Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich dreimal(montags, mittwochs u. samstags). Bezugspreis monatlich 2.— DM(einschl. 30 Pfg. Trägerlohn). Postbezug monatlich 2.— DMf (einschließlich 27 Pfg. Zustellungsgebühr). Helmatblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Einzige in Schwerte gedruckte Zeitung Binneimummer 10 Pig.— Aunelgenpreion 11. Preisliste Nr. 1.— Druck und Verlag: Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftsstelle: Große Marktstraße Nr. 3—5. Ruf 2770. Postscheckkonto Dortmund 2852. zritisch-französischer Beratungsausschuß soll zugeschlagene Tür öffnen Seldman-Prosent-Sinnd Englund Notenwechsel ohne Ergebnis- Paris hielt an Bedingungen fest - e i t e r k l e r t e s i l r e r N i e S c h u m a n b l a n- V e r h a n d Bundespolizei soll nur eine Stärke don-Tanltausend-Mann-Raben Petersberg hält keine Ausspruche mehr mit Bundesregierung Floue Diichs ir sei In London und Paris befaht man sich mit der Möglichceit der Bildung eines britisch-französischen Beratungsausschusses, dessen Aufgabe es sein soll, England, das sich am Wochenende zu den in Paris für Mitte Juni vorgesehenen Besprechungen über den Schuman-Plan nicht Bereit erktarts, Ober aie Scioharpier-Vh.. lungen zu unterrichten. Diplomatische Kreise erwarten, daß es vielleicht doch noch gelingen werde, Grohbritannien zu einem späteren Zeitpunkt an den Konferenztisch zu bringen. dmt London, 5. Juni Der 3. Juni 1950 wird in die Geschichte des werdenden Europas als ein uistorischer Tag eingehen. Am Mittag lieses Tages fiel die Entscheidung: Frankreich, Italien, Deutschland und ile Benelux-Staaten erklärten in einem Kommuniqué ihre Bereitschaft zur Teilnahme an der Schumanplan-Konferenz, die vermutlich am 20. Juni in der französischen Hauptstadt zusammentreten wird. Die Tage vorher standen im Zeichen eines dramatischen Notenwechsels zwischen der britischen und der französlschen Regierung. Das Ergebnis dieses Meinungsaustausches war, daß Großbritannien den vorgesehenen Besprechungen fernbleiben wird, nachdem die französische Politik alle britischen Versuche zur Anderung der ursprünglichen Initiative abgelehnt hat. Frankreich war entschlossen, nur mit Ländern zu verhandeln, die im Grundsatz die zwei grundlegenden Prinzipien des Schuman-Plans billigen: die Zusammenlegung der Kohle- und Stahlindustrie und die Bildung einer internationalen Behörde, deren Entscheidung sich die Teilnahmeländer zu fügen haben. Enttäuschte Stimmung in London Die Ereignisse in Paris haben in London wie eine Bombe eingeschlagen. Offenbar hatte man in politischen Kreisen dem Kompromißvorschlag des Foreign Office größere Chancen zugemessen und die Entschlossenheit der französischen Regierung, ihren Plan unter keinen Umständen verwässern zu lassen, nicht ernst genug genommen. Am Sonntag ist Premierminister Attlee nach einem einwöchigen Urlaub wieder in der Hauptstadt eingetroffen. Wenn man die Stimmung in London auf eine kurze Formel bringen soll, so müßte diese lauten: Bittere Enttäuschung. Die Sonntagspresse— einschließlich der konservativen Blätter— stellte sich im allgemeinen auf der ganzen Linie hinter die Regierung.„Sunday Chronicle“ begrüßt den Beschluß der Regierung,„die Unterzeichnung eines BlankoSchecks“ abzulehnen. Auch„Sunday Expreß“ begrüßte den Entschluß der Regierung:„Schuman will, daß Großbritannien dem Empire den Rücken dreht und die Fesseln des europäischen Zusammenschlusses blindlings auf sich nimmt. Das Projekt ist gefährlich, es muß unwiderruflich und unumwunden abgelehnt werden“. Mit ähnlichen Argumenten operieren andere Blätter. Nur„Sunday Dispatch“ kritisiert die„eigensinnige und phantasielose“ Haltung der Regierung. Krheid! Siöne Kountion-Bewahlt „Die Betriebsgemeinschaft im Westen keine Zwangsanstalt“ dpa Düsseldorf, 5. Juni Ministerpräsident Arnold rechtfertigte am Sonntag in einer Wahlkundgebung in Essen seine Politik der großen Koalition: Wenn es in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen keinen permanenten Zustand von Streik, Verwilderung und Verhetzung gesehen habe, sondern einen wachsenden Willen zur Ordnung, so sei das auf die ehrliche Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und allen Berufsschichten, nicht zuletzt der Gewerkschaften, zurückzuführen. Die große Koalition habe sich hier durchaus bewährt. Der Vorschlag Schumans, so erklärte Arnold, habe das Ziel, den Lebensstandard der Arbeiterschaft zu heben. Die Betriebsgemeinschaft an Rhein ur Ruhr dürfe keine Zwangsanstalt sein, wie sie der Staatskapitalismus in Kolchosen und volkseigenen Betrieben verwirkliche, aber auch kein Rückfall Sonntagsrückfahrkarten sind jetzt auch für D-Zuge gultig Für 250 Mark in der 3. Klasse und 325 Mark in der 2. Klasse wird die Bunjesbahn am 1. Juli Monatskarten einführen, die auf allen Bundesbahnstrecken ohne Zuschlag gelten. Auch Fernschnellzüge und Fernschnelltriebwagen können mit dieser allgemeinen Netzkarte zuschlagfrei benutzt werden. Mit sofortiger Wirkung können auch FD-Züge mit Sonntagsrückfahrkarten benutzt werden. Nur in Fernschnelltriebwagen und Luxuszügen sind sie nicht gültig. * Der Kartoffelkäfer bedroht nun auch die Kartoffelernte in den westösterreichischen Bundesländern. Der Schädling soll aus Bayern eingewandert sein. Die sowJetamtliche„Oesterreichische Zeitung“ behauptet, daß die Amerikaner den Kartoffelkäfer in Europa verbreiten, um ihnen den Export ihrer Kartoffelüberschüsse zu ermöglichen. * Das indonesische Abgeordnetenhaus hat die Regierung aufgefordert, die Initiative zur Einberufung einer Konferenz aslatischer Länder über Vietnam zu ergreifen. Wegen Diebstahl von 80 000 Textilpunkten wurden drei leitende Angestellte einer staatlichen Textilhandlung in Karlsbad zu Zwangsarbeit von drei bis sechs Jahren bestraft. * Der 4300 Meter hohe Mauna Lor auf Hawal, der als der größte Vulkan der Welt gilt, ist wieder tätig. Der junge Heidelberger Komponist Hans Werner Henze hat das Ballett„Jack Pudding“ vollendet, das In Heidelberg seine konzertmäßige Uraufführung erleben soll. Die brasilianische Militärmission in Deutschland, die seit Kriegsende die Interessen Brasiliens bei der alliierten Kontrollkommission wahrnahm, ist nach Rio de Janeiro zurückgekehrt. Ihre Aufgaben sind auf die diplomatische Vertretung Brasiliens in Bonn übergegangen. * In Brasilien sind jetzt Stierkämpfe erlaubt. Das Gesetz, das öffentliche Stierkämpfe verbietet, wurde entsprechend abgeändert. Der erste Stierkampf nach spanischen Regeln soll bereits im Juli stattfinden. * Ein Schadenfeuer, durch die Explosion einer Lötlampe verursacht, richtete in Südwestafrikas Haupthafen Walvisbay einen Schaden von etwa 50000 Pfund Sterling(rund eine halbe Million DM) an. Betroffen wurden die Reparaturwerften für den antarktischen Walfischfang. * Paul Hindemith wird während seiner diesjährigen Deutschlandreise bei einem Konzert in Baden-Baden die Uraufführung von zwei neuen Werken— einem Hornkonzert und einem Konzert für Holzbläser, Harfe und Orchester— dirigieren. Ein neuartiger Film, der sowohl bei größter arktischer Kälte als auch bei hoher tropischer Hitze einwandfreie Ergebnisse liefert, wurde vor kurzem nach zweijähriger Forschungsarbeit von amerikanischen Wissenschaftlern vervollkommnet. * Der Südwestfunk will in Südbaden und In Südwürttemberg ein Netz von fünf UKW-Sendern einrichten. eine Kartellpolitik, die die Produktion künstlich drossele, um höhere Gewinne zu erzielen. Ministerpräsident. Arnold wandte sich gegen einen Vorwurf des Bundesverkehrsmnisters Dr. Seebohm, er treibe im Bundesrat eine ständige Opposition gegen die Bundesregierung. Konservative verlangen Schumanplan-Debatte dmt London, 5. Juni. Obwohl die konservative Sonntagspresse— wie stets bei schwerwiegenden politischen Entscheidungen— den ablehnenden Entschluß der englischen Regierung begrüßt, herrscht noch in parlamentarischen Kreisen der konservativen Partei Unzufriedenheit über den Gang der Dinge. Wie verlautet. werden die Konservativen am 13. Juni, wenn die Parlamentssitzungen wieder beginnen, nach einer Debatte über dieses Thema verlangen. Jedoch ist nicht beabsichtigt, der Labour-Regierung eine Abstimmungsniederlage beizubringen. Rom: Kußerst schwerwiegende Entscheidung dmt Rom, 5. Juni. Die Entscheidung Englands, sich nicht an der SchumanPlan-Konferenz zu beteiligen, wird von der römischen Zeitung„Tempo“ als äußerst schwerwiegend bezeichnet.„Die Politik Londons war schon bisher reichlich zweideutig. Die englische Regierung hat auf einem weiteren Gebiet den Rückzug aus Europa angetreten, nachdem sie bereits dem Europarat und der OEEC gegenüber ziemlich laue Gefühle bewiesen hat.“ dmt Bonn, 5. Juni Die Meldung der englischen Sonntagszeitung„Sunday Dispatch“, daß noch in dieser Woche eine Mitteilung der Alllierten über die von Dr. Adenauer beantragte Bundespolizei erscheinen solle, wird in Bonn unter Hinweis auf die Verlautbarungen kommentiert, die während des Wochenendes von britischer, amerikanischer und französlscher Seite herausgegeben wurden. Die britische Zeitung glaubt zu wissen, daß an Stelle der von der Bundesrepublik für notwendig gehaltenen 25000 Mann nur fünftausend Mann bewilligt werden würden. Diese sollten jedoch mit automatischen Waffen ausgerüstet werden. Demgegenüber heißt es in einer Mitteilung von amerikanischer Seite, die neue Polizei dürfe nur Pistolen und Gummiknüppel haben. Sie sei nur zum Schutz der Bundesorgane— quasi als lokale Bonner Schutzgruppe— gedacht und werde keinesfalls militärähnlichen Charakter haben. Von französischer Seite war vorgeschlagen, anstatt einer zentral gelenkten Polizei lieber eine Verstärkung der Länderpolizei in Kauf zu nehmen. Nach Informationen vom Petersberg dürfte entgegen anderen Meldungen vor der endgültigen Entscheidung der Westmächte keine Aussprache mit der Bundesregierung mehr stattfinden. Fuchs-Verhöre abgeschlossen dpa London, 5. Juni. Die beiden Beamten der amerikanischen Bundeskriminalpolizei, die den britischen Atomphysiker Dr. Klaus Fuchs in seinem Londoner Gefängnis nach weiteren Einzelheiten über den sowjetischen Spionagering verhört hatten, flogen wieder nach New York zurück. Vor ihrem Abflug deuteten sie die Möglichkeit an, daß sie noch einmal nach London zurückkommen. Bevin wurde operiert dpa London, 6. Juni. Der britische Außenminister Ernest Bevin wurde am Sonnabend erneut operiert. Bevin war am Dienstag erneut ins Krankenhaus gegangen. Im vergangenen Monat wurde er bereits einmal operiert, um Hämorrhoiden zu entfernen. Diesmal handelt es sich um eine Fistel. Im Anschluß an seinen Krankenhausaufenthalt will Berin Urlaub nehmen. Stürmischer Wahltag in Tokio dmt Tokio, 5. Juni. Trotz des Verbots, während des Wahltages in Japan öffentliche Kundgebungen zu veranstalten, kam es in Tokio am Sonntag zu Protestaufmärschen der Kommunisten. Eine große Anzahl von Verhaftungen war das Ergebnis dieses Tages. Wie Ministerpräsident Joshida im Rundfunk ankündigte, geht die Regierungg mit dem Gedanken um, die komntunistische Partei zu verbieten. Ein liberaler Kandidat wurde am Wahlsonntag verhaftet, weil er seine Wählerschaft bestochen haben soll. Insgesamt wergen 132 von den 250 Abgeordneten des Oberhauses neu gewählt. Die versöhnnens-Stimmung Kalt an Mitbestimmungsgesprüch wird Freitag in Bonn fortgesetzt dmt Bonn, 5. Juni Ende der vergangenen Woche trafen sich Vertreter der Unternehmer und Gewerkschaften zum zweiten Male in Bonn, um unter Vorsitz des Bundesarbeitsministers Storch einen Ausgleich im Problem der innerbetrieblichen Mitbestimmung zu suchen. Das Bonner Gespräch wurde zum zweiten Mal, diesmal auf kommenden Freitag, vertagt. Nach der letzten Bonner Sitzung war mehr als je zuvor der Wille aller Beteiligten erkennbar, dieses Problem auf wirtschaftlicher und nicht auf politischer Ebene zu lösen. Der Einigungswille ging so weit, daß sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bereit erklärten, notfalls in ein„Konklave“ zu gehen, um den Fragenkompler ungestört einer Lösung zuzuführen. Diese Bereitschaft nach zwei langwierigen Sitzungen dürfte nur dadurch zu erklären sein, 50 Julie irassischer Selungenschaft Mit 75 Jahren wieder in der Heimat— Im 1. Weltkrieg vermißt dpa Herzberg, 5. Juni Nach dreißigjähriger Gefangenschaft in Sowjetrußland kehrte jetzt der ehemalige Weber Ludwig Apel nach Herzberg zurück. Er war im ersten Weltkrieg als im Osten vermißt gemeldet und wurde als tot betrauert. Apel, der inzwischen 75 Jahre alt geworden ist, hat bis auf ein Kind alle Angehörigen verloren. Den heimgekehrten Mann mit Zyankall vergittel dmt Heilbronn, 5. Juni. Frau Hilde Heller wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Sie hatte ihren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Mann mit Zyankali vergiftet. Mutter bittet um Gnade für Mörder ihres Sohne: dmt Mülheim, 8. Juni. In einem Onadengesuch hat die Mutter des von dem britischen Soldaten Lindsell ermordeten deutschen Polizeimeisters Reith den englischen König gebeten, das gegen den Mörder gefällte Todesurteil nicht zu vollstrecken. Seinen Angehörigen solle das Leid erspart bleiben, das sie durch den Tod ihres Sohnes zu tragen habe. Lindsell hatte in der Nacht zum 1. April fünf Schüsse auf einen vorbeifahrenden Wagen abgefeuert und den Polizeimeister tödlich getratten. Das Lied der Volkspolizei dpa Berlin, 5. Juni. Zum fünften Jahrestag der Volkspolizei in der Sowjetzone schenkte ihr der Dichter Kurt Bartel das„Lied der Volkspoltzei“. Darin heißt es nach der amerlkanischen„Neuen Zeitung“:„Das weite Land gehört dem Volk, das tiefe Meer und meine Hand gehört dem Volk und mein Verstand und mein Gewehr gehören dem Velk“, daß die bisherigen Gespräche die Chance einer endgültigen Einigung erkennen ließen. Der Arbeitsminister ist davon überzeugt, daß seine Konzeptionlösung des Problems durch die Beteiligten richtig ist. Kein Bundessender in Bonn dmt Bonn, 5. Juni. Vom Bundesinnenministerium wurden Gerüchte zurückgewiesen, denen zufolge die Bundesregierung die Errichtung eines eigenen Bundessenders plane. de Gasperi kommt nach Deutschland dpa Rom, 5. Juni. Der italienische Ministerpräsident de Gasperi hat eine vom„Wirtschaftsbeirat der CSU“ in Bayern ausgehende Einladung zu einem Deutschlandbesuch angenommen, wie der bayrische Wirtschaftsminister Dr. Hans Seidel dem DPA-Vertreter in Rom am Wochenende mitteilte. Füntzig Hundertjährige trafen sich am Hermannsdenkmal dmt Detmold, 5. Juni. Auf Einladung des Regierungspräsidenten trafen sich am Hermannsdenkmal am Wochenende etwa 50 hundertjährige Einwohner des Regierungsbezirks. Die älteste Teilnehmerin war die 102jährige Maria Rahde aus Halle in Westfalen. 2800 Grenzgünger in Giehen dpa Gießen, 5. Juni. Das Auffanglager Gießen hat im Mai 1009 Sowjetzonenflüchtlingen Asylrecht für die Bundesrepublik zugesprochen. 1810 illegale Grenzgänger wurden zurückgeschickt. 111 Männer und vierzehn Frauen kamen aus dem Uranbergbau. Brot wird nicht teurer Schüffer sprach in Hagen dp Hagen, 5. Juni. Bundesfinann. minister Schäffer sagte in einer CDUKundgebung in Hagen, daß vom 1. Juli dieses Jahres an auf allen Gebieten die Subventionen eingestellt werden. Auf dem Ernährungssektor werde dadurch keine Brotpreiserhöhur; eintreten Ein Stuhl bleibt frei Das Ergebnis der dramatischen Entwicklung in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche ist, daß zum erstenmale seit 1945 England und Frankreich in den entscheidenden Fragen Westeuropas verschiedene Wege gehen. Zum erstenmale hat sich die französische Politik zu einer Selbständigkeit gegenüber dem historischen Alliierten entschlossen, die man— so will es scheinen— auch in London kaum für möglich gehalten hatte. Noch am Sonnabendvormittag hatte der englische Botschafter in Paris einen neuen Kompromißvorschlag überbracht, der eine gewisse Sonderstellung erhalten und somit seine Teilnahme an der am 20. Juni beginnenden Konferenz sicherstellen sollte. Aber Paris lehnte ab. Man war fest entschlossen, die Konferenz als Besprechung über die praktische Durchführung der Ideen von Monnet und Schuman zu starten und zu verhüten, daß sie in unverbindliche Diskussionen und in ein breites Bett uferloser Projekte einmündete. Man bestand darauf, daß die teilnehmenden Staaten auf ihre Sonderinteressen verzichten und auf die Freiheit, mit einem Einspruch jederzeit den Gesamtplan zu ändern. Deshalb das starre Festhalten an der ursprünglichen Formel, die die französische Diplomatie nur insofern ändern wollte, als sie— kaum mehr als eine Höflichkeit— an die Stelle des Wortes„verpflichten“ das Wort„festlegen“ setzte. Psychologisch scheint auch das Vorgenen der französischen Diplomatie eine gewisse Verhärtung des englischen Standpuktes herbeigeführt zu haben. Man schätzt es in London nicht, wenn wichtige Dinge forciert werden und wenn man— quasi ultimativ— vor die Entscheidung gestellt wird: Annehmen oder Ablehnen. Es ist nun einmal Tradition der britischen Diplomatie, Entwicklungen, deren Richtung oder Tempo nicht ins Konzept paßt, dadurch zu beeinflussen, daß man eine freundliche aber unverbindliche Formel findet. Aber dafür hatte Schuman diesmal wenig Sinn. Mit oder ohne England— der Sonnabend vergangener Woche war ein für das Werden eines neuen Europas entscheidender Tag. Die sechs festländischen Teilnehmer an der kommenden Konferenz sind sich dieser Bedeutung wohl bewußt. Denn es ist klar: Wird einmal der tiefgreifende wirtschaftliche Umbau-Prozeß eingeleitet— das ist ja der Sinn des Planes— so gibt es kein Zurück mehr, wenn man nicht ein wirtschaftliches Chaos in Kauf nehmen will, das dem kranken Wirtschaftskörper Europas schlechthin nicht zuzumuten ist. Vom deutschen Standpunkt aus ist die Verwirklichung der Schumanschen Idee besonders deshalb zu begrüßen, weil Deutschland zum erstenmale nach dem Zusammenbruch von 1945 als gleichberechtigter Partner an einem internationalen Gespräch, bei dem er nicht um allgemeine Resolutionen geht. sondern um praktische und konstruktive Maßnahmen, deren Auswirkung heute noch nicht abzusehen ist. New Vork Times: Eine schlechte Stimmung entslanden dmt New Vork, 5. Juni.