PeINVe! ete es eteiech üen Gurnh ue 45 Ar(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. Re 2.—(einschl. 28.2 R## Zeitungsgebühr und 0.44 N### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10####. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschsststell. Gr. Markstr. 1. Fern. 2770— Votsheck: Dorummnd 2432 8 Hchwerter Reimasblatt= A— Tageblatt für die Htadt Hehwerte, die Amter Mesthosen? Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeitung * Schwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) o N# Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 N## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 R.“ Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Berriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähe, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Nr. 285 Schwerte(Ruhr), Dienstag, S. Dezember 1939 71. Jahrgang Lügen-Churchill in der Klemme London bestätigt: 740000 Tonnen Schiffsraum versenkt- Katastrophale W. C.=Panne Wie konnm Reuter in Shurchnis Schuomde! Amsterdam, 4. Dez. Der englische Dampfer„Dorie Star“(10 086 Tonnen) ist im Südatlantik durch ein deutsches Kriegsschiff versenkt worden. * Dem Ersten Lügenlord der britischen Admiralität ist heute ein böser Betriebsunfall passiert. Die deutsche Vermutung, daß die Verluste der britischen Handelsschiffahrt weit höher sind als sie von England bislang zugegeben wurden, un) daß Ehren=Churchill wie im Weltkriege die wirklichen Versenkungszahlen in seiner Schublade verbirgt, ist jetzt vom britischen Reuterbüro offiziell bestätigt worden. Um die deutschen Erfolgsziffern in der Seekriegführung abzuschwächen, meldet das halbamtliche Londnoer Büro, daß dank der britischen Flotte in den ersten drei Kriegsmonaten 21 Millionen Tonnen britischer Handelsschiffe auf See auslaufen konnten, wobei nur 4 Prozent der gesamten Tonnage verloren gingen. Da der Gesamtbestand der britischen Handelsflotte an größeren Schiffen überhaupt nur 18,5 Millionen ausmacht, ist offenbar auch wieder wie im Weltkrieg jeder Fischkutter und jeder Dampfer mitberechnet worden, der im Küstenhandelsverkehr mehrere Häfen anläuft. Das Interessante aber ist die Angabe der 4 Prozent Verluste. Wenn man diese 4 Prozent auf die 21 Millionen Tonnen ausgelaufenen Schiffsraumes umrechnet, kommt man zu einem Verlust an britischer Tonnage von 840.000 Tonnen. Legt man nur die 18,5 Millionen Tonnen britischen Gesamtschiffsraumes zugrunde, sind es immerhin auch noch 740000 Tonnen. Wir stellen daher fest: Der britische Rundfunk hat am 1. Dezember zu den deutschen Meldungen über eine Gesamtversenkung von 750 000 Tonnen Schiffsraum— neutralen und britischen— wörtlich erklärt: „Die deutsche Rechenkunst ist eine gewaltigere Waffe als die deutschen Minen und Torpedos. Unsere gesamten Verluste betragen bisher 252.000 Tonnen.“ Am 4. Dezember gibt man in London selbst 740.000 bzw. 840 000 Tonnen zu! Offenbar ist Churchills Schubkastenliste aus Versehen in das Reuterbüro gelangt. Gespannt darf man sein, wie sich Lügen=Churchill aus dieser Klemme herauswinden wird. Der Jensor unter Zensur Scharfer Kompetenzstreit im britischen Zensurwesen Amsterdam, 4. Dez. Unter der Ueberschrift „Der Zensor unter Zensur" berichtet der Amsterdamer„Telegraaf“ über den Fall Walter Monckton aus London. Akonckton, der verantwortliche Leiter der britischen Zensur, habe, so heißt es, mit seinem Rücktritt gedroht, weil nicht er, sondern die Militärbehörden bei der Ausgabe von Nachrichten das letzte Wort zu sprechen hätten. So sehr auch Monckton dementierte, daß er seinen Rücktritt bereits eingereicht habe, zweifle man in gut unterrichteten Londoner Kreisen nicht daran, daß es fraglich sei, ob Monckton weiter im Amt bleib Für den Fall, daß er weiter im Amt bleibe, werde Monckton sicherlich die volle Verantwortung fordern, und die entsprechenden Miliirbehörden nichts mehr mit der Ausgabe von #achrichten zu tun hätten. Diese Frage liege 51 bereits dem britischen Kabinett zur Be#ußfassung vor, Vorläufig„zurückgestellt" Kein Interesse Londons an einer„Wiederaufrichtung" des polnischen Staates Amsterdam, 4. Dez. Die englische Regierung hat, wie aus einer Meldung' des„Daily Telegraph“ hervorgeht, die Behandlung aller Fragen, die mit der Wiederaufrichtung eines polnischen Staates zusammenhängen, „bis auf weiteres“ zurückgestellt, weil sie keine unmittelbare praktische Bedeutung" hätten. Die in Frankreich lebenden polnischen Oppositionellen, die nach der von RydsSmigly und Moseicki herbeigeführten Katastrophe ihre Zeit gekommen sahen und als neue„polnische Regierung" von Englands Gnaden in Paris tagten, sind nach diesem Bescheid enttäuscht von London abgereist. Nach ihrer Rückkehr sind sie in die kleine Provinzstadt Angers. 300 Kilometer südwestlich von Paris, übergesiedelt, die ihnen die französische Regierung als neuen Aufenthalts. ort angewiesen hat. Diese Vorgänge bestätigen von neuem, daß England für die Polen an sich gar kein Interesse hat, sondern lediglich die Zahl der Kulis wertet, die sie stellen. Die Zeit dürfte nicht fern sein, wo auch dem letzten versprengten Polen diese Einsicht kommt. Veitstänze geschlagener Lügenlords Hilflose britische Propaganda wird immer grolesker London, 4. Dez. Die tiefe Wirkung des unerbittlichen deutschen Handelskrieges als Antwort auf die völkerrechtswidrigen und einfachsten Grundsätze der Sittlichkeit ins Gesicht schlagenden englischen Blockademaßnahmen hat die englische Propaganda in eine außerordentlich unangenehme Lage gebracht. Die Darstellung der englischen Verluste— sie werden selbstverständlich genau wie im Weltkrieg zum großen Teil unterschlagen— wird immer krampfhafter. Die neueste Methode besteht darin, einen Teil der Verluste zuzugeben, jedoch unter schreienden Hinweisen auf die Belohnung, welche England für seine Opfer erhalte. Denn, so schreit man es aller Welt in die Ohren, kein Preis könne hoch genug sein für den Schutz, den die stolze britische Flotte„der übrigen“ Schiffahrt angedeihen lasse. Man wolle auch gerne opfern, da ja die deutsche Handelsschiffahrt gesperrt worden sei und— man höre und staune— die gesamte deutsche Überwasserkriegsflotte in die Ostsee gescheut sei“— mit Ausnahme gelegentlicher Kaperfahrten, so wird eiligst mit Rücksicht auf denkende Leser hinzugefügt. Die britische Kriegsflotte habe bis 2. Dezember nur 53000 Tonnen verloren. Diesem frechen Schwindel wird die Krone mit der jetzigen Behauptung aufgesetzt, daß es sich bei den größten versenkten Kriegsschiffen Englands um uralte Kähne handele, die mehr als ein Vierteljahrhundert alt gewesen seien. Das schönste in dem neuesten Lügencommuniqué ist der Gegensatz zu dem vor acht Tagen losgelassenen Schimpfbombardement auf die Minensperren. Man hat plötzlich gemerkt, daß man damit die Gefahren für die neutrale Schiffahrt allzu klar herausstellte und behauptet nun plötzlich mit verstärktem Stimmenaufwand, daß alles völlig ungefährlich sei und 99 vc. der nach England bestimmten Schiffe wohlbehalten in englischen Häfen angekommen seien. Die Tatsache, daß man in London allmählich die Zuflucht zu einem Schwindelmanöver nimmt, welches im Gegensatz zur bisherigen gerissenen Lügentaktik Englands von vornherein unglaubwürdig und durch die Wirklichkeit längst widerlegt ist, beleuchtet die schwere Not der Chamberlain, Churchill u. Co. geradezu mit Jupiterlampen. Englischer Angriff abgeschlagen Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht Berlin, 4. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen keine besonderen Ereignisse. Englische Kampfflugzeuge versuchten am 3. 12. einen Angriff auf Helgoland. Die frühzeitig einsetzende deutsche Abwehr verhinderte die planmäßige Durchführung des Angriffs. Außer einem Treffer auf einem Fischlogger ist kein Schaden angerichtet worden. Sie können nur lügen Erlogene englische Meldung über Helgoland Berlin, 4. Dez. Die von englischer Seite: verbreitete Nachricht, wonach sich unter den durch Bomben getroffenen Schiffen im Hafen von Helgoland auch ein deutscher Kreuzer befinden soll, ist in vollem Umfange falsch. Kreuzer befanden sich nicht im Hafen. Britischer Dampfer(3829 brt) auf Mine gelaufen und gesunken. Der englische Dampfer „Efkdene“(3829 brt) lief auf eine Mine und sank. Die Besatzung von 29 Mann landete in einem schottischen Hafen. Tiesendenden auf ein Dramatischer Mondscheinangriff eines englischen Fischdampfers auf ein deutsches U=Boot=Pärchen Berlin, 4. Dez. Die Stimmung in England ist durch die deutschen Erfolge in der Nordsee verständlicherweise äußerst gereizt. Um die wachsende Mißstimmung zu beseitigen und die englische Oeffentlichkeit zu beruhigen. hat der Erste Lord der Admiralität wieder das bekannte Mittel aufgegriffen,„deutsche U. Boote zu versenken“. Allerdings finden diese Versenkungen nur im britischen Lügenministerium und im Reuterbüro statt. Damit sie glaubhafter wirken, werden geradezu rührende Einzelheiten erfunden. So soll ein früherer Fischdampfer aus Grimsby, der jetzt„Dienst für die Admiralität tue“, ein deutsches U=Boot versenkt und„sehr wahrscheinlich“ ein weiteres Rom, 4. Dez. Was man in Italien über Englands Haltung zum russisch=finnischen Konflikt denkt, hat die hiesige Presse bereits deutlich genug zu verstehen gegeben: Krokodilstränen! Daß die Erregung in Frankreich echt sein könnte, will man nicht ohne wei. teres bestreiten. Aber auch hier scheint dem italienischen Beobachter der Pferdefuß nicht geschickt genug verborgen zu werden. Denn was durch die französischen Blätter geistere, sei im Grunde genommen der Finnland und den übrigen Neutralen gemachte Vorwurf, sich nicht rechtzeitig unter den Schutz der Westmächte begeben. d. h. nicht von vornherein die demokratische Leine, die man ihnen hingehalten hat. gezogen zu haben. Nur so könne man beispielsweise einen Leitartikel des„Temps“ beurteilen, der mit viel Worten den kleinen Mächten sage: Frißz, Vogel, schwer beschädigt haben. Ein Mann der Besatzung hat angeblich Herrn Churchill darüber unterrichtet, daß sie plötzlich ein U=Boot auf Patrouillenfahrt sahen, worauf sie es sofort, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, durch eine Tiefenbombe zerstörten. Auf ein zweites U=Boot hätten sie ebenfalls Tiefenbomben fallen lassen. Offenbar handelte es sich gleich um ein U=Boot=Pärchen, das die braven englischen Seeleute zu Gesicht bekamen. Aber damit nicht genug. Reuter vernichtete im Auftrage von Winston Churchill gleich noch ein drittes U=Boot, diesmal„nach einem dramatischen Mondscheinangriff in der Nähe eines englischen Seeverbandes“. Im Stile eines Detektivromanes schildert das oder wir lassen dich sterben! Solche Gedankengänge andererseits bilden, wie man in Rom meint, die beste Propaganda für den von Deutschland vertretenen Standpunkt, daß die Neutralen sich anders als passiv gegenüber dem englisch=französischen Liebeswerben verhalten müßten. Keine englischen Uniformen in Irland Den Haag, 4. Dez. Der irische Ministerpräsident de Valera hat eine Verordnung erlassen, nach der uniformierten Personen das Betreten des irischen Freistaates verboten ist Auf dem Gebiet von Irland darf nur die Uniform der irischen Verteidigungsarmee getragen werden. Die irische Regierung will durch die. se Erklärung ihre volle neutrale Haltung während des Krieges zum Ausdruck bringen. Reuterbüro, wie ein kleines Fischerboot das U=Boot entdeckte, das im hellen Mondschein dahinfuhr Das Fischerboot— das offenbar mit einer hervorragenden Funkanlage ausgerüstet gewesen sein muß, was ja bei so kleinen Fischerbooten bekanntlich der Fall sein soll(!)