* Die Schmener Tatungt erchent wüchentlich erchend.) Bezugprete wöchentlich 45 Rpf.(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatlich 2.- RM.(einschl. 282 Rpf. Zeitungegebühr und 0.44 Rpf. Postverpackungsgebühr) zuzüglich 35 Rpf. Besellgeld. Einzelnummer 10 Rpf. Druck und Verlag: Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte, Geschäftstelle: Große Marktstr. 3—8 Ruf: 2770. Postscheckkonto: Dortmund 2832 Tageblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Schwerter Helmatblatt; Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeitung Anzalgenpreise: die schegepaltene Milimeterzeile 145 mm breit) 6 Kpk. Textanzeigen: Millimeter 20 Rpf Für fernmündlich aufgegebene Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeschenen Betriebsstörungen durch hüähere Gewalt übernehmen wir keinerlei Gewähr für günktliches Erscheinen der Taitung. auch kann kein Anspruch auf Schadeneriate oder 1Achlieferung erhoben werden Nr. 150 Dienstag, den 30. Juni 1942 74. Jahrgang Iostnto Aarsu Kultus=Ersturtl 6000 Briten gefangengenommen- Zahlreiche Batterien vernichtet- Umfangreiches Material erbeutet Neue Etsoige dei Srwuftopel Bisher 15667 Gefangene eingebracht— Der Erfolg am Wolchow DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 29. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Nordafrika wurde in den heutigen Vormittagsstunden die durch tiefe Verteidigungsanlagen und zahlreiche Minenfelder verstärkte Festung Marsa Matruk gegen zähen feindlichen Widerstand gestürmt. Ueber 6000 Briten wurden gefangengenommen, 36 Panzer und zahlreiche Batterien vernichtet. Umfangreiches Kriegsmaterial fiel in die Hand der deutschen und italienischen Truppen. Bei dem Sturm auf Marsa Matruk hat sich die deutsche 90. leichte Division besonders ausgezeichnet. Reuter muß gestehen DNB. Stockholm, 29. Juni. Der englische Nachrichtendienst gab am Montagnachmittag die Einnahme Marsa Matruks durch die Truppen Rommels zu. Vormarsch nach Östen fortgesetzt 17 britische Flugzeuge abgeschossen DRB Rom, 29. Juni. Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Marsa Matruk wurde heute vormittag erobert. „Nachdem der Widerstand der feindlichen Panzerkräfte südöstlich von Marsa Matruk gebrochen war, setzten die Panzer= und motorisierten Einheiten der Achse ihren Vormarsch nach Osten fort. Im Verlaufe der erbitterten Kämpfe des gestrigen Tages und der Besetzung des befestigten Lagers wurden über 6000 Gefangene gemacht. 36 Panzer sowie eine große Anzahl von Kanonen und Kraftwagen zerstört oder erheutet. Die Luftwaffe nahm lebhaft an den Operationen zu Lande teil. Matexial= und Kraftwagenparks wurden bombardiert und mit den Bordwaffen beschossen. Im Hafen von Marsa Matruk wurden zwei Dampfer getroffen und einer davon in Brand geschossen. 17 englische Flugzeuge wurden im Kampf abgeschossen. „Italienische und deutsche Flugzeuge griffen die Stützpunkte von Luca und Micabba an. Zwei italienische Generale gefallen DRB Rom, 29. Juni. Zwei italienische Generale, nämlich der Kommandierende General eines italienischen Armeekorps Ettore Baldassari und General Guido Piacenca, sielen am Morgen des 26. Juni auf ägyptischem Gebiet. Keine Kritik! Moralischer Maulkorb fürs englische Parlament DNB Stockholm, 29. Juni. Reuter verbreitet eine Meldung, die nichts anderes bedeutet als die Verhängung eines moralischen Maulkorbs für das englische Parlament. Die Agentur übermittelt einen Kommentar der„Johannesburg Sunday Times“ die zur bevorstehenden Debatte über die Niederlagen in Nordafrika schreibt, der Fall von Tobruk erteile die Lektion, daß keine Kritik geübt oder Glückwünsche ausgesprochen werden dürften, solange eine Schlacht noch im Gange sei. Daß Vorschußlorbeeren peinliche Enttäuschungen bereiten können, haben die Engländer an Churchills Beispiel erfahren. der in seiner letzten Parlamentsrede noch„erfreuliche Nachrichten“ aus Libyen angekündig! hatte, worauf dann die Eroberung Tobruks und die Flucht Ritchies folgten. Die Warnung, keine Kritik zu üben, ist aber ein deutlicher Wink an die Parlamentarier! * Die in der unbesetzten Zone eingerichteten Meldebüros für Franzosen, die in Deutschland arbeiten wollen, werden von Tag zu Tag stärker in Anspruch genommen. In Nizza mußten die Interessierten durch die Zeitungen gebeten werden, Geduld zu haben, da der Andrang zunächst nicht zu bewältigen war. Im allgemeinen ist in den Städten ein Anwachsen der Arbeitsuchenden bei den deutschen Meldestellen um 60 bis 100 Prozent festzustellen. DNB. Aus dem Führerhauptquar= tier, 29. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Festungsgebiet von Sewastovol erzwangen deutsche und rumänische Trupven, durch starke Luftstreitkräfte unterstützt, in kühnem Angriff den Uebergang über das tief eingeschnittene Tschernasa=Tal und brachen in stark ausgebaute Stellungen der beherrschenden Sapun=Höhe ein. In den bisherigen Kämpfen um die Festung wurden in der Zeit vom 7. bis 28. Juni 15 667 Gefangene eingebracht. 221 Geschütze, 462 Granatwerfer erbeutet oder vernichtet, 2579 Bunker genommen und 112 644 Minen ausgebaut. Ostwärts des Donez wurden bei der Abwehr mehrerer örtlicher Panzervorstöße 15 feindliche Panzerkampfwagen abgeschossen. Bei nächtlichen Luftangriffen auf wichtige Nachschubbahnhöfe der Sowiets im Gebiet des oberen Don wurden 14 Transportzüge durch Bomben vernichtet. Im mittleren Frontabschnitt verlor der Feind bei erfolgreichen eigenen Stoßtruppunternehmen 332 Gefangene und 900 Tote. Eine Flakbatterie sowie 216 Bunker und Unterstände wurden zerstört. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, war es der 2. sowjetrussischen Stoßarmee sowie Teilen der 52. und 59. sowjetrussischen Armee im Februar dieses Jahres gelungen, über den gefrorenen Wolchow nördlich des Ilmensees vorstoßend eine tiefe Einbuchtung in die deutsche Abwehrfront zu erzielen. Unter Führung des Generals der Kavallerie Lindemann haben Truppen des Heeres und der Waffen=F, dabei auch spanische, niederländische und flämische Freiwilligenverbände, hervorragend unterstützt durch die Luftwaffe des Generalobersten Keller, nach monatelangen erbitterten Kämpfen unter schwierigsten Wetter= und Geländeverhältnissen diese feindlichen Armeen zunächst von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeriegelt, dann immer mehr zusammengedrängt und heute endgültig vernichtet. Damit ist die großangelegte Durchbruchsoffensive des Feindes über den Wolchow mit dem Ziel der Entsetzung Leningrads DRB. Berlin, 29. Juni. Wie das Oberkommando der Wehrmacht zu der Vernichtung starker bolschewistischer Kräfte im WolchowKessel mitteilt, versuchte der Feind unter stärkstem Einsatz von Menschen und Material, von Artilleriefeuer, das sich bis zum Trommelfeuer steigerte, von zahllosen schweren Waffen, Schlacht= und Tieffliegern, die schmale deutsche Riegelstellung vergeblich zu durchbrechen. Nachdem diese Angriffe unter schwersten Verlusten für den Feind abgeschlagen waren, begann die planmäßige Verengung des Kessels Der Feind leistete verzweifelten Widerstand gegen die deutschen Truppen die sich in dem Sumpf= und Waldgelände Schritt für Schritt vorwärtskämpften. Zunächst bei eisund morastüberfluteten Niederungen hatten die dort kämpfenden deutschen Trupven fast übermenschliche Leistungen zu vollbringen. Das tägliche Leben und Kämpfen in Nässe und Schlamm war nicht weniger schwer als der Kampf gegen die sich verzweifelt wehrenden Bolschewisten. Erst Mitte Mai begannen die wenigen Wege, die dieses von Urwäldern und Sümpfen bedeckte Gelände aufweist, abzutrocknen. bis Ende Mai und im Verlauf des Juni anhaltende Wolkenbrüche erneut einen Zustand völliger Wegelosigkeit schufen. In diesen Morästen bauten die Pionier==hllose Brücken und Knüppeldämme.; die Minensperren und erledigten#####en Panzer durch ihre Vernichtungs....llerie und Pangescheitert und zu einer schweren Niederlage des Gegners geworden. Die größte Last dieser harten Kämpfe haben Infanterie und Pioniere getragen. Der Feind verlor nach den bisherigen Feststellungen 32 759 Gefangene. 649 Geschütze, 171 Panzerkampfwagen, 2904 Maschinengewehre, Granatwerser und Maschinenpistolen sowie zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial. Die blutigen Verluste des Feindes übersteigen die Gefangenenzahl um ein Vielfaches. Schwere Artillerie des Heeres nahm Industriewerke von Leningrad und den Schiffsverkehr in der Kronstädter Bucht unter wirksames Feuer. Im Gebiet von Murmansk warfen Kampf= und Sturzkampfverbände Bahnanlagen und Lagerhallen in Brand. Begleitende Jäger schossen 12 feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. In Nordafrika wurden britische Kräfte im Raum südlich Marsa Matruk erneut geschlagen und zum weiteren Rückzug nach Östen gezwungen. Dabei hatte der Feind schwere Verluste an Panzern. Das stark befestigte Marsa Matruk wurde eingeschlossen, die Verfolgung des Feindes fortgesetzt. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe führten wirksame Angriffe auf britische Verteidigungsstellungen und bombardierten keindliche Kolonnen auf dem Rückzug. Jagdfliegerverbände schützten den Kampfraum über der Panzerarmee und schossen ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge ab. Im Nachschubdienst nach nordafrikanischen Häfen schossen Bordflakkommandos der deutschen Kriegsmarine am 27. Juni sechs britische Bomber ab. Im Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot vor Haifa einen Tanker und einen Frachter mit zusammen 5000 BRT. Auf Malta wurde in der letzten Nacht der Flugplatz Halfar bombardiert. An der Südwestküste Englands warfen in der letzten Nacht stärkere Kampffliegerkräfte z. T. aus geringer Höhe eine große Zahl von Bomben schweren Kalibers und Taufende von Brandbomben auf kriegswichtige Anlagen. zerabwehrkanonen unterstützten die Truppen, die jedoch häufig ohne den Schutz der schweren Waffen im Kampf standen weil Geschütze und Munitionsfahrzeuge im Schlamm versanken. Der letzte Abschnitt des Kampfes war gekennzeichnet durch verzweifelte Ausbruchsversuche der auf immer engerem Raum eingekesselten Bolschewisten. Der Höhepunkt dieser letzten Kämpfe war die Vernichtung einer Gruppe von feindlichen Offizieren und Kommissaren, die einen letzten verzweifelten Durchbruchsversuch unternahmen. Die Zahl der Gefangenen und Beute läßt sich bis jetzt nicht übersehen, da in den unzugänglichen Sumpfwäldern noch große Materialmengen der Bergung harren. Die Luftwaffe konnte während der Schlechtwetterperiode die schweren Kämpfe der Infanterie nicht immer mit voller Kraft unterstützen. Erst in den letzten Wochen kamen die Verbände der Kampf= und Sturzkampfflugzeuge im Kampf gegen die eingekesselten Bolschewisten zur vollen Wirkung. Die Sturzkampfflugzeuge bahnten der vordringenden Infanterie den Weg durch Zertrümmerung stark befestigter Feldstellungen und Zerschlagung feindlicher Truppenmassen. die sich zu Gegenstößen und Durchbruchsversuchen bereitstellten. Bei der Erkundung der Entsetzungsangriffe, die von außen her gegen die Riegelstellung geführt wurden, leisteten die Aufklärungsflugzeuge entscheidende Dienste., Iim Laufe der rollenden Angriffe wurden zahlreiche Panzerkampfwagen und Geschütze sowie FlakKlägliche StimmungsKache In London sieht man der bevorstehenden Unterhausdebatte mit großer Spannung entgegen, zumal sich die militärische Lage in Nordafrika seit der Rückkehr Churchills inzwischen noch wesentlich verschlechtert hat. Zwar wird der Premierminister auch diesmal den parlamentarischen Sturm überstehen. doch kann kein Zweifel darüber bestehen, daß in weiten Kreisen des englischen Volkes eine starke Mißstimmung über die fortgesetzten Niederlagen Englands vorhanden ist. Inzwischen sind die Helfershelfer Churchills eifrig am Werke, die Stellung des Ministerpräsidenten zu stärken, vor allem durch den Hinweis, daß er der einzige sei, der die Lage zu meistern verstünde. „So erklärte der britische Arbeitsminister Bevin zum Wochenende in Livervool, die Schlacht in Nordafrika sei noch nicht vorüber und er setze großes Vertrauen in die 8. Armee. Zur Verteidigung Churchills erklärte er, er habe niemals mit einer Gruppe von Männern zusammengearbeitet, die mehr geleistet hätten als die Regierung unter Churchill. Weiter wandte sich Bevin heftig gegen die Versuche, Churchill gegen seine Kollegen auszuspielen. „Inzwischen hat die 8. Armee in Marfa Matruk eine neue schwere Niederlage hinnehmen müssen, eine Tatsache, die letzten Endes auch zu Lasten der Regierung Churchill geht. Ein anderes Mitglied des Kabinetts Churchill, der Indienminister Amerv, versuchte die Stimmung des englischen Volkes mit der bezeichnenden Feststellung aufzupulvern, wenn der Sieg kommen werde, könne es sein, daß er ganz plötzlich wie der Dieb in der Nacht kommen werde. Diese Vorstellung vom Sieg ist echt britisch und beweist einmal mehr, daß die Engländer ihren Sieg nicht ehrlich erkämpfen können. In der englischen Presse wird ebenfalls der Ernst der Lage stark unterstrichen. So spricht die„Sunday Times“ von einem„großen Desaster" während das führende Londoner Blatt, die„Times“ unter dem Stichwort „Die Straße des Sieges“ sich ausführlich mit Ursachen des britischen Versagens befaßt und ganz offen von den fundamentalen Sorgen und ängstlichen Fragen spricht, die heute das britische Volk angesichts der Niederlage in Libyen bewegen. Das Blatt weist auf die versönliche Unfähigkeit einzelner hin, um damit die Unzulänglichkeit des gesamten britischen Kriegsapparates anzuprangern. Die eigentlichen Ursachen für Englands militärische Fehlschläge seien zweierlei Art: falsche Vorstellungen von den neuzeitlichen Kampfmitteln an den höchsten Stellen der britischen Wehrmacht und deren Unfähigkeit, sich Neuerungen anzupassen und sich ihrer zu bedienen. In der Zivilverwaltung Englands stehe es nicht anders. Gleichzeitig bemüht sich aber die„Times“ die Kritik von Churchill selbst abzulenken, indem sie sagt, Mißtrauensanträge gegen die Regierung hätten in Friedenszeiten ihren Sinn gehabt er gehe ihnen aber ab, wenn das Land von einer Koalitionsregierung geführt werde. Mit anderen Worten: Churchill wälzt die Schuld wieder einmal von sich ab und sucht den Zorn des britischen Volkes auf die militärischen und zivilen Verwaltungsstellen hinzulenken, während er selbst wieder ungeschoren davonkommt. stellungen und Nachschubkolonnen durch Bombenvolltreffer zerstört und zersprengt. Durch unermüdlichen Einsatz gelang es ferner, den gesamten Nachschubverkehr des Feindes von Osten her empfindlich zu stören und teilweise ganz zu unterbinden. Auch die Versuche der Bolschewisten, während der Nachtstunden die eingeschlossenen Kräftegruppen aus der Luft zu unterstützen, scheiterten an der Aufmerksamkeit der deutschen Jäger, die zahlreiche Transportflugzeuge abschossen. So konnte der sich zäh verteidigende Feind, durch die Zusammenarbeit von Heer und Luftwaffe auf engstem Raum zusammengedrängt, in Teilgruppen zerschlagen und schließlich endgültig vernichtet werden. Aus den Einzelmeldungen der deutschen Truppenteile, die im Wolchowkessel Die große Kesselschlacht am Wolchow Vergebliche Durchbruchsversuche von Offizieren und Kommissaren Empfang der Kampfgruppe Haase durch Reichsminister Dr. Goebbels DRB Berlin, 29. Juni. Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Montag in den Räumen des Reichspropagandaministeriums die Kampfgruppe aus dem Osten, die er in seiner Eigenschaft als Gauleiter von Berlin zu einem mehrtägigen Besuch in die Reichshauptstadt eingeladen hat. In angeregter Unterhaltung ließ er sich von den Kampferlebnissen der Offiziere und Männer eingehend berichten. In einer kurzen Ansprache hieß Dr. Goebbels seine Gäste auf das herzlichste willkommen; mit der Einladung nach Berlin solle zugleich auch der Dank des ganzen deutschen Volkes seinen Ausdruck finden.„Was Sie und Ihre Kameraden", so betonte er,„in diesen Wochen und Monaten für den Ruhm der deutschen Waffen und für die Ehre und die Freiheit unseres Volkes getan haben, das wird zweifellos später einmal als eine der kühnsten Heldentaten dieses gigantischen Ringens in die Kriegsgeschichte eingehen.“ Der Führer der Kampfgruppe, Ritterkreuzträger Oberleutnant Haase, sprach den Dank seiner Männer für die Tage aus, die sie in Berlin verleben durften; er übergab dem Minister für das Deutsche Rote Kreuz einen innerhalb der Stützpunktbesatzung gesammelten Geldbetrag in Höhe von 1111 RM. Dem Empfang wohnten auch Staatssekretär Gutterer, der Stadtkommandant von Berlin Generalleutnant Haase, der Stabsleiter der Reichspropagandaleitung Hadamow= sky, Gaustabsamtsleiter Schach und Reichsintendant Dr. Glasmeier bei. Offiziere und Soldaten der Stützpunktabteilung waren zu Mittaa Gäste von Reichsminister Dr. Goebbels. die 2. sowietische Stoßarmee vernichteten, ergibt sich ein Bild von den schweren blutigen Verlusten des Feindes. So schlug ein einziaes Bataillon eines ostpreußischen Infanterieregiments in fünf Tagen 24 starke feindliche Angriffe, die von massiertem Artilleriefeuer unterstützt waren, zurück. Bei diesen Kämpfen verloren die Bolschewisten allein in dem Gefechtsstreifen dieses einen Bataillons 1200 Tote mehr als 300 Gefangene, fünf modernste Panzer, 30 Maschinengewehre und Panzerbüchsen. Auch aus den übrigen Trupvenmeldungen geht hervor, daß die blutigen Verluste des Feindes ein Vielfaches der Gefangenenzahlen ausmachen. Washington will Klarheit Die Bolschewisten sollen über die Frontlage Auskunft geben DRB Vigo, 29. Juni. In Newyork standen am Samstag die Nachrichten von der Charkow=Fcont im Vordergrund des Interesses. Die Eroberung des Eisenbahnknotenpunktes Kupjansk hat größte Beachtung gefunden, da die Sowiets damit eine der wichtigsten Marschall Timoschenko zur Verfügung stehenden Eisenbahnlinien verloren haben. Wie der Newyorker Nachrichtendienst berichtet, haben die Sowiets sich dem Drängen der Amerikaner auf vollständigere Mitteilungen über die Lage an der Front nicht mehr entziehen können. Sie haben infolgedessen als erstem ausländischen Offizier dem amerikanischen Militarattaché in Samara eine allerdings auf drei Tage beschränkte Reise an einen bestimmten Frontteil gestattet. Diese Reise erfolgte auf Grund eines kürzlich zwischen Washington und der Sowietunion geschlossenen Abkommens, in dem sich die Sowietunion verpflichtet, die USA besser zu unterrichten, als dies bisher der Fall gewesen ist. In Washington mißtraut man also offensichtlich den sowietischen Angaben über die militärische Lage und will sich endlich einen Ueberblick verschaffen. Ob dies durch eine dreitägige Reise an einen vereinzelten Frontabschnitt geschehen kann, steht allerdings dahin. Der spanische Außenminister Serrano Suner traf nach 18tägiger Abwesenheit von seiner Reise nach Italien wieder in Madrid ein. Pulerrunsche Wendeplatter! Zwangsarbeit für die Eingeborenen der englischen Kolonien Fremde Tiere- fremde Amwelt In der Meeresabgeschiedenheit der Insel Kreta Von Kriegsberichter Herbert Duckstein PK. Auf einer fremden Insel beschäftigt der Soldat sich mehr