U Veilen uder Aephpien ar heschessen Trotz wolkenbruchartigen Regens feindliche Feldstellungen im Kaukasus durchbrochen.—.„In Stalingrad zäh verteidigte Erdbunker genommen— Rüstungsanlagen in England vombacoiert macht in deutsche Stellungen eingedrungen waDRB Aus dem Führerhauptquar= tier, 22. Okt. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westteil des Kaukasus durchbrachen deutsche Gebirgstruppen trotz wolkenbruchartiger Regenfälle feindliche Feldstellungen nahmen in harten Häuserkämpfen zwei wichtige Ortschaften und vernichteten dabei ein Schützenregiment der Sowjets. Ueber 1200 Gefangene wurden eingebracht, sieben Geschütze, 127 Maschinengewehre und zahlreiches sonstiges Kriegsgerät erbeutet. Südlich des Terek örtliche Kämpfe. Kampf um Stalinarad wurden in hartnäckigen Einzelangriffen zäh verteidigte Erdbunker und Barrikadenstellungen genommen. Das Schwergewicht der deutschen Luftangriffe lag auf den feindlichen Stützpunkten im Nordteil der Stadt. Fortgesetzte Entlastungsangriffe gegen die Front nördlich der Stadt wurden mit Unterstützung deutscher und rumänischer Luftstreitkräfte restlos zerschlagen. Die Zerstörung der rückwärtigen Verbindungen der Sowjets ostwärts der Wolga wurde durch Kampfflugzeuge fortgesetzt. An der übrigen Ostfront fanden außer eigener Stoßtrupptätigkeit und der Abwehr vereinzelter feindlicher Vorstöße keine wesentlichen Kampfhandlungen statt. Südlich Murmansk rief ein überraschender Angriff der Luftwaffe gegen einen sowjetischen Fluastützpunkt Zerstörungen und Brände berdor. In der gestern gemeldeten Luftschlacht vom 20. Oktober an der äayptischen Front schossen italienische Jäger 44 und deutsche Jäger elk. Flakartillerie außerdem sechs feindliche Flugzeuge ab. Am 21. Oktober wurden durch Jäger und Flakartillerie zwölf weitere feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zwölf Flugzeuge der verbündeten Luftstreitkräfte gingen verloren. Angriffe der deutschen und italienischen Luftwaffe richteten sich auch gestern und in der vergangenen Nacht gegen Flugstützpunkte und sonstige Anlagen der Inselfestung Malta. Durch den Angriff eines gemischten feindlichen Fliegerverbandes auf westfranzösisches Gebiet hatte die französische Bevölkerung wiederum Verluste, während die Sachschäden gering waren. Jaadflieger schossen drei viermotorige Bomber ab. Außerdem verlor der Feind bei Tage westlich Brest und über dem Südteil des besetzten französischen Gebietes je ein Flugzeug. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern kriegswichtige Anlagen in Südwestengland mit Bomben schweren Kalibers sowie Ansammlungen britischer Landungsboote mit guter Wirkung an. In der vergangenen Nacht bombardierten Kampfflugzeuge militärische Ziese in Ostenaland. Kleinkrieg in den Moorwäldern Ein Regiment schlug 133 feindliche Angriffe ab * DNB Berlin, 22. Okt. Trotz Schlamm und Regen führten die deutschen Truppen, nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen, im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront am 20. Oktober ihre erfolgreichen Stoßtruppkämpfe weiter. Wenn auch wieder mehrere feindliche Kampfanlagen mit ihren Besatzungen vernichtet und Gefangene eingebracht wurden, so hatten diese Kämpfe doch nur örtliche Bedeutung. Lediglich am Wolchow, wo die Bolschewisten, wie so oft schon, bald durchMassenangriffe, bald durch Ueberfälle den deutschen Brückenkopf einzudrücken versuchten, kam es zu größeren Kämpfen. Zwar blieben die bolschewistischen Angriffe auch am 20. Oktober trotz starker Artillerievorbereitung im Abwehrfeuer, in Drahthindernissen und Minenfeldern stecken, doch bewiesen diese Gefechte, daß der Feind seine Hoffnung den Brückenkopf zurückzugewinnen, nicht aufgegeben hat. Die Hartnäckigkeit, mit der die Bolschewisten an ihren Absichten festhalten zeigen die Meldungen eines württembergisch=badischen Regiments, das innerhalb eines Jahres an verschiedenen Abschnitten dieses Frontgebietes 133 feindliche Angriffe abwehrte und selbst 51mal zum Gegenangriff antrat. In der gleichen Zeit haben die Infanteristen dieses Regiments über 150 Späh= und Stoßtruppunternehmen durchgeführt, die oft bis weit hinter die feindlichen Stellungen führten. Auch andere am Wolchow eingesetzte Regimenter melden ähnliche Einsatzzahlen. Wenn auch die Großkämpfe abgeflaut sind, geht doch der zähe Kleinkampf in den Sümpfen und Moorwäldern weiter. Das eine Mal nahmen acht Infanteristen. in erbittertem Nahkampf Teile der feindlichen Hauptkampfstellung, zerstörten die Anlagen und brachten Gefangene ein. Das andere Mal wateten Stoßtruppler mehrere Stunden lang, bis zu den Hüften einsinkend. durch Wasser und Moor bauten unbemerkt Minensperren aus und überrumpelten dann einen feindlichen Bunker. Bei einem dritten Kampf zerschlugen einige Männer der Waffen=] im Nahkampf die angegriffene stark befestigte Riegelstellung und rieben die feindliche Besatzung auf. Nach weiteren Meldungen konnten Gefangene bei Trichterkämpfen und bei der Vernichtung flankierender Maschinengewehre eingebracht werden. Alle diese Einzelkämpfe sind Steinchen in dem großen Mosaikbild des Kampfes. den unsere Soldaten am Wolchow trotz Regen und Schlamm täglich zu bestehen haben... Auch der Ilmensee, wo der Kampf in den Wäldern und Sümpfen bisher schon schwer genug war. reißt die Gefechtsberührung mit dem Feind nicht ab. Wo jetzt die Posten in ihren versoffenen Sappenköpfen stehen und durch die graue Regenwand feindwärts starren. tobten vor wenigen Tagen noch harte Kämpfe, als hier die Bolschewisten mit großer Ueberren. Der an dieser Stelle führende Kompaniechef wußte, daß der Einbruch die Stellung des ganzen Regiments gefährdete und keine Zeit zu verlieren war. Ohne Befehle abzuwarten. raffte er 35 Mann seiner Kompanie zusammen und warf sich mit ihnen den eingebrochenen Bolschewisten entgegen. In erbittertem Nahkampf mit Handaranate. Baionett und Spaten wurde der Feind zusammengeschlagen. Er ließ zahlreiche Tote und Gefangene. Granatwerfer und Maschinengewehre auf dem Kampfplatz zurück. Am nächsten Tage. bevor noch die Ablösung eingetroffen war. griffen die Bolschewisten erneut mit starken Kräften an. Eine Stunde lang zerpflügten die feindlichen Granaten das Grabengelände. Als der Feind dann seine Menschenmassen vortrieb konnten diese erneut in die vordersten deutschen Stellungen eindringen. Aber aus den halbverschütteten Gräben erhoben sich die Gruppen der Kämpfer. Der Kompanieführer riß seine Infanteristen zum Gegenstoß vor, die mit der blanken Waffe ein Grabenstück nach dem anderen säuberten. Außer Gefangenen und Waffen verloren die Bolschewisten über hundert Tote, die jetzt in dem von rieselndem Regen immer, weicher werdenden Moor versinken und verschwinden. Zwbel neue Neu=hersieter=rersentt Ein Eingeständnis des amerikanischen Marineministeriums DNB. Stockholm, 22. Okt. Das USA=Marineministerium gibt— nach einer Reutermeldung aus Washington— den Verlust der beiden Zerstörer„Meredith“ und „O'Brien“ bekannt. Sie seien„in den letzten Tagen“ durch feindliche Einwirkung bei den Salomoninseln verloren gegangen. Ein Bericht über die Einbuße an Mannschaften sei noch nicht eingegangen. „Meredith“ gehörte zu den allerneusten amerikanischen Zerstörern. Das Schiff war erst 1941 vom Stapel gelaufen. Es hatte eine Wasserverdrängung von 1630 Tonnen und war mit sechs 12,7=cm=Geschützen bestückt. Der Zerstörer„O'Brien" war nur ein Jahr früher fertiggestellt worden. Er hatte 1570 Tonnen Wasserverdrängung und eine Geschwindigkeit von 36,5 Knoten. Seine Friedensbesatzung belief sich auf 166 Mann. Er war bestückt mit vier 12,7=cm= und fünf 2.8=cm=FlaGeschützen sowie acht Maschinengewehren. Tschungking Sklave Amerikas Verstärkte Hilfe von der Erfüllung weitgehender Forderungen abhängig DRB Tokio, 22. Okt. Wie„Jomiuri Hotschi“ aus Schanghai berichtet, stellten die U SA nach den vorliegenden Berichten an Tschungking neue, sehr weitgehende Forderungen, von deren Erfüllung eine verstärkte Hilfeleistung abhängig gemacht wird. Danach ist die Luftwaffe Tschungkings dem Befehl des USA=Luftwaffenbefehlshabers in China zu unterstellen. Tschungking soll die Monopolrechte für bas Zivilflugwesen auf die Dauer von 30 Jahren den USA übertragen. Die motorisierten Einheiten Tschungkings sind. falls erforderlich, dem englischen oder dem amerikanischen Befehl zu unterstellen. Hundert Tschungkingdivisionen kommen als Einheit unter englischen bzw. amerikanischen Befehl wobei England und Amerika das Recht erhalten sollen, diese Divisionen, falls sie es für erforderlich ansehen, auch außerhalb Chinas einzusetzen. Amerika dagegen verpflichtet sich bei Erfüllung dieser Forderungen durch Tschungking, bis Ende dieses Jahres starke Luftstreitkräfte nach Tschungking zu entsenden. Auch will die USA dann in verstärktem Maße die verschiedenen Fronten Tschungkings mit Medikamenten beliefern. Der amerikanische Staat sieht ferner eine Aufteilung Chinas in Einfluß sphären vor. England wird der Südwesten Chinas zugeteilt, der