6 Schmeren Uchunet archen wrichentlich uchums) Bezugspreis wöchentlich 45 Rpf.(einschl. Trägeriohn). Postbezug monstlich 2.- Hll.(einschl. 263 Apk. Zeitunggrebn und O4t Bpf Pagtverpachunggehühr) gnzüg liech 5p Kof, ösallgeld Einzelnummer 10 Apf Druck uns, Periiet, grage Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftestelle: Große Ruf: 272d Postscheckkonto: Dortmund 2ee2 Nr. 165 Tageblatt für die Stadt Schwerte und die Amter Westhofen und Ergete Schwerter Heimatblatt; Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeitung Schwerte(uhe),Obenstag, 16. Juli 1900 Ansstgenpretg: die uchgerpalhmne Milimetergelle 45 mm brett) 6 Hpf. Textanseigen: Milimeter 20 Rpf. Für fernmündlich aufgegebena Anzeigen übernchmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeschenen Betriebastörungen durch höhere Gewalt übernchmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erecheinen der Zeitung, auch kann kein Anspruch auf Schadenernats oder Nachlieferung erhoben werden. Astanhe, If wichtrss erntscheen Schwere englische Schiffsverluste 7 7 Feindflieger vernichtet 7 Bomben auf Afrika Und Churchill sprach Winston Churchill und sein Nachfolger im Amt des Marineministers Alexander haben sich bemüßigt gefühlt, dem, englischen Volk in der Zeit des Wartens auf den deutschen Angriff etwas Mut zuzusprechen. Alexander besaß dabei die besondere Dreistigkeit, den Kampf der britischen Plutokraten und der von ihnen ausgehaltenen sogenannten Arbeitervertreter so hinzustellen, als sei er gleichzeitig ein Kampf um das große amerikanische Erbteil und um die Prinzipien der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.. Die Unverschämtheit, mit der die in England zurzeit noch herrschende Clique ihre Sache zu einer Angelegenheit der übrigen Welt zu machen sucht, könnte nachgerade auch denjenigen Amerikanern die Augen öffnen, die sich einige geschichtliche Kenntnisse bewahrt und noch nicht ganz vergessen haben, gegen wen sich denn eigentlich seinerzeit die amerikanische Unabhängigkeitserklärung gerichtet hat. Wenn Herr Alexander des weiteren mit einiger Geheimniskrämerei von den Fortschritten spricht, die die britischen Maßnahmen gegen etwaige Landungen gemacht hätten, so gönnen wir ihm auch dieses propagandistische Mätzchen. Denn irgend etwas muß er schließlich zur Auffrischung niedergedrückter Gemüter schon sagen.„ 9.8 884.1 Winston Churchill ist in dieser Beziehung konkreter geworden. Er scheut sich nicht, den Chamberlainschen Satz von dem verpaßten Autobus zu variieren, obwohl sein. Vorgänger im Amt damit einen grausigen Reinfall erlebt hat. Er behauptet nämlich, daß etwaige Pläne Adolf Hitlers zu Angriffen gegen England, wenn sie etwa vor zwei Monaten geschmiedet worden seien, jetzt über den Haufen geworfen worden wären, weil sich die Kraft Englands durch den Rückzug vom Kontinent gewaltig verstärkt habe. Beweis: England Millionen unter den Waffe gegen denselben Winston Churchill, der vor einiger Zeit zur Aufmunterung der jetzt auf halbe Ration gesetzten Rüstungsarbeiter zugeben mußte, daß diese„Waffen“ zum großen Teil aus Knüppeln bestehen, Das Glanzstück der Churchillschen Beweisführung aber sind die Millionen„Freiwilligen“ die als Heckenschützen jedes Dorf und jede Stadt verteidigen sollen. Churchill vill also mit seinem eigenen Volke, dasselbe tun, was er vergeblich mit den Franzosen versucht hat: er will Zivilisten in den Kampf Und iym ist das Schicksal, der englischen Städte gleichgültig, das Schicksal Warschaus und das Schicksal Rotterdams schrecken diesen Verbrecher nicht. Zwanzig Minuten eines Stuka=Bombardements haben in der holländischen Metropole genügt, um einen ganzen St Mit einer gewissen Wehmut erinnerte der englische Premierminister an die stolze Parade der französischen Truppen am vorigen Nationalfeiertag in Paris.„Wer hätte damals voraussehen können, was der Lauf eines einzigen Jahres herbeiführen würde. Und wer könnte setzt voraussehen, was alle weiteren Jahre uns noch bringen werden?“ Wahrscheinlich hätte Herr Churchill manches anders gemacht, wenn er ein besserer Prophet gewesen wäre, und wir können ihm den zweiz ken Teil seiner Frage mit aller Deutlichkeit dahin beantworten, daß die kommende Zeit unweigerlich die Vernichtung der britischen Plutokratenclique bringen wird, als deren Exvonent Winston Churchill sich heute noch großmäulig bezeichnen kann, auch wenn W. C. heute noch großspurig erklärt, England dulde keine Verhandlungen. An dieses Wort werden wir zu gegebener Zeit erinnern. Berlin, 15. Juli. Das Oberkommanbo der Wehrmacht gibt bekannt: Kampffliegerverbände griffen im Zuge der bewaffneten Aufklärung über dem Kanal britische Geleitzüge an und versenkten drei Handelsschiffe mit insgesamt 17000 BRT. Ein Zerstörer, ein Hilfskreuzer und vier weitere Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt. Es kam wiederholt zu Luftkämpfen zwischen deutschen und britischen Jagdverbänden, in deren Verlauf vier britische Jäger vom Muster Hurricane und zwei eigene Flugzeuge abgeschossen wurden. Im Laufe der Nacht zum 15. Juli griffen unsere Kampfflugzeuge Hafenanlagen, Flugplätze und Werke der Rüstungsindustrie in Südengland an. Die Wirkung der Bombenangriffe war an allen Zielen durch Brände und starke Explosio: nen, vor allem in Faversham, weithin sichtbar. Britische Flugzeuge warfen auch in der Nacht zum 15. Juli in Nord= und Westdeutschland wahllos Bomben ab. Der entstandene Sachschaden ist unbedeutend. Durch Flakartillerie wurden zwei britische Flugzeuge, durch Nachtjäger ein Flugzeug abgeschossen. Unbarmherzig setzt die deutsche und die italienische Wehrmacht den Vernichtungskampf gegen die britische Kriegsmarine und Luftwaffe fort Dabei ist es in den letzten Tagen zu schweren Luftkämpfen im Kanalraum gekommen, bei denen die deutschen Flieger entgegen den großsprecherischen hrifischen Behauptungen immer wieder die Ueverlegen: heit ihres Materials und ihres Kampfgeistes bewiesen. Man ist sich heute in England auch darüber klar— daran können auch alle zweckoptimistischen Reden der britischen Minister nichts andern—, daß die deutsche Luftwaffe sich die Herrschaft im britischen Luftraum mit unerbittlicher Folgerichtigkeit erkämpft. Wenn die englischen Flieger sich auch mit aller Zähigkeit wehren, so haben sie schon in diesem vorbereitenden Stadium der Abrechnung mit England schwere Einbußen erleiden müssen. Vor allem haben sie die deutsche Luftwaffe keinen Augenblick daran hindern können, ihr Zerstörungswerk an den britischen Häfen. Industrieanlagen und Verkehrseinrichtungen durchzuführen. Gleichzeitig aber erzwingen Unterseeboote und Flieger immer wieder schöne Erfolge gegen die britische Handels= und Kriegsflotte und zerstören damit in steigendem Maße den Transportraum, der für Großbritannien heute lebenswichtiger ist denn je. An dieser Tatsache können auch die Prozentberechnungen des Ersten Lords der britischen Admiralität, Alexander, nicht das geringste ändern. In allen neutralen Ländern verstärkt sich die Auffassung, daß der Würgegriff der deutschen Wehrmacht um die Britische Insel von Tag zu Tag enger wird. Das deutsche Volk hat durch zahlreiches Anschauungsmaterial heute einen Begriff von den Zerstörungen bekommen, die unsere Luftwaffe bei der Brechung feindlichen Widerstandes in Polen, Holland, Belgien und Frankreich verursacht hat. Wenn deshalb die Berichte des OKW. von erfolgreichen Angriffen der Kampfflugzeuge und Stukas auf Südengland, von Bränden und starken Explosionen sprechen, dann wissen wir, wie es dort aussieht. Daran können auch keine Beschönigungsreden britischer Minister etwas ändern. Die italienische Wehrmacht hat in dem gemeinsamen Kampf der verbündeten Achsenmächte gegen die britische Plutokratenherrschaft ihre festumgrenzte, aber darum nicht geringere Aufgabe. Italiens., Bomber setzen ihr Zerstörungswerk gegen, die militärischen Anlagen und Luftstreitkräfte auf der noch britischen Insel Malta systematisch fort. Entgegen den phrasenhaften Berichten der britischen Minister ist die Seeschlacht im Mittelmeer zu einer fühlbaren Niederlage und zu einer erheblichen Schwächung der englischen Seestreitkräfte geworden. Es ist schon bezeichnend genug, daß große Teile der von Alexandria gegen Italien Horgerück ten britischen Mittelmeerflotte den Rückmarsch in den einstweilen noch rettenden Hafen an der ägyptischen Küste nur mit verminderter Geschwindigkeit durchführen konnten. Die britische Flotte hat auf diesem Rückzuge etwa 50 italienische Bombenangriffe über sich ergehen lassen müssen, bei denen zahlreiche Volltreffer erzielt worden sind. Abgesehen von den Versenkungen feindlicher Schiffe durch italienische Torpedoangriffe„müssen die Beschädigungen an den großen englischen Schifsen sehr erheblich sein. Azigg seaim 8. sood“ wird nicht das einzige sein, das für Monate ins Reparaturdock„geschige werden muß. Auch die fortgesetzten Angriffe der italienischen Luftwaffe auf den starken englischen Stützpunkt Aden am Ausgang des Roten Meeres im Indischen Ozean find ein Bestandteil des Planes der allmählichen Zermürbung der britischen Streitkräfte. Von den deutschen Zitzilinternierten Frankreich sind bisher rund 3400 Personen nach Deutschland zurückgekehrt. Etwa 1200 Personen befinden sich, noch in Frankreich und im unbesetzten Gebiet teilweise auch in überseeischen Besitzungen Frankreichs. Die Aufenthaltsorte aller deutschen Zivilinternierten sind bereits mitgeteilt worden. In Obornik bei Posen fand am Sonntag eine erhebende Trauerfeier für mehr als vierbundert Volksdeutsche statt, die in den ersten Septembertagen des Vorjahres von entmenschten polnischen Truppen und Livilbanden verschleppt und auf bestialische Weise ermordet worden waren. Stfeige der Giutiener Ein feindlicher Zerstörer und ein A-Boot von den Italienern versenkt tungen. Weit davon entfernt, im Ausland betteln zu müssen, wie die Londoner Sinfoniker, führten 3. B. das Berliner Philharmonische Hrchester, aber auch zahlreiche Orchester und Rom, 15. Juli. Der italienische Heeresbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Im westlichen Mittelmeer hat eines unserer U=Boote einen feindlichen Zerstörer und ein feindliches U=Boot versenkt. Nächtliche Luftangriffe des Feindes auf Tohrnk haben weder Opfer noch Schaden verursacht. I.— austwaft. In Ostafrikg, hat unsere Luftwaffe den See= und Luftflottenstützpunkt von Aden wirksam mit Bomben belegt. Bei einem Erkundungsflug im Luftraum von Buna sind eindliche Truppenzusammenziehungen mit Maschinengewehrfeuer bestrichen und zwei Flugzeuge am Boden zerstört worden. Der Feind hat auf Assab vergebliche Luftingriffe unternommen. Ein Flugzeug ist abgeschossen worden. Gegenssche Blühenbe Kultur in Deutschland— Nieber= gang in England Berlin, 15. Juli. Aus England kommt die Nachricht, daß das Londoner Sinfonieorchester durch den Stillstand des englischen Kulturlebens in eine schlimme Krise geraten ist und nahe vor dem Zusammenbruch Die Orchesterleitung hat Hilferufe an bekannte Musiker des Auslandes gerichtet, die schleunigst Geldmittel sammeln sollen, damit die Londoner Sinfoniker weiter konzertieren können. Wie anders ist es um das Kulturleben doch in Deutschland bestellt! Gerade im Kriege haben Konzerte. Oper und Theater neue Freunde gewonnen, die nach intensivstem Tagewerk im Dienste der Heimatverteidigung Ausspannung und innere Sammlung suchen durch die Werke hehrer deutscher Kunst. Von Kriegsbeginn an gab es keine Einschränkung in der Durchführung kultureller Veranstalbeiens Kasanse dos Kasland Kich B. 2 sentlich dazu betrugen, die deutsche Siegesgewißheit überall zu beweisen. Brandbomben auf Straßburg Aus geringer Höhe ein Lazarett angegriffen Straßburg, 15. Juli. In der Nacht zum Freitag griffen englische Flieger Straßburg an, wobei etwa 40 Brandbomben auf den Vorort Neudorf abgeworfen wurden. Die Bomben fielen in etwa 80 Meter Entfernung von einem Feldlazarett nieder. Bei stark bewölktem Himmel klogen die englischen Maschinen nur in geringer Höhe, so daß sie das große rote Kreuz auf dem Dach unbedingt erkennen mußten. Die Bomben trafen keinerlei militärische Anlagen und richteten nur geringen Sachschaden an. Auch dieser englische Ueberfall auf den Straßbterger Vorort trägt alle Kennzeichen der Kreuzes. Ministerpräsident Gigurtu hielt im rumänischen Rundfunk eine Rede, in der er sich mit den Aufgaben der Regierung befaßte. Die Rede war ein Appell an das rumänische Volk. zur Arbeit der Regierung Vertrauen zu haben und sie zu unterstützen. Am alten m 15. Juli wurde der Zollschutz an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz durch französisches Zollpersonal wieder aufgenommen. In den von den deutschen pen. besetzten, Gebieten wird deutsche Posten ergänzt. den deutschen Trupwird der Zollschutz durch Die verwundeten Gefangenen Namensnennung täglich im Rundfunk „Berlin, 15. Juli. Laut Ziffer 19 des Waffenstillstandsvertrages ist eine deutsche Kontrollkommission eingesetzt mit der Aufgabe, die noch nicht transportfähigen, lazarettkranken deutschen Kriegsgefangenen im unbesetzten Gebiet Frankreichs zu betreuen und ihre beschleunigte Heimkehr vorzubereiten. Diese Kommission hat ihre Tätigkeit nunmehr aufgenommen. Das Deutsche Rote Kreuz hat Geldmittel zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, die Verwundeten mit allem Nötigen zu versehen. Die Namen der in Lazaretten Zurückgebliebenen werden durch Rundfunk laufend täglich im Anschluß an den Nachrichtendienst von 22 Uhr bekanntgegeben. Es sind Vorkehrungen getroffen, die Heimkehr mit Sanitätsflugzeugen zu bewerkstelligen, sobald der Gesundheitszustand es erlaubt. In der Zwischenzeit können die Angehörigen in Deutschland auf sicherem Wege mit den Verwundeten und Kranken in Briefverkehr treten. Der Brief, dessen Umschlag lediglich den Namen des Empfängers zu tragen hat, ist in einen zweiten Umschlag zu stecken, der folgende Aufschrift tragen, muß; Kriegsgefangenen=Postl Gebührenfrei! An das Deutsche Rote Kreuz, für Kriegsgefangene in Frankreich, Berlin SW., Blücherstraße 2. Schützt die Ernte Erlaß des Reichsführers 4 und Chefs der deutschen Polizei Die Sicherung der Kriegsernährung gerade im Kriege verlangt von allen, die die einbringen helfen, daß nicht durch Unvorsichtigkeit oder Fahrlässigkeit, das„Erntegut, in Brandgefahr gebracht wird. Volksgenossen, beachtet daher die Brandschutzvorschriften geBei der Aufstellung von ankommendem Getreide, von Stroh, Heu, Flachs und anderen leicht entzündlichen Ernteerzeugnissen auf offenen Lagerplätzen sind die vorgeschriebenen