Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit, o N#e Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 R## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 J Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Berriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Ferne. 2770 Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. as Ne#(einschl. Trägerlohn). Postbezug. monatl. R.4 2.—(einschl. 28.2 Rce Zeitungsgebühr und 0.44 N### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N## Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770- Postscheckk.: Dortmund 2852 * Schwerter Zeimatblatt: Tageblatt für die Htadt Schwerte, die Amter Westhosen Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeitung Nr. 303 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, 28. Dezember 1939 71. Jahrgang Wie Engländer über Soldatum denken- Die„Fdee“ eines Polizeirichters Berlin, 27. Dez. Uns Deutschen ist der Wafsendienst der höchste Ehrendienst. Er macht den namenlosen Mann zum Kameraden des Namhaftesten, er stellt beide auf dieselbe hohe sittliche Ebene in einem Dienst an Volk und Vaterland und der Ehrlose wird seiner nicht wert gehalten. Anders bei Engländern und Angelsachsen. Ihnen ist der Rock des Soldaten ein Kleid der Unehre, sein Träger verachtet, außer natürlich in Notzeiten, wie jetzt, wo selbst der jüdische Kriegsminister Hore Belisha. für seine Person freilich auch jetzt noch die Uniform meidend, es vorteilhaft findet, den Soldaten zweckdienlich hoch zu schätzen,„einige Stunden dem Besuch der Militärlager an der Südostküste Englands zu widmen“ und allenthalben spekulativ erfreut zu sein durch die „ausgezeichnete Haltung der Truppen“. Wie das Angelsachsentum des Empire aber in Wahrheit nach wie vor über Soldat und Soldatentum denkt, welchen schmutzigen Händen es bereit ist, die Sache des Weltreichs anzuvertrauen, dieses laut Lord Curzon„durch die Vorsehung berufene größte Werkzeug zum Guten, das die Welt je gesehen“, das zeigt, wie ja oft Kleinigkeiten große Offenbarungen enthalten, die Aufforderung eines angelsächsischen Polizeirichters in der kangdischen Stadt Hamilton Ontario), Burbidge heißt der Ehrenmann, der die Verurteilung eines Ladendiebes zum Anlaß nahm, die Bildung eines ausschließlich aus Verbrechern bestehenden Bataillons zum Kampf gegen Deutschland dringend zu empfehlen. Wir notieren diese Selbstbesudelung. Greller kann der krasse Gegensatz zwischen angelsächsischem und dschem Kriegsethos nicht beleuchtet wan Beweise für englische Piraterie Italienisches und ungarisches Schiff in türkischen Hoheitsgewässern aufgebracht Istanbul, 27. Dez. Der am 13. November von Istanbul nach Genua ausgelaufene und mit Weizen und Brettern und verschiedenen Stückgütern für Italien beladene Dampfer „Cape Mele“ der Company Genovese di Navigazione Vapore Genue wurde am 14. November beim Verlassen der Dardanellen innerhalb der türkischen Hoheitsgewässer, etwa eine Oberbefehlshaber und Soldaten am Weihnachtstisch Gemeinsam mit den Soldaten der Westfront verlebte auch der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, den Kriegsweihnachtsabend inmitten seiner Soldaten, im kameradschaftlichen Kreise einer Mö=Kompanie am Westwall, von wo aus er über den deutschen Rundfunk zum ganzen deutschen Heer sprach(unser Bild).(PK=Scherl Bilderdienst Der Wehrmachtbericht Berlin, 27. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bis auf geringes feindliches Artilleriefeuer herrschte auch am 2. Weihnachtsfeiertage an der Frout Ruhe. Moseicki in der Schweiz Der ehemalige polnische Staatspräsident fährt seinem Guthaben nach Bukarest, 27. Dez. Der frühere polnische Staatspräsident Moseicki ist Montagabend mit seiner Familie nach der Schweiz abgereist. Der Gesundheitszustand Moscickis, der zuletzt in Craiova interniert war, hatte sich in den letzten Monaten verschlimmert, so daß Spezialärzte sich dahin ausgesprochen hatten, daß er sich alsbald in ein Sanatorium in der Schweiz begeben solle. Auf Grund dieses Attestes hat der rumänische Ministerrat am Sonntag beschlossen, Moseicki die bis dahin verweigerte Ausreiseerlaubnis zu erteilen. Jugoslawien und Italien haben der Durchreise zugestimmt. Bekanntlich hat Moseicki „vorgesorgt“ und auch die Schweizer Staatsbürgerschaft erworben. Weiter hat er auf jede Regierungshandlung verzichtet. Moseicki wird selbstverständlich auch das notwendige Guthaben in der Schweiz haben, um die „Früchte seiner Politik“ weitab von seinen Landsleuten, die er im Stich ließ, in beschaulicher Ruhe zu genießen. Präsident Roosevelt ernannte, wie„Associated Preß“ meldet. Myron Taylor zu seinem persönlichen Vertreter im Vatikan. Taylor war früher Vorsitzender der United Staates Steel Company. Des Führers Weihnacht im Felde Ein eindrucksvolles Bild, das von einem der Weihnachtsbesuche des Führers bei seinen Soldaten an der Westfront berichtet: Molf Hitler spricht zu den Männeen einer Jagdgruppe im Mannschaftsraum einer Feldflugplatzen.(Presse=Hoffmann) Deutschland trauert Menschenwerk bleib, was von Minschen erdacht und gemacht Berlin 27. Dez. Die I### der Todesopfer des folgenschwersten Eisenbahnunglückes in Genthin hat sich immer noch erhöht. Durch den Tod zahlreicher Schwerverletzter ist die Zahl der Toten bis auf 196 gewachsen. Noch schweben weitere Schwerverletzte in Lebensgefahr. Da die Namen einiger Getöteter noch nicht haben festgestellt werden können, arbeiten Fachkommissionen der Kriminalpolizei. im Verein mit der Unfalstelle der Reiehsbahn in Genthin an der Identifizierung der Leichen. Für Auskunfterteilung an die Angehörigen stehen alle Reichsbahndirektionen(Pressedienst) und die Unfallstelle im Bahnhof Genthin jederzeit zur Verfügung. * Mit tiefer Erschütterung und ganz aus dem Herzen kommender Anteilnahme für die Opfer und ihre Angehörigen hat das deutsche Volk die Nachricht von den beiden schweren Eisenbahnunglücken auf dem Bahnhof Genthin und am Bodensee vernommen. Wieder ha eine Schicksalsfügung es gewollt, daß jene, merkwürdige Gesetz der Serie seine grausame Anwendung fand, das von der Duplizität der Ereignisse spricht und die unerklärbare Erfahrungstatsache ausdrückt. nach der ein Unglück selten allein kommt. An der Bahre so vieler Opfer erkennen wir, daß dem menschlichen Wirken Schranken gesetzt sind. Wir haben Maschinen konstruiert und gebaut, die als Wunderwerke der Technik gelten dürfen und in ihrer Vollkommenheit jede Störung, jedes Versagen und damit auch jede Gefahr auszuschließen scheinen. Jahrelang haben sie sich bewährt, haben einwandfrei funktioniert und müßten, nach menschlichem Ermessen, auch weiterhin glatt und reibungslos funktionieren. Bis dann unversehens eine offensichtlich kärkere Macht Meile von Tenedos entfernt, von einem englischen Dampfer angehalten. Nach einer Kontrolle der Ladung erzwang ein britisches Prisenkommando unter Gewaltandrohung die Uebernahme des Dampfers und überführte diesen nach La Valette, wo das Schiff neun Tage lang festgehalten wurde. Auch auf der Rückreise wurde das Schiff am 13. Dezember bei Tenedos wiederum innerhalb der türkischen Hoheitsgewasser erneut von britischen Kriegsschiffen kontrolliert. Einer weiteren Meldung aus Istanbul ist zu entnehmen, daß auch der ungarische Dampfer„Tisza“, der mit einer für Ungarn bestimmten Ladung Feigen und Rosinen aus Smyrna kam, von einem englischen Kriegsschiff aufgebracht und nach Malta verschleppt wurde. Offenbar operieren diese britischen Kriegsschiffe in den türkischen Hoheitsgewässern ohne Hemmungen wie auf offener See, und die stillschweigende Duldung dieser Vorfälle läßt die Neutralitätserklärungen dieses Landes immerhin in etwas eigenartigem Licht erscheinen. Man hört zwar, daß türkische Ausfuhrkreise in Smyrna wegen dieser britischen Behinderung ihrer Ausfuhr bei ihrer Regierung in Ankara Einspruch erhoben, aber man hat trotzdem noch nichts davon vernommen, daß die türkische Regierung Maßnahmen zum Schutze ihrer Hoheitsgewässer ergriffen hätte. Die Uebergriffe der britischen Kriegsschiffe, die in neutralen Hoheitsgewässern neutrale Schiffe anhalten und kontrollieren und trotz ihrer einwandfrei für neutrale Empfänger bestimmten Ladungen in die Kontrollhäfen aufbringen und wochenlang festhalten, sind ein erneuter Beweis für die britische Willkür und Rücksichtslosigkeit in der Seekriegsführung, Vertrauen zum Führer noch gestärkt Ein belgisches Batt über die deutsche Einstellung zum Kriege Brüssel, 27 Dez. Das„Vingtieme Siecle" setzt in seiner Weihnachtsausgabe seine Artikelserie über„Deutschland im Krieg“ fort. Der Sonderberichterstatter weist darauf hin. daß das deutsche Volk die volnische Frage ganz anders beurteile, als dies im Ausland vielfach der Fall sei. Für die Deutschen sei der Feldzug in Polen eine Polizeiaktion gewesen, die den Zweck gehabt habe. Hunderttausende von deutschen Volksgenossen die die Opfer einer unerträglichen Unterdrückung waren, wieder in das Reich zurückzubringen. Man müsse anerkennen, daß es der ganzen Autorität des Führers bedurft habe, um dem deutschen Volke die Annäherung mit Polen im Jahre 1933 verständlich zu machen. Eine solche Annäherung habe nämlich weder in in den Gefühlen der deutschen öffentlichen Meinung noch in ihren Wünschen gelegen Er(der Berichterstatter) habe das selbst oft genug auf seinen Reisen durch Deutschland feststellen können. Alle früheren deutschen Regierungen hätten übrigens wiederholt gegen die Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages in Osteuropa protestiert. Die deutschen Behörden hätten daher keine großen Anstrengungen machen müssen, um die öffentliche Meinung von der Notwendigkeit einer Aktion in Polen zu überzeugen. Man habe im Ausland nicht immer die wirkliche Erniedrigung verstanden, die die Deutschen zwanzig Jahre lang gefühlt hätten bei dem Bewußtsein, daß ihre Volksgenossen einem Volke unterworfen seien, das sie mit voller Mißachtung betrachtete. Hinsichtlich der Tschecho=Slowakei ist der Korrespondent der Meinung, daß Deutschland keine Abänderung des gegenwärtigen Zustandes annehmen würde. Es sei, was Oesterreich angehe, ganz unnütz zu sagen, daß die Deutschen selbst die Möglichkeit von Verhandlungen niemals in Erwägung ziehen würden. Hier handle es sich unanfechtbar um deutsche Erde, die ssich ins Reich eingegliedert habe. Man mache auch in Deutschland geltend, daß ein friedlicher Versuch des Anschlusses zweimal infolge des Vetos der Alliierten gescheitert sei. Im übrigen müsse man feststellen, daß der Pressefeldzug gewisser französischer Zeitungen, die die Zerstückelung des Reiches predigten, in ganz Deutschland ein unbestreitbares großes patriotisches Gefühl hervorgerufen habe. Der Deutsche habe dadurch sein Vertrauen zum Führer nur noch gestärkt und sage sich, daß dieser ihn nicht getäuscht habe, da Hitler gesagt habe, daß Polen in der Meinung der Engländer und Franzosen nicht schwer wiegen würde, wohl aber die Zerstörung des Reiches. 