—„ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich dreimal(montags, mittwochs u. samstags). Bezugspreis monatlich 2.— DM(einschl. 30 Pfg. Trägerlohn). Postbezug monatlich 2.— DMf (einschließlich 27 Pfg. Zustellungsgebühr). Helmatblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Einzige In Schwerte gedruckte Zeitung Einzelnummer 13 Ptg.— Anzeigenpreise 1t. Preisliste Nr. 1.— Druck und Verlag: Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftsstelle: Große Marktstraße Nr. 3—5. Ruf 2770. Postscheckkonto Dortmund 2952. Nr. 3 7 1950 Samstag, 7. Januar Tempenabinebben von dp London, 6. Januar. Der Winter ist jetzt mit Kälte und Schnee über Nordeuropa und Asien hereingebrochen. Die plötzlich aufgetretene Kältewelle erstreckt sich von Skandinavien bis nach Japan. Starke Schneefälle und Verkehrsbehinderung werden aus Dänemark gemeldet, wo das Thermometer unter Null tiel. Auch in Norwegen und Schweden herrscht strenge Kälte. In Oslo wurden 14 Grad und in Nordnorwegen 39 Grad unter Null gemessen. Schneestürme wüten über Mittel- und Nordrußland, während in der Zentralasiatischen Sowjetrepublik Turkmenistan ein frühzeitiger Frühling eingekehrt ist. Viel Schnee ging auch in Japan nieder, das wohl die schwersten Schneefälle seit Jahren zu verzeichnen hat. Australien verzeichnet inzwischen eine Hitzewelle. In den Straßen von Sydney erlitten zahlreiche Passanten einen Hitzschlag. In öffentlichen Gebäuden sorgt ein automatisch funktionierendes Berieselungs-System für die Erfrischung der unter der Hitze leidenden Angestellten und Besucher. Quai d’Orsay nimmt zu den Erklärungen Adenquers Stellung Prahkreien-Teugteit-HochSader „Zusätzliche Sicherheitsgarantien“ sind vorerst undiskutabel Die auf einer Pressekonferenz in Bonn abgegebenen Erklärungen des Bundeskanzlers Dr. Adenauer, daß er beabsichtige, demnächst von den westlichen Alllierten gewisse„zusätzliche Sicherheitsgarantien“ zu verlangen, und zwar mit Rücksicht auf die erfolgte Entmilitarisierung Deutschlands, haben in Frankreich lebhafte Beachtung gefunden. Ein Sprecher des Quai d’Orsay erklärte in diesem Zusammenhang, daß Frankreich nichtbereit sei, Westdeutschland irgendweiche zusätzliche Sicherheitsgarantien zu geben. rs Paris, 6. Januar Die französische Regierung sei der Ansicht, daß die beste Sicherheitsgarantie für die Bundesrepublik gegenwärtig darin bestehe, daß Deutschland von den Alllierten militärisch besetzt sei und daß sich die alliierten Truppen an allen strategisch wichtigen Punkten in Deutschland befänden, betonte ein Sprecher des Quai d’Orsay. Die von französischer Seite eingenommene Haltung stimmt, wie man in Paris erklärt, überein mit der auch von den anderen Alliierten immer wieder zum Ausdruck gebrachten Ablehnung jeglicher Wiederaufrüstung Deutschlands oder der Schaffung einer deutschen Streitmacht, wenn auch nur als Tell einer europäischen Armee. Darüber, was der Bundeskanzler Dr. Adenauer bei seinen Erklärungen mit Peking-„festgefügte Autorität“ London sieht die völkerrechtlichen Vorausseizungen in China gegeben dmt London, 6. Januar Nach der offiziellen Anerkennung der Pekinger kommunistischen Regierung durch das britische Außenministerium, begründete am Freitag ein amtlicher Sprecher diese langerwartete Maßnahme. Da sich— so heißt es in der Verlautbarung— Mao Tse Tung einer festbegründeten Autorität im ganzen Gebiet Chinas erfreut, seien die völkerrechtlichen Voraussetzungen für seine Anerkennung gegeben. Auch übe Mac die tatsächliche Herrschaft über das gesamte von ihm beherrschte Gebiet aus. Wie weiter verlautet, wird Großbritannien auch weiterhin einen Konsul auf der Insel Formosa belassen, der jedoch nicht bei den dort zuständigen nationalchinesischen Behörden akkreditiert sein wird. Für die nächsten Wochen erwartet man die Verlegung der Botschaft und ihrer Archive von der früheren Hauptstadt Nanking nach Peking. Mit dem Botschafterposten wird aller Voraussicht nach der Leiter der OstasienAbteilung im Foreign-Office betraut werden 795000 Geschenkpakete aus USA traten im Dezember ein Im Dezember trafen in Deutschland 795000 Geschenkpakete ein im Werte von über 7 Millionen Dollar. 292000 Pakete gingen in das amerikanische, 261 000 in das britische, 168000 in das sowjetische und 74000 in das französische Besatzungsgebiet. Seit der Zulassung des Geschenkverkehrs sind etwa 39 Millionen Pakete im Werte von mehr als 256 Millionen Dollar von Amerikanern nach Deutschland geschickt worden. * Die USA ordneten eine Einschränkung des Personenzugverkehrs um ein Drittel an. Dadurch soll ein weiteres Absinken der Kohlenvorräte nach dem Bergarbeiterstreik verhindert„werden. * Der Deutsche Städtetag wird eine Studiengesellschaft gründen, die Begabten zum Studium verhelfen und sie flnanziel! unterstützen soll. * Aus der russichen Medizin sollen Fremdwörter ausgemerzt werden, damit die Vorrangstellung der Sowjetmediziner wieder hergestellt würde. * Durch Streiks in den USA gingen im Jahre 1949 53 Millionen Arbeitstage verloren. 1948 waren es 34 Millionen. Gegenwärtig droht ein Streik der Telefonisten. * In Brandenburg müssen die Kleingarten- und Wandervereine sowie die Kegel und Ruderklubs für ihre Mitglieder unter 21 Jahren Registrierungslisten bei der Volkspolizei einreichen. * Die zwei Mörder des britischen Gouverneurs von Sarawak, zwei junge Malalen, wurden zum Tode verurteilt. Sie hatten den Gouverneur am 3. Dezember 1949 niedergestochen. * Prinzessin Irmgard von Bayern, die älteste Tochter des Kronprinzen Rupprecht. hat sich mit ihrem Vetter, Prinz Ludwig von Bayern, verlobt. Der Kreistag von Northeim tagte in einem Saal der Tierzuchthalle. Die Diskussionen wurden mehrfach durch kräftiges Tiergebrüll gestört. Ein Abgeordneter erklärte,„so lieb und nützlich das Rindvieh sein mag, ich bin durchaus dagegen, daß es auch bei der Kreistagssitzung seine Stimme erhebt.“ * Die während des Krieges erfolgten Ferntrauungen sind, wie das Kölner Generalvikariat mitteilt, nach dem kanonischen Recht ungültig, sofern sie nicht später durch eine offizielle Erklärung vor einem Geistlichen von beiden Beteiligten ausdrücklich bestätigt worden sind * In Hannover wurden zwei Posthilfsarbeiter zu Gefängnisstrafen verurteilt. Zur Zeit der Luftbrücke hatten sie auf der Pendelstrecke Postsäcke aufgeschnitten. Beide hatten zusammen 7800 DMf erbeutet. Ein„freundlicher Autofahrer“, der in London in einem gestohlenen Wagen fuhr. hatte das Pech, einen Mann mitfahren zu lassen, der sich als der Besitzer des Wagens herausstellte. * „Der maskierte Schrecken“, der in der Umgebung von Rom Passanten überfiel. wurde gefaßt. Er befand sich bei seiner Verhaftung in einer Gruppe von Freiwilligen, die der Polizei nach ihm fahnden halfen. zusätzlichen Sicherheitsgarantien gemeint hat, scheint man zwar etwas im unklaren zu sein, man möchte jedoch von vornherein keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daßs Diskussionen hierüber auch mit Rücksicht auf die internationale Lage, nicht erwünscht sind. Die neuen Inlandspreise für Kohle und Koks dp Düsseldorf, 7. Januar. Die neuen Inlandspreise für Kohle und Koks weisen gegenüber den alten Sätzen zum Teil erhebliche Unterschiede auf. Für einige Sorten, darunter Hüttenkoks für die Eisen- und Stahlerzeugung und Braunkohlenbriketts für Hausbrandzwecke, sind die Preise dagegen unverändert geblieben. Erhöht wurden die Preise(je Tonne) für Anthrazit, Nuß I, Nuß III auf DM 56.—(plus 1 DM), Magerkohle, Nuß I, Nuß III auf DM 47.—(plus 1 DM), Fett- und Gasflammkohle, Nuß 1 und II auf 35.50(plus 0.50 DM), desgleichen Nuß III und IV auf DM 36.—(plus 1 DM), Eß- und Magernußkohle IV auf DM 36.—(plus 1 DaI), alle übrigen Kohlensorten von DMI 34.—,(plus 1 DM), Brechkoks IV auf Dal 36.—(plus 4 DM). Ermäßigt wurden die Preise für Elektrodenanthrazit auf DMI 90.—(minus 25 DM), für Generatorenanthrazit auf Dif 60.—(minus 5 DMI) und für Eß- und Stückbriketts auf 40.— DM(minüs 2 DoI) je Tonne. Anerkennung der KommunistenRegierung in China dmt Paris, 6. Januar. Burma, Pakistan, Großbritannien und Ceylon haben das kommunistische Regime in China anerkannt und die diplomatischen Beziehungen zu den Nationalchinesen abgebrochen. Norwegen anerkennt Pekinger Regierung dp Oslo, 7 Januar. Die norwegische Regierung hat am Freitag beschlossen, die Regierung der Volksrepublik China anzuerkennen. Der norwegische Generalkonsul in Schanghai wurde beauftragt, dem chinesischen Außenministerium mitzutellen, daß Norwegen zur Entsendung eines diplomatischen Vertreters nach Peking bereit ist. Keine Anerkennung der Ostzonenregierung dmt London, 6 Januar. Nach der Anerkennung der kommunistischen Regierung von Peking wurde die Frage angeschnitten, ob Großbritannien nunmehr auch eine Anerkennung der Berliner Ostzonenregierung in Erwägung ziehe In diesem Zusammenhang wird von amtlicher Seite betont, daß man die Regierung Pieck- Grotewohl in keiner Weise völkerrechtlich anerkennen werde. Badliund-Kollmnssul-bieint Welter Ein Abkommen über die politische Saar-Autonomie wird unterzeichne! dmt. Paris, 6. Januar. Einer Verlautbarung des französischen Außenministeriums sufolge rechnet man in Paris damit, daß in Kürze ein Abkommen über die politische Autonomie des Saarlandes unterzeichnet wird. Wie schon Jetzt bekannt wird, soll trotz der politlschen Autonomie weiterhin ein Vertreter Frankreichs seine Funktionen in Saarbrücken ausüben. Der französische Bevollmächtigte soll. wie es heißt, die Durchführung der mit Frankreich geschlossenen Wirtschaftsverträge sicherstellen und die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme, sowie Währung, Zölle und Preise im Saarland überwachen. Eine Reihe von Fragen bleibt noch zu klären, unter anderem die der Zukunft der Saarzechen und die des Preises für Saarkohle. Ferner muß noch geklärt werden, in welcher Form das Saarland an französischen Handelsverträgen und der Marshall-Hilfe und an französischen Kapitalinvestitionen beteiligt werden soll Schumacher: Kein Verzicht auf politischen Kampt dp Berlin, 6 Januar.„Der Verzicht auf Machtpolftik des deutschen Volkes bedeutet keinen Verzicht auf politischen Kampf“, erklärte der SPDVorsitzende Dr. Schumacher auf einem Empfang des Westberliner Magistrats. Den besten Beweis hierfür habe Berlin erbracht. Der Westen sei verpflichtet, diese Stadt zu unterstützen, um die Demokratie In Europa festigen zu helfen Präsident Truman zog die Bilanz Fortseizung der ausländischen Hilfsprogramme durch die USA geforder! dmt Washington, B. Januar. „Tatsachen rechtfertigen das erneute Vertrauen in die USA-Wirtschaft,“ erklärte Präsident Truman in seinem 193seitigen wirtschaftlichen Jahresbericht vor dem Kongreß. Truman fordert wiederum die Fortsetzung der ausländischen Hilfsprogramme der USA. Eine Einschränkung, s0 erklärte er, würde die bereits erreichten Fortschritte gefährden und eine Vergeudung der schon gemachten Ausgaben bedeuten. „Wirtschaftliche Vorgänge entziehen sich nicht der menschlichen Kontrolle. Wir sollten jetzt einen Kurs festlegen, der den Aufschwung vollständig macht, und uns zu ständigem wirtschaftlichen Wachstum führt.“ Das ist die Bilanz Interessant sind die vom Präsidenten ungegebenen Zahlen über die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft. Das ameDer vorsitzende der ONUP A 4 rikanische Nationaleinkommen, das 1949 259 Milliarden Dollar betrug, müsse 1954 300 Milliarden Dollar erreichen. Wenn es gelinge, dieses Ziel zu verwirklichen, könnten 64 Millionen Menschen im amerikanischen, Arbeitsprozeß beschäftigt werden. Auch die amerikanischen Arbeiter müßten sich bemühen, ihre Produktion um 2.5 Prozent zu steigern, um der Erhöhung des Sozialproduktes auf 300 Milliarden die Wege zu ebnen. Piecks Geburtstagsgeschenke: Straßenbahn und Lokomotive dp Berlin, 6. Januar. Eine Lokomotive, einen Streßenbahnwagen und drei Traktoren erhleit der Sowjetzonenpräsident Pleck zu seinem 74. Geburtstag. Ein Geldgeschenk des FDGB von 130 000 Mark wird zum Bau eines Jugendpionierlagers verwendet. Die Maschinen wurden Betrieben überwiesen. Zum Vorsittenden der deutschnationalen Volkspartei, die in Hameln gegründet wurde, ist der 28jährige Schriftsteller Hans-Joachim Gottsleben gewählt worden. Unser Bild zeigt ihn in der Bibliothek seines Hauses in Stuttgart Kohlenpreise dmt Düsseldorf, 6 Junbar. Nachdem sich die Alliierte Hohe Kommmission mit der Neuregelung der deutschen Kohlenpreise einverstanden erklärt hat, wird die entsprechende Verordnung nickwirkend vom 1 Januar ab mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger, die Anfang kommender Woche erfolgt, in Kraft treien. Die entscheidende Bedeutung der Neuregelung liegt darin, daß auf eine ins Gewicht fallende Erhöhung der Inlandspreise für Kohle(30 Pfg. pro Tonne) verzichtet und damit die Gefehr neuer, vom Kohlennreis ausscher“ Preiserhöhungen vermieden u. Die zeinen I terschiedlich Exportpreises wird zu einem Mindererlös des Westdeutschen Kohlenbergbaus von rund 43.6 Millionen DN führen, der nur etwa zur Hälfte durch die Erhöhung der Inlandspreise ausgeglichen wird. Die Erhöhung geht also zu Lasten des Westdeutschen Kohlenbergbaus und wird von der Leitung des deutschen Kohlenbersbaus auch als wirtsshaftlich untraghar bezeichnet Die Kohlenbergbauleitung erklärt unter Hinweis auf die seit einiger Zeit stattfindenden Lohnverhandlungen mit der Industriegewerkschaft Bergbau. es bestehe die Gefahr, daß der Bergbau seinen sozialen Verpflichtungen nicht in dem erforderlichen Umfange nachkommen könne Man hätte es für zweckmäßiger gehalten, wenn vor einer neuen Preisregelung erst die weitere marktwirtschaftliche Entlung abgewartet worden wäre Jedenfalls sei, so wird erklärt, durch die Neufestsetzung der Kohlenexport-preise zu Lasten des ohnehin unter schwierigen Ertragsverhältnissen arbeitenden Kohlenbergbaus ein neuer wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der europäischen Rohstoffversorgung geleistet worden ränderungen bei den einensorten werden recht unsein. Die Senkunr des umn DMI 2.18 je Tonne Unglück im Manslelder Seekreis forderte 72 Tote do Berlin, 6. Januar. Der„Berliner Anzeiger“ berichtet von einem schweren Unglück, das sich am 28. Dezember 1949 im Hohentalschacht im Mansfelder Seekreis ereignet haben soll. Der Förderkorb mit seinen 24Trägern wurde dem Bericht zufolge durch eine Explosion zerrissen und dabei das Fördersell zerstört. Dadurch seien drei mit 72 Bergleuten beseiste Förderkörbe 600 m tief abgestürzt. 0 Nummer 3 BCHWERTER ZEITUNG Samstag, 7. Januar 1950 Was verdienen die Bundesminister? Bonner Bundeskabinelt kostel im Jahr last eine Million DAA dp Bonn, 7. Januar Das Bundeskabinett kostet rund eine Million Mark im Jahr. Darin sind die Gehälter, Aufwandsentschädigungen und sonstigen Geldsummen enthalten, die dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler und den Bundesministern nach dem Haushaltsplan für ihre Tätigkeit ausgezahlt werden. Der Bundeskanzler erhält ein Jahresgehalt von 45000 Mark. Daneben stehen für besondere Aufgaben eine Aufwandsentschädigung von 24000 Mark. ein Dispositionsfonds von 50000 Mark und ein Verfügungsfonds von 100 000 Mark zur Verfügung. Entnahmen aus dem Dispositionsfonds müssen belegt werden. Ueber den Verfügungsfonds rechnet der Bundeskanzler direkt mit dem Präsidenten des Bundesrechnungshofes ab. Der Bundespräsident bezieht ein Jahresgehalt von 50000 Mark. Ihm steht außerdem eine Aufwandsentschädigung von 100000 Mark und ein Dispositionsfonds von 60000 Mark zu. Bundespräsident und Bundeskanzler haben Anspruch auf eine komplett ausgestattete Dienstwohnung. Die Bundesminister haben ein Jahresgehalt von je 36000 Mark. Ihnen stehen ferner eine Aufwandsentschädigung von je 7200 Mark und ein Wohnungsgeld von je 3600 Mark zur Verfügung. Alle Gehälter unterliegen der sechsprozentigen Kürzung aller Beamtengehälter und müssen nach dem normalen Lohnsteuertarif versteuert werden. Nach Abzug der Steuern beläuft sich das Nettogehalt des Bundespräsidenten auf 27000 Mark, des Bundeskanzlers auf 25000 Mark und der Bundesminister auf 20000 Mark im Jahr. Aufwandsentschädigungen und die Entnahmen aus dem Dispositionsfonds sind nicht steuerpflichtig. Staatssekretäre bekommen ein Gehalt von 2000 Mark im Monat. Dazu kommt eine Aufwandsentschädigung von 400 Mark und ein Wohnungsgeld von 200 Mark im Monat. Brauer Nachfolger Schumachers? k#intergründe der Berliner Tagung— Berlin soll 12. Bundesland sein gm Berlin, 6. Januar. In diesem Zusammenhang wird ein Artikel lebhaft besprochen, in dem eine westfälische, dem Zentrum nahestehende Zeitung bereits die Nachfolge Schumachers anschneidet. Hierbei wird vor allem der Name des Hamburger Bürgermeisters Brauer genannt, der durch seine Gespräche in Amerika in der letzten Zeit bekannt geworden ist. Man verspricht sich in den oppositionellen Kreisen der SPD von einer Ablösung Schumachers vor allem die Wiederherstellung eines Vertrauensverhältnisses zu den französischen und englischen Sozialisten, die durch die nationalistischen Töne Schumachers peinlich berührt worden sind. Die Tagung des Gesamtvorstandes der SPD schloß am Freitagnachilittag mit der Formulierung eines Kommuniqués. Der Parteivorstand war unter dem Vorsitz von Dr. Schumacher im August-Bebel-Heim in Berlin-Wannsee zusammengetreten. Die Schlußverlautbarung fordert, Berlin praktisch als zwölftes Bundesland zu behandeln. Weiter fordert die SPD die baldige Verlegung von Bundesorganen nach der deutschen Hauptstadt, sowie weitere Zuschüsse für die Berliner Wirtschaft. Zu dem Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften heißt es in der Verlautbarung, die Haltung der Gewerkschaften zum Ruhrstatut und zur Ruhrbehörde„weiche im Prinzip nicht von der Haltung der SPD ab“. Die Haltung der SPD zum Ruhrstatut. Europarat und vor allem zu der Sonderrolle des Saargebietes im Europarat, wird mit den Worten formuliert, die Partei könne sich nicht mit der Verantwortung für internationale Maßnahmen belasten, wenn Hierin das Sicherheitsbedürfnis und die Konkurrenzangst miteinander vermischt würde. Der Termin des diesjährigen Parteitages wurde auf die Tage vom 21. bis 24. Mai festgesetzt. Der Parteitag soll In Hamburg stattfinden. „Fall Kaisen“ zog Kreise Wesentlicher noch als die Probleme, die in dem Schluß-Kommuniqué zum Ausdruck kommen, scheint manches von dem zu sein was sich hinter den Kulissen der Berliner Zusammenkunft abgespielt hat. Gut informierte Kreise verhehlen nicht, daß auch bei der Berliner Tagung alle die Fragen ventiliert wurden, die man gemeinhin als Krise der SPD bezeichnet. Der Fall„Kaisen“ hat einer weiteren Oeffentlichkeit des In- und Auslandes Einblick in diese Zusammenhänge gewährt und erkennen lassen, daß die Stellung Dr. Schumachers möglicherweise weniger fest ist, als es den Anschein hat. dmt Wiesbaden, 6. Januar. Nach seiner Amerika- Reise berichtete Dr. Helmuth Krengel vom Vorstand der westdeutschen Arbeitgeber-Verbände über seine in den USA gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen. Er hatte sich besonders für die Frage der Kapitalinvestierungen in Deutschland interessiert und dabei festgestellt, daß die amerikanischen Finanzkreise nur dann geneigt seien, Gelder in Deutschland zu investieren, wenn diese Anlagen nicht durch sozialistische Experimente gefährdet würden. Deshalb sei es die Aufgabe der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften, gemeinsam die Sozialprobleme so zu lösen, daß Kapitalinvestierungen in Deutschland nicht als riskant erscheinen würden. Freies Unternehmertum im Rahmen einer sozial inspirierten Wirtschaftsordnung und größere Beteiligung am Sozialprodukt seien die Linien, die bei der Lösung der sozialen Aufgaben zu beachten seien. Nordrhein-westfälische Bodenreform wird umgangen ge Düsseldorf, 6. Januar.(Eigenbericht). Das Nordrhein- westfälische Bodenreformgesetz wird noch nicht ausgeführt, weil die Durchführungsverordnung über die Regelung der Grundstückspreise fehlt. Ein Landtagsausschuß berät darüber. Diese Pause benutzen, wie mit Sorge im Landwirtschaftsministerium erklärt wird, viele Großgrundbesitzer, um Land in steigendem Maße zu guten Preisen an Landwirte und Pächter zu verkaufen. Das Land stehe vor einer großen Zahl von Prozessen gegen die Grundbesitzer. KPD-Feidzug gegen Ruhrbehörde ge Düsseldorf, 6. Januar(Eigenbericht). Die KPD beginnt in diesen Tagen einen Propagandafeldzug gegen die Ruhrbehörde. Kommunisten aus fünf europäischen Ländern werden in öfientlichen Versammlungen, zunächst in Düsseldorf, Essen und Dortmund sprechen. Deutsche und alliierte poliWie es heißt, soll auch der Berliner I tische Kreise sind der Auffassung, daß Oberbürgerm.:n Pottau darost 9-an die KPD diese Gelegenheit benutzt, Obervursermeister Reuter darauf drau- die eigene geschwächte Steilung in Stadt mit zwei Seelen Bod Salzutlen- Süz der ausländischen Militörmissionen leg Bad. Salzuflen, im Januar Salzuflen, der kenapp 20000 Einwohner zählende Kurort im idullischen Lipperland, hat seit Kriegsende ein eigenartiges Gepräge. Nicht allein wegen der Besatzung, die sich hier konzentriert wie im benachbarten Oepnhausen, Herford oder Bielefeld, sondern wegen der Anwesenheit der ausländischen Militärmissionen. Die Stadt hat somit einen internationalen Anstrich bekcommen, wie kaum eine andere im Bundesstaat. In den Villenviertein reiht sich Mission an Mission, in den hunderten von Häusern sind rund dreißig ausländische Vertretungen untergebracht. Früher einmal war alles mit Stacheldraht abgeräunt(wie es heute noch in Bad Oepnhausen der Fall ist), Deutsche und Ausländer waren säuberlich getrennt und ein Blick über den Zaun von beiden Seiten war schwierig. Es hat einige Zeit gedauert, bis das menschliche Verhältnis die Kälte des Gesetzesparagraphen besiegte. Im letzten Sommer bot Salzuflen das farbige Bild eines wiedererwachten, recht eleganten Kurbetriebes. Während dreimal am Tage in den einzigartigen Parkanlagen die Kapelle konzertierte, durchbrausten unablässig die schueren Wagen der Mission die gepflegten Straßen. Im Kurhaus selbst befinden sich das deutsche und das ausländische Zentrum gesellschaftlichen Verkehrs Saal an Saal nebeneinander, ohne daß es zu Störungen von irgendeiner Seite gekommen wäre Das gar zu„spaßige“ Benehmen einiger Amerikaner wurde von der wachsamen englischen Kommandantur schnell in sanfte Bahnen zurückgeleitet. Für uns Deutsche ist es natürlich schwierig, ein Bild von dem inneren Leben der Missionen zu gewinnen. Aber es scheint so, als ob der Eiserne Vorhang, der zu unserem Bedauern Europa unerbittlich trennt, zum mindesten als Gardine auch in Salzuflen eristiert. Die Russen und die übrigen Oststaatenvertreter zeigen eine auffallende Reserve in der Oeffentlichkeit. Hin und wieder gibt es natürlich auch hier Sensatiönchen, so zum Beispiel, daß vor einigen Wochen die tschechische Militärmission mit Kind und Kegel über Nacht verschwunden zuar. Die deutschen Angestellten standen am Morgen völlig unvorbereitet vor verschlossenen Türen. Natürlich waren sofort Gerüchte im Umlauf, und es entbehrt nicht der Glaubhaftigkeit, daß sich die Tschechen unter britischen Schutz begeben haben sollen. Nun hat auch Salzuflen seine Winterruhe, obwohl immer noch gegen sechshundert Kurgäste vorhanden sind. Auch in der Ausländerkolonie sind die Gärten kahl und die Straßen stiller geworden. Die kleinen Russenkinder spielen dickvermummt und mit rosigen Gesichtern unter ihren Pelzkappen vor den sowjetischen Familienquartieren. Bad Salzuflen, seltsame Stadt mit zwei Seelen— aber es ist tröstlich, daß sie sich hin und wieder finden. gen, außenpolitischen Rücksichten mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden, als das bisher geschehen ist. Westdeutschland dadurch zu kräftigen, daß sie die Ruhrkontrolle als nationale Frage behandelt Meskau falit jetzt Olltergrundsalnl Stationen sind prunkvoll mit Marmor und Bronzefiguren ausgeschmückt Saionskus Aasschrauber nog ient Sechs Monate Gefängnis mit Bewährungstrist für deutschen Ingenieur dp Frankfurt a M., 6. Januar lonska sagte in seinem Schlußwort, er Der deutsche Ingenieur Walter Galonska wurde am Freitag von einem amerikanischen Gericht der Hohen Kommission in Frankfurt am Main zu sechs Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt, weil er trotz des Verbotes der Alliierten acrodynamische Forschungen betrieben hatte. Galonska hatte im Herbst vorigen Jahres in einer leerstehenden Fabrikhalle einen Hubschrauber erbaut, der mit einer von ihm konstruierten Turbine in bisher nicht erreichte Höhen aufsteigen sollte Nach Ansicht von Sachverständigen ist das Flugzeug jedoch nicht brauchbar Der Verteidiger hatte darauf hingewiesen, daß Galonska wegen der Unterstützung durch amerikanische Dienststellen an die Rechtmäßigkeit seines Handelns geglaubt habe. Gahabe keine Forschungsarbeit getrieben, weil die Pläne für seine Turbine schon 1944 fertig gewesen seien Elt Tonnen große Segelyacht überquerte den Aflantik dmt Buenos Aires, 6 Januar. In einer nur elf Tonnen großen Segelyacht trafen vier Deutsche, die vor 96 Tagen in Hamburg starteten, in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ein. Pressevertretern erklärten sie, daß sie Ruhe und Frieden suchten Ihr Kapitän war der frühere deutsche U-Boot-Kommandant Heinrich Lehmann-Willenbruck. Diese kleine Segelyacht ist in den letzten Tagen das dritte nicht für die Hochseefahrt gebaute Schiff mit Auswanderern gewesen, das in Argentinien eintraf Zuvor waren zwei Gruppen von Belgiern und Esten angelangt, die den Atlantik in Fischerbooten überquert hatten. rs Stockholm, 6. Januar. Die Bewohner Moskaus haben mit einer kleinen Verspätung ein Neujahrsgeschenk erhalten durch die Eröffnung der ersten sieben Kilometer langen Teilstrecke der im Bau befindlichen Ringbahn ihrer „Metro“, die in einer Länge von 20 Kilometer unter den äußeren Boulevards um die ganze Stadt herumführen umd 17 Vororte miteinander verbinden soll. Auch bei der neuen U-Bahnstrecke sind die Stationen prunkvoll mit Marmor und mit Bronzefiguren und Reliefs ausgeschmückt und mit zahlreichen Fahrstühlen ausgestattet. Die Züge, die aus je sechs Wagen eines neuen Modells bestehen, folgen sich mit einer Minute Abstand. Die drei in Betrieb befindlichen Strekken, die sich in der Mitte der Stadt unter dem Swerdlow-Platz treffen, wo sich das Große Theater befindet, haben zusammen eine Länge von 40 Kilometern. Der Bau der vierten geplanten Strecke stößt auf große Schwierigkeiten, da die Moskwa in einem verhältnismäßig sehr tief liegenden Tunnel unterfahren werden muß. Volkswagen ist für den Orient hoffnungslos teuer rs Kairo 6. Januar. Die Autofachleute in Kairo und Teheran warten ungeduldig auf die Ankunft der ersten deutschen Volkswagen in Agypten und Persien. Für deutsche Wagen, allen voran Mercedes-Benz, sind sie immer empfänglich gewesen. Als aber vor einem halben Jahr neue deutsche Offerten nach langer Wartezeit eintrafen, ließ man die Köpfe hängen. Die deutschen Wagen sind für den Orient hoffnungslos teuer Mit dem Volkswagen wolle man es versuchen, hieß es in Kairo. In Beirut, Damaskus und Bagdad sah man auch für ihn keine Chancen. Er ist nur wenig billiger als die großen amerikanischen Wagen.