„Es ist eine schlechte Stimmung entstanden, und zweifellos werden auch weitere harte Worte fallen. Dennoch ist nicht allzuviel verloren, wenn die Verhandlungen in ihrem Verlauf eine für London annehmbare Diskussionsgrundlage schaffen“, so schreibt die New York Times zu der in Paris entstandenen Situation. Schuhfan-Fian aden far-Haldahft Gemeinsame Kontrollbehörde für Westeuropas Luftverkehr dmt London, 5. Juni Eine überstaatliche Kontrollbehörde für die westeuropäischen Luftverkehrsgesellschaften schlägt das angesehene englische Blatt„Economist“ vor und wendet sich in diesem Zusammenhang gegen die Auffassung, daß man die deutsche Zivilluftfahrt 25 Jahre ausschalten könnte. Es sei durchaus zu überlegen, ob man nicht in eine solche, nach der Idee des Schuman-Plans organisierte europäische Bebörde auch eine deutsche Luftverkehrsgesellschaft, die mit ausländischen Maschinen fliege, aufnehmen solle, und zwar als gleichberechtigter Partner. Achtzehn Ballons werben für den Marshallplan dpa Paris, 5. Juni. Buntfarbige Ballons wurden in Paris als Teil einer Kampagne in die Luft gelassen, den Europäern den Marshallplan näher zu bringen. Der Präsident des OEEC-Rates, der holländische Außenminister Stikker sandte achtzehn Ballons mit einer Botschaft auf die Luftreise, in der es heißt: „So wie dieser Ballon frei über Städte und Länder fliegt, so werdien eines Tages die Handelsgüter über die Länder eines geeinten Europas dahinströmen“. Türkisches Kabinett erhält das Vertrauens-Votum dpa Ankara, 5. Juni. Die neue türkische Regierung Menderes erhielt nach zweitägiger Debatte über das Regierungsprogramm mit 232 gegen null Stimmen das Vertrauensvotum der Nationalversammlung. Die Opposition hatte vor der Abstimmung den Saal verlassen. Sie hatte das Regierungsprogramm als vage und unvollständig bezeichnet. * Japanische Generale und Admirale vor dem Kriegsgericht dmt Tokio, 5. Juni. Am Montag beginnt in Los Negros, einer Stadt auf den Admiralitäts-Inseln— BismarckArchipel— ein Prozeß gegen 95 Japaner, darunter drei Generale und drei Admirale, die an Grausamkeiten und an der Ermordung australischer Kriegsgefangener mitschuldig sein sollen. Holländische Bürgermeister kommen nach Burgsteinturt dmt Amsterdam, 5. Juni. Eine Reihe holländischer Bürgermeister und die Regierungskommissare zweier holländischer Provinzen werden am kommenden Donnerstag an einer zweitägigen Konferenz mit deutschen Bürgermeistern in Burgsteinfurt bei Münster in Westfalen teilnehmen. Höchstens 40 Schulkinder sollen in einer Klasse sein knd Fulda, 5. Juni. In einer Entschließung zum Abschluß der Tagung katholischer Lehrerinnen in Fulda wird auf die große Schwierigkeit hingewiesen, die durch die Raumnot der Schulen begründet wird.„Das Kernproblem der Schulreform— so heißt es darin— ist die Senkung der Klassenbesuchsziffer. Nur bei einer Meßzahl von höchstens vierzig Kindern pro Schulklasse kann die Schule dem Kinde gerecht werden“. Bei Hilfsschulen und Sonderschulen, so wird gefordert, soll die Klassenstärke allenfalls 25 Kinder erreichen. Poiens-Aiinee-Tösues Sowjonslelt Rokossowski leistete in einem halben Jahre ganze Arbeit pWien, 5. Juni Ein halbes Jahr ist vergangen, seit der sowjetische Marschall Rokossowski den Rock der Roten Armee auszog und zum Marschall von Polen ernannt wurde. Als Kriegsminister und Oberbefehlshaber der gesamten polnischen Streitmacht ist er zum Obersten Kriegsherrn des jungen Polen geworden. Mit der Reform des polnischen Verteidigungswesens sind die militärischen Ausgaben des Staates phantastisch in die Höhe geschnellt. Es handelt sich dabei nicht nur um das eigentliche Militärbudget, sondern auch um die verborgenen Zuschüsse für Verteidigungszwecke, die in den Etats des Verkehrsministeriums, Industrieministeriums und anderer Ministerien enthalten sind. Man könnte eine endlose Kette von Beispielen anführen, um die organisatorische Gleichartigkeit der Roten Armee und der neuen polnischen Streitmacht zu beweisen. Und mit jedem Tage kommen neue hinzu. Dabei ist die Umorganisation noch nicht einmal abgeschlossen; sie wird es erst an dem Tage sein, an dem alle polnischen Offiziere sich der Aufforderung der Regierung gebeugt haben,„freiwillig" an Kursen zur Erlernung der russischen Sprache teilzunehmen. Solche Kurse werden in sämtlichen polnischen Kasernen durchgeführt; ihre erfolgreiche Absolvierung ist die Voraussetzung für eine schnelle Karriere. Muß das Geld so knapp sein? über die Elastizitätsmöglichkeiten in der Wirtschaft Wenn man nach der Währungsreform einen bitteren Groll wegen der„verlorenen Groschen“, empfand, so kommt man nun langsam in eine„Wut über den verhinderten Groschen“. Wir sind in eine regelrechte Zahlungskrise hineingeraten, die nicht nur grotesk, sondern auch gefährlich ist. Da stehen auf der einen Seite Arbeitslose mit leeren Händen herum, und auf der anderen türmen sich die Wiederaufbau-Aufgaben, die die Phantasie ven Menschen mit Tatkraft und Initiative lebhaft beschäftigen. Dennoch gelingt es kaum, ein Mittel zu finden, das beide Dinge wirksam miteinander verbindet. Der nachfolgende Beitrag unseres Mitarbeiters untersucht die Gründe der Zahlungskrise. Dr. S. Hamburg, 5. Juni. Die öffentliche Hand bemüht sich heute — wie es in solchen Lagen im Sinne einer„Anregung“ angebracht ist—, konJunkturfördernde Maßnahmen zum Tragen zu bringen, aber die zur Verfügung gestellten Millionen kommen entweder überhaupt nicht beraus, oft genug viel zu spät oder in so unzureichender Menge, daß sie verpuffen. Politiker, Bankleute und Gelehrte streiten sich um die Gründe dieses Versagens. Inzwischen bekommen es die Amtsgerichte mit einer steigenden Flut von Zahlungsbefehlen zu tun. Man kann nicht alles mit der Kapitalarmut des Nachkriegsdeutschlands erklären wollen, oder mit der geringen Neigung des Auslandes, private Kredite in nennenswertem Umfange nach Deutschland zu geben. Kapitalbildungsfragen sind nicht nur Bankkapitalfragen, sondern in viel höherem Maße solche der Organisationskunst, der wirtschaftspolitischen Grundsätze, des technischen Fortschritts, der Stimmungslage der Wirtschaft usw. Kapitalbildung ist immer Verzicht auf direkten Verbrauch zum Zwecke der Wirtschaftserweiterung; es fragt sich allerdings sehr, unter welchen Bedingungen dieser Verzicht geleistet wird. Unbestreitbar ist es richtig, daß die Oberhoheit über solche Rahmenbedingungen von den Entschlüssen eines Zentralbankleiters ausgeübt wird. Aber es ist nicht gut, ihm die letzte wirtschaftspolitische Verantwortlichkeit auch ideenmäßig in die Hand zu geben. Bankleute hätten ihren Beruf verfehlt, wenn sie mehr Volkswirte als Bankmänner wären, und sie sind daher stolz darauf, sich Bankfachleute und nicht Volkswirte zu nennen, wie es der Leiter der Wiederaufbaubank, Abs, gelegentlich der Sparkassentagung in Hamburg betonte. Abs ging sogar soweit, den 1946 verstorbenen weltberühmten englischen Währungs- und Kreditspezialisten Keynes wegen seiner Kreditspritzentheorte einen Welterer Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartel dpa Bonn, 3. Juni. Nach den neuesten Berichten aus den Bundesländern hoffen die zuständigen Stellen in Bonn, daß die Zahl der Arbeitslosen im Mai um über 100 000 zurückgegangen ist. Die für Anfang der Woche erwartete Gesamtübersicht über die Arbeitslosigkeit wird nach den bisherigen Erwartungen für die zweite Maihälfte einen Rückgang um mehr als 60000 bringen. In der ersten Maihälfte war die Zahl der Arbeitslosen um fast 51000 zurückgegangen. Die Gesamtzahl betrug am 15. Mai 1732 914. Bayern, Bremen und WürttembergBaden meldeten bereits amtlich für die zweite Maihälfte eine Abnahme der Arbeitslosigkeit um rund 23 000. Feuer vernichtete sechs Gehölte Kissingen, 5. Juni. In dem Dorf Platz brach ein Großfeuer aus, das sechs Gehöfte vernichtete. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel behindert. Der Schaden wird auf 300 000 DMI geschätzt. Mit Streichhölzern spielende Kinder sollen den Brand verursacht haben. 16 Pertelen In Schleswig-Holstein bei der Landtagswahl dpa Kiel, 5. Juni. 16 Parteien kandidieren zu den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein am 9. Juli. Im Vordergrund stehen die SPD und die im „Deutschen Wahlblock“ gemeinsam auftretenden Oppositionsparteien CDU, FDP und DP. Zum ersten Mal treten der„Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten“, die Sozialistische Reichspartei, die Radikalsoziale Deutsche Arbeiterpartei, die Nationale Rechte, die Universal-Demokratische Union und die Schleswig- Holsteinsche Bauernund Landvolkspartei auf. Arbeitslose„amtlich“ auf Kartoffelkätersuche hb Erlangen, 5. Juni.(Eigenbericht.) Die Hauptstelle Erlangen der Interessengemeinschaft der Arbeitslosen forderte in einem Schreiben das bayrische Arbeitsministerium auf, Kartoffelkäfer in den landwirtschaftlichen Betrieben nicht mehr durch ehrenamtliche Kräfte, sondern durch Arbeitslose gegen tarifmäßige Bezahlung bekämpfen zu lassen. I20 Röbelpreistrager Kollen Sien Stockholm bereitet großen Emplang— 50 Jahre Nobel-Stiftungen Die politische Erziehung des polnischen Soldaten wird als einer der Grundpfeiler des kommunistischen Systems betrachtet. Denn kein Jüngling kein junges Mädchen entgeht dem Militärdienst: die jungen Männer müssen mindestens zwei Jahre, die Mädchen wenigstens ein halbes Jahr dienen. In dieser Zeit werden die jungen Menschen genormt und zu einer soliden Grundlage des kommunistischen Regimes herangebildet, die sich Jahr für Jahr verbreitert mit dem Ziel der Schaffung einer staatstreuen Volkspyramide. Die Sicherheitspolizei, die sich genau so wie das Offizierskorps eine strenge Siebung gefallen lassen mußte, hat inzwischen ihren Stab sehr vergrößert und erweiterte Vollmachten bekommen. Ihre Aufgabe ist es,„den Staat und die Geheimnisse der öffentlichen Hand“ zu schützen. Diese„Geheimnisse sind allmählich sehr umfangreich geworden; sie umfassen nicht nur die Streitmacht, sondern die industrielle Produktion, die Lage der Fabriken, die Namen höherer Staatsfunktionäre usw. All dies soll die Sicherheitspolizei des Marschalls Rokossowski überwachen. Sie hat also restlose Gewalt über jeden einzelnen polnischen Staatsbürger. Vielleicht ist hierin der Grund dafür zu suchen, weshalb loyale Polen leidenschaftlich die These vertreten— insbesondere gegenüber dem Ausland—, daß Rokossowski nur Pole sei, nichts anderes als Pole „Illusionisten“ zu nennen. Es fragt sich also, wie die öffentliche Hand und die praktische Wirtschaft in den Fragen der Wirtschaftserweiterung und Arbeitsbeschaffung mit diesem tragischen BankTatbestand fertig werden wollen. „Bankwirte" und„Volkswirte" Um eines vorweg zu sagen: Die Parole, die vor zwanzig Jahren in einer ähnlichen Situation geboren wurde,„Brechung der Zinsknechtwirtschaft“, war ein Schlagwort der Straße. Nicht gegen die Kapitalsammlungs-, Kreditverteilungs- und Kreditschöpfungsinstitute kann es gehen sondern nur mit ihnen. Wie aber können praktische Wirtschaft und die Träger der Wirtschaftspolitik die Hüter von Währung und Kredit davon überzeugen, daß Kredit- und Zahlungsmittelversorgung wirklich zu knapp gehalten werden? Wie kann man es erreichen, daß ein„Bankwirt“ auch ein„Volkswirt“ sein kann, ohne innere Sorgen für die Bankwirtschaft zu empfinden? Das ist die große demokratische Fragestellung der deutschen Arbeitsbeschaffungspolitik. Die Sehnsucht nach einer Krediterweiterung in Deutschland ist allgemein. Könnte man diesen Wünschen nicht Rechnung tragen? Man denke einmal an die Zeit von 1870, 1880, 1890 usw. Kapitalzustrom von außen in Verbindung mit umwälzenden technischen Erfindungen und allgemeinem Unternehmer-Optimismus waren die Motoren für den Aufstieg. Aber dieser Riesenaufschwung wurde doch auch nicht nur mit„erspartem Kapital“ finanziert! Im Gegenteil, im Zuge der Wirtschaftserweiterung bildete sich überhaupt erst das Sparkapital und das me Stockholm, 3. Juni. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens der Nobel-Stiftung wird Stockholm im Herbst 1950 die meisten Nobelpreisträger aus fast sämtlichen Ländern der Welt in seinen Mauern sehen. Sämtliche lebenden Nobelpreistäger, insgesamt 129, wurden zu dem Festakt eingeladen, 51 haben bisher ihr Erscheinen zugesagt. Ein großartiges Festprogramm, das eine volle Woche umfaßt, ist fertiggestellt; hierin sind Opern-Festaufführungen, eine Reihe Sonderveranstaltungen, der Besuch der Universität Upsala, vorgesehen. Da sich das Stockholmer Konzerthaus als zu klein erwiesen hat, soll die riesige Tennishalle der schwedischen Hauptstadt die Nobelpreisträger, die Angehörigen der schwedischen Akademie und die geladenen Gäste aufnehmen. Internierte aus Italien und der Tschechel kehren zurück dpa Bonn, 5. Juni. Ein Vertreter der jugoslawischen Regierung hat der Bundesregierung mitgeteilt, daß 70 amnestierte deutsche Kriegsgefangene als erste Gruppe nach Deutschland zurückgeführt werden. Die Heimkehrer werden in Kürze in Freilassing erwartet. 71 Deutsche, die in der Tschechoslowakei zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, sind begnadigt worden und schon nach Deutschland zurückgekehrt. Gnadengesuche für andere verurteilte Kriegsgefangene in der Tschechoslowakei können bei der„Rechtsschutzstelle des Roten Kreuzes" in Stuttgart eingereicht werden. Die Rückführung der in Italien internierten Deutschen wird in nächster Zeit abgeschlossen. In Kürze wird ein Sammeltransport mit 104 Deutschen erwartet. Es wird dann kein deutscher Internierter mehr in Italien sein. Insgesamt waren 300 Deutsche in Italien. Jugenddorf Adelheide stellt Nachwuchs für den Bergbau epd Hannover, 5. Juni. Mit Unterstützung der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung hat das Christliche Jugenddorf Adelheide bei Delmenhorst i. Oldenburg je ein Wohnheim für evangelische und katholische Jungen eingerichtet, in dem Jugendliche, vor allem aus Flüchtlingsfamilien, die Bergmann große Bankkapital. In der Tat: Die Gründerkonjunktur beruhte auf einer„Vorfinanzierung von Kapital“. Auf einer Vorfinanzierung„aus dem Nichts“. Auf einer mit künstlicher Zahlungs- und Kapitalkraft vorfinanzierten späteren Rentabilität, auf einer gerechtfertigten Kapitalbildungsphantasie, der man die Abrechnungsmittel„leichtsinng“ zur Verfügung stellte, weil diese Mittel infolge der geglückten Erweiterung sozusagen durch Kaufmöglichkeiten gedeckt in der Wirtschaft und daher im Geld- und Kapitalkreislauf blieben. Leider aber sind solche Schöpfungsepochen selten. Um die Kreditgewährung Trotzdem bleibt die Grundweisheit bestehen: Es gibt eine„Finanzierung aus dem Nichts“. Man kann durch Notendruck, Münzprägung und Buchanweisung ohne Schaden eine gewisse Kaufkraft schaffen, die über die vorhandenen Sparbeträge hinausgeht. Auch nach der großen Gründungsepoche trat diese Art der Finanzierung in jeder aufsteigenden Konjunktur in Erscheinung. Aber sie ist natürlich begrenzt, und ihre Grenzen sind schwer zu errechnen. Alle wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ist von dem in der Zeit der Kreditausweitung verfügbaren Vorrat an Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Verbrauchsgüternn abhängig und von der Fähigkeit, diese Realitäten zu erweitern. Sind diese Dinge im Inlande begrenzt, so können sie nur durch Außenhandelsmöglichkeiten reichlicher gestaltet werden, will man die Währung nicht gefährden. Diese Tatbestände meint man, wenn man von Krediterweiterung im Rahmen der„Elastizitäte-Möglichkeiten der Wirtwerden wollen, in zwei bis drei Monaten einen Auswahllehrgang durchmachen können. Sie werden von berufserfahrenen Kräften mit den Voraussetzungen des bergmännischen Berufes vertraut gemacht, um dann in einem Berglehrlingsheim die eigentliche Lehrlingszeit beginnen zu können. Während des Auswahllehrganges wird jeder Junge auf seine körperliche und sonstige Eignung sorgfältig geprüft und ärztlich betreut. Dr. Heinemann auf der Generalsynode in Frankreich epd Nimes, 5. Juni. Die Generalsynode der Reformierten Kirche Frankreichs trat unter dem Vorsitz von Pastor D. Boegner und in Anwesenheit zahlreicher Vertreter ausländischer Kirchen, darunter der Präses der gesamtdeutschen evangelischen Synode, Bundesminister Dr. Heinemann, und der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche des Rheinlands für das Saargebiet, Kirchenrat Wehr aus Saarbrücken, in Nimes zusammen. Beratungsgegenstand ist die öffentliche Verantwortung der Kirche inmitten der internationalen Unordnung, sowie die gegenwärtige Situation der Jugend Hilferut aus dem sächsischen Zuchthaus Waldheim dmt Göttingen, 3. Juni. Angehörige eines ehemaligen KZ-Häftlings brachten dem Kampfbund gegen Unmenschlichkeit ein aus dem sächsischen Zuchthaus Waldheim herausgeschmuggelten Brief, in dem mitgeteilt wird, daß rund 4500 ehemalige KZ-Häftlinge aus Lägern der Sowjetzone auf ihr Urteil warten. Die Praxis der Gerichtsprechung unterscheide sich nicht von der der russischen Geheimpolizei. Der Briefschreiber wurde zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Als Urteilsbegründung sei angegeben:„Unbelastet— aber wegen Zugehörigkeit zu einer Wehrmachtssondereinheit kollektivschuldig“. Weiterbericht Weiterhin heiter, trocken und sehr warm. Weitere Aussichten: Noch keine wesentliche Anderung. schaft“ spricht. Gerade um diese Dinge geht es aber auch bei den Europabesprechungen, bei den Verhandlungen um gröBere Wirtschaftsunionen, um die europäische Zahlungsunion, die Eisen- und Stahlunion, die Beseitigung der Handelsschranken, die Liberalisierung, den Aufbau einer devisensparenden deutschen Handelsflotte und schließlich bei der Beseitigung des internationalen politischen Mißtrauens. Solange diese internationalen Fragen nicht wenigstens zum Teil gelöst sind, bleiben die Möglichkeiten für eine deutsche autonome Kreditausweitung sehr begrenzt und schwer abschätzbar. Deshalb können die Bankleute wegen dieser internationalen Unzulänglichkeiten nur den Rat geben, noch abzuwarten.