DUIFRTUT Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 Nr(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. Re 2.—(einschl. 26.2 3## Zeitungsgebühr und 0.44 N### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 Rr# Bestellgeld. Einzelnummer 10####. Druck u. Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Ferm. 2770— Postscheckk.: Dorrmund 2852 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breis)#### Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 N.e Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh Betriedsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Leitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Tageblatt für die Hlldt Schwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Tageszellung Nr. 277 Schwerte(Ruhr), Sonnabend, 25. November 1939 71. Jahrgang Die britische Admiralität hüllt sich in Schweigen Miast kür die„Belfast“, sonbern auch bie Lügen Churchiits korpediert= Prählerische Dehauplangen des Lagenioros durch brutschen ASdedEeist wirdericht Wie der Münchener Attentäter Georg Elser überführt wurde Berlin, 24. Nov. Zur Torpedierung des modernen britischen Kreuzers„Belfast“ schreibt der Deutsche Dienst: Mittwoch veröffentlichten die„Newyork Times“ und mit ihr verschiedene amerikanische Agenturen, so die United Preß und die Assoctated Preß die Meldung, daß ein deutsches U=Boot mitten im Firth of Forth den modernen englischen Kreuzer „Belfast“ torpediert und schwer beschädigt habe. Fraglos war diese Meldung über die neue glänzende Waffentat der deutschen Marine den amerikanischen Agenturen in London von einer Seite zugegangen, die von der Torpedierung dieses nagelneuen modernsten britischen Kreuzers genaueste Kenntnis hatte. Fraglos war auch der britischen Admiralität bereits zu diesem Zeitpunkt die Torpedierung der„Belfast" bekannt. Obwohl Winston Churchill durch das englische Lügenministerium täglich verkünden läßt, daß er sogleich alle englischen Verluste wahrheitsgemäß bekanntgebe. hüllte sich die englische Admiralität über die„Belfast" in völliges Schweigen und tut es auch heute noch. Allerdings wagte man es nicht mehr, die Torpedierung einfach zu dementieren, wie man es noch bei der„Repulse“ und bei der„Arc Royal“ getan hatte Man schwieg und gab den in London anwesenden neutralen Korrespondenten weder eine Bestätigung der Versenkung noch irgendeine Auskunft. Die Korrespondenten mußten ihren Zeitungen melden, daß irgendeine Stellungnahme in London nicht erhältlich sei. Es ist verständlich, daß der Erste Lord der britischen Admiralität die Torpedierung der „Beifast“ nicht zuzugeben wagte, war doch dieser Kreuzer erst im August 1939 in Dienst gestellt worden und mit den modernsten Schutzvorrichtungen gegen Torpedoangriffe ausgerüstet Es muß für den Ersten Lord der britischen Admiralität ein schwerer Schlag gewesen sein als er erfuhr, daß trotz aller Sicherungsmaßnahmen, aller Minensperren, allen Küstenschutzes, aller Beobachtungsposten und sonstigen Vorsichtsmaßnahmen (Fortsetzung Seite 2) ASvolin Firih Ff Forih Ersolgreiche Lustkämpfe an der Westjront— Drei Flugzeuge abgeschossen Berlin, 24. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen etwas regere Spähtruppund Artillerietätigkeit. Die Luftwaffe setzte ihre Erkundungstätigkeit über französischem Gebiet fort. Zwischen den zur Unterstützung der Aufklärungsflugzeuge und zum Schutze des Grenzgebietes eingesetzten deutschen Jägern und feindlichen Jagdflugzeugen kam es wiederholt zu Luftkämpfen. Hierbei wurden ein englisches Flugzeug bei Verdun, ein Flugzeug bei Saarbrücken und ein französischesFlugzeug durch Flak bei Zweibrücken abgeschossen. Die Nachricht der„Newyork Times“ von der schweren Beschädigung des britischen Kreuzers„Belfast“ wird durch die Meldung eines U. Bootes bestätigt, das einen Kreuzer der Southamptonklasse im Firth of Forth torpediert hat. Nach Meldungen der britischen Admiralität lief weiter der britische Zerstörer„Gipsy“ an der englischen Ostküste auf eine Mine und sank. Die Newyorker Meldung Newyork, 24. Nov. Die„Newyork Times“ veröffentlicht eine ihrem Newyorker Büro zugegangene vertrauliche Meidung, wonach ein deutsches U=Boot im Firth of Forth den dort verankerten britischen Kreuzer„Belfast“ torpedierte. Einzelheiten seien nicht mitgeteilt worden. Das Blatt hebt hervor, dies sei der zweite gelungene Versuch deutscher U=Boote, in einen geschützten britischen Marinehafen einzudringen. Der Angreifer ist dieser Meldung zufolge entkommen. Olympische Winterspiele abgesagt Deutschland gibt den Auftrag an das FOK zurück Nachdem ein Beschluß des Internationalen Olympischen Komitees vorsieht, daß ein kriegführendes Land nicht Träger der Spiele sein kann, haben der Deutsche Olympische Ausschuß und das Organisationskomitee für die 5. Olympischen Winterspiele nachstehenden Beschluß gefaßt: Deutschland, auch im Kriege den Werken des Friedens treu, hat die Vorbereitungen für die 5. Olympischen Winterspiele 1940 Garmisch=Partenkirchen fortgesetzt und die Olympischen Sportstätten betriebsfertig ausgebaut. Da seine Vorschläge auf Herbeiführung eines Weltfriedens von der englischen und französischen Regierung abgelehnt wurden und deswegen der Krieg weitergeführt werden muß, gibt es den Auftrag der Durchführung dieser Spiele im Einverständnis mit dem Internationalen Olympischen Komitee an dieses zurna. Es wird auch in Zukunft seine Kraft für die Förderung des olympischen Gedankens einsetzen. (gez.) von Tschammer und Osten, Reichssportführer. Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses. (gez.) von Halt, Mitglied des JOK, Präsident des Organisationskomitees für die 5. Olympischen Winterspiele. Damit ist der Schlußstein unter die Arbeit für die 5. Olympischen Winterspiele gesetzt. Sie werden in der Geschichte des Sports als„ausgefallen“ geführt. Deutschland ist sich bewußt, im olympischen Geiste seine Pflicht erfüllt zu haben und es stellt mit Genugtuung fest, daß die Spiele, auch ohne daß sie stattfinden, ihre Wirkung auf den Sport der Welt ausüben. Weitere Einzelheiten zu dem Mocbunschlug in München Berlin, 24. Nov. Wir berichteten vorgestern von dem gemeinen Attentatsvorhaben Strassers. Als jede innere Agitationsbasis im Reich zusammengebrochen war, der Hetzsender zerstört, die Auftraggeber„Ware“ für ihr schweres Geld verlangten, da quittierte bereits im Jahre 1936 der Zuhälter Strasser jene Summen mit den Vorbereitungen seines ersten Attentatsversuches gegen Führer und Volk. Wir wissen, daß und warum es mißlang. Agent Strasser steckte den Judaslohn ein, der Jude Hirsch verlor seinen Kopf dabei. Der erste Mordplan war mißlungen. Vielleicht war der Jude ungeschickt gewesen? Vielleicht wurde ihm ein Zufall zum Verderben, die Geldgeber drängten, ein neuer Versuch mußte gestartet werden. Alle Fehlermöglichkeiten des Hirsch wurden jetzt bedacht, um sie in Zukunft zu vermeiden, und der Agent suchte sich unter seinen Werkzeugen die geschicktesten Halunken, gemeine Verbrecher, aus und nach eingehenden langen Unterredungen, auf Grund deren dann die Zahlungen prompt weitergingen, wurden diese beiden dann mit klarem Auftrag Strassers, den Führer zu treffen, auf heimlichen Wegen ins Reich geschickt. Nach mehreren vergeblichen Attentatsversuchen wurden die beiden Verbrecher dann am 26. Mai 1938 gefaßt und nach eingehenden Untersuchungen vom Volksgerichtshof vor kurzer Zeit zum Tode verurteilt. Das Mißlingen dieser neuerlichen Anschlagsversuche brachte dem Agenten Strasser von seiten seiner Geldgeber und Auftraggeber erhebliche Schwierigkeiten. Inzwischen war auch sein Beschützer Benesch verschwunden. Jetzt wollte man endlich die so lange versprochenen Taten sehen, insbesondere, da die politischen Ereignisse immer mehr ein solches gelungenes Attentat als günstigen Ausweg in der großen Politik wünschenswert machten. Im Mai 1938 waren die beiden letzten Handlanger Döpking und Kremin gefaßt worden, und schon bald danach hatte Otto Strasser über Mittelsmänner das Werkzeug gefunden, das ihm geeignet erschien, die Wahrscheinlichkeit des Gelingens zu dem letzten Maß des Möglichen zu bringen. Wir wissen heute, daß Strasser und seine Helfershelfer bei Beginn der Vorbereitungen zu diesem dritten Mordversuch wiederum davon ausgingen, alle Fehlerquellen der mißlungenen vorherigen Attentate zu verstopfen. Hatte man schon bei diesen beiden vorSentsche ASdol=Wastsnöudschweden Verzweiselter W an Engands- Steigande Beunruhigung der Neutralen Mailand, 24. Nov. Die Turiner„Stampo“ veröffentlicht im Rahmen eines Artikels zu den von Chamberlain angekündigten Blockademaßnahmen höchst bemerkenswerte Informationen über die von Großbritannien geplante Schaffung einer britischen U=BootBasis in Südschweden. Der deutsche Export. so schreibt das Blatt, betreffe unter den augenblicklichen Umständen vor allem auch den Export nach Norwegen Schweden und Finnland. Wenn auch England diesen Handel unterdrücken wolle, so müßten zwei Probleme gelöst werden: die Frage der Durchfahrt der englischen Flotte durch den Belt in den Sund oder die Schaffung von U=Boot=Stützpunkten in der Ostsee. In einigen nordischen Hauptstädten schließe man nicht aus daß London bereits an die Möglichkeit gedacht habe, eine U=Boot=Basis in einem Hafen Südschwedens gegenüber der dänischen Küste zu schaffen. Jedenfalls haben die englischen Ankündigungen eine steigende Verwirrung in neutralen Kreisen hervorgerufen. Schwerer Schiffszusammenstoß an der englischen Südostküste Kopenhagen, 24. Nov. Nach einer Mitteilung von„Berlingske Tidende“ sind am Mittwoch an der englischen Südostküste der norwegische 7000=Tonnen=Motortanker„Brarena“ und der griechische 4500=To.=Dampfer „Nicolaos Piangos“ in voiler Fahrt zusammengestoßen. Der griechische Dampfer wurde schwer beschädigt, während das norwegische Schiff mit einem großen Leck auf der Breitseite davonkam. Weitere Einzelheiten über den Unfall fehlen. *„* Der Attentäter von München und die Agenten seines Auftraggebers In der Mitte der 36 Jahre alte Georg Elser, der jetzt als Täter des ruchlosen Anschlags auf den Führer in München verhaftet wurde. Rechts und links die Bilder der beiden verhafteten britischen Agenten, Kapitän Stevens(links) und Mr. Best(rechts), die Leiter des britischen Intelligence Service für Westeuropa, die bei dem Versuch, die holländische Grenze nach Deutschland zu überschreiten, überwältigt werden konnten.