— habe die englischen Marinebehörden von seiner Entdeckung verständigt, worauf diese von ihren Amtsräumen aus das U=Boot in eine Falle lockten. Gerade, als der U=Boot=Kommandant, der sich trotz der Nähe des Fischerbootes und des Mondscheines sorglos in Sicherheit wiegte, seine „Zerstörungsabsichten“ verwirklichen wollte, seien auf ein verabredetes Zeichen hin Kriegsschiffe und Suchfahrzeuge von allen Seiten herbeigeeilt und hätten das U=Boot durch „Tiefenbomben“ zerstört. Es gruselt einen, wenn man diesen Bericht liest. Jetzt sieht man ein U=Boot fahren, da ruft ein kleines Fischerboot tapfer die englischen Behörden an, die innerhalb weniger Minuten ein ganzes Rudel von Kriegsschiffen alarmieren und sogar ein„Zeichen verabreden“. Der deutsche Kommandant merkt das alles nicht. er hört die Funksprüche nicht, er sieht die Feinde nicht, offenbar ist es völlig in den Anblick des Mondes versunken. Und dann plötzlich bricht das Unheil herein und das so deutlich sichtbare U=Boot wird— unter Wasser durch Tiefenbomben versenkt! Wir gratulieren dem Ersten Lügenlord der britischen Admiralität zu seiner blühenden Phantasie. aber wir können ihm versichern, daß die von ihm Totgesagten noch lange leben, ebenso die bisher von ihm als versenkt gemeldeten deutschen U=Boot weiterhin England das Leben sauer machen. Weder die Fischdampfer aus Grimsby noch die Mondscheinkriegsschiffe haben ein deutsches U=Boot getroffen. Aber wenn es durchaus ein U.Boot gewesen sein soll— vielleicht haben die tapferen brittEngitsase Kroivonstruten Rom über die Hailung der Westmächte zum russisch=finnischen Konflikt Een Marinebehörden ein englisches u. Bo#t erwischt und auf den Grund des Merras Vrördert Zuzntrouen„bung wi. Scter. nebrigens erbält im Zusammen.. wegant angeblichen Erfolgen„gegen deutsche die Meldung besondere Bedeutung, wonach ein englisches U.Boot wegen schwerer Beschädigung anen norwegischen Hafen gufsuchen mußte. vielleicht dieses englische U=Voor Bekanntschaft mit dem englischen Fischdampfer aus Grimsrt gemacht? Schlag ins Leere Bern, 4. Dez. Die französische Regierung geht allmählich daran, die kapitale Fehlspekulation wieder etwas einzuschränken, die darin bestand, daß mit einem Schlag fünf Millionen Mann mobilisiert und unter Wafsen gehalten wurden. Weshalb die französische Heeresführung zu einer solchen riesigen„Massenoperation ins Leere“ geschritten ist, steht auf einem anderen Blatt. Tatsache ist jedenfalls, daß dieses Massenaufgebot begreiflicherweise die französische Wirtschaft vollkommen lahmlegen mußte, während man mit zunehmender Verwunderung in Paris feststellte, daß in Deutschland die Industrie und Landwirtschaft weiter funktionierten und daß die militärischen Operationen Deutschlands keineswegs ähnliche Wirkungen auf die Wirtschaft gehabt haben. Eine typische Havas=Lüge Berlin, 4. Dez. Das französische Nachrichtenbüro Havas verbreitet in Ermangelung besserer Nachrichten eine Meldung, wonach sich die Fälle von Fahnenflucht bei den Sowjettruppen in Weißrußland häufen. So hätten sich in den letzten Tagen 120 russische Soldaten und einige Offiziere auf deutsches Gebiet geflüchtet. Die Meldung ist von A bis 8 erlogen. Es haben keine Grenzübertritte russischer Truppen nach Deutschland stattgefunden. England raubt deutsche Briefe Tschungking, 4. Dez. Es ist jetzt endgültig erwiesen, daß die Engländer alle internationalen Abmachungen brechen, indem sie sich in Hongkong in den chinesischen Postverkehr zwischen Schanghai und Tschungking einschalten. Seit einiger Zeit schon hatten die Deutschen in Schanghai und in Tschungking sichtliche Anzeichen dafür festgestellt, daß ihre Post geöffnet worden war. Plötzlich war sogar alle von beiden Städten über Hongkong gehende Post verloren, obgleich sie sich in geschlossenen chinesischen Postsäcken befunden hatte. Jetzt bestätigt ein aus Hongkong zurückkehrender neutraler Reisender, daß die Engländer die chinesischen Postsäcke öffnen, die zwischen Schanghai und Tschungking hin und her gesandt werden und die nur aus rein technischen Gründen über Hongkong laufen. Dr. Ley fliegt nach Einladung der italienischen Regierung München, 4. Dez. Auf Einladung der italienischen Regierung hat sich der Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Dr. Ley, am Montag zu einem mehrtägigen Besuch nach Rom begeben. Im Rahmen seines Aufenthaltes in der Hauptstadt des italienischen Imperiums wird Dr. Ley u. a. mit dem neuen Corporationsminister Rieci und dem Staatssekretär im Corporationsministerium, Cianetti, zusammentreffen Einigung Japan—Rußland Tokio, 3. Dez. Die Tokioter Zeitung„Tokio Asahi Schimbun“ meldet, daß sich Außenkommissar Molotow und der japanische Botschafter in Moskau, Togo, grundsätzlich über den Abschluß eines Haudelsvertrages geeinigt hätten. Der frühere Direktor der Handelsabteilung im japanischen Außenamt, jetzt Gesandter in Schweden, Matsushima, werde demnächst zur Einleitung offizieller Verhandlungen nach der russischen Hauptstadt reisen. Man erwarte, daß das Abkommen bald unter Dach und Fach sei. Politische Kreise in Tokio bemerken hierzu, daß getrennt von den Moskauer Handelsvertragsverhandlungen die bevorstehende Konferenz in Tschita die Grenzfragen zu regeln habe. während gleichzeitig in Tokio über das Fischerei= und Oelproblem verhandelt werde. Vom Erfolg dieser drei gleichlaufenden Besprechungen hingen dann die politischen Erörterungen ab, die entscheidend seien für die künftige Gestaltung der japanisch=russischen Beziehungen. Es wird bestätigt, daß der frühere finnische Außenminister Eskko zum Geschaftsträger in Stockholm ernannt worden ist. Wieder ein französischer Dampfer auf eine Mine gelaufen. Wie Havas bekannt gibt, ist der Dampfer„Florida“(7030 brt) der Companie Generale Transatlantique auf eine Mine gelausen. Man habe ihn in der Nähe eines franPhschen, Hafens auf Strand setzen können.— Hiors Mitglieder der Besatzung wurden getötet. Deutsche Jungen werden zu Soldaten erzogen Ein Bild von der vormilitärischen Ausbildung der Hitler=Jugend in einem kleinen bayerischen Ort: Ein Angehöriger der Wehrmacht erklärt den Jungen beim theoretischen Unterrisctresfe, Gißezen tra le. autoefler) Englanes=Kuftengrrier unsicher Reuirale Sch ffahrt meidet englische Gewässer senkungsgefahren zurückzuführen, sondern ebenso stark auf die ewigen Prisenuntersuchungen, die unendlichen Aufenthalte in den englischen Kontrollhäfen und schließlich die vielen Umlegungen der Schiffsrouten. „Politiken“ schreibt u. a., die Betätigungsmöglichkeiten für die neutrale Schiffahrt würden immer begrenzter. Die Lage sei. milde ausgedrückt, höchst unsicher, daher die große Zurückhaltung der skandinavischen Schiffahrt. Diese Zurückhaltung gelte nicht nur für den Schiffsraum von und nach England, sondern auch für die englischen Ueberseehäfen und Amerika. Dabei steige die Nachfrage nach neutralem Schiffsraum immer noch. Auf diese Weise stellen jetzt skandinavische Blätter die britischen Seekriegsmethoden an den Pranger. Eine andere Frage ist es allerdings. ob man in Skandinavien den Mut haben wird. gegen dieses britische Piratentum über die bisherigen Proteste hinaus auch in der Tat Stellung zu nehmen, wie dies z. B. Japan angekündigt hat. Aber auch ohne eine aktive Gegenwehr der neutralen Schiffahrt gegen die englischen Methoden wird England seinen„Krieg gegen die Neutralen“ bald am eigenen Leibe spüren, denn nur mit Hilfe der neutralen Schiffahrt kann England auf die Dauer durchhalten. Aber schon jetzt beginnt die neutrale Schiffahrt sich zu weigern, englische Häfen anzulaufen. Kopenhagen, 4. Dez. Wieder sind binnen wenigen Stunden mehrere Frachtdampfer an der englischen Küste auf Minen aufgefahren und gesunken. Fast sämtliche dänischen Zeitungen beschäftigen sich daher erneut mit dem Problem des Schiffsverkehrs auf den Weltmeeren. Die Blätter stellen einheitlich fest, daß die Lage für die neutrale Schiffahrt immer ernster wird und die Zukunft nur noch größere Schwierigkeiten bringen könne. Dem entspreche besonders die von Tag zu Tag größere Zurückhaltung in skandinavischen Schiffahrtskreisen, Aufträge anzunehmen, und das sei der Fall trotz der steigenden Frachtsätze und der immer dringlicher werdenden Rufe der Engländer nach neutralem Schiffsraum. Trotz aller Briefe, Telegramme und Angebote, so schreibt„Berlingske Tidende“ u. a., steige die Tonnageknappheit auf allen Märkten. Wenn man sehe, welchen Umfang die Schiffsverluste auch bei den Neutralen angenommen hätten, dann sei die große Zurückhaltung der neutralen Länder nur allzu verständlich. Die Lage sei heute schon so, daß man in neutralen Reedereikreisen immer weniger Lust verspüre. Schiffe in die Gefahrenzone(englische Gewässer. D. Red.) zu schicken. Auf diese Weise sei eine Schiffsraumknappheit eingetreten, die allmählich große Ausmaße annehme. Diese Tonnageknappheit sei nicht allein auf die VerChurchills Nach drei Monaten Krieg hat der französische Ministerpräsident Daladier sich bemüßigt gesehen, eine Bilanz zu ziehen, die er dem französischen Volke in Gestalt einer Rundunkansprache vorbetete. Das auffallende Merkmal dieser Rede ist die völlige Englandhörigkeit der französischen Regierung. Man möchte fast meinen, der Wortlaut sei in der Downingstreet aufgesetzt und von Daladier als gehorsamer Diener der englisch=jüdischen Geldsackpolitik lediglich verlesen worden. Die ganze Argumentation entspricht nämlich der Vorstellungswelt, die in den Köpfen der Churchill. Chamberlain, Eden usw. spukt, und läßt die für das französische Volk betrübliche Tatsache erkennen, daß seine Regierung in Paris nicht mehr in der Lage ist, sich eine eigene und klare Meinung zu bilden. Zunächst einmal bemühte sich Daladier, Frankreich als verfolgte Unschuld hinzustellen, indem er meinte, nach Polen habe nunmehr dieses Land mit einem deutschen Angriff rechnen müssen und deshalb zu den Waffen gegriffen. Da ist in Deutschland der schlichteste Mann klüger als der Ministerpräsident Frankreichs, denn das haben ja schon die Spatzen von den Dächern gepfiffen, daß gerade das nationalsozialistische Deutschland niemals eine aggressive Absicht gegen Frankreich hegte, sondern im Gegenteil durch zahlreiche Bemühungen des Führers versuchte, ein gutnachbarliches Verhältnis berzustellen. Daß dieses Verhältnis nicht zustande gekommen ist muß man der geistigen Unzulänglichkeit jener Kreise zuschreiben, die in Paris Politik machen und um auf die Wurzel des Uebels zu kommen, den Intriganten an der Themse, samt dem jüdisch=freimaurerischen Klüngel, der eine systematische Kriegshetze gegen Deutschland betrieben hat. Wenn Daladier meinte, daß das Kriegsziel seiner Regierung die französische Souveränität sei, so wäre der tatsächlichen Situation Frankse Es wird ein Lord geboren aus einem W mit Ohren reichs entsprechend anzunehmen, daß dieses Land sich seiner Haut gegenüber der englischen Bevormundung erwehren würde. Denn tatsächlich ist es heute doch bereits so, daß in Frankreich nicht der Wille des französischen Volkes entscheidet, sondern der Befehl der Downingstreet. Die englischen Truppen die sich auf französischem Boden befinden, sind offensichtlich weniger dazu da, in der vordersten Front zu kämpfen. als vielmehr als eine Art Besatzungsarmee aufzupassen, daß der Poilu sich bis zum letzten Mann verblutet. Daladier hat dies selbst eingestanden, als er in seiner Rundfunkansprache auf die Maginot=Linie zu reden kam und wörtlich erklärte:„Ihre Tiefe ist vergrößert worden und hinter sie haben wir die Massen der britischen Soldaten aufgestellt". Ueberhaupt sind Daladier Geständnisse entschlüpft die die Prahlerei der französischen Presse Lügen strafen. Hat doch der französische Präsident der Ansicht Ausdruck gegeben, Frankreich werde sich hüten. Millionen bei einem Angriff gegen den deutschen Bestwall zu aufern. Mit anderen Worten heißt dies: Der Westwall ist unüberwindbar, und ein Anrennen gegen ihn würde Millionen Voilus das Leben kosten. Wie aber prahlte die französische Presse noch vor kurzer Zeit? Sie log. der Westwall sei die kümmerliche Anlage befestigter Feldstellungen, die im Sturm genommen werden würden. Man log so unverschämt um den französischen Soldaten überhaupt erst Mut zu machen, sich in die Gefahrenzone des deutschen Grenzgebietes zu begehen. Als gehorsamer Papagei der churchillschen Latrinenvarolen hat Daladier übrigens bestätigt, daß das Ziel der englisch=französischen Herausforderung die Vernichtung der Lebensarundlagen des deutschen Volkes durch die Zerschlagung des Reiches und durch seine Aufteiluna in ungezählte kleine Nasallenstaaten britisch=französischer Hörigkeit — Das deutsche Volk nimmt alles dies zur Kenntnis. Mit S0millionenfach geballter Kraft wird es die Angreifer eines Tages zu Boden schmettern! Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan... Nach einer Meldung des„Daily Telegra#ph’, die über Amsterdam bekannt wird, at die englische Regierung den Beschluß gefaßt, die Behandlung aller Fragen, die mit der „Wiederaufrichtung eines polnischen Staates" zusammenhängen,„bis auf weite. res“ zurückzustellen. Im Zusammenhang damit haben sich die Mitglieder der polnischen„Regierung“, die sich von Englands Gnaden in Paris etabliert hatte. nach einer kleinen französischen Provinzstadt begeben. Man sieht also, daß das englisch=französische Interesse an Polen nicht sonderlich groß ist. Was Polen für die Westmächte hatte tun können, das hat es getan: Es hat, verblendet durch das englische Garantieversprechen, den Krieg vom Zaune gebrochen. Diesem Verbrechen ist die Strafe auf dem Fuß gefolgt. Deutschland hat den volnischen Zwangsstaat zertrümmert. Kreaturen aber, die ihr Volk in die Katostrophe gestürzt haben, haben sich Hals über Kopf in Sicherheit gebracht und sitzen nun weit ab vom Schuß, verfolgt von den Flüchen der von ihnen Irregeleiteten. Was können diese Subjekte, die von ihrem eigenen Volk verabscheut werden. Enaland und Frankreich noch nützen? Also stellt man die polnischen Angelegenheiten„zurück“, nachdem man zuvor noch die in Frankreich lebenden Polen— und ebenso die tschechischen Gäste— in die französische Armee gestopft hat.„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. der Mohr kann gehen!" Daß wir von diesem Verfahren überrascht wären. können wir nicht gerade sagen. Immerhin verzeichnen wir es als eine neue Bestätigung dafür, daß England und Frankreich in den kleineren Bölkern nur Werkzeuge ihrer Politik sehen. Sie putschen diese Völker auf, soweit sie sich von solchen Drohungen Eindruck versprechen. Sie machen wohl auch später nach dem Eintritt der Katastrophe damit Reklame und schließlich schieben sie diese willfährigen Handlanger doch kaltherzig beiseite. Und alles ohne Hemmung! Warum aber spricht man nur von einer Zurückstellung? In der polnischen Frage gibt es englische Einflüsse nicht mehr! Ordnung in diesem Raum schaffen jetzt Deutschland und Rußland, und diese Neuordnung wird eine endgültige sein. Den Völkern dieses Raumes aber wird es nur zum Segen gereichen, daß britische Ausbeuter bei diesem Neuaufbau nichts mehr zu sagen haben. * Englands Verrat an den Neutralen Die finnisch=russischen Kämpfe werden in fast allen Ländern aufmerksam verfolgt, wobei mehr oder weniger offen anerkannt wird, daß auch hier wieder England eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat Wie sprach doch dieser Tage Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Prag?„Wen der Herrgott strafen will, dem gibt er die Freundschaft Englands.“ England ist es nämlich gewesen. das fremde Spannungen in den baltischen Raum getragen und Finnland den Rat erteilt hat die letzten sowietrussischen Vorschläge abzulehnen. Und das obgleich das Schicksal Finnlands den Briten herzlich gleichgültig ist! Daher hat man denn auch jetzt für Finnland nur einige Worte des„Bedauerns“ übrig. Dieses Bedauern aber steht Politikern schlecht an. deren Bestreben gerade darauf gerichtet ist. neutrale Staaten in den Krieg zu zerren und andere Völker für sich ins Feuer zu schicken. So hält auch der Pariser„Temps“ die Weltöffentlichkeit für sehr dumm, wenn er aus dem finnisch=russischen Konflikt die„Lehre“ zieht bei der gegenwärtigen Sachlage enthalte die Neutralität der kleinen Staaten ungefähr die gleichen Risiken wie die Teilnahme am Krieg. Man sieht also, worauf es den Westmächten ankommt. Darauf nämlich, weitere Staaten zu finden, die sich gegen ihr eigenes Interesse in den Krieg einmischen. Die wirkliche Lehre, die diesem Konflikt zu entnehmen ist— und die auch von zahlreichen ausländischen Zeitungen gezogen wird— ist jedoch die, daß es zweckmäßig ist. ungelöste Fragen schnell zu lösen und zwischen Nachbarn gute und freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Eine gute Nachbarschaft aber zwischen den europäischen Staaten. das ist gerade das, was England nicht in den Kram paßt, weil es Europa im Unfrieden erhalten will, um so auf seinen Plünderungszügen durch die Welt keine Gefahr zu laufen. Russischer Heeresbericht Moskau, 4. Dez. Der Generalstab des Leningrader Militärkreises teilt mit: Am 3. Dezember haben die Truppen des Militärkreises Leningrad ihren Vormarsch fortgesetzt. In Richtung Murmansk haben wir die sich zurückziehenden finnischen Truppen verfolgt. In der Gegend von Oukhta, Rebola, Porozozero und Petrozavodsk haben sich unsere Truppen einen Weg durch die dick gefrorenen Sümpfe wegen des schlechten Straßenneves geschlagen und sind 40 Kilometer weit vorgedrungen. Sie befinden sich 45 Kilometer hinter der Staatsgrenze. Auf der karelischen Landenge sind unsere Truppen 30 bis 40 Kilometer weit von der Grenze entfernt vorgeschritten. Sie haben die Station Mustamaeki besetzt und nähern sich der Station Ino. Als Ergebnis glücklicher Kämpfe kann die Besetzung der Inseln im Finnischen Meerbusen, Suusaari, Seiskaari, Lavassaari und Tytaersaary, bezeichnet werden. Die schlechte Witterung hat Luftoperationen verhindert. Schwedischer Dampfer gesunken. Der schwedische Dampfer„Rudolf“ ist vor der englischen Küste nördlich Newcastie auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung von 23 Mann wird bis jetzt noch vermißt. Sie soll in die Rettungsboote gegangen kein. Ein Schnörkel dran, und so entsteht Der Lord der Admiralität. (Zeichnung Horst von Möllendorff— Scherl-M.) Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emil Eichmann. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Zur Zeit ist Freioliste 11 gültig. Sprechstunden der Schriftleitung sglich von ½10 bio ½611 außer Sonnadend. Soust mach schriftlicher oder fernmündlicher einmeldung. Dienstag, den S. Dezember 1939 Nr. 285(Zweites Blatt) „Sehwerrer Zeitung“ DEZEMBER 5 DIENSTAG Wir haben uns eine Wehrmacht aufgebaut, wie es eine bessere in der Welt nicht gibt! Und hinter dieser Wehrmacht steht ein Volk in einer Geschlossenheit, wie es gleichfalls in der deutschen Geschichte bisher noch nie der Fall war! Adolf Hitler. Bwan Aien, tät! Von Otto Paust Nun ist die Zeit der Bewährung angebrochen. Sieh zu, Volk, daß du ihrer würdig bist. Nun die Geschichte dich nach Taten mißt, wirst du verurteilt oder freigesprochen! Das Schicksal ist dein Richter. Du bist Masse in Gottes Hand und wirst geformt von Gott. Du wirst gebrannt in glutendem Gelasse, erstehst geläutert oder brichst zu Schrott. Du hast als Heimat deinen Frontsoldaten es gleichzutun. Sei du der Waffen Glück! Gib du dem Mann im Feld sein Ich zurück. Daß er, erschöpft nach Stürmen und nach Taten, aus dir wie Erz sich Kraft und Glauben bricht. Bewähr' dich, Heimat! Gott ist dein Gericht! Tageschronik RS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk, Schwerte=Ost. Zusammenkunft der Jugendgruppe am heutigen Dienstag, um 20 Uhr, im„Kreinberg“. Erscheinen ist Pflicht. : Bestandene Prüfung. Der Friseurgehilfe Willi Pfaeader, beschäftigt bei dem Friseurmeister Julius Schöttler in Schwerte, bestand in Arnsberg seine Meisterprüfung mit gutem Erfolg. Wir gratulieren! Auf die Verdunklung achten! Um allen Zweifeln und Irrtümern vorzubeugen, teilt die Polizeibehörde mit, daß bis auf weiteres folgende Verdunklungszeit angeordnet ist: Nachmittags um 16 Uhr muß die Verdunklung beginnen und darf erst am Vormittag um 8 Uhr beendet werden. -: Vier Semester auf Ingenieurschulen. Nach Mitteilung des Reichserziehungsministers findet für die Kriegszeit die Abschlußprüfung der Ingenieurschulen und der Hoch= und Tiefbauabteilungen der Bauschulen im Altreich am Schlusse des 4. Semesters statt, und zwar erstmalig zum Schlusse des Winterhalbjahres 1939/40. Die Lehrpläne(bisher 5 Semester) werden entsprechend zusammengefaßt. Die Vermessungsabteilungen werden auch während des Krieges dreisemestrig geführt. -: Alle Fragen des täglichen Lebens werden an die Kreisleiter herangetragen, so der Rente, der sozialen Betreuung, der Unterstützung in Fällen, in denen der Ernährer im Felde steht, der Bezugscheinregelung u. a. m. Mt dieser unmittelbaren Betreuung ist der Partei die Möglichkeit gegeben, scharf darüber zu wachen, daß ein gerechter Ausgleich aller Härten das Entstehen von Lücken und Breschen in den seelischen Bollwerken der Inneren Front verhindert. Die Kraft zur Meisterung der vielfältigen und bedeutungsvollen Aufgaben, die der Partei in ihren unteren Dienststellen fast über Nacht zugefallen sind, schöpft sie aus dem Volk selbst, dessen Repräsentantin sie ist. Pflicht zur Gesundheit! Jetzt erst recht keine Genußgifte! Reichsgesundheitsführer, Staatssekretär Dr. Conti, lat an die Mitglieder der in der Bekämpfung der ukohol= und Tabakgefahren eingesetzten Verbände einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Neben die Dienstpflicht der Soldaten unserer Wehrmacht tritt die zivile Dienstpflicht jedes Deutschen. Ein Teil dieser zivilen Dienstpflicht ist die Gesundheitspflicht. Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau hat gesundheitsmäßig zu leben und alles zu vermeiden, was die Gesundheit gefährden oder schädigen könnte. Die Bekämpfung der Alkohol= und Tabakgefahren ist daher nicht nur nach wie vor eine dringliche Aufgabe der Gesundheitsführung und Gesundheitsverwaltung, sondern dient auch der Erhaltung und Stärkung der deutschen Wehrkraft. Der Ernst der Zeit sollte jedem deutschen Mann und jeder deutschen Frau verbieten, sich fragwürdigen Genüssen hinzugeben. Das persönliche Beispiel der Ablehnung von Rauschgiften ist in der heutigen Zeit mehr als zuvor notwendig und angebracht. Ich erwarte von den Mitgliedern der in der Bekämpfung der Alkohol- und Tabakgefahren eingesetzten Verbände und Organisationen, daß sie durch beispielhafte Haltung, jeder auf seinem Platz, nachdrücklich gegen die Alkohol= und Tabakgefahren auftreten.“ Lehrabschlußprufungen im Bereiche der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund im Frühjahr 1940 Die Lehrabschlußprüfungen im Frühjahr 1940 werden wieder gemäß den Bestimmungen der Prüsen Prüfungen sind daher auf sen Prüfungen sind## auf vorgeschriebenen bei der Industrie= und Handelskammer zu Vortmund, Märkische Straße 120, erhältlichen Vordrucken bis spätestens zum 15. Dezember 1939, mittags 12 Uhr, einzureichen. Hierzu sei bemerkt, daß die Anmeldungen pünktlich erfolgen müssen, andernfalls die Zulassung zur Prüfung in Frage gestellt wird. Zugelassen zu den Prüfungen werden alle Lehrlinge, die bis zum 30. Juni 1940 ihre Lehre beendet haben und ordnungsmäßig in die Lehrlingsrolle der Industrie= und Handelskammer eingetragen worden sind. Da diese Lehrlinge bereits im Herbst 1939 GeAgenheit hatten, sich der Lehrabschlußprüfung zu unterziehen, kommen für die Zulassung zur Frühjahrsprüfung 1940 nur noch die Lehrlinge in Frage, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht an der Herbstprüfung 1939 beteiligen konnten. Die Lehrzeitverkürzungen auf Grund der Sondermaßnahmen des Reichswirtschaftsministers vom 22. Oktober 1938 fallen weg, da die Zulassungs= und Prüfungstermine sich nur auf das Jahr 1939 bezogen haben. Die Anmeldungen der Lehrlinge, die nach den Grundberufen der Eisen= und Metallindustrie ausgebildet werden, müssen bis spätestens zum 10. Dezember 1939 unmittelbar bei dem Prüfungsausschuß „Eisen und Metall“, Dortmund, Poststraße 32, Fernruf 21538, erfolgt sein. Zetzt fehlt nur noch der Schnee! Das Hochsauerland für den Wintersport gerüstet Auf einer kürzlich vom Landesfremdenverkehrsverband Westfalen nach Bestwig einberufenen Versammlung der Wintersportgemeinden des Hochsauerlandes wurden die Möglichkeiten für die Wintersportwerbung 1939/40 besprochen. Einstimmigkeit herrschte darüber, daß unter Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse der Wintersportverkehr nach dem Hochsauerland unter Benutzung der planmäßigen Zugverbindungen durchgeführt werden soll. Die hauptsächlich in Frage kommenden Plätze: Winterberg und Umgebung, Willingen, Usseln und Fredeburg rüsten sich bereits jetzt für die„Aufnahme der Wintersportler und Winterurlauber. Der planmäßige Zugverkehr nach diesen Orten soll so ausgebaut werden, daß mit den Frühzügen aus Richtung Düsseldorf und Wuppertal die Wintersportorte des Hochsauerlandes bis gegen 10 Uhr morgens erreicht werden können. Wie in den Vorjahren, wird in der Zeit vom 1. Dezember 1939 bis 31. März 1940 eine Sonntagsrückfahrkarte nach dem Hochsauerland mit verlängerter Gültigkeitsdauer von Sonnabend 0 Uhr bis Montag 24 Uhr von den wichtigsten Stationen des rheinisch=westfälischen Industriegebietes ausgegeben. 