— Aber legt man sich nicht selbst doch zu große Hemmungen auf? Wenn die nun einmal trotz aller Bedenken zur Verfügung gestellten Millionen aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm so entsetzlich langsam in Bewegung kommen, weil alles nach bankmäßigen Ueberprüfungsgrundsätzen geregelt wird, nach starren Kreditsicherungsprinztpien statt nach beweglichen volkswirtschaftlichen und konjunkturpolitischen„Gesichtspunkten, dann ist etwas faul an der Praxis der Kreditgewährung. Offensichtlich ist in der Bürokratie etwas untergegangen, das von der Wirtschaftspolitik ganz anders gemeint war. Unverkennbar beurteilt man in der Kreditverwaltung die Elastizitätsgrenzen der Wirtschaft zu pessimistisch. Man muß also zu dem Urteil kommen, daß das Geld zwar knapp zu halten ist, doch keinesfalls— 3000 knapp! Dr. Paul Schrads SCHWERTER ZEITUNG AUS UNSERER HEIMAT: Stadt Schwerte Landtagswahlen und die Gemeinde Auf die Zusammensetzung des Plenums kommt es an Wenn man wieder ein Auto fährt Ueberprüfung der Fähigkeit empfehlenswert Schwerte. Das Straßenverkehrsamt schreibt: Im Zuge der vermehrten Zulassung von Kraftfahrzeugen aller Art zum Straßenverkehr gelangen eine Reihe von Personen wieder zur Führung eines Kraftfahrzeuges, die seit Jahren infolge der Kriegs- und Nachkriegsverhältnisse keine Gelegenheit zum Fahren gehabt haben. Abgesehen davon, daß sie sich wieder an das Autofahren gewöhnen müssen, sind oft in den vergangenen Jahren bei ihnen durch Verwundungen, Unfälle und sonstige Krankheiten Aenderungen des Gesundheitszustandes eingetreten, die es bedenklich erscheinen lassen, wenn sie ohne entsprechende ärztliche Untersuchung bzw. entsprechenden Umbau ihrer Wagen sich an das Fahren begeben. Ereignet sich ein Unfall, wird man ihnen zumindest einmal die Schuld Zeidden. Neben den leider zahlreichen Amputierten handelt es sich bei dem hier infrage kommenden Leiden um Augenverlust, Herabsetzung der Hörfähigkeit, Hirnbeschädigungen, weiterhin auch Zuckerkrankheit und hoher Blutdruck als Leiden, die plötzliche Ohnmachten mit sich bringen. Es ist anzuraten, daß derartige Personen, die einen Führerschein besitzen, und ihn auch benutzen, beim zuständigen Straßenverkehrsamt ihres Wohnsitzes eine ärztliche bzw. technische Uberprüfung ihrer Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges beantragen, um später Beschuldigungen vorbeugen zu können. Die neuen Erdenbürger Schwerte. In der Zeit vom 16. bis 31. Mai wurde auf dem Standesamt Schwerte registriert die Geburt eines Sohnes für: Drogist Hermann August Schmitz, Westhofen, Mittelstraße 2; Walzer Wilfried Otto Potthoff, Dortmund, Schürener Straße 17; Arbeiter Klemens Johann Fieber, Schwerte, Markt 5; Verwaltungsangestellter Otto Heinrich Gustav Reuper, Schwerte, Wilhelmstraße 8; Schuhmacher Alfred Hellmut Spänig, Schwerte, Friedensstr. 38; Hilfsarbeiter Ulrich Thiem, Schwerte, Kuhstraße 17; Bäckermeister Hans Heinrich Althüser, Rheinen 8; kaufmännischer Angestellter Ernst Segrefe, Schwerte, Kleine Marktstraße 6. Die Geburt einer Tochter wurde beurkundet für: Gürtler Helmut Brenne, Villigst, Mühlenberg 2; Elektromonteur Herbert Friedrich Schumacher, Schwerte, Hörder Straße 40; Betriebstechniker Schwerte. Vom Gemeindetag Westfalen geht uns folgende Zuschrift zu: I. Die Landtagswahlen finden bekanntlich am 18. Juni 1950 statt. Laut Erlaß vom 18. April(MBl. S. 263) war der 1. Juni der letzte Tag für die Einreichung der Wahlvorschläge. Die Bevölkerung der kreisangehörigen Gemeinden wird darauf achten müssen, daß sie auf diesen Wahlvorschlägen angemessen vertreten ist. Sie hat die Mehrheit im Lande und muß auch die Mehrheit im Landtag haben, wenn sie nicht Gefahr laufen will, beim Finanzausgleich und ähnlichen Anlässen von den Großstädtern benachteiligt zu werden. Diese Gefahr ist umso größer, als die Beamten der Ministerien ausnahmslos Großstädter sind, die zum Teil sogar aus Berlin stammen und das flache Land nur aus der Sommerfrische kennen. II. Wie wennig der jetzige Landtag dieser selbstverständlichen Forderung entspricht, ergibt sich aus nachstehender Tabelle: III. Die Beamten der Gemeinden und Gemeindeverbände sind seit dem Inkrafttreten der Novelle zum Landeswahlgesetz vom 14. März 1950(GVBI. S. 41) zum Langtag wählbar. Sie behalten ihre Gehaltsbezüge und haben Anspruch darauf, daß sie zur Vorbereitung ihrer Wahl und zur Ausübung ihres Abgeordnetenmandates bezahlten Urlaub erhalten. IV. Die Zusammensetzung des neuen Landtages ist dieses Mal für die Gemeinden von besonderer Bedeutung, weil er die Aufgabe haben wird, eine Gemeindeordnung, eine Amtsordnung und eine Kreisordnung zu schaffen. Es ist sogar möglich, daß der jetzige Landtag die Provinzialverbandsordnung seinem Nachfolger überläßt, was allerdings außerordentlich zu bedauern wäre. Außerdem wird er den Finanzausgleich auf neue Grundlagen bringen müssen und sich mit der VerwaltungsHieraus ergibt sich die erstaunliche Tatsache, daß von 67 Abgeordneten, die in den westfälischen Landkreisen gewählt sind, 23 in Stadtkreisen wohnen, davon 9 sogar in rheinischen Stadtkreisen. Die westfälische Landbevölkerung hat also mehr als ein Drittel ihrer Mandate Großstädtern anvertraut, fast ein weiteres Drittel besteht aus Landräten, die als Mitglieder der Aufsichtsbehörde nur bedingt als Vertreter der kreisangehörigen Gemeinden angesehen werden können. Auch die Träger von Doppelmandaten können wir nicht als vollwertige Vertreter ansehen. Ewald Wilhelm Schwarz, Schwerte, Jägerstraße 6; Bauarbeiter Johann Weitkus, Schwerte, Liethstraße 28; Landarbeiter Hugo Erich Händler, Schwerte, Kantstr. 9; Eisenbahn-Rangierer Heinz Brandt, Schwerte, Am Hohen Stein 57; Dachdecker Georg Daniel Eduard Stein, Schwerte, Hagener Straße 62; ElektroInstallateur Reinhard Hauske, Hengsen, Brauckstraße 68; Klempner Aug. Franz Thierbach, Schwerte, Senningsweg 8; Anstreicher Heinrich Eggert, Schwerte, Hertelshof 1; Elektriker Richard Gerhard Wagner, Schwerte, Nordstraße 6. reform, Gebietsform und Schulreform zu beschäftigen haben. Der jetzige Landtag hat diese wichtigen Reformen schon mit Rücksicht auf die sehr zweifelhafte Bundeskompetenz zurückstellen müssen. V. Ein geradezu komisches Beispiel der Zurücksetzung der kleinen Gemeinden bietet die Erstattung der Wahlkosten nach Ziffer 1 des Erlasses vom 5. April 1950((MBl. S. 364). Danach erhalten die Gemeinden für je einen Wahlberechtigten einen Pfenningsatz, der nach Gemeindegrößen von 3.5 Pfennig bis 5.5 Pfennig gestaffelt ist. Bei den Landtagswahlen im Jahre 1947 lief diese Staffel noch von 1.7 Pfennig bis 5.5 Pfennig. Wir sind der Ansicht, daß die Durchführung der Landtagswahl in kleinen Gemeinden je Bürger kostspieliger ist als in Großstädten und haben daher den Herrn Innenminister nach den Gründen dieser Staffelung gefragt. Er hat mit Erlaß vom 4. Januar 1950 geantwortet, daß diese Staffelung einer seit Jahrzehnten geübten Praxis entspreche, insbesondere einem Erlaß vom 4. Mai 1932(MBIiV. S. 499). Immerhin hat er den Pfennigsatz für die kleinen Gemeinden jetzt verdoppelt. Gartenbauverein aktiv Ergste Im Lokal Brinkmann versammelten sich die Mitglieder des Obstund Gartenbauvereins Ergste zu einer ihrer monatlichen Besprechungen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Referat des Gartenmeisters Bartsch über Schädlingsbekämpfung im Gemüsegarten. Es besteht Veranlassung, immer und immer wieder auf die Bekämpfung des Kartoffelkäfers hinzuweisen. Er ist der gefährlichste aller Schädlinge, zumal er außerordentlich zäh ist und sich zahlreich vermehrt. Auch in Ergste tritt er in diesem Jahre häufig auf und wird darum auch energisch bekämpft. Vom Gartenbauverein wird an solche Mitglieder, die auf ihrem Grundstück Kartoffelkäfer finden, Gesarol ausgegeben. Dieses Mittel ist den Kartoffelstauden nicht schädlich, vernichtet aber das Ungeziefer sofort. Es wird vom Amt dem Gartenbauverein zugeteilt und wird kostenlos verteilt. Auch Spritzen leiht der Gartenbauverein aus. Der Vortrag, insbesondere gerade das Auftreten des Kartoffelkäfers wurde eingehend besprochen. Von der Zähigkeit des Käfers kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß ein ausgewachsenes Exemplar in einer verschlossenen und versiegelten Flasche 6 Wochen lang lebte, ohne jede Nahrungsaufnahme! Dann ging man zu den erfreulichen Seiten des Gartenbaues über. Man will die Kinder der Mitglieder in diesem Sommer erfreuen, und zwar soll das dadurch geschehen, daß man ein Kinderfest vorbereitet. Dieses Fest soll Anfang Juli stattfinden. Meldungen über die Teilnahme an diesem Fest nehmen die Gartenfreunde Wiedenbruch, Jahnstraße, Langerah, Kirchstraße, Rüb, Offerbachstraße, entgegen. Der letzte Weg Schwerte. In Schwerte wurden in der zweiten Hälfte des Monats Mai folgende Sterbefälle beurkundet: Schütze Dreher Karl Wilh. Ernst Hangebrock, Schwerte, Eisenindustriestr. 35(Kriegssterbefall), 19 Jahre alt; Franziska Brinkmann, geb. Dierkschneider, Schwerte, Ostenstraße 9, 58 Jahre alt; Bärbel Händler, Schwerte, Schützenstraße 9, 1 Stunde alt; Monika Maria Steblij, Schwerte, Hörder Str. 58, 3 Jahre alt; Lina Sophie Lück geb. Riße, Schwerte, Graf-Adolf-Platz 1, 78 Jahre alt; Josephine Maria Nagel geb. Jordans, Schwerte, Lichtendorferstr. 32, 44 Jahre alt; Meta Klara Finkhaus geb. Polenski, Ergste, Schwerter Str. 72, 64 Jahre alt; Marie Gang geb. Burbulla, Schwerte, Hagener Straße 40, 72 Jahre alt; Anna Senft geb. Büttner, Schwerte, Goethestraße 19, 75 Jahre alt; Maurer Heinrich Friedrich Wilhelm Baumöller, Schwerte, Ostberger Straße 70, 46 Jahre alt; Oberpostschaffner i. R. Ferdinand Schnitger, Schwerte, Kreuzstraße 19, 69 Jahre alt; Maria Feit geb. Heßle, Schwerte, Hüsingstraße 24, 85 Jahre alt; Rangieraufseher I. R. Hugo Andreas Justus, Schwerte, Eintrachtstraße 25, 64 Jahre alt; Gertrud Brauers, ohne Beruf, Schwerte, Schillerstr. 18, 70 Jahre alt, Berginvalide Wilhelm Karl Urban, Schwerte, Ostberger Straße 67, 77 Jahre alt. Leider nahmen an diesen Besprechungen nur etwa dreißig unentwegte Gartenfreunde teil. Es wäre aber in Anbetracht der sehr interessanten Vorträge und Anregungen, die an diesen Abenden zur Sprache kommen, sehr zu wünschen, wenn zahlreiche Interessenten sich einfinden würden. Im eigenen Interesse.-er Was man nicht vergessen darf Handwerker-Rechnungen pünktlich bezahlen Schwerte. Für jedermann ist es heute eine Selbstverständlichkeit, daß beim Einkauf von Schuhen, Textilien, Haushaltartikeln, Lebensmitteln usw. der Kaufpreis beim Einkauf an der Ladenkasse entrichtet wird. Niemand wird wohl mit der Möglichkeit rechnen, die von ihm ausgewählte Ware mitnehmen zu können und dem Verkäufer zu erklären:„Ich bezahle in den nächsten Tagen“. Genau so selbstverständlich, wie die Bezahlung der gekauften Waren im Einzelhandelsgeschäft ist, ist leider in weiten Kreisen der Bevölkerung die Ansicht vertreten, daß die Bezahlung des gefertigten Anzuges, der reparierten Schuhe, der neugetünchten Wohnung, der reparierten Wasserleitung, der gelieferten Möbel usw. auch nach Wochen und Monaten noch früh genug ist. In der breitesten Oeffentlichkeit wird die Kreditnot und die Unmöglichkeit einer Kreditgewährung durch die Banken und öffentlichen Sparinstitute diskutiert, aber nur wenige machen sich Gedanken darüber, daß der Handwerker auch in der Zeit zwischen Lieferung und Bezahlung Material einkaufen, seine Löhne und Sozialabgaben, sowie seine Steuern und Lieferantenrechnungen bezahlen muß und, selbst wenn er möchte, zur Ueberbrückung teuere Kredite nicht in Anspruch nehmen kann. Jedermann weiß, daß eine Kreditaufnahme heute eben nicht möglich ist, aber vom Handwerker wird verlangt, daß er seinen Kunden Kredit gewährt, wenn er dann auch jede Woche seine Schuldner um Teilzahlungen angehen muß, um nur ordnungsgemäß die Löhne bezahlen zu können. Doch damit nicht genug, wird der Handwerker nicht selten auch noch als lästiger Mahner betrachtet. Wir appellieren daher an die Bevölkerung, Handwerkerrechnungen pünktlich zu bezahlen. Herausgeber und alleiniger Inhaber: Hane Linner, Schwerte. Verlag Schwerter Zeitung Hans Linner vorm. Carl Braus. Schriftleitung: Heinr. Schwarzkopf, Schwerte. Druck; Verlagsdruckerei Hans Linner vorm. Carf „EIS TEKASEine Tebde. sagt EMIL GÖNNER, maitre d’hôtel des***Restaurants„ATELIER“ Köln a. Rh. Emil Gönner’s Aufstieg als kulinarischer setzen darf. Deshalb empfehle ich ihnen auch al. Zigarette die TEKAS— eine Zigarette, von der jeder Zug ein wirklicher Genuß ist. Selbst überseeische Gäste ziehen sie vielfach ihren heimat. lichen Zigaretten vor, weil sie trotz ihres würzigen Aromas so besonders bekömmlich ist.“ Fachmann führte ihn durch die ersten Hotels und Restaurants in sechs Ländern der Welt. Vom Monarchen bis zur Filmprominenz, vom Sport-Crack bis zum berühmten Dirigenten führt die Skala der Gäste, die er betreute.„Eines aber hatten meine Prominente durchweg gemeinsam— es waren alle Feinschmecker“, erzählt Herr Gönner. „Und aus Feinschmeckern setst sich auch die clientele unseres„Ateliers“ zusammen. Es sind Gäste, denen man nur des Beate vor. AMERICAN * Redmgam S.10mö 20 a1j Texas- eine Zigarette, die einem erwas sagt e Cn CUUTPAANAEAP SSSS Roman von Rudolf Ernsdorf Copyright by Münchner Roman-Verlag, Mü.-Pasing 4. Fortsetzung Becker legte auf den Schreibtisch, was er dem Stahlschrank entnahm, so daß es alle sehen konnten. Im Hauptfach standen, nach Jahren geordnet, die alten Hauptbücher der Firma. Wesentlicheres verhieß eine lederne Aktentesche. Sie enthielt notarielle Urkunden, Grundstückbriefe und Familienscheine. Mit fahriger Hand blätterte Florin sie durch, als suche er ein bestimmtes Papier, aber er wurde enttäuscht. Eine unverschlossene Kassette aus Stahlblech erwies sich endlich als ein Fund von einiger Bedeutung, denn außer verschiedenen Schmuckstücken von Wert, altertümlichen Ringen und Armbändern, die sich, wie Tante Anna bestätigte, in der Familie Prugger vererbt hatten, fand sich ein Umschlag mit Banknoten. „Rund fünftausend Mark“, stellte Becker erstaunt fest. Der Umschlag trug keinerlei Vermerk. So war auch nicht zu klären, was Heinrich Prugger veranlaßt hatte, diese nicht unbeträchtliche Summe in seinem Schrank zu verschließen, statt sie auf der Bank einzuzahlen. Tante Anna vermutete, nicht onne Humor. ihn ihm sei wohl das angeborene bäuerliche Mißtrauen gegen die Banken lebendig geblieben. Für diese Deutung entschied sich sofort Florin Türck.„Aehnlich sähe es ihm! Am liebsten hätte er sein Geld in einem dicken Strumpf mit sich herumgetragen“, spottete er. Mit einem Male war er gut gelaunt, als wäre er einer ernsten Sorge ledig. Er hatte sich überzeugt, daß auch der Stahlschrank das Papier nicht enthielt, vor dem ihm bangte. Mit dem Vorschlag Gregors, unter die Erbberechtigten zu verteilen. war er im Namen seiner Frau ohne Zögern einverstanden und hatte für Gregors Verzicht nur ein mitleidiges Achselzucken. Becker hingegen hatte gute Lust, grob zu werden. Er wußte, daß Heinrich Prugger Gregor die ganze Summe zugedacht hatte. Er hatte damals nur obenhin von„ein paar Mark“ gesprochen, so daß Becker die Bemerkung nicht wichtig genommen und zunächst gar nicht mehr darangedacht hatte. Nun war es zu spät. Er wußte, daß er bei Gregor nichts ausrichtete, auch wenn er ihm den Sachverhalt genau auseinandersetzte. Ueber die Verteilung des Schmucks mochten sich Rolf und seine Schwestern einig werden. Der Justizrat wollte schon die„Verhandlung“, die gar nicht nach seinem Sinne verlaufen war, für beendet erklären, als Rolf fragte, indem er seinen Geldanteil in die Tasche schob:„Und was ist mit den Gewehren dort?