OPF• TE“ Die„Schwanten Zetung aschein wöchentlich sechamal. Vezagtreit wöchent. 45##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. K.# 2.—(einschl. 28.2 N# Sahumsterich und et iep Behrratngtphüh) euichl. u De Beelgch. grntäht### Ssteute a..#..##. Schwere Beimatblau.. Amter Westhosen Ergste. Linzige in Beywerte georuette. Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mmn breit) 6### Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20#.0 Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fern. 2770 Nr. 282 Schwerte(Ruhr), Freitag, 1. Dezemoer 1939 Kampf gegen den britischen Imperialismus URSIaR Nehewetnfirest. Einpörung über die englischen Unterbrücker Eine Keile von Wortbrüchen England verstärkt indische Garnisonen Berlin, 1. Dez. Der Deutsche Dienst meldet: Wie aus zahllosen Meldungen der letzten Wochen hervorgeht, sind die Kämpfe in Waziristan im Nordwesten Indiens wieder aufgeflammt; die von der indischen Kongreßpartei gebildeten Regierungen der Provinzen sind zurückgetreten, der heilige Führer der indischen Massen, Gandhi, hat erklärt, die Forderungen des Volkes würden nicht eher befriedigt sein, als bis der britische Imperialismus aus Indien gewichen sei. Nach einem Bericht des„Manchester Guardian“ aus Neu=Delhi hat Gandhi sogar gedroht, daß Nichtannahme des Vorschlags der indischen Kongreßpartei, fassen habe, eine sofortige Artzign ge# ön##er unvermeidlich mache. Schließlich hat der Kongreß den Beschluß gefaßt, nicht mehr mit England zusammenzuarbeiten, bis Indien seine Freiheit erhalten hat. Indien befindet sich im Aufruhr gegen seine britischen Herren und Unterdrücker. Die britische Regierung hat aber den Kriegseintritt Indiens gegen den ausdrücklichen Willen des indischen Volkes verordnet, so wie man Kolonialvölker, so wie man von jeher Eklaven gezwungen hat, im Dienste ihrer Herren zu bluten und zu bezahlen. In einem Weißbuch hat die britische Regierung versproechen, nach dem Kriege mit den Indern in Beratungen über etwaige Anderungen in der indischen Bundesverfassung einzutreten..4. 46 Wast 64s Nach dem Kriege— damit ist klar gesagt, daß Indien während des Krieges Kolonie bleibt. Über den Wert der für die Nachkriegszeit gegebenen Versprechungen wird sich aber niemand einer Illusion hingeben, der die Geschichte des indischen Freiheitskampfes kennf. Sie ist gekennzeichnet durch eine Kette gebrochener hritischer Versprechen. 1. Diese Kette beginnt mit dem Jahre 1857. Fast 200 Jahre lang hatten in Indien damals amtliche und private Abenteurer aus England nach dem Wort des bekannten britischen Historikers Macaulay„Unterdrückung, Beraubung und Korruption größten Stiles“ betrieben. Der indische Aufstand von 1857 zwang England, diese schändlichste Periode seines Imperialismus zu liquidieren, und als Königin Victoria selbst die Regierung Indiens in die Hand nahm, erklärte sie, soweit es möglich sein könne, würden die indischen Untertanen, welchen Glauben und welcher Religion sie auch angehören möchten, frei und unvoreingenommen zu Amtern zugelassen werden. In Ausführung dieses großartigen Versprechens der Königin selbst wurden von 300 Millionen Indern ganze fünf Personen zu Mitgliedern eines Rates ernannt mit der Befugnis, den Vizekönig unverbindlich und auf dessen Wunsch bei der Gesetz(Fortsetzung Seite 2) Hilfstruppen aus Nepal angesordert Berlin, 1. Dez. Mit welcher Besorgnis England die Entwicklung in Indien betrachtet, geht aus der Tatsache hervor, daß Großbritannien von einem Abkommen mit Gebrauch macht und Gurkha=Truppen aus diesem Lande angefordert hat. Wie werden insgesamt 8 Bataillone eingeborene Truppen aus dem Lande Reval nach Indien transportiert werden, um hier Dienst zu tun. Senzeldender urer Hersmitt Ausbruch seindlicher Handlungen— Artilleriekämpfe im Grenzgebiet Rige, 1. Dez. Nach Abbruch der diplomatischen Beziehung zrüscheg, heg Sexiztrpg#n# Fiunland ist es in den Mittagstunden des Donnerstag Pupe. x#. Peertach grihe## Handlungen gekommen. Die sowjetrussische Luftwaffe überflog mehrfach finnisches Gebiet und belegte an einigen Plätzen, darunter in Heisinki, militärische Ziele mit Bomben. Im Grenzgebiet an der karelischen Enge fanden Artilleriekämpfe statt. Im Norden Finnlands rückten sowjetische Truppen auf der Fischerhalbinsel vor, und auch auf einigen Inseln im Finnischen Meerbusen sind Aktionen im Gange. Moskau, 1. Dez. Um 0.45 Uhr Moskauer Zeit (22.45 Uhr MEZ) wurde über sämtliche sowjetischen Sender eine amtliche Mitteilung verbreitet, worin nunmehr auch von Sowjetseite der Beginn der Kampfhandlungen gegen Finnland bekanntgegeben wird. In der Nacht auf den 30. November haben sich an der sowjetisch=finnischen Grenze mehrere neue Zwischenfälle ereignet. Um 2 Uhr nachts, so heißt es in der amtlichen Mitteilung, überschritt beim Dorfe Kowaino(nördlich des Ladoga=Sees) eine Gruppe feindlicher Soldaten die Grenze und griff die sowjetische Grenzwache an. Die finnischen Abteilungen wurden mit starken Verlusten zurückgeschlagen. Um 3.15 Uhr eröffnete eine weitere starke Abteilung finnischer Truppen beim Dorfe Raasuli auf der Karelischen Landenge Maschinengewehrfeuer auf die Sowjettruppen. Die Angreifer wurden gleichfalls zurückgeschlagen. Dabei wurden von den Sowjettruppen in der Nähe des Dorfes Kormianki 10 finnische Soldaten und ein Unteroffizier gefangengenommen. Um 4 Uhr morgens versuchte eine weitere Abteilung finnischer TrupAufstand in der Südafrikanischen Anion? Gegen die englandfreundliche Haltung des Generais Smuts Zeitung„Tevere“ Rom, 1. Dez. Die römische geldet aus Amsterdam, in holländischen Kreisen preche man ernsthaft von einem Aufstand in der Südafrikanischen Union. Mehrere südafrikanische Städte hätten sich gegen das Regiment und vor allem die englandfreundliche Haltung des Generals Smuts empört. Man habe daraufhin sofort eine verschärfte Post= und Pressezensur eingeführt. Japan kündigt Maßnahmen an gegen Englands völkerrechtswidrige Blockade Tokio, 30. Nov. Halbamtlich wird mitgeteilt. daß die japanische Regierung im Falle ablehnender Antworten Englands und Frankreichs auf den japanischen Protest wegen der verschärften Blockade gegen deutsche Exportgüter in London und Paris Gegenmaßnahmen ankündigen werde. „Tokio Nichi Nichi“ schreibt hierzu, daß die Regierung endgültig beschlossen habe, sich dem britisch=französischen Vorgehen scharf zu widersetzen. Die Regierung erwäge gleichzeitig entschiedene Gegenmaßnahmen, wie z. B. Beschlagnahme britischer Frachten in japanisechn Geweässern, als Vergeltung für die Schäden der japanischen Handelsflotte in Europa. Am 24. November, so stellt das Blatt mit Empörung fetz, hätten die japanischen Botschafter in London und Paris protestiert, worauf am 28. November dennoch die verschärfte Blockade durch Frankreich und England ausgesprochen worden set. Wie die Zeitung weiter erfährt, hält die japanische Regierung unbedingt die Ansicht aufrecht, daß die verstärkte englische Blockade eine Verletzung des internationalen Rechts darstellt. Botschafter Craigie bei Nomura Englischer Beschwichtigungsversuch in Tokio fehlgeschlagen Tokio, 30. Nov. Der britische Botschafter Craigie suchte Außenminister Nomura auf und übermittelte die offizielle Antwort der englischen Regierung auf den japanischen Protest vom 24. November wegen der englischen Blockade deutscher Exportgüter. Craigie ersuchte die sapanische Regierung„um Verständnis“ für die Blockade und erklärte, die„englische Regierung habe Maßnahmen getroffen, um Schädigungen Neutraler möglichst zu vermeiden“. Demgegenüber betonte Nomura nachdrücklichst, daß Japan— wie bereits im Protest angeführt sei— der englischen Blockade nicht zustimmen könne, da lebenswichtige Interessen Japans berührt würden. pen auf der Karelischen Landenge beim Dorfe Termolowo einen Angriff, wurde jedoch von Sowjettruppen mit Maschinengewehrfeuer zurückgetrieben. In Anbetracht dieser neuen Provokationen mit bewaffnetem Ueberfall seitens der finnischen Truppen erteilte das Oberkommando der Roten Armee den Truppen den Befehl, am 30. November um 8 Uhr morgens die sowjetisch=finnische Grenze zu überschreiten. Abteilungen der Roten Armee rückten sofort an Der Heeresbericht Schwaches örtliches Artilleriefeuer im Westen Fortsetzung der Luftaufklärung Berlin, 30. Nov. Das Oberkommande der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront schwaches örtliches Artilleriefeuer. Die Luftaufkärung gegen England wurde fortgesetzt. mehreren Punkten der Grenze vor, und zwar auf der Karelischen Landenge um 10 bis 15 Kilometer westlich der Grenze, und von Petrosawodsk aus bis zum See Suojarwy. Auf der Karelischen Landenge wurden von den Sowjettruppen mehrere Dörfer und Eisenbahnstationen besetzt; die Stadt Tälioki ist bereits erreicht worden. Beim Vormarsch wurden von den Sowjettruppen einige Dutzend Gefangene gemacht. Gleichzeitig unternahm die sowjetische Luftwaffe trotz ungünstiger Witterung Erkundungsflüge über das Territorium Finnlands und bombardierte die Flugplätze von Wyborg und Helsinki. Schwedens Haltung Flugverbindungen nach Stockholm eingestellt Stockholm, 1. Dez. Ueber die Haltung Schwedens zum finnisch=russischen Konflikt liegen bisher noch keine Mitteilungen vor.„Aftonbladet“ meldet, daß bis auf weiteres keine Maßnahmen erfolgen würden; gleichzeitig betont das Blatt jedoch, daß die Lage sich sehr schnell ändern könne. Das fahrplanmäßige Flugzeug Stockholm=Helsinki ist gestern morgen von Stockholm planmäßig abgeflogen; es mußte jedoch in Abö landen, wo es bis auf weiteres bleiben wird. Die Flugverbindungen von Helsinki nach Stockholm sind eingestellt. Neues in Kürze Pise gesgasen. Wie United Preß aus in einem Hafen an err,„Kalnisherz Oirfäite an Nachthar, Tussage des Kapitins H. zut furchtbare Explosion ereignet, worauf Schiff sofort sank. verlietzt., an hat sich eine das Ehurchin in der Snagasse Englische Lügen um den vernichteten schweren Kreuzer Berlin, 30. Nov. Die Vernichtung eines englischen Schweren Kreuzers durch Kapitänleutnant Prien ist der englischen Admiralität derartig in die Glieder gefahren, daß sie sich bis zur Stunde noch zu keinerlei Bestätigung hat aufraffen können. Wie schwer dieser neue Schlag sie getroffen hat, beweist die Tatsache, daß Winston Churchill den ganzen Tag damit verbrachte, in einer wüsten Presse= und Rundfunkkampagne die Tatsache der Vernichtung des Kreuzers in immer neuen Versionen zu dementieren. Immerhin war er gezwungen, doch schon einen kleinen Schritt zur Wahrheit hin zu tun. Er mußte nämlich zugeben, daß nicht nur der deutsche Rundfunk die Vernichtung des englischen Kreuzers gemeldet habe, sondern„daß nunmehr auch die deutsche Admiralität diese Nachricht ausgebe.“ Gleichzeitig aber, und um den Eindruck dieses Eingeständnisses zu verwischen, ließ er sich dazu hinreißen, im englischen Rundfunk und in der englischen Presse eine Meldung zu veröffentlichen, in der er davon spricht,„daß die letzte deutsche Erfindung die sei, daß Kapitänleutnant Prien, der angeblich die„Royal Oak“ versenkt habe, nunmehr einen britischen Kreuzer der Klasse London torpediert habe.“ „Angeblich die„Royal Oak“ torpediert“!— das ist selbst für den Lügenlord Winston Churchill eine Meisterleistung. Jeder Mensch kennt die Versenkung der„Royal Oak“ in der Bucht von Seapa Flow bis in alle Einzelheiten. Kapitänleutnant Prien hat nicht nur im deutschen Rundfunk, sondern auch vor der deutschen und ausländischen Presse ausführlich geschildert, wie ihm die Vernichtung der„Royal Oak“ und die Torpedierung der „Repulse“ gelang. Selbst die Lügefreudigkeit des Ersten Lords der Admiralität mußte damals sich der Gewalt der Tatsachen beugen und wenigstens den Verlust der„Royal Oak“ amtlich eingestehen. Wieso also jetzt, Herr Winston Churchill: „Die angebliche Versenkung“? Oder soll damit die englische Oeffentlichkeit darauf vorbereitet werden, daß der Schwere Kreuzer, den Kapitänleutnant Prien vernichtete, ebenso„angeblich“ zerstört wurde, wie die„Royal Oak“: Das heißt also, daß man auf diesem schönen Umwege zu verstehen geben will, daß er tatsächlich zerstört worden ist? Aber man hat sich noch eine weitere Methodausgedacht, um an einer Bestätigung dieser unangeneymen Tatsache, daß avermals ein englischer Kreuzer einem deutschen Torpedo anheimfiel, möglichst weit vorbeizukommen. Man behauptet recht und gottesfürchtig, daß die Meldung, es habe sich um einen Kreuzer der London=Klasse gehandelt, völlig falsch sei. Denn die vier Kreuzer, die die London=Klasse bildeten, seien unversehrt. Schon daraus ergebe sich, so behauptet Herr Winston Churchill, daß die deutsche Meldung eine Erfindung sei. Nun enthüllt gerade diese Behauptung des Herrn Winston Churchill die englische Lügentaktik auf das nachdrücklichste. Denn zu den britischen Schweren Kreuzern — der London=Klasse— rechnet man ja nicht nur die vier Kreuzer, die der Erste Lord der Admiralität jetzt für diese Klasse allein in Anspruch nehmen möchte, sondern sie umfassen einige Kreuzer mehr, die plötzlich Winston Churchill nicht mehr dazu rechnen möchte, um auf diese Weise um eine Bestätigung dieses schweren Schlages gegen seine Schweren Kreuzer herumzukommen. Aber auch dieses Manöver wird ihm nicht helfen. Da aber die Möglichkeit besteht, daß der Erste Lord der Admiralität durch die Tatsache seines Geburtstages zu sehr in Anspruch genommen ist, als daß er in der Lage wäre, ses. Dendonler==halastereiel. Die verschärfte Blockade soll schmackhaft gemacht werden gustellen, welche sonstigen Kreuzer noch die Merkmale der London=Klasse aufweisen, so sei er darauf aufmerksam gemacht, daß z. B. auch die Kreuzer„Norfolk" und„Dorsetshire“ auch in England allgemein zur London=Klasse gerechnet werden. Auch die„Berwick“ und die „Kent", die„Cornwall",„Cumberland“ und „Suffolk“ zeigen die typischen Merkmale dieser Klasse, die allein schon durch ihre drei Schornsteine sich von anderen Schweren Kreuzern der englischen Kriegsmarine deutlich abheben. Vielleicht helfen diese Erläuterungen dem Lord der Admiralität ein wenig weiter auf dem Weg zur Wahrheit. 