Entfernungen von Häusern, Bahngleisen, Straßen usw. einzuhalten. Alle elektrischen Leitungen, Sicherungen, Schalter, Anker und Motoren müssen in Ordnung sein, geflickte Sicherungen sind nicht zulässig. Bei Drescharbeiten mit Elektromotoren ist besonders auf die Lagerung der Kabelleitung bis zum Motor zu achten. Die Zuleitungen dürfen nicht mit leicht brennbaren Stoffen in Berührung kommen. Bewegliche Verbrennungsmotoren, Dampfmaschinen(Lokomobilen) müssen von Scheunen und Schobern so weit entfernt sein, daß eine Brandgefahr durch Funkenflug ausgeschlossen ist. Bei ungünstiger Windrichtung ist der Betrieb einzustellen. Funkenfänger, Rauchfang und Aschenkasten müssen in Ordnung sein! Selbstentzündung von Getreide und Holz ist Ungleichmäßiges Nachsacken der Erntelager, Entweichen von Dampf und brandiger Geruch sind bereits Zeichen der Ueberhitzung. Das Rauchen in Scheunen, auf Heuböden traute Erntegut. Achtet auf alle, Geserreg und stellt alle Mängel ab, die unserer Ernte gefährlich werden können! Wer sich durch Fahrlässigkeit am deutschen Erntegut versündigt, bilft dem Feind! der Sudelküche Bescd Gacherd Insame Verleumdungen Berlin, 16. Juli. In der Sudelküche des englischen Lügenministers Duff Cooper wurde die Meldung in die Welt gesetzt, die deutschen Fabriken arbeiteten jetzt 21 Stunden täglich, um Giftgas Diese infame Verleumdung der politischen Giftmischer in London, die mit derartig niederträchtigen, durch nichts begründeten Behauptungen die öffentliche Meinung zu vergiften trachten, ist nun dazu imstande, uns an die Tatsache zu erinnern, daß in Polen deutsche Soldaten durch, von England geliefertes Giftgas auf entsetzliche Weise verwundet wurden. Die Opfer des englischen Giftkrieges sind eine furchtbare Anklage gegen ein England, das mit den schändlichen Waffen des Giftgases und der Verleumdung kämpft, da es wohl anders nicht mehr kämpfen kann. Doch auch damit wird es nicht mehr gewinnen. Auch die Waffe der giftigen Verleumdung ist stumpf geworden. Kufruf dum=Heckenschahhenrriep Bekenntnis zur Ierstörungsschlacht— Worte von dumpfer Spannung und banger Angewißheit diktiert Stockholm, 15. Juli. Churchill hat am Sonntagabend im Rundfunk gesprochen. Er benutzt den französischen Nationalfeiertag, um sich bei seinen Hörern in den Vereinigten Staaten für den Ueberfall auf die französische Flotte zu entschuldigen. Er vegann mit zwei Lügen: Nach dem Waffenstillstandsvertrag hätte die französische Flotte an Deutschland abgeliefert werden müssen. Das habe England nicht zulassen können. Denn die französische Flotte in deutscher Hand würde nicht nur für England, sondern auch für die Vereinigten Staaten eine Gefahr dargestellt haben. Um sich bei den Amerikanern einzuschmeicheln, meinte Churchill, englischerseits sehe man nun die Angelegenheit als amerikanische an. Es folgte eine versteckte Drohung gegenüber Frankreich: England wolle gern bei der Verwaltung derjenigen französischen Besitzungen„helfen“, die vom Mutterlande abgeschnitten seien. In den Vereinigten Staaten weiß man, wie sehr sich Herr Churchill bemüht, auf den Markinique=Insely,, zu helfen. Zwei amerikanische Kriegsschiffe mußten bereits auslaufen, um die von britischen Kriegsschiffen belagerten Bewohner dieser Inseln einschließlich der Besatzungen der dort liegenden französischen Kriegsschiffe vor dem Hüngertoo zu retten. Schnell wandte sich Churchill dann von dem peinlichen Thema des Ueberfalles auf die französische Flotte ab und sprach, wie er sich ausdrückte, von der Zukunft, richtiger davon, wie er sich diese vorstellt. Der Krieg, so erklärte er, werde sehr lange dauern und sehr hart sein. und für seine englischen Zuhörer fügte er hinzu, man müsse auf das Schlimmste vorbereitet sein. Es folgten programmgemäß die üblichen Beschimpfungen Deutschlands und des Führers, und auch der liebe Gott wurde nicht vergessen, vor dem England in Demut stehe und bereit sei, die Heimat zu verteidigen, denn der große Angriff könne heute abend oder in der nächsten Wache oder vielleicht auch gar nicht kommen. Die Apotheose dieses rednerischen Ergusses bildete ein regelrechter Aufruf zum Heckenschützenkrieg. Jedes Dorf und jede Stadt, so meint G#rchill, solle verteidigt werden. „Wir werdn Duiden eher in Schutt und Asche legen kassen". als die Stadt in deutsche Hand fallen zu lassen. Im übrigen brauche England jetzt ja nicht mehr für Frankreich zu kämpfen. Churchill hätte richtiger sagen sollen, daß die englischen Truppen jetzt nicht mehr aus anderen Ländern zu fliehen brauchen, nachdem sie Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich schon fluchtartig verlassen haben. Resigniert gibt der sonst so geschwollene Hetzer zu:„Wir müssen uns vorbereiten, einen plötzlichen heftigen Schock zu ertragen, oder, was vielleicht noch eine härtere Probe ist, eine unendlich lange Wache zu beziehen.“ Wirklich erklärt der Brandstifter:„Hinter der regulären Armee haben wir mehr als eine Million Freiwilliger für die lokale Verteidigung, die das heiße Verlangen haben, den Feind anzugreifen(!) und mit ihm ins Handgemenge zu kommen(!). an welcher Stelle er auch immer erscheinen möge." Wir wissen nun, woran wir sind! Die ganze Welt hat es erfahren, daß der gemeine Schandbube vor keiner Untat zurückschreckt, um seine plutokratischen Geldsackinteressen durchzusetzen, daß er bereit ist, dafür Volk und Städte zu opfern. Etwas schneller und leiser sprechend fügte Churchill hinzu, daß die deutschen Flieger die britischen Geleitzüge„belästigen“ und die deutschen Flieger immer wieder die britische Küste überflögen, und daß das alles wahrscheinlich nur ein kleines Vorspiel dessen sei, was noch kommen werde. Franzosen über Churchills Rede Bern, 16. Juli. In einer Verlautbarung der Agentur Havas aus Vichy wird ausgeführt: Der Wortlaut der neuen Rede Churchills ist eben erst in Vichy eingetroffen und konnte in zuständigen Kreisen noch nicht geprüft oder kommentiert werden. Nach den ersten Eindrücken sind die Erklärungen des englischen Premierministers in diesen Kreisen jedoch kältester Zurückhaltung begegnet. Nach einem Attentat, das alle Franzosen zutiefst berührt hat, hat er nicht einmal die Worte zu finden gewußt, die die Abscheulichkeit hätten mildern können. Die Rede Churchills ist nur ein Gemisch unbescheidener Belehrungen an die Adresse Frankreichs und widerspruchsvoller Behauptungen, die auf die völlige Hilflosigkeit eines schlechten Gewissens hinzuweisen scheinen. In den französischen zuständigen Kreisen bemerkt man auch, daß Churchill jetzt nichts Gutes an dem früheren Regime in Frankreich läßt, das er mit Lob zudeckte, solange es ihm gehorchte, während er es jetzt als verfault bezeichnet. Frankreich, so erklärt man weiter, ist an die Schwankungen Churchills gewöhnt. Verheerendr Wirtungen Eratscher Angrisse Anfreiwillige Geständnisse— Seltsame„Tröstungen“. Stockholm, 15. Juli. Die neue Propagandawelle des Schweigens in England hat auch eine Schattenseite für die Regierung. Es muß mehr zugegeben werden, als dies in den bisherigen Berichten des Luftfahrtministeriums der Fall war. Marineminister Alexander zum Beispiel sprach im Rundfunk. Er gab sich keine Mühe, die Lage zu verschönern, behauptete jedoch, wie wunderbar die britische Luftwaffe kämpfe, und daß sie immer stärker werde und ähnliches. Alexander gab jedoch plötzlich zu, daß in der letzten Woche eine„Ortschaft an der englischen Südküste“ nicht weniger als zwanzigmal von deutschen Fliegern heimgesucht und mit Bomben belegt worden sei. Eine„Ortschaft an der Küste“ nennt man im allgemeinen einen Hafen. Alexander hat also zugegeben, was bisher noch nie von einer anderen amtlichen Stelle in England gesagt worden war, nämlich, daß ein englischer Hafen allein in einer einzigen Woche zwanzigmal angegriffen worden ist. Der Marineminister gab nicht zu, daß irgendwelcher Schaden angerichtet worden sei, aber er nannte bezeichnenderweise den betreffenden Hafen„eine unglückliche Ortschaft". Auch dies ist nicht mißziverseben Was Alexander nicht offen zugeben wollte, hat aber Oliver Stuart am Sonntag im britischen Rundfunk klar und deutlich gesagt. Er sprach als Fachmann und erklärte, England habe gerade eine Woche sehr intensiver Luftangriffe hinter sich. Aber das Erlebte bedeute wahrscheinlich nichts im Vergleich zu dem, was man noch kennen lernen werde.„Jetzt dürfen wir keine Minute mehr verlieren. England muß sich im klaren darüber sein, daß die bisherigen Luftangriffe auf die britische Schiffahrt, britische Häfen und andere Ziele auf dem Lande aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Vorbereitung darstellen.“ Tröstend fügte der Sprecher hinzu, die britische Luftwaffe kämpfe immer besser und die deutschen Verluste seien groß, und ähnliches. Bereitet die Regierung bereits die Flucht vor? Marineminister Alexander hatte übrigens in seiner Rundfunkrede auch das zweite große Sorgenthema der Engländer angeschnitten: die Blockade Englands. Er gab zu, daß Deutschland eine solche Blockade versuche, behauptete aber, die britische Flotte sei so stark daß sie eine Blockade verhindern könne. Alexander sagte dabei u. a. folgenden Satz: „Unsere Insel steht an erster Stelle in unseren Krieasbemübungen, und sie ist von größter BeWahlvorbereitungen in ASA. Stellung des Präsidenten— Wie geht die Wahl vor sich? Die Vereinialen Staaten von Amerika treten in das Stadium der Wahlperiode. Aus früheren Jahren wissen wir, daß bei dieser Gelegenheit Amerikas findigste Geister sich gegenseitig in der Auffindung neuer Sensationen und Originalitäten übertrumpfen. Alles, was Menschenphantasie an Bizarrem aufzubieten imstande ist, wird zu Wahlzeiten auf die amerikanische Oeffentlichkeit losgelassen, wobei der moralischen Qualilität dieser Sensationen keineswegs immer das Hauptaugenmerk gewidmet ist. Auch erinnern wir uns noch der Präsidentschaftswahlen, wo die Kandidaten sich für einen Monat eine Schnellzugslokomotive möglichst neuesten Modells und einen Salonwagen mieteten und damit durch das ganze weite Land der USA. karosserierten, um überall, wo sich Menschen zusammentrommeln ließen. von der Wagenplattform eine flammende Rede an das (zuweilen nur dreiköpfige) Volk zu halten. Wir denken auch noch an jenen anderen Kandidaten, der zusammen mit einem großen Orchester durch Amerikas Dörfer und Städte zog und mit etlichen Fanfarentuschen, zuweilen auch sogar mit symphonischen Darbietungen eine gewaltige Menschenmenge anzulocken verstand, um dann schließlich in einer programmatischen Philippika die Politik des Tages herunterzukanzeln und den Amerikanern ein Himmelreich zu versprechen, vorausgesetzt natürlich, daß sie gerade ihn wählen. Eine Präsidentschaftswahl in Amerika, wie sie im kommenden November vor sich gehen wird, ist eine gewichtige Angelegenheit. Nicht umsonst verfolgt die amerikanische Oeffentlichkeit mit der gespanntesten Aufmerksamkeit alle Phasen einer solchen Wahlvorbereitung, wie etwa kürzlich die Aufstellung der Kandidatur des Republikaners Wendell Willkie oder die jetzige Tagung des Nationalkonvents der Demokratischen Partei, der gleichfalls auf die Herausstellung eines demokratischen Kandidaten abzielt In den Vereinigten Staaten ist der Präsident nämlich nicht nur, wie etwa im bisherigen Frankreich, eine rein repräsentative Persönlichkeit. Seine Bedeutung und Stellung wird schon aus dem Umstand ersichtlich, daß er zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef ist. Er hat ausgedehnte Handlungs= und Regierungsvollmachten, für die er nicht einmal die Gegenzeichnung der Staatssekretäre benötigt. Bezeichnend ist übrigens, daß ihm keine„Minister“, sondern nur„Staatssekretäre“ für das innere, auswärtige, wirtschaftliche und andere Gebiete zur Seite stehen, die im wesentlichen dem Präsidenten gegenüber nur eine konsulrative Stellung haben. Ihr Machtbereich hängt gewöhnlich davon ab, welche Befugnisse ihnen der Präsident einräumt. Eine Eigenart Amerikas ist das Verhältnis zwischen Regierung und Parlament, dem sogenannten„Kongreß". Weder der Präsident noch die Staatssekretäre haben das Recht, versönlich vor dem Kongreß zu erscheinen. Der Präsident hat nur die Möglichkeit, sich in Form von„Botschaften“ an den Kongreß oder direkt an das Volk zu wenden. Auch kann er grundsätzlich Forderungen stellen, die dann dem Kongreß zur Ausarbeitung überwiesen werden. Der Präsident kann auf diese Weise die gesetzgebende Tätigkeit des Kongresses nur sehr mittelbar beeinflussen. Es ergibt sich daraus eine Situation, die sowohl dem Präsidenten als auch dem Kongreß erheblich größere Befugnisse und eine viel umfassendere Ellbogenfreiheit gewährt, als es in andern parlamentarischen Demokratien der Fall ist. Der eigentliche Wahlakt ist auch von einer besonderen Art. Diese Handlung wird nämlich nicht direkt durch das Volk, sondern vielmehr durch Wahlmänner vollzogen, und zwar werden in jedem der 48 Staaten so viele Wahlmänner gewählt, wie der einzelne Staat Vertreter im Kongreß, d. h. im Senat und im Repräsentantenhaus zusammen. besitzt. Bei diesen Wahlmännern handelt es sich ausschließlich um reine Parteipolitiker, die in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis,„zu ihrer jeweiligen Partei stehen. Amerikas Staatsoberhaupt wird also auf dem indirekten Wege gewählt. Die Wahl seiner Person ist somit niemals direkter Ausdruck des amerikanischen Volkswillens. Eine Erklärung des Senators Wheeler Chikago, 16. Juli. Bundes senator Wheeler, möglicher Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, gab am Vorabend des demokratischen Parteitages die Erklärung ab, das demokratische Wahlprogramm müsse dem USA=Volk die völlige Isolierung vom europäischen Staat garantieren. Er fordert die erneute Bestätigung der Grundsätze der Neutralität und kündigte an, er werde diese Frage vor die Versammlung bringen, falls sich der programmatische Ausschuß nicht eindeutig auf eine neutrale Außenpolitik festlege. Vor einiger Zeit hatte Wheeler, der von dem Gewerkschaftsführer Lewis unterstützt wird, bereits damit gedroht, er werde aus der Demokratischen Partei austreten, falls sie sich als Kriegspartei entpuppe. Der Senator übte ferner an Roosevelt Kritik und erklärte, es sei nicht damit getan, zu sagen, Amerika werde keine Soldaten in den europäischen Krieg schicken. Die USA müßten klarstellen, daß sie an diesem Konflikt in keiner Weise teilnehmen würden. deutung; denn von ihr aus können wir den Feind aufsuchen und vernichten. Und wenn wir im Notfalle auch von den Dominions aus kämpfen werden, so würde die Zeit bis zu unserem Siege bedeutend verkürzt werden, wenn wir diese Insel halten können.