„Und bei uns will man repräsentieren und auch zeigen, daß man gute Geschäfte gemacht hat“, meinte bedauernd ein Vertreter deutscher Firmen in der Libanon-Hauptstadt Beirut. Mehr Rauschgiftsüchtige in München tt München, 6. Januar.(Eigenbericht.) Die Münchener Polizei hat im vergangenen Jahr 560 Fälle von Rauschgiftsüchtigen behandelt. Die Menge der sichergestellten Rauschgifte war um zwei Drittel höher als 1948. Beschlagnahmt wurden 10 Kilogramm Opiat-Substanzen, etwa 6000 Ampullen Morphium und die gleiche Anzahl Opium-Tabletten. Der Wetterbericht Wechselnd wolkig und einzelne Schauer. Abends leichter Regen. Mild. Weitere Aussichten: Bewölkt, leichter Regen, mild. Keine wesentlichen Aenterungen Der stumme Star Zu Henny Portens 60. Geburtstag Vor 1914 hatte man noch die großen lichtüberfluteten Filmpaläste mit klubähnlichen Vorräumen und imposanten Treppenhäusern, durch die wir heute teppichweichen Schrittes hineinströmen, nicht. Man betrat ein Vorstadtkino, einfach getüncht, winklig; ein Klavier stand vor der Leinwand und der„Einzug der Gladiatoren“ wurde zur Wochenschau ebenso oft heruntergedroschen wie die Salonstücke im Stile der„Mühle im Schwarzwald“ oder„Heinzelmännchens Wachtparade". Hier konnte sich mancher findige Virtuose mit passenden Potpourris erste pianistische Sporen verdienen. Falls er das klangvolle Organ dazu besaß, vermochte er dieses sogar mit der Musik zu melodramatischem Vortrag zu vereinen. Er kommentierte dann den Text des stummen Films, der als Dialog zwischen den Bildstreifen eingeschaltet wurde. Der Beruf des Kinoerklärers zählte als ein neuer„Job“ und diente dazu, dem Publikum zum leichteren Verständnis des Geschchens zu verhelfen Dies war oft nötig. zumal das Bild so stark flimmerte als herrsche im Filmlande ständiges Regenwetter. Der neue Beruf bildete seine Jünger zu sentimentalen Rhetorikern und leidlichen Demagosen aus und Mar Hölz der vogtländische Spartakistenbäuotling der M0er Jahre wer aus ihm Jbrübercehend. zum pie“olengeschmückten Räuberhauptmann emporgestiegen, der gern Condottiere gespielt hätte. Der Film war noch in Akte eingeteilt. wie er sich überhaupt im Schlepptau des Theaters befand und mit der groBen Tragödie in Wettstreit zu treten versuchte. Kein Wunder, daß oftmals dabei die sprichwörtlich gewordene Kinoromantik herauskam. Gute und anständige Bürger, die etwas auf sich hielten, hegten ein unüberwindliches Mißtrauen gegen den Kientopp. So entstanden die ersten Kinos meist in den Proletarier-Vierteln der Großstädte, wo sie regen Zulauf erfuhren. Die ersten Stars gelangten schnell zu neuartiger Berühmtheit und prangten in farbenfreudigen Plakaten an den Eingängen Ihre Namen und Bilder prägten sich ein Galt Asta Nielsen mit ihrem schwarzen Ponyhaarschnitf als dämonischer Pol der weiblichen Filmwelt. so wirkte Henny Porten als ihr blonder. lichter und seelenvoller Genius. Das Oval ihres harmonischen Gesichts, ihr ansprechendes Profll. ihr ausdruckvolles Auge erhoben sie zum Schwarm der damaligen JungmännerGeneration Es gab noch nicht den Typ des Vamp und galt als anstößig, mit den Beinen zu kokettieren, auch war der Sex appeal noch nicht entdeckt, und in der großen Reihe der weiblichen Stars der Leinwand stand Henny Porten hescheiden am Anfang. Der Film hatte noch etwas an sich von der soliden Bravheit und Biederkeit des 19. Jahrhunderts, welches noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. hineinreichte Aber bereits damals entfaltete er die Tendenz. die Schauspieler zum Klischee zu machen und sie in eine feste Rollenkategorie hineinzuzwängen, aus der sie nicht wieder herauskamen. Dies viderfuhr auch Henny Porten, die zu einem gretchenhaften, manchmal leicht spieß'gen Mädchen- und Frauentypus verurteilt wurde. Viel später, als eine Menge anderer Künstlerinnen ihr auf dem Wege zur Diva nachgefolgt waren. zeigte sie sich in„Kohlhiesls Töchter“ von einer anderen Seite und bewies in einer Doppelrolle auch ihre eminente charakterfachliche Begabung. Henny Porten hatte in der Nazizeit kein leichtes Schicksal: Da sie einen jüdischen Arzt geheiratet hatte, wurde sie ausgeschaltet. Mehrere Male mußte sie um die Freilassung ihres Gatten kämpfen und sich ernstlich um sein Leben sorgen. Es gelang ihr. ihn über alle Gefährdungen hinweg zu reiten. Daß sie die hohen Versprechungen, die man ihr gab. falls sie sich scheiden ließe, in den Wind schlug und menschliche Bescheidung und schlichte Treue übte, stellt ihrem persönlichen Wesen und ihrem Charakter ein hohes Zeugnis aus. Sie hat eine Bewährungsprobe bestanden, schwerer als eine Filmrolle sie Ihr je hätte zumuten können. Der e Ses Sunz ue uer i edel aus den änßeren Prilfungen hervorgerencen. wann ihr auch Film und Kino untreu wurden. NWOR leitet Bach-Jahr ein Der Nordwestdeutsche Rundfunk leitete am Sonntag das Bachjahr mit der Eröffnung der repräsentativen Sendung „Johann Sebastian Bach, Bürger zweier Welten“, durch Generaldirektor Dr. Grimme ein Der Zyklus von 25 Sendungen, die sich über das ganze Jahr erstrecken, soll Leben und Werk des Thomaskantors von verschiedenen Gesichtspunkten her beleuchten. Der Wortteil der Sendung, die 14tägig am Sonntag im Anschluß an den Gottesdienst stattfindet, wird durch zahlreiche musikalische Beispiele ergänzt. In einem zweiten Zyklus bringt der NWDR eine Reihe von Konzert- und gottesdienstlichen Kantatensendungen, die am 15. Januar beginnen, während ein Zyklus von Orgelmusik, wochentags einmal im Monat im Nachtprogramm, am 25 Januar beginnt. In regelmäßigen Kammermusiksendungen wird außerdem das vokale und instrumentale Werk Bachs aufgeführt. Emil Jonnings beigesetzt Emil Jannings wurde am Freitag auf dem Friedhof von St Wolfgang beigesetzt Der Sarg mit den sterblichen Ueberresten des Künstlers war in feierlichem Kondukt von dem Landsitz Zinkenbach. bei Strobl über den Wolfgangsee gerudert worden Der Tote war mit einem dunklen Anzug bekleidet, den er in der Schluß Srene eines seiner bedentendsten. Filme,„Der Herrscher“, getragen hatte. Der zweite Neptun-Mond hat jetzt von seinem Entdecker, Professor Kuiper von der Macdonald-Sternwarte in Texas, den Namen„Nereid“ erhalten. Der Mond braucht zu einer Umkreisung des Neptuns annähernd 2 Jahre. * Lucie Höflich, die Direktorin der Schauspielschule in Schwerin, die zur Zeit in Berlin weilt, um im Hebbeltheater zu spielen, hat die Absicht, nicht wieder nach Schwerin zurückzukehren. * Professer Dr. Walter Ruben ist auf den Lehrstuhl für Indologie an der Berliner Universität(Sowjetsektor) berufen worden. Der jetzt 50 Jahre alte Gelehrte war 1935 von den Nationalsozialisten aus seinem Lehramt in Frankfurt Main entfernt worden und war einem Ruf an die Universität Ankara gefolgt In den letzten 1½ Jahren lehrte er an der Staatsuniversität in Santiago de Chile. * „Frauenarzt Dr. Praetorius“, der erste Nachkriegsfilm von Curt Goetz, erlebte in den Münchener Kammerspielen seine Uraufführung. * Das neue Wilhelm-Busch-Museum in Hannover wird der Oeffentlichkeit am 9. Januar dem 42. Todestag des Malerpoeten, übergehen. Die Wilhelm-BuschSemmlung weird in sechs AusstellungsRiumen in cen 1750 erhauten Wallmoden-Schl’llchen bei den Herrenhäusergärten gezeigt. SCHWERTER AEITUNG 83. Jahrgang Nr. 9 Stadt Sckwerte Frau Aenne Rohrmann-Schwerte. Kurz vor Vollendung ihres 77. Lebensjahr starb am 4. Januar Frau Aenne Rohrmann. Sie kam im Sommer 1914 als Gattin unseres langjährigen Bürgermeisters nach Schwerte und hat an seiner Seite In guten und schweren Zeiten an den Geschicken unserer Stadt wärmsten Anteil genommen. Im Jahre 1914 stellte sie sich in den Dienst des Deutschen Roten Kreuzes und übernahm im Jahre 1917 den Schwerter Frauenverband, der sich im Jahre 1928 mit dem Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz zusammenschloß. Alle Einrichtungen des Verbandes, wie Mütterberatung, Säuglingsfürsorge, Wöchnerinnenpflege und Kinderhort wurden ständig erweitert. Dazu kam im I. Weltkrieg Jugend- und Volksspelsung, Wäscheanfertigung, Bahnhofsdienst und Verpflegung der durchfahrenden Truppen. Nach 1928 übernahm der Frauenverein noch zusätzliche Aufgaben, wie Veteranenehrung, Hausangestelltenehrung usw. Im zweiten Weltkrieg wurde auch die Ausbildung der weiblichen Bereitschaften übernommen. Hierzu gehörte auch die Einrichtung des Bahnhofsdienstes für die Wehrmacht. Frau Rohrmann war während dieser Zeit Leiterin der Ortsgemeinschaft und des DRK-Bahnhofsdienstes. Zwei besondere Einrichtungen, die Frau Rohrmann geschaffen hat, sind die allmonatlichen Arbeitsnachmittage und der Ausbau des Rot-Kreuz-Tages Im Juni jeden Jahres, der durch ihre Initiative mit einem Kinderfestzug und vielen Darbietungen ausgeschmückt, zu einer Tagesveranstaltung wurde und reiche Einnahmen für das Rote Kreuz erbrachte. Ebenso setzte sie sich bei vielen bunten Abenden und mehreren Wohltätigkeitsveranstaltungen tatkräftig ein, die sie mit keinem Geschmack und großer Mühe aufzog. In Anerkennung ihrer Verdienste wurde ihr im Laufe der Jahre die Erinnerungsmedaille und das Ehrenkreuz des Roten Kreuzes verliehen. Nicht nur ihre Mitarbeiterinnen, sondern alle, die in den vielen Jahren ihres segensreichen Wirkens Hilfe und Beistand erfahren durften, werden dieser edlen Frau ein bleibendes Andenken bewahren. * Deutsches Rotes Kreuz- Frauen-Verein Unsere langjährige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende, Frau Anna Rohrmann, ist heimgegangen. Gemeinsam wollen wir ihr das letzte Geleit geben. Die Mitglieder des FrauenVVereins und die Bereitschaften finden sich dazu pünktlich Montag, den 9. Januar, um 15.30 Uhr am Trauerhause in der Karl-Gerharts-Straße ein. Ziebe, die nie erlahmen darf In der Sprechstunde der Fürsorgerin 7 Einblick in die Arbeit des Caritasverbandes älteste Tochter. Was zurückblieb, war Schwerte. 7.30 Uhr in der Früh. Die Türschelle klingelt. Der erste Besucher meldet sich. Auf dem Hausschild heißt es: Sprechstunde von 8 bis 12 Uhr. Daran halten sich aber nicht alle. Und die immer hilfsbereite Fürsorgerin des Caritasverbandes nimmt es nicht so genau. Kann sie Glockenschlag anfangen— aufhören? Wohl kaum, denn sie steht im Dienste der christlichen Nächstenliebe, im Dienste an der notleidenden, hilfsbedürftigen Menschheit. Groß ist die Not, nicht nur die materielle. Die Nachwehen des Krieges seichnen das Tätigkeitsfeld ab. Es ist sehr mannigfaltig und offenbart all die Dinge, die man Probleme dieser Zeit nennen darf. Im Mittelpunkt der vielen trüben Begleiterscheinungen steht die Kardinalfrage: Wohnungsnot. Die Menschen leben viel zu eng, hausen viel zu eng beisammen. Das weiß die Fürsorgerin. Von dieser Warte betrachtet sie manches. Wer weiß, daß auch in Schwerte in einem einzigen Raum acht Personen wohnen, das heißt vier Generationen leben und schlafen? Keine Ostvertriebenen— ausgebombt sind sie in einer Stadt des Rheinlandes. Was erlebt man nicht alles in der Sprechstunde einer solchen Fürsorge. Wir greifen einen beliebigen Tag heraus. Der erste Besucher ist ein Rußlandheimkehrer. Schon zeitig ist er da. Nachts hat er draußen in irgend einem Vorgarten geschlafen. Nun meldet er sich bei der Fürsorgerin und bittet um eine Tasse Kaffee. Geld lehnt er ab. Aber seine Füle möchte er gern verbunden haben. Seine Angehörigen hat er nicht mehr angetroffen. Die Stürme der unglückseligen Zeit haben sie zerstreut. Wird er sie finden? Der Suchdienst wird ihm dabei heifen.— Eine Frau erscheint; sie ist eine Ostvertriebene. Von ihrem Mann weiß sie nichts. Die Russen nahmen ihn mit. Die Frau ist auch Mutter von mehreren Kindern. Sie möchte gern arbeiten. Wo bleiben die Kinder? Die Fürsorge muß helfen, wird heifen.— Vier Personen leben in einem kleinen Raum. Der Mann erscheint eines Tages in der Sprechstunde und erklärt, daß ihm seine Frau fortgelaufen sei. Und jetzt saß er da mit seinen beiden Kindern. Als der erste Schock einigermaßen überstanden, kam die Frau reumütig zurück. Sie war keine schlechte Mutter, nein, das war sie nicht. Nur einmal wollte sie wieder frei atmen, sich richtig bewegen können, einmal nur wollte sie die vier engen Wände hinter sich lassen.— In einer anderen Familie war es der Mann und Vater, der plötzlich seiner Familie den Rücken kehrte, und mit ihm verschwand die die Mutter mit den übrigen Kindern. Und die wollten schließlich weiterleben. Das sind Blitzlichter aus der Sprechstuunde der Caritas-Fürsorgerin. Die Obliegenheiten erstrecken sich auf die Jugendund Gefährdetenfürsorge, auf Fragen der Vormundschaft, Schutzaufsicht, Fürsorgeerziehung, auf Ermittlungsdienst für das Jugendamt und schließlich auf den Suchdienst. Der Suchdienst ist nicht nur eine wichtige, sondern auch segensreiche Einrichtung. Viele schöne Erfolge kann man bereits verbuchen. Oft ist es gelungen, Angehörige, die der Krieg und seine Folgen auseinanderrissen, wieder zu vereinen. Die Fragen, die wir erörterten, waren mehr seelischer Art. Der Caritasverband versucht darüber hinaus, wie auch das Evgl. Hilfswerk, materielle Not zu lindern, soweit es Kraft und Vermögen gestatten. Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 1949 gibt uns darüber Aufschluß. So wurden verausgabt: 280 Kleidungsstücke, 78 Mäntel und 70 Paar Schuhe. Für Sonderzwecke wurden 946.— DM ausgegeben, zusätzlich etwa 300.— DM für die Betreuung von 62 Rußlandheimkehrern. — Daß die Zusammenarbeit mit den Frauen des DRK und des Evgl. Hilfswerks Hand in Hand gehen muß, ist selbstverständlich. Denn alle sind dazu berufen, Nächstenliebe zu üben, praktische Nächstenliebe, die nicht auf Dank rechnet, zumindest aber erwarten darf, daß ihr die verdiente Anerkennung gezollt wird. pf. Chronik des Lebens Schwerte. In der evgl. Gemeinde wurden getauft: Volker Prinz; Margret Paul; Manfred Kramer; Hermann Wengler; Johannes Haase; Wolfgang Schmidt; Wilhelm Moll; Jürgen Wittau; Marga Salomon; Ursula Jurklies: Ulrich Lepetit; getraut: Hermann Bergmann und Hildegard Didszun aus Schwerte; Rudolf Lück und Waltraud Häkel aus Wandhofen; Karl Körner und Klara Hoppe aus Schwerte; beerdigt: Ehefrau Anna Reinartz, Schwerte, 67 Jahre; Sattler Gerhard Hindersmann, 82 Jahre; Rentner Ewald Neujokat, 75 Jahre; Wwe. Alwine Pracht, 77 Jahre; Bäcker Rolf Neumann, 29 Jahre; Wwe. Elisabeth Heine, Schwerte, 79 Jahre. Eine Gemeinde berichtet Schwerte. Die evgl. Gemeinde berichtet aus dem Jahre 1949: 236 Taufen(209 1948); konfirmiert wurden 283(216); getraut 153(139); beerdigt 164(155); wieder eingetreten 40(35); übergetreten 16(13); ausgetreten 39(25). Das heilige Abendmahl empfingen 2127 (1733) Gläubige, außerdem 330 in häuslicher Feler. Das geht die Frauen und Mütter an Schwerte. Die evgl. Frauen und Mütter werden zu einer Versammlung am 10. Januar, 20 Uhr, im Gemeindehaus an der Hagener Straße erwartet. Dr. Schwartz spricht über das Thema „Werden des Menschen“. Am 17. Januar wird der Arzt über„Nachkommenschaft und Vererbung“ referieren. DRK-Arbeitsnachmittag Schwerte. Der nächste Arbeitsnachmittag des DRK-Frauenvereins findet am Dienstag, dem 11. Januar, 15 Uhr, in der Gaststätte zum neuen Rathaus statt. 800 Jahre Hennen Der Rettungsdienst der Feuelwehr. 500 Krankentransporte in einem Monat Schwerte. Feuerwehr und Feuer— zwei zusammenhängende Begriffe. Sitzt irgendwo der„rote Hahn“ auf dem Dache, dann ist die Wehr bald zur Stelle. Das ist ihre Aufgabe. Doch diese ist es nicht allein. Wie heißt ihr Wahlspruch: Gott zur Ehr— dem Nächsten zur Wehr! Immer und überall, wenn es darum geht, Menschen vor Schaden zu bewahren, ihnen in der Not Beistand und Hilfe zu leisten, sind die wackeren Wehrleute da. Sie greifen zu, mutig und unerschrocken. Freiwillig kanen sie zu ihrer Kameradschaft und deshalb fühlen sie sich doppelt verpflichtet. Gern und freudig erfüllen sie ihren Einsatz, wenn sie gerufen werden. Für die Feuerwehr gibt es auch einen Rettungsdienst. Und diese Abteiuung ist es, der eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt. Die Nachkriegszeit hat es mit sich gebracht, daß der Krankentransport, den früher das Rote Kreuz durchführte, von der Feuerwehr übernommen werden mußte. Eine Aufgabe, die größer ist als gemeinhin angenommen wird. Es gibt in Schwerte nur wenige Häuser, vor denen nicht schon einmal der Wagen gehalten hat, der die Kranken eilgeschwind in die Hospitäler schafft oder an eine andere Stelle überführt. Tag und Nacht stehen die Wehrleute bereit, von denen sechs hauptamtlich abgestellt wurden. Mehrere Fahrzeuge stehen für den Krankentransport zur Verfügung. Das ist auch deshalb erZorderlich, well man schließlich auf gröBare Unglückställe vorbereitet sein muß. Für die Pflege bezw. Reinigung der Krankenwagen hält man die modernsten Desinfektionsapparate bereit, so daß jede Ansteckungsgefahr von vornherein unterbunden wird. Eine ständige Kontrolle in dieser Hinsicht ist unerläßlich und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da es sich ja hier um eine Körperschaft des öffentlichen Rechts handelt, die mit einer sehr verantwortungsvollen Aufgabe betraut wurde. Der Hauderer, so meint Stadt: brandmeister Kathol, soll die Gesunden, die Feuerwehr die Kranken befördern. Wer hat eine Vorstellung von dem Ausmaß des Krankentransportwesens? Wir sehen hin und wieder den Wagen durch die Gegend fahren, ohne uns etwas besonderes dabei zu denken. Die Telefonnummer aber des in der Kuhstraße stationierten Feuerwehr-Rettungsdienstes wird mehr gewählt als wir überhaupt ahnen. 500 Transporte werden durchschnittlich innerhalb eines Monats ausgeführt; es sind auch schon 600 gewesen. Und daß monatlich bis zu 6000 Liter Brennstoff verfahren werden, ist keine Seltenheit. Die Fahrten werden mitunter weit ausgedehnt; es kommt vor, daß sie bis zur russischen Zone gehen. Se sind sie allezeit hilfsbereit, die Männer der Wehr ohne Waffen. Ihre Einsatzbereitschaft und ihr Opfermat bilden den Schild, mit dem es abzuwehren gilt die bösen Gefahren des Lebens und erhalten werden muß, was dem Wohle der Allgemeinheit dient. Eine Tagung des DGB Delegierte hören über Soforthilfe Schwerte. Am Sonntag, dem 8. Januar, vorm. 9.30 Uhr, findet im Lokal Hünmelmann, Schwerte(Ruhr), eine Delegiertenversammlung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Nebenstelle Schwerte, statt. Stadtoberinspektor Horstendahl spricht über das Thema: „Soforthilfe“. Da dieses ein sehr aktuelles Thema ist, besonders für Ausgebombte und Flüchtlinge, wird um rege Beteiligung gebeten. Der Fahrplan Omnibusverkehr Schwerte— Ergste Schwerte. Der Omnibus der Iserlohner Kreisbahn fährt neuerdings wieder bis zum Hause Hengstenberg. Nachstehend der Fahrplan. Ab Schwerte Bahnhof: 9.02, 10.22, 11.42, 14.22, 15.42, 17.02, 18.22, 19.42, ab Ergste(Hengstenberg): 9 19, 10.39, 11.59, 14.39, 15.59, 17.19, 18.39, 19.59. Musikalische Krippenfeier Schwerte. Am Sonntag, dem 8. Januar, findet in der Pfarrkirche St. Marien eine Krippenfeier statt. Bei der Ausgestaltung der Feier, die um 17 Uhr beginnt, wirken außer dem Kirchenchor St. Cäcilia mit Lore Gimbach(Alt), Walter Spieth(Orgel) und Hans Jäcker (Violine). Die Leitung hat Arnold Werner. Aus dem Programm erwähnen wir: Präludium„Adeste fideles" von Wittingham(Orgel), 3. und 4. Satz aus der IV. Händelsonate(Larghetto-Allegro con brio)(Orgel Violine),„In dulcis jubilo“ von Joh. Seb. Bach,„Postludium in C“ von Nicol. Bruhns(Orgel). Der Kirchenchor singt:„Herbei, o ihr Gläubigen“,„Uns ist geboren ein Kindelein“, „Zu Bethlehem geboren“,„Transiamus“ „Ehre sei Gott“ und„Tantum ergo“. Von Lore Gimbach hören wir das „Wiegenlied“ von Reger. Der Reinertrag ist für die Instandsetzung der Orgel bestimmt. In 75 Jahren fast verfünffacht Schwerte. Im Jahre 1875 zählte Schwerte 5113 Einwohner. Die Stadt Lünen, die heute, einschließlich der eingemeindeten Orte, mehr als 50 000 Einwohner zählt, hatte damals 3139. In Ergste gab es 1875 nach der amtlichen Zählung 1017, in Bürenbruch 134, Berchum 286, Hennen 576, Villigst 247, Kalthof 507 und Rheinen 335 Einwohner. Schwerte zählt heute 23 189 Einwohner. Die Zahl hat sich also fast verfünffacht, was im wesentlichen auf die Entwicklung des Verkehrswesens und der Industrie zurückzuführen ist. Eingemeindungen sind in den vergangeAmt Eigste Der Omnibus fährt weiter Ergste. Die Iserlohner Kreisbahn fährt jetzt wieder bis zum Hause Hengstenberg. Damit geht ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung in Erfüllung. Wenn dieser Plan verwirklicht werden konnte, so darf man nicht unerwähnt lassen, daß sich Justizinspektor Hengstenberg ganz besonders dafür eingesetzt hat. Die Ergster Endhaltestelle war schon früher einmal vor dem Hause Hengstenberg. Seit Jahren aber war sie um etliche hundert Meter verkürzt worden. Zwischen Schwerte und Ergste besteht 80-Minuten-Verkehr. Der neue Altarteppich Ergste. Die Kirche erhielt einen neuen Altarteppich. Die Gemeinde hat dieses Geschenk mit besonderer Freude entgegengenommen. Mitglieder der Evgl. Frauenhilfe und weitere Stifter gaben die Materialien, und die Geschwister Gerda und Friedel Nierstenhöfer haben den Teppich gearbeitet. Bei der Vollendung dieses schönen Werkes stand auch Schwester Sophie von der Handarbeitsschule Schwerte beratend zur Seite. Wieder daheim Ergste. Ein herzliches Willkommen entbietet die evangelische Gemeinde den Rußland-Heimkehrern Werner Jessinghaus, Karl-Heinz Harde und Willt Schäfer. Aus der Gemeinde Hennen. In der evgl. Gemeinde wurden getauft: Annette Brinkmann, Kalthof; Luise Friederike Mathilde Johanna Platenius, Hennen; Erika Sander, Hennen; Manfred Edmund Oraschewskt, Hennen. Getraut wurden: Hermann Herlinghaus und Helene Risse, Hennen. Das Jestprogramm 1950 Film und Rundfunk sind mit dabei Hennen. In der Neujahrsnacht begann der Auftakt der 800-Jahrfeier der Gemeinde Hennen unter erfreulich starker Anteilnahme der Bevölkerung. Selbst aus den entlegenen Ortstellen waren die Bewohner herbeigeeilt, um Zeuge dieser denkwürdigen Stunde zu sein. Wir erwähnten bereits in unserm ausführlichen Bericht am Montag, daß der zweite Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Rinke, Rheinermark, i.n Rahmen der nächtlichen Veranstaltung das Jahresprogramm bekanntgab. Nachstehend veröffentlichen wir dieses Programm, das die Hauptfeier zum Inhalt hat, die den Höhepunkt für 1950 darstellt. Samstag, 1. Juli: 16 Uhr: Gemeinderatsitzung; Sternlauf — Ziel Sportplatz. Sportliche Veranstaltungen; 20 Uhr: Wiedersehensfeier auswärtiger Hennener; Begrüßung; Gedicht:„Mein Hennen“; Plattdeutsche Rezitationen. Sonntag, 2. Juli: 7,30 bis 8 Uhr: Einläuten des Festtages; 9 Uhr: Festgottesdienst(Rundfunkübertragung) aus der alten ehrwürdigen ev. Kirche); 11 bis 12 Uhr: Freikonzert auf dem Gemeindeplatz; 11 Uhr: Tagung des Kreisheimatvereins mit den örtlichen Vereinen; 12 Uhr: Empfang der auswärtigen Gäste; 14 bis 16 Uhr: Historischer Festzug Verfilmung und Rundfunkübertragung); Einzug ins Festzelt an der Geburtsstätte„Haus Hennen“; Aufstellung zum Massenchor für die Totenehrung; Begrüßung; Uebergabe eines Ehrengeschenks an Baronesse v. Fürstenberg; Uebergabe eines Goldenen Buches mit anschl. Auflegung; Verleihung einer Amtskette an den Bürgermeister; Festansprache; Grundsteinlegung der Siedlung„Haus Hennen“; Lustige plattdeutsche Rede; Erwiderungsansprache und weitere Ansprachen. Verkündung des Rätsel-Ergebnisses: „Junge— Mädchen“; Braten eines Ochsen am Spieß; Volksbelustigung: Anstrahlung der ev. Kirche. Montag, 3. Juli: Kinderfest: Geburtstagsfeier für die Hennener im Alltagsgewand: Ueberreichung von Urkunden; Anstrahlung eines Erbhofes. * Das Blühen im Herzen ist der Heimatschein Mit diesen Worten schloß das Glück: wunsch-Telegramm der Nachbarschaft " der Bisdhartiechen Bunhe and Jahre Hennen“. Unter den Dorfbewohnern hat diese Begrüßung in der Feierstunde starken Widerhall gefunden. Neben der Großfamilie ist das Leben auf dem Dorfe durch die Nachbarschaft geprägt. Obwohl eingesessene Dorfjugend In großer Zahl in städtische Berufe und Arbeitsplätze abgewandert und auch Dorffremde auf Bauernhöfe aufgenommen wurden, ist die formende Kraft des engen Miteinanderlebens auf den Bauernhöfen in Hennen nicht erlahmt. Gewiß, wir leben in einer aufgewühlten Zeit, inmitten eines Volkes, unseres Volkes, das nach allen Richtungen der Windrose zerspalten ist, dessen einzelne Teile auf Tod und Leben miteinander. hadern. Aber es gibt dennoch ein Kleinod, das allen Schichtungen und Richtungen in Stadt und Land gemeinsam blieb: Helmat! Der erst im April 1949 gegründete Heimat- und Kulturverein will der Heimat dienen. Schönheit erhalten, Kulturwerke schützen. Do sind auk Lü, de dobie passt Hennen. Hennen ist nicht nur ein aus alten ehrwürdigen Zeiten stammendes Dorf, sondern es ist sich darüber hinaus der Verpflichtungen, die es gegenüber seiner Vergangenheit hat, wohl bewußt. Die eingesessenen Familien sind traditionsbewußt. Und es gibt genügend alte, rührige Leute, die das Wissen um die zurückliegenden Zeiten wachhalten, denn in Hennen lebt ein zäher Menschenschlag. Als Beispiel sek die Familie Rademacher genannt, aus der auch der Vorsitzende des im Vorjahr gegründeten Heimat- und Kulturvereins, Wilhelm Rademacher, stammt., Fünf Angehörige dieser Familie erreichen zusammen die erstaunliche Anzahl von 432 Lebensjahren, und zwar zählen die einzelnen Mitglieder dieser geachteten Familie 89, 87. 