. Der verlängerte Senningsweg änderte schließlich seinen Namen in Gartenstraße. pf. IIb-Preis erhielt. fielen auf Bullen, die im Besitz von Frl. Marg. Schulte-Oesthennen und Frau Elis. Druffel(Geisecke) stehen, während ein Gerd-Enkel des Kreisbullenrings, Station Böhmer(Ergste), eine Anerkennung erhielt. „Pluto“ erhielt la-Preis In der nächsten Klasse, Bullen im Alter von 2—3 Jahren, kam„Pluto“, ein Panzer-Nachkomme, von Wilhelm Bomden Direktor der Landw. Schule Letmathe, Landwirtschaftsrat Schocke, den Geschäftsführer der Kreisstelle Iserlohn der Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsrat Rachlmann sowie den Geschäftsführer des Landw. Kreisvereins Iserlohn, Dr. Remscheid. Die Preisrichter, Tierzichtinspektor Dr. Oeser, Arnsberg, u.! Bauer Heinr. Mawick (Ostönnen) brachten in ihrer Kritik Panzer-Nachkomme, von Wilhelm Bom- zum Ausdruck, daß der Durchschnitt nüter(Sümmern) an die Spitze. Er er-des vorgestellten Bullenmaterials r# hielt den Ia-Preis, während der Ib-gut gewesen sei. Man müsse aber auch Preis dem sehr markanten, tiefen„Al-weiterhin bemüht bleiben, immer gute fred“ von Wilh. Gößlinghoff(Haus Ger- Vatertiere zu halten, die in Form und kendahl) zuerkannt wurde. Der IIa- Leistung dem erstrebten Zuchtziel entPreis fiel auf den Zeus-Sohn„Zeisig“ sprächen. Vor allem aber sei es notim Besitz von Frau Meta Bimberg(Gut wendig, den Bullen günstige und mögLenninghausen). Drei weitere zweite lichst naturgemäße Haltungs- und FütPreise erhielten Bullen Im Besitze des terungsbedingungen, wie Losstall und Kreisbullenrings, Station Hidding(Erg-]Tüder, zu bieten, damit ihre Leistungsste), des Heinr. Krückmann(Kalthof)) fähigkeit und Vererbungskraft sich voll und des Gust. Bürger(Grürmannsheide). entfalten könne. Das alte Züchterwort: Außerdem wurden in dieser Klasse vier„Der Bulle ist die halbe Herde“, habe dritte Preise sowie zwei Anerkennungen immer noch seine volle Gültigkeit. verliehen. Wie stehts um den Nachwuchs? In der Klasse der jungen Bullen wurde nur ein erster Preis vergeben. Er flel auf den formschönen AstronomSohn des Kreisbullenrings, Station Magney au Magney, ein rumpfiger Bulle mit gutem Schluß und viel Typ. Mit dem IIa-Preis wurde der ostfriesisches Blut führende„Apostroph“ ausgezeichnet, der ebenfalls dem Kreisbullenrings gehört und bei Tönnies-Gaxberg auf Station steht. Karl Heimann(Refflingsen) stellte in„Karabiner“ einen festen, tiefen Bullen vor, an dem nur das etwas ausdruckslose Sprunggelenk zu bemängeln war. Er erhielt den IlbSo nahm die Veranstaltung der Tierzüchtervereinigung des Kreises Iserlohn in jeder Weise einen befriedigenden Verlauf. Sie wird sicher dazu beitragen, die züchterische Arbeit im Kreise zu fördern und zu vertiefen. Er konnte nicht widerstehen! Schwerte. Zu Beginn der Woche ließ ein Reisender in Kurzwaren vom Boden eines Hauses der Hagener Straße ein fast neues Damenkleid mitgehen. Die Polizei warnt eindringlich vor diesem etwa 50 Jahre alten Mann, der eine Aktentasche trug, und bittet bei seinem Wiederauftreten um Mitteilung. unnummmllimmmmemmn Mit dem Omnibus zum Theater Karten für„Undine“ in Schwerte Schwerte. Der Theaterring der Stadt Schwerte teilt uns mit, daß die Theaterveranstaltungen im Freischütz, die ja nur als ein Uebergang gedacht waren, nunmehr ihr Ende finden. An Stelle der in den Monaten Juni und Juli im Freischütz gedachten Aufführungen sind nun Omnibusfahrten zum Theaterbesuch in Dortmund geplant, die bei guter Beteiligung in diesem Herbst wiederholt werden sollen. Teilnehmerkarten zum Preise von 2.20 bis 4.90 DM, einschl. Bühnenabgabe, Garderobegebühr und Omnibusfahrt, für die nächste Aufführung der Oper„Undine“ von Lortzing, wie schon in der letzten Ausgabe mitgeteilt, sind beim Zigarrenhaus Schöttler, Postplatz, zu bestellen. Jugendwettkämpfe 1950 in Schwerte Schwerte. Nach langjähriger Unterbrechung finden in diesem Jahre zum ersten Male wieder Jugendwettkämpfe (Reichsjugendwettkämpfe) statt. Die Jugendwettkämpfe sind vorgesehen, am 9. Juli, auf dem Sportplatz des Gymnasiums. Der Unterausschuß für Jugendpflege(Sport), als Ausrichter dieser Veranstaltung, ladet zu diesen Wettkämpfen herzlichst ein. Es ergeht an alle Vereine und Schulen der Ruf, durch Teilnahme an den Wettkämpfen zu beweisen, daß sie gewillt sind, durch die Idee der Leibesübung Menschen zu formen und zu schaffen, die mithelfen an der Neugestaltung unserer Nation In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. In diesem Sinne appelliert der Unterausschuß für Jugendpflege zur Teilnahme an den Wettkämpfen und bittet um rege Beteiligung. Meldungen bis zum 15. Juni an das Jugendamt der Stadt Schwerte erbeten. K Wot: CUUTPPARYOMNESssek. Roman von Rudolf Ernsdorf Copyright by Münchner Roman-Verlag, Mü.-Pasing 8. Fortsetzung Gregor war Frau Hilde dankbar, daß sie sich der Eltern während seiner Abweschheit etwas annahm. auch daß sie diese Zusammenkunft angeregt hatte. Er liebte Salzburg und teilte diese Liebe mit den Eltern Das Wiedersehen, dem alle mit einem gewissen Bangen entgegengesehen hatten, fand in einer sonnig-fröhlichen Welt statt; der alte Bischofssitz im festtäglichen Glanze entzückte das Auge so sehr, daß die Stimmung von vornberein heiter war. Ueberdies verstand es Frau Hilde, den rechten Ton zu treffen und eine ernste Aussprache erst gar nicht aufkommen zu lassen. Gregor beobachtete heimlich seine Eltern, während er sich mit Hilde unterhielt. Daß sie noch immer unter den Geschehnissen der letzten Wochen litten, entging ihm nicht, ebensowenig, daß sie seinetwegen in ernster Sorge waren Er verstand sie so gut. Das alte vertraute Verhältnis war gestört. Sie hatten die Vergangenheit für tot gehalten und nun war sie wieder so unheimlich lebendig geworden. So natürlich war es, daß Frau Mathilde um den Mann trauerte, der ihr einst in ihrer Jugend so viel bedeutet hatte und der der Vater ihres Sohnes war, so sehr bedrückten sie die Ereignisse, als werde sie schuldig gegenüber dem Gatten, den sie doch unverändert liebte. Und Vater Marquardt, feinfühlich wie er war, beschwichtigte nur schwer das Gefühl, den beiden Menschen, die ihm teuer waren, mit einem Male entfremdet zu sein. Wie nie zuvor wurde es Gregor bewußt, wie sehr er, trotz allem, was die vergangenen Wochen gebracht hatten, noch im Mittelpunkt ihrer Gedanken stand, und so zwang er sich, von seinen eigenen Sorgen möglichst zu schweigen und beschloß, mit Humor und Zuversicht ein offenes Wort mit den Eltern über ihre eigene Beziehung zu sprechen Wenn sie nur erkannten, daß er selbst sich damit abgefunden hatte, ein Sohn Heinrich Pruggers zu sein, daß er dennoch festen Willens war. seinem Berufe treu zu bleiben und der Schwierigkeiten in Hochreith rasch und vernünftig Herr zu werden, dann war schon viel gewonnen. Sie durften nicht ahnen, wie schwer es ihm fiel, diese Aufgabe zu lösen. Allerdings mußte er sich sehr zusammennehmen, um die Rolle durchzuführen. Er riß scheinbar übermütig Vater Marquardt in eine lebhafte Auseinandersetzung über die Bedeutung der Mozartstadt als eines lebendigen Kunstwerks hinein und schilderte, plötzlich wieder abschwenkend, sein erstes Zusammentreften mit seinen neuen Verwandten in Hochreith so unbekümmert, els habe er ein anregendes und in manchn fast belustigendes Abenteuer erlebt. Er zeichnete ihnen gleichsam mit knappen, charakteristischen Strichen die Gesichter: Tante Anna, die kluge, häßliche Barbara, den braven Kerstl, den eleganten, eifersüchtigen Türck, den Komponisten Rolf, der die schönsten Holzhauspausen mit Notenköpfen beschmierte, und immer wieder ließ er, In einem vertrauten Wort und einer herzlichen Geste, seine ungeschmälerte Liebe zu Vater Marquardt durchblikken, so daß dieser allmählich seine Sorgen vergaß und ganz beglückt den andern zunickte, als wollte er sagen: „Ja, er ist doch noch der alte, ich hab’s ja gewußt“ Gern ließs sich Vater Marquardt von Frau Hilde, die Gregor zu Hilfe kam, jetzt verführen, ihr das Wesen des bayerisch-österreichischen Barock zu erklären. So hatte Frau Mathilde ihren Sohn für sich. Dankbar lächelte sie ihm zu. Er hatte sich tapfer gehalten in diesen bösen Wochen! Doch sie hatte ihn durchschaut. in Wirklichkeit nahm er alles viel ernster, sie kannte ihn zu gut, natürlich machte ihm Hochreith Sorgen.„Wie soll ich dir raten! Du bist Manns genug, allein den rechten Weg zu finden. Aber etwas anderes beschäftigt mich sehr: Liebst du diese Frau? Du siehst, unser Väterchen ist entzückt von ihr“ Gregor schüttelte den Kopf„Lieben —? Ich weiß es nicht. Es fällt mir noch schwer, mich zurechtzufinden in diesem neuen und überraschenden Leben.“ „Es muß dir seltsam vorkommen, daß du nun auf einmal erwachsene Geschwister hast.“ „Ja, es ist sehr seltsam. mit Verwandten zusammen zu sein, von denen man * vorher nichts ahnte. Aber der mir doch eigentlich unbekannte Vater ist eine Brücke zu ihnen. Auch wird er mir immer lebendiger. ich weiß jetzt. Mutter, du hast ihn trotz allem die ganze Zeit nicht vergessen können. Warum versuchst du eigentlich es zu leugnen? Es würde deiner Ehre nicht schaden.“ Die Mutter lenkte ab:„Fällt es dir nicht sehr schwer, deine Arbeit zu entbehren?: „Das Verhältnis zu meiner Arbeit ist Jetzt etwa wie zu einer fernen Gelieb„Du sehnst dich nach ihr, ohne sie erreichen zu können?“ Er freute sich, daß sie endlich lachte. „Ja, und ich vergesse alle ihre Launen.“ Frau Hilde hatte Gregor, um ihn wenigstens ein paar Stunden für sich zu haben, angeboten, ihn nachmittags im Wagen nach Hochreith zurückzubringen, und er hatte gern angenommen. Als sie dann aufbrachen, schlug sie, ohne ihr Vorhaben erst von Gregor billigen zu lassen, die Straße nach Schellenberg und Berchtesgaden ein. Das war ein bedeutender Umweg, aber Gregor sagte nichts dagegen. Er beobachtete stumm die Freundin, die sicher und gewandt den Wagen durch den starken Sonntagsverkehr auf der Straße lenkte. Er lachte still in sich hinein. „Was macht dir so Spaß. Gregor?“ „Das Gleichnis“, brummte er. „Ach—!“ Spöttisch streifte ihn ein rascher Seitenblick. So ungefähr verstand sie, was er meinte.„Wenn du fahren könntest, würde ich dir gern das Steuer überlassen.“ „Und verließest dich dafür auf die weibliche Kunst der Fernsteuerung! Wir könnten aber unangenehme Erfahrungen machen und zuletzt doch im Straßengraben oder wenigstens in einer Sackgasse landen. Ich glaube, ich wäre kein gutes Medium für so gefährliche Versuche.“ Sie lächelte nur leicht und fast mitleidig.„Hast du Angst, Gregor?“ An dem Geschwindigkeitsmesser kletterte aber der Zeiger jäh nach oben, das strafte ihre Gelassenheit Lügen. Und dann stellte sie so nebenbei, als sei es ihr gerade eingefallen, eine überraschende Frage:„Wie ist das eigentlich mit deiner Erbschaft? Verlierst du sie, wenn du dich wr#gerst, die Leitung in Hochreith zu übernehmen?“ Ohne sich viel dabei zu denken, gab er Auskunft.„Nein, ich bleibe dann erbberechtigt wie die andern auch.— Aber das ist schließlich gar nicht so sehr wichtig.“ Wieder lächelte sie, dieses Mal befriedigt und einer Sorge ledig.„Ach, ihr Künstler! Geld ist doch Macht!