“ Dieser letzte Satz Alexanders hat in politischen Kreisen Englands gewaltiges Aufsehen erregt. Allgemein hat man diesen Ausspruch eines britischen Ministers dahingehend ausgelegt, daß man in Regierungskreisen noch ernster mit der Möglichkeit rechnet, daß die Insel England verloren geht und der Krieg von den Dominions aus fortgesetzt werden muß. Das britische Volk wird zum Aushalten und zum Widerstand aufgerufen, die Regierung aber bereitet bereits jetzt die Flucht in die Dominions vor. Bereits 3500 Plutokratenkinder in Amerika Aus Newyork trifft die Meldung ein, daß sich unter den 1600 Fahrgästen des amerikanischen Dampfers„Washington", der mit den letzten amerikanischen Flüchtlingen aus England am Sonnabend in Newyork eintraf, 273„Nichtamerikaner" befanden, und unter ihnen auch der neunjährige Sohn des britischen Informationsministers Duff Cooper. Der britischen Oeffentlichkeit ist selbstverständlich verschwiegen worden, daß Duff Cooper seinen Sohn in Sicherheit gebracht habe, was auch einen umso schlechteren Eindruck in England machen würde, als ausgerechnet an dem Tag. an dem der junge Duff Cooper in den Vereinigten Staaten eintraf, die britische Regierung mitteilte, daß der gesamte Plan des Abtransportes von britischen Schulkindern nach Uebersee wegen Schiffsmangels aufgegeben worden sei. Tatsache ist jedoch, daß bisher rund 3500 Kinder der britischen Oberschichten bereits nach Uebersee gebracht werden konnten und daß die privaten Evakuierungsorganisatio: nen auch weiterhin für den Abtransport der Kinder reicher Eltern sorgen. Südafrikanische Bevölkerung soll die Kosten der Unterbringung evakuierter britischer Plutokraten=Spröß= linge tragen Lissabon, 15. Juli. Die nationalen Südafrikaner protestierten gegen die finanzielle Belastung der Unterbringung britischer Kinder. Für die Betreuung der Sprößlinge aus britischer Oberschicht soll das südafrikanische Volk, das zur Zeit selbst bereits unter der Teuerung im Lande leidet, 20000 Pfund Sterling bezahlen. Auf der Jahresversammlung der Bauern von Waterberg führte der Vorsitzende aus, daß trotz Regierungsmaßnahmen bei landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln eine Preissteigerung um schätzungsweise 64 Prozent stattfand. Das vom Forstdepartement zur Verpackung von Früchten gelieferte Kistenholz erfuhr eine 130prozentige Preiserhöhung. Der englische Dampfer„Almanzora“ versenkt Rio de Janeiro, 15. Juli. Mit dem englischen Dampfer„Almeda Star“ in Rio de Janeiro eingetroffene Passagiere erklärten der Presse, daß der Geleitzug, in dem der Dampfer fuhr, im Kanal von deutschen Fliegern angegriffen wurde, die mindestens zwei Dampfer des Geleitzuges, darunter den großen Passagierdampfer der englischen Südamerika=Route „Almanzora“, versenkten. umgetaufte Firma Die bankerotten Parlamentarien der französischen Republik bemühen sich, so zu tun, als ob sie noch nicht begriffen hätten, worum es geht.„Sie glauben, wenn sie sich ein neues Mäntelchen umhängen, nicht mehr die alten zu sein. Im stillen Kämmerlein kommen sie sich dabei wahrscheinlich noch recht pfiffig vor. Vielleicht denken sie nach echter Plutokratenmanier und den ihnen in Fleisch und Blut übergegangenen jüdischen Geschäftsmethoden zwei Fliegen mit einem Schlag zu treffen. Vielleicht spekulieren bi in einem verschwiegenen Winkel ihrer geschäftstüchtigen Seelen darauf, mit dem Auzoritätsmantel bei den Achsenmächten guten Eindruck zu schinden und durch die äußere Angleichung den Siegern näherzukommen. Vielleicht sind sie außerdem, auf die schnelle Vergeßlichkeit der Massen spekulierend. auch noch der Auffassung, daß ihr durch den totalen Bankerott ihres Regimes im eigenen Volke außerordentlich stark ramponiertes Ansehen durch eine Umkleibung neu aufgebügelt werden könnte, und daß sie dadurch kurz und schmerzlos das Gewesene vergessen machen könnten. Es ist aber eine alte Erfahrungstatsache, daß alter Wein, in neue Schläuche gegossen, nicht mehr viel taugt und besonders dann vollkommen verdorben wird, wenn die neuen Schläuche aus einem schlechten Ersatzstoff sind, der die Güte eines anderen Ersatzstoffes nur vortäuscht. Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß ausgerechnet eine Kammer wie die französische, die im Zeichen der Volksfront gewählt worden ist, und zeit ihres Bestehens keine höhere Aufgabe und keine anderen Höhepunkte kannte, als Tag für Tag die autoritären Mächte mit den schmutzigsten Vorwürfen zu beschimpfen, sie zu befehden und sie lächerlich zu machen, plötzlich auf die Idee kommt, sich selbst auf autoritär zu geben, und als Träger der neuen Firma eine sogenannte„Einheitspartei“ zu gründen. Diese„Einheitspartei“ hat es wie es scheint, in sich. Sie besteht aus lauter Einheiten von gewesenen Parteien Wenn man also in Zukunft von der auf die geplaute Weise zustandegekommenen Einheitspartei hören wird, so kann man sich darunter ebensogut die sozialistische wie die radikalsoziale oder die konservative Partei oder sonst eine der bisherigen Parteien vorstellen. Vielleicht kommen heute die so autoritär veranlagten Parlamentarier, die ihr altes Parlament und ihre bisherige Richtung allzu gerne galvanisieren möchten, noch auf die Idee, daß es am einfachsten wäre, die Neufirmierung so vorzunehmen, daß man sich einfach einen Stempel machen läßt: Einheitspartei Unterabteilung Konservative Partei oder Einheitspartei, Unterabteilung Sozialistische Partei. Die Entwicklung, die sich hier anbahnt zeigt so recht die Zerrissenheit und den Wirrwarr, der in Frankreich herrscht und den Ausdruck des völligen militärischen, sozialen und wirtschaftlichen Zusammenbruches darstellt. Er ist alles andere als eine sinnvolle Voraussetzung für die Gründung einer richtigen Einheitspartei. Zweifellos haben viele Männer der alten Volksfrontparteien die Einsicht gewonnen, daß sie mit ihren bisherigen Methoden einen veritablen Bankerott zustandegebracht haben. Die Erkenntnis dürfte aber nicht so tief gegangen sein, daß sie eine Grundlage für neue und umstürzende Erkenntnisse bieten könnte. Man bildet sich immer noch ein, den Debitsaldo mit einer fiktiven Buchung ausgleichen und das Problem auf die kommerzielle Tour lösen zu können. Ein altes lateinisches Sprichwort heißt: Pueri puerilia tractant, auf deutsch: Kinder treihen ein kindliches Spiel. In einer anderen Version: Plutokraten treiben immer ein plutokratisches Spiel. Man glaubt alles mit plutokratischen Methoden erledigen zu können auch den Krieg. Das zeigt recht deutlich ein handschriftlicher, an Churchill gerichteter Vermerk, der in den uns in die Hände gefallenen Geheimakten des französischen Generalstabes gefunden worden ist. In diesem Vermerk wird von einem„Kriegskabinett" gesprochen, das nach Art eines Aufsichtsrates zusammentritt, „wie wenn es sich um eine kommerzielle Angelegenheit gehandelt hätte.“ Das war nach dem Scheitern der Norwegen=Expedition. Erkenntnisse nützen aber allein nichts. Auch bei der neuen Firma in Vichy dürfte es sich nur darum handeln, die Stellung auch weiterhin für diejenigen zu halten, die in erster Linie Träger der französischen Kriegspolitik waren. Aühattendr Kuttenische Lastangrisse rsa Matruh, Englands wichtigster Luftstützpunkt an Afrikas Küfte Rom, 15. Juli. In den drei letzten Nächten aben„schwere italienische Bombenflugzeuge sintereinander Marsa Matruh mit Bomhen belegt. Mehr als ein dutzendmal ist in der setzten Zeit dieser wichtigste englische Luftstützpunkt an der nordafrikanischen Küste von italienischen Flugzeugen angegriffen worden. Die hellen, klaren Mondnächte des nordafrikanischen Sommers bieten den italienischen Fliegern die Möglichkeit, ihre Angriffe mit großer Sicherheit durchzuführen. Bevor noch die Morgendämmerung hereinbricht, sind die italienischen Flugzeuge wieder auf den heimatlichen Flugbasen gelandet. Bis zum September vorigen Jahres war dieser jetzt heiß umkämpfte Küstenort nur wenig bekannt. Die Flugzeuge der„Imperial Airways“ pflegten auf dem Flug London— Kapstadt zuweilen in Marsa Matruh zwischenzulanden, jedoch schenkten die Engländer diesem kleinen Küstenort in Nordafrika nicht allzuviel Beachtung. Die ägyptische Regierung hat in der letzten Zeit vor Kriegsausbruch Pläne vorbereitet, um Marsa Matruh zu einem großen modernen Badeort zu machen. Durch einen natürlichen Damm gegen die See geschützt, liegt Marsa Matruh, von zwei großen Salzseen umgeben, besonders günstig. In der sengenden Hitze, die in den Sommermonaten an der nordafrikanischen Küste herrscht, zeichnet sich Marsa Matruh durch ein besonders günstiges Klima aus. Die Engländer haben jedoch die ägyptische Regierung an der Durchführung dieser Pläne gehindert. Sie zeigten nicht das geringste Inkeresse für Marsa Matruh und legten allen Wert auf einen modernen Ausbau der Küste bei Alexandrien, wo das elegante Kairo, und vor allem die englischen Offiziere die heißen Sommermonate in ihren Villen verbringen. Mit dem Kriegsausbruch ist nun Marsa Matruh mit einem Schlage für die Engländer von arößter Bedeutung geworden. Neben Malta ist Marsa Matruh heute der wichtigste Luftstützpunkt der Engländer und der einzige Ausgangspunkt, über den die Engländer von der nordafrikanischen Küste aus für ihre Luftoperationen verfügen. In fieberhafter Eile haben die Engländer jetzt bei Marsa Matruh gewaltige Wasser=, Oel= und Benzintanks angelegt, Flughafen, Hallen und Werkstellen geschaffen, Baracken für die Offiziere und Mannschaften errichtet und Straßen entlang der Küste bis nach Kairo gebaut Ein von einem Armenier geleitetes Restaurant versorgt die Truppe des Flughafens mit dem notwendigen Whisky. Starke Abteilungen ägyptischer, Truppen sind zur Ueberwachung des Flughafens nach Marsa Matruh gelegt worden. Immer deutlicher entwickelt sich in der letzten Zeit Marsa Matruh zu dem Hauptausgangspunkt der britischen Operationen in Nordafrika. Die Engländer sollen in der letzten Zeit das Hauptquartier des Oberkommandos der an der ägyptisch=libyschen Grenze operierenden Kräfte nach Marsa Matruh verlegt haben. Die ununterbrochenen italienischen Angriffe auf Marsa Matruh beginnen die Engländer nervös zu machen.*“ In den letzten Nächten tauchten in regelmäßigen Abständen von fünf Minuten schwere italienische Bomber über Marsa Maruy auf, warfen ihre Ladung ab, machten noch eine Runde, um die Wirkung der Bombenabwürfe festzustellen, und kehrten dann ungehindert zu den heimatlichen Flughäfen zurück. Eine große Anzahl von englischen Flugzeugen ist auf dem Boden durch die italienischen Bomber vernichtet worden, die Anlagen des Flughafens wurden wiederholt schwer beschädigt. Druck und Verleg: Hane Linnes vorm. Carl Braus. Verantwortlich für den gesamten Textiell: Hauptschriftleiter Dr. Hane-Adolf Ebing(z. Zt. im Feide), I. V. Hans-Eberhard Lex, für den Anzeigentell: Hans Linner, beide# Schwerte. Zur Zeit iet Preisliste 12 gültig. Schwerter Zeitung (Zweites Blatt) P##icht! Schwerte, 16. Juli 1940. „Herr Nachbar, Sie haben vergessen, Ihr Küchenenster zu verdunkeln!“ Hucke, dem die Mahnung galt, lief bei jeder Kleinigkeit eine Laus über die Leber. Auch jetzt ärgerte er sich, besonders deshalb, weil sein Nachbar Zimt, der bei ihm soeben auf den Alarmknopf gedrückt hatte, ein„einfacher Mieter" des Hauses war und keinen Posten im Luftschutz bekleidete. „Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Fenster, Herr Zimt“, grollte Hucke,„was geht Sie mein Küchen„Es war ja nur ein freundschaftlicher Hinweis, Herr Hucke. Wenn ein Schupo kommt...“ Da war er schon.„Na, Herr Hucke“, ertönte die amtliche Stimme,„Sie können sich wohl nicht daran gewöhnen, Ihr Fenster zu verdunkeln?! Das ist nun scon das britte Mol.. z. Jlgendem Straf. Hucke bekam seine Anzeige mir folgenoem Strafbefehl. In der Einspruchsverhandlung vor dem Übertretungsrichter stellte es Hucke so dar, als sei er an ! Ruckgeführte des Gaues Koblenz=Trier Die Gauleitung Koblenz=Trier gibt bekannt: Die Wiederbesiedlung der dritten Zone des Kreises Saarburg, die die Orte Temmels, Fellerich, Wellen, Soest, Onsdorf, Köllig, Rittel, Rehlingen und Wincheringen umfaßt, kann begonnen werden. Volksgenossen der obengenannten Gemeinden melden sich zwecks Ausstellung der Heimkehrerausweise und Einteilung in die Transporte bei den zuständigen Ortsgruppenleitungen im Bergungsgebiet. enn a.„rrug. eubr. gewesen, das Küchenfenster dicht zu machen, als er von seinem Nachbar Zimt in ein Gespräch verwickelt und dadurch an der Ausführung der Verdunklung verhindert wurde. Zimt wurde als Zeuge aufgerufen. Sachlich schilderte er den Tatbestand.„Na, Herr Hucke“, drohte der Richter mit dem Finger,„das sieht ja ganz anders aus! Warum sind Sie denn dem gutgemeinten Rat des Herrn Zimt nicht nachgekommen?" Ganz trotzig sagte Hucke:„Seit wann haben denn Zivilisten im Luftschutz zu bestimmen?“ „Sie irren sich, Angeklagter. Wenn Mängel in der. Verdunkelung beobachtet werden, kann auch jeder Zivilist diese Mängel rügen und Abhilfe anmahnen. Das ist nicht nur sein Recht, sondern auch seine Pflicht! Die Verdunkelung ist eine notwendige Maßnahme, die uns alle angeht. Hätten Sie den freundschaftlichen Rippenstoß sofort befolgt, wäre es gar nicht zu dieser Anzeige gekommen. Zum Überfluß benutzen Sie Ihren Ratgeber hier als Windschutzscheibe und schwindeln uns die Hucke voll!