200 Schiffe warten wird Zeit, daß die holländischen Belange tatkräftig geschützt werden“. Amsterdam, 30. Nov. Der Marinemitarbeiter von„Het Vaderland“ berichtet seinem Blatt über einen Besuch, den er während des letzten Wochenendes in einem britischen Konterbande=Kontrollhafen machte. Er habe dort etwa 200 neutrale Handelsschiffe liegen sehen, die alle auf den Augenblick warteten, daß das erlösende Wort„Sie können abfahren" gesprochen werde. Der Berichterstatter schreibt dann u. a. weiter, es würde Zeit, daß die niederländischen Interessen und mit ihnen die niederländische Handelsschiffahrt tatkräftig geschützt würden. Jeder Tag, der verstreiche, ohne daß man in Holland die notwendigen Schlachtkreuzer auf Stapel lege, bedeute, daß die niederländische Handelsflotte weiter ihrem Los überlassen bleibe. Es gehe bei dem Bau von Schlachtkreuzern für Holland nicht nur um die Verteidigung Indiens, es gehe vielmehr darum, daß die niederländischen Belange auf der ganzen Welt tatkräftig geschützt würden. Treibminen an Belgiens Küste Brüssel, 30. Nov. Die Minengefahr an der belgischen Küste hat sich in den letzten Tagen katastrophal verschärft. Ueberall werden durch den Sturm englische und französische Minen an die Küste gespült, die zum größten Teil explodierten. Der Hafeneingang von Zeebrügge ist auf das äußerste gefährdet, da dort vier Minen hin und her treiben. Die Tätigkeit der belgischen Fischer ist durch die englische Minengefahr fast unmöglich geworden. Die Fischereibevölkerung ist auf das tiefste darüber erbittert, daß die englischen Minen gegen jedes Völkerrecht scharf bleiben, wenn sie von ihren Verankerungen losgerissen werden. England chartert norwegische Amsterdam, 30. Nov. Der Schiffahrtskorrespondent der„Financial News“ will erfahren haben, daß England jetzt norwegische Handelsschiffe zu chartern beginne, ähnlich wie es das bereits kürzlich mit griechischen Schiffen getan habe. Man kann sich keine schlagtraftigere Widerlegung der viel zu häufig und viel zu laut wiederholten Beruhigungssermone Churchills und Chamberlains denken, als diesen Entschluß der britischen Regierung. Denn er bedeutet nichts anderes als das Eingeständnis schwerster, wenn nicht lähmender Schiffsverluste durch die deutsche Seekriegführung. Amerika protestiert nicht USA. hat freiwillig das Recht auf Freiheit der Meere aufgegeben Washington, 30. Nov. In Kreisen des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten billigte man den Entschluß der amerikanischen Regierung, die neuen britischen Maßnahmen gegen die deutsche Ausfuhr ohne Protest hinzunehmen. Man erklärt, die Vereinigten Staaten hätten ja ihre Schiffe aus der Gefahrenzone zurückgezogen und die Einkäufe der Kriegführenden unter Barzahlungszwang gestellt. USA. habe damit, um nicht in Kontroversen verwickelt zu werden, freiwilig das Recht auf Freiheit der Meere aufjegeben. Holland kauft Nahrungsmittel Sonderkredit von 100 Millionen Gulden beantragt Amsterdam, 30. Nov. Die niederländische Regierung hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der einen Sonderkredit in Höhe von 100 Millionen Gulden zum Zwecke der Nahrungsmittel= und Rohstoff=Versorgung vorsieht. Wie es in der Begründung zu diesem Entwurf heißt, sei der am 6. September zu demselben Zweck bewilligte Kredit in Höhe von 60 Millionen Gulden bereits erschöpft. Die Nahrungsmittel und Rohstoffe sollen im Inland und im Auslande durch die Regierung aufgekauft werden. Chamberlain sucht Verständnis Aber die Opposition macht nicht mit Rom, 30. Nov. In der englischen Regierung hat man mit der Entwicklung des Seekrieges noch mehr als bisher das Gefühl, daß die direkte Fühlungnahme mit dem Volke und der öffentlichen Meinung zu wünschen übrig läßt. Chamberlain und andere Regierungsmitglieder wollen deshalb in allen Teilen des Landes Volksversammlungen abhalten, um sich persönlich an den englischen Steuerzahler zu wenden, um das erforderliche Verständnis für ihre Politik wiederherzustellen. Zu diesem Zweck hat sich, wie der Londoner Korrespondent des„Messaggero" berichtet, der englische Premierminister privat an die Führer der Oppositionsparteien gewandt, damit sie in den einzelnen Städten Redner stellen, die„gemeinsam und brüderlich vereint mit den Regierungsmitgliedern“ an den Versammlungen teilnehmen. Chamberlains Wunsch habe aber bei den Oppositionsparteien keine Gegenliebe gefunden. Den Haag, 30. Nov. Die britische Regierung gibt sich gegenwärtig alle nur erdenkliche Mühe, um die neutralen Mächte davon zu überzeugen, daß die in Kraft gesetzte verschärfte Exportblockade die Interessen der neutralen Staaten„weitmöglichst" berücksichtige und die neutralen Mächte aus dieser neuen Regelung sogar„Vorteile“ ziehen können. Die britische Regierung hat jetzt durch ihre diplomatischen Vertreter den sechs protestierenden neutralen Mächten den Inhalt der„Ordre in Council“ offiziell zur Kenntnis gebracht und hierbei einige grundsätzliche Gesichtspunkte entwickelt, die darauf abgestellt sind, die Neutralen für die Sache Englands zu gewinnen. Die britische Propaganda sucht jetzt die Exportblockade den neutralen Staaten schmackhaft zu machen und die schweren Sorgen und Bedenken zu beseitigen, die in allen neutralen Staaten aufgetaucht sind. Man will die neutralen Mächte vergessen machen, daß sie es sein werden, die die Kosten der verschärften britischen Kriegführung zu tragen haben werden. Die„Berücksichtigung“ der neutralen Staaten kommt nach Auffassung der„Times“ in drei Punkten zum Ausdruck: 1. Trete die Exportblockade erst am 4. Dezember in Kraft, so daß die neutralen Staaten Zeit hätten, bis dahin ihre Angelegenheiten zu regeln; 2. würden die von den britischen Kontrollbehörden beschlagnahmten Waren deutschen Eigentums oder deutschen Ursprungs nicht konfisziert werden, sondern blieben Eigentum der neutralen Mächte, könnten jedoch von dem Prisengericht versteigert werden. Die Beträge blieben bis zum Abschluß eines Friedens in der Verwaltung des Prisengerichts; 3. würden die deutsche Waren transportierenden Schiffe nicht beschlagnahmt werden. Mit derartigen naiv anmutenden Zusicherungen sucht jetzt die Londoner Regierung die neutralen Staaten über die unvermeidlich eintretenden schweren Verluste hinwegzutäuschen. Die„Times“ geht sogar einen Schritt weiter und hält den neutralen Mächten vor Augen, daß ihnen durch den Rückgang der deutschen Einfuhr„neue Absatzmärkte“ eröffnet würden. Die britische Exportblockade biete den neutralen Staaten die Möglichkeit, ihre Waren zu höheren Preisen und unter besseren Bedingungen abzusetzen, als ihnen dies bisher im Handel mit Deutschland möglich war. Es ist doch kaum anzunehmen, daß die nüchtern und sachlich urteilenden Handels= und Schiffahrtskreise der neutralen Staaten sich durch derartige Vorspieglungen über den nackten Tatbestand hinwegtäuschen lassen werden. Die britische Exportblockade bedeutet, wie dies in den letzten Tagen in der neutralen Presse in schärfster Ausführlichkeit dargelegt worden ist, einen entscheidenden Schlag für die Lebensinteressen der neutralen Staaten. Der enhischse Erperthandei sohchl Scharfe Krilik an Ehamberlain- Wieder anderthalb Millionen Arbeitslose Amsterdam, 30. Nov. In beiden Häusern des britischen Parlaments war die Regierung Chamberlain Gegenstand lebhafter Kritik. Im Oberhaus kritisierte Lord Addison (Labour) die verschiedenen Kriegsmaßnahmen, die die Regierung seit Kriegsausbruch getroffen hat. Die Art der Beschlagnahme von Hotels und Schulen, so sagt er, habe schwere Härten für eine große Anzahl gutgehender Hotels und sonstiger Einrichtungen mit sich gebracht und das alles, obwohl man anscheinend diese Frage bereits im Jahre 1936(man beachte das Datum! Die Red.) erwogen habe. Vernünftigerweise hätte man sich mit den Hotelbesitzerverbänden vorher in Verbindung setzen sollen. Das gleiche gelte für die Beschlagnahme von Schulen. Was die wirtschaftliche Seit#e anlange, so könne man sich kein Kontrollsystem für die Materialien vorstellen, das dem Handel größere Schwierigkeiten bereite, als das vom Munitionsministerium eingeführte. Das gegenwärtige System sei unnötig kompliziert, belastend für die Induftrie und ein Hindernis für die Beschaffung der Produkte, die für die Erhaltung der britischen Wirtschaftsstärke notwendig seien. Die industrielle Kapazität werde in weitgehendem Maße noch nicht für die Kriegsproduktion ausgenutzt, das Ministerium habe völlig verIndien in heilem Aufruhr (Fortsetzung von der 1. Seite) gebung zu beraten. Das und ähnliche Scheinräte in fünf Provinzen war alles, was 30 Jahre lang zur Durchführung des königlichen Versprechens geschah. 2. 1892 wurde das Versprechen, Inder zur Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten hinzuzuziehen und die öffentliche Meinung Indiens zu berücksichtigen, erneuert. Mister Curzon versprach den Indern als Unterstaatssekretär für Indien eigene Abgeordnete. Das Gesetz, das daraufhin erging, tat aber nichts weiter, als die Zahl jener erwähnten machtlosen Vertreter etwas zu erhöhen. Sie erhielten die Erlaubnis, Vorlagen zu erörtern, durften aber nicht darüber abstimmen. Einige Jahre später wurde Curzon selbst Lord und Vizekönig und hatte sechs Jahre lang Gelegenheit, seine Versprechungen zu erfüllen. Von diesem Mann stammt der phantastisch arrogante Ausspruch, er rechne sich zu denen, die überzeugt seien, daß das Britische Reich die großartigste Waffe im Dienste des Guten sei, die es je gegeben habe. Er verhielt sich entsprechend. Er lehnte die indischen Selbstverwaltungswünsche schroff ab und hinterließ eine solche Erbitterung über seine Gewaltmethoden, daß England gezwungen war, ein neues Versprechen abzugeben. 3. Wiederum gab der britische König selbst dieses Versprechen ab. Er erklärte 1908:„Das System von Abgeordnetenkammern wird in weiser Art ausgedehnt werden!“ Endlich, so hofften die Inder damals, würde man ihnen Autonomie gewähren. Statt dessen ergingen unter eifrigem Rühren der britischen Propagandatrommel die Morley=Minto=Reformen, die wieder nichts weiter brachten als eine abermalige Erweiterung der sogenannten legislativen Räte. Wiederum blieb es dabei, daß die sogenannten Abgeordneten keine Beschlüsse fassen durften, die Regierung in keiner Weise binden konnten und nicht einmal Antwort auf ihre Fragen erwarten durften. Die Inder bezeichneten diesen Bruch des zweiten königlichen Versprechens, 50 Jahre nach dem Bruch des ersten, als„wohlerwogene und zynische Schaumschlägerei“. John Morley selbst erklärte:„Wenn gesagt werden könnte, daß diese Reformen direkt oder indirekt zur Einrichtung eines parlamentarischen Systems in Indien führten, so möchte ich nichts, aber auch nichts damit zu tun haben!“ Der Weltkrieg bestätigte die Lüge dieser Reformen. Indien wurde hineingezwungen. Über 621 000 Inder wurden fern der Heimat zu Kriegsdiensten für England, weitere 475000 indische Zivilisten zu anderen Diensten im Ausland gepreßt. Überdies nahm wie in der Bibel der reiche Mann dem armen sein einziges Schaf weg, um es zu schlachten: England zwang die seit Hunderten von Jahren von ihm ausgeplünderten Inder, Kriegskontributionen von zweieinhalb Milliarden Goldmark zum Besten Britanniens aufzubringen. 4. Die indischen Freiheitskämpfer aber ruhten nicht und England sah schon 1917 keinen anderen Ausweg, als ein neues Versprechen zu geben. Die Montagu=Erklärung legte die britische Politik darauf fest, indische Selbstverwaltungseinrichtungen zu schafken mit dem Ziel, progressiv das„einem indischen sagt, die Produktionskapazitat hunderter von Werkstätten zu mobilisieren. Die Methoden des Munitionsministers seien, wie die Ergebnisse bewiesen, unbefriedigend. Auch im Unterhaus wurde die Regierung zum Teil sehr scharf kritisiert. Der Labour=Abgeordnete Hall erklärte, der Krieg sei zwar wichtig, dennoch könne aber niemand leugnen, daß es auch wichtig sei, die Moral des Volkes aufrechtzuerhalten. Falls die Regierung die häuslichen Probleme nicht kraftvoll anfasse, könnte die Nation Unruhen als Folge der steigenden Preise, der niedrigen Löhne der Industriearbeiter, der unzureichenden Pensionen, der Arbeitslosigkeit und der unzureichenden Familienunterstützungen für Soldatenfamilien erleben. Kein neutraler Convoy London, 30. Nov. Ein Sprecher des Ministeriums für den Wirtschaftskrieg erklärte, daß, falls die Neutralen versuchen würden, ihre Handelsschiffe, deren Ladung aus deutschen Exportwaren besteht, durch Kriegsschiffe geleiten zu lassen, dies„das britische Recht“, diese Schiffe nach deutschen Waren zu untersuchen, nicht ändern würde. Parlament verantwortliche Regierungssystem“ einzuführen. Schon glaubten die Inder ihr Ziel erreicht, aber Mister Montagu lächelte nur, solange England in Not war. 1919, nach Kriegsende, trat man den Indern mit anderer Miene entgegen. Zwar erlaubte man ein bis drei vH. der indischen Bevölkerung Provinzialparlamente zu wählen, denen man die nebensächlichsten Regierungsfunktionen übertrug, aber gleichzeitig wurden die indischen Nationalisten durch eine Strafrechtsform mit gemeinen Verbrechern auf eine Stufe gestellt und wie Hunde gejagt, Gandhi und seine Freunde ins Zuchthaus geworfen, die Salzsteuer, die die Armsten traf, verdoppelt und, damit nicht trotzdem noch Freiheitsillusionen in Indien lebendig blieben, hat General Deyer in Punschab, wo die Bevölkerung durch Zwangsrekrutierungen und skandalöses Kriegsgewinnlertum aufs äußerste erschöpft war, so lange auf eine eingeschlossene betende Versammlung schießen lassen, bis 379 Tote und 1208 Verwundete in ihrem Blut lagen. Es war ein tiefer Sturz von den hohen Hoffnungen von 1917, als der Jude Montagu im Namen Englands Versprechen abgab, bis in die Niederungen der Jahre, als der Jude Isaacs als Vizekönig sie im Namen Englands brach. 