84, 83 und80 Jahre. Da kann man wohl sagen: Wo Eiken wasst, do sind auk Lü, de dobie passt. Herausgeber: Verlag Schwerter Zeittine Hans Linner vorm. Carl Braus Schriftleitung. Heinrich Schwar Druck: Verlagsdruckerei Hans Liaue vorm. Carl Braus Verlagsleitung: Hans Linner Entscheicung kiegt beim deisburger Koibt Win-Halbzeitlheister Werdell Ist der 1. ru Köln eine Gefahr für Borrussia Dortmund: Wenn der Gegner nicht ausgerechnet der Duisburger Spielverein mit seiner unberechenbaren Mannschaft wäre, könnte man sich das Fragezeichen um die Horster Halbzeit-Meisterschaft ersparen. Aber diese sehr harte Elf wird von Horst sehr viel verlangen: vielleicht sogar kämpferisch mehr, als Horst au geben vermag. Dagegen hat es Borussia Dortmund— theoretisch wenigstens— gegen den 1. Fe Köln nicht ganz so schwer. Trotzdem: auf die leichte Schulter nehmen dart man beim Westmeister auch dieses Spiel nicht Von den weiteren Treffen ist der Schalke-Besuch in Würselen schon deshalb interessant, weil Rhenania im vergangenen Jahre beide Spiele 3:2 gewann. Auch diesmal wird sie nichts zu verschenken haben.— Rot-Weiß Oberhausen muß die Angriffsleistung schon gewaltis steigern, wenn man von einer Chance gegen RotWeiß Easen sprechen will.„„ N 8e88euu2 8 8 Privat stcht der Besuch des Wiener SC in Münster im vorgergrung, In bester Besetzung müßte Preußen zu einem Siege kommen. Die Vergleiche zwischen erster und zwelter Klasse werden fortgesetzt.„„„ Uber die Angelegenheit Arminia Bielefeld—Rot-Weiß Essen ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Also fehlt das vom VFA beschlossene Wiederholungsspiel vorerst auf dem Spielplan. Mit vier Spielen schließt praktisch die erste Serie ab. Borussia Dortmund wartet auf die große Uberraschung, die eine Niederlage des STV Horst gegen den Duisburger Spy in jedem Falle bedeuten würde: denn dann könnte der West-Meister zum ersten Male in dieser Spielzelt auf den ersten Platz rücken, wenn— er selbst gegen den 1. FC Köln in Front bleibt. Balsburgs eiserne Abwvelll-Bedeirthen Roellsetries I Hallabanl Alle Mannschaften im Punktekampf Privatspiele ohne Abgaben Nachdem in Westfalen schon seit längerer Zeit in allen Klassen die 5%ige Verbandsabgabe bei privaten Spiel-Ab schlüssen in Fortfall gekommen ist, haben sich die Bezirke Niederrhein und Rheinbezirk diesem Vorgehen angeschlossen. Bei Privatspielen brauchen die Vereine im Westen also kein Geld mehr an den Verband absuführen. Strafen im westdeutschen Fußball Die Platzverweise der letzten Spiele waren Gegenstand einer Verhandlung durch den Verbands-Fußball-Ausschuß des WFV. Nillges(Preußen Krefeld). im Fortuna-Spiel kurz vor Schluß wegen Nachtreten nach Spielunterbrechung des Feldes verwiesen, muß bis zum 13. Februar aussetzen. Kaiser(Spyg Bayer Leverkusen). Franz Becker(Rapid Köln) und Ratayjczak(Wanne-Eickel) haben Pause bis zum 29. Februar einschließlich. Der Spielabbruch Leverkusen— WanneEickel konnte noch nicht verhandelt werden, da der Schiedsrichter des Spieles. Hesse(M.-Gladbach), nicht zur Verhandlung 2%kömmlich war. „Knöd“ Bender wieder in Düsseldort „Knöd“ Bender, der zehnfache Nationalspieler der Fortuna Düsseldorf. ist in seine alte Heimatstadt zurückgekehrt, nachdem er seit dem Jahre 1946 in Bad Kissingen gespielt hat. Der heute 39jährige ist allerdings nicht zur Fortuna zurückgegangen, sondern hat sich dem Fe Alemannia 08 Düsseldorf angeschlossen. Werder Bremen Oberliga Nord mit wichtigen Spielen Das Meisterschaftsprogramm in der Oberliga Nord, das mit Werder Bremen gegen HSV eine besonders reizvolle Paarung bringt, erfährt mit der Begegnung FÜ St. Pauli gegen den FE Saarbrücken eine wertvolle private Bereicherung. Die Saarländer empfahlen sich erst am letzten Sonntag auf eigenem Platz mit einem imponierenden 4:1-Ergebnis gegen Österreichs Meister Austria Wien. Um die Punkte spielen: Werder Bremen— HSV Holstein Kiel— Eintr. Braunschweig VII. Osnabrück— Göttingen 05 Concordia— Arminia Hannover VIB Oldenburg— TSV Eimsbüttel Hannover 96— Bremer SV Der HSV in Gefahr? Nach der Niederlage des HSV am Millerntor gibt es viele Stimmen, die dem Meister im Weser-Stadion eine neue Schlappe voraussagen. Es ist allerdings lange her. als Werder zum letzten Male gegen den HSV gewann. Vor zwei Jahren siegten die Hamburger in Bremen 6:0, in der vergangenen Spielzeit langte es in letzter Minute zu einem 3t2-Sieg. Südwest-Schlager„Nr. 3“ Tus Neuendorf erwartet Walter-Eif Nach Kaiserslautern— Worms(1:2) und Worms— Neuendorf(3:0) steigt Sonntag in der Oberliga Südwest(Nord-Gruppe) der dritte Schlager der ersten Serie mit H. Bivision nieider Vorentscheidunger Schwarz-Weiß Essen bei Fortung Düsseldort Wichtige Spiele aus der ersten Serie stehen für Sonntag auf dem Programm der zweiten Division West. In der Gruppe 1 erwartet Fortuna Düsseldorf die Essener Schwarz-Weißen, die durch ihre letzten Erfolge auf den fünften Platz vorgestoßen sind. Allerdings liegt die Mannschaft sechs Punkte hinter Fortuna, muß also schon gewinnen, um Anschluß zu halten. Bei der Ausgeglichenheit der Elf. die auch technisch gut ist, wird der Spitzenreiter einen schweren Stand haben. Verteidiger Winnesberg und Angriffsführer Neue Fußball-Anstoßzeiten Mit Wirkung vom 13. Januar nehmen die Punktespiele im westdeutschen Fußball einheitlich um 14.30 Uhr ihren Anfang. Ab Februar wird der Beginn auf 15 Uhr festgesetzt und diese Zeit bis zum Abschluß der Punktespiele beibehalten. Der Verbands-Fußball-Ausschuß des WFV hat dazu angeordnet, daß vor allem im Januar die Pause auf fünf Minuten beschränkt wird, um eine einwandfreie Abwicklung der Spiele auch bei regnerischem Wetter zu gewährleisten. Winkler sind die herausragenden Kräfte bei Essen. Für Fortuna hängt alles von der Durchschlagskraft ihrer Angriffsreihe ab. die in dieser Beziehung gegen Schalke wieder einmal enttäuschte. Von großer Bedeutung ist auch das zweite Spiel zwischen SSV Wuppertal und Rheydter Spy. die fünf bzw. drei Punkte hinter Fortuna liegen. Die Bergischen die bisher nur in Alsdorf verloren, haben in Elberfeld sogar Fortuna 2:1 geschlagen. Rheydt muß schon ganz anders aufspielen als gegen Wacker Wien an Silvester. um Aussichten auf einen Punktgewinn zu haben. Aus dem Programm der Gruppe 2 ragen die Begegnungen VfB Bottrop gegen SC Pralt den Hot der Begegnung Tus Neuendorf— 1. Fe Kaiserslautern. Auf dem Oberwerth wird Hochbetrieb herrschen, denn die Neuendorfer wollen das Spiel gewinnen, da sie bereits drei Verlustpunkte mehr als die immer noch ungeschlagenen Wormser und zwei mehr als die Walter-Elf aufweisen. Aber auch für den 1. FCK steht nach der Wormser Niederlage viel auf dem Spiel zumal Wormatia zu Hause gegen TrierKürenz sicher zu beiden Punkten kommen vird. An den letzten Sonntagen war Neuendorfs Leistung nicht überzeugend: die Elf ist zu verspielt, es fehlt an Durchschlagskraft. Die Männer um den Nationalspieler Fritz Walter dagegen schießen wieder Tore. Sie werden aber an ihre beste Form anknüpfen müssen, sollen beide Punkte nach Kaiserlautern wandern. Im Vorjahre verloren die„Lauterer“ in Koblenz 1:4, nachdem sie das Vorspiel zu Hause 5:2 gewannen. Der WFY-Vorstand entschled: Kul- und Absuog Wie Vergeschen Die Abwehr des Duisburger SpV kann sehr viel. Buschenhofen und auch Peters sind Verteidiger, die mit ihrer eisernen Härte jedem Angriff hart zusetzen. So wird Horst mit Schönspielerei nicht viel erreichen können. Es kommt für die Mannschaft in erster Linie darauf an, die ausgezeichneten Flügel B. Klodt und Otto ins Spiel zu bringen. Gelingt es. wird es zwei wertvolle Punkte geben. Borusslas Läuferreihe Man wird kaum dazu neigen, von einer leichten Aufgabe der Borussia Dortmund Das Sportprogramm Fußball: Meisterschaftsspiele der Oberliga: STV Horst— Duisburger SpV. Borussia Dortmund— 1. Fe Köln. RW Oberhausen gegen RW Essen. Rhen. Würselen— Schalke 04. Meisterschaftsspiele der II. Division, Gruppe I: Fortuna Düsseldorf gegen Schw.-W. Esesn. SSV. Wuppertal gegen Rheydter Spy: Gruppe II: u. a. VfB Bottrop— SC West Köln. VfI. Bochum gegen Meidericher SpV. Hombruch 09 gegen Tura Essen. Meisterschaftsspiele der Amateur-Ligen: Westfalen: u. a. VIB Bielefeld— Herne-Sodingen(Gr. 1). Mengede 08— T'SV Detmold. Tura Bergkamen gegen SV Lünen(Gr. 2): Niederrhein: u. a. VIB Lohberg— Osterfeld 06(Gr. 1). Eller 04— SC Cronenberg(Gr. 2): Rheinbezirk: u. a. Tura Bonn— Fortuna Köln. FV Godesberg— SG Eschweiler. Freundschaftsspiele: u. a. Wiener SC bei Turu Düsseldorf(7.) und Preußen Münster. Spfr Katernberg— Hamborn 07. Handball: Meisterschaftsspiele der Oberligen: Westfalen: u. a. Eintracht Minden gegen Sportfreunde Gevelsberg. Germ. Lütgendortmund— Tus Spenge: Niederrhein: u. a. RSV Mülheim— Tuspl Viersen. TV Kettwig— Tura Bergheim: Mittelrhein: u. a. Vfl. Gummersbach— ASV Aachen. VIR Aachen— HSV Bocklemünd. Hockey: Meisterschaftsspiele: u. a. RHC Rheine gegen Arminia Bielefeld(Gr. I). Düsseldorf 99— Crefelder SV 10(Gr. III): Freundschaftsspiele: u. a. Düsseldorfer HC— Uhlenhorst Mülheim. RW Köln— München-Gladbacher THC. HC Raffelberg gegen Etuf Essen. Tischtennis: Restspiele der Oberliga West aus der 1. Serie: PSV Bor. Düsseldorf— Rb Bonn, VfI. Altenbögge bei VfI. Bochum(7.) und S.-G. Steele. Schwimmen: Klubkampf Aegir Kempen— Steele 1911— Neptun Düsseldorf in Kempen: Wasserball-Turnier in Düsseldorf mit Poseidon, PSV Borussia. Tura Holthausen und Hellas-Turu komb.(7. und 8) sowie im Rahmenprogramm Kunstspringen mit Hans Aderholt. Boren: Amateure: RW Frankfurt bei Colonia Köln(6.) und BC Frechen(7.): Tus Osnabrück bei BSK 20 Recklinghausen. Bezirk Wuppertal— Bezirk Duisburg in Velbert (7.); Gründungsversammlung des Niederrheinischen Amateurbox-Verbandes in Velbert(7.): Klubkämpfe. Eissport: Meisterschaftsspiele der Eishockev-Oberliga: Krefelder EV— VfI. Bad Nauheim (7.) und Kölner EK— Krefelder EV: Freundschaftsspiel: Preußen Krefeld gegen Göta Stockholm in Düsseldorf(6.). Pferdesport: Trabrennen in Gelsenkirchen und M.Gladbach Turniersport: Reit-, Spring- und Fahrturnier in der Halle Münsterland(6.—6.) mit bekannten deutschen Turnierreitern. Der Sportfunk funkt Der Nordwestdeutsche Rundfunk bringt am kommenden Wochenende folgende Sportsendungen: Sonntas: 17.00—17.30 Uhr Fußball: FE St. Pauli— FE Saarbrücken, Radsport: Fliegertreffen aus Hannover mit Weltmeister Reg Harris, Reitsnort: Zeitspringen aus der Halle Münsterland. zu sprechen. Die Läuferreihe mit Michallek und Schanko bedeutet allerdings ein Ubergewicht, das es dem 1. FE Köln nicht so ohne weiteres möglich machen wird. sein schnelles Spiel in den freien Raum zur Wirkung zu bringen. Alles spricht für einen Borussia-Erfolg. wenn die Mannschaft an die Aufgabe mit der nötigen Konzentration herangeht. Schalkes dritter Versuch In beiden Spielen der vergangenen Saison gewann Rhenania Würselen gegen Schalke 04, im ersten 3:2 nicht zuletzt dadurch, daß Derwall drei schöne Tore schoß. Inzwischen ist Würselen im Angriff etwas schwächer geworden. Derwalls Fehlen macht sich doch bemerkbar. Aber die Mannschaft ist auf eigenem Platz nicht zu unterschätzen Essens besserer Angritf Rot-Weiß Essen scheint sich im Angriff gefunden zu haben. Vor allem Wienties ist etwas besser in Tritt gekommen und das wirkt sich aus, auch für den wendigen Kleina, der etwas besser eingesetzt wird. Oberhausens starke Abwehr wird reichlich Arbeit bekommen. Daß es mit dem eigenen Angriff nicht so recht klappt. bedeutet allerdings eine große und vielleicht für den Ausgang des Spieles entscheidende Belastung. Private Ausbeute Erkenschwick kennt keine Pause Wieder gibt es private Spiele, teilweise recht interessante. Erkenschwick kommt nach vier Niederlagen gegen Vereine der zweiten Division in die Krefelder Grotenburgkampfbahn, wo Preußen auch sehr schwer zu schlagen sein wird. Der Wiener SC setzt seine Westdeutschlandreise nach Münster fort. Spielt PreuBen in bester Besetzung, wird es einen Sieg geben. Katernberg hat Hamborn 07 verpflichtet. Ob es besser ausgeht als gegen Horst. bleibt abzuwarten.— Beim VIB Marathon Remscheid sollte Preußen Dellbrück einen knappen Sieg mitnehmen— Der VfI. Witten liegt gegen Arminia Bielefeld nicht aussichtslos.— Die Spyg Bayer Leverkusen trifft auf Vohwinkel 80 und wird sich nicht so leicht gest Zum ersten Male seit Wochen bringt die Handball-Oberliga-West in allen drei Gruppen wieder ein volles Programm. Wenn auch ein ausgesprochener Schlager auf dem Spielplan fehlt, so gibt es doch so interessante Spiele wie Eintracht Minden— Spfr. Gevelsberg und TV Kettwig — Tura Bergheim. Da in diesen beiden Begegnungen Niederlagen für Gevelsberg und Kettwig durchaus möglich sind, können sie besondere Bedeutung in der Frage des Zweitvertreters für die„Westdeutsche“ erhalten. Man wird sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß die Gevelsberger in Minden noch kein Oberligaspiel gewinnen konnten, der TV Kettwig dagegen im vergangenen Jahre nach der ersten Niederlage durch RSV Mülheim von einer Erfolgsserie in eine Kette von Niederlagen geriet. Lütgendortmund ungefährdet Westfalens Tabellenführer Germania Lütgendortmund sollte auch diesmal ungeschlagen bleiben. Tus Spenge stellt zwar eine kampfstarke Mannschaft. In der Technik und Wurfkraft(Kruschewski!) aber sind die Lütgendortmunder klar überlegen. Auch Eintracht Hagen hat gegen Tus Nettelstedt wohl nichts zu befürchten. Oder sollte die Abstiegsgefahr Spenge und Nettelstedt zu besonderen Leistungen treiben? Wird Eintracht Minden im neuen Jahre wieder an die Form der Saison 1943/49 anknüpfen? Auf diese Frage sollte schon das Spiel gegen Altmeister Spfr. Gevelsberg Auskunft geben. Die Waletzko-Eif muß unbedingt gewinnen, weil sie ihre Aussichten auf den zweiten Platz wahren. Das aber dürfte an der Weser nicht leicht sein. Mit Ortmann und Giesen! Tura Bergheim fährt mit großen Hoffnungen nach Kettwig. Zum ersten Male wird der wurfgewaltige Giesen nach seiner Begnadigung wieder im Bergheimer Sturm stehen, und auch Günther Ortmann will wieder mitwirken. Mit einem derart starken Angriff sind die Bergheimer eine große Gefahr für die Hasselbeck-Elf. Gibt es ein Unentschieden? Der Kettwiger Sturm müßte schon in Wurflaune sein! Tuspi Viersen hat sich als Neuling dank der soliden Kondition der gesamten Mannschaft und durch die große Schußkraft des deutschen Kugelstoßmeisters Jupp Bongen bisher ganz vorzüglich geschlagen. Dennoch wäre es für die Bongen-Elf schon eine gute Leistung, würde sie beim deutschen Meister RSV Mülheim eine zweistellige Niederlage vermeiden. Mittelpunkt der acht gutbesetzten Prüfungen in Gelsenkirchen ist der„Stahl und Eisen-Preis“(2200 m). Die beste Klasse vertritt fraglos Karl Theo, der aber bei 60 m Vorgabe an seine Bestleistung anknüpfen muß, wenn er Marlee. Liebster und Ferus bezwingen will.— Voraussagen: I. R.:Hartherz— Grasbienchen— Bekasina. 2. R.: Don Lee— Glücksteller— Wate. 3. R.: Hyronimus— Halina— Bast. 4. R.: Alwina— Hecht— Fregetta. ö. R.: Karl Theo— Marlee— Ferus. 6. R.: Noble — Egenolf— Dorothee. 7. R.: Modell— Mira— Moro. 8. R.: Mister Evan— Naschkatze— Lillemor. Jockeys Im Sulky in M.- Gladbach Mit Spannung und Ungeduld erwarten die Trabersportfreunde des Niederrheins die Eröffnung der Winterrennen an der Niersbrücke. Als besondere Uberraschung bietet der Verein ein Jockey-Fahren. in dem u. a. H. Cohn, I. Bollow. K. FloDer Verbands-Fußballausschuß des WFV hatte in einem Beschluß vom 11. 12. 1949 seiner Auffassung Ausdruck gegeben, daß der Auf- und Abstieg in beiden Vertragsspieler-Divisionen so zu regeln sei, daß zwei Vereine aus der I. absteigen und zwei aus der II. Division aufsteigen. Der Verbands-Vorstand des WFV hat in seiner Vorstands-Sitzung vom 4. 1. 1950 zu diesem Beschluß Stellung genommen. Er stellte zunächst fest, daß der ao. Verbandstag des WFV den VV seinem Antrag entsprechend beauftragt hatte, das Vertragsspielersystem in allen Einzelheiten aufzubauen. Es war somit für das laufende Spieljahr allein der VV für die Regelung des Auf- und Abstieges zuständig. Der VV hat im Zusammenhang mit dem Aufbau des Vertragsspielersystems vor Beginn der Spielzeit den Beschluß gefaßt. den Auf- und Abstieg in beiden Vertragsspieler-Divisionen so zu regeln, daß von den 16 Vereinen der Oberliga vier in die II. Division absteigen, und daß aus den beiden 16er-Gruppen der II. Division jew iis die beiden Ersten dieser Gruppen in die Oberliga ifsteigen. Dieser Beschluß des VV ist auch auf der Vertragsspieler-Tagung in Essen vom 31. 8. 1949 allen Vertragsspieler-Vereinen bekanntgegeben worden, ohne daß sich ein rian. A. Lommatzsch und H. Zehmisch sich im Sulky vorstellen werden. Vorausasgen: I. R.: Käthe Dohr— Agara— Richtung. 2. R.: Negritta— Helveta— Jarmello. 3. R.: Domka— Liesagora— Silberstern. 4. R.: Siggo— Jolatha— Frebeta. 5. R.: Aldewig— Idaho— Ziela. 6. R.: Wogan— Irondes— Isegram. 7. R.: Hans Peter— Karlen— Morgenstrahl. Wieder ADAC-Sternfahrt Erstmalig nach dem Kriege findet wieder eine ADAC-Sternfahrt statt, die von der Landesgruppe Südbayern auscer’cttet wurde, zum Ziel Garmisch-Partenkirchen hat und offen für alle ADAC-Mitglieder der Westzonen mit ordnungsgemäß angemeldeten Kraftfahrzeugen(serienmäßig hergestellt oder nicht. Wagen. Motorräder mit und ohne Beiwagen usw.) ist. Mit dem Eintreffen der Fahrzeuge wird ab Samstag. 12 Uhr. bis zum Sonnlagabend gerechnet. West Köln und VII. Bochum gegen M dericher Spy heraus, da beide Gartmar schaften zu den stärksten Widersache des Tabellenersten Katernberg zählen allem die Domstädter, die Nenjahr Münster gegen Preußen eindrucksy 5:3 gewannen, liegen nur einen Pur hinter Katernberg. wänrend der MSV. 1 den in Bochum weniger Gefahr beste. drei Punkte Rückstand aufweist Au Hombruch 09(gegen Tura Essen) u. Borussia M.-Gladbach(in Benrath) kö nen noch ein ernstes Wort mitspreche Röhlinghausen müßte beim Tabellenletzt Bonner FV gewinnen und dadurch d. alten Fußballpionier noch weiter zurüc werfen. Schwaben-Revanche in Fürth Obwohl erst fünf von den 16 Man schaften der süddeutschen Oberliga d Vorrunde beendet haben, wird am Son tag bereits die zweite Serie gestartet. M. sechs Begegnungen, von denen drei no zur Herbstrunde zählen, gibt es zw kein volles Meisterschafts-Program aber es sind alle Spitzenmannschaften k teiligt. Treffen wie Schwaben Augsbu gegen Spyg Fürth. VIB Mühlburg geg VIR Mannheim und 1. Fe Nürnberg a gen Kickers Offenbach sind jedoch wic tig und-zugkräftig genug, um dieseme sten Meisterschaftstag im neuen Jahr e besonderes Gepräge zu geben. Die Herbstmeisterschaft ging bekann lich an den Neuling Spyg Fürth, aber 6 Frage nach dem neuen süddeutschen Me ster ist damit jedoch wohl noch lan; nicht beantwortet. Die entscheidend Kämpfe stehen vielmehr erst im Frühja noch bevor. Die Offenbacher Kickers, VI Mannheim, VfB Mühlburg und VIB Stut gart wollen noch ein Wörtchen mitrede Darüber hinaus fragt es sich, ob die ju ge Fürther Elf genug Kraft und Stehve mögen hat, einem konzentrischen Angri auf ihre Spitzenposition auf die Dauer e. folgreich zu widerstehen. Im Ronhof gewann Fürth 8:1 Schon am Sonntag bekommen „Kleeblätter“ eine schwere Nuß zu kna ken, denn die Augsburger Schwaben we len Revanche für die 1:8-September-Ni derlage im Ronhof. Die Schwaben spiele einen technisch feinen Fußball, dem alle dings meist der krönende Torschuß feh Fürth kann sich auf seine gute Abwe verlassen. Der Herbstmeister ist auch i Angriff höher einzuschätzen, selbst wer der gegen Rapid Wien verletzte Recht außen Hoffmann fehlen sollte. Um glei bei den Rückspielen zu bleiben: Waldh will gegen den VIB Stuttgart eine 0: Niederlage wettmachen, die Münchne Bayern aber werden in ihrer derzei guten Form wohl erneut gegen Schweit furt 05 gewinnen. Von den drei noch zur ersten Ser’: zählenden Treffen ist zweifellos die B gegnung zwischen dem VIB Mühlber und dem deutschen Meister VIR Manr heim die bedeutendste, da für beic Mannschaften viel auf dem Spiele stcht. Widerspruch gegen diese Regelung gelten: machte. Diese Regelung ist auch in dm Presse unmittelbar nach dieser Tagur allgemein verbreitet worden. Der VV ist nicht in der Lage, mitte im Spieljahr von dieser einmal getrofft nen Regelung aus irgendwelchen Gründe abzugehen. Es bleibt also bei dem vor VV ursprünglich gefaßten Beschluß: vic Ab- und vier(je zwei) Aufsteigende. Weltmeister Harris stellt sich veDie Flieger haben am Wochenende# unseren Winterbahnen in Berlin und Har nover das Wort: an ihrer Spitze der en lische Weltmeister Reg Harris, der dam seine Antritts-Vorstellung in Deutschlar gibt und unseren Rennfahrern einen we teren wertvollen Kräftevergleich gesta tet. Allerdings: In Berlin(am Freitag) i: das deutsche Aufgeoct schon rein zahler mäßig gegenüber den starken Ausländer. im Nachteil. Meister Voggenreiter. sei Vorgänger Bunzel und der Berliner Gün ter Schulz treffen auf Harris, den Schwei zer Oskar Plattner. Derksen. Scheren: Jocoponelli und Senfftleben, während ein Hannover(am Samstag) einen Vierer kampf zwischen Harris. Scherens. Bunze und Voggenreiter gibt. Georg Voggenreiter hat sich Neujah gegen die Ausländer ausgezeichnet ge schla--- und mit seinem zweiten Plai hinter Derksen, aber vor dem sieben fachen Weltmeister Jeff Scherens. übr Erwarten gut abgeschnitten. Wenn Werne Bunzel seine Erkältung überwunden he darf man auch von*.— zumindest Berlin— ein besseres Abschneiden e warten. Nach der Berliner„Vorprüfun wird man zweifellos dem Kampf in Ha nover 24 Stunden später mit besonder Spannung entgegensehen dürfen, zum hier in sechs Zweierläufen jeder geg jeden fährt und erst im abschließende Viererlauf die Entscheidung zu erwart: Ist. Kaum weniger zugkräftig ist auf be den Pisten das„Rahmenprogramm“. Berlin starten zum 50 km-Mannschaf fahren u. a. Schwarzer Hoffmann. Gel Hörmann, Saager Berger, ZollFunHolthöfer(Pankoke, Weimer Müller. Wi mer Zawadski und Gerh. SchulzGrig. Auch Hannover bringt neben zwei Man schafts-Verfolgungsrennen(SavelsberzNV ren— Kilian/Lohmann und Holthöft Pankoke— Bautz/Vopel) und eine Punktefahren zum Abschluß ein 100 kr. Mennschafterennen. Beginn der Winlteltennen Der den Trabern Deutschel Pmmrseher Beufalh! Schutz gegen hemmungslose Filmeinfuhr dringend notwendig In keinem Lande ist der einheimische. Film so völlig schutzlos den hereinströmenden ausländischen Filmen ausgesetzt, wie In Deutschland. Uberall sonst gibt es zum Schutze der eigenen Filmproduktion ein Quota-System, das den nationalen Filmen ausreichend Spieltermine sichert und zumeist auch eine Steuerermäßigung vorsicht. Kein Wunder, wenn jetzt der hemmungslose Filmimport den sicheren Ruin unserer deutschen Filmproduktion bedeutet. Vor kurzem schätzte man noch, daß im kommenden Jahr etwa 250 ausländische Filme bei uns laufen würden, heute nimmt man diese Zahl bereits erheblich höher an. In München drängen sich im Hotel„Vier Jahreszeiten“, die vielen Kommissionäre, die alte und älteste Auslandsfllme für Deutschland anbieten, und zwar vielfach zu so billigen Preisen, daß dem Verleiher große Gewinnchancen winken. So wurde z. B. die deutsche Verleihlizenz eines älteren Conrad Veidt-Films für 60000 Mark angeboten. Aus diesem Film würde der Verleiher mindestens 200—250 000 Mark herausholen. Also ein Gewinnchance, wie der Verleiher sie niemals bei dem Verleih eines deutschen Films haben kann, und überdies braucht er keine Kreditverpflichtungen und Wechselgarantien zu übernehmen, wie bei der Ubernahme eines neuen deutschen Films. Gleichwohl gibt es heute verein Charakterkomiker des deutschen Films antwortungsbewußte Verleiher, die derartige ausländische Angebote ablehnen, weil diese wahllos hereingenommenen alten Auslandsfilme den deutschen Markt verstopfen und den Verlust von Spielterminen bedeuten, der nicht mehr eingeholt werden kann. Die Abschließung der deutschen Kinos vom Filmweltmarkt während der Nazizeit hat es mit sich gebracht, daß jetzt, nachdem der deutsche Filmmarkt seit der Währungsreform für die Ausländer geschäftlich wieder interessant geworden ist, ein unter normalen Verhältnissen nie mögliches Massenangebot alter Auslandsfilme eingesetzt hat. Man hat errechnet, daß die Filme des Verleihprogramms, das ein ausländischer Filmverleih eben in Deutschland startet, zusammen ein Alter von ungefähr hundert Jahren haben. Diese Zahl charakterisiert am besten die Sitaation. Diese Uberschwemmung des deutschen Filmmarktes mit Auslandsfilmen läßt den herauskommenden deutschen Filmen nicht mehr genügend Spieltermine in unseren Kinos, um eine Amortisation überhaupt noch zu ermöglichen, geschweige denn so planmäßig, wie das bei der Kreditaufnahme vorgesehen war. Die Kredit gewährenden Banken verlangen termingemäße Abdeckung der Filmproduktionskredite, aber davon kann eben aus den Einnahmen des betreffenden Films gar nicht die Rede sein.