(Scherl=Bilderdienst=Autoflegs herigen Versuchen den Kreis von der Sprengstoffbeschaffung über die Konstruktion der Höllenmaschiüber die Konstruktion der enmasch nen, Transport, Aufbewahrung und ausfuhrende Organe klein und kleiner gehalten, so erschien nun die größte Sicherheit des Unternehmens darin gewährleistet, wenn möglichst ein Mann die Vorbereitung und Durchführung innerhalb der Reichsgrenzen in die Hand nähme, abgesehen von der planenden und materiellen Vorbereitung der emigrierten Mittelsmänner des britischen Geheimdienstes. Hätte nicht ein gütiges Geschick mit stärkerer Hand eingegriffen, so wäre dieser Weg dem Mörder und seinen teuflischen Hintermännern günstig gewesen. Elser selbst hat nach langem Leugnen dann den Beweis erbracht, daß der britische Geheimdienst wahrhaftig kaum ein geeigneteres Subjekt finden konnte, dieses schändliche Verbrechen von langer Hand mit allen Mitteln eines teuflischen Raffinements durchzuführen. Am Abend des 8. November explodierte im Münchener Bürgerbräukeller dann jene Höllenmaschine, die nach langem teuflischem Plan das deutsche Volk mitten ins Herz treffen sollte. Um 21.43 Uhr erfolgte bereits von der Berliner Zentrale aus die höchste Alarmierung der gesamten Polizei, automatisch waren damit gleichzeitig alle Grenzen des Reiches verschlossen, die offenen Grenzabschnitte unter besonders verschärfte Bewachung gestellt. In der gleichen Nacht noch wurde auf Befehl des Reichsführers 1 eine Sonderkommission an den Tatort nach München entsandt, in Berlin bildete sich unter Leitung des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD eine Zentralstelle, die nach Sichtung aller Fäden aus dem ganzen Reichsgebiet für die Überleitung des wesentlichen atariglg nach München Sorge trug. Bei Konstanz festgenommen In der Nacht zum 9. November wurden an den Grenzen, abgesehen von vielen eingehenden Überprüjungen, über 120 Festnahmen durchgeführt! Bei einer dieser angeordneten Maßnahmen im Bezirk des Zollkommissariats Konstanz beobachteten die Zollassistenten Rieger und Zipperer auf polizeilichem Grenzstreisendienst im sog. Wessenberggarten, der zwischen den Grenzübergangsstellen Kreuzlingertor und Emmishofertor liegt, einen Mann, der sich in etwa 15 Meter Entfernung vom Schweizer Grenzraum bewegte. Der Unbekannte wurde angehalten und befragt, wohin er wollte. Er gab an, daß er einen gewissen Feichtelhuber vom Trachtenverein Konstanz suche, welchem Verein er früher auch angehört habe. Der Grenzbeamte forderte den Unbekannten auf, ihm zur Wache zu folgen. Dort wies er sich vor einem Kriminalbeamten mit einer Grenzkarte, die auf ein häufiges Wechseln über die Schweizer Grenze hindeutete, als Georg Elser aus. Auf Grund der Großfahndungsaktion der deutschen Polizei wurde eine sofortige körperliche Durchsuchung Elsers vorgenommen. Es fanden sich bei Elser versteckt insgesamt 15 einzelne Dokumente mit Aufzeichnungen von verschiedenen Munitionsdepots, Lage und Einrichtungen von Rüstungsbetrieben sowie genaue Angaben über Munitionslieferungen, dazu Teile von komplizierten Geschoßzündern sowie schließlich eine Karte des Bürgerbräukellers in München. Georg Elser, zunächst nur einer von ca. 120 Verhafteten an den deutschen Reichsgrenzen, wurde sofort nach einer über Blitzfunk gegebenen Weisung des Reichssicherheitshauptamtes am 9. November der Sandersammissian-iinchen zugeführt. Vor bein Pieller stand der Führe. Inzwischen hatte die Sonderkommission in München bereits ihre Arbeit ausgenommen. Erfahrene. Fachleute hatten bereits durch Berechnungen des Trägerbruches und genaueste Untersuchungen der Sprengwirkung feststellen können, daß sich ganz ohne Zweifel in jenem Pfeiler, vor dem der Führer gesprochen hatte, eine Sprengladung befand, von der es feststand, daß ihre Anbringung eine lange vorbereitende Arbeitszeit erfordert hatte. Es ergab sich hier bereits schon eine Übereinstimmung der ersten Vernehmungen der Angestellten des Bürgerbräukellers und der Sonderkommission, mehrere Personen bekundeten übereinstimmend, in letzter Zeit eine verdächtige Erscheinung bemerkt zu haben. Die Sonderkommission konnte aus der Sprengwirkung und=richtung sehr bald vermuten, daß wahrscheinlich von der Galerie aus in den betreffenden Pfeiler hinein die Sprengkammer vorgetrieben sein mußte. Die weitere Annahme, daß es sich um eine Höllenmaschine mit mechanischem Zeitzünder handeln mußte, wurde schon am Mittag des 9. Novembers nach der ersten genauen Durchsuchung des Sprengschuttes durch das Auffinden wesentlicher Einzelteile bestätigt. Hier und bei weiterer eingehendster Nachprüfung wurden Bruchstücke von Pendeluhrwerken sowie Eisensprengsplitter gesunden, die später nach weiteren Funden und nach Zusammensetzen einzelner Teile ergaben, daß bei der Hollenmaschine ein Zeitzünder verwendet worden war, zu dem zwei ganz besondere Präzisionsuhrwerke verwandt wurden. Unter den Überresten im Sptengschutt befanden sich außerdem Splitter ohne Zweifel mit Sprengmunition gefüllter eisenrohrähnticher Behälter. Niederschläge in einzelnen Sprengteilen wurden durch chemische Untersuchung als Rückstände eines besonderen Sprengstoffes festgestellt. Außerdem noch war die Sondertommission in der Lage, Teile einer Schalldämpfisolierungsplatte mit Firmenaufdruck sicherzustellen sowie an Überresten von Patentbezeichnungen an einigen Sprengstücken in mühsamer Einzelarbeit die Herstellungsfirmen der verwandten Uhrwerke ausfindig zu machen. i Personenbeschreibung der verdächtigen Erscheinung, die sia) mehrfach schon im Burgerbrauteller „rumgetrieben hatte, gab bereits erste Anhaltspunkle, die Person des an der Schweizer Grenze verhaftelen Georg Eiser, in den engeren Verdachtskreis hineinzustellen. Wie bei jedem Verhasteten, hatten auch bei ihm bereits eingehende Feststellungen im personlichen Levenstreis dazu gefuhrt, baß sich die ersten Veroachtsmomente ständig und immer starter verdichteten. Nachdem die Ermitllungen ergaben, daß Gegenstande seines personlichen Bevarfes bei seiner Schwester in Stullgart hinterlegt waren, wurde durch eine dort sofort vorgenommene Haussuchung allerschwertes Belastungsmalerial gesunden. In einer Georg Eiser gehorenden Werkzeugliste fanden sich neven vollstündigen Uhrwerten verschiedene Uhrenteile, die teilweise sogar identisch mit den Funden im Sprengschutt des Bürgerbrauteulers waren. Außerdem erhielt diese sog. Werrzeugriste Werrzeuge, darunter Meißel und Bohrer, an denen Mörleluverreste festzustellen waren. Die umgehend vorgenommene spektralanatytische unersuchung dieser Mortelspuren ergab eine vollige übereinstimmung mit dem Tatorimaterial. Und dennoch leugnete Georg Eiser hartnäckig, in irgendeinem Zusammenhang mit der Tac zu stehen. Endlich am 14. November nach Gegenüverstelkung mit jenen Angestellten des Bürgeroräukellers, die ihn tatsächlich im August gesehen hatten, und nach Vorhalt der Tatsache, daß er bereits im Frühjahr „Lchfaft=Eerrerictung Pestulgl (Fortsetzung von der 1. Seite) es abermals dem Heldenmut eines deutschen U=Bootes gelang. mitten in einen der größten englischen Kriegshäfen einzudringen. die englische Flotte also erneut in ihren Schlupfwinkeln anzugreifen und dabei den modernsten aller englischen Kreuzer zu torpedieren. Obwohl die Meldungen, die von den neutralen Korrespondenten aus London kamen. schon keinen Zweifel daran ließen, daß das kühne Unternehmen des deutschen U. Bootes von vollem Erfolg begleitet war, hat die deutsche Seekriegleitung, getreu ihrem Grundsatz, nur volltommen gesicherte Erfolgsmeldungen auszugeben, mit der Veröffentlichung des neuen großartigen Sieges deutschen U=Boot=Geistes solange gewartet, bis die erste Meldung des erfolgreichen U=Bootes selbst vorlag. iese Meldung hat in vollem Umfange die neutralen Berichte bestätigt: Der modernste englische Kreuzer„Belfast“ wurde auf das schwerste getroffen. Er wurde getroffen wie die Flugzeugträger„Courageous" und„Are Royal“, wie die„Royal Oak“, wie die„Repulse“, wie die zahlreichen britischen Zerstörer, Minensuchboote und U=Boote. Sie ist aus dem Verband der britischen Flotte ausgeschieden, wie das Schlachtschiff„Hood“ und die Kreuzer „Southampton“.„Edingburgh" und„Mohawk“ wie die„Iron Duke“. Wie sagte Herr Winston Churchill, der Erste Lord der britischen Admiralität. noch vor wenigen Tagen vor dem britischen Unterhaus: Die U=Boot=Gefahr ist gebannt— England beherrscht die Nordsee! Das ist die Antwort der deutschen Kriegsmarine! Der Torpedo des heldenhaften deutschen U=Bootes hat nicht nur die„Belfast“ getroffen. Er hat zugleich auch diese Lüge Churchills torpediert. * Der torpedierte Kreuzer„Belfast“ ist ein Kreuzer der neuesten englischen Typs. Das Schiff wurde erst im August d. J. in Dienst gestellt und ist mit den modernsten Schutzvorrichtungen gegen Torpedos ausgerüstet. Die„Belfast“ hat eine Wasserverdrängung von 10000 Tonnen und erreicht 32 Knoten Geschwindigkeit. Die Bestückung besteht aus 12 15.2= und 4 4,7=em=Geschützen. Zur Fliegerabwehr verfügt die„Belfast“ über 12 10.2= und 16 4=em=Flugabwehrkanonen. Ferner ist er mit 8 Torpedoausstoßrohren ausgerüstet und hat vier Flugzeuge an Bord, die mit einer Schleuderanlage gestartet werden. Sieben Schiffsverluste mußte das„meerbeherrschende England“ an einem einzigen Tage zur Kenntnis nehmen Amsterdam, 24. Nov. Reuter gab am Donnerstagabend eine Aufstellung der im Laufe dieses Tages von den amtlichen englischen Stellen zugegebenen Schiffsverluste. Es handelt sich um die bereits bekannten Versenkungen des Liverpooler Dampfers„Daring“. des Fischdampfers„Sulby“ aus Fleetwood und eines französischen Fischdampfers durch U=Boote sowie den Verlust des griechischen Dampfers„Elena“ und des Dampfers„Geraldus“ aus Hull durch Minen. Neu ist in der Reuteraufstellung die Mitteilung von der Versenkung des Londoner Dampfers„Lowland“(974 Tonnen) und dem Auflaufen des Minensuchbootes„Aragonite“ auf eine Mine. Englands Piraterie Schamloses Eingeständnis der britischen Banngutkontrolle Den Haag, 24. Nov. Die britische Banngutkontrolle hat nach offiziellen britischen Angaben in der am 18. November abgelaufenen Woche insgesamt 14000 Tonnen Waren als Banngut erklärt. In der am 18. November abgelaufenen Woche hat die britische Banngutkontrolle 131 neu eingelaufene Schiffe und 74 bereits in der vorigen Woche in den Downs eingetroffene Schiffe untersucht. Hierzu kommen 50 holländische Dampfer. 30 britische. 26 norwegische, 23 italienische, 16 schwedische, 13 griechische, 12 dänische, 9 belgische, 8 amerikanische und 5 jugoslawische Dampfer.— Am 21. November befanden sich noch 90 neutrale Schiffe in der britischen Banngutzone. Haren in Englunes=Keien Neutrales Rechenexempel mit dem Faktor Amer ka Kopenhagen, 2a. Nov. Seit Ausbruch des Krieges ist der Handel der Vereinigten Staaten mit den Westmachten zurückgegangen, und zwar zum Teil sogar in sehr betrachtlichem Ausmaße. Auf der anderen Seite hat die amerikanische Ausfuhr nach gewissen neutralen Ländern. vor allem denjenigen Südamerikas und Skandinaviens stark zugenommen. Die Kopenhagener Wirtschaftszeitung„Börsen“ veröffentlicht an Hand einer Meldung der„Newyork Herald Tribune“, Angaben über die Lieferungen der Vereinigten Staaten nach diesen Ländern. Die amerikanische Ausfuhr nach Schweden, Norwegen und Danemark z. B. belief sich danach im Monat Oktober auf 24673000 Dollar gegenüber nur 14739000 im Vormonat September bezw. 13 201 000 im Monat Oktober 1938. Diese Zahlen müßten, um sie im rechten Licht erscheinen zu lassen verglichen werden können mit dem gewaltigen Niedergang der britischen Ausfuhr nach den skandinavischen Ländern. Die britische Regierung hat sich bisher aber wohlweislich gehütet, irgendwelche genaueren Ziffern über den Handel mit Skandinavien seit Kriegsausbruch zu veröffentlichen. Aber aus diesen Zahlen ist es auch klar, daß die Vereinigten Staaten in realistischer Weise es verstanden haben, in die Bresche zu springen, die sich England durch eigenes Verschulden auf dem Exportgebiet selbst zugefügt hat. Und das gilt nicht nur für die skandinavischen Märkte, sondern auch nach den Angaben des neutralen Blattes„Börsen“ für Südamerika wohin sich der amerikanische Export im Monat Oktober um 11 Millionen Dollar gegenüber dem Vormonat erhöht hat bezw. um 16 Millionen im Vergleich zur gleichen Zeit des Vorjahres. Sollte also England jetzt versuchen, sich mittels des neuen Blockadeversuches gegen den deutschen Export die südamerikanischen Märkte anzueignen, dann wird England vor allem auf den Widerstand der Vereinigten 1939 sich um die Stelle des damaligen Hausburschen des Bürgerbräukellers beworben habe, diesem sogar 50 Mark für Abtreten dieser Stelle bot, brach Georg Elser angesichts des erdrückenden Beweismaterials zusammen. Dem ersten Geständnis am 14. November folgte am 15. November ein umfassendes schriftliches Geständnis, das am 16. und 17. November durch maßgerechte Skizze der gesprengten Säule und der Sprengkammer und der Maschinerie, die die Zeitzündung zur Auslösung brachte, ergänzt wurde. Wenn aber dieses Schurkenspiel gelungen war, wie konnte man verhindern„daß Elser nach Deutschland wegen gemeinsten Mordes