5. Inzwischen hatte England im Namen des Selbstbestimungsrechtes der Völker einen Krieg geführt. Es diktierte einen Frieden, der die Selbstbestimmung in Indien genau so wenig brachte wie in Europa. 6. Im Juli 1928 erklärt Ramsay Macdonald, damals Führer der Opposition, er hoffe, daß in einigen Monaten und nicht erst Jahren schon ein neues Dominion— also ein souveräner Bundesstäat— dem Britischen Reich hinzugefügt werden würde, nämlich Indien. Im Juni 1929 wurde Macdonald Premier= minister und man hat nie wieder etwas von dem Versprechen gehört. 7. Im Jahre 1929 sagte Lord Halisax, der unter dem Namen Lord Irwin damals Vizekönig von Indien war, er sei von der britischen Regierung zu der Feststellung ermächtigt, daß die Montagu=Erklärung von 1917 auf den Status eines Dominions für Indien abgezielt habe. In diesen Worten lag nicht nur das Eingeständnis, daß das Montagu=Versprechen gebrochen sei, sondern gleichzeitig eine Wiederholung dieses Versprechens. Lord Halifax ist heute britischer Außenminister, aber Indien ist so weit vom Dominionstatus entfernt, daß es in den von Halifax inzwischen angezettelten Krieg gegen den indischen Völkerwillen hineingezwungen werden kann. 8. Aus drei Konferenzen mit indischer Beteiligung, die in jenen Jahren in London abgehalten wurden, und den Berichten verschiedener Kommissionen kristallisierten sich abermals Freiheitsversprechen für Indien heraus. Sie wurden im britischen Parlament in monatelangen Besprechungen ausgehandelt und das Ergebnis war die berühmte indische Verfassung von 1935. In England nannte man sie„eines der größten Gesetzgebungswerke aller Zeiten“, in Indien nannte man sie„ein verfluchtes Stück britischer Schurkerei". Wer in Indien noch Zweifel daran gehabt hat, daß diese Verfassung ein bloßes Täuschungs= und Aufschubmanöver Englands war, dem werden die Augen durch die bürokratische Verordnung aufgegangen sein die den Kriegseintritt Indiens befahl. So sieht die Kette britischer Wortbrüche aus. An ihr klebt Blut, das Blut des indischen Volkes. Die Versprechen Englands an Indien sind ein bloßer Schein. Grausame Wirklichkeit aber bleiben die Armut, das Elend, die Krankheit, die Ungewißheit der indischen Millionen. Tag für Tag sterben Tausende von jungen Hindus und Hindufrauen, von der Not erschöpft, von Krankheit zerfressen, jung und doch schon alt. Millionen von Flüchen steigen täglich auf gegen die erbarmungslosen Unterdrücker fremder Völker in der ganzen Welt, die in der Londoner City sitzen und sich an dem Elen mästen. Sie werden nicht verstummen, bis die eng lische Weltherrschaft fällt. Luftkampf über Northumberland Angriff eines englischen Jagdflugzeuges erfolgreich abgeschlagen Berlin, 30. Nov. Am Mittwoch fand ein Luftkampf über der britischen Grafschaft Northumberland zwischen einem deutschen Aufklärer und einem englischen Jäger statt. Der Aufklärer, der in großer Höhe flog, wurde aus einem Wolkenloch heraus von dem Engländer überrascht und erhielt mehrere Treffer, ohne daß er dadurch irgendwie in seiner Aktionsfähigkeit behindert wurde. Der englische Jäger flog bis auf 50 Meter auf das deutsche Flugzeug heran und wurde von dem MG.=Schützen mit mehreren längeren Feuerstößen abgewehrt. Die deutsche Besatzung stellte daraufhin fest, daß der englische Jäger plötzlich seine an sich günstige Angriffsposition aufgab und seitlich nach unten in die Wolken abkippte. Das deutsche Aufklärungsflugzeug ist, ohne weiteren Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein, wohlbebalten in den Heimathafen zurückgekehrt. Es hat seinen Auftrag voll durchführen können. Handgranaten im Tresor Ein teuflischer Plan durch Zufall gescheitert Danzig, 30. Nov. Wochen und Monate sind seit jenen Tagen vergangen, als das deutsche Danzig innerhalb seines Stadtbereiches mit allen polnischen Widerstandsnestern aufräumte und den ihm lästigen Fremdkörper ein für allemal abschüttelte. Bevor die Polen aus dem Gebäude der ehemaligen polnischen Eisenbahndirektion in Danzig ausgezogen waren, hatten sie in einem großen Tresor 48 Handgranaten untergebracht und diese Granaten mit der Tür des Tresors so verbunden, daß sie beim Oeffnen des Tresors explodieren mußten. Als die deutschen Eisenbahnbehörden das Gebäude übernahmen und jenen Tresor mit Hilfe eines Schlüssels nicht öffnen konnten, beschloß man, den wertvollen Tresor durch gewaltsames Oeffnen nicht zu stören, sondern aus einem Nebenraum von er Seite her durch eine Betonwand in den Tresorraum einzudringen. Als diese Arbeit geglückt war, fand man dann zwei Kisten mit je 24 Handgranaten vor, bei deren Explosion zweifellos der Tresorraum und die umliegenden Räumlichkeiten sowie die in ihnen sich aufhaltenden Personen in die Luft geflogen wären. Explosion in Frankreich Zahlreiche Tote Brüssel, 30. Nov. Auf Umwegen wird eine schwere Explosion in einer der größten französischen Flugzeugfabriken bekannt, die zahlreiche Menschenleben forderte. Aus einem Aufruf der französischen Regierung, in dem zahlreiche Arbeiter einer staatlichen Flugzeugfabrik wegen besonderer Verdienste im Interesse der Landesverteidigung namentlich genannt werden, gehe nämlich hervor, daß sich am 18. November in der„Société Nationale de Construction Aéronautique de Sud=Est“ eine schwere Explosion ereignete. Sie ereignete sich in der Schweißerei und hatte den Brand und anschließend den Einsturz des ganzen Gebäudes zur Folge. Ihre Ursache ist nicht bekannt. Zahlreiche Arbeiter kamen dabei ums Leben. Sperrballons über Holland Große Schäden Amsterdam, 30. Nov. Eiine große Anzahl holländischer Ortschaften ist durch einen englischen Sperrballon in Gefahr gebracht worden, der sich infolge der Mangelhaftigkeit der englischen Stahlkabel losgerissen hatte und mit einer Schnelligkeit von 70 Stundenkilometer nach Holland hineintrieb. Diese treibenden englischen Sperrballons werden allmählich für die neutralen Staaten eine ebenso große Gefahr, wie die losgerissenen und hochexplosiv bleibenden englischen Minen. Der über Holland treibende englische Sperrballon vernichtete in zahlreichen Orten die elektrischen Lichtleitungen. die Antennen und die Fernsprechleitungen, so daß nicht nur schwere Störungen im Telefonverkehr und in der Elektrizitätsversorgung auftraten. sondern sich auch verschiedentlich gefährliche Kurzschlüsse ereigneten. Schließlich zerstörte der dahintreibende englische Sperrballon auch noch die Oberleitung der Eisenbahnlinie Hertogenbosch—Utrecht an verschiedenen Stellen, so daß der Zugverkehr längere Zeit unterbrochen war. Flakgranate im Hochofen In Gent traf ein Granatsplitter ein Hospital Brüssel, 30. Nov. Wie erst jetzt bekannt wird, fiel nach belgischen Pressemeldungen am Dienstag anläßlich der Ueberfliegung Belgiens durch ausländische Flugzeuge eine Granate der belgischen Fliegerabwehr in einen Hochofen der Rüstungsfabrik Ougree=Mariehaye. Die Granate explodierte in dem Hochofen und zerstörte fünf weitere Oefen. Personen kamen nicht zu Schaden.— Ein noch seltsameres Schicksal hatte eine belgische Flakgranate, die in eine Straße von Gent fiel. Ein Granatsplitter drang in einen Saal des Militärhospitals und fiel auf das Bett eines Kranken, der jedoch in dem Augenblick abwesend war. Freitag, den 1. Dezember 1939 Aus „Schwerter Zeitung Nr. 282(Zweites Blatt) u-Ag Nc.c Anassn und X h — Srhen Surssurgen Was die Frau an Opfer auf sich nimmt, indem sie der Nation das Kind schenkt, nimmt der Mann an Opfer auf sich, indem er die Nation verteidigt. Adolf Hitler. Nn Vun Coionus Unniné bnisteer Professor Elly Ney gab einen Klavierabend im Rathaussaal Sie schmuckt jede Wohnung Die Türplakette des Kriegs=WHW gehört nicht in die Schublade Die Monats=Türplakette schmückte in den vergangenen Jahren den Eingang zur Wohnung jedes Volksgenossen, der allmonatlich im Winter einen festen Betrag aus seinem Einkommen für das WHW hergab. Heute legt ein großer Teil der Volksgenossen diese Plakette in die Schublade oder hebt sie gar nicht mal auf. Gewiß, es ist heute eine Selbstverständlichkeit, daß die Türplakette in jeder Familie vorhanden ist. Aber trotzdem gehört sie an die Wohnungstür. Sie soll Zeugnis davon ablegen, daß hinter dieser Tür eine Familie wohnt, die sich bekennt zur großen Gemeinschaft aller Deutschen, die im Opfer für das Kriegs=Winterhilfswerk ihre Bewährung beweist. Die Türplakette ist ein stolzes Zeichen bewiesener Einsatzfreudigkeit. Sie gehört nicht in die Schublade oder in den Papierkorb. Keine Wohnungstür im Gau Westfalen=Süd ohne Türplakette des Kriegs=Winterhilfswerkes! Tagesehronik : RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Mitte. Alle Hausfrauen, welche zu Ostern 1940 ein Pflichtjahrmädel einstellen wollen, müssen ihre Meldungen bis zum 31. Dezember bei Frau Seifert, HorstWessel=Platz 10, in den Vormittagsstunden abgeben. * Bestandene Prüfung. Die Kaufmannsgehilfenprüfung bestand der bei der Firma Schmerbeck& Kuhlmann in Kalthof beschäftigte Lehrling Alfred Haarmann, Kalthof, vor der Industrie= und Handelskammer in Hagen. Wir gratulieren! ist unser„kostbarster Rohstoff“. berust Es war eine beglückende Stunde von höchster Weihe, ein Abend, der von Beethovens Genius überstrahlt war, es war das Wunder tiefster und höchster Kunst, das uns emporhob zu den Sphären des Ewigen. Unsere Herzen wurden angerührt vom Ahnen des Göttlichen in der Musik, sie erschauerten vor der Dämonie und Leidenschaft, die Beethovens Musik erfüllen, sie wurden emporgerissen von leidgeläuterter Freude, die alles Dunkel wegwischt und die hellste Sonne Die aber, die— zur Künstlerin begnadet und berufen— in uns die Fackel göttlicher Freude entfachte, trat unter uns als hoheitsvolle Hüterin des heiligsten Grals deutscher Musik: Elly Ney. Eine Frau, die auf ihrer Stirn die Reinheit höchsten Menschentums trägt, gesandt, in dieser Welt das Feuer himmelhochstürmender Begeisterung und innigster Freude zu entzünden. Elly Ney... In ihrem Gang, in der Klarheit ihrer Augen, in der Demut ihres silbergrauen Haares, in der unendlich=weiten milden Stimme, in der wunderbaren Herrlichkeit ihrer behutsamen Worte, — in all diesen immer wieder zutiefst ergreifenden Aeußerungen ihres hohen Menschseins, wird diese begnadete Frau und Künstlerin zu einer Dienerin höchsten deutschen Wesens und bewunderungswürdigen deutschen Künstlertums. * Diesem deutschen Wesen, das von je zu je unsere größten Künstlerpersönlichkeiten vorlebten, hat sich Elly Ney hingegeben und verschrieben. Durch sie sprechen unsere erhabensten Genies im Reiche der Musik heute zu uns, durch Elly Ney wird das Wunder einer Auferstehung Beethovens wahr. Nicht bedarf es unserer Worte, von der Kraft und der seelischen Spannweite ihrer schöpferischen Kunst zu künden. Elly Ney hat sich in den Herzen der Besten unserer Zeit ein Denkmal gesetzt, das Dankbarkeit und bewundernde Ehrerbietung heißt. Diese Frau ist von einer heiligen Besessenheit erfüllt, von einer leidenschaftlichen Hingabe an die Ewigkeitswerte deutscher Musik, und in diesem Ehrendienst verzehrt sie sich. Eine große, einmalige Persönlichkeit! Wer wäre unter uns gewesen, den dieses Erlebnis nicht zutiefst beglückt hätte, wer, der nicht mit reichem inneren Gewinn diesen Abend verließ! Wir erlebten eine weihevolle Stunde und können nur mit ganz schlichten Worten unseren tiefsten Dank sagen. Vor uns stand der deutsche Genius auf in Beethoven, Mozart und Schubert... Und stillbeglückt gingen wir durch die Nacht heim, begleitet von den letzten Akkorden eines kleinen, lieben Liedes, das diesen Abend ausklingen ließ: Guten Abend, gut' Nacht... * Elly Ney spielte Beethovens Sonate B=Dur op. 106(Sonate für das Hammerklavier), die Sonate A=Dur KV. 331 von Mozart, Schuberts Wanderer=Fantasie, und unser Jubel wurde bedankt mit Werken von Schumann und Brahms. Die Künstlerin verstand es wunderbar, diese Werke mit wenigen einleitenden Worten auch dem„musikalischen Laien" verständlich zu machen. Vor uns stand in wenigen, kräftigen Strichen das Leben dieser Großen auf, das immer ein Leben voll Kampf war. Elly Ney, du hast uns reich beschenkt und tief beglückt. Unser Herz sagt den schönsten Dank, weil uns der Genius unserer großen Musiker durch deine Kunst anrührte!