9 eingreift und menschliches Ueberlegen und Planen, Arbeit und Wirken der Menschen durchkreuzt. Wer den Dienstbetrieb gerade der Deutschen Reichsbahn kennt, weiß aus der Erfahrung genau, daß hier auf mustergültige Ordnung, auf Pünktlichkeit, unbedingte Zuverlässigkeit und selbstlose Pflichttreue stets entscheidender Wert gelegt worden ist und auch weiterhin geleat wird.6 6 Nicht umsonst erwarb sich dieses größte Unternehmen der Welt sowohl im In= als auch im Ausland das ihm nun schon seit Jahrzehnten gehörende Vertrauen der Reisenden. Dieses Vertrauen ist die Quittung einer Leistung, die sich aus millionenfacher Einzelleistung von Mensch und Maschine zusammensetzt. Tag und Nacht rollen die Züge über Schwellen und Schienen, kommen an und fahren ab nach einem Fahrplan, der für sich allein ein wahres Kunstwerk darstellt. Daß wir diesen ununterbrochenen Eisenbahnverkehr, zu dem in diesem Kriegsjahr im Hinblick auf das Weihnachtsfest ungeheure und vom Laien nur zu ahnende Beförderungsschwierigkeiten— bedingt durch den Urlauberverkehr durch den Materialnachschub zum Osten und zur Westfront und durch andere kriegsnotwendige Erscheinungen— hinzukamen, als eine Selbstverständlichkeit empfinden, ist nicht zuletzt das Verdienst des Reichsbahnpersonals Die Lokomotivfuhrer, die Weichensteller, die Bahnhofsbeamten, die Männer an den Signalhebeln und alle anderen Reichsbahnbediensteten erfüllen zum größten Teil schon seit Jahren ihre Pflicht und haben sich als zuverlässige Beamte erweisen. Aber zeigt sich ein Versagen. wo Pflichtverletzung oder gar Leichtsinn festgestellt wurde ist immer mit unnachsichtlicher Strenge vorgegangen worden und wird auch in Zukunft so verfahren. Nach jedem Unglück pflegt eine Kommission von Fachmännern alle Einzelheiten zu erforschen, wie es zum Unglück kam durch welche Umstände es verursacht wurde und was zur Vermeidung einer Wiederholung geschehen muß. Aber wir haben uns damit abzufinden, daß Menschenwerk bleibt, was von Menschen erdacht und gemacht wurde, und daß Menschenwerk niemals von absoluter Vollkommenheit sein kann Es ist schwer, Worte des Trostes für die Hinterbliebenen der beiden schweren Eisenbahnunfälle in Genthin und am Bodensee zu finden. Wenn es ihren Schmerz zu lindern vermag, so dürfen wir ihnen versichern, daß die deutsche Volksgemeinschaft an ihrem Verlust innigsten Anteil nimmt und die Toten als Gefallene der inneren Front ehrt. Wenn Eisenbahnunglücke zu jeder Zeit vorgekommen sind und sich wohl auch niemals ganz vermeiden lassen, so sind die beiden Katastrophen von Genthin und am Bodensee doch sehr wesentlich durch die Umstände mitverursacht worden, die der uns aufgezwungene Krieg herbeigeführt hat. Hop un Enne underheiruleie Malter Patenschaften der RSDAP. für Kinder vor der Ehe gefallener Kriegsväler Ein Fernbeben aufgezeichnet Heidelberg, 27. Dez. Der Seismograph der Königstuhl=Sternwarte verzeichnete in der Nacht zum 27. Dezember ein sehr schweres Erdbeben. Der erste Einsatz erfolgte um 1 Uhr 2 Minuten 22 Sekunden. Das Hauptbeben wurde um 1 Uhr 10 Minuten 7 Sekunden aufgezeichnet. Das Beben erlosch um 3 Uhr 55 Minuten. Die Entfernung des Bebens beträgt ungefähr 2000 Kilometer. Todesurteil vollstreckt Berlin, 27. Dez. Am 23. Dezember 1939 wurde der am 3. Oktober 1918 geborene Paul Lehmann hingerichtet, der durch Urteil des Sondergerichtes für den Oberlandesgerichtsbezirk Breslau vom 24. Növember 1939 wegen Verbrechens gegen§ 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 zum Tode verurteilt worden war. Lehmann hatte am Abend des 17. Oktober 1939 zwischen Pronzendorf und Kunern eine BdM=Gruppenführerin, die nach Ausübung ihres Dienstes allein auf ihrem Rade nach Hause fuhr, überfallen und genotzüchtigt. Er hatte sich hierbei zunutzegemacht, daß die Straße infolge der Kriegsverhältnisse nur wenig belebt war Zwei Gewaltverbrecher hingerichtet Berlin, 27. Dez. Am 23. Dezember 1939 sind oer 25jährige Franz Schrauvstetter und der 36jährige Colestin Kaußner aus Aschheim bei München hingerichtet worden, die durch Urteil des Besonderen Strafsenates des Reichsgerichtes vom 18. Dezember 1939 wegen gemeinschaftlichen Totschlages und Verbrechens gegen die Verordnung gegen Gewaltverbrecher zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden waren. Schrauvstetter und Kaußuer, zwei vielfach vorbestrafte Verbrecher, überfielen nach einem voraufgegangenen Wirtshausstreit einen Arbeitskameraden in der gemeinschaftlichen Wohnung grundlos und marterten ihn in grausamster Weise zu Tode. Verräterin am Deutschtum 10 Jahre Zuchthaus Berlin, 27. Dez. Das Sondergericht in Königsberg verurteilte die Ehefrau Martha Sattler aus Wirtberg, Kreis Insterburg, zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, weil sie geschlechtliche Beziehungen zu einem polnischen Kriegsgefangenen unterhalten hatte. Die Bestrafung erfolgte auf Grund des § 4 der Verocdnung zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutze der Wehrkraft des deutschen Volkes vom 25. November 1939. Durch diese Vorschrift wird der Umgang mit Kriegsgefangenen mit Gefängnis und in schweren Fällen mit Zuchthaus bedroht, wenn er in einer Weise erfolgt, die das gesunde Volksempfinden gröblichst verletzt. Das Urteil des Sondergerichts Königsberg stellt eine eindringliche Warnung für alle Elemente dar. die während des Existen=kampfes unseres Volkes ihr Deutschtum vergessen und den Stolz des Volkes verleuen. Berlin 2r. Dez. Wie die NSK. meldet, hat Rudolf Heß einen an ihn gerichteten Brief einer jungen Frau, deren Verlobter. von dem sie ein Kind erwartet, in Polen gefallen ist, zum Anlaß genommen. in einer grundsätzlichen Antwort zum Problem der unverheirateten Mutter Stellung zu nehmen. Der Brief einer jungen Frau In dem Brief der jungen Frau heißt es: „Ich hatte großes Unglück, mein Verlobter ist in Polen gefallen. Am.... hat er die Feldwebelprüfung mit Erfolg bestanden und wollte als Leutnant der Reserve ausscheiden. Und als ich von meinem Verlobten Abschied nahm, war es noch Frieden. Mein Verlobter war voller Schneid und Zuversicht. Er war auch bei Oesterreich und dem Sudetenland dabei und er sagte mir: Ich werde wiederkommen, ich lasse Dich nicht allein, im Ernstfall könnte er mir wochenlang nicht schreiben. Ich wartete immer auf Nachricht. Ich freute mich auf das Geständnis, daß ich ihm machen werde, wenn er vom Polenfeldzug zurück kommt. Nach 6 Wochen kamen meine Briefe mit dem Vermerk„Gefallen für Großdeutschland“ zurück. Unser inniges Verhältnis ist zerrissen. Weihnachten wird für mich furchtbar traurig werden. Dazu die große Sorge um die Zukunft Warum ist das Schicksal so grausam mit mir, hätte es uns wenigstens Zeit gelassen zu einer Kriegstrauung; das Kleine und ich hätten seinen Namen. Und durch die Pension könnte ich das Kind bei mir haben und mit der Zeit könnte ich mich doch einigerm zen über den großen Verlust trösten. Ganz besonders schwer fällt es mir, daß das Kind unehelich geboren wird, mit wieviel Angst sehe ich der schweren Stunde entgegen. Kein Mensch wird bei mir stehen und mich im Krankenhaus besuchen. Unter allen Müttern werde ich die Unglücklichste sein. Zu gerne würde ich Ihnen das Bild vom Vater des Kindes beilegen, aber es ist das einzige, was ich besitze. Allerdings könnten Sie sofort feststellen, daß es sich lohnt, von diesem Manne. von diesem tapferen deutschen Soldaten ein Kind zu besitzen.“ Diesen Brief hat Rudolf Heß mit einem Schreiben beantwortet das der Oeffentlichkeit übergeben wird weil die Antwort des Stellvertreters des Führers zugleich die Frage beantwortet, welche Einstellung ein Nationalsozialist zu dem angeschnittenen Problem einnimmt, das besonders in der Zeit des Krieges nicht nur das Einzelschicksal berührt, sondern die ganze Nation unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung wertvollen deutschen Blutes angeht. Rudolf Heß antwortet Rudolf Heß' Antwort hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrte Frau H..... Ihren Brief habe mit besonderer Anteilnahme gelesen. Sie schreiben mir darin, daß Ihr Verlobter von dem Sie ein Kind erwarten, gefallen ist, ohne daß Sie ihm noch ins Feld Nachricht vom Werden des jungen Lebens hätten geben. können: und Sie schreiben weiter, daß Sie Sorgen haben um Ihre Zukunft und um die Zukunft Ihres Kindes. Daß Sie sich so vertrauensvoll an mich wenden, hat mich gefreut. Ich verspreche Ihnen, daß ich alles tun werde, damit Sie und das Kind. das Ihnen der Mann hinterläßt, der für Sie das Liebste auf der Welt gewesen ist. und der für uns alle fiel, nicht in Not geraten. Ich erkläre mich bereit, die Patenschaft zu übernehmen in dem Wissen: Mit dem Kinde daß Sie erwarten. geben Sie und gibt Ihr Verlobter über sein eigenes Leben hinaus das Höchste, das Sie für die Forterhaltung unseres Volkes geben können: ein junges Leben. Sie und Ihr Kird werden versorgungsgemäß in der gleichen Weise behandelt werden, als sei die Ehe schon geschlossen gewesen. Ihr persönliches Los ist der Anlaß, daß grundsätzlich für all= jungen Mütter in Ihrer Lage eine entsprechende Regelung getrossen wird. Die nationalsozialistische Bewegung sseht in der Familie stets die Keimzelle des Volkes. Sie wird von diesem Grundsatz ebensowenig abgehen, wie vnn irgendeinem anderen. Die NS=AP. hat für die Familie, ihre Erhaltung und ihre Pflege und besonders für die Freude am Kind in der Familie viele entscheidende Dinge getan und wird es auch weiterhin tun. Das gehört zu ihrem unabänderlichen Programm! In dem Bewußtsein, daß die nationalsozialistische Weltanschauung der Familie die Rolle im Staat gegeben hat. die ihr gebührt können in besonderen Notzeiten des Volkes besondere von den Grundregeln abweichende Maßnahmen getroffen werden. Gerade im Krieg der den Tod vieler bester Männer fordert, ist jedes neue Leben von besonderer Bedeutung für die Nation. Wenn daher rassisch einwandfreie junge Männer, die ins Feld rücken Kinder hinterlassen die ihr Blut weitertragen in kommende Geschlechter, Kinder von gleichfalls erbgesunden Mädchen des entsprechenden Alters, mit denen eine Heirat aus irgendeinem Grund nicht sofort möglich ist, wird für die Erhaltung dieses wertvollen nationalen Gutes gesorgt werden. Bedenken, die in normalen Zeiten ihre Berechtigung haben, müssen hier zurückstehen. Diesen Kindern wird bei der Eintragung in das Standesamtsregister— sofern nicht inzwischen schon die Ehe geschlossen wurde— an Stelle des Namens des Vaters oder zum Namen des Vaters die Bezeichnung„Kriegsvater“ gesetzt werden. B16 Die Mutter wird unter Beibehaltung ihres Mädchennamens mit„Frau" bezeichnet und angeredet werden. Mutter und Kind werden die Frage nach dem Vater freien Blikkes damit beantworten können, daß er ein Kriegsvater“ war. g n 41 wirh 9. Auf Wunsch der murter wird die RSDAP. den Kindern von„Kriegsvätern“ Vormünder vermitteln die es für ihre nationalsozialistische Ehrenpflicht halten, diesen ihre Fürsorge angedeihen zu lassen. Ich glaube jedoch, daß in vielen Fällen die Großeltern des „Kriegskindes“ dies als ihre schöne Aufgabe ansehen werden. Wo materielle Schwierigkeiten besteben, wird der Staat seine Beibilfe leisten. Orepeiisat räfstscer Fneger Angriff auf der Karelischen Landenge— Hunderie von Vombern Helsinki, 27. Dez. Nu#, meldungen aus Helsinki überflogen am zweiten Weihnachtsfeiertag Hunderte von russischen Flugzeugen Finnland und warfen verschiedentlich Bomben ab. In Helsinkt wurde zweimal Luftalarm gegeben. Die russischen Bombenflugzeuge sprengten Eisenbahnlinien. Später erfolgten auch an der Strecke nach Riihimäki, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, mehrere Bombenabwürfe. Auch andere Eisenbahnzentren, besonders Kouvola, waren Ziele der russischen Flugangriffe Nach dem finnischen Heeresbericht vom 26. Dezember sollen die Russen am 25. Dezember auf der Karelischen Landenge an verschiedenen Stellen, unterstützt von Tanks, Artilleriefeuer und Fliegern, angegriffen haben. Der Hauptangriff sei am Suvantojärvi durchgeführt worden. Die russischen Angriffe sollen zurückgeschlagen worden sein. An der Ostarenze sei es im Nordosten des Ladoga mit Ausnahme von Patrouillenkämpfen und schwachem Artilleriefeuer ruhig gewesen. An den anderen Frontabschnitten sind keine nennenswerten Ereignisse zu verzeichnen. Russische