„So mancher unserer Filmproduzenten ist heute schon pleite, er weiß es nur noch nicht,“ erklärte dieser Tage ein deutscher Verleiher,„denn die Einspielung des investierten Filmkapitals dauert etwa 1½ Jahre, die ist aber heute vielfach infolge der Verstopfung des Marktes mit Auslandsfilmen überhaupt nicht mehr möglich. Das wird sich erst in den nächsten Monaten mit voller Schärfe erweisen. Im nächsten Jahr kann der deutsche Verleih den Produzenten keinen Pfennig mehr garantieren.“ Besonders charakteristisch für die fast völlige Beherrschung des deutschen Marktes mit den Auslandsfilmen ist, daß in Berlin, wo sich die herauskommenden Auslandsfilme besonders dicht zusammenballen, in den Uraufführungstheatern am Kurfürstendamm voraussichtlich zu Weihnachten auch nicht ein einziger deutscher Film lauten wird. Die unausbleibliche Folge muß sein, daß in absehbarer Zeit kaum noch deutsche Spielfilme gedreht werden können. Es wird immer weniger deutSpannungen im Atelier Eine Szene mit Hilde Krahl, Willy Fritsch(Unks) und Hermann Schomberg(rechts) in dem neven Realfilm„Balisde der Nacht“ Re cee Dame am Abend: die schöne Filmschauspielerin Sonja Holm (Fof.: Renk) sche Filme geben statt der erhofften Ankurbelung unserer eigenen Filmproduktion.„Durch das Hereinströmen von 350 Auslandsfilmen sind wir ein Kolonialland des ausländischen, vor allem amerikanischen Filmimperialismus geworden“, formulierte unser Gewährsmann die Situation. Dr. Ol. Ausschließlich Farbfilme wird im kommenden Jahr das größte sowjetische Filmatelier, Mosfilm, herstellen, zu welchem Zweck die Ateliers erweitert und mit den modernsten Apparten versehen wurden. Gleichfalls werden die Lenfilm-Ateliers in Leningrad auf Farbfilm-Produktion umgestellt. Die Premiere des Willi-Forst-Films „Wiener Madeln“ wird Mitte Januar stattfinden. Die noch unvollständige Fassung war von der Sovexport unrechtmäßigerweise eine Zeitlang ausgeliehen worden. Pierre Fresnay spielt die Titelrolle in dem Film„Robinson Crusoe“, den J. P. Chanois dreht. Rnkayhikptogtamm der soue von Sonntag, den 8. Jannar. bis Sonnabend, den 11. Januar 1950 Sonntag, 8. Januar 8,00 Musik am Sonntagmorgen 8.30 Rundfunktechnik f. jedermann 9.00 Gottesdienst der Evangelischen Alllanz 10,00 Johann Sebastian Bach— Bürser in zwei welten. 1. Sendung Begegnungen mit Bach in zwei Jahrhunderten. 11.00 Konzert am Sonntag-Vormittag. Ouvertüre zu der Operette„Eine Nacht in Venedig“ (Johann Strauß). Bahn frei. Schnellpolka(E. Strauß). Loin du bal(Gillet). Csardas aus der Oper„Der Geist des Wojwoden“ Großmann). Immer oder nimmer, Walzer (Waldteufel). Melodienfolge aus der Opeiette„Paganini“ (Lehar) 12,00 Sang und Klang 14,00 Kinderfunk: Der Zauberbrunnen 15.30 Was ihr wollt 17.30 Mein onkel Benjamin— Eine Hörfolge nach dem Buch von Claude Tillier 18,00 Meisterwerke der Musik Divertimento(KV. 136)(Wolfgang Amadeus Mozart). Klavierkonzert Es-dur(Ludwig van Beethoven), 19.45 Gedanken zur Zeit: Uber die Nacht der Gewaltlosigkeit 2.00 Volkstümliches Konzeis Ein Streichquartett, ein Bläser-Ensemble, der Chor des NWDR Hamburg, Einstudierung: Max Thurn, das d’amour (Martini-Mottl). Menuett(Bolzoni). Ungarische Tänze Nr. S und 6(Brahms) Plaisir d amour(Martini-Mottl). Menuett(Bolzoni). Bunt sind die Wälder(Volkslied) Walzer E-dur(Moszkowski). Der Sang ist verschollen(Volkslied). Volksliedchen und Märchen (Komzak). Das Lied, das meine Mutter sang(Brandt). Steirischer Tanz(Schönherr). Weißt du Mutterl. was träumt hab’(Kutschera). Liebeslieder-Walzer(Joh. Strauß), Stettiner Kreuzpolka(Schlichting) Drei Handwerkslieder: Maurerlied# Der Leineweber Lied der Nagelschmiede(Maaß). Hacketäuer Marsch(Beez). Cuxhaven-Lied(Secker). Kadetten-Marsch(Sousa). Quartett aus der Opeiette„Die Dollarprinzessin“(Fall) Heitere Ouvertüre(Schneider-Holberg). „Ach Luise“, aus der musikalischen Komödie„Bezauberndes Fräulein“(Benatzky). Folies bergeres. Marsch(Lincke). Ich möcht“ nicht nach Mizza, Duiett aus dem mutsikalischen Lustsplel„Besuch am Abend“ (Kollo). Ober den Wellen, Walzer(Rosas). Gute Nacht, du mein herziges Kind(Abt) 28.20 Rhythmus der Freude Hermann Hagestedt mit selnem Orchester, Vesco D’Orto mit seinem Zigeunersextett. Hans Bund und Ernst Fischer mit ihren Solisten, das Kölner Tanz- und Unterhaltungsorcchanten Montag, 9. Januar 7,20 Frühmusik 9.05 Start in die Woche 9.55 Sprechstunde f. Ostvertriebene 9.00 Schulfunk: Mit dem Ballon zum Nordpol— Das kleine Schulfunkkonzert 10,30 Vormittagskonzert 12.00 Aus Italienischen Opern 12.30 Landfunk: Wirtschaftliche Tagesfragen 13.20 Musik am Mittag: Willy Keppel Violine), Hermann Hagestedt mit seinem Orchester 15.40 Bunte Noten: William Greihs und sein Orchester 16.00 Nachmittagskonzert: Herbert Ernst Groh(Tenor), das Große Unterhaltungsorchester des NWDR Berlin. 16.30 Das Buich Gespräche mit deutschen Verlegern: der Suhrkamp-Verlag 16.50 Kammermusik: Hubertus Rehfeld(Baß), Kurt Kiermeir(Klavier), Werner Schulz(Oboe). Helmut Boettcher(Klarinette), Fritz Finsch(Fagott), Heinz Wilcke(Horn), Wolfgang Hohensee(Flöte); Balladen(Carl) Loewe) Bläser-Quintett(Franz Danzt) 17.45 Lebendiges Wissen: Der Wandel des Geschichtsbildes: 6 Karl der Große 18.00 s0 heitere Minuten zum Feierabend 19.30 Von Rhein und Ruhr Ein Bericht von Peter von Zahn 20.00 Sinfoniekonzert Sinfonie Nr. 4 A-dur op. 90. („Italienische“)(MendelssohnBartholdy). Konzert für Klavier und Orchester G-dur(Ravel). Symphonie liturgique (Honegger) 22.15 Tanz- und Unterhaltungsmusik 22.45 Paul Temple und die Affsire Gregory, 10. Folge 23,15 Zärtliche Weisen 23.50 Gerhard Gregor an der Funkorgel Dienstag, 10. Januar 7,20 Hans Bund splelt 8.05 Fang's fröhlich an! 8.55 Ratschläge fürs Haus „Gifte“ Im Haushalt 9.00 Schulfunk: Menschen in Kanada— Unsere Weit— Tiere im Winter 10.30 Vormittagskonzert 12.00 Musik, aus dem Norden Präludium(Järnefelt). Scher20 op. 34, Nr. 8 Grieg). In der Heimat, norwegisches Volkslied. Orchesterthlte op. 99: Plece humoristique Impromptu Couplet Moment de Valse Petite marche(Sibellus). Was ich am Tag auch sue, Schwedisches Volkslied. Romanze(Svendsen). Canzonetta(Gade). 13.20 Musik am Mittag 15.40 Leichte Mischung: 35 heitere Minuten 16,15 Kinderfunk. Wir spielen Schule 16,50 Quintett für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello in A-dur(KV 591)(Mozart) 17.30 Wirtschaftsfunk 17.45 Die moderne Frauenbewegung und das Mutterrecht Von Hermine Zöller 18.00 Musik zum Feierabend, Elisabeth de Freitas(Sopran), Petre Munteanu(Tenor). Das Hamburger Rundfunkorchester 18.50 Das Streiflicht 19.00 Zeitgeschehen 20.00 Von Wien in die Welt Ein Carl-Millöcker-Konzeit Ouvertüre zu der Operette „Der arme Jonathan“. Aus der Operette„Gaspurone“: Denk' ich an dich, schwarze Ninetta Nur Goid will ich haben Der verdammte Gasparone Ein interessantes Abenteuer Oh, daß ich doch ein Räuber wär' So sind die Jungen Leute von heute Liebe erhellt die ganze Welt Tarantella Dunkeirote Rosen Das waren Zeiten 1 Er sonl dein Herr sein. Saus und Braus, ich schenk“ mein Herz, Lied aus der Operette„Die Dubarry“. Oh, du himmelblauer See, aus„Das verwunschene Schloß“. Traumwalzer nach Motiven der Operette„Der Feldprediger“. Aus d. Operette „Der Bettelstudent“: Auftrittslied des Ollendorf:„Ach, ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt“ Auftrittsduett Symon—Jan. Ensemble und Lied„Ien knüpfte manche zarte Bande“ Finale 1/ Duett Laura—Symon„Ich setz“ den Fall“ Duett Bronislawa Jan„Nur das eine bitt“ ich dich“ Lied des Symon„ich hab' kein Geld“, Gratulationsszene und Trinklied. 22.65 Zur Nacht: Gartenszene aus „Romeo und Julia“ von Shakespeare. Es sprechen Horst Caspar und Antie Weißgerber 22.15 Strafvollzug für Jugendliche Eine Hörfolge von Allce Heidinger 22.45 Tanzmusik 23,15 Amerikanische Musik und ihre Probleme Mittwoch, 11. Januar 7.20 Frisch gesungen Ostdeutsche Volkslieder 8.80 Die großen Ströme der Welt: Der Amazonas 8.66 Kleine Melodie 8.55 Wohnraum und Heimgestaltung: Die Beleuchtung 9.00 Schulfunk. Zeitmaße der Musik— Achtung, aufgepaßt!(J) — Unsere Zeit— Zehn Minuten Politik 10.30 Russische Weisen. Jenny Jura (Gesang), die Unterhaltungskapelle des NWDR, Leitung: Walter Günther 11.30 Kammermusik. Sonate Es-dur op 13 für Violine und Klavier (Richard Strauß) 12.00 Musik zur Mittagspause Ouvertüre zu der Operette „Prinz Methusalem“(Joh Strauß-Reiper). Auftrittslied des Szupan aus der Operette „Der Zigeunerbaron“.(Joh. Strauß). Die Freier, Walzer (Millöcker-Reisinger). Das Fräulein an der Himmelstür (Genée). Präludium und Tanz aus der Operette„Das Pensionat“(von Suppé). Agyptischer Marsch(Joh. Strauß) 13.20 Mittagskonzert. Capriccio italien(Tschalkowskij). Slawischer Tanz Nr. 1 C-dur op. 46 (Dvorak). Ouvertüre zu der Operette„Der Opernball“ (Heuberger) 16,00 Musik an zwei Klavieren Herbert Heinemann und Gerbard Gregor 16.13 Film— kritisch betrachtet 16.25 Film aus aller Welt 16.30 Klaviermusik. Es spielt Christine Purrmann. Zwei Sonaten(Scarlatti). Suite Bergamasque(Debussy) 17,13 Lieder von Franz Schubert Rolf Pfarr(Bartton), Richard Beckmann(Klavier) 17.30 Kulturspiegel 18,05 Musik zum Feierabend 13.30 Metodische Rhythmen 20.00 Tanzmusik 20,45 Stillvergnügt 22.05 Zur Nacht. Ernst Barlach: Die stunden 22,15 Bericht aus Bonn 22.45 Musik eus London 23,00 Unterhaltungsmusik 23.15 Nachtprogramm. Womit wurde man 1949 Doktor? Donnerstag, 12. Januar 7,20 Frühmusik 8.00 Das Fünf-Minuten-Lexikon Gothische Kathedralen 8.05 Musik am Morgen 8.35 Ratschläge fürs Haus. Eltern und Kinder: Ist mein Kind unmusikalisch: 9.80 Schulfunk. Der Heidehof— Das Gottesurteil— Frost in den Füßen 10.30 Rhapsodie von Anton Dvorak 12.00 Musik zur Mittagspause Marionetten und Masken(Walter). Spanische Skizzen: Habanera' Seguidilla] Bolero Forioca(Dostal). Ouvertüre zu der Operette„Die Fliegerin“ (Vetterling) 13,20 Russische Musik 15.40 Das Hamburger Radio-TangoOrchester 16.50 Beethovens Trios(X). Klavier-Trio B-dur op. 97, gespielt vom Will-Smit-Trio: Will Smit (Violine), Hans H. Winkel (Violoncello), Rudolf Stralendorff(Klavier) 20,00 Uran. Hörspiel von Curt Goetz-Pflug 21.05 Zur Unterhaltung. Spanisches Capriccio(Tzube). Mir gehört die ganze Welt(Jack). Canzonetta(Altmann). Glückliche Menschen(Carste). I°1I see vou again(Coward). Wein, Weib, Gesang(Joh. Strauß). Liebesbriefe(Leux). Schöne Welt (Göhr). Nächte beim Klang der Mandolinen(Leux). Sag’s heute und sag’s morgen(Eisbrenner). Csardas(Lehar). Spanischer Zigeunertanz(Marquina) 22,15 Zu Besuch beim eigenen Ich Kabarettistisches-Besinnliches mit Günther Lüders 23,00 Gesichter an der Grenze Freitag. 13. Januar 7,20 Frühmusik 8.05 Beliebte Melodien 8.55 Frauen Im ötfentlichen Leben 9,00 Schulfunk. Wendepunkte der Schiffahrt— Song of Britain — Einkaufen 10.30 Vormittagskonzert 11.30 Kleines Konzert mit jungen Künstlern. Brigitte Rohde (Sopran), Emil Gerhard(Klavier), Peter Lachmund(Klavierbegleitung). Das Amrumer Tagebuch, drei Klavierstücke op. 30: Hymnus/ Elegie Sturmreigen(Jarnach) Fünf Lieder nach Texten von Frieddrich Hebbei(1948): Abendgefühl Dämmerempfindung Nachtgefühl 1 Ich und du Lebensgeheimnis(Rainhold Schubert). Der Jongleur op. 31 Nr. 3(Toch) 12,00 Musik zur Mittagspause Ouvertüre„Pique Dame“(Suppé). Mein Traum, Walzer (Waldteufel). Komm' her. komm' her, aus der Operette „Polenblut“(Nedbal). Csardas (schelbe) 13.20 Orchesterkonzert 16.20 Das Buch. Neue Bücher zur Geschichte des Altertums 16.30 Anton Dvorak. Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 31. Aus den„Zigeunerweisen“ op. 35: Als die alte Mutter/ In dem weiten, breiten luft'gen Leinenkleide Dart des Falken Schwinge 17.45 Ein menschliches Leben. Günther Birkenfeld spricht zum 75. Geburtstag Albert Schweitzers 20.00 Giacomo Puccini(Triptychon (drei Einakter): Der Mantel— Schwester Angelica— Glanni Schiccht 23,15 Nachtprogramm. Wunschträume und latente Phantasie, Lektoren von Film, Theater und Verlag berichten über ungedruckte Manuskripte Sonnabend, 14. Januar 7,00 Rlorgenandacht 7.20 Der fröhliche Wecker 6.05 Ich freue mich, daß morgen Sonntag ist 8.55 Ratschläge fürs Haus: Ausgleich von Berufsschäden— 9.00 Schulfunk: Moderne Musik— Kürschner und Pelznäher— Hans Unverzagt spricht 10,30 Musik zur Unterhaltung 12.00 Musik zur Mittagspause 13.20 Mittagskonzert 14.00 Alt-Berliner Originale. Ein heiterer Bericht von Perliner Lokalgrößen 14,45 Kleine Stüicke 15.00 Niedersächsische Skizzen 15,30 Chormusik. Der HeinrichSchütz-Kreis, Bethel bei Bielefeld. Leitung: Adalbert Schlltz. Drei Madrigale: Du hast mich wollen nehmen An dich hab ich gebunden mich Wie eine Rose unter den Dornen(Meiland). Zwei Chöre aus op. 33: Der Liebe Schrein Landsknechtstrinklied(Hindemith). Drei Frauenchöre auf Texte von Ruth Schaumann: Der Hahn Der Schneck] Der Igel(Willms) 13.45 Der Männerchor im Rundfunk Der goldene Wagen(Wöhrle). Media vita(Sendt). Glockenlied(Lenval) 16,00 Bunter Nachmittag 17,00 Gern gehört... Ein kleines Nachmittagskonzert 17.30 Tanzmusik 13.30 Volksmusik: Winterlieder 20,00 Wie's früher war— Wie's heute ist. Tanzmusik füru3 und alt 20,45 60 Minuten in einer Stunde Eine Non-Stop-Revue von Günther Neumann. Mit Hell Finkenzeller, Madeleine Lohse, Ruth Peter, Tatjana Sais. Edith Schollwer, Eva-Ingeborg Scholz, Eckart Dux, Bruno Fritz, Joe Furtner, Kurt Heise, Franz-Otto Krüger, Eric Ode, Werner Ohlschläger, Jakob Tiedtke und Carl Viebach, Regie: Franz-Otto Krüger 23,15 Sinfoniekonzert: Binfonte Nr. 14 D-Dur(Josef Haydn) 22.40 Zur Nacht. Ein schlafend Kind— o still. Wiegenlieder von Lenau, Chamisso, Eichendorff, Claudius, Schnack und Bergengruen 28.50 Wir spielen zum Tans LLU S T RIERTE•WOCHENSEILA GE (Das Oebstücke des JSeinkehrers ()er große Krieg, der Anno 1618, wie es heißt um des Glaubens willen, begonnen, der dann wie ein schwelend Feuer um sich gefressen, das ihn lange Zeit niemand hatte austreten können, war zu Ende. Das Soldatenvolk wehrte sich noch eine Weile gegen Frieden und Entlassung, mußte aber zuletzt doch einsehen, daß man nur noch wenige selner Art brauchte und daß auch für die wenigen die gute Zeit der Beute und des freien Lebens vorbei sei. So besann sich doch notgedrungen mancher auf sein Herkommen, und der eine oder der andere dachte auch mit einem Ziehen im Herzen des Dorfes oder des värlichen Hofes, aus dem ihn einst der riegswind hinausgewirbelt hatte. Für manchen wurde es eine bittere Heimkehr, so auch für die beiden Landstörzer, die sich eines Tages nicht weit von ihrem Dorf in der Heide trafen, Schein und Wirklichkeit So manchmal werd ich irre an der Stunde, An Tag und Jahr, ach an der ganzen Zeit: Es gärt und tost, doch mitten euf dem Grunde Ist es so sfill, so kalt, so zugeschneit Hebt ihr euch auf ein neues Jahr getreut. Die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollte heren und schleudert, o wie welt! Euch rückwärts— ihr versinkt im alten Schlunde. Doch kann ich nie die Hoftnung ganz verlieren, Sind auch noch viele Nächte zu durchträumen, Zu schiefen, zu durchwachen, zu durchtrieren! So wahr erzürnte Wasser müssen schäumen, Muß, ob der tietsten Nacht, Tag truumphieren, Undsieh: Schon brichtes rot aus Wolkensäumen „ Gottiried Keller ein paar trockene Worte des Wiedererkennens wechselten— waren sie doch, Gott weiß, vor wie langer Zeit, als junge Kerle von zwei Nachbarhöfen ausgezogen“— und dann miteinander von der größeren Trift in die alten Feldwege nach dem heimatlichen Grund eingebogen Die Hagen an den Hohlwegen waren fast zusammengewachsen. Aber die Schichen blühten fast wie in alter Zeit, und hier auch der alte wilde Birnbaum, noch mächtiger gewölbt, der vor dem Dorf auf der letzten Höhe gestanden, solange sie denken konnten. Quer vor dem Stamm stand einst eine alte Steinbank. Sie war wahrhaftig noch da, aber ganz von Brennesseln überwachsen. Der eine trat die Nesseln beiseite, setzte sich auf die Bank und starrte nach der vernichteten Heimat hinüber. Es verging eine lange Stunde. Die Sonne schien schräg vom Abend her, da kam der, der vorangegangen, zurück und fand den Kumpan noch immer auf einer Bank. Er setzte sich neben ihn und sagte:„Laß uns weiterziehn.“— „Und wohin? Auch ein Marodeur werden?“—„Nein“, sagte der erste.„Da bin ich, und da bleib ich. Auf stunds sind wir zwei die Erben von allem hier, scheint es.“ Von einem Brandhaufen und einem wüsten Feld“, sagte der andere.„Willst du mit deinem Stecken umackern? Hast du Saat? Oder ein Pferd, wie es sich gehört? ich war immer bei den Reitern. Ohne ein Pferd kann ich nicht mehr leben.“—„Das Land ist geblieben“, sagte der erste.„Und mit Kühen kann man auch pflügen" „Hast du eine Kuh? Schon immer lag das Dorf himmelallein hinterm Moor. Ohne Nachbarn und Nachbarschaft. Weiß nicht, welcher Teufel mich hergebracht hat, es wieder zu sehen.“ „Komm mit“, sagte der, der die Zuversicht hatte,„eine alte Scheune steht noch halb. So haben wir ein Nachtlager.“ „Eine alte Scheuer!“ schimpfte der andere.„Eine gute Stube such ich und ein Feuer. Einen Hof und ein Pferd und eine Saat Sonst mag der Teufel da Bauer werden“ „Wär mir auch lieb, wenn ich es hätte“. sagte ruhig der erste und ging wieder nach dem Branddorf hinab, und der Kumpan ging schweren Schrittes nach. in seinen Bart grollend. Der aber, der an diesem Abend in dus verbrannte Dorf voranging, blieb al um andern Morgen und an allen ERZAHLUNG VON WILL VESPER folgenden Tagen bei seinem stillen Mute und fing an, in dem Schutte zu suchen, zu räumen und zu schichten. Allerlei fand er, was ihm brauchbar schien, auch das wichtigste, Nahrung für heute und morgen, eine Hartwurst, die sich in der Asche gar nicht schlecht gehalten, ein schwarzes Stück Speck unter verbrannter Schwarte, eine Handvoll Korn hier und ein Hümpel Bohnen dort und einen verschütteten Topf Kraut. Das Mordsgesindel hatte in den Erdgruben der Heidekaten in der Eile nicht alles gefunden und gar nicht so wenig übriggelassen, wie es erst schien. Der Brand war nach der Ernte geschehen. Die Wintervorräte waren schon in Haus und Keller gewesen Einmal fand sich sogar ein ganzer Sack Buchweizen. Solche Gabe des Himmels für einen neuen Anfang. Alles trug der Sorgliche zusammen, siebte, trocknete und stellte in Sicherheit Sein Kumpam half ihm dabei wenig, verhöhnte ihn wegen seines Eifers und sagte:„Dein Vater war damals Schultheiß hier Im Dorf. Nun bist du es auch, über Gerümpel und Disteln. Was soll der Unsinn? Laß uns weiterziehen. Ein Pferd hast du nicht. Eine Kuh hast du nicht, und ein Schwein auch nicht. Dein Acker ist ein Nesselfeld, eine schöne Bauerschaft!“ „Ich baure mit dem, was da ist“, sagte der Rüstige, und ging an die Arbeit. Er begann zu roden und zu graben, mit einer Schaufel, die er an einen Stiel gebunden. Und zuletzt wurde es doch ein Feld.„Als hätten es die Schweine umgewühlt“, sagte der Spötter Aber der andere warf sorglich den Buchweizen hinein. Wie er noch dabei war, grunzte es in der Nähe im Walde. Vielleicht angelockt von den menschlichen Stimmen, kam langsam aus dem Dickicht eine alte Sau mit einem ganzen Wurf struppiger Ferkel. Gott weiß, wie sie dem Brand entronnen und wie sie durch den Winter gekommen. Sie konnte nichts davon sagen. Sie blieb auch das einzige Lebendige, das von früher sich jemals zurückmeldete. Aber sie war ein tüchtiges Tier. eine wahre Himmelsgabe. sch muß noch sagen, daß der Mann in einer Grube auch einen Sack mit Wolle gefunden und an einer anderen Stelle ein Gebinde Flachs und ein wenig Flachssamen. Als es Herbst wurde, hatte er einen Webstuhl soweit gerichtet, daß er im Winter darauf ein Stück Zeug weben konnte, nicht schön. Gern hätte er besseres Garn dazu gehabt. Aber es war klar, daß er nur mit dem Garn weben konnte, das er auf dem Webstuhl hatte, und nicht mit dem, von dem sein Kumpan meinte, daß es allein webenswert sei. Dieser war noch immer bei ihm. Einmal war er ein paar Tage fort gewesen. Aber dann saß er doch wieder da, streckte die Hände über den rauhen Tisch und aß von dem, was es gab. Und dann schwatzte er wieder von dem Pferde, von rechter Bauernschaft und von dem, was ein Webstuhl sein müsse und ein bildmäßiges Gewebe. „Du, Schultheiß, hast davon wenig Ahnung.“ Dieser aber rührte ruhig und weiter fleißig die Hände In dem, was da und was möglich war. Manchmal schämte er sich ein wenig vor dem anderen, daß alles so unvollkommen und halbschichtig sein mußte in seinem Dorf. Doch mochte er auch seine Rede nicht ganz missen. Später sagte er einmal:„Nie wäre ich vielleicht zu dem Pferd gekommen, das ich nun habe, wenn der Arnold nicht immer davon geredet hätte. Aber verdrossen hat es mich, daß er mein Weben verachtete. Das habe ich gelernt, ehe ich in den Krieg zog, von meinem seligen Vater. Und wie kann denn einer anders weben, als mit dem Garn, das auf dem Stuhle ist. Das Gewebe, das er im Wunsch und auf der Zunge hatte, von dem konnte sich auch der Arnold kein Gewand schneidern.“ Ja, so tst es! So ist es mit den Webstühlen und mit allen Dingen, mit den kleinen und großen, auch mit Staaten und mit den Völkern, mit allem Leben. Keiner kann etwas weben, es sei denn mit dem Garn, das auf dem Stuhle ist. Und der, der damit webt und wirkt, schafft mehr als jener andere, der wohl das Vollkommene immer im Hirn und im Mund hat, aber nicht einmal das Unvollkommenste jeinals in dieser Wirklichkeit wirklich zu wirken imstande ist. Die lusik AUS DEN„FLUNKEN UND FLAUSEREIEN“ VON HEINRICH ZHTICH 4in altes Fräulein lebte in Schäß— burg, wo es so viele alte Fräuleins gibt wie in Mediasch junge, und nähte ein bißchen hier und half ein wenig dort, saß an der Kasse, wenn ein Künstler ins Städtchen kam, trippelte unter dem Stundenturm durch, und die Gymnasiasten zogen vor der Kleinen die Mütze. Abends, wenn nicht just ein Fest stattfand, wo sie am Schanktisch des Frauenvereins Brötchen bestrich, saß sie in ihrer Klause neben dem Eierofen, auf dem ein schwarzer Mars eine am Busen rostig angerauhte Venus umhalste, saß da und trank ein Teechen mit Rum, nahm die Laute von der Wand und zupfte sich ein Lied. Zupfte und sang dazu„Zweierlei Tücher, Schnauzbart und Sterne, haben die Mädchen alle so gerne—“, und das Stimmchen klang fadendünn durch den Raum, verspannte ihn kreuz und quer mit einem Spinngewebe zitternder 76ne. Schließlich nach einer Stunde Hei und Lala hängte sie die Laute wieder an den Nagel, guckte sinnend auf ein vergilbtes Spruchband, las etwas von Mein und Dein, seufzte, dachte ein Weilchen nach und faßte einen alten Unterrock, der von der Großmutter ererbt war, gutes handfestes Tuch aus Heltau, stülpte ihn über die Zupfgeige. damit die ruhe, damit kein Staub die Saiten verderbe, und gähnte und zog die Kleider von den gebrechlichen Schultern, stieg ins Bett, betete schläfrig ein Vaterunser und seufzte erlöst und schlief. So lebte sie Jahr für Jahr and schien sich gleich zu bleiben, bis plötzlich der Krieg da war und die Not. Immer noch trippelte sie grau und klein unter dem Stundenturm durch, aber das Teechen war blaß geworden, der Rum verbannt und die nackte Göttin rostig bis an die Zehen. Die Laute allein zirpte allabendlich, obwohl eine Saite zerrissen herabhing. Hatte der Unterrock den Staub nicht ferngehalten? Ach, daran dachte das Fräulein kaum, wenn es sang. Schon hatte sie ein Bilderalbum, einen geklöppelten Schal zum Trödler getragen, und jetzt war wieder die Teekanne leer, das Täßchen leer, die Kasten leer. Das Fräulein weinte nicht. Mit mutigen Fingern zog sie der Laute den Unterrock ab, hielt ihn ans Licht, klopfte und bürstete, rollte und bündelte. Und nach einer Stunde klopfte und bürstete der Trödler am Rock herum, hielt ihn ans Lichte, rückte an der Brille, rieb den Stoff zwischen Daumen und Zeigefinger, daß dem Fräulein die Schamröte in den Schläfen brannte, runzelte die Stirne, zuckte die Achseln:„Nicht zu brauchen!“ Und sie, das Fräulein, hatte dies mitansehen müssen, sehen müssen, wie der Kerl ihren Unterrock betastete, unanDie Leute tottten nicht imimer oviet nachderken, wal die tün soltten, die lieber nachdenken, wal tie tein sollten. wären die nür güt, io möckten ihre Wecke zelber teiichten Eckebart ständig befingerte, ihren guten Rock, gutes Heltauer Tuch, von der Großmutter ererbt— da stieg ihr die Galle hoch. Diesen Rock! Wie viele Teechen mit Rum, wie viel Hei und Lala waren mit diesem Rock verschwistert, verjährt und verinnerlicht. „Nicht zu brauchen!“ rief sie aus. „Nicht zu brauchen! Gutes Heltauer Tuch, ein fester Unterrock! Meine Großmutter hat ihn getragen, meine Mutter hat ihn getragen, und ich— ich hab’ fünfundzwanzig Jahre lang mit ihm meine Musik zugedeckt!“ „He, he!“ rief der Trödler.„Ihre Musik!“ rief er und ließ sich anmerken, daß er ein recht spaßiges Ding R BAOSC OR Schutzfahrt ins neue Jahr darunter verstand, konnte sich nicht genugtun im Feixen und stieß prustend hervor, dafür wolle er gern einen Gulden bezahlen, und machte sich über die kleine Frau lustig, als wenn sie etwas Schamloses gesagt hätte. Diese aber, die mitunter an Bauchgrimmen litt und sich oft geschämt hatte, wenn das Rumoren in ihrem Leib zu laut gewesen war— doch was ging dies alles den Trödler an, der immer noch schäbiger kicherte!