“ Da stand nämlich unter den Büchsen und Flinten im Gwehrschrank ein neuer, schön gearbeiteter Drilling, der ihm in die Augen stach. „Ja, das ist ein würdigeres Andenken an den Vater als Geldscheine, die schon durch hundert Hände gegangen sind. Bereitwillig ging Gregor auf die Anregung ein. Der Drilling hätte Rolfs Schwager auch gefallen, aber Florin war wie ausgewechselt, er ließ dem Jungen die Freude und wählte dafür eine leichte, elegante Doppelflinte, die gut in der Hand lag. „Und Sie, Gregor?“, knurrte Becker gereizt. Was er hier alles gutheißen sollte, war ganz gewiß nicht nach Wunsch und Willen seines alten Freundes. Der war ein echter Jäger gewesen, dem es nicht gleichgültig sein konnte, wer nach ihm seine geliebte Büchse trägt. Unentschlossen, ob er sich an der Wahl überhaupt beteiligen sollte, nahm Gregor ein Gewehr aus dem Schrank, einen Drilling älterer Fertigung, dem anzusehen war, daß er seinen Besitzer oft begleitet hatte. Er wog das reichlich schwere Gewehr, entsicherte und klappte, ohne sich etwas dabei zu denken, die Läufe um. Sie waren entladen. „Sie sind Jäger?“ fragte Türck, hart neben ihm. „Jäger? Warum?“, Arglos begegnete Gregor seinem spöttischen Blick. „Ach, ich meine nur—“ wich der andere aus.„So nimmt eigentlich nur einer, der mit Schußwaffen umzugehen versteht, ein Gewehr in die Hand. Und nach einer Pause sagte er wie beiläutig:„Das ist übrigens die Büchse, die er bei seinem letzten Pirschgang getragen hat.“ „Ach—!“ Betroffen schaute Gregor auf die Waffe ih seinen Händen nieder. „Sie also— ist schuld gewesen.“ „Nun ja— schuld?“ Türck räusperte sich leicht und wandte sich halb ab, als habe er schon zu viel mit ihm geredet. „Die Polizei nimmt an. Schließlich ist ja niemand dabei gewesen.“ Lächelnd hängte er das Gewehr über, das er sich ausgesucht hatte.„Wenigstene nach Ansicht der Polizel.“ Am Abend wurde im Haus am See von der Opposition Kriegsrat gehalten. Florin Türck leitete ihn. Auch Hedwig hatte sich von Barbara und Rolf überreden lassen und war, wenn auch verspätet, der Einladung Ebbas gefolgt. Seit dem Tod des Gatten hatte sie nur selten das Haus der Türcks betreten. Sie hatte sich bald überzeugen müssen, daß Florin nicht ernstlich um seinen Schwager trauerte. Er hatte natürlich gehofft, einmal Herr in Hochreith zu werden. Er mußte schon vor Tisch getrunken haben. Seine gute Laune war wieder gallig geworden. Während er seine Frau beaufsichtigte, wie sie einen kräftigen Punsch braute, der nach seiner Behauptung„der Wetter- und Kriegslage“ entsprach, ließ er den Vorgang der Testamentseröffnung rückwirkend zu einer dramatischen Szene werden, darin er nicht ohne Begabung die Hauptrolle spielte. Die nach seinem Entwurf breitangelegte, behagliche Diele mit dem englischen Kamin, in dem die Buchenscheite flackerten, während die geschickt getarnten Heizkörper den getäfelten Raum bis in den letzten Winkel mit Wärme erfüllten, war eine gute Bühne für ihn. „Sobald wir vom Gericht die Abschrift dieses Schandtestaments haben, hetze ich sofort einen gerissenen Anwalt dahinter“, erklärte er„Der wird den Punkt schon herausfinden, wo der Hebel angesetzt werden kann!“ Barbara, die zwar Philosophie und Geschichte studierte, aber einen gesunden Wirklichkeitssinn hatte und folgerichtig wie ein Jurist dachte, versprach sich nicht viel davon.„Glaust du, Becker hat nicht dafür gesorgt, daß rechtlich nichts dagegen zu wollen ist?“ Florin mochte die kluge„häßliche Barbara“ nicht recht, er fühlte sich von ihr zu leicht durchschaut. So ging er auf ihren Einwurf nicht ein. Statt dessen widmete er sich Hedwig. Sie saß, ein wenig in sich zusammengesunken, in einem tiefen Sessel und schaute in das unruhige Spiel der züngelnden Flammen. „Frierst du, Hedwig?“ Er stellte ihr ein Glas Punsch auf das Tischchen neben ihr.„Es war sehr vernünftig, daß du nicht oben mit dem Herrn Schwager zu Tisch gegangen bist und mit Becker, der uns vielleicht das Ganze eingebrockt hat. Die Küchentant’ wird sie schon gut unterhalten.“ Jetzt lachten die andern. Wenn sie sich Tante Anna als Repräsentantin des Hauses vorstellten—! Gemütlich war es oben im Pruggerhof heute abend sicher nicht. „Bis ihre Schwerfälligkeit nur damit fertig wird, daß ihr das Testament einen neuen Neffen beschert hat—!“ rief Rolf. „Eigentlich sind wir eine unverschämt anständige Gesellschaft! Finden eine solche Zumutung noch amüsant und erheiternd!“ Florin stand auf dem Ansatz der breiten Treppe, die zu den oberen Räumen führte. Rolf trank hastig.„Ich glaub’, ihm ist's nicht geheuer in der ersten Nacht auf dem Pruggerhof.“ „Sechs Wochen!“ rief Ebba.„Wie im Märchen ist das!“ „Ein Glück, daß Florin und ich schon neulich den besten Wein heruntergeschafft haben!“ verriet Rolf triumphierend.„Als hätten wir etwas geahnt!“ und schon saß er am Flügel und improvisierte eine hübsche, fast freche Melodie. Nachsichtig verwies ihm Hedwig den Unfug.„Vater liegt kaum drei Wochen unter der Erde.“ Rolf klappte beschämt den Deckel über die Tasten. Bis jetzt hatten sie vermieden, vom Vater zu sprechen. Ebba bekam ein böses Gesicht. Sie fühlte sich wegen Florin am tiefsten getroffen und mißachtet.„Meinethalben klimpere ruhig weiter! Hat tan hat? Zumal euch, seinen ehelichen Kindern? Solch ein Skandal ist wirklich einmalig!“ Barbara gab das zu.„Natürlich ist das Testament für uns ein Schlag ins Gesicht! Jetzt haben wir es wenigstens schriftlich, wie wenig der Vater von uns gehalten hat. Aber auch mit dem größten Stimmaufwand kann man nicht einen scharfen Schlag parieren.“ „Soll ich den neuen Herrn Schwager vielleicht verprügeln?“ „Bei einer Prügelei würdest du wohl den kürzeren ziehen, Florin“, stellte Barbara gutmütig spottend fest.„Rolf hat vorhin bezweifelt, daß dieser Gregor wirklich— ein Bruder sei. Das ist Unsinn! Wenn Rolf soviel vom Vater hätte wie der andere, dann müßten wir jedenfalls nicht unter das kaudinische Joch dieses Testaments.“ Sie bevorzugte geschichtliche Gleichnisse. Empört wurde sie von Ebba zurechtgewiesen.„Rolf hat nie Interesse für die Firma gezeigt! Aber da ist doch Florin!— Deswegen brauchst du nicht gleich zu weinen, Hedwig. Es ist doch sicher, wenn Heinz noch lebte, hätten ler und Florin zusammen es wunderbar gemacht! Aber wenn der andere nun Florin in alles dreinreden kann— und er versteht doch gar nichts“ „Wenigstens ist Abrecht noch da! warf Rolf ein. „Abrecht! Der alte gute Abrecht ist doch nur ein Buchhalter!, „Laß doch, Ebbal“ wehrte Florin ihrem Eifer. Er war tief verletzt. Ebba, natürlich— aber die andern. Statt sich um ihn als den gegebenen Führer zu scharen, gaben sie zu verstehen, dals sie nicht viel von ihm hielten, wenn sie das auch nicht offen aussprachen. „Wenn der Alte auch tot ist. fürchtet ihr euch doch noch immer vor ihm. Ihr könnt es euch nur nicht vorstellen, dabei seid ihr nun endlich so weit, daß ihr ihm trotzen könnt. Daß er mich mit keinem Wort auch nur erwähnt hat, wundert mich nicht! Um dem da oben den Weg zu ebnen, hat er mich schon lenge angefeindet!“ „Vielleicht mag das Brüderchen aber nicht und dankt für die Ehre“, überlegte Rolf.„Das wäre das beste. Dann wird verkauft und wir bekommen jeder einen tüchtigen Batzen Geld.“ „Schäm dich“. schalt Barbara.„Und trink nicht so viel. Wenn ich ein Mann wäre—“ Gott segne deinen musikalischen Unverstand“, spottete Florin über den jungen Schwager und füllte ihm wieder das Punschglas, um Barbara zu ärgern.„Eeuer Bruder Gregor sieht gerade so aus, als wenn er ein Narr wäre. Dieses romantische Theater—! Sechs Wochen hat er Zeit, damit er hier in alles die Nase stecken und es sich überlegen kann! Als wenn sein Entschluß nicht schon gefaßt wäre! Aber das schwöre ich, er würde einmal heilkroh sein, wenn er jetzt nein sagte!“ Die andern wußten nicht, was er vorhatte, aber sie hörten gern, daß er nicht gewillt war, die Waffen zu strekken. „Ich habe nichts gesagt! Hörst du?— Ich mußte nur lachen— vielleicht hatte er sich mit zeinem famosen Testament selbst den Hals zugedreht.“ vielleicht auf uns Rücksicht genommen?“ „Vor Gericht hat er uns leider ein unerhörtes Theater vorspielen lassen, das selbst Florin die Luft weggeblieben ist!“ Rolf hatte zu rasch getrunken. Auch vertruger nicht viel, und erst jetzt, in der beginnenden Trunkenheit, wurde ihm bewußt, daß der Vater ihm nichts zugetraut und ihn übergangen hatte wie einen dummen Jungen, mit dem nichts anzufangen war. „Aber ein verdammt schlechtes Theater!“ schrie Florin. Seine Stimme klang scharf, fast kreischend und sein Gesicht verzerrte sich leicht. Alle starrten ihn an. Es war mit einem Mal so still, daß man das Knistern der Flammen hörte. Dann sagte Barbara sehr ruhig in die Stille:„Ein Gesicht machst du, Florin—! Man könnte sich fürchten vor dir.“ „Seid ihr denn verrückt? Habt ihr kein Gefühl dafür, was er uns angeAls die Türcks endlich allein waren in dieser Nacht, war es schon spät. Oben im Pruggerhof war kein beleuchtetes Fenster mehr zu sehen, nur die Lampe über dem Eingang warf ein mattes Licht über den verschneiten Vorplatz. Sie sahen Rolf und den zwei Frauen nach. Es schneite nicht mehr. der Wind hatte sich gelegt. Die frische Luft tat ihnen gut, sie kühlte die erhitzten Köpfe. Am Himmel zogen noch schwere Wolken, aber die nahen Berge waren schon frei. Der junge Mond war verdeckt, doch er gab soviel Licht, daß die Umrisse der Berge zu erkennen waren. Florin starrte hinauf zu dem Waldrücken, der den Steinkogel dem Blick entzog. „Komm schon hinein ins Haus“, drängte Ebba. Ihr war. besonders nachts, bange vor den Bergen, seit man den Vater dort gefunden hatte.„Was hast du denn? Florin—!“ Er lachte und zog Ebba an sich, als begehrte er nach ihrer fraulichen Wärme. Er war halbtrunken und stand nicht ganz sicher auf den Beinen.„Er hat das Testament gemacht, als er das letzte Mal in München war. Er wolle den Arzt befragen, hat er uns vorgeredet. Aber er hat den Strick gedreht, den er uns heute um den Hals gelegt hat. Merkwürdig, wie? Kommt wieder, und schon ist auch Schluß mit ihm.“ Erschreckt forschte Ebba in seinem Gesicht, aber der Schatten des Hauses lag darüber. Sie spürte nur Florins erhitzten Atem.„Was willst du damit sagen?“ „Nichts weiter. Es kam mir nur gerade so in den Sinn. Ein komischer Zufall, nicht? Unwillkürlich denkt man, wenn er sein Testament damals nicht gemacht hätte—“ „Florin—!“ Gregor war noch auf. als seine Geschwister und Hedwig Prugger zurückkamen. Sie mußten sehen, daß in des Verstorbenen Arbeitszimmer noch Licht war, aber sie gingen gleich nach oben. Er verzog den Mund, aber er konnte nicht lachen. Ich komme mir vor wie der Mann im Märchen, der drei starke Eisenbänder um die Brust geschmiedet trug, so schnürt mich hier das alles ein, dachte er. Die Zenz, die junge, anmutige Hilfe Anna Pruggers, hatte für ihn Wein und ein Kistchen Zigarren auf den Schreibtisch gestellt, wie es ihr Tante Anna noch aufgetragen hatte, bevor sie sich noch zurückhaltend und ernst von Gregor verabschiedet hatte. und freundlicher und aufgeschlossener vom Justizrat, der ihr ja kein Fremder war. Gregor drehte alle Lichter an. Er war ein Mensch, der sich nicht leicht in einem fremden Haus eingewöhnte, um wie viel schwerer im Prugger-Hof. Jeder Stein dieses alten, für Jahrhunderte gebauten Hauses schien sich gegen sein Hiersein aufzulehnen „Das ist ja sein großer Irrtum“, sagte Gregor unwillkürlich laut in das drükkende, feindselige Schweigen des fremden Raumes hinein.„Ich bin kein Prugger—! Ich kann nicht plötzlich die dreißig Jahre meines Lebens auslöschen!“ Er leerte ein Glas auf einen Zug und trank noch eines, ohne darauf zu achten, ob der„Wein gut sei oder schlecht, nur um sein Denken einzuschläfern und den harten Druck, der auf ihm lag, zu dämpfen. Becker konnte leicht reden. Es war selbstverständlich, daß die andern unten bei Türcks schon Pläne geschmiedet hatten, wie sie ihm ein Bein stellen könnten. Warum sollte er ihnen das verübeln? Er wunderte sich jetzt, daß er es über sich gebracht hatte, mit ihnen auch nur die nötigsten Worte zu wechseln. Was war das dann für eine Qual gewesen, abends bei Tisch, mit Tante Anna— Gregor verhielt den ruhelosen Schritt und lauschte in das Haus hinein. Er lächelte. Sie tat ihm leid. Die alte Frau fand in dieser Nacht gewiß so wenig Schlaf wie er. Er stutzte. Ein kleines Bild, ein noch jugendlicher Männerkopf, im Schatten neben dem breiten, wuchtigen Bücherschrank, fiel ihm erst jetzt auf. Er bemerkte eine starke Aehnlichkeit mit sich selber. Er trat vor das Bild.—— Es stellte seinen Vater dar zu einer Zeit, als er so alt sein mochte, wie er heute. Wieder durchmaß er den von wuchtigen Mauern umschlossenen Raum, neun Schritte längs, sieben Schritte quer. Wieder stand er vor dem kleinen Bild Heinrich Pruggers. „Sechs Wochen. Weil es dein letzter Wille ist. Ich ehre ihn.— Aber, das mußt du verstehen— ichtsetze meinen Willen dagegen. Ich kann mich nicht selber aufgeben!“ 9. fahren nachher zum Werk hinunter. Sie kommen doch mit. Barbara?“ „Ja, ich komme mit.“ Gregor lächelte ihr zu, sagte aber nichts. Der Justizrat griff ein.„Ich schlage ein Abkommen zwischen euch vor. Sie zu sagen, wie gestern, ist Unsinn. Dutzt euch, wie sich's gehört. Sagen Sie das bitte auch den anderen. Barbara. Man kann sich so noch herzhafter abraufen.“ Barbara und Gregor waren ihm dankbar und hatten nichts dagegen einzuwenden. Der Justizrat hatte es sich so eingerichtet, daß er noch einen Tag in Hochreith bleiben konnte. Er mußte es Gregor erleichtern, Fuß zu fassen. Becker war gespannt, wie sich der Junge“, so nannte er ihn bei sich. Geltung verschaffen werde. „Er kann mir leid tun, der Gregor“, sagte er zu Tante Anna; er erschien als erster am Frühstückstisch.„Ihr Bruder hat seine ganze Hoffnung auf ihn gesetzt. Nun kommt alles darauf an, daß sich der Junge eingewöhnt und sich für die schweren Aufgaben, die ihm Ihr Bruder zugedacht hat, entscheidet.“ Tante Anna begriff ohne viel Worte, worauf es Becker ankam und daß er von Gregor eine gute Meinung hatte. Sie begriff nur nicht, daß einer zögern konnte, den verwaisten Platz Heinrichs einzunehmen. Und doch, wenn sie’s recht überlegte:„Er ist ein Stadtmensch. Er wird nicht leicht bei uns Wurzel fassen. Auch versteht er nichts von dem Betrieb.“ „Wenn er nur will, wird er bald etwas davon verstehen!" Gregor hatte die Stimme des Justizrats gehört und kam nun ebenfalls in das Eßzimmer herüber, die andern ellerdings ließen auf sich warten.„Rolf hat schon in der Küche gefrühstückt“, berichtete Tante Anna,„Hedwig bleibt auf ihrem Zimmer, der Kleinen wegen.“ Sie billigte diese stille Kampfansage keineswegs. Gregor weilte auf Wunsch des Toten hier, gleichsam als sein Gast. Dann kam überraschend Barbara zum Frühstück. Der Justizrat schmunzelte belustigt, als er ihr die Hand reichte. Barbara war doch die vernünftigste bei der Gegenpartei. Statt zu trotzen, erkundete sie das Kampfgelände.„Wir Der. alte Kerstl-Xaver, der mit seinem scharfgeschnittenen Jägergesicht und dem grauen Tirolerbart Gregor vorkam, als hätte er einst Meister Defregger als Modell gedient, konnte, als er den Wagenschlag öffnete, die Bemerkung nicht unterdrücken, daß der„junge Herr“ seinem Vater selig wie aus dem Gesicht geschnitten sei.„Genau so hat er ausg'schaut, damals— o du lieber Gott!“ Gregor nickte ihm dankbar zu: von dem Alten ging eine freundschaftliche Wärme aus, die ihm wohltat. Ein Föhneinbruch hatte in der Nacht warmen Regen gebracht. Nur manchmal kam für kurze Augenblicke die Sonne durch. Der späte Schnee konnte sich nicht länger behaupten, das Tal dampfte und die Bäume troffen vor Nässe. Aus den Hochwäldern an den Berghängen stiegen Nebelfetzen auf und die tiefverschneiten Gipfel lösten sich kaum aus dem schweren, bewegten Gewölk. Barbara glaubte ihre Heimat, die ein abweisendes, fast düsteres Gesicht zeigte, entschuldigen zu müssen. Sie beugte sich ein wenig zu Gregor vor, der schweigend neben Kerstl saß. „Heute zeigt sich Hochreith nicht von seiner besten Seite.“ Er drehte sich halb zu ihr herum und schte.„Eben hab’ ich gedacht, daß er schön ist hier bei euch. Wenn mir’s in der Stadt zu eng wurde und mir die frische Luft ausgegangen war, hab’ ich mich in meine Berge geflüchtet, Karwendel oder Wetterstein. Da war mis jede Stimmung recht. Je schärfer der Wind weht, um so rascher ist der Kopfrei von dummen Gedanken.“ Sie freute sich. Sie glaubte ihn nun schon besser zu kennen. Angeregt begann sie. Gregor die Gegend zu erklären und die zum Pruggerhof gehörenden Grundstücke zu zeigen. Barbara überraschte sich bei dem spielerischen Versuch, aus Gregors Art und Erscheinung eine Vorstellung der Frau zu gewinnen, die einst die Geliebte des Vaters gewesen. Doch sie wies sich beschämt zurecht und wunderte sich zugleich über Gregor, daß er so wenig Teilnahme zeigte, als sie nun den langgestreckten, eingefriedeten Lagerplatz des Holzwerkes entlang zur Einfahrt beim Verwaltungshaus fuhren. Es war doch schließlich keine Kleinigkeit, zum Leiter eines sich schon rein äußerlich als ansehnlich erweisenden Unternehmens berufen zu sein. Sie selbst empfand stets so etwas wie Stolz, wenn sie, heimkehrend, diese Anlagen wiedersah, die dem Namen Prugger Beachtung und Gewicht gaben. Abrecht wurde in seinem Zimmer nicht angetroffen. Frau Stöcker schien ein wenig verlegen zu sein, als sie berichtete, daß Herr Abrecht in den Betrieb hinübergerufen worden sei. „Und mein Schwager?