als sonst mit Gedanken an die Heimat, denn zwischen Fremde und Heimat steht das Meer wie eine Mauer. Der Gedanke an die ferne Heimat aber kann zu einer um so drückenderen Last werden je mehr die Nähe unbekannte Fremde bleibt. Den Soldaten muß es bedrücken, wenn er immer wieder etwa vor Pflanzen hintritt, die er nicht kennt, und von deren Leben er nichts weiß. Sofort steht das Bild des deutschen Waldes vor ihm auf, in dem jeder Baum ihm ein Vertrauter ist, sieht er grüne Wiesen vor sich, deren Blumen er beim Namen nennen kann. Indem er Fremde zu erkennen sucht, lernt er zugleich höher bewerten, was die Heimat ihm er schätzen, was ihm zu Hause selbstverständlich war, tritt im Vergleichen alles, was zum Besitz der Heimat gehört, in ein helleres Licht. Zugleich wird ihm das Fremde vertrauter, und allein dem, was er kennt, wird er auch vertrauen können. Deutsche Soldaten in der Meeres=Abgeschiedenheit der Insel Kreta geistig zu betreuen, das bedeutet darum auch. gerade hier, ihnen die fremde Umwelt zu entratseln, und, wo es immer gelingt. Beziehungen zur Heimat nachzugehen. Noch am leichtesten gelingt dies bei der Tierwelt. Sie ist nicht so reich an Arten wie die Pflanzenwelt. und ihre Beziehungen zur deutschen Fauna sind leichter zu erkennen. Der deutsche Soldat hört etwa davon, daß es in den hohen Bergen der Insel und auf den menschenleeren Eilanden davor noch Wildziegen geben soll. Wenn er dann aus dem Munde sachkundiger Mittler erfährt, daß zwischen diesen für ihn sagenhaften, unbekannten Wildziegen und unserer deutschen Hausziege verwandtschaftliche Beziehungen bestehen, so geDNB Gens. 29. Juni Gegen die Einführung der Zwangsarbeit in den englischen Kolonien wendet sich eine Zuschrift an den„Manchester Guardian". Die Einführung der Zwangs= arbeit in der Kolonie Kenia, die vor einigen Monaten erfolgte, hätte in ganz Enaland einen Sturm der Empörung ausgelöst. Aber trotzdem wurde der Grundsatz der erzwungenen Arbeit auf weitere Gebiete ausgedehnt. Mit der Ausbreitung dieser Arbeitsmethode werde auch die Art ihrer Anwendung grausamer. Auf Kenia sei Nordrhodesien gefolgt mit einer beschränkten Arbeitspflicht für die Landwirtschaft; dann sei Nigeria an der Reihe gewesen, wo die Zwangsarbeit nach dem Verlust Malayas mit der Begründung eingeführt wurde, die Zinnproduktion müsse erhöht werden. Dabei seien, so heißt es in der Zuschrift weiter, in den Minen Nigerias weniger als 50000 Arbeiter beschäftigt, die auch ohne irgendwelche Zwangsmaßnahmen freiwillig sich zur Arbeit melden würden. böte man ihnen nur eine ausreichende Bezahlung und anständige Arbeitsbedingungen. Obgleich die Zinnpreise erhöht worden seien, wurden die Löhne in den Bergwerken, die durchweg Privatbesitz sind, immer noch„überprüft". Jetzt werde auch in Südrhodesien die Zwangsarbeit eingeführt, und zwar auf den Farmen der Europäer. Wieder werde keine Rücksicht genommen auf die Eingeborenen, obgleich England die Konvention gegen, die Zwangsarbeit unterschrieben habe. In Sierra Leone sei zwar die Zwangsarbeit bisher noch nicht eingeführt worden. aber die Arbeiter hätten hier wenig Rechte. Niemand frage die schwarzen Arbeiter, so betont die Zuschrift zum Schluß, was sie zur Einführung der Zwangsarbeit sagten. Sie hätten auch keine Möglichkeit, ihren Abscheu auszudrücken, da sie in den Regierungen der Kolonien keine Vertretung besäßen. Ein ADert geyen 18 Sampfer Mehr als eine Viertelmillion Tonnen von einem A-Boot versenkt Von Kriegsberichter K. E. Weis DRB. Bei der Kriegsmarine, Juni 1942. (PK.) Irgendwo auf dem weiten Atlantik zwischen Amerika und Europa schaukelt ein U=Boot. Die 7. Feindfahrt dieses Bootes geht ihrem Ende entgegen Seit der Fertigstellung ist das Boot nun am Feind. Nach jeder Unternehmung nur eine kurze Pause, gerade ausreichend für die Brennstoff=, Torvedo= und Proviantübernahme sowie für Revaraturen. Voll einsatzfähig, wie am ersten Tage ging es dann immer wieder hinaus auf den Atlantik, nach dem hohen Norden, in das Seegebiet um Island, rings um England, an die Westküste von Afrika, nach der amerikanischen Seite des Atlantiks, vor Kanada, Newyork, Philadelphia. in den Golf von Mexiko, ins Karibische Meer. Tausende und Abertausende von Meilen— ein Vielfaches des Erdumfanges— hat dieses Boot schon zurückgelegt. Millionen und Abermillionen Umdrehungen machten seine Schrauben, angetrieben von den unermüdlich stampfenden Dieselmotoren oder von den E=Maschinen, je nachdem U.. über oder unter Wasser fuhr. Wochen und Monate dauerten die Feindfahrten inmitten des von Stürmen aufgewühlten Atlantiks, bei Schneestürmen und Hagel, in der feuchten Hitze des Karibischen Meeres, wo die Temperatur im Boot bis zu 50 Grad stieg. 10000 Kilometer war dieses Boot zuweilen von daheim entfernt. Ganz auf sich selbst angewiesen, ohne Hilfe, wenn es je manövrierunfähig gewesen wäre. Oft schien es soweit zu sein, wenn Fliegerund Wasserbomben krachten, wenn feindliche Dampfer das Artilleriefeuer erwiderten. Auf jeder Fahrt gab es kritische Minuten und Stunden. Doch das Können des Kommandanten, das Durchhalten der Besatzung und die Bauart des Bootes triumphierten über jede Abwehr des Gegners. Weder Luftaufklärung noch Bomber, weder Bewacher noch Zerstörer konnten verhindern, daß dieses einzelne Boot bisher 49 Dampfer mit 275000 BRT versenkte; 49 Dampfer, allein oder im Pulk fahrend, aus Geleitzügen heraus. mitten auf dem Atlantik oder angesichts der amerikanischen Küste. Einst dauerte es Tage, ja Wochen, bis ein feindlicher Dampfer des Weges kam. Dann wieder konnten fünf Frachter in kurzer Zeit versenkt werden. 49 Dampfer auf dem Meeresgrund, mehr als eine Viertelmillion Tonnen versenkt— durch ein unscheinbares Boot. Das ist mehr als die Hälfte der Schiffe die Deutschlands größte Reederei, die Hapag. bei Kriegsausbruch besaß. 275000 BRT, das sind 350000 Ladetonnen oder der Laderaum von 466 Güterzügen zu 50 Wawinnt für ihn die Frage an Bedeutung und an Dringlichkeit. Er läßt sich erklären, daß die Wildziege ein Hochgebirgstier ist, das von den Pyrenäen über die Alpen bis in die asiatischen Gebirge hinein verbreitet ist. In den Alpen trage es den Namen Alpensteinbock im AegaisRaum und in Kleinasien heiße es BezoaZiege. Die Bezoa=Ziege sei nicht einmal so sehr ihres schmackhaften Fleisches wegen, sondern auf Grund eines menschlichen Aberglaubens stark verfolgt und ziemlich ausgerottet worden; in ihrem Magen befänden sich nämlich Ablagerungen organischer Art, sogenannte „Steine“, die als Heilmittel gegen alle möglichen menschlichen Gebrechen gelten. Unsere Hausziege, mit der Bezoa=Ziege zwar verwandt, stamme direkt von einer Ziege ab, die in ihrer Wildform nur noch in wenigen Vertretern auf einer kleinen Insel in der Gruppe der nördlichen Zykladen vorkomme. Sie sei die eigentliche Stammform der in Deutschland verbreiteten Hausziege. Der Soldat, dessen Teilnahme an diesen Dingen nun einmal geweckt ist, geht der Frage weiter nach; er hört, daß auf Kreta zwischen vier verschiedenen Ziegenarten unterschieden werden müsse: zwischen der eigentlichen Wildziege, der Hausziege der verwilderten Hausziege und endlich Mischlingen zwischen Wildziegen und verwilderten Hausziegen. Er stößt damit auf eine neue Merkwürdigkeit: auf das Vorkommen von verwilderten Hausziegen. Das verhält sich so: Im kretischen Hochgebirge und besonders auch auf der weit ins Meer vorstoßenden Halbinsel im Norden Kretas werden die Hausziegen zu Weidezwecken ausgesetzt. Schaden können sie nicht anrichten, weil die von dornigem Gestrüpp bewachsenen Felshänge mit Kulturflächen in unserem Sinne nicht das mindeste gemein haben. Die Ziegen entziehen sich dort nach und nach immer mehr der menschlichen Beeinflussung. Der Hirt der die Herden manchmal noch begleitet, selber ein halber Nomade, Bewohner von Kalksteinhöhgen oder aneinandergereiht, 23.000 Güterwagen— eine Strecke von Berlin bis Dresden! Zu diesem Schiffsraum, den die feindliche Kriegführung einbüßte, kommen noch die Baukosten der 49 Dampfer sowie der wirtschaftliche und militärische Wert der versenkten Ladung. Nur ein Beispiel: ein Tanker unter den 49 Dampfern hatte 25000000, ein anderer 15000=000 Liter Benzin an Bord. Schon daraus ist zu ermessen, wie sich ein U=Boot„bezahlt macht" und welchen Schaden eine nur 50 Mann zählende Besatzung dem Gegner zufügt. 40 Dampfer waren von U... versenkt, als es zu dieser 7. Feindfahrt auslief. Mit neun Wimpeln kehren wir zurück aus dem Karibischen Meer. 49 Dampfer— 275000 BRT; es ist nicht das meiste, was unsere Feinde bis jetzt durch ein U=Boot verloren haben— wohl aber ein Anhaltspunkt für die richtige Betrachtung der gewaltigen Gesamterfolge unserer U=Boot=Waffe. Tschungking=Division geschlagen DNB Tokio, 29. Juni. Der Befehlshaber der japanischen Flotte auf dem Janatse zog in Begleitung seines Stabes am Samstag in Jaotschou ein und besichtigte das japanische Flottenlandungskommando, das die Stadt am 26. 6. am Abend besetzte. Die japanische Landungsabteilung schlug am Morgen des 26. 