“ Aus ihrem Munde verstimmte es ihn. Sie hatte gewiß recht, und' er war der letzte, der eine solche Binsenwahrheit leugnen würde. Aber hoffte sie vielleicht ihn durch ihren Reichtum zu beeinflussen? Als er sie kennenlernte, hatte er geglaubt, einen verwöhnten oder gar ein wenig blasierten Menschen vor sich zu haben, der unbeständig ohne klares Ziel und nur nach seinen Wünschen lebte. Ich habe mich geirrt, dachte Gregor verwundert, während er sie nachdenklich beobachtete. Dieses zierliche, elegante und reizvolle Geschöpf hat sogar einen sehr festen und zähen Willen, wenn ein besonderes Ziel lockte. Fast hätte er laut gedacht. Ein paar Augenblicke schlug sein Herz schneller. Unwillkürlich straffte er seine lässige Haltung. Plötzlich wußte er, daß die Frau, die heiter neben ihm saß. sich ihn in den Kopf gesetzt hatte, gleich einer Prinzessin im Märchen. Die Erkenntnis, daß sie ihn liebte, erschreckte ihn fast. Es wird noch Kampf geben heute, und sie ist eine gefährliche Gegnerin! Sie haßt Hochreith, ohne es zu kennen, nur weil sie fürchtet, ich könnte ihr dort entgleisten. Ich habe Hilde bis heute nicht ernst genug genommen. Er sollte recht behalten. Frau Hilde ging zum Angriff über. Sie waren, da sie ja genügend Zeit hatten, von Berchtesgaden zum Königssee gefahren, hatten rasch eine Erfrischung genommen und waren dann am Ufer entlang zum sogenannten Malerwinkel hinübergewandert, um aus dem Schwarm der vielen Menschen hinauszukommen. Sie suchten die Einsamkeit und hatten kaum Muße für den Zauber der Landschaft. Frau Hilde konnte kaum noch ihre fiebernde Erregung beherschen. Als er ihr spielerisch den Handschuh von der Linken streifte, weil er angeblich„so schön nach Benzin duftete“ und ihre Hand, gegen seine Wange drückte, fuhr sie fast unwillig auf:„Was grübelst du nur immer? Wie sehr du dich verändert hast! Diese— unselige Geschichte hat dich aus allem herausgerissen!“ Er gab es friedfertig zu. Dabei entging es ihm nicht, daß sie litt und sich hingehalten fühlte von ihm.„In diesen Wochen hab’ ich so viel zu denken, daß mir manchmal der Kopf raucht. Mit einer so unseligen Geschichte, wie du das nennst, muß eben jeder auf seine Art fertig werden Vielleicht bin ich wirklich ein Narr. weil ich mich nicht von Hochreith lösen kann.“ Begütigend zog er sie leicht an sich. Sie entzog sich ihm nicht, erwiderte aber auch nicht seine Zärtlichkeit.„Du bist also wirklich entschlossen, die sechs Wochen in Hochreith zu bleiben?“ „Es geht nicht anders.“ „Wer hat schon Gewinn davon, wenn du deine Zeit opferst, deine Arbeiten ruhen läßt und dir diese Sorgen aufbürdest? Du hast selbst gesagt, daß es keine Bedingung, sondern nur ein Wunsch deines verstorbenen Vaters ist.“ Er wich ihrem Blick nicht aus.„Ich fürchte, du kannst mich nicht verstehen. Es handelt sich nicht um Gewinn und auch nicht um das Opfer, das ich vielleicht bringe. Ich habe heute schon zur Mutter gesagt, daß ich noch nicht recht weiß, was ich zu tun habe. Jedenfalls aber kann ich das Neue nicht einfach abschütteln. Ich muß wohl meinen Weg gehen.“ „Und deine Arbeit?“ fragte Hilde. Gregor zuckte die Achseln.„Es kommt mir vor, als sei die Zeit jetzt eine Probe, die ich bestehen muß, damit ich mir später nicht vorzuwerfen habe, ich sei ausgewichen.“ Seine Ruhe machte sie zornig. Sie entzog sich seinem Arm.„Gregor, wie kannst du hoffen, in vier Wochen klüger zu sein als heute?“ Gregor lächelte.„Klüger? Kaum. Einsichtiger vielleicht Als mein Vater starb, hat er mir etwas hinterlassen, das ich nicht einfach mit einem Federstrich zurückweisen kann. Es ist ein neues Leben, mindestens gleichwertig dem, das ich bisher gelebt habe. Ich bin nicht mehr der, der ich früher war, das mußt du verstehen.“ Er schwieg. Mehr gab es wohl nicht zu sagen. Sie standen am Ufer. auf einer in den See vorspringenden Felsplatte. Wie ein tiefgrüner Spiegel war der See. und die steil aufsteigenden Wände gegenüber spiegelten sich darin. Sie standen wie auf einer Trauminsel. Hilde blickte stumm in die flimmernde Landschaft. Gregor fürchtete schon, er habe sie ernstlich gekränkt. Da schob sie plötzlich mit einer zärtlichen Geste die Hand unter seinen Arm.„Du schwärmst! Ihr Künstler neigt nun einmal dazu! Ich fürchte—“ „Was fürchtest du?“ geschickte Fragen, über all das, was ihn beschäftigte, zu plaudern, und er war ihr dankbar, daß sie so vernünftig war, und redete zu ihr wie zu dem vertrautesten Kameraden. So erfuhr sie, wie sehr bereits die Welt von Hochreith alle seine Gedanken erfüllte, namentlich die Geschwister, aber auch der väterliche Hof und das Werk. Sie unterdrückte einen Seufzer. ihn dieser Welt, die ihr fremd war und ihr auch reizlos und unbedeutend erschien, wieder zu entfremden, wenn sie einmal Macht über ihn gewonnen hatte, dünkte sie sehr schwer. Die Augen wurden ihr feucht. Er darf mir nicht entgleiten! Er ist wie eine feste, sichere Insel im unruhigen Strom meines Lebens! Als sie sich dem Holzwerk und dann den Buchenhang hinauf dem Pruggerhof näherten, zeigte Gregor ihr das Haus, die Wiesen, Felder und Wirtschaftsgebäude, die zum Pruggerhof gehörten, und es entging Frau Hilde nicht, daß in seinen Worten schon so etwas wie Bauern- und Besitzerstolz mitklang. Es traf sich, als Gregor den Wagen verließ, daß Tante Anna aus dem Obstgarten kam. Er freute sich über den kleinen Zufall. Und dann entdeckte er drüben im Wirtschaftshof die Zenz. Sie führte eben der kleinen Hertha zu ihrem Entzücken eine Bruthenne mit ihren vielen Kücken vor. Hedwig, Barbara und Rolf, die, wie Gregor wußte, mit Kerstl am Steuer einen Ausflug an den Chiemsee gemacht hatten, waren schon zurück, denn der verstaubte Wagen stand vor der Garage, aber sie ließen sich nicht sehen. Auch Tante Anna blieb unschlüssig stehen. „Daß du dich selbst verlierst— und daß du es gar nicht merkst.“ Und in jäh verändertem Tone der Sorge und Leidenschaft faßte sie seinen Arm:„Du bist doch frei in deinem Entschluß, ich habe kein Recht, dir etwas einzureden! Aber auch ich bin frei und keinem andern Menschen Rechenschaft schuldig. Vielleicht fürchtest du, ich möchte dein Leben zu eng an das meine binden. Natürlich war das mein Wunsch, warum soll ich das heute leugnen. Du weißt doch längst, was du mir bist, du hast es nur nicht sehen wollen.“ Weil er keinen Versuch machte, sie zu unterbrechen, wurde sie unsicher. „Die Welt ist außerhalb der engen Bindungen noch viel schöner, du mußt nur den Sprung über deinen eigenen Schatten wagen. Du willst das Problem von innen heraus lösen. Schau es dir erst einmal von außen an, vielleicht ist es dann gar kein Problem mehr. Du verlierst nichts, kannst immer wieder zurück und kannst mit einem Schlage alles gewinnen, deine Freiheit als Künstler und deine Freiheit auch mir gegenüber, wenn ich dich nicht halten kann. Wenn es mir bestimmt ist, nur eine— Station auf deinem Weg zu sein, auch gut. Ich bin nicht so wichtig!“ Er hatte es ihr nicht zugetraut. Sie setzte also den höchsten Preis, den sie bieten konnte, um ihn zu der Entscheidung zu zwingen! Er lachte, aber sein Lachen fand keinen Laut.„Der Versucher auf dem Berg!— Du bist eine hinreißend gefährliche Frau!“ Endlich, als das Schweigen drückend wurde, löste sie die Hand von Gregors Arm.„Ich wußte nicht, daß du so hochmütig bist. Gregor!" „Hochmütig—?“ Sie lächelte, aber sie wich seinem Blick aus.„Du willst keine Liebe nehmen, die du nicht doppelt zurückschenken kannst.“ Er wußte nichts darauf zu sagen. Sie hatte ihm weh getan durch dieses tapfere Eingestehen ihrer Niederlage, und er mußte sie bewundern. Erst nach langem Schweigen bat er:„Du mußt Geduld mit mir haben.“ 12. Die Weiterfahrt nach Hochreith verlief friedlich. Frau Hilde hatte sich wieder völlig in der Gewalt. Mit keinem Wort kam sie auf ihren Vorschlag zurück, von Florenz oder Rom aus das Problem Hochreith zu prüfen und— womöglich zu vergessen. Daß er auf Gregor starken Eindruck machte und ihn lockte, das verriet ihr das sichere Gefühl der liebenden Frau. Hatte sie wirklich gehofft, im ersten Anlauf zu siegen? Sie wußte es jetzt selbst nicht mehr. Erst jetzt genoß sie, heiter und schwermütig zugleich, das Zusammensein mit Gregor. In gemächlichster Fehrt ließ sie den Wagen durch die Landschaft bummeln. Sie selbst sprach wenig, aber sie zwang Gregor durch Gregor jedoch sprach sie an. Hilde sollte ihre Bekanntschaft machen und einen freundlichen Eindruck vom Pruggerhof mitnehmen auf die Fahrt. „Tante Anna ist der gute Hausgeist hier! Wenn ich an meine Mutter denke, dann steht Tante Anna unwillkürlich in meiner Vorstellung neben ihr. Ich weiß. sie würden sich großartig verstehen.“ Frau Hilde begegnete ihr mit Achtung und versicherte, daß es Gregors Mutter und auch ihr selbst eine Beruhigung sei, ihn in so guter Obhut zu wissen. Dabei streifte ihr Blick wie zufällig zur Zenz hinüber, sie stellte aber keine Frage ihretwegen. Sie drängte nur plötzlich zur Abfahrt, als sei sie der alten Frau dankbar, sich vor ihr von Gregor rasch verabschieden zu können. Sie versprach, bald wiederzukommen. Als der Wagen im Buchenwald am Hang verschwunden war, sagte Tante Anna:„Du hättest mich nicht mit ihr bekanntmachen sollen. Sie ist eine so schöne und feine Dame. Ich habe erst geglaubt, es sei deine Braut. Gregor, aber du hast sie Frau genannt, also hat sie schon einen Mann.“ Ihr Lächeln verriet, daß sie gerne Näheres erführe. Es freute sie doch, daß Gregor sie nicht übersehen hatte, als sei sie hier nur eine bessere Magd. Während er mit ihr über die Steinstufen zum Haus hinauf schritt, erklärte er ihr:„Sie war verheiratet. Ihre Ehe ist geschieden, aber sie sind noch gute Freunde. ihr Mann und sie. Ob sie meine Braut ist—? Noch nicht.“ „Sie würde sich nicht leicht eingewöhnen“, stellte sie beiläufig und fast bedauernd fest. „Sie würde sich hier nie eingewöhnen“, gab er ohne weiteres zu.„Sie ist übrigens Malerin und sehr begabt.“ „Das Eingewöhnen fällt auch dir nicht leicht, fürchte ich.“ Er tat, als überhörte er ihre Bemerkung, aber er war ihr dankbar für das Wort.„Die andern sind auch schon zurück. Warum bist du nicht mit ihnen gefahren, an diesem schönen Tag?“ „Aber das geht doch nicht, eines muß das Haus hüten und nach dem Rechten sehen.“ Sie war verwundert, daß er fragen konnte. „Und dieser eine bist wohl immer du!“ „Das bin ich so gewöhnt“, gab sie gelassen und ohne Bitterkeit zu.„Doch wenn du mir etwas Liebes tun willst—“ „Aber—!“ „Dann laß dich morgens auch einmal im Stall sehen, in der Geschirrkammer, in Scheuer und Remise, schau den Leuten ein wenig auf die Finger. Ich allein kann es nicht schaffen. Wenn sie nicht wissen, daß mir ein Mann zur Seite steht, werden sie unachtsam in der Arbeit und nehmen ihre Pflichten zu leicht.“ Gregor überlegte kurz.„Du hast recht. Aber es wird mir falsch ausgelegt werden von den andern.“ „Wenn auch. Und versäumst du es, so legen sie dir das Versäumte zur Last. So ist es auch mit dem Werk.“ Und als er stumm blieb und nachdenklich ihrem Blick begegnete, legte sie ihm bittend die Hand auf den Arm.„Es wird wohl so sein müssen.