Die„Schwerter Zeitung“ erscheim wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchenel. es##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. J4 2.—(einschl. 28.2 N### Zeitungsgebühr und 0.44 N### Postverpackungsge bühr) znzügl. 36 Nr# Bestellgeld. Einzelnmmmer 10 R##. Druck u. Verlag: Haus Linner vorm. Carl Braus, Schwerte Seichstetel, Gr. Matich. 1 krm. 3279— Hetiszeck: Daunun) 22. 8 Hchwerter Beimalblatt. Tageblalt für die Dtadt Hehwerte, die Amter Westhosen9 Ergste. Einzige in Hchwerte gedruckte Tageszeilung * Schwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit,# N## Jamilien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 N## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 F.e Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergesehz. Berriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspeuch auf Schadenersaz oder Nachlieserung erhoben werden.— Ferar. 2770 Nr. 21 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, 25. Januar 1940 72. Jahrgang Neiser schwirer Schlag für die Engländer- Britische Romiralitäl giot den Verlast Se wcening i erescrne ie dasie cse es chaiche esten 255. 5 hr Snan bn 2 925 een dr he c shsches c east ae ecmteancd buatz be. zue bech. V#m eh gr 9. e 6c ### Scc eih en ee A ####e ererrdie Geestich. der eche eceche scerherache ## ct se..## che. Berlin, 24. Jan. Das OKW gibt beder Nordsee wurde der britische Berstörer„Exmouth“ vernichtet. Soust keine besenderen Ereignisse. Der in der Nordsce vernichtete britische Zerstörer„Exmouth“ ist ein Flottillen= führer und von gleicher Bauart wie der vor wenigen Tagen versenkte Flottillenführer „Grenville“. Der Zerstörer, der eine Geschwindigkeit von 36 Seemeilen erreicht, hat als Bewaffnung acht Torpedorohre, fünf 12=em=Geschütze und sieben Maschinenge. wehre. Die Länge beträgt jan Meter, die Breite 19.4 Meter. Die Besatzung, die 175 Mann stark ist, ist allem Anschein nach in voller Stärke zusammen mit dem Zerstörer untergegangen. Der Zerstörer, der im Jahre 1934 erbant wurde. iN 1475 Tannen groß. „Keiner am Leven geblieben“. Bedauern zur Vernichtung des Zerstörers„Exmouth“ Lonvon, 24. Jan. Zu der bereits gemeldeten Versenkung des Zerstörers„Exmoutb“ erklärt die britische Admiralität:„Der Marine= minister bedauert mitteilen zu müssen, daß SM.„Ermouth“(Kapitän Wenson) versenkt worden ist. Es ist zu befürchten, daß von der Mannschaft keiner am Leben geblieben ist. Die nächsten Anverwandten sind unterrichtet worden. Die„Exmouth“ ist ein Flottillenführer von 1475 Tonnen, wurde in Portsmouth gebaut und 1935 in Dienst gestellt. Das Schiff hatte fünf 12=cm=Geschütze, sechs kleinere Geschütze und acht Tornedo=Ausstoßrohre. Norwegischer 4000=Tonnen=Dampfer„Sydfold“. gefanken Oslo, 24. Jan. Der 4000=Tonnen=Dampfer „Sydfold“ aus Haugesund ist an der schottischen Küste gesunken. 19 Mitglieder der Besatzung sind von einem anderen norwegischen Dampfer gerettet worden. Fünf Seeleute werden vermißt. An der Todesküste gesunken Zwei norwegische und ein britischer Dampfer Amsterdam. 24. Jan. Der norwegische Dampder„Mauritia“(1570 BRT) muß als verloren gelten. Zwei Matrosen wurden von einem englischen Kriegsschiff in einem Rettungsboot tot aufgesunden. Der norwegische Dampfer„Pluto“(1598 BRT), der in Haugesund beheimatet ist. und der in London beheimatete britische Dampfer „Baltanglia“(1523 BRT) sind an der Nordwestküste auf Minen gelaufen und gesunken. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die 22 Mann starke Besatzung des Dampfers„Pluto“ und die 27köpfige Besatzung des englischen Schiffes„Baltangkia“ konnten in ihren Rettungsbooten ein Fischerdorf erreichen. Angeheure Erpressung Heuer griechischer Seeleute widerrechtlich zurückgehalten Amsterdam, 24. Jan. Wie bereits bekanntgeworden ist, weigert sich England hartnäckig, die griechischen Guthaben in Höhe von 2% Millionen englischen Pfund, die aus den in Pfundwährung abgeschlossenen Löhnen für griechische Seeleute aufgelaufen sind, zu transferieren. Diese Haltung Englands stellt nichts anderes als eine ungeheure Erpressung an Griechenland dar, denn diese Guthaben die nach griechischen Berechnungen bis zum Ablauf des griechischen Finanzjahres am 31. März 1940 sogar auf fünf Millionen Pfund aufgelaufen sein werden, werden von der griechischen Regierung dringend als zusätzliche Devisendeckung für die Drachme benötigt, um auf diese Weise Getreide für die Ernäheung des griechischen Volkes kaufen zu können. Das griechische Volk müßte also geeadezu hungern, wenn England bei seiner brutalen Weigerung bleibt. Abgesehen davon, ist das Geld zum Unterhalt der Frauen und Kinder der griechischen Seeleute, die es mit großer Mühe und Gefahr verdienen müssen, bestimmt. Englands Plutokratenelique scheut sich also nicht, sich an den Notgroschen. neutraler Frauen und Kinder zu mästen. England pfeist auf den Protest Japans Schon wieder ein japanisches Schiff durchsucht- Oringende Konferenz im Außenministerium Tokio, 24. Jan. Obwohl die gewaltsame Durchsuchung des japanischen Dampfers „Asama Maru“ und die Verhaftung der deutschen Passagiere in ganz Japan einen Entrüstungssturm ausgelöst hat, obwohl die gesamte japanische Presse die Engländer vor einer Wiederholung einer solchen Brüskierung warnte und sogar das Außenamt dem britischen Botschafter einen scharsen Protest überreichte, hielt jetzt schon wieder ein englischer Zerstörer in der Nähe von Honolulu einen japanischen Dampser an. Es handelt sich um den Dampfer„Tatsata Maru“, der streng durchsucht wurde. Die Frage des japanischen Kapitäns nach Namen und Nationalitöt des Kriegsschiffes blieb wieder unbeantwortet. Die Blatter in Tokio verurceilen in scharster Weise den neuen Gewaltakt Großbritanniens. In Ueberschriften wie„Ueberfall auf die Tatsata Maru“ und„Neue englische Gewalttat an einem japanischen Dampfer“ kommt die Entrüstung zum Ausdruck Sofort nach Eintreffen der Nachricht von der Durchsuchung wurde im japanischen Außenamt eine dringende Konserenz mit den Vertretern der Wehrmacht einberufen. Wie die Agentur Domei berichtet verlautet in Kreisen des Außenministeriums, daß das Verhalten Englands trotz der ernsten Warnung als eine unglaubliche Mißachtung Japans empfunden wird, die nicht ohne Folgen bleiben wird. Die antibritische Bewegung nimmt erneut stark zu. Am Mittwoch haben weitere vaterlänVerbinde dem Premierminister„Yonai und dem britischen Botschafter Entschließungen überreicht. „Piraterie vor Tokios Japanische Protestbewegung gegen englische Seeräubereien Tokio, 24. Jan. Die dreiste und heraus. fordernde englische Aktion gegen das japanische Motorschiff„Asama Maru“, die von der Presse als„Piraterie vor den Toren Tokios“ tressend gekennzeichnet wird, wirkt sich immer stärker auf die Stimmung des fapanischen Volkes aus. Immer neue Entschließungen von Parteien und Verbänden die Ankündigung von Massenversammlungen sowie häufige Besprechungen innerhalb des japanischen Kabinetts lassen erkennen daß Japan offenbarentschlossen ist, seinem Protest gegenüber England auf jeden Fall Anerkennung zu verschaffen. Außenminister Arita hat den britischen Botschafter Craigie zu sich gerufen und ihm erklärt, daß Japan Maßnahmen zur Selbstverteidigung treffen werde, um weitere Zwischenfälle zu verhindern, falls die von Amerika zu erwartenden sapanischen Dampfer nochmals illegalen Aktionen ausgesetzt würden. Arita betonte weiter, daß ernste Auswirkungen auf die japanisch=englischen Beziehungen nicht ausbleiben könnten. Außenminister Arita, der den britischen Botschafter Craigie erneut in das Auswärtige Amt gebeten hatte, erhob bei ihm weitere Vorstellungen wegen des„Asama Maru“Zwischenkalles. Er nahm dabei auf den Protest des Vizeaußenministers Tani Bezug. In einer Unterredung von einer halben Stunde legte Arita den sapanischen Standpunkt klar und betonte, daß der Zwischenfall die javanische Nation sehr erregt habe Er ersuchte die britische Regierung um genaueste Beachtung des Protestes und warnte gleichzeitig vor einer Wiederholung. javanische Vizeaußenminister Tani hat, wie die Agentur Domei berichtet, dem britischen Botschafter in Tokio nabegeleat. England e blit ben beiler Asesnbtteten buich Bühr.„ In einer Auogabe der bolioianischen, Lagerzeitung„La Racion“, die ihren gesamten Nocheichter, umz, Frozeaperst, geschliebitch Nate Krauz bewege sic in Trakoxent: Iun Unterss, Pi,) vonn voiter. t/s4 Hen Verwandesen die erforderliche Hüse zu erleichtern. Diesea Ble is einmal mase Veweia süe de Keruelosen Fülschermeteden odon, b— Laisernastengngn dums belschich hanboilt an sch un ein ache in Oeighiuat viebeigsebene Bis un deuichen Lanbs uihrnd dn Verzggsicker, I. Leisat. To Su. Kierchete möge dir auf dem japanischen Dampfer„Asama Maru“ nölkerrechtswidrig gejangen genommenen 21 Deutschen freiwilligausliefern, da Japan sonst geewungen werde, offiziell die Auslieferung der Deutschen zu fordern. Auch der Direktor der Europäischen Abteilung des javanischen Außenamtes. Nishi. hatte wegen des Zwischenfalles„Asama Marn“ eine Aussprache mit dem britischen Botschaftsrat. Er verwies dabei auf die gewaltige Erregung, die der Fall in der japanischen Nation verursacht habe. Nishi ersuchte den britischen Botschaftsrat, dafür zu sorgen, daß weitere Aktionen gegen japanische Schiffe unterbleiben. Empörte Stimmung in ASA. Die„Times“ gibt rücksichtsloses Vorgehen der britischen Posträuber zu Den Haag, 24. Jan. Der Washingtoner Korrespondent der„Times“ siett sich verpflichtet. auf Wandlungen in der Stimmung der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen. Das rücksichtslose Vorgeben der britischen Kontrollbehörden bei der Untersuchung der amerikanischen Schiffe und die Beschlagnahme ämerikanischer Postsendungen hat, wie die„Times“ berichtet, in der amerikanischen Oeffentlichkeit eine scharfe Mißbilligung gefunden und große Verärgerung hervorgerufen. Der zweite Protestschritt der amerikaniichen Regierung verdiene unbedingt eine ernste Beachtung. Das Aide memoire, das die Washingtoner Regierung dem britischen Botschafter Lord Lothian überreicht habe und in dem die amerikanische Regierung gegen das britische Vorgehen Protest erhebt, soll nun. wie berichtet wird. in der amerikanischen Oessentlichkeit großes Aufsehen erregt haben, nicht allein wegen der scharfen Sprache der amerikanischen Note, sondern vor allem auch wegen der Dinge die deutlich spürbar zwischen den Zeilen zu lesen sind. Bei der Untersuchung amerikanischer Schiffe und amerikanischer Postsendungen seien die britischen Kontrollbehörden mit einer derirtigen Rücksichtslosigkeit vorgegangen, daß jetzt in weiten amerikanischen Kreisen eine empörte Stimmung um sich zu greifen beginne. Schuld britischer Posträuber Weihnachtspost mit fünf Wochen Verspätung in Norwegen eingetroffen Oslo, 24. Jan. Wie„Morgenposten“ meldet, ist in Norwegen soeben verspätete Weihnachtspost(!) aus Amerika eingetroffen. Die 70 Postsäcke umfassende Sendung trägt amerikanische Poststempel vom 4. bis 6 Dezember und kam also mit einer Verspätung von rund fünf Wochen an. Die für Norwegen bestimmten Postsäcke wurden aufgebracht und die einzelnen Briefe teilweise geöffnet.