6. nach der Landung in Patzunao die 147. Division der 21. Tschungking=Armee und drang in Jaotschou ein. Der Feind ließ 200 Gefallene auf dem Kampfplatz zurück. Weiterer Vormarsch in Zentralchina Domei meldet von einem japanischen Stützpunkt in Zentralchina, daß nach Frontberichten von der Kiangsi=Front japanische Kolonnen von Putschau aus am Montag um die Mittagszeit nach Süden vorstießen. Sie erstürmten Lungkutu, das etwa 23 Kilometer südlich von Putschau liegt. Eine weitere japanische Einheit kämpfte sich bis Montagmittag zu einer Ortschaft durch, die in der Nähe von Joki liegt. Wie Reuter amtlich aus Melbourne meldet, wurde der Zerstörer„Nestor" im Verlaufe der heftigen See= und Luftschlacht am 15. Juni versenkt, als er einen Geleitzug eskortierte. Die Regierung des Vizekönigs in Indien hat verfügt, daß die kommunistischen Gefangenen in den verschiedenen Provinzen Indiens freigelassen werden. Die Regierung Madras gab 31 kommunistische Gefangene frei. len und den Halbruinen verlassener Häuser, besitzt nicht ausreichende Mittel, seine Herde immer gehörig zusammenzuhalten. Haufig entziehen sich darum einzelne Tiere der menschlichen Obhut die sie gelernt haben. entbehren zu können. Die allmählich mehr und mehr verwilderten Hausziegen pflanzen sich dann nicht selten mit echten Wildziegen fort, und schon die Jungtiere sind nach Art des echten Wildes sinnesscharf und flüchtig. Sie ziehen sich in die unbewohnbaren Teile des Hochgebirges zurück und werden ganz in den Lebensgewohnheiten der Wildziege groß. In den meisten Fällen sind demnach die auf Kreta in freier Wildbahn erlegten vermeintlichen Wildziegen entweder verwilderte Hausziegen oder Mischlinge zwischen diesen und echten Wildziegen. Die auch nur gelegentliche Beschäftigung des Soldaten mit dem, was um ihn herum kriecht und fliegt, führt ihn nicht nur zu geistig gewinnbringenden neuen Erkenntnissen, sondern sie lehrt ihn auch, die Heimat und ihre reiche Erscheinungswelt in ganz neuem Zusammenhang zu erblicken. Ein königliches 500 Jahre französische Spielkarten Wenn die deutschen Soldaten in kurzen Ruhepausen in den Unterständen Rußlands oder in den Zelten unter afrikanischem Himmel oder auch auf langer Bahnfahrt einen„Grand mit Vieren“ auf die zusammengedrückten Knie knallen, so denken sie bestimmt nicht daran daß das Kartenspiel, das ihnen heute ihre Freizeit vertreibt, in diesen Tagen schon seinen 500. Geburtstag feiert. In der Tat wurde das Spielen mit Karten unter dem französischen Konia Karl VI. im Jahre 1392 erfunden. aber erst 50 Jahre später— also 1442— nahm es die Form an. unter der wir es heute noch kennen. Das Kartenspiel wurde am Hofe Karls VII. schnell beliebt und blieb eine Zeitlang Das Gespenst Tennagenungeie Die britische Niederlage in Nordafrika hat, wie die Londoner Presse selbst zugibt, das englische Volk in hellen Zorn versetzt und stärker erregt, als seinerzeit der Verlust Singapurs und die Kanaldurchfahrt der deutschen Schlachtschiffe. Die Beschwichtigung dieser Erregung war wohl der Hauptzweck der Erklärung, die Churchill nach seiner Rückkehr aus Washinaton über seine Besprechungen mit Roosevelt veröffentlicht hat. Schon jetzt aber läßt sich sagen, daß diese dürftige und lendenlahme Erklärung kaum einen wirksamen Trost für die„zornigen Briten" darstellt. Ueber den Fall Tobruks und den Vorstoß Rommels nach Westägypten verliert Churchill nicht ein einziges Wort, und auch für die übrigen Sorgen, die das englische Volk heute bewegen, kann Churchill keine nennenswerte Abhilfe versprechen. Wenn er auch im krassen Gegensatz zu der militärischen Entwicklung, die gerade während seines Aufenthaltes in Washinaton vor sich gegangen ist, wahrheitswidrig versichert, daß das Gesamtbild der Lage für die Alliierten günstiger sei, als es bei seinen früheren Zusammenkünften mit Roosevelt im August und im Dezember vergangenen Jahres der Fall war, so zeigt doch die Erklärung über den Inhalt der Washingtoner Gespräche keineswegs den sonst so üblichen siegesgewissen Ton. Vor allem ist es bezeichnend, daß er die Nachteile der Kriegführung in den Vorderarund schiebt und nur von Plänen zur Beseitigung der Schwierigkeiten spricht. Die Produktion von Kriegsmaterial hat nicht, wie zugegeben wird, die gelbünschte Leistung ergeben, und auch den Sowiets wird nur das vage Versprechen gemacht, daß man sich bemühen werde. die deutschen Kräfte von dem Angriff auf Rußland abzulenken. Vor allem aber ist das wichtiaste Problem, die Transportfrage, ungelöst geblieben, ja, Churchill und Roosevelt müssen sich zu dem Geständnis bequemen, daß die U=Boot=Kriegführung der Achse weiterhin schwere Opfer an Frachtschiffen fordert. Und ihre einzige Hoffnung besteht darin, daß es ihnen gelingen möchte, die Schiffsproduktion zu steigern und durch neue Maßnahmen der Flotte die Verluste an Handelsschiffen weiter zu vermindern. Inzwischen hat die neue Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht über die Versenkung von 16 Schiffen mit 107000 BRT bewiesen, daß alle Konfecenzen die Schiffsraumnot der„vereinigten Nationen“ nicht zu heben vermögen. Obwohl sich die amerikanische Abwehr erheblich verstärkt hat, wird der Kampf gegen die Versorgungsschiffahrt des Feindes durch die deutschen U=Boote auf allen Meeren mit steigendem Erfolg weiter geführt. Unablässig sind die deutschen und italienischen U=Boote am Feind wobei sich ihr Kampf vor allem gegen die Seeverbindungen des Gegners im Atlantik und in den angrenzenden Gewässern des amerikanischen Küstenraums richtet. Stündlich ist der Gegner den Angriffen der Unterseeboote ausgesetzt, und unaufhaltsam wird sein Schiffsraumbestand geringer. Alle Konferenzpläne, die immer stärker werdende U=BootGefahr zu bannen, sind angesichts der nicht abreißenden Schiffsversenkungen zum Scheitern verurteilt. Wie ernst sich die Schiffsraumnot auch für die USA gestaltet, beweist die Tatsache, daß Roosevelt neuerdings sich auch die Verheimlichungsmethode Churchills zu eigen gemacht hat und bei der letzten Flottendebatte des USA=Senats zum ersten Male seit 18 Jahren die Galerie für die Oeffentlichkeit geschlossen hat. Es muß wahrhaftig schon schlimm stehen, wenn man im„freiesten Lande der Welt" zu solchen, den demokratischen Gepflogenheiten hohnsprechenden Maßnahmen schreiten muß. nur der Hofgesellschaft vorbehalten. Für diese hatten die Karten eine ganz besondere Bedeutung, denn mit den bunten Bildern spielten sie buchstäblich Persönlichkeiten degeneinander aus. Der„König" des Kartenspiels war nämlich im Anfang wirklich eine Abbildung Karls VII. Die„Königin" war seine Gattin Maria von Anjou und die Karodame seine Favoritin Angnés Sorel. Die vier Buben trugen die Züge von Rittern der Zeit Karls des Grozen, nämlich von La Hire und Hector. von Lancelot und Ogier. Das„As“ dagegen war aus der römischen Vorstellungswelt entlehnt, denn es war ja eine römische Meßeinheit und verfinnbildlichte den Staatsschatz. Daraus erklärt sich der hohe Wert dieser so einfachen Karte, vor der selbst der König kapitulieren mußte. Interessant war vor allem das Bildnis der Pikdame. Sie stellte ursprünglich niemand Geringeren als die Jungfrau von Orleans dar. was durchaus keine Herabsetzung dieser französischen Nationalheldin bedeutete, denn es war eine Ehre auf den Bildern dieses höfischen Spiels dargestellt zu sein. Die Spieler der damaligen Zeit sahen in der Pildame keineswegs jene„schwarze Frau", vor der man sich in acht nehmen muß, da sie die Menschen um ihr Lebensglück bringen will, wie später in dunklen Hinterhäusern die Kartenlegerinnen mit heiserem Flüstern ihren Opfern erzählten. die sich heimlich zu ihnen schlichen. 500 Jahre sind nun seit der Erfindung des Kartenspiels vergangen. Es ist längst nicht mehr den Hofkreisen vorbehalten, sondern hat in den vergangenen Jahrhunderten seinen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. Und so mannigfach die Spiele sind, die heute mit den bunten Bildern gespielt werden. so verschieden sind die Hande, die diese Karten halten. aber die Freude und die Entspannung, die sie allen bringen, ist die gleiche geblieben und wird auch trotz aller neuen Erfindungen in der Zukunft die gleiche bleiben. Fichte an alle Deutschen: Die Ehre eines Volkes ist sein Brot und seine Krone. In ihr liegt das ganze Erbe der Väter umschlossen wie im Siegelring. Wofür die Ahnen gearbeitet Tag und Nacht, gesorgt von Geschlecht zu Geschlecht, das haben sie uns anvertraut, daß wir's mit heiliger Hand bewahren, mehren und jederzeit verteidigen werden. Niemand soll es uns später vorwerfen, wir hätten keinen Sinn für den Stolz gehabt, ohne den ein Mann und Volk nicht atmen noch siegen können. Die Ehre der Nation ist so zart wie unsere Haut und so sein wie einer Saite Ton; zugleich ist sie unbeugsam und hart wie Stahl. Schwerte, 30. Juni 1942. Die„dünne“ Zeitung Schlankheit gehört zur neuen Lebensform, und dünne Menschen schlängeln sich leichter durch das Leben als dicke. Nur wenn die Zeitung einmal ekwas „dünner“ ist als sonst, dann erheben sich gleich die Meckerer von ihren Ruhesesseln und schimpfen, weil sie für ihr Geld nicht mehr denselben Zeitungsumfang vorgesetzt bekommen wie früher. Das sind die Unersättlichen, die am Schreibtisch die Kriegslage verbessern und noch gar nicht wissen, daß sie im Kriege und unter kriegsbedingten Verhältnissen leben. Die Frage nach der„dünnen“ Zeitung ist die gleiche, als wenn jemand ergründen wollte, warum es Raucherkarten und Lebensmittelkarten gibt und wann das einmal wieder anders wird. Zu den kostbarsten Stoffen gehört heute das Holz, der Grundstoff des Zeitungspapiers. Jedes Kind weiß, wie kriegswichtig dieser Stoff für uns ist. Und wenn man sich einmal klar überlegt, wie unendlich viel größer der Papierverbrauch in Kriegszeiten allein durch das MarkenRationierungssystem geworden ist, so müßte einem ja doch die Erleuchtung kommen, daß irgendwo eine Einsparung an Papier ein dringendes Gebot der Stunde ist. Ob wir nun für die Spinnstoffsammlung Textilien als neue Reststoffe