“ Nach dieser Belehrung brauchte sich Hucke nicht zu wundern, daß die Geldstrafe noch erhöht wurde. Und alles wegen der„Laus", zu deren Leberpromenade gar kein grund vorlag. Tageschronik „ ei Berzsee O..) Krankenpflege=Schulung auf breiter Grundlage DRK führt Fortbildungslehrgänge für Helferinnen durch Groß und umfassend, ja unbeschränkt kann man heute das Vertrauen des deutschen Volkes und besonders seiner Wehrmacht zum Zeichen des Roten Kreuzes nennen. Die Tausende und Hunderttausende, die sich in seinen Dienst gestellt haben, sind aus ihrem stillen Friedenswirkungskreis getreten, um ihre im kleinen erprobte Einsatzbereitschaft, ihr Können und ihre Erfahrung jetzt in den Dienst des gewaltigen Schicksalkampfes der Nation zu stellen. Der Ruf des Führers und der Drang zu helfen hat dazu eine unerwartet große Zahl von Frauen und Mädchen fast aller Altersstufen und Kreise zum Deutschen Roten Kreuz geführt. Alle wollten sie möglichst bald eingesetzt werden und möglichst unmittelbar in der Pflege unserer Verwundeten und Kranken und aller vom Krieg Betroffenen wirken. Dieser Eifer mußte zunächst allerdings gedämpft und auf ganz naheliegende Dinge zurückgestellt werden. Denn die erste Forderung des Deutschen Roten Kreuzes ist zugleich auch immer seine Stärke gewesen: gründliche, sorgfältige Ausbildung, die auch unter den drängendsten Verhältnissen weder verkürzt noch übereilt wird. Und jedem konnte auch nur die Verantwortung übertragen werden, der er auf Grund seiner fachlichen und persönlichen Voraus. setzungen gewachsen war. So setzte mit dem Ansturm der ersten Anmeldungen auch sofort die vermehrte Durchführung der Grundausbildungslehrgänge in„Erster Hilfe“ ein, die weit über den Friedensumfang hinaus ein Vielfaches weiblicher Hilfskräfte für den Einsatz in den verschiedensten Aufgabengebieten des DRK vorbereitet hat. Parallel mit dieser Grundausbildung lief die Heranziehung und Weiterbildung praktisch bewährter Helferinnen zu Schwesternhelferinnen, die auf Grund einer vierteljährlichen klinischen Ausbildung und ergänzenden theoretischen Schulung in der Lage sind, die für den Sanitätsdienst der Wehrmacht beorderten Rotkreuzschwestern im Reservelazarett und Krankenhaus der Heimat zu vertreten und überall da anzufassen, wo pflegerische Erfahrung gebraucht wird. Diese Ausbildung macht naturgemäß die Unterbrechung, oft auch die Aufgabe des Berufs für längere Zeit nötig und kann daher nur einer ganz beschränkten Anzahl von Mädchen und Frauen offenstehen. Auch die Hausfrau kann sich nur in den seltensten Fällen für die geforderte Ausbildungszeit frei machen. Andererseits aber mußte ein Weg gefunden werden, all diesen bereitwilligen Helferinnen die Möglichkeit einer guten Vorschulung in speziell krankenpflegerischen Dingen zu geben und damit eine Reserve guter Hilfskräfte für jeden nur denkbaren Einsatz zu schaffen. Das Deutsche Rote Kreuz hat nun nach langen und sorgfältigen praktischen Versuchen diesen Weg gefunden und die pflegerische Ausbildung seiner nen in einer vollkommmen neuen Art in Angriff genommen. Die bisher gemachten Erfahrungen Krurcgelung der Wirtschaftsbeihnfe Nachweis volkswirtschaftlicher Rechtfertigung erforderlich . om Silberkranze. Am heutigen Dienstag, dem 16. Juli, können unsere Mitbürger, die Eheleute Erum Kuchheuser und Frau Elfriede geb. Schmidt, wohnhaft Ostenstraße 22, das schöne Fest ihrer silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaare, das sich allseits großer Wertschätzung und Beliebtheit erfreut, auch die herzlichsten Glückwünsche der Heimatzeitung. Möchte sich das Silber dereinst in Gold verwandeln! Wieder Mütterberatung. Der nächste Sprechtag der Mütterberatung des Kreisgesundheitsamtes ist am heutigen Dienstag, dem 16. Juli, von 15 bis 17 Uhr im Kreisgesundheitsamt am Hindenburgplatz. Der Sprechtag steht unter ärztlicher Leitung. Kinder haben in Getreidefeldern nichts zu suchen! Es wird von verschiedenen Seiten Klage darüber geführt, daß Kinder in die Getreidefelder laufen regeirechte Wege hineingelaufen sind, das Korn zu Boben getreten wurde. Dieses Verhalten einzelner Jugendlicher muß gerade in jetziger Zeit strengstens unterbunden werden. Auch abgemähte Wiesen sind nicht dazu da, daß die Grasnarbe zertrampelt und dem Graswuchs damit für das kommende Jahr Schaden zugefügt wird. Die sogenannte Wirtschaftsbeihilfe bei Einberufung zum Heeresdienst erhalten bekanntlich die Angehörigen von Unternehmern eines Gewerbebetriebes oder eines Betriebes der Land= oder Forstwirtschaft oder die Mitglieder der freien Berufe. Die Bestimmungen über die Wirtschaftsbeihilfe, die entweder zur Fortsetzung des landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebes oder des freien Berufes oder, wenn die Fortführung nicht möglich ist, zu seiner Erhaltung gegeben wird, haben sich in mancherlei Hinsicht als ergänzungsbedürftig erwiesen. Der Reichsinnen= und der Reichsfinanzminister haben daher die Neufassung des Familienunterhaltsrechts zum Anlaß genommen, auch insoweit die etwas kompliziert gewordene Materie des Familienunterhaltsrechts zu vereinfachen und zu verbessern. Insbesondere ist jetzt die Frage entschieden worden, wie lange eine Wirtschaftsbeihilfe zur führung des Gewerbes, des landwirtschaftlichen Betriebes oder des freien Berufes gegeben werden kann. Es war von vornherein klar, daß die Angehörigen des Einberufenen den Betrieb nicht ohne Rücksicht auf seine Rentabilität aus Mitteln des Familienunterhalts auf die Dauer fortführen dürfen. Da aber keinerlei Bestimmungen darüber bestanden, wann die Wirtschaftsbeihilfe in solchen Fällen versagt werden durfte, war die Handhabung bei den einzelnen Familienunterhaltsbehörden überaus unterschiedlich. Runmehr ist klargestellt, daß die Fortführung des Betriebes oder des freien Berufes nur dann mit Mitteln des Familienunterhalts zulässig ist, wenn die Fortführung volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist. Hier im Einzelfall die richtige Entscheidung zu treffen, wird Sache der einzelnen Familienunterhaltsbehörden sein, die sich wiederum in jedem Einzelfall des Rates der zuständigen wirtschaftlichen und berufsständischen Vertretung bedienen eb.. Jhälfte darf guch dann-ichtgsmährt Wirtschaftsveihife varf auch dann nicht gewährt werden, wenn die Gefährdung des Betriebes oder des freien Berufes nicht auf die Einberufung, sondern durch andere Ereignisse, z. B. durch kriegswirtschaftliche Maßnahmen bedingt ist. So wird also beispielsweise im Falle der Kontingentierung von Rohstoffen jeweils zu prüfen sein, ob die Gefährdung auf die Kontingentierung oder auf die Einberufung des Unternehmers zurückzuführen ist. Ist die Gefährdung im wesentlichen auf andere Ereignisse als auf die Einberufung zurückzuführen, so wird an Stelle der Wirtschaftsbeihilfe allgemeiner Familienunterhalt gewährt. Die Gewährung von Wirtschaftsbeihilfe kann künftig auch mit Bedingungen oder Auflagen verbunden werden. In den Fällen, in denen den Beteiligten die Vertragshilfe des Richters auf Grund der Vertragshilfeordnung vom 30. November 1939 zur Verfügung steht, kann die Gewährung der Wirtschaftsbeihilfe mit der Auflage verbunden werden, daß die Vertragshilfe des Richters in Anspruch genommen wird. In manSarfußtäufeni gerune Mütter sichern die gesunde Entwicklung der kindlichen Auch der Fuß will in Licht, Luft und Sonne baden. Fußleiden sind viel mehr verbreitet, als man es gemeinhin glaubt. Oft machen sie sich so unangenehm bemerkbar, daß sie den Beruf zu einer Qual werden lassen. Wer erst einmal von einem hartnäckigen Fußleiden befallen ist, wer nicht mehr fröhlich wie die anderen Menschen mit gesunden Füßen wandern und laufen kann, weiß die Dinge richtig einzuschätzen. Fußleiden haben auch häufig schon zu Arbeitsunfähigkeit und frühzeitiger Invalidität geführt und dadurch die Sozialversicherung, also die Mittel der Allgemeinheit, ganz erheblich belastet. Die Reichsgesundheitsführung widmet sich deshalb diesem Problem mit großem Nachdruck und hat Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Leiden ergriffen. Die Umstellung der Lebensgewohnheiten, die ein Krieg für die Mehrzahl der Volksgenossen mit sich dringt, läßt die herabgesetzte Leistungsfähigkeit der Füße noch deutlicher und zahlenmäßig stärker in Erscheinung treten. Dies soll eine Mahnung an alle deutschen Mütter sein, dafür zu sorgen, daß die heranwachsende Jugend dereinst den Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Füße im Leben, im Beruf wie auch im Dienste der Wehrmacht, vollauf gewachsen ist. Die Mehrzahl der Fußleiden ist auf eine Schwäche der Muskulatur zurückzuführen. Diese Schwäche ist die Folge ungenügender Betätigung der zahlreichen Muskelkräfte, welche den Fuß halten und seine vielfältigen Bewegungen ausführen. Eine der wichtigsten chen Fällen wird die im Augenblick erforderliche Summe zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht gewährt werden können, weil sonst der Höchstsatz überschritten würde. Hier kann an Stelle dieses Teils der Wirtschaftsbeihilfe ein Darlehen gewährt werden. wenn die begründete Annahme besteht, daß die Sicherung der Fortführung des Betriebes oder freien Berufes auf diese Weise erreicht werden kann. Ob ein Betrieb rentabel arbeitet, wird sich in aller Regel nur bei Vorlage einer Erfolgsrechnung feststellen lassen. Es ist deshalb bestimmt, daß die Vorlage einer Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen in der Regel vierteljährlich erfolgen soll, um ein Urteil darüber zu ermöglichen, ob die Fortführung des Betriebes aus volkswirtschaftlichen Gründen noch gerechtfertigt erscheint. Liegt diese Voraussetzung nicht mehr vor, so wird die Wirtschaftsbeihilfe zur Erhaltung des Betriebes oder freien Berufes gewährt, sofern die Miete für die gewerblichen oder beruflichen Räume weiter zu entrichten ist. Wenn man nicht verdunkelt Dann reguet es Bomben— und 1000 RM. Geldstrafe Der Inhaber eines Gartenlokals in Norddeutschland machte während eines Fliegeralarms Licht an. Sofort hagelte auch ein Bombenregen auf sein Lokal nieder, wodurch das Haus und Nebengebäude erheblich beschädigt wurden. Seine Schadenersatzanträge wurden mit vollem Recht abgelehnt, ja, er erhielt außerdem noch eine Geldstrafe von 1000 RM. zudiktiert, weil er durch seine sogenannte„Blitzerleuchtung“ ein ganzes Stadtviertel in den Blickpunkt feindlicher Flieger gerückt hat. Weihe und Uebergabe des Schwerte Am kommenden Sonntag findet, wie schon bekannt, in Schwerte die Einweihung und Uebergabe des DRK.=Heimes an die Schwerter Bereitschaften durch den DRK.=Kreisführer, kom. Landrat Ebel=Iserlohn, statt. Diese Veranstaltung des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisstelle Iserlohn=Land, sieht am Vormittag u. a. vor: Vorführungen der DRK.=Bereitschaften (m. u. w.) Iserlohn=Land 1 an den Marktschulen in Schwerte und Abmarsch zum DRK.=Heim Weihestunde mit Ansprachen und Vereidigung der Bereitschaftskräfte. Zu diesen Veranstaltungen ist auch die Schwerter Bürgerschaft auf das Herzlichste eingeladen. und erzielten Erfolge waren die Vorstufe für einen allgemein gültigen Lehrplan, der es ermöglicht, unter günstigen Voraussetzungen pflegerischen Nachwuchs auf breitester Grundlage zu gewinnen. Dieser Schulungsplan für Krankenpflegelehrgänge sieht vor allem die Erfassung krankenpflegerisch besonders interessierter und begabter Helferinnen vor. Der Unterricht, der sowohl praktisch als auch theoretisch durchgeführt wird, umfaßt 9 Doppelstunden und findet abends statt, so daß die Teilnahme neben Beruf und Haushalt ohne weiteres möglich ist. Die Ausbildung erfolgt in geeigneten Räumen, die jede Kreisstelle des DRK bereitstellen kann und die außer dem Unterrichtsraum auch einen Übungsraummit vollständigen Betten, Arzneiund Instrumentenschrank, provisorischem Laboratorium und allen zur Krankenpflege nötigen Einrichtungsgegenständen einschließen. Die Ausbildung übernimmt ein Arzt oder eine Arztin, die von Schwesternhelferinnen unterstützt werden. Selbstverständlich muß sich dieser kurzfristige Unterricht auf die grundlegenden Dinge der Krankenpflege beschränken. Er gibt aber jeder Teilnehmerin soviel praktisches und fachliches Rüstzeug mit, daß sie imstande ist, Schwestern und Schwesternhelferinnen verlässig und geschickt an die Hand zu gehen und ihr die vielen kleinen Dienste und Handreichungen eines Tages abzunehmen, soweit es irgend möglich ist. Der Erfolg der bisherigen Lehrgänge, die versuchsweise im Bereich einer mitteldeutschen Landesstelle seit vielen Monaten durchgeführt wurden, war überaus gut. Die Helferinnen zeigten sich nicht nur theoretisch in Krankenbeobachtung, Krankenpflege usw. bewandert, sondern bewiesen auch, daß sie sich auf alle praktischen Dinge der Krankenpflege verstanden, wie Herrichten eines Krankenzimmers, An- und Ausziehen und Umbetten des Kranken. Hilfe bei ärztlichen Untersuchungen, Verabreichung von Medikamenten, Einspritzungen unter die Haut, Urinuntersuchungen usw. Jedenfalls aber war es möglich, auf diesem Wege eine große Anzahl weiblicher Hilfskräfte heranzubilden, die— ohne Schwesternhelferin zu sein— für einfache pflegerische Aufgaben eingesetzt werden können und besonders gegenwärtig eine wertvolle Reserve darstellen. Die im ganzen Reichsgebiet einsetzende Schulung wird dem Deutschen Roten Kreuz in absehbarer Zeit einen Stamm bestens ausgebildeter Helferinnen sichern und so die Voraussetzungen schaffen, auch den größten Anforderungen auf allen ihm zugedachten Aufgabengebieten gerecht zu werden. Ursachen der ungenügenden übung der Muskelkraft ist die Bekleidung des kindlichen Fußes mit Strumpf und Schuh. Der Strumpf, vor allem der spitz gewebte und zu kurze Strumpf, und der Schuh mit seiner derben Sohle, ganz besonders aber der zu kurze oder zu spitze Schuh mit hohem Absatz, engen die Bewegungsmöglichkeit in den Fußwurzeln und Zehengelenken stark ein. Dieselbe Wirkung hat der Schnürstiefel auf das Fußgelenk. Geschieht dies nun schon beim Kleinkind, so hat der Fuß von vornherein keine Möglichkeit, sich zur vollen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Die erste Forderung im Kampf gegen die Fußfehler lautet daher: Der Säugling braucht keine Schuhe und Strümpfe, das Kleinkind und Schulkind soll soviel als möglich barfuß laufen! Auf dem Lande braucht das Kleinkind und Schulkind bei trockenem, warmem Wetter überhaupt keine Fußbekleidung; in der Großstadt sollen sich die Kinder auf Spiel= und Sportplätzen und in Gärten barfuß tummeln. Wenn die Jugend wandert, so sind bei einer Rast Schuhe und Strümpfe auszuziehen. Der Fuß will sich nicht nur ungehemmt von Kleidungsstücken bewegen können, er will auch in Licht, Luft und Sonne baden. Eltern, haltet eure Kinder zum Barfußlaufen an und ihr bewahrt sie vor einem frühzeitigen Versagen der Leistungsfähigkeit der Füßel für Gemüse und für die Zeit vom 16. Juli 1940 bis auf weiteres(in Rpfg. je 500 g). Rote Beete bis 11. Blumenkohl, dtsch. Erzeugnis, Größe 1 mind. 18 cm Durchm., je Kopf bis 45, Größe 2 mind. 15 cm, bis 40, Größe 3 mind. 12 cm, bis 25. Blumenkohl, holl. Erzeugnis je Kopf bis 48.(In dem Verbraucherpreis ist die Blumenkohlsteige bereits eingerechnet. Blumenkohl darf nur in 4 Teile geschnitten werden.) Dicke Bohnen deutsch 1 bis 16, do. 2 bis 11. Dicke Bohnen holl. bis 13. Bohnen ausl. bis 25. Wachsbohnen 1 bis 35, do. 2 (fleckige) bis 23. Buschbohnen 1 bis 32, do. 2 bis 23. Schnabelerbsen bis 32. Gartenerbsen bis 24. Felderbsen bis 19.(Es darf nur gesunde, vollkernige Ware verkauft werden.) Gurken inl. über 750 g, je Stück bis 41, über 500 g, je Stück bis 35. Gurken unter 500 g müssen entsprechend billiger verkauft werden. Gurken in= und ausl.