64 Die Verpflegungsfragen wurden eingeheno ourchgesprochen. Die Reisekarte ermöglicht heute jedem, Reisen durchzuführen. Die zu erwartende Lockerung der Urlaubssperre wird den Wintersportverkehr nach dem Hochsauerland günstig beeinflussen, da sie jedem die Möglichkeit zu einem kürzeren und längeren Winterurlaub geben wird. Der Landesfremdenverkehrsverband Westfalen gibt Anfang Dezember, wie in den Vorjahren, eine Werbeschrift mit Unterkunftsnachweisen über die Wintersportorte heraus. Die Schneemeldungen werden in geeigneter Weise durch Rundfunk und Presse bekanntgegeben werden. Jeder kann daher den geliebten Wintersport, wie in den Vorjahren, im Hochsauerland bei günstiger Schneelage ausüben. 18 000 klewerrartenm Schwerte Abschluß einer wichtigen Arbeit— Es weihnachtet an der Ruhr— Neues- kurzgefaßt Rund 18000 Reichskleiderkarten sind bisher in Schwerte verteilt worden. Morgen wird die Ausgabe abgeschlossen, da schon am Donnerstag die Verteilung der neuen Lebensmittelkarten beginnt. In den vergangenen neun Tagen haben die dafür eingesetzten 12 Volksgenossen— sieben hauptamtlich und fünf ehrenamtlich— also ein gerüttelt Maß an Arbeit gehabt. Aber die Ausgabe der Kleiderkarte hat gut geklappt und nun kann jeder sehen, wie er gute Freundschaft mit den 100 Punkten bzw. mit seiner Karte schließt. Uebrigens tun die Volksgenossen, welche sich bisher die Kleiderkarte noch nicht abgeholt haben, gut daran, das nachzuholen. Sonst könnten sie am Ende auf eine Weise„ausgepunktet“ werden, die ihnen nicht gefällt. In dem Wirtschaftsamt der Stadt Schwerte im Rathaus herrscht schon seit Monaten, besonders natürlich auch während der Dauer der Kleiderkarten=Ausgabe, großer Betrieb. Die Männer und Frauen, die sich in den Dienst dieser gewiß nicht einfachen Arbeit gestellt haben, verdienen unseren Dank. Jeder wird und muß es als eine Pflicht ansehen, ihnen diese Arbeit nicht noch unnötig zu erschweren. * In der vor einigen Tagen stattgefundenen Ratsherrensitzung wurde der neue Beigeordnete der Stadt Schwerte, Betriebschef Ingenieur Walter Niederstadt, durch Bürgermeister Dr. Weinert in feierlicher Weise in sein Amt eingeführt. Im Rahmen der Ratsherrensitzung wurden dann innerdienstliche Angelegenheiten erledigt, u. a. Schulfragen und Grundstücksangelegenheiten. Auch in diesem Jahre führt unsere Geschäftswelt eine wirkungsvolle Weihnachtswerbung durch, die sich natürlich in vielen Dingen durch die inzwischen geänderte Lage von derjenigen der Vorjahre unterscheidet. Allabendlich herrscht nun in den Straßen unserer Stadt ein gesteigerter Verkehr. Man konnte das besonders am vergangenen Wochenende feststellen. Das ist auch erklärlich, denn früher als in den vergangenen Jahren müssen wir heuer mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beginnen. Wer den Mann, den Sohn, den Bruder, den Bräutigam oder Freund an der Front hat, der muß das für ihn bestimmte Weihnachtspaket rechtzeitig aufgeben, damit es auch wirklich am Festabend in den Händen des Empfängers ist. Daran wollen wir in diesen Tagen besonders denken. Also: nicht aufschieben! Wir müssen uns beeilen, sonst tut es uns nachher leid... * Film und Hitlerjugend— das sind zwei Worte, die eng zusammengehören. Die Hinführung unserer Jugend zum wertvollen deutschen Film ist ein Teil der Erziehungsarbeit, die das neue Deutschland seinen Jungen und Mädel zuteil werden läßt. In Verfolg dieser Zielsetzung fand nun auch am vergangenen Sonntag wieder eine geschlossene Filmveranstaltung für die Schwerter Hitlerjugend statt. Der Film der deutschen Luftwaffe„D Ill 88“ wurde allen Jungen und Mädel zu einem schönen Erlebnis. Die Sonderzuteilungen im Weihnachtsmonat Jeder soll das Weihnachtssest froh feiern können Wie bereits bekanntgegeben worden ist, sind für den Monat Dezember neben den allgemeinen Erhöhungen vom 20. November 1939 ab noch einige Sonderzuteilungen vorgesehen. Diese sollen es ermöglichen, daß das Weihnachtsfest, wenn auch den Verhältnissen entsprechend in bescheidenem Umfange, aber doch festlich begangen werden kann. Alle Verbraucher sollen etwas mehr Fleisch und Butter erhalten. Daneben ist eine Sonderzuteilung an Reis vorgesehen. Die Höhe der Sonderzuteilungen und die dafür in Frage kommenden Abschnitte der Bezugskarten sind aus der nachstehenden Übersicht zu ersehen: Bezeichnung Gültigkeitsdes Abschn. dauer Gramm Normalverbraucher Fl 4 18.—24.12. 125 Kinder bis 6 Jahre FlS 18.—24.12. 125 Butter: Normalverbr. Sonderzut. 4.—17.12. 125 Sonderzut. 18.—31. 12. 125 zusammen 250 Kinder, Klein= F 6 4.—17.12. 125 und Kleinstkinder Fß 18.—31. 12. 125 zusammen 250 Reis: an alle Verbraucher N 33/34 18.12.—14.1. 375 Außerdem ist im Dezember die Zuteilung von insgesamt sechs Eiern für jeden Verbraucher vorgesehen— demnach mehr, als in den vergangenen Monaten. Die Eier werden in gewohnter Weise örtlich aufgerufen. Feinheiten der Fleischkarte Zur Klärung gewisser Zweifel Es bestehen vielfach darüber noch Zweifel, welche Mengen von Fleisch und Fleischwaren auf die Abschnitte der Reichsfleischkarte abgegeben werden können. Grundsätzlich sind von den Fleischereibetrieben die auf den einzelnen Abschnitten aufgedruckten Mengen in voller Höhe zu liefern. Von diesen Grundsätzen bestehen aber folgende Abweichungen: Das Fleisch soll in der Regel mit eingewachsenen Knochen abgegeben werden. Wird knochenloses Fleisch verlangt, so sind höchstens folgende Hundertsätze abzuziehen: bei Schweinefleisch 20 Prozent, bei Rindfleisch 25 Prozent, bei Kalbfleisch 30 Prozent. Auf einen Abschnitt der Reichsfleischkarte von 100 Gramm können also beispielsweise 80 Gramm Schweinefleisch ohne Knochen abgegeben werden. Es ist selbstverständlich, daß nur die tatsächlich bezogene Fleischmenge zu bezahlen ist. Der Verbraucher kann in Höhe der obigen Prozentsätze Knochen verlangen. In folgenden Fällen sind die Gewichtsmengen nur zum Teil auf die Kartenabschnitte anzurechnen: a) zu 50 Prozent der festgesetzten Gewichtsmenge sind anzurechnen: Schweinekopfe(mit Ohr, ohne Backe), Fleischsalat, Ochsenmaulsalat, Rinderschwänze, Konsumsülze, Innereiensülze, Lungen und Euter; b) zu 25 Prozent der festgesetzten Gewichtsmenge sind anzurechnen: Schweinekammknochen, Speertnochen (Rückgratknochen) und Bauchrippen, die unmittelbar am Knochen ausgeschält und nicht nachgeputzt sind, Rinderköpse, Kalbsköpfe und Schafköpfe, Spitzbeine(unmittelbar hinter dem Dickbein oder dem Sprunggelenk abgehauen) und Schweineschwänze, Rinderknochen, Fleck und Schwarten; c) Mischkonserven werden in Höhe der gewichtsmäßigen Fleischeinlage angerechnet; d) Freibankfleisch kann ohne Abschnitte abgegeben werden. In einzelnen Gebietsstellen sind von diesen Grundsätzen Abweichungen zugelassen worden. Es handelt sich dann immer um Fleischwaren, die mit gewissen Zusätzen hergestellt werden; so ist zum Beispiel im Bereich des Viehwirtschaftsverbandes Kurmark die Grützwurst nur mit 25 Prozent anzurechnen. Drückeberger der inneren Floni? Jeder Betrieb ist eine Festung! Ein Soldat, der sich draußen an der Front unter allerhand Ausflüchten und Entschuldigungen vor dem Feinde drückt, würde mit Recht von seinen Kameraden als Feigling bezeichnet. Die Kameraden müßten für ihn mit einstehen und die Lücke, die sein Fehlen verursacht, mit verteidigen. Aehnlich ist es an der inneren Front! Hier ist jeder Betrieb eine Festung, die für die Verteidigung unseres Landes ihre Aufgaben zu erfüllen hat. In diesen vielen tausend Festungen der inneren Front ist ebenfalls kein Kämpfer und keine Kämpferin zu viel. Alle müssen es begreifen: In den Betrieben arbeiten wir jetzt nicht nur für Lohn und Gehalt, sondern in der Hauptsache für die Verteidigung unserer Lebensrechte. Wer da aus nichtigen Ursachen„Druckposten" sucht und sich nicht voll und ganz einsetzt, der verdient dieselbe Verachtung wie der Deserteur an der äußeren Front. Wer von den Kämpfern von der inneren Front könnte noch einem Frontkämpfer, der draußen vor dem Feinde sein Leben zu opfern bereit ist, in die Augen sehen, wenn er nicht an der Front voll Moilinz Fürr in Was ist„Vorgriff“ bei der Kleiderkarte? Für einige größere Bekleidungsstücke, die auf jeder Kleiderkarte im zweiten Absatz der Erläuterungen einzeln aufgeführt sind, können zum Kauf der fertigen Waren oder zur Bestellung nach Maß nicht nur die bereits fälligen, sondern auch ein Teil der erst später fällig werdenden Abschnitte verwendet werden. Die zugunsten des Verbrauchers eingeführte Regelung ist hauptsächlich für solche Fälle gedacht, in denen jemand ein solches Bekleidungsstück dringend benötigt, aber noch nicht genügend fällige Abschnitte der Kleiderkarte zur Verfügung hat. Man kann auf die in der Karte mit dicken Strichen umrandeten Abschnitte„vorgreisen", z. B. bei der Frauenkarte auf alle Abschnitte mit den Endziffern 6, 7, 8, 9 und 0. * Richt nur abends einkaufen! Es muß immer wieder die Mahnung ausgesprochen werden, nicht immer nur abends einzukaufen. Die Straßen, die Geschäfte und die öffentlichen Verkehrsmittel sind gerade nach Eintritt der Dunkelheit belebter denn sonst am Tage, wodurch natürlich leicht Stockungen aller Art eintreten. Wer nicht seiner Arbeit wegen dazu gezwungen ist, sollte daher tagsüber seine Einkäufe erledigen. * Schutzblätter für die Armel.„Aus Altem Neues“, so heißt die Parole aller Hausfrauen. Der Inhalt der Schränke wird überprüft, und manches alte Stück wird durch Umarbeiten wieder neu hergerichtet. Eine Frage beschäftigt uns dabei:„Wo bekommen wir die nötigen Schutzblätter für die Armel her?“ In jedem Haushalt finden sich alte Seidentrikotstücke, alte Leinenstoffe usw. Aus diesem Material werden doppelte Armblätter in der Form der sonst gekauften, überstürzt genäht, 24 Stunden in Essigwasser oder Essigsauretonerde gelegt, getrocknet, gebügelt und in das Kleid eingenäht. Sm und ganz täglich und stündlich seine Pflicht tut. Jeder möge sich darüber klar sein, daß seine Drückebergerei auf seinem Posten an der inneren Front der Möglichkeit eines Einbruchs des Feindes an der äußeren Front Vorschub leisten kann. Wenn das deutsche Volk vor der Geschichte bestehen will, so muß jeder einzelne, ob an der inneren oder äußeren Front, seine Pflicht so tun, als ob es auf ihn ganz allein ankäme. Da darf es also in den Festungen der inneren Front kein Auskneifen, keinen Wechsel des Arbeitsplatzes, kein Fehlen aus nichtigen Ursachen geben! Der Sieg und das Glück unseres Volkes erwächst aus dem Platz, an dem jeder steht. Das geht unsere Mädel an! Welche Aussichten eröffnen sich im Hilfsdienst? Wenn von den Leistungen unserer tapferen Wehrmacht die Rede ist, denkt wohl manches Mädel, das vielleicht den Vater oder die Brüder an der Front hat:„Wie schade, daß ich„nur" ein Mädel bin und nicht„draußen" stehen kann, um dem Vaterlande zu dienen!" Nun, die Front draußen kann nur dann Höchstleistungen vollbringen, wenn dahinter ebenbürtig die Front „drinnen" steht. Der äußeren Front muß die innere Front entsprechen, und in der inneren Front ist es vornehmlich die Frau, die ihren „Mann“ zu stehen hat. Da sind die Krankenhäuser, die zur Unterstützung der Schwestern verantwortungsfreudige Mädel gebrauchen, die ihnen mit der nötigen Umsicht zur Hand gehen; die Fürsorgerin und Volkspflegerin in der Gemeinde bedarf dringend einer Hilfe, die niemand besser leisten kann als ein warmherziges Mädel, das mit dem rechten fraulichen Einfühlungsvermögen dort zuzufassen versteht, wo es nottut. In diese Reihen der inneren Front rufen wir alle Mädel, die bereit sind, im Frauenhilfsdienst einen zweijährigen Ehrendienst am deutschen Volke in der oben dargelegten Form zu leisten. Helfen, sorgen und betreuen ist nun einmal die ureigenste Bestimmung der Frau, und deshalb ist auch eine Betätigung in dieser Richtung so beglückend für jedes gesund empfinRauf doppelt! Saintwleest der Kriegs-Winterhilfe Lotterie dende Mädel. Ganz abgesehen davon, daß die jungen Helferinnen in diesem Ehrendienst dem Vaterlande im wahrsten Sinne des Wortes dienen und außerdem eine Vorbereitung für ihren zukünftigen Hausfrauen= und Mutterberuf erhalten, wie sie besser gar nicht sein kann, haben aber auch diejenigen, die gern einen pflegerischen oder sozialen Beruf ergreifen möchten, den Vorteil, unter erleichterten Bedingungen den Weg der entsprechenden Ausbildung einzuschlagen. Nähere Auskünfte erteilen die Kreis= und Ortsdienststellen des Deutschen Frauenwerks sowie die Gaustelle, Abteilung Hilfsdienst, Bochum, Viktoriastraße 6. Veranstaltungetalender Die Sprechstunde der Kreishandwerkerschaft Iserlohn findet am Donnerstag, dem 7. Dezember 1939, von 15.15 bis 18 Uhr im Lokale Kordeck in Schwerte statt. OSLOSorrozr Borespuse Rita las diesen Brief noch einmal und dann zum dritten Male. Auch Ellen hatte inzwischen das erhaltene Schreiben überflogen. „Liebe Schwester! Ueber das Kapitel Holzmann habe ich nichts mehr zu sagen. Diese Sache ist für mich erledigt, weil sie eben unsinnig ist. Dagegen kann ich Dir von Direktor Breitenmoser schreiben, daß Du einen mächtig guten Eindruck auf ihn gemacht hast Du wirst diese Tatsache entsprechend zu würdigen wissen. B. ist als kaufmännischer Leiter des Unternehmens ein ruhiger und kühl überlegender Kopf. Er bezieht nicht nur ein schönes Gehalt, sondern auch Tantiemen, und ich weiß, daß er zudem ein beträchtliches Vermögen hat. Ich habe niemals geglaubt, daß er so schwärmen könne. Na ja, er kennt Dich eben nicht ganz. Direktor B. ist in allen seinen Auffassungen sehr vornehmer Gesinnung, es wird Dich mit Befriedigung erfüllen, daß ich es in erster Linie ihm verdanke, von gestern an mit einer kleinen Umsatztantieme am Werk beteiligt zu sein. Und ich halte es für eine weitere Auszeichnung— auch für Dich!