“ fragte Barbara. „Ist er überhaupt schon da?“ brummte der Justizrat und blinzelte Gregor zu. Frau Stöcker versicherte hastig, der Herr Architekt sei natürlich schon im Werk; vermutlich sei er aber auch hinübergegangen, in die Möbelschreinerei oder in die große Sägehalle. „Nun gut, wir werden sie schon finden. Kommen Sie, Gregorl Heute sollen Sie ja auch nur mit Abrecht bekanni werden und einen allgemeinen Ueberblick gewinnen.“ Gregor wandte sich an Barbara.„Zuvor wollen wir aber Rolf guten Morgen wünschen. Der arbeitet doch auch hier?“ Nun war es an Barbara, verlegen 2u werden.„Er fühlt sich heute nicht rech wohl. Er wird sicher nicht gekommer sein.“ Gregor fiel das nicht weiter auf. Der kleine Justizrat hingegen hatte Mühe, ein spöttisches Wort zu unterdrücken, doch war es unnötig. Barbara zu kränken, es würde sich schon allet finden. Seine gute Stimmung war ohnedies im Abflauen. Denn Gregor hielt sich so zurück, als ginge ihn das alles gar nichts an. Dabei lag es auf der Hand, daß Rolf aus Trotz nicht zur Arbeit erschienen war. Abrecht und Türck aber wußten, daß sie Besuch bekamen. Wenigstens hätten sie das Gesicht wahren und sie erwarten können: statt dessen hatten sie nicht einmal hinterlassen, wo sie zu finden seien. Fortsetzung folgt SDerr Arerrrr?. SCHWERTER ZEITUNG Zwei Javoriten wurden ausgeschaltet Preunenveheruckrachedenwesthoiter Wesi-Zweiter schaltete nach großem Kampf sensationell den Deutschen Meister VIR Mannheim aus Zweite Sensation: HSV-Niederlage gegen Kickers Offenbach Arme Fußball-Tipper, bedauernswerte berufsmäßige Fußballpropheten in Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Ueberblicken Sie die ZwischenrundenErgebnisse zur Deutschen Fußballmeisterschaft, und Sie sind einig mit uns: nur dem Knobelbecher sollte man noch eine Vorentscheidung überlassen. Bilanz der Zwischenrunde: drei süddeutsche Vereine und eine westdeutsche Mannschaft treten am 11. Juni zur Vorschlußrunde an. Beide Spiele finden in Sücldeutschland statt. Das ist eine sicherlich bei der Terminfestsetzung nicht einkalkulierte Bevorzugung des Südens, die besonders hart den westdeutschen Zweitvertreter Preußen Deilbrück trifft, der nach seinem sensationellen Frankfurter 2:1-Sieg über den Deutschen Meister von 1949, VIR Mannheim, nun zum zweiten Male— diesmal nach Stuttgart — reisen muß, um gegen Kickers Offenbach anzutreten. Frankfurt sieht das zweite Vorschlußrundenspiel Spygg. Fürth gegen VIB Stuttgart. Soll man trotz der Zwischenrundensensationen einen Tip für das Endspiel riskieren? VIB Stuttgart und Kickers Offenbach im Berliner Olympia-Stadion? Mit Fragezeichen deswegen, weil wir tatsächlich den kamffreudigen Dellbrückern, die gegen Mannheim den West-Meister Borussia Dortmund gerächt haben, eine Chance geben, auch die Offenbacher aus dem Rennen zu werfen. Man stelle sich einmal illustriert vor: Preußen Dellbrück wird Deutscher Fußballmeister! Daß diese Möglichkeit überhaupt in Erwägung gezogen werden kann, beweist einmal mehr, daß wir heute in Deutschland eine überragende Klassemannschaft vom Schlage eines Fe Schalke 04 oder eines 1. FC Nürnberg — man kann auch den alten Hamburger Sportverein. Fortuna Düsseldorf oder die alte Hertha BSC Berlin dazu rechnen— nicht mehr oder noch nicht wieder besitzen. Ueber die großen ZwischenrundenSensationen ist bereits hinlänglich debattiert worden. Man streitet darüber, ob der Dellbrücker Sieg über den VIR Mannheim oder der 3:2-Erfolg von Kikkers Offenbach über den Hamburger Sportverein der größere war. Für uns war es der Dellbrücker Sieg, denn wir haben den Mannheimern nach ihrem Sieg über Borussia durchaus eine Wiederholung ihres vorjährigen Titelerfolges zugetraut, während wir andererseits die Ansicht vertreten, daß der HSV nach seinen billigen Erfolgen auf der Amerikareise überschätzt worden ist. In Amerika kennt man keinen Fußballsport in unserem Sinne. Schade, jammerschade, daß Borussia Dortmund nicht in der Form des Spieles gegen Totenham Hotspurs in das Gladbecker Stadion eingelaufen ist. Südmeister Spielvereinigung Fürth sah gegen den Hamburger Zweitvertreter. St. Pauli Hamburg, keineswegs wie der zukünftige Deutsche Fußballmeister aus, als der er schon allzu voreilig und verfrüht gefeiert worden ist. Die Fürther haben ohne große Linie ausgesprochen glücklich 2:1 gewonnen. Die stärkste der noch im Rennen liegenden vier Fürths ausgezeichneter Torwart Goth rettet vor W dem anstürmenden Hamburger Mittelstürmer Krupa. Fürth siegte 211 über Pauli Mannschaften ist für uns nun der VIB Stuttgart, der die müde gewordenen Kaiserslauterner glatt 5:2 ausschaltete. Sicher ist, wer Deutscher Fußballmeister 1950 werden will, muß diesen VIB Stuttgart schlagen. Das Glück stand dem Jüdmeister zur Jeite Parther Riecbiattel sem verweint Spyg. Fürth- St. Pauli Hamburg 2:1(2:0) J 25000 Zuschauer sahen kein mitreißendes Spiel St. Pauli gehörte die ganze zweite Halbzeit Fürth: Goth; Frosch, Plawky; Helbig. Vorläufer, Sieber; Hoffmann, Brenzke, Schade. Appis, Nöth. St. Pauli: Schönbeck; Appel, Hempel; Liese. Dzur, Stender; Zimmermann, Boller, Krupa, Sun.p, Beck. Schiedsrichter: Hoppe(Berlin). Zuschauer: 25 000 In Gelsenkirchen (Glückauf-Kampfbahn). Tore: 1•0 Brenzke(36. Min.) durch Handelfmeter; 2:0 Nöth(45. Min.): 2:1 Zimmermann(48. Min.). Das Gelsenkirchener Zwischenrundenspiel hatte schon vorher keine begeisterte Resonanz ausgelöst und hinterließ auch in der Erinnerung keinen nachhaltigen Eindruck. Nur 25000 Zuschauer saßen recht gelockert hemdärmelig in heißer Sonnenglut in der Glückauf-Kampfbahn völlig ohne jene leidenschaftliche innere Anteilnahme, die so oft die Schalker Kampfbahn in den berühmten Hexenkessel verwandelt hat. Es gab keine erbitterten Kämpfe um die Plätze. Im Gegenteil: in den Kurven wurden die Steinstufen zu billigen Sitzplätzen benutzt. Man war nur neugierig darauf, wie die allzu voreilig mit Vorschußlorbeeren bedachte Spielvereinigung Fürth den vom Süden aus kolportierten Ruf als „Wundermannschaft“ rechtfertigen würde. Sie ist diesem Ruf aber auch alles schuldig geblieben. Die Besucher stellten übereinstimmend fest. daß das Kleeblatt, das sich nach einjährigem Gastspiel in der zweiten Division und Wiederaufstieg zur Oberliga bis zur süddeutschen Meisterschaft entfaltet hat, sehr verwelkt ist. Und doch ist den Kleeblättern ein Keeblatt als Talisman zu Hilfe gekommen. Trainer Schneider fand es vor dem Spiel auf dem gut gepflegten Schalker Rasen. Es war vierblättrig und hat den Fürthern tatsächlich das Glück gebracht, das notwendig war, um in den 45 Minuten der zweiten Halbzeit den— auch mit Glück— errungenen 2.0-Vorsprung der ersten Halbzeit erfolgreich verteidigen zu können. Ohne Zweifel hat der FE St. Pauli das systemvollere Mannschaftsspiel gezeigt. Daß es trotz ständigen Angriffs in der zweiten Halbzeit nicht gelang, zumindest das Ausgleichstor zu schießen — das m. E. auch den Sieg bedeutet hätte— ging erstens auf Kosten des ausgezeichneten Fürther Torwarts Goth und zweitens zu Lasten des schon in den ersten Spielminuten entscheidend verletzten Hamburger Mittelstürmers Krupa, der zum Schluß nur noch als Statist als Linksaußen herumhinken konnte. Die Torchancen standen glatt 5:1 für St. Pauli. Man suchte in der Fürther Mannschaft vergeblich nach überragenden Spielerpersönlichkeiten, wie sie beispielsweise St. Pauli in dem glänzenden rechten Läufer Liese. Linksaußen Beck und Rechtsaußen Zimmermann besaß. Auch der so vielbewunderte Horst Schade war nicht der große Mittelstürmer, den man in Gelsenkirchen erwartet hatte. Er ist ein gefährlicher Mann mit klotzigem Torschuß, zugegeben, aber als Spielmacher hat uns der Halbrechte Brenzke wesentlich besser gefallen. Wir hatten den Eindruck, daß die Mannschaft völlig überspielt ist und den nervlichen Belastungen einer Mammutmeisterschaft einschließlich der Endspielrunde noch nicht gewachsen ist. Die Mannschaft zeigte nur in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit, die auch für den Sieg entscheidend waren, Ansätze jener flachen Kurzkombination, die einst die Fürther Spiele unter „Prinz“ Hagen berühmt gemacht hat. Aber auch dann wurde zuviel aus dem Stand gespielt und fehlte die wirklich große Linie einer Klassemannschaft. Es war auch im entferntesten nichts von dem„Traumfußball“ Alt-Schalkes oder des FE Kaiserslautern aus dem Jahre Der richtige Tip: FC St. Pauli— Spis Fürth 1:2 2 VIB Stuttgart— 1 FC Kaisersl. 512 1 Kick. Offenb.— Hamburger SV 312 1 Pr. Dellbrück— VIR Mannheim 2:1 1 Rheydter SV— Schalke 94 1:4 2 Pr. Münster— VIB Oldenburg 6:0 1 Alem. Aachen— Asv Dürlach ausgef. Tus Neuendorf— Schalke 41 ausgef. Düren 99— TSV Detmold 2•3 2 Ulm 46— VII. Neckarau ausgef. Bayern München— FC Florenz 933 2 Ph. Ludwigsh.— VIR Kaisersl. 3:1 1 Weitere Totoreihen Rheinland-Pfalz: 2 1 1 2 1 1 2 2 1 2 2 1 2 1. Hessen: 2 1 1 1 2 1 1 2 2 ausgef. X. Württemberg-Baden: 1 2 1 1 1 2 2 ausgef. 2 1 2 1 1 1. Bayern: 1 2 1 1 1 1 21 2 121 1. Totoblock Nord: 2 1 1 211111 2 2 1 11. 1948 zu sehen, als die Lauterer sich anschickten, wirklich eine Wundermannschaft zu werden. Sehr schwacher Schiedsrichter Das Spiel begann turbulent mit einer Reihe von Verletzungen auf beiden Seiten. Schuld des sehr schwachen Schiedsrichters Hoppe aus Berlin, der keine Autorität vom Schlage eines Cormannshaus ist. Vorübergehend hatte St. Pauli Stender und Krupa, Fürth Helbig drauBen. Den schwarzhaarigen Hamburger Krupa, der nach dem Wechsel Börners zum HSV zwischen Sump und Boller in der Sturmmitte eingesetzt wurde, traf es am härtesten. Die Zuschauer waren schon nach einer Viertelstunde mit fliegenden Fahnen zu den schneidiger spielenden Hamburgern übergegangen, die einmal durch Sump, das andere Mal durch Boller eine große Chance verschcssen. Dem Glück— siehe das vierblättrige Kleeblatt— verdankte dann schließlich Fürth die Führung. Nachdem Schönbeck kurz vorher einen machtvollen Nachschuß von Schade glänzend gehalten hatte, schlug Spielführer Hempel einen Ball mit beiden Händen aus dem verwaisten Tor. Obwohl der Elfmeter völlig klar war. fragte der Schiedsrichter Hempel, ob er Hand gemacht habe. Der Hamburger bejahte, und Fürths Spielführer Hofmann drückte ihm für diese faire Geste die Hand. Brenzkes Scharfschuß war nicht zu halten. 1:0! Nun spielte Fürth und ließ St. Pauli in der Deckung— Hans Appel, der Apfel ist nun wirklich bald ab— bedenkliche Schwächen erkennen. Sehr schöne Leistung des Fürther Linksaußen Nöth, der die dritte Ecke aus der Luft heraus einschoß 2:0. Nur noch St. Pauli spielte Nach dem Freistoß von Hempel, der jetzt an Stelle von Stender als offensiver Läufer nach vorn gegangen war, schoß Rechtsaußen Zimmermann dann zwei Minuten nach Wiederanpfiff das Hamburger Abschlußtor. Fürth spielte über eine Viertelstunde nur mit zehn Leuten, da Sieber am Kopf verletzt wurde. Die ganze zweite Halbzeit stürmte St. Pauli, das Ausgleichstor hing— wie es fachlich se bildhaft heißt „in der Luft“, aber es blieb hängen. Hans Hornberg. Die Franklueter machten kange Gesichtee Auch Mit Giack, über einenErkampft Preußen Dellbrück- VIR Mannheim 2: 1(0: 0) J Dellbrück überstand die Sonnenschlacht besser Dellbrück: Herkenrath; Habets, Paffrath; Drost, H. Schlömer, Jung; J. Schmidt, Mülfarth, Fischer, W. Schlömer, Severin. Mannheim: Jöckel; Müller, Rößling; Maier, Keuerleber, Stiefvater; Islaker, Langlotz, Löttke, de la Vigne, Bolleyer. Schiedsrichter: Liebig(Berlin) gut, aber zu großzügig. Tore: 49. Min. 1:0 durch Severin(aus vollem Lauf); 62. Min 1n1 durch de la Vigne(unheimlich scharfer 25-m-Freistoß); 75. Min. 211 für Dellbrück durch Drost(überraschender 25-m-Schuß). Zuschauer: 42 000 bei 32 Grad im Schatten. Die runde sn anterlag der Hamburger IV gegen Kickers Offenbach, Hamburgs Terjäger Reisbuns dilse edur gesen Ottenbache Terwart Schepper erleiglen. große Sensation der Zwischenwurde das 2:1(0:0) von Preußen Dellbrück über den Deutschen Meister VIR Mannheim. Eine taktische Meisterleistung, etwas Glück und ein wirklich großartiger kämpferischer Einsatz führten zu einem Erfolg, der den krassen Außenseiter vom Rhein in die Vorschlußrunde brachte, wo er am kommenden Sonntag in Stuttgart gegen Kickers Offenbach anzutreten hat. 32 Grad im Schatten wurden im Frankkurter Stadion gemessen, als der Kampf begann. Und schon nach den ersten Spielminuten zeigte es sich, daß diese enorme Bitze lähmend auf den Mannschaften lastete. Gerade der Deutsche Meister zeigte bis zur Pause nur in einigen wenigen Szenen, daß er spielen kann, und darin lag für die 42000 Zuschauer die große Enttäuschung. Selten nur liet der Ball über zwei, drei Spieler, und wie planlos auf beiden Seiten gearbeitet wurde, zeigte sich u. a darin, daß aus der Verteidigung heraus mit unplazierten 50m-Schüssen operiert wurde, die Herkenrath und Jöckel keinerlei Schwierigkeiten bereiteten. Dellbrück war von Beginn an ausgesprochen defensiv eingestellt. Es übertrug W. Schlömer die Aufgabe des zweiten Stoppers und gleichzeitig damit die Spezialbewachung von Löttke. Trotzdem aber blieb der Kölner Vier-Männer-Sturm bei seinen plötzlichen Aktionen weitaus gefährlicher als Mannheims Angriffsreihe, wobel vor allem Jupp Schmidt als Rechtsaußen glänzende Spiellaune verriet. Die einzige wirklich große Torchance der ersten Halbzeit hatte so der krasse AuBenseiter aus Köln, als Mülfarth, von Schmidt freigespielt, an Rößling vorbeiden Ball aber an dem herauslaufenJöckel vorbei neben den Pfosten jagte. Vorher hatte Herkenrath drei Eckbälle ebenso sicher abgefangen, wie er in der 41. Minute eine 20-m-Pombe Islakers in blitzschneller Reaktion meisterte. 110 durch Severin Bereits vier Minuten nach der Pause kam Dellbrück dann zum Führungstor. Mülfarth hatte am Elfmeterpunkt einen Zweikampf in großem Stil gewonnen. Der Ball prallte dabei nach halblinks hinüber zu Severing, der ihn aus vollem Lauf unhaltbar für Jöckel mit halbhohem Schus verwandelte. 20g. den Die Mannheimer traten nun aus ihrer Reserve heraus. Langlotz und de la Vigne hatten zwei große Chancen, die aber knapp verschossen wurden. Das Spiel des VIR wirkte jetzt aber in seiner ganzen Anlage planvoller, und so kam es zu einer klaren Feldüberlegenheit. Gefährlicher aber blieben die Dellbrücker, die Fischer nunmehr alr Rechtsaußen spielen ließen und Jupp Scnidt in den Innensturm nahmen. Schmidt war es dann auch, der in der 60. Minute einen Flankenball von Fischer hervorragend aufnahm, dann aber knapp verschoß. Eine Minute später schon fiel für Mannheim der verdiente Ausgleich. Schiedsrichter Liebig(Berlin) hatte bei einem VIR-Angriff die Vorteilregel außer acht gelassen, was die Zuschauer mit einem Pfeifkonzert quittierten. Umso größer war die Freude, als de la Vigne den Freistoß aus 25 m Entfernung mit einem unheimlich scharfen Flachschuß zum 111 nutzte. Siegtor durch Drost Der VIR kam nun besser ins Spiel, aber Herkenrath und die gesamte Kölner Abwehr halten jeder Belagerung Stand, wobei zeitweilig allerdings bis zu 10 Dellbrücker im Strafraum jeden noch so gut gemeinten Mannheimer Angriff zum Stoppen brachten. Inmitten dieser Feldüberlegenheit jedoch fiel das entscheidende Tor des Tages. Drost, Kölns rechter Läufer, führte den Ball fast über das halbe Spielfeld. Alles erwartet nun eine Vorlage, als er plötzlich aus 25 m Entfer nung auf das zer feuerte und Jöckel dabei derart überraschte, daß er nur schlecht und zu spät reagierte. Und zwei Miauten später hätte es um ein Haar noch ein weiteres Kölner Tor gegeben, als Maiet einen Kopfball Severins geistesgegenwärtig aus dem Toreck köpfte. Die Mannheimer bleiben bis zum Schluß überlegen. Ihre größte Chance, doch noch den Ausgleich zu erzwingen, aber wurde sechs Minuten vor Schluß vergeben. Islaker setzte einen 16-m-Freistoß mit Gefühl über die Kölner Mauer. Herkenrath schlug den Ball im Sprung gegen den Torpfosten und von hier sprang er Langlotz direkt vor die Füße. Der Mannheimer Halbrechte aber war derart überrascht, daß er das Leder drei Meter vor dem Kölner Tor fast senkrecht in die Luft jagte. Damit war das Spiel entschieden, Dellbrücks Sieg errungen Mannheim— die große Enttäuschung Man kann nicht sagen daß Dellbrücks Sieg verdient gewesen wäre, auf jeden Fall jedoch war er ehrlich erkämpft. Mannheim blieb den 42000 sehr viel schuldig Die Elf hatte nicht genügend Konditon, um dieser Hitze gewachsen zu sein Ganz große Klasse waren lediglich Keuerleber als Stopper und die beiden Verteidiger Maier getiel im Mittelfeld, während Stiefvater ein klarer Ausfall war Der Sturm aber zeigte ein schlechtes Kombinationsspiel, und dagegen nutzten auch alle technischen Feinheiten nichts, die de la Vigne und Islaker in Einzelaktionen boten ohne die Schwungkraft des Angriffs dadurch fördern zu können. Ausschlaggebend für den Dellbrücker Ueberraschungserfolg wurde in erster Linie die ausgezeichnete kampferische Leistung einer Mannschaft, die keinen schwachen Punkt hatte aus der Defensive heraus den Sieg erzwang und mit einem Vier-Männer-Sturm stets so gefährlich wurde, daß die Mannheimer Abwehr schon eine große Leistung zeigen mußte, um eine höhere Niederlage zu verhindern In ihrer großen Ausgeglichenheit lag in Frankfurt die Stärke der Dellbrücker Elf, und so wärc es verkehrt, wollte man aus dieser Einheit einen Spieler hasonders hervorheben Waller& Co. in Konkurs Hamburg: Warning: Trenkel, Klette: Niemann, Posipal, Spundflasche; Krüger, Adamkiewicz, Rohrberg, Woitkowiak, Ebeling. Offenbach: Schepper; Emberger, Nagel; Schreiner, Piccard, Keim: Kaufhold, Wirsching, Buhtz, Weber, Baas. Schiedsrichter: Witthaus(Meiderich), vom Publikum nach der Pause stark angefeindet(!). Zuschauer: 43 000. Tere: 1:0 Adamkiewicz(4. Min.), 2:0 Woitkowiak(7. Min.), beide Tore gegen eine Offenbacher Abwehr, die zu stehen schien, den Kontakt zum Spiel noch nicht gefunden hatte: 2:1 Buhtz(61. Min.). Kopfball unter die Latte, von Warning hinter der Torlinie gehalten; 2:2 Wirsching(82. Minute), regelwidriger Angriff auf Warning(!), der über die Torlinie gedrückt wurde: 2:3 Weber(87. Min.), famoser 18-m-Schuß, zwischendurch zwei Offenbacher Tore, die nicht gegeben wurden, eine Tatsache, die das Publikum restlos zur Offenbacher Elf übergehen ließ. Düsseldorf. Selten hat es im Rheinstadion ein so dramatisches Spiel gegeben. Der HSV begann mit einem Elan, als ob er diesen Gegner nach allen Regeln der Kunst ausspielen wollte. Die 2 Tore waren ein so wertvoller Rückhalt, weitere gute Chancen bis zur Pause hätten durchaus die Möglichkeit zu mehr Treffern geboten, und dann kam diese zweite Hälfte. Es schien nur noch eine Mannschaft zu spielen: Offenbach. In der 50. Minute war das 3:0 möglich, vielleicht wäre es auch der endgültige Sieg gewesen, aber Adamkiewicz schoß freistehend unheimlich wuchtig knapp neben das Tor. Und dann sah man den HSV nur noch in der Abwehr. Posipal rettete auf Der Spielausschuß des Deutschen FußballBundes faßte auf seiner Tagung am 3./4. Juni in Duisburg folgende Beschlüsse: 1. Im Hinblick auf kommende Aufgaben wird die Aufstellung und Heranbildung einer Nationalmannschaft A und B vorangetrieben. Unter Leitung des Bundestrainers werden daher Lehrgänge vom 17 bis 29. Juli 1950 für die B-Mannschaft und vom 31. Juli bis 12. August 1950 für die A-Mannschaft durchgeführt, deren Teilnehmer zur Zeit ausgewählt werden. Am 5. und 6. August werden in zwei noch zu bestimmenden Städten Auswahlspiele der A- und B-Mannschaft stattfinden, die zur Sichtung der Kandidaten dienen. 