Sowjetunion der Nordwesten und Amerika Zentralchina. Alle drei Länder stellen dem Tschungkingregime Ratgeber und Techniker zur Verfügung. Tschiangkaischek soll darüber hinaus eine Reorganisation seiner Kriegsfinanzen durchführen. „Jomiuri Hotschi“ bemerkt zu diesen Forderungen Amerikas daß ihre Annahme Tschungking in die völlige Abhängigkeit von Amerika und England brächte, deren Sklave es dann würde. „Reinte Fen zur Verkeleigung Ueberlebende schildern Versenkung eines DRB. Rom, 22. Okt. Einige aus der Gegend des Golfs von Guinea in Gibraltar eingetroffene amerikanische Matrosen schilderten. wie Stefani aus Tanger meldet, einige interessante Einzelheiten über die letzten Augenblicke des von dem italienischen U=Boot„Barbarigo“ versenkten USA=Schlachtschiffes. Die Amerikaner wurden durch die Torpedierung völlig überrascht. Sie waren, da sie sich in unmittelbarer Nähe der Küste befanden und die Gewisser außerdem gerade an diesen Tagen von englischen Luft= und Seestreitkräften intensiv bewacht wurden. nicht auf den plötzlichen Angriff gefaßt. Dem. italienischen U=Boot gelang es, durch die Sperre begleitender Zerstörer zu schlüpfen und vier Torpedos aus nächster Nähe abzufeuern, so daß das amerikanische Schlachtschiff und die anderen Kriegsschiffe keine Zeit zur Verteidigung fanden. Es sei ihnen unerklärlich so saaten die Matrosen aus, wie das italienische U=Boot so dicht an die große Einheit herankommen konnte, ohne von den begleitenden Zerstörern gesehen zu werden, die in Abständen von weniger als einer Seemeile von dem Schlachtschiff entfernt fuhren. Der Angriff erfolgte aus einer Entfernung von weniger als 1000 Meter so daß alle vier Torpedos ihr Ziel erreichen konnten. Wenige Augenblicke vor der Explosion wurde Alarm gegeben. Doch irgend eine Renktion war unmöglich, da das Schlachtschiff sofort sank. Die Telegraphisten hatten nicht einmal Zeit ihre Hilferufe durch den Aether zu senden. Nur wenige Schiffbrüchige entgingen der Katastrophe. Der Verlust des Schlachtschiffes hatte zur Folge, daß ein großer Geleitzua, den die amerikanischen Flottenstreitkräfte erwarteten. sofort seinen Kurs änderte und zum Teil in brasilianisschen Häfen Zuflucht suchte. Der Schlag traf den Feind so hart, daß mehrere Tage lang der Geleit zugverkehr nach dem Südatlantik unter brochen und nur kleinere Dampfer auf UBoot=Jagd in die Gewässer entsandt wurden. Aufgaben der Heimat Der jetzige Krieg ist ein totaler Krieg, d. h., er berührt nicht nur jeden einzelnen, sondern er fordert auch von jedem einzelnen Aufgaben mannigfachster Art. Die Heimat erfüllt nicht ihre Aufgaben allein dadurch, daß die Bergleute, die Rüstungsarbeiter. die Bauern durch verstärkten Arbeitseinsatz für Brot und Waffen einstehen, es genügt auch nicht, daß wir zum Kriegs=WHW oder zur Straßensammlung unsere Spende beitragen— wir sind der Volksgemeinschaft der Front, wir sind den Kriegserfordernissen schlechthin verpflichtet. Es darf nicht der eine kämpfen, der zweite arbeiten und der dritte die Hände in den Schoß legen und warten, was sich aus dem Einsatz der anderen für ihn an Erfolgen entwickelt. Die Heimat hat die Pflicht, durch ihre Arbeit der Front alles das zu geben, was sie zum Kämpfen und Siegen nötig hat. Und sie versteht zu kämpfen und zu siegen, das besagen uns nicht nur die täglichen Wehrmachtberichte, das sagen uns auch unsere Gegner durch ihre wachsenden Sorgen und Nöte, durch ihren Streit um die zweite Front, mit ihren Feststellungen, daß ihre Handelstonnage immer knapper wird. Steht aber auch in der Heimat jeder Mann. jede Frau auf dem Platz, den sie ausfüllen sollen? Wir denken da nicht allein an den Arbeitsplatz auf Grund eines Arbeitsvertrages. Es gibt noch viele andere Plätze, wo wir unsere Kriegsaufgabe erfüllen können und müssen. Täglich werden wir ermahnt, mit Heizung, Elektrizität und Gas sparsam umzugehen. Handeln wir alle sinngemäß danach? Ist es nicht ein Verkennen der Heimatpflichten, wenn zwei Frauen angesichts der Sparmaßnahmen in den Kinos sich dahin äußern:„Von uns kann keiner verlangen daß wir in ungenügend geheizten Wohnungen sitzen, dann muß eben der elektrische Ofen nachhelfen.“ Und wie ist es mit den Reiseeinschränkungen? Tut da wirklich jeder seine Pflicht im Interesse des deutschen Sieges? Oder auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung und=verteilung? Ein Berliner Amtsgericht verhängte gegen zwei Ladeninhaber hohe Geldstrafen, weil sie ihre bezugsbeschränkten Waren gegenseitig im Tausch der Allgemeinheit entzogen. Das sind nur einige Fälle, wie sie sich leider angesichts der unvorstellbaren Leistungen unserer Soldaten im Kampf und Tod in der Heimat täglich noch zutragen. Nicht jede Pflichtvergessenheit findet ihre gerechte Sühne, sie ist gleichwohl verdammenswert und bleibt eine Schädigung der Volksgemeinschaft, für die unsere Soldaten ihr Leben einsetzen. Außerhalb der Völkergemeinschaft Als zu Beginn des Feldzuges gegen den Bolschewismus Moskau eine Stellungnahme zur Frage der Achtung des Roten Kreuzes und damit der Genfer Konvention ausdrücklich ablehnte, war sich die gesamte gesittete Welt darüber klar, daß man von den Bolschewisten als den Feinden von Menschenrecht und Menschenwürde nichts anderes erwarten konnte. Die Bolschewisten unter der Führung und dem Einfluß der Juden stellten sich und stehen außerhalb menschlicher Kultur und menschlicher Gesittung. Aus der systematisch durchgeführten Beschießung eines deutschen Sanitätsflugzeuges durch britische Luft= und Seestreitkräfte über dem Mittelmeer hat das deutsche Oberkommando die Folgerung gezogen,„daß die britische Regierung wohl auch keinen Wert mehr darauf legt. die Genfer Konvention aufrecht zuerhalten". Diese Folgerung kommt einer Feststellung gleich, wozu nicht der eine wenn auch besonders krasse Fall, den Anlaß gab. England ist auf dem Gebiet von Völkerrechtsverletzungen kein Anfänger, es hat sie schon während des ersten Weltkrieges zielbewußt betrieben. Das„Baralona"=Verbrechen des britischen Kapitäns Mac Bride der unter der Flagge der USA ein deutsches U=Boot versenken und die wassertreibende Besatzung ermorden ließ, war nur der Auftakt anderer ähnlicher Verbrechen. Sie waren Verbrechen gegen die Genfer Konvention. Dieser selbe Mordkapitän erhielt damals nachträglich einen hohen britischen„Tapferkeitsorden“ und wurde gleich zu Beginn dieses Krieges mit Sonderauftrag in das britische Marineamt berufen. Im„Kossak"=Fall feierte der Baralona=Geist Englands seine Auferstehung. nachdem Churchill schon mit der Torpedierung des britischen Fahrgastschiffes„Athenia“ gleich am ersten Tage des Kriegsbeginns zu erkennen gab, mit welchen Methoden er den Krieg zu führen und— zu gewinnen gedachte. Es blieb nicht bei dem einen oder anderen Fall. Er und seine Kreaturen zu Lande, in der Luft und zur See schoben die Genfer Konvention bewußt beiseite, wenn sie hofften, dem Feinde Schaden zufügen zu können. Die Gen 70 Millionen Mark werden monatlich eisern gespart Ab 1. Jannar weitere Erleichterungen NDR. Berlin, 22. Okt. In einem Aufsatz zur deutschen Sparwoche teilt Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium in der„Sparkassenzeitung“ mit, daß, ber. Zu; wachs an Spareinlagen in der ersten Hau######, gegenwärtigen Kalenderjahres rund zehn Mitliarden Reichsmark betragen hat. Insgesamt haben die Spareinlagen die Höhe von etwa 65 Milliarden Reichsmark erreicht. Der Staatssekretär gibt ferner bekannt, daß bereits 3.5 Millionen Lohn= und Gehaltsempfänger eisern sparen. und zwar monatlich den Betrag von rund 70 Millionen Reichsmark. Damit auch die kleinsten Einkommenempfänger eisern sparen können, wird ab 1. Januar der Mindest= betrag der eisern gespart werden kann, auf 20 Rpf arbeitstäglich, eine Reichsmark wöchentlich oder fünf Reichsmark monatlich festgesetzt werden. Vom gleichen Zeitpunkt ab wird der Höchstbetrag. der eisern gespart werden kann, einheitlich 150 Reichsmark arbeitstäglich, neun Reichsmark wöchentlich oder 39 Reichsmark monatlich sein. Der Staatssekretär verbindet mit diesen Mitteilungen eine Betrachtung über die Bedeutung der Sparleistung des deutschen Volkes und die Notwendigkeit des Sparens. Jede Einschränkung des persönlichen Bedarfs komme unseren Frontsoldaten zugute. Auf der Sparkasse erhöhe sich außerdem der Wert der nichtverbrauchten Einkommensteile nicht nur durch die Zinsen. sondern auch dadurch, daß manche Ware nach dem Kriege billiger und auch besser sein werde wie gegenwärtig. Der Svarer denke an Wäsche und Kleidung, die nach dem Kriege angeschafft werden sollen, an die Einrichtung oder Ergänzung der Wohnung oder eines Eigenheimes, an den Aufbau oder Ausbau eines Betriebes, an die Aussteuer und vieles andere. Andere sparten, um die Mittel für Aus= und Fortbildung. für Reisen für Fälle der Not oder einen erleichterten Lebensabend zu schaffen. Jeder Hauseigentümer, jeder Handwerker, jeder Gewerbetreibende und jeder Landwirt sei sich bewußt, daß er Instandsetzungen und Ergänzungen