— Wir wollen aber auch danken der RS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ und der Stadtverwaltung Schwerte, deren Bemühungen wir dieses große unvergeßliche Erlebnis verdanken. R. E. E. Emttästei ven Sirerten Weihnuchtererrehr! Arbeitskraft eg.—.—, tlichen Nachwuch Die Arbeitskraft des jungen beruftichen Zcachses ist der„kostbarste Rohstoff“, den unser Volk besitzt. Von einer sorgfältigen und überlegten Berufswahl hängt also nicht nur das spätere Lebensglück des einzelnen, sondern auch in ganz entscheidender Weise das zukünftige Schicksal unseres Volkes ab. Zur Überwindung all dieser Schwierigkeiten bei der Berufswahl dienen die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter. Sie stehen helfend und beratend jedem einzelnen zur Seite. : Aushändigung des Treudienstehrenzeichens an Wehrmachtsangehörige. Zum Wehrdienst einberufene Gefolgschaftsmitglieder öffentlicher Verwaltungen, die das Treudienstehrenzeichen verliehen erhalten, erhalten das Ehrenzeichen und die Verleihungsurkunde nicht direkt zugestellt. Sie werden vielmehr erst durch ein besonderes Schreiben von der Verleihung benachrichtigt, in dem ihnen gleichzeitig mitgeteilt wird, daß die Ehrenzeichen und die Urkunde zur Aushändigung bei der bisherigen Dienststelle bereit liegen und ihnen oder auf ihren Antrag einem Angehörigen ausgehändigt werden. Übernahme von öffentlichen Angestellten in Dienststellen der Partei. Entsprechend der Anordnung des Reichsfinanzministers, daß die öffentlichen Dienststellen Gefolgschaftsmitglieder, die vorher bei einer Dienststelle der RSDAP oder ihrer Gliederungen beschäftigt waren, nur im Einvernehmen mit dieser Dienststelle einstellen können, hat nun auch der Reichsschatzmeister der RSDAP angeordnet, daß Angestellte, die vorher bei einer Dienststelle im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, gleichfalls nur im Einvernehmen mit ihrer bisherigen Dienststelle in eine Dienststelle der Partei eingestellt werden können. pelft mit am Werk der peldenehrung. Das Tätigkeitsfeld des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge hat durch den Polenfeldzug eine Erweiterung erfahren und damit steigerten sich auch seine Aufgaben. Viele Gräber deutscher Helden in fremder und des deutschen Ostlandes Erde harren der symbolhaften und schmuckvollen Ausgestaltung. Den Gliederungen des Bundes ist mehr denn je das Ziel gesetzt:„Für jeden Gefallenen unseres Volkes soll ein Lebender in unseren Reihen stehen, um am Werke der Heldenehrung mitzuwirken!" SA=Männer helfen überall. Bereitschaft und Pflichterfüllung sind von jeher oberster Grundsatz für die gesamte Arbeit der SA=Männer der Partei gewesen. Dieses haben die Männer der Partei in der Kampfzeit tausendfach bewiesen durch ihre Blutopfer und durch ihre Opfer materieller Art. Aber auch nach der Kampfzeit sind die SA=Männer der Partei diesem Grundsatz unbeirrbar treu geblieben. Überall dort, wo ihre Tatbereitschaft und Hilfe notwendig war, da haben die Männer der Partei ihre Pflicht vorbildlich erfüllt. SA=Mann der Partei sein, heißt Kämpfer sein! Auch die Stallfenster verdunkeln! In dieser Jahreszeit werden im bäuerlichen Betrieb mehr und mehr Stallarbeiten bei Beleuchtung vorgenommen. Es wird daher darauf hingewiesen, daß auch die Stallfenster zu verdunkeln sind, und zwar so, daß kein Lichtschein nach außen fällt. Auf der anderen Seite muß der Stall natürlich ausreichend beleuchtet sein. Keinesfalls soll man etwa die Beleuchtungsquelle selbst verdunkeln, so daß man bei der Arbeit nicht genug sieht oder gar Unglücksfälle entstehen. Die Verdunkelungseinrichtung bringt man vielmehr am Stallfenster an, jedoch so, daß tagsüber auch Licht und Luft Zutritt haben. Billige Sonderzüge der Reichsbahn In diesem Jahre wird der Reiseverkehr an den Tagen vor Weihnachten und über die Festtage einen ungewöhnlich großen Umfang annehmen. Zahlreiche Wehrmachtsangehörige und berufstätige Volksgenossen werden die Weihnachts- oder Neujahrsfeiertage bei ihren nächsten Angehörigen verbringen, so daß auf den Hauptverkehrsstrecken der Deutschen Reichsbahn in dieser Zeit mit außergewöhnlich starkem Verkehr gerechnet werden muß. Die Deutsche Reichsbahn ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht in der Lage, Vor= und Nachzüge in großer Zahl verkehren zu lassen. Für den allgemeinen Eisenbahnreiseverkehr ist daher mit betrachtlichen Unbequemlichkeiten, überfüllten Zügen und erheblichem Gedränge an Schaltern und auf Bahnsteigen zu rechnen. Es wird daher empfohlen, alle nicht dringend notwendigen Reisen bis nach Neujahr zu verschieben, insbesondere Besuchs= und Vergnügungsreisen während der Weihnachtszeit nach Möglichkeit zu unterlassen. Zur Entlastung des Verkehrs in den fahrplanmäßigen Zügen wird die Deutsche Reichsbahn folgende Maßnahme treffen: Um solchen Reisenden, die infolge ihrer Beschäftigung nicht an eine Reise in der Spitzenverkehrszeit gebunden sind, eine besonders günstige Fahrgelegenheit zu bieten, werden am 16., 17. und 21. Dezember 1939 in einigen Fernverbindungen Sonderzüge 3. Klasse mit 50prozentiger Fahrpreisermäßigung eingelegt, die nur mit Sonderzugfahrkarten benutzt werden dürfen und in denen jedem Reisenden ein Sitzplatz gewährleistet ist. Die Sonderzugfahrkarten müssen bei den Fahrkartenausgaben rechtzeitig vorher bestellt werden. In Anschluß(Anfahrt im Ausgangsgebiet des Sonderzuges und Auslauf in seinem Zielgebiet) müssen normale Züge mit den üblichen Fahrtausweisen benutzt werden. Während die Hinfahrt nur in den Sonderzügen möglich ist, gelten die Sonderzugfahrkarten für die Rückreise vom 27. Dezember bis — Vor einem gewaltigen Reiseverkehr 8. Januar einschließlich auch für Personenzüge. Die Benutzung von D- und Eilzügen ist auf der Rückfahrt gegen Zahlung der vollen Zuschläge gestattet. Wegen der übrigen Tarifbestimmungen, der Geltungsdauer der Sonderzugfahrkarten, der Fahrpläne usw. wird auf die Aushänge in den Bahnhöfen und auf die Auskünfte bei den Auskunftsschaltern verwiesen. . Die Pressekästen der NSDAP. In allen Ortsgruppen und Orten unseres Gaues sind nunmehr die Pressekästen der Partei angebracht. Diese Pressekästen sollen allen Volksgenossen dienen. Sie bringen wichtige Meldungen aus der Arbeit der Partei über Veranstaltungen und sonstiges. Sie geben aber auch Ausdruck über diese und jene gerade heute so entscheidende Frage. Es kann nicht alles in den Zeitungen stehen und darum ist diese neue Einrichtung der Partei in unserem Gau so außerordentlich wichtig. Achtung, Tierschutz! Mit dem Absinken der Temperatur ist an entsprechende Eisen und Stollen für Zugtiere zu denken. Bei längerem Aufenthalt im Freien sind die Pferde abzudecken. Auch HofKettenhunde brauchen jetzt ein wärmeres Lager. Die Ställe der Haustiere sind vor Zugluft zu schützen. Kennst du deinen Blockleiter? Weißt du, daß in deiner Ortsgruppe zunächst der Block= bzw. Zellenleiter in seinem Gebiet für alle Dinge zuständig ist, die du allein nicht mehr meistern kannst und wo du glaubst, die Hilfe der Partei in Anspruch nehmen zu müssen. Die Partei hilft dir immer und gern. Aber wende dich doch bitte zuerst an deinen Block= und Zellenleiter. Und wenn er dir nicht helfen kann, wird er dich an die Ortsgruppe verweisen. Der Block= und Zellenleiter ist für dich da und er steht dir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Reues aus dem Anns Wesihesen Sitzung der Gemeinderäte Holzen. Am 4. Dezember findet eine Sitzung der Gemeinderäte der Gemeinde Holzen statt. Auf der Tagesordnung stehen als wichtigste Punkte die Beratung der Haushaltsrechnung der Gemeinde des Rechnungsjahres 1938, die Beratung der Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1939, die Neuwahl des Schiedsmannes und des Schiedsmannstellvertreters, ein Antrag betreffend das Kriegerehrenmal und ein Antrag auf Verkauf eines früheren Schulgedäudes. Löschwasserstellen müssen in Ordnung sein Holzen. Eine Besichtigung der Löschwasserstellen im hiesigen Bezirk hat ergeben, daß diese an vielen Stellen nicht in Ordnung sind. Bei einigen Bauernhöfen waren die Feuerteiche stark verschlammt. Wo Bäche als Löschwasserstellen dienen, muß ebenfalls für Reinhaltung und genügende Staueinrichtungen gesorgt werden. Eine Nachschau soll in kurzer Zeit stattfinden. Um polizeiliche Anordnungen zu vermeiden, wird erwartet, daß die Mängel unverzüglich beseitigt werden. Radfahrer von Lastauto angefahren Westhofen. Morgens gegen 6.30 Uhr wurde der 50jährige Jul. B. aus Garenfeld auf der Provinzialstraße unterhalb des Ehrenmals von einem ihn überholenden Lastkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Der Radfahrer soll vorschriftsmäßig auf der äußersten rechten Fahrseite gefahren sein. Er erlitt mehrere Verletzungen an der linken Körperseite und an der Nase und wird längere Zeit arbeitsunfähig sein. Der Führer des Lastwagens stoppte den Wagen nach dem Unfall ab; dann gab er Vollgas und uhr ichnell davon, ohne sich um den Verletzten zu imern. Zwei Personen hatten den Unfall gesehen, von denen eine sofort dem Lastkraftwagen nachtuhr Gegen den und die Erkennungsnummer feststellte. Fahrer wurde Anzeige erstattet. Wer möchte ein Pflichtjahrmädel? Westhofen. Jede Hausfrau, die ein junges Mädel in ihrem Haushalt aufnimmt und es mit den Aufgaben und Pflichten einer Hausfrau vertraut macht, hilft dadurch mit an dem großen Erziehungswerk an unserer deutschen Jugend. Zu Ostern 1940 steht wieder ein neuer Jahrgang Pflichtjahrmädel bereit, den kinderreichen Müttern und Bäuerinnen zu helfen. Diejenigen Hausfrauen, die beabsichtigen, ein Pflichtjahrmädel einzustellen, müssen sich bis spätestens zum 31. Dezember 1939 bei Frau Toni Lohmann in Westhofen, Bahnhofstraße, melden. Reichsverbilligungsscheine können noch ausgegeben werden Westhofen. Da noch Reichsverbilligungsscheine III für den Amtsbezirk Westhofen verfügbar sind, können auch Schwer= und Schwerstarbeiter, die keinen Anspruch auf die Reichsverbilligungsscheine 1 und II (früher Fettverbilligungsscheine und Bezugscheine für Konsummargarine) haben, diese im Amtshause, Zimmer 5, während der Vormittagsdienststunden in Empfang nehmen. Es müssen dabei die für die Zeit vom 20. November bis 17. Dezember 1939 gültigen Zusatzscheine für Schwer= und Schwerstarbeiter vorgelegt werden. Versammlung der RSDAP. Lichtendorf. Am Sonntag, 3. Dezember, findet um 19 Uhr bei Wiemhoff in Lichtendorf eine öffentliche Versammlung der RSDAP. statt, in der Kreisredner Bühner spricht. Alle Volksgenossen sind dazu herzlich eingeladen. Das Erscheinen der Parteigenossen und=Anwärter ist Pflicht. Stunden der Sammlung Gemeinschaftsabende— keine Kaffeekränzchen! In einer Zeit, wie wir sie augenblicklich durchleben, hat man als Frau oft das Bedürfnis, sich mit anderen Schicksalsgefährtinnen auszusprechen und einmal in größerer Gemeinschaft Stunden der Sammlung und Ausrichtung auf den Alltag zu verleben.„„ 56 A, G. Es gibt auch Besprechungen über die art und Weise, wie man Hilfe leisten kann, die an sämtlichen Stellen, wo sie notwendig wird, tatkräftig einsetzen soll. Frauen, die schon lange in der Arbeit der RSFrauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes stehen, wissen, was alles geleistet werden muß, um jedem Volksgenossen, der in Not ist, zu helfen. Hin und wieder hört man jedoch noch Einwendungen unerfahrener Frauen, die glauben, daß Gemeinschaftsabende oder sonstige Versammlungen überflüssig seien. Das ist natürlich ein großer Irrtum. Ein Teil der Männer fühlt sich ebenfalls berechtigt anzunehmen, daß es sich um Zusammenkünfte handele, in denen erzählt, getratscht und wertvolle Zeit vergeudet wird. Hierzu wollen wir einmal ganz klar und eindeutig Stellung nehmen. Gemeinschaftsabende oder Versammlungen, Besprechungen, Nachmittage, an denen für Volksgenossen genäht, geflickt, eingekocht und gekocht wird, sind keine Kaffeekränzchen. So etwas hat es niemals in unserer Organisation gegeben und wird auch in Zukunft in unseren Reihen nicht zu finden sein. In den Kriegsmonaten setzte schlagartig die Inangriffnahme plötzlich auftretender Aufgaben ein, die nicht nur von wenigen Frauen bewaltigt werden konnte, sondern den ganzen Einsatz sämtlicher zur Verfügung stehenden Kräfte forderte. So versieht heute die deutsche Frau nicht nur mit Ruhe und Sicherheit ihren Haushalt, sie hat darüber hinaus noch die Pflicht, in jeder freien Minute den Platz auszufüllen, auf den sie die RS=Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk stellen. Es ist nicht immer leicht, wenn man müde und abgeschafft von den Tagesanforderungen endlich fertig wird, noch weitere Arbeiten auf sich zu nehmen und unermüdlich für andere Menschen zu sorgen und zu schaffen. Männer, wenn sich die Frauen hilfsbereit zur Verfügung stellen, dann freut euch darüber, daß ihr so tapfere Lebensgefährtinnen habt, und wenn ihr nicht wißt, was die RS=Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk leisten, dann urteilt nicht in Unkenntnis über Dinge, die euch fremd sind. Wollt ihr sie aber kennenlernen, dann laßt euch von den Frauen erzählen, was sie arbeiten, und gewinnt Einblick in das umfangreiche Gebiet. Lustwaffe- im Spielfim erlebt Zur Aufführung des Filmes„O III 88“ in Schwerte Die Luftwaffe im Film!