—, daß er bei mir, als Deinem Bruder, in korrektester Weise angefragt hat, ob er sich Dir in ehrbarer Art nähern dürfe. Du siehst, wir sind doch Glückskinder, und es liegt nur an uns selber, um uns ein richtiges Lebenshaus zu zimmern. Ich habe ihm natürlich ausdrücklich erklärt. daß Du nicht nur glücklich sein wirst, von ihm umworben zu werden, sondern daß es auch für mich eine besondere Auszeichnung wäre, ihn früher(hoffentlich!) oder später meinen Schwager nennen zu können.(Ein Teil der Aktien sind in seiner Hand, wie ich aus seinem eigenen Munde weiß!) Damit Du keinen Fauxpas begehst, habe ich ihm in vorsichtiger Weise von Deiner Liaison Andeutungen gemacht, aber natürlich auf die Bedeutungslosigkeit dieses, sagen wir platonischen Verhältnisses zu Dr. H. hingewiesen. Jetzt bitte ich Dich nur um eines: Stell mich nicht bloß, es ist ja wohl selbstverständlich, daß jedes vernünftige Mädchen einen so ehrenwerten Mann lieben muß. Daß er um ein kleines älter ist als Du, wirst Du als Vorteil erkennen, es erspart zumindest eine allzu große Familie. Ich kann also von Dir als meiner Schwester erwarten, daß Du mir keinen bösen Strich durch meine Rechnung auf die Zukunft ziehst. Würdest Du Dich jetzt, unter den veränderten Umständen, gegen den Rat Deines älteren und wohlmeinenden Bruders auflehnen, so müßten sich unsere Beziehungen so gespannt gestalten, daß dies e#nem völligen Bruch gleichkäme. Schreibe mir also eine(allerdings nicht allzu jubelnde) Antwort, aber immerhin einen Brief, den ich als Spieler mit offenen Karten meinem Direktor vorlegen kann. Ich will nur Dein Bestes!!! Dein Bruder Ernst. NS. Grüße mir Deine Freundin Rita! Sie gefällt Direl r B. ausgezeichnet. Er meinte, wir beide gäv. ein schönes Paar. Und ich halte viel von seiner Ansicht. NS. Ich werde bald kommen. Rita wird ihren Posten aufgeben. Auch muß Familie Müller in ein besseres Stadtviertel verziehen. Ich denke an Bogenhausen. PS. Antworte postwendend! Zu Deiner Bequemlichkeit lege ich hier einen freigemachten Briefumschlag mit meiner Anschrift bei. Vergiß nicht: Einschreiben!“ Entgeistert ließ Ellen das Blatt sinken und rte ausdruckslos vor sich hin. „Darf ich Deinen Brief lesen? Er ist doch auch von ihm“, fragte jetzt Rita vorsichtig. Ellen überlegte kurz, dann sagte sie:„Ja, du kannst ihn lesen, aber nur dann, wenn du deinen Brief dem Herrn Peter gibst!“ „Ellen, du bist gemein!“ schrie Rita und stampfte auf.„Du gönnst mir kein bißchen Glück!“ Und damit brach sie in Tränen aus. Ellen hatte sich erhoben. Sie streichelte ihre Freundin über das Haar.„Deine Eitelkeit ist verletzt, Rita, nur deine Eitelkeit. Wenn jemand dir ein recht großes Glück gönnt, dann bin ich es!“ selbst nicht mehr achten könnte, würde ich gleichviel aus welchen Gründen die Treue nicht halten. Sie können Ernst diesen Brief zeigen, mehr noch, ich bitte sogar darum. Ich gedenke mit Freude der genußreichen Stunden, die in der Unterhaltung mit Ihnen dahingegangen sind. Und ich glaube, gerade durch diesen Austausch von Gedanken Sie als den Mann schätzen zu können, der aus der Ablehnung der Liebe nicht auf die Kündigung der Freundschaft schließt. Ellen Reger.“ Sie wußte, daß sie mit diesem Briefe ihren Bruder so gut wie verloren habe. Und wahrscheinlich würde sie mit ihm auch ihre Freundin verlieren. Rita saß sonst im Atelier in der Nähe Ellens. Heute setzte sie sich weit weg und machte sich sehr viel anderswo zu schaffen. Gegen Abend fragte Ellen ihre Freundin. ob sie denn nicht mit Peter sprechen wolle. Aber Rita meinte trotzig:„Dazu habe ich gar keine Ursache!“ Ehe die beiden jungen Damen wieder das Geschäft betraten, hatte jede ihren Brief beantwortet. Rita schrieb:„Lieber Ernst! Ich kann Deinen Kuß nicht vergessen. Ich erwarte Dich mit Sehnsucht. Mit Ellen habe ich mich fast verzankt. Sie ist als Schwester eifersüchtig. Aber alles wird gut werden. Komm nur recht bald. Deine kleine Rita.“ Und Ellen hatte geschrieben:„Sehr geehrter Herr Direktor Breitenmoser! Was mir mein Bruder schreibt, empfinde ich als Auszeichnung, die ich nicht verdiene. Mein Bruder hat verschwiegen, daß ich mich an einen anderen Mann gebunden habe, und daß ich mich Der Fasching war also vorüber. Rita wich Peter aus, und mit Ellen sprach sie nur noch das Notwendigste. Direktor Breitenmoser dankte für die aufrichtigen Zeilen Ellens, wenn sie ihn auch schmerzlich berührt hätten, und wiederholte die Versicherung seiner unveränderlichen Freundschaft. Es sei sein aufrichtiger Wunsch, sie glücklich zu wissen. Und auch Rita erhielt wieder ein Schreiben. Einem großen Umschlag konnte sie eine Menge Beilagen entnehmen. Ernst hatte gewissenhaft Prospekte besorgt: farbige Bilder zeigten Muster von Damenboudoirs, von Eheschlafzimmern, von Teppichen. Vorhängen, und zu allem hatte er die Preise angestrichen und um Auswahl ersucht. Es war eine tadellose kaufmännische Arbeit. Ueber die verschiedenen Arten von Staubsaugern hatte er noch erläuternde, fachliche Worte geschrieben. Schließlich erwähnte er noch daß der Betrag, den er hiermit als Scheck überweise, für die Miete einer neuen Wohnung in einem guten, ruhigen Stadtviertel bestimmt sei,— der Wohnungsanzeiger war beigepackt und verschiedene Angebote rot angestrichen, denn es wäre ihm lieb, ein nettes, kleines Stadtquartier zu haben, in dem Frau Müller nach der Ordnung sehen könne. Und das mit der Wohnung solle recht bald erledigt werden. Vollmacht für den Abschluß eines Mietvertrages zum ersten März fügte er „ Sobald es seine Arbeit zuließe, würde er in die Stadt kommen und das Arbeitsverhältnis Ritas lösen. An oder über Ellen kein Wort.— Rita strahlte vor Freude. Und Frau Müller schlug die Hände über dem Kopf zusammen:„Was, wir sollen in Zukunft ein Mädchen haben! Fräulein Ellen, Sie haben schon einen großzügigen Bruder!" „Ja. Frau Müller! Was er anpackt, macht er immer im großen Stil“, war die zweidentioe Antwort., g7.—92 Uas ict „Du freust dich doch auch, Ellen?“ rief jetzt Rita.„Wir werden zusammen ein wunderbares Heim haben!“ Aber Ellen schüttelte den Kopf. „Wenn du mit deiner Mutter eine neue Wohnung nimmst, kann ich nicht mitkommen. Ich mag meinem Bruder, nicht verpflichtet sein. Außerdem weiß ich, daß er uns auf die Dauer nicht in Verbindung wissen will. Du wirst es bald sehen!“ „Aber du kannst uns doch nicht verlassen wollen, Ellen?“ fragte Rita. Aber aus diesen Worten sprach nicht mehr der Ton herzlicher Freundschaft, den sie vor dem Bekanntwerden mit Ernst gefunden hätte. „Doch“, antwortete Ellen ruhig.„Du kannst nichts gegen deinen Verlobten oder deinen Mann tun. Wenn ich in Ungnade gefallen bin, dann ist dein Platz neben ihm und nicht neben mir“ Rita wurde rot. Sie wußte nichts mehr zu erwidern. Aber dann stieß sie doch hervor: „Du schämst dich meiner als Schwägerin!“ „Rita“, sagte Ellen traurig.„Man schämt sich einer treuen Freundin nie. Ich kann nur nicht verstehen, liebe Rita, daß du deine Neigung so schnell gewechselt hast, ich fürchte sogar, daß du mit Ernst ein sehr schweres Leben haben wirst, aber— wie du willst!“ Rita war in der neuen Wohnung in ihrem Element. Sie sprach mit dem Tapezierermeister über die neuen Tapeten, über die Anbringung der Vorhänge, sie ließ die Leuchtkörper anschließen, die Böden frisch bohnern, ihr altes Schlafzimmer war auf den Speicher gewandert. und nun schlief sie allein in dem Zimmer mit den zwei Betten, dem niedrigen Toilettentisch mit dem riesengroßen Spiegel, sie lief hundertmal in die Küche zur Mutter hinaus, empfing ein paar Mädchen, die das Arbeitsamt geschickt hatte, und dachte nicht an Ellen. Und bei Gott, auch nicht an Ernst! Daß er zu allem hier dazugehören sollte, daß er der Herr und Schöpfer dieses Heims sei, das kam ihr manchmal so wunderlich vor. Ja, mehr noch! Sie hatte bisweilen Angst! Wie würde ihm alles gefallen? Hatte sie alles richtig gemacht? Er würde nun bald hier sein, die Verlobung würde ohne Fremde gefeiert werden, auch ohne Ellen, man würde zum Standesamt gehen, von Frau Alice Kralik Abschied nehmen, die bei dieser Gelegenheit den Auftrag für das Hochzeitskleid erhalten sollte, und dann .. dann..! Rita blieb nun vom Geschäft weg. Sie ging mit ihrer Mutter einkaufen und fand auch eine Wohnung nach Ernsts Wünschen in vornehmer Lage. Ellen hatte ihre Sachen zusammengepackt und war ausgezogen. In dem Hause, in dem Wolfgang wohnte. hatte sie ein Zimmer gefunden, nur zwei Türen von dem seinigen entfernt Nun fühlte sie sich überglücklich, so bescheiden es hier auch aussah. Jetzt konnte sie für ihn besser sorgen, ihm eine Blume hinüberstellen, bei sich selber den gemeinsamen Tisch decken und über seinen gesunden Appetit erfreut sein. Da stand noch ein Schweres bevor! Sie konnte nicht wic in den letzten Tagen stumm an Peter vorübergehen! Sie mußte ihm sagen:„Vergiß die Rita. Sie hat dich zwar gern... gespielt hat sie nicht mit dir.. aber das Leben klingt in prächtigen, vollen Akkorden... es bietet eine Schale der köstlichsten Gaben... es hat eben anders kommen sollen!" Dann würde er sie ansehen, wie ein Hund, den der Herr über die Schwelle stößt... Aber nein. Peter war doch ein Mann, der das alles überwinden konnte. Er würde aufrichtig Glück wünschen, und dann würde er eine andere finden. Aber die Unterredung mit Peter kam nicht zustande. Vor dem Modesalon kehrte sie wieder um. Sie brachte es nicht übers Herz. So fuhr sie wieder nach Hause in die Pracht ihrer neuen Umgebung und strich zärtlich über die Seide der Daunendecken. Wie schön war es jetzt in den vier Räumen, und wie schön mochte es erst da draußen in der Villa sein, die sie nach der Verlobung sehen sollte! Jetzt lauschte sie, denn es hatte geklingelt. Das Mädchen öffnete. Vor der Türe stand ein Geschäftsdiener mit einem Paket. Er fragte nach Fräulein Müller. Rita hatte vor vier Stunden an das Atelier Kralik telephoniert und um die Zusendung eines bestimmten Hutes mit quittierter Rechnung gebeten. Und nun stand plötzlich Peter vor ihr. Sie sah ihn erschrocken an, und er machte ein Gesicht, als fiele der Himmel ein. „Du?“ stotterte er.„Du bist doch krank und kommst deshalb nicht!“ Sie öffnete schnell die Türe zum Spiesezimmer. Rosa sollte nicht hören, was da gesprochen wurde. „Bitte", bat sie. Er zauderte. Er hatte noch keine Aufklärung, aber er fühlte, daß hier etwas zwischen sie beide getreten war, das sie voneinander entfernte. Wie sah sie fremd aus und gar nicht mehr wie die Gretl, die man duzen und herzen konnte. Er trat ein, er sah sich im Zimmer kurz um und hielt das Paket noch immer unbeholfen in den Händen. „Fräulein Rita“, sagte er langsam,„Sie wohnen doch in der Rosenheimer Straße!" „Setzen Sie sich, Herr Peter“, bat Rita wieder.