nach dem Kriege nur nachholen könne, wenn er über entsprechende Guthaben verfüge. Es sei ausgeschlossen, daß das Reich nach dem Kriege Zuschüsse für solche Nachholungen gewähren werde. Es werden oft vorgeschlagen. ein besonderes Zwecksparen einzuführen und dem Sparer eine Vorzuastellung beim späteren Einkauf bestimmter Gegenstände einzuräumen. Solches Sparen würde ein sehr kompliziertes Verfahren sein den Sparer von vornherein binden und außerdem ein Vorgriff in die spätere Lenkung und Verteilung der Güter sein der aus erzeugungspolitischen Gründen und aus Gründen der Gerechtigkeit nicht vertretbar wäre. Das Sparen muß einfach sein, so erklärt der Staatssekretär. Es ist am einfachsten. wenn der Sparer sich ein Sparkonto errichten läßt. und für den Lohn= und Gehaltsempfänger noch einfacher, wenn er eisern spart. Wer spart. trägt dazu bei die Schlaakraft unserer Frontsoldaten zu stärken. Wir wollen miteinander wetteifern, auf unseren Arbeitsplätzen das Größtmögliche zu leisten. unseren persönlichen Bedarf auf das Unaufschiebbare zu beschränken und den größtmöglichen Teil unseres Einkommens zu sparen. fer Konvention entstand aus dem Bestreben. die Kriegführung freizumachen von den mittelalterlichen Kriegsmethoden, die dem siegreichen Gegner das Recht einräumten, sich an der Zivilbevölkerung durch Raub und Mord schadlos zu halten. Dieser Rachegeist paßte nicht mehr in die neue Zeit mit ihren bumanitären Bestrebungen. Der Krieg sollte binfort ein ritterlicher Kampf der feindlichen Heere sein Soldat gegen Soldat. Der verwundete, kamofunfähige Soldat aber sollte unter dem Schutze des Roten Kreuzes. des Zeichens der Menschlichkeit und der Menschenliebe, stehen. In Enaland aber wurde, wie während des Weltkrieges. auch diesmal ein Haßfeldzug gegen Deutschland eröffnet, der unter der Parole stand und steht:„Vernichtung des deutschen Volkes". Daraus erklären sich ebenso die Terrorangriffe gegen die Zivilbevölkerung der britischen Luftwaffe wie die Angriffe gegen Lazarette, Schulen. Kirchen, Lazarettschiffe. Sanitäts= und Seenotflugzeuge wie auch der systematisch geführte Bombenangriff gegen einen deutschen Hauptverbandplatz in Nordafrika. England stellt sich damit außerhalb der Genfer Konvention und kamit außerhalb der Kulturnationen. Seltsame Hundezähne, Kanonenrohre und Menschenschädel. Mühlsteine und Porzellandasen als „antnoten“ den jetzt von den Japanern besetzten Gebieten der Südsee gibt es teilweise heute noch die seltsamsten Zahlungsmittel. Als Vorläufer des modernen Geldverkehrs ist bekanntlich der Tauschhandel anzusehen, der heute noch von vielen Naturvölkern betrieben wird. Man gab Feldfrüchte gegen Kleidungsstücke, Hausrat gegen Schmuckgegenstände oder Waffen gegen Vieh Aus dem reinen Tauschhandel entwickelten sich dann die primitiven Geldsorten der Naturvölker. unter denen die Kaurischnecke an erster Stelle steht. Sie wird an Schnüren aufgereibt, von den Wohlhabenden getragen. In Melanesien besonders auf den SantaCrnz=Inseln. und in Polynesien hatte früher das Federgeld hohen Wert Bei den Dajaks auf Borneo aber waren alte. bronzene Kanonenrohre und Menschenschädel als„Zahlungsmittel“ sehr geschätzt. Und in gewissen Teilen Indonesiens spielten gar alte chinesische Vorzellanvasen die Rolle von Hundertmarkscheinen. Auf der zur Karolinen=Gruppe gehörenden Insel Jap hingegen beglich man seine„Rechnungen“ mit in der Mitte durchlöcherten, riesigen— Mühlsteinen. Diese Ungetüme wurden auf den 500 Kilometer entfernten Palauinseln mühsam aus den Felsen herausgebrochen und Siepoe und Eborns micht ermnigene „Manchester Guardian“ gesteht die Mißerfolge der Briten ein DRB. Stockholm, 22. Okt.„Die Berichte über die Schwierigkeiten, auf die wir bei unseren Angriffen auf Dieppe und Tobruk stieken, werden den Mann auf der Straße uscht ermutigen, den verbündeten Regierungen bestimmte feststehende Zeitpunkte für militärische Operationen aufzudrangen“, heißt es in ernem Leitartikel des„Manchester Guardian“, der sich mit der erneuten Aaitationswelle für die Zweite Front beschäftigt, die von der Sowietbotschaft in London und den mit ihr zusammenarbeitenden Organisationen ausgeht.„Manchester Guardian“ gibt damit den Mißerfola des ersten Angriffs auf den europäischen Kontinent, zwar versvätet, aber unumwunden zu. Das Blatt erklärt weiter:„Angesichts dieser Tatsachen ist schwer ersichtlich, was gewonnen werden könnte, wenn man Churchill weiterhin drängen würde, etwas über die Aussichten der Errichtung einer Zweiten Front zu sagen oder das bekannte Stalin=Interview in der Oeffentlichkeit zu erörtern. Wir alle wissen, daß eine Zweite Frout von höchster Bedeutung ist. daß unsere eigenen Anstrengungen im Vergleich zu dem gigantischen Kampf der Sowjetunion wenig wirksam gewesen sind und daß wir unsere Verpflichtungen gemäß der Erklärung Stalins voll und rechtzeitig erfüllen müssen. Trotzdem muß scharf unterschieden werden zwischen dem Wunsch. sofort zur Entlastung zuzuschlagen, und der Rotwendigkeit, dies erst dann zu tun, wenn wir Aussicht auf Erfolg haben.“ Smuts spendet Politische und militärische Kurzsichtigkeit DNB Berlin, 22. Okt. Um den politischen Abenteurer Smuts. der bekanntlich im Burenkrieg gegen die Engländer stand, dann blitzschnell zu ihnen hinüberwechselte und seitdem ein willfähriges Werkzeug der Engländer ist, wurde in den letzten Tagen in London wo er gegenwärtig zu Besuch weilt, von der englischen Presse großes Theater gemacht. Mit allen Registern wurde der englischen Oeffentlichkeit eine„große" Rede Smuts' vor dem englischen Parlament angekündigt. Smuts, der sich bei dieser Gelegenheit von Lloyd George und Churchill feiern ließ, hat nun, wie Reuter berichtet, gesprochen, aber, obwohl„die Berge kreißen“, kam nur ein Mäuslein zur B ü Smuts, der nach seinem Vorreoner Lioyd George den Engländern„Trost, einige Hoffnungen und einiges Vertrauen in den augenblicklichen Schwierigkeiten“ sowie nach seinem anderen Vorredner Churchill„durch seine Anwesenheit in einem Augenblick, in dem der Krieg schwer auf England laste, eine gewaltige Stärkung“ bringen sollte, muß nicht nur seine Ober= und Unterhäusler enttäuscht haben, sondern auch ganz Großbritannien und seine Alliierten“. Er behielt nämlich seine Weisheit. wie man den katastrophalen Schiffsverlusten Luftschlacht über Aegypten Einhalt gebieten könne, für sich. Dafür erging er sich in den schon aus Charchill=Reden bekannten„ollen Kamellen" um so ausführlicher. Für die Sowjets hatte er wenigstens ein „Trost"=Wörtlein, indem er zur Hilfeaktion für die Bolschewisten lediglich ausführte:„Jede Hilfe, die die Alliierten der UdSSR zuteil werden lassen können, müßte in vollstem waße und mit größter Beschleunigung gewährt werden. Die Sowjetunion trägt mehr als ihren Anteil an der gemeinsamen Last". Stalins Herz wird sicherlich vor Freude über diese trostreichen Worte, denen wieder einmal nicht die Taten folgen werden da sie dank der U=Boot= und Luftwaffen der Dreipaktmächte nicht folgen können gehürft haben Auch des anderen„mächtigen“ Verbündeten Churchills gedachte Smuts. Er pries die Atlantik=Charta. an der der verhinderte Weltpräsident Roosevelt jederführend ist, als einen „großen Schritt vorwärts". Daß er in diesem Zusammenhang die Genfer Liga sonnsagen aus der Mottenkiste zog, sei nur nebenbei gesagt. Erwähnt man noch daß Feldmarschall Smuts immer noch den„General Zeit" zu den Verbündeten der„Alliierten“ zählt und damit seine Kurzsichtigkeit sowohl in militärischer als auch in politischer Bezir: hung nur noch mehr unterstreicht, so ist alles „Wichtige" aus Smuts'„großer" Rede vor der „Mutter der Varlamente und dem Senat der Könige“, wie er in alttestamentlichem Zungenschlag das englische Ober= und Unterhaus nannte, erschöpft. Worte statt Kanonen Eine Roosevelt=Botschaft an die Bolschewisten DRB. Stockholm. 22. Okt. In einer über den Moskauer Rundfunk am Mittwochabend übertragenen Botschaft an das sowiet;; sche Volk erklärte Präsident Roosevelt aufmunternd. der Widerstand der Sowiets habe den USA Zeit gelassen. Waffen zu schmieden, so daß man zur gegebenen Keit sich dem „Triumph“ anschließen könne.„Wir. das amerikanische Volk“. so schließt der Aufruf bezeichnenderweise,„sind stolz, eure Verbündeten zu sein.