Flieger hätten am 25. Dezember mehrmals die Batterien von Koivisto und Fahrzeuge der finnischen Küstenverteidigung sowie einige Küstenforts bombardiert. Am 25. Dezember hätten russische Flieger zahlreiche Bombenangriffe durchgeführt denen besonders die Städte Turku. Helsinki. Tampere, Hanko. Porvoo. Viipiri, Käkisalmi und Sortavala sowie die Eisenbahnknotenpunkte Elisenvaarn und Ilomantsi ausgesetzt gewesen seien. Die finnische Luftwaffe habe ebenfalls Bombenangriffe und Luftkämpfe durchgeführt und verschiedene Erfolge durch Abschüsse russischer Maschinen gemeldet. Wie der Generalstab des Leningrader Militärbezirks bekannt gibt, hätten am 26. Dezember nur kleine Scharmützel von Aufklärungskräften stattgefunden. Stellenweise sei es zu Artilleriefeuer gekommen. Die russische Luftwaffe habe Aufklärungsflüge durchgeführt. Bei Notlandung zu Bruch Flugzeug der Linie Rio de Janeiro—Rom verunglück: Rom, 27. Dez. Die italienische Luftfahrt wurde von einem schweren Unglück betroffen. Das Flugzeug„I=ARPA“, das die neue Linie Rio—Rom eröffnete und in Rio de Janeiro zum Transatlantikflug gestartet war, mußte in uranzösisch=Marokko notlanden und ging dabei in die Brüche. Alle sieben Insassen wurden getötet. Hierzu veröffentlicht Agenzia Stefani folgende Einzelheiten: Der am 24. Dezember 4.35 Uhr von Villa Cisneros nach Sevilla gestartete Apparat„IARPA“ hat seinen Beitimmungsort nicht erreicht. Die während des Fluges ausgesandten Funksprüche besagten, daß heftige Stürme den Flug stark beeinträchtigten, daß sich aber der Kommandant zur Fortsetzung des Fluges entschlossen habe, um den Eröffnungsflug fahrplanmäßig durchzuführen. Eine Zeitlang sei die Maschine in ein Unwetter von derartiger Heftigkeit geraten, daß das regelmäßige Funktionieren des goniometrischen Funkhilfsdienstes unmöglich geworden sei. Man nimmt daher an, daß sich der Kommandant zu einer Notlandung entschlossen hat, wobei die Maschine in der Nähe von Mogador in Franz.=Marokko auf unebenem Gelände in die Brüche ging. Die vier Mann Besatzung und die drei Passagiere, ein italienischer und zwei brasilianische Journalisten, sind dabei ums Leben gekommen. Bergarbeiterstreik in Belgien Brüssel, 27. Dez. In der belgischen Bergwerksindustrie ist ein großer Streik ausgebroch. Rund 30000 belgische Bergarbeiter sind in den Streik getreten, um gegen die Verlängerung der Arbeitszeit von 7½ auf 8 Stunden täglich zu protestieren. In der Borinage sind beinahe sämtliche Bergwerke lahmgelegt, während in den Bergwerken von Lüttich und Limburg die Arbeit fortgesetzt wird. Die Forderung der Arbeiter nach einer Versicherung, daß die verlängerte Arbeitszeit nach Beendigung des Krieges wieder aufgehoben wird, war von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Der Bergarbeiterkongreß wird am 29. Dezember zusammentreten, um eine Entscheidung über das weitere Verhalten der Bergarbeiter zu treffen. Ministerpräsident Pierlot hatte infolge des Streiks eine Konferenz mit den Bergwerksbesitzern, der Wirtschaftsminister Sap und Arbeitsminister Balthasar beiwohnten. Die Arbeitgeber, die bekanntlich vor kurzem aus dem belgischen Bergwerksausschuß ausgetreten sind, weil die Regierung eine Erhöhung des Kohlenpreises um drei Frane pro Tonne verweigert hatte, bestehen ihrerseits auf Fortsetzung eines rentablen Verkaufspreises der Kohle. Die Streikwelle in der belgischen Bergwerksindustrie hat sich weiter ausgedehnt. Insgesamt befinden sich jetzt 45.000 Bergleute im Streik. Wie schnell unter dem Einfluß der neuen Zeit und eines tiefgreifenden Erlebens die Einstellung zu althergebrachten Ueberlieferungen sich wandeln und einer großzügigen Auffassung Platz machen kann, beweist die Tatsache daß viele Eltern Gefallener den Wunsch geäußert haben, ein Kind das nicht in einer Ehe geboren wurde an Stelle des für die Nation gegebenen Kindesvaters aufziehen zu können. Einsen. Ich bin überzeugt, oaß meine Einstellung in kurzer Zeit im ganzen deutschen Volke geteilt werden wird und daß dann auch da; ganze deutsche Volk künftig zu all jenen Müttern steht, die über die Grenzen vielleicht sonst notwendiger bürgerlicher Sitten und Gewohnheiten hinaus beitragen, die Blutovfer des Krieges auszugleichen— so wie die Landbevölkerung seit jeher schon eine freiere Einstellung zu dem Problem des unehelichen Kindes gezeigt hat. Sie dürfen mir glauben, es auch mir selbst nicht leicht gewor ist mich von Ueberlieferungen frei machen die ein Leben lang selbstverständlich für mich waren. Aber als Nationalsozialist weiß ich: Das höchste Gesetz im Krieg wie im Frieden lautet: Erhaltung des Volkes. Diesem obersten Gesetz haben sich alle anderen Gesetze. Gebräuche und Anschanungen unterznordnen und anzupassen. In Kriegszeiten erfährt die Einstellung zum Toten aus dem Selhsterhaltungstrieb der Nation herans eine Wandlung von Grund auf. Eine gleiche Wandlung von Grund auf muß künftig in Kriegseeiten und in den Zeiten nach' i Kriege die Einstellung der Allgemeinheit— unverheirgteten Müttern und zu Kinde erfahren, die nicht in einer Ebe geboren werden— wiederum aus dem Selbsterhaltungstrieb der Nation heraus. Was hülfe es, wenn ein Volk siegte durch die Opfer für den Sieg aber den Volkstod stürbe! Ich meine jede Frau die in der Gehorgenheit einer glücklichen Ehe Freuh= und Sorge über ihre Kinder mit dem geliebten Manne teilen kann wird besonderes Verstehen und Mitempfinden einer Mutter entgegenbringen, die mit ihrem Kinde allein den Lebenskampf führen muß. Unser Volk und die ganze Menschheit könnten viele bedeutende Persönlichkeiten nicht ihr eigen nennen, wenn es nur in der Ehe geborene Kinder gegeben hätte und gäbe. Was hätte es für unser Volk bedeutet, wenn der Vater Karls des Großen da er unehelich war. nicht zur Welt gekommen wäre, und demaufolge auch sein Sohn nicht eine der größten Führergestalten unserer Geschichte! Wieviel ärmer wäre die Welt, würde Leonardo da Vinci statt„unehelich" geboren, überhaupt nicht geboren sein! Wieviel ärmer wäre die Welt, hätte er seine unsterblichen Werke nicht geschaffen vor denen seit Jahrhunderten die Menschheit bewundernd steht und vor denen auch künftige Generationen bewundernd stehen werden! Um wieviel Freude wäre die Welt ärmer, wäre der Klassiker des deutschen Humors, Wilhelm Busch. nicht geboren worden, weil sein Vater ein uneheliches Kind war und demgemäß nach überlieferter Anschauung lieber nicht hätte zur Welt kommen sollen! Was wäre gar die preußische Armee ohne orck! Was wäre Preußens Schicksal ohne diesen Mann! Wäre es ein Ausgleich, wenn dafür eine These der gesellschaftlichen Morat gesiegt hätte? Es besteht kein Zweifel darüber, daß es gut gewesen ist für die Welt und für Deutschland, daß alle diese Männer geboren wurden. Die Frage, ob sie außerhalb oder vor der Ehe geboren wurden, ist vor der Geschichte belanglos geworden. Ja es hat sichtbar auf diesen Männern der Segen des Herrgotts geruht. Und es ist meine feste Ueberzeugung daj er auch den Kindern seinen Segen nicht ent zieht, die in den Notzeiten eines Krieges ihren Volke geschenkt werden nach anderen als der sonst gewohnten Gesetzen. Jedenfalls darf heute eine Frau,; die es in den unsicheren Verhältnissen eines Krieges bewußt auf sich nimmt, unverheiratete Mutter zu werden und vielleicht zu bleiben, eine Frau, die sich ein Kind wünscht und sich zu ihm bekennt keine mindere Achtung erfahren. Das entsprechende Alter. gesunde Erbanlage und die Verbindung mit einem gleichfalls rassisch hochwertigen Mann, den sie so liebt und als so wertvoll kennt, daß sie von dem Wunsch, wenn es sein kann, mit ihm verheiratet zu sein und in ihm den Vater ihrer Kinder z: sehen, ganz erfüllt ist, sind die selbstverständliche Voraussetzung für eine ungeschmälerte Ehre. Eine selch Frau geht einen schweren Weg. Sie weiß, daß sie und ihr Kind aller Voraussicht nach die Geborgenheit der Familie, den Schutz des Mannes und Vaters entbehren müssen. Aber sie weiß auch: Besser sie zieht ein Kind unter nech so schwierigen Verhältnissen auf, als gar Es ist heute selbstverständlich, daß eine Frau und Mutter. die verwitwet oder geschieden ist. erneut eine Ehe eingehen kann. Gernsd selbstverständlich wird sein, daß eine Frau, die ein „Kriegskind“ ihr eigen nennt, eine Ehe einzugehen vermag mit einem Mann, der nicht der Vater dieses Kindes ist und der gerade in der Mütterlichkeit der Frau die Grundlage einer ehelichen Lebensgemeinschaft steht. Die Familie ist die Grundzelle des Staates: Aber dessenungeachtet darf ein Volk besonders während eines Krieges nicht darauf verzichten, sein rassisch gesundes Erbgut in höchstmöglichem Ausmaß weiter zu tragen und zu erhalten. Höher als alle vom Menschen erdachten Prinzipien, höher als alle Sitten die zwar der Ausdruck anerkannter Gewohnheit, nicht aber der Ausdruck der Sittlichkeit an sich sind, und böher gar als Vorurteile steht das Wohl der Gesamtheit, steht das Leben des Volkes. Der höchste Dienst, den die Frau der Gesamtheit leisten kann, ist, beizutragen für die Forterhaltung der Nation in rassisch gesunden Kindern.„.„.....5 Ahmen vemäunt Seien Sie glücklich, vaß es Jynen vergönnt ist, diesen höchsten Dienst für Deutschland zu leisten.„„ G Seien Sie dankvar, daß der Mann, den Sie Heil Rudolf Hei. Donnerstag, den 28. Dezember 1939 „Schwerter Zeitung“ Nr. 303(Zweites Blatt) ASSSTE OEZEMBER OONNERSTAG Wir werden bank unserer Vorbereitungen diesen Kampf unter viel leichteren Bedingungen führen als im Jahre 1914. Adolf Hitler. : Die Polizeibehörde in Schwerte teilt mit, daß auf Grund der Reichspolizeiverordnung vom 27. November 1939 das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, Kanonenschlägen und pyrotechnischen Artikeln sowie das Abfeuern von Böllerschüssen verboten ist. Dieses Verbot gilt auch für Silvester. Auf die Verdunkelung achten! Um allen Zweiseln und Irrtümern vorzubeugen, teilt die Polizeibehörde mit, daß die Verdunkelung täglich um 16 Uhr beginnen muß und erst am Vormittag um 8 Uhr beendet werden darf. Kaufleute müssen Lehrlingsbedarf melden. Der Einzelhandel braucht Nachwuchs. In Verbindung mit den Arbeitsämtern hat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Maßnahmen eingeleitet, die eine ausreichende Zuführung von tüchtigen jungen Menschen in den Einzelhandel, die hier begründete Aussicht haben, sich selbständig machen zu können, sicherstellen. Der Schlußtermin für die Anmeldung des Lehrlingsbedarfs durch die Kaufleute ist auf den 31. 12. 1939 festgesetzt worden. : Ehestandsdarlehen nur für neue Waren. Die Frage, ob Bedarfsdeckungsscheine für Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen auch für den Ankauf gebrauchter Waren verwendet werden dürfen, ist von maßgebender Stelle verneint worden. Die bisherige Regelung bleibt also bestehen; gebrauchte Waren dürfen gegen Bedarfsdeckungsscheine nicht verkauft werden. Rationelle Verpackung. Der Pressedienst des Einzelhandels weist die Kaufleute darauf hin, daß der Abbau des früher üblichen Verpackungsluxus noch nicht ausreichend ist, um unsere Rohstofflage auf diesem Gebiet zu erleichtern. Es sollte nicht mehr vorkommen, daß verknotete Bindfäden einfach abgeschnitten werden. Auch die Wahl zu dicker Bindfäden ist unwirtschaftlich. Man kann überhaupt Bindfäden in sehr vielen Fällen durch Klebestreifen, gegebenenfalls durch Klebestreifen mit Handgriff, ersetzen. Auch bei der Benutzung von Einwickelpapier sind im allgemeinen noch Ersparnisse möglich; es ist ratsam, stets verschiedene Größen von Papier vorrätig zu halten, um jeweils die geeignete auswählen zu können. Die Mahnung, Verpackungsmaterial zu sparen, gilt für den Verbraucher ebenso wie für den Kaufmann. Mehr noch als bisher sollten sich die Kunden daran gewöhnen, das Verpackungsmaterial später wieder zum Kaufmann zurückzutragen, damit es wieder nermandt werden kann. : Lochzange erleichtert die Kartenentwertung. Die Einzelabschnitte der Fleischkarte(linke Seite), der Fett=, Zucker=, Marmelade= und Eierkarte und der Milchkarte werden beim Einkauf von Fleisch, Fett usw. entwertet. Der Einzelhändler kann die Abschnitte durch Stempelaufdruck oder mit Tinte, Rotstift und Kopierstift entwerten. Am zuverlässigsten aber ist es, wenn er die Entwertung mit einer Lochzange vornimmt. Bei Rotstift= oder Stempelbenutzung kann leicht versehentlich ein Nachbarfeld mit entwertet werden, für das noch nicht Waren eingekauft wurden. Beim Durchlochen wird diese Gefahr vermieden, und es kann auch nichts wegradiert werden. Außerdem arbeitet die Lochzange schneller und erleichtert dem Einzelhändler die Arbeit. Konzert für das Kriegs=W5W. des MGV.