(Mischpreis), je Stück bis 32. Kohlrabi blau 1, 8—10 cm Durchm., je Stück bis 11. do. 2, je Stück bis 8, do. weiß 1, je Stück bis 8, do. weiß(nicht unt. 4 cm Durchm.), je Stück bis 4. Junge Möhren mit Laub(dtsch. Erzeugnis), mind. 15 Stück je 2 cm Durchm., je Bund bis 16. Möhren ohne Laub, dtsch. Erzeugnis 1, bis 13, do. 2, bis 10, do. holl. Erzeugnis(mind. 25 Stück) je Bund bis 38. Kopfsalat dtsch. Erzeugnis 1. Sorte, feste geschl. Köpfe, mind. 280 g, je Kopf bis 8, 2. Sorte, nicht geschl. Köpfe, mind. 200 g, je Kopf bis 4.(Bei Kopfsalat sind Gewichtsabweichungen von 5—10 g zulässig.) Porree bis 42. Radieschen, 1 Bund mind. 10 Stück norm. Größe, je Bund bis 5, do. mind. 15 Stück, je Bund bis 8. Rhabarber(Freiland) bis 6. Schnittlauch je Bündchen bis 5. Spitzkohl bis 11. Sommerrotkohl bis 18. Sommerweißkohl bis 13. Stielmus bis 8. Suppengrün je Bündchen bis 10.(Ein Bündchen Suppengrün muß enthalten: 1 Möhre, 1/1 Kohlrabi, 1 Stange Porree und Petersilie. Pflanzen dürfen nicht eingebunden und als solche verkauft werden.) Junge Sellerieknollen dürfen vorläufig nicht gehandelt werden. Sommerwirsing bis 14. Tomaten holl. bis 30, ital. bis 22, deutsch(müssen als solche bezeichnet werden) bis42. Zwiebeln inl. bis 12, ital. bis 17. Der festgesetzte Preis gilt nur für A=Ware, andere Ware ist entsprechend billiger zu verkaufen.) Kartoffeln: weiße, rote und blaue je 5 kg 46, je 50 kg bis 3,95, runde und lange gelbe 49 bzw. bis 4,25, Julinieren, Sieglinde und Viola 59 bzw. bis 5,25. Kartoffeln: in- und ausl. Erzeugnis(geschl. Gebiet) lange gelbe je 1 Pfd. 9, 10 Pfd. 85, runde gelbe 8 bzw. 81, do.(nicht geschl. Gebiet) lange gelbe 8 bzw. 83, runde gelbe 8 bzw. 80. Obst: Kirschen, gute Mittelsorte bis 40, do. Sondersorte, Güteklasse 1 A(Bigarroux, Kaiser= oder Napoleon, großfrüchtige Leberkirsche, Haumüller, RiesenHedelfinger, Lorenzkirsche bis 52. Sauerkirschen, Güteklasse A(Ludwigs Frühe, Chatney u. ä. Sorten) bis 41, do. Schattenmorellen bis 47. Erdbeeren, Güteklasse 1 A bis 54, do. A bis 46, do. B bis 32. Stachelbeeren bis 26. Johannisbeeren bis 26, do. schwarze bis 30. Gartenhimbeeren bis 52. Pfirsiche dtsch.(über 6 Durchm.) bis 60, do.(über 4,5 cm) bis 50, do.(unter 4,5 cm) bis 40. Pfirsiche ital. bis 30. Aprikosen deutsch (über 3,5 cm Durchm.) bis 60, do.(unter 3,5 cm) bis 50. Aprikosen ital. bis 30. Klarapfel(weißer) reife Ware bis 40. Waldbeeren bis 45.(Als Güteklasse 1 A dürfen nur sortenfeine, besonders ausgelesene, große gesunde Früchte, die sich stark von der Güteklasse A abheben, gehandelt werden.) Pilze: Pfifferlinge, bei Abgabe durch den Handel bis 70, bei Abgabe durch den Sammler bis 60.(Größere Pilze müssen entsprechend billiger verkauft werden.) Steinpilze und Champignons, bei Abgabe durch den Handel bis 80, bei Abgabe durch den Sammler bis 70. Gewalttätiger Einbrecher im Sauerland 500 RM Belohnung für seine Ergreifung Dortmund, 14. Juli. In den letzten Nächten der vergangenen Woche wurden in der Umgebung von Nachrodt, Kreis Altena, mehrere Einbruchsdiebstähle ausgeführt, bei denen in der Hauptsache mehrere Kleidungsstücke und Ledensmittel entwendet wurden. In der Nacht zum 13. Juli 1940 wurde der Täter bei einem Einbruch in einem Bauernhause in der Nähe von Nachrodt überrascht. Er schoß dabei einen 35jährigen Mann mit einer Jagdflinte nieder, die er einige vorher bei einem Einbruch gestohlen hatte. Der Verletzte ist inzwischen gestorben. Der Einbrecher, der sich vermutlich noch in den Wäldern des Sauerlandes aufhält, wird wie folgt beschrieben: 28—30 Jahre alt, 1,70 Meter groß, schlank, gesundes gebräuntes Gesicht, dunkelblondes Haar. Bekleidung: Graubrauner Rock, meliert, grüne Lodenhose, dunkelbraune Halbschuhe und blaue Schirmmütze. Wahrscheinlich trägt er dunkelbraune abgetragene Lederaktentasche und dunkelbraunen zweireihigen Wollstoffmantel bei sich. Der Mantel hat auffallend großen Kragen und eingenähtes großkariertes Futter. Am letzten Tatort hat der Täter einen alten dunklen Rock, eine dunkelgraue Hose und Gummistiefel mit ca. 25—30 Ztm. hohen Schäften und ein paar Tage vorher an einer anderen Stelle einen grünen Lodenmantel zurückgelassen. Die Staatliche Kriminalpolizei hat im Einvernehmen mit der Anklagebehörde des Sondergerichts in Dortmund eine Belohnung von 500 RM ausgesetzt, die unter Ausschluß des Rechtsweges an die Personen verteilt wird, welche zur Ermittlung und Festnahme des Täters beitragen. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen die Anklagebehörde des Sondergerichts in Dortmund, Abteilung 18a, Fernruf 30571, die Staatliche Kriminalpolizeistelle Dortmund andere Polizeidienststelle entgegen. In der Hene ven Seaat Deutsche Kriegsgefangene werden mißhandelt Unter den zahlreichen Fällen, bei denen deutsche Soldaten, die in französische Kriegsgefangenschaft geraten waren, im Widerspruch zu jedem Völker= und Kriegsrecht, aber auch unter der Mißachtung eines jeden soldatischen Ehrgefühls mißhandelt, geschlagen und gefoltert wurden, ist besonders einer, der die ganze Rohheit und den ganzen Mangel an Moral eines großen Teiles des französischen Offizierskorps beleuchtet. In Douai leitete ein französischer Major eine Durchgangsstelle für deutsche Kriegsgefangene, die von allen deutschen Soldaten, die ihm in die Hände fielen, nur die„Hölle von Douai“ genannt wurde. Mit besonderer Graulankeit und Rücksichtslosigkeit spielte sich der lafor gegen eine Gruppe von 16 deutschen Kriegsgefangenen auf. vorwiegend deutsche Das neue Verwundetenabzeichen (Weltbild— M.) ger, die in Feindesland notlanden mußten. Immer neue Mittel dachte sich der saubere französische Offizier aus, um die wehrlosen Gefangenen zu Aussagen über militärische Geheimnisse zu zwingen. Die unmöglichste Behandlung während der zahllosen Verhöre erinnert an die schlimmsten Foltermethoden, die sich ein menschliches Hirn ausdenken kann. Kein Mittel blieb unversucht, von der Reitpeitsche bis zur Blendlaterne. 16 deutsche Soldaten, die durch diese Hölle gehen mußten, schildern jetzt, nachdem sie aus der Gefangenschaft befreit sind, die Qualen, die sie auszustehen hatten. Ein Oberfeldwebel, der am 18. Mai nach einer Notlandung bei St. Ghislain in Belgien mit vier Kameraden in französische Gefangenschaft geriet, berichtet: Eine Schule in Douai. Ein Schulsaal war als Geschäftszimmer eines höheren Stabes eingerichtet. Ein Major trat ein und brüllte mich sofort:„Sie Schwein, weist Du nicht, was sich gehort?" Dabei schlug er mir dreimal mit einer etwa 60 Zentimeter langen Reitpeitsche ins Gesicht. Drei von uns wurden dann in einen Bodenraum geführt und in drei Ecken verteilt. Nach etwa 1½ Stunden wurde ich zum Verhör geschleppt. Als ich die an mich gestellten Fragen nicht beantwortete, schlug mir der Major mit einem Knüppel ins Gesicht und auf den Kopf. Der Vorgang wiederholte sich mehrmals. Bei einer Abwehrbewegung griff der Major nach der Pistole und entsicherte sie. Dann befahl er mir, mich auszuziehen. Als ich mich nicht rührte, ließ er zwei Soldaten kommen, darunter einen Marokkaner, die mir die Kleider vom Leibe anderen besonnen zu haben. Er befahl dem Kapitän und den anwesenden Soldaten, den Raum zu verlassen, stellte sich an die mir gegenüberliegende Wand und legte die Pistole auf mich an. Aber schon war dem Peiniger ein neuer Gedanke gekommen. Er sagte:„Ich weiß noch etwas Besseres. Ich werde dich nackt auf die Straße führen lassen, vor den Männern, Frauen und Kindern.“ Ich durfte mich wieder notdürftig anziehen und wurde in einen Kellerraum geführt, dort auf eine Pritsche geworfen und wieder splitternackt ausgezogen. Darauf mußte ich mich mitten in den Kellerraum stellen. Ueber mir wurde eine überhelle Lampe eingeschaltet, die mich so blendete, daß ich niemanden sehen konnte. In diesem Zustand wurde ich dauernd geschlagen, dabei immer wieder aufgefordert, auszusagen. Als ich schwieg, wurde ich unter der Bewachung zweier Soldaten und unter der Drohung, bei der geringsten Bewegung erschossen zu werden, alleingelassen. Drei Stunden mußte ich so stehen Feuchtigkeit und Kälte zog durch meinen Körper. Bei einem weiteren vergeblichen Versuch, mich zum Sprechen zu zwingen, wurde ich noch weitere fünf Stunden in der Folterkammer gelassen. Frauen gingen vorbei und machten ihre Zoten über mich. Schließlich wurde ich ins Zuchthaus von Douai eingeliefert und von dort, mit Ketten an meine Kameraden gefesselt, ins Zuchthaus Evreux gebracht.“ Genau so war es den anderen Fliegern ergangen. Mit Stockhieben und Drohungen, erschossen zu werden, sollten sie zu Geständnissen gepreßt werden. Bei den Transporten waren sie mit Draht an Händen und Füßen gefesselt worden.„Wir fielen fast vor Schmerzen um", berichtete einer von ihnen.„Denn der Draht war so fest um unsere Gelenke geschnürt, daß die Haut abgescheuert wurde." Alle Wertsachen, Geld, Ringe und Uhren waren gestohlen worden. Aber kaum der Hölle von Douai entronnen, begann im Zuchthaus von Evreux eine neue Leidensstation. Drei Wochen wurden die deutschen Soldaten in Einzelhaft gesperrt. Sie mußten Sträflingskleidung tragen. Das Essen bestand aus Wasser und Brot und wurde in Aus der französischen Armee entlassene Elsässer Auf dem Weg in ihre Heimat werden die aus der französischen Armee entlassenen Elsässer von deutschen Truppen verpflegt.(Weltb./M.) verrosteten Näpfen ausgeteilt. durch die französise Die BehandMannschaft, die zum delt, geschlagen und mit Fußtritten bedacht. Kein Protest half. Man hatte immer nur neue Quälereien für sie. Sechs Wochen dauerte die Tortur. Hunderte Teufeleien mußten die deutschen Soldaten in dieser Zeit ertragen. Nicht das geringste Recht, das ihnen als Kriegsgefangenen zustand, wurde ihnen gewährt. Die Fälle von Douai und Evreux werden immer eine Anklage gegen die Peiniger der deutschen Gefangenen bleiben. Deatsche Schneildeeie der Bewachungsfahrzeug vor den Augen der Tommies versenkt (PK.) Von Kriegsberichter Gustav Schütt. Tief hängen die dunklen Wolken über dem englischen Kanal. Ab und zu schlagen uns einige Regenböen ins Gesicht. Die Männer an Deck haben ihr Oelzeug angelegt. Wieder jagen deutsche Schnellboote mit außerster Kraft auf die englische Küste zu. Die Sicht ist noch verhältnismäßig gut. Heute nacht geht es nach Dover! Welch eine Welt von Sicherheit und Geborgenheit lag für den Engländer im Weltkrieg in dem Wort Dover. Und wie haben die Briten sich später gebrüstet, daß von diesem Sicherheitshort Dover aus im Weltkrieg der englische Kanal gegen die deutschen Angriffe geschützt worden sei. Heute stehen gegenüber auf der anderen Seite an der nordfranzösischen Küste die deutschen Küstengeschütze abwehrbereit, und der Tommy wagt sich nicht mehr an das Küstengebiet seines einstigen Bundesgenossen heran. Dafür aber tragen die deutsche an die englische Küste heran ohne daß der Brite auch nur das geringste daran ändern kann. Ueber der englischen Küste liegt in einem weiten Rund das feurige Rot der untergehenden Sonne, darüber scharf abgestochen eine lange schwarze Wolkenbank. Schweinwerfer leuchten wild über den Horizont der britischen Küste hin. In den späten Abendstunden überflogen uns deutsche Kampfgeschwader, die einen englischen Geleitzug und militärische Küstenanlagen angriffen. Kein Wunder, daß der Englander noch so stark beunruhigt ist. Wir arbeiten uns währenddessen immer näher an die britische Küste heran. Der Tommy gibt sein Suchen mit den Scheinwerfern allmählich auf, und als wir die Steilküste von Dover als schmalen dunklen Schatten am Horizont ausmachen, rührt sich nichts mehr bei ihm. Jetzt heißt es aufpassen! Direkt vor uns muß die Hafeneinfahrt von Dover liegen!— Aber nichts Verdächtiges ist zu sehen. Wir haben gestoppt und treiben mit dem Strom leicht der Küste zu. Hat der Tommy hier nichts für uns zu tun? Doch, voraus wird ein Schatten ausgemacht. Wir fahren näher heran. dem Schiff auf. Es ist, als wenn sich einer mit einer Taschenlampe an Deck bewegt. Sollen wir das Fahrzeug schon umlegen? Wir wollen noch etwas warten, um zu sehen, ob sich hier nicht noch andere Fahrzeuge bewegen. Aber nichts ist zu entdecken! Ist dieses Kriegsschiff der einzige Schutz des englischen Seebollwerks Dover? Der Strom treibt uns jetzt näher an das Schiff heran. Es ist ein großes englisches Bewachungsfahrzeug. Jetzt muß es abgetakelt wrden!„Rohr fertig!“ Schon liegen wir gut zu dem Fahrzeug.„Rohr los!“ Ein Rückstoß an Deck, der Torpedo klatscht ins Wasser, und alles, was Augen hat an Bord verfolgt die Bahn des Torpedos. Die Bahn liegt gut! Was Menschenherzen nur zu wünschen vermögen, das begleitet nun unseren„Aal“. Jetzt muß er gleich da sein! Der Atem will uns in diesen Sekunden stehen bleiben. Endlich: Ein Dröhnen geht durch die Luft. Ein Feuerschein blitzt auf. Der Schatten voraus geht in sich zusammen und eine dicke Rauchwolke steigt aus dem Wasser. Dann noch ein kurzer Funkenregen, und das Schiff ist weg. Der Aal hat prima gesessen! Das ist deutsche Prazisionsarbeit! Jetzt aber kehrtmarsch nach Hause! Schnell hat das wendige Boot gedreht, und mit einer wilden Hecksee entfernen wir uns von der englischen Küste. Nach ein paar Minuten ist auch der Tommy wach geworden. Daß vor seiner Haustür schon ein solcher Brocken in die Luft fliegt, das scheint ihm doch zu viel zu sein. Von allen Seiten blitzen die Scheinwerfer längs der englischen Küste auf. Mit einem Schlage ist der noch eben so ruhige schmale Schatten vor uns rebellisch geworden. Wie Geister mit langen Fangarmen greifen die Scheinwerfer nach uns. Wir nebeln uns ein und schlängeln uns wie ein Aal durch die See. Mit einem unheimlichen feurigen Rot bricht ein Scheinwerfer wieder durch unsere dunklen Nebelwolken durch.„Nebeln" befiehlt uns der Kommandant erneut und dann hat der Tommy uns verloren. Das Feuerwerk der englischen Scheinwerfer an der ganzen Breite der Küste dauert noch eine Weile. Dann gibt John Bull das Suchen auf, und wir fahren mit dem frohen Gefühl nach Hause, den Tommy wieder einmal an seiner„sicheren" Küste erhehlich durcheinandergebracht zu haben. Höflichkeit auch gegen Diebe. Ein alter schwedischer Rentner, der seit Jahren eine krankhafte Angst vor Dieben hatte, wurde jetzt wirklich einmal bestohlen. Aber nach dem ersten Schrecken war auf einmal seine Angst vorbei und machte einem gewissen Galgenhumor Platz. Er ließ nämlich ein großes Schild drukken, das er in unmittelbarer Nähe der Eingangstür, durch die die Diebe eingedrungen waren, aufhängen ließ. Darauf gab er den Dieben folgenden Rat: „An die nächsten Einbrecher! In esem Hause befinden sich keinerlei großen Wertsachen mehr. Diese sind schon gestohlen worden Höchstens wären noch einige Tischdecken zunehmen, die sich im Büfett in der li# großen Schublade befinden. In der Nähe dier### Schublade steht auch der Korb mit der Katze. Wenn Sie den Korb stehlen wollen, so bitte ich Sie. die Katze in einiger Entfernung vom Fenster auf den Boden zu legen da das Tier die Kälte nicht gut vertragen kann. Machen Sie, bitte, nicht zu viel Lärm. Sie finden Pantoffeln mit Filzsohlen unten im Schrank, gleich neben dem Schirmständer. Wenn Sie das Haus verlassen, schließen Sie, bitte, richtig die Tür. Im Eisschrank befindet sich noch ein großer Kuchen, von dem Sie sich ein abschneiden können. Er ist ganz frisch.