“ Diese Botschaft ist vom amerikanischen Volk und wurde vom Hilfsausschuß für die Sowjetunion unter dem Vorsitz Harrimans entworfen. Der Ausschuß brabsichtigt, vor Jahresende eine Million Unterschriften darunter zu sammeln. Die ersten Unterzeichner waren Präsident Roosevelt und Mrs. Roosevelt. Harry Hopkins und viele andere. Mr. Roosevelt bleibt sich auch hier wieder treu. Wie viel leichter ist es für ihn, geschwollene Worte für einen verzweifelt auf Unterstützung wartenden„Verbündeten“ hinauszuposaunen, als die dringend benötigten Kanonen und Tanks zu senden. Fraat sich nur. ob die immer unzufriedener werdenden Sowiets auf diese hochtönende Botschaft genau so reagieren wie ihre„Alliierten“. Indiens Aufstandereiregung wachft Immer neue Anruhen- Bevölkerung aus Flugzeugen beschossen DRB. Bangkok, 22. Okt. Aus Britisch=Indien wird gemeldet, daß die Aufstandsbeweguna gegen die Engländer sich weiterhin verstärkt. Das britische Militär reicht bei weitem nicht dazu aus, das ganze Land zu überwachen. und wo die Truppen sich zurückziehen, erwacht die Aufstandsbewegung von neuem. Polizeistationen, Postämter und andere Regierungsgebäude werden weiterbin in Brand gesteckt und die Beamten aufgefordert. ihre Posten niederzulegen. Da Indien nahezu waffenlos ist. tritt die Bevölkerung mit Speeren, Dolchen. Knütteln, Bogen und Pfeilen und anderen mittelalterlichen Waffen ihren Unterdrückern entgegen. Die natürliche Findigkeit der Inder hat bereits zur Selbstherstellung von Waffen geführt. Auffallend ist die Zunahme der Bombenexplosionen in verschiedenen Provinzen. Die britische Zensur bemüht sich vergeblich, alle Nachrichten über diese Vorfälle m umebeiche tu u tich In ihrem fruchtlosen Bemuhen, die invische Aufruhrbewegung niederzuzwingen, greifen die Briten zu den teuflischsten Mitteln. Wie aus den Distrikten Nadia, Baaalvur und Monghyr berichtet wird, haben dort Piloten der englischen Luftstreitkräfte die indische Bevölkerung aus Flugzeugen mit Maschinengewehren beschossen. Im Vatnabezirk wollten Inder einen Eisenbahnzug an der Weiterfahrt bindern und setzten sich zu diesem Zweck auf die Schienen. Auch gegen diese friedlichen Dem:nstranten haben die englischen Piloten ihr Maschinengewehrfeuer gerichtet. Mit diesen Angriffen erreichen die Enaländer rrotz dem nicht den beabsichtigten Zweck. Aller Terror trägt nur dazu bei, die Aufruhrbewegung gegen die britische Herrschaft zu verstärken. Aus Muzafferpora in Indien wird gemeldet, daß dort sechs gefangene Inder bei einem angeblichen Fluchtversuch von Engländern erschossen wurden. Frau Kasturbhai. die Gattin Mahatma Gandhis, die sich zusammen mit ihrem Mann in Haft befindet, ist erkrankt. Malta weiter unter### DNB Rom, 2. Okt. Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: In der siegreichen Luftschlacht des ber an der ägyptischen Front, an etwa 200 feindliche Flugzeuge und ebensoviele Achsenflugzeuge teilnahmen, wurden 44 feindliche Flugzeuge von italienischen Jägern und elf von deutschen Jägern abgeschossen. Elf Flugzeuge der Achsenmächte gingen verloren. In anderen feindlichen Aktionen verloren wir zwei Flugzeuge, während I5 weitere mehr oder weniger schwer beschädigt wurden. Gestern unternahm die deutsche und italienische Luftwaffe wiederum wirksame Angriffe auf feindliche Luftstreitkräfte, die unsere Stellungen angreifen wollten. Es kam zu heftigen Kämpfen mit starken Jagdverbänden. Acht britische Flugzeuge wurden zerstört, vier weitere stürzten, von der Flak getroffen, ab. Eines unserer Flugzeuge kehrte nicht zurück. In den Nächten des 20. und 21. Oktober griffen italienische Bomber mit sichtbarer Wirkung die militärischen Ziele von Gibraltar an. Tag= und Nachtangriffe unserer Verbände auf die Jusel Malta wurden fortgesetzt. Ritterkrenztrüger Stumpf vom Feinöflug nicht zurückgekehrt DRB. Berlin. 22. Okt. Der Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Werner Stumvk. Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, mit 47 Luftsiegen einer der erfolgreichsten Jagdflieger im nordafrikanischen Luftraum, ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt. Oberfeldwebel Stumpf war ein kühner. von frischem Angriffsdrang bewährter Jagdflieger, der seine Siege an der Westfront, im Kampf gegen die Sowietunion und schließlich in Afrika errang. Nach 40 Luftsiegen verlieh ihm der Führer am 13. August 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Straßensammlung nur am Samstag und Sonntag DRB Berlin, 22 Okt. Die zweite Reichsstraßensammlung des Kriegs=WHW 1942/43 wird am 24. und 25. Oktober von schen Arbeitsfront durchgeführt Es wird besonders darauf hingewiesen, daß nur am Samstag und Sonntag gesammelt werden der. Gebt alte Kupfer= und Nickelmünzen dem Kriegs.WHW. DNB Berlin, 22. Okt. Viele unter uns haben es seinerzeit übersehen, die außer Kurs gesetzten Kupfer= und Nickelmünzen vor Ablauf der Einlösungsfrist auszugeben oder gegen kursfähiges Geld umzutauschen. In allen möglichen Behältern. Schubladen und sogar in Geldbörsen sind immer noch derartige Münzen zu finden. Der einzelne kann damit nichts anfangen. in der Masse gewinnen diese Münzen aber an Bedeutung und können nützlicheren Zwecken zugeführt werden. Das Kriegswinterhilfswerk 1942/43 gibt Gelegenheit uns dieser außer Kurs gesetzten Münzen auf bequeme Art zu entledigen indem wir sie bei der Reichsstraßensammlung am kommenden Samstag und Sonntag neben unserer üblichen Spende in die Sammelbüchsen der ehrenamtlichen Helfer stecken. Wir geben damit diesen für uns wertlosen Münzen eine neue Bestimmung und stellen sie in den Dienst jener Kraft, die uns den Endsieg sichert. dann zu Schiff in wochenlager Fahrt an ihren Bestimmungsort gebracht. Aus den hiermit verbundenen Schwierigkeiten und Unkosten erklärt sich wohl auch der hohe Wert dieser„Geldsorte". Reiche Eingeborene. die ihr„Vermögen“ nicht aus den Augen lassen wollten. pflegten— ein groteskes Bild— die Mühlsteine ständig neben sich herzurollen oder doch wenigstens vor ihren Häusern aufzustellen. Hunderckzähne dienten auf Neuguinea zum Frauenkauf. Wer dort die meisten kläfsenden Vierbeiner besaß. konnte sich die schönsten Frauen leisten. Doch auch in anderen Erdteilen als in der Südsee gab es früher die seltsamsten Zahlungsmittel, über die wir heute nur voll Verwunderung den Kopf schüttetn können. So benutzten die Kabrocki in Kalifornien aneinandergereihte Spechtköpfe als„Bargeld“. Im Nordwesten der Vereinigten Staaten aber galten einst die Zähne der Karibus, des amerikanischen Renntiers. als Zahlungsmittel. Das Geldmuseum der Chase National Bank in Newyork besitzt neben anderen kostbaren Schaustücken. darunter echten „Hackmessermünzen" der alten Azteken, auch eine Kette von 145 Karibuzähnen, die einmal das ganze Vermögen eines Indianermillionärs darstellte. Ebenso merkwürdig ist das Eisengeld aus dem Kongogebiet, das in seiner unhandlichen Form an den— Pariser Eiffelturm erinnert. Wie ein mittelgroßer Gona sieht dagegen die „Trumbash“ genannte riesige Kupfermünze aus. die gleichfalls in Belaiens afrikanischer Kolonie noch als allgemein gebräuchliches Zahlungsmittel gilt. Es wäre verfehlt, alle diese absonderlichen „Geldsorten“ mit einem geringschätzigen Lächeln abzutun. Die primitiven Naturvölker benützten eben alles was ihnen begehrenswert. kostbar und selten erschien, als Zahlungsmittel. Sie taten damit nichts anderes als wir hochzivilisierten Europäer die bekanntlich das tote Gold als höchsten Geldwert einschätzten. In Wirklichkeit ist dieses Edelmetall nur so lange von Nutzen. als die Menschheit an seine Erlesenheit und Kostbarkeit glaubt. In der Gegenwart haben bereits viele Länder schon die völkische Arbeitskraft an die Stelle des in anderen Staaten sinn= und zwecklos gehorteten Goldes gesetzt. In der Slowakei gibt es praktisch keine Arbeitslosen mehr. Das Problem der Arbeitslosigkeit ist in den wenigen Jahren der Selbständigkeit des slowakischen Staates restlos gelöst worden. Während im Jahre 1937 die Zahl der Arbeitslosen auf dem gegenwärtigen Gebiet der Slowakei 100000 weit überstiegen hatte und noch im April 1938 95000 Arbeitslose amtlich gemeldet waren, sank diese Ziffer kurz nach r# Errichtung des, slowakischen Staates im Jahre 1939 auf 57 460 und ist seitver stetig im weiteren Rückgang begriffen. Neues Soldatenheim in Norwegen eröffnet DRB Oslo, 22. Okt. In Harstad wurde ein Soldatenheim der deutschen Wehrmacht feierlich seiner Bestimmung üvergeven. Eine Reihe wohnlicher Räume, Spielzimmer. Lesesäle und Gemeinschaftsräume werden dem deutschen Soldaten im hohen Norden ein Stück Heimat vermitteln. Adolf=Hitler=Brücke über den Dajestr eingeweiht DNB Bukarest, 22. Okt. Eine Adolf=Hitler= Brücke über den Duiestr wurde in der Nähe der bessarabischen Hauptstadt Kischinew feierlich eingeweiht. Die Brücke dient der Verbindung zwischen dem von den rumänischen Truppen an der Seite der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Feldzuges im Osten zurückeroberten Bessarabien und dem neuen rumänischen Verwaltungsgebiet zwischen Duiestr und Bug. Sie soll nach dem Wunsche Marschall Antonescus zur Erinnerung an die deursch=rumänische Waffenbrüderschaft dieses Krieges den Namen des Führers tragen. Die britische Armee setzt ihre Aktionen gegen die freiheitliebenden Hurs in der Sindh=Provinz fort. In den letzten Tagen wurden wiederum 300 Hurs gefangen genommen und zu Geldstrafen verurteilt. Zu den Kämpfen bei Tuapse Weltbild=Gliese. Kampfraum westlicher Kaukasus. Sturmvogel deutscher Einheit und Freiheit Das Liedgut der Deutschen als kostbarstes Zeugnis unseres Deukeus und Fühleno— Zur 2. Reichostraßensammlung des Kriegs=Winterhilsowerko 1942/43— Von Eitel Kaper Goethe:„Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an!