„Eintracht" in Ergste Ergste. Der Männergesangverein„Eintracht“ Ergste veranstaltet am kommenden Sonntag, 31. Dezember, im Gasthof Hengstenberg ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten des Kriegs=Winterhilfswerkes 1939/40. Wie in den vergangenen Jahren, so stellt auch der Männergesangverein„Eintracht“ in diesem Jahre sich für das Kriegs=Winterhilfswerk zu Verfügung. Er hat für diesen Abend ein schönes Programm pusommengestellt. 81. Geburtstag Ergste. Am 25. Dezember 1939 feierte Frau Witwe H. Jülich, Ergste, Bierstraße, ihren 81. Geburtstag. Frau Witwe Jülich zählt mit zu den ältesten Einwohnern unserer Gemeinde. Sie liest täglich die„Schwerter Zeitung“, um an den Geschehnissen der Welt teilzunehmen. Wir entbieten ihr nachträglich unsere Glückwünsche! Brauch und Spruch zum Jahresw chsel in deulschen Gauen Es liegt tief in der menschlichen Natur begründet, daß ihm alles Neue ominös schicksalhaft, bedeutungsreich erscheint. Eintritt in eine neue Lebensstellung, Eheschluß, Beginn einer längeren Reise oder schon ein Umzug stellen jedem, auch dem Unabergläubischsten. so viele Fragen, erwecken so zahlreiche Hoffnungen und manchmal auch einige Befürchtungen, daß man geneigt ist, solche Momente unbedingt als zurunftsträchtig anzusehen. Und gerade der Jahreswechsel empfängt seinen halb ernsten, halb heiteren Charakter unverkennbar durch die gewisse Erwartungsfeierlichkeit, die wir dem nahenden neuen Zeitabschnitt entgegenbringen. Symbolische Handlungen und Glückwünsche gewinnen in diesen Stunden, die wie eine Brücke zwei Kalenderjahre miteinander verbinden, in unserer Empfindung doppelte Bedeutung. Friedrich Hebbel schreibt einmal an einem Silvesterabend: „Wir wissen ja recht gut, daß der Jahresknoten und die Tag= und Nach knötchen, die der Mensch in den Faden der Zeit hineinschlägt, nur willkürliche Merkzeichen sind. Aber trotzdem hat der Jahreswechsel für uns etwas Feierliches und Geheimnisvolles. Der alte schöne Kindereindruck macht sich immer aufs neue geltend: wir glauben, das Räderwerk der Zeit sei abgelaufen und werde nun von Gottes Hand wieder aufgewunden. Ja, wir könnten, wenn die dunkle Mitternachtsstunde herankommt, die das eine Jahr vom anderen teilet, ordentlich aufhorchen, ob wir das Räderwerk nicht knarren hören, und der verlockende Gedanke, daß wie durch eine aufgerissene Spalte ein Blick in die Zukunft möglich sei, läßt sich nicht ersticken. Das Mägdlein gießt Blei, wenn auch ganz verstohlen, mit glühenden Wangen und bei verschlossener Tür. Die Alte, die kein Gespenst mehr fürchtet, weil sie selbst eins ist, tritt an den Kreuzweg und schaut mit verdrehtem Hals über die linke Schulter. Der Geistliche schlägt das Gesangbuch auf und erblickt sein Prognostikum in dem ersten Verse, auf den sein Auge fällt; und selbst der nüchterne Astronom grübelt, ob die Tänze der Sphären nicht mit dem Schicksal des Menschen in entzifferbarer Verbindung stehen.“ So spricht der Volksmund Nicht anders als der Dichter spricht der Volksmund zu uns.„Wie's Jahr angeht, so geht's aus", sagt man in vielen deutschen Gauen; und„Gut begonnen ist halb gewonnen; schlecht begonnen, gleich anfangs zerronnen!“ Es liegt ein guter erzieherischer Sinn in solchen sprichwörtlichen Mahnungen, der sich auch im Brauchtum offenbart. So vermeldet man es, am Neujahrstage mit jemandem zu streiten, weil es dann das ganze Jahr Streit gäbe; man nimmt sich möglichst zusammen und hält sich adrett; denn wer am ersten Jahreslag ungeschickt, liederlich oder maulfaul ist, wird es auch in den Folgemonaten sein; so meint man nicht ganz mit Unrecht, und Selbstzucht ist gewiß ein Schritt zur Besserung. Wer sich aber „soviel“ Energie nicht zutraut, dem empfiehlt der Volksbrauch ein„unverfehlbares" Mittel; nämlich in Österreich sagt man, wer am Neujahrstag ein Stück Schweinerüssel— geselcht, gekocht, geschmort, nach Belieben— esse, werde das ganze Jahr frisch und fleißig, also auch glücklich sein. Drum ist auch das Grückwünschen zum Silvesterabend oder Neujahrsmorgen als sictliche Handlung zu beachten; es steht dem redlichen Menschen wohl an, dem Volksgenossen Glück, also Gutes in jeder Form, zu wünschen. Daß der poetisch plauderfrohe Volksmund diese Wünsche heiter und schlicht symbolisiert und in Verse faßt, entspricht der deutschen Wesensart durchaus; so ist es im österreichischen Waldviertel üblich, daß die Mägde der Herrschaft Reime wie folgende aufsagen, für die sie dann— als Gegengabe— beschenkt werden: „I wünsch dem Herrn un dr Frau a freudreichs Jahr, Gesundheit un a langs Leben, un a Beutel voll Geld daneben un a deckt'n Tisch, auf jeda Eck a bratene Fisch, in dr Mitt a Kandl Wein, da kann dr Herr und d’ Frau brav lustig sein. Un dazu wünsch i dem Herrn a lederne Hosn, wo hundert Dukaten drinna losn, und der Frau a goldern Kohlwagen, daß sie kinnan mitanander in Himmel fahren.“ Sehr ausgedehnt ist das Neujahrswünschen ehedem auf Helgoland gewesen. Dort pflegte man jeden einzelnen Wunsch, den man für den anderen hegte, einzeln aufzuzählen, also etwa:„Gute Gesundheit!“ —„Das gebe Gott wiederum so!“ antwortete der Beglückwünschte.—„Guten Fischfang!“—„Das gebe Gott wiederum so!“—„Das Beste für die Frau.“ „Das Beste für die Kinder!“ Und da es mit immer wiederholtem Gegendanken so ständig fortging und die Neujahrsgäste auch bewirtet wurden, zog sich die Neujahrsgratulation bei den Honoratioren der Insel oft tagelang hin. In Kärnten besteht eine hübsche, erzieherische Sitte; die Kinder müssen den Eltern die Unarten des vergangenen Jahres abbitten. Gewiß wird damit manch guter Vorsatz fürs neue Jahr erweckt und fördert so den werdenden jungen Charakter in seinem Wunsche, ein rechter Kerl zu werden! Und ist es nicht ein unverkennbarer Nutzen, wenn der Mensch— zumal beim Jahreswechsel in ernster Zeit— seinen sittlichen Willen dahin lenkt, sich zu vervollkommnen, zu eigenem Gedeihen und zunutze der Volksgesamtheit?! Wichtige Anordnung Kurzarbeiterunterstützung und Familienunterhalt In einer Mitteilung an die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter vom 28. November 1939 hat der Reichsarbeitsminister zu der Frage Stellung genommen, ob Kurzarbeiterunterstützung auch dann zu gewähren ist, wenn die Voraussetzungen der Kurzarbeiterunterstützung mit denen des Familienunteehalts zusammentreffen. Der Reichsarbeitsminister hat diese Frage bejaht. Für die Arbeitslosenunterstützung ist zwar angeordnet worden, daß diese nicht gewährt wird, soweit ein Anspruch auf Familienunterhalt besteht(vgl. den Runderlaß vom 25. Oktober 1939— Vb 7805/20—. Reichsarbeitsbl. S.l 503). Das Verhältnis von Kurzarbeiterunterstützung und Familienunterhalt ist aber anders zu beurteilen als das von Arbeitslosenunterstützung und Familien= unterhalt. Denn die Kurzarbeiterunterstützung ist im Gegensatz zur Arbeitslosenunterstützung nicht von der Bedürftigkeit abhängig. Auf die KurzarbeiterunterEIN VOLKHILET SICH SELBST stützung werden, abgesehen vom Arbeitsentgelt, Einkommensbezüge des Kurzarbeiters nicht angerechnet. Darin kommt der Zweck der Kurzarbeiterunterstützung, dem Kurzarbeiter einen Lohnausgleich zu gewähren, zum Ausdruck. Diesem Zweck würde es widersprechen, wenn Kurzarbeitern, die gleichzeitig die Voraussetzungen für den Anspruch auf Familien= unterhalt erfüllen, die Kurzarbeiterunterstützung versagt würde. Inwieweit neben der Kurzarbeiterunterstützung Familienunterhalt gewährt werden kann, richtet sich nach den für den Familienunterhalt geltenden Bestimmungen. Duc iuß sehl Srachstei wireen! Str. upflcht der Straßenanlieger bei Glä te und Schneefall Obwohl von Jahr zu Jahr die Straßenanlieger auf ihre Streupflicht bei Eintritt der Winterzeit hingewiesen werden, wird immer noch die Nichtbeachtung dieser Vorschrift festgestellt. In erster Linie hat der Hauseigentümer für die Verkehrssicherheit auf den Bürgersteigen zu sorgen. Selbstverständlich bleibt es ihm überlassen, diese Pflicht einem Dritten zu übertragen. Zwecks Vermeidung von Unfällen muß daher die Beachtung der erlassenen Vorschriften bei Winterglätte— also nicht nur bei Glatteis, sondern auch bei Schneefall— gefordert werden. Abgesehen davon, daß bei einem Unfall der Hauseigentümer schadenersatzpflichtig ist, sollte sich in der heutigen Zeit jeder seinem Volksgenossen gegenüber verpflichtet fühlen, Schaden zu verhüten. In unserer Stadt ist die Streupflicht den Straßenanliegern durch Polizeiverordnung zur Pflicht gemacht. Wer die Vorschriften nicht beachtet, hat Strafe zu erwarten. Die Polizeibeamten haben Anweisung erhalten, auf die Beachtung dei Vorschrift ihr Augenmerk zu richten. Die Fragen, wann und womit zu streuen ist, seien damit beantwortet, daß jedes abstumpfende Streumittel, z. B. Sand, Asche, Sägemehl usw.(nur kein Viehsalz oder ähnliche ätzende Stoffe) verwertet werden kann, so oft die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet wird. Allgemein hat das Abschaufeln und Streuen so frühzeitig und so oft zu erfolgen, daß während der gewöhnlichen Verkehrszeiten(zwischen 7.30 und 20 Frete Rlunge dus Aerrgeweihnauft Kliegs=W nleth.lj. Konzert des MöB.„Bilderlasel“ Schwerierheide im Alle festliche Weihnachtsfreude, die unsere Herzen bewegte, vertiefte am zweiten Festtag der Männergesangverein„Liedertafel“ Schwerterheide durch ein Konzert, das eine besonders schöne Weihe empfing durch die Tatsache, daß es zu Gunsten des Kriegs=Winterhilfswerkes veranstaltet wurde. Die Zuhörer, die im weihnachtlich geschmückten Saal des„Freischütz“ sich eingefunden hatten, erlebten einige Stunden, die so recht geeignet waren, die Herzen froh zu stimmen. Dank sagen wir deshalb dem Männergesangverein„Liedertafel“ Schwerterheide, dem Solisten Friedrich Risse, der eine Reihe herrlicher Lieder brachte, und dem Orchester Maise aus Dortmund=Hörde. Der Männergesangverein„Liedertafel“ hat durch dieses Konzert erneut bewiesen, wie zielstrebig und erfolgreich seine Arbeit ist. In fast drei Jahrzehnten hat nun dieser Gesangverein unter Beweis gestellt, wie ernst er es mit seiner Arbeit, die der Pflege unseres schönen deutschen Liedgutes gilt, meint. Unter Vereinsführer Lammert und Chorleiter Peters hat der Verein eine künstlerische Höhe erreicht, die auch für die Zukunft viele schöne Erfolge erhoffen läßt. Daß der Gesangverein das Konzert für HRIEGSWINTERHILFSWERR DAS OPEER DER HEINTAT. das Kriegs=Winterhilfswerk veranstaltete, muß besonders dankbar und anerkennend hervorgehoben werden. Er hat somit gezeigt, daß auch er es als seine schönste Aufgabe ansieht, deutsches Liedgut in den hohen Dienst an der großen deutschen Volksgemeinschaft zu stellen. Daß Friedrich Risse in Schwerte mit großer Freude erwartet wurde, nun,— das brauchen wir eigentlich gar nicht erst besonders zu betonen. Dieser Mann, der vom Arbeiter sich emporarbeitete zum erfolgreichen Künstler, der vom Schicksal mit einer vollen tonschönen Stimme beschenkt wurde, gehörte ja früher selbst zum Gesangverein„Liedertafel“ Schwerterheide. Nun ist er ein„großer“ Mann geworden, aber seinem Gesangverein hält er die Treue. So durften wir ihn also am zweiten Feiertag begrüßen. Er kann etwas, dieser Friedrich Risse, und obwohl er ja eigentlich erst begonnen hat, dürfen wir ihm eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn vorhersagen. Er verfügt über hohes technisches Können, das gepaart ist mit echtem Künstlertum und großem Einfühlungsvermögen. Von Friedrich Risse werden wir gewiß noch oft hören. Auch daß er bald wieder einmal nach Schwerte kommt, wollen wir gern hoffen.