Nr. 145 Mittwoch, den 24. Juni 1942 74. Jahrgang Die Schmmmm Tatung erchelen wüchmtich enchund. Bezugspreis wöchentlich 45 Apf.(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatlich 2.- RM.(einschl. 282 Rpf. Zeitungsgebühr und 0.44 Rpf. Postverpackungsgebühr) zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpf. Druck und Verlag: Hans Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftestelle: Große Marktstr. 3—3 Ruf: 2T70. Postscheckkonto: Dortmund 2832 Tageblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergste Schwerter Helmatblatt; Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeitung dussemprien die echugmeilene tüllimgerzeile ich un breit) 6 Apf. Textanzeigen: Millimeter 20 Rpf Für fernmündlich aufgegebene Anzeigen übernehmen wir keine Gowähr. Bei unvorhergeschenen Betriebsstörungen durch hähere Gewalt übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktlichen Erscheinen der Zuitung. auch kann kein Anspruch auf Schadenersats oder 1 Schlieferung erhoben werden Hattreichs Woners Cunter nioergerumpft Weitere Erfolge vor Gewastopol— Landungsversuch am Asowschen Meer abgewiesen Sowjets verloren 100 Flugzeuge DRB. Aus dem Führerhauptquar= tier, 23. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im nördlichen Festungsgebiet von Sewastopol sind die auf der äußersten Landzunge nördlich der Sewernaja=Bucht noch haltenden Reste des Feindes eingeschlossen. An der übrigen Festungsfront wurden in schweren Einzelkämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen zahlreiche Bunker niedergekämpft und weitere Verteidigungsanlagen genommen. Starke Kampffliegerkräfte unterstützten die Augriffe und bombardierten feindliche Reserven und Munitionslager. An der Nordküste des Asowschen Meeres wurde ein örtlicher Landungsversuch der Sowiets abgewiesen. Die im Waldgebiet nordostwärts Charkow noch befindlichen Reste der zerschlagenen sowjetischen Division wurden vernichtet. 660 Tote wurden gezählt, 946 Gefangene und 200 Geschütze eingebracht. Im mittleren Abschnitt der Ostfront geringe Kampftätigkeit. An der Wolchow=Front hatte der Feind in erbitterten, wechselvollen Waldkämpfen schwere Verluste. Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage 100 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. In Nordafrika haben die vordersten Teile deutscher und italienischer Divisionen die libysch=ägytische Grenze erreicht. Bei der Einnahme des Hafens von Tobruk versenkten Verbände des Heeres ein Kanonenboot und sechs kleinere Transportdampfer mit zusammen 5200 BRT, die mit britischen Truppen „bucht von: Kalamita-Bai: Sewastopol: MEE-E-KC Gehestgungenaurte aund forte: 1 Mosim Gorts U lenin Il Aohotou WGaln — behnen: Nühen in Metern. VSibirien VI Wolga S: B. Sewerneja-Bucht I- Ischorneis di: Clbecturnge Saloutte 2- Antigese ib-Trobalnge bn-intoum 9 1 3 Festung Sewastopol mit den im OKW=Bericht genannten Forts im Nordteil und dem äußeren und inneren Befestigungsgürtel. Weltbild=Gliese. fliehen versuchten. Die an Bord befindlichen Soldaten wurden gefangengenommen. Auf Malta bekämpften deutsche und italienische Kampfflugzeuge die Anlagen des Flugplatzes Luca mit Bomben schweren Kalibers. Die Stadt Emden wurde in der letzten Nacht erneut von britischen Bombern angeariffen. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Zahlreiche Gebäude in Wohnvierteln wurden getroffen. Vier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. In den schweren Winterschlachten an der Ostfront haben Luftwaffenbataillone im Erdkampf Flugplätze und auch besonders bedrohte Frontabschnitte tapfer verteidigt. Mit Verbänden des Heeres sind diese Einheiten jetzt an anderen Operationen hervorragend beteiligt. In diesen Kämpfen in unwegsamem Gelände zeichnete sich die Divisin Meindl besonders aus. Leutnant Leykauf, Flugzeugführer in einem Jagdaeschwader, hat an der Ostfront in einer Nacht sechs feindliche Transportflugzeuge abgeschossen. Grenze er che Der italienische Wehrmachtbericht DRB Rom, 23. Juni. Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bePov55.. A## enst mihen fhrche Vorausabteilungen der Achsentruppen haben die libysch=ägyptische Grenze erreicht. Nach Abschluß der Säuberungsarbeiten ist die Zahl der in Tobruk gemachten Gefangenen auf über 28000 gestiegen. Unsere Luftwaffenverbände führten heftige Bombenangriffe gegen die Luft= und Seestützpunkte auf Malta durch, die zahlreiche umfangreiche Brände im Zielgebiet zur Folge hatten. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Rommel Generalfeldmarschall DRB Aus dem Führerhauptquar= tier, 23. Juni. Der Führer hat den Oberbefehlshaber der Panzerarmee„Afrika“. Generaloberst Rommel, zum Generalfeldmarschall befördert und folgendes Telegramm an ihn gerichtet: „Herrn Generalfeldmarschall Rommel! In dankbarer Würdigung Ihrer Führung und Ihres eigenen schlachtentscheidenden Einsatzes sowie in Anerkennung der heldenhaften Leistungen der unter Ihnen kämpfenden Truppen. auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz befördere ich Sie mit dem heutigen Tage zum Generalfeldmarschall. Adolf Hitler.“ Eichenlaub zum Ritterkreuz für Generalmajor Ludwia Wolff DRB Führerhauptquartier, 23. 6. Der Führer verlieh gestern dem Generalmajor Ludwig Wolff, Kommandeur einer Infanteriedivision das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 100. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Carepa der Spu ausgenesert Sensationelle Enthüllungen von„Göteborgs Morgenpost“. Der Geheimvertrag zwischen Molotow und Churchill DNB Stockholm, 23. Juni. Die schwedische Zeitung„Göteboras Morgenpost“ veröffentlicht Dienstagfrüh in sensationeller Aufmachung die ungeheuerlichen Einzelheiten des Geheimvertrages, den Churchill und Molotow in London geschlossen haben. dem Vertrag, der das teuflische Programm bolschewistischer Machtgier und englischer Gemeinheit und „Dummheit ist, wird ganz Europa den Bolschewisten ausgeliefert. Er enthüllt folgende Abmachungen: 1. Die Ansprüche der Sowjetunion auf Sicherheit und strategische Grenzen gegenüber Finnland, dem Baltikum, Polen und Rumänien werden grundsätzlich anerkannt. Bezüglich des Irans ist ein besonderes Abkommen getroffen worden. 2. Die meisten Gebiete, die an den Sowjetuniongrenzen in der Nähe der Sowietunion liegen, darunter Finnland, gewisse Teile von Nordskandinavien, die Tschechoslowakei. Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien werden als Geinenche Schnenderiemn Sicht Die Heldentat des Minensuchboots des Obersteuermanns oser DRB. Berlin, 23. Juni. In der Nacht zum Sonntag standen deutsche Minensuchboote, wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, vor der niederländischen Küste. Als Sicherungsboot fuhr an der Spitze das Minensuchboot des Obersteuermanns Öser. Dieser sichtete plötzlich die feindlichen Schnellboote und eröffnete sofort mit seinen Geschütz= und Flakwaffen das Feuer. Fast gleichzeitig fegten auch die feindlichen Schüsse über Deck. Nach kurzem Feuerwechsel flog das vorderste britische Kanonenboot durch Artillerievolltreffer in die Luft. Ein zweites Feindboot wurde schwer getroffen, schlug einen scharfen Haken und kenterte. Auf dem deutschen Boot war die Bedienung der Geschütze ausgefallen. Der selbst schwer verwunete Kommandant ließ angesichts der drohenden Lage den Rest seiner Besatzung zur Enterabwehr antreten. Ein Matrose schoß mit seinem Maschinengewehr, und auf kürzeste Entfernung drehten unter diesem Beschuß die Feindboote ab. Inzwischen dichtete mitten im Gefecht der Maschinist mit seinen Leuten zahlreiche Unterwassertreffer ab. Durch vorbildlichen Einsatz der ganzen Besatzung wurde das Boot schwimmfähig gehalten. Der Rest der feindlichen Schnellboote war jetzt in ein Gefecht mit den übrigen deutschen Booten geraten und holte sich hier blutige Köpfe. Schwer getroffen sank ein drittes britisches Kanonenboot über den Achtersteven ab. Zahlreiche Treffer und Detonationen wurden auf weiteren Feindbooten beobachtet. 30 Minuten nach dem ersten Schuß brach der Feind das Gefecht ab und ergriff die Flucht nach Westen. Alle deutschen Boote liefen planmäßig in einem Stützpunkt ein. Auch in der Nacht zum Samstag führten leichte deutsche Seestreitkräfte ein erfolgreiches Gefecht mit britischen Kanonenschnellbooten, in dessen Verlauf zwei von den britischen Booten versenkt wurden. sowietische Interessensphären anerkannt. 65 3. Als Schutz gegen zukünftige Angriffe der Achsenmächte wird der Sowietunion das Recht zuerkannt, Stützpunkte zu erwerben und Garnisonen durch„Pachtverträge“ zu errichten. Der Sowietunion wird weiterhin freie Durchfahrt von der Ostsee zur Nordsee und vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer garantiert. 