“ Vollmond und Wachstum Der botanischen Wissenschaft ist es eine bekannte Tatsache, daß der Vollmond Wachstumsperioden herbeiführt, und auch die Fische genau so wie die Blumen auf den Vollmond reagieren. Nun hat man auch die Reaktionen des Menschen auf den Mond kontrolliert. Es stellte sich heraus, daß Kinder nachweisbar bei Vollmond stärker wachsen als sonst. Besonders aber sind auch die Haare vom Mond abhängig. Bei Vollmond wachsen die Haare schneller. Wenn jemand mit schwachem Haarwuchs seine Haare bei zunehmendem Mond schneiden läßt, dann sollen sie schneller und regelmäßiger„ins Kraut“ schießen. Allerdings hat diese Beobachtung insofern einen Haken, als an sich bei Nacht das Wachstum durch den Mangel an Sonnenbestrahlung geringer ist. Wir haben also gewissermaßen bei Vollmond ein Wachstum zu verzeichnen, bei dem die zunehmende Mondbestrahlung die ausfallende Sonnenstrahlung ausgleicht, so daß man von einem schnelleren Wachsen nicht sprechen kann. Re zter perte bei Diebenbosen.. Strom verse r Panzerwerke mit dem notwenpigen#####n Versorgen. lggregate, de.„„(PK.=Maietzki=#teltbild— uc.) eich in 4/8 Mill. BRT. Handelsschiffsraum versenkt u den grohen Erfolgen unserer Kriegsmarine: Ein deutsches U=Boot bei der Rückkehr von M.) ***"„ Alle Eherl Familiengeschichte und Soldat Vor der Machtübernahme war es nur ein verhältnismäßig kleiner Kreis, der Familientradition auch in der Weise gewahrt hat, daß er eine Familiengeschichte anlegte und Leben und Taten der Vorfahren zu verbriefen suchte. Das wurde erst anders, als die Forderung des arischen Nachweises kam und damit jeder Deutsche im eigenen Interesse sich um seine Abstammung kummern mußte. Anfänglich ist man vielleicht im einzelnen Fall nicht gerade mit übertriebener Lust an diese Arbeit heransegangen, denn sie verlangte von uns schließHetätigung auf einem uns bis dabin vielfernliegenden Gebiete, und bei den Behörn, die alle Hände voll zu tun hatten, konnte man nicht immer von einem zum anderen Tage mit seinen Wünschen zum Ziel gelangen. Teils lag dies in der Ueberlastung, teils in der Schwierigkeit der Nachforschung begründet. Die Widerstände dricgerfran durf inehr vereienen Keine finanziellen Nachteile bei Arbeitseinsatz Die Gemeinden sollen die Kriegerfrauen über die für sie sehr günstigen neuen Bestimmungen der Anrechnung eigenen Arbeitsverdienstes auf den Familienunterhalt aufklären. Dieser Appell wird in einer Erläuterung der Neuregelung in der„Landgemeinde“ an die Bürgermeister gerichtet. Der Arbeitsverdienst der unterhaltsberechtigten„Angehörigen von Einberufenen aus nichtselbstandiger Arbeit wurde schon bisher nur zu einem Teil auf den Familienunterhalt angerechnet. Um einen größeren Anreiz zur Aufnahme oder Fortsetzung einer nichtselbständigen Arbeit für die Familienunterhaltsberechtigten zu bieten, sind durch die kürzliche Neuregelung des Raichsinnen= und Reichsfinanzministers die Die Widerstände waren aber auch, hier nur preichsinnen= uno Reichsfinanzministers die da, um überwunden zu werden und allmäh= anrechnungsfreien Beträge erhöht worden. Die lich griff nicht nur eine bessere Einsicht Platz, Folge ist, daß eine Kürzung des Familiensondern es kam uns immer stärker zum Be= unterhalts nur mehr in einem recht bescheidewußtsein, daß wir alle an die Vergangenheit nen Umfange oder in zahlreichen Fällen übergebunden sind und mit unserem ganzen Leben, haupt nicht eintritt. Vor allem wirkt sich der Sinnen und Trachten in ihr haften. Damit Arheitsverdi hatte, die Familienforschung gewonnenes# Spiel. Sie erschien uns plötzlich nicht mehr als etwas Abseitiges, sondern als etwas Notwendiges, wir erkannten ihren Sinn und ihren biologischen Wert und begannen zu unseren längst verstorbenen Ahnen ein Verhältnis zu finden. Nun wollten wir es nicht mehr bei den Daten von Geburt, Heirat und Tod bewenden lassen, wir suchten in vergilbten Pavieren, in Dokumenten, Akten. Briefschaften, um diese Daten mit Leben anfüllen zu können. Wir waren auf den Weg von der Familienforschung zur Familiengeschichte gekommen. Zugegeben, daß sich solch ein Interesse nicht überall breitgemacht hat. Aber das eine steht doch außer Zweifel, daß über die Familienforschung auch die Familiengeschichte wiederum in einem Maße im deutschen Hause heimisch wurde, die vor zehn Jahren noch von den größten Optimisten für unmöglich gehalten wurde. Es gibt natürlich längst eine ganze Reihe groß aufgezogener privater Familiengeschichten, die teilweise auch veröffentlicht worden sind. Sie mögen für jene Vorbild sein, die erst später dazu übergingen, ein Familienarchiv anzulegen, Familienaufzeichnungen vorzunehmen. Wenn man sich aber in solchen üngeren„kleineren und bescheideneren FamiArbeitsverdienst der Soldatenfrau auf die Festsetzung der sogen. Einkommenshöchstgrenze aus. Es ist ein Grundsatz des Familienunterhaltsrechts, daß der laufende Familienunterhalt die Einkommenshöchstgrenze nicht überschreiten darf. Diese Einkommenshochstgrenze ist im allgemeinen das letzte Netto=Einkommen des Einberufenen, abzüglich 15 Prozent als ersparter Lebensunterhalt des aus der Haushaltsgemeinschaft ausgeschiedenen Einberufenen. Frau und Kinder können hiernach in der Regel nicht mehr an Familienunterhalt bekommen als 85 Prozent des letzten Netto=Einkommens des Ehemannes. Das hat nun in den Fällen, in denen der Einberufene nur einen verhältnismäßig geringen Verdienst vor der Einberufung gehabt hat, zur Folge, daß seine Angehörigen nicht den vollen Tabellen= oder Unterhaltssatz erhalten können. Sobald die Frau eigenen Arbeitsverdienst hat, erhöht sich jedoch die Einkommenshöchstgrenze. Nimmt nämlich der Familienunterhaltsberechtigte nach dem Einstellungstage eine Arbeit auf oder erzielt er nach diesem Tage einen höheren Arbeitsverdient als vorher, so erhöht sich die Einkommenshöchstgrenze um seine Netto=Einkommen aus dem Verdienst dieser Arbeit. Das wird sehr oft dazu führen, daß nunmehr Frauen mit ihren Kindern auch bei kleineren Einkommen des Ehemannes im Zivilleben den vollen Tabellensatz oder Unterhaltssatz erhalten können. Ebenso kann die Erhöhung der Einkommenshöchstgrenze auf Grund des Arbeitsverdienstes Ehefrau zur Folge haben, daß der Besen erhöhen darf, ohne daß der höhere den Familienunterhalt angerechnet wird. Nach der Neuregelung bleiben vom Netto=Arbeitseinkommen des Unterhaltsberechtigten Prozent anrechnungsfrei, mindestens jedoch ½ des örtlichen Unterhaltssatzes(in der Ostmark und im Sudetengau die Hälfte). Für jedes unterhaltsberechtigte Kind erhöbt sich der Freibetrag weiter. Die Burgermeister sollen die Kriegerfrauen entsprechend aufklären Keine braucht finanzielle Nachteile zu befürchten, wenn sie eine Arbeit aufnimmt. Dile Echisse unter uns Eine Kampfgruppe versenkt in zwei Tagen über 50000 BRT Schiffsraum im Kanal Von Kriegsberichter Fr. Mittler. Wie bereits durch Sondermeldung und durch das OKW. gemeldet wurde, konnte eine Kampfjruppe innerhalb von zwei Tagen über 50000 BRT. Schiffsraum im Kanal versenken. Schon oft haben im Laufe der vergangenen Kriegsjüngeren, kleineren und bescheideneren Familiengeschichten umtut, dann findet man schon monate Einheiten unserer Luftwaffe dicke vermerkt, daß unsere Familie— oder weiter] Brocken aus der englischen Kriegs= und Hangenommen unsere Sippe— soundso viele Welt= delsmarine heransgeholt haben Woche für kriegskämpfer gestellt hat, wir erfahren, daß unsere Ahnen Anno 1870=71 mitgefochten haWalleicht lesen wir auch, daß, zntgge ben. Vielle#ch leseg wir, auc, aß unsere Altvordern bei den Deutschen#tzumten dabei waren. Es ist ganz selbstverständlich, daß unsere Soldaten von 1939=40 für immer auch in die Familiengeschichte eingehen und ihre Erinnerungen in ihr als Ruhmesblatt aufbewahrt werden für die kommenden Geschlechter. Hat es das Schicksal gewollt, daß unser Sohn, unser Vater, Blut und Gut in diesem Kriege hingeben mußte, dann wird sein Vermächtnis auch weiterleben in den Annalen unserer Familiengeschichte, und Kindeskinder und deren Kinder werden in fernen Zeiten noch davon sprechen: er war ein Held. 200jährige Lohgerberei in der Widukindstadt Enger. Im festlichen Rahmen wurde das 200jährige Bestehen der Lohgerberei Sasse in Enger gefeiert. In der Reihe der Ehrengäste sah man u. a. den Kammerpräsidenten Greiner, Bielefeld, den Vertreter der Arbeitsfront, der Kreishandwerkerschaft, der Innung, der Stadt. Einer Besichtigung des Betriebes, der zu nur wenigen noch im ostwestfälischen Raum gehört, schloß sich eine Feierstunde an. Die gelsmarine herausgeyolt, haven Zoche ful be dazu beigetragen, die Gesamttonnage zu dezimieren. Die Kampfaruppe wurde nach Bekanntwerden des Erfolges vom ausgezeichmet, FEinashattet in Bi. Barht, Es ist Mittag. Eingebettet in die nordfranGeleitzug, bestehend aus dicken Frachtern m Kreuzern und Zerstörern als Schutz, wird im Themse=Schlauch aufgestellt und geht in Kürze in See.„Mit seinem Eintreffen im Kanal ist verbanden und zum Wochenende einen regen Fremdenverkehr unterhielten, fahren jetzt deutsche Kriegsfahrzeuge, versuchen englische Geleitzüge sich durchzuwinden, aber wir beherrschen jetzt diesen Bach. blockieren von See und aus der Luft diesen Englishman. Während unsere Blicke noch an den weißen Sandbänken von Dungeneß hängen, ruft der Beobachter:„Dicke Schiffe unter uns!" Ja, da sind sie. Wie sind es. ge Verdammt dicke Brocken sind dabei, noch größere Kähne als am vorherigen Tage, wo wir insgesamt 35000 BRT. auf den Grund schicken konnten. 40 Schiffe mögen es etwa insgesamt sein. Auch ein Flakkreuzer ist dabei. Ungestört können wir zum Abwurf anfliegen. Die Bomben fallen, fallen mit der gleichen Genauigkeit, wie wir in Frankreich alle möglichen Erdziele bekämpft haben. Nur konnten wir den Weg der Bomben nicht verfolgen. Die Jugend greift zu Sense und Pfrlag Die Parole für den Ernteeinsatz der deutschen Jugend, die in der Hauptstadt des Sudetengaues ausgegeben wurde, verdient im ganzen Reiche Beachtung. zurt.m dar 9. Alle Jahre schon, so führten der Landesbauernführer und der Oberbannführer der HI. aus, hat die Jugend sich freiwillig gemeldet, um in der Landwirtschaft auzupacken. Heute aber kommt es mehr denn je auf jeden einzelnen an. Es darf und wird in diesem Sommer keinen Jungen geben, der nicht bei der Einbringung der Ernte mitgeholfen hat. Und nicht nur, daß wir im Augenblick mithelfen, die Frage der Ernährung zu lösen; wir wissen. daß wir beste deutsche Menschen aus der Stadt zurückführen auf das Land. um sie dort ansässig zu machen und so ein gesundes Bauerntum zu fördern. Durch unseren Landienst haben wir bereits über 2000 Jungen zur Scholle zurückgeführt. Am Abschluß unserer Hilfe beim Ernteeinsatz wollen wir stolz darauf sein, wiederum einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, unserem Volke durch Unabhängigkeit den Frieden zu geben. Wir haben auf ünsere Heimat zur Sense und zum Pflug greifen! Wenn die deutsche Jugend zum Landdienst angetreten ist, so hat sie sich damit zur Vollstreckerin eines höheren politischen Willens gemacht und ist damit an die Front getreten, an der das deutsche Bauerntum nun seit Jahrhunderten steht. Hier mitzutun, heißt Arbeit für des Reiches Zukunft zu leisten und sich damit zur Uebernahme eines Erbes bereit zu machen, das der Führer einmal der deutschen Jugend hinterlassen wird. P1 Ihr seid nun aufgerufen, in eurer Freizeit hinauszuziehen in unseren Bauernhöfe und dort den Menschen Hilfe zu leisten die ebenso wie ihre Vorfahren in harter Arbeit dem Lande des deutschen Volkes Brot abringen. Ihr werdet euer Teil mit dazu beitragen, daß die Absicht unserer Feinde, das deutsche Vol auszuhungern, mißlingt. weil unsere deutsch Scholle uns dank des Einsatzes unserer Bauern selbst zu ernähren vermag. Ihr werdet das Erlebnis dieses Ernteeinsatzes mit nach Hause bringen und werdet den Stolz des freien Mannes, das Wissen, daß seine Arbeit dem Volke dient. So sollt ihr den Dienst am Lande ansehen, den ihr nun in den nächsten Wochen leisten werdet. effen im„Kanal ist der„Bomben nicht verfolgen.„Die graugrüne es nur gegen Zein Gefühl, endlich dem Urheber dieses an die Kehle springen zu können erfüllt uns alle mit unbändigem Stolz. Unseren Do=17= Maschinen werden die Bezüge abgenommen. Der Himmel ist halb bedeckt. Am Mikrophon pfeift einer von unserer Besatzung das Engelandlied:„Denn wir fahren gegen Engeland, aegen Engeland!“ Wir anderen drei unserer Do 17 möchten am liebsten zum Gebrüll der Motoren den Text mitsingen.