— Darüber gibt es schon einiges, und zwar vor allem Darstellungen aus verteufelt ernsten Situationen. Wir brauchen nur an die Filme aus dem Krieg in Spanien zu denken. Sie vermitteln eine ungefähre Ahnung davon, welche Stellung die Luftwaffe im modernen Heer einnimmt. Aber es gab noch keinen Spielfilm, der diesen Truppenteil wirklich lebendig und umfassend als ein Stück zeitgemäßen Soldatenlebens darstellt. Also gewissermaßen eine Handlung aus dem Alltag des Fliegers. Ein Thema dieser Art zu entwickeln, erscheint nicht leicht; denn der Film soll ja spannende Handlung mit einer sachlichen Veranschaulichung des Daseins der Luftwaffensoldaten verknüpfen. In der Reihe kommender Schöpfungen der Tobis wird ein Thema angekündigt, das diesen Aufgaben gerecht wird. Unter dem Titel„O III 88“ meldet sich (mit Christian Kayßler, Otto Wernicke, Braun und Heinz Welzel in führenden Rollen) ein vielversprechender Film aus dem Fliegerleben an. Die Handlung spielt im Fliegerhorst, und die Mitwirkenden— abgesehen von einigen Nebenrollen— rekrutieren sich sämtlich aus seiner Besatzung. Die Männer einer Kampfstaffel, ihr Dasein in ernsten und heiteren Stunden, geben den Rahmen zu einem tragischen Spiel. Wohltuend vermieden wird das alte bekannte und abgegriffene Motto:„Soldatenleben, ei, das heißt lustig sein...“ Der Begriff der soldatischen Disziplin— das ist der Kernpunkt des Films. Drill und Kommiß erscheinen nebensächlich. Der Hauptwert wird auf die fesselnde Darstellung der Verantwortung gelegt, die der Dienst den jungen Fliegern auferlegt. Daneben arbeitet das Drehbuch in außerst ansprechender Weise die Sorge der Vorgesetzten um ihre Untergebenen heraus. Kameradschaft bedeutet hier nichts ohne die Disziplin als erste soldatische Tugend. Jeder einzelne ist verantwortlich für die teure Waffe, die ihm anvertraut ist, und vor allen Dingen für das Leben der Kameraden, die zu seiner Waffeneinheit gehören. Das wird mit packender Klarheit bewiesen, und die Tragik der Handlung klingt aus in dem Opfertod des Kameraden, der sein Leben einsetzt, um das der anderen zu retten. Der Film entstand unter Mithilfe der Luftwaffe. Eine sichere Gewähr dafür, daß kein Kitsch in die lange Reihe der Szenenbilder sich einschleicht. In großzügiger Weise gestatten sie weitgehende Einblicke in den technischen Betrieb dieses Wehrmachtteils. Die Handlung verlangt den Einsatz einer ganzen Menge verschiedenartiger, zur Zeit gebräuchlicher Flugzeuge. Dabei muß es als besonders wertvoll erscheinen, wenn der Besucher dieses Films dann alles Wesentliche erfährt, ohne mit irgendwelcher Fachsimpelei gequält zu werden. Man wußte hier die glückliche Lösung zu finden, gerade die Darstellung technischer Vorgänge zu den spannendsten Momenten zu gestalten. Sie steigern das Spiel wirkungsvoll und zeigen ohne billige Sensationshascherei die vielfachen Situationen, in denen sich der Flieger mit seiner ganzen Person einsetzen muß. Doch der Mensch steht über allem Material. Es kommt auf den Geist an, der die Maschinen regiert. Diese Tatsache wird in eindeutiger Weise erläutert durch die Ordnung, die das Leben im Fliegerhorst beherrscht. Der Pilot ist angewiesen auf den Beobachter und Funker in seinem Flugzeug, und beide müssen sich auf die sorgsam ausgerichtete Zusammenarbeit mit den Monteuren und des Bodenpersonals verlassen. So entsteht das Gefüge einer treuen aufeinander verschworenen Gemeinschaft von den jüngsten Rekruten bis hinauf zum Kommandeur. Sie erweist sich hier als der Garant für große Leistungen, wie sie allein jenes Gebot zum Klingen bringt, den Kameraden zu retten, auch wenn es das eigene Leben kostet. ZLo oro Sorrozr Zos Snrzse Roman um Mode und Liebe Copyright by Prometheus-Verlag von Hans K. Meixner Dr. Sichacker, Gröbenzeil b. München Kmn 8 Beter machte einen Umweg, er ging durch die Rosenheimer Straße und schaute zu einem Haus hinauf, und da oben brannte noch Licht. Aber nicht seine Rita war noch wach, sondern Ellen saß unter der Lampe, hatte ein Buch vor sich liegen und las doch nicht. Sie hatte ihrer Freundin zugehört, die strahlend von ihrem Nachmittag erzählte, und auf die Frage, wie sie sich selber unterhalten habe, keine Antwort gegeben. Niemand sollte von ihrer Enttäuschung wissen. Um die gleiche Zeit hatte Herr Popp mit Frau Alice seine Aussprache. „Ich bin mit Fräulein Reger in Regensburg nicht absichtlich zusammengetroffen, obwohl dies nichts Böses gewesen wäre. Ich gestehe offen, daß ich diese Dame sehr bald fragen werde, ob sie mit mir durchs Leben gehen will.“ Das war eine knappe und sachliche Darstellung der tatsächlichen Lage. Aber Frau Kralik war zusammengezuckt. Sie hatte erwartet, vielleicht etwas von einem Verhältnis zu erfahren, daß aber Herr Popp, der keine Liaison kannte, auf einmal so heiratstoll sein könne, das kam wahrhaft überraschend. „Ich gratuliere der Dame!“ bemerkte sie kurz. „Und mir doch auch?“ fragte Herr Popp. „Falls sie mich will.“ „Ha“, lachte Frau Alice,„die und nicht wollen! Die ist viel zu berechnend, als daß sie nein sagen könnte!“ „Ich denke über den Charakter dieser Dame allerdings anders“, bemerkte er.„Im übrigen brechen wir diese Unterhaltung ab. Sie kennen meine Absicht, und das genügt. Was ich aber erklären will, ist folgendes: Sollte Fräulein Ellen meinen Antrag annehmen, dann habe ich nicht die Absicht, sie im Geschäft zu lassen. Meine zweite Frau hat dies nicht nötig. Ich würde es dann verkaufen. Selbstverständlich wäre alles das, was mit persönlichen Erinnerungen verknüpft ist, vom Verkaufe ausgeschlossen.“ Frau Kralik sah gespannt auf Herrn Popp. Ein tiefer Schreck fuhr ihr durchs Herz. Natürlich, jetzt wurde sie aufs Pflaster geworfen! Wegen dieser Person! „Und was soll mit mir sein?" stieß sie erregt hervor. Herr Popp schwieg kurz. Er lauschte der Musik und pfiff ein paar Takte mit, dann lächelte er. „Ihre Befürchtungen, Madame, sind gänzlich unbegründet. Ich sehe es als eine Art Pflicht an, Ihnen das Vorkaufsrecht des Geschäftes anzubieten. Was sagen Sie dazu?“ Auch diese Erklärung kam Frau Alice überraschend. Wieder sah sie lauernd zu ihm hin. Womit sollte sie kaufen, woher die Mittel nehmen? Welchen Preis verlangte er? Mit Geld konnte sie doch nicht zahlen, das mußte er wissen. „Ich bin Ihnen sehr dankbar“, meinte sie, „aber Ihr Vorschlag ist doch nur eine Formsache. Sie wissen, daß ich nicht kaufen kann.“ Aber Herr Popp blieb ruhig. „Ich werde Ihnen die leichtesten Bedingungen stellen, Frau Alice. Ich lasse das Kapital liegen. Ich bescheide mich mit einem geringen Zins. Sollten Sie jedoch heiraten oder sich von der Leitung zurückziehen, dann fällt das Geschäft an meine Frau zurück.“ Frau Kralik dachte fieberhaft nach. Das Angebot war verlockend. Die Nebenbuhlerin schied aus, sie selbst war dann Alleinherrscherin. Auch die Kontrolle des Herrn Popp fiel dann weg. Aber eines störte: sie wurde schon wieder an diese Reger gebunden! Ihre ganze Arbeit ging doch nur wieder auf den Nutzen dieser Person hinaus. Aber Frau Alice gab diesen Gedanken keinen Ausdruck. Sie wollte lieber weiter hören. Und Herr Popp fuhr bereits fort:„Wir werden in den nächsten Tagen die Bücher prüfen und dann die Anteile übertragen. Und darauf trinken wir jetzt ein Glas Sekt auf das Wohl aller beteiligten Personen!“ Frau Alice trank hastig, ihre Stimmung hellte sich auf, die Zukunft schien wieder verlockend. Man würde ja genug auf die Seite bringen können. Ein Traum war nun freilich zu Ende, aber ihren Lebenswandel konnte sie dann ganz nach ihrem Belieben einrichten. Nach einer halben Stunde glühte ihr Gesicht. „Herr Popp, wir haben einige Male unsern Abend damit beschlossen, daß ich bei Ihnen noch ein wenig Musik machte. Wollen wir es heute zum letzten Male nicht auch so halten?" Ihm gefiel diese Anregung keineswegs. „Ich meine“, sagte er daher,„wir unterlassen das!“ Doch nun bat sie:„Herr Popp, fürchten Sie um Ihren guten Ruf?“ Das reizte ihn, er setzte nur Gutes von den Menschen voraus. Er dachte an Ellen: wenn diese ihn für fähig hielt, sich unkorrekt zu benehmen, dann wäre sie ja auch seines Vertrauens nicht würdig. So sagte er jetzt:„Gut, auf eine halbe Stunde!" Frau Aliee stürzte noch ein Glas Sekt hinunter. Herr Popp fuhr sie durch das Stadtinnere, im Süden überquerte er die beiden Bahngleise vor seiner Villa, die mit dem großen Garten im Mondenschein dalag. Der Hund kläffte freudig auf, rannte an das Gittertor und sprang winselnd in die Höhe. Herr Popp half Alice aus dem Wagen. Als er ihr den Arm reichen wollte, blieb sie stehen. Sie schlang die Arme um ihn und flüsterte:„Schandor! Küsse mich!" Ernüchtert trat Popp einen Schritt zurück. „Madame hat zu Bett zu gehen“, sagte er hart,„um ihren Rausch auszuschlafen. Bitte!" Er wies auf den Wagen. Der Hund bellte auf. Er zwängte seinen Kopf durch das Gitter und sah, wie sein Herr wieder einstieg und der Stadt zufuhr. Und als das rote Licht des Wagens um die Waldecke herum verschwand, schlich er langsam wieder die Treppe vor dem Hause hinauf, ließ sich seufzend nieder und legte seinen Kopf auf die Vorderpfoten. * Am nächsten Morgen hatte Madame Kralik Migräne und moralischen Katzenjammer. Sie hatte Herrn Popp überrumpeln wollen, und das war klaglich mißglückt. So fühlte sie sich besonders elend bei dem Gedanken, daß„Schandor“ jetzt zu einer andern von Liebe spräche. Sie hatte eine abgeschlossene Teilwohnung im Stockwerk über dem Salon. Wenn sie den Klingelton der Ladentür vernahm. zuckte sie zusammen, heute mochte sie überhaupt von nichts wissen. Herr Popp war gegen elf Uhr gekommen. Wie es seine Art war, hatte er nach Frau Alice gefragt und sein Bedauern ausgesprochen, daß sie sich unpäßlich fühle. Er hatte dann Fräulein Reger in das Büro bitten lassen und erschrak bei ihrem Anblick, sie sah wie übernächtig aus! War auch sie leidend? Aber da er es sich nun einmal vorgenommen hatte, mit ihr zu sprechen, so hielt er an der Durchführung dieses Entschlusses fest. „Liebes Fräulein Reger“, sagte er,„Sie sehen heute nocht so froh aus wie sonst. Sie haben wohl Kopfschmerzen, und es dürfte Ihnen gut tun, etwas an die Luft zu kommen. Wenn Sie es mir gestatten, will ich Sie ein wenig begleiten.“ Ellen kannte Herrn Popp als guten Menschen, der, so oft er konnte, helfend eingriff. Trotzdem verstand sie nicht, was er heute von ihr wollte. Hatte es etwas mit Frau Alice gegeben? „Wir können die paar Schritte auf den Promenadenplatz hinübergehen und uns ein Weilchen auf eine Bank setzen“, riet nun Herr Popp. Als beide durch den Verkaufssalon schritten, sahen die zwei Damen dem Paar verwundert nach. Was war da los? Ellen saß mit Herrn Popp auf dem Promenadenplatz. Ueber ihnen hatte der Mai schon die Blätter aus den Zweigen hervorgelockt, es war sonnig, aber nur lind. Wie gut und jung er heute aussieht, dachte sich Ellen. Und nun begann er:„Liebes Fräulein Ellen, ich weiß natürlich, wie alt Sie sind, und habe mich auch sonst über Sie erkundigt. Sie haben seit langer Zeit einen guten Eindruck auf mich gemacht, einen sehr guten, so daß ich Sie verehre. In meinem Alter wirft man nicht mehr mit starken Uebertreibungen um sich, aber ich möchte versichern dürfen, daß ich Sie liebe.“ Ellen sah ihn erschreckt an. Aber sie fand kein Wort der Zurückweisung. Sie mußte ihn sprechen lassen, denn seine Worte waren ehrlich. „Es sollte mich glücklich machen, Ihr Leben in meine Hut zu nehmen. Nach menschlicher Voraussicht kann ich Ihnen die kleinen Sorgen des Alltags abnehmen und vielleicht etwas mehr: Ihnen manches Schöne bieten. Allerdings müßten Sie es dulden, daß ich mich daran beteilige. Ich glaube, Sie verstehen, daß ich mit diesen Worten um Ihre Hand bitte. Und ich hoffe, daß Sie mir bald Ihre Antwort sagen können.“ Und nun schwieg er. Wie Ellen, so achtete auch er nicht des Verkehrs, der an ihnen rasselnd und hupend und bremsend vorüberzog. Mitten unter diesem Getriebe waren sie doch ganz allein, sie hatte ihren Kopf in die Hände gestützt. Sie dachte nicht daran, daß der Mann an ihrer Seite ihr ein Leben der Sicherheit und wohl auch der Zartheit bot, daß sie in große Verhältnisse kommen konnte, daß ihr die Tür aufgetan wurde zur Welt im größeren Stile. Sie grübelte nur, wie sie es vermeiden könnte, ihm weh zu tun. Denn weniger als seine Worte hatte sein Blick gebeten:„Sag' ja!“ Und er hatte Geduld. Er verschränkte die Arme und harrte auf das Urteil. Da aber Ellen sich nicht regte, fragte er leise: „Wollen wir nun wieder gehen?“ Er berührte ganz leicht ihre Hand. Und nun sah sie wieder auf. Ihre Augen glänzten feucht. Herr Popp fragte:„Sie lieben?“ Und sie nickte wortlos. Dann rief sie verzweifelt:„Und ich weiß nicht, wen!" Und nun gingen beide Schritt für Schritt zurück. „Fräulein Reger“, sagte er,„ich werde jetzt eine Reise machen. Nicht geschäftlich, sondern, sagen wir, zur Erholung. Ich werde eine Woche durch die Wälder meiner Heimat wandern und dann, wenn es auch noch früh ist, nach dem Norden fahren. Ein wenig nach Finnland. Dort werde ich in den weißen Nächten an einem See sitzen und meine augenblickliche Sentimentalität los werden. Und Sie werden inzwischen Ihren Weg gehen, und. wenn Sie besondere Wünsche haben und wenn es in meiner Macht liegt, sie zu erfüllen, dann schreiben Sie mir ein paar Zeilen... ich werde Ihnen mitteilen, wie ich zu erreichen bin... und dann vergessen Sie, bitte, diese Minuten, wie ich bestrebt bin, sie in Erinnerung zu behalten.