—, schlug ihm rechts und links auf die Wangen, faßte den langen Bart und ließ ihn nicht frei, schlug kräftig weiter, eine unbändige, bis in die Seele gekränkte Verteidigerin ihrer schönsten Erinnerungen, und dabei fiel Ihr ein, der Trödler habe gar etwas Schlimmeres gemeint als ein unschuldiges Bauchknurren, und dafür zupfte sie ihn so rasend, daß er, jeder Gegenwehr bar, nur jammernd zu schreien wußte:„Ich zahle drei Gulden, vier Gulden, zehn Gulden.“ Da erst ließ sie von ihm, und wenn er nun auch flugs zwei Gulden wieder abhandelte, acht strich sie doch ein, gerade so viel, als sie für ein kleines Weilchen zum Leben brauchte. Inzwischen fand sie ein Pöstchen, und so hatte ihr ein Wutanfall aus der Not geholfen. (Im Sammelband des Verlages C. Berteismana) Clelte im Creibeis EINE ERINNERUNG VON CAROLA VON CRAILSHEIM Aeit gestern treiben zwei Eichtiere auf den Schollen am Eingang zum Bottnischen Meerbusen dahin, wird aus Oernsköldsvik gemeldet. Man hat sie von dem Leuchturm auf der Landspitze Skags Udde gesichtet. Wenn sich kein kräftiger Wind von Osten oder Südosten erhebt, der die Schollen der Küste zutreibt, sind die Elche verloren. Einstweilen ist gestern ein Flugzeug aufgestiegen, das ihnen drei Säcke mit Hafer abwarf. Zwei davon fielen dicht vor den Tieren nieder, aber nur eines sprang dem Futter entgegen, das andere, eine zwei Jahre alte Elchkuh, blieb apathisch auf dem Eise liegen und ist inzwischen verendet. Heute kommt Nachricht von dem überlebenden Tier. Es treibt weiter auf dem Meer dahin, ein armes, versprengtes, warmes Stück Leben in der unaufhaltsam vorwärtsdrängenden und stoßenden Elswüste. Ein Lotse hat beobachtet, wie es verzweifelt nach einem Ausweg sucht, hierhin und dorthin auf seiner Eisscholle läuft, wie seine Augen die Wasserrinnen abmessen, die die einzelnen Schollen trennen. Manchmal verengen sich diese, dann faßt der Elch — ein vier- bis fünfjähriges Tier— Mut, er setzt über den dunklen, gefährlichen Riß, springt über den Abgrund. der sich auftun und ihn verschlingen kann. Aber was ist damit gewonnen? Eine Eisscholle gleicht der;nderen, die Küste ist fern, unerreichbar Ein Flugzeug braust heran. Schon am Horizont haben die scharfen Lichter des Elches es wahrgenommen. Die Maschine nähert sich mit Windeselle, manövriert, senkt sich. Der Eich bäumt sich in Todesangst, erstarrt vor Schreck. Er weiß nicht, was die nächste Sekunde bringen wird. Etwas Dunkles wirbeit herab. Es ist Heu und fällt beinahe vor die Füße des zitternden Tieres. Bewegungslos schaut es zu, wie das Flugzeug wieder steigt, wendet, mit dröhnenden Propellern entschwindet. Wo steht die Not der Tiere verzeichnet! Die Kämpfe, die sie zu bestehen haben, das Leid ihres Endes? In welcher Stille vollzieht es sich, gemessen an unserem lauten Jammern und Klagen? Drei lange Tage und Nächte verfolgte ich das Schicksal des ausgemergelten, krierenden, verlassenen Tieres. Drei Tage noch stieg immer wieder ein Flugzeug auf, um dem Elch Futter zu bringen. Am vierten Tage aber, da die Elsschollen mit der ausgesetzten Kreatur noch immer weiter ins Meer hinauszogen, wurde es sinnlos, das Martyrium zu verlängerm Und abermals, zum letzten Male, stieg ein Flugzeug auf. Langsam glitt es unter dem verschlossenen Himmel dahin, ein Ding mehr in all der Farblosigkeit von Wasser, Treibeis und Wolken. Es ließ sich ohne Elle herab, genau an der Stelle, wo, klein und verloren ein dunkler Punkt im fahlen, müden Licht, das willenlose Tier davongetragen wurde. Vielleicht hob es noch einmal den Kopf, des Futters gewärtig, vielleicht war es auch schon zu erschöpft dazu. Was weiß ich, die ich keinen anderen Zugang zu den Geschehnissen habe, als sie ins Menschliche zu übertragen. Eines aber ist sicher, der Schuß, ein lang erwogener Akt menschlichen Arbarmens, bedeutete hier Erlösung. Nummer 3 Semwanms wurcee Samstag, 7. Januar 1956 Tennis in Dreiviertellang —Geih 20 M KRRE SRRR Aad Sellalze, Prau Krager sdel Bigalnisun! Ehescheidungen und die Teilung Berlins- Scheidungen im Westen Im Osten nicht anerkannt Des-e'-Rolle für Eiler L’ugh Resche echeheheh sceech. kar Ginger Roberts setzte durch die Behauptung in Erstaunen, daß diese sackartigen Hosen „die“ Tennismode für 1950 seien. gm Berlin, Anfang Januar „Ihr Aufgebot kann ich nicht annehmen,— oder wollen Sie etwa wegen Bigamie vor Gericht kommen?“ Entsetzt blickt die Braut auf den Pankower Standesbeamten.„Aber hier ist doch mein Scheidungsurteil vom Zehlendorfer Landgericht.“ Der Beamte zuckte die Achseln:„Tut mir leid, gilt nicht im Ostsektor. Für uns sind Sie noch verheiratet.“ Diese Geschichte hat sich nicht etwa ein Kabarettist ausgedacht, um die Teilung Berlins an einem grotesken Beispiel zu glossieren,— sie ist wirklich und wahrhaftig passiert. Und sie hatte noch ein Nachspiel. Um ihre neue Ehe eingehen zu können, mußte sich die Braut zum zweiten Male von ihrem ersten Mann scheiden lassen, diesmal vor dem östlichen Landgericht. Zwar im abgekürzten Verfahren aber natürlich mit ungekürzten Gerichtskosten. Scheidung nach Wechselkurs Der Pankower Standesbeamte war völlig unschuldig an der Doppelscheidung. Schließlich hatte er Berlin und seine Justiz nicht gespalten, sondern nur am 20. Oktober eine Anweisung erhalten, wonach Ehescheidungen aus den Westsektoren nicht anerkannt werden, wenn der letzte gemeinsame Wohnort der getrennten Partner im Ostsektor lag. In Westberlin dagegen wird nach dem jetzigen Wohnort der Partner Recht gesprochen. Künftig werden sich die scheidungsreifen Paare, die einst Bogarwundes Tendbintert siell Wef: und Spielwut ruinierten Vermögen- Gläubiger spät befriedigt ge London, im Januar Wallace, der erfolgreichste Kriminalschriftsteller nächst Conal Deyle, am 10. Februar 1932 in Hollywood starb, hinterließ er nicht etwa, wie man es wohl auf Grund der enormen Verbreitung seiner über 40 Romane hätte erwarten können, ein Riesenvermögen, sondern 120000 Pfund Schulden! Wie konnte das zugehen? Seine Bücher„Der Hexer“," Der Zinker“,„Der Teufelsmann“ und wie sie sonst heißen mochten, waren die Bestseller der zwanziger Jahre.(Sie erinnern sieh doch wohl noch:„Es ist unmoglich, nicht von Edgar Wallace gefosselt zu sein!“) Die Potogr#ie des markanten Kopfes von Wallace mit der berühmten überlangen Zigarettenspitze im Mund prägte sich unwillkürlich jedem ein, seine Hauptromane wurden auch als Filme große Erfolge, und nun plötzlich diese horrende Schuldenhinterlassenschaft? In der Tat, Edgar Wallaces finanzielle Verhältnisse waren bei seinem Tode vollkommen zerrüttet. Die Wett- und Spielwut, die schon immer in England grassierte, hatte auch ihn gepackt und seine gewiß sehr beträchtlichen Einnahmen verschlungen. Hinzu kam noch die Neigung zu kostspieligen Festen, die ihn ebenfalls ein Vermögen kosteten. Seine Gläubiger setzten alle Mittel In Bewegung, um zu ihrem Gelde zu kommen. Schließlich wurden aber„nur“ 64 000 Pfund vom Nachlaßgericht als bevorrechtigte Forderungen anerkannt. Aber die Gläubiger hätten keine Engländer sein müssen, wenn sie sich damit abgefunden hätten, und was der lebende Autor ihnen schuldig geblieben Mnnn Das ertreut die Pariserinnen war, das sollte der tote ihnen zurückzahlen. So kan sein kluger Anwalt auf den Gedanken, eine eigene„EdgarWallace-G.m.b.H.“ zu gründen, deren Vorsitzender er selbst wurde, während die drei Kinder des Autors in diese Gesellschaft als Mitdirektoren eintraten. Das Gesellschaftskapital bestand aus Wallaces sämtlichen Werken, aus seinen Romanen und Theaterstücken und deren Funk,- Verfilmungs- und anderen Rechten. Denn mit dem Tode von Edgar Wallace war nicht etwa das Interesse an seinen Kriminalreissern erloschen. Uberall in der Welt gab es nach wie vor viele Millionen Wallace-Leser. Sie alle wollten auch weiterhin von ihm„gefesselt“ sein. Die Edgar-Wallace-Gesellschaft hatte Erfolg. Neuauflagen mußten gedruckt werden, und zum Glück enthielt der Nachlaß nicht nur Schulden, sondern auch noch einige unveröffentlichte Manuskripte, die nun ebenfalls ans Tageslicht kamen und gedruckt wurden. Eine geschickte Propaganda tat das ihre. um das Interesse an den Romanen Edgar Wallaces immer wieder zu beleben. So konnte die Gesellschaft in den ersten beiden Jahren ihres Bestehens einen Reingewinn von 35000 Pfund Sterling erzielen. Wenn die Uberschüsse dann auch auf etwa 15000 Pfund zurückgingen, so sind sie auch heute noch recht erheblich und ausreichend gewesen, die Gläubiger voll auszuzahlen. Der Name Edgar Wallace ist wieder zu Ehren gekommen.„Der Hexer!“ in Ost-Berlin wohnten, eben dort scheiden lassen,— ist ja auch billiger bei dem Wechselkurs von 1:6. Aber zwischen dieser Anordnung an die östlichen Standesämter und der Spaltung der Berliner Justiz lagen die Monate von Januar bis Oktober 1949. Und niemand weiß bisher, ob die westlichen Scheidungen aus dieser Zeit im Osten anerkannt werden oder nicht. Der Ostanwalt K. wird nicht die Frage seiner Mandantin beantworten können, die nach westlicher Scheidung wieder im Ostsektor heiratete:„Bin ich nun eigentlich Frau Schulze oder Frau Krüger, oder bin ich gar Bigamistin?“ Trotz schriftlichen Beweisen In Westberlin zittert seit einigen Wochen eine Mutter um ihren Jungen, der aufgrund des ostzonalen Urteils durch einen Gerichtsvollzieher zwangsweise seinem Vater zugeführt werden soll. Frau Hildegard hatte eines Tages ein Scheidungsurteil aus Rudolfstadt in Thüringen erhalten. Ihre Berufung wurde abgewiesen, obwohl sie schriftliche Beweise dafür hatte, daß ihr Mann zumindestens ehewidrige Beziehungen gehabt, und die darüber vernommene Zeugin einen Meineid geleistet hatte. Aber der Ehemann ist Gewerkschaftssekretär des kommunistischen FDGB. Nun hat er einen Beschluß eines ostzonalen Amtsgerichts erwirkt, nach dem ihm das Sorgerecht für das Kind übertragen wird, das seit Jahren bei seiner Mutter in Westberlin lebt. Verzögern, nicht verhindern Der Berliner Gerichtsvollzieher und sein vorgesetzter Vollstreckungsrichter sind machtlos, obwohl sie die Ungerechtigkeit des ostzonalen Urteils anerkennen. Sie können die Vollstreckung höchstens verzögern, aber nicht verhindern. Urteil. ist Urteil, ob es nach rechtlichen oder parteipolitischen Gesichtspunkten gefällt wurde, sagen die Formal-Juristen Und der kleine Michael muß seit Wochen bei Bekannten versteckt gehalten werden, damit er nicht„zwangsvollstreckt“ werden kann. Fernlastzug mit Schmuggelkattee für 160 000 DM gefaßt dmt Nürnberg, 6. Januar. Die Polizei machte in der Nähe von Eichstätt einen guten Fang, als sie einen Fernlastzug kontrollierte. Sie stellte dabei fest. daß der Lastzug 10 Tonnen Bohnenkaffee geladen hatte, ohne sich mit entsprechenden Papieren ausweisen zu können. Der Wert der Ladung, bei der es sich offenbar um Schmuggelgut handelt, macht ungefähr 160 000 DMI aus. Der„Ehren-Eulenspiegel“ dmt Mölln, im Januar. Der Bürgermeister der kleinen Stadt Mölln im Lauenburgischen, der kürzlich die Möglichkeit erörtert hatte, Stalin zum„Bulenspiegel Nr. 1“ zu ernennen, hat ein neues Opfer für seine Ehrung gesucht, die er anläßlich des Eulenspiegel-Gedenkjahres vergeben will. Er bot telegraphisch Bernhard Shaw den Titel eines„Ehren-Eulenspiegels“ an und traf damit insofern ins Schwarze, als die deutsche Eulenspiegel-Gestalt sich mit dem Begriff des Weisen und des Schalks in einer Person verbindet. Allein: ganz so einfach geht es auch diesmal nicht. Die englische Zeitung„News Chronicie“ findet auch in dieser Suppe ein Haar, indem sie nämlich darauf hinweist, daß die mittelalterliche Figur des Eulenspiegel in England eine ganz andere Bedeutung habe als in Deutschland, nämlich die eines Taugenichts, der unter dem Deckmantel der Einfalt üble Scherze mit Edelmännern, Geistlichen, Geschäftsleuten und Gastwirten getrieben habe. Da aber Bernhard Shaw ein wahrhaft Großer ist, der genugsam bewiesen hat, daß er das deutsche Dichterwort zu würdigen weiß:„Wer sich nicht selbst zum Besten halten kann, ist wahrlich keiner von den Besten, ist es imme hin möglich, daß er sich mit einem witzigen Wort aus der Affäre ziehen und seiner Ehrung durch den Möllner Bürgermeister keine Hindernisse in den Weg legen wird. „Boogie-Woogie“ besudelt nationale Elre dmt Berlin, 6. Januar. Die SED kündigte eine kulturelle Aufklärungskampagne an. Der„dekadente Kulturwust“ des Abendlandes soll von marxistischen Sachkennern in den nächsten Wochen analysiert werden. Ein Sprecher der SED verglich moderne amerikanische Tanzmusik und Werke von Sartre, Heidegger und Jünger mit einer„Zähmungsmusik des Jesuitenordens in Kolonialgebieten“, die im Mittelalter angewandt worden sein soll. Der Boogie-Woogie und der Existentialismus versetze das Volk in einen Halbschlaf, lähme den Widerstandsgeist und besudelte die nationale Ehre. Lediglich die Sowjetunion habe erkannt, daß das Volk nicht an der seichten Kunst, sondern am sozialen Realismus interessiert sei. Wrraiel Spielt in dent Neuen Recl-Film„Schatten der Nacht“ eine interessante Doppelrolle. Einmal ist sie treusorgende Gattin und einmal ein „sehr leichtes“ Mädchen. Der Erpresser, der Hilde zu der Doppelrolle zwingt, findet natürlich seine wohlverdiente Strafe. Alles weitere verrät der Film. Auch Schweden meldet Rekordkälte In Amerika breitet sich die Kältewelle weifer aus Charleroi- die Stact auf brennender Erde Wassergräben können das Feuer nicht eindämmen Grubensachverständige haben Soigen— Einsturzgefahr immer größer ge Stockholm, im Januar Eine neue Rekord-Kälte von 51 Grad wurde Freitag in Mittelschweden gemessen, wie aus Talvros gemeldet wird. Diese Temperatur liegt noch wesentlich unter der in Moskau gemessenen, wo es 16 Grad“wärmer, war. Aus anderen Städten Schwedens werden Temperaturen zwischen 40 und 48 Grad gemeldet. Nach Meldungen aus New Nork nähert sich die Kältewelle, die bisher die West- und Südstaaten Amerikas heimsuchte, immer mehr der Ost-Küste. In manchen Gebieten fiel das Thermometer innerhalb weniger Stunden um mehr als zwanzig Grad Celsius. Mit Flugzeugen gegen Wölle rs Stockholm, 6. Januar. Der Einsatz von Flugzeugen hat in Sowjetrußland zu unerwarteten Erfolgen bei der Bekämpfung der Wolfsplage geführt. In der Tatarenrepublik hat ein Mann namens Wolkow nicht weniger als 750 Wölfe vom Flugzeug aus erledigt. Ein ehemaliger Flieger hat im Gebiet von Kasan 214 Wölfe innerhalb von zwei Monaten zur Strecke gebracht. Die Russen sind aber sehr empfindlich, wenn in den benachbarten finnischen Grenzgebieten ähnliche moderne Wolfs- oder Renntierjagden veranstaltet werden. Sowjetrussische Zeitungen haben vor einiger Zeit energisch dagegen protestiert und behauptet. die Wolfsjagden seien militärische Ubungen gewesen. In Norddeutschland tiel der erste Schnee im neuen Jahr dp Hamburg, 6. Januar. Norddeutschland liegt zum erstenmal im neuen Jahr unter einer dünnen Schneedecke. 51 Grad gemessen Fast den ganzen Tag über hatte es bei scharfem Ostwind und Temperaturen um null Grad leicht geschneit. Breinen und Hannover meldeten gegen Abend aber bereits wieder Tauwetter. Schneemnatsch und etwas Regen. Der Mittelrhein und Süddeutschland hatten fast an allen Orten milde Temperaturen. In Berlin lag gegen Abend eine feste Schneedecke von etwa zwei Zentimetern. Kinder im Schnee erslickt dp Augsburg, 6. Januar. Eine einstürzende Schneemauer begrub in Augsburg fünf Kinder unter sich. Sie hatten sich eine fast zwei Meter hohe Schneeburg gebaut, die während des Spiels plötzlich zusammenbrach. Passanten konnten nur drei der Kinder retten. Frühlingswetter in Süddeutschland hält weiterhin an dmt München, 6. Januar. Während in Norddeutschland am Donnerstag die Temperaturen nach nächtlichem Schneefall nur wenige Grade über Null lagen, herrschte in Südwest- und Süddeutschland bei Sonnenschein und acht bis zehn Grad Wärme ausgesprochenes Frühlingswetter. Trotz des starken Tauwetters in den Bergen des Schwarzwaldes, det Schwäbischen Alb und des Alrenvorlandes wurde der Verkehr nicht behindert, In den Grenzgebieten bei Hof und in der Ober-Pfalz regnete es. In höheren Lagen der Bayerischen Alpen und im Allgäu waren Schneeglätte und Glatteis zu vers zeichnen. Der Metro-Goldwyn-Mayer-Film„Die gute Erde“ nach dem Roman von Pearl S. Buck wurde am Freitag erfolgreich in Düsseldorf für Deutschland erstaufgeführt Krattwagen„Gutbrod Atlas 800“ stellt sich vor ( Die Puriser Lumen#en an diesen vielfarbigen Poker-Würfeln Sie sind aufschraubdar und enthalten... natürlich Parsüm. In fester Form. Das Wachs schmilzt auf der Haut Der Geruch bleibt für den Herrn. Die Rechnung auch: DM 3•— in deutschem Geld für geden Würfel, für jede Seite also nur 50 Pfennig. ra Brüssel, 6. Januar. Wenn die Hausfrauen der Stadt Charleroi den Wasserleitungshahn aufdrehen, entströmt ihm unaufhörlich warmes Wasser von einer Temperatur von 40 Grad Celsius. Der Kohlenvorrat braucht nicht angegriffen zu werden. Die in geheimnisvoller Weise auf 30 Grad erwärmten Keller sorgen für die Zentralheizung der gesamten Stockwerke. Grubensachverständige zerbrechen sich den Kopf über eine Erscheinung, für die sie nur sehr vorsichtige Erklärungen abzugeben wagen: Die Erde schwelt unter manchen Teilen der Stadt. Man macht sich Sorgen über die ernsten Folgen, die die„brennende Erde“ heraufbeschwören könnte. Das Feuer hat nämlich an manchen Stellen den Boden ausgehöhlt, so daß die Einsturzgefahr groß wurde. Bei der Ausbeutung der Steinkohlenwerke in der Umgebung der Stadt wurde seinerzeit aus den Grubenschüchten stammende schwelende Asche über den Boden verstreut. so daß die Asche weiter schweite. als sie später mit Erde bedeckt wurde und auf diesen Stellen neue Stadtviertel entstanden. Man stellt sich die Frage. was geschehen werde wenn das Feuer. einmal eine Kohlenader erreicht, von denen sich einige in Charleroi gleich unter der Oberfläche belinden. Bisher hat man versucht, das Feuer mit Laufgräben. die mit Wasser vollgepumpt wurden, einzudämmen: Das einzige Ergebnis bestand aber nur darin, daß sich das Feuer nach anderen Stellen verzog. Hinderlicher Protesser Sauerbruch dmt. Berlin, 6. Januar. Der weltbekannte deutsche Chirurg. Professor Dr. Sauerbruch, wurde auf einer Sitzung in Potsdam von dem Brandenburgischen Volksbildungsminister als ein„Hindernis für die fortschrittliche Entwicklung bezeichnet. Er werde heute von der ganzen Weit abgelehnt. In der Sowzetzonenrepublick müßten die alten Leute der Jugend das Feld überlassen. Interessante Höhlentunde hab Nürnberg, 8. Januar.(Eigenb.) Die Teufelshöhle bei Pottenstein in der Fränkischen Schweiz beschäftigt die Höhlen- und Vorgeschichtsforscher schen seit Jahrzehnten. Neuerdings wurden wohlerhaltene Knochenreste von Höhlenbären und Höhlenwölfen, voh Renntieren, Eisfüchsen und Schneehasen nebst Ueberresten einer sehr seltenen Springmausart getuncen. e? Ein neuer deutscher Kraftwagen, der 300 kg Nutzlast faßt ist der„Gutbrod Atlas 800“. Dae Fahrzeug, dessen. Höchstgeschwindigkeit bei 70 Stndenkitometern liegt, ist mit einem luftgekcühlten Zweitakt-Heckmotor ausgerüstet, der 16,5 PS bei einem Treibstoffverbrauch von 7—9 Litern auf 100 km leistet. nüert. Westhofen Miusikslloche Peiersiande Westhofen. Für den 13. Januar, 20 Uhr, ist in der evgl. Kirche eine muslkalische Feierstunde vorgesehen. Es wirkt mit das Lörcher-Sextett(HornSextett des Westdeutschen Jungmännerbundes). Es wird erwartet, daß die Gemeinde durch einen zahlreichen Besuch Hhrer Freude zur edlen Kirchenmusik Ausdruck verleiht. Aus dem Gemeinderegister Westhofen. In der Westhofener evgl. Gemeinde wurden getauft: Brigitte Bäcker, Christina Weiberg und Lothar Bräuning. Getraut wurden: Albert Geisler und Gerda Hartmann, Siegfried Brennecke und Ursula Link. Es starb #m Alter von 45 Jahren Emil Dittkrist. Chronik der Jahres Westhofen. Im Jahre 1949 wurden In der eygl. Gemeinde 44 Taufen gespendet(1948= 37); konfirmiert wurden 61 44): getraut 31 Paare(35); beerdigt 33 31); 447 Mitglieder der Gemeinde nahGn von 341). Vier Personen traten aus der Kirche aus; eine Person kam nurück. Von der kath. Kirche traten neun Personen über. Die Gottesdienstordnung Sonntag, 8. Januar Evgl. Gemeinde Schwerte(St. Viktorkirche): 9.30 Uhr Pfr. Wilhelmsmeyer; 11 Uhr Kindergottesdienst; 18 Uhr Pfr. Millard. Krankenhauskapelle(Samstag) 19.15 Uhr. Gelsecke-Lichtendorf: 9.30 Uhr Pfr. Krasberg; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Villigst: Kein Kindergottesdienst. Ergste: Freitag, 6. Januar: 20 Uhr Gottesdienst; Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Hennen: 9.45 Uhr Gottesdienst anschließend Kindergottesdienst; 15 Uhr Gottesdienst in Refflingsen. Westhofen: 10 Uhr Gottesdienst; 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 13 Uhr Gottesdienst in Garenfeld. Kath. Gemeinde Schwerte: 6.30 Uhr 9 Uhr Kindermesse; 10.15 Uhr Hochamt; 11.30 Uhr stille hl. Messe: 17 Uhr Krippenfeler. An den Werktagen sind die Messen 7.10, 7.50 und 6.30 Uhr. OORETONH!! PUSSBALL Der VII. Schwerte empfängt auf elgenem Platz den SV Brackel und wird wahrscheinlich nach der jetzigen Ruhepause in der Lage sein, zwei wichtige Punkte in Schwerte zu behalten. Doch dieses kann nur gelingen, wenn die Mannschaft um Becker und Köchling den nötigen Ehrgeiz zeigt. Vorher Spiel der II. Mannschaften.— SV Brackel Jungliga— VII. Schwerte Jungliga und VfI. Schwerte Jugend— Tus Sölde Jugend. Die Oestlichen treten die Reise zur Sportfreundeelf nach Dortmund an. Auch dieses Spiel ist kein Spaziergang für den heimischen Tus. Der vorjährige Bezirksligist hat sich nach einem schweren Start jetzt wieder gefunden und wird auch am Sonntag einen anspreGegres abhtben. Wie und ber kannt wurde, fährt aber der Tus mit der kompletten Elf(also mit LichteRoll-Jakobs usw.) nach Dortmund. Tus Wandhofen trifft in Sölde auf eine Mannschaft, die lange den Ton angab. Alemannia Scharnhorst, der Partner Söldes aus dem Spitzentrio, dürfte daheim stark genug sein, um dem VIB Westhofen sein Minuskonto mehr zu belasten. SSC Ergste fährt zum SV Deilinghofen und muß unbedingt damit rechnen, daß ihm der Platzverein ein hartes und gleichwertiges Spiel liefert. Wenn es zu einem heimischen Sieg kommen soll, dann muß die technische Ueberlegenheit der Mannen um Minuth und Speerschneider dieses bewerkstelligen. SSC Hennen 12 prüft den Spitzenführer Westfalia Iserlohn. Wenn es gegen große Gegner geht, ist der SSC 1912 immer da. So ist auch jetzt damit zu rechnen, daß es in Iserlohn ein erbittertes Rennen geben wird. SV Geisecke 26 ist wiederum Platzverein, dürfte jedoch gegen Westig 08 nur geringe Chancen haben. SSV Kalthef trifft ebenfalls daheine mit dem Tus Dröschede 06 zusammen. HANDBALL Tus Holzen 97 spielt auf eigenene Platz gegen den TV E. J. Gevelsberg, eine Mannschaft, auf dessen Platz Holzen 07 zwei wichtige Punkte abgab. Ob es bei der derzeitigen Form der Einheimischen daheim zu einem Siege langt, läßt sich noch nicht sagen. Viel hängt davon ab, in welcher Aufstellung Holzen antritt. Poch, als der wurfgewaltige Stürmer, wird aber bestimmt noch fehlen. Tus Dellwig fährt zum TV Sommerberg und ist bestrebt, sich für die Heimniederlage zu revanchieren. Hineln in den Karneval! Schwerte. Heute, Samstag, 17,59 Uhr eröffnet der MGV„Flügelrad“, der in diesem Jahr auf ein 35jähriges Bestehen zurückblicken kann, in der Gaststätte „Kreinberg“ den Reigen der karnevaltstischen Veranstaltungen in Schwerte. Es sind einige besondere Ueberraschunsen vorgesehen. Heute um 11 Uhr verschied nach kurzem, schweren Leiden unerwartet meine liebe Frau, meine liebe Mutter SretS LBEHIg geb. Schluck im Alter von 64 Jahren. Für die Hinterbliebenen: Adolf Ebeling Grete Ebeling (21 b) Westhofen üb. Schwerte, 6. Januar 1950. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. Januar 1950, um 15 Uhr vom Trauerhause, Ruhrstraße 16, aus statt. Nachruf Am 4. Januar 1950 verschied in Schwerte die frühere Vorsitzende des örtlichen Frauenvereins vom Deutschen Roten Kreuz Frau Anna Kohrmann Der Tod dieser in Krieg und Frieden, in der Rot-KreuzArbeit hoch verdienten Frau, bedeutet für uns einen schweren Verlust. Was Frau Rohrmann In Schwerte und darüber hinaus, für unsere notleidenden Mitmenschen, für unsere verwundeten Soldaten und für unsere Kinder getan hat, wird immer unvergessen bleiben. In Würdigung dieser wirklich einmaligen Verdienste wurde Frau Rohrmann nach 30jähr. Tätigkeit an verantwortungsvoller Stelle im Deutschen Ro Kreuz, im Jahre 1944 zur Ehrenvorsitzenden des Frauenvereins in Schwerte und zur Ehrenvorsitzenden im Kreisverband Iserlohn-Land ernannt. Mit dem Deutschen Roten Kreuz trauern viele Schwerter Bürger, denen die Verstorbene zu jeder Zeit mit Rat und Tat beigestanden hat. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten. Iserlohn, den 6. Januar 1950. Kreisverband Iserlohn-Land des Deutschen Roten Kreuzes Der Vorsitzende Lücking, Oberkreisdirektor. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute gegen Abend sanft und unerwartet, bis zum letzten Augenblick an das Wohl der Ihren denkend, unsere unersetzliche Mutter, meine herzensgute Schwiegermutter und unsere liebe Tante Frau Anna Rohrmann verw. Leimgardt, geb. Krücken Im 77. Lebensjahr. In tiefer Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Friedrich-Karl Rohrmann Heinrich-Karl Leimgardt und Frau Anne geb. Reuter Schwerte, Halle Trotha, den 4. Januar 1950. Karl-Gerharts-Straße 28 Die Beisetzung findet am Montag, 9. Januar 1950, vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Dem tu ich mich ergeben, In Fried' fahr ich dahin! Gott der Herr rief, jedoch plötzlich und unerwartet, unsere liebe, treusorgende Mutter und herzensgute Großmutter, Schwägerin, Tante und Kusine Prau Ida Schuffe-Drulel geb. Bremke, gnt. Sänger in Frieden heim. Sie starb im Alter von 66½ Jahren. In stiller Trauer: Fritz Schulte-Drüfel und Frau Linchen geb. Wibbeler Witwe Emmy Wenz geb. Schulte-Drüfel Heinz Wieseler und Frau Luise geb. Schulte-Drüfel und 5 Enkelkinder. Holzen und Werl, den 6. Januar 1950. Die Beerdigung findet Montag, den 9. Januar, um 15 Uhr vom Trauerhause aus statt. Wir haben uns verlobt Trude Honsälek Erwin Lück, Hütten-Ing. Schwerte Maxhütte-Haidhof Kuhstraße 24 Oberpf.