„Bitte, setzen Sie sich!“ Peter nahm jetzt Platz, aber vorsichtig. „Ich verstehe gar nicht... haben Sie hier Arbeit?“ „Aber Herr Haushofer, das ist doch unsere neue Wohnung.“ „Haben Sie denn das große Los gewonnen?“ Jetzt sah sich Peter noch genauer im Zimmer um. Am längsten blieb sein Blick auf dem schweren Lüster haften.„Ihre Wohnung?“ Er fragte das ganz geistesabwesend. „Ja, Peter.“ „Ihre Wohnung?“ fragte Peter zum zweitenmal. „Ja. Sie können sie auch ansehen. Hier links ist das Zimmer meiner Mutter. Und hier ist der kleine Damensalon.“ Und nun öffnete Rita die zweite Türe.„Das hier ist mein Schlafzimmer.“ „So!“ Herr Peter sah sich flüchtig um. Dann fragte er:„Hier schläft das Fräulein Reger mit Ihnen?“ „Gott, nein! Die ist von uns fortgezogen.“ „Sie haben mir aber die letzte Zeit gar nichts erzählt, Fräulein Rita!" warf Peter ein. „Das will ich jetzt nachholen, Herr Peter. Aber kommen Sie wieder herüber. Und geben Sie mir den Hut schon her.“— Damit nahm sie die Schachtel.„Geben Sie mir auch die Rechnung.“ Und Peter zog die Brieftasche und legte die quittierte Rechnung hin. Rita sah sie flüchtig an, nahm ihr Täschchen und zählte das Geld hin.„Ich bin eine schlechte Kundschaft. Herr Peter, ich weiß nicht, ob ich über den Betrag hier etwas darauflegen darf...?“ Jetzt wurde Peter im Gesicht feuerrot. „Was schauen Sie denn so finster?" fragte Rita.„Ist Ihnen nicht wohl?“ Er gab keine Antwort. Er tat ganz mechanisch den Betrag in seine Geldtasche, wie er es eben tausende Male gemacht hatte. Dann sagte er:„So, so! Das ist Ihre Wohnung! Hier wohnen Sie also, Fräulein Müller! Ich habe gedacht, ich komme zu einem anderen Fräulein Müller. Und was ist mit dem Mädel, das mir aufgemacht hat?“ „Das ist mein Dienstmädchen, Herr Peter.“ „So. so. Ihr Dienstmädchen.“ Er dachte kurz nach. Dann fragte er:„Und wer zahlt das alles?“ „Ich“, sagte Rita. „Und wer gibt das viele Geld her?“ fragte noch einmal Peter. „Mein Bräutigam!“ Er würgte an diesem Wort.„Das nennt man also Bräutigam! Wie der von der Helene, der ihr auch eine Zeitlang alles gezahlt hat. bis er plötzlich verschwand. Jetzt sitzt sie da mit dem Kind. Wo ist denn dein Herr Bräutigam?“ „Peter!“ schrie Rita jetzt.„Mein Bräutigam ist Ellens Bruder. Ein Direktor! Wir heraten in spätestens vier Wochen. Sind Sie denn verrückt. daß Sie von mir so etwas glauben können, was mich...“ Sie konnte den Satz nicht vollenden. „Und nichts ist mir gesagt worden, nichts!“ Rita fuhr sich jetzt über die Augen.„Es hätte ja nichts genützt, Herr Peter. Es ist eben alles anders gekommen. Ich gehe als Ernsts Frau hinaus aufs Land. Und was zwischen uns beiden war, das ist vergessen.“ „Vergessen?“ „Ja! Das muß vergessen sein!" „Nichts wird vergessen!“ Peter machte jetzt einen Schritt nach der Türe.„Ich kann das alles nicht glauben. Dann wär alles Lug und Trug gewesen, da hätte ich nur den Narren gespielt?“ „Aber ich bitte Sie, es ist so, wie ich Ihnen gesagt habe.“ „Dann ist also alles aus?“ fragte er unvermittelt. Rita nickte. Aber dann fügte sie leise hinzu:„Mit der Freundschaft natürlich nicht, Herr Peter.“ „So so. mit der Freundschaft nicht!“ gab er zurück.„Nur wüßte ich nicht was ich mit der anfangen sollte.“ „Das heißt doch, einander gut sein!" „So. so! Ich meine, dazu braucht man doch ein Herz. Wenn aber dann das eine Herz stirbt?“ „Peter!“ Ritas Stimme zitterte,„quäl mich doch nicht! Ich hab dich gern. Aber...“ „Du hast den andern lieber, nicht wahr?“ Rita antwortete nicht und trat ans Fenster. Sie sah auf die Straße hinunter. Ein Wagen fuhr vor und hielt vor dem Hause. Ernst stieg aus und sah mit seiner Genauigkeit, was der Taxameter anzeigte. Rita drehte sich hastig zu Peter zurück. „Mein Bräutigam kommt jetzt". sagte sie aufgeregt. „Kommt jetzt. Na ja, ich geh schon". Rita hielt ihm schnell die Hand hin, aber er übersah sie. Er machte ein paar ungelenke Schritte der Türe zu wollte noch etwas sagen, schwieg aber und stand in der Diele, als das Mädchen gerade öffnete. Nun trat ein elegant gekleideter Herr ein. Peter sah ihn genau an. dann ging er langsam und wie benommen hinaus. Aber plötzlich rief ihm das Mädchen mit dem weißen Häubchen nach:„Hallo, Mann. Sie haben Ihre Mütze vergessen, da ist sie.“ Peter nahm sie mechanisch und ging. Ernst schien etwas zerstreut. Er betrachtete die Räume. guckte auch in die Küche hinein, wünschte der Frau Müller einen guten Tag und ließ sich endlich im Salon nieder.„„ 419 44442 Rita stand neben ihm und als er aufblickte, sah er, daß Tränen in ihren Augen standen. „Was soll denn das heißen. Rita. statt daß du dich freust, wenn ich komme weinst du!“ „Ich habe mich so gefreut daß du gekommen bist, Ernst, aber daß du mich nicht einmal zum Willkomm küßt...“ Sie konnte nicht weitersprechen. „Verzeih, Schatz, du hast recht, ich bin manchmal vergeßlich... sei wieder gut!“ Nun küßte er sie flüchtig. Er setzte sich wieder und Rita nahm auf seinem Schoße Platz. Ernst legte den Arm um ihre Hüfte. (Fortsetzung folgt.) K r a l l e A h e l l t u t t e Jeder Säugling ist rachitisgefährdet Zur großen Reichsaktion Die Anordnungen des Reichsinnenministers über einen durchgreifenden Kampf gegen die Rachitis werden in den Aerztekreisen große Genugtuung auslösen, wie Professor Dr. Rott vom Reichsgesundheitsamt im„Deutschen Aerzteblatt“ erklärt. Die Rachitis sei nämlich immer noch die am weitesten verbreitete Krankheit bei uns. Es sei zuzugeben, daß die schweren Formen der Rachitis im Zuge der Abwehrmaßnahmen und der Verbesserung der hygienischen Lebenshaltung des Volkes verschwunden seien. Die Krankheitsformen geringeren Grades seien aber geblieben. Der Grund sei durchweg in der bei uns mangelnden Sonnenbestrahlung zu suchen. In Deutschland sei jeder Säugling als rachitisgefährdet anzusehen. Wir könnten aber dem Uebelstand dadurch abhelfen, daß wir jedem Säugling systematisch den ihm fehlenden Nachitis=Schutzstoff zuführten. Und wir könnten damit rechnen, daß bei lückenloser Durchführung der amtlichen Rachitisaktion die Rachitis weitestgehend zum Verschwinden gebracht werde. Aus den Erläuterungen von Professor Dr. Rott sei noch erwähnt, daß die staatliche Anordnung dahin geht, daß möglichst sämtliche über zwei Monate alten Säuglinge einer Rachitisprophylaxe zu unterziehen sind, analog dem Vorgehen bei der Pockenschutzimpfung. Es bleibe der Bevölkerung überlassen, den Schutz im öffentlichen Verfahren oder durch Inanspruchnahme eines Privatarztes vorzunehmen. Verrramerur, did auft! Fast alle Betriebsunfälle lassen Wo täglich viele Millionen Menschen in Werkstätten, Fabriken, Büros, auf Eisenbahnanlagen, auf Zechen, Werften, in Walzwerken, Häfen und an hunderttausend anderen Stellen ihrer nicht immer ungefährlichen Arbeit nachgehen, werden sich unglückliche Zufälle, die dem einen oder anderen Gesundheit oder gar das Leben kosten, nicht völlig ausschalten lassen. Aber die Zahl dieser Zufälle ist nur verschwindend gering, nicht gering ist dagegen die Zahl der tatsächlichen Unfälle, die sich täglich, stündlich ereignen; Betriebsunfälle, die den deutschen Berufsgenossenschaften gemeldet werden, davon ein großer Teil tödlicher. Die Summen, die sie dem deutschen Volke und seiner Wirtschaft durch Kosten für Behandlung, durch Rentenzahlung und besonders durch Ausfall von Arbeitskraft entziehen, sind gewaltig. Aber es geht ja nicht nur um Geld. Es geht um etwas, das viel wichtiger ist: um die Gesundheit! Um die eigene und um die anderer! Denn es ist ja keineswegs so, daß ein selbstverschuldeter Unfall immer den Urheber selbst oder nur ihn betrifft. Häufig genug müssen auch andere ihre gesunden Glieder dabei opfern. sich durch Aufmerken vermeiden Das jedoch darf nicht sein. Um ihretwillen, wie um deinetwillen nicht. Die Gesundheit ist das höchste Gut— und die Gewohnheit und Gleichgültigkeit sind ihre ärgsten Feinde. Tausendmal ist alles gut gegangen, denkst du, also wird es wohl auch diesmal gut gehen. Nein, es geht nicht ewig aut! Wenn nicht diesmal oder beim nächsten Mal, eines Tages ist bestimmt das Unheil da. Dann aber ist es zu spät. Und in der Zeitung steht eine kurze, lakonische Notiz:„.. verunglückte gestern und wurde in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus geschafft.“ Nur eine Zeitungsnotiz. Doch bedenke, was hinter ihr steht an Schmerz und Leid für dich und deine Familie, vielleicht auch noch für die Famitien anderer! Denke vorher darüber nach, damit du nicht später zu allzu vielem Nachdenken gezwungen bist. Die Unfallakten der Berufsgenossenschaften reden eine warnende Sprache. Soll auch dein Schicksal eines Tages in einem solchen Aktendeckel eingefangen sein...? Rumpf der Aeberheizungeunsnir Schwerverbrecher muß in Sicherungsverwahrung Reichsgericht verwarf Revision Essen. Das Essener Landgericht hatte sich am 7. Juli mit einer Strafsache zu befassen, in die nicht weniger als 27 Personen verwickelt waren. Während sich 26 Angeklagte mit den gegen sie verhängten Strafen einverstanden erklärten, griff der 24jährige Wilhelm Beckmann aus Essen das gegen ihn ergangene Urteil vor dem Reichsgericht an, das seine Revision indessen als unbegründet verworsen hat, so daß Beckmann unnmehr wegen schweren Diebstahls in 55 Fällen, wegen einfachen Diebstahls in 45 Fällen und wegen versuchten schweren Dieb. stahls in sechs Fällen sowie wegen Widerstand: gegen die Staatsgewalt zu sechs Jahren Zuchthaus und zu zehn Jahren Ehrenrechtsverlust rechtskräftig verurteilt ist. Darüber hinaus wurde gegen den gefährlichen Gewohnheitsverbrecher nach verbüßter Freiheitsstrafe die Unterbringung in Sicherungsverwahrung augeorümet Der bereits mit vier Jahren Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte, der im vergangenen Jahr aus der Strafhaft entwichen war, hatte vom 16. Mai vorigen Jahres ab eine endlose Serie von Diebstählen begangen, bei denen er einfach alles stahl, was nicht niet= und nagelfest war. Bis zu seiner Verhaftung im Oktober 1938 bildete er im Ruhrgebiet einen regelrechten Schrecken für die Bevölkerung. Der Angeklagte dem es besonders auf Fahr= und Motorräder ankam hatte, nicht weniger als 26 Hehler zur Seite, die bereitwillige Abnehmer seines Diebesgutes waren. Ein Trunkenbold am Pranger Solingen. Der Polizeipräsident in Wuppertal wandte jetzt gegen einen notorischen Trunkenbold zum ersten Male die neuen Straf= und Schutzbestimmungen des Reichsführers 4 an. In der amtlichen Notiz heißt es: Der Trunkenbold Ernst May, geboren am 10. Oktober 1903, wohnhift in Solingen, Clemens=HornStraße 28, ist auf vier Wochen in polizeiliche Vorbeugungshaft genommen worden, weil er im finnlos verrunkenem Zustand auf einer Straße lag und den Straßenverkehr dadurch erheblich gefährdete. Die Feststellungen ergaben, daß er gewohnheitsmäßiger Trinker ist. Das Reichsgefundheitsamt veröffentlicht im „Reichsgesundheitsblatt“ eine gesundheitliche Mahnung, richtig zu heizen. Darin heißt es: Schlecht heizen ist keineswegs gleichbedeutend mit zu wenig heizen. Genau so schlecht wird geheizt, wenn zuviel geheizt wird! Für gewöhnlich pflegen die üblichen Wohn= Aufenthalts= und Arbeitsräume dann behaglich geheizt zu sein, wenn das Thermometer in der Aufenthaltszone 18 bis 19 Grad anzeigt. Schlafräume sollen stets wesentlich kühler gehalten werden. Kinder, ältere Personen und Leidende pflegen wärmebedürftiger zu sein In für sie bestimmten Aufenthaltsräumen sind höhere Lufttemperaturen am Platze, die aber nicht über 21 Giad Celsius als obere Grenze hinausgehen sollen. Es gibt fraglos auch unter gesunden Menschen solche, die besonders leicht frieren. Sie müssen diese persönliche persönliche Eigenart durch entsprechende Wahl ihrer Unter= und Oberkleider ausgleichen. Es ist dagegen in Gemeinschaftsräumen, die gleichzeitig mehreren Personen zum Aufenthalt dienen müssen, ein nicht zumutbarer Zustand, wenn alle übrigen eines Fröstlings wegen schwitzen sollen, der es versäumt oder gar ablehnt, sich in seinem eigenen Interesse wärmer anzztieben. Das gilt siungemäß auch für die großen Mietshäuser mit ihren vielen Wohnungen.