“ Die beiden Damen vom Kundendienst sahen Herrn Popp mit Ellen wieder eintreten, hörten sein„Auf Wiedersehen!" und taten nicht erstaunt, als er sich über ihre Hand beugte. Aber dann tuschelten sie doch miteinander; mit der Reger müsse man sich gut stellen, denn „Schandor“ habe noch nie eine Dame so ausgezeichnet. Wenn sie„Schandor“ sagten, so war dies keine Mißachtung, sondern eben nur der bekannte Spitzname eines anständigen Chefs. Schon am Abend reiste Herr Popp ab, wie man erfuhr. Für Frau Alice hatte er ein paar Zeilen zurückgelassen: daß es vielleicht Herbst würde, bis er zurückkäme, und daß man erst dann über das und jenes sprechen könne. Auch für Ellen war eine Nachricht da; hätte sie das Verlangen. ihm etwas zu sagen, dann möge sie Briefe an seine Haushälterin senden; sie würden ihm dann zuverlässig zugeleitet werden. Als sich Ellen wieder an die Arbeit machte, schlich sich Rita zu ihr hin. Man weiß schon alles“, flüsterte sie,„Herr Popp hat dir eine Liebeserklärung gemacht.“ Und da Ellen nichts erwiderte, flüsterte sie weiter:„Nun verstehe ich, weshalb du die letzten Tage so versonnen bist.“ Ellen sah ihr starr in die Augen.„Ja“, gab sie zu,„aber sag' es niemandem, das ist vorbei.“ Jetzt sah Rita sie verständnislos an.„Du hast ihn abgewiesen?“ fragte sie fast atemlos. „Ich mußte wohl!“ Wolfgang war an diesem Tage nach seinem Dienst in die Ohmstraße gegangen. Er saß ein Weilchen in der Diele, biß Miß Skuffley erschien. Sie trug eine Brille mit grünen Gläsern, und man konnte ihren Blick nicht erkennen. „How are hou, Gäng?“ fragte sie. Das klang ganz unschuldig, aber Wolfgang war nicht aufgelegt zu scherzen. „Miß Skuffley“, sagte er,„haben Sie mich gestern absichtlich über die Zeit getäuscht?“ Miß Edith Skuffley gab sich ganz unbefangen. Sie nahm die Brille ab; und da nun Wolfgang das unbewaffnete Auge gewahrte. hatte er einen neuen Eindruck. Das waren gute graue Augen, die ihn anblickten. „Des. I did so“, war ihre kurze Antwort. „Sie hatten eine Treff mit ein Herr oder mit ein Dame. Mir einerlei! Ich wollte das nicht! Wenn ich Sie, wie sagt man nur, bevorzuge, so haben Sie als Gentleman die Pflicht, mir Ihre Zeit zu schenken. Ich war sehr angry gestern nachmittag.“ Auch Wolfgang konnte das begreifen; auch er war gestern nachmittag nicht der besten Laune gewesen, aber er konnte hier jetzt nicht die Geheimnisse seines Herzens ausschütten. Es hatte überhaupt keinen Zweck, seine eigene Schuld auf jemand anderen abzuschieben; diese junge Dame aus Südafrika hatte ihm nichts Böses antun wollen, sie hatte nur ihr Recht verteidigt. Er konnte daher nur fragen:„Miß Edith, und wenn ich nun gestern durch die Verspätung ein— eine Chance eingebüßt hätte?" Miß Skuffley dachte einen Augenblick über den Sinn dieser Worte nach. Dann sagte sie: „Ich werde Daddy bitten, Ihnen eine neue zu geben. Vater hat Verständnis und erfüllt alle meine Wünsche." Und dann fügte sie nach einer kurzen Pause noch hinzu:„Gänggie, Sie sind sehr schwerfällig.“ Die beiden kannten einander seit wenigen Tagen, eigentlich erst seit kurzen Stunden. Wiekam Edith dazu, ihn schwerfällig zu nennen? Er dachte darüber nach und fand, daß dieses Urteil nicht so ganz unrichtig sei. Nicht nur im Falle Ellen, sondern im allgemeinen war er schweren Blutes. Er wollte doch immer alles ganz gründlich durchdenken und blieb daran hängen. Er war nicht wendig genug; er trieb in der einmal eingeschlagenen Bahn weiter; er übersah die Weichen, die über ein anderes Gleis bis zu einem neuen Ziele wiesen. Er saß da und wartete, bis man ihn an eine Stelle berief; er suchte nicht selber, er unternahm wirklich nichts: Miß Skuffley konnte also doch recht haben. „Sie sitzen da, ganz groggy“, bemerkte diese. „Sie sollten anders werden, Gäng; go and make money!“ Wolfgang mußte schwach lächeln. Er sollte gehen und Geld machen! Ausgerechnet er! Und wieder griff Edith in seine Gedanken hinein. „Sie sind ein Mann, der viel weiß und sonst elever ist, ich meine geschicklich, der muß duch seine Lage ändern können. Wissen Sie was, schreiben Sie! Sie können interessant erzählen; erzählen Sie es vielen, dann wird man dafür bezahlen.“ „Soll ich etwa Romane schreiben?“ fragte Wolfgang. Dieser Gedanke kam ihm ungeheuerlich vor. „Weshalb nicht". antwortete Edith,„obwohl ich nicht glaube, Sie werden damit haben viel Glück. Aber schreiben Sie über Chemie, schreiben Sie englisch; ich werde Ihnen helfen. Daddy hat Verbindungen mit Verlagen; man wird uns publizieren.“ Sie hatte das alles sehr lieb gesagt und. wie es Wolfgang schien, hatte dieser Vorschlag auch einen wirklichen Sinn. Nur die Fortsetzung dieser Unterhaltung gefiel ihm weniger, denn Miß Skuffley sagte:„Sie werden sich bei uns einen Namen machen; man wird auf Sie aufmerksam werden; man wird Sie einladen, praktisch zu zeigen, was Sie geschrieben haben, man wird Ihnen eine Stellung anbieten— oh. Daddy hat viele und gute Verbindungen, und ich nehme Sie mit!“ Aber Wolfgang wollte weder nach Südafrika gehen und noch weniger mitgenommen werden. Trotzdem hatte er die Ueberzeugung gewonnen, daß diese Dame es gut mit ihm meinte und auch die Absicht hatte, ihren„Daddy“ günstig für ihn zu stimmen. So dankte er denn und meinte, er würde es mit einer Arbeit versuchen und auch die Protektion in Anspruch nehmen; ja, er fand an dieser gemeinsamen Arbeit sogar großen Gefallen, denn sie konnte ihm in ihrer Auswirkung nur willkommen sein; und natürlich dachte er nun wieder an Ellen und an die Zukunft. Edith hatte ihm die Hand geschüttelt, und dazu sagte sie:„Glauben Sie mir nur, Gäng, ich bringe Ihnen Glück!“ * Frau Kralik wußte nur, daß sich Herr Popp wirklich einen Korb geholt habe. Sie hatte das nicht erwartet; ungerechtfertigterweise fühlte sie sich als die Siegerin. Wenn sie sich nun freundlich gab, so mußte dieses Verhalten auch ihre Beziehungen zu Herrn Popp verbessern, die durch den letzten Abschied etwas gelitten hatten. Man wunderte sich im Atelier, daß dieses gute Wetter so lange anhielt; Wochen vergingen, und Frau Alice blieb gleicherweise liebenswürdig. Sie besuchte nun häufiger als früher Konzerte und Theater, sie fuhr eifrig auf den Rennplatz hinaus, weil es eben notwendig war, etwas zu sehen, Ideen zu haben und auch auf diese Art für das Geschäft zu arbeiten. Sie blieb sogar einige Tage weg; Rennen in Baden=Baden mußte sie gesehen haben. Diese Reise war jedoch sicherlich anstrengend gewesen, denn nach ihrer Rückkehr machte sich die alte Nervosität wieder bemerkbar. Und so verging der Sommer. Ellen tat ihre Arbeit; sie fand darin die beste Ablenkung. Aber in den freien Stunden dachte sie an Wolfgang. Rita erfuhr wenig über ihre Sehnsucht, sie war mit ihren eigenen Angelegenheiten zu sehr beschäftigt. Sie hatte sich ernstlich an ihre Aussteuer gemacht; aber sie fand in dieser Arbeit dennoch nicht die richtige Befriedigung. Einmal hatte sie die Nadel sinken lassen und Ellen gefragt:„Glaubst du, daß Peter der richtige Mann für mich ist?“ Ellen war entsetzt.„Aber Rita, wenn du daran zweifelst, dann verstehe ich dich überhaupt nicht mehr." Und nun beteuerte Rita, sie hätte ihren Peter ja sehr gern, sie würde ihn auch heiraten; er sei nur so einfach, so ruhig, so gar nicht aufregend. Sie habe sich das alles etwas romantischer vorgestellt. Wie würde dies ein langes Leben lang aussehen?" Doch Ellen beruhigte sie: es sei nicht das Schlechteste, der Leidenschaft nicht zu sehr die Oberhand einzuräumen. Sie hatte sich ein paarmal hingesetzt, um an Herrn Popp zu schreiben; aber sie fand nicht die rechten Worte. So unterließ sie es. Auf ihren Wegen hielt sie immer Ausschau, aber unter den Hunderttausenden der Stadt war Wolfgang verschwunden. Er ging auch wenig aus; er schrieb und freute sich, daß sich der Erfolg einstellte. Man druckte die erste Arbeit ab und bat um weitere. Gorsepung folet. " ,Aretr ulld Aheinttulr? Eigenes Arbeitsamt betrieben Zwei Jahre Gefängnis Wuppertal. Einen eigenen Arbeitsamtsbetrieb richtete sich der Wuppertaler Hermann D. ein. Anlagekapital war ein Vorschuß, den ihm bei der Suche nach Arbeit eine Firma gewährte, ehe er für sie auch nur eine Hand gerührt hatte. Telephonisch ersuchte er Firmen als angeblicher Arbeitsamtsbeamter, einen Westwallarbeiter, den das Arbeitsamt schicke, einzustellen. Der Mann habe durch Krankheit seine Arbeit am Westwall verloren und sei in Not geraten, er sei aber vertrauenswürdig und man könne ihm getrost einen Vorschuß auf den Arbeitslohn gewähren. Die Papiere würden vom Arbeitsamt nachgeschickt. Kurze Zeit später meldete sich dann D., der auch meist eingestellt wurde und Vorschuß erhielt. Das Gastspiel des D. beschränkte sich bei den Firmen auf diesen Vorschußempfang. Das Wuppertaler Pflaster wurde ihm dann zu gefährlich, und er „bereiste" Duisburg, Soest, Bielefeld. Essen und andere westdeutsche Städte. Später unternahm er ein neues Betrugsmanöver, mit dem er aber nur in einem Falle Glück hatte. Die Strafkammer bezeichnete das Verhalten des D. als skrupellos und verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Durch Starkstrom getötet Oberhausen. Ein 16 Jahre alter Junge aus ter Walsumermarkstraße in Sterkrade wurde in einem Nebenraum der Waschküche der elterlichen Wohnung tot aufgefunden. Wie festgestellt wurde, hatte der Junge an der elektrischen Waschmaschine ein langes, dünnes Kabel befestigt und das andere Ende des Kabels mit einer Fassung zum Einschrauben der Birne versehen. Er hat dann den Stecker in die an der Wand befindliche Steckdose gesteckt, wodurch das Kabel unter Strom stand, außerdem war der Fußboden naß. Als der so tragisch ums Leben Gekommene, auf der Erde liegend, aufgefunden wurde, hatte er noch die Blechfassung des Kabels in der rechten Hand, die vollkomi#en verbrannt war. Die Schuld eines Dritten liegt nach den bisherigen Ermittlungen nicht vor. Tödlich verunglückt Emmerich. In Ausübung seines Dienstes als Aufsichtsbeamter im Emmericher Rangierbahnhof wurde der Reichsbahnobersekretär Franz Krinr von einem einlaufenden Eilzug erfaßt und zu Boden geschleudert. Krink erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, daß der Tod auf der Stelle eingetreten sein muß. Dem Verunglückten war erst vor wenigen Monaten das Trendienstehrenzeichen für 40jährige treue Dienste bei der Reichsbahn verliehen worden. Schüler ertrunken Gummersbach. In Niederseßzmar fiel am Montag ein zehnjähriger Junge in den Beckebach, der bei Niedersetzmar in die Agger fließt. Ehe dem. Jungen Hilfe zuteil werden konnte, wurde er von der Strömung mitgerissen. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Die Bremse versagte 14 Fahrgäste verletzt Trier. Am Mittwoch kam es auf der Bitburger Straße zu einem Verkehrsunglück. Infolge Versagens der Bremsen kam ein Omnibus in rasche Fahrt. In einer Kurve wurde das Fahrzeug aus der Fahrbahn geschleudert und sauste mit starker Wucht gegen eine dicke Pappel, die es zersplitterte. 14 Insassen wurden verletzt. Ein Teil von ihnen mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Frankfurt a. M. Vor der Strafkammer hatten sich der 59jährige in Holland geborene, geschiedene Jude Felix Hartogs und seine 26= jährige arische Braut, eine Schweizer Staatsangehörige, wegen einer Reihe meist versuchter Devisenschiebungen zu verantworten. Die Angeklagten wurden Ende März d. I. im Grenzgebiet am Bodensee bei einer Hotelkontrolle festgenommen, als sie im Begriff waren. Koffer mit Gold= und Silbersachen zu verpacken, die angeblich die Aussteuer der Braut bildeten. Zwei Koffer wurden im Hotel. zwei weitere Koffer an der Gepäckaufbewahrungsstelle des Ortes beschlagnahmt. Später wurden ferner drei Koffer in der Gepäckaufbewahrungsstelle Frankiurt und in einem Irankfurter Hotel. in dem die Angeklagten monatelang wohnten. ein Pelzmantel und 5450 RM beschlagnahmt. Der Inhalt der gesamten Koffer hatte einen Wert von 60000 RM. Außerdem befand sich in den Koffern Bargeld in Höhe von 30000 RM. Nach den von der Zollfahndungsstelle Radolfzell gemeinsam mit der Zollfahndungsstelle Frankfurt betriebenen Ermittlungen hatte Hartogs in dem Frankfurter Hotel seine Zentrate etabliert, von der er aus Reisen ins Ausland unternahm und mit Runipf der Reihenuntersuchung der Münster. Am Mittwochvormittag fand in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Partei, Staat und Wehrmacht im festlich geschmückten Alten Rathaussaal eine Arbeitstagung zur Bekämpfung der Tuberkulose in Westfalen statt, die durch Landeshauptmann Kolbow als Leiter der Arbeitsgemeinschaft eröffnet wurde. Die Bekämpfung dieser Volksseuche könne nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn sich alle beteiligten Stellen zusammenschlössen, um gemeinsam für das große Ziel, der Lebenskraft des Volkes eine lange und starke Zukunft zu sichern, einzutreten. Der stellvertretende Reichsgesundheitsführer Hauptamtsleiter Dr. Blome(Berlin) gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Westfalen diese große Aufgabe auch während des Krieges nicht vernachlässige. Er wies darauf hin, daß die Schirmbildphotographie uns in der Tuberkulosebekämpfung vor völlig neue Möglichkeiten gestellt habe, da sie eine schnelle Reihenuntersuchung ermögliche. In Zusammenarbeit mit den Gauleitungen von Westfalen=Nord und =Süd soll nun die ganze westfälische Bevölkerung untersucht werden, was etwa zwei Jahre dauern werde. An alle Westfalen richtete Dr. Blome den Appell, sich in den Dienst dieser Arbeit zu stellen, die ganz besonders jetzt außerordentlich wichtig sei, da ja die Volksgesundheit das Fundament jedes Sieges sei.