„Morgenposten" hat bei der hiesigen Postbehörde eine amtliche Verlautbarung über diesen unerhörten Vorfall nicht erhalten können. Es besteht aber nach der Meinung des Blattes kein Zweifel daran, daß die Post in England aufgebracht und geöffnet wurde. Nur negativer Eindruck Churchill nichts anderes als Lügen und un gewerten“ Moskau, 24. Jan. Die letzte Rundsunkrede Churchills hat in hiesigen politischen Kreisen einen überaus negativen Eindruck hervorgerufen Die unverschämten Bemerkungen. die Churchill an die Adresse der Sowjetunion richten zu müssen glaubte, werden allerdings hier nicht weiter beachtet und nur mit gebübrender Ironie abgesertigt. Man weist darauf hin, daß ja nichts als Lügen und Verleumdungen von Churchill zu erwarten seien, den man in Moskau von allen englischen Politikern zu allen Leiten immer am stärksten abgelehnt hat Große Aufmerksamkeit schenkt man jedoch den Drohungen Churchills gegen die Neuralen, um so mehr als diese Aeußerungen den Eindruck noch vertiefen, der bereits seit geraumer Zeit bezüglich der englischen Bestrebungen nach einer Erweiterung des ges besteht. In dem kurzen Londoner Bericht, den die„Prawda“, die nach den Staatsfeiertagen als einziges Blatt wieder erscheint, zur Churchill=Rede bringt, wird die Bedrohung der neutralen Staaten besonders hervorgehoben, ferner die frechen Forderungen Churchills, wonach die Nentralen auf Seiten des englisch=französischen Kriegsblocks treten sollen. Churchills Druck aufs Kabinett Der Marineminister vertrat die Auffassung der englischen Oeffentlichkeit Den Haag, 24. Jan. Der Amsterdamer„Telegraaf“ bemerkt zur Churchill=Rede, daß sie in der hreiten englischen Oeffentlichkeit und in der Presse weitgebend Unterstützung finde. Sogar das jührende Oppositionsblatt der„Dai·4 Herald“ tritt vorbehaltslos an die Seite Cburchills. Churchill hat zweifellos nicht allein eine isolierte Meinung vertreten, sondern war sich bewußt die Auffassung eines Teiles des Kabinetts und weiter Kreise der Oeffentlichkeit wiederzugeben. Mit seiner Rede hat Cburchill, wie sich jetzt immer eindentiger erweist, einen Druck auf. das Kabinekt ausgeübt und die noch zögernden und zandernden Kabinettsmitglieder vor die Wahl stellen wollen, sich für oder gegen den von ihm eingeschlagenen Kurs zu erklären. Hetzpresse klatscht Beifall Churchill=Rebe hat Paris begeistert Brüssel, 24. Jan. ChurchilIs Drohung an die Neutralen findet die volle Billigung der Pariser Presse. Seine Aufforderung an die Neutralen, schleunigst gemein ame Sache mit den Westmächten zu machen, wird begeistert begrüßt. Darin zeigt sich deutlich, daß die Aeußerungen Churchilis jediglich als Anftakt zu einem groß angelegten Einschüchterungs= und Erpressungsmanöver der Westmächte gegenüber den neutralen Mächten anzusehen sind. Sie benötigen, koste es, was es wolle, neue Bundesgenossen, die bereit sind, dem polnischen Beispiel zu solgen und ihr Blut und ihre Existenz für die Sacho der Westmächte einzusetzen. Wenn die deutsche These, daß die Westmächte mit allen Mitteln eine Erweiterung des Krieges anstreben, für besonders kritische neutrale Beobachter noch eines zusätzlichen Beweises bedurft hätte. so int dieser nunmehr durch die Churchill=Rede und das lante Beisailsgeschrei der Pariser Presse endgültig erbracht. Die Reaktion der meisten neutralen Staaten ist daher auch dementsprechend: man kann, ohne zu übertreiben, sagen, daß nunmehr die gesamte Weitöffentlichkeit sich derüber einig ist, wer den Frieden der Meutraten Kören will. Törichte Illusionen Verschlag, für den man den Poilu geradestehen läßt Amsterdam, 24. Jan. Der konservative Unterhaus=Abgeordnete und ehemalige Dominien= minister Amery sprach unlängst in London den lapidaren Satz aus, daß das rechte und vielleicht einzige Mittel. Deutschland zu beslegen, darin bestände, es„sofort zum Kampfzu zwingen.“ Der Wirtschaftskrieg allein werde Deutschland nie auf die Knie zwingen. Man solle sich keinen Illusionen hingeben, daß die Westmächte Deutschland jemals durch Hunger zur Uebergabe veranlassen könnten. Militärssche Angriffe auf Deutschland aber, so meint Amery nat, würden das Vertrauen der Deutschen zu Hitler erschüttern und das Leben in Deutschland derart in Unordnung bringen, daß dadurch gleich mehrere Siege auf dem Schlachtfelde aufgewogen würden. Im übrigen würde auch der Widerstandswille des britischen Volkes dadurch gestärkt. Das Beileid des Führers Berlin, 24. Januar. Der Führer hat dem Schweizer Bundespräsidenten durch den deutschen Gesandtes in Bern, Dr. Köcher, sein Beileid zum Tode von Bundesrat Motta übermitteln lassen. Der Führer sprach zur000 Ossizlerennwurtern Die Pflichten und Aufgaben des Oifiziers in der nationallozialistischen Wehrmacht Berlin, 24. Jan. Der Führer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht versammelte am Mittwoch Ofsiziersanwärter des Heeres und der Luftwafse im Sporttasast. die vor ihrer Beförderung zum Offizier stehen und nach Abschluß ihrer Ausbildung wieder zu ihren Fronttruppenteilen gehen. Der Führer sprach. ausgehend von Sinn und Lebensnotwendigkeit des Komufes unseres Volkes, von den Pflichten und Ausgaben des Offiziers in der nationalsozialistischen Wehrmacht. Am Gedenktage des Eroßen Kö. nies stellte der Führer Friedrich den Großen und seine Soldaten als Vorbild bester Soldatentugenden hin. An dem Appell nahmen auch die Junker der„=Verfügungstruppe teil. Die von den 7ag0 jungen Soldaten mit Begeisterung aufgenemmenen Worte des Führers ließ Generalfeldmarschafl Görina in einem nicht enden wollenden Sicaheil auf den Ersten Soldaten des Reiches ausklingen. Lebhafte Artillerietätigkeit an der karelischen Front Helsinki, 24. Jan. Die lebhafte Artillerietätigkeit an der karelischen Front wurde, wie der finnische Heeresbericht vom 23. Januar mitteilt, fortgesetzt. Ein Aufklärungsversuch der Russen zwischen Summa und Muolgjärvi soll abgewiesen worden sein. Vim Nordosten des Ladoga=Sees meiden die Finnen erfolgreiche Kämpfe. Das Artilleriefeuer bei Aittosoki und Ilomantsi dauert an. Russische Angriffe auf Aittosoki konnten abgewiesen werden. Von den anderen Abschnitten der Landfront werden keine besonderen Ereignisse gemeldet. Die Küstenbatterien der Seestreitkräfte sollen mit Erfolg russische Schiffe unter Feuer genommen haben. Im Laufe des 22. Januar waren wiederum Ivalo“Lappland) und einige andere Ortschaften russischen Flugangrissen ausgesetzt, die sich fonst auf das Kriegsoperationsgebiet an der larelischen Frnt und am Ladoga beschränkten. Die finnische Luftwaffe meldet Jagd= und Erkundungsflüge. Sechs rnisische Flugzeuge sollen abgeschossen worden sein. Der russische Heeresbericht Moskau, 24. Jan. Der Leningrader Heeresbericht vom 23. Januar meldet von den Frouten vor Uhtua und Revola Aufklärungstätigkeit. In dem Kampfgebiet von Petrosavodst herrschte Tätigkeit einiger Insanterieabteilungen. Auf der Karelischen Landenge waren Artilleriefener und Aufklärungstätigkeit zu verzeichnen. Die russische Luftwaffe hat Bombardierungs= und Erkundungsflüge durchgeführt. Ein Toter wird beschimpft Feige Haßausbrüche der englischen und frauzösischen Presse Berlin, 24. Jan. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit menschlichen Anstandes, am Grabe eines Toten den persönlichen Haß ganz schweigen zu lassen. Die Schmiersinken in den englischen und französischen Redaktionen kennen dieses Anstandsgefühl nicht. Was kann man auch von Juden und Judengenossen anderes erwarten? Sie haben in ihren Kommentaren zum Ableben des Vorsitzenden des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im amerikanischen Senat Senator Borah, unverhüllt ihr Frohlocken über seinen Tod zum Ausdruck gebracht. Daß Vorab den Herrschaften in Paris und London keine angenehme Erscheinung war, ist eine andere Sache. Man kann jemanden politisch ablehnen und doch Worte für ihn finden, die die selbstverständliche Grenze menschlichen Respektes vor der Majestät des Todes nicht überschreiten. Wir in Deutschland haben niemals behauptet, daß Borah ein Deutschenfreund war, aber wir haben in ihm einen Politiker geachtet. der ins Ueberzeugung ehrlich und aufrecht seine Ansicht vertrat und der sein ganzes Geige Srrirnmdung eurch Shurchin Be lische Seeleute strafen den Geesord Lägen Berlin, 24. Jan. Die englische Admiralität ist in letzter Zeit bemüht, die deutsche Seekriegführung als unritterlich, seige und grausam hinzustellen. Diese Taktik, seinen Gegner in den Augen Unbeteiligter herabzusetzen, wenn man ihm anders nicht beizukommen vermag, ist nichts Neues Wohl aber ist sie aufschlußreich, da sie in diesem Fall den Schluß nahelegt, daß der Umfang und die Beharrlichkeit der Schiffsversenkungen rund um Englands Küsten anfängt, Herrn Winston Churchill ernsthaft auf die Nerven zu fallen. Nachdem er erst kürzlich über die Versenkung „harmloser" bewaffneter Fischdampfer, die aber in Wirklichkeit im Dienste der Luftabwehr, im Minen= oder Vorvostendienst der britischen Kriegsmarine standen, Zeter und Mordio geschrien hat, bringt er jetzt eine neue Greuelmeldung heraus. Danach sollen ungefähr 300 Besatzungsmitglieder englischer, von einem deutschen Kriegsschiff versenkter Schiffe auf einem deutschen Hilfsdampfer unter Bedingungen untergebracht sein, die sich nur mit solchen aus den Tagen des Sklavenhandels vergleichen ließen. Die fragliche Erflärung der englischen Admiralität weiß genaue und daarstränbende. Einzelheiten über die Zustände an Bord dieses„schwimmenden Kon=entrationslagers“ zu geben. Wie anders aber vören sich im Vergleich zu diesen von W C. veranlaßten Hetmeldungen die Berichte an. die englische Seeleute von dem Verhalten deutscher Matrosen und Kommandanten geben! So sprachen sich erst kürzlich die nach England zurückgekehrten Kapitäne einiger anderer versenkter englischer Dampfer einmütig in der anerkennendsten Weise über das ritterliche Verhalten der Besatzung des deutschen Schiffes aus. Aehnsiche Aussagen durch die englischen Seelente kann man immer wieder in englischen Zeitungen lesen. Im Zusammenhang mit der obigen W.=C.=Verleumdung über die menschenunwürdige Behandlung englischer Matrosen als(efangene auf deutschen Schiffen ist aber der solgende Bericht eines einfachen Matrosen sehr bereichnend der sich im„Seatsman“ findet, und in dem es heißt: „U=Book=Besatzung überließ ihre Kojen geretteten. Seeleuten Die Mitglieder der Besatzung des deutschen U=Bootes, welches den Livervooler Damvfer„Darina“(1551 Tonnen) .. versenkte räumte ihre Zosen und schlief auf den bianken Stahlvkatten, damit die englischen Seeleute die Kosen haben konnten. Dies wurde von Mister George Carrol. dem zweiten Maat der„Darino", berichtet, der gestern von dem Landungsbafen an der Ostküste nach seiner Wohnung in Wavertree, Livervool, zurückkehrte.. Frierende Neger im Westen Bern, 24. Jan. Unter der außergewöhnlichen Kälte, von der auch Frankreich bis zu seinen Atlantik= und Mittelmeerküsten heimgesucht wird, leiden naturgemäß die aus den Kolonien herübergeholten schwarzen und andersLan#igen Truppen, die Frankreich„zur Verteidigung der Zivilisation“ eingesetzt hat, ganz besonders. Beklagten sich die Schwarzen schon im September und Oktober über die zu kalte Witterung und den ewigen Regen an der Maginotlinie, so sind jetzt, wo dort minus 24 Grad gemessen wurden und wo die offiziölen Frontberichtskommentare von fast finnischen Verhältnissen an der Rheinfront sprechen, die Beschwernisse der farbigen Truppen ne gröder geworden. Fragen an ASA. Die Lage nach dem Ablauf des japanischamerikanischen Handelsvertrages er Segte im Stadtsdevar such drei gragen vor. Aus die erüe. Schissabrisgebübren bringen weide. wirde ar du antwortet, der Ablaut des Vertrages bedinge an sich keine Aenderung. die weiteren Handelsbeziehungen würden jedoch, wie die amerikanische Regierung wiederholt betont habe, von den „Entwicklungen“ abhängen. Die zweite Frage war ob irgendeine Möglichkeit bestehe. durch einen Rotenaustansch den Stand der Handelsbeziehungen klarzulegen. Dies wurde vom Staatsdevartement mit dem Bemerken abgelehnt, daß die Frage zur Zeit nicht entschieden werden könne und wahrscheinlich Gegenstand der Besprechung bilden werde die in Tokio zwischen dem japanischen Auzenminister und dem amerikanischen Botschafter im Gange sei. Die dritte Frage bezog sich auf die Lage der japanischen Geschäftsleute in den Vereinigten Staaten. Es wurde geantwortet, ste hätten die Möglichkeit, als Bezucher für kurze Zeit zu Geschäfts= oder Vergnügungsjahrten zugelassen zu werden. Riesenfeuer in Antwerpen Fabrik und zwei Warenhäuser ausgebrannt Brüssel, 24. Jan. In Antwerpen brach in einer Fabrik Feuer aus, das sehr schnell auf zwei benachbarte Warenhäuser übergriff. Die Löscharbeiten der Feuerwehr wurden durch die Kälte sehr erschwert. Die Fabrik und die beiden Warenhäuser brannten völlig aus. Der Sachschaden in sehr betrüchtlich Leben hindurch Charakterstärke bewies. Denn schließlich war Byrab, ganz gleich aus welchem innerpolitischen Lager in Amerika er Kammte. eine weit über USA. hinaus bekannte Persönlichkeit. Wenn die französischen und englischen Kommentare über den„Löwen von Idaho“, wie man Vorab zn Lehreiten nannte, abföllig und gehässig urteilen, so ist die Stunde und Art einer solchen Kommentierung nicht nur eine Verunglimpfung des Senators der sich als Toter nicht zur Wehr setzen kann sondern zugleich auch eine Beschimpfung der Vereinigten Staaten. Plutokraten Zahlen beweisen, sagt man. So sollen sie auch unsere Behauptung, daß das sogenannte „freieste Volk der Welt“ von einer kleinen Clique beherrscht wird, die ihre Stellung nur dem Geldsack zu verdanken bat, erhärten. Geld ist alles in England. Für Ge'd kauft man sich den Adelstitel und Aemter, durch sein Geld hat man Anspruch auf bohe und höchste Regierungsstellen, das Geld öffnet den Weg in das englische Parlament. Sehen wir uns das engere Kriegskabinett in London daraufhin an, aus welchen Kreisen die Mitglieder stammen. Die gesamte Regierung zählt etwa 30 Mitglieder, davon sind 19 Adlige. Zwei. der Ministerpräsident Chamberlain und der Außenminister Hudson. kommen aus wirtschaftskanitalistischen Kreisen, einer ist Halbjude, und sieben Mitglieder auf unwichtigeren Posten gehören durchweg der englischen Oberschicht an Sehen wir uns das englische Parlament an. das sich heuchlerischerweise auch noch„Volksvertretung" nennt. Im August des Vorjahres veröffentlichte die englische Zeitschrift„Labour Resarch“ Anszüge aus dem Buch eines Enaländers unter der Ueberschrift:„Warum sie uns schlecht regieren“. Darin werden die Vermögensverhältnisse, die familiären und die geschäftlichen Querverbindungen von 219 Parlamentariern der Konservativen Partei, also der Regierungsvartei, untersucht. Das Ergebnis sieht etwa so aus: Zahlreiche Mitglieder der Regierungspartei sind in der englischen Rüstungsindustrie führend. 