— Am Flügel war ihm Kapellmeister Bruno Frings, ebenfalls von den Bergischen Bühnen Remscheid, ein feinfühliger Begleiter. Ueber die künstlerischen Qualitäten des Orchesters Maise aus Dortmund=Hörde brauchen wir nichts mehr zu sagen, denn wir hatten in Schwerte schön oft Gelegenheit, diese Musikantenschar zu begrüßen und immer wieder hat sie uns mit ihren Darbietungen recht viel Freude bereitet. Chor, Solist und Orchester schöpfen aus der reichen Fülle schönster deutscher Musik. Von der Liedertafel hörten wir„Weihnachtsglocken“ von Sonnet,„Abendgesang" und„Holde Erinnerung“ von Kämpf,„Schützenlied" und„Blaue Trauben“ von Siegl,„Ich hörte ein Vöglein pfeifen" von Schauß und„Beim Kronenwirt" von Schilling.— Friedrich Risse sang Lieder von Schubert, Beethovens„Ich liebe dich" und „Mailied", das„Lied an den Abendstern" und die Arie„Blick ich umher“ aus Tannhäuser von Wagner. Das Orchester Maise erfreute mit volkstümlicher schöner Musik von Suppé, Flotow, Blankenburg, Lindsay und Tiele. Es war ein schöner Nachmittag und freudig (pendeten deshalb die Zuhörer herzlichen Beifall. Uhr) der Entstehung gefahrbringender Glätte vor gebeugt wird. Silvesternacht 1 stunde Berlin, 27. Dez. Nach einer Anordnung des Reichsführers und Chefs der deutschen Polizei ist für die Silvesternacht die Polizeistunde auf 1 Uhr festgesetzt worden. In„Anbetracht des Ernstes der Zeit wird von allen Volksgenossen erwartet, daß Silvesterfeiern in würdiger Form abgehalten und Ausschreitungen vermieden werden. Das Abbrennen von Feuerwerks. körpern und ähnlichen Erzeugnissen sowie die Verwendung von sogenannten Scherz= artikeln ist verbeten. Ebenso wird jedem Volksgenossen ange en, übermäßigen Alkoholgenuß im Hinblick auf die Verdunkelung und die sich daraus ergebenden Verkehrsgefahren im eigensten Interesse zu vermeiden. Gegen Betrunkene wird schärfstens eingeschritten. Keine Gewerbesteuer bei Betriebseinstellung wenen Einberufung Wenn der Unternehmer eines Gewerbevetriebes zum Wehrdienst einberufen wird, so wird dadurch die Gewerbesteuerpflicht nicht berührt. wenn der Betrieb z. B. durch Angestellte oder Familienangehörige, für Rechnung des Unternehmers weitergeführt wird. In einem gemeinsamen Erlaß des Reichsfinanz= und des Reichsinnenministers wird angeordnet, daß die GeMütter! Gegen 2 mit einem X bezeichnete Nährmittelabschnitte der Reichsdrotkarte für Kinder die zu 6 Jahren erhalten Sie 2=wöchentlich ein Paket=2500 Maizena, das seit über 70 Jahren bewährte Säuglings= und Kindernährmittel für die Flasche, für den Brei, für den Puöding. Rechanweilungen liegen jedem Dafet bei. MAIZENA werbesteuerpflicht jedoch erlischt wenn mit der Einziehung des Unternehmers zum Wehrdiens der Betrieb tatsächlich eingestellt wird. Die tatsächliche Einstellung ist anzunehmen mit dem völligen Aufhören jeder werbenden Tätigkeit. Die Einziehung einzelner rückständiger Forderungen aus der Zeit vor der Betriebseinstellung gilt nicht als Fortsetzung der Betriebstätigkeit. Es wird deshalb z B. bei Handelsvertretern und alleinarbeitenden Handwerkern die tatsächliche Einstellung des Betriebes in der Regel im Zeitpunkt der Einziehung zur Wehrmacht anzunehmen sein. Die Wiederaufnahme der gewerblichen Tätigkeit muß der Steuerpflichtige der Gemeindebehörde anzeigen. M ORAFBER-RECHTSSCHUTZ DURCM VERLAG OEKAR MAEISTER WERDAL 7. Fortsetzung Hägebarth sitzt wie auf Kohlen. Er ist heute überhaupt unruhig. Seine Tochter in München hat geschrieben, daß Hans, sein jüngster Enkel, den Keuchhusten hat und das läßt ihm keine Ruhe. Die drei Herren von der Betriebskontrolle sitzen ebenfalls wie auf Kohlen. Der Werbefachmann und der Kalkulator tun das gleiche. Sie warten alle auf den Chef. Sie haben sich alles bereits erzählt, was die ganze Runde interessieren=könnte: den Stadtklatsch, die letzten Kinoaufführungen, die neuen Gerüchte um die„Union AG.“ Nun sitzen sie und warten in ständig anwachsender Spannung. Denn das eine wissen sie ganz genau: diese Unterredung bringt die Entscheidung— Da klingelt der Fernsprecher. Ferngespräch. Hägebarth will schon loszetern, was der albernen Gans in der Zentrale einfalle... da stockt er mit einem Augenzwinkern, so komisch, daß der Werbefachmann ein wonniges Gelächter aus seinem Bauch kollern läßt und die andern aufsehen. „Himmel und Hölle! Der hat mir gefehlt!“ Er deckt die Muschel ab.„Fernspruch aus Berlin. Die „Union AG.“. i#nd raten Sie mal, wer? Der Herr Meßdorff läßt sich persönlich ansagen.“ „Nicht die Möglichkeit! Was will er denn? Wollen und vier.“ e etwa hier die Bude aufkaufen....?“ darzustellen. Bildlich gesprochen natürlich. Die„Union“ kann sich diese skrupellose Unterbietung ruhig noch eine Weile leisten, die hält's aus. Inzwischen aber sind wir fertig. Das sind die Aussichten für die nächste Zukunft, wenn wir alles seinen Gang gehen lassen. er eine kleine Pause.„Nun können wir erstens das tun, was die andern bereits getan haben.“ „Sie meinen verkaufen?“ „Stimmt, Fräulein Westner. Aber ich habe nicht gesagt, daß ich das raten möchte. Es kann noch einen andern Weg geben.“ „Und der wäre?“ Man müßte neue Dinge fabrizieren, die man sich schützen lassen könnte, Patent oder Musterschutz wenigstens.“ „Ja, was denn?“ Hägebarth weist ein wenig hilflos in die Runde.„Wir haben uns schon den Kopf darüber zerbrochen. Bis jetzt ist nichts Gescheites herausgekommen. Der Herr... Herr..." Grote. Doktor Grote: 4. 466en 85 Der jüngste der drei Herren aus der rechnischen#oteilung springt auf.„Ich arbeite im Maschinensaal drei d sie etwa hier, die Bude aufkaufen...?“..#### Pisst!“ Hägebarth winkt argerlich mit der Hans ub. „Jawohl. Hier sind die„Vereinigten Chemischen Werke“. Hägebarth... Tut mir leid. Fräulein Westner ist leider noch nicht im Hause. Aber wir erwarten sie. Dann wollen Sie sich selbst bemühen?... Bitte sehr. Ich werde es ausrichten. Wir lassen Ihnen dann Bescheid geben. Jawohl.“. 47414— 8 Hägebarth legt den Hörer mit einer fast zaltlichen Bewegung auf die Gabel zurück. In den Gesichtern der andern steht die Spannung. „Na, was war, Herr Hagebarth?“ Hägebarth döst vor sich hin.„Wenn dem Burschen, dem Hans, nur nichts passiert! Gerade ein Jahr ist er geworden, kann eben ein bißchen laufen.....ist Kenchhusten eine eklige Sache... Wenn nur keine Lungenentzündung dazukommt!“ Dann schreckt er auf. „Was soll denn gewesen sein? Haben Sie doch eben gesehen, meine Herren, ich habe ein Telephongespräch geführt.— Aber wenn mich nicht alles täuscht, kommt da unten der Chef. Er springt gerade aus dem Wagen.“ Er hat recht, es ist Karola. Sie hat die ganze searbeitet. Nun ist sie noch eine Stunde durch die Berge des Sauerlandes gefahren, um einen klaren Kopf zu bekommen. Sie kommt so, wie sie ist, mit zerwehtem Haar und verdrückten Kleidern. „Den Staub entschuldigen Sie, meine Herren, daß ich kein feiertäglich Kleid anhabe. Ich habe noch eine Stunde frische Luft geschnappt. Bitte Platz zu nehmen. Und nun— legen Sie los, Hägebarth! Aber ohne jede Beschönigung: Sie wirft sich in den großen Sessel, in dem schon ihr Großvater saß, wenn es galt, zu beraten, aber sie hält es da nicht lange aus. Sie muß Bewegung haben. Darum schreitet sie unruhig auf und ab. Der Reklamefachmann mustert sie verstohlen von der Seite und denkt, daß sie eigentlich ein verdammt hübsches Mädel sei. Wenn sie nicht zufällig einem so vor die Nase gesetzt wäre, wer weiß... man kann Staat mit ihr machen. Ihn interessiert das alles nämlich nicht sonderlich, was der alte komische Kanz mit Namen Hägebarth da vorträgt. Er hat seinen Vertrag mit der „Union AG.“ zwar noch nicht ganz in der Tasche. aber beinahe. Und er ist prima. Wie lange ist er nun hier? Fünf Jahre? Na, sie werden ja Augen machen, wenn er sich eines Tages verabschiedet, ohne zurückzukommen.— Hägebarth ist am Ende. Er klappt die Mappe zu, in der sich seine Notizen befinden. Ein gewöhnlicher blauer Aktendeckel. Aber was darin liegt... das ist ein Karola steht jetzt ganz still hinter ihrem Stuhl. Die Hände liegen auf den harten Lehnen aus dunklem Eichenholz. Ihr gegenüber hängt das Bild des Großvaters. Er hat das aues aufgeoant. Das Haus Fec, die Häuser da drüben, in denen die Maschinen rasseln, die Transmissionen schwirren. Sie steht nun am Ende. Sie cann es nicht länger halten. Denn das ist der letzte, tiefste Sinn dessen, was Hägebarth da vorträgt. Und auf den kann man sich verlassen. Anion uG „Wie kommt es, Hagebarth, oaß die„Union uc. jeden größeren Auftrag sofort zur Kenntnis bekommt? Ist hier ein Verräter unter uns?“ „Zumutung! Unerhört...!“ knurrt der mann, und die andern Herren sehen sich betreten an. „Wenn Sie unschuldig sind, können meine Worte Sie nicht getroffen haben, Herr Willkowsky!“ fertigt sie den Entrüsteten ab. Und dann zu Hägebarth:„Was soll man also tun? Sie haben sich doch sicher eine Meinung „Gewiß!“ entgegnet der vorsichtig.„Ich habe es jedenfalls versucht... soweit das möglich Eine Reihe kleinerer Kunden sind unter fadenscheinign Vorwänden abgesprungen. Das ist vgexesgr, izen.#e *“ ist ein wohlorbereitetes Kesseltreibe,, bei Ach.“ Treiber und Schütze zugleich ist. fall. Das dem 5: 10 #as Vergnügen haben, den armen Hasen „Also unser neuer Herr— er ist erst seit vier Wochen hier—, der hat auf die Aufsätze und Untersuchungen Doktor Karajans hingewiesen. Er meint, da läge eine Aufgabe für die Zukunft. Na... aber wir wissen da besser Bescheid. Karajan war ja bei uns, und sein Verfahren haben wir ihm ja damals abgenommen. Gut, daß wir aber die Hände von der Ausbeutung gelassen haben. Meßdorff hat's ja bei der„Union“ ausprobiert und ist damit reingefallen.“ Karola muß sich ein wenig zur Seite wenden, damit die andern nicht sehen, wie sie still lächelt. Nun bist du schon wieder bei mir, Herbert! Nun bringen sie mir schon deinen Namen ins Haus! Ach, wenn die alle wüßten... denkt sie zärtlich. Doch schnell zwingt sie ihre Gedanken zurück in die Gegenwart. „Da ist keinerlei Möglichkeit für uns. Wir könnten das auch gar nicht tun, weil das Patent der„Union“nug einmal abgetreten ist. Ich wollte mit der mehr zu tun haben, hatte auch nie die Möglichkeit, eine solche Sache finanziell zu tragen, als alle Verbindlichkeiten erfüllt waren.“61 8 „Außerdem kauft kein Mensch das kunstliche Zeug, das einen Dreck wert ist!