“ 23. 10. 1803 Komponist Albert Lortzing in Berlin geb. 1805 Dichter Adalbert Stifter geb. Schwerte, 23. Oktober 1942. Tageschronik Goldene Hochzekt. Die Eheleute Josef Scholle in Schwerte, Hermannstr. 2a, feierten, wie wir schon am Mittwoch berichten konnten, ihre goldene Hochzeit. Aus diesem Anlaß hat ihnen der Führer eine Glückwunschurkunde übersandt. Ferner überreichte der Bürgermeister ein Ehrengeschenk der Staatsregierung und brachte die Glückwünsche des Landrats und der Stadt zum Ausdruck. + Im Schmuck der silbernen Myrte. Heute feiern die Eheleute Metzgermeister Karl zur Rieden und Frau Tilla geb. Kohlmann, Mährstraße 10, in geistiger und körperlicher Gesundheit und Frisch die 25jährige Wiederkehr ihrer grünen Hochzeit. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem allseitig geachteten und beliebten Jubelpaar von Verwandten, Bekannten und aus Berufskreisen zugehen, auch viele Frontkämpfer werden der gebefreudigen Tante Tilla und Onkel Karl gedenken, schließen auch wir uns an und wünschen dem Silberpaar, daß es ihm vergönnt sei, nach weiteren 25 Jahren das Fest der goldenen Myrte in Gesundheit und Wohlergehen feiern zu können. 40jähriges Dienstjubiläum. Die Haushälterin Marta Schlickmann beging gestern ein seltenes Jubiläum. Sie war an diesem Tage 40 Jahre als Housgehilfin bzw. Haushälterin in der Familie Ostermann=Mester, hierselbst, Kampstraße 33, tätig. In seltener Treue und Einsatzbereitschaft hat sie hier ihren Dienst erfüllt. - Laßt uns Treue halten! Auf einer Gauarbeitstagung der NSDAP in München gab Gauleiter Giesler an die Parteigenossenschaft folgenden Gaubefehl:„Laßt uns Treue halten, laßt uns Kameradschaft pflegen, laßt uns den teuren feldgrauen Männern nachstreben! Laßt das Leben der Front wirksam werden in unserer Heimat. Einen höheren Befehl kann ich euch nicht geben, denn Größeres gibt es nicht als die Treue der feldgrauen Männer an den Fronten. Diese Treue ist es, die uns zu den höchsten Opfern befähigt.“ Der Wasserstand der Nuhr ist gestiegen. In den letzten Tagen ist die Ruhr gestiegen, doch ist diese Hebung des Wasserspiegels mit keiner Überschwemmungsgefahr verbunden. Rasch und ohne Stauung fließen die Wasser den Fluß hinab und es dürfte wohl keinerlesi Überflutung der in unserem Stadtgebiet oft seichten Uferränder erfolgen. Diese Steigung des Wasserstandes ist eine Herbsterscheinung, mit der die Anlieger jedes Jahr rechnen müssen. Achtung, Rentenbezieher! Die Renten aus der militärischen Versorgung und Angestelltenversicherung werden am Donnerstag, dem 29. Oktober, die der Invaliden=, Witwen=, Waisen-, Alters= und Unfallversicherung werden für den Monat November schon am 31. Oktober von morgens 8 Uhr an im hiesigen Postamt zur Auszahlung gelangen. :: Entendiebstahl. In der Nacht zum 21. Oktober wurde das Stallgebäude im Hause Klusenweg 54 nachgeschlossen. Unbekannte Täter entwendeten vier Enten, und zwar zwei weiße und zwei bunte. Eine Ente wurde mit angeschnittenem Halse in der Nähe des Grundstücks vorgefunden. Vor Ankauf der Enten warnt die hiesige Kriminalpolizei, die auch sachdienliche Mitteilungen en#nimmt. Die zweite Ne##straßensammlung füt das Kriegs=Winterhilfswerk bringt uns eine wundervolle Zusammenstellung von Volksliedern. Es werden als Abzeichen sechs Heftchen verkauft, die Volkslieder, Lieder der Bewegung, Soldatenlieder, Feierlieder, Liebeslieder und Kinderlieder enthalten; also Lieder aus verschiedenen Landschaften und Zungen, Lieder zum Tagesablauf und zum Feierabend. Diese schönen Abzeichen werden unser besonderes Interesse finden. Es wird niemand da sein, der sie nicht alle sechs besitzt. *-„Die Entlassung" jugendwert. Der BismarckFilm„Die Entlassung“ hat als vierter Film der Nation auch das Prädikat„jugendwert“ verliehen bekommen. Der Film gelangt demnach zum sofortigen Einsatz in den Jugendfilmstunden der Hitler=Jugend für Jugendliche ab 14 Jahre. Freiwillige Weiterarbeit ausländischer Arbeiter in Deutschland. Im vergangenen Monat sind in größerer Zahl Arbeitsverträge ausländischer Arbeiter in Deutschland abgelaufen. Der weitaus größte Teil dieser Kräfte hat von sich aus die Verträge verlängert, um in Deutschland weiter arbeiten zu können. Besser als alles andere zeigt diese Tatsache, daß sich die ausländischen Arbeiter bei den ihnen gebotenen günstigen Arbeitsbedingungen in Deutschland wohlfühlen. Sie ist aber auch zugleich ein eindeutiger Beweis für das wachsende Verantwortungsbewußtsein der ausländischen Arbeitskräfte gegenüber dem Schicksalskampf Europas. - Die Schulen sammeln Rinderschwetshaare. In den Weidegegenden ist es üblich, den von der Weide wieder eingetriebenen Tiere die Schwanzquasten zu stutzen und oft auch diese durch Ausschneiden zu verdünnen. Das geschieht, indem die Locken ganz kurz an der Schweifrübe abgeschnitten werden und nur die oberen Haare stehen bleiben. Diese geschlossenen Locken sind durch den Zusammenhalt der Haare und durch ihre Länge für die verarbeitende Industrie besonders wertroll. Heute werden diese Tierhaare in umfangreichem Maße für Pinsel und Bürsten, nicht zuletzt für unsere Wehrmacht, dringend gebraucht. Da die Tiere aurch das Herausschneiden der Haarlocken weder im Ansehen, weil ja die Schnittstelle von überhängenden Haoren verdeckt wird, noch in der Abwehrmöglichkeit gegen Ungeziefer beeinträchtigt werden, müßte zur Sicherung des kriegswichtigen Bedarfs diese Verdünnung der Schwanzquaste möglichst bei sämtlichen Rindern im Reich sofort durchgeführt werden. Zur Sicherung der Erfassung hat der Reichskommissar für Altmaverialverwertung im Einverständnis mit dem Reichsdauernführer und dem Reichsminister für WisEinem machtvollen Strom vergleichbar, der auf seinem ganzen Lauf immer wieder aus reinen Gebirgsbächen gespeist wird und der in sich die ganze Fülle der deutschen Landschaft spiegelt, so geleitet das deutsche Lied seit der Frühzeit den Gang unserer Geschicke: Tröster in schweren und ernsten Stunden, Kamerad jedem einzelnen in den Zeiten der Ernte und der Freude, Ansporner und Mahner und dann, wenn das Leben einmal allzu behäbig oder nüchtern zu werden droht. Seit den fröhlichen und zarten, den streitfrohen und den besinnlichen Gesängen des Vogelweiders, seit dem Ribelungenlied, dem Hildebrand=, Waltari= und Gudrunlied, seit dem Aufklingen der Skaldengesänge und Sagas gibt es im germanischen und deutschen Geschehen kein Zeitalter, das nicht auf das überkommene Liedgut zurückgreift und— oft genug aus dem Namenlosen— Neues hinzuschafft. Kein Dichter von Rang, der nicht das Seine zum deutschen Lied beiträgt, kein Forscher der alten deutschen Zeiten, der nicht immer wieder auf glänzende Schätze reiner Volksliedschöpfung stößt. Nicht mit Unrecht hat ein großer Historiker festgestellt, das deutsche Volk habe sich recht seine Freiheit und Einheit„ersungen". Gewiß wird nichts ohne den rechten Mann und die befreiende Tat erreicht, aber das Lied als Ausdruck des Volksempfindens, der ewigen Sehnsucht aller Deutschen haben die Besten begleitet und aufgerufen, Gut und Leben für das Höchste zu wagen. Im Lied blieben die Glanzzeiten unserer Geschichte auch dann noch lebendig, wenn ringsum alles wie ein Hohn auf die Größe deutscher Könige und Helden, Sänger und Denker wirkte. Und wenn sich irgendwo eine kleine Vorhut zusammenfand unter einer neuen verheißungsvollen Flagge, dann klang alsbald auch das alte Lied wieder auf. Singend zogen die deutschen Blutzeugen in den Tod, ob es nun gegen die Fremdherrschaft des Korsen, gegen die Armeen einer großen Koalition, zur Feldherrnhalle oder durch den Berliner Wedding ging. Die anderen, die das Deutschtum aus Grundsatz haßten, wußten wohl um diese Allgewalt des deutschen Liedes, in dem alle Empfindungen eines besonders reich begnadeten Riesenvolkes weit über willkürlich gesetzte Grenzpfähle Leben gewannen. Gegen das deutsche Lied haben die Verordnungen eines Dollfuß ebenso gewütet wie einst die„Ordonnanzen“ der Franzosen, der kleinliche Haß der Engländer und die abgrundtiefe Gemeinheit der Juden, von Heinrich Heine bis zu den Trabanten eines Franklin Roosevelt. Man mag sich einmal daran erinnern, wieviel Jahre und Monate Kerker allein in den Versailler Theaterstaaten der„Tschechoslowakei" und in Polen für das Singen der deutschen Hymnen ebenso wie für den Gesang ganz schlichter deutscher Volkslieder verhängt worden sind. Hier spürten die ewig mißtrauischen und ewig unsicheren Kleingeister einer versinkenden Welt eine unfaßliche Gewalt, der sie mit ihren Schneiderellen zu Leibe rücken wollten. Beim Juden war jeder Gesang ohnehin undenkbar, und auch bei seinen Vasallen verkümmerte das künstliche Machwerk gehässiger Schlager von Jahr zu Jahr mehr. Um so unheimlicher war ihnen die durch nichts zu brechende Allgewalt des deutschen Liedes, das aus der Tiefe kommt, das fast wie durch ein Wunder plötzlich„da ist" und nun, auch in der schlichtesten Form, zum Herzen aller spricht. Es ist vom kleinen Heimatlied, von der selbstversunkenen