sammeln und spenden oder uns täglich mit einer„Dünnen“, aber noch immer reichhaltigen Zeitung begnügen, es kommt stets auf denselben Nenner heraus: es geschieht um des Sieges, also um Deutschlands willen. P. H. Tageschront * Angestellt. Studienassessor Walter Wienken wurde zum 1. Juli d. J. an der Städtischen Oberschule für Jungen in Schwerte als Studienrat angestellt. - Gartenspitzbuben an der Arbeit. In der letzten Zeit mehren sich wieder die Fälle, wo Langfinger in der Dunkelheit ihnen nicht gehörige Gärten heimsuchen und die reifenden Früchte, die schon lange die Freude ihrer Besitzer sind, brutal abreißen und stehlen. So können wir heute melden, daß in den Gärten am Sportplatz 06 und zu beiden Seiten der Iserlohner Straße in den letzten Tagen eine ganze Anzahl von Beerensträuchern geplündert und ihrer Früchte beraubt worden sind. Stachelbeeren, Erdbeeren und andere Früchte wurden in einzelnen Fällen bis zu 20 Pfund entwendet. Die Täter benutzen meist die späten Abendstunden, wo in diesen abseits gelegenen Gärten keine Eigentümer mehr tätig sind oder sich dort aufhalten. In einem Falle sind die Täter erkannt. Sie werden zur Anzeige gebracht werden und haben eine empfindliche Strafe zu erwarten, denn die Reichsregierung hat eine Verordnung erlassen, daß Feld-(und natürlich auch Garten=) diebstähle in Wiederholungsfällen sogar mit dem Tode bestraft werden können. Das Bedauerliche ist, daß die Mehrzahl dieser Gartenräuber nicht etwa aus Hunger stehlen, sondern um die gestohlenen Früchte weiter zu verkaufen, um sich Geld zu verschaffen. Wer in einem der angeführten Fälle verdächtige Personen dort oder in der Nähe gesehen hat oder sonst Angaben zur Sache machen kann, wende sich vertrauensvoll an die hiesige Kriminalpolizei, die seine Mitteilungen vertraulich behandeln wird. Das Deutsche Rote Kreuz. Bereitschaft m. 1. Juli, 19 Uhr: Ausbildung der Feldschere der H3. Ortsgemeinschaft fällt im Monat Juli aus. - Die Post auf Reisen. Wer verreist und seine Post ohne Verzögerung nachgesandt haben will, teilt seinem Zustellamt den neuen Aufenthaltsort und seine neue Wohnung mit. Amtliche Formblätter hierfür geben die Postanstalten und Zusteller kostenlos ab. Er muß die neue Wohnung im Nachsendungsantrag genau und vollständig bezeichnen und, wenn er erst später eine Wohnung bekommt, die Angaben bei den Postanstalten seines Aufenthalts= und Heimatortes so rasch wie möglich nachholen. Eine Mahl= und Brotkarte für Selbstversorger. Mit der 39. Zuteilungsperiode, also vom 27. Juli an, wird für Selbstversorger eine Reichs=Mahl= und Brotkarte eingeführt, die gegenüber bisher eine wesentliche Vereinfachung des Verfahrens bringt. Die Karte gibt dem Selbstversorger grundsätzlich die Möglichkeit, sich für das Lohn= oder Umtauschverfahren bei der Mühle oder für den Kauf von Mehl oder Brot beim Bäcker oder Verteiler zu entscheiden. Die Karte wird für jede Zuteilungsperiode neu an die Selbstversorger in Getreide ausgegeben, ist jedoch jeweils für drei Zuteilungsperioden gültig. Der unterschiedlichen Selbstversorgerration in verschiedenen Gebieten, deren Höhe der Schwere der Landarbeit entspricht, ist bei der Gestaltung der Karten auch weiterhin Rechnung getragen. Die Mahl= und Brotkarte kann auch in Reise= und Gaststättenmarken für Brot umgetauscht werden, wenn hierfür ein Bedürfnis besteht. Päckchen jetzt selbst abholen! Mit Rücksicht auf die augenblickliche Personallage ist das Postamt leider nicht mehr in der Lage, die Päckchen in vollem Umfang zustellen zu lassen. Sie müssen deshalb von den Empfängern, die durch einen Benachrichtigungszettel von dem Eingang benachrichtigt werden, beim Postamt abgeholt werden. Der Schwerter Hauptwochenmarkt Der Auftrieb von Obst und Gemüse auf dem Sonnabend=Markt war sehr bescheiden. Wie schon betont, wurden bis 10 Uhr nur an einem Stand Kohlrabi verkauft. Gurken und Tomaten wurden in befriedigendem Maße angefahren. Sonstiges Gemüse— mit Ausnahme von Pflanzgemüse, das reichlicher vorhanden war— war bis 10 Uhr nicht zu finden. Obst, ausschließlich Tomaten, glänzte bis dahin durch völlige Abwesenheit. Marktpreise: Tomaten je Pfund 40 und 80 Pfg.; Schlangengurken 64 Pfg.; Flaschengurken 30 Pfg.; Kohlrabi das Stück 17 und 12 Pfg. Gemüsepflanzen: Kohlrabi 25 Stück 20 Pfg.; zur gleichen Menge und gleichem Preis wurde Rot= und Weißkohl verkauft. Astern wurden mit 5 Pfg., aber auch mit 10 Stück zu 25 Pfg. verkauft. Kein Sirertrauf venn=Erzeuger Auch ein Beitrag zur Sicherung der Volksernährung— Bedarf der Wehrmacht, der Zivilverbraucher und der Industrie geht vor— Verzicht auf Vorteile aus eigener Bereitschaft Es ist an sich verständlich, daß jede Hausfrau, vor allem wenn sie Mutter zahlreicher Kinder ist, darauf bedacht ist, ihren Lieben den Tisch auch in der heutigen Zeit immer reichlich und abwechslungsreich zu decken. Deshalb wird jede Gelegenheit ausgenutzt, sich in den Besitz nicht rationierter Lebensmittel zu bringen; denn da sie nicht bewirtschaftet sind, glaubt. mancher so viel davon erwerben zu dürfen, wie er auftreiben kann. Rein sachlich ist er vielleicht nicht einmal im Unrecht.— Aber gibt es nicht auch noch andere Gesichtspunkte, nach denen man eine solche Denk= und Handlungsweise heute beurteilen muß? Inzwischen ist nun ein Verbot des Direktverkehrs zwischen Erzeugern und Verbrauchern ergangen, weil durch das Überhandnehmen dieses Direktverkehrs unvorstellbare Mengen an Obst und Gemüse verloren gegangen sind und statt der Volksversorgung zu dienen, nur eigensüchtige Zwecke einzelner— hinsichtlich Geldbeutel, Zeit und „Verbindungen“ günstiger gestellter Volksgenossen— erfüllt haben. Gewiß, auch in Friedenszeiten hat es schon einen solchen Direktverkehr gegeben, aber er hielt sich in natürlichen, gesunden Grenzen und galt entweder dem Verkauf am Ort oder dem Versand größerer Mengen, z. B. etwa Apfel= oder Kohlvorräte für den Winter. Bei dem inzwischen erfolgten Überhandnehmen des Direktverkehrs konnte aber von keiner gesunden und natürlichen Verkaufsform mehr die Rede sein, sondern nur noch von volkswirtschaftlich schädlichen Auswüchsen. Sie ließen 1941 die dem Markt und damit der Volksversorgung zugeführten Mengen an Obst, beispielsweise bei Apfeln und Birnen um 25 vH., bei Süßkirchen gar um 60 vH. und bei Erdbeeren um 50 vH. bei gleich guten Ernten zurückgehen. In einem geschlossenen Obstanbaugebiet gingen allein 50000—75 000 Dz. Apfel auf diese unkrollierbare Weise in 10 Tagen der Volksernährung verloren, ehe der Direktverkehr für dieses Gebiet durch örtliche Polizeiverordnung verboten werden konnte. Wie sich diese Zahlen volkswirtschaftlich auswirken, zeigt am besten die Tatsache, daß der für Front und Heimat gleich wichtigen Marmeladenindustrie 1939 noch für die Herstellung von 120000 Tonnen Pulpe Apfel aus deutscher Erzeugung zur Verfügung gestellt werden konnten; 1941 dagegen war dies aus den genannten Gründen trotz gleicher Ernteanfälle für nur 19000 Tonnen möglich! Es gilt zu bedenken, daß drei große Verbrauchergruppen von gleich großer Bedeutung versorgt sein wollen: die Wehrmacht, die Zivilverbraucher und die vor allem für die Wehrmacht arbeitende Obst= und Gemüse=Verwertungsindustrie. Die gerechte Befriedigung der Ansprüche aller drei Verbrauchergruppen ist aber nur dann möglich, wenn die Erzeugnisse von zentraler Stelle aus erfaßt und gleichmäßig den Märkten zugeleitet werden, d. h. von den Erzeugern in geschlossenen Anbaugebieten den Sammel= bzw. Bezirksabgabestellen zugestellt und von dort aus in die Verbrauchergebiete geleitet werden. Nur dann können sich die außerordentlich großen Anstrengungen des Gartenbaues, die trotz mancher kriegsbedingter Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Saatgut, Arbeitskräften, Maschinen, Dünge= und sonstigen Betriebsmitteln aus der abermals um 50 vH. gegenüber 1941 erweiterten Gemüseanbaufläche deutlich zu erkennen sind, so auswirken, daß sie tatsächlich auch für den einzelnen Kleinverbraucher spürbar werden, obgleich dem erhöhten Bedarf der Wehrmacht, der für die Wehrmacht arbeitenden Verwertungsindustrie und der Lazarette vordringlich entsprochen wird. Pflicht aller Verbraucher ist es deshalb, diese Bestrebungen nicht nur aus Angst vor Strafe zu unterstützen, sondern in Erkenntnis der kriegsentscheidenden Bedeutung der gesicherten Gemüse= und Obstversorgung unseres Volkes aus innerer Bereitschaft heraus freiwillig auf eigennützige Vorteile zu verzichten und Disziplin zu wahren. J. G. Bilse für die Landsrau Aufruf der Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink Die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz=Klink erläßt folgenden Aufruf zur Erntehilfe: Wieder steht die Landfrau vor schwerer Erntearbeit, und mehr noch als in den vergangenen Jahren ist es Ehrenpflicht jeder Frau, die noch über Freizeit verfügt, unseren tapferen Bäueriünen zu, helfen. Es bedarf heute keiner Erklärung mehr, was die sichere Einbringung der Ernte bedeutet, es ist daher selbstverständlich, daß den Landfrauen jede Unterstützung zuteil werden muß, deren die Kameradschaft aller deutschen Frauen fähig ist. Daher rufe ich alle Frauen auf, die auch in diesem Sommer ihren Urlaub verbringen dürfen, einen Teil dieser Zeit denen zu geben, die seit Jahren schon nicht mehr an Erholung denken können. Wir erwarten die Hilfe der Frauen, die nur ihren eigenen Haushalt zu versorgen haben und einen oder einen halben Tag in der Woche für unsere Landfrauen erübrigen können, und wir begrüßen die berufstätigen