“— Das ist wieder Herr Willkowsky von der Rertume. Niemand antwortet ihm. ui11 Kagl. Es ist eine Weile still. Dann sprichl Kurota. Sie muß nun wohl, nachdem die andern alle gesagt haben, was sie denken. „Sie werden alle begriffen haben, um was es hier geht, meine Herren. Es geht um unser Bestehen oder Nichtbestehen. Ich kann Ihnen noch nichts Endgültig's über die Maßnahmen mitteilen, die ich treffen werde. Ich behalte mir auch meinen endgültigen Beschluß noch vor. Herr Hägebarth wird von mir neue Anweisungen für die Zusammenarbeit mit den Vertretern bekommen. Die technische Leitung des Werks muß nach Methoden suchen, unsere Produktionskosten auf mindestens neunProzent der jetzigen herabzudrücken. Das soll nicht geschehen, indem Sie nun Arbeiter entlassen— sondern umgekehrt durch eine Steigerung der Arbeitsleistung. Es muß auch erwartet werden, daß die Belegschaft meine Absicht versteht. Machen Sie das alles meinen Meitarbeitern klar: wir dürfen nicht einen Pfennig teurer sein als die„Union AG.“. Aber wir müssen trotzdem besser sein. Herr Willkowsky, Ihr Werbebüro wird wohl besonders scharf heranmüssen.“ Sie lächelt ihm liebenswürdig zu, so daß er sich sogar ein wenig erhebt und ein Schwerenöterlächeln über die breite Fläche seines Gesichtes zieht. Aber es soll anders kommen, als er denkt. „Sie haben bisher nicht unter Ideenreichtum gelitten, im Gegenteil! Sie waren bisher immer recht gemächlich. Ich finde, daß die„Union“ bedeutend bessere Reklame zu machen versteht. Kann das nicht auch an dem Mann liegen, der dafür zu sorgen hat?“ Das Schwerenöterlächeln ist verschwunden. Willkowsky, der eine Schmeichelei erwartete, steht mit etwas dümmlichem Gesicht da. Diese Kröte! Diese kleine Kröte! schimpft er insgeheim, putzt mich hier vor den andern herunter. Na Laut aber sagt er gar nichts, sondern verschanzt sich vesch erwarte von Ihnen in der nächsten Zusammenkunft, die wahrscheinlich in einer Woche hier stattfinden wird, besonders gute Entwürfe und einen genau ausgearbeiteten Werbeplan. Haben Sie mich begrissen?“ „Ich denke, Sie waren deutlich genug,“ murrt der Dicke, aber Karola hört schon nicht mehr hin. „So. Und nun lassen Sie mich bitte allein! Herr Hägebarth... Sie warten wohl auf mich, Herrn aus dem Maschinensaal drei und. vien g; 6. Hezen Doktor Grote meine ich— den werde ich nachher##nDer junge Doktor bekommt einen roten Kopf, die Hraußen fängt der dicke Reklamesachmann auch schon „Müssen wir wohl bald den Frack putzen, Junge, Junge, der Chef hat ein Auge guf diesen Kuaden Absalom geworfen!“ Aber dieser Knabe Absalom ist aus anderm Holz als der Dicke, und außerdem... er ist gar nicht so harmlos, er beißt nämlich. In aller Höflichkeit hält er dem Dicken die Faust unter die Nase.„Wenn Sie noch eine dreckige Bemerkung über Fräulein Westner machen oder sich erlauben, sie noch einmal so zu mustern, wie Sie das in der Sitzung eben taten, wissen Sie, was dann mit Ihnen geschieht? Dann. haue ich Ihr Nasenbein zusummen. Merken Sie sich das!" Damit geht der Junge ruhig weiter und läßt einen gänzlich verblüfften Reklamefachmann stehen. selbst sagen, daß noch keins seiner Inserate so eingeschlagen hat wie diese sachliche und höfliche Mitteilung. „Idiot!“ knurrt er endlich, als er sich von seinem Schrecken erholt hat; aber das läßt er wohlweislich den Jungen nicht mehr hören. Langsam pendelt Willkowsky in sein Zimmer. Das liegt ein wenig abseits von den Räumen der andern. Er zieht sein Jackett aus, denn er sitzt lieber in Hemdsärmeln; draußen ist's auch noch so schön warm, außerdem ist er wütend. Dieser Junge hat ihm sozusagen Ohrfeigen angeboten, dieser Lausebengel, und es ist zum Verzweifeln, man kann noch nicht einmal mit ihm anbandeln. Die Muskeln sind beim Dauerskat nicht übermäßig entwickelt, der Junge dagegen sieht aus, als ob... Er muß das eben einfach übersehen und überhören. Basta. Gemeiner ist schon dieser Vorwurf, den ihm das Frauenzimmer oben gemacht hat. Wie kommt die überhaupt dazu, ihm in seine Arbeit hineinzureden? Er läßt sich von einer Frau grundsätzlich nichts sagen. Das geht gegen die Ehre. Seine Frau hat nichts zu melden und seine mannigfachen Freundinnen auch nicht. Und da muß man sich von diesem Mädchen...? Na, Schluß und Schwamm drüber, das wettmachen! Das kann man sogar gegen klingenden Lohn verwerten. Er holt sich eine lange schwarze Zigacre hervor, so eine Art Schweizerstumpen, die er auch beim Zeichnen zwischen den Zähnen balancieren kann, zündet sie an und pafft dann voller Behagen. Inzwischen hat er sich Papier und Feder zurechtgelegt und in aller Gemütsruhe beginnt er scheinbar einen Privatbrief zu schreiben, denn für sachliche Dinge ist ja schließlich das Schre###maschinenzimmer da. Aber siehe... der Brief beginnt mit der eigenartigen Ueberschrift:„Bericht über die geheime Sitzung am...“ Beim Schreiben lächelt er und ist scheinbar sehr zuPlötzlich aber steht er auf, es scheint, daß ihm etwas einfällt, was er vergessen haben könnte, nat#lich... die Tür war nicht abgeschlossen. So. Nun ist auch das getan, nun hat er Zeit und Und Herr Willkowsky schreibt. Oben im Sitzungssaal ist es noch immer still. Karola steht am Fenster, und Hägebarth, der gute alte Hägebarth, der sonst hinter einem ewig laufenden Mundwerk sein weiches Herz verbirgt, hockt zusammengekauert am länglichen Konferenztisch und schweigt und putzt nur immer noch an seinem Kneifer herum, obgleich der längst blank ist. Endlich wendet sich Karola vom Fenster langsam zu ihm hin. Ihr Gesicht ist müde, abgespannt, nichts ist mehr von der Härte und Zuversicht darin, wie es noch vor wenigen Minuten den Männern der kleinen Gemeinschaft entgegenleuchtete.. „Sie wissen ja, Hägebarth, daß oas aues Scheingefechte sind? Daß ich das alles nur tue, damit sie noch nicht merken, wie weit wir sind?" Er wird uns schon stecken und fährt mit der Hand durch dir,Licht ist eine ganz verlorene Bewegung, die ihm zerr### wie Es ist alles so sinnlos. So aussichtslos. Er weiß ganz genau, was ihnen fehlt: das Kapital!. 4r Und wenn man auch neu beginnen würde, er warbe ann hat die zünion“ angerufen 3= fragt Karola „Kurz, ehe Sie kamen. Der Herr Syndikus, dieser Schweinehund, war selbst am Apparat, es muß also schon was Besonderes gewesen sein.“ „Was er wollte, hat er nicht gesagt?“ „Nein. Aber können Sie sich das nicht denken?“ Hägebarth sieht mit einem schrägen Blick zu ihr hin. Da versteht sie. (Fortschung S Mr, Une Ahell Gegen die Volkskraft versündigt Hebamme exemplarisch bestraft Bünde. Vor der 2. Großen Strafkammer beim Landgericht Bielefeld hatte sich die 64 Jahre alte frühere Hebamme Grete Schmeißer aus Ennigloh bei Bünde zu verantworten, der zur Last gelegt wurde, sich von 1929 bis zu ihrer Festnahme im März dieses Jahres fortgesetzt der gewerbsmäßigen Abtreibung schuldig gemacht zu haben. In fast allen Fällen hat die Angeklagte Geld oder Sachwerte angenommen, so daß an der Gewerbsmäßigkeit kein Zweifel bestehen konnte. Zu ihrer Entschuldigung führte sie an, daß sie zunächst aus Mitleid gehandelt habe, später hätte sie sich aus Angst vor einer Anzeige immer wieder zu weiteren Eingriffen bewegen lassen. Die Strafkammer verurteilte die Angeklagte wegen gewerbsmäßiger Abtreibung(in 12 Fällen vollendet, in einem Falle versucht) zu einer Gesamtzuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihr auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Außerdem wurde der Angeklagten die Ausübung des Berii'es als Hebamme auf die Dauer von fünf I##ren untersagt. Fahrerflucht Osnabrück. Vor einigen Tagen wurde auf der Straße Osnabrück—Hagen im Ortsteil Sütthausen ein 30jähriger Büroangestellter von einem Kraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß er am Tage darauf starb. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß der Kraftwagenfahrer nach dem Unfall kurz gehalten und dann in raschem Tempo davongefahren ist. Die Ermittlungen nach dem unerkannt entkommenen Kraftwagen sind im Gange. Die Gänse verrieten die Diebe Holzminden. In der Nacht drangen Einbrecher in die in der Lüchtringer Wiese gelegene Bittersche Geflügelfarm ein. um Gänse zu stehlen. Die Tiere erhoben jedoch ein mörderisches Geschrei, so daß die Nachtwache eines benachbarten Industriewerkes aufmerksam wurde. Dadurch wurden die Diebe verscheucht und konnten nur eine etwa achtjährige Zuchtgans mitnehmen, an der sie wenig Freude haben dürften. Die Fahndung nach dem Täter ist im Gange. Da die Tat unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen wurde, dürften sie mit keinerlei Milde zu rechnen haben. diebstähle bei jeder Gelegenheit Münster. Vor den Schranken des Schöffengerichtes stand der bereits vorbestrafte Angeklagte Heinrich We., der gebürtig aus Köln ist. zuletzt in Münster wohnte. We. war bei einer münsterschen Firma als Bote beschäftigt und hatte mit dem Transvortfahrrad Margarine zu Kunden zu fahren. Wenn nun Kunden mal keine Margarine abnahmen, verkaufte er sie eigenmächtig anderweitig und steckte den Erlös in seine Tasche. Auf diese Weise unterschlug er im Laufe der Zeit 400 Mark. Als We. dann bei einem Bauern in Telgte als Landhelfer beschäftigt war, nutzte er einen Sonntagnachmittag dazu aus, dem Bruder des Bauern aus der Kommode 40 Mark zu stehlen. Als We. im August 1939 gerade aus der Strafhaft entlassen war, stahl er aus einem verschlossenen Zimmer eine Tennishose. We. öffnete die Zimmertür mit dem Schlüssel seines eigenen Zimmers, der zufällig paßte. Schließlich beging er noch einen Diebstahl am Aasee als dort ein Mädchen badete, indem er ihr 2 Mark aus der Geldbörse stahl. Ebenso nahm er noch aus der Wohnung des Mädchens eine Uhr mit die er verpfändete. Für diese neuerlichen Diebstähle erhielt der Angeklagte eine Gefängnisstrafe von zehn Monaten. Feuer vernichtet eine Fabrik Laasphe. In der Holzwarenfabrik Grund in Wemlinghausen brach aus bisher noch nicht geklärten Gründen Feuer aus. Der Brand dehnte sich schnell auf die Werksanlagen aus. die trotz schnellsten Einsatzes mehrerer Feuerwehren völlig vernichtet wurden. Es gelang lediglich, einige Nachbarhäuser zu schützen. Gefährlicher Fund in einem Dorfbach Laasphe. Schuljungen zogen in Niederlaasphe aus dem Puderbach ein altes Eisen hervor, das sich bei näherer Prüfung als eine 755= em=Granate erwies, die aus dem Weltkrieg Abrig geblieben war. Gefährliche Geschäftseinbrecher gefaßt Beute von 9000 RM. Bargeld wieder entrissen Essen. Vor einigen Wochen verübten Einbrecher bei einem Geschäftsmann in der Essener Innenstadt einen Einbruchsdiebstahl. Unter Ausnutzung der Verdunkelung drangen die Täter, die sich vorher über die örtlichen Verhältnisse Kenntnis verschafft hatten, in den Abendstunden in die Geschäftsräume ein. Sie erbrachen mehrere Behältnisse und erbeuteten etwa 9000 RM. Bargeld und eine Menge wertvoller Schmucksachen aller Art. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen führten bereits drei Tage nach der Tat zur Festnahme des Täters. Am Verlauf der weiteren Ermittlungen, Der Neichsarbenefuhrerin der Eisel Weihnachtsfeier im Kreise seiner Arbeitsdienstmänner Nachen. Weihnachten im Krieg, ein Weihnachtsfest, das viele Männer nicht zu Hause sah. die fern der Familie und der Heimat an des Reiches Grenze stehen oder sonstwie Dienst für Deutschlands Größe tun. Aber dennoch an sie gedacht und niemand war allein. Wenn auch der eine oder andere mit seinen Gedanken bei Frau und Kindern. Eltern, Brüdern oder Schwestern war, so wurden doch auch sie der Freude dieses Festes teilhaftig. Auch auf ihrem Weihnachtstisch,“ geschmückt mit vielen Zeichen freundlichen Gedenkens. stand ein Weihnachtsbaum, und so feierten auch sie den Heiligabend in dem hellen Schein der Kerzen. Der Führer fuhr zu seinen Soldaten hinaus und feierte mit ihnen das Weihnachtsfest und ebenso kam Reichsarbeitsführer Hierl zu seinen Männern in ein Lager der Eifel, um Heiligabend mit ihnen zusammen zu sein. Reichsarbeitsführer Hierl, der schon an den Tagen zuvor viele Lager des Reichsarbeitsdienstes im Westen des Reiches besuchte und bewährten Männern und Führern des Reichsarbeitsdienstes das Schutzwallehrenzeichen verlieh fuhr am Vorabend des Weihnachtsfestes in Begleitung von Generalarbeitsführer Schinnerer von Trier aus in die Eifel, die an diesem Tage mit ihrer tiefen Stille und dem Zauber der mit Rauhreif überdeckten Wälder eine rechte Weihnachtsstimmung schuf. An den Straßen vieler Orte. in deren Nähe sich Lager des Reichsarbeitsdienstes befanden, bildeten die erdbraunen Kolonnen Spalier, und an zwei Lagern machte Reichsarbeitsführer Hierl Halt, um auch hier den aus dem Bereich des Arbeitsgaues W (31) zusammengezogenen verdienten Führern und Männern das Ehrenzeichen zu üverreichen. Am späten Nachmittag, als die ersten Schatten der Nacht sich über die Höhen und Täler legten, traf Reichsarbeitsführer Hierl in einem am Rande der Eifel gelegenen Lager ein, mit dessen Insassen er das Weihnachtsfest seiern wollte. Eine Verleihung von Schutzwallebrenzeichen leitete den festlichen Abend ein. Auch hier sprach Reichsarbeitsführer Hierl noch einmal über den Zweck und die Bedeutung des Einsatzes des Reichsarbeitsdienstes. Wenn wir in diesem gewaltigen Ringen, so sagte er, nicht siegen würden, so würde das deutsche Volk völlig versklavt werden. Der Bauer würde seinen Hof verlieren, der Bürger seiner Ersparnisse verlustig gehen und auch der Arbeiter um sein Brot kommen. Darum müssen wir siegen, und wir werden siegen, wenn jeder einzelne an dem Platz. an den ihn die Notwendigkeit der Stunde und der Befehl der höheren Führung stellt, voll und ganz seine Schuldigkeit tut. Eine Sonnwendfeier leitete dann über zu der Weihnachtsfeiel, in deren Mittelpunkt die Bescherung von über 500 Arbeitsdienstmännern stand. Die große Halle, in der die Feier stattfand war prächtig geschmückt und erstrahlte in dem Schein von tausend Kerzen. An den beiden Schmalseiten hatten riesige Tannenbäume Aufstellung gefunden und jeder Tisch war mit schönen Leuchtern geschmückt. Um sie herum waren die prachtigen Weihnachtsteller aufgebaut, daneben lagen auch die kleinen Geschenke, wie sie jeder Arbeitsmann für viele Zwecke wresh. s u Ein abwechslungsreiches Programm„füllte den Abend aus. Der großen Freude der Reichsarbeitsdienstmänner über den Besuch des Reichsarbeitsführers Hierl gab Oberstarbeitsführer Dr. Gompf beredten Ausdruck. Das schönste Weihnachtsfest so sagte er. werde dann gefeiert, wenn in dem Kreise der Familie auch der Vater zugegen sei, und so sei es für seine Kameraden und für ihn das schönste Weihnachtsgeschenk, daß der Vater des Reichsarbeitsdienstes an diesem Tage unter ihnen weile. Laufe des Abends besichtigte Reichsarbeitsführer Hierl auch die große Schau der Weihnachtsgaben, die die Lagerinsassen in ersparten Stunden bastelten und durch die NSV zur Verteilung bringen lassen. Die Nacht verblieb Reichsarbeitsführer Hierl gleichfalls in dem Lager und setzte erst am Morgen des ersten Weihnachtstages seine Reise fort. Reichsautobahnen werden noch 2/8 Meter brener Sicherung für den kommenden noch stärkeren Nach Inbetriebnahme der ersten Reichsautobahnstrecken hat sich gezeigt, daß der anfänglich gewählte Querschnitt der Reichsautobahnen mit einer Gesamtauerschnittsbreite von 24,00 Mtr. auch der stärksten Verkehrsbelastung gewachsen ist, allerdings unter einer Voraussetzung, nämlich der, daß die beiden 750 Meter breiten Richtungsfahrbahnen dem Verkehr auch tatsächlich jederzeit und in vollem Umfange zur Verfügung stehen. Nun lassen sich aber in der Praxis Fälle von gelegentlichem Stillstand von Fahrzeugen auf der Autobahn nicht vermeiden. Eine Anzahl von Unfällen in der ersten Zeit hatte ihre Ursache darin, daß nicht betriebsfähige Fahrzeuge zwar seitlich abgestellt waren, trotzdem aber wegen nicht genügender Breite des befestigten seitlichen Randstreifens in die Fahrbahnbreite hineinragten. Für den noch weiter sich verdichtenden Verkehr sollte nun über die Anlage zahlreicher Rast= und Parkplätze mit Abstellmöglichkeiten hinaus eine noch weitergreifende Sicherung dadurch gewonnen werden, daß man an jeder Stelle der freien Strecke die Möglichkeit hat. ein Fahrzeug notfalls seitlich abzustellen, ohne die Fahrbahn zu beengen. So entstand, wie Regierungsbaumeister a. D. Richard Mahling vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen in der„Straße" berichtet die Forderung, den anfangs nur mit 1,00 Meter Breite bemessenen, befestigten seitlichen Randstreifen so breit auszubilden, daß die seitliche Aufstellung der haltenden Fahrzeuge die sichere Durchführung des Verkehrs auf den eigentlichen Fahrbahnen in keiner Weise mehr gefährdete. Der befestigte Randstreifen mußte zu einer selbständigen Abstellspur entwickelt werden. Ein Maß von 2.25 Meter wurde hierfür als ausreichend erachtet. Um des harmonischen Verhältnisses willen ergaben sich daraus auch noch andere Maßänderungen, so daß eine Gesamtauerschnittsbreite der Autobahn von nunmehr 28.50 gegenüber 24.00 Meter entstand. Sie teilt sich auf in einen mittleren Grünstreifen von 4,00 Meter an den sich zu beiden Seiten ein befestigter Randstreifen von 0.50 Meter anschließt, dann folgen die eigentliche Fahrbahn mit 7.50 Meter. die Abstellspur mit 2.25 Meter und der äußere Grünstreifen mit 2.00 Meter Breite. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen hat bestimmt, daß in Zukunft die neue Breite überall anzuwenden ist, wo nicht besondere Geländeschwierigkeiten entgegenstehen. die sich sehr schwierig gestalteten, konnte nunmehr auch der zweite Täter festgenommen werden. Beide leugneten zunächst den ihnen zur Last gelegten Einbruch, sie konnten jedoch überführt werden und legten schließlich auf Grund des ihnen vorgelegten Beweismaterials ein Geständnis ab. Der größte Teil des Diebesgutes konnte wieder herbeigeschafft werden. Bei den Festgenommenen handelt es sich um den 31 Jahre alten Bruno K. aus Essen und den 47= jährigen Wilhelm J. aus Bottrop. Die Festgenommenen, die erheblich vorbestraft sind. werden sich demnächst vor dem Richter zu verantworten haben. Geburtenrekord in B.=Gladbach Bergisch=Gladbach. Zum ersten Male in 129 Jahren wurde in B.=Gladbach, der schönen rheinisch=bergischen Stadt, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest die Zahl von 500 Geburten in einem Jahre erreicht. Zum letzten Male war dies im Jahre 1810 der Fall. Im Jahre 1906 kam die Geburtenzahl mit 496 zwar dicht an den alten Rekord heran. vermochte ihn jedoch nicht zu erreichen. Die kleine Erdenbürgerin, die als„Nummer 500“ eingetragen wurde, erhielt von der Gemeinde ein besonderes Sparkassenbuch. Kraftfahrer auf offener Landstraße verbrannt Roetgen(Bergisches Land). Gleich zwei unglückliche und durchaus falsche Handhabungen führten den Tod eines Kraftfahrerz auf offener Landstraße herbei. Als der Mann zum Untersuchen seines undicht gewordenen Tanks ein Streichholz entzündete. setzten die Flammen die Kleider des Mannes sogleich in Brand. Zur Hilfe eilende Fußgänger begossen die Kleider des Brennenden dann mit Wasser anstatt das Feuer mit Decken niederzuschlagen. An den Folgen der schweren Brandverletzungen ist der Mann gestorben. In der Jauchegrube ertrunken St.=Goar. In dem Dorfe Damscheid auf dem Hunsrück wurde seit einigen Tagen ein in den 50er Jahren stehender Einwohner von seinen Angehörigen vermißt. Da man vermutete daß dem Vermißten ein Unglücksfall zugestoßen sein könnte wurde die Umgebung nach ihm abgesucht. Schließlich fand man den Bedauernswerten in der Jauchegrube seines Hofes tot vor. Soldatenkleider statt seidene Damenwäsche Betzdorf(Westerwald). Ein junges Mädchen, das in den letzten Tagen von Köln nach Betzdorf fuhr, hatte während der Reise mit einem Soldaten geplaudert. Beim Aussteigen war der Soldat dem Mädchen behilflich und reichte ihm den Koffer aus dem Zug. Nur leider den falschen! Das Mädchen bekam als es zu Hause den Koffer öffnete, einen wahren Schrecken. Es fand in ihm statt seiner eigenen seidenen Wäsche gute, aber derbe Soldatenkleider, mit denen es nun nichts anfangen kann. Vollkornbrot Die Hauptvereinigung der deutschen Getreide= und Futtermittelwirtschaft hat eine Anordnung über den Begriff des Vollkornbrotes erlassen. Danach wird Vollkornbrot hergestellt aus Mahlerzeugnissen des Roggens oder Weizens oder aus Mischungen von beiden, die alle Bestandteile des gereinigten, ungeschälten Getreidekorns einschl des Keimes oder bei Naßschälung des nur von der Fruchtschale befreiten Getreidekornes enthalten Andere Brote dürfen unter der Bezeichnung Vollkornbrot nicht hergestellt und in den Verkehr gebracht werden. Den Mühlen und Bäckereien können besondere Anweisungen zur Herstellung von Vollkornbrot sowie Auflagen hinsichtlich der Verarbeitung und Beschaffenheit erteilt werden. Die Anordnung tritt am 1. Januar in Kraft. Erleichterte Amsatzsteuervorauszahlungen Nach dem Umsatzsteuergesetz sind Unternehmer. deren steuerpflichtiger Umsatz im letzten Jahre 20000 RM. überschritten hat, verpflichtet. binnen 10 Tagen nach Ablauf jedes Monats eine Voranmeldung abzugeben und gleichzeitig eine Vorauszahlung zu entrichten. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß mit Wirkung ab 1. Januar die Unternehmer, die im Vorjahre steuerpflichtige Umsätze bis zu 50000 RM. hatten. die Voranmeldungen vierteljährlich abgeben und die Vorauszahlungen vierteljährlich entrichten. Die Finanzämter sind außerdem ermächtigt. solchen Unternehmern. deren Jahressteuerbetrag im Vorjahre nicht mehr als 1000 RM. betragen hat vierteljährliche Voranmeldungen und Vorauszahlungen auch dann zu gestatten. wenn der Umsatz über 50000 RM. lag. Die genannten Unternehmer können also ihren Umsatz für die Monate Januar bis März 1940 zusammen zum 10. April anmelden und die entsprechende Umsatzsteuer zahlen Es bestehen auch keine Bedenken, bei Unternehmern mit steuerbegünstigten Umsätzen auf die Abgabe von Voranmeldungen und auf Vorauszahlungen zu verzichten, wenn der Jahressteuerbetrag die Kleinbetragsgrenze von 20 RM. nicht erreicht oder nur wenig übersteigen wird. Vertragshilfe Köln. Nach der Verordnung vom 30. 11. 1939 können Gewerbetreibende die richterliche Vertragshilfe in Anspruch nehmen wenn sie infolge der Auswirkungen des Krieges genötigt sind, ihren Betrieb stillzulegen umzustellen oder erheblich einzuschränken und hierdurch in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt werden. Der Richter ist ermächtigt, in solchen Fällen Verträge abzuändern, aufzuheben. Teilzahlungen oder Stundungen zu bewilligen, den Zinsfuß herabzusetzen. Mietverträge abzuändern usw. Voraussetzung ist aber unter allen Umständen, daß der Schuldner zunächst ernstlich den Versuch unternommen hat, sich mit seinem Gläubiger außergerichtlich zu einigen. Dieser Nachweis muß der Schuldner dem Gericht zuerst erbringen. Des weiteren muß der Schuldner sowohl als auch der Gläubiger für sein Vorbringen vor dem Vertragshilferichter Unterlagen beibringen. Der Schuldner muß insbesondere ein vollständiges Verzeichnis seiner Gläubiger deren Forderungen unter Angabe des Forderungsgrundes und des Zinsfußes vorlegen. Meist verhalten sich die Schuldner und Gläubiger insofern völlig falsch, als der Schuldner glaubt, aus taktischen Gründen möglichst wenig bieten und der Gläubiger der Ansicht ist, möglichst viel fordern zu sollen Der Schuldner muß sich entsprechend dem Vorspruch zu dieser Verordnung darüber klar sein. daß der Gesetzgeber es als höchste Aufgabe jedes Schuldners in diesem Kriege herausgestellt hat, daß er seinen Verpflichtungen nach besten Kräften nachkomme. Wer also ohne die erforderlichen Unterlagen, ohne den Nachweis des Versuchs einer gütlichen Einigung mit dem Gläubiger und ohne einen angemessenen Vorschlag vor den Vertragshilferichter tritt, wird mit der kostenpflichtigen Zurückweisung seinet Antrages. rechnen müssen. während der Soldat darüber nachdenken muß. auf welche Weise er die seidene Wäsche am besten zur Geltung kommen läßt. Unglücklicher Schuß auf den eigenen Vater Linz a. Rh. Ein junger Mann, der während der Weihnachtsfeiertage zum Besuch seiner Eltern nach Linz gekommen war. geriet mit seinem Vater in eine Auseinandersetzung. die in Tätlichkeiten ausartete. Im Verlaufe der Streites zog der Sohn seine Pistole und gas auf den Vater einen Schuß ab. Die Kugel traf den Vater so unglücklich in den Kopf, daß der Tod alsbald eintrat. Der Täter stellte sich danach selbst der Polizei und wurde festgeSommen. in 87 Get erboitener Blaibensengen mit Rädern zu verkaufen. Fritz Kampmann, Schwerte, Sedanstraße 25. Weinet nicht an meinem Grabe, gönnet mir die ew'ge Ruh“ denkt was ich gelitten habe, ch' ich schloß die Augen zu. Heute nacht hat Gott der Herr nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Eisette Kiekert verw. Bocks geb. Bücker im Alter von 65 jahren zu sich genommen. Sie ruhe in Frieden. In tieter Trauer: Wilhelm Rickert Karl Bocks Klara Bleidick geb. Bocks Otto Bleidick Alma Bocks geb. Jungkunst Willi Bleidick Heinz Schmitz Schwerte, Fröndenberg, Unna, Lünern, Düsseldorf-Gerresheim, Geisecke, Sölderholz und Herne, 27.Dezember 1939 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 30. Dezember, nachmittags 4¼ Uhr vom Trauerhause, Bergischestr 27, aus, auf dem evangelischen Friedhof statt.