ausgeliefert wurde? Auch daran hatte der Hintermann gedacht. Für diesen Fall hatte Elser jenes landesverräterische Material bei sich, das der Auftraggeber leicht über seine guten Verbindungen besorgte. Das hätte dann, so hat man Elser gesagt, ihn vor den fremden Behörden gesichert. Er habe, so gesteht er ein, dieses Material notfalls den Schweizer Behörden übergeben wollen, damit er dann auf keinen Fall an Deutschland ausgeliefert wurde. Das ist das Werkzeug, ein Mörder, der wohl ohne Zweifel den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, besonderer Spezialist seines Faches zu sein. Lehrherr aber ist jener grenzenlose Verbrecher im Hintergrunde, der seinen Gesellen in der Schweiz erwartete und schleunigst dann das Weite suchte zurück zur Firma— nach London! * Soweit der Untersuchungsbefund, der die Person des Täters betrifft und der veröffentlicht werden kann, ohne den Gang der weiteren Ermittlungen zu gefährden. Die weiteren Untersuchungen führten bekanntlich zur Ermittlung der Hintermänner und Auftraggeber des Verbrechens. Die Veröffentlichung der genauen Ergebnisse dieser Untersuchungen wird begreiflicherweise erst der öffentlichkeit unterbreitet werden können, wenn es der Stand des polizeilichen Gesamtermittlungsverfahrens zuläßt. Staaten stoßen, die sicherlich nicht gewillt sind, auf das englische Schlagwort„Kampf gegen den deutschen Export“ hereinzufallen und sich von den südamerikanischen Märkten verdrängen zu lassen. Die Schweiz zieht Vergleiche Bern, 24. Nov. In der neutralen Oeffentlichkeit wird der Beschluß der britischen Regierung, die Blockade gegen Deutschland durch eine Verschärfung der Abdrosselung der deutschen Ausfuhr umsomehr diskutiert als man für den neutralen Handel schwere Rückwirkungen befürchtet. Darüber hinaus wird auch in der neutralen Schweizer Presse vielfach der Gedanke ausgesprochen daß auch diese neuen britischen Blokkadepläne wohl kaum dazu beitragen können den britischen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland wirksamer zu gestalten. Ein Schweizer Blatt zieht eine Parallele zwischen den gegenwärtigen Wirtschaftskriegsmethoden Englands, und dem Londoner Sanktionskrieg gegen Italien. Die Kriegführung Englands, so schreibt das Blatt hat sich in den letzten vier Jahren kaum gcändert. England versucht mit denselben Methoden gegen Deutschlands Vormarsch nach Osten zu kämpfen wie seinerzeit gegen Italiens Marsch nach Abessinien. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß diesmal England zu einer formellen Kriegserklärung schreitet und daß es nicht mehr gelang, ein halbes hundert Nationen durch die Genfer Liga) vor die eigenen Interessen zu spannen. Der erste Sanktionskrieg, so resümiert das Blatt wurde gegen England entschieden. Die Tragik daß England aus diesem Ergebnis nicht die Folgen zog und heute mit denselben Mitteln wieder einen Krieg zu gewinnen versucht, kann vielleicht für Europa noch äußerst unangenehm werden. Dr. Todt am Westwall Verleihung der ersten SchutzwallEhrenzeichen Schleiden, 24. Nov. Hoch oben in der Eifel, am Losheimer Graben. der sich viele Kilometer weit an der deutschbelgischen Grenze entlang zieht verlieh am Freitagmittag in einer kurzen Feierstunde der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt die ersten 200 vom Führer verliehenen Schutzwall=Ehrenzeichen Ausgezeichnet wurden Westwallarbeiter. die mindestens 16 Monate an diesem gewaltigen Bauwert tätig sind ferner einige Bauleiter. Pionierkommandeure Gaubeauftragte für den Westwall und einige Kreisobmänner der Deutschen Arbeitsfront. Schwerer Anglücksfall Meppen. Ein folgenschwerer Unglücksfall ereignete sich auf einer Baustelle für den neuen Seitenkanal in der Nahe von Meppen. Mit der Werkbahn wurden alltäglich die einer Baufirma zugewiesenen Strafgefangenen zur Baustelle geschafft. Bei dem Transport zu dieser kippte der Oberteil einer Lore. auf der sich 12 Strafgefangene befanden um. Sie wurden zum Teil durch die nachfolgenden Loren mitgeschleift. Hierbei wurden zwei sofort getötet, 5 schwer und 5 leicht verletzt. Nach Ueberführung ins hiesige Krankenhaus mußten bei zwei Schwerverletzten Amputationen vorgenommen werden. Bei drei Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Die polizeilichen Ermittlungen zur Klärung dieses Unfalles sind eingeleitet worden. Der Linkshänder Lasset die Rechte nicht wissen, was die Linke tut! „Es ist niemals die Politik der Westmächte gewesen, Mordtaten zu billigen, geschweige denn zu ermutigen.“(Erklärungen des britischen Rundfunks.) (Zeichnung von Nebel Scherl=M.) Zu schlecht gelogen Britisches Lügenministerium lügt Lord Beaverbrook nicht gut genug Den Haag, 24. Nov. Lord Beaverbrook, der während des Weltkrieges Informationsminister der britischen Regierung war. richtet in dem führenden Blatt seines Konzerns einen neuen scharfen Vorstoß gegen das Londoner Lügenministerium. In Form eines offenen Briefes kündigt er in sensationeller Aufmachung den Zusammenbruch und die Auflösung dieses Institutes an. Unfähige Männer hätten die britische Propagandawaffe zerstört, erklärt Lord Beaverbrook. Die Regierung habe offenbar nicht die Absicht, das Ministerium wieder neu aufzubauen. Offenbar bezweckt Lord Beaverbrook mit diesem Protestschritt, seine oppositionelle Haltung gegenüber der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Lebrun in Hut und Mantel Pariser Galavorstellung unter der Regie der Luftschutzbehörden— Nur 1200 Karten ausgegeben Genf, 24. Dez. Das Pariser Theaterpublikum hat kürzlich eine große Ueberraschung erlebt, allerdings nur 1200 Besucher, denn mehr Karten waren aus guten Gründen behördlicherseits nicht ausgegeben worden, die mit den nun beinahe schon alltäglichen Besuchen deutscher Flieger im französischen Luftraum sicherlich zusammenhängen. So kam es, daß die im Rahmen der Saisoneröffnung in der großen Pariser Oper stattfindende Galavorstellung vor leeren Logen und Rängen sich vollzog. Der französische Staatspräsident Lebrun und zahlreiche Diplomaten wohnten dem Ereignis bei, aber sie alle, wie die anderen 1200 auch, mußten ihre Mäntel und Hüte anbehalten, denn die Garderoben waren ebenfalls behördlicherseits geschlossen. Es ist im entsprechenden Pariser Bericht nicht gesagt, ob die Garderobieren aus defaitistischen Gründen— wie es jetzt in Frankreich Mode ist— streiken oder ob die Schließung der Garderoben entgegenkommenderweise veranlaßt wurde, damit die Besucher bei etwaigen Besuchen deutscher Flieger ihre Garderobe gleich bei der Hand haben. Verbrecher übelster Sorte Vom Sondergericht zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt Trier. Vor dem Sondergericht beim Landgericht Trier hatte sich am Donnerstag der 19 Jahre alte Angeklagte Oskar Kirschbaum aus Krefeld, zuletzt wohnhaft in Bitburg, wegen unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand geschaf ten besonderen Umstände begangener Verbrechen zu verantworten. Kirschbaum beging in Vitburg und Umgebung sowie in Trier eine Reihe gemeiner Diebstähle, teils in der nächtlichen Dunkelheit Er schädigte dadurch Arbeitskameraden, Wehrmachtsangehörige u a. Die niederträchtigste Tat aber verübte er im Erdorfer Wartesaal, wo er mit einer Reihe Soldaten übernachtete. Als die müden Feldgrauen eingeschlafen waren machte der Angeklagte sich an ihre Liebespakete und verschwand mit einem davon. Den Inhalt Schokolade ein Fläschchen Branntwein und Zigaretten. verbrauchte er für sich Den Kuchen ließ er verderben und die Feldpost öffnete er.— Unter Zusammenziehung der Einzelstrafen erkannte das Sondergericht auf zehn Jahre Zuchthaus und fünfjährigen Ehrenrechtsverlust. Raubmörder hingerichtet Berlin, 24. Nov. Am Freitag ist der am 3. September 1921 geborene Walther Wolf hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Breslau am 3. November 1939 wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Wolf hatte am 27. Juli 1939 in Dyhrenfurth den Viehkommissionär Walther Bader, bei dem er angestellt war, ermordet und beraubt. 30 Gebäude niedergebrannt Großfeuer in einem jugoslawischen Dorf Belgrad. 24. Nov. 30 unversicherte Gebäude, darunter acht Wohnhäuser, brannten in dem jugoslawischen Dorf Schitkowez das auf der Mur=Insel an der ungarischen Grenze liegt. nieder. 50 Personen sind dadurch obdachlos geworden Das Feuer wurde von einem Zigenner verschuldet. Sonnabend, den 25. November 1939 Nr. 277(Zweites Blatt) Arrzluche Hausbesuche nur in dringenden Fällen! Die neuen einschränkenden Bestimmungen über die Weiterbenutzung von Kraftfahrzeugen haben auch einen Teil der Arzteschaft betroffen. Es laufen von jetzt ab nur noch die Arztwagen, die für eine Sicherstellung der ärztlichen Versorgung unumgänglich notwendig sind. Dabei ist die Benzinzuteilung auf das äußerste Maß des Notwendigen beschränkt. Es muß daher von der Bevölkerung erwartet werden, daß sie diesen Umständen mehr als bisher Rechnung trägt. die Arzte des Kammerbezirks Westfalen=Lippe sind #####wegen ermächtigt worden, die Ausführung von Hausbesuchen, die nach 10 Uhr vormittags gewünscht werden, auf den nächsten Tag zu verschieben, falls ihre Erledigung bei den täglichen Rundfahrten des Arztes nicht möglich ist. Selbstverständlich sind dringende Fälle hiervon ausgenommen. Als„dringende Fälle“ sind jedoch nur solche anzusehen, wo unmittelbare Lebensgefahr besteht oder durch Verzögerung ärztlicher Hilfeleistung eine Verschlimmerung des Krankheitsfalles zu befürchten ist. Es empfiehlt sich daher allgemein, bei der Bestellung eines Hausbesuches Angaben über den Krankheitszustand zu nachen, damit der Arzt unter Umständen über die Dringlichkeit eines Besuches selbst entscheiden kann. : Die Losverkäufer der WHW=Lotterie sind eine der erfolgreichsten Truppen im Kampf gegen Hunger und Kälte, den das ganze deutsche Volk ausgenommen hat. Sie sind aber auch Vorposten des Glücks. Sie bringen Glück in das Haus des vom Winterhilfswerk Betreuten und ebenfalls dem glücklichen Gewinner. Sie locken uns zum Spiel mit dem Glück und geben uns mit jedem Los, das wir ziehen, das beglückende Gefühl der Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Opfergemeinschaft. : D i e D i e n s t s t e l l e n d e r P a r t e i i n u n s e r e m G a u sind in diesen Kriegswochen nicht allein zum Dolmetsch zwischen den kriegswirtschaftlich notwendigen Verordnungen und der Bevölkerung, sondern auch zu wahren Zentralen der Volksführung geworden. Voll Vertrauen wendet sich die Bevölkerung an sie, weil sie weiß, daß die Partei darüber wacht, daß die Grundgesetze der Ehre, der Anständigkeit und der Gerechtigkeit eingehalten werden. Das Handein der Hoheitsträger wird darüber hinaus immer getragen sein von der Erkenntnis, daß der Kampf um unser Lebensrecht an dieser Front der seelischen Stärke und des Einsatzes in den kleinen Dingen mit entschieden wird. Für den Eisenbahnbetrieb außerordentlich gefährlich ist die Benutzung vol. rot, grün oder blau abgeblendeten Taschenlampen auf den Bahnsteigen während der Verdunklung. Die Benutzung solcher Lampen und die Erzeugung von rotem, grünem oder auch blauem Licht auf dem Bahngebiet ist zur Vermeidung folgenschwerer Irrtümer verboten, da diese Farbgebungen nur den Signalen der Reichsbahn vorbehalten sind. : Lebendige Brücke von Front und Heimat. Während Tausende von südwestfälischen SA=Männern und SA=Führern der Partei dort stehen, wo Großdeutschland mit der Waffe um sein Recht kämpft, sind aber auch die noch nicht einberufenen oder infolge ihres Alters nicht meh. zum Fronteinsatz gelangenden Männer der SA auf dem Kampfabschnitt der Inneren Front in allen Lebensbezirken für die Nation eingesetzt. Lebendig und stark sind die Brücken von jenen Männern draußen zu ihren Kameraden in der Heimat und umgekehrt. Sie alle zusammen bilden trotz räumlicher Entfernung eine verschworene kämpferische Gemeinschaft. Gegen Alkoholmißbrauch. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß polizeilicherseits gegen Alkoholmißbrauch und vor allem gegen gewohnheitsmäßige Trunkenbolde allerschärfstens vorgegangen wird. Die Inhaber von Schankstätten dürfen an betrunkene Personen keinerlei alkoholische Getränke verabreichen, widrigenfalls sie empfindliche Geldstrafen und Verkürzung der Polizeistunde, in schweren Fällen sogar die sofortige Schließung ihrer Wirtschaft und dauernde Entziehung der Schankerlaubnis zu gewärtigen haben. + Unser Bilderdienst zeigt heute folgende neue Aufnahmen: Wie ein deutsches U-Boot einen englischen Tankdampfer versenkte: Das Münchener Attentat aufgeklärt; Einweihung der Freiheitsbrücke in Obersitzko; Ein Heiligtum des Faschismus. Ein Pferd nahm Reißaus. Ein bespanntes Pferdefuhrwert kam dieser Tage führerlos durch die Bahnhofstraße gerannt. Sogleich fand sich aber ein Mann, der in geschickter Weise dem Ausreißer in die Zügel fiel und Pferd und Wagen nach einigen Augenblicken zum Stehen brachte. Die anfängliche Besorgnis der Augenzeugen schlug aber in Heiterkeit um, als nach einer Weile der Kutscher erschien, der sein verschwundenes Fuhrwerk glücklich wieder in Empfang nahm. Am Sonnabend und Sonntag sammeln die Amtswalter der RSV. in allen Haushaltungen überzählige Brotmarken, um Lang= und Nachtarbeiter, sowie kinderreiche Familien damit zusätzlich zu versorgen. Wer hal aberzahtige Treimarten! Kriegs=WHW. im Dienste der Ernährungswirtschaft Der Reichsminister für Ernährung und Land= fen, ist im Interesse der besseren Bedarfsangleiund Hanntamtsleiter Hilgenfeldt haben: chung in der Brotversorgung weiter angeordnet wirtschaft und Hauptamtskeiter Ingenselbt haben die gemeinsame Vereinbarung getroffen, daß das Kriegs=WHW. durch seine Amtswalter in allen Haushaltungen die eingesparten Brotmarken einsammeln läßt, damit dieselben den Lang= und Nachtarbeitern und kinderreichen Familien wieder zugute kommen. Durch diese Maßnahmen sollen die Volksgenossen bzw. Familien berücksichtigt werden, die wegen ihrer besonders gelagerten Arbeitszeit und der Zahl der sich im Wachstum befindenden Kinder mit der normalen Brotzuteilung nicht ausreichend versorgt sind. Die erste Einsammlung der für die Woche vom 19. bis 26. November nicht ausgenutzten Brotmarken findet zum 26. November durch die Amtswalter der RSV. statt. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß auch Brotmarken, die vor dem 19. November gültig waren, ebenfalls abgegeben werden können. In Zukunft erfolgt die Einsammlung dieser Brotmarken alle vier Wochen bei Ablauf der Bezugscheinperivde mit der Verteilung der neuen Lebensmittelscheine. Wegen der vorbereitenden und überleitenden Arbeiten verteilen bis einschließlich zum 17. Dezember die zuständigen Ernährungsämter die zusätzlichen Brotmarken für Lang= und Nachtarbeiter. Ab 18. Dezember sind alle Anträge an die Dienststellen des Kriegs=WHW, zu stellen. * Dazu wird uns von der Kreiswaltung Iserlohn der NSV. geschrieben: Bei der letzten Ausgabe der Lebensmittelkarten, wobei die mit dem Namen des Verbrauchers versehenen Grundabschnitte der Brotkarte vorgelegt werden mußten, hat man festgestellt, daß sehr viele Haushaltungen nicht soviel Brot brauchen, wie sie auf Grund der ihnen zugeteilten Bezugscheine kaufen könnten. Dieselbe Erfahrung ist von den Bäckermeistern und Brotverkäufern gemacht worden, denen es bekanntlich streng verboten ist, vom Verbraucher nicht für sich ausgenutzte Brotmarken anzunehmen. Andererseits gibt es kinderreiche Familien und vor allem Volksgenossen, die über die normale Arbeitszeit hinaus oder nachts arbeiten müssen und mit der ihnen bisher zugewiesenen Brotmenge nicht immer ausreichen. An die Lang= und Nachtarbeiter sollen nach den Bestimmungen des Reichsernährungsministeriums nunmehr zusätzliche Brotmarken ausgegeben werden, grundsätzlich auch nach besonderer Prüfung der Fälle und des Bedarfs an kinderreiche Familien. Mit der Zuteilung dieser zusätzlichen Brotmarken ist auf Anordnung des Generalfeldmarschalls Hermann Göring die RS=Volkswohlfahrt betraut worden, die bereits in vielen Kreisen und Gemeinden die Verteilung der Lebensmittelkarten durchführte. Um den norwendigen Ausgleich zwischen den Weniger=BrotVerbrauchern und Mehrverbrauchern zu schafung in der Vrotdersotgung weiter angeordnet worden, daß die RSV. bzw. die Organisation des Kriegswinterhilfswerks durch ihre Beauftragten in allen Haushaltungen zunächst die nicht ausgenutzten Brotmarken sammeln läßt, um so die eingesparte und für Lang= und Nachtarbeiter, sowie in besonderen Fällen für die kinderreichen Familien ohne weiteres zur Verfügung stehenden zusätzlichen Mengen an Brot festzustellen. Im Stadt= und Landkreis Iserlohn findet diese Einsammmlung nicht ausgenutzter Brotmarken von den für den Zeitraum vom 19. Novomber bis zum 17. Dezember ds. Is. gültigen Reichsbrotkarten, sowie der etwa noch vorhandenen Brotmarken aus früheren Brotmarkenausgaben am morgigen Sonntag, 26. November, durch die zuständigen Blockwalter der NSV. statt. Es sei von vornherein darauf hingewiesen, daß dieses Einsammeln von nichtbenutzten Brotmarken in den Haushaltungen keinerlei Kontrolle über den tatsächlichen Brotverbrauch in den einzelnen Familien und bei den einzelnen Personen bedeutet; die Aktion, soweit der Brotverbraucher daran beteiligt ist, beruht auf Freiwilligkeit und der verständnisvollen Mitwirkung der Bevölkerung zur Erzielung eines besseren Ausgleichs in der Broternährung. Die nichtbenutzten Brotmarken sollen denjenigen Volksgenossen und Familien zugute kommen, die wegen ihrer besonders gelagerten Arbeitszeit und der Zahl der sich im Wachstum befindenden Kinder mit der normalen Brotzutellung nicht ausreichend versorgt sind. Es bedeutet für den einzelnen Volksgenossen gewiß kein Opfer, wenn er den Beauftragten der RSV. die bisher nicht benutzten und voraussichtlich bis zum Ablauf der Gültigkeit der Reichsbrotkarte nicht verwendbaren Brotmarken aushändigt; er bekundet aber damit seinen guten Willen, zum vollen Gelingen dieser wichtigen ernährungspolitischen RSV.=Aktion mitzuwirken, und seine solidarische Haltung bei der Stärkung der Inneren Front in dem uns aufgezwungenen Abwehrkampf. Emn Masikerieons für Schwerte Die weitberühmte P anistin Professor Elly Rey spielt am 29. Rovember im Ra haussaal Ein außergewöhnliches Ereignis bietet die RSG „Kraft durch Freude" am 29. November 1939. Die weltberühmte Pianistin Professor Elly Ney wird am genannten Tage im Rathaussaal Werke von Beethoven, Mozart und Schubert zu Gehör bringen. Als erstes Werk wird die Sonate B=dur für das Hammerklavier von Beethoven erklingen. Es gehöct zu den letzten großen Werken des Meisters. Grenzen=, los und erhaben, geheimnisvoll und unergeündlich erscheint die Kunst Beethovens in diesen letzten Werken. Gerade diese Sonate, die an Ausweitung der Form alle anderen übertrifft, könnte man mit Fug „Klaviersinfonie“ nennen. Klar und bestimmt, von heroischer Kraft erfüllt, ist der erste Satz. Als zweiter Satz steht ein lebhaftes Scherzo, das in seiner klaren und knappen Anlage von erfrischendem Gegensatz ist. Sofort angeknüpft wird das Adagio: Leidenschaft und Gefühl verlangt Beethoven dabei vom Vortrag. Der mächtige Schußsatz wird durch ein improvisierendes Largo eingeleitet, aus dem sich das Finale, verwebt in eine dreistimmige Fuge, entwickelt, die wohl zu dem Kunst= und Geistvollsten gehört, was wir von Beethoven besitzen. Die Bezeichnung„Hammerklavier“ bedeutet, daß dieses Werk für das heute und auch damals bereits übliche Klaviet geschrieben ist zum Gegensatz der Werke Bachs und seiner Zeitgenossen, die nur das Cembalo(Spinett) kannten. Die Sonate A=dur von Mozart ist ein liebenswürdiges Werk des graziösen Rokoko. Der erste Satz beginnt mit einem volksliedhaften Thema, das in entzückenden Variationen ausgesponnen wird. Das pomphafte Menuett spiegelt den Glanz der Zeit wider, und das prickelnde und zündende„Rondo a la turca"(Türkischer Marsch) ist ein allen Klavierbeflissenen bekanntes Stück. Mit der Wanderer=Fantasie stellte Franz Schubert ein Werk auf den Plan, wie es in so grandiosem Aufbau und schwungvollem Gelingen bis dahin noch nicht existierte. Das Thema entnahm er seinem Lied„Der Wanderer". Alle Stimmungen der Dichtung werden mit der glanzvollsten Virtuosität ausgemalt. Dieses Werk ist eines der bedeutendsten der Klavierliteratur, und es gehört ein großer Meister dazu, es im Geiste Schuberts erstehen zu lassen. Prof. Elly Ney gehört zu den Künstlern, die seit Jahrzehnten die Konzertsäle des In- und Auslandes beherrschen und in allen großen Städten der Welt die begeisterten Zuhörer bis zum letzten Saalplatz heranziehen. Getreu dem Grundsatz des Führers, dat dem arbeitenden Volksgenossen das Beste geboten werden soll, wurde diese große Künstlerin von den verantwortlichen Stellen für unsere Stadt ver pflichtet. „Eine Frau wie Du“ in den Lichtspielen zur Reichskrone Es gibt ein Buch, einen Roman, der das helle Entzücken jedes Lesers hervorruft, weil er origines, witzig und neuartig ist. Dieses Buch hat den schlichten, schönen Tite!„Ich an Dich" und Dinatz Nelken hat es geschrieben. Auch dem Film hat dieser Roman in Dokumenten, Bildern und Briefen gefallen und v. Tourjansky hat nun einen Film daraus gezaubert, der seine meisterliche Regieleistung erneut beweist.„Eine Frau wie Du“, das i# dieser neue Film der Bavaria-Filmkunst. Es ist eine Geschichte, wie sie im Leben auch vorkommt, ein zeitnahes Geschehen. Eine Reihe hervorragender Darsteller bemühen sich erfolgreich, durch diesen Film viel Freude zu machen. Da ist zuerst die Horney. Sie im Film zu sehen, bedeutet immer wieder ein Erlebnis. Ihr Partner Joachim Gottschalk— wie sahen beide schon in dem Film„Du und ich"— gehört zu den Spitzendarstellern der deutschen Filmkunst. In weiteren führenden Rollen Volker von Collande, Charlotte Susa, Hans Brausewetter, Hans Leibelt, Hubert von Meyerinck u. a. Dazu ein sehenswertes Beiprogramm. M Was es in der Heimat Neues gibt- Das Ruhrtal grüßt seine Soldaten Liebe Soldaten! Auch in der vergangenen Woche sind wieder viele Grüße von der Front zu uns in die Heimat gekommen und haben herzliche Freude ausgerost. So hat auch der Kamerad, der früher auf dem Stuhl sat, von wo ich euch heute schreibe, und der jetzt den Füllfederhalter mit der Knarre und die immerhin recht mollige Schriftleitung mit dem vermutlich doch nicht ganz so gemütlichen Bunter am Westwall verlauscht hat,— dieser Kamerad hat uns in der vergangenen Woche auch wieder geschrieben. Er ist überhaupt sehr eifrig, und ich frage mich manchmal, wie man im Bunker überhaupt soviel Zeit zum Schreiben erübrigen kann. Aber, so ist es wohl, uns Leuten von der Zeitung geht so etwas eben flotter von der Hand als einem, der sonst den Hammer oder die Schaufel in der Faust hat. Nun, mein Kamerad von der Feder, der jetzt in einem Bunker sitzt, hat durch eine Reihe benachvarter Bunker ein„Rundschreiben“ vom Stapel gelassen und sozusagen nach Schwerter Jungs „recherchiert". Sieh da, sie haben sich gemeldet! Und so grüßen uns und damit alle Schwerter Volksgenossen aus den Bunkern des Westwalls 12 Schwerter Soldaten, die dort auf treuer Wacht für ihre Heimat, für Großdeutschland stehen. Die Kameraden vom Westwall haben uns einen frohen Brief geschrieben, in dem sie auch sagen, daß sie immer an ihre Schwerter Heima denken müssen. Froh sind sie, weil sie durch die„Schwerter Zeitung" über alles, was es in der Heimat Neues gibt, unterrichtet werden. In alter Frische singen die Kameraden im Gedenken an die schönen Stunden zuhause die alte vertraute Weise:„Denn es kann ja nichts Schöneres geben, als in Schwerte ein' Pannekauken mit Speck. Putzt'ne weg!