Frauen und Mädel, die auf ihr Wochenende verzichten wollen. Ich wende mich an die„die ein schweres Geschick gezwungen hat, die Gastfreundschaft des Landes in Anspruch zu nehmen, und besonders an die, die mit Rücksicht auf Fliegerangriffe freiwillig ihren Wohnort verlassen haben, ihre nicht voll ausgefüllten Tage den ländlichen Haushalten zur Verfügung zu stellen. Da die Landfrau in diesem Sommer mehr noch als in den vorhergehenden zur Beaufsichtigung der Feldarbeit außer Haus sein muß, nehmen wir uns in diesem Jahre besonders der Kinder, des Haushalts, des Gartens und der Einmacharbeit an. Daß sich die Stadtfrau dabei jeglicher Kritik der Haushaltsführung der schwer schaffenden Bäuerin zu enthalten hat, ist dabei ebenso verständlich wie der Verzicht auf jeden Versuch, die Erntehilfe zu persönlichen Vorteilen zu mißbrauchen. Ich erwarte, daß alle Frauen mit dem Ernst, den die Zeit erfordert, überlegen, wie lange und wofür sie sich zur Verfügung stellen können. Die Anmeldungen nimmt jede Ortsfrauenschaftsleitung entgegen. HI im Gesundheitsdienst sen in den Gaststätten ermöglichen, ohne daß sich der Karteninhaber bei seiner Kartenausgabestelle Reiseund Gaststättenmarken zu besorgen braucht. Soweit die Kleinabschnitte nicht zu diesem Zweck benötigt werden, soll sie der Verbraucher zusammen mit den übrigen Abschnitten über größere Werte beim Einkauf verwenden. Vielfach wünschen die Verbraucher aber auf diese Abschnitte kleine und kleinste Mengen an Butter und Margarine. Die Ausgabe solcher Kleinstmengen kann dem Einzelhandelsgeschäft nicht zugemutet werden, weil dabei zwangsläufig Schwundverluste eintreten, für die der Kaufmann keinen Ausgleich erhält. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat deshalb schon im September 1940 bestimmt, daß der Einzelhandel nicht verpflichtet ist, Butter und Margarine in Mengen unter 50 Gramm abzugeben. Es ist selbstverständlich, daß die gleichen Voraussetzungen auch bei anderen Lebensmitteln, insbesondere bei Brot und Mehl, zutreffen. Auch hier können die Verbraucher billigerweise nicht verlangen, daß der Bäcker auf einige Restabschnitte der Reichsbrotkarte B ein oder zwei Scheiben Brot oder Kleinstmengen an Mehl ausgibt. Eiaustauschmittel ersetzen 800 Millionen Eier— Magermilch als Ausgangsprodukt Unsere Hausfrauen sind im allgemeinen in ihren Koch= und Backmethoden, besonders was die Verwendung von Ersatzmitteln angeht, sehr kritisch. Es stellt daher der Güte unserer Eiaustauschmittel das beste Zeugnis aus, wenn sich diese die Herzen unserer Frauen so schnell erobern konnten und überall gern gebraucht werden. Dabei wissen die wenigsten unter uns, woraus diese Eiaustauschmittel eigentlich herHerausgeber: Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung. - Hausfrauen, gebt eure Küchenabfälle dem Ernährungshilfswerk! Wenn das EHW bei euch die Küchenabfälle und Speisereste sammelt, dann denkt daran, daß auch die kleinste Abfallmenge in Speck und Fleisch umgewandelt werden muß. Der klare Menschenverstand sagt euch, was die EHW=Schweine alles fressen und was ihnen nicht bekommt. Sorgt auch dafür, daß das Abfallfutter immer frisch in den Haussammeleimer kommt. gestellt werden. Hierüber macht ein Aufsatz in der neuen Nummer der Zeitschrift„Der Vierjahresplan“ interessante Angaben. Unter den Eiaustauschmitteln sind im wesentlichsten drei Erzeugnisse zu nennen: Die Milei=Erzeugnisse, die unseren Hausfrauen bestens bekannt sind; der Eiaustauschstoff Syntova, der sich besonders im Backgewerbe bewährt hat, und der Milcheiweißschnee, der hauptsächlich von den Konditoreien und Bäckereien gebraucht wird. Bei den Milei=Erzeugnissen unterscheiden wir je nach dem Verwendungszweck drei Arten. Milei=weiß ist ein Austauschstoff für Hühnereiweiß; dabei entsprechen 3 Gramm dieses Mittels einem Hühnereiweiß. Milei=gelb wird an Stelle des Eigelbs gebraucht, und 8 Gramm dieses Austauschstoffes sind einem Hühnereigelb gleichzusetzen. Rileinachspeise ist eine Kombination von 40 vH. Milei mit 60 vH. Kartoffelmehl. Alle drei Milei=Erzeugnisse werden zu 90 pH. aus Magermilch und zu 10 vH. aus Molke mit einigen kleinen Zutaten anderer Hilfsstoffe hergestellt. Die Produktion hat einen bedeutenden Umfang angenommen und ersetzt heute einen wesentlichen Teil der im Frieden eingeführten Eier und Eiprodukte. Neuerdings werden auch in den besetzten Gebieten Erzeugungsstätten errichtet. Der Eiaustauschstoff Syntova wird unter Verwendung der Eiweißstoffe der Milch, die nach einem besonderen Verfahren und unter Benutzung eines Spezialpektins, dem sog. Lattopekt, gewonnen werden, hergestellt. Der Milcheiweißschnee benutzt als Ausgangsprodukt den Quark, der nach einem einfachen, von einem Berliner Konditormeister entwickelten Verfahren behandelt wird. Dabei gewinnt man aus einem Kilo Quark etwa 2 Kilo Milcheiweißschnee. Die Gesamterzeugung an Eiaustauschstoffen auf Milchgrundlage entspricht heute etwa der Produktion von 800 Millionen Eiern. Sie haben sich so gat bewährt, daß sie auch nach dem Kriege in Gebrauch bleiben werden, um so mehr, als sie sich in mancher Beziehung dem Hühnerei überlegen gezeigt haben. P. St. Endbrinlase i nicht zu Vrracten Die Feldscher=Ausbildung der HI— Lehrgang beim Deutschen Roten Kreuz Die Ausbildung von Feldscheren der HitlerJugend hat jetzt im Kriege erhöhte Bedeutung gewonnen. Die Feldschere ersüllen in der Überwachung der Gesundheit in ihren Einheiten eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie müssen daher sorgfältig und umfassend geschult werden. In Hohenlimburg wird zur Zeit ein Ausbildungslehrgang durchgeführt, für den die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes ihre Lehrkräfte und Einrichtungen zur Verfügung gestellt hat. Die FeldscherAusbildung ist gleich dem Grundkursus des Deutschen Roten Kreuzes. In einem eingehenden, mehrere Wochen dauernden Lehrgang lernen die zukünftigen Feldschere den Bau und die Lebensvorgänge des menschlichen Körpers kennen. Von den DRK=Lehrkräften werden sie außerdem mit den verschiedenen Wunden und deren Versorgung sowie den einzelnen Verbänden vertraut gemacht. Den Abschluß des Lehrgangs bildet eine Prüfung, die von dem leitenden Arzt abgehalten wird. Hier muß jeder einzelne Junge sein Wissen und Können, das er während der Ausbildung erworben hat, unter Beweis stellen. Nach bestandener Prüfung erhält er das Feldscher=Abzeichen, das ihn auch äußerlich als Feldscher kenntlich macht. Seinen Feldscher= Ausweis, den er zugleich erhält, muß er neben seinem Gesundheitspaß ständig bei sich führen. Von Zeit zu Zeit finden Wiederholungskurse statt, die für laufende Auffrischung des Wissens sorgen. Die Ausbildung von HI=Feldscheren ist im Interesse der Wehrmacht, in deren Sanitätskolonnen die Jungen bei ihrer Einberufung Dienst tun können. Die Feldschere werden zunächst bei kleineren Fahrten, Sportfesten usw. eingesetzt. Später begleiten sie K9V= Transporte oder versehen in KLV= und anderen Großlagern ihren verantwortungsvollen Dienst. Mit Hilfe ihrer Koppeltaschen sind sie jederzeit in der Lage, ihren Kameraden bei Unglücksfällen usw. helfen zu können. Feldscher zu sein und anderen Hilfe bringen zu können ist eine schöne und wertvolle Aufgabel We. Kleinabschnitte nur für Gaststätten Auf den Reichsfettkarten sind Kleinabschnitte über 5 und 10 Gramm Margarine und Butter vorhanden. Diese Kleinabschnitte sollen die Einnahme von SpeiEs ist immer nützlich, die Blicke über den Gartenzaun hinauszuschicken und sich einmal wieder nach dem umzutun, was uns draußen auf der Wiese, am Bach oder am Waldrand entgegenwächst. Wir wollen nicht zu stolz dazu sein, uns ab und zu nach den Pflanzen zu bücken, die wir nicht selbst gebaut und gepflegt haben, sondern die uns die Natur völlig kostenlos und ohne Mühe anbietet. Dazu müssen wir allerdings einige Vorschriften beachten. Die Wiesen dürfen nicht zertreten, die Sträucher nicht beschädigt werden. Den Besitzer der Flur fragen wir vorher um Erlaubnis, für das Sammeln im Wald stellt das zuständige Forstamt einen Sammelschein aus. Aber auch die einzelne Pflanze muß schonend„abgeerntet“ werz den, um ihr nicht die Möglichkeit zu weiteren Entwicklung zu nehmen. Zudem können wir für unsere Zwecke nur die jüngsten und zartesten Blätter gebrauchen. Der späte Nachmittag ist zum Sammeln am. günstigsten, weil die Blätter dann durch die voraufgegangene Sonnenbestrahlung besonders gehaltvoll sind. Wir können auch nur trockene Blätter gebrauchen, die nicht von Tau oder Regen feucht sind. Um das Sammelgut nicht zu drücken, verwenden wir feste Behälter. Zahlreiche Pflanzen stehen bereit, um uns als Gemüse zu dienen. Der Wegerich bietet uns seine breiten, eirunden Blätter an; die Brennessel enthält in ihrem Grün wertvolle Stoffe, und wir wollen auch die Blattrosetten des Gänseblümchens und des Hirtentäschels nicht verschmähen. Auf der Wiese wachsen Löwenzahn und Huflattich, Rapünzchen und Schafgarbe, Sauerampfer und Vogelmiere, die wir alle gut gebrauchen können. Bei den meisten dieser Pflanzen sind die als Wildgemüse geeigneten Blätter am zartesten vor der Blüte, doch können wir Melde und Huflattich auch im Sommer suchen, die Gänseblume kann das ganze Jahr über, außer bei Frost, gesammelt werden, die Vogelmiere steht uns bis zum Oktober zur Verfügung, und der Sauerampfer ist ebenfalls noch im Spätsommer wertvoll. Die Wildgemüse zeichnen sich wegen ihres Reichtums an Würzstoffen durch einen starken Eigengeschmack aus, der oft auch etwas streng ist. Richt jedem Gaumen behagen