— Trauerteier 3½ Uhr. Leautpiartan 25 Pf., zu haben bei Hans Linner, vorm. Carl Braus, Große Marktstraße 3/5. W Mittwoch nachmittag 2 Uhr verschied nach längerem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Röhrscheidt im 74. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Schwerte, Hagen, Wattenscheid, Hagen-Eckesey, den 27. Dezember 1939. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 30. Dezember, nachmittags 2½ Uhr vom Trauerhause, Wallstraße 2, aus statt. Büro= und Geschäfts-Artikel Geschäftsbücher Büroleim Stempelfarbe und=Kissen Blockhefte Quittungen Geldrollenpapiere Kleberollen Verschlußzmarken Klebstoffe Unterschriftsmappen Stempelträger Löscher Locher Anfeuchter Papierscheren Heftmaschinen Briefmarkenfälze Federhalter Stahlfedern Federwischer Ersatzfedern Blei=, Kopier=, Farb- und Drehstifte Tinten Zirkel Etiketten Minen Taschenstifte Skizzenbücher Schnellbefter Mappen Millimeterhefte Briefpapiere Blöcke und Karten Schreibmaschinen=, Durchschlag= und Abzugpapiere Aktendeckel Schnellhefter Ordner Briefkörbe Papierkörbe Briefwaagen Schreibzeuge aus Holz Schreibunterlagen Schreiner= und Försterstifte Rot= und Blaustifte Steno= und Glasstifte Rechnungen Bürobedarf und Büronadeln Pauspapiere Millimeterpapiere in Blättern und Bogen Plakatkarton Dekorationspapiere Plastilina=Knetmasse Glanzpapiere Mattpapiere(gummiert) Zettelhaken und=spießer Meldeblöcke Musterbeutel Briefeckenklammern Postkartenhalter Brief= u. Behördenumschläge Kohle=, Durchschreib- und Löschpapiere Schreibwarengeschäft Hans Linner zum bevorstehenden Jahreswechsel entbletet der Geschäftsmana seinen Geschältstreunden, seiner Kundschalt, seinen Freunden und Bekannten in einer hübsch aufgemachten Anzeige in der„Schwerten Zeitung Wir bitten, die Anzeigen rechtzeitig in unserer Geschältsstelle, Gr Marktstr., aufzugeben. Für saubere Auslührung wird gesorgt. b) Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine (bisher Fettverbilligungsscheine— Bezugs= und Zusatzscheine) in Schwerte Die Ausgabe für die Monate Januar, Februar und März 1940 findet beim Städtischen Wohlfahrtsamt wie folgt statt: a) Für diejenigen Familien, die Familienunterhalt auf Grund der Einberufung des Ernährers zum Heeresdienst beziehen: * Dienstag, den 2. Januar 1940 Buchstabe A—G von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe M—S von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Mittwoch, den 3. Januar 1940 Buchstabe H—L von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe Sch—3 von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Das Einkommen ist durch Vorlage des Bescheides über den festgesetzten Familienunterhalt nachzuweisen. Für die übrigen Familien someit sie Anspruch auf Verbilligungsscheine haben: Donnerslag, ven 1. Buchstabe A—B von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe M—O von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Freitag, den 5. Jauuar 1940„ Buchstabe C—E von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe P—R von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Sonnabend, den 6. Januar 1940 Buchstabe F—G von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe S—Sch von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Montag, den 8. Januar 1940 Buchstabe H von 8 bis 12 Uhr Zimmer Buchstabe St—B von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Dienstag, den 9. Januar 1940 Buchstabe K von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12, Buchstabe W—8 von 8 bis 12 Uhr Zimmer 11. Mittwoch, den 10. Januar 1940 Buchstabe I—L von 8 bis 12 Uhr Zimmer 12. Die Scheine werden nur an den vorstehend bezeichneten Tagen und Zeiten ausgegeben. Zum Empfang der Scheine sind, wie bisher, die letzten Lohnbescheinigungen(auch die der verdienenden die Rentenbescheide und sonstigen Verdienstunterlagen sowie die Aus weiskarten vorzulegen. Die Reichsverbilligungsscheine III(bisher Zusatzscheine) werden nur für Schwer=oder Schwerstarbeiter, die vom Ernährungsamt als solche anerkannt sind, ausgegeben. Als Beweisunterlagen dienen die vom Ernährungsamt gekennzeichneten Brot=, Fleisch= oder Fettkarten. Das Wohlfahrtsamt ist vom 2. bis 10. Januar 1940 nur für Eilfälle geöffnet. Büro= und Kunstkalender sowe Rethutrerurten sind in reicher Auswahl zu haben bei Hans Linner vorm. Carl Braus Verlag per„Schwerter Zeitung“ Große Marktstraße 3-5 Schwerte Zu (Sparkassenverband der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen) Am Sonnabend, dem 30. Dezember 1939 3 Ebleiben unsere Schalter für jeden Kassenverkehr Seschiossen 51 2sistinnnnnminnnlniinnnntninnlniinanniisnniaalll Geschäftspapiere liefert schnellstens Hans Linner vorm. E.Braus Große Marktstraße 3—5 Frungze stafee=Täsmisverenmme Gelbbuch bestaligt die Krlegsschuld der Westmachte Berlin, 26. Dez. Amtlich wird verlautbart: Das nach langem Zögern von der französischen Regierung veröfsentlichte Gelbbuch zur Vorgeschichte des Krieges bestätigt nunmehr auch von französischer Seite die Schuld der Westmächte am Kriegsausbruch. Diese Dokumentensammlung ist eine völlig willkürliche und lückenhafte Auswahl von Schriftstücken, die die für den Kriegsausbruch wichtigsten Vorgänge nicht behandelt. Aber selbst in dieser Form beweist sie aufs neue, daß die Westmächte nichts getan haben, um Polen vom Wen des Verderbens zurückzuhalten. Der Angriffswille des polnischen Chauvinismus und die Vergewaltigung des deutschen Volkstums, die der Welt heute in allen Einzelheiten bekannt sind, wurden von den Westmächten bewußt geduldet, um Deutschland zu zwingen, in berechtigter Natwehr Gewalt mit Gewalt zu beantworten, damit den Völkern Westeurovas ein Vorwand für den Beginn des Einkreisungskrieges geliefert werden vonn“Zusammenhang sei zunächst auf einige der eklatantesten Widersprüche Lügen dieses Gelbbuches hingewiesen. So behauptet das Gelbbuch, der Reichsaußenminister habe bei seinem Besuch in Paris im Dezember 1938 erklärt, er werde sogleich nach seiner Rückkehr die Frage einer internationalen Garantierung der Tschecho=Ssowakei erneut in wahr! Der Reichsaußenminister hat dem frantrüben würde, Por: auf dann Herr Bonnet seinecseits deuittig.# erkennen gab daß Frankreich sich zukünftig den Ostfragen desinteressieren werde. Ferner versucht das Gelbbuch, die alten Propagandalügen über die Vorgänge beim Besuch des Präsidenten Hache in Berlin im März 1939 wieder aufzuwarmen. Die Berichte des französischen Botschafters, der von diesen Vorgängen keinerlei persönliche Kenntnis haben konnte, müssen nach allem, was von amtlicher deutscher Seite hierüber bekanntgegeben worden ist. von A bis Z als glatte Geschichtsfälschung bezeichnet werden. Nur aus dem englisch=französischen Kriegswillen heraus ist es ferner zu verstehen, daß der französische Botschafter in Berlin sich durch einen Bericht vom 17. August erdreisten konnte, das Echo der deutschen Presse auf die Verfolgung der Volksdeutschen in Polen als Provahinzustellen, das nur einen Vorwand für die deutsche Intervention liefern sollte. Der Kriegswille der Westmächte mußte naturgemäß in dem großzügigen letzten Verständigungsangebot des Führers an Polen eine schwere Gefahr sehen. Auch dies wird im französischen Gelbbuch offen zugegeben. Es wird zwar behauptet, Frankreich und Großbritannien hätten in Warschau interveniert, damit Polen das ursprünglich ja von England geforderte und nach englischen Behauptungen von Polen schon gebilligte Verfahren P bi von Polen schon gebilligte Verfahr direkten Besprechung nun wirtlich annehme. Die wahren Absichten der englisch=französischen thüllt Botschafter Coulondre sel der Politik enthunt Botschafter Ecmendre jedoch. indem er seiner Regierung berichtete, daß ein Kommen Becks nach Berlin eine„ernste Unannehmlichkeit" bedeuten müsse da dies einen zu großen„moralischen Erfolg" Deutschlands bedeuten würde, den man der nationalsozialistischen Regierung nicht gönnen wollte. Das am 30 August abends dem englischen Botschafter in Berlin mitgeteilte und erlauterte deutsche Angebot(sog. 16 Punkte) an Polen, das am 31. August der Welt durch den deutschen internationalen Oetfentlichkett als gerechter und billiger Lösungsversuch anerkannt worden. Auch die französische Propaganda muß deshalb behaupten, daß Polen dieses Angebot niemals abgelehnt habe. Tatsächlich hat der polnische Rundfunk am 31. August. 11 Uhr abends, die deutschen Vorschläge als unann und unverschämt bezeichnet. Das französische Gelbbuch sucht diese Erklärung des amtlichen polnischen Senders durch eine freche Lüge aus der Welt zu schaffen, indem behauptet wird, diese volnische Antwort,„heziehe sich gar nicht auf den am 31. August, 9 Uhr abends, veröffentlichten deutschen Plan. sondern auf die deutsche Note an die britische Regierung vom 29. August Wie jedermann im ersten Deutschen Weißbuch nachlesen kann, beginnt jedoch die polnische Rund unksendung mit folgendem Satz: „Die heutige Bekanntmachung des deutschen offiziellen Kommuniqués hat die Ziele und Absichten der deutschen Politik klar gezeigt", und bringt sodann eine Zusammenfassung der bekannten 16 Punkte. 4 Uebrigens hat die amtliche polnische Nachrichten=Agentur Pat sich am Abend des 31. August ganz ahnlich zu dem deutschen Plan geaußert. Sie fürchteten die Verständigung Trotz dreistester Lüge wird also nicht darum herumzukommen sein, daß Polen den großzügigen deutschen Vorschlag am 31. August abends rundweg abgelehnt hat. Deutschland hat Polen in letzter Stunde nochmals ein gerechtes Angebot gemacht; Polen hat dieses Angebot abgelehnt; die Regierungen der Westmächte haben diese Ablehnung gewollt und deshalb nichts getan, um sie zu verhindern; sie fürchteten die Verständigung, zumal sie einen „moralischen Erfolg“ der deutschen Friedensvolitik hatte darstellen können. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftletter: Rudolf Emit Eichmann. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich füe den gesamten Textteil: Rudolf Emi! Eichmenn, Schwerte(Ruhrz. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linnee, Schwerte(Ruyc). Zur Zeit in Preisliste 11 gültie.