“— Also, Soldaten, den sollt ihr haben, den Pannekauken mit Speck, wenn ihr wieder bei uns seid! Und im übrigen: wie wär's, wenn die Mütter, Frauen und Bräute unserer Soldaten einmal— gut verpackt freilich!— einen Pannekauken mit Speck in die Bunker am Westwall senden würden.(Ob das technisch zu machen ist, entzieht sich meinen„männlichen“ Kenntnissen...) * Kameraden in den Bunkern des Westwalls, habt herzlich Dank für eure Grüße! Mit uns werden sich nun alle Schwerter Volksgenossen freuen, wenn sie diese Zeilen lesen. Und weil wir wissen, wie treu ihr am Westwall euren Dienst tut, wollen wir euch grüßen mit einem schönen Gedicht, das wir in diesen Tagen lasen. Es ist von Kurt Kölsch und heißt „Am Westwall wacht die Ehre!“ Am Westwall weht die Fahne; Soldaten halten Wacht, daß über unsrer Heimat die lichte Sonne lacht. Daß keiner sie versehre, sind wir zum Kampf bereit. Am Westwall wacht die Ehre im schlichten, grauen Kleid. Wir waren einst zerschunden in Elend und in Not. Wie brannte da von Wunden so oft der Himmel rot! Die Dome und die Burgen, die Städte sonder Zahl sind tief in Schutt gesunken— ein steinern Totenmal. Doch immer aus den Klüften brach sich der Ströme Lauf und aus den dunklen Grüften stieg unsre Sonne auf. Die Reben auf den Hügeln schwellt noch ein süßer Wein; die Kohlen in den Schächten die wollen Flamme sein. Und wie die Berge leuchten vom frühen Glanz erhellt, blüht auch aus unsren Fäusten der Frieden einer Welt. Groß über Land und Meere wächst unser Wille weit: Am Westwall wacht die Ehre in alle Ewigkeit. * Die Heimat rüstet sich langsam zum Weihnachtsfest. Freilich, noch merkt man davon im äußeren Stadtbild wenig, aber alle Gespräche drehen sich darum. Das ist ja ganz klar: man muß heuer ja schon etwas früher planen und überlegen, denn es will ja alles ordentlich eingeteilt sein. Und das Feldpostpaket. das der Weihnachtsmann in die Bunker am Westwall oder aber in einsame Gegenden des früheren Polen e bringen soll, muß ja schon rechtzeitig abgehen, damit I es auch pünktlich ankommt. Wer in der letzten Minute erst zu backen und zu packen anfängt, kommt diesmal ganz sicher zu spät! Wir müssen das in diesem Zusammenhang einmal sagen, denn wir kennen unsere „Pappenheimer“. Ihr, Soldaten, drückt ruhig etwas drauf, daß eure Angehörigen die Sachen früh rausgehen lassen, besser ist besser. Lieber das Paket zu früh im Bunker, als das Fest ohne das Weihnachtspaket feiern müssen! Manche von euch, liebe Soldaten, werden ja wohl zum Fesi auch Urlaub bekommen, und schon jetzt ist es klar, dag ihr nie schönere Weihnachten geseiert habt als in diesem Jahre. Die anderen aber, die draußen auch in den lichterfüllten Weihnachtsltagen auf treuer Wacht für unser Volk stehen, sollen wissen, wie stolz das Volk auf sie ist. Und es wird wohl in Schwerte keinen Volksgenossen geben, der Weihnachten feiert, ohne einem Soldaten Freude bereitet zu haben. Möglichkeiten und Gelegenheiten ergeben sich tausendfach dazu! Nur ein wenig guter Wille, ein frohes, dankbares Herz und eine offene Hand gehören dazu, um die Weihnacht 1939 hell und schön zu machen! Soldaten, ihr werdet nicht vergessen, auch wenn ihr draußen seid! Wir bringen euch das Licht der Heimat! * Aber nun hat es ja noch ein wenig Zeit bis dahin. In Schwerte geht das Leven seinen gewohnten Gang. Gegenuber der Post wird nun auch die Spartasse gebaut und täglich wachsen ihre Mauern hoher aus dem Boden. Unterhaltung gibt es auch genug. hat wohl noch nie ein dantvareres Puolitum gehabt als in diesen letzten Wochen. Und immer wieder sind die Säle im„Freischütz" und„Im Reiche des Wassers" bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Kunsterlebnis besonderer Art wird uns in der kommenden Woche, am 29. November, zuteil. Die weltberuhmte Pianistin Professor Elly Ney gibt im Rathaussaal einen Konzertabend. Gewiß möchte mancher von euch diese Freude erleben! Überhaupt: wir hier in der Heimar sind guten Mutes und froh. In vielen Kleinigkeiten drückt sich das aus. Es ist in Schwerte wohl noch nie so viel geheiratet worden, wie gerade in den letzten Wochen. Der Mut zum Leben und das Vertrauen in die Zukunft spricht daraus, und so ist jede Verlobungs= und Hochzeitsanzeige, mehr noch jede Geburtsanzeige der Beweis dafür, wie vertrauensvoll unser Volk vorwärtsschaut. Das Vertrauen unserer Volkes aber ist der größte Aktivposten und der sicherste Wechsel auf eine glückliche Zukunft Großdeutschlands. Soldaten, wir grüßen euch! Wir grüßen euch auch heute mit unserem stolzesten Gruß: Heil Hitlee! 2o n Rorno woom Peiek Kinlnn Die letzten zwanzig Minuten vor dem surchtbaren Ereignis im Hause Uhlig verliefen so: Auf das Klingelzeichen öffnete die Wirtschafterin Dora Hoppe die Haustür und führte Herrn Bärlapp, einen guten Bekannten und Geschäftsfreund ihres Herrn, ins Arbeitszimmer. Sie bat ihn, sich zu gedulden. Herr Uhlig sei in seinem Zimmer, werde aber wohl gleich kommen. Der Besucher knüpfte eine Unterhaltung mit dem noch jungen und hübschen Mädchen an. Dora Hoppe konnte nicht umhin, länger als ihr lieb war zu verweilen, und sie kehrte daher erst nach geraumer Weile wieder zu ihrem Zimmer zurück, wo ihr Besuch ihrer harrte. Im Treppenhaus kam ihr Fritz Lennemann, der einzige Angestellte des Versandhauses Uhlig, entgegen. Er wohnte im Hause, aß aber in der Wirtschaft. Im Begriff, sich zum Abendessen zu begeben, wechselte er mit Fräulein Hoppe im Vorübergehen einige Worte. Darauf trat die Hausgehilfin in ihr Zimmer ein. Zu ihrem Mißvergnügen hatte sich Reinhold Kurz, ihr Verlobter, bereits zum Weggehen fertiggemacht.„Es ist Zeit für mich“. sagte er.„Ich muß noch arbeiten.“ Unter der Haustür nahmen die beiden Abschied voneinander, und sie schloß hinter ihm ab. Fünf Minuten später klingelte es wieder. Diesmal war es der Arzt. in dessen Behandlung der berzieidende alte Herr stand.„Herr Uhlia ist noch in seinem Zimmer", teilte die Wirtschafterin ihm mit. nahm dem Doktor Hut und Mantel ab. In diesem Augenblick gellte ein schrecklicher Schrei durchs Haus. Dora Hovpe erschrak so sehr, daß sie wie gelähmt dastand und kein Glied rühren konnte. Dr. Müller rannte zum Zimmer Uhligs, riß die Tür auf. niemand da. Er stürzte die Trevpe hinauf: Bärlavp ihm nach. Im Bitro“ endlich fand man Ublig, noch lebend. aber in den letzten Zügen. In einer äußersten Willensanstrengung hoh der Unglückliche den Kopf. öffnete verkrampft den Mund. Atemlos lauschten die Umstehenden seinen Worten: „Es war Kurt...“ Damit brach der Satz ab. und das Leben zerrann in einem Röcheln. Diese Feststellungen machte der Kriminal= kommissar Türk in den ersten Verhören und Untersuchungen. Der Mordverdacht richtete sich einzig und allein gegen Kurt Fremina, den Neffen Uhlias. der denn auch alsbald verhaftet wurde. Die Zeugenaussagen eraaben, daß es oft zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Onkel und Neffen gekommen war. Kurt Flemina, ein etwas leichtlebiger junger Mann, hatte über seine Verhältnisse gelebt und oft die geldliche Hilfe seines Onkels in Anspruch genommen. Fräulein Hoppe bekundete, Kurt Flemina habe noch am Vorabend des Mordtages eine erregte Aussprache mit dem Onkel gehabt, in der es laut herging. Das Wort Enterben sei gefallen und der alte Herr habe im Zorn geschrien:„Keinen Pfennig bekommst du mehr von mir! Ins Zuchthaus mit dir! Da gehörst du hin!" Kurt Fleming leugnete entschieden, der Täter zu sein oder mit der Mordtat irgend etwas zu tun zu haben. Zunächst war er guten Muts und voller Zuversicht, daß sich der wahre Sachverhalt bald aufklären werde. Sehr bald mußte er jedoch zu seinem Schrekken einsehen, daß seine Lage bedenklich war und alle Indizien den Verdacht gegen ihn bestärkten. Das Schlimmste war, er konnte sein Alibi nicht nachweisen. Und dann kam unvermutet der Schlag, der ihn furchtbar traf und ihm jede Hoffnung raubte:„Ihr Onkel selber", erklärte der Richter dem Untersuchungsgefangenen.„hat Sie als seinen Mörder bezeichnet. In seinem letzten Atemzug noch sagte er: es war Kurt...“ Außer sich vor Entsetzen und Verzweiflung, schrie der Häftling:„Das kann nicht sein! Nein, nimmermehr! Sie lügen mir etwas vor, um mich zu einem Geständnis nach rem Vorurteil zu zwingen. Aber ich bin schuldlos.“ Kommissar Türk untersuchte mit seinem Gehilfen Fred Hanke wiederholt die Stätte des Verbrechens. Besonders interessierte ihn auch das Haus selber und die Räumlichkeiten. Das Büro, in dem der Mord geschehen war, lag über der Privatwohnung. Neben dem Büro befanden sich einige Kammern und Lagerräume. Ganz vorn das Zimmer des Angestellten Fritz Lennemann. Es war ein altes Haus, düster und verwinkelt. Die verbindende Treppe vom Unter= ins Obergeschoß jag weit im Hintergrund, so daß man vom vorderen Teil des Hauseingangs aus keinen Ueberblick hatte, wer die Treppe benutzte. Fingerabdrücke oder sonstwelche Spuren fanden sich nicht. Aus den Büchern und pieren ging hervor, daß in dem Geldschrank eine größere Summe aufbewahrt worden war, die, am Vormittag bar eingegangen, von Uhlig anscheinend nicht gleich auf sein Konto an die Bank abgeführt wurde. Der Geldschrank stand offen, unerbrochen. Das Geld war weg. „Tja“, sagte Türk nachdenklich zu Hanke, „da sieht's traurig aus für unseren Gefangenen. Wie mag er unter diesen Umständen noch seinen Kopf aus der Schlinge ziehen?“ „Das klingt beinahe, als seien Sie von der Täterschaft Flemings nicht ganz überzeugt“, meinte Hanke verwundert. Der Kommissar erwiderte nichts, zuckte nur mit den Schultern. Hanke griff den Zweifel seines Chefs auf. „Und wenn man den Fall setzen wollte, es könnte ein anderer gewesen sein als Kurt Fleming, so käme doch nur jemand in Betracht, der den Vornamen Kurt hat. Meines Wissens ist aber niemand im Haus oder unter den Verwandten und Bekannten Uhligs, den er einfach und vertraulich mit Kurt anredete.“ Türk zog sein Notizbuch hervor und sah die Liste der Namen durch, die er sich im Zusamenhang mit dem Mordfall vermerkt hatte. So stand er lange im tiefen Sinnen über die Namen gebeugt. Plötzlich fuhr er lebhaft auf, hakte mit dem Bleistift einen Namen an und sagte:„Diesen Mann will ich mir vor allen anderen einmal genau ansehen.“ Acht Tage später hatte der Kommissar alle bisher in dem Mordfall Verhörten auf sein Büro geladen. Es waren versammelt: Dr. Müller, Fräulein Hoppe, der Angestellte Fritz Lennemann und die Herren Reinhold Kurz und Walter Bärlapp. Unter Beisein des Kriminalassistenten Hanke befragte Türk jeden einzelnen nochmals eingehend. Vor allem legte er den Zengen Dr. Müller und Bärlapp eindringlich nahe, ihre Aussagen über die letzten Worte Der Kommissar nahm Kurz ins Einzelvenhör, bewies dem Verbrecher an verschiedenen Anhaltspunkten, die er ausfindig gemacht, wie der Vorfall im Hause Uhlig sich abgespielt hatte.„Sie waren häufig bei dem alten Herrn im Büro, um für ihn gewisse Arbeiten auszuführen, Prospekte und Rundschreiben abzufassen und Werbemaßnahmen zu besprechen. Sie wußten also Bescheid im Hause Uhlig; hatten herausbekommen, daß er den Schlüssel in der Nähe des Geldschranks aufbewahrte. Nun begannen Sie ein Verhältnis mit Fräulein Hoppe und warteten die günstige Gelegenheit ab, Ihr dunkles Vorhaben auszuführen. An jenem Abend lauerten Sie, bis Herr Lennemann aus dem Hause war, der Ihnen in seinem Zimmer so nahe beim Büro hätte gefährlich werden können. Nach Ihrem Abschied von Fräulein Hoppe kehrten Sie heimlich ins Haus zurück — den Hausschlüssel hatten Sie bekommen und verübten den Einbruch. Ihre Annahme, daß Sie vor Herrn Uhlig sicher wären, weil ihn Besucher erwarteten, verwirklichte sich jedoch nicht. Er überraschte Sie und Sie schlugen ihn nieder, flohen mit dem geraubten 25 czu#t#imm mit Werner vom Hofe Du gehst keinen Schritt, es geht einer mit, ob gestern, ob heute! Schaut fragend dich an, ob Frau oder Mann, und bleibt dir zur Seite. Ist hartes Gebot in Freude und Not und richtet die Stunden. Sein Leben ist dein, doch dein Opfer ist sein, für immer verbunden! Du gehst keinen Schritt, es geht einer mit. Es ist dein Soldat! Sein Herz schlägt wie deins, euer Leben ist eins. Eins sei auch die Tat! Geld ins Zimmer Lennemanns, von wo Sie in der allgemeinen Verwirrung unbemerkt entkamen. Stimmt's?