„ Da hinten ist der Kanal, der Bach, wie ihn die Kameraben der Marine nennen, wahrlich, einen Frachter ausgesucht. Er scheint gut seine 7000—8000 BRT. zu haben Rauchwolken auf Bug und Mittelschiff. Schwerfällig legt sich der Kasten auf die Seite. Er hat genug. Trotz des riesigen Flakfeuers, das von allen Schiffen, besonders aber vom Flakkreuzer einsetzt, werfen alle Flugzeuge ihre Bomben mit stoischer Ruhe. Das ist etwas anderes als eine Straße mit Bomben zu belegen. Jedesmal gibt es einen Freudenschrei innerhalb der Besatzung, wenn Beobachter oder Bordschütze wieder einen gutsitzenden Treffer auf einem Kahn gesehen aben. Währenddessen bleiben unsere Jäger Gerberei Sasse ist am 9. Juli 1740 von J. H.) d., Zische Festland und die enalische Insel Johann Giazereie zusammen. Vom wuchtigen Turm der gotischen Johann Gottfried Sasse 1771 heiratete. Seit Kathedrale Notre Dame der unter uns liejener Zeit ist das Unternehmen im Familien= genden Hafenstadt Calais muß man bei diesem Wetter die in blauflimmerndes Licht getauchdie Kameraden der Marine nennen wahrlich, nicht untätig. Spitfire und Huricane sind aufaus dieser Höhe erscheint er uns langsam auch gestiegen, um uns anzugreifen. Aber sie können nicht anders. Hier Calais— dort drüben Do= nichts ausrichten. Elf von iynen werden abver. In naher Entfernung kommen hier das geschossen, als sie die Froizt artgienen#i europatsche„Festlano und bie englische Iinsei durchbrechen wollen, noch eingig zuegen jener Zeir ist oas Unterneymen im Familienbesitz geblieben. Seit dem Jahre 1896 wird es von dem Jubilar betrieben, der heute noch mit 81 Jahren, unterstützt von zwei Söhnen, in seinem Betriebe tätig ist. ten Kreidefelsen von Dover liegen sehen. Wo in Friedenszeiten die schnellen Passagierdamp= fer in kaum 40 Minuten die beiden Städte Her ieri der Verbraucher Verbilligte Marmelade ist hochwertig Die verbreitete Ansicht, daß eine Ware von hoher Qualität auch einen hohen Preis beanspruchen kann, wird im allgemeinen richtig sein. Auch der sinngemäßen Umkehrung des Satzes ist zuzustimmen, denn im reellen Handel läßt der Preis einen Schluß auf die Güte der Ware zu. Aber derartige Feststellungen ges: ten meist nur als Faustregel. Wer beispie##weise seinen Wochenvorrat Marmelade einkaufen will und bei seinem Verteiler durchaus die kostspieligste Sorte verlangt, ist nicht gerade auf seinen Vorteil bedacht. Gewiß ist das Auge beim Einkauf von Lebensmitteln ebenfalls beteiligt. Darum bevorzugt wohl mancher die Marmeladensorten, die in Gläser eingefüllt sind, mit blinkenden Metalldeckeln und mit fabelhaft bunt bedruckten Schildchen versehen sind. sie gestattet nicht die Folgerung, daß di ren Marmeladensorten, die ausgewogen ben werden, ihres sehr viel geringeren wegen weniger gut bn 895 Preises handelt wehen wvenzgrt gut, sind. Denn dabei es sich ja nicht um billige Marmelade, sondern um verbilligte Marmelade. Sie müßte ebenfalls Form von Marmelade Kohlehydrate zur Verfügung, die der Körper in Fett umzuwandeln weiß. Der verbilligte Preis soll einen angemes= sehen laff senen Verbrauch fördern. Seit mehreren Jah Tag sein. ren stellen die Obstverwertungsbetriebe in steigendem Maße die„verbilligten Marmeladen“ ber. Die jeweilige Produktion ist nach Art, Menge und Güte der zu verwendenden Früchte sowie nach dem Verarbeitungsgang genau vorgeschrieben. Der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft steht vertraglich das Recht zu strengen Ueberwachungsmaßnahmen zu. Grundsätzlich enthalten die verbilligten Marmeladen und Gelees zu 50 Prozent Obst und zu 50 Prozent Zucker. Der festgesetzte Anteil von Edelfrüchten darf nicht überschritten werden.„H. L.# beobachtenden Sorgfältiger kann also die teure Marmelabe#gneme Beute auch nicht, gergestellt, werden. Die besten Beiz tan eintia, pi chen für die Güte der Marmeladensorten ist das ständige Anwachsen des Marmeladenverbrauchs. Die erste Verbilligung umfaßte 1,5 Millionen Zentner; die zweite aber schon 2.1 Millionen Zentner. Die Erzeugung stieg dann aber auf 3.15 Millionen Zentner, die allein für den Verbraucher und nicht etwa für die Gewerbebetriebe bestimmt sind. Qualität ist das beste Werbemittel,— darin sollte sich der Verbraucher auch heute nicht irre machen lassen. an, auch die letzten in den Schachten nbenden Bomben müssen ihre Ziele finden. Und sie finden sie. Wenn wir auch nur zu 75 Prozent erkannt haben, was wir alles getroffen haben, so wissen wir doch schon beim Heimflug, heute sind wieder allerlei Tonnen versenkt und schädigt worden. Auant 2# 2 umd unh Kaum eine Stunde dauert es, als uns nach der Landung auf Grund der Meldungen sämtlicher Beobachter aus der Luft. von See und von der Küste aus die Nachricht bekanntgegeben wird: Wir haben einen Kreuzer, vier Handelsschiffe versenkt und einen Kreuzer und sieben weitere Handelsschiffe schwer beschädigt. so daß mit ihrem Sinken noch gerechnet werden muß. 21000 Tonnen versenkt über 20.000 Tonnen beschädigt. Das sind Zahlen, die sich sehen, lassen können. So muß es aber jeven Liebes Dächslein, laß dir raten Beverungen. Was einem Fuchs auf seinen Beutezügen so leicht nicht passieren dürste, ist seinem an Schnelligkeit und Behendigkeit weit unterlegenen Genossen Dachs dieser Tage geschehen. Der fette Bursche riskierte es am hellichten Tage, in den Keller eines Wohnhauses in räuberischer Absicht hineinzusteigen. Ddas ließ man ihn auch vollenden, denn die Bewohner hatten sich schon die bequeme Beute zu sichern gewußt Es genügren einige Maßnahmen, um ein Entweichen unmöglich zu machen. Wenig später konnten ungezählte Volksgenossen, darunter naturgemäß lämtliche Kinder der Weseghoßg, en###, Seine Geliebte und sich selbst erschossen Wanne=Eickel. In den späten Abendstunden des Sonnabend trug sich auf einem Gartenland gegenüber dem Wanne=Eickeler Bahnhof eine blutige Liebestragödie zu. Nach einem kurzen Wortwechsel erschoß der 60jährige Invalide Julius Krüger die 1894 geborene und geschiedene Frau Ida Stein. Dann richtete er die Waffe gegen sich und tötete sich durch einen Kopfschuß. Wie wir zu dem Fall erfahren, bestand zwischen Krüger und der Stein seit etwa drei Jahren ein Liebesverhältnis. Krüger drängte auf eine Heirat, die aber von der Stein nicht gutgeheißen wurde. Am Sonnabend soll es wegen der Heiratsabsichten erneut zu erregten Auseinandersetzungen gekommen sein, die dann zu der furchtbaren Tat führten. Das Eiserne Kreuz in drei Generationen Bünde. Als jetzt der Leutnant in einer MosKompanie Rud. Grüter im Westen das EK. 2 bekam, erhielt damit in ununterbrochener Reihenfolge die dritte Generation diese ehrenvolle Auszeichnung. Der Vater des soeb: Ausgezeichneten erhielt das Eiserne 2. Klasse im Weltkriege, der Großvater im Kriege 1870=71. Kind bei einem Brand umgekommen Essen. Bei einem Brand, der in einem Hause der Annenstraße in Essen=Rellinghausen am Freitagnachmittag ausbrach, wurde ein zweijähriges Kind, das in einem im ersten Stock liegenden Zimmer schlief, so schwer verletzt, daß es dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Noch am selben Tage erlag es den Brandverletzungen. Dorfjugend haut ein Schwimmbad Westerburg. In dem Kreisort Luckenbach hat sich die Dorfjugend zusammengefunden und in freiwilliger Arbeitsleistung in den Abendstunden ein Schwimmbad erbaut. Lange Jahre war es schon der Wunsch der Jugend. ein Bad zu besitzen. Wenn das nun errichtete Bad auch nicht alle Wünsche erfüllt hat, so gestattet es doch wenigstens für die nächste Zeit, daß die Jugend den Schwimmsport ausüben kann. käuber aus nächster Näve 102 Jahre alt urommuuftn Eschwege. Die älteste Einwohnerin der adt Eschwege, die Witwe Wilhelmine DaStaht Sch niel, konnte hren 102. Geburtstag feiern. Das Herz nicht auf dem rechten Fleck. Auf einer Farm in der Nähe von Buenos Airet ist vor kurzem ein Kalb auf die Welt gekome men, das sich von anderen Kälbern dadurch unterscheidet, daß sein Herz in der Kehle sitzt. Man kann also das Herz direkt im Hals schlagen fühlen. Die ganze Familie, aus der dieses Kalb stammt, scheint übrigens irgendwie verbogen zu sein. Vor einigen Jahren, als die Ende des Rückens. Jondern oben auf Rücken, also in der Mitte des Körpers hatte. Auch noch früher scheinen Anormalitäten in dieser Kuhfamilie vorgekommen zu sein. Leider fanden sie nicht die Beachtung, die zur Erforschung der mysteriösen Erbgesetze geführt hätte, die hier offenbar wirksam sind. Lichtspiele zur Reichskrone up Bimmmmmmmmmmmmmmmn bis einschließlich Donnerstag verlängert. Zweiräderige zur Reinigung des Gesichts und der Hände benutzen. Dr. Gaudlitz-Mandelkleie hat nicht nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sle ist auch von alters her ein bewährtos Schönheitsmittel! Sie ist sauerstoffhaltig und mocht Ihr Gesicht zügenskrische ßlütenrein! Bezugscheinfrei Streudose RM 0.90 Nachfülldose RM 0.45 erhältlich in allen einschlägigen Geschiften Tapeten, Farben, Lache Große Auswahl! Billige Preise! Heemunn Lchlf Straße der SA 15. Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Stempel liefert Buchdruckerei Haus Linner. Große Marktstraße 3—5. 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Zwar konnten die Schwerter während des ersten Spielabschnitts eine leichte Überlegenheit herausspielen, aber zu Erfolgen kam es nicht, da die Opherdicker Abwehr der ihr gestellten Aufgabe voll und ganz gewachsen war. Lediglich ein Selbsttor der Opherdicker brachte die VfLer zu einer billigen 1:0Führung. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Auch der zweite Spielabschnitt begann mit ansprechenden Kampfhandlungen auf beiden Seiten. Eine kurze Drangperiode der VfLer setzte ein, die schon alsbald zum Erfolge führte. Der Rechtsaußen Risse hatte die ihm gebotene Gelegenheit wahrgenommen und konnte durch wuchtigen Nachschuß eine 2:0Führung erzwingen. Mit aller Macht stemmten sich jetzt die Opherdicker gegen die Kampfkraft des Gegners an. Eine Schwächeperiode der Schwerter Hintermannschaft wußte der Gegner geschickt auszunutzen und brachte im weiteren Verlauf des Spieles zwei schöne Treffer an, die für den Schwerter Torhüter beide unhaltbar waren. Dadurch war der Ausgleich erzielt. Der unerbittliche Endkampf setzte ein. Beide Gegner drängten auf den Siegtreffer. Allmählich brach sich jedoch die ältere Spielerfahrung der VfLer Jugend Bahn. Die Opherdicker Abwehr konnte es nicht verhindern, daß der unermüdliche Schwerter Angriff noch kurz vor Toresschluß einen dritten Treffer anbrachte. Damit war der Sieg sichergestellt. Alle Anstrengungen der Opherdicker, noch im letzten Monent den Ausgleich herbeizuführen, scheiterten an der überaus wachsamen VfLer Hintermannschaft. Es blieb beim Stande von 3:2 für Schwerte, einem Ergebnis, das dem Spielverlauf durchaus entspricht. Jeder Spieler der VfLer Mannschaft tat voll und ganz seine Pflicht, den einen hervorheben, hieße den anderen zurückstellen. Beide Gegner zeigten eine Spielweise, die eines entscheidenden Endkampfes durchaus würdig ist. 1. Jug. SC Hennen— 2. Jug. VfL Schwerte 1:5 Einen unerwartet hohen 5:1=Sieg konnte BfLs 2. Jugend aus Hennen melden. Der Gastgeber kam keineswegs an die Spielweise des Gegners heran und mußte die Unterlegenheit teuer bezahlen. In gleichen Abständen konnten die Gäste fünfmal den Hennener Torwart bezwingen. Gute Stürmerleistungen brachten diesen schönen Erfolg. Der Mannschaft des Platzvereins blieb nur das Ehrentor überlassen. Jederzeit erfolgreiches Stürmerspiel entschied den Kampf. 2. Jug. Holzwickede— 1. Pimpfe Vfs Schwerte Den Jüngsten des VfL Schwerte stellte man eine 2. Jugendmannschaft gegenüber. Wie erwartet, blieb die körperliche Spielweise Sieger, so daß die kleinen VfLer mit zwei Toren im Rückstand blieben. Schöner Erfolg der Ergster Jugend 1. Jug. Letmathe 98— 1. Jug. Tus Ergste 114 Mit 4:1 konnte die Ergster Jugend ihren Gastgeber niederhalten. Wohl niemand hatte mit einem Siege der Ergster gerechnet. Die aufopfernde Kampfesweise der Ergster Abwehr trug den größten Teil zu diesem großen Erfolg bei. Alle noch so gut eingeleiteten Angriffe der Letmather Fünferreihe wurden ihre sichere Beute. Viermal mußte der Letmather Torwart hinter sich greifen, während man den Ergster Torhüter nur einmal bezwingen konnte. Das erfolgreichere Spiel lag in jedem Falle auf seiten der Gäste, so daß der erzielte Sieg als durchaus verdient zu bezeichnen ist. Jahn Werdohl in Schwerte Ein Aufstiegspiel von entscheidender Bedeutung Am kommenden Sonntag kommt die Schwerter Fußballgemeinde wiederum in den Genuß eines Fußball=Großkampfes, Der Meister der Lüdenscheider Gruppe stellt sich zum Aufstiegspiel den Schwerter BfLern gegenüber. Bekanntlich brachte das Vorspiel in Werdohl eine gerechte Punkteteilung, so daß man mit Recht auf den Ausgang dieser zweiten Begegnung gespannt sein kann. Brötchen im Gasthaus. In der neuen Backwaren=Marktordnung sind auch Preisvorschriften für Kleingebäck in Gaststätten enthalten. Danach darf der Verbraucherpreis der Brötchen, Semmeln, Knüppel, Weck usw. für das Einzelstück, soweit es sich um einen vollen Pfennigbetrag handelt, nur um einen Pfennig erhöht und, soweit es sich um Bruchteile eines Pfennigs handelt, auf den vollen Pfennigbetrag nach oben aufgerundet werden. Bestellt sich also zum Beispiel der Gast zur Suppe ein Brötchen, das beim Bäcker 9 Pfg. kostet, so darf es ihm höchstens mit 4 Pfg. berechnet werden, kostet es beim Bäcker 3,5 Pfg., so kann es ihm ebenfalls nur mit 4 Pfg. in Rechnung gestellt werden. Unbestrichene und unbelegte Brotschnitten dürfen nur zu dem gleichen Preis abgegeben werden, der für die entsprechende Menge Kleingebäck zu berechnen ist. für Hitze= und Staubarbeiter Berlin, 15. Juli. Durch Vermittlung der Deutschen Arbeitsfront sind, wie der Reichsernährungsminister in einem Erlaß mitteilt, beschränkte Mengen von echtem Tee für Hitze=Arbeiter in industriellen und gewerblichen Betrieben zur Verfügung gestellt worden. Diese Teemengen sind für solche Arbeiter bestimmt, die dauernd an heißen Arbeitsstellen tätig sind. Der Tee ist in Tablettenform gebracht. Neben dieser Belieferung wird für die Herstellung der Heißgetränke auch deutscher Tee in Frage kommen. Soweit Tee nicht genügend zur Verfügung steht, muß der Bedarf durch Kaffee=Ersatzmittel gedeckt werden. Es kommen hierbei neben den Arbeitern an heißen Arbeitsplätzen namentlich in der warmen Jahreszeit auch Arbeiter an Arbeitsstätten mit besonders starker Staubentwicklung oder sonstiger starker Verunreinigung der Luft in Frage. Die Ernährungsämter werden ermächtigt, im Bedarfsfalle Kaffee=Ersatzmittel für solche Hitzeund Staubarbeiter zur Verfügung zu stellen. Anträge von Betrieben auf Sonderzuweisungen werden im Einvernehmen mit der Gewerbeaufsicht geprüft. Soweit entrahmte Frischmilch zur Verfügung steht, wird sie als Zusatz für die Heißgetränke empfohlen. statt Nährmittel für Mütter Berlin, Juli. Werdende Mütter, Wöchnerinnen und stillende Mütter erhalten nach den geltenden Bestimmungen neben einem halben Liter Vollmilch 150 Gramm Nährmittel täglich. Diese Menge an Nährmitteln ist so reichlich, daß sie vielfach über den Bedarf hinausgeht. Andererseits sind wiederholt Wünsche geaußert worden, den Müttern statt eines Teiles der Nährmittel eine beschränkte Zulage von anderen hochwertigen Nahrungsmitteln zu geben. Der Reichsernahrungsminister hat daher jetzt angeordnet, daß werdenden Müttern vom siebten Monat der Schwangerschaft an, Wöchnerinnen und stillenden Müttern für die ersten sechs Wochen nach der Niederkunft an Stelle eines Teites der ihnen zustehenden Nährmittel 125 Gramm Butter wochentlich zusätzlich bewilligt werden. Zum Ausgleich sind 50 Gramm Nährmittel täglich, also 350 Gramm wöchentlich, abzuziehen. Die Blutspenderzulagen werden dahin geändert, daß Blutspender jeweils für zwei Wochen nach der Blutentnahme wöchentlich 250 Gramm Fleisch und 100 Gramm Nährmittel zusätzlich erhalten, sofern sie mindestens 200 Kubikzentimeter Blut gespendet haben. Furchtbare Familientragödie