44 v. H. aller konservativen Parlamentsmitglieder sind Direktoren der verschiedensten Gesellschaften, hauptsächlich von Bänken und Zeitungsver'agen. Von insgesamt 775 leitenden Posten in der englischen Wirtschaft werden nicht weniger als 181 von Parlamentsmitgliedern der Regierungspartei bekleidet. Im englischen Narlament sind zwar nicht die 500 Millionen Wenschen vertreten, die das englische Imverium bilden, dafür aber Hunderte von Millionen des investierten Kapitals. Wie ist es nun möglich, daß fast ausschließlich Geldsäcke auf den Binken des Parlaments sich herumdrücken? Die Antwort ist sehr einfach. Parlamentskandidat kann nur werden, wer das nötige Geld dazu in der Tasche hat, denn er muß die Kosten des Wehlkampfes selbst tragen. Ist er nun gewählt. so bat er jährlich einen namhaften Retrag an die Varteikasse ab=uliefern. Das können sich eben nur die Reichen erlauben. Kommt einmal ein weniger Begüterter in das Par'ament, für den vielleicht die Parteikasse eingesprungen ist, dann hat er auf den Hinterbänken des Narlaments Nlatz zu nehmen. Die Liste der englischen Plutokraten ließe sich noch weiter fortführen. aber die Beschiase allein genügen scon, um das wahre Gesicht der englischen„Demokratie“ zu zeigen. Demokratie is das Aushängeschild und Plutokratie, das heißt die Herrschaft einer keinen. aber einflußreichen Kaste die die Geschiicke des englischen Volkes nach ihren Interessen lenkt, int die einzig berechtiate Breichnung für diese Clione, die den Krien inszeniert hat, mit dem das englische Rast nichte zu inn hat, es sei denn, das es die Lasten und die Blutopfer zu bringen hat. im Verkehr Berlin, 22. Jan. Um den gesteierten Anforderungen des Verkehrs zu genügen und eine weitgehende Ausnutzung der Verkehrsmittel zu ermöglichen dat der Reichsarbeitsminister angeordnet, daß männliche Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahre im Verkehrswesen. soweit die Arbeitszeit in einer Tarifordnung geregelt ist. über die in dei Arbeitsschutzverordnung vorgeschriebene tägliche Höchstardeitszeit hinaus bis zu den in der Tarifordnung festgelegten Grenzen beschäftigt werden dürfen. Die Bestimmung. daß den Gefolgschaftsmitgliedern nach Beendsgung der täglichen Arbeits=eit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 10 Stunden zu gewähren ist, bleibt unberührt. Unter starker Anteilnahme des In= und Auslandes fand am Dienstag die zweite öffentliche Verhandlung des Hamburger Brisenhoses A„eett Ulld Arsel. Häusliche Geselligkeit Die Pflege häuslicher Geselligkeit ist eine schöne Sitte, der bei unseren Vorjahren weit mehr gehuldigt wurde, als heutzutage, wo öfsentliche Tanzunstvarkeiten. Kinos, Theater usw. einen großen Teil der Menschheit in ihren Baun ziehen. Aber darüber darf man doch nicht das gemütliche Beisammensein von Freunden und Bekannten im hauslichen Kreise vernachtässigen, das noch durch Musizieren. Gesang, Spiel Es bedarf dazu unbedingt nicht eines besonderen Anlasses wie Namenstag. Gevurtstag u.w., nein er genügt, wenn man sich zwangkos vielleicht wöchentlich oder an vorher verabredeten Tagen bald bei diesem. bald bei jenem Bekannten trifft wobei natürlich das Aufkommen einer anregenden, ungezwungenen Unterhaltung die Vorbedingung dafür ist, daß sich jeder Gast kommt allerdings darauf an möglichst solche Gäste zusammenkommen zu lassen, deren Interessenkreis in gleicher Linie, vexigzit,.„Mußi: freunde finden allerdinge hete Anknüpfungspunkte, da der Deutsche fas durchwen iür dieses Dimenkind schwarmt wie auch humordegabte Menschen bei solchen Abenden ungemein vie zum guten Gelingen der Veronstaltung beitragen. Bei derartigen geselligen Zusammenküniten bedarf es weder besonderer Räume. noch sollte hinsichtlich der Bewirtung eine Ueberenglichkeit aufkommen. Einsach derb und Erziehungsaufgabe des Reichsarbeitstagung des„deutschen Handels“ in der de ohne wesentliche Unkonten kann sehr gut und gemütlich die leibliche Bewirtung geschehen, wobei möglicht jeder seinen Teil in natura beiträgt damit der Gastgeber mit seinem Kartensystem nicht in Unordnung kommt. Und die Gemütlichkeit kommt doch gerade durch die wirkliche Ungezwungenheit auf wenn die richtigen Geister sich zusammengefunden haben. Hat man einfache Leute zu Tisch, dann vermeide man erst recht jeden Ueberschwang und jedes Uebermaß. Ob dabei Wein Bier oder warmes Essen aufgetischt wird spielt eine untergeordnete Rolle über die das Fingerspitzengefühl der Hausfrau oder des Gastgeberd entscheidet Nicht schön wirkt es wenn aus den geselligen Abenden ein Saufgelage mit benevelten Köpfen sich entwickelt Anregend dagegen ist es wenn der gesellige Abend durch Einlagen von gesanglichen oder musikalischen Vorträgen der Hausmusik wie auch durch die Kunst durch fesselnde Gesellschaftsspiele untermischt ist. In der Bezeichnung„geselliger Abend“ liegt schon der Sinn derartiger Zusammenkünfte. zu denen man nicht zu viele Personen gleichzeitig eintaden sollte, damit sich auch alle an einer gemütlichen Unterhaktung beteiligen können: denn darauf kommt es ja gerade an, daß iich der Eingeladene wie zu Hause fühlt und der Gastgeber das Gessih) hat, seinen Gästen wirkliche Geselligkeit gobitt es haben. Sten. Auf der 2 Reichstagung der Gaufachabteilungswalter des Amtes„Der deutsche Handel“ sprach am Dienstagvormittag zunächst der Stellvertreter des Pg. Dr. Hupjauer. Schöttlet. vom Amt Soziale Selbstverwaltung der DAF. Ausgehend von der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939 schilderte er die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf die Kriegsverhältnisse dis in die Jetztzeit. Er betonte u. a., daß die sozialpolitischen Entwicklungen während des Krieges nicht stillstehen. Die enge Zusammenarbeit, die zwischen der Deutschen Arbeitsfront mit allen anderen Stellen. so vor allem mit der Organisation der gewerblichen Wirtschaft bestehe, soll auch in den Gauen durchgeführt werden. Ueber den Leisungskampf der Betriebe, der auch im Kriege durchgeführt wird. gab er bekannt, daß dieser in Zukunft enger mit dem Reichsberufswettkampf gekoppelt würde Bei der zu ünktigen Auszeichnung von Betrieben müsse namentlich davon ausgegangen werden, ob und wie der gesamte Betrieb gearbeitet habe. Dazu gehöre nicht nur die Leistung des Betriebsführers oder der Gesolgschaft sondern nur die gemeinsame Leistung beiden Teile. Im Anschluß daran nahm Pg. Bremhorst vom Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. dus Wort zu einem grundsätzlichen Vortrag über die Leistungssteigerung der deutschen Wirtschaft im allgemeinen und des deutschen Handels im besonderen. Er erinnerte an ein Wort Dr. Leys daß man die Menschen nur dadurch glücklich machen könne, daß man sie an den richtigen Platz stelle und für den richtigen Beruf ausbilden losse. Wenn dies in Deutschland geschehe, würde die natürliche Folge eine ungeheure Steigerung der Leistung sein. die von viel größerer Bedeutung sein würde. als die durch technische Maßnahmen erzietten Rationalisierungserfolge, die sich vor allem doch nur bei Großbetrieben, oder bei Betrieben der Eisen= Maschinen= usw. Industrie erzielen lassen würden.. 4 2499 Er gab davon Kenntnis, daß gegenwärtig bereits in einigen hundert Klassen mit rund 20000 Schülern in Bayern, dem Saarland und in Ostpreußen Versuche angestellt würden. bereits im Schüler die Fähigkeiten und Eignungen zu erkennen. An allen Volksschulen sollen in Kürze in Form des Bastelunterrichts diese Einjacharbeiten eingeführt werden Gerade im Kleinstbetrieb gehe die Leistungssteigerung ausschließlich nur zusammen mit dem persönlichen Einsatz. In einer Straße könnten 30 bis 10 Geschäfte liegen und trotzdem würden nur einige von diesen Geschaftsleuten vorwärts kommen Der Einzelhandel sei gewisser maten eine Brücke zwischen Erzeuger und Verbraucher. Entscheidend sei wie er diese Brücke bilde. Nicht die Anschaffung von Registrierkassen sei entscheidend sondern genau wie eine Brücke könne er nicht rationalisieren sondern müsse sich immer wieder von neuem bewähren Gegenwärtig stehe er in einer derartigen Bewährungsprobe. Täglich komme er mit Millionen von Kunden in Gespräche. Seine politische Aufgabe bestehe darin dafür zu sorgen daß er seine Kundschaft mn Ordnung halte Damit sei das Erziehungsproblem im Handel das vordringlichste, das es gebe. Durch diese Arbeit könne eine Leistungssteigerung erschlossen werden und diese müsse— wie alle anderen— in der Jetztzeit unter dem einzigen Motto stehen das deutsche Volk stark und immer stärker zu machen. Im Anschluß an diese Reserate sanden vormittags und nachmittags Arbeitsbesprechungen statt in denen die aus den einzelnen Gaugebieten vorliegenden Probleme behandelt wurden. Zum Schluß der Arbeitstagung erschien in Begleitung des Gauleiters Terboven des stellvertretenden Gauseiters Schletzmann Gaustabsleiters Fischer und Kreisleiters Hütgene Reichsorganisationsleiter Dr. Ley der die für die politische Ausrichtung des Handels verantwortlichen Amtsträger aufforderte, die Menschenbetreuung sorgjältiger denn ie vorzunehmen und vor allem nicht in wirtschaftlichen Dingen, sondern in der politischen Erziehung der Menschen den Angelpunkt der Arbeit zu sehen. Einmütige Zustimmung fand der aufrüt teinde Anpeik Dr Leys. nicht eher zu ruhen bis England besient sei Dieser kapitalistische Staat herrsche über die Schätze der Erde. nicht, weil er sie drauche sondern allein auch Deutschland müsse teilhaben an diesen Schätzen, um leben zu können. Eine susone steize Das deutsche Küstenrettungswerk 1939 ium Bode Siche Woite Kumn. Am Monlag in, wie schon turz gemeld#y in Berlin der Eisenindustrielle Otto Wolik, Inhabei der betannten Firma gleichen Namens in Koln, im Altei von 59 Jahren gestorben. Okto Wolf# enmammt einer alten Bonner Orgunisten samilie und trat in zungen Jahren in die Schrotthandetstitma N. Peizer Wwe. AG. Köln, ein. Im Johre 1904 gründete ei mit einem Teilhaber zusammen eine eigene Eisenhandetsfirma die sich sehr schnell auswarts entwickelte. Der wirkliche Ausschwung des Unternehmens setzte dann aleich nach dem Kriege ein Das linterneymen nahm auf zahlreiche Werte des rheinisch=westfölischen Industriebezirks Einfluß. So beteiligte sich Otto Wolfi bei der damaligen Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb. bei den Rheinischen Stahlwerken, bei der Rheinischen Metallwaaren= und Maschinenjabrik, bei den Stahlwerken van der Zypen. und später bei der Eisen= und Hüttenwerke AG. Bochum dem Eisenhüttenwerk Thale und der Rasselsteiner Eisenwerksgesellschaft AG. Neuwied Kernstück der Produktionsinteressen des sonst vorDie letzte produktionsmäßige Beteiligung wurde bei Stolberger Zink AG., Aachen eingegangen. Die wirtschaftliche Ausstrahlung des Kölner Unternehmens beschrankte sich jedoch nicht auf Beteiligungen. Es gingen vielmehr von dem Kölner Haus zahlreiche Impulse aus, die jenen großen Prozeß der finanziellen Neuordnung im rheinisch=westfälischen Industriebezirk in der Nachkriegszeit mitbestimmten. Seine große volkswirtschaftliche Bedeutung liegt darüber hinaus vor allem in dem ersolgreichen Ausbau von Auslandsbeziehungen, die sich in der Folgeeit für die deutsche Wirtschaft als sehr seuache: Kr Bremen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger schließt das 75. Jahr ihres segensreichen Wirkens wieder mit einem stolzen Erfolg. Dem mutigen opferbereiten Einsatz der freiwitligen Retter an den Küsten der Nord= und Ostsee gelang es im Jahre 1939. insgesamt 131 Schiffbrüchige der See zu entreißen Noch am vorletzten Tag des alten Jahres wurden unter wiederholtem schwierigem Anlauf in 12stündiger Rettungsfahrt bei stürmischem Nordwest. Schneetreiben grober Grundsee und hoher Brandung 32 Mann glücklich geborgen. Seit dem Jahre 1921 wurde im Berichtsjahr die döchste Zahl Geretteter verzeichnet. ein Beweis für die Tatkraft und den Wagemut der 1200 freiwilligen Retter an unserer Küste. die, beseelt von der Kraft einer großen Idee ihr Leben immer wieder einsetzen, aber auch eine Mahnung an alle Bolksgenossen dies unter der Schirmherrschaft des Führers stehende Werk dochherziger Nächstenliede nach Kräften weiterzufördern. 20 erfolgreiche und 28 vergebliche Rettungsfahrten des letzten Jahres zeigen den vielfachen und unermüdlichen Einsatz lassen aber auch erkennen. daß der Schutz des Menschentebens an deutscher Küste vor dem gierigen Zugriff der immer drohenden See den weiteren Ausdan der Rettungsmittel fordert. Der neue Auftrieb, den die Gesellschaft nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus erhalten hatte, hatte dazu geführt da bis 1939 d'e Motorbootflotte durch nenn Nenbanken in den verschiedensten Größen und Abmessungen, wozu noch zahlreiche Umbauten kamen, vergrößert werden konnte. Im vergangenen Jahre wurde die Motorisierung weiter fortgesetzt. Zwei eiserne Motorrettungsboote von 11 und 13 Meter Länge sowie zwei Strandmotorrettungsboote wurden auf verschiedenen Rettungsstationen der Nord= und Ostsee neu in Dienst gestellt. Die Mokorisserung des Raketengerätes wurde durch die Indienststelkung eines gelandegängigen Raketenkraftwagens dem 1940 weitere folgen werden. erfolgreich in Angriff genommen. Hinzu kommen noch zahlreiche bauliche Verbesserungen, neue Ablaufbahnen u. a. bei den Stationen. sowie neuartige Abtaufwagen und drei Raupenschlepper für die Strandmotorrettungsboote. Jetzt kann die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit dem stolzen Bewußtsein erfolgreicher Arbeit auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. 