“ Der Kommissar hatte nun den Verbrecher bald so weit, daß er ein Geständnis ablegte. Ein halbe Stunde später tauschte Kurz mit Kurt Fleming die Freiheit gegen die Gefängniszelle aus. Teeocn worn Mninn MuLLu Von Gertrud Aulich In der kleinen Stadt zwischez,„Wald und denke an die vielen Frauen, die jetz, attingen 2 siegen Ver, te. Taglec, fährt auf und Mütter sind.“—„u vergiß, vutz, wir nicht hie mit gegen Frauen und Mütter kämpfen", lächelte der Sohn.— Bergen liegeg gerwundete. ver schönen Walostraße eine offene zutsche u. g.p.z 9.. F. T: gast du recht= und Gott Genesenden in ven, Walo hinein, der jetzt in der Sohn.-„Rein, va vast vu recht: und Gott allen Farben des Herbstes glüht und brennt. segnet die, deren Kampf ritterlich und menschun Gunuz u aun a a# e n. n ue ee Arh aer an ge Ke. Dem Manne ging es gut. Er hatte einen sterung,. der Freude, des Stolzes und der Liebe seine Verwundung und brachte die sunge Schwe= Er war nur ein einfacher Soldat aber denster zum Lachen.„Oh, was diese Schramme an= Kr, Wur s. ir. langt", sagte er,„so habe ich sie in ehrlichem Kampf und mit ehrlicher Waffe erhalten. Anderen erging es nicht so gut Viele wurden hinterrücks, von Dächern und aus Baumwipfeln her angeknallt oder wie ein Schwein abgestoven. Se ber Eikge heim blassen tzuchr er' giüt einer Gruppe von Menschen eine alte Frau hersternd fort.„Gott weiß, ob er davonkommt, zehn vor. Um die Schultern hatte sie ein dunkles Tuch Tage quält er sich schon. Die Pest über das polggsindel!“ fel bestehen“, sagte der Doktor,„ganz deutlich hörte ich aus dem Munde des Sterbenden: es war Kurt.“ Herr Bärlapp indessen zögerte ein wenig. Dann erklärte er:„Mir kam es so vor, als hätte der Sterbende noch etwas sagen wollen. Oder täusche ich mich? Es ist ja wohl auch nicht von Bedeutung, ob Uhlig sagte: es var Kurt oder, wie ich verstand: es war Kurts..“ „Es war Kurts“, wiederholte der Kommissar, jedes Wort bedeutsam betonend In seinen Augen zuckte ein triumphierendes Leuchten auf. Mit einer schnellen Wendung drehte er sich um, baute sich wuchtig vor dem Verlobten Fräulein Hoppes auf:„Nun, Herr Kurz, was sagen Sie dazu? Der Ermordete bezichtigte Sie, Kurz. nicht seinen Neffen Kurt. Sie sind der Mörder!“ Die Ueberrumpelung gelang vollkommen. Kurz wurde leichenblaß und zitterte am ganzen Körper, machte nur stammelnd den Versuch, zu leugnen. „Geben Sie sich keine Mühe“, herrschte der Kommissar ihn an.„Wer sich schon so erfolgreich wie Sie als Versicherungsbetrüger und Heiratsschwindler betätigt hat, der versucht's auch einmal bei Gelegenheit als Einbrecher. Ich war Ihnen in den letzten Tagen auf den Fersen, mein Junge, und da kam allerhand zutage.“ noch konnte er hier und da das Seine menschlich tun. Wenn sie einen Ort jenseits der Grenze besetzten, so lachte er den jubelnden Mädchen zu, als wäre jede von ihnen seine Braut; mancher alten Frau drückte er im Vo beimarschieren die Hände, als drücke er sie seiner eigenen Mutter. Als sie in Krakau einmarschierten trat aus nische Morogesinder Ich sah nach dem Bett in der Fensterecke, wo in weißen Ausgengber Soient anp. ggggn eingefallenes Gesicht war von jener wächs geschlungen, in der einen Hand hielt sie einen bauchigen Krug mit einem Getränk. Es war ein anstrengender ST., d Stazeb lag ßer und anstrengenoer Tag, der Stauo lag in der Luft und drang durch alle Kleider und Poren, der Lurft,war stagr und orennend. Der in weißen Kissen der Soldat lag. Sein schmales, Poren, der Durst war stark und hrennend. Der gangetaltzenes Gesicht war von jener wachserpez junge Soldat griff, der alten zulächelno, nach Blasse die ein langex, zwischen Leben und 2.00, dem Kruge schwankender Zustand hervorruft, die geschlossenen Augen lagen unter hellen Braunen tief in em Kruge,.51 ihr Resicht Sie lächelte nicht zuruak, ihr Gesicht war hart Augen lagen unter hellen Braunen tiek.i Er erinnerte sich, mit Genuß den Krug an die den Kopf hineingezogen, eine Strahne weiß= Lippen setzend, seiner Mutter und in Gedanken blonden Haares fiel seitlich über ein blutleeres verschwamm das Gesicht der Alten mit den ZüHaares fiel seitlich über ei Ohr, Er lag bis an die Brust zugedeckt, unbe gen der Mutter.„Eine Frau wie meine Mutweglich auf dem Rücken; nur die langen, gelben ter“ ging es ihm durch Kopf und Herz, wähHände fuhren unruhig auf der Decke umher. Ein rend er, mit erhobenem Arm den schweren Krug schmerzliches, zuweilen durch einen schweren haltend, in raschen Schlücken trank. Atemzug unterbrochenes Stöhnen entrang sich Da spürte er einen heftigen Stoß gegen seiseiner Brust. nen Leib und sah, indes der Krug klirrend zerMit welcher Begeisterung und Zuversicht ging schellte, wie es rot von Blut über seine Uniform er in diesen Krieg.„Eine gerechte Sache kommt qnoll. Er begriff vorerst nicht, was da mit ihm schnell zum Sieg!“ pflegte er zu sagen. Seine vorging, daß die böse Alte ihm ihr unter dem Mutter antwortete darauf:„Gewiß, aber ich Tuche verborgenes Brotmesser in den Leib gestoßen hatte. während er trank. Er schrie auf, mehr vor Verwunderung und Entsetzen als vor N a 0L Schmerz, und das letzte, was er vernahm, ehe ihm die Sinne schwanden, war, daß die Alte, oidowirrernen von dem Kolben eines deutschen Gewehrs getroffen. niedersank— Die junge Schwester, die mir flüsternd die Als sie eintraten, erwartete sie Freudinger Geschichte des jungen Soldaten erzählte, schloß: Jahre in der Lotterie gespielt und nichts ge= in seinem tiefen Lehnstuhl. Er schien heute kei=„Wir konnten es uns nicht erklären weshalb mannon hat, nichts im Leben und nichts in der nen guten Tag zu haben. Sein Auge war trübe, er im Fieber immer den einen Satz wiederholte: Lotterie, ist das müde Herz wohl kaum mehr und sein Puls ging schneller als sonst Schon Eine Frau wie meine Mutter... und uns dem Ansturm einer großen Ueberraschung ge= zögerte der Arzt ob er die Freudenbotschaft dabei mit seinem entsetzten Blick ansah. Erst wachsen. Wie sollte es auch? War doch Gott= nicht lieber einen Tag verschieben sollte, da als sein Kamerad eingeliefert wurde, klärte sich fried Freudinger schon wegen seines Herzens in begann Gottfried Freudinger selbst:„Wollen das Rätsel.“ Behandlung des alten Hausarztes Thaddeus Sie mein Los nicht weiterspielen, lieber Dok=— Bartholoma. Nicht daß ihm dieses oder jenes tor?“ Ein tragikomischer Schulbetrieb fehlte, es war mehr eine nachbarliche Freund=„Ihr Los?“ Ein traginomischer schaft, welche die beiden alten Zogrgepemizher. Ja. Ich spiele jetzt schon fünfzig Jahre das In dem norwegischen Städtchen Kongsvil die vergangenen Zeiten könnte man leicht,ein;, gewinne, gebe ich es auf.e nichts ist der Schulbetrieb schon langst zu eirgr jtege und ein Pülverchen verschreiben. Diese Zoylle. Der Arzt nutzte die günstige Gelegenheit. Kinder sollen die Schule besuchen, aber seil hatte wohl noch Jahre gedauert, wenn nicht„Was möchten Sie denn tun, wenn Sie ge= drei Jahren kommen nur fünfzehn, weil den eines Morgens Gottfrieds Frau aufgeregt zu winnen würden?" Eltern der übrigen der Lehrer unsympathisch dem Arzt gelaufen gekommen wäre und heftig„Viel?“ ist. Jetzt endlich will die Obrigkeit gegen die „Einen großen Betrag.“ am Schulstreik beteiligten Eltern Anklage er„Zehntausend?". heben. Sie ist dazu veranlaßt worden durch die Mitteilung, daß seit einigen Wochen die Schule in Kongsvik überhaupt nicht mehr besucht wird. Das hat mit dem eigentlichen verschwamm das Gesicht der Alten mit den Zügen der Mutter.„Eine Frau wie meine MurWenn man siebzig Jahre alt ist und fünfzig Jahre in der Lotterie gespielt und nichte wonnen hat, nichts im Leben und nichts in Eine Geschichte von Jo Hanns Rösler Als sie eintraten, eines Morgens Gottfrieds Frau aufgeregt zu dem, Arzt gelausen gerommten ware und heftig an seiner Tür geläutet hätte. „Es ist etwas Schreckliches geschehen!" „Um Himmels willen! Was denn?“ „Mein Mann...“ „Ist ihm etwas zugestoßen?“ „Er hat das Große Los gewonnen!“ Der Arzt glaubte, Falsches vernommen zu haben. Als es ihm aber dreimal. viermal wiederholt wurde als er die Depesche mit dieser Nachricht selbst in der Hand hielt, verklärte sich sein Gesicht.„Wie hat Gottfried es ausgenommen?“ „Er weiß es noch nicht.“ „Er weiß es noch nicht?“ „Ich traue mir nicht, es ihm zu sagen. Ich fürchte...“ „Ihn könnte der Schlag treffen?“ „Ja. Vor Freude kann er tot umfallen.“ Der Arzt nickte.„Wir müssen dies bedenken", lgete er,„ein altes Herz muß geschont gen* Der Arzt nahm Hut und Mantel.„Ich will 99 dern tuv Kommen Sie!“ „Mehr.“ „Zwanzigtausend?“ „Noch mehr.“. sucht wird. Da „Dreißigtausend? Fünfzigtausend? Hundert= Schulstreit nichts zu tun, sondern ist einfach scuteno! die Wirkung der Tatsache daß der Zugang zu: Schule durch einen Stacheldrahtzaun versperrt Noch schien der Alte ganz ruhig. Der Arzt nahm die letzte Hürde. „Was möchten Sie tun, wenn Sie das Große Los gewännen?" „Das Große Los?“ Das Gesicht des Alten verklärte sich. Als ahne er etwas, sah er den Arzt starr an. Einen Augenblick schnappte er nach Luft. Sein Gesicht glühte. Erschrocken sprang der Arzt hinzu. Aber schon hatte der Alte sich wieder in der Gewalt. Da fiel der Arzt tot um. Ahn hatte vor Freude der Schlao antrotten ist. Den Zaun hat Kristen Benjaminsen errichtet, der schon seit langer Zeit mit der Gemeinde prozessiert Er behauptet, dei Grund und Boden, auf dem das Schulhaus steht gehöre eigentlich ihm Da nach seiner Meinung die Gerichte zu langsam arbeiten sperrt er jeden Morgen das Schulhaus durch Stacheldraht. Nachmittags läßt der Gemeinde=Amt Vin Brinf ius Und##ommtn won Coeokor von Cuemits#uine Ich kenne Sie nicht, die Sie sich über meine Zeilen beugen und sie vielleicht im Abenddämmern lesen, wenn der Mond schon am Himmel steht. Vielleicht lesen Sie auch meine Zeilen beim Frühstück, ehe der Tag mit seinem Gleichmaß an Pflichten und Arbeit beginnt? Gleichviel. Aber wie glücklich wäre ich, wenn eines meiner Worte Sie erreichte, wenn es wirklich zu Ihnen spräche, selbst wenn ich es nie erführe. Habe ich gesagt, ich kenne Sie nicht? Das ist salsch. Das ist ganz und gar falsch. Ich weiß genau so um Sie, wie ich um mich weiß. Und daher fühle ich all Ihre Nöte, Ihre Sorgen, aber auch Ihre Hoffnungen und Ihre Zuversicht mit. Denn ein und derselbe Strom fließt in dieser Zeit durch aller Herzen. Unsere Väter, Männer, Söhne, Verlobten und Brüder kämpfen. Auch wir Frauen haben Tag und Nacht kein anderes Ziel vor Augen als: Deutschland. Doch wir können dies nur erreichen, wenn wir zuerst unsere Herzen zur Ruhe bringen. Unser Herz zur Ruhe bringen, bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den allerletzten Sinn unseres Frauen=Daseins überhaupt. Es bedeutet, sich rückhaltlos zu ergeben. In den Willen Gottes, in das Schicksal, in die Bestimmung, die jedem von uns auferlegt ist. Die Langmut des tröstenden Goethe=Wortes—„und bis zum Menschen hast du Zeit“— ist plötzlich in die Dringlichkeit des Heute gerückt. Die Stunde, sich zu bewähren, ist endlich gekommen. Welcher Stolz kann größer sein als jener, sich zu bewahren, die Forderung, die an uns gestellt wird, ganz zu erfüllen, ja, über uns selbst hinauszuwachsen in der Kraft des Dienens, in der Zuverlässigkeit des fest und unverrückbar Stehens, dort, wo unser Platz ist. Wir müssen jetzt für alle, die fortgezogen, die Heimat bedeuten, die Erde, die Kraft ausschickt.