Zwiesprache einer deutschen Seele bis zum machtvollen Gesang der Nation ein unendlich breites Feld. Was die deutsche Landschaft dem einzelnen zu sagen hat,— das Lied spricht es aus. Das Lied bewahrt ebenso den köstlichen Schmelz reiner und unsenschaft, Erziehung und Volksbildung die Einschaltung der Schulen auf dem Lande für die Durchführung dieser Sammelaktion angeordnet. Jedes Schulkind soll aus dem Stall der eigenen Eltern oder der Nachbarn, bei denen keine Schulkinder sind, die ausgeschnittenen bzw. gekürzten Schweiflocken sowie die ausgekämmten Haare in die Schule mitnehmen. Diese liefern die gesammelten Mengen den Ortsbauernführern ab, von wo sie dem zuständigen Fachhandel zugeleitet werden. Die Vergütung des Pflichthändlers wird über die Landesbauernschaft wieder den Schulen zugeleitet. Die Sammlung beginnt am Sonnabend, 17. Oktober 1942, und läuft bis Montag, 26. Oktober. Durch diese Sammelaktion wird die deutsche Schuljugend wieder einmal im Rahmen der Schulaltstoffsammlung dazu beitragen, daß ein dringender Rohstoffbedarf, der für die technischen Waffen ganz besonders kriegswichtig ist, rechtzeitig gedeckt wird. + Schuhe gegen Schweinehäute. Im vorigen Jahr wurden zum erstenmal Prämien für die Abgabe von Schweinehäuten aus Hausschlachtungen in Form von Leder oder Schuhen ausgesetzt. Wie jetzt bekanntgegeben wird, werden diese Prämien im Winterhalbjahr 1942/43 zu den gleichen Bedingungen wie im Vorjahr ausgegeben. Bauern, Bergleute, Siedler usw., die Schweinshäute aus eigenen Hausschlachtungen an einen Sammler oder Händler abliefern, erhalten einen Bestellschein auf Leder über 20 oh. des abgelieferten Hautgewichts, bei Schußhäuten beträgt vergänglicher Liede zweier Menschen, Lust und Leid der Familie. Aufbruch zum Kampf und fieghaftes Anstürmen gegen vielfache Übermacht, verhaltenen Groll über Zeiten der Untüchtigkeit und Dank an die Vorsehung, die dem Volke in schwersten Prüfungen den Preis zuerkannte. Wer die Stimmung im Heerlager des Prinzen Eugen und des großen Preußenkönigs ganz miterleben will, der mag nur auf die Melodie des Eugeniusliedes horchen, auf den Dessauer und Friedberger Marsch und den bergeversetzenden Sang vom „Fridericus Rex". Das Lied unterschlägt die kleinen und großen Miseren nicht, es kann fluchen und räsonnieren, aber es stellt alles unter das höhere Gesetz. Und ist es nicht ebenso im jubelnden Radetzky-Marsch. dem Preislied auf den deutschen Soldaten der Ostmark, im Lied der Kaiserjäger? Goethe, der uns das zarte„Heideröslein“ schenkt, ist im Burschenlied „Ergo bibamos“ von jungenhafter Übermütigkeit. Und Schillers Reiterlied aus dem Dreißigjährigen Krieg trägt schon im Text den mitreißenden Rhythmus der deutschen Kavallerie, wie Beethovens Marsch für die Yorckschen Soldaten den Marschtritt der Infanteriebataillone. Uhland verdanken wir den„Guten Kameraden“, der längst zum wahren Volkslied geworden ist. Schubert und Haydn, Brahms und neuere Meister sind reich vertreten in dieser Front. Und sind nicht schon Bachs Orgelmusiken ragende Lobgesänge an den ewigen Gott, den freilich keine Menschentüftelei und kein Dogma jemals zu erfassen vermag? Wo immer in der Welt deutsche Menschen wohnen. da wird auch die Wunderkraft des deutschen Liedes lebendig. Das muß schon ein trauriger Kerl sein, der keinen Sinn mehr hat für das deutsche Soldatenlied. für die mächtigen Chorwerke unserer Größten und für das unsterbliche Volkslied. Und so erleben wir— kurz vor dem Ausbruch dieses Krieges—, wie vor dem Führer der Deutschen auch die auslanddeutschen Sänger huldigend vorüberziehen, elend und verfolgt manche und in völkischer Not und doch mit dem deutschen Lied auf den Lippen. Adolf Hitler ist allen lebende Zeichen dafür, daß auch in unseren Tagen noch aus der Tiefe des Volkes Melodien um Melodien aufsteigen, wenn nur eine Bewegung da ist, die die Herzen wahrhaftig bewegt, die Müden aufrüttelt und die Kleingläubigen beschämt. Horst Wessels trotziger Gesang ist längst zum Hymnus der Nation geworden neben dem Lied der Deutschen, das Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland ersonnen hat und das wir nach der Weise des großen Ostmärkers Josef Haydn singen. Wird der neue Krieg die Sänger zum Schweigen bringen? Die Gegner mögen es hoffen, aber es kommt ganz anders! Während man in England und Amerika über den Mangel an Soldatenliedern klagt, während man das Gedudel jüdischer Jazzband= und Ewing„Harmoniker“ zu einem Surrogat für echten Gesang emporlobt, blühen in Deutschland, an der Front wie in der Heimat, neue Lieder aus dem Boden. Der Atem dieses Schicksalsringens ist in ihnen lebendig, und manches von ihnen schreibt ein Feldgrauer da draußen, während ringsum das Geschützfeuer kracht, während die Maschinengewehre hämmern. Und zu den neuen Weisen klingen die ewiggrünen Gesänge eines Arndt und Schenkendorf, eines Uhland und Körner durch das Volk. Wann hat man den Mann besser verstehen können, der den Deutschen einst zurief, daß der Gott, der Eisen wachsen ließ, keine Knechte und Memmen wollte? Was einst, vor 130 Jahren, gesagt wurde, das wird erst heute voll begriffen:„Das soll es sein, das ganze Deutschland soll es sein!" die Prämie nur 10 vH. Sie können aber auch einen Schuhbezugschein wählen und bekommen dann ohne Prüfung des Bedarfs je nach der abgelieferten Hautmenge Kinder=, Frauen=, Männer= bzw. Frauenarbeitsschuhe oder Männerarbeitsschuhe; an Stelle eines Lederbestellscheins über 2 kg Schweineleder bekommen sie beispielsweise einen Bezugschein für ein Paar Männerstraßenschuhe oder ein Paar Frauenarbeitsschuhe. Für Schweinehäute unter 4 kg Gewicht werden keine Prämien ausgegeben. Die Prämien gelten nur für Häute aus Hausschlachtungen, nicht für solche aus gewerblichen Schlachtungen und sollen das Aufkommen an„privaten“ Schweinshäuten heben. + Unser aktueller Bilderdienst im Aushangkasten an der Haselackstraße zeigt folgende neue Aufnahmen: Der Kampf um Stalingrad; Gebirgsjäger packen zu; Vorwärts im Kaukasusgebiet; Die Versenkung eines 10000=BRT=Schiffes; Brückenwache unter heißer Sonne; 100 Jahre„Walhalla"; Reichsarbeitsführer Hierl inmitten seiner im Kriegseinsatz bewährten Arbeitsmänner; Pausenlos entsteht Panzer auf Panzer. Aus der RSDAP Marine=Gef. Schwerte. Sonntag treten sämtliche Jgg. um ½10 Uhr am Langemarckheim an. Die Funkschar hat Dienst im Langemarckheim. Alle anderen Jgg. fahren mit den Fahrrädern nach Westhosen zum Bootsdiens. Bereit zum Abtrausport an die Front In zahllosen großen Rüstungswerken Großdeutschlands sind Tag und Nacht Millionen Arbeitskräfte am Werk, um die Waffen für unsere Soldaten zu schmieden. Hier eine Reihe Panzerspähwagen, die auf ihren Abtransport zur Front warten. PK=Kriegsberichter Reichelt(Sch) SPORT UND SPIEL Eutscheidungen des Gaufachwarten Spiel vom 6. September Milspe gegen Schwerte für Milspe gewonnen, da Schwerte nicht angetreten. Spiel vom 4. Oktober Herdecke gegen Schwerte für Herdecke gewonnen, da Schwerte nicht angetreten. Da Schwerte aber seine Mannschaft zurückgezogen hat, erübrigen sich diese Berichtigungen. Die neue Tabelle unter Nichtwertung der bisherigen Spiele von Schwerte hat nun folgendes Aussehen: Hagen 10 5 5 0 0 20:6 10:0 Herdecke 63 5 3 1 1 10•7 7•3 DSC Hagen 5 3 0 2 20:10 6:4 FC Schwelm 06 5 2 1 2 1328 5:5 TRV Hagen 72 5 1 2 2 6:22 4:6 Tus Milspe 4 1 0 S 9:12 2:6 Lüdenscheid 08 4 1 0 3 9:13 2:6 Sportgem. Grüne 5 1 0 4 11:20 2:8 Germ. Boelerheide und KS6 Schwerte zurückgezogen. Spiel vom 6. September Arnsberg gegen Werdohl für Werdohl gewonnen, da Arnsberg nicht angetreten. Spiel vom 13. September Menden gegen Arnsberg für Menden gewonnen, da Arnsberg nicht angetreten. Spiel vom 4. Oktober Hüsten gegen Werdohl für Hüsten gewonnen, da Werdohl nicht angetreten. Spiel vom 11. Oktober Werdohl gegen Menden für Menden gewonnen, da Werdohl nicht angetreten. Die Tabelle sehen: SpSp Menden 09 4 SpSp Hüsten 00 3 Tus Reheim 2 Sportb. Werdohl 3 SV Arnsberg 09 4 Tus Meschede zurückgezogen. Großboxkampftag in Hagen Auf Wunsch des Wehrbezirkskommandos Hagen veranstaltet die Boxabteilung des DSC Hagen am Sonntag im Hagener Saalbau einen Boxgroßkampftag. Es sind 12 Paarungen vorgesehen, davon allein neun in der Seniorenklasse. Namen wie Ackermann, Hoog und Kraft versprechen einen spannenden Verlauf der Kämpfe, die auf der anderen Seite als Gast von einer Boxstaffel der Kriegsmarine bestritten werden. Der DSC Hagen ist verstärkt durch Steinberg (Neheim) und Buckesfeld(Lüdenscheid). Jeder muß seine Spende steigern! :: Wenn wir an die gewaltigen Taten unserer heldenmütigen Soldaten an allen Fronten, ganz besonders aber in Stalingrad und im Kaukasus, denken, muß jeder in sich die Verpflichtung fühlen, es deren Einsatz= und Opfergeist gleichzutun. Wir können im Bette schlafen, und wenn feindliche Flieger über uns herumfliegen und Ziele für ihre Bomben suchen, können wir in den Luftschutzkeller uns in Sicherheit bringen, während unsere Soldaten der harten Gegenwehr der seindlichen Waffen schutzlos preisgegeben sind. Und dabei zeigen unsere Soldaten einen Opferwillen und eine Spendenfreudigkeit, die uns erröten machen muß. Hat doch kürzlich erst ein Infanteriebataillon, das im dicksten Dreck und Schlamassel südlich des Ilmensees liegt, einen Winterhilfsbeitrag gespendet, zu dem jeder einzelne Soldat 52,50 RM beisteuerte. Und wir drehen 50 Pfg. oder einen Markschein noch erst einmal um und fragen uns, ob wir diesen kleinsten Betrag auch geben sollen. Müssen wir uns alle gegenüber diesen Soldaten nicht schämen? Von Tod und Verderben umwittert, spendet jeder über 50 Mark, und wir? Diese Soldatentat muß und soll uns am heutigen Sonnabend und am morgigen Sonntag Beispiel und Ansporn sein. Keiner darf unter 3 Mark— welch kleiner Betrag gegen diesen Soldatenbeitrag!