“ Er nickte. Lächelnd beugte er sich und küßte die hagere, abgearbeitete Frauenhand, die seinen Arm berührte, „Tante Anna—“ sagte er, abschließend, nichts weiter. Rasch ging er dann in sein Zimmer. Sie blieb regungslos in dem dämmerigen Flur stehen und sah ihm nach. Sie dachte an Gregors Aehnlichkeit mit seinem Vater. Als Gregor sein Zimmer betrat, blieb er überräscht stehen. Auf den ersten Blick hatte er die Veränderung wahre genommen, die während seiner Abwesenheit vorgegangen war. Schon längst hatte er durch Barbara seinen Geschwistern die Gemälde aushändigen lassen, die ihnen bei der Verteilung zugefallen waren. Daß so an den Wänden häßliche leere Flächen entstanden waren, das hatte ihn nicht weiter gestört, es waren Vaters verwaiste Räume, er selbst fühlte sich in ihnen nicht zu Hause. Nun hatte aber jemand seine Abwesenheit benützt, und hatte neue# freundliche Vorhänge an den Fenstern angebracht, es war blitzblank aufgeräumt, hinter Hildes Bild auf dem Schreibtisch stand ein großer, mit Sorgfalt zusammengestellter Wiesenblumene strauß, und die häßlichen Stellen an der Wand, wo die Gemälde gehangen hatten, wurden nun von ein paar alten, bäuerlichen kleinen Bildtafeln in schmalen, handgeschnitzten Rahmen verdeckt. Die Stücke, die an die zwei Jahrhung derte alt sein mußten, waren gut ere, halten, nur die Farben, ursprünglich zweifellos allzu kräftig und lebendig im Ton, waren stark nachgedunkelt, wodurch allerdings die Tafeln nur an Wärme und farbiger Geschlossenheit gewonnen hatten. Nach dem fast überstürzten Abschied von Hilde war Gregor müde und bedrückt gewesen, der Anblick des Zime mers aber tat ihm wohl. Wer hatte sich so freundlich seines Quartieres angenommen und sich die Arbeit gemacht? Er öffnete die Tür und rief engeduldig nach der Zenz. Dann ging er daran, die Bilder eingehend und sachverständig zu betrachten. Auf einem war die Kirche von Hochreith dargestellt, aus der eine feierliche Prozession— am Fronleichnamstag wohl— zum Dorf niederstieg, das zweite bot eine Gesamtsicht auf das Dorf und das dritte zeigte den Pruggerhof„Im Grunde hatte er sich kaum verändert, nur die heute mächtige und breitkronige Linde nahe dem Eingang war noch ein junger, schlanker Baum gewesen. Unter der Türe standen auf dem Bild der damalige Pruggerhofer und seine Bäuerin, ihre fünf Kinder im Sonntagsstaat, vor ihnen auf den Steinstufen, der Größe nach ausgerichtet wie die Orgelpfeifen, und das Gesinde hielt sich ein wenig zur Seite und war auch nicht mit der gleichen Sorgfalt bedacht worden. Er überhörte, daß an die Tür geklopft wurde, und so sah er die Zenz erst, als sie schon mitten im Zimmer stand. Sie war ein wenig verlegen und doch befriedigt und erfreut, weil der junge Herr ihr ob ihres Versuchs, den Raum zu verschönern, offenbar nicht zürnte. Sie verriet sich selbst und er brauchte kaum noch zu fragen. „Die leeren Wände waren so häßlich!“ verteidigte sie sich.„Und diese alten Bilder haben mir immer so gut gefallen. Seit ich denken kann, hingen sie in einem unbenützten Raum oben.“ Weil er ihr nicht zu Hilfe kam. ja, wie sie meinte, über sie und über ihren Eifer lächelte, während er tatsächlich heiter verwundert in das lebendige Bild dieses anmutigen, so ganz unverstellt sich gebenden Mädchens versunken und ergriffen war von der reinen fraulichen Güte, der er begegnete, meinte sie ein wenig kleinlaut:„Sie lachen mich aus. Was können Ihnen auch diese schlechten, bäuerlichen Bilder bedeuten. Ersatz ist das keiner für die schönen Gemälde, die der alte Herr hier hängen hatte. Aber ich versteh’ ja nichts von solchen Dingen, so gern ich sie auch anschauen und so gern ich auch etwas davon verstehen möchte.“ Er durfte ihr glauben, daß das nicht nur ihm zu Gefallen gesagt war. und es freute ihn. Vergnügt zog er die junge Zens vor die Bilder.„Sie verstehen nichts von solchen Dingen? Vielleicht verstehen Sie, ohne um das Wie und Warum zu wissen, mehr davon als mancher vertrocknete Pedant, der’s studiert hat, aber nicht erfühlt. Sehen Sie nur, Zenz, diese brave. biedere Pinselei, wie gekonnt ist sie und wie handwerklich sauber! Sicher hat der Künstler meist schöne Truhen und Kästen mit Blumen und Ornamenten geziert und Votivbilder für die Wallfahrtskirchen gemalt. Wie viel echtes Leben ist in diesen kleinen, simplen Bildern eingefangen!“ Fortsetzung folgt Aut dem Buckel des Gerichtsvollziehens Helzte Behlalten Kemne Tuliigen-Verveil Arzteversorgung, von der man nicht leben noch sterben kann emp München, im Juni. Darf man einen Gerichtsvollzieher mit sanfter Gewalt von den Pfändungsobjekten fern halten und aus dem Hause komplimentieren, wenn man der Meinung ist, die Legitimation zu seinem Pfändungsbegehren verstoße gegen ein bayerisches Grundgesetz? Das ist eine„sakrische Frage“, die augenblicklich in München durchexerziert wird. In Bayern gibt es für Aerzte noch eine Zwangsversicherung, die sogenannte „Bayer. Aerzteversorgung“, von der viele Aerzte behaupten, wenn man darauf angewiesen sei, könne man nicht leben noch sterben. Sieben Prozent des Arzt-Einkommens müssen für die Kasse einbezahlt werden, die dafür eine Altersrente von 85 DM monatlich vergütet. Dabei hatte die Kasse bis zur Währungsreform Millionenbeträge aufgestockt. Viele bayerische Aerzte fühlen sich„ausgenommen“, ohne daß dadurch den alten Kollegen wirklich geholfen würde. So hat z. B. die niedrige Rente für alte Aerzte auch noch die Folge, daß sich die greisen Herren bis zu ihrem letzten Atemzug in ihrer Praxis weiterquälen müssen. Auf diese Weise werden keine Kassenarztstellen frei. In einem Falle wollte ein alter Arzt seine Praxis aufgeben, um einen jüngeren Herrn in die Kassenarztstelle nachrücken zu lassen. Da er aber von den 85 DM Rente nicht leben konnte, bat er, neben der Rente noch privatärztliche Konziliarpraxis ausüben zu dürfen. Das wurde u. a. mit dem Hinweis abgelehnt, daß man, wenn man in Pension gehe und Rente beanspruche, dann 100prozentig arbeitsurfähig sein müsse. Kurz und gut, all dies aßt vielen bayerischen Aerzten nicht, und so wurde der Bayerischen Versicherungskammer mitgeteilt, man wolle gegen die Zwangsversicherung auf dem Rechtswege vorgehen, da sie„verfassungswidrig“ sei. Therapeutisch und juristisch Man zahlt also nur, wenn man muß! Und schon erscheint der Gerichtsvollzieher. Bei dem Leiter der Privatklinik“Carolinum“ kam er Gabei zum Konflikt. Der Arzt„entfernte den Gerichtsbeamten ohne sonderliche Anstrengung aus dem Hause“. Also ohne chirurgische Instrumete oder Schockmethoden, wohl nur durch die „sanfte Gewalt“, über die auch der lyrischste Frauenarzt noch verfügen muß. Das ist therapeutisch in Ordnung, aber in diesem Falle war es juristisch„Widerstand gegen die Staatsgewalt“. Der Arzt, diesmal vom juristischen Kollegen beraten, berief sich auf Notwehrrecht. Das Gericht lehnte dieses Recht als nicht gegeben ab, denn der Gerichtsvollzieher brauche nicht selbst die Rechtsmäßligkeit des Pfändungstitels zu überprüfen. Gerichtliche Liquidierung für den Arzt: Runde hundert DM. Wenn man das in Höhensonne ausrechnet, ist es allerhand! Aber darum geht es nicht. Es geht darum, an die Frage der Verfassungswidrigkeit der Zwangskasse heranzukommen. Und das ist gut demokratisch. Deutsche Behörde für Rauschgiltkontrolle vorbereitet dpa Bonn, 10. Juni. Die Bundesregierung ist von der alliierten Hohen Kommission aufgefordert worden, die Errichtung einer Zentralbehörde für die Rauschgiftkontrolle vorzubereiten. Diese Behörde soll nach den Bestimmungen der internationalen Drogenkonvention von 1931 den ungesetzlichen Handel von Rauschgiften und die Rauschgiftsucht bekämpfen. Zur Zeit sind noch die alliierten Besatzungsmächte in Deutschland für die Rauschgiftkontrolle verantwortlich. Hotelier als Schmugglerchet Bisher zehn Personen festgenommen tt München, 10. Juni.(Eigenber.) Der bayrischen Landpolizei gelang die Sprengung eines Schmugglerringes im Chiemgau. Auf deutscher Seite konnten 17 Personen und auf tiroler Seite zehn Beteiligte festgestellt werden. Bisher wurden zehn Personen festgenommen. Der Haupttäter, ein Hotelier aus Sachrang, befindet sich in Haft. Zwei Lastwagen und drei Personenwagen wurden beschlagnahmt. Die Schmuggler haben nach den bisherigen Ermittlungen 54 Säcke Kaffee mit je 60 Kilogramm nach Deutschland geschmuggelt. „Tatzelwurm“ muh pausieren dpa Stuttgart, 10. Juni.„Der Tatzelwurm“, einer der Kleineisenbahnzüge auf dem Gelände der„Deutschen Gartenschau“, muß eine Ruhepause einlegen. Das Verkehrsministerium von Württemberg-Baden hat angeordnet, daß der Zug überholt wird, weil 17 Personen zu Schaden gekommen waren, als er entgleiste. Das Unglück soll in erster Linie auf eine zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen sein, mit der„der Tatzelwurm“, in eine scharfe Kurve ging. Auch waren die Gleisanlagen an dieser Stelle falsch überhöht und die Spur verengt. Außerdem war das Fahrgestell des mittleren Wagens, der zuerst entgleiste, erheblich abgenutzt. Ueber 67 Millionen Damenstrumpfpaare wurden 1949 in den USA hergestellt. Das entspricht einem Durchschnitt von 15 Paar Strümpfen jährlich für jede Amerikanerin über 15 Jahren. Es wird nur automatisch geschaltet Die amerikanischen Automobilisten erhielten ein lange ersehntes Geschenk insofern, als alle größeren Automobilfabriken ihre neuen Wagen mit dem automatischen Schaltgetriebe ausstatteten. Die Begeisterung für diese neue Bequemlichkeit, die auch den ungewandtesten Fahrern die schwersten Sorgen abnimmt, ist groß. Die schnellsten Jungen aus Europa tretfen sich Raden Cardecleid Pralt-Bellenkisten Die große Fahrt auf der Theresienwiese— Welttlug als Preis Massenmörder Pfeil vorden Richtern über sechzig Zeugen sollen neunfuchen Mörder öberführen dmt Braunschweig, 10. Juni. In Braunschweig erwartet man mit Spannung die Hauptverhandlung gegen den neunfachen Mörder Rudolf Pleil(25 Jahre alt) und seinen Komplicen Karl Hoffmann. Pleil hat neun Morde auf dem Gewissen und einen Mordversuch. Bei fünf seiner Untaten half ihm Hoffmann, bei zwei weiteren der Fremdenlegionär Konrad Schüssler, um dessen Auslieferung sich jetzt die Bundesbehörden bemühen. Pleil ist Epileptiker, und es genügen bereits geringe Alkoholmengen, um seine verbrecherischen Triebe auszulösen. Er selbst bezeichnet sich als den „besten Totmacher Deutschlands“. 66 Zeugen werden bei der im August stattfindenden Verhandlung aussagen. Die Wilhelm-Busch-Gesellschaft hält aus Anlaß ihres zwanzigjährigen Bestehens am 24. und 25. Juni in Hannover eine Tagung ab. In Pauken, Trompeten und Mädels Rebelpreistrager lähfen naeh Belln Delegierte aus aller Welt— Kongreß für kulturelle Freiheit ad Berlin, 10. Juni. Zu dem vom 26. bis 30. Juni tagenden „Kongreß für kulturelle Freiheit“ werden Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler aus allen Tellen der Welt nach Berlin kommen. Insgesamt werden etwa 100 Delegierte erwartet. Auch der amerikanische Nobelpreisträger und Biologe H. J. Müller und der österreichische Atomphysiker Dr. Hans Thirring werden teilnehmen. Professor Müller, der im Jahre 1946 den Nobelpreis erhielt, hat einen Lehrstuhl für Biologie an der Universität Indiana inne und gehört zu den führenden amerikanischen Genetikern. Dr. Thirring, einer der bedeutendsten europäischen Atomwissenschaftler, war bis vor kurzem Mitglied des kommunistischen„Friedensrates“, sagte sich jedoch in einem offenen Brief an Ilja Ehrenburg vom Kommunismus los. Auch der bekannte amerikanische Atomphysiker Arthur H. Compton, der zur Zeit in Frankfurt Besprechungen mit Beamten der amerikanischen Hochkommission führt, begibt sich anschließend nach Berlin. Dr. Compton erhielt 1927 den Nobelpreis für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der kosmischen Strahlen. Er ist gegenwärtig Rektor an der Washington-Universität in St. Louis. Chefarzt der Berliner Charifé triNt zurück gm Berlin, 10. Juni.