2. Ab 1 August 1951 können nur noch solche Fußballtrainer und Fußballehrer tätig sein, die im Besitz einer Lizenz des DrB sind. Die Bedingungen, unter denen diese Lizenz erteilt werden kann, werden in aller Kürze bekanntgegeben. 3. Der Bundes-Spielausschuß hat nach eingehenden Beratungen beschlossen, dem Bundesvorstand für das kommende Spieljahr 1950/51 zu empfehlen, bei Punktgleichheit nicht mehr das Divisions-, sondern zur Förderung der allgemeinen Spielkultur und der Hebung des Spielgedankens das Subtraktionsverfahren in Anwendung zu bringen. (Hierbei werden die Minus- von den Plustoren abgezogen.) 4. Ab 1. August 1950 dürfen für die ersten Mannschaften aller Spielklassen nur noch solche Fußbälle Verwendung finden, die den internationalen Maßen entsprechen. Der Bundesspielausschuß wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bundes-Schiedsrichterausschuß die Einhaltung dieser Anordnung überwachen. Nach den internationalen Bestimmungen müssen Fußbälle einen Umfang von mindestens 68 und höchstens 71 cm und ein Gewicht von mindestens 306 und höchstens 453 Gramm haben. s. Die Termine der Länder-Pokalspiele für das Jahr 1950/51 werden auf der anläßlich des Endspiels um die deutsche FußballMeisterschaft am 24. Juni 1950 In Berlin stattfindenden Arbeitstagung festgelegt. KN Zwischenrunde(Deutsche Meisterschaftt: Gelsenkirchen: NE St. Pauli— Spygg. Fürth 1:2(0:2), Nürnberg: VIB Stuttgart— 1. FO Kaiserslautern 5:2(2:0). Düsseldorf: Kickers Offenbach— Hamburger SV 3:2(0:2), Frank. kurt: VIR Mannheim— Preußen Dellbrück 1:2(0:0). West. Freundschaft: Rheydter Spy— Schalke 04(Sa.) 1:4, Preußen Münster— VIn Oldenburg 6:0. Pokal-Spielet Tura Essen— ETB Schwarz-Weiß Essen 1:5, Turu Düsseldorf— Dutsburg o8 6:1, Borussia M.-Gladbach— Hamborn 07 verlegt auf den 7. Juni, Preußen Krefeld— Union Krefeld 311, Meldericher Spy— Dulsburger Spy 2:0, 7B Eickel— Spfr. Katernberg 32, VIB Marathon Remscheid— Spygg. Herten 6:1, Westfalla Herne— Rot-Weiß Oberhausen 2:3, Arminia Bielefeld— Hombruch 09 811, VIB Bottrop— Wattenscheid os 3:1, VfI. Bochum — Preußen Münster 4:3, VfI. Benrath— STV Horst 0:2, Tus Derschlag— BergischGladbach 09 1:3, SV Baesweiler— Viktoria Alsdorf 211, VfL Witten— Spygg. Röhlinglinghausen 211, Schwarz-Weiß Düren= 8C West Köln 2:2 nach Verläng., Tura Bonn— Bonner FV 211, FV Godesberg— Troisdorf 0s verlegt auf den 9. Juni, Jugend Bergheim — Rapid Köln 1:0, Opladen— Bayer Leverkusen 0:2, SG Eschweller— Rhenania Würselen 0:3. Nord: Aufstiegsspiele: Altona 93— TSV Goslar 6:2, Eintracht Osnabrück— Post Hamburg 811.— Auswahlspiel: SchweswigHolstein— Westfalen(Amateure) 2:2. Süd: Aufstiegsspiele: Gruppe 1: Bayern Hof— VII. Neckarau 4:0, Viktoris Aschaffenburg— Ulm 46 1:3; Gruppe 2: Darmstadt 90— Union Böckingen 311, 1. FE Bamberg— 1. FC Pforzheim 0:2.— Freundschaftsspiele: Eintracht Frankfurt— 1. FE Saarbrücken(Sa.) 0:3, Stuttgarter Kickers— Racing Paris(Sa.) 711, Bayern München— Florenz. 0:3, BC Augsburg— Racing Paris 2:3, VIB Coburg— FSV Frankfurt ausger.. FE Bayreuth— FSV Frankfurt(Sa.) 1•4. Oberliga Südwest: Gruppe Nord: Phönix Ludwigshafen— VIR Kaiserslautern 311. Mainz 05— FV Engers 377.— Gruppe Süd: Trossingen— Spygg. Offenburg 3:3, SV Tübingen— SC Freiburg 222, Fe Rastatt— SSV Reutlingen ausgefallen.— Freundschaftsspiele: Eintracht Trier— Bremerhaven 93 4:4, FK Pirmasens— 1. Fe Köln 211. Berlin: Turnier bei HerthalBsC: SC Südring— SC Westend(Sa.) 3:2, HerthaBsC— MTV Braunschweig(Sa.) 1:4, HerthalBsC— SC Westend 2:3. West, II. Division: Freundschaftsspiele: Union Ohlings— VIB Ruhrort 1:2, VfB Börnig— Westfalla Herne 2:3. Westdeutsche Amateurligen Westdeutsche Meisterschaft: Düren 90— TSV Detmold 233(1:1). Niederrhein: Gruppe 2(Mstr.): 1. Spyag. Solingen-Gräfrath— Essen-West 31 1:2, Dse Dellwig 28— Eller 04 2:2, Tus Helene Essen — VIR Neuß 211, Tus Radevormwald= BV 04 Düsseldorf 24, Adler Frintrop— Karnap 07 210.— Freundschaft: SSV Hagen— Lundiberg Stockholm 2:0, Union Günnigiele — Tus Milspe 0:4, Wetter 1910— TBV Men. gede 2:5, VIB Lünen— Spfr. Gladbeck 4:3 Arminia Ickern— Union Günnigfeld 2:2. Handball Vorrunde(Deutsche Meisterschaft): RSU Mülheim— SC Rehberge 18:3, Pollzel Hamburg— SG Dietzenbach 14:9, FA Göppingen — Spfr. Gevelsberg 1337, SG Haßloch— 1V Hassee-Winterbek Kiel 5:9.— Freundschaltsspiele: Union Annen— Majorna Göteborg (Sa.) 1:17, Fiensburger Tbd.— Redbergslid Gôteborg(Sa.) 10:12. Westfalen: Pokalspiele: Eintracht Hagen — Germania Lütgendortmund 16:10, Fichte Hagen— Viktoria Westerholt 10:13, GrünWeiß Dankersen— Eintracht Minden 13:10 nach Verlängerung. Niederrhein(Westdeutscher Frauen-Pokal): Vorschlußrunde: SV 04 Düsseldorf— TV Styrum 11:2, Tus Lintfort— VIB EssenNord 711. Nur neun Spiele im West Joto Die Westdeutsche Fußball- Toto- Gmbll. meldet für ihren 63. Spieltag(3./4. Juni) einen Umsatz von insgesamt DM 1 193 646,50, und zwar DM 1028 667,— für die Hauptwette und DM 164 979,50 für die Zusatzwette. Für die Wertung in der Zehner-Reihe stehen nur nenn Ergebnisse zur Verfügung, da drei der aufgeführten Spiele nicht stattfanden, nämlich Nr. 7(Alemannia Aachen— ASV Durlach), Nr. s(Tus Neuendorf— Schalke 04) und Nr. 10(Ulm 46— VII. Neckarau). So zählen bei Anwendung der gleitenden Skala zu den Gewinnern im 1. Rang neun richtige, im 2. Rang acht richtige und Im 3. Rang sieben richtige Ergebnisse Die richtige Reihe: 2 1 1 1B1aazas1. Kandidalen für die Olymp a-Kernzelle Westdeutsche Kanuten trafen sich auf dem Hengsteysee Zum ersten Großereignis des neuen Kanu-Jahres gestaltete sich am Sonntag die Regatta des Kanuverbandes Nordrhein-Westfalen auf dem Hengsteysee bei Herdecke, die in 71 Rennen nicht weniger als 531 Boote mit 918 Wettkämpfern auf das Wasser brachte. Bei herrlichem Wetter fiel auch mit mehreren tausend Zuschauern die Anteilnahme der Kanusportfreunde sehr groß aus. Es kam zu vielen spannenden Rennen, vor allem auch bei den Senioren deren Sieger sich für die Olympia- Vorbereitungszelle qualifizierten, die erstmals in vierzehn Tagen in Kassel zusammentrifft. Die Ergebnisse der Senieren-Rennen: Männer: Einer-Kajak: 1. Klaus(WSV Minden), 2. Miltenberger(Herdecker KC), 3. Knepper(KC Lünen); Zweier-Kajak: 1 Knepper /Kleine(KC Lünen), 2. Schübe Eichmann(Preier WSV Dortmund), 8. Springmann Springmann(Mülheimer KSV); Vierer-Kajak. 1. Mülheimer KSV (Springmann, Springmann, Kalenskt Boes), 2. Holzheimer SG, 3. Wanderfalkt Essen, Zweier-Kanadier. I. Rinke Küpper (Wuppertaler KC), 2. und 3. VIK Wuppertal; Mannschafts-Kanadier: 1. Wuppertaler KC, 2. Linden-Dahlhausener KC, 3. Bochumer KC. Frauen: Einer-Kajak: 1. Josefa Köster (Lippstadt), 2 Ortmann(Herford), 3. Schmitz(Düsseldorf), Zweier-Kajak: 1. Schleebuch Toschka(Holzheim), 2 Schmitz Paar(Rheintreue Düsseldorf); Vereinsstaffel 4 mal 400 m: 1. Mülhermer KSV, 2. VKC Köln, 3. KC Lünen. 109 m in 19.9 Sek. lief der Bonner Münks beim Bonner Universitätskampf zwischen Bonn und Upsala(Schweden). Der Schwede Malmberg belegte mit 11.0 Sekunden den zweiten Platz. Die 899 m gewann der Bonner Spree in 1197.8 Minuten. Dsamatischen Mamp), in Wllaseldost Ast Köhnte-ZrO-Vorsprung Nieht-Halten Hamburger SV- Otfenbacher Kickers 2: 3(2:0)- Offenbacht letzte Vierteistunde war großartig Die„Roten Teufel“ ohne Feuer VfR Stuttgart— 1. Fe Kaiserslautern 5:2(2:0) Der Sieger spielte kraftvoller Suttgart: Schmid: Retter. Steimle: Otterbach, Ledl, Barufka: Läpple, Schlienz. Bühler, Baitinger, Blessing. erslautern: Adam: Huppertz, Kohlmeyer: Gawliczek, Liebrich II. Klee: Grevenig, Fritz Walter. Otmar Walter. Basler. Volz. schiedsrichter: Hamm(Eschweiler). Zuschauer: 42 000 in Nürnberg. Tore: 1:0 Schlienz(12. Min.). 2:0 Bühler (41. Min.); 2:1 Grevenig(50. Min.); 3:1 Läpple(52. Min.), 4:1 Baitinger 75. Min.), 5:1 Blessing(77. Min.): 5:2 Otmar Walter(83. Min.). Nürnberg. Noch bevor das erste Tor zefallen war, erwies sich die hervorragende Verfassung der Stuttgarter Lauferreihe, in der Barufka einen groen Tag hatte Fritz Walter wechselte zwar gleich nach dem Anstoß seinen Platz mit Gawliczek, aber seinen Bewacher Barufka wurde er damit nicht los, wie ein Schatten blieb dieser auf seinen Spuren Ein feines Durchspiel Barufkas schaffte in der 12. Minute die Vorbedingung für das Führungstor, das Schlienz auf Vorlage von Läpple mit flachem Schuß erzielte. Otterbach entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einem glänzenden Partner Barufkas, die ihre Außen Blessing und Läppie ausgezeichnet in Szene setzten. während die Halbstürmer Schlienz und Baitinger den jungen Mittelstürmer mitrissen, der in der 41. Minute eine Läpple-Flanke sauber zum 2:0 verwandelte In der zweiten Hälfte wurde die Stuttgarter Läuferreihe mit den Halbstürmern noch mehr zum feldbeherrschenden Faktor, zumal die„Lauterer“ reichlich abgespannt und müde wirkten. Zwar konnte zunächst Grevenig eine Fritz-Walter-Flanke über Schmid ins Stuttgarter Tor bringen, aber zwei Miauten später hatte eine verwirrende Kombination Baitinger— Schlienz— Läppie den schwachen Hoffnungsfunken des 1 FCK wieder erlöschen lassen Während Stuttgart seinen Sperriegel in die Nähe der Mittellinie verlegte, gaben sich Adam im Kaiserslauterner Tor und besonders Kohlmeyer größte Mühe, den gegnerischen Ansturm zu meistern. Ihnen war es zu danken, daß erst in der 75 und 77 Minute durch Baitinger und Blessing die nächsten Tore fielen. allerdings so zwangsläufig und nach meisterlicher Kombination, daß alle Aufopferung vergeblich blieb. Otmar Walters zweites Tor für die Pfälzer entsprang einer Musterkomblnation auf dem linken Flügel zwischen Liebrich II der nach der Pause Linksaußen spielte. Fritz und Otmar Walter. der den einzigen Fehler des Stuttgarter Hüters Schmid kaltblütig ausnutzte und einköpfte An der klaren Entscheiduns hat die gesamte Stuttgarter Elf ihr Verdienst. Retter und Steimle beherrschten souverän den gegnerischen Sturm. Stopper Ledl ließ Otmar Walter nur wenig Spielraum, Otterbach und Barufka kurbelten das eigne Sturmspiel mächtig an und der junge Bühler in der Sturmmitte erwies sich als ein intelligenter, trickreicher Spieler, der auf die Ideen seiner Nebenspieler gut einging. Läpple und Blessing, der eine Minute vor Schluß nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Huppertz ausschied, waren zwei gefährliche Außen. Daß Kaiserslauterns Niederlage in erträglichen Grenzen blieb, ist das Verdienst von Adam und Kohlmeyer. Die gesamte Läuferreihe(nach der Pause spielte Basler linker Läufer) bot ein schwaches Deckungsspiel. Zwischen dem Sturm klaffte eine Lücke, die niemand zu überbrücken vermochte, auch die an sich schnellen und einsatzfreudigen Flügelstürmer nicht. der Torlinie, als ein von Buhtz an Warning vorbeigespielter Ball einfach nicht mehr erreichbar erschien. Trenkel stand auf der Torlinie. als Buhtz wieder freistehend schoß, und dann war es Posipal, der in letzter Sekunde für seinen überspielten Torwart rettete. Das 2:1 von Buhtz war ein prachtvoller Kopfball, auf eine Weber-Flanke so unter die Torlatte gesetzt, daß er zu Boden„federte“. Warning erreichte den Ball, aber er hatte die Torlinie glatt überschritten. Die 67. Minute brachte ein zweites Offenbacher Tor. Kaufholds Schuß ging über die Torlinie, aber hier stand Wirsching, nach Ansicht von Witthaus abseits, so daß er diesen Treffer unter großem Protest nicht gab. Herrlich ein Schuß von Buhtz in der 70. Minute, den Posipal auf der Torlinie abwehrte, noch schöner der Bombenschuß vier Minuten später, den Warning nie erreichen konnte. Witthaus gab Freistoß für Offenbach, er sagte später, daß er vor dem Schuß bereits das Vergehen an Buhtz (Nachtreten von Posipal) abgepfiffen hätte. Sofort waren Zuschauer auf dem Spielfeld, Polizei mußte eingreifen, es drohte dramatisch zu werden. Da kam eine Minute später ein Handelfmeter (Spundflasche), auch nicht ganz klar, da der Hamburger mit dem Rücken zum Schiedsrichter stand. Warning hielt den Piccard-Schuß. Ein Glück, daß noch die Tore fielen. Warning wurde allerdings beim 2:2 regelwidrig angesprungen und über die Torlinie geworfen. Man hatte den Eindruck, daß Witthaus in dieser Situation das Tor gab, um die Gemüter zu beruhigen. Daß dann Offenbach auch noch gewann, rettete die ganze etwas peinliche Situation. Es ist ein verdienter Sieg. Nach einem schwachen Start deutete Offenbach in der letzten Viertelstunde vor der Pause schon eine Verbesserung an und war dann die überlegene Mannschaft, besonders eindrucksvoll in den letzten 20 Minuten, als der HSV einfach nicht mehr da war und nur noch verteidigen konnte. Ueberragend Piccard, später sehr sicher auch die Verteidgung EmbergerNagel, ein unauffällig, aber für den Aufbau ungemein wirkungsvoll spielender Läufer Schreiner. Von Buhtz gine Im Angriff die große Gefahr aus, Weber und Wirsching beherrschten nach der Pause das Mittelfeld, aber da lief eben das Spiel und zwangsläufig wurde alles mitgerissen. Nach dem so erfolgreichen Start hatte der HSV wirklich alle Trümpfe in der Hand. Er vergab sie, weil die Mannschaft das Tempo(bewußt?) bis zur Pause abflauen ließ. Wahrscheinlich wäre Offenbach in der ersten halben Stunde zahlenmäßig ausgespielt worden, wenn Hamburg weiter so torhungrig geblieben wäre wie in den ersten Minuten. Ausgezeichnet Warning, sehr gut Trenkel, auch Posipal lange Zeit gut, aber dann ging im herrlichen Offenbacher Spiel alles unter, und selbst Spundflasche schien einfach fertig zu sein, so gut er auch bis zur 70. Minute das Mittelfeld mit seinem eleganten Spiel beherrscht hatte. Der HSV-Sturm fiel nach dem ausgezeichneten Start ab. er hatte nicht den Stürmer, der es verstanden hätte, eine gewisse Ruhe in das Spiel zu bringen. So gut verschiedene Aktionen auch nach der Pause noch waren, zuguterletzt war alles zu überhastet. Witthaus hatte mit seinen Entscheidungen(rein pubiikumsmäßig) keine glückliche Hand. vor allem sah der Elfmeter doch stark nach Konzession aus und auch das Tor zum 2:2 war so, daß der Angriff auf Warning nicht den Regeln entsprach. Der Wettschein für den 10./11. Juni Fürth— VIB Stuttgart(Frankf.) 133 Offenbach— Pr. Dellbrück(Stuttg.) 