„Wer reiner Hände ist, mehrt die Kraft“, heißt eine wunderbare Verheißung.— Wer der eigenen Sorgen Herr wird, tut es auch. Als kleine Mädchen wurden wir in einer Schule dazu angehalten, während der Adventswochen täglich irgendeine Tugend besonders zu üben. Heute hieß unsere Losung geduldig, morgen klaglos, dann wieder einen Tag lang tapfer zu sein. Ich erinnere mich noch genau, wie wir jede kleinste Gelegenheit ausnützten, unser Gelöbnis zu erfüllen, denn nur wer sich vorher Opfer auferlege, könne das Wunder der Weihnacht ganz erleben, sagte man uns. Vielleicht erscheinen solche Erziehungsmaßnahmen heute altmodisch. Fur uns waren jene fernen Wochen, als wir kindlich bereit waren, viele Opfer zu bringen, unendlich schön. Könnten wir nicht alle, frage ich heute, jedes für sich, solche Tage begehen? Einmal vierundzwanzig Stunden lang klaglos, aufopfernd, fleißig sein? Prüfen wir uns, wie oft wir in der Erfüllung der allereinfachsten Pflichten versagen, die heute mehr denn je notwendig sind! Fleißig sein, arbeiten, die Zeit ausnützen ist die beste und einzige Hilfe gegen das eigene Ich in schweren Zeiten. Denn nur ernste Arbeit bringt über die Tage der Bedrückung. „Nein, jetzt kann ich nichts tun, ich kann mich einfach nicht konzentrieren“, höre ich immer wieder Menschen ausrufen. Dazu möchte ich eine winzige Begebenheit aus dem eigenen Leben als Beispiel hier anführen: Vor Jahren hatte ich nach schwerer Krankheit Wochen innerer Unfähigkeit und Gleichgültigkeit gegen das Leben zu überstehen. Alles lastete übermäßig auf mir, es schien mir, als hätte jeder Tag statt vierundzwanzig hundert Stunden. Da sprach mir ein lieber und kluger Freund zu, doch meine Zeit nicht so zu vergeuden. Gut, ich könne nicht arbeiten, aber wie beneidenswert wäre ich, ich hätte Muße, irgend etwas zu lernen oder auch eine Liebhaberei, gleich welcher Art, zu pflegen. Ich schüttelte erst den Kopf und wehrte mich. Dann fiel mir ein, wie hübsch es wäre, mehr von dem Leben der Vögel zu wissen, für die ich seit Kindertagen eine besondere Vorliebe habe. So entstand meine große Vogelkarthotek, aus deren Zusammenstellung ich viel inneren Gewinn davontrug. Wie kurz wurden mit einemmal die nichtendenwollenden Tage, wenn Pirol oder Seidenschwanz, Rohrdrommel oder Grasmücke durch das Zimmer strichen und mir ihre Geschichte, ihre Gewohnheiten und Bedürfnisse erzählten. Von einem anderen Krankenbett hörte ich berichten, daß eine Gelähmte, um sich zu beschäftigen, mit ihren überaus geschickten Händen Puppen für arme Kinder nähte. Sie hatte nie vorher eine Puppe angefertigt. Aber aus dieser Güte wuchs nach und nach eine ganze Puppenindustrie, die heute noch im Heimatort der Kranken besteht. Eine letzte wahre Geschichte, ebenfalls aus meiner unmittelbaren Nähe, entnehme ich den Jahren des Weltkrieges. Damals schrieb eine einsame Frau im leidenschaftlichen Drang, anNakundne (Weltbild— M.) man viel nützen! Wärme, Heiterkeit, Trost oder Teilnahme zu verschenken, kann mehr bedeuten, als die Gebenden wissen. Schon allein, einsame Frau im teidenschaftlich,#. Licht die wer richtig zuhören kann, das eigene Ich also deren Frauen zu belfen, die vielleia..—. ausschaltet, um des anderen Lage zu bedenken, gleichen Kenntnisse und Erfaprzz und zeinten, ist ein Wohltäter, er hat etwas Gutes getan. auf der Basis wirklichen Sparen= und Vinte, Ahnen Sie die Sie mir zuhören, wie ich aus lens ein Kochbuch, das unvergessen ist. Sie hat nie vorher ein Buch geschrieben, aber in der Stunde der Not sammelten sich ihre Kräfte, und Segen war über ihrer Arbeit, wie es immer ist, wenn Menschen mit Ernst etwas machen. Ich behaupte, und dies nicht nur, weil ich ein sprochen, so doch zu Ende gedacht werden. Die Frau nahm in Gedanken hundertmal die Aussprache vorweg,— sie hörte sich mit kühlen Worten die Trennung vorschlagen, dann wieder hörte sie ihn sein Unrecht gestehen und st ein Wohltäter, er hat etwas Gutes gerrz, Bezte, osch funerenor. vonen Ste, ue Ste mitr uu,v.,. 1., lange, und meistens kamen ihr darüber die lange, und meistens kamen ihr darüber die Tränen. Es geschah wohl, daß der Mann an ihr die Spuren der Tränen wahrnahm, er brachte jedoch kein Wort über die Lippen.— Eines nur tat er: er gab sich mehr als früher mit seinem Sohne ab, als suchte er hier die Wärme, die von der Frau zu fordern sein Gedem Unbekannten zu Ihnen spreche, wie namenlos viele Menschen um Sie herum einsam sind und danach hungern und dursten, sich einmal auszusprechen? Alle gehen an diesen Wartenden vorbei oder— halten nur an, um von sich selbst zu reden.„ 4ausend und dies nicht nur, weil ich ein Jede Frau wird jeden zag von rausezu Wärme, die von der Fr Optimist bin(- und es auch sein vil.) daß VBilichen angernsen, jiede, auch de Allzst mastz, wizen iom vexanpung ginein prach eine anwvir ale viel mehr können, als wir uns selbst hat heute ihren Wirkungsberesch. Dies.iz wun, on diese Spanuz, Zeiguig dieser brei wenautranen. Schon alein mit leinen Gaben lann derkar aber auch verpflichten.. sheri verhoh sich ein größeres algeneines Schicksal. Es rief die Männer hinaus, von Frau und Kindern weg. Es verwandelte die feinen Gespinste, ungezählter Einzelschicksale über Nacht in ein hartes und metallisches GeSkizze von Marta Hillers flecht, das jeden umschloß. Der Mann, fünfdie Schutmapoe auf den Küchentsch.„Gibis Verantwortung trugl eines Morgens die Verntung zum Heres. bald zu essen? Ich habe einen Mordshunger!“. Durch Zufall hatte sie von dieser anderen dienst. ichk Mist; rocht tief zu Furechen im, erfahren. Es war erst drei Tage her. Bis dahin hatte sie in blinder Gläubigkeit geseufzt und ihren Mann bemitleidet, wenn er spät am Abend. aus beruflichen Gründen, wie er vorNeobn Er gab sich meuhe, recht tief zu sprechen, immerhin war er fünfzehn Jahre alt. Die Frau am Fenster fuhr herum. Ihre Augen blickten über den Jungen weg, als sähe Da brach es aus ihm hervor.„Ich möchte dir etwas sagen", sprach er leise, und ohne die Frau anzusehen. „Das brauchst du nicht", rief sie und umfaßte Augen blickten über den Jungen Beg, a.s übe gab, zu Vesprechungen und Zusammenkünften„Das braucht du nicht“, rief sie und umfaßte be ihne gur nicht, zwichen ibren Grauen Kaund vu, V— vetsvenungen un ,F Zolege, in ves, seinen Arm.„Ich weis alls, ich hale ales eur: Gate. 246 du—, vote be noch ouve, sen Geselschaft ihr Man angebich weilte, ei. erahren. Eage mir nuir ens Welle, sie grif bich an die Stirn, asger, bch, nes Abends über den Weg lief und offendar Mein Essenk und hütrzte vum Ferdze, Töpg—, nichts wußte, wurde ihr bitzartig klar. de die Klammen unter den damptenvr, xiche potzin es den Mann zog. Sie wuste auf einen keiner drette.„Geh und setz diag zu 2usy... zum er die Abende so oft fern von ihr sagte sie zu dem Jungen, der sie verwundert mat, wornn, jhr Mann, der fünfundvierzig ter sa auch: Sie horchte zur Tür bin, Jahre alt war und so viel jünger aussah als wo sich ein Schlüssel im Schloß drehte, ihre sie, die gleichaltrige Frau Mundwinkel verzogen sich plötzlich wie bei einem Kind, das anfangen will zu weinen... „Nein, ich weine nicht, ich nicht!“ sprach sie zu sich selber, während sie, wieder allein, mit den Töpfen herumhantierte.„Ich weine nicht —“ Wohl war sie eifersüchtig, das gestand sie erführen. Sage mir nur eins—“ Sie hielt inne und suchte nach Worten, der Mann sah sie gequält und voll Unruhe an. „Sage mir nur eins“, wiederholte sie,„wirst du— wirst du auch dort Abschied nehmen?" Er verstand.„Nein". antwortete er ganz ruhig,„das werde ich nicht tun. Das erwarSie dachte nicht gern daran, wie sie seinen zet man dort auch nicht...“ Und nach einer par—6, Ger woste nicht nüchternsten Geschiftsion Als das war recht weiter, bewegte Bisios de Hinde= und widerlich, und sie schob es von sich weg, um murmelte:„— man schickt sich schwer ins sie widerlich, und sie schob es von sich weg, um murmelte:„ wurde sie desto heftiger bei dem Unrecht zu verweiten, Aelterwerden.“ sich ein: nach sechzehnjähriger Ehe wurd.. das ihr angetan ward von einem Gefühl zerrisen, das sie biöber nur—... ge um den Tisch. Der Junge in Füm und Romanen geibteggie, hatte ghrund Zu dritt saben Fgppezt, ag del ium 3uuse Sie war eifersüchtig— und sie hatte Grund aß mit gesundem uppetn, es fiei iym kaum dazu. Da stand sie nun und kochte und schaffte auf, daß der Vater mürrisch und gereizt, und sorgte sich von früh bis zur Nacht für die Mutter ungewöhnlich schweigsam war... Ihren. Vielleicht sah sie schon einmal müde it war die andere hübscher und eoy ostnrecht würgen. Rein, das brängt Da lächelte sie, lächelte frei und herzlich.— „Ja, nicht wahr?“. Sie lehnte sich an ihn: „Alt? Du? Und dabei holen sie dich jetzt wie die Jungen...“. Er atmete tief auf.„Wir beide“, sagte er, „wir zwei, was?“ „Ja!“ sprach sie hell und fest und sah ihm geraden Blickes in die Augen. Frohe Stimmung Musik ersreut jedes Goldatenherz, ein Schnappschuß, von Der Westsont n# An der Westfront sonnigen Tagen sipzt die Bunkerbesatzung unter dem gemütlichen Bunkerzelt am " I Ali Errierliat.— von Max Deal Allerdings war es ihm höchst peinlich, Gitta in diesem dürftigen, wenig einladenden Raum empfangen zu müssen. Das schmale Bett mit dem Strohsack und der unsauberen Decke war noch zerwühlt. In der Schüssel des eisernen Waschtisches befand sich noch das schmutzige Wasser. Die Scheiben des einzigen Fensters, das auf den Hof hinausging, waren lange nicht mehr geputzt worden. Sein Mantel und Hut lagen auf den verblichenen Stühlen herum. Er selber war nur halb angekleidet. Er machte eilig Toilette, griff nach einer Bürste und putzte hastig Rock und Weste, und glättete vor einem kleinen zerbrochenen Spiegel seine Haare. Dann begann er Ordnung im Zimmer zu machen, so gut es eben ging. Er war noch nicht ganz damit zu Ende gekommen, als es an der Tür pochte und seine Wirtin mit einer sichtlich erstaunten Miene über den vornehmen Besuch Gitta eintreten ließ. Nur schwer konnte sich die Frau entschließen, sich zu entfernen, sie hätte zu gern gewußt, was die junge, elegante Dame bei ihrem Mieter wollte. Erst auf einen energischen Wink Meinhardts verschwand sie. Gitta und Meinhardt schwiegen ein paar Atemzüge lang wie zwei Kämpfer, die ihre Chancen abwägen. „Gitta... mir ist es, als ginge mir nach langen, trüben Tagen endlich die Sonne wieder auf, weil Sie zu mir kommen, zu mir, der ein Paria geworden ist“, fing er in seiner phrasenhaften Weise, die er immer noch nicht abgelegt hatte, zu sprechen an.„Nun wird es hell um mich, die Gespenster meiner Vergangenheit verkriechen sich in ihre Schlupfwinkel und Löcher.“ Gitta stand mit eingekniffenen Lippen und zusammengezogenen Brauen vor ihm, die Brieftasche in der Hand, während ihr Herz heftig schlug. „Lassen Sie das", erwiderte sie mit schneidender Kälte, die Meinhardt sofort fühlte und ihn zwang, überrascht und verständnislos aufzublicken. Etwas gepreßt meinte er: „Wie soll ich mir Ihr merkwürdiges Verhalten deuten? Ich hatte gehofft, Sie wollten mir durch Ihr Erscheinen Ihre Anteilnahme an meiner schrecklichen Lage bezeugen, Sie seien als mein Rettungsengel gekommen.“ „Dann haben Sie sich getäuscht", gab Gitta zur Antwort.„Wenn ich Sie hier aufgesucht habe, geschah das bestimmt nicht, um mir Ihre unerträglichen Phrasen anzuhören.“ „Was verschafft mir dann die Ehre Ihres Besuches?“ fragte er in gereiztem Ton. „Es ist inzwischen festgestellt worden, daß die Brieftasche, die Sie in der Mordnacht im Garten der Villa Wernburg gefunden haben wollen, Ihr Eigentum ist!“ erklärte Sie, jewollen, Ihr Eigentum ist!“ erklärte sie, jeMeinhardt zuckte ganz unmerklich zusammen. Seine Augen bekamen etwas Starres wie bei einer Katze, die auf einen Vogel lauert. „Wer hat das festgestellt? War jemand dabei, als ich die Brieftasche fand?