— Reichsamtsleiter Dr. Walter vom Hauptamt für Volksgesundheit gab einen Ueberblick über den Einfluß der Tuberkulose auf die Volksgesundheit. Der großen Herabsetzung der Säuglingssterblichkeit in Deutschland müsse jetzt auch unbedingt eine starke Herabsetzung der Tuberkulosefälle folgen. Es komme weniger auf das Heilen schon bestehender Fälle an, trotzdem auch das mit allen Mitteln versucht werden müsse, sondern darauf, die Ausbreitung der Tuberkulose zu verhindern. Das sei der wichtigste Bestandteil der gesamten Arbeit. Bei den Reihenuntersuchungen drehe es sich nicht nur um die Tuberkulose; erfahrungsgemäß kämen Münster. Der münstersche Forscher Prof. Stieren hielt im Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens einen größeren Lichtbildervortrag, in dem er sich mit dem vorund frühgeschichtlichen Befestigungswesen in Nordwestdeutschland befaßte. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Zeitverhältnisse dürften seine Ausführungen von großem Interesse sein. Denn was sich in der vor= und frühgeschichtlichen Zeit in Nordwestdeutschland an Befestigungsanlagen, an Volksburgen befand. ist in seinem Defensivcharakter als ein früher Vorläufer des modernen gewaltigen Westwalles, als des Schutzes der Reichsgrenzen im Westen, anzusehen. Sie sind als vorgeschichtliche Befestigungen zu betrachten, in die man in Zeiten der Gefahr mit Weib und Kind flüchtete. Man suchte von der Natur möglichst allseitig geschützte Stellen, die mit verhältnismäßig wenig Auswand an Menschen und Kräften zu erstellen waren. In der Landschaft aufragende Kuppen und Berge wurden mit Befestigungen umgeben; Kuppen und Hochplatten konnten leicht in die Verteidigungszone einbezogen werden(z. B. Wittekindsburg Großschirder zahlreichen inländischen Juden in Verhandiungen stand, die auswandern wollten und sich von ihm beraten ließen. Von ihnen wurden ihm auch Geld und Wertsachen von beträchtlichem Wert mit dem Auftrag. sie ins Ausland zu bringen. übergeben. Die Festnahme des Großschieberpaares hatte die Festnahme von 25 mitbeteiligten Juden in Frankfurt und Umgebung zur Folge. Sie wurden im Unterwerfungsverfahren bestraft. Zur Sicherung der Geldstrafen sind insgesamt 300000 RM. beschlagnahmt worden. Das Gericht verurteilte Hartogs wegen sieben vollendeter und 14 versuchter Devisenvergehen. zum Teil mit den Mitbeschuldigten begangen. zu drei Jahren Gefängnis und 7000 RM. Geldstrafe. Seine Geliebte erhielt wegen fünf vollendeter und eines Falles versuchten Devisenvergehens sechs Monate Gefängnis und 1650 RM. Geldstrafe. Von beschlagnahmten Werten wurden 20000 RM. Bargeld ein Scheck über 174 schwedische Kronen. ein Pelzmantel und sämtliche Schmuck= und Silbersachen, darunter: auch die Geschenke, die die Angeklagten von Inden zur Erledigung ihrer Anliegen erhalten hatten, eingezogen. Tavertälose westfälischen Bevölkerung oft eine ganze Reihe von Sonderbefunden hinzu, die wertvolle Aufschlüsse ergeben. Niemand, der als tuberkulös erfaßt werde, dürfe je wieder aus der Beobachtung verschwinden. Stellvertretender Gauleiter Vetter von Westfalen=Süd begrüßte diese neue Aktion und betonte, daß sein Gau mit allen Mitteln bei diesem großen Werke helfen werde. Gauleiter Oberpräsident Dr. Meyer begrüßte als Oberpräsident und Gauleiter dieses verdienstvolle Werk im Dienste der Volksgesundheit. Gerade jetzt im Kriege müsse diese Arbeit gegen die Tuberkulose mit allen Mitteln in Angriff genommen werden, um die Volkskraft zu erhalten und neben der starken äußeren Front auch die Festigkeit der inneren Front zu gewährleisten. Die Ergebnisse in Westfalen würden wertvolle Unterlagen für die Arbeit im ganzen Reiche abgeben, und jeder Westfale werde daher gern und freudig mitmachen. Professor Dr. Holfelder, dem Deutschland dieses neue, sinnreiche und sich mit geringen Kosten abwickelnde Verfahren verdankt. gab darauf ein Bild der in Mecklenburg bei den ersten Reihenuntersuchungen gemachten Erfahrungen. Die Untersuchung wolle und könne nicht in allen Fällen eine endgültige Diagnose stellen, sie bilde nur eine Gesundheitsbestandsaufnahme des Brustraumes, eine Art gesundheitlicher Paßkontrolle. Die bei der Untersuchung gemachten Aufnahmen würden zentral entwickelt, von einem ärztlichen Mitarbeiterstab durchgesehen und nur dann, wenn sich bei Herz und Lunge ein besonderer Befund ergebe, zur weiteren Untersuchung gebracht. Diese geschehe durch einen vom einzelnen Volksgenossen selbst zu bestimmenden Arzt, so daß auch das ärztliche Berufsgeheimnis völlig gewahrt bleibe.— Nach einem Lichtbildervortrag erfolgte die praktische Vorführung des Untersuchungsgerätes, wobei Gauleiter Dr. Meyer und zahlreiche Gäste von sich die ersten Reihenaufnahmen machen ließen. bei Porta). Als Schutzmöglichkeiten wurden auch die natürlichen Wasserverhältnisse ausgenutzt. Als Beispiel dafür dient die Haskenau bei Münster, zwischen Werse und Ems. Man bediente sich auch unwegsamen Geländes; im von Wasserläufen versumpftem Gelände sparrte man eine trockene Stelle aus und nutzte sie zur Anlage. Die Bautechnik war ganz verschieden. Es wurden Steine. Holz. Erde usw. verwandt, Mörtel kam in der vorgeschichtlichen Zeit nicht vor. Meist sind in den Anlagen ein, zwei oder drei Tore vorhanden, die befestigt sind. Vor der eigentlichen Anlage befinden sich Wall und Graben als Sperre. Als die ältesten Befestigungsanlagen im nordwestdeutschen Raum sind eine Anzahl von Wallburgen im Siegerlande festgestellt worden.(Burg Oberau, 13 Kilometer von Siegen, weitere Anlagen im Wittgensteinschen, u. a. Burg von Hesselbach.) Desensive Auseinandersetzung mit dem Imperium Romanum In der Zeitenwende blüht das Befestigungswesen im Westen und Norden Germaniens auf. Es ist die Zeit der Auseinandersetzung mit dem römischen Imperium. Für diese Zeit müssen wir in Westfalen eine starke Besiedelung annehmen. Es wäre sonst undenkbar, daß das Römische Reich Truppen in so starker Zahl aufwendete. So wuchsen aus dem defensiven Widerstand gegen den großen militärischen Machtaufwand der Römer Befestigungsanlagen, wie u. a.„Babylonie“ auf dem Wiehengebirge bei Lübbecke, eine komplizierte Anlage, lang hingestreckt in einer Größe von etwa 50 Morgen, das„Nammer Lager" bei Porta als die größte Anlage, fast 100 Morgen groß. Das hier vorgefundene Scherbenmaterial zeigt deutlich, daß wir es mit einer germanischen Anlage zu tun haben. In diese Zeit gehört auch die Hünenburg bei Bielefeld, mit der einzigartigen Anlage einer Torgasse, die Büsselburg bei Minden, die Grotenburg bei Detmold. die Oldenburg bei Laer=Horstmar. die Altenburg bei Kassel. eine der eindrucksvollsten Anlagen, die zahlreiche Wohnspuren zeigte. Hier wurden auch Werkzeuge in Holz und Instrumente zur Bearbeitung des Lehms gefunden. Bei den Bruchhauser Steinen ragen vier mächtige Porphyr=Blöcke auf; jeder Klotz bedeckt einen Hektar Land. Das gesamte System ist zu einer einzigen großen Festung geworden. mit Plattformen und Aufenthaltsräumen. Nach Professor Stieren, der mit den eingehenden Forschungen dieser Anlage beschäftigt ist, handelt es sich bei den Bruchhauser Steinen wahrscheinlich nicht nur um eine Gaufestung, sondern möglicherweise enthält die Anlage auch das Templum der Tanfana, das Heiligtum der Marser. Die Haltbarkeit der Wäsche! Mehr als zu anderen Zeiten ist es heute notwendig, mit Wäsche und Kleidung schonend umzugeben. Unsachgemäße Behandlung beim Waschen und Plätten sowie Verwendung schar. fer Waschmittel sind meist die Ursachen, wenn die Wäsche mottenfraßähnliche Erscheinungen aufweist und, ohne lange getragen zu sein, ein abgenutztes Aussehen hat. Niemals lasse man die Wäsche zu schmutzig werden, ehe man sie ablegt, da durch das dann notwendig stärkere Reiben beim Waschen ein größerer. Verschleiß unvermeidbar ist. Gewebe aus Zellwolle sollte man nie zu stark reiben, da sie eine so robuste Behandlung wie Leinenwäsche nicht vertragen. Für farbige Stoffe nehme man stets nur lauwarmes Wasser unter Zusatz einer Prise Salz, um ein Bleichen der Farben zu verhüten. Um viel Seife zu ersparen, eignet sich das weiche Regenwasser am besten zum Waschen. Da dies jedoch schwerlich immer zu haben ist und man auf das durch Kalkanreicherung harte Leitungswasser zurückgreifen muß, benötigt man zur Enthärtung des Wassers Bleichsoda, wodurch eine bedenkliche Verringerung des Seifengebrauches eintritt. Sehr empfehlenswert ist das vorherige Einweichen der Wäsche, wobei schon ein Teil des Schmutzes verschwindet, was das nachfolgende Kochen und Waschen erleichtert. Eine große Rolle kommt dem Spülen der Wäsche zu, das so ausgiebig wie möglich vorgenommen werden sollte, damit jede Spur von Seifenwasser beseitigt wird. Ein gutes Seifenpulver kann man sich auch selbst aus Roßkastanien herstellen, die zunächst geschält, dann gerieben, getrocknet und schließlich zu einem möglichst feinen Pulver vermahlen werden. Durch Liegen gelb gewordene Wäscheteile werden wieder weiß, wenn man sie vor dem Waschen in kaltem Wasser einweicht, dem auf je ein Liter Wasser ein Eßlöffel Weingeist beigemischt ist. Was das Plätten angeht, so darf das Eisen für Kragen nicht so heiß sein wie für die große Wäsche. Kunstseidenstoffe werden ebenfalls nicht so heiß und nur auf der linken Seite geplättet, während bei reinseidenen Stoffen das Einsprengen zu unterlassen ist. Um das Einlaufen von Wollsachen zu verhüten, nimmt man zum Waschen lauwarmes Wasser, etwas Salmiakgeist oder Borax beigemischt, ohne Seife zu verwenden. Stockflecken verschwinden nach Eintauchen in Essig; bei älteren Flecken legt man die Stücke in Buttermilch oder betupft sie in hartnäckigen Fällen mit verdünntem Salmiakgeist. Um seidene Taschentücher, Bänder, Spitzen usw. zu bügeln, streicht man sie einfach nach dem Waschen mit der Hand glatt auf eine Glas= oder Marmorplatte, etwa den Waschtisch, ohne Benutzung des Plätteisens. Wer sich mit diesen und ähnlichen Winken, deren jede Hausfrau eine Anzahl weiß, vertraut macht, kann sicher sein, die Lebensdauer seiner Sachen aufs größtmöglichste zu verlängern. Die Forschung steht noch mitten in ihrer Arbeit. Einschließlich der mittelalterlichen Anlagen haben wir in Westfalen rund 200 Befestigungsanlagen aus alter Zeit. Die Entwicklungslinie setzt sich über die sächsischen Anlagen, über die Volksburgen und Soldatenburgen, die Curtes, aus denen sich eine ganze Reihe von Städten, wie Dortmund, entwickelte, bis zu den Rundlingsburgen mit geschlossenem runden Wall und Graben sort, aus denen sich dann Anlagen weiter entwickelten, wie wir sie in den westfälischen Wasserburgen kennen, die, in stolzer Zahl erhalten, besonders die münsterländische Landschaft so reizvoll beleben— eine der schönsten Zierden des Landes der Roten Erde. Zuchthaus für Automatendiebstähle Gelsenkirchen. In einer Sitzung im Gelsenkirchener Gerichtsgebände hatte sich die Dritte Strafkammer des Landgerichts Essen mit einem Wilhelm E. aus Gelsenkirchen zu beschäftigen, der angeklagt war. von Mitte September bis Mitte Oktober unter dem Schutz der Verdunkelung mit Hilfe von alten Nickelmünzen, die er zu diesem Zweck umgearbeitet hatte, eine Reihe von Zigarettenautomaten ausgeplündert zu haben. Bei seiner letzten Automatenplünderung wurde er von einem Kriminalbeamten auf frischer Tat ertappt, er führte noch über zwanzig Münzen bei sich. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten nach eingehender Beweisaufnahme, zu der auch eine Ortsbesichtigung gehörte, zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus und zu drei Jahren Ehrverlust. Kind von einem stürzenden Ast erschlagen Hervorn(Dillkreis). In Nauvorn wurde ein drei Jahre altes Kind während eines stürmischen Wetters voil einem heruntergeschlagenen Ast getroffen und so schwer verletzt, daß es kure darauf starb. Em zudischer 26 Mitbeteiligte— 3 Jahre Gefängnis für den Hauptschuldigen Volksburgen vor 2000 Jahren und frühgeschichtliche Befestigungsanlagen in Nordwestdeutschland * Freitag bis Donnerstag: P K! 1 Kunst Ein Film der Tobis mit Hermann Braun Heinz Wetzel Otto Wernicke Christian Kayßler Ein begeisterndes Filmwerk von unserer neuen deutschen Luftwaffe, mitreißend in der dramatischen Darstellung, groß: artig im Aufbau und erheveno durch den tieferen Sinn der spannenden Geschehnisse. Beginn: am Sonnabend um 5½ Uhr, am Sonntag um 1½ Uhr. eater Freitag bis Montag: auf K) Ein Bavaria-Film mit Viktor Staal Luli Hohenberg Anneliese Uhlig Fritz Kampers Die immer wieder bannende Atmosphäre kriminellen Geschehens wird auch mit diesem Film dem Zuschauer anregende Unterhaltung vermitteln. Elerdteretinanger kommt! Alfred Siebers Ia Referenzen am Platze Ehem. Stimmer der Fa. lbach Stimmung 3.Meldungen erb. bis zum 4. 