— spenden. Wir müssen an diesen Tagen beweisen, daß wir der Frout würdig sind! Keiner darf zurückstehen! Jeder muß reichlich spenden, damit den Engländern und Franzosen vor Staunen und Grimm über die Einsatzbereitschaft der Heimat die Spucke wegbleibt. „Segen der Erde“.. Zur Aufführung am Sonntag, 26. Oktober Die Presseurteile über die zahlreichen Aufführungen dieser Chorfeier— wie Grabner sein Werk nennt — sind durchweg begeistert und vielversprechend.„Ein Kunstwerk, das dem Herzen des Volkes entsprungen, aus der Tiefe des Volkstums geschöpft ist...“„in vollendetem Zusammenklang ein Ganzes von prachtvoller Einheit...“,„eine der großartigsten und wirkungsvollsten Schöpfungen neuzeitlichen Kunstschaffens...“ Dieses Chorwerk„Segen der Erde“ gibt gültige und umfassende Antwort auf die Frage, warum der deutsche Bauer lebenerhaltende und lebengestaltende Macht des deutschen Volkstums ist. In vier Teilen— der Bauer, die Ahnen, das Tagewerk, Erntedank— schildert die Textdichterin Margarete Weindhandl das Dorf als bäuerliche Lebensgemeinschaft der verschiedenen Geschlechter und Lebensalter; das Werk des Bauern in Tages= und Jahreslauf mit seinen Freuden und Beschwerden; die blutsmäßig ständig fortwirkende Kraft der Geschlechterkette; die Mächte der Natur im Guten und Bösen; das Walten der göttlichen Allmacht, die Abhängigkeit von ihr und das Vertrauen auf sie; das Vaterland; Fest und Feier, Sitte und Brauch als symbolhafter Ausdruck der Gemeinschaft wie als Zierde des Daseins. Mit einer keineswegs alltäglichen Sprachbeherrschung hat die Dichterin diese Sinngehalte vorwiegend in Lied und Spruch geformt und dem Komponisten die besten Möglichkeiten zu einer gegensatzreichen musikalischen Gestaltung geboten. Riemand hat es bisher vermocht, die Gestalt des ewigen deutschen Bauern durch organische Verschmelzung von Hochkunst und Volksmusik in einem Großwerk so darzustellen, wie dies hier geschieht. Alle Vorbereitungen zu diesem musikalischen Ereignis in Schwerte sind getroffen und lassen einen großen künstlerischen Erfolg erwarten. B. Ks Unsere Anekdoten-Ecke Als Werner Krauß auf den Brettern, die die Welt bedeuten, noch blutjunger Anfänger war, hatto er einmal einen ihm gewährten Urlaub eigenmächtig um einen Tag überschritten. Harmlos, als sei nichts geschehen, erschien er am nächsten Morgen auf der Probe und begrüßte den Intendanten mit den Worten:„Guten Morgen, Herr Intendant! Darf ich mich nach Ihrem Befinden erkundigen?“ Da fuhr der ergrimmte Intendant auf ihn los:„Herr, den Teufel dürfen Sie! Ich verbitte mir diese Frechheit! Sie sind auf der Stelle entlassen!“„Entlassen!“ sagte Krauß. „Dann sind Sie allerdings nicht mehr mein Intendant und meine Anrede verdiente die Rüge. Also, Herr Doktor, wie geht es Ihnen!“ Der Intendant war dem nicht gewachsen, mußte herzlich lachen, und der Friede war wiederhergestellt. 1 B 5 Schmerzlich und vnerwartet traf uns die traurige, unsaßbare Nachricht, daß mein innigstgeliebter, herzensguter, stets um mich besorgter Sohn, mein guter, einziger Bruder, Reffe, Vetter und unvergeßlicher Freund Soldat Rudi Brinkmann im blühenden, hoffnungsvollen Alter von , 20 Jahren an der Nordostfront am 27. September 1942 gefallen ist. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Ruhe sanft in fremder Erde, wir werden dich nie vergessen! In unfaßbarem Schmerz: Ww. Franziska Brinkmann geb. Dierkschneider Helga Brinkmann Herbert Drees, z. Z. im Osten und alle Anverwandte Schwerte(Mittelstr. 6), im Oktober 1942. Das Seelenamt ist am Dienstag, 27. Oktober, 7.10 Uhr, in der Pfarrkirche zu Schwerte. Heute morgen um 7 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden, nachdem sie einem Töchterchen das Leben schenkte, nach 1½jähriger überaus glücklicher Ehe meine über alles geliebte Frau, unser heißgeliebtes einziges Kind, mein liebes, gutes Enkelkind, meine liebe Schwiegertochter und Schwägerin, unsere gute Richte und Kusine Frau Hilde Portoff geb. Externbrink im blühenden Alter von fast 29 Jahren. Ihr Tod trifft uns alle schwer. Im Namen aller Verwandten: Dr. Alfred Portoff, z. Z. im Felde, und Söhnchen Detlev; August Externbrink und Frau Julie geb. Kuchheuser; Friedrich Portoff; Gerda Portoff. Schwerte, den 22. Oktober 1942. Die Beerdigung findet am Sonntag, 25. Oktober, 15¼ Uhr, vom elterlichen Hause, Klusenweg 64, aus statt. Trauerfeier 15 Uhr. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben kleinen Ingrid sagen wir aus tiefstem Herzen Dank. Familie Otto zur Nieden Schwerte, im Oktober 1942. Bohlgarten 1 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Jungen Friedhelm sagen wir allen unseren herzlichen Bank. Familie Paul Appelt Schwerte, im Oktober 1942. Wilhelmstr. 26 Bekanntmachung Der Stundenplan der Verbandsberufsschule Schwerte=WesthofenErgste für das Winterhalbjahr 1942/43 ist an den Bekanntmachungstafeln oder in den Aushangkästen der Stadt Schwerte, der Amter Westhofen und Ergste und der Gemeinden dieser Amter vom 26. d. M. an einen Monat zur öffentlichen Einsicht angebracht worden. Schwerte, den 24. Oktober 1942. Berufsschulzweckverband Schwerte=Westhofen=Ergste I. B.: Hidding, Amtsbürgermeister. Denn davon hängt es ab, ob die Soße sämig ist, den richtigen Geschmack hat und gut aussicht. Kochen Sie deshalb genau nach Vorschrift: den Würfel fein zerdrükken, mit etwas Wasser glattrühren, ½ Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Minuten kochen lassen. KNORR Für leichtere Arbeiten stelle ich für die Montagehalle und Stellmacherei sofort mehrere Frauen ein. Persönliche Meldung vorm. 9—12 Uhr, nachm. 3—5 Uhr. Theodor Meierling, Fahrzeugfabrik, Schwerte(Ruhr), Hagener Straße 72. M Spar= u. Barlehnslasse Gut erhaltener Kinderwagen zu kaufen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. 3148 Heute bis Montag: Ein Mude. Wirden=Tarch die Well mit Magda Schneider Harald Paulsen Hugo Schrader Theo Lingen Fita Benkhoff u. a. m. Beginn: Sonntag 2½ Uhr Jugendliche zugelagen! LichtspléIe zu: leichskrone (∆ Sarans guter Arznei-Präparate — seit 1893— Chem. Fabrik Krewel-Leufen Köln Sculsciie barwoche 1942 26.310ktober Ein Sparkassenbuch für jeden! Heute darf es keine Nichtsparer mehr geben. Wer spart, hilft siegen! Sparkasse zu Schwerte Sparkassenverband der Stadt Schwerte und des Amtes Wost ofen *Schuh- u. Lederpflege? Nicht jede Schuhcreme ist Echt ner mit dem Aufdruck: „Guttalin“ OubelleFabet güle Heute bis Donnerstag: 3 05 Ein SANGRAF-FILM DER Corinna Luchaire Giorgio Rigato Maria Denis Camillo Pilotto Enrico Glori Osvaldo Valenti Regie: Mario Mattoli Das tragische Schicksal eines liebenden Frauenherzens, das alles Glück und alles Leid durchkostet— von Corinna Luchaire ergreifend lebenswahr dargestellt— steht im Mittelpunkt dieses spannenden, dramatischen Films. Beginn: Sonnabend. 3.00 Uhr Sonntag...... 2.30 Uhr Mittwoch...... 5.00 Uhr Jugendliche nicht zugelassen Freitag nachmittag 3.00 Uhr: Jugendvorstellung mit „Ein Mädel wirbelt durch die Welt“ Klavier gut erhalten, zu kaufen gesucht. Zuschriften mit Preisangabe unt. 3144 an die Schwerter Zeitung. Stutze für Küche und Haus, vertrauenswürdig, kinderlieb, gesucht. Frau Schäfermeyer, Dortmund, Kronprinzenstr. 