(Eigenber.) Nachdem aus der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik der Berliner Charité fünf Angestellte entlassen wurden, weil sie in Westberlin wohnten, hat der Direktor der Klinik, Prof. Dr. van Treeck, sein Amt zur Verfügung gestellt. In einem Schreiben an das Ministerium betont er, diese Angestellten, die alle länger als 15 Jahre an der Klinik waren, seien fristlos entlassen, ohne daß sie eine Schuld trügen. Sie könnten nichts dafür, daß in Berlin eine Doppelwährung herrsche. In einer Atmosphäre, wo solche Dinge vorkämen, könne er nicht mehr weiter wirken. der Begründung, der italienische Staat habe damit wieder einmal rund 2 Millionen unnötigerweise verpufft.„Sie irren sich, Herr Kollege“, antwortete ein anderer Abgeordneter,„der Staat hat im Gegenteil viele Millionen gespart, denn jedes Wort, das bei den Sitzungen ausgesprochen wird, kostet den Staat 132 Lire.“ Ein dritter Abgeordneter machte den Vorschlag, die Sitzung aufzuheben, um nun einmal grundsätzlich mit Einsparungen zu beginnen. Davon waren alle Anwesenden so beeindruckt, daß die Debatte um die Bilanz des Landwirtschaftsministeriums tatsächlich beinahe schweigsam verlief. kr München, 19. Juni. Auf der Theresienwiese in München werden alle Vorbereitungen zur Seifenkistl-Rennsaison 1950 getroffen. Man spricht von einem Internationalen Ereignis und einer Beteiligung der jungen Kistl-Rennfahrer im Alter von 11—15 Jahren aus ganz Europa. Die Rennbahn hat eine Länge von 250 Metern und führt vom Fuß des Bavariaringes hinunter auf die Wiese. Ein Lift befördert die Wagen an den Start. 600 Münchener Buben haben sich bereits gemeldet. Zeigte die vorjährige Veranstaltung noch einen sehr örtlichen Charakter, so verspricht die diesjährige ein internationales Treffen der Jugendlichen Europas zu werden, die anschließend von der Hackerbrauerei zu einem Erholungsurlaub in die bayrischen Berge eingeladen werden. Verlockende Preise bilden gewiß einen großen Anreiz. Vorläufig werden als erste Preise für das Münchner Rennen DM 1000,— und ein Schulstipendium, eine Reise nach Rom mit den Eltern, ein Universitäts-Stipendium und gar ein Flug um die Welt genannt. Dazu kommen eine Reihe von größeren Stiftungen namhafter Firmen und Privatleute. Eine württembergische Zündholzfabrik gibt eigens bunte Seifchkistl-Zündhölzer heraus, die mit einer Nummer versehen sind und anschließend zur Verlosung kommen. Als erste Preise winken ein Eisschrank und ein Fahrrad. Doch auch für die Unterhaltung der Zuschauer wird weitgehend gesorgt. Musik, Kabarettvorstellungen und Tanz im Freien umrahmen die Rennwochen auf der Theresienwiese. Damit auch Vater und Mutter einmal in ein Kistl steigen können, werden abends Erwachsenen ennen mit Spezialfahrzeugen, die von Münchenen Automobilfirmen gebaut werden, veranstaltet. Alles in allem— viel Trubel um die Seifenkiste! Keine geringeren aber als die alten Kämpen Manfred von Brauz chitsch und Rudolf Caracciola werden als erste die Wagen fahren. Für Liebhaber klassischer und halbklassischer Musik werden in Amerika mehr und mehr Sender eingerichtet, die fast nur Schallplatten dieser Kategorien bringen. Unter den amerikanischen Städten mit„Sendern für gute Musik“ befine den sich Washington, Baltimore, Boston, Pittsburgh. Chicago und New York. Der als Verfasser mehrerer historischen Romane bekannte Schriftsteller Fritz Schultz-Merdorf vollendete in Oldenburg sein sechzigstes Lebensjahr. Bergsturz verschüttet 74 Arbeiter Rettungsmannschaften konnten 20 Verschüttete betreien Das schwedische Institut zur Förderung kultureller Beziehungen mit dem Ausland (Stockholm) hat Tuberkulose-Spezialisten aus Rheinland-Pfalz zu einer Studienreise nach Schweden eingeladen. statteten der holländischen Stadt Arnkeim einen Besuch ab. Nach kurzer Zeit schon bestanc ein herzlicher Kontakt zwischen den Herren der Pauken, Trommeln und Pfeifen aus Paris und den reizenden Mädchen Arnheims in der holländischen Landestracht. dmt Tokio, 10. Juni. Durch einen Bergsturz ereignete sich in einem Gebiet etwa 160 Kilometer nordwestlich von Tokio ein schweres Unglück. Die einen Abhang herunterstürzenden Erdmassen begruben eine größere Abteilung von Streckenarbeitern unter sich. Obwohl sofort von den nahegelegenen Stationen Rettungsmannschaften an der Unglücksstelle erschienen, konnten bisher erst 20 Ueberlebende aus dem meterhoch aufgetürmten Erdmassen geborgen werden. Es werden noch mehr als vierzig Arbeiter vermißt, die wohl kaum lebend ans Tageslicht kommen werden, da die Bergungsarbeiten wegen der ständig nachVariationen mit einem Shawl Jedes Parlamentswort kostet in Italien 132 Lhe sa Rom, im Juni(Eigenbericht). Die meisten italienischen Abgeordneten gehen am Wochenende nach Hause., tragen sich aber vorher noch rasch in die Liste der Anwesenden ein, um nicht ihre Tages-Diät in Höhe von 7000 Lire zu verlieren. Als jetzt nur 20 Deputierte von etwa 300„Anwesenden“ in der Aula waren, protestierte ein Kammermitglied gegen diese Methode mit Jede Frau hat schon wieder den Wunsch, möglichst abwechslungsreich angezogen zu sein, aber für die meisten bleibt es ein Wunschtraum, da der Geldbeutel zu schmal ist. Besonders trifft dies auf berufstätige Frauen zu, für die gute und für jede Gelegenheit passende Kleidung eigentlich zum berufsmäßigen„Propaganda-Etat“ gehört. Denn, seien wir ehrlich, wie schneil läßt allein schon die Höflichkeit nach, weil die Sekretärin nicht so gefällig in der Kleidung aussicht, wie es sich der hohe Chef erträumt. Frauen verlieren so leicht den Nimbus in den Augen der Männer, wenn sie mit ihnen zusammen arbeiten. Es ist zwar umgekehrt genau so der Fall, bloß die besseren Diplomaten verstehen dies besser zu kaschieren. Nun wollen wir diesen Berufstätigen einmal einen hübschen Tip geben, der mit geringen Mitteln gestattet, das Aussehen fast ein Dutzend Mal zu verlieren. Man braucht dazu einen sehr gut gearbeiteten engen Rock aus einem schönen diskreten Karo, das gerade verarbeitet wird. Aus dem Karostoff wird außerdem ein langer Shaul gearbeitet und mit Fransen in einer Karofarbe versehen. Erlaubt es das Einkcommen, so genehmigt man sich noch zwei bis drei Pullover. Aber einfarbig, bitte, immer eine der Farben, die im Rockkaro vorkcommen. Wie nun der Shaul immer wieder ein anderes Aussehen hervorzaubert, zeigt die Abbildung. Sie können natürlich auch statt Karos, das wir nur jüngeren und schlanken Figuren vorschlagen möchten, eine leuchtende Pastellfarbe wählen. Gefällt Ihnen unsere kleine nette Anregung? Dann probieren Sie dieses Modell einmal aus! Sie werden begeistert sein. rutschenden Erdmassen eingestellt werden mußten. Bei den bisherigen Rettungse arbeiten wurden vierzehn Leichen geborgen Farbiges Gellügel durch Spritzen el London, im Juni. Bei der Besichtigung eines neuen Institutes für ärztliche Forschung in Mill Hill bei London wurde dem König und der Königin von England vom Leiter der Abteilung für Experimentelle Blologie Dr. A. S. Parkes, eine Anzahl Hühner und anderes Geflügel gezeigt, deren Gefieder durch Einspritzung von Hormonen im Aussehen geändert wurden. So war es Dr. Parken gelungen, eine dunkelfarbige Ente vollkommen weiß umzufärben, wobei sich die Federn gekräuselt hatten. Manche Hühner hatten ein gestreiftes Gefieder angenommen. Es ist jedoch noch nicht gelungen, ausgesprochen kräftige Farben wie Rot oder Blau durch Einspritzungen an lebenden Tieren zu erzeugen. Der Trinker-Schnellzug ca Bombay, 10. Juni. Seitdem in der indischen Provinz Bombay die Prohibition eingeführt und Alkchol fas gänzlich verschwunden ist, hat der Rei; severkehr nach de: 160 Kilometer entfernten kleinen portugiesischen Kolonie Daman außerordentlich zugenommen. Jeder, der sich ein vergnügtes Wochenende machen will, fährt zu der einzigen Stadt in Daman, Damao, die zehn Kilometer von der Bahnstation entfernt ist. Die Portugiesen haben Autobuslinien zu Stationen nahe der Grenze eingerichtet, und, um die Konjunktur auszunutzen, die Preise für Alkohol um rund 50 Prozent erhöht. Evangelische und Katholiken sind in gemeinsamer Bedrängnis epd Innsbruck, 10. Juni.„Ein totalitärer Materialismus zieht herauf, der den Tod jedes Christentums will“, betonte der katholische Theologe Professor Rahner in einem vielbeachteten Vortrag in Innsbruch vor den Mitgliedern des„Katholischen Bildungswerks“. Angesichts der äußeren Bedrängnis aller christlichen Kirchen befürwortete der Redner eine weitere Anr näherung zwischen Evangelischen und Katholiken. Von evangelischer Seite wurde die Bereitschaft zu interkonfessionellen Geoprichen jebheit bogrüct. M SARO, UISDOSchrotterhI Zwei Jahre lang war der Maat Korl Sluters nun schon mit den verschiedensten Schiffen, zuletzt mit dem„Kreuzfahrer“ unterwegs und niemals hatte ihn Antie, seine schwarze Katze mit den weißen Pfoten und der weißen Schwanzspitze, im Stich gelassen Sie war das treueste Katzentier, und Korl Sluters hing an ihr wie an einer guten Freundin. Als der„Kreuzfahrer“ sich der australlschen Küste näherte. beschlos Maat Sluters auf einen Dampfer hinüberzuwechseln, der Ihn in einigen Monaten nach Hamburg, in seine Heimat bringen würde. Ein solches Schiff,„es hieß„Hoffnung“, war bald ausgemacht. Der Kapitän fand an der treuen Katze Gefallen und hette gegen ihre Mitnahme nichts einzuwenden. Er streichelte ihr weiches glänzendes Fell und erläuterte dem Maat Korl Sluters humor- und phantasievoll die vorgesehene Route und die dem Schiff gestellte Aufgebe.„Anfang Mai sogar schon hoffe ich in Hamburg zu sein; und zu Herlins blödem Kakadu und Mac Toolanes beiden Schildkröten und den Eintagsaffen üblicher dreier Viertel meiner Landbeurlaubten kommt hier in Karaschi noch der halbe Dschungel an Bord. Tiger, Leoparden, Mammute Walrösser, was weiß ich, wenn Ihre Katze ein verträgliches Tier ist und keinen Unfrieden stiftet unter den Leuten— Die Mammute und Walrosser fielen weg. Zwei Leoparden kamen zuerst. Dann sieben Tiger Riesige Burschen der Nordindischen Wälder am Fufe des Himalaya. Sie tanzten vor Wut einen rasenden Step in den eisernen Käfigen Sandige Staubwolken stiegen vom Strande, brandig schien die Sonne, gedämpft und verschwimmend und fahl. Wie Flammen schlugen die Feuerfarben der tanzenden Tiger hinter den Gittern— goldrot und darwrischen die Schwärze der Striemen Als die 1####fange alle an Bord standen. umhüllte dünstender, scharfer Raubtiergeruch das Schiff Wie fallender Nebel, und die buntschillernden, grotesken Vögel und spukhaften kleinen Affen, die zum Schluß nachfolgten in diesen Dunstkreis des Dschungeltodes, erfüllten das Deck mit den spitzen und ächzenden Schreien ihrer Angst und Verzweiflung Vor einem der Tiger aber erreitete Antje zwei Wochen später dem Maaten Korl das Leben Es war eine klare Freundestat, da sie der Triebfedern des Eigennutzes und der bedingungslosen Abhängigkeit ermangelte; welche Worte absoluter Selbständigkeit der einen zum andern erhärtet wurden durch das Auseinandergehen der beiden am Ende dieser Reise Wobel— recht besehen— es freilich eigentlich Korl Sluters war, der ein anderei wurde, da er abbog in ein nach langen Jahren unabwendbares, seßhaftes Eheglück wrährend Antie die blieb, die sie war Dei Vortall selbst, an einem jener unberechenbaren und gerade deshalb des öfteren genickbrechenden Zufälle hängend, geschah in folgendem Rahmen: Die Raubtiere waren im Volschiff untergebracht Ebenfalls im Vorschiff, aber noch weiter vorn und auf der anderen Seite, steuerbords lag, wie häufig, das Mannschaftslogis Es war also nicht verwunderlich, daß, besonders In der ersten Zeit, die Leute ihrer Schaulust nalber gern durch den Käfigraum gingen, und es war auch gar nichts dabei denn die Käfige hatten wunderbar sinnreiche Verschlüsse, und zölliges Gitterwerk. es konnte gar nichts passieren. Zu erwähnen wäre noch, daß beim Eintritt in den Käfigraum durch die hintere Tür Von Berthold Schönfelder die Aussicht auf die Reihe der Gittertüren zunächst verdeckt wurde durch einen in den Raum vorspringenden Lattenverschlag. Eines Nachmittags aber klickte einer der sinnreichen, schweren Verschlüsse, er war wohl am Morgen ein wenig hart angezogen worden, einfach durch Materialschaden... Als Korl Sluters gegen Abend die Tür öffnete, begegnete ihm als erste Antje, die mit übertrieben schnellem Sprung herausschoß, kaum daß der Türspalt breit genug Vor hundert Jahren Derwolt ändert das Haar und Gleibt was erwar“ Als Isegrim noch durch den deutschen Winterwald heulte war ein leises, heiseres„ee...