(Postfach) Brilon, Siivester 1949 Aelterer Mann, Rentenempfänger, kath. wünscht die Bekanntschaft mit einer kath. Witwe im gestzt. Alter zwecks späterer Heirat. Zuschriften unter Nr. 19 an die Geschäftsstelle dies. Ztg. Preiswert und gut kaufen Sie bei Schwerte, Hellpothstraße 4 Lebensmittel, Feinkost Obst und Gemüse Unterricht in Klavier, Akkordeon, Theorie, erteilt in und außer dem Hause Jupp Ant, staatl. gepr. Musiklehrer und Chorleiter. Schwerte, Krinkelweg(Sommerberg) oder Gaststätte Bräuer, Postplatz. Kärneralarikher für Vereine und Wirte liefert Inh.: Frau Landgraf Kurz- u. 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Näheres in der Geschäftsstelle dies. Ztg. 0 Junges Mädchen für halbe Tage gesucht. Zuschriften unter Nr. 25 an die Geschäftsstelle dies. Zig. Lest Euer Heimatblatt die„Schwerter Zeitung LICHTSPIELE ZUR leichskrone SCHWERTE(RUHR) Freitag bis Donnerstag Du bist nicht allein Eia ergreifendes Familienschicksat mit Carola Höhn Peter Pasett! Otto Wernicke Theo Danneger Täglich 17 und 19.30 Uhr. Sonntags auch 14.30 Uhr. Zum sofcragen Eintritt suche ich für meinen kleinen Haushalt ein tüchtiges Nädchen welches auch kochen kann, für -Tage.(21 Metzgerei Adolf Schäfer ir. Schwerte, Hagener Straße 2. 1 Kohlenbadeofen mit Nickelbadewanne u. gute zu verkaufen. Holzen, Kreisstraße 23.(13 Wo gehen wir heute hin? Zur seögiiel eb-grese der Straßenbahnet Im Freischütz, um 19 Uhr. Es spielt das große BlasOrchester der Dortmunder Stadtwerke. Freitag bis Montag Fausche aen NAch Henry Fonda Linda Darnel! und Victor Mature in dem großen Wild-West-Film der 20 th Century Fox in deutscher Sprache Täglich 19.30, Sa. 17.15 und 19.30 Uhr. So. 15, 17.15 und 19.30 Uhr. SCHwERTER TRITUNO Allerlei Ferichte Einfache Kartoffelspeise mit Schweinefleisch Man gibt eine Lage rohe, möglichst schnell auf dem Reibeisen geriebene, geealzene Kartoffeln in eine eingefettete, mit Rreibbrot bestreute Form, darauf eine Lage mürbe geklopftes, beliebig zerteiltes Schweinefleisch— es kann auch statt Filet ein anderes zartes Stück sein— das nötige Salz und gewünschte Gewürz, etwas angedämpfte Zwiebel, Pfeffer, zerriebenen Majoran oder was man noch hat, wieder eine Lage Kartoffeln, darüber etwas Reibbrot, Butterstückchen oder Schmalz oder ganz dünne ungeräucherte Speckschelben. Man kann auch mehrere Lagen davon machen. Das Gericht anfangs zugedeckt auf dem Feuer ankochen, dann im Bratofen welter schmoren und Farbe annehmen lassen. Dazu reicht man eine gutgewürzte, dickliche Sardellensoße. Gulasch Man bereitet Rinderfilets zu Beefsteaks vor, teilt es in etwa zwei bis drei Finger breite Stücke, die man auf die Schnittfläche legt und sanft nieder- und möglichst plattklopft. Dann brät man sie rasch in siedender Butter und starker Glut auf beiden Seiten, bis sie innen zwar noch rot, jedoch nicht mehr roh sind. Hierauf bereitet man aus dem in der Pfanne verbliebenen fetten Saft, nebst etwas mit durchgeschwitztem Mehl oder besser fertiger Grundsoße, Fleischbrühe, kleinen Speck- und Zwiebelwürfeln, Salz, auch noch etwas Pfeffer, eine kräftige, sämige Boße, in welche man sodann entweder frischen oder getrockneten Paprika(von letzterem viel weniger) durchkochen läßt, rührt dann einen starken Guß starken Wein(Portwein, Madeira, Marsala, Tokajer oder dergleichen) hinzu und läßt kurz vor dem Anrichten das dann erst in Würfel geschnittene Fleisch samt dessen etwa hervortretenden Saft darin bis eben ans Kochen kommen. Man serviert möglichst heiß auf erwärmten Tellern. Andere Länder— andere Sitten In Persien werfen sich vornehme Damen bei gesellschaftlichen Besuchen zur Begrüßung Rosen zu. Das Kaufhaus auf der Straße SSit Selltt iil Ins Gnecher Geiten Man soll auch die Vorfreude genießen Irgend ein französischer Schriftsteller hat einmal gesagt, daß eigentlich jede Frau eine Schauspielerin sei und daher die große Liebe der Frauen für das Theater überhaupt stammt. Nun, mit dem ersten Teil dieser Behauptung mag der Schriftsteller nur zur Hälfte recht haben, aber der zweite Teil stimmt unter allen Umständen. Alle Frauen sitzen gern vor der bunten Bühne und lassen sich in den Traum hineinziehen, den ein Dichter träumte und der Schauspieler und Sänger hat lebendig werden lassen. Das Theater hat trotz des Filmes den alten Zauber behalten, der schon damals über der Kulissenwelt lag, als noch Emanuel Striese mit dem grünen Wagen von Städtchen zu Städtchen zog und im Schützenhaussaal spielte. Ein Theaterabend ist auch für uns noch ein festliches Erlebnis, ein Lichtpunkt, der die graue Woche unterbricht und dessen Leuchten die Tage vorher und nachher versöhnend durchstrahlt. Man soll versuchen, dem Theaterabend diesen Glanz zu erhalten und alles vermeiden, was ihn prosaisch machen könnte. Dazu gehört, daß man sich nicht in letzter Minute entschließt „mal wieder ins Theater zu gehen“, daß man eine Viertelstunde vor acht Uhr an die Kasse hastet, um noch eine Karte zu bekommen und dabei innerlich gleich den Vorbehalt macht, daß man ins Kino gehen wolle, wenn die Oper ausverkauft sei. Wer so ins Theater geht, nimmt sich das Schönstei die Vorfreude. Es braucht nicht ausgeführt zu werden, daß diese Einstellung zur Kunst herabwürdigend für das Werk und die Darsteller ist, die sich ja an jedem Abend im Spiel seelisch verschenken. Aber es muß gesagt werden, daß bei einer Ausbreitung dieser profanen Einstellung dem Theater, der großen Welt der Illusionen, der Zauber schließlich doch genommen wird. Man hat die Theaterbauten oft„Tempel der Kunst“ genannt, und das verpflichtet das Publikum. Damals kannte man nur den dunklen Anzug für den Theaterbesuch und das beste Kleid. Der Krieg hat uns alle arm gemacht und es gibt nur wenige Glückliche, deren Kleiderschrank wie einst gefüllt ist. Wir haben auch nicht alle ein Abendkleid oder einen schwarzen Anzug. Aber ein Sonntagsgewand haben sich inzwischen wieder viele Menschen schaffen können und sei es noch so bescheiden. Das wollen wir anziehen, wenn wir ins Theater gehen. Denn zum festlichen Abend gehört ein festliches Kleid. Das ist immer so gewesen und wird auch immer so bleiben. Auch sonst soll man sich auf den Theaterbesuch vorbereiten und sich rasch noch einmal den Inhalt des Werkes und die Bedeutung des Dichters oder des Komponisten in die Erinnerung zurückrufen. Dann wird der Theaterabend ein Erlebnis werden, das uns nicht nur unterhält, sondern uns auch neue seelische Kräfte schenkt für den Kampf ums Leben. rechten Fuß einen Schritt vor(die Dame natürlich den linken Fuß zurück) und zwar legen wir das ganze Körpergewicht auf diesen Fuß und lassen nun den linken Fuß(als Herr) völlig frei und unbelastet nach vorn pendeln und setzen ihn mit dem Hacken auf. Dabei geht das rechte Bein in die Kniebeuge. Dann nehmen wir das linke Pendelbein zurück, verlagern unser Au HACKEN : 2. Schritt schat: 9 Schrift Hausunterricht für Daheimgebliebene Die Tanzstunde: Das ter Jamdu! Es ist eigentlich viel einfacher als es aussieht pendein auf fosseike: Es läßt sich nichts daran ändern und Kopfschiitteln hilft auch nicht mehr: Die Welt tanzt Samba. Dieser Tanz hat sich ebenso durchgesetzt wie damals der Walzer, später der Charleston und alle anderen Tänze, denen man zuerst skeptisch gegenüberstand, weil— man sie nicht kannte. Mit der Samba ist es ganz genau so. Wenn man die rhythmische Musik hört, wenn man den verschlungenen Figuren der Könner zusieht, dann kommt einem die Sache reichlich schwierig vor... Das ist die Samba aber ganz und gar nicht und sie macht beim Tanzen außerdem so viel Spaß, daß man sie lernen sollte. Soweit man überhaupt Freude am Tanzen hat. Freilich, wenn man nur so auf der Tanzfläche herumstolpert und sich nach der Samba-Musik seine eigenen Schritte zusammenphantasiert, dann verliert man gleich die Lust. Und darum ladet Michaela zu diesem Kurzunterricht ein, der die wichtigsten Samba-Schritte lehren will. Also bitte den Rundfunk einschalten, oder den Kofferapparat holen oder den Nachbarn mit dem Akkordeon. Es geht los: Die Samba wird stark rhythmisch betont, man gibt im Knie bei jedem Schritt nach. Als ersten Schritt lernen wir den„Seitschritt“. Dazu nehmen wir 1. Schrin Bei gesarcheie Waschiag Holzschnitt von Ludwig Richter Der Waschtag ist im Winter doppelt gefürchtet. Darum geben wir hier einige von alten Hausfrauen erprobte Ratschläge, die jene anstrengende Arbeit etwas erleichtern können und vor unliebsamen Ueberraschungen bewahren. Gefrorene Wäsche darf nur behutsam und, wenn es unumgänglich nötig ist, von der Leine genommen werden, da die Eiskristalle die zarten Stoffasern zerschneiden können. Waschkörbe müssen vor dem Gebrauch im Winter mit Korbtlichern belegt und danach wieder gut ausgetrocknet werden. Die Wäscheleine soll möglichst straff und genügend hoch gespannt sein. Man muß immer wieder nachsehen, ob sie auch vollständig sauber ist, denn nichts ist unangenehmer, als jene gelben Längsstreifen, welche sie auf der Wäsche erzeugen, oder die häßlichen Klammerflekken. Um solche Flecken und Streifen von vornherein zu verhüten, reibe man die Wäscheleine vor dem Gebrauch mit einem feuchten Tuche ab und prüfe such nach, ob die Klammern rein sind. So sehr auch immer wieder das Trocknen der Wäsche im Freien angeraten wird, so soll doch bei trübem Winterwetter der Wäscheboden benutzt werden, damit die Wäschestücke nicht—“ durch das vom Witterungswechsel bedingte, Aufhängen und Abnehmen— immer wieder strapaziert werden. Ist man beim Aufhängen im Hause auf einen kleinen Raum angewiesen, so soll man beim Aufhängen kleinerer Stücke diese lieber an den Rändern leicht übereinander legen, als in Zipfeln anklammern, da die sich bildenden Falten beim Einschlagen der Wäsche lästig sind. Auch die Seite des Namens soll niemals zum Anklammern benutzt werden. ? Schrin zuerst Grundstellung ein, beide Füße zusammen. Dann setzen wir den Fuß (der Herr den rechten, die Dame den linken) einen Schritt nach rechts und gehen dabei leicht in die Kniebeuge. Das andere Bein wird nun einfach nachgezogen. Also: Schritt— Kniebeuge — Bein nachziehen— Schritt— Kniebeuge— Bein nachziehen. Das wäre schon der Grundschritt der Samba. Wer's noch nicht ganz begriffen hat, kann es sich an Hand der Zeichnung klarmachen. Wir anderen lernen unterdessen ein kleine Abwandlung des Seitenschrittes, die sogenannte„Schere“. Der Name hört sich schwierig an und es sieht getanzt auch sehr schwer aus. Und doch ist es der gleiche Schritt wie der eben gelernte, nur wird der nachgezogene Fuß nicht neben den ersten gesetzt, sondern hinter ihm gekreuzt. Aus der Zeichnung ist dies klar ersichtlich. Man wechselt nun die beiden Schritte. und die Schere miteinander 1. Schritt Auf fusspite 2. Schritt ab, tanzt sie mal nach rechts und mai nach links und gewinnt so das Gefühl für den Rhythmus der Samba überhaupt. Wenn es uns in Fleisch und Blut übergegangen ist, kommt die Hauptsache, der Schritt, der bei der Samba am meisten Spaß macht und der bei allen Zuschauern das heftigste Kopfschütteln erregt hat: Das Pendeln. Passen Sie genau auf: Wir nehren wieder Grundstellung ein. Dann stellen wir(als Herr) den Körpergewicht jetzt darauf und lassen den rechten Fuß zurückpendeln und setzen ihn mit der Fußspitze auf. Das ist der berühmte Pendelschritt der Samba. Sie müssen ihn schon versuchen, um sich ein Bild davon machen zu können. Es liest sich hier schwerer als es ist, glauben Sie’s nur. Es kommt auf den Rhythmus an, den Sie sich mit den ersten, einfachen Schritten zu eigen machen müssen, dann kommt der letzte von ganz alleine aus dem Tanz selbst heraus. Eine Randooll Jin Man bekommt weiße Fingernagel, wenn man dem lauwarmen Waschwasser einen Schuß Wasserstoff und Salmiakgeist zusetzt, und die Nägel kräftig bürstet. * Wenn man sich matt und überanstrengt fühlt, verschafft man sich eine wundervolle Erfrischung, wenn man den Körper mit kaltem Essigwasser abreibt und ihn hinterher kräftig frottiert. bis die Haut sich rötet. * Geflügel, welches mit Gerste, die mit gedämpften gelben Rüben gemischt ist, gemästet wird, ist in ganz kurzer Zeit fett und hat ein besonders zartes, wohlschmeckendes Fleisch. Soll man zum Essen trinken? Diese Frage ist immer noch umstritten und die verschiedenen Meinungen haben noch nicht zueinander finden können. Einige Wissenschaftler behaupten, daß Trinken zum Essen die Verdauung fördert, andere sind der Meinung, daß Trinken schädlich ist, die Verdauungsorgane verweichlicht und künstlich die Feuchtigkeit ersetzt, die der Körper aus eigener Arbeit schaffen soll. Man wähle also den Mittelweg: mäßig beim Essen zu trinken. Das kann wohl kaum schaden. „Was zeichnest du denn da, Emil?“ „Ein Auto, Mama.“„Aber wo ist denn das rechte Vorderrad?“„Noch im Tintenfaß!“ Illein Kleiner wurde operiert Kinder brauchen vor dem Arzt keine Angst zu haben Ich sitze im Krankenhaus am Bett meines vierjährigen Sohnes. Er schläft. Soeben hat man ihm die Mandeln und die Polypen herausgenommen. Sein Röcheln ist in gleichmäßiges Atmen übergegangen. Manchmal bewegt er sich; wieder und wieder erkläre ich ihm, wo er ist und warum. Weiter unten im Saal ist das stoßweise laute Schluchzen eines Kindes zu hören, dem man ebenfalls die Mandeln herausgenommen hatte. Schon als der Kleine von den Pfiegerinnen in der blütenweißen Schwesterntracht zum Operationssaal gefahren wurde, schrie er wie am Spieß und als man ihn jetzt, nach eineinhalb Stunden zurückbrachte, wimmerte das Kind, das noch gar nicht ganz zu sich gekommen war, noch immer. Der Kleine ist erschreckt und fühlt sich verlassen, obgleich die Mutter bei ihm ist Gewiß ist sie genau so allein und unsicher, wie sie so dasteht und horcht, wie ihr Bub schluchzt— nicht vor Schmerzen, sondern well er sich fürchtet. Wie gerne möchte ich ihr und dem verängstigten Kind helfen. Vielleicht aber kann ich anderen Müttern helfen. indem ich ihnen von meinen Erfahrungen berichte; denn Klein-Stephan nimmt dieses bedeutsame Ereignis nur deshalb s0 ruhig hin, weil wir ihn langsam und geduldig darauf vorbereitet haben. Als unsere Kinder noch ganz klein woren, lernte ich alles mögliche über ärztliche VVorbeugungsmaßnahmen und überneugte mich daron, daß einem die „Spritzen“ später viele Schmerzen ersparen. Als dann die Kinder geimpft werden sollten, erklärte ich ihnen, daß dieser kleine Schmerz einen großen verhütet. Kaum zwei Jahre war unsere rothaarige Susi alt, als sie ihre letzte Spritze erhielt. Durch einen Tränenschleier blickte sie die sympathische Pflegerin an, die sie mit der Nadel gestochen hatte und sagte ernsthaft: „Danke schön, Frau Doktor.“ Wir haben den Kindern erzählt, daß man jahrelang studieren muß, um Arzt zu werden und daß die Aerzte die Gesundheit der Kinder erhalten. Vielleicht haben wir für Arztbesuch mehr Geld ausgegeben, als notwendig war, aber dies hat sich in dem Vertrauen der Kinder zu den Fähigkeiten des„Onkel Doktors“ mehr als bezahlt gemacht. Ich werde nie vergessen, wie der Arzt unserer sommersprossigen Marianne, als sie acht Jahre alt war, einen infizierten Fingernagel aufschnitt, ohne sie zu betäuben. Sie saß mit zusammengebissenen Zähnen da und versuchte zu lächeln. Immer wieder zwang sie sich: „Nein, es tut gar nicht weh!“ zu sagen, obwohl der Doktor und ich genau wußten, daß das nicht stimmte. Wir beobachteten auch die Milchzähne sorgfältig und gingen mit den Kindern zum Zahnarzt, um schon das allererste Anzeichens eines Schadens behandeln zu lassen. Zwischen Anmeidungs- und Besuchstag lernten die Kleinen eine Menge über Zöhne und Zahnärzte. Wir sagten ihnen, daß der Dentist ein Doktor ist, der ihre Zähne vor Schmerzen bewahren wolle. Bei einem Loch müsse er jedes kleinste Tellchen der erkrankten Masse entfernen, damit der Zahn nicht weiter faule. Wir verheimlichten ihnen auch nicht, daß der Bohrer ein recht merkwürdiges Gefühl erzeugt und auch heiß macht, daß aber ein Zahn, der sofort behandelt wird, nie sehr wehtun kann. So wurde ihnen klar, daß eine unangenehme Behandlung besser Ist, als Schmerzen durch einen vernachlässigten Zahn. Glücklicherweise besaß unser Zahnarzt selbst Kinder. Er nahm sich daher die Zeit, unsere Kleinen auf seinen Ordinationstuhl zu setzen, ihnen in den Mund zu schauen, ihre gesunden Zähne zu überprüfen und sie dann langsam wieder niederschweben zu lassen. So kam es, daß für sie die erste richtige Behandlung keine neue, fremde Erfahrung bedeutete. Wunder wirkt auch die Aussicht auf ein Eis nach der Behandlung. Man kann das Erpressung nennen — die Erziehung zur Selbstbeherrschung machte sich später aber bestimmt bezahlt. Unsere Kinder ertrugen Schmerzen so tapfer, weil sie darauf gefaßt waren und sie als etwas ganz Normales ansahen. Wenn etwas weh tun wird, sagen wir es ihnen vorher, aber wir erklären ihnen auch, warum der Schmerz nicht zu verhindern ist, und daß sie ihn leicht ertragen werden. Natürlich muß man ihnen so etwas mit Feingefühl beibringen. Unsere drei Aelteren hatten alle mit den Mandeln zu tun und daher häufig Ohren- und Halsschmerzen. Als sie alt genug waren, wurde daher eine Operation notwendig. Alle drei bestanden diese Prüfung erstaunlich gut. Sie machten es dem Arzt, den Pflegerinnen und mir selbst sehr leicht, weil sie auf die Operation vorbereitet waren. Ich erzählte ihnen genau, was sie erwartete: von der Brutprobe bis zur Spritze. die sie einschläfere, der„Schlafmedizin zum Riechen“ und dem Halsweh nachher. Dagegen erlaubte ich nicht, daß irgend jemand in Gegenwart der Kinder von Operationen oder Unglücksfällen redete. Ich versprach, bei ihnen zu sein, wenn sie erwachten; damit ließ ich sie gehen, voll Vertrauen zum Doktor und zu dem Einen, der so mitleidsvoll gesagt hat:„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!“ Wird das Kind aus dem Operationssaal zurückgebracht, rede ich mit ihm. noch ehe es wieder ganz bei Bewußtsein ist. Ich kann mich aus eigener Erfahrung gut an jenes geheimnisvolle Durcheinander von Zeit und Raum erinnern, und weiß, wie gut es tut, wenn jemand da ist, der einen liebt und sich um einen kümmert. Ich flüsterte meinem Kinde zu, daß Mutter da ist, daß die Operation vorbei ist und ich sehr stolz bin. Ich sagte ihm, wie brav und tapfer es ist— ein Lob, das ein braves Kind verdient hat. Ich verspreche dem Kleinen, daß ich dableibe, rede ihm zu, wieder zu schlafen, damit alles bald wieder gut werde. Wacht das Kind ein paar Minuten wieder auf, so sage ich ihm alles noch einmel, so, als hätte ich es noch gar nicht erzählt. Und ich raune und flüstere tröstend, wenn es sich bewegt oder aufwacht. Es braucht nicht nach mir zu fragen, zu weinen oder in der ungewohnten Umgebung Angst zu haben. Im Saal hat das Schluchzen endlich aufgehört.„Man hat ihm aber auch schon sovlel Pulver gegeben, daß man damit einen Erwachsenen hätte beruhigen können“, sagt die Pflegerin. Neben mir liegt Klein-Stephan, schon eine ganze Weile wach. Nachdem man ihn ins Badezimmer brachte und ihm zu trinken gab, schläft er nun wieder ruhig. In wenigen Stunden werde ich ihn mit nach Hause nehmen können. Diesmal freut er sich nicht auf ein Eis, sondern auf die Heimfahrt in einem „richtigen Taxi“! Die Srnährung im Mher Es genügt im Winter nicht, daß man sich wärmer anzieht und die Zimmer heizt. Auch die Ernährungsweise muß zur Erwärmung des Körpers beitragen. Die Fette stehen im Körper, was den Heizwert anbelangt, an erster Stelle. Darum nimmt man im Winter wesentlich mehr Butter, Margarine. Speck und Oel zu sich als im Sommer Frisches Gemüse fehlt uns im Winter. Es ist nicht nur wegen des Nährgehaltes wichtig, sondern auch wegen der Ergänzungsnährstoffe, der Vitamine und Salze. Als Ausgleich für das fehlende Gemüse sollte man frirches Obst, also Aepfel, Apfelsinen und Mandarinen, Bananen und Nüsse ab und zu in den Speisezettel aufnehmen. Die Milch, die für Säuglinge und kleine Kinder bestimmt ist, kann durch Zusatz von Obst-, Zitronen-, Karotten- oder Gemüsesaft vitaminreicher gemacht werden. Zur Zeit wird ja auch schon durch Bestrahlung der Milch oder der Kühe eine Vitaminanreicherung erzielt. Das ist für die Säuglingspflege von Wichtigkeit, denn die gefürchtete„englische Krankheit“ wird hauptsächlich durch Altamiomanert herwosgeruten. SCHWBRTER ZEITUNO Kundoische Pruze in keuppeehal Bei der besten Polizeitruppe in Kanada- Jeder Mann ein vielfacher Spezialist Liebeserklärung, an meinen Ein modisches Requisit mit vielen Vorzügen Es war auf demn zugigen Bahnsteig eines Vorortbahnhofs in Montreal, als mir die alles überragende Gestalt eines gutgebauten sgortlich durchtrainierten Mannes auffiel, der im roten Uniformrock, blauen Stiefelhosen mit gelben Streifen und dem charakteristischen Trapperhut den Bahnsteig betrat. Wie aus einem der zahlreichen Reklamebilder herausgeschnitten, so ging der Mann durch den nüchternen Alltag. Viele Köpfe wandten sich nach ihm um, denn er war der Angehörige einer der besten Polizeitruppen der Welt, der „Mounted Police“, die in Kanada einen geradezu sagenhaften Ruf genießt und hier geradezu als Sinnbild staatlicher Autorität und Sicherheit gilt.„ Wie die„Mounties" entstanden In den Jahren nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, als der neue Staat kaum die Geburtswehen hinter sich hatte, schwärmten zahlreiche verwilderte FreibenterGruppen ehemaliger entlassener Soldaten über die Grenzen der USA, um den im damals noch dünn besiedelten Teil Westkanadas ansässigen Indianerstämmen Schnaps und Waffen zu verkaufen. Der Schwarzhandel blühte. Es blieb nicht aus, daß die Freibeuter in Konflikt mit einigen Indianerstämmen gerieten. Da sie die besseren Waffen hatten, kam es oft, zu blutigen Gefechten. Ein Sturm der Entrüstung ging durch ganz Kanada, als die Tatsachen bekannt wurden. Das Parlament in Ottawa entschloß sich zu Sofortmaßnahmen und rüstete ein berittenes Schützenkorps aus, das binnen kurzer Zeit die Ruhe und Ordnung in den damals noch kaum erforschten westlichen Provinzen Kanadas, Saskatschewan und Manitoba, wiederherstellte. Die Uniform der Truppe bestand aus roten Waffenröcken der einstigen englischen Armee und dunklen Reithosen, die bis auf den heutigen Tag als Paradeanzug unverändert geblieben ist. 1875 war das gesamte Gebiet durch Forts gesichert und fest in der Hand der Regierung. Dieses Jahr ist der Beginn der Geschichte der besten Polizeitruppe der Welt, der„Königlich-Kanadischen Berittenen Polizei“. Aus den damals 300 einsatzbereiten Männern ist heute unter der obersten Leitung eines sogenannten„Commissioners“ im Generalsrang eine Polizeitruppe geworden, die allen Anforderungen gerecht wird, in einem Lande, das sich von der Nordgrenze der USA bis zum Eismeer erstreckt. Die Ausbildung der Truppe Jeder einzelne der rund 4000 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Polizei Kanadas ist ein Spezialist auf vielen Gebieten. Die verantwortliche Leitung der „Mounties“, geht grundsätzlich von dem Prinzip aus, daß einbestens ausgebildeter und geschulter Polizist mehr leistet als zehn andere, die durch irgendweiche Massenorganisationen staatlicher Verwaltungsstellen geschleust werden. So hat auch jeder Angehörige der Truppe in der Praxis ein Gebiet zu betreuen, das zwischen zwanzig bis hundert qkm in der Ausdehnung schwankt, ob an der ständig von Schmugglern aller Art überlaufenen Grenze zu den Staaten im Süden oder in den Eiswüsten des hohen Nordens nach Alaska zu. Um solche Männer heranzuziehen, gehört eine Schulung, die an Härte der Ausbildung und vielseitigen Anforderungen den Prüfling vor schier unüb erwindliche Schwierigkeiten stellt. So ist es auch kein Wunder, daß von 100 Bewerbern nur jewells 10 den sechmonatigen endgültigen Ausbildungskursus bestehen. Von diesen 100 Angenommenen darf keiner unter 1.75 Meter Körpergröße haben. Bevor sie zum Kursus zugelassen werden, haben sie bereits zahlreiche Eignungsprüfungen physischer und psychologischer Art hinter sich. Sind die sechs Monate überstanden, ist der Bewerber vollwertiges Mitglied der „Mounted Police“ und wird sofort in dem für ihn bestimmten Distrikt eingesetzt. Er ist für seine vielfältigen Aufgaben bestens gerüstet. Er ist geprüfter Rettungsschwimmer, perfekter Maschinenschreiber und Stenograph und besitzt alle Führerscheine. Außerdem hat er fotografische Kurse zur Verbrecherbekämpfung erhalten und wurde über die Grundzüge der Rechtspflege eingehend informiert. Als Dienstwohnung steht dem Beamten ein Haus mit allem Kemfort zur Verfügung, in dem sich auch sein Büro für die Verwaltungsarbeiten befindet. Es ist mit Sender und Einpfänger ausgerüstet, so daß er jederzeit, wie auch von seinem Dienstwagen aus, zu erreichen ist, und mit seiner vor###stzten Behörde Kontakt halten kann. was nungt,.„ P Von itz Müller Partenkrichen Die Ernt’ hat dergeb’n! Der Steffelbauer fahrt sich mit dem runterzog’nen Aermel über n Stirnschweiß. Siebzehn Jahr lang hat er immer'was zum Granteln g’habt bei der Ernt“:„Scho recht, aber d' Mäus halt, d’ Mäus!"...„Net übel, heuer, aber 2' leicht halt, 2“ leicht!“... „Heuer geht's grad, aber z’ schwaar halt, 2“ schwaar!