5972 gerettete Schiffbrüchige, davon 3775 Deutsche 672 Engländer. 375 Holländer 299 Schweden, 242 Norweger. 208 Dänen 277 Russen. 43 Amerikaner 36 Italiener und 115 Angehörige anderer Nationen — durchschnittlichlich 80 Menschenieben im Jahr— wurden seit Besteden des Rettungsdienstes an den deutschen Küsten der See entrissen. Das Ergebnis zeigt die gewaktige Größe dieses Werkes der Menschlichkeit den Mut und Opfergeist der freiwilligen Retter. Ovferwilse und Mitardeit des ganzen Volkes werden das Rettungswerk an der Küste weiter fördern und Ktützen. Es gilt Deutschlands Anfehen, Geltung und Ehre! und schon über einen netten Tierbestand verfügte, hat schon vor einigen Jahren mit der Aufzucht von Angorakaninchen im Großen begonnen. Damals schlug das Unternehmn aue mannigfachen Gründen fehl. Jetzt nun taucht der Plan zur Verkleinerung des Schautier=Bestandes zu Gunsten einer Haustierhaltung auf breiterer Basis auf. Es werden in der nächsten Zeit mehr Kaninchen Hühner, Schafe und Schweine auf dem großen Tierparkgelände gezüchtet, und auch die Sedenraupe, die unserem Volke zur Erweiterung leiner Rohstoffbasis ein unentbehrlicher Helfer geworden ist soll in einem großen Gehege gezüchtet und gehalten werden Da die Manlbeerpflanze dieser Raupe erst die Lebensgrundlage gibt hat man die Schulen im weiten Umkreis veranlaßt. Meutdeerpflanzungen vorzunehmen und den Wuchs und die Hege der Bäume zu beaufsichtigen. Den gleichen Aupell zur Anpflanzung von Maulbeer als Ziersträucher hat man auch an die zahlreichen Kleingärtner in Walsum gerichtet. Geistesschwacher ging leichtfertig mit Feuer um Kirchleugern. Am Vormittag des 14. Juli drannten Scheune und Wohnhaus des Bauern Kaspar Rahe in Kirchlengern Nr. 11. Wenn das Feuer auch wirksam bekämpft werden konnte, so entstand doch ein Schaden von über 10000 RM. Der Brandsachverständige stellte in eingehender Untersuchun fest, daß vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung vorliegen müsse, da alle anderen Möglichkeiten ausschieden. Bei der polizeilichen Ermittlung gab dann der seit 21 Jahren auf dem Hof als Kubhirt deschäftigte 37jährige Gustav Krohm. geboren zu Bachum nach längerem Leugnen zu. in der fraglichen Zeit in der Kornscheune eine Zigarre angezündet und das Streichholz achtlos fortgeworfen zu haben. Krohm hatte sich vor der Bielefelder Großen Strafkammer wegen fahrlässiger Brandstiftung zu vernntworten. Er widerrief jetzt sein Gestindnis von Grund auf und behauptete damals aus Angst vor dem Eingesperrtwerden zu allem „ja“ gesagt zu haben. Eigenartig ist daß K. zwei oder drei Tage nach dem Brande der Nachbarin bei der er Obdach gesunden hatte. seine Streichhölzer gab und dazu bewerkte, er wolle keine Zündhölzer mehr haben, da er Angst habe, daß wieder ein Feuer daraus entkehe. Es muß bemerkt werden, daß der Angeklagte geistig und körperlich zurückgeblieben ist. Nach dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen liegt angeborener Schwachsinn und verminderte Zurechnungsfähigkeit im Sinne des§ 51.2 vor. Die Strafkammer war #herzenat davon, daß der Brand durch die Fahrlässigkeit des Angeklagten entstanden ist. Angesichts seiner verminderten Zurechnungsfähigkeit wäre aber trotz des großen Schadens, keine höhere Strafe als drei Monate Gefangnis in Frage gekommen. Das Verfahren wurde. deshalb auf Grund des Gnadenerlasses del Führers eingestellt. Von einem Zug ersaßt und getötet Altenkirchen. Auf der Reichsbahnstrecke Wise sen—Betzdorf kam es im Staader Tunnel zu einem schweren Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fie! In Ausübung seines Dienstes wurde dort ein Einwohner aus Niederfischbach. Vater von neun unmündigen Kindern. beim Ausweichen vor einer Lokomotive von einem entgegenkommenden Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. gebiet in China zu schaffen, mit Mandschukuo in Geschäftsbeziehungen zu treten, und die Mitbilfe an der Erschließung von Bodenschätzen im Südost=Raum seien hier erwähnt. Otto Wolff. der zahlreichen Aufsichtsröten, darunter auch dem der Ver. Stahlwerke. angehörte, galt als außerordentlich beweglicher rheinischer Unternehmer, der neben seiner ungeheuren Arbeit auch Zeit für die Pflege geistiger Interessen hatte. Bekannt ist sein Buch über das Leben des französischen Finanziers Ouvrard das unter dem Titel„Die Geschäfte dee Herrn Ouvrard“ auch in Historikerkreisen großes Aufieben erregte. Hervorauheden int anch sein ausgeprägter Sinn für die sozialen Ersordernisse unserer Zeit. In der letzten Zeit hatte er sich freilich etwas zurückgezogen und einige Teilhaber ausgenommen, die in seinem Sinne arbeiteten und ihm die Hauptlast der täglichen Geschäfte abnahmen. Der Tod Otto Wilffs bedeutet für die deutsche Wirtschaft, für die rheinisch=westfälische Industrie und nicht zuletzt in die Hanfestadt Köln einen großen Veriust Füli sein Unternehmen dürfte es nicht nur der Verlust des Betriebsführers, sondern auch des Geistes einer unermüdlichen und weitstrahlenden Persönlichkeit sein. Sechs Jahre Gefängnis für jugendlichen Verbrecher Köln. Das Sondergericht für den Bezirk des Oberlandesgerichts Köln verurteilte in diesen Tagen einen 77jährigen Arbeitsjungen aus Bonn zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechs Jahren. Er hatte eine schlechte Erziehung genossen und bereits mehrmals mit der Fürsorgeerziehung Bekanntschaft gemacht. Auch war er bereits durch das Jugendgericht in Bonn wegen Diebstahls und gewinnsüchtiger Urkundenfälschung verurteilt worden. Diesmal wurden ihm ein Fall der Unterschlagung und des Gebrauchsdiebstahls und sieben vollendete Fälle und ein versuchter Fai! des Dievstahls, davon sechs Fälle unter den Voraussetzungen des§ 2 der Verordnung gegen Volksschädtinge nachgewiesen. Er hatte eine Anzahl partender fremder Krafträder oder Kraftwagen zu Fahrten denntzt und alsdann an anderen Orten stehengelassen. In zwei Fällen datte er aus Kraftwagen Gegenstände entwendet Soldat gibt schönes Beispiel von Rneigennützigkeit Remagen. Ein schönes Beispiel von Ehrlichkeit und uneigennützigem Verhalten gab ein Soldat einer in Remagen vorübergehend kiegenden Truppe. Ein Kassenbote aus Koblenz war mit dem Motorrad unterwegs. Als er Remagen verlassen hatte, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß er seine Aktenmappe mit etwa 1000 RM. Inhalt verloren hatte. Sofort kehrte er um und suchte sämtliche von ihm durchfahrenen Straßen ab. Da sah er einen Soldaten der die Mappe gefunden hatte und auf dem Wege zum Funddüro war. Der Kassendote wies sich aus und konnte hocherfreut das Verkorene wieder in Empfang nehmen. Run wollte der Kassenbote sich dankbar erweisen und bot dem Soldaten ein Geldgeschenk an. Lachend winkte der ab und sagte: „Behalt's nur für dich, du hast ja auch nicht mehr wie ich!“ Sprachs und schritt von dannen. Die Seidenraupe im Vierpark Wak'um. Der Tierpark Dinsaken, der an der Walsum=Eppinabovener Greuze gelegen in Der Alteste Klempnermeister Deutschlands Maren. Am 23. Jan. vollendete in Ochtendung der Dorfälteste, Klempnermeister Georg Hollmann, sein 98. Lebensjahr. Im Jahre 1868 legte er in Mayen seine Meisterprüjung ab und ist nachweisbar der älteste Klempnermeister Deutschlands. Der Jubilar hat sich eine staunenswerte geistige Frische bewahrt und erzählt gerne von seinen Jugenderlebnissen. Bei gutem Wetter versäumt er auch neu täglichen Spaziergang nicht. Bei lebendigem Leibe verbeann: Duisburg. An einer Straßenkreuzung im Stadttei! Meiderich übersah der einen Lastkraftwagen führende Karl Kürten das Warnungsschild„Vorfahrtsrecht beachten!" Die Folge war daß er zu spät ein herannabendes Motorrad einer Polizeistreise sah. Beide Fahrzeuge prallten derart heftig aufeinander daß das Motorrad umschlug und der Benzintank explodierte. Das Benzin ergoß sich über den Lenker des Motorrades, und im gleichen Augenblick war er derart von den Flammen eingehüllt, daß an eine Rettung nicht mehr zu denken war. Zwei Radfahrern gelang es nur mit größter Mühe, den im Beiwagen befindlichen Beamten aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Der Lenker des Motorrades konnte nur noch als verkohlte Leiche geborgen werden. Jetzt Kand der Lenker des Lieferwagens vor dem Strafrichter. Er a.“„numwunden zu das Warnungsschild* zu haben. Er sei die Strecke zum erstenmal gefahren da die Reichsautobahn, die er sonst benutte an diesem Tage gesperrt gewesen sei Das Gericht berücksichtigte das offene Geständnis des K., erkannte aber bei den schweren Folgen des Unfalles auf eine Gesängnisstrafe von vien Monaten. Statt besonderer Anzeige Nach kurzem, schwerem Leiden entschlief heute 20 Uhr sanft und gottergeben, gestärkt durch die Tröstungen unserer hl. Kirche, mein lieber Mann, unser guter Valer, mein Bruder, Schwiegersoha, unser Schwager und Onkel, der Apotheker Paur sein im Alter von 53 jahren. ln tiefem Schmerz: Frau Aenne lehn geb. Koch Hermann jehn Rudt lehn Hedwig sehn Westhoten(Westfalen), Mülheim-Ruhr, Schwerte, Langschede und Werdohl, den 23. Januar 1940. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 27. Januar, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Bahnhofstraße 29, aus statt. Das Seelenamt ist Sonntag ½10 Uhr in der St. Barbara-Kapelle in Westhofen.(105 Beschluß Das Konkursverfahren über das Vermögen der Genossenschaft Zweckspargemeinschaft Eintracht, e. G. m. b. H. in Liquid. in Holzen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben. Schwerte, den 18. Januar 1940. Amtsgericht. 2. Brutsche Reicheloitertt Es ist höchste Zeit zur Erneuerung der Lose für die 4. Klasse! Schreibwarenhandlung Hans Lioner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—5. Freundliches, sauberes Mädchen für dreiviertel Tag bei guter Behandlung zum 1. Februar 1940 gesucht.(101 Zu, erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Leuchtplaketten 25 Pf., zu haben bei Hans Linner, vorm. Carl Braus, Große Marktstraße 3/5. Kleine Beonde ader dad Sächen Eine lachhafte Plauderei über eine ernste Sache von Horet van Oiemen Eins ist klar: wir möchten lachen, immer lachen. Wir wollen manchmal sogar Tränen lachen, wie denn überhaupt Lachen und Weinen verdammt nahe beieinander liegen. Und vielleicht sind es sogar die zwei einzigen Regungen des Menschen, die sich unmittelbar ins Körperliche umsetzen. Indessen— wir wollen auch lächeln, fein, vornehm oder gütig; wir wollen grinsen vor Schadenfreude oder aus ähnlichem Anlaß. Lachen ist dem Menschen allein gegeben; Tiere können nur lächeln, junge Hunde etwa im übermütigen Spiel oder Füchse überschlau und fast ironisch. Indessen— auch Lachtauben lachen nicht. Wie dem auch sei, für uns Menschen steht auf alle Fälle fest: Lachen ist Leben, Lachen macht glücklich, Lachen ist eine Lebensaufgabe— sozusagen ein Teil einer Philosophie. Lachen ist eben überhaupt alles, ein wichtiger Grundstock zum herrlichen Leben. „Nein, was habe ich gelacht!“ sagt man und meint damit:„Was habe ich mich endlich wieder einmal wohlgefühlt.“ Und Lachen schafft Einheit unter den Menschen. Über einen guten Witz lachen sie alle: der Gebildete und der Ungebildete, der Arme und der Reiche, der Mann und die Frau, und so schafft auch das Lachen wieder einmal mehr einen Beweis dafür, daß sie nicht nur im Tode alle gleich sind. Der Mensch kann lachen, weil er begriffen hat, daß es Dinge gibt, wo jedes Lachen endet, daß Lachen ein Teil Freiheit ist, ein Teil Unsterblichkeit. Und darum: Lachen ist gesund. Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte Worüber lachen wir eigentlich? O. über mancherlei und über alles. Am meisten und am liebsten und zugleich auch am unbewußtesten über unsere eigenen menschlichen Schwächen. Mit anderen Worten: wir schaffen aus der Tragik uns eine neue Komik. So ist es auch nur allzu verständlich, daß wir nach althergebrachter Sitte nicht den Balken im eigenen Auge, wohl aber den Splitter im Auge des anderen sehen. So lachen wir also, um es kund heraus zu sagen. über unsere Mitmenschen. Deren Schwächen sind es, die uns reizen; denn wir selber haben ja— Gott sei Dank— keine, wie schon festgestellt wurde. Wenn unsere Mitmenschen in peinliche Situationen geraten, dann ist unser Gelächter da. Ein Gelächter freilich, das nur zu gut aus eigenem Erleben weiß, wie merkwürdig dem Beteiligten dabei zumute ist. Und darum ist es sowohl der Witz des Wortes als auch gerade der Humor der komischen Situation, der unsere Lachmuskeln reizt; denn das wollen wir nicht vergessen: wenn wir vergnügt sind, wohlgelaunt, so lachen wie eben, weil wir aus dem Innersten her fröhlich sind. Indessen wahrhaft lachen können wir nur dann, wenn wir fröhlich sind, weil uns Humor beschwingt. Lachen ist also lustiges Leben, verlustigtes Leben, das den Ernst begriffen hat. Oder, um eins der oft zitiertesten Worte zu sagen: Humor ist, wenn man Der Setsurrien=Muterrutte Wachlvolle Demonstration deutschen Lebens= und Kamp willens- Dr. Frick sprach in Weimar trotzdem lacht. Darum wünschen wir uns auch von Herzen, von Witz und Humor umgeben zu sein. Und trotz aller Erklärungen— die Psychologie des Lachens ist noch nicht geschrieben. Im Letzten werden wir nie ergründen, warum die Menschen gewisse Dinge immer wieder sehen wollen, Dinge, wie sie etwa solche bewährten, klugwägenden Menschen, wie die Clowns in ihren Entrees und Narreteien bringen; etwa wie einer einen zweiten hereinlegt, und wie der den dritten hereinlegen will, während dieser bereits in aller Stille ein Mittel gefunden hat, nicht der Dumme zu sein. Weshalb bebt ein Haus vor Lachen, wenn einer einen Floh erschießt oder sich + RS=Frauenschaft Deutsches Frauenwerk. Der Abend der Jugendgruppe im Lyzeum fällt aus. Ee findet dafür am Donnerstag, 1. Februar, statt. um einen Finger im Handschuh verzählt, wenn sie sich gegenseitig krachend Bretter auf den Schädel hauen, mit Seifenschaum beschmieren oder mit Wasser begießen oder sonst eine Tollität anstellen. Und warum wirkt ein Radikalmittel immer, was diese Beherrscher der Lachmuskein so gut wissen: weil sie wissen, daß es leichte und schwere Städte g'bt, in denen es mühsam ist, die Leute zum Lachen zu bekommen, warum wirkt es selbst da, Backpfeifen zu zu verteilen, Backpfeisen, Backpfeifen... Und was hier ins Groteske geht(obwohl sich auch dort nicht der tiefe menschliche Hintergrund verleugnet), wollen wir sonst als Humor, als Witz genießen in einer geistreichen Gesellschaft, in stiller Zwiesprache mit lustigen Büchern oder an einem Abend bei einem Lustspiel im Theater oder— im Film. Und damit wären wir also soweit. Jeder hat seine Lachlieblinge. Wenn auch Onkel Willi in der Familie dafür bekannt ist, gute Witze zu machen, und Onkel August zwar keine Witze machen will, aber so brüllend komische und leider ernstgemeinte Tischreden hält, daß eben alles lachen muß, so gibt es doch vor allem die Fachleute des Witzes, und mit denen haben wir ein Spezialabkommen: wir treffen uns mit ihnen gern im Lichtspielhaus. Die Meister des Humors Die Lachlieblinge verkörpern zugleich eine ganz bestimmte Art menschlichen Seins. Der eine nuschelt unverständlich und wirkt dadurch komisch; der andere überschwemmt alles mit dem Wasserfall seiner Rede; der dritte ist so rührend hilflos; der vierte ist immer der, der die charmanten Dummheiten macht, und so flicht sich ein Kranz von Namen, ein Kranz, dessen Blüten wie die verschiedenen Blumenarten zugleich die verschiedenen Arten menschlicher Tugenden— oder Schwächen bedeuten. Humor braucht nicht die knallende Pointe— um auch das noch zu sagen. Er kann auch das feine, heitere, charmante Lächeln auslösen oder aber seine Heiterkeit vom tollen Schmunzeln bis zum schallenden Gelächter aus dem einen her beziehen, das ein für allemal ein Sondergebiet des Lachens bleiben wird: die verblüffende Situationskomik der Verwechslung. Eine Schlußbemerkung Weimar, 24. Jan. Den denkwürdigen 23. Januar, an dem Reichsinnenminister Dr. Frick vor 10 Jahren zum thüringischen Minister des Innern und für Volksbildung und der heutige Ministerpräsident Marschler zum Staatsrat ernannt wurden, beging der Herzgau Großdeutschlands nach dem Staatsakt im Schloß mit einer Großkundgebung, die zu einer eindrucksvollen Demonstration des deutschen Lebens= und Kampfwillens, des deutschen Siegesbewußtseins und zu einem flammenden Treuebekenntnis zu dem Mann wurde, dem die 80Millionen=Ger#inschaft des Reiches mehr denn je, allzeit opler= und einsatzbereit, tief innerlich verbunden ist: Adolf Hitler. Mittelpunkt der Erinnerungsstunde war eine Rede des Reichsinnenministers Dr. Frick. In seiner Rede führte er seine Hörer zurück in die Zeit vor zehn Jahren, als in Thüringen die nationalsozialistische Bewegung ihren ersten Durchbruch errang. durch den die weiteren Voraussetzungen für den Aufstieg des Nationalsgeialismus geschaffen wurden. „Wie wir vor sieven Jahren vor einem innenolitischen Kampf standen stehen wir heute vor einem uns aufgezwungenen außenvolitischen Kampf, in dem es um Sein oder Nichtsein aller deutschen Menschen geht. Nie stand das deutsche Volk einiger hinter dem Führer und der Reichsregierung wie gerade in den jetzigen schicksalsschweren Tagen. Das is jetzt auch den Kriegshetzern in London und 19 ris zum Bewußtsein gekommen. Sie wollten den Krieg. Nun. sie sollen ihn haben bis zum äußersten Wie Fafnir sitzt eine Klique, die England beherrscht, eine verjudete Plutokratie. die nichts anderes kennt, ais Gold. Macht und Habgier auf den reichen Schätzen der Welt. Das leutsche Volk aber vertritt einen neuen wahren Sozialismus, der die Volksgemeinschaft in den Mittelpunkt allen Lebens und Denkens stellt und der nun auch die von den englischen Geldsackfürsten beherrschten Völker aufhorchen läßt. Wie Siegfried rennt das nationalsozialistische Deutschland gegen den Gold und Schütze behütenden englischen Fafnir an. Für uns gibt es keinen Zweifel, daß Siegfried über den Fafnir und damit über die verjudete britische Piutokratie siegen wird! Wir kennen die wahren Hintergeünde und Kriegsziele der westlichen Demokratien. Die Kriegshetzer wollten nichts anderes als ein Ueber=Versailles, einen neuen Westfälischen Frieden. eine ZerReigge cerns Deutschlands in ungezählte leine Texrttorien und damit die völlige Vonmacht und Vernichtung des arbeitenden, machtbewußten deutschen Volkes. Um das zu verhindern und den Krieg siegreich zu beenden werden wir die gewaltige geballte Kraft der deutschen Nation einsetzen. Unser Sieg ist die Voraussetzung für einen gerechteren Frieden. als wir ihn hatten. Denn das Diktat von Versailles war nichts anderes als die Fortsetzung des Weltkrieges mit anderen Mitteln. Wir wollen einen deutschen Frieen und keinen von Englands Gnaden, einen europäischen Frieden. in dem jedes Volk nach Käbigkeiten und Leistungen Jeinen debensraum schaffen kann und sonl.“ Dafur have jeder einzelne Deutsche, ganz gleich, wo er stehe, sein letztes und bestes Opfer zu bringen. Opfer an Gut und Blut. So groß es auch erscheinen möge, angesichts dessen, was auf dem Spiele steht, werde es leicht wiegen. Lieber tot. als Sklav“! Der Krieg erfordere gewaltige Aufgaben des Reiches Die nationalsozialistische Regierung wisse, daß die schlechteste Finanzierung eines Krieges die Inflation sei. Es werde aber nie wieder eine Inflation über das deutsche Volk kommen. Der Kain 30. Fahrhunderik Kain erschlug seinen Bruder Abel! Und er tat dies einfach aus Neid und Mißgunst, ohne dabei den ernstlichen Versuch zu machen, seine wahren Motive durch Umhängung irgendeines moralischen Mäntelchens zu beschönigen. Ganz anders der Engländer, der sich in der Geschichte der Völker zu einem Ueber=Kain entwickelt hat und so immer mehr zu einem wahren Fluch der Völker dieser Erde geworden Es sind viele Abel, deren Blut über den nimmersatten, mißgünstigen und neidischen englischen Ueber=Kain gekommen ist und vor dem Thron einer wahren Menschlichkeit nach Vergeltung schreit. Aber der hartgesottene, mit allen Wassern der Niedertracht gewaschene Kain von London pfeift darauf, so lange er sich im Besitz seiner brutalen Macht weiß. Ueberdies aber verbrämt er seine Kainsfratze heuchlerisch mit der Maske einer geistig=taktischen und vorgeblich moralischen Politik, unter der er der bierehrlichen Welt vorgankelt, daß die alleinigen Leitgedanken der britischen Politik dem Wunsche nach Friedsertigkeit und alle seine Schandtaten ausschließlich der Verteidigung der Menschlichkeit und Freiheit der Völker dienen. In der Genfer Zeitung„Vie protestante“ erschien zu diesem Thema eine Meldung, die italienische Zeitung„Regime Faseista" wiedergibt und in der es heißt, Gott habe den Kain des 20. Jahrhunderts nach seinem Bruder befragt: Abel, wo bist du? Abel, der Abessinier: Abel, der Pole: Abel, der Österreicher! Das italienische Blatt bemerkt hierzu, daß Hott, eig gutes Gedächtnis habe und es dem Genfer Blatt daher nachhelfen wolle. Wo blieb also Abel der Bure. Abel der Inder. Abel der der Araber. Abel der Ire...? ist ja nur ein ganz bescheidener, gerschwindend kleiner Bruchtell jener abscheulihen Mordtaten angedeutet, die der Londoner kain gegenüber der Gesamtheit der Völker dieGewissen hat. „Piß.,s“ doch so aut wie keinen Staat in dieser weir, der im Verlauf der letzten Jahrhunderte nicht von dem britischen Kain in der geweinsten Weise mit Hilfe von R ließ sle sich zu seinenf esgenen Vorteil zerflelschen. " Es, geht, ein mit Blut getränkter Weg zum britischen Imperium. Es wurde geschaffen durch Raub= und Bentezüge. blutige Unterdrückung in jeder Form, durch Ueberfälle in tiefem Frieden. durch Erpressung und hinterhältig angezettelte oder vom Zaun gebrochene Kriege. Bereits die Zerfleischung Irlands, das ja doch zum nächsten Interessengebiet der Londoner Herrschaftskaste gehört, ist für deren Greuelmethoden, ein Musterbeispiel. Ueber die Missetaten der Engländer in Irland Köhrciags Bryce in seinem Werk„Zwei zuuounderte irischer Geschichte“, daß gegen Ende des 18. Jahrhunderts dort unter dem General Lake„Folter und Notzucht. Niederbrennung von Farmen, Zerstörung von Lebensmitteln, völlige Vernichtung von Familien und verübt wurden. Hinrichtungen durch die Kugel oder durch den Strang waren an der Tagesordnung, waren e ae onsdioet Schickal im Verglech zu den htbaren Auspeitschungen, oft bis zu oert Hieben, die Fleisch und Muskeln von den Knochen Ein besonders abscheuliches Kapitel des britischen Kain sind englische Seeräuberei und der Sklavenhandel. Unter englischer Flagge wurden um 1770 jährlich bis zu 30 000 Schwarze verschleppt. Blut und Folter sind die Kennzeichen allei englischen Raubzüge bis auf den heutigen Tag. In ungetrübter Erinnerung sind nächst den in Indien ständig verübten Scheußlichkeiten die britischen Weltkriegs= und Nachkriegsmethoden. Fast ausnahmslos ließ im Weltkrieg England andere Menschen und Völker für britische Interessen kämpfen und verbluten. Am niederträchtigsten jedoch war jener Hungerkrieg gegen Frauen und Kinder, dem damals allein etwa 800000 Nichtkämpfer in Deutschland zum Opfer fielen. Und mit den gleichen Methoden sucht der britische Kain jetzt wieder seinen schmutzigen Geschäften nachzugehen. Daß ihm dieses seit Jahrbunderten geübte satanische Mordhandwerk endlich gelegt wird, dafür wird das neuerstandene Großdeutschland Sorge tragen. Auslandssender gehört Zwei Jahre Zuchthaus Stuttgart, 24. Jan. Das Sondergericht Stuttgart verurteilte den 58jährigen August Meyer aus Sindelfingen Württemberg) wegen Abhörens ausländischer Sender zu zwei Jahren Zuchthaus. Meyer hatte in den Monaten Sevtember und Oktober vorigen Jahres sein Rundfunkgerät auf den Empfang ausländischer Sender eingestellt und das Gehörte an seiner Arbeitsstätte weitererzählt. ANRRSMNTENNNSMAEN DAS OPEER DER HIEINIAT. Das aber ist das Schönste an diesem Lachen, daß beim Humor nicht nur im Film(wie sonst) alles gut endet; denn sonst hätten wir ja letztlich auch nichts zu lachen. Und das wäre ja wohl das, worüber wir uns schon einig sind, und worum es sich zugleich handelt: wir wollen lachen, immer und im besonderen lachen — am Feierabend, auch in einer ernsten Zeit, um gesund und stark zu sein in unserem Alltag. Starke Kälte in Belgien 26 Grad unter Null in Namur Brüssel. 24. Jan. Die Kältewelle hat sich in Belgien bedeutend verschärft. Besonders stark sind die Gebirgszüge der Ardennen und ihrer Ausläufer betroffen wo die bereits seit vielen Tagen vorhandene Schneelage und erneut einsetzende Schneestürme jeglichen Verkehr lahmgelegt haben Das Wirtschaftsleben ist hier fast völlig zum Stillstand gekommen, womit die Zabl der Arbeitslosen einen jähen Aufschwung erfahren hat. In der Gegend von Namur ist das Thermometer auf 26 Grad unter Rull gefalien. Zahlreiche Wasserleitungsrohre sind geborken. Auch die Kanalisation ist durch die eisige Kälte völlig unbrauchbar geworden. Die Kaltindustrie in Benurging hat ihre Arheiten eingestellt. Am schwersten ist die Forstwirtschaft betroffen, die gerade in den Ardennen vielen Hunderten Arbeit bot. Das Marktieben ist ebenfalls infolge der Kälte zum Stillstand gekommen. Vorläufig sind viele Dörfer, die von dei Außenwelt abgeschnitten sind darauf angewiesen, von dem zu leben, was sie sich aufgespeichert haben Jeglicher Auto= und Pestverkehr liegt hier brach. In den Weinbergen hat der Frost großen Schaden angerichtet und die jungen Reben vernichtet. Hollands Flüsse vereist Amsterdam, 24. Jan. Die anhaltende Kälte hat zu weiteren umfangreichen Eisbildungen auf den niederländischen Gewässern geführt. Das Wattenmeer kann nur mit besonders eingerichteten Schiffen befahren werden; die völlig abgeschnittenen Inseln erhalten Post mit Hilfe von Flugzeugen. Der Rhein bei Numwegen ist für die Schiffahrt geschlossen ebenso die Maas bei Heumenauch. Infolge der durch Kälte und Schneefall entstandenen Schwierigkeiten ist, wie die Blätter melden, in Amsterdam und auch in einigen anderen Städten Hollands eine Knapp= Druck und Verlag: Hane Linner vorm. Cari Braua. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emit Eichmann. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Rudolf Emil Eichmann. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linnec. Schwerte(Ruhrs. Zur Zeit i## Preisliste 11 gültig. Sprechstunder der Schriftleitung täglich 36 10—1511 Uhr, außer Sonnabend. Seu## auc ichelftliches oder deramlinblicher Gamelbung. ee e Schwerter Zeitung (Zweites Blatt) Nummer 21 JANUAR DONNERSTAG Wir Deutschen glauben fanatisch an unseren Sieg, und wir haben ein Recht dazu. Dr. Ley. Deutschians hat ven Vonlktee=Vefteg 300 000 Geburten mehr als in England und Frankreich zusammen „Heil Kilier! Gnäh' Frau.“ Irgendwo in der Stadt ein Laden. Dem Verkäufer ist nicht abzustreiten, daß er im Umgange mit seinen Kunden sich bemüht, sehr höflich zu sein. Nur tut er manchmal zuviel des Guten. Kommt da eine Volksgenossin in das Geschäft, um einen Einkauf zu tätigen. Mit einer tiefen Verbeugung, daß die Nasenspitze fast den Ladentisch berührt, wird die Begrüßung eingeleitet, und einem Wasserfall gleich sprudelt es aus den ewig=lächelnden Lippen:„Heil Hitler! Gnäh' Frau! Was wünschen gnäh' Frau!“ Dounerwetter! Da könnte einem doch der Hut gleich zweimal hochgehen! Zum ersten, daß es der Verkäufer nicht unter seiner Würde findet, unseren stolzen deutschen Gruß in einem Atemzuge mit diesem— Gottseidank— überholten Ueberbleibsel aus einer liberalistischen Zeit zu nennen, in der es noch genau betonte Unterschiede gab zwischen der„gewöhnlichen“ Frau Meier und der— untertänigste Reverenz— „gnäh' Frau Gasinspektorsgattin“, zum zweiten aber, weil diese Volksgenossin sich widerspruchslos eine solche Anrede gefallen ließ. Wenn je Kritik am Plaze ist, dann in einem solchen Falle! Wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein. aber unsere Ausicht geht dahin, daß unser deutscher Gruß„Heil Hitler!“ wahrhaftig keiner schwänzelnden Beiworte bedarf. In diesen Tagen konnte das Statistische Reichsamt auf Grund seiner Berechnungen melden, daß zum erstenmal seit 1914(mit Ausnahme der beiden Jahre 1920 und 1921) in Deutschland wieder soviel Menschen lebend gevoren wurden, wie zur Erhaltung der deutschen Arbeits= und Wehrkraft erforderlich sind. Rund 1,64 Millionen Kinder, also etwa 140000 mehr als im Vorjahr, erblickten 1939 innerhalb des Großdeutschen Reiches(ohne das Protektorat und die neuen Ostgebiele) das Licht der Welt. Die Geburtenrate ist damit von 14,7 auf mehr als 20 seit dem Geburtentiesstand im Jahre 1933 angewachsen. Die Darstellungscraft dieser Zahlen dürfte ganz zweifellos bei jedem Deutschen einen gewaltigen Eindruck hinterlassen, da sie am besten darlun können, mit welchem Vertrauen das deutsche Volk hinter den Maßnahmen seiner Regierung und damit hinter der Politik Adolf Hitlers steht. Die Talsache aber, daß die deutsche Geburtenzahl des vergangenen Jahres um rund eine Million über der Franrreichs und um ein ganz beträchtliches, nämlich 300 000, über der Frankreichs und Englands zusammen liegt, dürfte der Welt einiges Nachdenken bereiten; denn es bleibt sich schließlich nicht gleich, ob ein Soldat, ganz gleich, welchem Volke er angehört, beim Einrücken ins Feid Kinder in der Heimat zurückläßt oder nur seine langst ergrauten Eltern. Vielleicht wird man in den überalterten westlichen Demokratien an Hand solcher Unterlagen begreifen, welchem Volke in Europa oie Zukunft gehört, v.elleicht wird man auch einmal an Hand dieses Materials erahnen können, was das nationalsozialistische Regime wirklich vermocht hat, wenn es, was noch niemals in der Geschichte dagtwesen ist, ein Volk in wenigen Jahren wieder zu den natürlichen Grundsätzen der Selbsterhaltung und Selbststärkung zurückzuführen vermochte. Wir dürfen aber als ein Teil dieses Volkes unendlich stolz sein auf dieses Ergebnis. Dabei würde Tageschronik man einer gewaltigen Täuschung unterliegen, wollte man diese Umkehr vom Geburtendefizit bis zum Ausgleich von Werden und Vergehen allein auf wirtschaftliche Maßnahmen zurückführen. Ganz zweifellos werden die Ehestandsdarlehen, die schärfere Besteuerung des Junggeselleniums usw. ihren praktischen Sinn nicht verfehlt haben; dennoch aber darf man nicht vergessen, daß alle diese Einrichtungen in stärkerem Maße als der Ausdruck eines ganz bestimmten staatlichen und volklichen Willens ihre Wirkung getan haben. Letztlich dürften für Eheschließungen die verhältnismäßig geringen geldlichen Mittel, wie sie die Ehestandsdarlehen darstellen, niemats so ausschlaggebend gewesen sein, wie die Tatsache, daß durch ein solches Geschenk des Staates dem jungen Paare sozusagen vom ganzen Volke der Segen gegeben wurde. Ebensowenig dürfte sich irgendein geborener Junggeselle eine Frau genommen haben, nur um ein paar Mark an Steuern einzusparen. Nein, das deutsche Volk hat die Absicht seiner Führung verstanden, es wurde überzeugt und hat dementsprechend gehandelt. Dieses Sichfügen aus eigener Erkenn nie darf uns ganz besonders freuen, da damit die Gewähr gegeben ist, daß die Geburtenziffer des Jahres nicht ein einmaliges erfreuliches Ergebnis, sondern den ersten Meilenstein einer künftigen Selbstverständlichkeit darstellt. Gewiß, die Folgen des augenblicklichen Krieges werden sich auch hier bemerkbar machen. Es ist aber durchaus noch nicht heraus, ob nicht gerade die Siegeszuversicht des deutschen Volkes und die Vorstellung von einer Zeit nach einem gewonnenen Krieg auf die Geburtenziffer des Kriegsjahrganges 1940/41 entscheidender einwirken wird als der Tod unserer gefallenen Helden. Auf jeden Fall aber hat das Jahr 1939 die Gewißheit gebracht, daß das nationalsozialistische Deutschland einen Volkstod durch Überalterung überwunden hat. Sauweiterkann Rehleracht otrurfachen Wie das Eis seine Gefäßwände sprengt Fort von der Straße! Bei Fliegeralarm muß bekannllich jeder sofort die Straße verlassen. Nur Queropfe sehen das nicht ein, spielen am Stammtisch den„Helden“ und wollen sich lieber so einen Luftkampf mal vom Balkon aus ansehen. Das neueste Heft der„Sirene“ räumt mit diesen Dummheiten eindrugsvoll auf. Bilder von zerschossenen und eingerissenen Häuserwänden, Treppenfturen, Balkonen und Dachstühlen zeigen, was man zu erwarten hat. wenn man nicht schneltstens den Luftschutzraum oder zumindest den Hausteller aufsucht. Ein anderer Bildbericht zeigt, wie Arbeiter ihre Arbeitsstätte gegen Fliegerangriffe schützen und wie Verletzte in den Werrsanitätsstellen Erste Hilfe finden.„Luftschutz auf der Leinwand" heißt ein weiterer interessanter Bilderartikel, der üver zwei neue Lehrfilme des Reichsluftschutzbundes berichtet. Daneben bringt„Die Sirene" noch Aufsätze über die Ausbildung im Meidewesen und über ein Übungsspiel für Selbstschutzkräfte. Außerdem veröffentlicht das Heft, wie immer, die Mitteilungen des Präsidiums und der Landesgruppen des Reichsluftschutzbundes. " Gebleldmeisterschaften im Gerätturnen. Zurzeit findet in den Bannen der Hitter=Jugend des Gevietes Westfalen die Austragung der Meisterschaften im Gerätturnen statt. Danach folgen die Gruppenmeisterschaften, die am 10. Februar ausgetragen werden. Die Gebietsmeisterschaften finden am 2. und 3. März in Hamm statt. Eyrentreuze nunmehr auch für Mütter unter 45 Jahren. Nachdem der größte Teil der kinderreichen Mutter über 45 Jahren das vom Führer gestiftete Ehrenkreuz durch die zuständigen Orlsgruppenleiter der RS9AP. erhalten hat, konnen jetzt auch die Mütter unter 45 Jahren berücksichtigt werden. Die unträge werden in den Geschäftsstellen der Partei und Ortsgruppen, in deren Bezirken die Mütter polizeilich gemeldet sind, abgegeden. : Wir glauben an den Sieg. Dieser Krieg hat für uns nicht die Bedeutung einer Gottesgeißel oder eines Prestiges, sondern vielmehr die, daß wir um unser heiliges Recht kämpfen. Der Fuhrer, den uns der Herrgolt schencte und im letzten Jahr auf so wunderbare Weise erreilete, wird auch in diesem Kampf in und mit uns sein. Wir wissen, daß wir es nicht leicht haben, aber wir halien es noch nie leicht. Wir verzügen nicht über äynliche Reichlümer wie andere Staaten und sind stolz darauf, daß wir es nicht so leicht hatten, denn darum sind wir heute das Volk, das den besten und intelligentenen Arbeiter, den besten Soldaten und den besten Bauern hat. Glauben an den Sieg wollen wir in die Herzen jedes einzelnen, jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes senken. Dachsenster und Verdunkelung. Noch immer kann beobachtet werden, daß die verdunielung der Dachsenster, die besonders wichtig ist, nicht mit der nöligen Sorgjalt vorgenommen wird. Es muß deshalb darauf aufmerksam gemacht werden, daß früh morgens die Verduntelungsvorrichtung erst entfernt werden darf, wenn der Bewohner das Zimmer verlassen will, damit vorher kein Lichtstraht nach außen faut. Umgekehrt darf abends das Licht erst dann eingeschaltet werden, nachdem die Verdunkelungsvorrichtung wieder angebracht worden ist. Keine Apsel oder verderdliche Lebensmittel in Liebesgabenpare.e. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß verderbliche Lebensmittel auf keinen Fall in Liebesgabenpäckchen versandt werden dürfen; sie gefährden den Zustand der mitgesandten Waren und unter Umständen sogar die Gesundhett des Empfängers. Zu den verderblichen Waren gehören z. B. nicht nur die meisten Wurstsorten, sondern auch Apfel. Immer wieder sind solche =Apfelpakete" verfroren; die Früchte wurden weich an9, verdarden dann auch den restlichen Inhalt des pareres. Ebenso muß darauf geachtet werden, daß Elaschen druchsicher verpackt sind. In den letzten Tagen haben sich wegen des kalten Wetters zahllose Wasserrohrbrüche ereignei, die der Feuerlöschpolizei viel Arbeit machlen. Bemerkenswerterweise sind aber die meisten Nohrbruche zu einer Zeit zu verzeichnen, wenn nach startem Frost ein Wetterumschlag erfolgt und eine verhältnismußig warme Außentemperatur herrscht. Wie ist das zu erktären? Wir nehmen doch an, daß die Sprengung der Rohre durch die starke Ausbehnung des Wasser: beim Gefrieren erfolgt, Wasser dehnt sich schließlich, wenn es zu Eis wird, um nicht weniger als 9 Proz. aus. Tatsachlich kommt es auch vielfach unmittelbar beim Gefrieren des Wassers zu Rohrbrüchen und Sprengungen von fest verschlossenen Gefätzen, doch wie die Wissenschaft gerade in den letzten Jahren nachgewiesen hat, kann der Sprengungsprozeß auch ganz anders verlaufen. Er verläuft sogar immer anders, wenn offene Gefäße oder voröse Stoffe(bei der Gesteinsverwitterung) ourch Eis zerstört werden. Bei fest verschlossenen Behattern, die bis an die Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit mit Wasser gefüllt sind, muß sich das Wasser bei seiner Ausdeynung während des Gefrierens mit Gewalt Raum schaffen. so daß selbst Behälter aus Metall zersprengt werden. Bei unverschlossenen Behältern jedoch schafft sich das Eis Raum, indem es das noch nicht erstarrte Wasser verdrängt, denn der Gefrierungsprozeß geht nicht schlagartig, sondern verhältnismaßig langsam vor sich, so langsam jedenfalls, daß sich das Wasser, ohne die Gefäßwände sprengen zu müssen, verteilen kann. Kühlt sich nun das bereits zu Eis erstarrte Wasser weiter ab, dann verliert es wieder einen Teil seiner Ausdehnung, wie jeder Körper, der sich in der Kälte zusammenzieht. Das Eis schrumpft und sein spezifisches Gewicht wird großer. Bei 0 Grad berrägt das spezifische Gewicht des Eises 0,917, bei—10 Grad 0,919, bei—20 Grad 0,920. Bei dieser Zusammenziehung durch die Kätte birden sich Risse im Eis. Die Eisdeae der Seen reißt mit Gewie in Spalten auf. Sofort dringt Wasser in die Risse und Spalten, das natürlich rasch gefriert. So kommt es, daß in den offenen Behältern beim Kälteschrumpsen des Eises der dabei freiwerdende Raum wieder nachgefüllt wird. Das geschieht allerdings nur, wenn noch Wasser zum Nachfließen vorhanden ist. Bei Wasserleitungsrohren, die unter Druck stehen, trifft das zumernt aic g. Wenn jetzt ein Wetterumschwung einsetzt und höhere Temperatur herrscht, dann dehnt sich das Eie wieder aus, auch wenn die Temperatur nicht einmal bis zum Gefrierpunkt ansteigt. Es hat aber keinen Raum zur Ausdehnung, da ja der beim Schrumpsen freigewordene Raum mit inzwischen gesrorenem Wasser gefüllt worden ist. Das Eis muß jetzt alse seine Kraft an der Gefäßwand erproben. So komm: es gerade bei ste.gender Temperatur zu Nohrbrüchen oder starken Ausweitungen der Bleirohre. Die Gewalt, die das Eis dabei entwickelt, ist um so größer. je häufiger das Eis Temperaturschwantungen aus. gesetzt gewesen ist, je häufiger es aiso Risse gebildet hat, die sich wieder gefüllt haben. Dann stellt das Eis schon bei der niedrigsten Temperatur eine ganz kompakte Masse zwischen den Gefäßwänden dar, und jede Ausdehnung des Eises bei steigender Temperatur kann dann nur auf Kosten der Gefäßwände erfolgen. gleichviel, ob die Erwärmung nun langsam oder rasch vor sich geht. Schleier, Fez und Turban Ein RdF.