4. In einem Zusatz zu Artikel 3b in dem veröffentlichten Pakt, der die Alliierten nach Beendigung des Krieges berechtigt besondere Sicherheitsmaßnahmen gegen einen neuen Angriff zu ergreifen, wird der Sowjetunion das Recht zuerkannt, im Einverständnis mit Großbritannien eine militärische und volitische Kontrolle über Finnland, Deutschland. Ungarn, Rumänien und Bulgarien auszuüben. Beide bertragschließenden Teile verpflichten sich, für die endgültige Beseitigung des nationalsozialistischen und faschistischen Regimes und ähnlicher Regierungssysteme in ganz Europa Sorge zu tragen.. 4g Gusfahurstelan Außer dem oben genannten Zusatzprotokoll wurde in London ferner ein Geheimabkommen über die militärischen Maßnahmen getroffen, die zur Errichtung einer „zweiten Front“ notwendig sind. Die Einzelheiten dieses Protokolls, das infolge seines rein militärischen Charakters absolut geheim ist, sind außerhalb des engsten Kreises nicht bekannt. * „Göteborgs Morgenpost“, die am Dienstagmorgen auf der ersten Seite in größter Aufmachung und unter der dreispaltigen Schlagzeile„Die Geheimpunkte des Sowjetpaktes“ und der weiteren Unterüberschrift:„Die Sowietunion erhält das Recht. Stützpunkte durch Pachtvertrag zu erwerben“ die ungeheuerlichen Einzelheiten des zwischen Molotow und Churchill in London unterzeichneten Geheimabkommens veröffentlichte, schreibt dazu: Während man sowohl in London als in Moskau offiziell ableugnet daß der kürzlich zwischen Großbritannien und der Sowjetunion geschlossene Pakt irgendwelche Geheimklauseln oder Bestimmungen über den veröffentlichten Vertragstext hinaus enthält, ist man in diplomatischen Kreisen auf verschiedenen Seiten ziemlich sicher, daß derartige Bestimmungen existieren. Von einem gut unterrichteten Diplomaten, der ein den Alliierten nahestehendes Land vertritt, sind die Einzelheiten über das Churchill unter Druck Zwischen den britischen Niederlagen und den Bettelgängen Churchills nach Washington besteht zweifellos ein innerer Zusammenhang. Beim Fall von Singapur, dem Bollwerk Englands in Ostasien, war Churchill im Dezember vergangenen Jahres gerade in Washington. Damals floh er angesichts der drohenden Niederlage vor dem Unterhaus, um sich der Verantwortung vor dem Parlament zu entziehen. Auch diesmal hat der britische Premiermininister den weiten Weg über den Ozean angetreten, als sich der Zusammenbruch der britischen Front in Nordafrika abzeichnete. Daß das Desaster für die Briten aber so katastrophal sein würde, und mit dem Fall Tobruks die britische Niederlage sich geradezu zu einer Katastrophe auswachsen würde, das hat der Kriegsverbrecher bei seiner Flucht nach Washington wohl kaum gedacht. Um so schockartiger dürfte die Hiobspost vom afrikanischen Kriegsschauplatz auf Churchill gewirkt haben. Zumal die Oeffentlichkeit in den USA mit ihrer scharfen Kritik an der britischen Kriegführung nicht zurückhält und die Katastrophe von Tobruk geradezu als den„Beginn eines äußerst kritischen, vielleicht sogar verzweifelten Sommers für die Sache der vereinigten Nationen“ betrachtet. Nach englischen Meldungen aus Washington hat die Nachricht vom Fall Tobruks der öffentlichen Meinung in den USA einen derartigen Schock versetzt, daß man von den Besprechungen zwischen Roosevelt und Churchill überhaupt nicht mehr redet, sondern einzig und allein an Libyen und das, was jetzt werden solle, denke. Voll Bitterkeit erinnert man sich daran, daß Churchill noch vor ein paar Wochen erklärte, Großbritannien sei auf diesem Kriegsschauplatz den Achsenmächten gewachsen.„New York Herald Tribune“ schreibt ganz offen, der Fall von Tobruk setze Churchill unter Druck und werde tiefe und weitgehende Folgen für die britische politische Lage haben. 9 Noch deutlicher äußert sich„New York Times“ über die Auswirkung der britischen Niederlage in Nordafrika. Das Blatt schreibt, der Verlust von Tobruk und der drohende Fall von Sewastovol werde sich als Bremse auf die optimistischen Kalkulationen auswirken, die anläßlich des Churchill=Besuches in der USA=Hauptstadt künstlich aufgebaut worden seien. Die Verteidigung der ägyptischen Front stehe gegenwärtig im Mittelpunkt der Betrachtungen und nicht mehr die Eröffnung einer neuen Front auf dem europäischen Kontinent. Das Blatt weist schließlich darauf hin, daß ein britischer Ministerpräsident nicht ohne Grund den Ozean überquere und am Voravend eines zeimlich bedeutenden Rückschlages nach Washington fahre. Am deutlichsten kennzeichnet jedoch„New York World Telegram“ die Situation, wenn es schreibt, was die Vereinigten Staaten tun könnten, um den entstandenen militärischen und politischen Schaden reparieren zu helfen, habe Roosevelt zu entscheiden, und Churchill sei in Washington, um es zu erfahren. Churchill ist also wieder einmal nur zum Befehlsempfang nach Washington zitiert worden. Unter dem Druck von Tobruk hat man in Washington zunächst eine der dürftigsten Erklärungen herausgegeben, in denen die Demokratien ja immer das„sichere Rezept zum Siege" sehen. Es ist darin die Rede von dem „völligen Einverständnis“, der g.rößten Harmonie“ zwischen allen Beteiligten bei der Behandlung der umfangreichen und schweren Aufgabe, und im übrigen wird als Ziel die„Höchstkonzentrierung der alliierten Kriegsmacht gegen den Feind zum frühesten Termin“ proklamiert. Mit diesem Wechsel soll die öffentliche Meinung in USA und England zunächst einmal abgespeist und über die bedrohliche Lage hinweggetäuscht werden. In Wirklichkeit spiegelt sich in diesen neuen Pavierjetzen die völlige Ratlosigkeit und Verlegenheit unserer Gegner angesichts ihrer fortgesetzten militärischen Katastrophen nur zu deutlich wider. 9. umtignte um. Mit Erklärungen, Kommuiques und Konferenzberichten kann man eine militärische Lage nicht meistern. Nicht Worte, sondern Taten entscheiden. Während man im Weißen Hause zu Washington Zukunftsmusik treibt und die englisch=amerikanische Presse voller Entrüstung über das militärische Fiasko der plutokratischen Kriegführung Untersuchung der Fehler und Verantwortlichkeiten verlangt. eilen die deutschen und italienischen Truppen von Sieg zu Sieg, unbekümmert um das sinnlose Phrasengeschwätz, mit dem die skrupellosen Kriegsverbrecher in London und Washington ihre Välker immer wieder zu betören suchen. Tobratibencher Schiag fulEnhiune Der deutsch=italienische Sieg die Sensation der Weltpresse A I DNV. Berlin, 23. Juni. Der Fall Tobruks steht im Mittelpunkt der Betrachtungen der gesamten Weltpresse. In ausführlichen Kommentaren wird die Bedeutung dieses großen Sieges der deutsch=italienischen Truppen unter der Führung Generalfeldmarschall Rommels hervorgehoben und dabei auf die großen Gefangenen= und Beutezahlen besonders hingewiesen. Während die Presse des jungen Europa aus ihrer Begeisterung kein Hehl macht, Rommel als genialen Feldherrn feiert und die Tapferkeit und hervorragenden Leistungen der deutsch=italienischen Truppen eingehend würdigt, spiegelt die Feindpresse deutlich die Bestürzung und Unruhe wider, die der Fall dieser für uneinnehmbar gehaltenen Festung und britischen Schlüsselstellung in Nordafrika ausgelöst hat. „Rommel hat sich selbst übertroffen! Tobruk war der Schlüsselpunkt der britischen Stellungen in Nordafrika", stellt die finnische Zeitung„Kaupalehti“ fest.— „Svenska Pressen“ hebt hervor, daß bei dem Fall der Festung Tobruk starke Verbande britischer Elitetruppen und wertvolle Ausrüstung verloren gingen. Für die Engländer sei das Ergebnis der Kämpfe der letzten drei Wochen in Libyen zermürbend gewesen. „Dem großen Strategen Rommel". so schreibt die bulgarische Zeitung„Slovo“,„ist es gelungen, die englischen Generale, die doch als besonders gewandt in Kolonialkriegen galten, zu schlagen.„Dues“ hebt hervor, daß wahrend der entscheidenden Kämpfe in Libyen Churchill sich zu seinem Bettelgang nach Washington entschlossen habe. Dieser Besuch biete ein ebenso trauriges wie komisches Bild. Der Fall von Tobruk, der niederschmetternde Eindruck in London und die große Freude, die der deutsch=italienische Sieg in ganz Europa ausgelöst hat, drückt auch der spanischen Presse seinen Stempel auf. „Konnte der Jahrestag vom Beginn des Kreuzzuges gegen den Bolschewismus schöner gewürdigt werden, als durch den Fall von Tobruk?