“. Er sah zu ihr hinab, und ihre Augen leuchteten in einem seitsam eindringlichen Ausdruck, den er nicht enträtseln konnte. Jetzt merkte er auch, daß sie den Schwanz steil aufrecht hielt und ihr Fell sich sträubte, so daß sie In den alten Bänden der„Gartenlaube“ und des„Daheim“ findet man gruselige Wintergeschichten, in denen immer besonders furchtbare Erlebnisse mit Wölfen eine Rolle spielen. Wir lächeln ein wenig darüber, denn wir kennen den Wolf eiVes erbber und pgergrürüige, Enbehagen zentlichr Sll regung schien. umschlich ihn, ein unnennbares hob den Kopf und sah sich um und in den sichtbaren Teil des Ganges hinter dem Lattenverschlag hinein. Alles gähnte leer, und es war ganz still. Trotzdem ging Korl Sluters zur Tür zurück und schloß sie hinter sich ab, und Antje glitt ihm mit schnellen, befreiten Sätzen voran. Die Wärter grinsten überlegen, daß bei den Tigern„etwas nicht stimmen sollte“. Schließlich nahm einer eine Eisenstange und ein Graubart nahm, mit manchem Spaß beGefühl. Er Nur ganz selten, im äußersten Ostpreußen treten noch vereinzelt Wölfe auf und das ist dann immer ein ganz besonderes Ereignis, das durch alle Zeitungen geht. Früher, vor rund hundert Jahren war das ganz anders und es findet sich eine Urkunde, nach der im Jahre 1817 in PreuBen noch 1100 Wölfe geschossen wurden. Und all die Jahrzehnte und Jahrhunderte vorher war Meister Isegrim bei uns etwa so verbreitet wie heutzutage der Fuchs. Und darum ist es nicht weiter verwundacht, ein Gewehr. Als die Wärterkohorte um den Latten- End uarum verschlag bog, attakierte sie in voller Frei- derlich, wenn er in unserem Volksglauben heit ein Tiger. Nun hatten sie zum Glück, eine so wichtige und vielfältige Rolle spielt, war. Korl Stuters schüttelte über seine Katze den Kopf. Er war erst zwei Schritte im Raum, die Tür ließ er offen, als ihn Antie erkannt haben mußte, denn sie war plötzlich quer vor seinem Fuß, und er stolperte über sie„Aber Antie!“ sagte er und tat einen weiten Schritt. Da stand auch die Katze schon wieder vor seinem anderen Fuß und er mußte einhalten, wollte er nicht über sie fallen.„Kind“ begann er und wollte ihr Vorhalfungen machen, da öffnete sie halb den kleinen roten Rachen und stieß einen kurzen abgebrochenen Laut aus. Es den Graubart mit dem Gewehr und seiner Geistesgegenwart. Unglück im Glück aber, daß die Vollmantelgeschosse mit ihrem glatten Durchschlag den Tiger nicht klar genug abstoppten. so daß er noch zwei bis drei Männer wie Marionetten durcheinanderwarf, die darauf jene restlichen Tage auf der„Chrestie-Maud Beverley“ im Gipsverband verbrachten. Wie es zu sein pflegt, wurde Antje einige Tage lang viel bewundert, und Korl Sluters bekam mehrere Kaufangebote. Aber er wollte und konnte sie so wenig verkaufen, wie er sie einst erwarb. Als sie in Hamburg waren, blieb sie eine volle Woche bei ihm in seinem Logis an der Grenze des Stadtbezirks St. Paull. In einem der alten trüben Häuser wartete des Hannoveraners künftig Erwerb und Heim. In den letzten Tagen führten sie merkwürdige stille Gespräche; einmal kam Korls Braut dazu:„ Du kannst es noch— ich nicht!“ sagte er gerade, und Antje sah ihn an. Da fand das alternde Mädchen:„Es war Zeit, daß du nach Hause kamst!—“ und Antie erhielt einen unsicheren, queren Blick. „Nach— Hause“ wiederholte er lang. sam. Nein dann sagte er mehr. Am Tage der Hochzeit ging Antje von neuem über die Gangway, gewandt, und unberührt, lebensfroh. Das Schiff war ein Ostindienfahrer. immer wieder in unseren Märchen, Sagen und Fabeln auftaucht und im Sprichwort viel häufiger vorkommt, als andere Tiere, die bei uns viel verbreiteter sind. Es ist für uns nicht ganz einfach die Beziehungen zu begreifen, die sich zwischen unseren Urahnen und dem Wolf, der des Menschen größter Feind im Tierreich war, herausbildeten. Sie standen dauernd im Kampf gegen ihn, aber sie erkannten sein wildes Draufgängertum an, das er entwickelte, wenn er hungrig war und sie verspotteten ihn, wenn er sich feige zelgte. Die Menschen kannten seine Art, zu „jagen“ und prägten das Wort vom Wolt Im Schafspelz, sie mißtrauten ihm immer und warnten einander durch den Spruch: Der Wolf ändert das Haar und bleibst, wie er war. Es ist verwunderlich, daß der Wolf dem Volke trotz seiner Schrecklichkeit irgendwie vertraut war. Man gab ihm in den Märken vom Rotkäppchen oder in der Geschichte von den sieben Geißlein menschliche Eigenschaften, er spricht mit Kindern und läßt sich vom schlauen Fuchs oft genug überlisten, denn er ist gutmütig und dumm. Irgendwie gehört er zur Natur, wie Wetter und Sturm und so nimmt man ihn trotz seiner Gefährlikeit hin. Er würgte das Vieh, riß die Pferde auf der Weide, schleppte Schafe am hellen Tage fort, griff In Rudeln einsame Fuhrwerke und Wanderer an und doch hielten die Menschen seinen Namen für so wert, daß sie ihn sich selbst zulegten. Sie nannten sich:„Uf, Wolf, Wolfgang, Wolfhart, Egilolf, Wolfram“. Nur wer einmal in einer Winternacht das Geheul der Wölfe gehört hat, kann das Grauen ermessen, das sie auslösen können. Wir wollen zufrieden sein, daß er seit hundert Jahren sein Jagdgebiet weiter nach Osten hin verlegte. das unverlic##te Wiedersehen Aus Johann Peter Hebels Schatzkästlein/ Liebe über Trauer und Tod hinaus Inselu tauchen aus dem Nazilik auf! Zahlreiche vulkanische Eilande müssen in die Seekarten eingezeichnet werden Die Nationalgeographische Gesellschaft Amerikas berichtet in ihren neuesten Mitteilungsblättern von zahlreichen jungfräulichen Insel-Eilanden, die im Gebiet zwischen Hawai und den Neuen Hebriden auftauchen. So sichtete ein Pilot, dessen Route über einen Teil des Pazifiks führt, ungefähr 5000 km südwestlich von Hawail einen Inselberg, der durch Eruptionsvorgänge gebildet wurde. Er erhebt sich nunmehr zu einer Höhe von 165 Meter übber einer kleinen Insel mit starker vulkanischer Tätigkeit, die bisher nur als unbedeutende Sandbank bekannt war und so auch in den Seekarten dieses Teils des Pazifiks gekennzeichnet wurde. Ein zweiter Vulkan hat sich nach Mitteilung von Kleiner Abstecher nach Luxemburg Friedliche Insel mit hohem Lebensstandard Das Land braucht den deutschen Koks Bei einer Fahrt mit dem Auto durch eine der wenigen friedlichen Inseln Europas, durch Luxemburg, kann man immer wieder mit Erstaunen feststellen, wieviel an landschaftlicher Schönheit und Abwechslung in einem Staat von nur 2586 qkm Umfang zusammengedrängt sein kann. Ein Tag genügt, um das Großherzogtum von den Hügeln im Norden bis zu den Niederungen im Süden, das Land mit seinen Wäldern, Wiesen und Weiden, seinen Eisenhütten und den Weinbergen an der Mosel, zu durchqueren. Wo man auch sei, in einer halben Stunde stößt man an eine Grenze. Frankreich, Belgien und Deutschland schließen ein Gebiet ein, das immerhin mit an der Spitze der stahlerzeugenden Länder Europas liegt. Die Hauptstadt Luxemburg mit 70000 Einwohnern hat ihr mittelalterliches, friedvolles Bild bis auf den heutigen Tag bewahrt. Geschickt verbinden sich moderne Bautechnik und breite Boulevards mit den baumbestandenen alten Festungswällen und den dicken Mauern der Zitadelle. Man glaubt sich an manchen Stellen in ein Stück Rothenburg oder Dinkelsbühl versetzt, mit all den heimlichen Winkeln und beschaulichen Häuserreihen, die verträumt in den schon winterlichen Abend schauen. Man lasse sich aber nicht täuschen von solch geruhsamem Anblick. Das pulsierende Leben der Welt schlägt seine Wellen auch in diese Idylle. In jedem Restaurant der Stadt ist man dank der ausgezeichneten technischen Einrichtungen binnen einer Viertelstunde mit allen Großstädten der Welt telephonisch verbunden. Die Regierung des„Landes im Westentaschenformat“, wie sie einmal ein amerikanischer Reporter genannt hat, arbeitet schnell, sicher und gut zum Wohle ihrer 300000 Untertanen, die mit begeisterter Liebe an ihrem Staatsoberhaupt, der Großherzogin, hängen. Das Parlament ist in einem Hause untergebracht und zählt 51 Mitglieder. Das Kabinett besteht aus siehen Mimistern, die alle zwei bis drei Aemter verwalten. Sie gehen zu Fuß von einem ihrer Büros zum anderen, ohne allzusehr an Arbeitsüberlastung zu kranken. Der Premierminister und der Außenminister zählen mit zu den ältesten, geachtetsten und erfahrungsreichsten Diplomaten Europas. Sie gehören dem Kabinett seit mehr als 20 Jahren an; im Zeitalter der Kabinettsstürze wahrlich ein Rekord. Der Premierminister ist zur Zeit auch Minister für Verteidigung, Arbeit und Finanzen. Die Armee hat die Stärke eines Infanteriebataillons unter Führung eines Oberstleutnants. Die luxemburgische Armee ist mit den Streitkräften der Westunion verbunden, und ihr Kommandeur hat die große Ehre, als Gleichberechtigter mit Generälen und Marschällen der Westmächte bei den verschiedenen Generalstabsbesprechungen zu verhandeln. Man plant eine VerGewährsleuten auf der Matthew-Insel, rund 300 km von Neu-Kaledonien aus dem Ozean erhoben. Solche Inseln erscheinen öfter als daß sie verschwinden. Jedoch ist ihr feuerspeiendes Dasein inmitten einer Wasserwüste meist von nur sehr kurzer Dauer. Zieht man die Gesamtsumme der beobachteten Neuschöpfungen der Natur, stellt man fest, daß mehr der vulkanischen Inseln wieder verschwinden als bestehen bleiben. Vulkanische Erschütterungen häufen gewissermaßen diese Eilande plötzlich auf der Meeresfläche auf. Sie bestehen meist aus schlackenähnlicher Asche, die sehr schnell durch die Einwirkung der Brandung, die sich naturgemäß sofort bildet, und starker Winde wieder abgetragen wird. So meldete ein britischer Zerstörer im F.Oruar 1946 das Entstehen zweier kleiner vulkanischer Inseln 400 km südlich von Tokio. Plötzlich erhoben sich aus den Wellen unter erdbebenartigen Erscheinungen zwei etwa 15 Meter hohe Zwillingsberge. Als dasselbe Schiff zwei Monate später an der betreffenden Stelle vorbeifuhr, hatten bereits Wind und Wellen ihre Arbeit getan, und nichts mehr von dem eigenartigen Gebilde übriggelassen.— Ein anderes Beispiel für das plötzliche Auftauchen und wieder Verschwinden bot die kleine Falken-Insel, in der Gruppe der Freundschaftsinseln südwestlich von Samoa. Die Falken-Insel wurde im Jahre 1867 als Sandbank und Untiefe auf den einschlägigen Karten des Gebietes eingezeichnet. Im Laufe von drei Jahren war die Abeit der eruptiven Kräfte soweit gediehen, daß das Eiland bereits einige Meter über die Meeresoberfläche ragte. Bis zum Jahre 1896 war aus der Sandbank eine stattliche Insel mit 35 m hohen Küsten geworden, um dann um 1900 plötzlich wieder in unergründlichen Tiefen zu verschwinden. Zum Erstaunen aller Seefahrer erschien 1927 die nun schon längst wieder von den Seekarten gestrichene Falken-Insel erneut und ragte nun 120 Meter hoch über den Meeresspiegel hinaus. In den folgenden Jahren aber In Falun in Schweden küßte vor gut fünzig Jahren und mehr ein junger Bergmann seine junge hübsche Braut und sagte zu ihr: „Auf Sankt Luciä wird unsere Liebe von des Priesters Hand gesegnet Dann sind wir Mann und Welb und bauen uns ein eigenes Nestlein.