1:2 SV Detmold— SC Cronenberg 2:1 Düren 99— Alemannis Aachen(Sa) 1:1 Sus Gütersloh— Spfr. Katernberg(Sa) 1•2 Eintr. Osnabrück— Schalke 04 2:0 SSV Reutlingen— SV Waldhof(Sa) 2:2 Bayern Hof— Ulm 46 132 1. FC Pforzheim- SV Darmstadt 93 2:1 Tus Neuendorf— Olympique Lille 4:2 STV Horst— Bayer Leverkusen 431 Mar. Remscheid— Vohwinkel 80 oder SSV Wuppertal Arm. Bielefeld— Union Gelsenkirchen 2:9 Keine Meisterschaft mehr mit 5 /1000. Tor Wichtige Beschlüsse des DFB-Spielausschusses/ Nationalmannschaft wird gesucht Westdeutsche Pokalrunde gestartet Favoritenslege und Ueberraschungen Oberliga-Vereine hatten es sehr schwer Einige Spiele der ersten Runde des vom Westdeutschen Fußball-Verband ausgeschriebenen Pokalwettbewerbs fanden bereits Samstag statt. An Ueberraschungen fehlte es nicht. Ueberraschend stark war der VIB Marathon Remscheid beim 6:1(3:0) vor 2000 Zuschauern über die Spyg Herten. Der Amateurligist Tura Benn vermochte den Bonner FV vor 2000 Zuschauern verdient 2:1(2:0) zu schlagen. Vor allem in der ersten Hälfte war die Tura weit besser. Der STV Horst kam in stärkster Besetzung zum VfI. Benrath und gewann nach sehr schönem Spiel verdient 2:0 (0:0). Halblinker Sense und Linksaußen Sahm erzielten die Tore Wischner und der Benrather Peters verschossen je einen Handelfmeter. Benrath ohne Pitton, wehrte sich tapfer, war aber technisch und in der Spielanlage unterlegen 1200 Zuschauer erfreuten sich in Düsseldorf an dem frischen und energischen Spiel der Turu, die den aus der Oberliga absteigenden Duisburger FV O8 6:1(1:0) überfuhr. Gute Kombinationen und große Entschlossenheit brachten Schwarz-Weiß Essen das 6:1(1:0) beim Lokalrivalen Tura ein Was gab es Sonntag! Borussia Dortmund, Rot-Weiß Essen, Schalke e4, 1. FE Köln, Rheydter Spy und vortuns Düsseldort machen von den Vertragsspieler-Vereinen hier nicht mit Preußen Dellbrück kann infolge des weiteren vorrückens in der Deutschen Meisterschaft noch nicht eingreifen, während einige Spiele erst Mitte der Woche ausgetragen werden. An Ueberraschungen fehlte es nicht. So scheiterte Preußen Münster am VII. Bochum und Katernberg ließ sich in Eickel hereinlegen. Auch die Amateurmannschaften schnitten verschiedentlich unerwartet gut ab. Wenn auch Arminia Bielefeld gegen Hombruch 09 Favorit war, so überrascht doch das klare 8:1(5:1). Vor 4000 Zuschauern tielen vier Tore durch Hasse, zwei durch Schussig und je eins durch Berning und Marx. Pothmann erzieite bei 4:e das Ehrentor durch Elfmeter. BV Opladen wurde von Bayer Leverkusen völlig in die Verteidigung gedrängt, kam aber nur zu zwei Treffern durch Becks (17 Minutel und Pütz(Kopfball in der 30. Minute). Bei der guten Abwehr der Gastgeber blieb es bei diesem 0:2(0:2). Bester Spieler des Feldes war der Leverkusener Kirschberg. Schalker Kreisel lief Rheydter Spy unterliegt 1:4(1:2) 10 000 Zuschauer waren am Samstag in Rheydt begeistert vom Schalker Fußballzauber Es zeigte sich hier ziemlich deutlich daß die Rheydter mit ihrem großen Kampfeseifer allein in der Oberliga nicht bestehen können. Auch als bei der Pause Mittelläufer Pliska eintrat, konnte das Schalker Spiel nicht gestoppt werden. Eppenhoff Güttgemanns, Zwickhöfer(2) und Matzek schossen in dieser Reihenfolge die Tore zum 411(2•1). Bei den„Knappen“ war Borneliesen anstelle von Kwistkowski im Tor sehr gut. Der Sturm spielte in der Besetzung Matzek-Ebert—Eppenhoff—Zwichhöfer— Bchring ausgezeichnet zusammen. Bilder im Werte von 200 Millionen Mark gestohlen Rembrandt“ in der Bauernscheune enndeckt 200 Kunstwerke ins Ausland verschoben- Größte Affaire aller Zeiten e un uer unhece uenrte Schwarzer„Johann Strauß“ spi Ein Abend in Dortmund##ringt ihm immerhin 12 500 DM ein ünt Jahre sind seit denen Mottoo gz,; arneritantuchen Solaaten— eubenachten Bunier des ebertgallggntzghlen wurden. Bei den allgemeinen volle Gemülde berühmter Meister ve..„ziggg Diebe in den Bunker einge. Plünderungen waren auch einige Oewriesen. gntdeget, in denen die kostbarvungen, uud hotten vor: Lergzidesammlungen vor den Romden geschütet sten Büder der deutschen Ceroohu..„Aut, waren Gelegenheitsdiebe und hatwerden solten. Die meisten Zener—.. igr Gemälde. Man berechnet den ten keine Ahnung von dem großen Wert dex Milignen Dollar, also 200 MilWert der gestohlenen Kunstwerke auf etwa so Millionen tionen Mark. np München, 3. Juni. Nach Aussagen von Fachleuten ist eine Diebstahlssumme von 200 Millionen für Bilder in der Kriminalgeschichte der ganzen Welt noch nicht vorgekommen. Unter den geraubten Bildern befanden sich Werke von Rembrandt, Jan Steen, Spitzweg, van Dyck, Lukas Cranach, Hans Baldung-Grien und Lorenzo de Credi. Seit fünf Jahren fahnden Spezialbeamte der Münchner Kriminalpolizei zusammen mit amerikanischen Kollegen nach den geraubten Kunstwerken. Nachdem die Militärregierung den Dieben solcher Bilder Straffreiheit zugesichert hatte, wurden 54 Gemälde freiwillig abgeliefert. Aus mühseliger Kleinarbeit setzt sich die Fahndung nach den anderen Werken zusammen; denn die Plünderer wissen oft gar sicht, welchen Schatz sie„erworben“ laben und hängen die alten Meister Ihnungslos in der guten Stube an die Nand. So konnten durch die Beamlen der Kriminalpolizei erst 130 Gemälde aus den verschiedensten Verstecken wieder herbeigeholt werden. Spitzweg aus dem Rahmen geschnitten Da hing zum Beispiel Rembrandt in einer Bauernscheune— er war für ein paar Pfund Butter verhamstert worden— und van Dyck verstaubte in einem Arbeiterwohnhaus unter dem Speicherkram. Spitzweg war aus dem Rahmen geschnitten und zusammengecollt unter einem Kleiderschrank versteckt worden. Ein Gemälde von Salonon von Ruysdael war in Streifen zerletzt in die Mülltonne gewandert. Es hatte für ein Familienfoto Platz machen müssen. Ein Handkarren mit alten Meistern Manchmal wurden mit den Bildern such Schiebergeschäfte gemacht. In einem Fall meldeten aufgeklärte StraBenpassanten, daß ein Handkarren voll Bilder in der X-Straße abgeliefert worlen sei. Da die Kriminalbeamten keine Hausdurchsuchung vornehmen durften, versuchten sie es mit dem Schnüffeln. Krieg gegen die Muikäter Sechs Milliarden wurden vernichtet bg Mannheim, 3. Juni.(Eigenbericht.) Der seit Anfang Mai im ganzen Bundesgebiet planmäßig durchgeführte Krieg gegen die Maikäfer dürfte zu einem großen Erfolg geführt haben. In dem bei Mannheim gelegenen Viernheimer Wald wurden, um nur ein einzelnes Beispiel anzuführen, etwa 80 000 Kilo Giftstoff zerstäubt, wobei man sich eines Tornado-Großgeräts und eines Kleingeräts bediente. Nach vorsichtigen Schätzungen sind auf Grund der Zählunterlagen allein in diesem Wald, wo in den letzten zwei Jahren 260 Hektar Neukulturen angelegt wurden, rund 100 Millionen Maikäfer vernichtet worden, während in ganz WürttembergBaden etwa sechs Milliarden Maikäfer beseitigt werden konnten. Sie hatten Erfolg und fanden in einem In der Nähe gelegenen Rufnenkeller acht bekannte Gemälde. Um vor Uberraschungen sicher zu sein, hatte ein anderer„Bilderhändler“, der das Gemälde„Marktplatz von Venedig“ von Canaletto verkaufen wollte, die Käufer in eine Waldschneise an der Autobahn gebeten. Die Käufer erschienen pünktlich— es waren Kriminalbeamte. Spesen spielen bei der Bilderfahndung keine Rolle. Die Bilder sind immer wichtiger als der Dieb oder der Hehler. Man hofft, noch einige der wertvollsten Gemälde auffinden zu können, rechnet allerdings damit, daß bisher etwa 200 dieser Kunstwerke bereits in den Koffern internationaler Schieber über die Grenzen ins Ausland geschmugelt worden sind, wo als Aufkäufer neben privaten„Liebhabern“ auch Gemäldegalerien aufgetreten sein sollen. Mit Strom-Sporen geritten Jockey in USA ausgeschlossen ca New York, 3. Juni. Ein amerikanischer Jockey wurde von allen Rennen ausgeschlossen, weil er elektrische Sporen gebrauchte. Er trug eine kleine Batterie in der Tasche, aus der Drähte zu den Weichen des Pferdes führten. Beim Starten drückte er auf einen Kontakt, damit das Pferd durch den Schrecken schneller vom Startplatz lief. Ebenso gebrauchte er Stromstöße im Endspurt. Ende des Jahres soll in New Vork eine repräsentative Schau unter dem Titel „Amerikanische Malerei 1950“ stattfinden. 18 angesehene Maler und Bildhauer der Vereinigten Staaten protestierten schon jetzt in einem offenen Brief gegen die Jury, deren Mitglieder notorische Gegner der modernen Kunst seien. Stockholm verurteilt ingridBergman Neue Ehe ist nichtig— Schon die Scheidung war ungesetzlich me Stockholm, 3. Juni In einem Brief an schwedische Verwandte schrieb Ingrid Bergman dieser Tage aus Rom, daß sie und Roberto von dem Augenblick an, an dem das Paar die Unmöglichkeit einer EheschlieBung ohne das erforderliche Ehefähigkeitszeugnis in Italien und Europa ein gesehen habe, alles versucht hätten, um trotzdem getraut zu werden. Zu ihrer mexikanischen Trauung habe ein Telefongespräch von zehn Minuten von Italien nach Mexiko sowie ein fetter Scheck gehört, und alles wäre in Ordnung gewesen. In Stockholm ist man jedoch keineswegs einhellig der Ansicht, daß alles in Ordnung sei. Der Fall beschäftigt an erster Stelle die Oskars-Gemeinde, in deren Kirchenbüchern die Bergman geführt wird. Advokat Gunnar Stjernstedt erklärt hier ganz offen, daß eine etwaige legale Wiederverheiratung— die jetzige Heirat wird als illegal bezeichnet— nach schwedischem Recht Bigamie darstelle. Da hier aber Ferntrauungen rechtsunwirksam seien, sei Ingrid Bergmann nach wie vor rechtskräftig mit Dr. Aron Lindström verheiratet, und das unehelich geborene Kind Roberto müsse als der Sohn Dr. Lindströms angesehen werden, da von seiner Seite die Vaterschaft nicht bestritten werde. Die Nachricht von der Ferntrauung mit Rosselini in Juarez in Mexiko in Abwesenheit der Brautleute hat in ganz Schweden ganz außerordentliches Aufsehen erregt. Von juristischer Seite wird darauf hingewiesen, daß die Eheschließung vielleicht in Mexiko Rechtskraft besitze, nicht jedoch in Schweden oder Italien. Es sei somit unmöglich, daß nach internationalen Rechtsbegriffen Ingrid Bergman und Roberto Rosselini sich als legal verheiratete Eheleute betrachten könnten. Dr. F. Dortmund, 2. Juni Montag, den 12. Juni, trifft von Stockholm kommend, Jazzkönig Duke Ellington in Dortmund ein, der augenblicklich in einigen größeren Städten der Bundesrepublik gastiert: Seine Gage In Dortmund beträgt die runde Summe von 12500 DM. Duke Ellington, der mit seinen 21 meist kaffeebraunen Trabanten durch Deutschland reist, ist kein gewöhnlicher Jazzmusikant. Schon die lange Reihe der schmückenden Beinamen beweist, daß er einen Sonderfall darstellt. Der „dunkle Herzog“,„schwarzer Johann Strauß“,„König des Jazz“,„Der Zauberer“ sind nur einige der Ehrentitel, die ihm die Reklame und begeisterte Kritiker vorantragen. Und wenn Persönlichkeiten von der absoluten Zuverlässigkeit und der unbestrittenen Autorität eines Richard Strauß und Arturo Toscanini von der einmaligen Musikalität dieses Künstlerwunders sprechen, das aus dem Negerviertel New Yorks plötzlich zur Weltberühmtheit aufblühte, so will das schon etwas heißen. Kein Dschungelstil Und in der Tat: dieser Ellington, dem seine Schulkameraden das Adelsprädikat verliehen, ist mit Einfällen so gesegnet wie die großen Klassiker der Kulturgeschichte. Nicht seine hundertfachen Schlagererfolge, die er an tanzlustigen Abenden aus dem schüttelte, charakterisieren seine Eigenart. Er ist in des Wortes bester Bedeutung ein Sinfoniker, der all die trivialen, banalen, süßlichen und perversen Melodien durch das Filter seines sauberen Musikantentums laufen ließ und zu neuer künstlerischer Wirkung aufhöhte. Seine Suiten werden zu Stimmungsbildern der Gesenwart. Es herrscht, in ihnen keineswegs jener„Dschungelstil“, wie er in den Bebop-Orgien besessener Barakrobaten zum Ausdruck kommt oder in den schwülen Gleitrhythmen parfümierter„Halbseide“ über das Parkett schleicht. Ellington ist nicht weniger fanatisch als die dampfenden und schwitzenden Opfer der Dauertanzkonkurrenzen, aber er bleibt elementar, echt, mitreißend in der Souveränität seiner musikalischen Aussage. Der Sohn eines Regierungsang ten hat eine durchgreifende und konservatoristische Ausbildung erhalt ten. Mit einer kleinen Jazzband machte Falscher Hitler trank gern Freibier Das abgeschnittene Hitlerbärtchen kostet Gefüngnis dmt Gießen, 3. Juni Eine vergnügliche Gerichtsverhandlung spielte sich in Gießen ab, als drei Angeklagte vor den Schranken standen, die einem Gießener Krankenpfleger die stadtbekannte Hitler-Locke und das dazu gehörige Bärtchen in einer alkoholgeschwängerten Nacht abgeschnitten hatten. Der Richter hatte Humor genug, einen der Angeklagten, der betrunken zur Verhandlung kam, mit den Worten zu begrüßen:„Sie hatten wohl Badeanzüge- Kur unter der Ihielte München reißt sich um„Lastex“-Kombinationen für 90 DM tt München, 2. Juni. In allen Münchener Sport- und -Wäschegeschäften herrscht seit einigen Tagen Hausse im Verkauf von Badeanzügen und Strandkombinationen. Der Schlager der Saison ist der„Lastex“Badeanzug, dessen Gewebe aus hauchfeinen Gummifäden mit Wolle oder Seide umwirkt, sich fest und geschmeiRöntgenspezialisten trafen sich 32. Kongreß der Röntgengesellschaft in Recklinghausen ez Reklinghausen Von unserem Mitarbeiter Seit dem 1. Juni flattert vor dem Städtischen Saalbau in Recklinghausen las Schwarz-Rot-Gold des Bundesstaates neben den Fahnen der westleutschen Länder. Zum 32. Male treften sich hier westdeutsche Röntgenwezialisten auf dem jährlichen Konfreß der deutschen Röntgengesellschaft tur Aussprache und wissenschaftlichen Diskussion. Tagungsleiter Dr. Schulte wies auf die bahnbrechende Arbeit Jeutscher Röntgenologen hin und beseichnete es als vordringlichste Maßaahme, die Deutsche Krebsforschungsgesellschaft wieder aufleben zu lassen. Mit der wissenschaftlichen Tagung ist eine Leistungsschau der deutschen Fachindustrie verbunden. Siemens-Reiniger, Bawver-Leverkusen oder Voigtländer zeigen in einer reichhaltigen Ausstellung Spitzenerzeugnisse auf dem Sebiet der Röntgenfotografie, konstruktiv verbesserte Röntgeneinrichtungen und Ultraschalltherapiegeräte in teilweise neuartigen Ausführungen. Besonderes Interesse der Fachleute rrregte die„Seriomat“-Schirmbildeinrichtung, die für den Großeinsatz der Röntgenuntersuchung bei der Tuberrulosebekämpfung beachtenswerte Verelle bietet. Auch die Siemene„Röntgenkugel“ als Kleingerät für den praktischen Arzt fand weitgehende Beachtung. Die Fotofirmen zeigten Kontrastmittel, neue Erzeugnisse zum Entwickeln und Fixieren, Folien und Leuchtschirme. Die wissenschaftlichen Referate werden von Kapazitäten europäischen Rufes gehalten. Von den ausländischen Gästen sprechen Dr. Lacassagne, Paris. Professor Siebert, Stockholm, und der Londoner Röntgenologe Dr. Herrnheiser. Der bekannte Sulfonamidforscher Dr. Domagk aus Elberfeld hielt das erste Referat der Tagung über Probleme der Geschwulstforschung. Kurzschluß vernichtete Europas modernste Papierfabrik dpa Paris, 3. Juni. Eine der modernsten französischen und europäischen Papierfabriken, La Rochette in Laneuville, einem Vorort von Nancy, wurde in der Nacht zum Donnerstag vollständig durch Feuer zerstört. Der Schaden beläuft sich auf über 25 Millionen D-Mark. Die Fabrik hatte erst in den letzten Tagen im Rahmen des Marshallpianes die neuesten amerikanischen Macchinen erbalten. Das Feuer soll durch Kurzschluß entstanden sein. dig wie eine Haut an den Körper anschmiegt. Die Firmen sind der starken Nachfrage nicht gewachsen, obwohl der Preis für einen Anzug zwischen fünf“ zig und neunzig DM schwankt. So wird der„Seiden-Lastex“ teilweise schon wieder unter dem Ladentisch an besonders gute Kunden abgegeben. Die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so beliebten„Bikini-Modelle“ dagegen sind in München ganz und gar nicht gefragt.„Die Ursache“, so meint ein Kaufmann,„liegt wohl darin, daß der Kreis derer, die es sich leisten können, so ausgezogen baden zu gehen, sehr begrenzt ist“. Und schließlich fiel man ja am Ende auch noch unter das Schmutz- und Schundgesetz. Angst, dem Führer nochmals in die Augen zu sehen“. Die Angeklagten so ergab sich aus der Verhandlung hatten den falschen Hitler in der Tatnacht völlig betrunken gemacht, ehe sie ihm Bart und Locke wegschnitten. Daß dabei auch zwei Zähne verloren gingen, mag viel dazu beigetragen haben, daß zwei der Angeklagten zu sechs und vier Wochen Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurden. Auch die Zuschauer hatten Sinn für Spaß und marschierten in strammer Haltung an dem falschen Hitler vorbei. desesn Bärtchen bereits wieder sproßte. Vater verlor drei Kinder durch Explosionsunglück dmt Visselhövede, 3. Juni. Bel dem Unglück auf dem Schrottsammelplatz in Visselhövede, wo eine Werfergranate explodierte und sieben Kinder zerriß, wurde eine Familie besonders schwer getroffen: Ein Tischlermeister verlor bei diesem Unglück drei seiner Kinder. 600 Jahre München-Gldabach Wendell Marshall ist der Bassist im Orchester Duke Ellingtons, ein glänzen: der Virtuose und Könner vom krausen Scheitel bis zur Sohle. er Dollars zu weiteren Studien. Und plötzlich war er da, als 1927 die große Gesellschaft der amerikanischen Millionenstadt von den Clubabenden vernahm, die ein Negerboß mit seiner Wunder-Band zu exentrischen Erlebnissen machte. Aber Ellington vertändelte sich nicht an die Erfolge. Er blieb zäh bei der Arbeit und fand seinen Stil. Mann mit Riesenkragen Wenn dieser breitschultrige Mann in einem hellen Sommeranzug federnd, aber doch lässig auf dem Podium steht, ab und zu die geblümte Krawatte an seinem überbreiten Kragen(a la Leo Slezak) zurechtrückt oder einem Musiker die Trompete reicht, so bleibt er dennoch stets in Aktion. Seine großen Schuhe wippen den Takt mit. Seine Arm- und Beinmuskeln zucken in synkopischen Rhythmen, und sein Lächeln glättet einen sanften Klarinetteneinsata, Aber der Höhepunkt des Konzerts náhert sich, wenn er den Flügel zuklappt und wie ein Diktator vor sein Orchester tritt. Dann verdichtet sich eine von elektrischer Spannung geladene Atmosphäre, die den Zuhörerraum meistens in einen Hexenkessel verwandelt. Dr. Julius Friedrich Die Akademie der Künste im Berliner Sowjetsektor will neben dem Heinrichs Mann-Archiv ein Bettina-von-Arnim-Archiv aufbauen, dessen Leitung der holländische Schriftsteller Nico Rost übernehmen soll. Dauer-Niesen im Badeanzug Chemie und Baumwollfäden ca London, 3. Juni. Eine Londoner Textilfabrik kaufte große Mengen Baumwollfäden in Frankreich. Aus dem Garn sollten Badeanzüge hergestellt werden, aber die Arbeiterinnen konnten wegen andauernden Niesens nicht weiterarbeiten. Sie niesten so heftig, daß si nach einigen Tagen krank waren. Wissenschaftler stellten fest, daß das Garn mit Magnesium-Aluminium-Silikat behandelt worden war und deshalb das Niesen verursachte. Rauschgitttabrik wurde in Kopenhagen ausgehoben me Kopenhagen, 3. Juni.