106. Bist du schon Mitglied der RSB: wird geprüft Kriegszeiten zwingen, das Mehl restlos auszunutzen Die Fachgruppe Brotindustrie hat angeordnet, daß in Zukunft in regelmäßigen Abständen eine Ueberprüfung der Brote der Brotfabriken vorgenommen wird. In diesen Tagen wurde in Köln erstmalig die Brotprüfung von Backmeistern der Reichsanstalt für Getreidebearbeitung, Institut für Bäckerei. in Berlin, durchgeführt. Das Brot, das als wichtigstes Grundnahrungsmittel gerade in knappen Kriegszeiten von ausschlaggebender Bedeutung ist, ist in seiner Qualität von zahlreichen Voraussetzungen abhängig. Sie beginnen schon bei der Witterung. die ein gutes Wachstum des Getreides und eine einwandfreie Ernte ermöglichen muß. Nur aus gutem Korn. das auch genügend gereinigt sein muß, um Mutterkorn und Taumellolch völlig auszumerzen läßt sich ein gutes Mehl herstellen, das wieder die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Brot ist. Kriegszeiten zwingen, das Getreide und seine Nährwerte restlos auszunutzen und auch hinsichtlich der Getreidemischung den gegebenen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die heute den Bäckern zur Verfügung gestellte Mehltype stellt unter diesen Umständen die beitmögliche Mehlqualität dar. Die Untersuchung erstreckte sich mithin nur auf die Verarbeitung dieses Mehls zu Brot. Vorgelegt waren zur Prüfung von den 19 Kölner Brotfabriken insgesamt 32 Probebrote ihrer gängigsten Brotsorten. Man stellte zunächst den Feuchtigkeitsgrad und den Säuregehalt der Brote fest. Jeweils wurde dazu eine Brotkrume in einem Mörser mit Wasser zu einem Brei verrieben und dann diesem Brei über einem Meßapparat Natronlauge zugeführt. Da Natronlauge die Brotsäure neutralisiert, wird der jeweilige Säuregrad durch die Menge der erforderlichen Natronsäure bestimmt, die sich an dem Meßapparat ablesen läßt. Friedensmäßig gutes Brot hat einen Säuregehalt bis 8 bis 9 Grad, höchstens bis 11 Grad. Bei der Kölner Prüfung wurden Säuregrade von 8.4 bis 19 Grad festgestellt. Der Durchschnitt lag bei 13 bis 15 Grad. Diese Erhöhung ist zum Teil verursacht dadurch, daß infolge des Kleiegehaltes des Mehls der Sauerteig nicht mehr so ungestört von Fremdsäurewirkungen seine' Gärung vollzieht, zum Teil ist sie aber auch durch eine unrichtige Sauerführung bedingt, wie die Probebrote mit geringem Säuregehalt beweisen. Da gerade der geringe Säuregrad für die Bekömmlichkeit des Brotes wichtig ist, läßt sich hier also beim Kölner Brot noch manches verbessern. Untersucht wurden dann bei jedem Probebrot Form. Stückung und Volumen die Kruste nach Dicke. Gleichmaßigkeit, Bräunung und Ausbildung der Oberfläche, die Krume nach Voruna. Elastizität. Gleichmäßigkeit und Wassergehalt, und schließlich der Geschmac und das Aroma des Brotes durch Kostproben. Man ging dabei nach einem Punktwertungssystem vor bei dem die allerbeste Qualität die Höchstzahl von 30 Punkten kennzeichnet. Von den 32 vorgelegten Probebroten waren 26 Roggenmischbrote. Ihre Gesamtbeurteilung einschließlich des Ergebnisses der Säuregraduntersuchung ergab folgendes Bild: Von den 26 verschiedenen Roggenmischbroten erhielten zwei unter 20 Punkte, was der Bezeichnung Mangelhaft entspricht, acht zwischen 21 und 25 Punkte, was dem Prädikat Gut gleichkommt, und 16 zwischen 26 und 29 Punkte, die als hervorragend bewertet wurden. Nicht ganz so günstig stellte sich das Ergebnis bei der Bewertung der Vollkornbrote. Man verstehe wohl, das bezieht sich nicht auf die allgemeine Tatsache, daß Vollkornbrote bekömmlicher als Mischbrote sind, sondern lediglich auf den Befund der vorgelegten sechs Probebrote. Sie wurden mit den Wertungsziffern 18, 19, 21, 22, 26 und 28 beurteilt. Insgesamt gesehen ist also nach diesem Prüfungsergebnis das Brot im Durchschnitt als vortrefflich, zumindest als über Durchschnitt gut zu bezeichnen. Es gilt nun, die im einzelnen festgestellten Mängel zu beseitigen, wozu eine Aussprache über das Prüfungsergebnis zwischen den Prüfern und den Betriebsführern und Backmeistern der an der Prüfung beteiligten Brotfabriken den ersten Grundstein legte. Der Rundfunk am Sonnabend Reichsprogramm: 16.00—18.00 zwei frohe Stunden zum Wochenende. 19.00—19.15„Mittelmeerskizzen“. 20.20—21.00 zeitgenössische Musik. 22.30 beschwingte Weisen. Deutschlandsender: 17.10—18.30 Konzertsendung. 20.15—22.00 Operettenquerschnitt„Der Zigennerbaron“. Wo in Stalingrad noch gekämpft wird Verantwortlich: Hauptschriftleiter Dr. Hans=Adolf Ebing(z. 8. im Felde), i. V. Hermann Stens. Hagen; Anzeigen: Hans Linner, Schwerte. Z. Z. gilt Preisl. 12 Dad Uldocheiin der Wöllk ROMAN von ERIKA LEFFLER 45) Copyricht by Dr. Artbur vom Dort Ihre Hand flattert auf, aber ehe er diese Bewegung noch wahrnehmen kann, liegt sie schon wieder auf dem großen gelben Stein. „Ich muß gehen“, sagt sie ruhig. „Gut, gehen wir“, nickt er fügsam. Sie steigen langsam von der Konrabshöhe herab; vor ihnen jagen sich die Hunde, und zwischen ihnen schreitet stumm die Vergangenheit. „Ich fahre dich nach Hause“, erklärt Achim, als sie unten auf der Hirschenallee angekommen sind. Sabine lächelt ihn verloren an. Er ist glücklich, daß sie sich nicht wehrt, öffnet ihr den Schlag und befördert liebevoll die Hunde auf den Rücksitz, womit Jessie zunächst nicht einverstanden zu sein scheint. Dann fährt der graugrüne Wagen im Schneckentempo davon. „Hast du deinen Rettdreß hier?“ erkundigt er sich hastig, denn die Fahrt wird trotz aller Bemühungen, sie in die Länge zu ziehen, nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Er fühlt ihren Blick auf seinem Gesicht. „Ja— warum?“ „Ich habe meine Pferde mitgebracht.— Und ich möchte morgen früh mit dir reiten.“ Sabine schweigt. Die Villa Danieli ist schon in Sicht, aber immer noch kommt keine Antwort von ihren Lippen. „Wenn ich morgen früh um sieben Uhr mit den Pferden hier warte“ beginnt er, den Wagen vor der Pension anhaltend.„Wirst du dann kommen— oder wirst du mich zum Gespätt aller Frühaufsteher auf dem Reitweg anwachsen lassen?“ Ste steigt, seine helfende Hand nur ganz leicht berührens, eus.„Ich bin nie unhöflich gewesen— auch dann nicht, wenn es angebracht schten.“ „Danke“, lächelt Achim erlöst.„Du sollst Ossian reiten.“ „Halte Jessie fest“, nickt Sabine, rasch davoneilend.„Auf Wiedersehen!“ Er bückt sich und hakt zwei Finger in Jessies Halsbaud. Sein Blick folgt der schlanken Gestalt, bis sie hinter der Glastür verschwindet. Sie hat ihm nicht die Hand gegeben— aber das ist leichter zu überwinden, wie wenn sie ihm die Aussicht auf morgen zerstört hätte.— II Der Tag ist immer viel zu lang, wenn man etwas erwartet. Achim zwingt sich, ihn in Gesellschaft der Mutter zu verbringen, die allerdings unzertrennlich mit Mela verbunden scheint. Er nimmt die Kusine geduldig in Kauf, aber als sie kurz vor dem Abendessen endlich behauptet, nach Hause zu müssen, da sie einen Anruf ihres in Hannover zurückgebliebenen Vaters erwarte, atmet er sichtlich auf. Die Mutter ist friedlich gestimmt. Nicht ein einziges Wort des Vorwurfs wird hörbar, als sie im Speisesaal sitzen und ihre Sardinen zerteilen. Es wird halb zehn, ohne daß sich ein Mißton zwischen sie schleicht. „Ich bin müde“ nickt sie mit verstohlenem Gähnen, „Sicher, weil ich so viel von der kalten Gans genommen habe. Aber sie war ausgezeichnet!“ Achim lächelt verloren in sein halbgeleertes Glas hinein. Jetzt erst erfährt er, was er gegessen hat; vorher ist es ihm gar nicht bewußt geworden. „Ich denke, man geht zu Bett“, mahnt die Geheimrätin sanft. Er bringt sie bis zur Tür ihres Zimmers und verabschiedet sich mit dem gewohnten Handkuß. „Kriech' du nur auch ins Nest“, rät sie, bevor er ihrer Fürsorge entrückt ist. „Ja, das tue ich.“ Achim ringt sich ein zustimmendes Lächeln ab und macht, daß er fortkommt. Er betritt sein Zimmer nur, um den Smoking anzuziehen, wobei er eine Zigarette nach der anderen raucht. Bis gegen halb zwölf Uhr sitzt er in der Bar des Hotels und fragt sich vergebens, wie man eine Nacht totschlagen kann, wenn man zum Schlafen zu wach und die Polizeistunde für den Lokalschluß nahe ist. Bleibt nur der Spielklub, entscheidet er, seine Uhr ziehend. Zehn Minuten später steht der graugrüne Wagen auf dem überfüllten Parkplatz vor der Villa Hermine. Achim steckt den winzigen Schlüssel in die Westentasche und empfiehlt sein Fahrzeug der Aufmerksamkeit des Parkwächters. Dann löst er eine Tageskarte, bei welcher Bezeichnung er ein Lächeln nicht ganz unterdrücken kann, da die elektrische Uhr über dem Kassenraum auf dreiviertel zwölf zeigt, überantwortet seinen Hut einem livrierten jungen Menschen, der als Modell erbarmungswürdigster Verschlafenheit gelten kann, erhält dafür eine metallene Marke und geht langsam durch eine doppelflügelige Glastür, die von zwei Klubdienern für ihn geöffnet wird. Der Raum, in dem er sich jetzt befindet, ist nicht groß. An kleinen Tischen sitzen wenige Menschen, die Kaffee oder Getränke alkoholischer Art zu sich nehmen, aber alle scheinen irgendwie eilig zu sein. Nebenan ist die Bar, an der nur ein einzelner Gast hockt, der sich leise mit dem Mixer unterhält. Zwei Kellner stürzen eilfertig heran. „Danke“, nickt Achim lächelnd.„Erst möchte ich in den Spielsaal.“ „Bitte sehr“ murmelt der jüngere Kellner, eine brokatene Portiere zurückschlagend.„Die drei nächsten Räume, und ganz hinten links der Cercle privat.“ Gedämpfte Stimmen schwirren auf, von den immer wiederkehrenden Kommandos der Croupiers durchbrochen. Spielmarken klirren leise. Aus einer tief herabhängenden Lampe mit riesenhaftem, ovalem Schirm fällt weißes Licht auf einen langen Tisch, in dessen Mitte die Roulette arbeitet. Die Elfenbeinkugel springt klappernd in eins der kleinen Fächer. Eine glatte Stimme sagt das Ergebnis an. Menschengesichter leuchten auf, Menschengesichter verziehen sich ärgerlich. Die Harke fährt über das nummernbesetzte grüne Feld. Sie nimmt und gibt. je nachdem die Entscheidung gefallen ist. „Ich bitte, das Spiel zu machen“, näselt der Croupier. (Fortsetzung folgt.)