“ fragte die Zeitung„Madrid". Rommel habe erneut die Sachlichkeit der deutsch=italienischen Heeresberichte bestätigt. In Portugal hat die Einnahme Tobruks größte Sensation hervorgerufen, und man ist besonders von der Schnelligkeit beeindruckt, mit der diese starke Festung erobert wurde. Auch die türkischen Zeitungen bringen in großen Ueberschriften den Fall von Tobruk, Bardia und Bir el Gobi. In den Schlagzeilen wird die beträchtliche Beute hervorgehoben, sowie die Gefangennahme mehrerer englischer Generale und zahlreicher Truppen. Zwar habe niemand an dem Fall von Tobruk und Bardia gezweifelt, so wird allgemein unterstrichen, doch sei die so schnelle Eroberung unerwartet gekommen und erscheine fast unglaublich. „Die Moral des britischen Volkes hat einen schweren Schlag erhalten. Für den Mann auf der Straße bedeutet Tobruk weit mehr als eine Ortsbezeichnung, es war ein Symbol. Die Bestürzung ist noch akuter geworden durch die Berichte über die große Gefangenenzahl in Tobruk." Diese Feststellung des Kommentators des Londoner Nachrichtendienstes sind kennzeichnend für die Schockwirkung und den Pessimismus, den der Fall dieser schwer befestigten britischen Wüstenfestung im Lager der Achsengegner hervorrief. Liddel Hart sagt in der„Daily Mail“ rundheraus, daß man nach sieben Monaten zum Teil heftigster Kämpfe nicht nur britischerseits an die Ausgangsstellungen zurückgeworfen worden sei, sondern auch noch die Festuna Tobruk und daneben eine Menge Truppen und Material verloren habe....„. Der überraschend schneue Fau ver überaus stark befestigten Wüstenfestung veranlaßt den Korrespondenten der nordamerikanischen Nachrichtenagentur United Preß zu dem bestürzten Ausruf:„Wie war das nur möglich?“—„England hatte die besten Wüstentrupven, die das britische Empire jemals ausgebildet hat, gegen Rommel eingesetzt. Rommel aber bahnte sich trotz allem unaufhaltsam seinen Weg. Sein letzter Triumph war jetzt Tobruk!"—„Die Waage des Geschickes im Nahen Osten ist gefährlich umgeschlagen", erklärt„Washington Star“. Daß der Fall Tobruks den Moskauer Agitatoren völlig die Sprache verschlagen hat, beweist die Tatsache, daß dem sonst so sprachgewandten Moskauer Nachrichtendienst nichts anderes einfällt, als lediglich mit folgenden kurzen Sätzen die sowietische Oeffentlichkeit über diesen schweren Schlag zu unterrichten:„In letzter Zeit wurden in Libyen die schweren Kampfe zwischen den englischen und den deutsch=italienischen Truppen wieder ausgenommen. Am 20. Juni haben die faschistischen Truppen einen schweren Schlaa gegen die Befestigungen von Tobruk geführt und haben, wie die letzten Meldungen besagen, diese genommen.“ Natürlich fehlt es auch nicht an Stimmen, die getreu der bisherigen Gewohnheit. die Erfolge der Achsenmächte zu bagatellisieren, auch jetzt die Niederlage von Tobruk als völlig belanglos hinstellen. So sagt beisvielsweise der Kommentator des Senders Boston:„Rommel hat wohl einen großen taktischen. aber keinen durchschlagenden strategischen Erfolg errungen.“ Keun=Generate und ein Aemut Hervorragende Jusammenarbeit aller Wehrmachtteile bei Tobruk nichtveröffentlichte Zusatzprotokoll des Sowietpaktes bekannt geworden. In einem Kommentar in der Leitartikelspalte schreibt„Göteborgs Morgenpost“ unter der Ueberschrift„Die geheime Zusatzklausel“ folgendes: Die geheime Zusatztlausel zu dem englischsowietischen Pakt wird mit größter Gewißheit ein gewaltiges Aufsehen erwecken. Wir dürfen jedoch darauf hinweisen daß die diplomatische Quelle, von der wir diese Nachricht erhalten haben— sie ist selbstverständlich, wie es auch in dem Stockholmer Telegramm steht, weder deutsch, noch finnisch!—. sich bei wiederholten früheren Gelegenheiten, bei denen wir in der Lage waren. die Angaben zu kontrollieren, als zuverlässig erwiesen hat. Wir haben deshalb nicht gezögert, das Telegramm zu veröffentlichen, auch wenn wir uns voll bewußt sind. daß es auch außerhalb der Grenzen unseres Landes diskutiert wird. DNB Berlin, 23. Juni. Wie das Oberkommando der Wehrmacht zur Eroberung der Festung Tobruk ergänzend mitteilt, war dieser Sieg der Achsentruppen das Ergebnis einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Wehrmachtteile. Nach der Erstürmung von Bir Hacheim und der Zerschlagung des feindlichen Widerstandes im Raum El Adem und Acroma war der Gegner mit starken Kräften auf die Festung Tobruk zurückgewichen. Tag und Nacht waren Kampf= und Sturzkampfflugzeuge über dem etwa 40 Kilometer breiten Küstenstreifen eingesetzt, um durch Bombenwürfe zu verhindern, daß sich britische Panzer= und Infanterieeinheiten in dem gebirgigen Gelände westlich Tobruks festsetzen konnten. In Tiefflügen überwachten deutsche Zerstörerflugzeuge den britischen Nachschubverkehr auf der Via Balbia und vernichteten zahlreiche für Tobruk bestimmte Transporte. In der Nacht zum 17. 6. begannen Verbände der Luftwaffe. Tobruk und seine Befestigungsanlagen anzugreifen. Schon in dieser ersten Nacht entstand ein großer Brand am Ostrand des Befestigungsgürtels. An den folgenden Tagen waren die britischen Einheiten, die sich vor dem Druck der Achsentruppen in den äußeren Befestigungen Tobruks sammelten, das Ziel weiterer Luftangriffe. Nach vereinzelten Angriffen am 19. 6. auf befestigte Stellungen außerhalb des eigentlichen Festungsgürtels bahnten deutsche Kampf= und Sturzkampfflugzeuge durch einen vausenlosen dreistündigen Einsatz am Samstagnachmittag den angreifenden Panzern und der Infanterie den Weg in die Festung. Bomben schweren und schwersten Kalibers zerhämmerten die stark ausgebauten Befestigungsanlagen und vernichteten zahlreiche Batterien. Zu gleicher Zeit hielten in Tiefangriffen deutsche Zerstörerflugzeuge die rings um Tobruk eingesetzten britischen Flakbatterien nieder. In den frühen Morgenstunden des SamsMenschen Fegen Seien und Elaht Das Ringen um die Höhen vor Sewastopol NDZ...(PK.) Rings um die Festung Sewastopol liegt ein Kranz von Höhen. kleinen Kuppen, Tälern, Schluchten und Wäldern. Dieser natürliche Verteidigungsgürtel ist von den Bolschewisten in jahrelanger Arbeit und insbesondere im letzten halben Jahre der Belagerung unter Ausnutzung der neuesten Erfahrungen zu einem geschlossenen Rina von Bunkern. MG=Nestern, eingebauten, verbetonierten und versenkbaren Geschutzen und Flakbatterien. dichtesten Minenfeldern usw. ausgebaut worden. Jede einzelne Höhe, jedes einzelne Befestigungswerk muß daher in erbitterten Kämpsen genommen werden. Einen dieser Angriffe schildert der folgende Bericht. Es ist noch früh am Morgen. Grell aufflakkerndes Leuchten am Horizont. vaukenartige Schläge, dumvfes Rollen und Grollen geben das Zeichen zum Beginn eines rasenden Trommelwirbels der Artillerie der im Nu die Morgenstille in ein betäubendes Krachen und Bersten, Heulen und Kreischen, Surren und Sausen verwandelt. Dichter und dichter steigen die Sprengwolken wie wehende Vorhänge über den sowietischen Gräben hoch. Programmäßig läuft die Feuervorbereitung ab. Mit dem werdenden Morgen kommen die Flieger. Die Luft zitiert und ist erschüttert von den gewaltigen Hieben der schweren Bomben die die Maschinen im senkrechten Sturz abwerfen. Schwere und schwerste Artillerie und die Zeitzünder der schweren Flakartillerie, die knapp über den Köpfen der Sowiets mit platzendem Schrei krevieren, vollenden das gigantische Bild einer Feuerwalze, die wie eine glühende brechende Wand vor uns in den Himmel steigt. Als sich der Rauch verzogen hat, liegt die Höhe friedlich und still wie zuvor. Als jetzt aber die Infanterie vorbricht und sich gegen die Höhe vortastet, singt und klirrt es mit messerscharfem Surren plötzlich zurück. Die Infanteristen sind wieder in Bodendeckungen und Mulden verschwunden. Sprungweise langsam arbeiten sie sich vor gegen den unsichtbaren Feind hinter Bunkern und Scharten gegen den beimtückischen, glatten Berg aus Beton und Stahl. Die ersten Linien wurden verhältnismäßig schnell genommen. Dahinter aber liegt eine flache waldige, zum Teil von Obstplantagen durchsetzte Mulde, die dem Feind tausend Möglichkeiten, sich zu bergen, gibt. Die Lage wird langsam immer gefährlicher. Jede Bewegung wird mit veitschenden Schüssen quittiert. Selbst von rückwärts kommt Feuer. Unablässig hämmern die sowietischen MGs, bersten die feindlichen Granaten, singen ihre Splitter klatschend in das Gehölz. Wieder bleibt nur mehr das letzte Mittel: Flieger müssen den Feind mürbe machen und den weiteren Weg frei trommeln. Als das Getöse ihrer Motoren den Lärm des Gefechtes dröhnend übertönt, aeht ein Aufatmen durch die grauen Trupps. die hier am Feinde liegen. Nun geht es wieder einige hundert Meter vorwärts. Dann aber kommt mörderisches Trommelfeuer der sowietischen Artillerie. Der Feind greift von der Flanke her an! Von neuem greift die Luftwaffe ein, zerschlägt in kühnsten Sturzflügen die Angriffsstellungen des Feindes. Ein Gegenangriff sichert diese Seite zunächst notdürftig. 