sie darum gleich beim ersten Kosten. Am besten verwenden wir darum zum Anfang nur wenig Wildgemüse und mischen es mit angebautem Gemüse, z. B. mit Spinat. Für die Zubereitung der Wildgemüse gelten die gleichen Regeln wie bei jungem Gemüse überhaupt: sparBeim Sammeln von Wildgemüse (Landw. Bilderdienst M.) sam putzen, sorgfältig, aber rasch waschen und möglichst kurz auf dem Feuer lassen! Wildgemüse wird gehackt oder feingewiegt. Man kann es als Suppe, als Tunke, als Gemüse und Salat zubereiten und noch viele andere Gerichte aus ihm herstellen. Zur Suppe wird das feingewiegte Gemüse in Fett angedünstet. Man füllt mit einer heißen Brühe auf und gibt mit Milch verquirltes Mehl an die Suppe. Das Ganze wird aufgekocht und mit Salz und Zucker nach Geschmack gewürzt. Bei der Herstellung von Suppen und Gemüsegerichten behält man ein wenig von dem rohen Gemüse zurück und gibt es später feingehackt an das fertig zubereitete Gericht, um den durch das Kochen entstandenen Verlust an Wirkstoffen wieder zu ergänzen. F. Scharnke. Ortsverband Schwerte * am Dienstag, dem 30. Juni 1942, um 20 Uhr im Rathaussaale. „„„„„ 1. Vortrag: Europa-Afrika als wirtschaftsraum 2. Unkostenbeitrag 0.20 RM. Mehrere Büro- und Schreibkräfte (männliche oder weibliche) gesucht zum sofortigen Eintritt, evtl. auch ältere Herren oder Damen mit kaufmännischer bzw. buchhalterischer Vorbildung. Angebote unter A. B. 101 an G. Geerkens, Anz.=Mittl., Hagen i. W. Blasen- und Nieren-Tee hat sich bei Nieren- und Wasserbeschwerden gegen Gries- und Steinbildung vorzüglich bewährt Regt die Harnorgane an. Paket RN. 1.Alleinverkauf: Drogerle Erich Rienhöfer Hüsingstraße 12 Bekanntmachung Der Stundenplan der Verbandsberufsschule Schwerte=WesthofenPruste für das Sommerhalbjahr 1942 ist an der Bekanntmachungstafel des Rathauses vom 1. Juli d. J. an einen Monat zur öffentlichen Einsicht angebracht. Schwerte, den 26. Juni 1942. Der Bürgermeister. I. V.: Schröder, Beigeordneter. Unterrunst gesucht für ausländische Arbeiter. Meierling, Hagener Straße 72. Telefon 2444. Es ist höchste Zeit zur Erneuerung der Lose für die 4. Klasse der 7. Deutschen Reichslotterie. Hans Linner, vorm. Carl Braus. Die erkannte person wird gebeten, den Schirm sofort nach Bäckerei Lada zurückzubringen, andernfalls Anzeige gemacht wird. Ein Ziegenlamm 4 Mon. alt, gegen eine Schlachtziege zu vertauschen. Gegen 7 Uhr zu sprechen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. 2 IE Ein Poket reicht för 10—12 Einer Einweichwasser. Bei einem so milden und wirksamen Mittel wie DALLITA wäre es unwirtschaftlich und eine Verschwendung, mehr zu verbrauchen. DALLI Aüfft durch guten Rut! Werde noch heute Mitglied der RSV! Der Rundfunk am Reichsprogramm:„Auf Wanderschaft" betitelt sich das Liederspiel mit Volksweisen von 11.00 bis 11.30 Uhr mit Solisten, Chor und Orchester des Reichssenders Hamburg. Die beliebten„Schloßkonzerte aus Hannover“ mit dem Niedersachsenorchester werden von 12.45—14.00 Uhr wieder ausgenommen. Den Chor des Musischen Gymnasiums hören wir neben zahlreichen solistischen Instrumentalwerken mit Orchesterbegleitung in der Unterhaltungssendung von 15.00—16.00 Uhr. Unbekanntere unterhaltsame Charakterstücke namhafter neuerer Tonsetzer erklingen in der Sendung von 16.00 bis 17.00 Uhr. Der Musik aus der Film=Wochenschau ist die Sendung von 18.00—18.30 Uhr gewidmet. Beliebte Tonfilmmelodien mit Ilse Werner als Sprecherin erfreuen in der Sendung„Die klingende Leinwand“ von 20.15 bis 21.00 Uhr. Eine lustige Kleinkunstparade bringt das Funkbrettl von 21.00—00000 Uhr. Hier verschachert Churchill höhnisch lächelnd Europa an den Bolschewismus Läinder Eurongs dem bolschewikischen gaung ni d. d itis9) bolschewistischen Geheimabkommen, das die nung des britsch=bolschewistigtunu zerror überantworten sol.— Unsere Aufnahme zeigt die Unterzeichgestischen Vertrags durch Churchill(ganz rechts), Eden und Molotov in London. Der offiziell bekunnigegevene zwanzigjahrige Vertrag wurde vervollständigt durch das Geheimabkommen, bekannt wurde.(Scherl=Bilderdienst=Autoflex) Deutschlanbsenber: Variationswerke mit Solisten hören in der Sendung von 17.15—18.30 Uhr. Der Chor der Berliner Staatsoper und Solisten singen aus den Strauß=Operetten: „Das Spitzentuch der Königin" und„Ballnacht in Florenz“ von 20.15—21.15 Uhr.„Klassischer Kurzweil" dient die bunte Konzertstunde von 21.15—22.00 Uhr mit Liedern, sinfonischen Sätzen und klassischen Tanzstücken. der Ernte Energisches Vorgehen gegen den Leichtsinn ND. Der Kampf des deutschen Volkes um Sein oder Nichtsein verlangt mehr denn je, daß den Maßnahmen zum Schutz der Ernte im Erntejahr 1942 von allen Dienststellen und allen Teilen der Bevölkerung erhöhtes Interesse entgegengebracht wird. Das deutsche Volk kann es sich nicht gestatten, und will nicht länger zusehen, daß das Ernteergebnis durch unverantwortliche Elemente, die noch immer glauben sich über die Bestimmungen zum Schutz der Ernte in grob fahrlässiger Weise hinwegsetzen zu können. beeintrachtigt wird. Der Reichsführer“ und Chef der deutschen Polizei hat daher angeordnet, daß alle Maßnahmen zum Schutz der Ernte in Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen vorzubereiten sind. Alle für die deutsche Ernte bestehenden Gefahrenquellen sind rechtzeitig zu beseitigen. Vor Beginn der Ernte sind die Dreschplätze zu kontrollieren, ebenso die Maschinen nebst Zubehör. Alle in den früheren Jahren angeordneten Maßnahmen sind noch grundlicher und nachdrücklicher durchzuführen als sonst. Personen, die Betriebe der Land= oder Ernährungswirtschaft, in denen sich Getreide, Futter. Heu, Stroh, Hanf und andere Ernteerzeugnisse befinden, ferner Felder, auf denen Getreide, Heu. Stroh usw. lagern, durch Rauchen, durch Verwenden von offenem Feuer oder Licht oder deren ungenügende Beaussichtigung, durch Wegwerfen brennender oder alimmender Gegenstände oder in sonstiger Weise vorsätzlich oder fahrlässig in Brandgefahr bringen, sind unverzüglich anzuzeigen, damit ihre Bestrafung auf Grund der verschärften Strafvorschriften des Strafgesetzbuches herbeigeführt wird. Der durch die Inanspruchnahme der Bevölkerung besonders während der Erntezeit eintretenden, ungenügenden Beaussichtigung der Kinder und den damit in Zusammenhang stehenden steigenden Kinderbrandstiftungen ist durch wiederholte Hinweise, daß Streichhölzer, Feuerzeuge und Brenngläser nicht in Kinderhand gehören, entgegenzuwirken. Durch die Mithilfe von Gliederungen der Partei, die Anlage von Erntekindergarten usw. kann hier erfolgreiche Abhilfe geschaffen werden. Weiter werden in dem Erlaß Hinweise für die sachgemäße Benutzung und Lagerung der Kraftstoffe gegeben. Im Hinblick auf die vielfach eingesetzten ortsfremden Hilfskräfte wird die Erwartung ausgesprochen, daß die einheimische Landbevölkerung in der Befoigung der zum Schutze des Erntegutes erlassenen Anordnung mit gutem Beispiel vorangeht. Aus dem Bezugsausweise für Speisekartoffeln Westhofen. Die Ausgabe der Bezugsausweise für Speisekartoffeln für die 38. bis 43. Zuteilungsperiode findet in den Gemeinden des Amtes Westhofen wie folgt statt: In Holzen am 30. Juni, 8—12 Uhr, in der Eintrachtschule; in Lichtendorf am 30. Juni, 8—10 Uhr, in der Wirtschaft Rosenberg; in Geisecke am 30. Juni, 11—13 Uhr, in der Bahnhofswirtschaft; in Garenfeld am 1. Juli, 8—9 Uhr, in der Wirtschaft Söding; in Wandhofen am 1. Juli, 10—12 Uhr, in der Wirtschaft Wille; in Villigst am 1. Juli, 15—17 Uhr, in der Schule; in Westhofen am 2. Juli, 7.30 bis 12 Uhr„im Amtshaus; in Buchholz am 2. Juli, 15.30—16.30 Uhr, in der Wirtschaft Hunke. Nur wer über keinerlei Kartoffelvorräte mehr verfügt, ist bezugsberechtigt. Weil eine Erklärung abgegeben werden muß, sind die Ausweise nur persönlich abzuholen. Volksgenossen, die erstmalig einen Bezugsausweis für Kartoffeln beantragen, haben eine Bescheinigung des zuständigen Blockwarts der RSDAP vorzulegen, daß sie über keine Kartoffeln verfügen. Tagung der Politischen Leiter Westhofen. Im Gemeinschaftssaal der HansSchemm=Schule fand eine Tagung der RSDAP statt, an der die Politischen Leiter, die Führer der Gliederungen, die Leiterinnen der RS=Frauenschaft und die Walter und Warte der angeschlossenen Verbände aus Westhofen, Garenfeld und Wandhofen teilnahmen. Nach dem Ergebnis der Altkleider= und Spinnstoffeung das besonntggschen muche. tcht Die Stis. Das Kommel-Lied. Es glüht der Sand, die Sonne schwelt und gibt uns das Geleit. Ob uns der Sturm der Wüste quält: was gilt's, wir sind bereit. Wir geben keinem Feinde Ruh, und steht er hundertmal: wir brechen durch, wir schlagen zu, voran der General. Die Räder mahlen durch den Sand, es donnert der Motor; wir spähen übers heiße Land und stoßen stürmend vor. Wir geben keinem Feinde Ruh, und steht er hundertmal: wir brechen durch, wir schlagen zu, voran der General. Und Flieger, wo der Himmel blaut, der über uns sich türmt. Nun, Tommy, wehr' dich deiner Haut, gib acht, der Rommel stürmt! Wir geben keinem Feinde Ruh, und steht er hundertmal: wir brechen durch, wir schlagen zu, voran der General. Walter Schaefer. gruppe wieder mit an erster Stelle im Kreise. Für die Mitarbeit der Partei bei der Kartoffelversorgung, hinsichtlich des Verhaltens der Bevölkerung gegenüber den Kriegsgefangenen über die Erntehilfe, über die Teilnahme an der Ausbildung in der SA=Wehrmannschaft und über sonstige wichtige Aufgaben der Partei wurden die Richtlinien ausgegeben. Mit einem Schlußwort des Ortsgruppenleiters Scholtis, das in dem Gelöbnis