“ Diesmal hatte er kein aber, diesmal war er auf und ab zufrieden. Sogar mit dem Sepp. Der hat sich plagt heut“, wie ein Hund. Müd' ist der Sepp. saumüd', man sicht's ihm an. Und dunkel is's a schon. Die Garb’n vom zweiten Feld aa no aufladen? Man werd’s ihm kaum mehr zumuten können, oder, was meingt Hui, fahrt dem Sepp sei' Gabel dureh die letzte Garb’n vom ersten Feld, greift durch und erwischt wahrhaftig noch eine von den Garb’n, die am zweiten Feld stehn, sauber aneinandergelaahnt. Erwischt s’, sag' 1, und will sie wieder runterschütteln. „Nix da“, sagt der Steffelbauer,„was hängt, hängt— dös is a Finger Gottes— dös zweite Feld wird aa no g’laden, anpackt, Sepp!“ Was willst macha, aufg’lad'n ia's halt word'n, sauber, sauber, daß net so viel überblieb’n is. Mehr tot, wie lebendig, sitzen s' nacha um den großen Tisch z' Haus. Bis, no ja, bis s’ halt alle wieder springlebendig word’n san, weil d' Steffelbäuerin mit dem Fleisch kimmt und der Soß. Viel Soß, mei Liaber. Und Fleisch? No ja, für jeden halt a Bröckerl, sauber’runterg’schnitten von dem einaviertel Pfund— naa, net sauber, unten bei dö Flaxen hängen alle Bröckerin no a weni z’samm’. Hui, fahrt dem Sepp sei' Gabel in das erste Bröckerl, und drängen s' wie a Ziehharmonika nacheinander in der Luft. G’schwind ll's der Steffelbauer Prunterschneiden— Nix da“, sagt der Sepp,„was hängt, hängt — dös is a Finger Gottes— und was hängt, werd g’laden, anpackt, Sepp!“ sagt er zu eahm selber. No ja, und lad's halt auf, die einaviertel Pfund sauber, sauber, daß net so viel überblieb’n is. WiI! Jawohl, du bist nur ein Schal, ein gana gewöhnlicher Schal aus goldgelber Wolle mit roten Querstreifen und einem ganz schmalen, blauen Strich. Aber du bedeutest mir doch viel mehr als mein Abendkleid und die Jacke mit den deppelt geknöpften Taschen. Denn du hast einen großen Vorzug vor allen anderen Kleidungsstücken und modischen Requisiten: du bist zu jeder Stunde anders. Und das gerade gefällt mir. Wenn die Männer so wären, würden sie mir auch besser gefallen. Aber Männer sind immer nur von sich eingenommen und— wenn man sie länger kennt und festgestellt hat, daß sich das, worüber sle allweil reden, immer wiederholt, Außerst langweilig. Du aber bist nicht langweilig, lieber Schal. Ich kann dich am Morgen, wenn ich ins Büro haste, als Turban um den Kopf tragen, in der Frühstückspause, wenn ich über den Hof gehe, als Umhang über die Schultern werten, ich kann dich am Nachmittag mit Schwung beim Stadtbummel über den Kragen schlagen oder brav und artig in den Ausschnitt stecken. Am Abend, nach dem Theater, kann man dich über die Haare legen. Vorgestern habe ich dich sogar zu dem blauen Pullower um die Hüfte gelegt wie einen Gürtel, und meine Freundin Evi hat nicht einmal Notiz davon genommen, ein Zeichen also, daß es gut ausgesehen haben muß. Man schreibt in den Modezeitungen, daß die Pariserinnen dich, den Schal, wieder entdeckt hätten, und daß sie damit sogar jene einfallsreichen Herren überraschten, die sich sonst als Modeschöpfer die Köpfe über unsere Kleider zerbrechen. ich weiß nicht, ob das stimmt. Jedenfalls bist du da: der Schal. Du gehörst zur Herbst- und Wintermode dieses Jahres und ich glaube, wir Frauen werden dich nicht so schnell wieder in den Schrank zurücklegen. Dazu gibst du uns zuviel Möglichkeiten, unsere Fantasie zaubern zu lassen. Sicherlich wird man dich in eine Modelinie zwingen wollen, man wird besondere Muster erfinden, heute gestreift und morgen gepunktet, und damit sind wir Frauen natürlich einverstanden. Hauptsache aber ist, daß du bleibst, lieber Schal, du modisches Spielzeug in Frauenhänden geknotet, geknüpft und gebunden Freilich, wir Frauen sind noch ein wenig schüchtern, dich gar so kühn zu tragen, wie es die Modeblätter anregen. Vielleicht müßten wir dazu bei den Spanierinnen in die Schule gehen... Aber ich glaube, daß wir in einigen Wochen gar keine Lehre mehr notig haben und die Artistik des Schalbindens von selbst beherrschen. Du bist zwar ein lieber Mann, lieber Schal, denn vor Deinem Namen steht bekanntlich der Artikel„der“. Wenn wir dich trotzdens akzeptieren, 1a, eich sogar buchstäblich„um den Hals nehmen“, dann darum, weil au keine Grundsätze hast, mit denen uns die Herren der Schöpfung fortwährend ihren Standpunkt klarlegen wollen. Du hast gan keinen Standpunkt und... wir können machen mit dir, was wir wollen. Nicht einmal„Piep“ sagst du, wenn wir dich weg. legen und uns eine Zeitlang nicht um dich kümmern Was meinst du, was in so einem Falle ein Mann Siehst du, und... darum habe ich dich lieb, mein Schal aus der goldgelben Wolle mit den roten Streifen und dem ganz schmalen. blauen Strich. Darum Suzanne Vanderhagen Der Arme In die Klinik eines Augenarztes kam ein langer Schotte und wollte gerne eine gute Brille verschrieben haben. Er wartete geduldig, bis er an die Reihe kam, und sah interessiert mit an, wie die zu Untersuchenden die Buchstaben auf den bekannten Tafeln abzulesen sich bemühten. Als er dann aufgerufen wurde, setzte er sich sofort auf den Stuhl und fing zu lesen an. M—N—O P. Aber kein Buchstabe war richtig. „Können Sie denn überhaupt lesen?“ fragte ihn endlich der Augenarzt. „Nein, Herr Professor, ich kann nur Englisch“, antwortete der Mann harmlos. Für solche Fälle hatte nun der Angenarzt Tafeln mit Zahlen und er fragte den Patienten daher:„Kennen Sie denn wenig. stens Zahlen?“ „Herr Professor, was soll ich zahlen können, ich bin ein armer Schotte.“ Die GSIHG DOIP POHTE E Eine Hellseherin mit rätselhaften Erfolgen im Fernen Osten- Geschickte Täuschung Können wir noclt rielitig, eisersüchtig sein? Romantisches Gefühl in einer unromantischen Zeit Von Michaela Die meisten Menschen behaupten, nicht eifersüchtig zu sein; andere wieder meinen, die Eifersucht sei e'n Gefühl für Lustspiele und Schwänke und ein Hilfsmittel phantasieloser Buchautoren. Die französische Schauspielerin Simone Renant, die auf der Bühne viele eifersüchtige Ehefrauen spielen mußte, hat einmal gesagt: „Die Eifersucht? Geben Sie der Eifersucht keinen Adelstitel. Meistens ist sie nur Eitelkeit des Fleisches.“ Diese Erklärung ist sehr modern und sicherlich auch sehr geistvoll. Aber sie kann die Eifersucht nicht aus der Welt schaffen. Sie war immer da und wird immer da bleiben, solange Menschen einander lieben. Wenn auch zugegeben werden muß, daß diese tragische GefühlsAußerung mit der Zeit— in den Schwank abgerutscht ist. Es gibt kaum einen Menschen, den die Eifersucht nicht packen könnte. Und je mehr ein Mensch den anderen liebt, um so größer ist auch seine Eifersucht. Wer nicht eifersüchtig sein kann, kann auch nicht lieben. Das ist ein geheimes Gesetz. Man sagt, daß die Franzosen die Eifersucht nicht ernst nehmen, sie behandeln aber eifersüchtige Männer und Frauen doch in jeder ihrer Komödien. Warum beschäftigen sie sich so sehr mit diesem Thema, wenn es sie nicht interessiert? Die französische Dichterin Colette meint: „Von der Eifersucht sollte man sagen, was Alenander Dumas von der Abwesenheit und vom Winde gesagt hat: Es gibt eine Eifersucht, die eine Liebe tötet, und eine andere, die sie anfeuert.“ Und der Pariser Dramatiker Henri Bernstein fand folgende Formulierung:„Ein Eifersüchtiger ist ein Mensch, der leidenschaftlich etwas sucht, was er nicht weniger leidenschaftlich nicht zu finden hofft.“ Bernbard Shaw aber spöttelt:„Ich möchte sterben, während ich von einem eifersüchtigen Gatten in Rlegranti ertoppt werde!“ Dies alles sind Gedanken und Worte Ober jene fragische Aeußerung des menschlichen Herzens, die an die Grenze des Wahnsinns treiben hann Wie sieht es nun aber in Wirklichkeit damit aus? Können wir noch richtig ersersüchtig sein? Oder spötteln wir zelbst über das Gefühl? Nun, geben wir es ruhig offen zu:„Wir sind genau so eitersüchtig wie unsere Greßmütter und wir zeigen es ebenso wenig wie sie. Denn die Eifersucht ist keine Modeangelegenheit und kein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Gefühl. Und seine Gefühle hat der Mensch auch in der neuen Zeit zum Glück noch nicht verloren. „Ihm“ natürlich sagen wir hochmütig: „Eifersüchtig? Ich auf Dich? Ph. bilde Dir nur nichts ein, mein Junge!“——— Richtig! Denn Männer brauchen nicht immer alles zu wissen, nicht wahr? Das kleine japanische Nest Tsing-Fu hat seit einigen Wochen seine Sensation: Eine reizende, noch nicht zwanzigjährige Geisha hat dort verblüffende Proben einer hellseherischen Begabung gezeigt, die bisher in dieser Form noch nirgends in der Welt beobachtet worden sind. Wissenschaftler, die sich nach den ersten aufsehenerregenden Mitteilungen nach Tsing-Fu begaben und die Vorgänge kontrollierten, sind noch im Unklaren darüber, ob es sich um ein Wunder oder um eine sehr geschickte Täuschung handelt. Das Mädchen, eine sehr zierliche Erscheinung, die eigentlich mehr an ein Kind erinnert und einen völlig aufrichtigen Eindruck macht, lebt mit drei anderen Geishas in einem eleganten Teehaus von Tsing-Fu. An einem Morgen sagte sie zu dem Teehausbesitzer, daß sie immer von der Vorstellung geplagt werde, der hinter dem Haus gelegene Pavillon stehe in Flammen. Auf ihr Drängen ging der Mann durch den Garten in den Pavillon und untersuchte ihn genau. Es war nichts Verdächtiges zu bemerken. Die Geisha aber wurde die Bilder nicht los... Am Nachmittag brannte der Pavillon tatsächlich ab. Von diesem Tage an konnte das Mädchen die merkwürdigsten Sachen voraussagen. So nennt sie fast jedem Besucher— auch den oben erwähnten Wissenschaftlern, die sie nie vorher gesehen hatte— den Ort, in dem sie leben, den Namen ihrer Frau und die Zohl der Kinder. Sie ahnt wichtige Briefe in dem Augenblick, in dem sie irgendwo geschrieben werden und sagt deren Ankunft voraus. Männer, die sich unter falschem Namen in das Besucherbech eintrugen, entlarvte sie sofort, und einer Frau hielt sie In Gegenwart des Der Beinamiter Es lebte einstmals ein armer Schlucher. Er hatte weder Freunde, noch Geld, noch Arbeit. Aber er besaß ein Talent, das er unumschränkt ausnützte. Es bestand darin, das seine Zunge nie zum Ende kam. Seiner Worte Lauf war so unerschöpflich wie der Mississippfflus bei Hochwasser, und die Sätze sprudelten von Sonnenaufgang bis zur sternbeglänzten Nacht. Und noch eine weitere Begabung besaß der arme Mann. Er verstand es nämlich mit einer Sehergabe, gerade dann seine Bekannten aufzustöbern, wenn sie es am eiligsten hatten. So war es ihm auch am liebsten, wenn er die besuchten Leute mit Hut und Mantel zum Ausgang gerüstet antraf, oder wenn ein dringendes Geschäft zur größten Elle mahnte.— oh, wie wußte er so wunderschön zu plaudern, von diesem Vorgang lang und breit zu berichten, von jener Tat eine genaue Schilderung zu geben, was Herr Meier wieder angestellt(Sie kennen natürlich Herrn Meter!). und wie Frau Müller ihren Mann betrog, und noch dergleichen mehr in einem fort— immer-, immerzu. So begannen ihn bald seine Bekannten zu fürchten und wichen ihm in großem Bogen aus, sahen sie ihn nur von weitem kommen. Sie verlegten ihre Wohnungen des öfteren in einem Monat, arbeiteten zu den unwahrscheinlichsten Zeiten und an den entlegensten Orten: schrieben bei Kerzenlicht im Keller ihre Akten und hockten nächtelang auf dem Speicher, wenn der liebe Preund vor der Haustüre stand, um seinen Besuch zu machen. Aber alles vergeblich. Der Preund verstand es immer wieder— viele glaubten schon an einen Paht mit dem Teufel—, sle ver Spchtser beis enchuünden. Da ten, beratschlagten einige seiner Bekannwie sie ihn am besten los werden könnten, um nicht von ihm noch tot-, zumindest taubgeredet zu werden. So rüsteten sie in einem kleinen Sommerhäuschen ein Gastmahl, gruben aber vorher unter dem für den Freund bestimmten Platz ein großes Loch und legten nur ganz leicht ein Brett darüber. Sie hofften dabei zuversichtlich, er werde durch das Loch in die Grube fallen und sich das Genich brechen. Das Mahl begann, und wie erwartet kam der Freund. Grüßte freundlich allerseits, setzte sich und fing an zu reden. Er aß ein wenig und redete, er trank ein wenig und redete, er lachte ein wenig und redete. Soweit sich die Bekannten noch wundern konnten, daß sein Stuhl so fest am Boden stand, taten sie es ausgiebig. Einer von den Freunden, der noch am wenigsten unter dem Redewasserfall gelitten und auch sonst noch ganz kräftig ausseh, machte sich auf, um die Ursache zu ergründen. Und was sah er, als er in den Keller kam? Er fraute seinen Augen nicht. Acht Teufel standen da und hielten mit verbissenen Gesichtern im größten Höllenschweiße das auf dem der Stuhl des Schwätzers Voll Verwunderung fragte nun der Bekannte, warum sie das täten! Daraut stohnte einer dieser Teufel mit letster Kraft, indem er sich die Ohren auhleit: „Meinst du, wir fürchten uns nicht vor ihm in der Böller“ Wintrieß 26. Deuer. Brett, stand. ahnungslosen Ehemannes die Untreue ver. Die kleine Geisha macht das alles ohne jedes Geheimnis. Sie kniet löchelnd am Tisch und plaudert ihre Ahnungen und Gesichter genau so unbeschwert heraus wie andere ihre Meinung über das Wetter. Den Vorschlag, einer genauen Untersuchung in Universität zu unterziehen, hat sie abgelehnt. Sie weigert sich auch hartnäckig, vor großem Publikum zu experimentieren und mißt ihrer Fähigkeit keinerlei Bedeutung bei. Sie betreibt das Hellsehen zur Unterhaltung ihrer Gäste und freut sich, wenn diese vor Staunen erstarren. Der Wirt des Techauses macht kein schlechtes Geschäft dabei, denn es kummen natürlich viele Besucher, um sich sich einer sie die Hellseherin anzusehen. Den abgebrannten Pavillon hat er inzwischen längst wieder errichten lassen und zwar doppelt so groß. Denn er muß ja schließlich seine Gäste unterbringen können. Die Polizei, die zunächst die Absicht hatte, einzuschreiten, verzichtete darauf und läßt die geheimnisvolle Geisha als „kabarettistische Unterhaltung gelten“, für die ein Teehaus keine besondere Genehmigung zu haben braucht. Und da die Geisha klug genug ist, weder politische Zukunftsdeutungen abzugeben, noch Krankheiten zu heilen, wird Tsing-Fu wohl auch weiterhin seine Sensation behalten. A. W Großmann Haarige Geschichten Die Zahl der Haare, die der Mensch mehr oder minder lockig auf seinem Kopf trägt. ist je nach der Haarfarbe verschieden. Die Blonden haben die meisten Haare, nämlich etwa 149 000, dann kommen die Braunen mit 100 000, die Schwarzen mit 103 000 und schließlich die Rothaarigen mit 38 700 Stück. Wenn Sie es bezweifeln, können Sie ja einmal nachzählen. * Ein Haar trägt immerhin ein Gewicht von 160 bis 150 Gramm. Es wächst täglich 0.2 bis 93 Millimeter. Die Zahl der an einem Tage ausfallenden Haare wurde auf 40 bis 100 festgestellt. Eine Augenwimper wird 100 Tage alt, dann fällt sie aus. Und... wissen Sie, wieviel Barthaare ein Mann hat! Bei rormalem Wachstum kommen 23 Stück auf einen Quadratzenüimeter. * Das Bürsten ist von wesentlicher Bedeutung zur Haarpflege. Weiche Bürsten, die unsere Haarwurzein erreichen, sind vor allem zu verwenden. Noch wichtiger ist die tägliche Kopfmassage, zu der man sich immer die fünf Minuten Zeit nehmen sollte. An den Ohren beginnend, empfichlt es sich, mit den Fingerspitzen allmählich die ganze Kopfhaut mit kreisenden Bewegungen zu massieren. Der Haarboden wird dadurch gekräftigt und die Kopfnerven wohltuend angeregt, was sich wiederum auf das Allgemeinbefinden unseres Körpers günstig auswirkt. * Uebrigens: Die Haare können einem wirklich„zu Berge stehen“. Das ist nicht nur bildlich gemeint. Zwar sind bei uns die entsprechenden Einrichtungen verkümmert, marche Menschen verfügen aber noch darüber. In der Tierwelt hat dieses Haarsträuben doppelten Sinn. Wenn das Tier friert, wird dadurch das Fell wolliger und dichter. und wenn es in Gefahr ist, wirkt es durch die gesträubten Haure wesentlich größer und gefährlicher. Mit und ohne Bart „Kann mir einer els Beispier einen schen nennen, der sein Wort bricht?“ „Mein Onkel, Heir Lehrer!“ „Dein Onkei?“ Je der stollent BCHWRRTBR ZRITUNG 1. Fortsetzung „Liebe“, dachte die Freiin von Schwarzensee,„Liebe“, murmelte sie halblaut zwischen den Zähnen. Wein war sie wirklich beschieden? An der Seite des alternden Mannes, den sie wegen der Deckung ihrer Schulden geheiratet hatte, hatte sie sie nicht kennengelernt Bei Hans von Langen meinte sie zu lieben, aber er konnte ihr nichts bieten, daran zerbrach ihr Gefüh! Nun wollte sie sich die Liebe Antons erringen Diese kleine Elisabeth sollte ihr keinen Strich durch die Rechnung machen, das schwor sie sich heute abend. Sie würde den Platz an der Seite des Hausherrn auf jeden Fall wie immer beanspruchen. Vorläufig hatte es jedenfalls noch nicht den Anschein, als ob ihre Wünsche in Erfüllung gehen würden. Denn der Ingenieur wich nicht von Elisabeths Seite. Als man zu Tisch ging, schlug der Hausherr vor, daß man einmal mit der alten Ordnung der geschriebenen Tischkarten brechen sollte und alle zwanglos an dem runden Tisch Platz nehmen möchten Professor Schachner, der gerade neben der Freiin von Schwarzensee stand, bot ihr galant den Arm, so daß sie zu ihrem größten Mißvergnügen nicht anders konnte, als sich von ihm zu Tisch führen zu lassen. Der Hausherr aber nahm mit größtem Vergnügen zwischen Mutter und Tochter Schachner Platz, und in kurzer Zeit war eine lebhafte und angeregte Unterhaltung im Gange. Die ausgezeichneten Speisen und die verzüglichen Weine trugen ein Uebriges bei, die Stimmung zu heben. Freiin von Schwarzensee hatte plötzlich nur einen Gedanken Warum hatte der Ingenieur vorhin auf alle Fragen über seinen Unfall so absichtlich ausweichende Antworten gegeben? Da mußte unbedingt etwas dahinter stecken. Mit dem Scharftinn des eifersüchtigen Weibes ahnte sie dunkel, daß dies irgendwie mit Elisabeth zusammenbing. Obwohl sie gar keine sichere Handhabe dafür hatte, beschtoß sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Waren schon so viele Trinksprüche ernster und heiterer Natur ausgebracht worden. warum sollte sie nicht einmal einen halten? Kurz entschlossen hob sie das Glas und allgemeine St''le trat ein. Mit heller Stim ne sagie sie, dem Gastgeber fest in die Augen blickend:„Ich möchte dieses Glas feurigen, roten Weines auf das Wohl des scheinbar vor einem schweren Unfall bewahrten Hausherrn leeren und hoffe, daß er recht bald wieder hergestellt sein wird.“ Eine jähe Glutwelle schoß in das Gesicht Antons bei den Worten der Baronin. Er fühlte gamz genau die Spitze, die darin verborgen lag. Er hatte ihr ausweichend auf ihre Fragen geantwortet, aber er war eben ein Mann, der sich nicht zwingen ließ, auch nicht von einer noch so schönen Frau. Die Freiin war aufgestanden und auf halbem Wege begegnete sie dem Hausberrn, der auf sie zugekommen war, etteß mit ihm an und sagte leise:„Bin ich Ihres Vertrauens nicht mehr würdis?“ Gezwungen lachend küßte ihr Anton die Hand und sagte laut:„Die kleine Schramme ist nicht der Rede wert, ein so leidenschaftlicher Automobilist wie ich wäre gar nicht zufrieden, wenn es nicht auch manchmal Scherben setzen würde, wenn man einmal zu rasch um die Ecke biegt!“ In Elisabeths Gesicht war eine leichte Verstimmung unverkennbar. Und gerede. jetzt blickte sie die Freiin von Schwerzensee mit ihren schillernden Augen an, als wollte sie sagen: Ich werde schon hinter dein Geheimnis kommen. Kleine. Du hast an mir eine Gegnerin, der du wohl sicher nicht gewachsen bist. Elisabeth senkte die Augen und es war Ihr. als plötzlich auf diesen so wunderschön begonnenen Abend ein Schatten gefallen wäre. Was hatte sie dieser Frau getan, daß sie sie so mit ihren Blicken durchbohren wollte, daß sie ihr s0 unverhohlen einen Groll zeigte, den sie doch nicht verdient hattel Als Anton auf seinen Platz zurückkum, merkte er sofort die Verstimmung Elisabeths, hob die Tafel auf und bat seine Gäste in den Musiksalon. Dort war die Baronin in ihrem Element. Sie war eine ausgezeichnete Sängerin und Just heute wollte sie mit ihrem Gesang auch den Munn fesseln, von dem sie fürchteie, daß er Ihr entglitt. Sie sang rouliniert, von einem Freunde des Hausherrn begleitet, die Schmuck-Arie aus Faust Sie wußte, daß es ein LiebIin zslred des Hausherrn wer Dann loigte die Pagen-Arte aus Hugenotten Das stille Werben, das darin liegt, sollte ihm sagen, wie es um sie stand. Aber so sehr auch ihr Blick den seinen suchte, er saß neben Elisabeth und hatte kein Auge für sie. Wohl überreichte er ihr wie gewöhnlich bei solchen Abenden prachtvolle Blumen, aber sie täuschten sie nicht, sie fühlte ganz genau, der Kontakt, der sonst zwischen ihnen geherrscht hatte, war unterbrochen. Er wurde auch durch die Lieder nicht hergestellt, die sie doch so sorgfältig für heute ausgewählt hatte. Es wurde nun Klavier gespielt, ein wunderbares Violinsolo kam, dann sang die Freiin von Schwarrensee noch einige Lieder von Grieg. Als sich der Applaus gelegt hatte. sagte Professor Schachner:„Wie wäre es, Elisabeth, wenn du auch etwas singen würdest. Ich weiß, daß du mit der Kunst der Baronin nicht wetteifern kannst. Aber auch ein einfaches Volkslied hat seinen Reiz.“ Der Gastgeber erhob sich sofort, um Elisabeth zum Flügel zu geleiten, doch diese wehrte ab. Sie war in einer ihr unbegreiflichen Aufregung. Der versammelte Kreis war ja nicht sehr groß, bestand aber aus lauter kunstverständigen Menschen. Sie war gegen sich selbst zu ehrlich, um sich nicht blitzschnell zu sagen, daß ihr eigentlich nur an dem Urteil eines Einzigen etwvas lag und trotz ihrer Scheu, in Gesellschaft zu singen, sagte ihr eine innere Stimme, sie müsse singen! Sie wollte für ihn singen! Sie wählte rasch einfache Wiegenlieder. Die Welt schien für sie versunken, vor ihrem Auge war eine Straße— ein Wagen— ein blarser Mann, der sie mit flehenden Blicken ansah, und bat, ihren Namen zu nennen. Für diesen Mann sang sie auch das Lied von Franz Liszt, das sie so sehr liebte:„Es muß ein Wunderbares sein, um's Lieben zweier Seelen.“ Sie wußte es selbst nicht, wieso sie unwillkürlich auf dieses Lied verfallen war. Ihr schien die Welt versunken. Zwei Augenpaare ruhten ineinander, selbstvergessen. Die beiden Menschen waren losgelöst vom Alltag. Sie fühlten„Das Wunderbare.“ Als Elisabeth geendet hatte, war einen Augenblick lautlose Stille. es war, als ob diese Menschen noch gebannt waren durch die tiefe Innigkeit dieser Stimme. Dann brach ein Beifallssturm los und er rüttelte erst Anton wach, so daß er auf Elisabeth zustürzte, mit einem Ruck stehenblieb und ihr beide Hände küßte. Fast hätte er sie trotz aller Menschen in seine Arme gerissen, aber das durfte nicht sein. Langsam wollte diese Wunderblume gepflegt sein, um später gehegt und umsorgt zu werden. Elisabeth war wie in einem Bann. Sie wußte selbst nicht, wie ihr geschah. Sie fühlte sich unsagbar glücklich. Wie aus einem Traum erwachend, hörte sie die Lobeshymnen an ihr Ohr klingen, schüttelte sie die dargereichten Hände und stand plötzlich der Freiin von Schwarzensee gegenüber, die mit gewinnendem Lächeln sagte:„Ja, Fräulein Schachner, Sie sind ja ein aufgehender Stern am Kunsthimmel. Soviel Gefühl in so zartem Alter zum Ausdruck zu bringen, ist eine große Kunst.“ Elisabeth wurde flammend rot und sagte leise:„Ich habe gar nicht die Absicht, mich der Kunst zu widmen, das überlasse ich jenen, die die Eignung dazu haben, wie zum Beispiel— Sie, Frau Baronin!“ Sie hörte von weit einen Walzer erklingen und schon legte auch der Hausherr den Arm um sie und führte sie zum Tanze. Oft hatte Elisabeth schon im Kreise von ihren jugendlichen Freunden und Freundinnen getanzt. Nie aber war es ihr so zum Bewußtsein gekommen, wie herrlich es war, sich in der Harmonie des Tanzes mit einem Menschen zu bewvegen, mit dem man gerne bis ans Ende der Welt getanzt hätte. Sie sprachen kein Wort, wozu auch reden, es war viel schöner, der Musik zu folgen und den eigenen Gedanken nschzuhängen. Jedes Wort wäre ihr banal erschienen. An eines mußte sie denken. Sie hatte einmal einen Film gesehen, in dem ein Lied vorkam, das ihr damals schon aufgefallen war. An eine Stelle dieses Liedes mußte sie jetzt denken:„Nun müßte die Welt versinken“ hatte sie sich das jetzt gedacht oder hatte sie es laut gesagt? Der Kopf Antons wandte sich ihr voll zu und er sagte lächelnd:„Wirklich?“ Elisabeth fühlte die Rôte in ihre Wangen steigen Der Menn sah ihre Verlegenheit und sagte lächelnd:„Ich bin ganz Ihrer Meinung.“ Dieses Wort machte Elisabeth noch verlegener, da sie nicht wußte, hatte sie nun laut gesprochen oder nicht Aber sie sagte lieber nichts und blickte nur zu dem großen Manse auf und sah in swei so leischtende Augen, duß sie ihren Blick senkte und sagte:„Ich glaube... ich glaube...“ Da sagte der Mann warm:„Was glauben Sie, Elisabeth? Ich darf doch nach dem heutigen schönen Abend mir das Vorrecht nach diesem Kunstgenuß nehmen. Sie mit Elisebeth anzusprechen!“ Elisabeth sagte nun lachend:„Und ich muß wieder sagen, ich glaube, daß ich den Hausherrn gar nicht so lange seinen Gästen entziehen darf.“ „Doch, denn dieser Hausherr ist sehr froh, seinen Pflichten entronnen zu sein! Wenn Sie wüßten, Elisabeth, wie gerne ich mich von Ihnen diesen Pflichten entziehen lasse, aber ich glaube selbst, daß auch andere mit Ihnen gerne tanzen wollen, und darum muß ich mich leider für kurze Zeit verabschieden.