“—„Und Friede und Liebe soll darin wohnen“, sagte die schöne Braut mit holdem Lächeln,„dann bist du mein Einziges und Alles, und ohne dich möchte ich lieber im Grab sein, als an einem anderen Ort.“ Als sie aber vor Sankt Luciä der Pfarrer zum zweiten Male in der Kirche ausgerufen hatte:„So nun jemand Hindernis wüßte anzuzeigen, warum diese Personen nicht möchten ehelich zusammenkommen“, da meldete sich der Tod. Denn als der Jüngling den anderen Morgen in seiner schwarzen Bergmannskleidung an ihrem Haus vorbeiging— der Bergmann hat sein Totenkleid immer an—, da klopfte er zwar noch einmal an ihrem Fenster und sagte ihr guten Morgen, aber keinen guten Abend mehr. Er kam nimmer aus dem Bergwerk zurück, und sie säumte vergeblich selbigen Morgen ein schwarzes Halstuch mit rotem Rand für ihn zum Hochzeitstag, condern als er nimmer kam, legte sie es weg. und weinte um ihn und vergaß ihn nie. Unterdessen wurde die Stadt Lissabon in Portugal durch ein Erdbeben zerstört, und der Siebenjährige Krieg ging vorüber, und Kaiser Franz der Erste starb, und der Jesuitenorden wurde aufgehoben und Polen getellt, und die Kaiserin Maria Theresia starb und der Struensee wurde hingerichtet. Amerika wurde frei und die vereinigte französische und spanische Macht konnte Gibraltar nicht erobern. Die Türken schlossen den General Stein in der Veteraner stärkung des Heeres durch die alljähr- siegte das Wasser doch und brachte sie liche Einziehung von 1700 wehrfähigen endgültig zum Verschwinden. „Mutti, darf ich runtergehen und mit Peter spielen?“ „Nein, ich will nicht, daß du mit diesem unartigen Jungen spielst!“ „Mutti, darf ich dann runtergehen und ihn verhauen?“ Männern für eine sechsmonatige Dienstpflicht. Auch die Aufstellung einer Ersatzbrigade, die Verstärkung von Polizei und Gendarmerie wird erwogen. schweren Waffen und Mugzeuge. 4 Städte der sagenhaften arabischen Königreiche in Timna aufgefunden Münzfunde und viele Plastiken, sowie zahlAuf den Spuren der Königin von Saba schweren warren und keine Flugzeuge. Die Kriminalität des Landes ist so gering, daß der Polizeichef die Statistiken darüber nicht in seiner Schreibtischschublade, sondern im Kopf hat. Ein erfreuliches Zeichen des Wohlstandes. Es haben sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Stimmen erhoben, die einem so kleinen Land im Zeichen der Machtzusammenballungen der groGen Staaten seine Existenzberechtigung absprechen wollen. Doch alle diese Pläne werden nie in die Tat umgesetzt. Die Bevölkerung Luxemburgs wünscht mit Recht, das zu bleiben, was sie seit Jahrhunderten einer bewegten Geschichte ist: Ein freier, gleichberechtigter Staat unter den großen Brüdern der europelechen Nülkertannille Archäologen haben kürzlich in Süd-WestArabien einige Stätne, die zu dem sagenhaften Königreich von Saba gehörten, entdeckt, und in der besterhaltenen von ihnen, in Timna, mit den Ausgrabungsarbeiten begonnen. Die Städte liegen in dem heute noch nicht ganz erforschten Gebiet zwischen dem Yemen und Saudi Arabien. Bisher war es nicht möglich, infolge der Abgeschlossenheit und der politischen Lage im mittleren Osten, planmäßig vorzugehen. In letzter Zeit jedoch haben die zuständigen Reglerungen der beteiligten Staaten ihre Zustimmung für Forschungen in den genannten Trümmerstädten gegeben. Das Alter der Forschungsobjekte wird auf dreieinhalbtausend Jahre geschätzt. Die Städte bildeten den hochkultivierten Mittelpunkt der alten Königreiche. Ihre einst blühende Existenz geht aus zahlreichen griechischen Aufzeichnungen hervor. reiche Steininschriften unterstreichen nur die Theorie, daß die Königreiche von Hadbramaut, Saba, Kataban und Ma’an die Mittelpunkte des arabischen Handels während mehrerer Jahrtausende waren. Man verspricht sich bei den in Angriff genommenen Ausgrabungen von Timna wertvolle Aufschlüsse über die Kultur der arabischen Staaten, die bereits in den Büchern der Bibel als sagenhaft reich beschrieben werden. „Ist die Milch frisch?“ „Was heißt frisch? Die war vor einer Stunde noch grünes Gras!“ „Es war ja sehr interessant dort im Fernen Osten, aber ein paarmal im Monat aab es ein Erdbeben!“ Höhle in Ungarn ein, und der Kaiser Joseph starb auch. Der König Gustav von Schweden eroberte Russisch-Finnland und die französische Revolution und der lange Krieg fingen an, und der Kaiser Leopold der Zweite ging auch ins Grab. Napoleon eroberte PreuBen, und die Engländer bombardierten Kopenhagen, und die Ackerleute süeten und schnitten. Der Müller mahlte, und die Schmiede hämmerten und die Bergleute gruben nach den Metalladern in ihrer unterirdischen Werkstatt. A's aber die Bergleute in Falun im Jahre 1809 etwas vor oder nach Johannis zwischen zwei Schächten eine Oeffnung durchgraben wollten, gute dreihundert Ellen tief unter dem Boden, gruben sie aus dem Schutt und Vitrtolwasser den Leichnam eines Jünglings heraus, der ganz mit Eisenvitriol durchdrungen, sonst aber unverwest und unverändert war; also daß man seine Gesichtszüge und sein Alter noch völlig erkennen konnte, als wenn er erst vor einer Stunde gestorben, oder ein wenig eingesch'a fen wäre an der Arbeit. Als man ihn aber zu Tag ausgefördert hatte, Vater und Mutter, Gefreundte und Bekannte waren schon lange tot, kein Mensch wollte den schlafenden Jüngling kennen oder etwas von seinem Unglück wissen, bis die ehemalige Verlobte des Bergmanns kam, der eines Tages auf die Schicht gegangen war und nimmer zurückkehrte. Grau und zusammengeschrumpft kam sie an einer Krücke an den Platz und erkannte ihren Bräutigam; und mehr mit freudigem Entzücken als mit Schmerz sank sie auf die geliebte Leiche nieder, und erst als sie sich von einer langen heftigen Bewegung des Gemüts erholt hatte, sagte sie endlich:„Es ist mein Verlobter, um den ich fünfzig Jahre lang getrauert habe. und den mich Gott noch einmal sehen läßt vor meinem Ende. Acht Tage vor der Hochzeit ist er unter die Erde gegangen und nimmer heraufgekommen.“ Da wurden die Gemüter aller Umstehenden von Wehmut und Tränen ergriffen, als sie die ehemalige Braut jetzt in Gestalt des hingewelkten kraftlosen Alters sahen und den Bräutigam noch in seiner jugendlichen Schöne, und wie in ihrer Brust nach fünfzig Jahren die Flamme der jugendlichen Liebe noch einmal erwachte, aber er öffnete den Mund nimmer zum Lächeln oder die Augen zum Wiedererkennen; und wie sie ihn endlich von den Bergleuten in ihr Stübchen tragen ließ, als die Einzige, die ihm angehöre, und ein Recht an ihn habe, bis sein Grab gerüstet sei auf dem Kirchhof. Den andern Tag, als das Grab gerüstet war auf dem Kirchhof und ihn die Bergleute holten, schloß sie ein Kästlein auf, legte sie ihm das schwarzseidene Halstuch mit roten Streifen um, und begleitete ihn alsdann in ihrem Sonntagsgewand, als wenn es ihr Hochzeitstag und nicht der Tag seiner Beerdigung wäre. Denn als man ihn auf dem Kirchhof ins Grab legte, sagte sie:„Schlafe nun wohl, noch einen Tag oder zehn im kühlen Hochzeitsbett, und laß dir die Zeit nicht lang werden. ich habe nur noch wenig zu tun, und komme bald, und bald wird's wieder Tag.— Was die Erde einmal wiedergegeben hat, wird sie zum zweitenmal auch nicht behalten“, sagte sie, als sie fortging und sich noch einmal umschaute Humor aus Parlamenten Der unzulängliche Freifahrschein Im Schleswig- Holsteinischen Landtag ermahnte ein Abgeordneter das Haus, einmal nach den Schiffsbauten hinter dem eisernen Vorhang zu sehen. Darauf erfolgte der Zuruf: „Soweit reicht unser Freifahrschein nicht!“ Eine Qualifizierung der Bodenreform Als im Niedersächsischen Landtag ein Abgeordneter von der Bodenreform sprach, bemerkte ein anderer: „Das ist eine wüste Sache!“ . aber nicht als Minister!“ Im Landtag zu Hannover warf ein Kommunist einem Minister vor, früher einmal anders gesprochen zu haben. Zuurut:„Ar bat zugelernt!“ 3875 Haushalte benutzen Gas Schwerte. Die Arbeit der Stadtwerke tritt nicht so sehr augenfällig in Erscheinung, um die sichtbaren Erfolge zu bemerken. Das liegt natürlich in der Art ihrer Tätigkeit. Die von ihnen verlegten Leitungen und die Anbringung von Gasmessern sind zunächst eine Arbeit, die sich dem Blickfeld nicht mittelbar aufdrängt. Und doch geschieht schon recht viel, was wert ist, herausgestellt zu werden. So wurden neu angelegt: 1 025 Meter Gashauptleitung in der Heidestraße, Kreuzstraße, Eintrachtstraße und Grünstraße. Dazu kamen 410 Meter Wasserhauptleitung in der Grünstraße. Weiter gabs Zuleitungen für 36 Gas- und 30 Wasseranschließer. Repariert wurden 3 Wasserrohrbrüche in der Hauptleitung, 6 Gasrohrbrüche, 36 Wasserzuleitungen und 25 Gaszuleitungen, 303 neue Gaskonsumenten wurden mit Messern beliefert, so daß sich jetzt 4192 Gasmesser in Betrieb befinden. 5387 Haushalte benutzen in Schwerte Gas. Die nutzbaren Abgaben betrugen rund 1510 000 cm Wasser und 2 100 000 chm Gas. Heute Fliegergeschädigte Schwerte. Der Bund der Fliegergeschädigten, Kreisvereinigung Iserlohn, hat heute, 19 Uhr, im Lokale Stens eine Versammlung, in der auch eine Ortsgruppe gegründet werden soll. Der gemeinsame Abwehrblock Aus der FDP-Wahlversammlung Schwerte. Die FDP teilt uns mit: Die FDP Schwerte eröffnete ihren Wahlkampf mit einer öffentlichen Versammlung, die einen starken Besuch zu verzeichnen hatte. Hauptredner des Tages war Landtagsabgeordneter Friedrich Nolting. Er betonte die Notwendigkeit des Zusammengehens der FDP mit der CDU. Wenn auch manches die Parteien trennte, so sei doch das gemeinsame Ziel, einen Abwehrblock gegen den Marxismus zu bilden. Eine gleichzeitige Abstimmung auch über die neue Verfassung hielt er zu verfrüht, da es zum Verstehen dieses Werkes einer längeren Zeit bedürfe. Bürgermeister Steilberg, Iserlohn, der gemeinsame Kandidat der FDP und CDU und Gründer der FDP in Iserlohn, sowie der Kreisvorsitzende der FDP, von Esebeck, stimmten den Worten ihres Vorredners bei und forderten die Anwesenden auf, sich zur gemeinsamen Politik zu bekennen. Der Vorsitzende der Schwerter FDP, Schumann, schloß sie mit dem Hinweis auf die nächste Kundgebung der FDP im„Deutschen Haus“ mit Dr. Schäfer, dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der FDP, und dem Appell an alle Schwerter Bürger, die Notwendigkeit des Zusammengehens der zwei Parteien zu erkennen und auch die bisher Lauen für die Wahl zu gewinnen. Unentwegte lassen nicht locker Um die Badegelegenheit an der Ruhr] Endlich wenigstens eine Notlösung Schwerte. Ein bedauerlicher Zwischenfall ereignete sich beim Baden an der Ruhr. Ein Pächter der Ruhrweiden glaubte, die auf seine Wiese lagernden Badefreudigen nicht anders vertreiben zu können als damit, daß er ihnen ihre abgelegten Kleider nahm, um sie in die Ruhr zu befördern. Ein junger Mann, der versuchte, dieses zu verhindern, wurde mit der Harke niedergeschlagen. Dieser bedauerlicher Vorfall scheint nun endlich die maßgeblichen Stellen unserer Behörde veranlaßt zu haben, an die Klärung des mehr als heiklen Badeproblems heranzugehen. Nach Uebereinkommen mit dem Schwerter Bürger Pferdekämper hat dieser sich