(Eigenbericht.) Die dänische Polizei hat eine geheime Rauschgiftfabrik In Kopenhagen ausgehoben, in der in Dänemark ansässige politische Flüchtlinge unter Verwendung einer ganz modern konstruierten Tablettenmaschine Narkotika herstellten, die zu hohen Preisen am Schwarzen Markt verkauft wurden. Anläßlich der 600-Jahrfeier der Stadt MünchenGladbach wurde durch den ältesten Oberbürgermeister des Bundesgebietes, Justizrat Nonnenmüller, der zugleich Oberbürgermeister von München-Gladbach ist (links im Bild), eine Ausstellung, die den vielversprechenden Namen „Jubila“ trägt, in einer öffentlichen Festsitzung eröffnet Hinter Oberbürgermeister Nonnenmüller der Oberbürgermeister von Neuß. Nr. 67 133. Jahrg#ng SCHWERTER ZETTUNG „Montag, den 5. Juni 1930 1 18 Verkehrsunfälle im Mai Schwerte. Der Wonnemonat war für die hiesige Polizei durchaus keine erfreuliche Angelegenheit. Denn sie hatte die traurige Pflicht, insgesamt 18 Verkehrsumälle im Pollzeibezirk Schwerte, zu dem die Aemter Westhofen und Ergste gehören, zu registrieren. Im April hatten wir nur 9 Verkehrsunfälle zu verzeichnen, davon einer mit tödlichem Ausgang, dann vier Leichtverletzte(2 Erwachsene, 2 Kinder) und vier Sachschäden. Achtzehn Verkehrsunfälle waren es im Mai. Davon einer mit tödlichem Ausf ag(ein Kind), 2 Schwerverletzte, 11 Leichtverletzte und Sachschäden in vier Fällen. Der Mai hat also eine Steigerung der Straßenunfälle um 100 Prozent gebracht. Das ist eine traurige Bilanz. Wie aber ist sie zu erklären? Eine solche Zunahme trotz dauernden Hinweises auf die lauernden Gefahren, trotz Verbesserung der Wegeverhältnisse, wie sie im Sommer automatisch zu verzeichnen ist? Es ist doch länger hell, Straßenglätte durch Regen und Schnee treten nicht mehr auf, auch die lästigen Nebel nehmen ab. Die Erklärung ist einfach. Mit Beginn der schönen Jahreszeit mehren sich die Sonntagsfahrer, Leute, die wohl einen Wagen, aber nicht genügend Kenntnis der Verkehrsvorschriften besitzen. Sie wollen im Sommer etwas von ihrem Wagen haben, setzen sich hinein— und fahren los. Sozusagen ohne Rücksicht auf Verluste. Alle diese Kraftfahrzeugbesitzer sollte man inständigst bitten, ihren Fahrkenntnisse oder zumindest ihre Kenntnisse vom richtigen Verhalten auf der Straße aufzufrischen. So sollte man sich unterrichten über die Beschilderung, die Höchstgeschwindigkeiten, über Vorfahrtsrecht und die übrigen unumgänglich notwendigen Spielregeln des StraBe werkehrs. Denn wenn man zusammenstößt, fährt man nicht immer den andern über den Haufen, es kann auch mal vorkommen, daß man selber druntersitzt... „Flügelrad“ zog aufs Land Frohsinn bei jung und alt Schwerte. Mit„Kind und Kegel“ zog der MGV„Flügelrad“ gestern nachmittag hinaus in den Frühling. Die Musik voraus, und so ging es in Richtung Holzen, nachdem man sich zuvor im Vereinslokal Hauß, Bahnhofstraße, festlich versammelt hatte. Ziel war die Gaststätte„Jägerheim“, unweit des Gutes Steinhausen. Für den Nachmittag waren allerlei Ueberraschungen vorbereitet. Es gab eine Verlosung, für die mehrere hundert Gewinne ausgesetzt waren. Für die Kinder waren besondere Belustigun“ gen vorgesehen. Zu den bunten Spielen gabs obendrei noch eine Belohnung. Froh, wie man gekommen, zog man am Abend wieder heimwärts. Der MGV „Flügelrad“, der gegenwärtig etwa 60 aktive Sänger zählt, wird im August sein 35jähriges Bestehen am Freischütz feiern. Am 11. Juni Erstkommunion Schwerte. Der sogenannte„Weiße Sonntag", der für gewöhnlich in der Woche nach Ostern begangen wird— se auch früher in Schwerte— wurde in unserer Stadt in die Zeit des Spätfrühlings verlegt. Das hat natürlich den Vorteil, daß es um diese Jahreszeit vor allem draußen für die leichtbekleideten Erstkommunikanten erträglich ist. Der kommende Sonntag nun steht für die katholische Gemeinde im Zeichen dieses Ehrentages der Jugend. Insgesamt werden 165 Knaben und Mädchen erstmalig an den Tisch des Herrn treten. Die Erstkommunikanten werden morgens gegen 7 Uhr von der alten Handarbeitsschule in der Haselackstraße aus feierlichst abgeholt. Um 7.30 Uhr beginnt die Feier der Erstkommunion. Kriegsversehrte als Gäste Schwerte. Gestern streifte eine Wagenkolonne von weit über hundert Personenwagen unsere Stadt. Sie fuhren von der Iserlohner Straße durch die Hellpothstraße und von da weiter zur Verbandsstraße. Diese sonntägliche Fahrt hatte der DAC unternommen, der Allgemeine Deutsche Automobilclub Witten. Bel ihm waren für den gestrigen Sonntag Kriegsversehrte zu Gast, die in angenehmer Fahrt durch das sonnige Sauerland für einige Stunden die Schwere des Lebens vergessen sollten. Ein heiliges Vermächtnis Der Chor der St. Viktorkirche sang Schwerte. Aus einem tiefen und rellgiösen Empfinden heraus schuf Johann Sebastian Bach seine Werke, die bereits Jahrhunderte überdauerten und immer noch den Vorrang in der kirchlichen Tonkunst haben. Das Gotteshaus ist darum auch die ureigene Stätte für die Aufführung der Werke des unsterblichen Meisters, dessen Tonsprache eine einzige Hymne auf den Schöpfer aller Dinge darstellt. Bach hat das gesungene Bibelwort in einer Weise ausgedeutet, deren Eindringlichkeit kaum ihres gleichen zu suchen hat. Das wurde uns einmal wieder bewußt im Rahmen der am Sonntag dargebotenen„Geistlichen Abendmusik“, zu der der Chor der St. Viktorkirche eingeladen hatte. In das Jahr 1950 fällt der 200. Todestag des Thomaskantors. Diese Denkwürdigkeit gibt uns Veranlassung, sich in Dankbarkeit des großen Vermächtnisses zu erinnern. Ist nicht die Botschaft Bachs gerade auch für unsere Zeit ein Quell der Zuversicht und der inneren, seelischen Ermunterung? Musizierende und Hörende sollen sich im Bach'schen Geiste vereinen, damit unser Leben von wahrer Ehrfurcht und echter Fröhlichkeit durchdrungen wird. Die St. Viktorkirche hat gottlob alle Stürme im Wandel der Jahrhunderte Das Wiedersehen nach 50 jahren Westhofen feiert goldene Konfirmation Westhofen. Am 8. April des Jahres verschönt durch Zitherspiel. Eröffnet Die FDP lädt ein Schwerte. Zu der morgen abend, 20 Uhr, in der Gaststätte Albert Meyer, Friedensstraße, statfindenden Monatsversammlung lädt die FDP Mitglieder und Interessenten ein. Der Vorstand der FDP bittet uns, darauf hinzuweisen, daß morgen, Dienstag, um 20 Uhr, in der Gaststätte Albert Meyer die Monatsversammlung der FDP stattfindet. Auch Freunde und Interessenten sind herzlich eingeladen. 1900 empfingen 31 Knaben und 27 Mädchen in der evangelischen Kirche zu Westhofen zum ersten Mal das heilige Abendmahl. Gestern nun fand in derselben Kirche die erste goldene Korfirmation statt, die jemals in Westhofen gefeiert wurde. Diese schöne und ehrwürdige Sitte, die in andern Gegenden Deutschlands, z. B. in Franken seit langem eingebürgert ist, scheint nun auch bei uns heimisch werden zu wollen. Der Festgottesdienst, vom Posaunenchor und vom Kirchenchor feierlich ausgestaltet, stand unter dem Bibelwort: „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit“. Die Predigt Pastor Wollenwebers galt der Erinnerung— und dem Ausblick. Seinen Worten hörte eine große Anzahl Gemeindeglieder zu. Der festliche Gottesdienst übte eine sehr große Anziehungskraft aus. Am Nachmittage versammelten sich die goldenen Korfirmanden im Gemeindehaus, um, plaudern und sich erinnernd, die alten Bande erneut zu knüpfen. Denn fünfzig Jahre sind eine lange Zeit. Der Tod riß manche Lücke, etliche sind verzogen. Ihren Spuren ging der Organisator dieses Treffens, Heinrich Schmitz, nach und hat nicht eher geruht, bis er sie alle ausfindig gemacht hat. Insgesamt 33 ehemalige Konfirmanden waren erschienen, eine stattliche Anzahl, wenn man bedenkt, daß der Tor bereits 19 von ihnen für immer Tabberufen hat. Auch diejenigen, die nicht anwesend sein konnten, nahmen in Gedanken an dieser Feier teil, wie ihre Briefe und Grüße bewiesen. Der Nachmittag selbst wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Der Eingang zum Gemeindehaus, der Saal war mit Birkengrün festlich geschmückt, auf wurde er durch eine kleine Ansprache Pastor Wollenwebers, der mit seiner Gattin ebenso wie Pfarrer Klinker an der Feier teilnahm. Auch Heinrich Schmitz begrüßte seine ehemaligen Konfirmanden und Konfirmandinnen. Der Höhepunkt der Feier war der Augenblick, in dem Pastor Wollenweber noch einmal an jeden einen Leitspruch ausgab. Ein Erinnerungsblatt genau wie damals, vor fünfzig Jahren, es Pastor Falkenberg getan hatte. Erinnerungen wurden ausgetauscht und viel zu schnell war der Augenblick da, in dem das gemeinsam gesungene Lied: Nun danket alle Gott... die Feier beendete. Eine sehr schöne Sitte ist damit in der alten Freiheit Westhofen aufgelebt. Und mehr als eine Sitte. Die Bindung zwischen Kirche und Gemeindegliedern hat eine Festigung erfahren, die sich sicher sehr segensreich auswirken wird. -er glücklich überstanden. Sie ist die rechte. Stätte zur Wiedergabe der Werke eines Meisters, dem man den Ehrentitel eines „Aünften Evangelisten“ zuspricht. Musikalische Kostbarkeiten werden auch im Chor der St. Viktorkirche behutsam gepflegt. Und so greift der Dirigent, Harald Blauth, Jahrhunderte zurück, um die Juwelen einem andächtig lauschenden Publikum lebensdurchpulst wiederzugeben. Dieses sonntägliche Konzert stand im Zeichen Johann Sebastian Bachs. Die außergewöhnliche Formweitung, die vielfachen Abwandlungen und Stelgerung der Themen der Bach'schen Orgelwerke, so beispielsweise Choralvariationen, gestaltete Harald Blauth zu einem schönen Erlebnis. Ein erhabener Auftakt war das Choralvorspiel(Orgel) und der Choral „Liebster Jesu, wir sind hier.“ Der Chor sang mit voller Hingabe und Beseelung. Geistige Ergriffenheit und schlichte Welträumigkeit sprachen aus der Wiedergabe der Lieder„Steh ich bei meimem Gott“ und„Nicht so traurig“ durch Lieselotte Lipp(Sopran). Sicher bewältigt wurden die konzertante Figuren auf der Orgel bei den Choralvaritationen über„Sei gegrüßt, Jesu gütig“. Wirksam eingesetzt waren die Klangfarben bei der Arie„Ich ende behende mein irdisches Leben“ aus der Kantate Nr. 57„Selig ist der Mann“, ein Werk für Sopran, Violine und Continuo. Lieselotte Lipps heller, hoher Sopran verhalf den Ausdruckswerten des Vortrages zur richtigen Geltung. Eberhard Frommann und Hans Jürgen Krüsemann überzeugten davon, daß sie Stil und Struktur Bachscher Musik beherrschen, so ganz besonders in dem Doppelkonzert in d-moll für zwei Violinen und Continuo, das sie geigerisch einwandfrei und mit innerer Sammlung bewältigten. Eine beachtliche klangliche Kultiviertheit bewies der Chor der St. Viktorkirche bei dem Choral„Vater unser im Himmelreich“. Schließlich seien noch die mit musikalischer Sicherheit von Lieselotte Lipp vorgetragenen Lieder„Die gold'ne Sonne“ und„Aleine Seele, laß es gehen“ nicht unerwähnt. Harald Blauths Spiel an der Orgel zeugte von hoher Musikalität und zuverlässigem Können. Er dirigierte auch den Chor. Im übrigen hätte dieses Kirchenkonzert einen noch besseren Besuch verdient gebeidt. Chorgesang im Walzertakt Schwerte. Ein Hudium besonderer Art ging von dem Konzert des Volkschors aus, zu dem sich gestern nachmittag eine stattliche Gemeinde im Freischützsaal eingefunden hatte. Im Mittelpunkt stand der Walzer, dessen Rhythmus die Herzen beschwingter schlagen läßt, der sprühende Leichtigkeit und Heiterkeit atmet. Die Veranstaltung lief zwar unter dem Motto„Ein Walzerabend“, aber der Tag war noch von der goldnen Nachmittagssonne überflutet, ais die mitreisenden Klänge den schattigen Saal erfüllten. Der Reichtum der bewegten Form dieses Konzertes gab den einzelnen Darbietungen das Gepräge kultivierten Musikertums. Mit einer feinnuancierender Rhythmik, einer abgetönten Delikatesse, mit elastischer und farbiger Gestaltung entledigte sich der Volkschor unter seinem Chorleiter LutzBecker seiner Aufgabe. Eine vorbildliche Klanghomogenität zeichnet den Volkschor aus, dessen Frauenstimmen besonders gut besetzt und ausgeglichen sind. Lobenswert ist die Disziplin, somit ist auch alles auf die Harmonie des Zusammenklanges und die Sauberkeit der Intonation abgestellt. Klar, präzise und schwungvoll klangen die großen Walzer auf:„Geschichten aus dem Wiener Wald“ und„An der schönen blauen Donau. Hierbei mußten wir feststellen, wie sehr viel musikalisch gefälliger diese Werke von einem gemischten Chor dargeboten werden können, als nur von einem reinen Männerchor. Manches mehr noch wurde im Laufe der Veranstaltung beschert, was dazu angetan war, frohe Begeisterung zu wecken. Der Chor brachte den rechten Stimmungsgehalt zu Tönen, die bet dem beifallsfreudigen Publikum eine wirkungsvolle Resonanz auslösten. Das Orchester Hucke-Lücke aus DortmundHörde verlieh der Programmfolge eine besondere klangliche Leuchtkraft. pf. DRK-Arbeitsnachmittag Wir weisen noch einmal auf den DRK-Arbeitsnachmittag hin, der morgen nachmittag, 15 Uhr, in der Gaststätte zum Neuen Rathaus stattfindet. Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ewige Krankheit fort, sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte und rücken sacht vor Ort zu Ort.(Goethe): Chlorgas im Bombentrichter Geisecke. Bei der Räumung von Bombentrichtern, die der Rohproduktenhändler O. aus Schwerte ausführte, stieß man auf 3 Flaschen, in denen man Sauerstoff vermutete. In der Tiefe des Bombentrichters befand sich Wasser, so daß die Bergungsarbeiten schwierig waren. Man hatte bereits zwei Flaschen hochgewunden, und alles war glatt gegegangen. Bei der dritten und letzten aber löste sich bei der Bergung die Verschlußkapsel und ein Gas, wahrscheinlich Industrie-Chlorgas strömte aus und verteilte sich in einer 30- bis 40-Meter breiten und 800 m tiefen Wolke. Es entstand Flurschaden, auch mußten sich zwei Personen, die mit dem Hochwinden der Flaschen beschäftigt gewesen waren, in ärztliche Behandlung begeben. mit Birkengrün festlich geschmückt, auf] Polizei und Militärregierung waren den Tischen leuchteten Rosen in allen unmittelbar nach dem Ereignis an Ort Farben, die fröhliche Kaffeetafel wurdel und Stelle. Spont der Reimat Sonntag der Freundschaftsspiele Tus Iserlohn 46— VfI. Schwerte 2:5 Mit diesem Sieg über einen Verein, der zur Landesliga zählt, zeigten die VILer erneut, daß sie auf einem beachtlichen spielerischen Niveau stehen. Die Torfolge: 22. Minute 011 durch Dannenberg, 49. und 59. Minute 0:2, 0:3 durch Köchling I, 63. Minute gerwandelter Handelfmeter 1:3, 66. Minute verwandelter Handelfmeter, den Pfeffer ins Tor tritt, erhöht für den VIL auf 1:4. Das zweite Tor für den Platzverein fällt in der 71. Minute, in der 86. Minute erhöht Köchling I auf 2:5. Köchling ist der erfolgreichste Torschütze der Dortmunder Begirksklase. SV Neuenrade— Tus Schwerte-Ost 2:2 SSC Ergste 12— SG Vorhalle 1•# Ergste II.— SG Vorhalle II. 1•0 Ergste Jugend— SG Vorhalle Jgd. 7:2 SC Hennen 12— SV Evingsen 9:9 M.-Spiel Kreisklasse Dortmund Tus Wandhofen— Tus Lanstrop 0:2 Im letzten Meisterschaftsspiel erlebte unser heimischer Vertreter nochmals eine knappe Niederlage und verabschiedet sich somit aus der Dortmunder Kreisklasse. M.-Spiel Kreiskiasse Iserlohn Westfalia Iserlohn— Tus Lendringsen 1:2! Trotz dieser Niederlage nimmt Westfalia Iserlohn den ersten Platz ein. Alem. Menden— Sportfr. Oestrich 1:4 SC Westig 08— Tus Dröschede 5:0 SV Sundwig— Sus Landhausen 5:2 Stets einfach war dein Leben, Nie dachtest du an dich, Nur für die deinen streben War deine höchste Pflicht. Am 3. Juni um 5 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere liebe, treusorgende, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wwe. Karoline Flüshöh geb. Stein im Alter von 66½ Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Schwerte(Ruhr), den 3. Juni 1950. Bahnhofstraße 11 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Juni, um 14 Uhr von der Kapelle des evangelischen Friedhofes aus statt. Am Dienstag, dem 6. Juni, 20 Uhr, findet die monatliche Mitgliederversammlung der FDP im Lokale Meyer, Eintrachtstraße 26, statt. Freunde und Interessenten sind herzlich eingeladen! Tüchtiges Hausmädchen gesucht für gepflegten Haushalt bei gutem Lohn. Schriftl. Angebote unter Nr. 800 an die Geschäftsst. d. Zeitung Neue Lohnsteuer- und Lohnsteuer-AusgleichsTabellen gültig ab 1. Januar 1950 vorrätig SCHREIBWAREN UND BUROBEDARF Hans Linner vorm. C. Braus Große Marktstraße 3—5 Ruf 2770 Sandalen u. Turnschuhe in vielen Ausführngen von M W Max Niehlhose Postplatz Lest Euer Heimatblatt die„Schwerter Zeitung Bäücken- Lahrricker, grniktlounle. sehr preiswert, größte Auswahl, günstige Ratenzahl. m. Garantie Winy SEEA Schnera, dilhrstste 1. 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