=Vortragsabend in Schwerte Die RSc.„Kraft durch Freude", Abtl. Deutschee Volksbildungswerk, veranstaltet am 29. Januar, 20 Uhr, einen Film- und Vortragsabend. Von den heim lichen Wunvern des unvekannten Europa wird uns der bekannte Forschungsreisende Fred von BohlenHegewald in seinem Film=Vortrag erzählen. Was vor ihm nur einer, ein amerikanischer Diplomat, versuchte und mit dem Tode büßte, gelang BohlenHegewald, indem er Kopf und Kragen riskierle: er filmte das Innere der goldenen Moschee von Khadimen bei Bagdad, das sireng gehülete Heitigtum der Schtiten. Aber ihm gelang noch mehr; er brachte er als erster und einziger ferng, die tanzenden Derwische von Uesküb, die letzten in Europa, die späler einem Mordanschlag zum Opfer fielen, auf den Filmstreifen zu bannen, und es gelang ihm, zu den auf schroffen Meteorenfelsen in kiosterlicher Abgeschiedenheit hausenden griechischen Mönchen vorzudringen. Auch sie wurden eine Beute seiner Kamera. Von diesen Filmstreifzügen, die er mit einem zusammengebastelten Lastkraftwagen, mit offenen Augen und einer kräftigen Portion Spürsinn unternahm, von dieser Ent: deckungsfahrt durch den Balkan und über Iran bie ans Kaspische Meer, wird uns der Forschungsreisende in seinem Vortrag Spannendes erzählen. halsen mit 17 000 B0M=Mädel in der Kartosselernte In allen Tellen des Odergaues Westfalen haben sich in den vergangenen Monaten die Mädel bei der Kartoffelernte eingesetzt. Überall, wo Lücken entstanden waren, sprangen sie ein, und so haben sie nicht zum kleinsten Teil dazu beigetragen, die Ernte rechtzeitig einzubringen. Sie opferten ihre Freizeit und ihre Ferien, um den Bauern zu helfen, die diese Hilfe gut gebrauchen konnten. Daß diese Arbeit den Mädeln aber auch Freude gemacht hat und daß sie gern an diese Zeit zurückdenken, beweisen viele begeisterte Berichte. Velksgenosse! Wie umfangreich der Einsatz in Wirklichkeit war. zeigt erst die zahlenmäßige Auswerlung. Von der grogen Zahl der unmeldungen sind 16 9o4 Madel mit der Gesamtarbeitsleistung von 3350 190 Arbeitsstunden eingesetzt worden. Das bedeutet, daß jeder fünfte westfalische B###=Mädel fast vier Wochen lang jeden Tag acht Stunden gearbeitet hat. Besonvers in den Lanvuntergauen, wo zum Teil der Einsatz zusammen mit dem Reichsnährstand durchgeführt wurde, sind gute Ergebnise erzielt worden. Dort wurden die Mädel einzeln oder in Gruppen auf die Höfe verteilt, wo sie freudig aufgenommen wurden. Sie haben allen Erwartungen entsprochen, sie haben gezeigt, daß sie in einer Zeit, in der die meisten Bauern und landwirtschaftlichen Arbeiter den feldgrauen Rock tragen, ohne Zögern zupacken, we er nottut. Das Leben in Zahlen Bilanz des Standesamtes in Schwerte Das Standesamt Schwerte hat in den Kalenderjahren 1937, 1938 und 1939 nachstehende Geburts=, Heirals= und Sterbefälle beurcundet: Geburtsfälle in den einzeinen Monaten des Jahres 1937: Januar 36, Februar 27, März 32, April 23, Mai 37. Juni 30. Juli 29, August 24, September 36, Ottober 32, November 32, Dezember 20, zu sammen 358; in den einzelnen Monaten des Jahres 1933: Januar 29, Februar 26, März 35, April 36, Mai 21, Juni 30, Juli 46, August 20, September 31. Oklober 28, November 28, Dezember 23, zusammen 353: in den einzelnen Monaten des Jahres 1939: Januar 32. Februar 29, März 33, April 20, Mai 30, Juni 33, Juli 34, August 39, Sepiember 26. Oktober 35, Rovember 34, Bezember 26, zusammen 371. Heiratofälle in den einzelnen Monaten des Jahres 1937: Januar 4, Fedruar 12, März 17, April 9, Mai 19, Juni 15, Juli 15, August 11, September 13, Oktober 12. November 18, Dezember 16, zusammen 161; in den einzelnen Monaten des Jahres 1933: Januar 7, Fedruar 12. März 10, April 18, Mai 8. Juni 26. Juli 15. August 10, September 15, Oktober 20, November 14, Dezember 16. zusammen 109; in den einzelnen Monaten des Jahres 1939: Was würdest Du sagen, wenn man Dir, weil Du Deine Wohnung nicht richtig oder nur teilweise abgedunkelt hast, die Lichtzufuhr abklemmen würde? Sei Dir Deiner Luftschutzpflicht bewußt und verdunkle richtig und vollständig! Vergiß nicht, die Ferste: 5a Badezimmers und der Dachkammer sowie die nach dem Hof zu abzublenden. Du wirst sonst zum Verräter der ganzen Stadt! Verhalte Dich luftschutzmäßig! WImumm Januar 8, Februar 13, März 16, April 25, Mai 19, Juni 21, Juli 12, August 20, September 28, Oktober 25, November 31, Dezember 28, zusammen 246. Sterbefälle in den einzelnen Monaten des Jahres 1937: Januar 16, Februar 15, März 21, April 20, Mai 16, Juni 16. Juli 23. August 22, September 14, Oktober 14, November 20. Dezember 18, zusammen 215; in den einzelnen Monaten des Jahres 1938: Januar 17, Februar 18, März 25. April 14, Mai 21, Juni 23. Juli 16 August 23, September 25, Oktober 12, November 17, Dezember 20, zusammen 231; in den einzelnen Monaten des Jahres 1939: Januar 32, Februar 26, März 27, April 20. Mai 23, Juni 24, Juli 11, August 17, September 14, Oktober 25, November 18, Dezember 25, zusammen 262. Einstellungen in die WaffenIm ganzen Reichsgebiet finden zurzeit Annahmeuntersuchungen für die Waffen(einschl. Polizei) statt. Angenommen werden Freiwillige für 1 Verfügungstruppe(einschl. Leibstandarte „Adolf Hitler“: Jahrgänge 1918—1923, Mindestgröße 170 cm, Mindestalter 17 Jahre. = Totenkopfstandarten: a) mit Dienstverpflichtung auf 12 Jahre(Lebensberuf: Polizei oder Wehrbauer) Jahrgänge 1921—1922, Mindestgröße 168 cm mit 17 Jahren; b) ohne Dienstzeitverpflichtung(aber dabei Ableistung der Militärdienstpflicht) Jahrgänge 1901—1912(bevorzugt SA. und Parteigenossen). Polizei: Schutzpolizei, Gendarmerie, Sicherheitspolizei. Ungediente Männer der Jahrgänge 1905—1912 und 1918—1920. Mindestgröße 170 cm (Lebensberuf). Geeignete Bewerber können sich bei den Annahmeuntersuchungen als Freiwillige melden. In nachstehenden Orten des Gaues WestfalenSüd finden Annahmeuntersuchungen statt: 19. 1.—24. 1. 1940, 8 Uhr: Dortmund, Haus der Jugend, Herbert=Norkusstraße.— 25. 1.—26. 1. 1940. 8 Uhr: Hagen, Luftschutzhaus, Elberfelderstraße.— 31. 1. 1940, 8 Uhr, Dortmund: Haus der Jugend. HerbertNorkusstraße.— 3. 2. 1940, 8 Uhr, Iserlohn: Schauburg=Kino. Weitere Auskunft erteilt jede Polizei= und FDieuststelle. Schriftliche Anfragen sind zu richten an -Ergänzungsstelle West(VI), Düsseldorf, Alexauderstraße 2. Zime mit- Ouflorgel Das hat uns noch gesehlt! Wenn Herr Lohengrin seine Elsa fragt, ob sie nicht mit ihm die sußen Düfte atme, so meint er das rein lyrisch und symbolisch. Aber wenn einmal— wann, steht noch nicht fest— ein Filmheid diese Frage an seine Filmmaid richten wiro, so kann das ganz realistisch gemeint sein, und auch das Publitum soll dabei nicht um diesen Genuß kommen; denn da hat ein Schweizer Erfinder eine Maschine konstruiert. die zu dem Bildstreisen auch gleich noch die entsprechenden Düfte mitliefert! Diese Kino=Duftorgel soll bereits über 4000 verschiedene Dufinuancen produzieren. Kommt also, nicch dem Ton= und Farbenzim, nun auch noch der DuftFilm? Wird der Naturalismus uns bis in die Nase steigen? Wird mit der Balltoilette zugleich das Parfüm, mit der Zigarette der Tabalsduft, mit dem Mosel zugleich die„Blume“, aber auch mit dem Verbrecherviertel gleich der entsprechende Milieugeruch von der Duftorgel vorgespielt werden? Als zur Blütezeit des Naturalismus ein Milieudrama aus einem Hinterhaus, es war im Berlin der 80er Jahre, uraufgeführt wurde, da versiel der Spielleiter auf die Idee, auf der Bühne richtiges Sauerkraut kochen zu lassen: damit ja den Premierenbesuchern die proletarische Illusion recht deutlich werde! Das Sauerkraut hat sich regietechnisch nicht durchgesetzt. Ob es mit dem Schwyzer Duftfilm anders gehen wird...“ Was wiegt ein Eil Ein Huhn legt etwa 50 bis 300 Eier im Jahr. Das Ei eines Huhnes wiegt bei gewöhnlichen Rassen 50—80 Gramm, bei Zwergraßen 50—22 Gramm. Vom Eigengewicht enhallen 10 oh. auf die Schale. 57 vH. auf oas Elweiß und 33 uy. auf das Dollec. Eine Ente legt etwa 120 Eier jährlich, ihr Ei wlegt 70—80 Gramm, ein Ganseei 100 Gramm. Die Eiererzeugung einer Gans schwantt zwischen 30 und 40 Stuck im Jahr. Ein Tauvenei wiegr 19,4 Gramm. * Vom Karpfen, sein Gewicht und Alter Die Zeit des Karpzens lätt es berechtigt erschetnen, sich vieses kostvale Tier nüher zu verrächten. Dee Karpsen kann ein Gewicht bis zu 35 Kllogramm erreichen. Das geht naturlich nicht auzu schnell; er erreicht daher evenso wie der Hecht ein sehr hohes Alter, nämlich bis zu 100 Jahren. Die Forlpstauzung der Karpfen ist sehr stattlich, ihre jahrttch# produktion schwanct zwischen 2#0###o bis 700 000 Stück. Noch reger ist der Kabeljau mit 4—5 Millionen Eiern im Jahr. Wieviel Wasser enthält der Menscht Das Skelett des Menschen seg: sich aus 231 Knochen zusammen, es wiegt elwa 1000 Gramm. Wutzten Sie, daß der Mensch 40—50 Liter Wasser in trägt, das meist kollodial gedunden ist? kleinee Teil ist flüssig, so im Blut 3 Liter, in der Lymphe 1 Liter. Von der Oesamtwassermenge entzült die Muskulatur 29 Liter, das Fettgewebe 8.5 uuU dan Stelett 8.4 Liter. Ses NGSSUN (2. Fortsetzung.) „Vor vielen hundert Fahren sah das hier einmal ganz anders aus. Da standen Sümpfe im Land und endlose Wälder.“ Das Mädchen hielt seinen Begleiter im Arm fest.„Glauben Sie wohl, Wossil Petrowitsch, daß nur verhältnismäßig wenige Geschlechter dazu gehört haben, um dies alles zu schaffen? Wir haben eine alte Chronik, in der alles verzeichnet steht. Und die Frauen waren nicht zuletzt an der Landgewinnung beteiligt. Nicht daß sie auszogen mit dem Spaten oder die Knechte beaufsichtigten. Aber sie sorgten in Küche und Keller und sparten für kommende schwere Tage. Und als diese dann ausblieben, kam es ihnen in Reichlum und Ansehen zugute.“ Der Russe hörte die Mädchenstimme nachschwingen in einem sorgenden Ernst. Da neigte er sich ein wenig vor.„Könnten Sie sich entschließen, dieses Land je zu verlassen, Jelisaweta?" Lite hob überrascht den Kopf.„Verlassen? Wer hat denn gesagt? Ich gehöre doch hierher. Zu den kltern und Hellmut, zu jedem einzelnen aus dem Dorf. . Markehnen. Ja, auch zu den Feldern, Wäldern und „Sie denken nicht weit, Jelisaweta!“ Der Russe hielt setzt den Schritt an. Vor ihnen auf dem Weg entfernten sich die drei anderen, holten weit aus, ein Zeichen, daß sie lebhaft sprachen.„Sie könnten einmal einen Mann liebgewinnen, der nicht aus dieser Gegend Wossil Petrowitschs Augen wagten in diesem Gerzsching nicht das Mädchen voll anzusehen. Er schaute vorbei. Aber sein Gesicht brannte heiß. Seine Hände krampften sich fast schmerzhaft zusammen. „Sie sind heute kein netter Gesellschafter!" Lite merkte des Mannes innere Erregung nicht.„Sie quälen mich mit Dingen, die keine Wirklichkeit von mir fordert.“ Des Mädchens Gesicht wurde ganz kläglich.„Ich habe doch noch gar keinen Mann lieb.“ So rührend kindlich klang das, daß Wossil Petrowitsch sich schämte, an Lites allzu große Jugend mit etwas zu rühren, wozu ihre kindliche Art ihr noch ein paar Zeit ließ.„Verzeihen Sie, Felisaweta“— er Frehle sie an den Schultern zu sich—„ich vergaß, daß Sie noch ein halbes Kind sind. Ich will mich bessern.“ Die Stimme klang gewollt komisch=verzagt. lachen.„Kommen Sie, Wossi! Petrowitsch. Es ist schon gut. Sagen Sie mir lieber, ob es nicht gestern der allerschönste Tag gewesen ist.“ zann der Mann zu necken, erinnerte an das kalte Wasserbad und die mondscheinbeschienene Kahnfahrt, nicht zu ihr passe, da sie nicht entimental verspielt sei wie viele ihrer Altersgefährin diesem Augenblick ging plötzlich das dumpfe wilde Beraune vieler Stimmen durch die Luft.„Hilfe!" Lite ght. 2ch ihres Begleiters Rock.„Da ist etwas gedie drei Männer gegangen waren, ballte sich jetzt ein Knäuel. Ein Messer blitzte durch die Luft. Da riß Wossil Petrowitsch sich los. Der Straßenstaub wirbelte um ihn als undurchsichtige Wolke. In Sekunden durchmaß er den Weg, für den man sonst Minuten gebrauchte. Auf den ersten Blick erfaßte er die Lage. Es war ein Trupp wandernder polnischer Landarbeiter, wie man sie hier in der Gegend zur Ernte gebrauchte. Die Leute schienen aber nicht zur Arbeit gewillt. Ein baumlanger Kerl hatte sich zum Anführer gemacht. „Iu. einem entsetzlichen Deutsch, mit Polnisch unterMischt, Anchte er auf die drei Männer ein. Das Messer zuckte in seiner Hand. Wossil Petrowitsch hörte etwas Schindearbeit und Hungerlohn. Gewalt gegen Gewalt! Verfluchte deutsche Wirtschaft! Sogar das Wort„Boches“ gellte auf, in dem Mund dieses Mannes ein surchtbares Zerrbild des Deutschenhasses in der „Das Maul wird man euch stopfen!