7. Nachmittag ist es schon. Gluyeno heiß brennt die Sonne den ganzen Tag nieder. Trocken. staubtrocken ist die Kehle. Leer sind die Feldflaschen nagender Durst quält die Lippen. Und unablässig heult und klirrt das feindliche Feuer, genau, wie drüben unsere Geschosse flammend auseinanderkrachen. Nur sind die drüben hinter Mauern aus Stahl und Beton. Die Erde ist übersät mit Trichtern und Erdbrocken. Menschenleiber liegen herum. Verwundete und in unsere Hände gefallene Bolschewisten kriechen zurück, mitunter Gefangene mit verstörten Gesichtern. Die Nacht verläuft unruhig, an Schlaf ist nicht zu denken. Mit dem Morgengrauen geht es wieder los. Das Trommelfeuer der deutschen Artillerie und wieder insbesondere das Vernichtungswerk der Stukabomben zerbricht die sowietischen Gegenangriffe. Dann dringen die deutschen Soldaten wieder weiter vor. Aber es dauert noch lange und es kostet wieder wie am Vortage manche harte Kämpfe, ehe gemeldet werden konnte: Wieder eine beherrschende Höhe genommen. Kriegsberichter Dr. Josef Rieder. tag begann dann der konzentrische An griff der deutsch=italienischen Truppen. Bereits nach zwei Stunden gelang den deutschen Divisionen nach heftigem Kampf der weitere Einbruch in die stark ausgebauten, tiefgegliederten Bunkerstellungen des Feindes. Bis zum Mittag hatten die deutsch=italienischen Anariffstruppen in zügigem Vordringen eine Wegegabel 8 Kilometer südlich Tobruks erreicht und dabei 50 feindliche Panzer abgeschossen. Deutsche Truppen gewannen nach Fortsetzung des Angriffs am Samstagnachmittag in schnellem Vorstoß eine Linie, die vom Hafen über Fort Solaro nach Fort Pilastrino verlief. Damit waren zugleich die beiden stärksten südwestlich von Tobruk gelegenen Forts gefallen. Um die gleiche Zeit unternahm der Gegner von Ras Mdaunar. einem zirka 17 Kilometer südwestlich von Tobruk gelegenen Stützpunkt aus einen letzten Ausfall, in der Absicht, sich mit einer zum Entsatz von Bir el Gobi vorstoßenden Kolonne zu vereinigen. Der Ausbruchsversuch scheiterte unter hohen gegnerischen Verlusten an Menschen und Material. Nach Zertrümmerung der starken Südostfront der Festung wurde der Angriff in den Rücken der noch im Westabschnitt stehenden feindlichen Kräfte vorgetragen. deren Rest sich am Sonntagmorgen ergeben mußte. Unter den 28000 Gefangenen befinden sich fünf Generale, darunter der erst vor kurzem in Tobruk eingesetzte Kommandeur der 2. südafrikanischen Division. General H. B. Klopper. Damit sind seit Beginn der Kämpfe am 26. Mai bisher neun brikische Generale und ein Admiral in die Hände der Achsentruppen gefallen. Vergeblich versuchten die geschlagenen Briten. über das Meer auf Transportschiffen zu entkommen. Leichte deuktsche Seestreitkräfte verlegten ihnen den letzten Weg zur Flucht. Nachdem es den deutschen Marineeinheiten bereits in den Vortagen gelungen war, den britischen Nachschub über das Meer nach Tobruk wirksam zu stören, gelang es einer deutschen Schnellbootflottille, in kühnem Angriff die Reste der feindlichen Transportflotte, die aus Tobruk zu flüchten versuchte, zu fassen und zu zerschlagen. Der ganze britische Verband. bestehend aus einem Vorpostenboot, sechs Küstenfahrzeugen und einem Transportschiff von 4500 BRT, wurde vernichtet. Kein einziges Schiff dieses britischen Verbandes konnte entkommen. Was nicht versenkt wurde. wurde aufgebracht. Die deutschen Schnellbootbesatzungen zerschlugen so die letzte Hoffnung der Briten, wenigstens noch mit geringen Resten Tobruk zu entkommen. So bietet die Eroberung von Tobruk ein neues Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit aller drei Wehrmachtteile, die in systematischer zäher Vorarbeit und dann in blitzschnellem Zuschlagen den Briten ihren wichtigsten Stutzpunkt an der nordafrikanischen Kampffront entrissen. „Der Sieg der Nation ist sicher“ Generalfeldmarschall Rommel inmitten seiner Soldaten DRB Berlin, 23. Juni. Der großdeutsche Rundfunk würdigte am Montagabend in einer Reihe von Sendungen den überragenden Erfolg des Deutschen Afrikakorps mit der Eroberung von Tobruk, der„uneinnehmbaren Festung", wie sie die Engländer bezeichneten, und gab anschließend die Meldung aus dem Führerhauptquartier über die Beförderung des Generalobersten Rommel zum Generalfeldmarschall durch den Führer bekannt. Diese Nachricht hat im deutschen Volk herzliche Freude ausgelöst. Die Beförderung zum Generalfeldmarschall durch den Führer ist ein Zeichen des äußeren Dankes des gesamten deutschen Volkes an den unvergleichlichen Führer des Deutschen Afrikakorps. Ein Kriegsberichter traf Rommel kurz vor der Einnahme von Tobruk in der vordersten Kampflinie an einer" Stelle wo deutsche Pioüborwunden dem EinBefestigungslinien aufhalten sollte. Er bat ihn, zu den bisherigen Erfolgen und den Operationen bei Bardi einige Worte zu sagen.„ 974 Generalfeldmarschall Rommer errlärte: „Nahezu vier Wochen harter Kämpf liegen hinter uns. Aber sie waren nicht nur hart, sondern auch erfolgreich— außergewöhnNumpfini,Inn einer Skur, wo benllsch niere den Panzergraben bereits uvern hatten, der die deutschen Lanzer bei. ven bruch in vie inneren Ben#tigungslinie sia Dank Reichsmarschall Görings an Generalfeldmarschall Kesselring DNB. Berlin, 23. Juni. Die besonderen Leistungen der Luftwaffe im Feldzug auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz bat Reichsmarschall Göring in folgendem Fernschreiben an den Oberbefehlshaber der im Mittelmeer operierenden Luftwaffe Generalfeldmarschall Kesselring besonders gewürdiat: „Lieber Kesselring! An dem ruhmreichen Sieg von Tobruk haben die Ihnen unterstellten Verbände meiner Luftwaffe hervorragenden Anteil. Sie schlugen in diesen Wochen schwerer Kämpfe den Feind in der Luft, zu Wasser und zu Lande vernichtend und haben damit den Heldenkampf der Panzerarmee Rommel in bester Waffenkameradschaft unterstützt. Ich spreche Ihnen und Ihrer Truppe zu dem entscheidenden Erfolg im Mittelmeer und um Tobruk meinen Dank und meine besondere Anerkennung aus. gez. Göring.“ lich erfolgreich. Heute krönt die. Truppe ihr bisheriges Werk durch Eroberung der Festung Tobruk. Bardia ist heute nacht besetzt worden. Deutsche und italienische Soldaten haben Uebermenschliches in diesen Kämpfen geleistet. Sie haben Feldbefestigungen. Erdwerke. Minenfelder überwunden mit einem Schwung, wie man ihn sich kühner nicht denken kann. Sie haben trotz schwerster Verluste und Entbehrungen Taa und Nacht durchaehalten in dem Geist der uns heute alle beseelt, dem Geist des Sieges. Mag der einzelne Mann fallen— der Sieg der Nation ist sicher. In diesem Moment des Sturmes auf Tobruk grüßt die Panzerarmee ihr Deutschland!“ Erwin Kraus DNV. Berlin, 23. Juni. Die Reichspressee stelle der NSDAP. gibt laut NSK. bekannt: Der Führer hat den bisherigen NSKK.= Obergruppenführer Erwin Kraus als Nacholger des verstorbenen Korpsführers Hühnlein zum Korpsführer des RSKK. ernannt. Korpsführer Erwin Kraus, geboren am 26. Mai 1894 in Karlsruhe, studierte nach dem Besuch des dortigen Realgymnasiums an der Technischen Hochschule Maschinenbau. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges trat Erwin Kraus sofort als Freiwilliaer bei der Infanterie ein und nahm an den schweren Kämpfen bei Langemarck und Yvern teil. Als Leutnant der Reserve schwer verwundet, meldete er sich— kaum genesen— aus dem Lazarett heraus zur Fliegertruppe, der er bis zum Ende des Weltkrieges angehorte. Er erhielt das EK. 1. und 2. Klasse sowie das FliegerBeobachter=Abzeichen. Im Verbande der Garde=Kavallerie=Schützendivision nahm Erwin Kraus an der Niederwerfung, des Spartakistenaufstandes und sodann wiederum als Flieger im Grenzschutz Ost an den Kämpfen gegen die polnischen Insurgenten in Oberschlesien teil Bei der Befreiung des Baltikums von den Bolschewisten gehörte er der Fliegerabteilung der Eisernen Division an. Nach seinem Ausscheiden aus dem Waffendienst bekleidete Erwin Kraus bis 1929 leitende Stellungen in der Industrie und im Luftverkehr. Später war er als freier Sachverständiger für Kraftfahrwesen in München und Stuttgart tätig. Schon 1923 bekannte sich Erwin Kraus zum Nationalsozialismus. Er nahm am Aufbau der Motor=SA. und des RSKK. in München und in Stuttgart entscheidenden Anteil und war von 1930 bis 1933 Führer der Gruppenstaffel Südwest und Chef des Amtes Technik des RSKK. Ende 1933 berief ihn der verstorbene Reichsleiter Hühnlein zur Durchführung umfassender organisatorischer Aufgaben in die Korpsführung nach München und ernannte ihn gleichzeitig zum Kraftfahr=Inspekteur Süd. 1935 wurde er Inspekteur für technische Ausbildung und Geräte des RSKK. Korpsführer Kraus ist Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP. und Mitglied des Reichstages. Rundfunkansprache Lavals DRB Vichy, 23. Juni. Der französische Regierungschef Laval hielt am Montagabend über alle französischen Sender eine Rundfunkansprache, in der er einleitend hervorhob, daß sich die Regierung bemühe, die Ernährungslage zu bessern. Er erklärte sodann. Frankreich habe unrecht daran getan, im Jahre 1918 keinen vernünftigen Frieden mit Deutschland abzuschließen. Ein ebenso großes Unrecht sei es aber gewesen. im Jahre 1939 Krieg gegen Deutsch= land zu führen, und Frankreich müsse jetzt die Folgen dieses Krieges