“ Sie hatten sich kaum umgewendet, als sie der Freiin von Schwarzensee gegenüberstanden. Er übergab Elisabeth ihrem Vater, der sie weiter führte, während er den Arm um die Baronin legte und im stillen ein wenig neugierig war, was sie nun sagen würde. Er fürchtete einen Sturm, denn er kannte ihr ungezügeltes Temperament. Er hatte viele Nachmittage und Abende in ihrem reizenden Heim zugebracht, die ihm unvergeßlich in Erinnerung waren, ebenso, daß er eine Zeit ernstlich daran gedacht hatte, um ihre Hand zu werben. Aber ein ganz merkwürdiges Vorkommnis hatte ihn davon abgehalten. Ein Ereignis, über das er mit niemandem gesprochen, und das doch so nachhaltend gewirkt hatte, daß eine innere Entfremdung eingetreten war. Er war ein leidenschaftlicher Hundefreund. Das hatte er schon von seinen Eltern geerbt. Sein Lieblingshund war im Sterben. Jener Hund, der ihn stets so liebevoll getröstet hatte, als seine erste Frau, sein erstes Kind in einer Nacht gestorben waren. Jener Hund, der nicht von seiner Seite gewichen war, der ihn beobachtet hatte, als er in erster Verzweiflung die Pistole aus dem Schreibtisch genommen hatte, und der mit einem so menschlichen Wehlaut an ihm emporgesprungen war, daß er zu sich selbst zurückfand. Als dieses Tier dann im Sterben lag und ihn mit seinen todtraurigen Augen ansah, da vergaß er Raum und Zeit, war nicht bei der Baronin erschienen und hatte sich auch nicht entschuldigt. Was hätte er am Telefon sagen sollen? Er war viel zu ergriffen, nur an eine Entschuldigung zu denken Als er aber am nächsten Tage kam, war sie tief verletzt Er erzählte ihr sehr betrübt die Ursache seines Fernbleibens, und da lachte sie ihn aus und fragte ihn, ob sie nicht wenigstens in seinem Herzen mit seinem Lieblingshund gleich stünde. Dieser kalte Hohn hatte ihn zurückgestoßen. Daran mußte er jetzt denken, als er in ihre Sphingsaugen sah. Fest blickte sie ihn an. Zwingend lag der Blick auf ihm, als wollte sie sagen:„Du gehörst mir, ich gebe dich nicht kampflos frei!“ Merkwürdig! Mit Elisabeth hatte er wortlos getanzt und auch jetzt wollte keine Konversation in Fluß kommen. Aber aus einer ganz anderen Ursache. Die Freiin fürchtete, sich durch ein unbedachtes Wort zu verraten, denn in ihren Adern wühlte ein blinder Haß gegen Elisabeth. Die Eifersucht machte ihren Blick dunkel, aber ihr kühler Verstand riet ihr, daß jetzt äußerste Selbstbeherrschung am Platze war. Nur nicht jetzt die Fassung verlieren und ihre wahren Gefühle zeigen. Daher sagte sie, nachdem sie noch eine Weile vergeblich gewartet hatte, ob Anton sprechen würde, mit leiser Ironie:„So schweigsam, lieber Freund? Ich merkte schon, als sie mit dem neuaufgehenden Stern des heutigen Abends tanzten, daß Ihre anderen Gäste Ihnen heute Nebensache sind.“ Dem Hausherrn fiel es nicht leicht, diese Anspielung zu parieren, daher sagte er leichtbin:„Warum soll man nicht manchmal wortlos das Vergnügen des Tanzes genießen? Finden Sie nicht, Baronin. daß auch Schweigen manchmal sehr beredt sein kann?“ Die Baronin sah ihn lächelnd an und segte sehr kokett„Es kommt ganz dalauf an, was dieses Schweigen bedeutet Nachdenklichkeit, Zerstreutheit oder Hingebung Daher kann ich momentan nicht urteilen, ob Ihr Schweigen beredt ist“ „Ich muß schon sagen Baronin, es ist ein Vergnügen mit Ihnen Konversation zu machen, das weiß ich übrigens längst, deß die Worte bei Ihnen leicht wie Federbälle fliegen und es steht Ihnen auich wirklich gut. wenn Sie Aphorismen prägen" „Ich pehge sie nicht“, ennla r“ R-# min,„eie korimen imner von selbst. Nur findet sich leider kein„Echermann“, der sie für die Nachwelt aufschreiben würde, oder möchten Sie sich vielleicht dieser Aufgabe unterziehen?“ „Von Herzen gerne“, sagte der Hausberr,„wenn ich Zeit dazu hätte, aber freie Zeit habe ich leider selten.“ „Das weiß ich“, sagte die Baronin.. „Einmal ist das Geschäft schuld, einmal die Güter, ein anderes Mal wieder der Lieblingshund, der Sie von Besuchen abhält.“ Das Gesicht des Ingenieurs wurde plötzlich wieder ernst.„Erinnern Sie mich nicht an meinen Lieblingshund, sind Sie froh, daß Sie das Schicksal nicht gelehrt hat, in schwerem Herzleid bei einem Hunde Trost zu suchen!“ „Wer sagt Ihnen, daß ich Sie nicht gerne getröstet hätte. Sie wissen ja, daß auch ich in meinem Leben manches Leid hinter mir hebe, doch bei den Klängen dieses weichen Tangos erscheint es mir fast wie ein Vergehen, an Gram und Leid zu denken. Das Leben ist doch so schön.“ „Und an der Seite einer so schönen Frau, wie Sie Baronin, besonders schön.“ Er beugte sich über ihre Hand, küßte sie und reichte ihr dann den Arm. „Ja natürlich“, sagte die Baronin etwas spitz,„die Hausherrnpflichten rufen ja.“ „Ja“, sagte der Ingenieur gedehnt, „die Hausherrnpflichten sind nicht immer angenehm, aber sie müssen erfüllt werden wie jede Pflicht." Gern hätte die Bronin ein scharfes Wort über seinen langen Tanz mit Elisabeth gesagt, aber sie hielt sich zurück. Sie durfte ihre Eifersucht nicht zeigen, nur jetzt keinen Fehler begehen, damit hätte sie die Sache nur verschlimmert. Im Gegenteil, nur durch geistige Ueberlegenheit wollte sie das junge Mädchen aus seinem Herzen bringen. Das mußte ihr gelingen, das hatte sie sich geschworen! Mit allen Mitteln wollte sie trachten, den Mann weiter an sich zu fesseln, der ihr zu entgleiten drohte. Sie gingen zusammen in das Musikzimmer zurück, wo Elisabeth bei ihren Eltern saß. Die Baronin konnte sich nicht enthalten auszurufen:„Also, so eine Mustertochter, die bei der ersten Abendgesellschaft bei den Eltern sitzt.“ Professor Schachner, der dunkel darin eine Spitze fühlte, parierte dieselbe sofort, indem er galant sagte:„Ich benütze die Gelegenheit jedenfalls sofort, Sie zum Tanze zu bitten, da Elisabeth ohnedies mit ihrer Mutter nach Hause fahren will, weil sie morgen zeitig Vorlesungen hat.“ „Vorlesungen? sagte die Baronin gedehnt.„Also eine zukünftige Frau Doktor, und darf man fragen, welches Fach?“ „Soziale Wissenschaften“, sagte Elisabeth rasch und fügte noch hinzu, daß dies wohl ein Beruf sei, der für die Frau geschaffen wäre. Die Beurteilung, wann die Fürsorge in das Familienleben eingreifen müsse, um Kinder aus unverschuldeter Not zu erretten, oder sie von der Gefährdung eines schlechten Milieus zu bewahren, könne sicher eine Frau besser beurteilen als ein Mann. Mit einem vollen Seitenblick auf den Ingenieur, der noch dabei war, sagte die Baronin etwas spitz:„Also in diesen kleinen Händen wird das Schicksal vieler Kinder ruhen. Sie ziehen aus, um— die Welt zu verbessern?“ „Ich ziehe leider noch nicht aus“, sagte Elisabeth,„aber ich bemühe mich, möglichst bald dem Studium die Praxis folgen zu lassen und stehe auch in direkter Verbindung mit der tatsächlichen Fürsorge.“ „Jetzt weiß ich nicht“, sagte Professor Schachner,„sind wir heute zum Philosophieren da, oder zum Vergnügen? Ich bin jedenfalls dafür, nun dem Tanze zu huldigen.“ Damit reichte er der Baronin den Arm und verschwand hinter der Portiere in den Speisesaal, in dem getanzt wurde. Der Hausherr aber blieb mit größtem Wohlbehagen in der lauschigen Ecke zurück, in der Elisabeth mit ihrer Mutter saß.„Sie werden uns doch nicht schon verlassen wollen!“ sagte er zu den beiden Damen gewendet. Frau Professor Schachner sagte lächeind„Elisabeth hat den Wunsch geaußert, noch Hause zu fahren. Nachdem sie nun mitten im Studium steht. habe ich diesen Wursch eingesehen und wir wollten- Holländisch verschwinden“, sapte Fib lücheind „Ich wein 2 Hausherr, dessen * m e i n t e d e: Bliche bewunderne auf Elisabeth ruhten,„woher der Ausdruck holländisch verschwinden kommt, ich weiß nur aus Erfahrung, daß man das dann enwendet, wenn man sich nicht verabschieden will, und ich hoffe doch, daß Sie am ersten Abend, an dem sie in meinem Haus zu Gast waren, sich nicht— gelangweilt haben, daß Sie ohne Abschied von mir gehen wollen— Fräulein Doktor.“ Elisabeth antwortete rasch:„Ich bin noch kein Doktor. Ich weiß auch noch nicht, ob ich es dazu bringen werde, ich habe auch gar nicht daran gedacht, Sie durch mein verfrühtes Weggehen zu— kränken. Ich dachte“, und nun lächelte sie wirklich schelmisch,„Sie würden es gar nicht merken.“ „Dachten Sie das wirklich?“ fragte der Mann erist, ganz ohne auf ihren Scherz einzugehen. „Elisabeth ist ein Neuling in der Gesellschaft“, sagte Frau Prof. Schachner ablenkand,„und wie ich gerne zugebe, von zu Hause ein bißchen verwöhnt, Sie dürfen nicht vergessen, daß Elisabeth die einzige Tochter neben drei Söhnen ist, und daher meist ihren Willen durchsetzt. Vielleicht war das Nachgeben nicht immer recht von uns, aber ich glaube, bis jetzt brauche ich mir keine Vorwürfe über meine Erziehung zu machen.“ „Ganz gerriß nicht“, versicherte galant der II usherr und begleitete die beiden Damen in die Garderobe. Eines Atemzuges Länge hält er Elisabeths Hand in der seinen, dann driickt er einen raschen Kuß darauf und stellt seinen baldigen Besuich in Aussicht, Auch Elisabeth drückte warm seine Hand und eilte dann mit ihrer Mutten die Treppe hinab. Als der Hausherr in den Salon zurückkehrte, war der Großteil der Gesellschaft im Aufbruch begriffen, nur die Freiin von Schwarzensee und ihr Begleiter am Klavier, der zu ihrem Gesang so meisterhaft gespielt hatte, saßen im Rauchsalon. Als sich die meisten Gäste verabschiedet hatten, kam der Hausherr zurück und sagte in etwas gespielter Lustigkeit:„Soll ich jetzt das abgenützte Zitat gebrauchen, was wir mit dem angebrechenen Abend anfangen?“ Aber die Baronin fiel ihm sofort lächelnd in die Rede und sagte:„Von Anfangen ist keine Rede, ich habe soeben den Herrn Professor gebeten, er soll uns zum harmonischen Ausklang etwas spielen.“ „Professorchen, etwas recht Schönes, etwas recht Weiches, etwas, Sie wissen schon, was ich gerne habe.“ Sofort erhob sich Professor Burghard, schrift zum Flügel und präludierte. In dem traulichen Zimmer herrschte erst tiefes Schweigen. Die Baronin überlegte lang, wie sie die alte Vertraulichkeit, die zwischen ihnen geherrscht hatte, wiederherstellen könnte. Da kam ihr der Professor zu Hilfe und verwob in seinen Phantasien Mozarts Veilchen und da hatte sie nun sofort den erwünschten Anknüpfungspunkt, denn sie summte ein Stück des ihr wohlbekannten Liedes mit, bis der Professor zu dem Menuett aus„Don Giovanni“ überging und dann lächelnd sagte:„So ein Vellchen ist auch Elisabeth Schachner, finden Sie nicht?“ „Vielleicht“, sagte der Ingenieur sinnend, was ihre Bescheidenheit anbelangt, sicherlich.“ „Bescheidenheit“, meinte die Baronin spöttisch,„ist ein relativer Begriff. Bescheidenheit ist nicht jenes Gefühl, das uns am meisten bewegt und das den Ausschlag gibt. Jenes Gefühl, das selbst schon die Weltgeschichte geschoben hat, ist die Liebe, von der es heißt“, sagte sie nun koxett,„daß sie Berge versetzen kann, aber ich weiß nicht, ob Sie das schon empfunden haben. Ich wohl.“ Sie legte dabet ihre Hand auf den Arm Antons und sah ihn voll an. Sinnbetörend stieg ihr süßes Parfüm zu ihm empor. Zwingend waren ihre Augen auf ihn gerichtet, während durch die leise geöffneten roten Lippen chze weiBen Zähne blititten Ein Griff hätte genügt und Risa wäre in seinen Armen gelegen. Mit einem tiefen Seufzer lehnte er sich in seinem Fauteuil zurück, küßte ihre Hand und sagte langsam:„Es gibt auch eine Liebe auf den ersten Blick, ich kenne sie, ich glaube auch daran, aber Sie dürfen eines nicht vergessen, daß ich den Tod meiner Frau noch nicht überwunden habe. Und gerade in dem Augenblick—“, da fiel ihm die Freiin von Schwarzensee ins Wort:„Da Sie wieder ntwas Liebe fühlen, lassen Sie sich von dem Schatten Ihrer Frau zuruckhalttn?“(Fortsetzung folgt.) SCHWERTER ZEITUNG S 10 Mllliönen Feses Warden gewohlnen Der große Preis der argentinischen Lotterle— Alle Gewinne verkauft Das Neueste: Eine Fernseh-Modeschau In nagelneue Modeträume gehüllt verließen fünf stadtbekannte Pariser Mannequins die französische Hauptstadt, um den Londonern eine Fernseh-Modeschau zu geben. Bis Paris kann man von London noch nicht schauen— das Fernsehen ist vorerst nur im Umkreis von etwa 100 km möglich. Die Modeschau wurde von dem Modekönig Pierre Balmain organisiert. Teische:„Teil Köllmme Wieder zürdeh Vater des Volkswagens will im Frühjahr„Super-Volkswagen“ herstellen mp Buenos-Alres, Januar Von unserem Korrespondenten Ahnlich wie in Frankreich und Spanien, spielt auch in Argentinien die Weihnachtslotterie, deren Zichung wegen der Höhe der Gewinne„El Gordo“, das heißt wörtlich„der dicke“(Preis) genannt wird, eine große, nicht zu unterschätzende Rolle im öffentlichen Leben dieses Landes.„El Gordo de Navidad“, der große Preis der Weihnachtslotterie, beträgt 18 Millionen Pesos in sechs Serien von je drei Millionen Pesos, die jedoch allesamt auf die gleiche Nummer entfallen: Das heißt, die„ große“ Nummer, auf die der Hauptgewinn entfällt, wird sechsmal, je nach der Serie, mit drei Millionen Pesos, also insgesamt mit 18 Millionen, prüimliert. Die Zeitungen bringen am Ziehungstage die Gordo-Nummer als Hauptüberschrift, und die ganze erste Seite ist mit Schilderungen und Bildern von der Ziehung, mit Porträts der glücklichen Gewinner, sowie mit Darstellungen darüber, was sie mit ihrem Gewinn tun werden, angefüllt. Da wird etwa von dem glücklich-unglücklichen Losund Zigaretten-Verkäufer berichtet (meistens sind die amtlichen Losverkäufer gleichzeitig auch Tabakhändler), der seit 19 Jahren Lose für die Weihnachtslotterie verkaufte, ohne bisher einen einzigen großen Gewinn zu verkaufen,— bis jetzt zum ersten Mal in seinem Laden die Nummer des„Gordo“, und zwar diesmal gleich in fünf Serien, gehandelt wurde, was bedeuten will, daß sein Laden in diesem Jahre fünfzehn Millionen Posos Gewinne zu verteilen hatte. Und dabei hatte der Losverkäufer selbst so wenig Zutrauen zur Gewinnnummer, daß er für sich nicht einmal ein einziges Zwanzigstel behalten hat. dp Berlin. Januar. Aus der Millionenerbschaft der Berliner Krankenschwester Ursula Bauer wird nichts. Ursula Bauer hatte vor einigen Monaten einen amerikanischen Sergeanten geheiratet, um dann als amerikanische Staatsbürgerin in den Besitz der ihr— wie es damals hieß— zugesprochenen Garrett-Millionen zu kommen. Der mit der Geschäftsführung der deutschen Interessengemeinschaft in den USA beauftragte Rechtsanwalt Dr. Seibel teilte am Dienstag mit, daß nach einer Entscheidung des Nachlaß-Gerichts in Philadelphia nur die Familien der Nachkommen der Brüder von Christoph Schäfer, des Vaters der Erblasserin, als Erben in Betracht kommen. Der direkte Erbe der Garrett-Millionen ist der 1945 in Bad Nauheim verstorbene Neffe des Christoph Schäfer, Johann Schäfer. Dessen Verwandte treten in die Rechte des Erbenden ein. Die Ansprüche des Vaters der Ursula Bauer wurden bereits vor längerer Zeit vom Nachlaß-Gericht als unbegründet abgewiesen. Wie Dr. Seibel außerdem mitteilte, haben Tausende in Hessen, Württemberg und Westfalen in dem Glauben gelebt. das Garrett-Vermögen als Erben beanspruchen zu können. Dem zuständigen amerikanischen Gericht lagen 26000 Anträge vor. Ein Okapi kommt nach Frankturt h Frankfurt, Januar.(Eigenbericht). Der Frankfurter Zoo, der unter Leitung des bekannten Schriftstellers und Das heißt, er hatte noch ein Zwanzigstel aufgehoben, aber nicht für sich selber, sondern für einen Kunden, der ihm freilich die zwanzig Pesos, die das Zwanzigstel-Los kostet, noch nicht bezahlt hatte, wohl well er erst den Tag der Lohnauszahlung abwarten mußte. Und siehe da, auf das aufgehobene Zwanzigstel entfiel ebenfalls der Hauptgewinn, das Los, für das der Käufer noch 20 Pesos schuldete, verwandelte sich in einen Anrechtschein auf 150 000 Pesos Die Versuchung für den Losverkäufer mag groß gewesen sein, die Reservierung des Loses zu„vergessen“, zumal natürlich über diesen Handel nichts Schriftliches abgemacht worden war. Aber der Losverkäufer war ein anständiger Mann Ohne viel Worte überreichte er dem glücklichen Gewinner das aufbewahrte Zwanzigstel und bedeutete ihm, daß er ihm die 20 Pesos „später von seinem Gewinn“ zahlen könne. Der Vorgang rief eine Beifallssalve im— natürlich— mit Neugierigen dicht gefüllten Laden hervor. Man hofft, daß der glückliche Gewinner sich als ebenso unzweidentiger Gentleman erweist und dem guten Losverkäufer wenigstens ein Geschenk macht. Denn der hat bisher, wie gesagt, von den 15 Millionen, die insgesamt durch seinen Laden gewandert sind, nichts als den Ruhm, die Gewinnerlose verkauft zu haben. Ins Gefängnis eingebrochen dp Tokio, Januar. Ein waghalsiger japanischer Dieb verübte einen Einbruch in dem Gefängnis von Kotschi auf der Insel Schikowu und erbeutete Kleidungsstücke sowie 2500 Zigaretten, die für die Gefängnisinsassen bestimmt waren. Tierpsychologen Dr. Grzimek steht, erhielt von der belgischen Regierung die Nachricht, daß diese ein Okapi für den Frankfurter Tiergarten stiften werde. Damit wird der Frankfurter Zoo als erster deutscher Tiergarten ein Exemplar jenes Wundertieres beherbergen, das erst zu Beginn dieses Jahrhunderts entdeckt wurde. Da die Okapis sehr selten sind, stellte die belgische Regierung sie unter Naturschutz. Inzwischen sind jedoch größere Herden festgestellt worden, so daß die Bestimmungen des Schutzgesetzes gelockert werden konnten. Vor allem können Okapis jetzt als Geschenk der belgischen. Regierung an wissenschaftliche Institute weitergegeben werden. Steppenbrände in Australien über 13 000 Quadratkilometer Land do Brisbane, Januar. Die katastrophale Hitzewelle, von der Australien seit einiger Zeit heimgesucht wird, hat an mehreren Stellen ausgedehnte Steppenbrände hervorgerufen. So wurden in Queensland rund 13000 Quadratkilometer Grasland durch einen Riesenbrand in eine verkohlte Wüste verwandelt. Das Feuer, das sich in einer Front von 30 Kilometer Breite ausdehnte, findet noch immer neue Nahrung. Auch in Süd-Wales wütet seit einigen Tagen ein Steppenbrand der bisher mehr als tausend Quadratkilometer wertvolles Grasland vernichtet hat. ge Gmünd, Anfang Januar Im Jahre 1946 besichtigte eine kleine Gruppe von Zivilisten in Gmünd in Kärnten die seit Kriegsende stillgelegten Anlagen eines ehemaligen Rüstungsbetriebes.„Das ist ja alles recht bescheiden, aber trotzdem— hier fangen wir an!“ Professor Dr. h. c. Ferdinand Porsche, der weltbekannte Automobilkonstrukteur war mit seinen Mitarbeitern aus dem Salzburgischen nach Gmünd gekommen— selbstverständlich in einem Volkswagen. Die Verhandlungen mit dem Lande Salzburg wegen der Herstellung eines von ihm konstruierten Klein-Traktors für Alpengegenden waren ohne Ergebnis verlaufen. Wenige Wochen nach diesem Besuch in Gmünd begann er unter denkbar primitiven Voraussetzungen mit der Produktion eines ebenfalls von ihm entwickelten neuen Sportwagentyps, einer Weiterentwicklung seiner bekanntesten Schöpfung, des Volkswagens. In Professor Porsches neuer Fabrik gab es kein Fließband in riesigen Montagehallen, die ersten Wagen wurden fast ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Die Montageproduktion betrug sieben Wagen. Aber diese wenigen, unter so beschwerlichen Voraussetzungen gebauten Autos, bildeten, als sie erstmals auf Ausstellungen gezeigt wurden, eine Sensation. Nicht nur in Wien, auch in der Schweiz und später in Italien. Dieser neue, genial durchdachte Sportwagen, der rasch den Namen„Super-Volkswagen“ erhielt, besitzt einen Original-Volkswagen-Motor, der mit zwei Vergasern eine hohe Leistung erzielt. Er fährt heute bereits auf vielen mittel- und südeuropäischen Straßen. „Ich habe noch einiges vor!“ Obwohl Professor Porsche knapp vor der Vollendung seines 75. Lebensjahres steht und damit auf ein fast fünfzigjähriges Schaffen im Dienste des Automobilbaues zurückblicken kann, sind seine Spannkraft und sein schöpferisches Vermögen ungebrochen. „Ich habe noch einiges vor!“ erklärte er kürzlich. 1875 in Maffersdorf bei Reichenberg(Sudetenland) geboren, begann er mit 24 Jahren seine Laufbahn als Kraftfahrzeugkonstrukteur. Acht Jahre später, knapp 32, war er bereits zum Chefkonstrukteur bei Austro-Daimler in Wiener-Neustadt avanciert. Zwei Jahre nach Ausbruch des ersten Weltkrieges, wurde er Generaldirektor dieser Werke. Besondere Verdienste hat sich Porsche um die Konstruktion des luftgekühlten Heckmotors, der Schwingachse und der DrehstabFederung erworben. Ein Wagen erobert die Welt Seine genialste Schöpfung aber ist der Volkswagen. Mit ihm ist Ferdinand Porsche auf einen ersten Platz in der Front der großen Automobilkonstrukteure gerückt. Es gibt nur noch einen Wagen, der ihn an weltweiter Popularität übertrifft— den unverwüstlichen alten Ford! Verlockende Auslandsangebote In einer Zeit, da ein großer Teil der deutschen Erfinder, Forscher und Konstrukteure ins Ausland abgewandert ist und auch heute noch abwandert, stimmt es umso freudiger, von Professor Porsche zu hören:„Ich komme nach Deutschland zurtick!“ Dabei hat es nicht an verlockenden ausländischen Angev#oten geschlt. Die Renault-Werke sollen nicht die einzigen gewesen sein, die sich für ihn interessierten. Sein Entschluß nach Deutschland zurückzukehren, steht endgültig fest. Sein neues Wirkungsfeld wird in dem nach ihm benannten Werk Zuffenhausen bei Stuttgart liegen, zu dessen Ubernahme er sich nach der Freigabe des Geländes durch die Amerikaner bereiterklärt hat. Man rechnet damit, daß schon im nächsten Frühjahr die ersten„Super-Volkswagen“ die Fabriktore verlassen werden. dp Kopenhagen, Januar. Dreihundert Briefe und zahlreiche Telegramme sind im Gefängnis von Horsens für den dänischen Ausbrecherkönig Lorentzen eingegangen, der am Heillgen Abend zum achten Mal in seiner Laufbahn aus einer Gefängniszelle entwich, aber am 29. Dezember wieder ergriffen wurde. Auch aus dem Ausland trafen Sympathietelegramme für Lorentzen ein. Der Bauer, der Lorentzen auf seinem Hof erwischte, hat etwa 20 Drohbriefe erhalten, weil er das Wiederergreifen des Ausbrecherkönigs veranlaßte. Lorentzen, der sich bei seiner Flucht eine Gehirnerschütterung zuzog, ist in die Krankenabteilung des Gefängnisses in Horsens übergeführt worden. Garry Davis will ein Haus bauen dmt Paris, Januar. Garry Davis möchte sein Zelt an der Kehler Brücke durch ein kleines Schrebergartenhaus ersetzen, damit es ihm bei seinem Warten auf die Einreisegenehmigung für Deutschland mehr Schutz bietet. Die Behörden haben ein Auge zugedrückt, als er sich Fünfjähriger Ueß Flugzeug slarten 2000 Doller Schaden dp Richmond, Januar. Selbst die Fünfjährigen sind Im Zeitalter der Luftfahrt nicht mehr leicht durch technische Errungenschaften aus der Fassung zu bringen. Dies erfuhr, sehr zu seinem Leidwesen, am Dienstag ein Pilot aus Richmond, Dewey Chester. Er wollte seinem fünfjährigen Sohn Bruce die Inneneinrichtung eines Flugzeuges zeigen und erklärte ihm in einer abgestellten Maschine die Hebel und Armaturen. Dies ließ Klein-Bruce jedoch völlig kalt. Dann fuhr Vater ein stärkeres Geschütz auf. Er öffnete die Drosselklappe und stieg mit dem Jungen aus dem Flugzeug, um ihm das Anwerfen des Propellers vorzuführen. Mit einem Aufbrüllen des Motors setzte sich in diesem Augenblick zum Schrecken Chesters und zum Entsetzen des Jungen die Maschine In Bewegung und rollte davon. Sie streifte ein anderes parkendes Flugzeug, riß einem weiteren die Flügel ab und kam erst vor einer Ziegelmauer zum Stehen. Der Schaden, den sie anrichtete, wird auf 2000 Dollar geschätzt. Der sonst nicht leicht zu beeindruckende Bruce aber war hellauf begeistert. Bergwerksexplosion: 6 Tote dp Wien, Januar. Ein schweres Bergwerksunglück ereignete sich am Dienstag in einer Kohlengrube in Fohnsdorf in der Nähe von Graz, bei dem nach den bisherigen Feststellungen sechs Bergleute ums Le' n kamen und acht weitere verletzt v n. Alle anderen abgeschnittene rgleute wurden gerettet. Das Unglü, wurde durch schlagende Wetter verursacht. Feldpostbrief war 33 Jahre unterwegs dmt Venedig, Januar. Im ersten Weltkrieg sandte eine italienische Frau ihrem an der österreichischen Front stehenden Mann die Geburtsanzeige selnes Sohnes. Der Brief erreichte ihn nicht mehr, weil er in Gefangenschaft geraten war, aber er folgte ihm durch verschiedene Nachfolgestaaten der DonauMonarchie und hielt auch in irgendeinem Postfach den zweiten Weltkrieg aus. Mit dem Vermerk, daß der Empfänger nicht zu ermitteln sei, traf die 1916 aufgegebene Geburtsanzeige des im zweiten Weltkrieg gefallenen Sohnes wohlbehalten bei der Absenderin wieder ein. ein Zelt aufschlug. Die Aussicht aber, in Zukunft eine schäbige Bretterbude mit einem rauchenden Ofenrohr vor Augen haben zu müssen, führte sie dazu, dem baulustigen Davis mitzutellen, er solle sein bereits herangefahrenes Material ruhig wieder abtransportieren, denn sein ausgesuchter Bauplatz sei Gelände des Staatstiskus. Garry Davis erklärte dazu, daß er auf jeden Fall versuchen will, sich sein Schrebergartenhaus zu bauen. Da er aber leichte Sorge vor einem energischen Eingreifen der Behörden hat. will er sich jetzt um ein Privatgrundstück bemühen. Die Konlession der Bundesminister di Bonn. Januar.(Eigenber.) Im Zusammenhang mit den bekannten Aeußerungen von Pastor Niemöller war vielfach behauptet worden, außer dem Bundesinnenminister gehöre kein Protestant der Regierung als Minister an. Unsere Bonner Redaktion stellte fest, daß im Kabinett neun Katholiken einschließlich Dr. Adenauer und fünf Protestanten sind. das Abendltteid kurz oder lang? Die Parise: Modeschopfer sind sich über die Länge der Abendkleider dieses Winters immer noch nicht ganz einig. Unsere Büder zeigen die beiden verschiedenen Auffassungen der widerstreitenden Schulen. „Gabriela“ heißt der neue Zarah-Leander-Film Zarah Leander weilt wieder in Hamburg und bereitet sich im Atelter in Wandsbek auf die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film Gabriela“ vor, mit dessen Dreharbeiten am 9. Januar begonnen wird. Walter Keppet, der Gesamtleiter unterhült sich mit Zarah Leander. Kronsenschwester Ursuia Bauer erbt nichts Raum Vomn Willlienelerbe Verllog ibe!: Ansprüche vom Nachlaßgericht als unbegründet abgewiesen Ausbrecheikenng ernen Se0 Brlele Ein Stapel von Sympathietelegrammen und auch ein Drohbrief