“ An Rittmeister von Plessows Stirne schwoll die Zornesader. Er trat sinen Schritt gegen die Fremden vor, die sich wie eine Rottr Aufrührer zusammenballten. Doch es war Wille in ihnen. Ein Teil von ihnen drängte Otto von Plessom und Hellmut von Tacherode ab. Jeder sah sich handfester Männer gegenüber. Gustan von Plessow schaute hinter diese niedrigen Stirnen, sich so dumpfen Gesichter. Er erkannte in diesem Augenblick, daß es nicht der berechtigte oder unberechtigte Groll von Menschen war, die sich einen Ausweg schaffen wollten, sondern ein jenseits der Grenze aufgepeitschter Haß, den man durch Jahrzehnte hindurch geschürt und der hier— wohl zu früh— seinen frechen Brand aufflammen ließ. Zur Pistole grifs Plessow. Er sah, wie der Bruder, ch#####nd sich nur noch schwer der Uebermacht ersebendig den Plagz= zurück, oder keiner verläßt Das Blitzartige, Ueberraschende schleuderte ihm die Pistore aus der Hand. Und schon zuckte das Messer vor ihm aus. Von füns, sechs der Rotte fühlte er sich en. Keiner konnte ihm helfen. Verdammt— von einer motte rändiger Hunde einfach abgeschlachtet zu trotdem es Hunigg Plesiow spannte alle Kräfte an, erschien. Sein Bruder und mut sahen das Furchtbare, ohne helfen zu können. erwehrten sie sich der eigenen Feinde. murde Jor as Messer aber wirklich zustoßen konnte, Grits zu m Angreifer gepackt, mit einem schmerzenden greiser 1.1 oden gerorsen. Des Rittmeisters andere Anz1 Betrowitsch bst von ihm ab. Wosgristen, sa: hatte die zu Boden gefollene Pistole erkrührern. 4 Warnung in die Luft. Den Das lähmie!u herrischer Worte entgegen. für einen Augenblick. Doch die Verzweiflung der Lage gab dem fremden Volk eine WillensURNEBER-RSCHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WEROAU kraft, die man nicht bei ihm erwartet. Es rückte enger zusammen, versuchte mit List und Geschmeidigkeit, was ihm sonst versagt. Es war bereits ein zähes und erbittertes Ringen. Lite war schrittweise nähergekommen. Einen Stecken hatte sie sich aus dem angrenzenden niedrigen Holz gerissen. Es sollte ihr keiner zu nahe kommen. Auch wirkten ein paar ordentliche Stockschläge oft besser als Messer und Schußzwaffe. Das Herz schlug ihr bis zum Hals hinaus. Sie preßte die Lippen fest aufeinander. Nein, schwach werden gab es nicht. Frauen, die auf Markehnen aufgewachsen waren, zeigten keine Furcht nach außen, selbst wenn sie fast die Adern von innen zersprengte. Ein leiser Wind spielte über das Kornfeld, streichelte über das bräunliche zarte Gesicht des Mädchens, auf dessen Stirn sich kleine Schweißperlen bildeten. Lite merkte es nicht. Sie wußte, daß sie in der Erregung des Augenblicks von keinem bemerkt würde. Langsam schlich sie sich näher. In einer verzweifelten Lage befand sich ihr Bruder. Sie mußte ihm helfen. Wossil Petrowitsch war der einzige, der des Mädchens Gestalt greifnahe auftanchen sah.„Felisaweta, zurück!“ Doch seine Stimme erstickte vor Angst schon in der Brust. Er achtete in diesem Augenblick nicht so sehr auf die Angreifer, die ihn in den kämpfenden Knäuel hineinzogen. Bevor des Angreisers Messer aber mörderisch zustoßen konnte, warf Rittmeister von Plessow sich vor seinen Retter. Der Stich drang ihm tief in den Arm. Im Augenblick färbte sich sein Rockärmel dunketrot. Lite fühlte sich mit in den Kampf der Männer gerissen. Ihrer kleinen schmalen Gestalt aber gelang ein Hindurchschlüpfen. So konnte sie den Holzknüppel mit volle: Wucht auf den Kopf von Hellmuts Bedränger niederfallen lassen. Der unvermutete Hieb von einer unerwarteten Seite gab der Rotte die erste Auflockerung. Außerdem tauchte in der Ferne berittene Polizei auf. Man hatte am Morgen Unbotmäßigkeiten gegen einen Gutsbesitzer zuschulden kommen lassen, sie wurden gesucht. Der Anführer rief das Zeichen zur Flucht, die allerdings nicht mehr allen glückte Trotz seines verwundeten Armes umklammerte Gustav von Plessow allein zwei mit Riesenkräften. „Eine verfluchte Geschichte!" Der Landjäger befestigte die Hände der beiden Strolche am Sattel.„Und das Schlimmste ist, sie stehen nicht gegen einen bestimmten Herrn, sondern treiben sich zum allgemeinen Schaden in der Gegend herum. Drüben im Dorf haben sie vor ein paar Stunden einen Tagelöhner erschlagen. mei“ seine Frau ihnen kein Brot geben wollte. Es steckt hinter dieser Sache etwas anderes.“ Der Mann gab seinem Pferd die Sporen. Sein Gesicht schaute sorgenvoll über das Land. „Alle festnehmen, über die Grenze abschieben!" Otto von Plessow kaute die Worte schwer zwischen den Zähnen hervor.„Und die Ernte?“ Der Landjäger zögerte. Ja, die Ernte! Man war auf diese fremden Arbeiter suagnisser: Der Rittmeister preßte die Hand auf den Menernin. Die Polizei sah er nur noch in weiter Fernc wie eine Staubwolke. Dann neigte sich Wossil roritsch zu ihm nieder.„Sie haben mir das Leben rettet!“. Er zog dem anderen behntsam die Jacke aus. Gustav von Plessow wurde unwillig. Er liebte die großer. Worte nicht, vor allem, da der andere ein paar Minuter vorher auch vor seinem Leben einsatzbereit gestander hatte. Ohne mit der Wimper zu zucken hielt er dem Russen seinen Arm hin. Von dessen geschickten Fingern suchte er zu der ernsten Angen auf. Sie sprachen auch in dieser Stunde nicht viel. Und doch las Gustau von Plessow in ihnen, daß der Russe sich auch Gedanken machte über den feindlichen Ausbruch der fremden Landarbeiter. Irgendwie stand die Welt voll Feinde, voll heimlicher tückischer Feinde, die immer mit dem Schwachen und Neidischen verbunden waren, weil das Starke, Aufrechte und Schweigsame sich immer Freund bleiben würde. Gustav von Plessow streckte dem anderen die gesunde Hand hin. Einer hatte mit dem Leben für den anderen gestanden. Eine bessere Blutsbrüderschaft gab es nicht. Wossil Petrowitsch verstand. nahm die dargebotene Hand. Und ohne daß einer von den beiden Männern ein Wort gesprochen, fühlten sie, daß sie unlosliche Freunde geworden. So duldete er sogar, daß Lite ihm den Verband mit geschickter Hand zurechtlegte, obschon ihm unter den kleinen zarten Fiugern nicht recht behaglich zumute wurde. Sie besaßen etwas Schmeichelndes, Kosendes, das ins Blut überging und die Wangen heiß machte. Noch nie hatte der Rittmeister ein ähnliches Gefühl empfunden. Fast unwirsch entzog er dem Mädchen endlich den Arm.„Es ist schon gut so!“ Das Haar fiel ihm wirr und schwarz ins Gesicht, das innere Hilflosigkeit mit äußerer Barschheit verdeckte. gun##rst erschrocken einen Schritt zurück. Beinahe Hntie ii thre bloße Gegenwart entschuldigt. Doch Hellmut überbrückte die Lage, fand aus der ernsten Stunde in den Frohsinn des Nachmittages zurück. Wossil Petrowitsch war iym dankbar. Er litt unter dem Vorgefallenen mehr als irgend zemand ahnte. Weit in der Welt war er herumgekommen. Stimmen von Paß und Neid klangen ihm von Bekannten im Ohr, gegen ein Land, das ihm wie ein zweites Vaterland en. Oder vielmehr wie ein Mutterland. Denn alles Weiche, Zärtliche, das der Ernste in sich trug, wach, in dessen.....“ Schloß Markehnen Räumen das heitere Rokoko mit dem die traute Gemütlichkeit der Gegenwart zu gewinnen. Ranm in einem anderen Land kand der Mann so viel zreunde wie in diesem Deutschland, dart an der russischen Grenze. Es durste keinen Wettenbrand geben: Der Russe wurde egoistisch. Er hätte in diesem Angenblick sich selbst als Dreypunkt der Wett einsetzen mögen. Wofsil Petrowitsch satz vor sich Lite von Tacherode schreiten. Die Sonne fiel durch die Waldbäume warm am ihre brannen Locken, tanzte in goldigen Strahlen so lebensgläubig wie das Mädchen selbst, das, dem Augenblick hingegeben, über den Weg sprang, um endlich mit dem Bruder um die Wette zu laufen. Die beiden Plessow mit dem Russen folgten langsamer. Ja, es war etwas unendlich Schönes, so sorglos leben zu können wie an diesem Nachmittag. Die Frau Försterin hielt Kaffee und Bienenstich bereit. Auf der großen Wiese hinter dem Haus war der Tisch gedeckt. Lite machte die Wirtin, schenkte ein und lebte in einem beständigen Kampf mit Waldi. dem schwarzen Dackel, der ihr vor Anhänglichkeit so lange am Kleid zupfte, bis sie endlich das übliche Spiel mit ihm begann. Steinchen warf sie auf die Wiese hinaus. Er wühlte und suchte danach. Rund um das Fleckchen Glück und Frieden rauschten die Waldbäume ihr geheimnisvolles Lied, das man immer dann am besten verstand, wenn man innerlich still war und die Weise in sich wirken ließ. An diesem Nachmittag aber bannte man dieses Schweigen aus dem Kreis. Lite lieh sich ein Tuch von der Försterin. Wenn die Männer es auch kindisch fanden, das Mädchen steckte sie mit seiner harmlosen Fröhlichkeit an. Es gab ein Blindekuhspielen, wie man es einmal vor ein paar Jahren noch mit aller Seligkeit gespielt hatte. Die Wiese gab den herrlichsten Tummelplatz ab. Waldi bellte glücklich, sprang an Lite empor, die mit ausgebreiteten Armen durch das hohe Gras stolperte. Blindekuh! Blindekuh! Es jubelte über den ganzen Platz. Hellmut entwich der Schwester mit geschicktem Sprung. Otto von Plessow entzog sich den greisenden Händen mit einer einzigen Wendung. Tranmsicher ging das Mädchen an ihnen vorüber. Es schien, als suche sie instinktiv jemand. Wossil Petrowitsch stand dicht an ihrem Weg. Lite saßte ihn nicht. Noch immer waren die Arme ausgestreckt. Rittmeister von Plessow sah sie auf sich zukommen. Er wollte weglaufen. Im gleichen Augenblick hängte sich Waldi an ihn, janlte so freudig, daß Lite eigentlich gar nicht mehr hätte zufassen brauchen. Denn außer ihr und seinem Herrn liebte Waldi nur noch den schwarzen Rittmeister von Heidkuhnen so stürmisch. Gustav-von Plessow fühlte wieder die kleinen zärtlichen Finger. Diesmal an seinem Gesicht. Wossi! Petrowitsch beobachtete aus der Ferne die kleine Szene, über der die beiden anderen Zuschauer sich köstlich vergnügten. Sein Gesicht wurde finster. Eifersüchtig? Er schrak plötzlich auf. Weder das Mädchen noch der Mann hatten ihm ja zu diesem häßlichen Gefühl Anlaß gegeben. Plessow war als Frauenverächter bekannt. Lite mochte noch zu jung sein, um ein wirkliches Gefühl in sich keimen zu lassen. Und dann— Gustav von Plessom war sein Freund, dem er sich mit seinem Blut verschworen hatte. Er riß sich zusammen. Und als ihm sei das geheimnisvolle Tuch vor die Augen gebunden wurde, war er genau so unbekümmert wie die anderen. Herrlich ging es sich auf dem weichen Wiesenboden. Immer könnte man so wandern, wie in das Glück hinein. Wossil Petrowitsch breitete beide Arme aus. Und als er sie wieder schloß, fühlte er, daß das Schicksal ihm diesmal das so heiß ersehnte Ziel gegeben hatte. Etwas Zierliches, rührend Kleines hatte er allzu stürmisch an sich gerissen. „Als ob Sie Attacke ritten!“ Lite konnte den Mund nicht halten bei diesem heftigen Ungestüm. Wossil Petrowitsch neigte sich ein wenig zu seiner Gefangenen hinab.„Ich möchte Sie immer so in meinem Arm halten!“ Seine Stimme warb.„Im Spätherbst komme ich wieder zur Jagd. Darf ich Sie dann ctwas fragen?" Dem Mädchen wurde es für einen Herzschlag lang schwach Wossit Petrowitsch war der erste Mann, der etwas Derartiges zu ihr sagte. Und Wossil Petrowitsch war ihr Jugendfreund, vor dem sie kaum je ein Geheimnis gehabt. Trotzdem hätte er nicht fragen sollen. Es beängstigte sie, daß ihr die Kehle wie zugeschnürt war. Die Frage stand wie eine fremde Gewalt in ihrem Tasein. Sie hatte sich noch nie damit auseinandergesetzt. Wossil Petrowitsch nahm das verhüllen Luch ab, schaute in ein blasses Gesichtchen, in dem der Blick verängstigt hin und her flatterte. Er berente es, die Frage getan zu haben. Aber konnte es nicht sein, daß ihm in einem halben Jahr der Abwesenheit ein anderer zuvorkam? Nicht Gustav von Plessow. Nein, der nicht! Wossil Petrowitsch stellte diesen Gedanken ganz hintenan. Den Rittmeister bewegten andere Dinge im Kopfe als sich schon so bald zu binden. Aber irgendwer konnte kommen. Lites zarte Jugendschönheit, überstrahlt von der Sonne eines angeborenen Frohsinns, brachte sicher allzu bald Bewerber ins Haus. wirklich nicht nett, Wossil Petrowitsch!“ Des Mädchens Mund zuckte ein wenig. Der Mann hielt jetzt nur mehr ihre Hand fest. „Können Sie manchmal ein wenig lieb au mich denken. Jelisaweta?“4 Lite hörte das Bangende in dieser Frage. Sie mochte den Jugendfreund nicht traurig sehen.„Sie sind doch mein Freund.“ Sie hätte dem Mann in diesem Angenblick nichts Schöneres sagen können. Es genügte ihm vollkommen. Bei der Hinfahrt war er genau so aufgelockert wie die anderen. Man sang deutsche Volkslieder, mit munterem neckischen Einschlag. Dazwischen erklang Wossil Petrowitschs schöne Stimme in der dunklen Färbung seiner Heimat. Die Weisen antworteten sich. spielten ineinander. Der alte Heinrich Barnow wurde aus seiner Hütte am Moor getrieben. Nachdenklich schante dahinrollenden Wagen nach. Die russischen Melodien behagten ihm nicht. Er hatte über Russen, Polen und alles Volk jenseits der Grenze ein Urteil eine fahrende Landarbeiterin, ein hülbsches heißblütiges Mädchen, den Sohn von ehrsamer Arbeit weggelockt. Nie mehr hatte er etwas von ihm gehört. Gertsetzung folgt.)