— ist eine unbestrittene Erfahrungstatlache. daß in zentralgeheizten Häusern— und ganz besonders in Büro= und Geschäftsgebäuden— der Uebelstand der Ueberheizung geradezu die Regel ist. Temperaturen von sage und schreibe 25 Grad Celsius werden angetroffen; sie werden. einmal angewöhnt, dauernd verlangt und ängstlich eingehalten. Es liegt auf der Hand. daß solche Temperaturen nicht nur ausgesprochen abträglich für die Behaglichkeit und die Gesundheit sind. Ohne Uebertreibung kann sogar ausgesprochen werden, daß alle gesundheitlichen Nachteile, die der Zentralheizung nachgesagt werden, nur bei Ueberheizung bestehen. Jedenfalls trifft das uneingeschränkt für die für Wohn= und Aufenthaltsräume fast ausschließlich üblichen Warmwasserzentralheizung zu. sofern sie technisch einwandfrei sind. Insbesondere werden die gelegentlich geäußerten Klagen über zu trockene Luft in zentralbeheizten Räumen rasch verstummen, wenn nicht überheizt wird. Ofenheizungen werden im Volke letzten Endes deshalb als gesünder empfunden, weil sie von dem einzelnen Benutzer vernünftig bedient werden und weit schwerer zu dauernder Einhaltung einer zu hohen Lufttemperatur in sämtlichen Räumen und Gebäudeteilen mißbraucht werden können, als es bei der Zentralheizung so überaus leicht möglich ist. Bei der Bekämpfung der Ueberheizungsunsitte müssen alle Beteiligten mitwirken. Vor allen Dingen kommt es auf denjenigen an, der die Heizung betreut. Tut er aber in verständnisvoller Weise seine Pflicht, so hat er auch Anspruch darauf, gegen unberechtigte Wünsche, Vorwürfe und Nörgeleien in Schutz genommen zu werden. Wärmevergendung bedeutet neben Mehrausgaben Brennstoffvergendung. Ob Friedens= oder Kriegszeit: unsere Kohlenvorräte sind ein wichtiger Teil unseres Volksvermögens, der in zunehmendem Maße auch als Rohstoff zur Herstellung vieler wichtiger Lebens= und Verbrauchsgüter dringend benötigt wird. Sie erheischen daher sparsamste Verwendung. Darum nochmals: Heizt richtiger! Gefängnis wegen Münster. Vor der Strafkammer in Münster hatte sich wegen Notzucht der Angeklagte H. W. De. aus Neuenkirchen bei Rheine zu verantworten. Er hatte in Wettringen Kirmes gefeiert und dort auch ein Mädchen von auswärts kennengelernt. Schließlich versprach De. seiner neuen Freundin, sie nach Hause zu bringen. aber er müsse erst sein Fahrrad von Neuenkirchen holen. So stieg man zusammen in den Omnibus und fuhr nach Neuenkirchen. Kurz vor der Ortschaft stiegen sie aus und gingen einen einsamen Weg weiter. De. hatte das Mädchen in eine Falle gelockt Er verging sich an ihm in gemeiner Weise. Als das Mädchen schreien wollte, hielt er ihm den Mund zu und versetzte ihm auch noch einen Schlag. Er traf das Auge des Mädchens verart, daß später Gefahr bestand, daß das Auge ganz verloren ging. De. verging sich dann noch ein zweites Mai an dem Mädchen und bedrohte es. Schließlich bestellte er dann eine Taxe, mit der das Mädchen nach Hause fahren konnte. Der Rohling hatte vor Gericht noch in etwa„Glück“. Der Vertreter der Anklage hatte eine eremplarische Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten beantragt. Die Strafe kantete dann wegen Notzucht auf zwei Jahre Gefängnis. Eine Schirdung niast geglaat Ein polnischer Jnde gestellt— Zwei Jahre Gefängnis Wuppertal bekämpft das Raubwild Wiesbaben. Wegen Devisenvergehens hatte ach der Jude David Israel Mischliburski zu verantworten. Der Angeklagte, ein früherer Antiquitätenhändler, trug sich mit der Absicht, auszuwandern, und hatte bei der Devisenstelle um Genehmigung der mitzunehmenden Sachen nachgesucht. Da die Liste der eingereichten Sachen keine Beanstandung ergab, wurde die Zollstelle verständigt, die zur Kontrolle der Verpackungsarbeiten einen Beamten entsandte. Während dieser in der Wohnung des Juden auf den Packer wartete, besichtigte er das Ausfuhrgut und sah eine Handtasche an der Wand stehen. Sie enthielt ein Kilo Feingold, 105 deutsche Silberstücke. 1820 RM. in Goldmünzen, 25 Dollar, 80 holländische Gulden und anderes ausländisches Geld, sowie 20 Trauringe, Broschen, Ketten, Ohrringe, goldene Knöpfe und andere Wertsachen. Beim weiteren Nachsehen wurde noch ein Leica=Apparat im Wert von 700 RM. gefunden, die der polnische Jude zwei Tage vor seiner Abreise gekauft hatte. Die Goldsachen und die Leica wurden beschlagnahmt und der Jude festgenommen. Den größten Teil der Goldsachen will der Jude in einem gekauften antiken Schrank gefunden haben. Er habe den Fund dem Auktio. nator nicht gemeldet, um später bei der Ablieferung des Goldes eine Entschädigung zu erhalten. Diese fadenscheinige Einlassung wurde aber durch Zeugenaussagen widerlegt. Der Vertreter der Anklage beantragte wegen versuchter Devisenschiebung eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und 60000 RM. Geldstrafe. Nach längerer Beratung verurteilte das Gericht den Angeklagten unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis und 54000 RM. Geldstrafe. Ferner wurde auf Einziehung des Goldes und der Leica erkannt. Wuppertal. Wuppertal gehört zu den wentgen Städten, die von einem Kranz herrlicher und ausgedehnter Waldungen umgeben sind. Leider haben diese Waldungen neben den großen Vorteilen, die sie den Einwohnern Wupvertals und den Besuchern der Stadt vermitteln, auch einige Nachteile, die nun bekämpft werden sollen. Das Raubwild. so Eichelhäher, Elstern, Dohlen, Krähen und Witdtauben, sowie unter den Nagern vor alten Dingen das Eichhörnchen, hat in den letzten Jahren so stark zugenommen, daß sich der den heimischen Singvögeln, der Landschaft und den Kleingärtnern Wuppertals drohende Schaden nicht mehr in tragbaren Grenzen hätt. Die Stadtverwaltung hat sich daher veranlaßt gesehen, von sich aus die Bekämpfung dieses Raubwildes durch städtische Forstbeamte in Angriff zu nehmen und hat zu diesem Zweck eine eigene Jagd eingerichtet. Blockadekrieg im Kleinen In dem kleinen Hausstaat der Familie bekleidet den Posten des Ministers für auswärtige Angelegenheiten der Ehemann. Die Frau hat dafür die Leitung der Innenpolitik, eine gewiß auch nicht leichte und sehr verantwortungsvolle Aufgabe, der sie sich mit vieler Sorgfalt widmet. Den meisten Aerger bereitet ihr das Ressort der Küche. Sobald sie hier die Zügel etwas locker läßt, spürt sie sofort Rückschläge. Aber wozu besitzt sie die Allgewalt in der Küche? Sie hat es sich jetzt in dieser Zeit zum Ziel gesetzt, gründlich aufzuräumen mit allem, was ihre Arbeit beeinträchtigen kann. So muß alles daran glauben, was sich mit dem Motto„Verderb“ auf ihre Lebensmittel stürzen will. Verderb heute? Ausgeschlossen, ihn kann keine Hausfrau zulassen. War er schon immer schlecht bei ihr angeschrieben, so kann sie ihn jetzt unter keinen Umständen dulden, wo es gilt, jedes Nahrungsgut sorgsam zu behandeln und bis zum Letzten auszunutzen. Kann sie schon nicht selbst mithelfen, an der Front die Blockade zu brechen oder in der Landwirtschaft die Erzeugung zu erhöhen, so kann sie doch die Werte, die unsere Lebensmittel darstellen, schützen und richtig verwenden. Wozu gibt es z. B. Schutzmaßnahmen gegen den Verderb? Sauberkeit, Ordnung und Umsicht gehen ihm mit Erfolg zu Leibe. Die Speifekammer sowie alle Gefäße, die Lebensmittel aufzubewahren haben, werden peinlich sauber gehalten und stets überprüft. Ueberlegung sorgt für richtigen Einkauf, schnelle Verarbeitung und Verbrauch. Selbst die Abfälle können nicht mehr an Verderb denken. Mag ihre Menge auch gering sein, denn alles noch Verwendungsfähige gehört in den Kochtopf, so werden sie schleunigst in die Futtertonne geworfen damit sie noch Schweinen als Futter dienen. Ein Bundesgenosse des Verderbs ist die Verschwendung. Nicht daß wir die Lebensmittel pfundweise vergenden, aber wenn wir nicht aufpassen, verkochen zahlreiche Nährwerte, verflüchtigen sich, manches Gramm Fett wandert ins Abwaschwasser und dieser und jener Rest in den Abfalleimer. Diese hier und da noch vorkommenden Methoden müssen jetzt aus der Küche verschwinden, damit alle Nährwerte für unsere Ernährung erhalten bleiben. Ueben wir nicht genügende Sorgfalt, so schädigen wir uns selbst. Der„schöne Adalbert“. Fünf Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen Heiratsschwindler Trier. Der 30jährige Adalbert Reinhard aus Aschaffenburg war kaum aus dem Zuchthaus entlassen, als er als unverbesserlicher Verbrecher sein verfehltes Leben fortsetzte. Er betätigte sich als Heiratsschwindler, obwohl er auf diesem Gebiet bereits zahlreiche Strafen erhalten hatte. Es gab leider immer wieder Frauen. die auf das süße Geschmus des„schönen Adalbert“, wie er in Bekanntenkreisen genannt wurde, hereinfielen. Adalbert arbeitete nicht gern, lebte aber um so mehr auf großem Fuße und war immer bereit, mühelos die notwendigen Gelder zu erschwindeln. Er legte sich diesmal den Titel eines Oberingenieurs zu und schaffte sich in Aschaffenburg und Berlin gleich drei Bräute an. die seinen flotten Lebenswandel finanzierten. Die total liebesblinden Bräute vertrauten dem Schwindler auch dann noch, als er ihnen mit der eigentlich völlig abgegriffenen„momentanen Verlegenheit“, kam und ihnen die Handtasche oder das Sparkassenkonto erleichterte. Als der Schwindler in Trier geschnappt wurde war es endgültig mit ihm vorbei. Das Gericht griff hart zu verurteilte R. zu fünf Jahren Zuchthaus und verhängte die Sicherungsverwahrung über ihn. Austet und flüchtig... Das waren zwei Hühner nicht wert Wiesbaden. Wegen schweren Diebstahls im Rückfall hatte sich der Einwohner H. B. vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte hatte im Jahre 1937, um seiner kranken Frau einen Leckerbissen zu verschaffen, wie er in der Verhandlung zu seiner Entschuldigung angab, in ein Hühnerhaus eingebrochen, zwei Tieren die Hälse umgedreht und mit nach Hause genommen. Bei einer Haussuchung fand man die Hühner im Kochtopf. B. der wegen seiner Vorstrafen befürchtete, ins Zuchthaus zu kommen, ließ Haushalt und Arbeit im Stich und flüchtete ins Ausland. Nachdem er dort Arbeit gefunden hatte. ließ er seine Familie nachkommen und grün. dete sich einen neuen Hausstand. Aber die Polizeibehörde seines neuen Aufenthaltsortes kam hinter die Vorstrafen und verwies ihn des Landes. Trotz dieses Verbotes hielt sich B. noch eine Zeitlang unangemeldet im Auslande auf. Um dem unsteten Leben ein Ende zu machen. löste er seinen Haushalt wieder auf und stellte sich den deutschen Behörden. Dem Angeklagten, der geständig war, wurden mildernde Umstände zugebilligt, da nicht zu verkennen war. daß er unter der ständigen Flucht schwer gelitten hat. Er erhielt ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Die gestohlenen Hühner sind teuer geworden und waren das wirklich nicht wert. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; Ich habe dich bei deinem Namen gerulen; Du bist mein. Jes. 43, 1 Nach Gottes heiligem Willen entschlief heute nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Ludwig Herbold im Alter von 74 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Wandhofen, den 4. Dezember 1939. Klogeneroir ½ Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 7. Dezember, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause. ½ Stunde vorher Hausandacht. Ihren Bruch 25 Pf., zu haben bei Hans Linner, vorm. Carl Braus, Große Marktstraße 3/5. Ses eaund uundk eick eunhe ue eihe eie herde- Vccher er che is P.ehans altlige Poges unid behanbelt smen, Shas nuetianten. ven Lommi, erza, seghensen feine Besete. Vortellen, sowie bertätigten Anerkennungen MBüirdenr Grig 1-Bbeueahen Genune Beauacher Ran Gerenuen un ge Uher Schwerte: Freitag, 8. Dezember, Hotel zur Post, von 2-6 Uhr Unnat Samstag, g. Dezember, Hotel Hansa Hof, Morgenstr., Paul Fleischer, Spezialbandagen, Freisbach(Pfalz). Seder-Kanfrenl Casans a. Gefährliche Plauderei in Sachen Liebe Keine Sorge! Wenn der Boden mit gepflegt, ist er naß wischbar und der Glanz bleibt haltbar Lobe-Martwachs mit dem Raben Zu haben bei: Carl Trog, Farben und Tapeten Tapeten, Farben, Lacke Große Auswahl! Billige Preise! Heeinann Lulf Straße der SA 15. Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. 