bereiterklärt, seine gleich links hinter der Ruhrbrücke gelegene Wiese, auf der im vergangenen Jahre das Festzelt stand, gegen ein Entgelt von 10 Pfg. pro Person als Liegewiese freizugeben. Darüber hinaus darf von den benachbarten Wiesen ein 4 Meter breiter Uferstreifen zwischen der Ruhrbrücke und dem Park von Haus Villigst ebenfalls als Liegewiese benutzt werden. Die Pächter und die Schwerter Polizei erwarten, daß man ihnen mit der gleichen Rücksicht entgegenkommt und über das freigegebene Gelände hinaus die Wiesen nicht betritt und den Anweisungen der Aufseher Folge leistet. Diese Lösung, so erfreulich sie auch ist, kann nur ein Notbehelf sein. Entgültig wird sie zu finden sein, wenn das Baden in der Ruhr offiziell auch von höherer Stelle wieder gestattet wird und die Stadt an die ordentliche Herrichtung eines großen Streifens an der Ruhr als öffentliche Badeanstalt herangehen kann. Außer bedeutend größeren Liegewiesen ist ein Ausbaggern und Säubern der Ruhr selbst erforderlich, zu der jedoch jeder Badegast selbst angehalten werden könnte. Aus vielen kleinen und großen Steinen wird eine Uferbefestigung und die Ruhr an dieser Stelle tiefer. Sollen wir nicht schon mal anfangen? So schwierig sollte das doch nicht sein! 4500 DM im I. Rang Die Westdeutsche Fußball-Totogesellschaft hatte einen Umsatz von 923 853.50 DM, der sich mit 791319 DM auf die Hauptwette und 132 534,50 DM auf die Zusatzwette verteilt. Im ersten Rang erhalten 29 Gewinner je 4547.50 DM; im 2. Rang erhalten 806 Gewinner je 163.50 DM und im 3. Rang 10 586 Gewinner je 2,40 DM. In der Zusatzwette werden im 1. Rang 3 681,50 DM an 9 Gewinner ausgezahlt und im 2. Rang 171,50 DM an 193 Gewinner. Die Wahlkundgebungen Schwerte. Am Donnerstag, 19 Uhr, veranstaltet die SPD auf dem Postplatz eine öffentliche Wahlkundgebung, auf der der Kandidat unseres Wahlkreises, Wirtschaftsminister Professor Dr. Nölting, sprechen wird. Eine weitere Wahlversammlung führt am Freitag, 20 Uhr, die CDU im„Deutschen Haus“ durch. Es spricht Frau Dr. Steinbiss, Bielefeld, über das Thema „Die Sozialpolitik der CDU“. Wir verweisen auf den heutigen Anzeigenteil. „ WAre„, UND DIE AMTSGEMEINDEN Es wird gebaut Der erste Richtkranz Westhofen. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft des Amtes Westhofen läßt keine Mittel und Wege unversucht, die zur Behebung der Wohnungsnot führen können. Vom Planen ist man bald zur Tat übergegangen. Der sichtbare Erfolg ist schon jetzt erkennbar. Vier Doppelwohnhäuser sollen noch im Laufe dieses Jahres an der Feldstraße in Westhofen unter Dach gebracht werden. Vor kurzem konnte der erste Richtkranz aufgerichtet werden. Eine denkwürdige Angelegenheit für die Baugenossenschaft, in der Amtsbürgermeister Falke den Vorsitz führt und sich mit besonderer Energie für die Realisierung der Pläne einsetzt, die sich auch auf die anderen Gemeinden des Amtsbezirks ausdehnen. Es wird gebaut, und damit wird mancher Familie die Hoffnung gegeben, zu einer ausreichenden und gefälligen Wohnung zu kommen. Der erste Richtkranz ist ein verheißungsvolles Zeichen. PS contra PS Westhofen. Auf der Bruchstraße stieß hier ein PKW mit einem Pferdefuhrwerk zusammen, wobei es sich bewies, daß die höhere PS-Zahl nicht auch die widerstandsfähigste zu sein braucht. Während Pferd und Wagen unverletzt blieben, entstand an dem PKH leichter Sachschaden. Kreismeisterschaft Dortmund Das Spiel VIB Westhofen Schüler— VfL. Hörde Schüler um die Kreismeisterschaft Dortmund endete mit 0:2. Hörde wurde also Kreismeister. Die Pforte öffnet sich Gasthof„Zur Ruhrbrücke im neuen Gewande Garenfeld. Seit der Brückensprengung im Jahre 1945 war die bekannte Gaststätte„Zur Ruhrbrücke“ geschlossen. Die Besatzungsmacht belegte die Wirtschaftsräume für längere Zeit mit Beschlag. Als das Haus wieder freigegeben wurde, sah es nach allem andern als nach einer Gaststätte aus. Außerdem hatte das Gebäude infolge der Sprengung der Brücke nicht unerheblich gelitten. Doch dank der Tatkraft und Initiative des Inhabers, Heinr. Schürmann, ist jetzt eine Gast- und Raststätte entstanden, die schon nach außen hin verlockend und einladend wirkt. Das Haus erhielt einen Spachtelputz, der sich in seiner hellen Tönung in der Landschaft recht vorteilhaft ausnimmt. Es ist natürlich nicht nur das Gewand, das die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Auch das Innere des Hauses wurde vollkommen umgestaltet und zeitgemäß, gastlich hergerichtet. Wir sind davon überzeugt, daß dieses Haus bald eine der beliebtesten Aufenthaltsstätte unseres heimischen Ruhrtals sein wird. Am Freitag wird sich nach mehr als fünf Jahren erstmalig wieder die Pforte öffnen. BHE-Wahlversammlung Ergste. Der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten(BHE) hat für heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Lokal Pütter eine Wahlversammlung anberaumt. Wi geken ins Kino und sehen in der„Reichskrone“ den Film„Das Fräulein und der Vagabund“ Des Schauplatzes Hintergrund für dieses interessante und unterhaltende Geschehen ist das Naturschutzgebiet von Wilsede in der Lüneburger Heide. Auf der Leinwand wickelte sich eine Handlung heiteren und dramatischen Charakters ab. Wir erleben die Geschichte eines Draufgängers. Er bringt Unruhe in eine kleine Welt, und ein Mädchenherz erlebt Glück und Enttäuschung. Eva Ingeborg Scholz, Jaester Naefe und John Pauls-Harding sehen wir in den Hauptrollen. * Das„Rolandtheater“ zeigt„Pique Dame“, eine Begebenheit, die sich um 1806 in Petersburg zuträgt. Wir werden in die Spielhöllen geführt, in denen Leidenschaft und Geldsucht triumphieren. Puschkins Novelle diente diesem Film zum Vorwurf. Reichtum verheißt„Pique Dame“, das Geheimnis eines Kartenspiels, allen Kennern. Gnadenlos ist das Spiel, dem ein Rittmeister zum Opfer wird. Der Bildstreifen erzeugt höchste Spannung. Groß die Darsteller: Anton Waalbrok, Edith Evans und Ronals Howard. keimiscke Ipcnt FE Schalke 04 in Schwerte! Schon einmal bereitete VfI. Schwerte der heimischen Sportwelt mit Schalke 04 ein besonderes Erlebnis. Im Sommer 1949 stand die alte Deutschmeisterelf den Vflern gegenüber. Mit 3:1 blieben die Schalker seinerzeit in der Kampfbahn Schwerte-Ost über den Schwerter Bezirksligisten siegreich. Trotz dieser Niederlage lieferte VfI damals ein gutes Spiel, in dem alle Zuschauer begeistert waren. Diesmal werden die Schalker mit einer stärkeren Mannschaft in Schwerte antreten, so daß die Einheimischen schon alles aufbieten müssen, um ehrenvoll zu bestehen. VII. tritt in altbewährter Aufstellung an: Jäcker, Steinke-Neurath, BeckerPfeffer-Schütte, Angelkorte, Dannenberg- Köchling I- Köchling II- Riehl. Ersatz: Geisel. Anstoß: 19 Uhr Sportplatz Schützenhof. Im Vorspiel treffen sich die Schülermannschaften von VII. Schwerte und Tus Schwerte-Ost. * Klachtennie VII. Schwerte I. im neuen Spieljahr Landesligist Wie wir kurz erfahren, wurde auf eines Landestagung des Tischtennisverbandes Nordrhein-Westfalen festgelegt, daß die I. Mannschaft des VfI. Schwerte in der kommenden Spielzeit der Landesliga zugeteilt wird. Diesen Platz haben sich die VILer auf Grund der überlegenen Spielweise in der hiesigen Bezirksklasse, bei der sie nur 2 Mal unglücklich an SV Hohenlimburg 10(zwei 4:5-Niederlagen, im letzten Satz endschieden) scheiterten, ehrlich erkämpfl, Kebekus, Leutert, Bloch usw. werden also demnächst gegen größere Gegnen anzutreten haben und dann unter Beweis stellen, daß Schwerte eine tischtennisfreudige Stadt ist. * Die Stadtmeisterschaft für die VIL-Schachfreunde Nach einem zu erwartenden harten Kampfe schlugen die Schwerter Schachfreunde Westfalia Dortmund mit 4½4 3½ Punkten und brachten somit den Titel eines Stadtmeisters von GroßDortmund erstmalig nach Schwerte. Obwohl es anfangs durch die Niederlagen von Bedenbender und Hoßfeld nicht rosig für die Schwerter aussah und Honsberg remis spielte, holten nacheinander Schlesinger, Appel, Nolte und Dräger in zähem Ringen ihre Punkte und stellten somit den Sieg sicher. Nachdem dieser sicher stand, kapitulierte auch Olszewski. Zur Meisterschaft herzlichen Glückwunsch! Die unneimliche Nacht Einer wahren Begebenheit nacherzählt Schwerte. Das Leben variiert zwischen Lust und Leid. Oft ist beides in einer Stunde vereint. Wie der Weg von der Hochzeitstafel in den Tod führen kann, erzählt uns Rektor i. R. Albert Breuking nach einer Begebenheit, die sich vor vielen Jahren zugetragen hat.* Im Hause des Kaufmanns J. feierte man die Hochzeit der ältesten Tochter Else mit dem Ingenieur W. Hoch gingen die Wogen festlicher Freude und Lust, und als in vorgerückter Stunde sich die Jungvermählten zurückzogen, blieb man noch lange im trauten, gemütlichen Beisammensein vereint. Besonders unter dem jungen Volk herrschte ausgelassenste Feststimmung, und frohes Lachen, Kiechern und Scherzen erscholl von dem Ecktisch herüber, an dem die Jugend sich niedergelassen hatte. Allerlei Gesellschaftsspiele gaben Anlaß zu witzigen Einfällen, heitere Vorträge, musikalische Darbietungen ließen die Stunden schnell entschwinden. Als dann zur Mitternachtsstunde „Tischrücken“ vorgeschlagen wurde, um die Geister zu zitieren, löste dieser Vorschlag ein lebhaftes Für und Wider über Geistererscheinungen, Spukgeschichten etc. aus. Wenn auch die meisten Gäste derartige Dinge, weil der Vernunft widersprechend, als spiritistischen Unfug ablehnte, so gab es doch einige, die die Möglichkeit mancher Erscheinungen zugaben, noch andere bekannten sich als lberzeugte Anhänger jener Richtung und nichten durch Beispiele eigener Lebensurfahrung ihre Ansicht zu verteidigen. Unten den Gegnern befand sich auch ein Fräulein F., eine entfernte Verwandte der Braut, die am lautesten den Hokuspokus, wie sie die Geisteslehre nannte, verspottete und dagegen eiferte. Um zu beweisen, wie wenig sie die Geister fürchtete, erbot sie sich, jetzt, zur Mitternachtsstunde, allein über den Kirchhof zu gehen, dort eine Viertelstunde zu verweilen und eine Handvoll Erde von einem frisch aufgeworfenen Grabe mitzubringen. Ihr Anerbieten wurde mit lautem Jubel begrüßt und löste lustiges Gelächter und Spottreden aus über den vermeinten trefflichen Witz. Dadurch in ihrem Ehrgefühl gekränkt, stand die junge Dame kurz entschlossen auf und erklärte:„Nun erst recht. ich werde Ihnen beweisen, daß ich mich nicht fürchte. Herrn Kaufmann H. erlaube ich, mich bis zum Kirchhof zu begleiten, um als Zeuge für mich einzutreten. In einer halben Stunde sind wir wieder zurück". Sie ergriff Hut und Mantel und eilte hinaus. Hatte man erst ihre Worte scherzhaft aufgefaßt, so wurde man nun eines anderen belehrt und erging sich in lebhafter Entrüstung über das Törichte, ja geradezu Gefährliche eines solchen Beginnens, weniger gefährlich wegen der spukenden Kirchhofsgeister, als aus Gründen der Straßenunsicherheit bei nächtlichem Aufenthalt auf einsamen Wegen. Kaufmann H., unfreiwillig zum Ritter und Begleiter bestimmt, mußte wohl oder übel sein Schützeramt antreten. Er gehörte nicht gerade zu den Mutigsten, schwelgte lieber hinter vollen Tafeln und bezeichnete das Vorgehen und Ansinnen, die junge Dame zum Kirchhof zu begleiten, als Weinlaune und hirnverbrannte Idee. Innerlich das Abenteuer verfluchend, das ihn aus froher Zecherrunde auf die unsichere Straße trieb, stolperte er zur Tür hinaus, um zu versuchen, Fräulein F. von ihrem Vorhaben abzubringen. Doch alles Zureden war umsonst, und mißmutig und verstimmt, auf ihr Geplauder kaum eingehend, trottete er neben ihr her. Daß er in der Eile seinen Hut vergessen, kam ihm erst jetzt zum Bewußtsein und trug nicht gerade zur Besserung seiner Laune bei.