tragen. Für die Zukunft habe er aber den festen Willen, vertrauensvolle Beziehungen zu Deutschland und Italien aufzubauen. Deutschland kämpfe jetzt im Osten für ganz Europa, und Frankreichs Aufgabe müsse es sein, nicht nur den Sieg Deutschlands zu wünschen, sondern in den Fabriken und auf den Feldern Deutschland bei diesem Kampf zu unterstützen. Der französische Regierungschef richtete sodann einen Appell an die französischen Arbeiter, in Deutschland zu arbeiten, da sie durch ihre Arbeit in Deutschland auch dazu beitragen würden, die Befreiung der französischen Kriegsgefangenen in Deutschland rascher herbeizuführen. Sie würden in Deutschland eine große Anzahl französischer Arbeiter finden, die dort bereits seit langem arbeiteten. Laval forderte die französischen Arbeiter auf. seinem Appell Folge zu leisten und sagte, sie müßten einsehen, daß es sich um mehr als das tägliche Leben Frankreichs handele. Frankreich könne nicht passiv und gleichgültig den ungeheuren Opfern zuschauen, die Deutschland bringe, um ein neues Europa zu schaffen. Dieser Krieg sei nicht ein Krieg wie die anderen. Was heute vor sich gehe. sei eine Revolution, aus der eine neue Welt entstehen solle. Die Arbeiter hätten von dem neuen Regime, das in Frankreich entstehen wird, nichts zu fürchten, aber alles zu erhoffen. Ueberall in Europa werde der Sozielismus entstehen. 94. 6.1777 John Roß, der Entdecker des magnetischen Nordpols, geb. 1916(Bis 26.11.) Schlacht an der Somme. Der Führer: Und was sie auch für Pläne haben mögen und wie diese auch aussehen, wir sind für alles gewappnet, vom höchsten Norden bis zum Süden, von der Wüste bis zum Osten. Schwerte, 24. Juni 1942. Der Weg der Feldpost Alle Feldpostsendungen werden von den Feldpostsammelstellen der Reichspost zunächst in Gruppen von je tausend Nummern zusammengefaßt. Hierauf wird eine Unterteilung in Gruppen zu je hundert Nummern durchgeführt. Erst im dritten Verteilgang sind alle Briefe mit der gleichen Feldpostnummer für einen bestimmten Truppenteil beisammen. Natürlich kann es einmal vorkommen, daß in der„Hitze des Gefechts“ ein Brief in einen falschen Transportkorb wandert. Auch undeutlich geschriebene Zahlen können zu Verwechselungen Anlaß geben. Doch trägt in allen diesen Fällen meist der Absender die Schuld, der sich der ungeheuren Arbeitsüberlastung der Postamtsstellen nicht bewußt ist und den Sortierkräften Übermenschliches zumutet. Für Feldpostsendungen, deren Anschrift mit dem besten Willen nicht zu entziffern ist, hat man einen eigenen Aufklärungsdienst eingerichtet. Er erfordert ein ausgesprochenes Fingerspitzengefühl und tiefgründige militärische Fachkenntnisse. Doch was geschieht mit den verunglückten Liebesgabenpäckchen, deren Inhalt seine Fesseln sprengte. weil es nicht gut genug umwickelt und verschnürt war? Sie kommen zur Neuumhüllung in die„Reparaturwerkstätte“, die die Postsammelstelle eigens zu diesem Zweck eingerichtet hat. Es sieht in diesem Raum wie in einem schlecht geführten Gemischtwarengeschäft aus. Da liegt ein Paket, aus dem die Liebesgaben aus allen vier Ecken herausquellen. Ein anderes ist über und über mit Eigelb bekleckert, ein drittes an einer Stelle völlig eingedrückt. Andere Päckchen, die Obst oder sonstige Eßwaren enthielten, sind nur noch eine formlose, weiche Masse. Wie wenig sich gewöhnliche Briefumschläge als Umhüllung für scharfkantige Zigarettenschachteln eignen, erkennt man an anderen„invaliden“ Feldpostsendungen. Behutsame Frauenhände lösen in allen diesen Fällen vorsichtig die Verschnürungen und stellen fest, wie sich der Inhalt noch verwenden läßt, um neu verpackt an die Front weiterzugehen. Halhee Lareru Weimarer Bekenntnis der vereinigten Jugend Am Sonnabend und Sonntag findet die 1. Reichsstraßensammlung für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz statt. Es werden reizende Abzeichen von 10 deutschen Stadttoren verkauft. Wir wollen auch diesmal wieder alle zehn erwerben. Die Einmachzeit naht Zu den Vorbereitungen für die Einmachzeit gehört zunächst einmal die Überprüfung aller zum Einmachen notwendigen Gefäße und Geräte, die peinlich sauber und von guter Beschaffenheit sein müssen. Für alle durch Luftabschluß zu konservierenden Vorräte gilt die Forderung, daß dieser Verschluß auch absolut dicht sein muß, da bereits ein Riß im Gummiring oder eine Absplitterung im Glas das Verderben de. Eingemachten bewirken kann. (Scherl-Bilderdienst=Limberg=Autoflex) Über der Goethe=Stadt wehen die Fahnen des neuen Europa. Die Abordnungen des Kontinents beherrschen das Straßenbild. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit verbindet sie alle, die hier an ehrwürdiger Stätte und in schwerer Zeit die Berührung mit den höchsten Kulturwerten des Abendlandes suchen, und als Jugend inmitten der Jugend überkommt sie das Erlebnis, daß auch dieses Europa nicht am Ende, sondern an einem Anfang steht, der ihm mehr als anderen Himmelsstrichen das Recht geben würde, sich als„Neue Welt" zu bezeichnen. Bei den offiziellen Peranstaltungen, den Empfängen von Diplomaten und ausländischen Staatsjugendführern ist viel von der Einheit der europäischen Jugend die Rede. Niemals aber wird der Hinweis unterlassen, daß Weimar diese Einheit nur festigen könne, ihr Werden sich dagegen an der Front im Osten vollziehe. Dort kämpft die Blüte der deutschen und verbündeten Nationen um die europäische Wiedergeburt. Was in Blut und Tod gezeugt wird, verleiht den Dingen Dauer. Das Bild der Front weicht nicht von dem inneren Auge der Jugend, der Kundgebung Weimar=Florenz, der Geist der Front beherrscht die Reden und Besprechungen, beflügelt die Wettbewerbe und spiegelt sich in den Ausstellungen und Arbeitsgemeinschaften. Der Front verpflichtet und eines Willens mit ihr ist diese Manifestation des kommenden Europa in allen ihren Erscheinungsformen. Kulturkundgebungen gleichen sich nie, in Krieg und Frieden tragen sie erst recht verschiedene Gesichter. An die Stelle der unbeschwerten Festlichkeit treten heute ernstere Besinnung, tieferes Nachdenken über die Gründe, aus denen das Erlebnis der großen Gemeinsamkeit wächst. Auf dem Hintergrunde des Kriegsgeschehens wird schärfer unterschieden zwischen Oberfläche und wirklichem Bestand, zwischen Wunschträumen und Realitäten. Man geht ohne Illusion an die Probleme heran, die den Völkern Europas zur Lösung aufgegeben sind. Im Schlachtenlärm dieser Jahre haben sich die geistigen Vorstellungen gewandelt, neue Ideen und Begriffe, neue politische und soziale Anschauungen sind emporgestiegen und breiten sich aus. Man bekennt sich zu ihnen als den Grundlagen des jungen Europa, sie gewinnen Leben und Gestalt im Zusammensein der Weimarer Tage, wo man sich kennenTageschronik Heute öffentliche Kundgebung. Am heutigen Abend um 8 Uhr findet im Roland=Theater eine öffentliche Kundgebung der RSDAP Schwerte statt, zu der alle Volksgenossen eingeladen werden. Der Gauredner Pg. Rentzel von der Reichspropagandaleitung des Bundes Deutscher Osten spricht über das sehr interessante und wissenswerte Thema„Der Osten und die deutsche Zukunft“. Es ist Pflicht eines jeden deutschen Volksgenossen, dieser Kundgebung beizuwohnen, denn wir werden in ihr erfahren, wie der Osten zum Segen Deutschlands gestaltet und ausgebaut wird. Ein Tandem=Rad beschlagnahmt. Anscheinend von einem Liebhaber für Paarfahrten wurden zwei Fahrräder auseinandergenommen und daraus ein Tandem=Rad gebaut. Dieses Tandem wurde nun in Schwerte untergestellt, aber von der Kriminalpolizei beschlagnahmt, weil der Verdacht vorliegt, daß dieses Tandem aus einer strafburen Handlung herrührt. Wer irgendwelche Ansprüche stellen kann, mag sich bei der hiesigen Kriminalpolizei melden. + Fahrräder ordnungsgemäß abschließen! Es wird dringend darauf hingewiesen, beim Abstellen der Fahrräder darauf zu achten, daß sie stets ordnungsgemäß abgeschlossen werden, um eine Entwendung des Fahrrades zu verhindern. Rechtswidrige Futterentnahme. Es müssen laufend Jugendliche und Kinder zur Anzeige gebracht werden, weil sie rechtswidrig von fremden Grundstücken Futter für Kaninchen entwenden. Die Polizei weist darauf hin, daß, wenn sich die Klagen der Eigentümer mehren sollten, in Zukunft mit noch streugeren Strafen vorgegangen werden muß. Dabei sei vermerkt, daß die Erziehungsberechtigten für die In der Ausgabestelle für Bezugscheine sind am Donnerstag die Volksgen, mit den Buchst. T, U.