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Einer von ihnen schwärmt von einer entzückenden Frau, deren Namen er, und das sei hier nur nebenbei bemerkt, voll nennt. „Meine Herren..., das Glück bei den Frauen?! Sehen Sie, eines Abends ging ich mit Madelaine K. ins Theater; ich dinierte dann mit ihr, und wir endeten schließlich in einer Bar. Das Glück war mir hold, unerhört hold. Sie verstehen—— die Atmosphäre, die leichte, betörende Musik. Kurzum: noch eine einzige Flasche Champagner mehr, und sie wäre unbedingt mein gewesen...“ „Und, um Gottes willen, warum haben Sie diese Flasche Sekt nicht mehr getrunken?“ „Aber, meine Herren", lächelte darauf der Südamerikaner mit größter Selbstverständlichkeit,„ganz einfach, weil sie kein Geld mehr hatte.“ Also so geht es nicht. Das ist sicher. So wird man kein Nachfolger von Don Juan oder Casanova! Die Frauen haben schon ganz recht, wenn sie mit einem wehmutsvollen Sehnen an jene berühmte galante Zeit denken, und sie denken nur allzuoft und allzu bitter daran, wenn die Herren der Schöpfung im überfüllten Straßenbahnwagen ihren Sitzplatz der stehenden Frau gegenüber eisern hinter einer Zeitung verteidigen, und sie meinen: heute gibt es keine Kavaliere mehr. Ja, die Frauen haben sich trotz aller Selbständigkeit, obwohl sie selbst als die Kameradin der sachliche — und doch so sinnliche— Nebenpart des Mannes imn Leben geworden sind, irgendwie jenen roman1 schen Traum vom Kavalierstum der Männer bedahrt. Schon Sokrates sagte... Und wirklich muß die Mannwelt von heute ehrlich bekennen, daß sie wohl kaum noch geneigt ist, wie die großen Vorbilder der Vergangenheit, um einer Frau willen einzigartige Opfer auf sich zu nehmen. Es sei denn, daß man die Ehe allein schon als ein großes Opfer bezeichnet, diese Institution, von der der gute, alte Sokrates vor zwei Jahrtausenden bereits behauptete, daß er in seinem Leben drei böse Dinge auszuhalten gehabt habe: die Grammatik, die Armut und das Weib. Die Grammatik habe er durch das Studium besiegt; mit der Armut sei er durch seine Arbeit fertig geworden, und durch die Ehe habe er gehofft, auch die Frau zu besiegen; doch dieser Glaube sei ein Trugschluß gewesen.— Indessen kann man diese Bitternis vielleicht verstehen, wenn man bedenkt, Haß seine Frau den Namen trug, der heute noch als ein Begriff weiblicher Bosheit gilt: Ranthippe. Die Zeit der Troubadoure Aber es sei hier nicht über das Problem der Ehe biskutiert; denn meistens pflegten jene galanten Herren der Vergangenheit doch wohl als eifrige Zerstorer des ehelichen Lebens aufzutreten und sich durchaus nicht nur mit jenen Früchten abzufinden, die„unbemannt“ und dennoch reif für sie bestimmt sein sollten. Wie dem auch sei— die Frauen haben darin recht: die Zeit der Troubadoure und der Minnesänger ist vorbei, wo Männer um die Liebe einer edlen Frau warben und jede Rittertat gern übernahmen, Turniere fochten, Lieder sangen zum Lobe ihrer Schönsten, um dafür dann vielleicht mit einem Handkuß abgespeist zu werden.— Doch wenn die Zeit des Rittertums sehr oft im Schwärmerischen blieb, so gab man schon in dem Barock=Jahrhundert, vor allem aber dann im Rokoko, dem Körper, was des Körpers ist.— Und dieser Frauenkult war irdischer, wenn auch der Kampf blieb und das Opfer, um zu der Geliebten zu gelangen.— Indessen mußte man nicht nur ein schoner Mann sein, um bei den Frauen voll Erfolg zu sein; man mußte auch Esprit besitzen, um im gegebenen Augenblick eine gegebene Situation zu etzen. Shake peare hatte Methode Heinrich von Kleist erzählt in einer Anekdote ein Liebesabenteuer Wilhelm Syakespeares. Der belauschte in einer Loge bei einer Aufführung „Richard III.“ eine Gräfin und einen seiner Schauspieler. Sie wollte ihn zu einer späten Stunde unter dem Losungswort„Richard III.“ einlassen. Doch genaume Zeit davor sand Shakespeare sich vor dem Haus der Schönen ein und gab die Losung. Und seinem Charme gelang es, die„betrogene“ Frau schnell zu besänftigen und— zu besiegen. Als dann zur verabredeten Stunde der wahre Freier an das Fenster klopfte und murmelte„Richard III.“, kam die Antwort:„Richard kommt zu spät; Wilhelm der Eroberer hat die Festung schon besetzt.“— Es ist schon so, wie Schopenhauer sagte:„Ohne die Frauen würde der Anfang unseres Lebens der Hilfe, die Mitte des Genusses, das Ende des Trostes entbehren.“— Die Mitte aber ist in diesem Falle sicher der Pol, um den das andere Geschehen kreist. Es hat viele Männer in der Zeit des Rokoko gegeben, von deren Galanterie die Höfe schwärmten, und denen die Frauen zufielen wie Hasen bei einer Treibjagd. Chevalier de Gramont Einer der berühmtesten war der Chevalier de Gramont am Hofe Ludwigs XIV. Er liebte das Abenteuer mit Aufgaben. Die spröde Frau zu besiegen, die treue(oder bis dahin treue) Gattin sich gefügig zu machen oder einen Nebenbuhler zu verdrängen. Er tat das alles mit der großen Grandezza dieser Zeit, die in nichts schöner zum Ausdruck kommen kann als in dem Ausspruch, den er in der Stunde seines Todes tat, als die einzige Frau, die er je wirklich geliebt hatte, und die ihn eigentlich vom Abenteuer schon bekehrt hatte, am Bett des Sterbenden fand. Als der Geistliche ihn eindringlich ermahnte, endlich der irdischen Leichtlebigkeit zu entsagen, lächelte Gramont mit einem letzten Neigen zur Gräfin Hamilton und meinte:„Wenn Sie nicht sehr aufpassen, Gräfin, bringt Sie der Pater um das Verdienst, mich bekehrt zu haben.“ Der Abenteurer der Liebe Der größte Abenteurer der Liebe aber, der, dessen Name auch heute noch jeder kennt, war— Casanova, der Mann mit den ungezählten Liebesstunden, das „Vorbild“ jener Männer, die gern eine Vielzahl von Siegen bei den Frauen zählen möchten. Ein Casanova zu sein, ist aber auch der Wunschtraum all. derer, denen das Schicksal aus irgendwelchen Gründen versagt hat, jene bezaubernde und charmante Wirkung auf Frauen zu haben, die nun einmal der berühmten schwachen Stunde vorausgeht. Und doch wissen all diese Männer meistens das eine nicht, daß sie selber daran schuld sind, wenn sie keine Erfolge haben. Sie wissen nicht um das Geheimnis, das allein es möglich macht, ein„Casanova“ zu werden. Sie glauben, daß sie die Frau, die ihnen gefällt, und die sie lieben, umwerben und umstürmen müßten, bis eines Tages die Festung fällt. Nein, Casanova machte es anders. Er wußte genau, fühlte instinktiv, welchen Frauen er gefiel, und da, wo das Schicksal schon von vornherein ihm den Angriff erleichterte, legte er als kluger Stratege den Beginn zum Sieg. So war der große Held der galantesten Zeit, in der kein Ehemann vor Hörnern sicher war und keine Gattin vor den Abschweifungen ihres Mannes. Und Casanova heute? Auch diese Zeit verklang, und eine neue Zeit kam herauf. Aber irgendwie blieb doch bei Männern und bei Frauen der Wunsch nach dem Casanova. Wo findet er sich nun heute? Er findet sich zuerst einmal— und das bestätigt die alte Zauberformel Casanovas— dort, wo die Frauen lieben: unter den Männern des Theaters und den Helden des Films. Und siehe da—— es kann geschehen, daß solche umschwärmten und berühmten Männer„Casanovas wider Willen“ werden, die gar nicht sein wollen, was man von ihnen verlangt, sondern viel lieber einen Sieg erkämpfen wollen, dafür aber bei einer Frau, die ihnen gefällt, und die nicht leichtfertig Erfolge einstecken möchten bei denen, denen sie gefallen. Solch Typ von heute— eines verhinderten Casanovas aus Überzeugung also— ist jener Casanova gescholtene Tenor Ralph Gregor, dessen seltsame Abenteuer in Sachen Liebe der spielfrohe Tobis=Film „Casanova heiratet...“ erzählt, eine bunte Liebesgeschichte im modernen Frack um das alte Thema. Denn solange die Geschlechter leben, wird das Problem der im Sturm genommenen Frau und damit nach echter Casanova-Art eroberten Schönen irgendwie der geheime Wunschtraum des Mannes (von den wenigen Ausnahmen à la Ralph Gregor abgesehen) und—— vor allem der Frauen sein. B Fn ROA 1 Dus schone Schloß Naesselo bei Borren in Westfalen (Ufa=Kl.) Aus der Jugend von Deutschlands größter Dichterin wird ein niedlicher Kindereinfall berichtet. Als die kleine Annette von Droste=Hülshoff vierzehn Jahre alt war, erwachte in ihr die Dichterin. Der Tod eines jungen Hähnchens ging ihr so nahe, daß sie darüber ihr erstes Gedicht schrieb. Das Kunstwerkchen, welches sie auf diese Weise wußt geschaffen hatte, schien ihr von unschätzbarem Wert zu sein. Sie wollte es der Ewigkeit aufbewahren. Dazu wußte sie keinen besseren Rat, als es in den Dachsparren des Turmes im väterlichen Schloß Hülshoff zu verstecken. Denn dort würde man es eines Tages entdecken, solange die Welt stehen wird. Lächelnd hat sie später selbst die Geschichte erzählt, als sie die weltberühmte Dichterin geworden war, mit der ein Byron und ein Walter Scott bewundernde Briefe wechselten. Das kleine Freifräulein hatte ganz recht gehabt, wenn es den väterlichen Burgsitz für ein Sinnbild der zeitlosen Ewigkeit hielt. Künftige Geschlechter mußten ihn so sehen wie es selbst, als einen umfriedeten Bereich, der im Schutz seiner breiten Wassergräben unnahbar für fremden Einfluß und Zugriff in die Außenwelt ragte. Als dann der Vater früh gestorbenn zog die Mutter nach dem Witwensitz der Drostes, nach dem Schloß Rüschhaus. Das war wieder so eine nach außen hin trutzig=stolze Wasserburg, die im Innern ihre Bewohner traulich hegte. Eine Heimstätte, die für ungezählte Geschlechterfolgen gebaut schien und den Nachkommen auf Schritt und Tritt von den Abgeschiedenheiten erzählte und sie mit ihnen lebendig verband. Es ist in der Tat eine ganz eigenartige und in ihrer Enge reiche Umwelt, welche die„Wasserburgen in Westfalen“ in die uns der gleichnamige Sonne=Kulturfilm der Terra zu Besuch einlädt, ihren Bewohnern darbieten. Ihren Insassen gaben sie von jeher das Gefühl der Sicherheit, in der die köstlichsten Kulturgüter gesammelt wurden. So konnte Annette in voller Abgeschlossenheit aufwachsen und dennoch, als sie im Backfischalter in die Gesellschaft eingeführt wurde, diese durch ihre damenhafte Vollendung und ihre außerordentliche Bildung überraschen. In den vornehmen Adelssalons des Grafen Friedrich Leopold von Stolberg und der Fürstin Galitzin, die damals in Münster die feinsten Geister um sich versammelten, blendete sie als ein Vorbild vornehmen Taktes. Gleichzeitig wußte diese Freiin mit uraltem Stammbaum aber auch Bescheid über die der Bauern, und ein Abkömmling aus ebenfalls uraltem westfälischem Freibauerngeschlecht war der Mann, dem sie ihre späte zarte Liebe schenkte. Sie wußte die Sagen, die der Schäfer auf der Heide kennt, und die Märchen und Lieder, die in den Spinnstuben des Gesindes an den Winterabenden umgehen. Denn in Westfalen ist die Verbundenheit zwischen dem breiten Volke und der Schicht, die dessen Führung stellte, niemals abgerissen. Die herrlichen Bauwerke der Adelshöfe in Münster und die däftig=wohlhäbigen Höfe, die sich im bäuerlichen Umlande unter die Wipfel der mächtigen Eichen schmiegen, sind nur als eine zusammenhängende Einheit zu verstehen. Wie die Hauptstadt keines anderen Gaues erwächst Münster aus seiner Landschaft. Das bringt uns der Ufa=Kulturfilm der TerraFilmkunst„Münster“ zum eindrücklichen lebnis, wenn er uns einen Bauern auf der Fahrt nach seiner Stadt begleiten läßt. Durch das reiche Acker= und Weideland, dem die Heckenzüge der Knicks ein so einzigartiges Gesicht verleihen, gelangen wir in die Hauptstadt. Die Fülle geschichtlicher Erinnerungen fesselt uns ebenso wie der unverfälschte Bestand an humorvollem Brauchtum, das sich hier erhalten hat. Dabei wird die Stadt der Wiedertäufer und des Westfälischen Friedens nicht durch ihren Ueberreichtum an historischen Denkwürdigkeiten und Denkmälern bedrückt. Sie ist vielmehr so fortschrittlich und entwicklungsfreudig geblieben wie nur irgendeine der gleichstrebenden im weiten Reiche. Sie hat sich zu einem Verkehrsmittelpunkt erster Ordnung entfaltet und dabei doch das Kunststück fertiggebracht, ihre Gemütlichkeit und mit ihr den Nährboden zu erhalten, auf dem ihre„Originale“, erwachsen sind. Man braucht nur an die Namen des Professors Landois und des tollen Barons Bomberg zu erinnern, um zu wissen, wieviel tiefinnerliche Fröhlichkeit das deutsche Wesen dem Stamme und Gau verdankt, der ihm außerdem die edelste Blüte weiblicher Lyrik beschert hat.