12. an die Geschäftsstelle ds. Ztg. Fußbeschwerden! 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Durch diese Aenderung will sich die Regierung erweiterte Vollmachten verschaffen, die ihr den Vorteil einbringen, daß sie sich nicht alle ½ Jahre um eine Sanktionierung ihrer Dekrete durch das Parlament zu sorgen braucht. Die auf diesem Wege erlangten außerordentlichen Machtbefugnisse sind, da sie sich auf ein für Kriegszeiten bestimmtes Gesetz aufbauen, nur befristet durch den Krieg selbst. Der noch ausstehende Wortlaut dieses Regierungsentwurfs wird im einzelnen zeigen, wie weit Daladier hier die Grenzen gezogen Der Ministerpräsident hat vor der Kammer in seiner Erklärung eine kurze Skizze, der, diplo: matisch Lage militärischen und wirtschaftlichen #ichs wie überhautt der Entente entworsen, ein Skizze, die nicht enthält, was nicht schon x=mal der übrigen Welt serienweise zugeleitet worden wäre. Es ist merkwürdig, wie schweigsam sich Daladier über gewisse Momente der ersten Septembertage zeigt, Momente, die nicht nur das französische Parlament, sondern das ganze Volk brennend interessieren. Jene Momente namlich, die die Beteiligung Frankreichs an diesem englischen Krieg entschieden. Daladier spürt selbst anscheinend, daß das Voll irgendeine Aufklärung von ihm erwartet. Uebrigens wurde die Parlamentssitzung vom Donnerstag sehr überschattet von der scharfen Wendung, die der finnisch=sowjetrussische Streit während der letzten Stunden genommen hat. Es ist ein eigenartiger Zufall: als Daladier im März ds. Is. vom Parlament außerordentliche Vollmachten verlangte, standen die damals hr stürmischen Kammerdiskussionen um das und Wider im Zeichen des Einmarsches Braune Pelzjacke (Fohlen), Größe 42, wenig getragen, zu verkaufen.(2312 Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Keicheleiterte Gewinnlisten von der 1. Klasse sind eingetroffen Es ist höchste Zeit zur Erneuerung der Lose für die 2. Klasse! Schreibwarenhandlung Hans Linner vormals Carl Braus Croße Mlarktstraße 3—8. Bekanntmachung Da die neuen Lebensmittelkarten bereits in der kommenden Woche ausgegeben werden, wird der Plan für die Ausgabe der Reichskleiderkarten vom 1. Dezember 1939 an wie folgt geändert: 1. Dezember: Buchstabe K, 2. Dezember: Buchstabe L—M, 4. Dezember: Buchstabe N—R, 5. Dezember: Buchstabe S—St, 6. Dezember: Buchstabe T—8. Die Ausgabezeiten bleiben unverändert. gaß Verheiratete das Es wird nochmals darauf hingewiesen, baß Berheiratelt das Familienbuch mitbringen müssen. Schwerte, den 29. November 1939. Der Bürgermeister: Dr. Weinert. Elegantes, schwarzes Lasselkirik (44), einmal getragen, sehr billig zu verkaufen. Hörder Straße 45. Aus amtlichen Bekanntmachungen Weitere Ausgabe der Reichskleiderkarte in Westhofen Für die Stadt Westhofen findet die weitere Ausgabe der Kleiderkarten am Sonnabend, 2. Dezember, im Amtshause, Zimmer 15, statt, und zwar für die Volksgenossen mit dem Anfangsbuchstaben G von 8.30 bis 9.30 Uhr, H—J von 9.30 bis 11.30 Uhr und K—Ko von 1.30 bis 13 Uhr. An welchen weiteren Tagen die Ausgabe fortgesetzt. wird, wird noch mitgeteilt.ß Die Ausgabe kann nur an erwachsene Personen gegen Vorzeigung des Familienstammbuches oder einer polizeilichen Anmeldebescheinigung erfolgen. Rentenauszahlung in Holzen Die Auszahlung der Alters=, Invaliden=, Witwen= und Kinderrenten der Ruhr=Knappschaft für den Monat Dezember erfolgt am 2. Dezember um 15 Uhr in der Wirtschaft Hosang in Mittelholzen. Hochtragende zu verkaufen. Gottfried Hövelmann, Ergste. Büro= und Geschäfts-Artikel Geschäftsbücher Büroleim Stempelfarbe und=Kissen Blockhefte Quittungen Geldrollenpapiere Kleberollen Verschlußzmarken Klebstoffe Unterschriftsmappen Stempelträger Bücherstützen Löscher Locher Anfeuchter Papierscheren Heftmaschinen Schreibwarengeschäft Hans Linner vorm. Carl Braus Große Marktstraße 3—5. Die Ausdehnung der Schatzungspflicht auch auf den Verkauf gebrauchter Kraftfahrzeuge von Verbrauchern an Verbraucher, die in der neuen zweiten Anordnung des Reichskommissars für die Preisbildung über den Geschäftsverkehr mit gebrauchten Kraftfahrzeugen vom 17. November 1939 ausgesprochen wird, läßt es angezeigt erscheinen, den Automobil=Interessenten einige Hinweise auf die praktische Bedeutung und die Handhabung der neuen Bestimmungen zu geben, die das gesamte Altwagengeschäft lückenlos erfassen. S 4 Der Preiskommissar hat sich zu einer Nachprüfung seiner bisher geltenden Vorschriften und zu ihrer Ersetzung durch die zweite— am 20. November im „Reichsanzeiger“ veröffentlichte— Anordnung veranlaßt gesehen, weil sich mehr und mehr herausstellte, daß der Sinn der Preisstopverordnung vom Oktober 1936 den Kraftwagenverbrauchern noch nicht vollständig klar geworden ist. Danach soll unbedingt vermieden werden, daß irgendwelche Güter aus rein privatwirtschaftlichen Motiven Preiserhöhungen erfahren. In der ersten Anordnung über die Regelung des Gebrauchtwagenmarktes und in ihrer Durchführungsanordnung, die nun beide außer Kraft getreten sind, war der Verkauf eines gebrauchten Kraftfahrzeuges durch einen Verbraucher an einen anderen von der Schätzungspflicht freigeblieben. Infolgedessen wurden, wie sich inzwischen gezeigt hat, häufig überhöhte Preise gefordert und die letzten Abkäufer in einer großen Anzahl von Fällen erheblich übervorteilt. Die ourch die neue Anordnung ausnahmelos jedem Verkäufer auferlegte Schätzungspflicht schiebt dem, ganz gleich, ob er an einen Händler oder einen Verbraucher verkauft, ein für allemal einen Riegel vor. Neu in der Anordnung ist auch, daß nicht nur der vom Verbraucher kaufende Händler, sondern auch hm kaufende Varbraucher mn nun an höchstens Eine Brücke wartet auf ihren Einsatz Ein interessantes Bild aus einem front. Reben großen Vorräten von Baumaterial lagert hier au fant zgre Hilepzonustestegetahren und transportberet, eine zerlegbare Brücke, die auf Abruf ofe„Zufnahme Pa= Pink.=Scherl=M.) werden kann. Sebenderrutf Dird gesichert Familienunterhalt bei Einberufungen weiter verbessert 1 Wahnort vorühergehend Wer ein Kraftfahrzeug verkaufen will Jedes gebrauchte Kraftfahrzeug vor dem Verkauf schätzungspflichtig! “ta#nflicht auch euf, zeug zahlen darf. Der 10prozentige Aufschlag, den der Verbraucher bisher auf den Schatzpreis legen durfte, wenn er seinen Wagen, nachdem er ihn freiwillig hatte schätzen lassen, an einen anderen Verbraucher verkaufen wollte, fällt also fort! Als eine sehr wichtige Bestimmung der neuen Anordnung ist die Pflicht zur Abgabe der Verkaufserlösmeldung zu betrachten. Wer seinen Wagen schätzen läßt, bekommt von der Schätzungsstelle außer der Schätzungsurkunde auch ein Formblatt ausgehändigt, das von der Schätzungsstelle schon in wichtigen Punkten ausgefüllt wird. Auf dieses Formblatt hat er seinerseits u. a. das Datum des Verkaufs und den Verkaufspreis einzutragen und es sodann mit seiner Unterschrift zu versehen. Dem Abkäufer ist nicht nur die Schatzungsurtunde auszuhändigen, sondern mit der Zulassungskarte und den sonstigen Wagenpapieren zusammen auch diese Verkaufserlösmeldekarte. Der Erwerber hat die Karte dann mit dem Antrag auf die polizeiliche Umschreibung des Fahrzeuges bei der Zulassungsstelle abzugeben. Fehlt die Preismeldekarte, so machen sich Verkäufer und Erwerber straftbar. Da der Handelshöchstaufschlag durch die neue Anordnung herabgesetzt und für ausgemusterte Wehrmachtsfahrzeuge besonders niedrig bemessen wird, so wird sie erheblich zur Verbilligung gebrauchter Kraftfahrzeuge beitragen. Ihre Hauptbedeutung liegt darin, daß nunmehr auf dem Gebrauchtwagenmarkt ebenso für Verkäufer wie für Erwerber volle Preissicherheit und Preisgerechtigkeit geschaffen wird. Der Verkäufer hat, sobald er der Schätzungspflicht nachgekommen ist, die Gewißheit, nicht mehr, wenn auch unabsichtlich, gegen die Preisstopverordnung verstoßen und sich dadurch strafbar machen zu können. Er hat auch hinreichende Bürgschaft dafür, daß der Preis, den er erhält, dem wirtschaftlichen Wert seines angemessen ist. Genau so groß ist der Vorteil für den letzten Abkäufer. Berlin, 30. Nov. Zur Ausführung des Familienunterhalts der Angehörigen der Einberufenen haben der Reichsminister des Innern und der Reichsfinanzminister weitere Verbesserungen für die Zeit während des besonderen Einsatzes der Wehrmacht angeordnet. Dabei wird zunächst neu eingeführt die Gewährung von Familienunterhalt auch für die Zeit zwischen Entlassung und erster Lohnzahlung. Den berechtigten Angehörigen derjenigen Einberufenen, die aus dem Wehrdienst oder dem Reichsarbeitsdienst in Ehren entlassen werden und sofort eine nicht selbständige Beschäftigung aufnehmen, wird zur Sicherung des notwendigen Lebensbedarfs Familienunterhalt bis zum Tage der ersten Lohn= oder Gehaltszahlung, längstens aber für die Dauer von zwe. Wochen seit der Entlassung des Einberufenen, fortgewährt. Ist in diesem Falle auch der notwendige Lebensbedarf des Entlassenen selbst nicht gesichert und lebt er mit seinen Familienunterhalt beziehenden Angehörigen in Haushaltsgemeinschaft zusammen, so ist er in den Familien= unterhalt einzubeziehen und zwar als sonstiger über 16 Jahre. Diese Bestimmungen sind nicht anzuwenden, wenn ein Einberufener nach der Entlassung aus dem Wehrdienst oder dem Reichsarbeitsdienst zunächst arbeitslos ist; in diesem Falle gewährt das Arbeitsamt auf Antrag vom ersten Tage der Arbeitslosigkeit an Arbeitslosenunterstützung. Ferner wurde eine Klarstellung und Erleichterung für die Fälle verfügt, in denen ein Angehöriger eines Einberufenen seinen Wohnort vbrübergehend verläßt. Dies komme vor allem häufiger in Betracht, wenn die Ehefrau des Einberufenen vorübergehend zu den Eltern reist. In solchen und den entsprechen: den Fällen ist zur Gewährung des Fumi##enunterhalts der Stadt= oder Landkreis des bisherigen Wohnortes verpflichtet. Vorübergehende Abwesenheit ist dabei stets anzunehmen, wenn die Wohnung am bisherigen Wohnort beibehalten wird.... Wie der Erlaß weiter vorschreibt, ist vereits gewährter Familienunterhalt dann nicht zurückzufordern, wenn ein Einberufener vor Ablauf eines Zeitraums, für den lienunterhalt bereits ausgezahlt ist, aus dem Wehrdienst oder Reichsarbeitsdienst in Ehren Bei der Prüfung, ob und inwieweit der Einberufene während der Dauer des besonderen Einsatzes zur Erfüllung seiner Unterhaltspflicht gegenüber einem Berechtigten imstande ist, und bei Bemessung des Familienunterhalts ür Einberufene, die selbst berechtigt sind, blieben bisher nur der Wehrsold und die Frontzulage außer Ansatz. Jetzt wird bestimmt, daß auch das Arbeitsentgelt für den letzten Zahlungszeitraum vor der lung sowie einmalige Zuwendungen. die der Einberufene in Anerkennung seiner herigen Tätigkeit im Betriebe erhält, außer Ansatz zu bleiben haben. Bei den letzteren Zuwendungen handelt es sich vor allem um Weihnachtsgratifikationen, sogen. 13. Monazsgehälter und Zuwendungen aus Anlaß des Jahl abschlusses, die also nicht angerechnet werden. om Verbraucher kaufende Händler, sondern auch der Da thal täusende Verbraucher von nun un hochstens, Fa en Schätzpreio für das ihm angebotene Kraftfahr. 80 Berlin, 30. Nov. Auf die Bitte des Reichsverkehrsministers, die diesjährigen Weihnachtsserien aus verkehrstechnischen Gründen einheitlich vorzuverlegen, hat der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung durch Erlaß vom 29. November 1939 angeordget, daß die diesjährigen Weihnachtsferien an allen Schulen bereits am 20. Dezember beginnen, und zwar ist der 20. Dezember der letzte Schultag. Das Ende der Ferien bleibt wie bisder festgelegt. Evakuierte zahlen keine Bürgersteuer Berlin, 30. Nov. Im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister weist der Reichsinnenminister die Gemeinden einschließlich der Ostmark und des Sudetengaues an, den durch die behördlichen Freimachungsmaßnahmen im Westen des Reiches betroffenen Personen die nach dem Zeitpunkt der Freimachung fällig gewordene Rate der Bürgersteuer 1939 ohne besonderen Antrag allgemein zu erlassen. Auch der Arbeitgeber braucht also bei den in Betracht kommenden Arbeitnehmern bis zum Ende des Kalenderjahres 1939 Bürgersteuer nicht mehr einzubehalten und abzuführen. Bereits entrichtete Bürgersteuerbeträge werden nicht erstattet. Arlaubsmarkenregelung Berlin, 30. Nov. Von der Lohnwoche ab, in die der 1. Dezember fällt, sind für alle im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter die Urlaubsmarken wieder zu kleben, und zwar sind zur Einholung der Zeit, in welcher das Markenkleben ruhte, für 13 Wochen in doppelter Höhe zu kleben. Das gilt nicht für Bauarbeiter, die in der ausgefallenen Ze nicht in einem urlaubsmarkenpflichtigen Betrieb tätig waren. Näheres regelt eine Tarifordnung, die im Reichsgesetzblatt vom 5. Dezember 1939 veröffentlicht werden wird. Alle übrigen Bestimmungen über das Urlaubsmarkensystem treten am 15. Januar 19 wieder in Kraft, so daß Urlaub auf Grund der Urlaubskarte ab 15. Januar genommen werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die Einlösung der Urlaubskarte auf die bisher zugelassenen Ausnahmefälle beschränkt. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr).„Beragtrgrrich, i## den gesamten Textteil: Rudolf amil Gichmunn, Schwerte(Buhe), V=gchzwpete(uhe, Zur Zeik is