Seine Frau und drei Kinder getötet— Selbstmordversuch des Täters Hilfarth, 15. Juli. In Hilfarth spielte sich am Sonntagmorgen eine furchtbare Familientragödie ab. Ein 40jähriger Stuhlflechter tötete seine Frau und seine drei unmündigen Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren. Dann versuchte er Selbstmord, indem er sich die Pulsadern aufschnitt. Der Mann, der dem Krankenhaus in Erkelenz zugeführt wurde, gibt an, die Tat im Einverständnis mit seiner Frau begangen zu haben. Die Gründe zu diesem furchtbaren Schritt sind noch nicht bekannt. Wie Reuter aus London meldet, bedauert die Admiralität, mitteilen zu müssen, daß das britische U=Boot„Shark“ seit geraumer Zeit überfällig ist und als verloren angesehen werJapanische Truppen nahmen am 10. Juli Peikwang, eine Grenzstadt 20 Kilometer nordwestlich von Fengschang, ein. Mit der BeEstziamafeischesg sind die Versorgungswege Sangkaischeks durch Französisch=Indochina vollstandig abgeschnitten. nnie Willoreaten? Wir alle wissen, daß Deutschland und Italien heute einen Krieg führen, der zugleich eine unvermeidliche Auseinandersetzung zwischen zwei Weltanschauungen bedeutet. Auf der einen Seite die nationalsozialistischen bzw. faschistischen Ideale der jungen aufstrebenden Völker, auf der anderen die Plutokratien. Das Wort„Plutokratie“ stammt aus dem Griechischen„plutos"= Reichtum und heißt zu deutsch„Die Herrschaft des Geldes". Diese Geldherrschaft ist beheimatet in den Ländern der Hochfinanz, in denen die Juden die Börse und damit die Geschäfte regieren, so also vor allem bei unseren jetzigen Gegnern. Das Wirken dieser Plutokraten, deren Auslese sich allein nach dem Umfang ihres Geldsaßes vollzog und sich in bevorzugter WahlGeldsackes vollzog und sich in bevorzugter Wahlberechtigung und in Bestechungen auswirkte, war für ihre Völker verheerend. Während sich eine kleine, oft winzige Oberschicht mästete, skrupellos Geschäfte machte und in der Politik in kriegstreiberischer und profitsüchtiger Absicht die Hände im Spiele hatte, war es ihr vollkommen gleichgültig, ob gleichzeitig die breite Masse notdürftig ihr Leben fristete. Das größte Geschäft aber war der Krieg; da konnte nicht nur das eigene Volk verbluten, sondern man überantwortete auch skrupellos und mit zynischer Genugtuung andere Völker dem Verderben, wenn man selbst nur hoffen konnte, daß es sich„lohnte". Man selbst spürte ja auch keine Not bei Kaviar, Dreiersetzei mit Bacon und ähnlichen Genüssen. Man verdiente und wußte, daß, wenn die Situation wirklich einmal brenzlig werden würde, man noch immer in der Lage war, sich rechtzeitig nicht nur„französisch“, sondern auch„englisch erfolgreich zurückzuziehen“. Für Geldsäcke, Schmarotzer und Marodeure, für vaterlandslose Gesellen und sonstige Gesinnungslumpen oder gar Kriegsverbrecher ist heute aber kein Platz mehr in einem neugeordneten und befriedeten Europa— ihr Spiel ist ausgespielt! Erstattung bei Fliegeralarm Berlin, 9. Juli. Der Reichsarbeitsminister hat in einem Erlaß vom 19. Juni 1940 die Erstattung des Lohnausfalles bei Fliegeralarm geregelt. Danach erstatteten die Arbeitsämter den Unternehmern die Vergütungen, die den Arbeitern zum Ausgleich des Lohnausfalles bei Fliegeralarm gewährt worden sind, und zwar bis zu 90 v. H. dieses Lohnausfalles. Die Regelung gilt in gleicher Weise auch für die Lohnausfälle, die durch Schußalarm eingetreten sind. Oeffentlichen Verwaltungen oder Betrieben wird für die von ihnen anlaßlich des Lohnausfalles gewährten Vergütungen vom Arbeitsamt keine Erstattung gewährt. Der Erstattungsantrag ist beim Arbeitsamt zu stellen. Der Erlaß ist mit Wirkung vom 10. Mai 1940 in Kraft getreten; er wird im Reichsarbeitsblatt 1940 Nr. 19 veröffentlicht. In wenigen Zeilen Die Stadt Deuizli in Südwest=Anatolien hat durch Wolkenbrüche schwer gelitten. Ueber 20 Häuser sind in verschiedenen Dörfern eingestürzt. Bisher wurden zehn Tote und über zwanzig Verletzte gemeldet. Ueberschwemmungen der Flüsse und Bäche vernichteten auf vieien Feldern die Ernte und richteten großen Schaden unter dem Vieh an. Wie aus Vichy gemeldet wird, hat Marschall Petain den stellvertretenden Generalsekretär des Allgemeinen Gewerkschaftsverbandes, Belin, zum Minister und Staatssekretär für industrielle Produktion und Arbeit ernannt. Die Zahl der japanischen Bevölkerung in Nordchina hat seit Ausbruch des ChinaKonfliktes rasch zugenommen. Vor dem Kriege lebten dort nur 42000 japanische Staatsbürger. Gegenwärtig beläuft sich die Zahl der Japaner nach einer kürzlich von den Behörden vorgenommenen Zählung auf 302000. Von Sidonie Judeich=Mierswa Roman einer Ehe Reheber=Lochteschuh drei Knellen=Verlog, Konigebrick 19. Kapitel. Schlimmer als draußen das Ringen mit dem Tode, dessen kalte Hand sich schon zum zweiten Maie nach ihm ausgestreckt hatte, empfand Jens Gasteiner das, was er jetzt mit seinem jungen Weibe erlebte. Wie eine Wahnsinnige gebärdete sie sich, als sie erfuhr, was geschehen war. Daß er, ihr Mann, dem Tode entronnen war, schien sie kaum zu berühren. Aber Bodo— tot? Ertrunken bei dem Rettungswerk, das konnte sie nicht fassen, nicht begreifen. Sie weinte, tobte, warf sich im Übermaß ihres zügellosen Schmerzes auf die Erde und fluchte Gott, daß er ihr dieses angetan hatte. Auf nichts hörte und reagierte sie, was Jens zu ihr sprach. Sie stieß nach ihm, als er sie aufhob und tröstend, obgleich sein Herz aus tausend Wunden blutete, in die Arme nehmen wollte. Sie schrie ihm entgegen, er solle fortgehen, sie könne ihn nicht mehr sehen, sie hasse ihn, denn er sei schuld am Tode ihres Bodos. Und als Jens Miene machte, aus dem Zimmer zu gehen, stürzte sie ihm nach, klammerte sich an ihn und bat und flehte, er solle ihr alles sagen und erzählen, sie wolle alles, alles genau wissen, wie es gewesen war. In fieberhafter Hast überstürzten sich ihre Fragen, und jeder Beantwortung folgten neue Schmerzensausbrüche. Weinkrämpfe schuttelten ihren Körper, sie riß sich die Sachen vom Leibe und lachte gellend auf. Mit irren Augen blickte sie um sich. Nur mit unendlicher Mühe und sanfter Gewalt konnte sie Jens bewegen, daß sie sich hinlegte. Dauernd wollte sie aufspringen und hinauslaufen ane Meer.„Ich muß ihn suchen, wenn ich ihn rufe, kommt er bestimmt zurück. Sieh mich nicht an, Jens, du— du kannst das ja alles gar nicht verstehen— was ich jetzt leide.“ Immer beängstigendere Form nahm Evas Toben an. Zuletzt wußte sich Jens keinen Rat mehr und ließ den Arzt holen. Der kam. Sein Erscheinen wirkte für ein paar Augenblicke wie lähmend auf Eva, dann begann ihr Klagen und Jammern von neuem. Nach vieler Mühe endlich hörte sie auf das, was der Arzt ihr sagte. Sehr ruhig, aber ernst und nachdrücklich sprach er auf sie ein, und es wirkte. Ohne sich zu wehren, nahm sie das Beruhigungsmittel, das er ihr gab. „Ja, ja, ich will schlafen, will alles, alles vergessen“. murmelte sie und schloß die Augen. Rach einer Weile war sie eingeschlummert, aber es schien, als ob schreckhafte Bilder sie quälten. Sie stöhnte und wimmerte leise, und Tränen rannen unter den geschlossenen Augenlidern hervor und netzten das Kissen. Regungslos stand Jens Gasteiner am Fuße des Bettes und starrte mit grauem, verfallenem Gesicht auf die Schlafende nieder. Frost schüttelte ihn, und die Glieder waren schwer wie Blei. Nur ganz rasch hatte er bei seiner Heimkehr die nassen Sachen sich vom Körper gerissen, einen anderen Anzug angezogen und war zu Eva geeilt, um ihr die Schreckenskunde zu bringen. Daß sie eine so furchtbare, sein ganzes Glück mit einem Schlage zertrümmernde Wirkung haben würde, das hatte er nicht geahnt. Ein Wissen war in ihm, das entsetzlich war. Tiefer und tiefer beugte sich seine Gestalt, als trüge sie eine Zentnerlast auf den Schultern. Eine Hand legte sich auf seinen Arm. Der Arzt hatte sich erhoben, war zu ihm getreten. Den verzweifelten, leidvollen Ausdruck dieses zuckenden Männergesichts glaubte er richtig zu deuten. „Sie brauchen sich nicht so zu sorgen, Herr Gasteiner. Diese von dem jähen Schrecken hervorgerufene augenblickliche Sinnesverwirrung ist nur vorübergehend, wird keinen Bestand haben. Bei sehr leidenschaftlichen und sensiblen Menschen— und zu diesen gehört Frau Gasteiner ganz bestimmt— kommen solche nervöse, hysterische Anfälle im Erregungszustande vor. Sie gehen jedoch ohne Schädigung der Gesundheit wieder vorüber. Ich versichere es Ihnen“, fügte er noch hinzu, da er keine Antwort als nur ein kaum merkliches Kopfnicken bekam. Dann reichte er Jens Gasteiner die Hand. „Ich darf Ihnen auch mein Beileid zu dem so überaus tragischen Tode Ihres Herrn Schwagers aussprechen. Man bringt Ihrer Familie in allen Kreisen hier, soweit es bekannt ist, die größte Anteilnahme entgegen. Ihre Frau Gemahlin hat den Toten wohl sehr liebgehabt?“ „Ja...“ Wie ein Aufschrei brach das Wort von den Lippen Jens Gasteiners. Er beschattete sein Gesicht mit der Hand, die anteilnehmenden Blicke dieses fremden Mannes zwangen ihn hierzu. Halblaut, kaum verständlich, als spräche er zu sich selbst, sagte er nach einer Pause: „Das Bewußtsein, daß man sein Leben dem Tode eines anderen Menschen verdankt, ist schrecklich— kaum erträglich und besonders dann“— er verstummte und dachte nur den Satz zu Ende—,„wenn dieser Mensch einem alles geraubt hat— Glück und Ehre." „Nehmen Sie es als das Walten des Schicksals. In Unabänderliches muß man sich fügen.“ „Sie haben recht, Doktor. Und nun lassen Sie sich danken, daß Sie so rasch kamen und der Unglücklichen dort“— er vermag nicht zu sagen„meiner Frau“— „wenigstens für eine kurze Zeit Ruhe gebracht haben.“ Nun gab er dem Arzt die Hand. Der hielt die heißen, zuckenden Finger fest und sah Jens Gasteiner ernst an. „Jetzt ist es aber meine Pflicht, Ihnen zu sagen, daß es die höchste Zeit ist, daß Sie an sich selbst denken, sonst klappen Sie am Ende selber zusammen. Was Sie für körperliche Strapazen und seelische Erregungen in den letzten Stunden durchgemacht haben, genügt völlig dazu. Sie können sich ruhig zurückziehen, denn ich bleibe hier, muß es auch tun für den Fall, daß sich der Anfall bei Ihrer Frau Gemahlin wiederholen sollte.“ Und Jens fügte sich. Er war ja so fertig mit seinen Kräften und so todmüde an Leib und Seele. Er fieberte förmlich nach einem Alleinsein. Langsam, mit schweren Schritten ging er hinüber in sein Zimmer, das jenseits des Korridors lag. Es war ihm aber unmöglich, sich niederzulegen. Ruhelos rannte er hin und her. All das Fürchterliche, was ihm dieser Tag gebracht, stürmte nun erneut auf ihn ein. Alles sah und erlebte er noch einmal im Geiste, aller Schrecken, alle Todesangst waren nichts gegen das eine. Nicht nur der sinnlose Schmerz über Bodos Tod, sondern Evas eigene Worte hatten es ihm verraten, daß sie ihn belogen und betrogen hatte. Jetzt, da er allein war, fiel alle Beherrschung von Jens ab. Aufschluchzend verbarg er das Gesicht in seinen Händen. Schmerz, Zorn, Empörung schüttelten ihn und steigerten sich zu einer haßerfüllten Verachtung gegen die Treulose. Einen klaren Gedanken zu fassen, war ihm unmöglich. Plötzlich blieb er stehen, sein Auge war auf etwas gefallen, was er in seiner Aufregung noch gar nicht bemerkt hatte— da, da— auf dem Diwan lag etwas — etwas, dessen Anblick ihm von neuem das Blut siedend heiß ins Gesicht trieb: Bodos Jacke und Mantel lagen dort. Irgend jemand mußte die Sachen, während er stundenlang drüben weilte, um Eva zu beruhigen, herein in sein Zimmer gebracht haben in der irrigen Annahme, daß sie ihm gehören. Er trat näher. Ein kalter Schauer ging über seinen Rücken. Er riß die Sachen vom Diwan, warf sie zur Erde. Fort, fort damit. Er wollte nichts sehen, wollte nicht daran erinnert werden, daß der, dem sie gehörten, sein junges Leben für seine Rettung dahingab. Danken müßte er ihm dafür, und er fühlte nur brennenden Haß in sich. Er wandte sich ab, da stößt sein Fuß an etwas. Es war die Brieftasche Bodos. Sie war aus der Jackentasche gefallen, lag aufgeschlagen zu seinen Füßen. Ein Bild war daraus entglitten. Es lag mit der Rückseite nach oben. Obgleich er es mit positiver Gewißheit wußte, wen es darstellte, bückte er sich danach, hob es mit zitternder Hand auf und drehte es um. Ein heiserer Schrei entrang sich seiner Kehle. Er taumelte zurück. Als habe er in glühendes Feuer gefaßt, schleuderte er das Bild von sich. Es war die Fotografie einer völlig nackten Frau! Und diese Frau trug seinen Namen, war die Mutter seines Kindes! Schon am nächsten Tage verließ Jens Gasteiner Cranz, ohne Eva noch einmal gesprochen oder gesehen zu haben. Vor seiner Abreise war er in später Abendstunde noch einmal bei Frau Hilde Weber gewesen und hatte eine lange ernste Unterredung mit ihr gehabt. Frau Hilde kam, als Jens Gasteiner ihr gemeldet wurde, gerade aus dem Zimmer von Claus. Sie hatte noch einmal nach ihm sehen wollen. Der arme junge Mensch war so fassungslos und verstört. Es war kein vernünftiges Wort aus ihm herauszubringen. Jetzt hatte er endlich Ruhe gefunden und war eingeschlafen. Der jähe Tod ihres jungen, lebensfrischen Reffen, der ihr kaum geschenkt, jetzt wieder entrissen worden war, hatte Frau Weber auf das tiefste erschüttert. Noch ganz benommen von diesem plötzlichen Unglück, trat sie Jens Gasteiner entgegen und reichte ihm stumm die Hand. Er neigte sich wortlos darüber und küßte sie. Dann murmelte er irgendein paar Worte, die ihr wohl sein Beileid zum Tode des Neffen aussprachen, die aber völlig unverstandlich waren. Und sie sagte ihm etwas von einer wunderbaren Fügung Gottes, daß er noch lebe. „Vielleicht wäre es besser gewesen, gnädige Frau, Bodo lebte und ich wäre tot. Mir wäre das Schlimmste erspart geblieben, und— zwei Menschen wären wahrscheinlich glücklich geworden.“ „Herr Gasteiner— ich verstehe nicht——“ Sie sah in ein leidgefurchtes, zuckendes Männergesicht. Ahnend stieg ihr ein Wissen auf, das sie mit Schrecken erfüllte. Eva— Bodo—? Ein in seiner Liebe getäuschter und in seiner Ehre auf das tiefste gekränkter Mensch saß vor ihr. Sie verstand und sie begriff, was ihn jetzt forttrieb von hier, von der Frau, die ihm dieses angetan hatte „Ich komme, gnädige Frau, um Sie zu bitten, an meiner Stelle hier alles zu regeln, was noch zu regeln ist— ich meine, wenn man ihn findet—, die Bestattung des Toten und so weiter. Bestimmen Sie alles wie Sie es für gut und richtig halten. Diese Summe — er reichte ihr einen verschlossenen Briefumschlag— „übermitteln Sie bitte dem alten Mertens und seiner Leuten, die sich redlich bei den Rettungsarbeiten ge müht haben."(Fortsetzung folgt.)