# an der Reihe. lernt, alte Freundschaften erneuert und zum besseren gegenseitigen Verstehen gelangt. Aber man weiß auch, daß aus einem zerrissenen, von zahllosen Ressentiments und Vorurteilen durchfurchten und entstellten Kontinent nicht über Nacht eine harmonische und lückenlose Einheit werden kann, wie sie dem allgemeinen Ideal entspricht. Sie wird, das ist die Überzeugung, die auch in Weimar zum Ausdruck kommt, nur wachsen und sich fortschreitend entwickeln an den Aufgaben, die man gemeinsam bewältigt. Weimar setzt in diesem Sinne die lange Reihe der Zusammenarbeit der europäischen Jugend fort, die von Baldur von Schirach begonnen, dank der lebhaften Unterstützung durch den italienischen Partner, schon zu vielen wertvollen Ergebnissen geführt hat. Ausgewählte Darbietungen der Musik, der Dramatik, des Laienspiels, des Fachschrifttums und der Jugendpresse geben Anregungen, steckten Ziele und führen zu gemeinsamen Arbeitsplanungen. Der Reichsjugendführer hat diese Entwicklung durch die Ankündigung des europäischen Jugendverbandes in ein neues Stadium treten lassen. Runmehr zeigen sich die Erfolge der letzten Jahre: die gelegentlichen Begegnungen und Demonstrationen verdichten sich zu einer ständigen Zusammenarbeit im gleichen Forum, unter einheitlicher Führung und aktiver Anteilnahme aller derer, die zum Neubau des kontinentalen Gemeinschaftslebens etwas beizutragen haben. Die Jugend will nicht Politik machen, ihre Aufgabe ist es, den politischen Rahmen, der sich ihnen darbietet, auszufüllen, soweit es in ihren Kräften steht. Die Jugend schafft in sich die Ordnung, die allgemein erwartet wird. Es ist eine Ordnung, die sich nicht auf Bevormundung, sondern auf Gleichberechtigung und stetiger schöpferischer Entfaltung der Beteiligten aufbaut. Der internationche Scout=Verband stand unter englischer Diktatur; was nicht England ist, bedeutet Anhängsel, Mitläufer, und lebt von stupider Nachahmung. Der europäische Jugendverband läßt das Eigenleben seiner Glieder nicht begrenzen, sondern im Gegenteil pflegen und fördern, denn nur aus diesen Quellen fließen die Leistungen, auf die es bei einem Neubau Europas ankommt. Die Jugend ist auf dem Wege zu dieser Ordnung und Führung ihrer eigenen Kräfte in Weimar einen erheblichen Schritt weiter gekommen. Schwerter Inßbullenuschau IS1n18 Die Fußballspielsaison 1941/42 hat bereits vor einigen Sonntagen ihren Abschluß gefunden, so daß es sich lohnt, eine sportliche Rückschau zu halten. Bereits zu Beginn der Spielsaison im August 1941 verfügte unser Heimatstädtchen Schwerte nur noch über einen fußballbetreibenden Sportverein. Während die Schwerter Sportvereinigung von 1906 infolge vieler Einberufungen den Spielbetrieb bereits schon Ende 1940 einstellen mußte, war es der Reichsbahnsportgemeinschaft Schwerte aus gleichem Grunde nur noch möglich, einen zeitweiligen Spielbetrieb der Seniorund Jugendmannschaften aufrechtzuerhalten. Aber auch der VfL Schwerte mußte auf eine große Anzahl guter Spieler Verzicht leisten. Über 70 aktive Sportler tragen zur Zeit den feldgrauen Rock. Wiederum machte sich bei den BfLern die stets betriebene Breitenarbeit kohnend bemerkbar. Stets hat sich die Vereinsleitung der Jugend angenommen und dadurch den so dringend erforderlichen Nachwuchs sichergestellt. Unter diesen Voraussetzungen war dem BfL dann auch nur möglich, die Lücken der fehlenden Sportler befriedigend auszufüllen. Leider war es nur möglich, für kurze Zeit eine Reservemannschaft zu stellen, wodurch man sich notgedrungen auf die 1. Mannschaft beschränken mußte. Die Jugendabteilung dagegen konnte nach wie vor über drei Jugendmannschaften und eine Schülermannschaft verfügen. Bekanntlich nahm BfLs 1. Mannschaft an den Punktespielen der 1. Fußballklasse teil. Mit der ungerechten Zuteilung zur Unterstaffel Arnsberg hatte sich die Vereinsleitung nicht zufrieden gegeben, so daß auf Antrag einer Zuteilung zur Unterstaffel Hagen stattgegeben wurde. Besonders die Spiele der 1. Serie nahmen für die Schwerter Blauweißen einen äußerst günstigen Verlauf, so daß schon nach Beendigung der 1. Etappe der Klassenverbleib gesichert war. Die 2. Serie begann sofort mit einem Bombenerfolg, und zwar mußte die Sportgemeinschaft Grüne durch eine überraschende 12:0=Niederlage die bedeutend bessere Spielweise der VfLer anerkennen. Der dann folgende Sonntag muß als schwarzer Tag bezeichnet werden. Hier gab es trotz guter Mannschaftsbesetzung gegen Schwelm 06 eine empfindliche 4:0=Niederlage. Einen Sonntag später mußte Germania Boelerheide durch eine 9:0=Niederlage den Mißerfolg des Vorsonntags teuer bezahlen. Die dann folgenden Ergebnisse gegen Tus Herdecke(2:3), gegen Hagen 72(5:2) und gegen Schwelm 06 1:1) sorgten für die weitere Behauptung des günstigen Tabellenplatzes. Gegen den DSC Hagen kam es dann im vorletzten Meisterschaftsspiel beim Stande von 1:0 für Hagen zu einem unliebsamen Spielabbruch, dessen Urteil seitens des Gaurechtswarts noch aussteht. Dann machte der Jahrgang 1923 der BfLer Einheit einen Strich durch die Rechnung. Fünf Spieler der 1. Mannschaft mußten ihrer Wehrpflicht genügen. Man war jetzt gezwungen, auf den zur Verfügung stehenden Nachwuchs zurückzugreifen. So hatte eine neue Mannschaft die Vereinsfarben im letzten Punktespiel gegen Tus Milspe zu vertreten. Gegen die körperlich überlegenen Milsper reichte jedoch die Kampfkraft der jungen Mannschaft nicht aus, so daß es dem Spielverlauf entsprechend zu einer 2:0=Niederlage kam. Immerhin kann man mit der Belegung des fünften Tabellenplatzes vollauf zufrieden sein. An Freundschaftsspielen kam nur eine geringe Anzahl zum Austrag. Dieses war aber darauf zurückzuführen, daß eine lange, ungewollte Spielruhe in den Monaten Januar bis März 1942 einsetzte. Der außergewöhnlich strenge Winter ließ die Bespielbarkeit der Sportplätze nicht zu. Erwähnenswert ist das Freundschaftsspiel gegen eine Marinemannschaft aus Buxtehude. Die Marinesportler siegten verdient 2:1. In der Runde um den Tschammerpokal brachte es die VfLer Mannschaft nicht weit. Im ersten Spiel gegen die Sportgemeinschaft Rote Erde Iserlohn reichte es zwar noch trotz geschwächter Mannschaft zu einem 2:0=Siege, während die zweite Begegnung gegen Menden 09 eine 1:2=Niederlage brachte, wodurch die weitere Teilnahme an der Pokalrunde dahin war. Die 1a=Jugend der VfLer nahm an den Meisterschaftsspielen der Dortmunder Gruppe teil und konnte am Schluß der Rundenspiele einen beachtenswerten Tabellenplatz behaupten. Die übrigen Jugendmannschaften einschließlich der Pimpfe haben sich stets eines eifrigen Spielbetriebes in Form von Freundschaftsspielen befleißigt. * BfL Schwerte 1a=Jugend— Borussia Höchsten 1a=Jugend 8:1(4:0) Nachdem schon in der vergangenen Woche die 1aJugend des BfL Schwerte eine Mannschaft des DIJungstammes 1/136 mit 6:0 bezwungen hatte, stand sie am letzten Sonnabend der 1a=Jugend des TV Borussia Höchsten gegenüber. Sofort zu Beginn des Spieles hatten die Schwerter Jungen das Heft in der Hand und konnten das Spiel siegreich zu ihren Gunsten entscheiden. Die Höchstener Jugend wehrte sich tapfer, aber war der technischen Überlegenheit ihres Gegners nicht gewachsen. Schon in der 1. Halbzeit mußte sich ihr Torwart viermal geschlagen bekennen, und auch in der 2. Hälfte sah man das gleiche Bild. Aber sie ließen nicht locker und konnten kurz vor Schluß doch wenigstens das Ehrentor erzielen, was dieser tapferen Mannschaft zu gönnen war. Für die 1a=Jugend des VfL Schwerte war dieser Sieg ein schöner Erfolg, dem sich bei der jetzigen Spielstärke sicher noch mehrere anreihen werden. Nächsten Sonnabend empfängt die 1. und 2. Jugend die gleichen Mannschaften des SC Hemer 08 zum Freundschaftsspiel. In einem schönen Spiel konnten die Pimpfe von Borussia Höchsten über die VfL=Pimpfe mit 4:2 fiegreich bleiben. strafbaren Handlungen der Kinder voll verantwortlich sind. - Außenanstrich der Häuser genehmigungspflichtig. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß jeder beabsichtigte Außenanstrich von Hausfronten baupolizeilich zu genehmigen ist. Während der Dauer des Krieges sind besondere Anordnungen über die Art des Anstrichs ergangen. Ein heller Anstrich kommt für diese Zeit nicht in Frage. Aus der Arbeit der HI In Zusammenarbeit des RSFK Schwerte und der Flieger=HI war es gelungen, eine Veranstaltung aufzuziehen, die die helle Begeisterung der Jungen hervorrief. RSFK=Sturmführer Mager leitete die Veranstaltung in der Oberschule für Jungen ein. Er stellte den Unteroffizier Stüber den Jungen vor, der ihnen etwas aus der Luftwaffe erzählen sollte. Danach ergriff Lehrer Möller das Wort. Er kenne, so sagte er, den Unteroffizier Stüber seit langen Jähren, sei er doch bei ihm in der Schule gewesen. Er sei stolz auf ihn, weil er sich so tapfer erwiesen habe. Danach sprach Unteroffizier Stüber, lebhaft von den Jungen begrüßt, selbst über seine Erlebnisse. Lautlose Stille herrschte in der großen Aula der Oberschule. Die Beifallskundgebungen zum Schluß des Vortrags bewiesen, daß dieser gefallen hatte. Zum Schluß ergriff Fähnleinführer Franke das Wort. Er stellte kurz heraus, daß er die Überzeugung habe, daß alle Jungen das Bestreben hätten, es dem tapferen Unteroffizier nachzutun und ebenfalls gute Soldaten der Luftwaffe zu werden. Die Veranstaltung schloß mit dem Treuegelöbnis zum Führer. Kein Erzeuger=Verbraucher=Verkehr bei Obst und Gemüse Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß es wie im Vorjahr auch in diesem Jahr Verbrauchern verboten ist, bei auswärtigen Erzeugern Obst und Gemüse einzukaufen. Dieses Verbot ist unbedingt notwendig, um die gleichmäßige und gerechte Verteilung an die gesamte Verbraucherschaft zu gewährleisten; seine Umgehung ist übelster Eigennutz, gefährdet aufs schwerste die ordnungsmäßige Versorgung der Bevölkerung und wirkt sich insbesondere zum Schaden der arbeitenden Volksgenossen in den Großstädten aus. Verstöße gegen das Verbot des Erzeuger=VerbraucherVerkehrs, die meist auch noch mit erheblichen Preisverstößen verbunden sind, werden streng geahndet Empfang des neuen Korpsführers des RSKK beim Führer Der Führer begrüßt den zum Nachfolger des verstorbenen Korpsführers Hühnlein ernannten neuen Korpsführer des RSKK Erwin Kraus. Presse=Hoffmann(Sch) 1.STRASSENSAMMLUNG XM 27/28.3UNI ALTE DEUTSCHESTADT-TORF — KRIEGSHILFSWERK ROFE RREUZ 1922 7 werden, wobei mit besonderer Schärfe gegen die zuwiderhandelnden Erzeuger vorgegangen werden wird. Die Preisbehörden haben erneut Anweisung erhalten, ständige Kontrollen vorzunehmen und bei diesen Verstößen gegen die Markt= und Preisordnung die strengsten Maßnahmen zu ergreifen. Auf Unkenntnis dieser Bestimmungen kann sich niemand berufen, da hinreichend darauf hingewiesen ist. „Sammeleinkauf“ von Zigaretten Die ab 1. Juli geltenden Vorschriften über die neue Naucherkarte regeln erstmals auch den sogenannten Sammeleinkauf von Zigaretten, Zigarren und Tabak durch die Gefolgschaft eines Betriebes. Viele Betriebsführer und Gefolgschaften wollen ihren im Felde stehenden Arbeitskameraden regelmäßig oder bei bestimmten Gelegenheiten eine rauchbare Gemeinschaftsspende machen. Nach den neuen Vorschriften können sie in diesem Falle ihre Raucherkarte einem Obmann zum Sammeleinkauf aushändigen. Der vom Betriebsführer oder der Gefolgschaft beauftragte Obmann muß sich aber beim Zigarettenhändler darüber ausweisen, daß er berechtigt ist, auf die von ihm vorgelegten 10 oder 20 oder 100 Raucherkarten einen Sammeleinkauf vorzunehmen. Er wird also zweckmäßigerweise eine Bescheinigung des Betriebsführers mitnehmen. Gäste in Pension Während in Friedenszeiten für den Sommergast die Wahl des Ortes die Qual der freudvoll aufgeregten Reisevorbereitungen war, ist es heute die bange Frage, wo komme ich unter und wer nimmt mich auf? Der Krieg hat den Kreis enger gezogen, allerdings auch den Kreis der Gäste für einen Erholungs= oder Kuraufenthalt. Das Beherbergungsgewerbe hat auch besondere Preisregelungsvorschriften zu beachten. Es ist dem Beherbergungsgewerbe gestattet worden, die Gäste zu bitten, die Wäsche selbst mitzubringen. Bringt der Gast die Wäsche mit, dann ist der Wirt verpflichtet, von dem zulässigen Höchstpreis 1,— RM je Kopf und Woche— für Kinder bis zu 14 Jahren 0,50 RM— hierfür abzusetzen. Vielfach haben auch die Gaststätten und Pensionshäuser nicht mehr das Bedienungspersonal, das früher zur Verfügung stand. Die Gäste sind einsichtig und scheuen die Mühe nicht, ihr Zimmer selber in Ordnung zu bringen. In einem solchen Fall darf der Wirt keinen Bedienungszuschlag mehr erheben. Aus der RSDAP RS=Frauenschaft, Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Schwerte=Mitte und=Nord. Donnerstag um 17 Uhr: Pflichtnachmittag im Reichshof. Paket mit Jalt Kriege werden für gewöhnlich mit dem Schwert geführt; England fühlte sich persönlich hiervon nie berührt. Erstens, weil sich Dumme fanden, die dazu bereit; zweitens war das Geld vorhanden, drittens„half“ die Zeit. Aber weil die alten Moden nichts mehr eingebracht, hat man andere Methoden sich jetzt ausgedacht. Unter peinlicher Vermeidung kriegerischer Tat, sichert man sich die Entscheidung nur durch ein— Traktat. Eines Paktes leere Worte schreit man in die Welt, und so wird’ne neue Sorte Siege vorgestellt. Weil in dem besagten Schriebe dies so festgestellt. ist es sicher, daß man Hiebe nun nicht mehr erhält. Darob schlägt man laut die Trommeln, ohne Rast und Ruh.— Wir im Hintergrunde„rommeln“ nur den Takt dazu. Gestern vormittag 5 Uhr starb unsere liebe, treusorgende, unvergeßliche Frau und Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Ehefrau Helene Roß geb. Kemper im Alter von fast 46 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Theodor Roß Marianne Roß und Anverwandte Schwerte(Weißenburger Straße 2), Werl, Menden=Bösperde, den 23. Juni 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, 25. Juni, 16 Uhr, vom kath. Krankenhaus aus statt. Das Totenamt findet Freitag morgen um 8 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche statt.— Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. KETFe Heute morgen 8 Uhr verschied nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Emilie Göbel geb. Schneider im 58. Lebensjahr. Um stille Teilnahme bitten: Max Dreher und Frau Lina geb. Gruß; Albert Breucker und Frau Anna geb. Gruß; Peter Gruß, z. Z. im Felde, und Frau Emma geb. Gershoff; Heinrich Rinscheid, z. Z. im Felde, und Frau Martha geb. Gruß; Karl Gruß und Frau Helene geb. Kalinowsky Schwerte(Bismarckstr. 9a), den 23. Juni 1942. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag um 4½ Uhr vom Trauerhause aus statt. MI TTT TSTT STAHE S W HSE Für 1,5=Tonnen=Lastwagen von mittlerem Industrieunternehmen nach Schwerte gesucht. Schriftliche Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit unter Nr. 1898 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung erbeten. Am 22. Juni, 12¾ Uhr, entschlief nach schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Reichsinvalide Friedrich Tillmann im Alter von 66 Jahren. Die trauernden Geschwister. Villigst, den 23. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 25. Juni, um 14½ Uhr vom ev. Krankenhaus aus, um 15½ Uhr auf dem Friedhof in Villigst statt. K 214% Kramstoräksie Stalino 21.8 Ein Ufo-Flim mit 2 844 WERNER KRAUSS Gisela Uhlen Wolfgang Lukschy Martin Urtel Paul Henckels Drehbuch: Jacob Geis, Dr. Harald Braun nach Motiven von Otto Ludwig: Musik: W. Eisbrenner- Herst.-Gr.: Erich Holder Spielltg.: Dr. Harald Braun Jugendliche nicht zugelassen August=Haßler=Straße 33a Neuer Kursus beginnt Dienstag, den 30. Juni, und Donnerstag, den 2. Juli, um 19.30 Uhr im Lokale Feit, Mährstraße. Privat= und Einzelunterricht jederzeit. Taganrog Pösten Die Kesselschlachten im Osten Unsere Karte veranschaulicht die Reihe der großen Kesselschlachten, in denen der Bolschewismus seine furchtbaren Schläge erhielt.(Scherl-Bilderdienst=M.) Stempel liefert schnell Buchdruckerei Hans Linner. Da ich mein Pferdefuhrwerk hin und wieder frei habe, können Fuhren übernommen werden. Franz Jakob=Dammhorst, Gasstraße 6. Ruf 2437. Fleißiges, ehrliches Morgenmädchen gesucht. Schriftl. Angebote unter 1894 an die Geschäftsstelle der Schw. 8tg. Gut erhaltene Herren=Halbschuhe Größe 41 gegen Größe 43 zu tauschen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. 1895 3- oder 4flammiger Gasherd per sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 1896 an die Geschäftsstelle der Schw. Ztg. 1 gut erh. Schlafzimmer 150 RM 1 gut erhaltene Küche 100 RM zu verkaufen. Frau Sellin, Holzen, Kreisstraße, Gemeindehaus. Werde Mitglied der REBI Hellunge Volriim für den Bezirk Villigst gesucht. „Schwerter Ztg.“ Gr. Marktstr. 3/5 Aus dem Kunirar Die Erdbeerernte hat begonnen Berchum. In der Gemeinde Berchum hat die Erdbeerernte bereits begonnen. Allerdings ist der unmittelbare Verkauf vom Erzeuger an den Letztverbraucher verboten. Dem Verkauf stehen gleich der Tausch sowie die Überlassung dieser Erzeugnisse gegen eine gewerbliche oder berufliche Gegenleistung. Die Beschlagnahme der Erdbeeren sowie des sonstigen Obstes, wie Johannisbeeren, Pflaumen, Zwetschen, Aprikosen und Birnen, hat man vornehmen müssen, damit in erster Linie die städtischen Märkte beschickt werden und nicht gleich alles vom Erzeuger durch bestimmte Personen abgeholt wird. Es ist daher jedem Anbauer gestattet, seine Erzeugnisse selbst auf den Markt zu bringen. Diejenigen Personen, die jedoch keine Märkte beliefern können, sei es aus Zeitmangel usw., haben Gelegenheit, ihre Gartenbauerzeugnisse in Berchum bei dem Landwirt Gustav Nippel abzuliefern, der von dem Herrn Vorsitzenden des Gartenbauwirtschaftsverbandes beauftragt ist, die in Berchum anfallenden Erzeugnisse abzunehmen und nach Weisung der Bezirksabgabestellen an den Handel abzugeben. Die Einwohner der Gemeinde Berchum, soweit sie Letztverbraucher sind, können direkt vom Erzeuger kaufen, wenn es sich um Erzeugnisse handelt, die sie in ihrem eigenen Haushalt verwenden. Kornblumen pflücken verboten Berchum. Wiederholt mußte in den letzten Tagen festgestellt werden, daß Personen, die sich einen Strauß Kornblumen mitnehmen wollten, beim Pflükken tief in die bestellten Kornfelder eindrangen. Durch dieses Zertreten der fruchtbringenden Halme wird Brotgetreide zerstört. Den Landwirten und Bauern wird außerdem die Mäharbeit durch dieses Zertreten erschwert. Das Betreten der Felder zum Sammeln der Kornblumen ist verboten, und jeder, der zur Anzeige gebracht wird, hat mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen. Röntgen=Reihenuntersuchung Berchum. Die Röntgen=Reihenuntersuchung beginnt in den nächsten Tagen auch in der hiesigen Gemeinde. Jeder Volksgenosse und jede Volksgenossin erhalten eine Vorladung, auf welcher der Tag und die genaue Zeit der Untersuchung vermerkt ist. Diese Termine sind unter allen Umständen einzuhalten, weil hierdurch nur ein reibungsloses und schnelles Arbeiten gewährleistet ist. Es wird erwartet, daß alle Volksgenossen diese fürsorgliche Untersuchung erkennen und sich der Untersuchung freudig und pflichtbewußt unterziehen. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlich f. d. gesamten Textteil: Hauptschriftleiter Dr. Hans=Adolf Ebing(z. 8. im Felde), i. V. Hermann Stens, Hagen; für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte. Zur Zeit ist Preisliste 12 gültig. Memmat des Ttersenn 17 Roman von Marte Behmtaleberg 4„„„"— len-Ver 26 Eins würde danach allerdings unvermeidlich sein: die endgültige Auseinandersetzung mit Helga. Wenn er sich eine neue Heimat aufbaute, dann mußte der letzte schmerzliche Schnitt getan werden, der ihn endgültig von ihr trennte. Seine Möbel, der größte Teil seiner Sachen war ja noch auf Hof Torbeke. Er hatte eigentlich erwartet, daß Helga sie ihm schicken oder ihre Abfuhr fordern würde. Das war nicht geschehen, sie schwieg sich vollkommen aus. Was würde sie sagen und tun, wenn wirklich die Entscheidung kam? So grübelte Dieter. Wenn—! Ach, es war müßig, jetzt schon daran zu denken. Dennoch tat er es und war dadurch stiller und in sich gekehrter als sonst Sehr zum Kummer Hanne Reykamps. Sie hatte sich so ge., oaß er in den letzten Wochen viel froher und aufgeschlossener war als in der ersten Zeit. Wenn sie nur an den vergnügten Abend beim letzten Schlachtfest neulich dachte, als die Nachbarn alle herübergekommen waren und sich so gut mit Dieter verstanden! Was nur in dem verflixten Brief gestanden haben mochte? Denn der Brief war schuld, das wußte sie ganz genau. Seit er den bekommen hatte, war der Dieter so nachdenklich. Sie hatte ihn selbst em Briefträger abgenommen und ihn Dieter gegeben.„Absender Fritz Westerholt" stand auf der Rückseite. Das war doch der Bruer. Ob der ihm etwas Unangenehmes geschrieben hatte? Ob man es wagen durfte, auf Umwegen mal zu fragen? So grübelte Hanne auch heute wieder. Sie hatte eben einen Kuchen für den morgigen Sonntag angerührt und fettete nun die Kuchenform ein. So versunken war sie in ihren Gedanken, daß sie nicht merkte, wie Heti und Heinz hinter ihrem Rücken die nicht ganz sauberen Zeigefinger in den Kuchenteig tunkten und sie dann schnell ableckten. Als Hanne sich umwendete, standen sie mit unschuldigen Gesichtern am Tisch. Draußen am Küchenfenster war gerade in diesem Augenblick Dieter vorbeigegangen. Er hatte alles gesehen, aber er schmunzelte nur und sagte nichts, als er in die Küche trat. „Wollen wir gleich die Garben umpacken, Hanne? Hast du Zeit, daß du mir helfen kannft?“ fragte er das Mädchen. Am Montag wollte der schon lange erwartete Lohndrescher kammen und den Rest des Getreides dreschen. Aus praktischen Gründen mußten nun einige Fuder Garben umgepackt werden, um Platz für das Stroh zu schaffen. „Sofort“, sagte Hanne.„Ich will nur eben den Kuchen in den Ofen schieben.“ „Gut. Ich gehe dann schon voraus. Wir müssen es heute schon machen, weil uns Montag die Zeit fehlt.“ Hanne beendete eilfertig ihre Arbeit und folgte dann Dieter in die Scheune.“ Anfangs waren Heinz und Heti auch dabei und schleppten Garben. Aber bald wurde es ihnen zu langweilig, und sie verdrückten sich. Hanne war das nur recht. Die Kinder hatten manchmal so blödsinnige Einfälle und sagten alles, was sie dachten. Neulich hatte Hanne einmal mit Heti gescholten, weil sie ungezogen war. „Man muß sich wirklich schämen! Was soll nur Dieter von dir denken?!" Und was sagte das Balg darauf? „Dieter? Hab dich man nicht so mit dem! Meinst du, ich weiß nicht, daß er dein Schwarm ist?“ Jawohl,„Schwarm“ sagte sie! So was mußte man erleben und dummerweise auch noch puterrot dabei werden! Was sollte man dabei tun? Es stimmte ja schon, sie hatte Dieter gern, das hatte Hanne sich schon selbst eingestanden. Da war ja auch weiter nichts dabei, man durfte einen so netten und tüchtigen Mann ruhig gern haben; selbst Vater und Großi hatten sicher nichts dagegen. Aber— wenn die Kinder es schon merkten, da bestand wirklich Gefahr, daß auch er selbst—! Das wäre zu dumm, da müßte man sich ja schämen. Denn wenn Dieter auch immer sehr nett zu ihr war, daß er dabei an Liebe dachte, war nämlich durchaus nicht sicher. Wenn sie nur wüßte, ob nicht irgend etwas in seinem Leben war, von dem sie nichts wußte! Da war doch zum Beispiel dieser Brief, der ihn so ernst stimmte! Ob sie mal ein bißchen auf den Busch klopfte? Zwischen zwei Garben, die er ihr zulangte, fragte sie: „Du hast ja vor einigen Tagen einen Brief von deinem Bruder bekommen. Ist zu Hause alles wohl?" Dietek freute sich über ihr Interesse. „Danke, ja“, sagte er harmlos.„Mutter war allerdings stark erkältet, aber jetzt geht es ihr besser.“ Die Erwähnung des Briefes schien ihn überhaupt nicht zu berühren, er erzählte sogar noch Einzelheiten von daheim. Dasverstand Hanne nicht! Sollte sie sich doch getäuscht haben? Da mochte sich einer auskennen!„ Schön war es allerdings, daß Dieter einmal ausführlich von seinen Angehörigen sprach. Das hatte er sonst nie getan. Ob sie es wagen durfte, eine Angelegenheit zur Sprache zu bringen. die ihr schon lange am Herzen lag? Auf Umwegen steuerte Hanne auf ihr Ziel los und fragte dann wirklich wie beiläufig: „Weißt du schon, daß am übernächsten Sonntag im Dorf ein Fest der Kriegerkameradschaft gefeiert wird?“ Nein, das wußte Dieter nicht und zeigte sich auch wenig interessiert. Das war nicht sehr ermutigend. Trotzdem wollte Hanne sich nicht abschrecken lassen Man kam ja sonst überhaupt nicht weiter. So fragte sie denn kurz entschlossen: „Hättest du nicht Lust, hinzugehen?“ „Ich?“ fragte Dieter erstaunt, und dann wurde sein Gesicht plötzlich verschlossen.„Was soll ich denn dort?“ „Nun, dasselbe. was andere Leute dort wollen: ein paar Stunden vergnügt sein und vielleicht auch ein bißchen tanzen. Du bist ja überhaupt noch nicht aus dem Hause gewesen, seit du bei uns bist.“ Hannes Ansinnen kam Dieter ganz unerwartet. Er verstand freilich, daß sie es nur natürlich fand— und das war es ja eigentlich auch—, wenn ein junger Mann in seinem Alter tanzen ging und sich etwas Abwechslung schuf. Sie konnte ja nicht wissen, warum er sich aus Vergnügungen nichts machte. Was sollte er nur sagen, um eine Ablehnung zu begründen? Denn hingehen konnte er unmöglich. Wenn er auch weit davon entfernt war, sich in Weltschmerz zu vergraben, in seinen Adern floß jedoch das schwere norddeutsche Blut. Es widerstrebte ihm, wie ein junger, lediger Mensch zu einer Festlichkeit zu gehen und mit fremden Mädeln zu tanzen. Er hatte zwar seine Ehe bis jetzt gegen jedermann verschwiegen, aber er wollte doch alles vermeiden, was nach einer bewußten Täuschung aussah. Als er nicht gleich antwortete, sprach Hanne eifrig weiter: „Das Fest wird in jedem Jahr um diese Zeit gefeiert und ist immer sehr nett. Diesmal sicher auch. Es soll ein plattdeutsches Bühnenstück aufgeführt werden—“ Da war Dieter der Ablehnungsgrund eingefallen, nach dem er krampfhaft suchte. „Es tut mir leid“, sagte er.„Aber am übernächsten Sonntag wollte ich nach Hause fahren. Man erwartet mich dann dort.“ Ja, so ging es. Es war sogar sehr angebracht, daß er an diesem Tage seinen Angehörigen einen Besuch abstattete. Vielleicht hörte man dann schon Näheres über den Verkauf der Stöweschen Besitzung. Und die Mutter wurde sich auch freuen, ihn einmal wiederzusehen. Hannes liebliches Gesicht sah freilich ganz enttäuscht aus. Das tat ihm leid. „Das ist sehr schade“, sagte sie.„Ich wäre gern hingegangen.“ „Aber du kannst doch auch hingehen, Hanne. Oder— ach so, du meinst wohl, daß Großi abends nicht allein mit der Hausarbeit sertig wird?" „Nein, das würde schon gehen. Aber sie lassen mich nicht gern allein gehen, und mir macht es auch nicht so viel Spaß—“ ." GFortsetzung solgts .—