„Herrn Kaufmann H. erlaube ich, mich zum Kirchhof zu begleiten“. Wie vornehm ausgedrückt. Um seine Zustimmung und Einwilligung wurde man überhaupt nicht gefragt. Was sich die jungen Damen heutzutage nicht alles herausnehmen. Leider galt es, gesellschaftliche und geschäftliche Rücksichten zu nehmen, sonst wüßte er Besseres zu tun, als sich unnütz in nächtliche Abenteuer zu stürzen. Am Kirchhof angekommen, lehnte Fräulein F. jede weitere Begleitung ab, bat ihn, auf ihr Wiederkommen zu warten und schritt dann beherzt unter den dunklen Bäumen den Kirchhofsweg entlang dem Grabe zu. War sie wirklich so mutig und furchtlos, wie sie sich äußerlich gab und stellte— er bezweifelte es sehr— jedenfalls bebte auch ihr Herz in Furcht und Angst. Kaum konnte er die Zeit ihrer Rückkehr erwarten, denn ihm war an der Kirchhofsmauer jämmerlich zu Mute.„Einmal und nicht wieder“, kam es von seinen Lippen,„wie konnte ich Esel nur auf den Unsinn hereinfallen! Die anderen sitzen beim kühlen Wein und lachen mich aus. Hol der Teufel die gones Gasellschatt, ich wonde. Horch, was war das? Kam's da nicht leise über den Weg geschlichen, gerade auf ihn zu? Furchtsam duckte er sich nieder an der Kirchhofsmauer, die etwas Schutz bot. Bange Minuten verstrichen, doch es ging vorüber. War's ein Trugbild seiner erregten Phantasie oder trieb der Wind im Laub sein loses Spiel? Die Minuten wurden ihm zu Stunden. Fräulein F. mußte doch längst wieder hier sein. Er sah zur Uhr. Erst zehn Minuten verflossen. Wie langsam doch die Zeit verging. Da, auf einmal ertönten durch die nächtliche Stille vom Kirchhof her schrille Angst- und Schreckensrufe: „Zur Hilfe! Zur Hilfe!“ Dann ein dumpfer Fall und dann wieder lautlose Stille. Vor Entsetzen standen ihm die Haare zu Berge. Was war geschehen? War's ein frivoler Scherz von Fräulein F., war sie überfallen worden oder hatten gar Geister ihre Hand im Spiele? Wo war sie geblieben? Vorhin hatte er doch ihr helles Kleid noch zwischen den Büschen schimmern sehen. Leise rief er ihren Namen, angstvoll horchte er hinüber. Als auf wiederholtes Rufen keine Antwort erfolgte, faßte er sich endlich ein Herz und schritt den Kirchhofsweg entlang, sie zu suchen. Drei Schritte vor dem offenen Grab fand er sie wie leblos am Boden liegen. „Nun hab' ichts satt! Jetzt stehen Sie sofort auf und gehen mit nach Hause. Ich habe keine Lust, weiter Komödie zu spielen“, kam's zornig und bebend von seinen Lippen. Doch die vor ihm Liegende regte sich nicht. Da beugte er sich nieder, ihr beim Aufstehen behilflich zu sein, faßte ihre Hand und— fühlte die Kälte des Todes. Neues Grauen schüttelte ihn. Gab es denn wirklich Geister, die hier ihr Wesen trieben und Fräulein T.—er moche den Gedanken nicht ausdenken. Vielleicht war’s nur eine Ohnmacht, die ihr umfangen. Behutsam fühlte er ihren Puls, er schlug nicht mehr, betastete ihre Stirn, eie war feuchtkalt. Er hielt eine Tote im Arm. Kaltes Entsetzen durchrieselte seine Glieder. Konnte ihm nicht Ahnliches passieren an diesem abgelegenen Ortes Angstvoll irrten seine Augen umher. Mit aller Macht sich zur Ruhe zwingend, versuchte er die Tote aufzurichten. Doch, was war das? Soviel er sich auch bemühte, es erfolgte stets von der andern Seite ein Gegenzug, als ob unsichtbare Geisterhände die Tote festzuhalten suchten. Da war's um seine Selbstbeherrschung geschehen. Die Leiche fallen lassend, rannte er, wie von Furien gejagt, den Weg zurück und verbreitete durch, sein verstörtes Aussehen, noch mehr aber durch seine Worte, Furcht und Schrekken im Hochzeitshause. Schnell eilten einige beherzte Männer mit Lichtern auf den Kirchhof und fanden seine Aussage bestätigt. Ihnen blieb die traurige Pflicht, die Tote heimzuschaffen. Die Hochzeitfeier nahm ein jähes Ende. Und was war die Ursache ihres Todes gewesen? Eine Brombeerranke hatte sich in ihrem Kleid verfangen und sie zurückgehalten. Dieses Festhalten hatte jedenfalls den Gedanken einer menschlichen Berührung in ihr aufkommen lassen und in Todesschreck— Ort und Zeit hatten vorbereitet— war sie einem Herzschlag erlegen. Herausgeber und alleiniger Inhaber: Linner. Verlag Schwerter Zeitung Linner vorm. Carl Breus. Schriftleitung. Heinr. Schwarzkopf. Druck: Verlagsdrudteres Hans Linner vorm. Casl Draus. leitung: Hane Linner, Schwerte. Unser Stammhalter ist da! In dankbarer Freude Else jung geb. Steinschulte Gustav lung Schwerte(Ruhr, den 12. Juni 1950 Kampstraße 22 euft Gaden! Ihre Vernjählung geben bekannt: Werner Schmidt Lieselotte Schmidt geb. Schulze Schwerte(Ruhr), den 16. Juni 1950 Hagener Straße 27 Heute, 19 Uhr, entschlief plötzlich und unerwartet, versehen mit den heil. Sterbesakramenten der katholischen Kirche, mein lieber Mann, unser lieber Onkel, Bruder und Schwager lohann Staat im Alter von 84 Jahren. In tiefer Trauer: Lina Staat, z. Zt. Kath. Krankenhaus Familie Lehrmann Familie Vieler. Schwerte, den 11. Juni 1950. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Juni 1950, um 15 Uhr von der Kapelle des evgl. Friedhofes aus statt. Das feierliche Seeienamt ist am gleichen Tage um 8 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche. Die Flumamen der Gemarkung Schwerte mit einer Lagekarte in Heftform, 36 Seiten, zum Preise von DA1—.60 erhältlich in der SCHREIBWARENHANDLUNG HANS LINNER vorm. C. Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstraße 3-5 Morgen, Donnerstag, 15. Juni um 19 Uhr spricht in giner Freikundgebung auf dem Postplat: Wirtschaftsminister Prof. Dr. Erik Nölting Die Bevoikerung wird herzlichst eingeladen. SPD Ortsgruppe Schwerte Eröffnung Unsern Freunden und Bekannten geben wir zur Kenntnis, daß wir am Freitag. dem 16. Juni unsere renovierte GA STSTATTE wieder eröffnen. Für gute Speisen und Getränke sorgt in altbekannter Weise Heinrich Schürmann und Frau Westhofener Brücke Der richtige Weg Kleine Anzeigen in der „Schwerter Zeitung“ Sparen Sie Zeit, Geld und nutzlose Versuche! Benutzen Sie bei Kauf, Verkauf, Mietgesuchen, Vermietungen, Heiratsgesuchen ferner bei Fund- und VerlustAnzeigen usw. stets die— in Ihrer Heimatzeitung, der Schwerter Zeitung BROFFNUNG Hiermit gebe ich bekannt, daß ich mein HERREN-FRISORGESCHAFT in Schwerte, Poststraße 6 wieder eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, durch gute Arbeit meine Kundschaft zuriecen zu stellen. W7 861 August wöste Nordwestdeutsche Klassenlotterie Es ist Zeit zur Erneuerung der Lose für die 5. Klasse der 4. Lotterie Ziehung am 27. und 28. Juni 1950 Schreibwarenhandlung- Bürobedarf H. LINNER vorm. C. Braus SCHWERTE, Große Marktstraße 3—5 Seitn ud- Reisen... Das Neueste aus der Heimat berichtet Ihnen auch im Urlaub das Heimatblatt, die „Schwerter Zeitung“. Vergessen Sie daher nicht, die„Schwerter Zeitung“ zur Nachsendung umzubestellen. Centrifugen Buttermaschinen veischöllderpapler bei ch Ihre uverlässigen Reisebegleiter Steinschucte Biete eine 3-Zimmerwohnung in Holzen, suche 2-3-Zimmerwohnung in Schwerte. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dies. Ztg.(872 Hauptbahnhofsgaststätte, Schwerte(Ruhr) Das Haus der guten Küche, der gepflegten Getränke Rinderherz in Rotwein 1.20 geschmorte Nieren 1.50 Marten.-Tahrräder, ersitlasste sehr preiswert, größte Auswahl, günstige Ratenzahl. m. Garantie Göiaun Gefef Schwerte, düührstrate 1. Tel. 1127 Ileiller Kleiderschrank, zweitürig, mit Schublae und weiße Bettstelle mit Sprungfedermatratze, zu verkaufen: Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Freitag, den 16. Juni 1950, 20 Uhr, spricht in einer EDU- Wamversammann im„Deutschen Haus“, Schwerte, Bahnhofstraße Frau Dr. Steinbiss, Bielefeld über das Thema „Die Sozialpolitik der CDU“ Gleichzeitig stellt sich der Kandidat des Wahlkreises 118 Bürgermeister Steilberg, FDP vor. CbU-Ortsunion Schwerte Amt Ergste 800 JAHRE HENNEN unnmuesenenmeenüisensennemeeensmnd! Berichtigter Wunsch Rheinen. Mitten durch Rheinen führt ein sehr ausgefahrener Weg. Die Schulkinder, die ihn allmorgenlich passieren müssen, schimpfen oft tüchtig, denn im Frühjahr und Herbst ist der Weg durch Furchen und Pfützen nicht gerade angenehm zu passieren. Auch wir haben ger einiger Zeit auf diesen Uebelstand Hingewiesen. Und nachdem für Hennen nien im Jubiläumsjahr Verpflichtungen Goder Art aufgetaucht sind, hat man nuch das Wegenetz mit einbegriffen. Auch diese Straße in Rheinen soll werden. Man fuhr Non danen daete Jiche in dboern 61. deutlich ersichtbar: es soll etwas geschehen. Aber wann? Das ist die große Frage. Denn bis jetzt liegen die Steinhaufen nur hübsch breit und dick am Wege und gefährden abends den StraBenverkehr. Wir wollen hoffen, daß diese Schottersteine bald die Straße bedecken, und auch, daß eine Walze kommt und die Steine festwalzt. Denn auf die Dauer ist ja eine lose Schotterdecke auch nicht das Richtige. Wenn schon, denn schon! Aber jedenfalls: der Anfang ist gemacht. Nur Vertrauen! Es wird sich noch alles bessern! Bei den Straßen in Rheinen fängt die Besserung jedenfalls schon an.-er. SC Hennen— SG Unna 5:2 Anläßlich der 1000-Jahrfeier in Opnile Gelich, olansckachaltiche untragbaren Waldvernichtung und-zersplitterung. Forstgesetze, die dem Staat ein gewisses Aufsichtsrecht geben und waldzerstörende Maßnahmen verhindern, haben sich in vielen Ländern in Mittel- und Süddeutschland sehr bewährt. Nach dem zweiten Weltkrieg chaben die Forstverwattungen der Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und RheinlandPfaiz begonnen, ebenfalls Forstgesetze Neue Forstgesetse vorzuberetten. In Nordrhein-Westfalen shemals prauftischon z.ändionn gist bereits ein Gesetz zum Schutze des In den ehemals preußischen Landernyg...„„## 4 99#0 vversetantlicht. Wdatiche gthalhe dionnn— Gone anl. gewann in diesem Pokalspiel 5:2. In diesem Spiel hatte man den Hennenern wenig Chancen gegeben: Der 0:2-Rückstand beim Wechsel zeigte noch, daß der klassenhöhere Gegner leicht überlegen war. Trotz guter Leistung konnte Torwart Lipps, der u. a. einen Elfmeter hielt, diese Tore nicht verhindern. Die zweite Halbzeit brachte aber die entscheidende Wendung. und Landesteilen besteht für den Privatwald, da das langgeplente Reichsforstgesetzt nicht zustande kam, fastvöllige Freiheit in der Bewirtschaftung. So sind die Rodung von Watttflächen -Waides vom 26. 4. 1950 veröffentlicht. An Schleewig-Hoistein lag ein entsprechendes Gesetr dem Landtag am 24. April zur ersten Lesung vor. In anderen Ländern sind die Entwürfe, soweit und die Teilung und Veräußerung vonAbekannt, noch nicht über das Kebinett Wald nicht beschräckt. Deduurch berteht schineusgkommen.(OEWRA, Vedendunen ür Keltarche In Nordrhein-Westfalen wurden die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, um die Erstellung von Werkswohnungen für Land- und Forstarbeiter zu fördern, Bauherren, die mindestens 50 Prozent der Baukosten aus eigenen Mitteln oder privaten Anleihen aufbringen, können; den Rest aus Landesdarlehen erhalten. Es ist dabei besonders an den Um- und Ausbau bestehender Gebäude gedacht. Wettbewerb für Flimnachwuchs Anfang Juni werden durch alle Lichtspieltheater im Bundesgebiet und den Westsektoren Berlins Teilnahmescheine für einen Ftimnachwuchs-Wettbewert, kostönios ausgegeben. Dem Gewinner winkkt ein Preiplatz auf der Film-Akademie. Die Auebikdung umtaßt 4 Se