weiterer treuester Pflichterfüllung eines jeden an seinem Platze und in fester Siegeszuversicht ausklang, wurde die Tagung beendet. Sport und Spiel VfL Schwerte 1a=Jugend— SC Hemer 08 1a=Jugend 5:2(1:0) Am vergangenen Sonnabend standen sich obengenannte Jugendmannschaften zum Freundschaftsspiel in Schwerte gegenüber. Die Hemeraner waren mit einer körperlich stabilen Mannschaft in Schwerte erschienen, was sich zu Beginn auch gleich bemerkbar machte, denn die Schwerter Verteidigung wurde schwer unter Druck gesetzt. Aber alle noch so gut gemeinten Angriffe scheiterten an der Fangsicherheit des Schwerter Torwarts Harde. Nach und nach brachten es dann auch die Schwerter Stürmer durch zielbewußtes Spielen fertig, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Kurz vor der Halbzeit konnte der Halblinke Schäfer durch eine schöne Leistung den Führungstreffer erzielen. Nach dem Wechsel wurde das Spiel der VfLer imemr besser, und so gelang es dann dem ausgezeichnet gut aufgelegten Spieler Schäfer, noch vier weitere Tore zu erzielen. Aber die Hemeraner gaben sich nicht geschlagen, sondern kämpften unverdrossen weiter. Ihre Bemühungen wurden dann auch durch zwei erzielte Gegentreffer belohnt. Nach dieser kurzen Schwächeperiode rissen jedoch die Schwerter Jungen das Heft wieder an sich, und die Hintermannschaft, insbesondere Mittelläufer Tiedtke, verhinderten weitere Erfolge für den Gegner. Somit konnte die 1a=Jugend des VfL Schwerte durch diesen Erfolg ihren Siegeszug weiter fortsetzen. Nächsten Sonntag fährt die Jugendabteilung zum Klubkampf gegen die Sportgemeinschaft Rote Erde Iserlohn. Mit knappem 1:0=Sieg konnte auch BfL Schwerte 2a=Jugend gegen SC Hemer 08 2a=Jugend siegreich bleiben. H J=Ruderregatta in Witten Das Gebiet Westfalen(9) veranstaltet am 5. Juli 1942 auf der Ruhr bei Witten am Bootshaus des Rudervereins Bochum eine HJ=Ruderregatta. Das Programm sieht insgesamt 15 Rennen vor. Die HIRuderwettfahrt wird mit einer Flaggenhissung eingeleitet. Gebietsmeisterschaften im Schwimmen verlegt Die Gebietsmeisterschaften im Schwimmen werden nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am 11./12. Juli in Dortmund, sondern am 25. Juli in Werdohl durchgeführt. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlich f. d. gesamten Textteil: Hauptschriftleiter Dr. Hans=Adolf Ebing(z. Z. im Felde), i. V. Hermann Stens, Hagen; für den Anzeigenteil: Hans Linner. Schwerte. Zur Zeit ist Preisliste 12 gültig. Keimiat des Hierzeis Roman von Marle Schmidtsberg Köglgsbrück(Ber. Dresden) 311 Wochen waren seitdem vergangen. Im Garten blühten die Schneeglöckchen, und der Johannisblütenstrauch hatte dicke Knospen. Hoch oben auf dem Hausdach saßen geschwätzige Stare. Sie wippten und drehten sich mit drolliger Wichtigkeit und ließen sich auch durch einen kalten Schauer die gute Laune nicht verderben. Das waren die ersten Boten des Frühlings. Er war im Anzug: man sah es auch an der erhöhten Tätigkeit auf den Feldern. Sobald das sehr wechselnde Wetter es zuließ. wurde Dünger gefahren, gepflügt und das Land für die Frühjahrssaat vorbereitet. Hanne Reykamps Stirnwunde war inzwischen gut verheilt. Nur eine unbedeutende Narbe an der linken Stirnseite erinnerte noch an den Unfall. Wirklich nur die Narbe? Nein, nicht sie allein! Due ganze Mädel war seitdem verändert. Hanne hatte viel von ihrer unbekümmerten Fröhlichkeit eingebüßt, sie war stiller geworden. Vater Reykamp, der durch seine Tatenlosigkeit viel Zeit zum Beobachten hatte, fiel das besonder: auf Er machte sich allerhand Gedanken darüber, ohne aber die Gründe zu erkennen. Da beschloß er. Hanne darüber zu beiragen und er führte diesen Vorsatz auch aus, als er eines Tages mit ihr allein war. „Sag mal. Mädel“. begann er,„was ist eigentlich mit dir los?“ Hanne sah von ihrer Arbeit auf. Als sie seinem forschenden Blick begegnete, färbte eine Blutwelle ihr Gesicht. Sie wurde sehr verlegen. Ach. sie war eine so schlechte Schauspielerin und hatte sich nie verstellen können. Nun kam sie sich vor wie eine Ertappte Stand die hem ce Not ihres Herzens ihr denn im Gesicht geschrieben? Tagelang hatte Hanne gewartet— ja, auf was gewartet? Sie wußte es selbst nicht. Vielleicht auf ein heimliches Wort Dieters, auf einen Blick des Einverständnisses oder auf— eine Wiederholung jener einen seligen Minute in seinem Arm. Nichte geschah. Und es mußte doch etwas geschehen! Dieter hatte sie geküßt, das konnte er doch nicht einjach vergessen haben! Es schien aber so, denn sein Benehmen gegen sie war nicht anders als vorher. Nichts deutete darauf hin, daßer sich an jenen, Hanne so beglückenden Augenblick erinnerte. Sie grübelte darüber nach, sie war traurig und— sie schämte sich. Konnte sie dem Vater das sagen? Nein, das konnte sie wohl nicht gut. „Wieso?" fragte sie unsicher und senkte die Augen. „Ja, Hanne, du bist jetzt immer so still. Wie kommt das? Geht es dir irgendwie körperlich nicht gut? Oder was ist sonst. schuld? Doch nicht etwa Liebeskummer, Mädel?“ Der letzte Satz war eigentlich nur scherzhaft gemeint, aber zu seinem Erstaunen wurde Hanne noch verlegener. „Ach. Vater—“ „Willst du es mir nicht sagen?“ sorschte er behutsam.„Vielleicht kann ich dir helien. Sieh mal, Hanne, du hast mir doch sonst alles anvertraut, und ich möchte doch so gern wieder jeden Tag dein Lachen hören.“ Da legte Hanne den Arm um des Vaters Hals und den Kopf an seine Schulter. und so kam ihr Kummer zutage. Daß sie Dieter schon lange liebe und auf Gegenliebe gehofft habe nach jenem Kuß— aber daran sei sie wohl schuld gewesen, und nun wisse sie nicht, was sie denken solle— Still hörte Vater Reykamp zu, und als Hanne schwieg, sah er noch lange sehr nachdenklich vor sich hin. So war das also! Er schätzte Dieter sehr und hatte nichts dagegen, daß er sein Schwiegersohn würde. Aber— warum sprach Dieter nicht? Was bedeutete das; erst das Mädel küssen und dann tun. als ob nichte geschehen sei? Daß Dieter darauf aus war. Hanne zu einem Liebesverhältnis zu verführen, das traute Reykamp ihm nicht zu. Dagegen sprach ja auch sein Benehmen. Und gleichgültig war ihm das Mädchen doch auch nicht: warum hätte er es sonst geküßt? Vielleicht— Er grübelte einem Gedanken nach, und dann wurden seine Augen heller. Ja, so würde es sein! Dieter sah keine Möglichkeit, eine Familie zu gründen, weil er ja keine selbständige Existenz hatte. Darum glaubte er es nicht verantworten zu können, wenn er Hanne schon jetzt an sich band. Gewiß. so würde es sein! Diese Deutung entsprach auch durchaus dem ehrlichen und zuverlässigen Charakter Dieters. Nun, daran sollte das Glück seines Mädele nicht scheitern; da würde sich ein Ausweg finden. Er nahm Hannes Hand und sagte: „Ich glaube, die Lösung dieses Rätsels ist leichter zu finden als du denkst.“ „Wieso, Vater, weißt du, warum Dieter so ist?“ ###„Ich glaube es wenigstens zu wissen. Sieh mal, wenn er vich jegt heiraten wollte, wo solltet ihr hin? Man weiß nicht, wie die Verhältnisse bei ihm zu Hause liegen. Vielleicht hat er tein Erbteil und keine Rücklagen; wie soll er da eine Familie gründen können? Das weiß er, und darum schweigt er. Eigentlich also bloß aus Anständigkeit.“ „Meinst du das wirklich, Vater?“" „Ja, das meine ich. Aber sei nur ruhig, da wird sich schon ein Ausweg finden. Laß mir nur etwas Zeit, darüber nachzudenken und Dieter zu beobachten. Wenn es sich dann wirklich so verhält, wie ich vermute, so sollst du ihn bekommen.“ „Oh, Vater!“ Hoffnungsfreudigkeit leuchtete aus ihrem Augen auf. „Ja, ja, Mädel, aber wir wollen nichts überstürzen. Du bis noch jung und kannst ruhig ein bißchen warten. Jetzt, wo du wiederhergestellt bist, wirst du öfter mit ihm allein sein, dann werden wir sehen, wie sich die Sache weiterentwickelt. So, und nun versprich mir, daß du wieder guter Dinge sein willst.“ Hanne versprach es gern und war in den nächsten Tagen wirklich wieder heiterer und lebhafter. Christian Reykamp aber hatte nun allerhand zu denken und zu grübeln. Am Tage nach seiner Aussprache mit Hanne war ihm wie eine Erleuchtung ein Gedanke gekommen. Den spann er nun weiter aus, erwog jedes Für und Wider und alle Möglichkeiten. Schließlich kam er zu der Überzeugung, daß diese Lösung wohl die beste sei. Sein Plan sah so aus: Er wollte, wenn alles klappte. Dieter und Hanne seinen Hof auf zehn Jahre zu einem mäßigen Preis verpachten. Natürlich würden Großi und er mit den Kindern darauf wohnen bleiben und, so gut es ging, bei der Arbeit helfen. Dann hatten beide eine Existenz, und er war die Sorge um den Hof. die ihn in seinem jetzigen Körperzustand oft bedrückte, los. Heinz war ja noch klein, er würde sie ihm noch lange nicht abnehmen und seine Stelle vertreten können. „Er mußte noch lernen und später zum Arbeitsdienst und zum munar. In dieser Zeit konnten Hanne und Dieter hier arbeiten und sparen, um sich dann später irgendwo selbständig zu machen. So hatten sie einen leichten Anfang, und allen war geholfen. Voraussetzung war natürlich, daß Dieter wirklich um Hanne ward, aber das würde sich ja bald herausstellen. Und wenn er auch weiterhin seine übertriebene Bescheidenheit nicht aufgab, dann mußte man eben ein bißchen nachhelfen. Das ließ sich leicht machen. indem man gesprächsweise erwähnte, man würde sich freuen, wenn Hanne einen Mann bekäme, mit dem zusammen sie den Krempel übernehmen könnte. Als Reykamp so weit mit seinen Gedanken gekommen war, war er beruhigt. Es würde sicher alles gut werden. Vorläufie wollte er nur die Augen ein penig osenhalten. Gortsetzung soloth