“ höhnte er. „Sie wollen auf den Busch klopfen, Gitta Lindt... aber ich bin kein Paul Wyler, der auf solche Mätzchen hereinfällt. Vor Gericht gilt der Eid... und den kann ich mit gutem Gewissen schwören.“ „Meinhardt, diese Brieftasche beweist, daß Sie der Mörder Robert Wernburgs sind!" suchte sie ihn zu überrumpeln, ohne auf seine Entgegnung einzugehen. Meinhardt schritt wie ein Rasender durch das Zimmer und hielt hart vor Gitta an. „Beweis? Wo ist der Beweis? Heraus damit!" keuchte er, jede Selbstbeherrschung verlierend. Gitta zeigte ihm die abgerissene Ecke der Photographie. „Hier... das hat man in Ihrer Brieftasche entdeckt.“ Meinhardt stierte mit jähem Erblassen auf das Stückchen Papier. „Was soll das?“ knirschte er gehässig. „Diese Ecke fehlt an dem Bild, das man in der Hand des Toten gefunden hat“, entgegnete Gitta fest, denn sie erkannte, daß sie jetzt um jeden Preis durchhalten mußte, wenn das Ueberraschungsmoment seine Wirkung tun sollte. „Jawohl... das Bild des Mörders“, heulte Meinhardt förmlich auf. „Wie kommt das in Ihre Brieftasche?“ „Ich sagte schon, daß es nicht meine Brieftasche... Herrgott... ich habe sie doch gefunden...“ „Dieses Märchen glaubt Ihnen niemand... dieses Stückchen Papier hat Sie verraten“, sagte sie laut, als wollte sie dadurch ihren Mut stärken.„Robert Wernburg fordert damit Rechenschaft von Ihnen. Der Tote streckt seine Hand nach Ihnen aus... Sie können ihm nicht entkommen, Meinhardt!" Sie wußte selber nicht, wie sie plötzlich zu diesem pathetischen Ton kam. Dieser mystische Einschlag in ihren Worten war eine instinktive Eingebung des Augenblicks. „Das... das... ist alles Unsinn... alles dummes Zeug. Das ist nur...“, er stockte wie zemand, der sich ertappt sieht. „Alles Leugnen nützt nichts mehr... gestehen Sie, Sie haben den Mord begangen!“ Meinhardt hatte aber bereits seine ganze Kaltblütigkeit wiedergewonnen. „Sie haben mich da in eine Falle locken wollen, Gitta Lindt“, brach es heiser aus ihm hervor, und ein irres, fast verzerrtes Lächeln ging über sein Antlitz.„Sie haben also doch Ihr Herz für diesen Wyler entdeckt und wollen ihn retten, nachdem Sie ihn zuvor in diese Lage gebracht haben. Aber das wird Ihnen nicht gelingen. Mich fängt man nicht so leicht.“ Er sprang rasch an die Tür, drehte den Schlüssel um und steckte ihn zu sich. Dann entnahm er dem oberen Fach des braungestrichenen Kleiderschranks einen Revolver und wendete sich zu ihr. „So, und nun wollen wir einmal ein vernünftiges Wörtchen miteinander reden. Wenn Sie glauben sollten, durch diese lausige Brieftasche und diesen Fetzen Papier Ihren neuen Liebhaber freizukriegen und mich hineinreiten zu können, so befinden Sie sich in einem großen Irrtum. Ueber diese Sache ist noch lange nicht das letzte Wort gesagt.“ „Das werden Sie wohl oder übel der Polizei überlassen müssen", erwiderte Gitta, die jetzt im stillen wünschte, sie wäre doch nicht allein hierhergekommen.„Daran vermag auch Ihr Revolver nichts zu ändern.“ „So. meinen Sie, Gitta Lindt? Ich aber denke, er kann sehr viel ändern, mehr vielleicht, als Sie sich augenblicklich vorstellen können", grinste Meinhardt und wog den Browning auf der flachen Hand.„Den habe ich mir trotz aller Not, die mir oft riet, ihn zu verkaufen, aufbewahrt für den unvorhergesehenen Fall, daß etwas schief gehen sollte.“ Gittas Hirn arbeitete angestrengt, während sie sich vorsichtig der Tür zu nähern versuchte. Sie erkannte zu spät, daß sie ihren Gegner unterschätzt hatte. Meinhardt hatte ihre Absicht durchschaut, aber er verzog nur die Lippen spöttisch. Er hielt den Revolver spielerisch in der Hand und betrachtete ihn fast wohlgefällig. Dann wuchs er plötzlich über sich hinaus. „Gitta, eine Frage... überlegen Sie sich dieselbe reiflich... wollen Sie die Meine werden oder nicht?“ „Nein... niemals!" Ja. in Großdeutschland wird noch jeder satt und die kleinen, an Größe und Ernst der Zeit gemessen, unbedeutenden Einschrankungen, die sich der eine oder andere einmal vorübergehend auferlegen muß, die zeitliche Trennung von mancher sogenannten„lieven, kleinen Gewohnheit“ nimmt jeder von uns gerne auf sich. Soviel ist sicher: Das liebe tägliche Brot ist uns immer noch in ausgiebigem Maße gesichert und die Frühstücksbrötchen brauchen wir auch nicht einen einzigen Tag zu missen. In Berlin schmeckt dem Volksgenossen seine„Schrippe“ nicht weniger gut als dem Münchener seine Semmeln oder Brezeln und dem Rheinländer die verschiedenen Arten von„Röggelchen". Wer aber weiß, daß es in Deutschland einen Treffpunkt, sozusagen ein„Stelldichein" sämtlicher Backwaren aus allen Gaues des Reiches gibt? Fast niemandem ist diese Tatsache bekannt. Und doch verhält es sich so. Dieses überaus bemerkenswerte Museum befindet sich inmitten der Reichshauptstadt, im Tiergarten„Hinter den Zelten", dem traditionellen Lieblings=Erholungsplätzchen der Berliner. Das Haus gleich hinter dem letzten der dortigen Vergnügungslokale gelegen, umfaßt nur einen einzigen großen Raum, denn die dort zur Schau gestellten Gegenstände sind keineswegs von großem Umfang. In Schaukästen hat hier der Reichs=Innungsverband des Bäckerhandwerks all die Brötchen, Semmeln, Brezeln, Weiß= und Schwarzbrote untergebracht, die die wackeren Bäckermeister mit ihren Gehilfen überall in deutschen Gauen herstellen. Mit dem Worte „Norddeutschland“ ist der Kasten beschriftet, der die Berliner Schrippe birgt. Dieses Gebäck ist urberlinischen Ursprungs. Aber man trifft die Schrippe auch in Mitteldeutschland, Pommern und Brandenburg an. Genau wie viele andere Gebäckwaren macht sie gegenwärtig eine kleine Veränderung durch, wobei es aber weder um ihre Form, noch um ihren Namen, sondern lediglich um ihr Gewicht geht, denn die Brötchengewichte unterliegen einer Vereinheitlichung damit sie besser auf die Abschnitte der neuen Reichsbrotkarte angerechnet werden können. Ein wunderlicher Brauch An den hergebrachten Formen werden die Menschen in den verschiedenen Gegenden festhalten. Manche Backwaren können auf ein Alter von einigen hundert, manch andere aber— so unwahrscheinlich es im ersten Augenblick klingen mag— auch auf ein solches von einigen Jahrhunderten zurückblicken. Unsterblichkeit kann beispielsweise die Brezel für sich in Anspruch nehmen. die zugleich Sinnbild des Bäckerhandwerks ist. Wunderlich mutet es ein wenig an, wenn man erfährt daß sie ursprünglich eine sogen. „Dann muß eben dieses Dings da“ er hielt den Revolver hoch,„das letzte Wort sprechen!“ Gitta wich ein paar Schritte zurück. Sie konnte kaum atmen. Unsicher schaute sie nach der Tür, als müßte ihr von dort Hilfe kommen. Der Kriminalinspektor mußte doch längst hier sein. Warum griff er nicht ein? Sie wollte schon um Hilfe rufen, da näherte sich ihr Meinhardt mit vorgehaltenem Revolver. Er sah ihre bestechende Schlankheit, die von verborgener Zärtlichkeit ahnen ließ.. Der Gedanke, daß ihm diese Zärtlichkeit versagt bleiben sollte, daß sie einem anderen entgegenblühen könnte, stachelte seinen Zorn beinahe zur Raserei auf. Ich habe durch Sie so viel gelitten, Gitta Lindt“, fauchte er mit vorquellenden Augen, und auf seinen Lippen lag Speichel,„meine Nächte waren eine einzige Qual. Meine Liebe zu Ihnen hat mich verzehrt wie ein Fieber, und dabei hoffte ich Narr, Sie doch noch zu erringen, wo Sie jetzt wieder frei sind. Jetzt soll wieder ein anderer über mich triumphieren! Aber diesmal haben Sie die Rechnung ohne mich gemacht. Liebe fragt nicht nach Gesetz und Paragraphen. Ein Mann erniedrigt sich immer so weit, als eine Frau ihn fallen läßt. Mein Leben ist schon verpfuscht, und wenn ich es jetzt von mir werfe wie einen alten, abgetragenen Rock, weil ich nichts mehr damit anzufangen weiß, dann müssen Sie mitkommen. Ich lasse Sie nicht zurück, weil ich Sie keinem anderen Mann gönne... können Sie das begreifen? Ich will dieser Welt den Rücken kehren mit der Gewißheit, daß uns beide jetzt wenigstens der Tod vereint.“ Gitta hörte vor allem nur wieder das Phrasenhafte, das Komödiantische seiner Worte, das sie immer schon abgestoßen hatte. Sie nahm deshalb seine Drohungen nur als einen Ausfluß seiner hoffnungslosen Stimmung. „Ihre großen Worte sind jetzt nicht am Platz, Meinhardt, versuchen Sie lieber die Verantwortung für das, was Sie getan haben, mit Fassung zu tragen.“ „Große Worte.. große Worte meinen Sie?“ krümmte er sich förmlich.„Sie werden gleich sehen, wie verdammt ernst es mir ist!" Mit einem hastigen Griff entsicherte; den Browning. „Grabes=Beigabe“ gewesen ist, nach altem Aberglauben also als eine Art letzter Wegzehrung diente. Sie bildete auch eine Form von Ersatz für die Armringe und Halsketten, die man früher den Toten mit ins Grab gab. Viele Geheimnisse, von denen wir nichts wußten, ranken sich auch um das„Zopfgebäck“, das auch als „Stritzel“ bezeichnet wird. In längst vergangenen Zeiten pflegte die Witwe, die für keinen anderen Mann mehr schön sein wollte— es mögen allerdings deren nicht allzu viele gewesen sein—. sich das Haar abzuschneiden, um es dem Gatten, damit er nicht gar so einsam und verlassen im Sarge ruhe, mit ins Grab zu geben. Glücklicherweise aber mochten sich die leidtragenden Schönen damaliger Zeiten schleunigst eines Besseren besonnen haben und, von dem Unsinn ihrer Handlungsweise überzeugt, gingen sie recht bald daran ihr Haaropfer durch ein Gebäck zu ersetzen, das wie ein Zopf geformt war. Dieses wurde mit Mohn bestreut. weil solches Gewürz einen guten Schlaf, in diesem Falle eine gute Totenruhe, garantierte. Wohl kein Mensch denkt heute mehr an diese ursprüngliche Bedeutung, wenn er einmal einen Mohnstritzel verzehrt. Schon Karl der Große aß gerne Hörnchen Von der Schrippe ist in dieser Hinsicht nichts zu berichten. Wer aber weiß, woher ihr Name kommt? Nun der stammt von dem Zeitwort „schripfen" ab, das so viel wie kratzen bedeutet. Aber genau so wie der Berliner„Schnuppen statt„Schnupfen“ sagt, machte er eben auch aus der„Schripfe“ eine„Schrippe“. Lange Zeit war man auch der Meinung, daß unsere„Hörnchen“ eine Nachbildung des türkischen Halbmonds seien und eine Erinnerung an die Abwehr der Türken vor Wien im Jahre 1683 darstellten. Dem ist aber keineswegs so. Nachweisbar soll es Hörnchen bereits im 8. Jahrhundert gegeben und schon Karl der Große, der einen sehr spartanischen Haushalt zu führen pflegte, mit seinen beiden Töchtern sich gerne Hörnchen zu Gemüte geführt haben. Geschichtlich verbürgt ist letztere Kunde über den großen Frankenkönig allerdings nicht. Von der Schrippe und Stritzel bis zum Hörnchen,„Hussitenreiter" und„Hofbräuweckl“ ist allerdings alles in diesem Backwaren=Museum zur Schau gestellt. Echt ist aber nur die Oberfläche dieser Gebäcke aus allen Gegenden Großdeutschlands. Im übrigen sind sie aber präpariert, denn wenn man sie umdreht, so bemerkt man, daß sie ausgehöhlt und mit Paraffin gefüllt sind.„Weil sie nur auf diese Weise viele Jahre lang erhalten bleiben können“, so erklärt der biedere Hüter des Schrippen= und Brötchen=Museums im Berliner Tieraarten „Sie sind von Sinnen.. Sie wissen ja nicht. was Sie tun!“ schrie Gitta, und in ihren Ohren fing es an zu sausen. Es war ihr, als ob sich etwas Dunkles vor ihre Augen schieben würde. In ihrem Gehirn jagten sich Bilder aus ihrem Leben... sie sah die Mutter.. den Vater, kniete am Bett der Frau Wernberg, saß dann wieder mit Paul auf dem Steg des Badehauses, aber alle diese Bilder schienen ineinander zu fließen, eines das andere überholend. Das alles war das Werk einer einzigen Sekunde. Dann begann der Instinkt mechanisch in ihr zu handeln, der menschliche Selbsterhaltungstrieb überwand automatisch den lähmenden Schrecken, der sie überfallen hatte. In dem Augenblick als Meinhardt jetzt mit stierem Blick und zusammengepreßtem Mund den Revolver gegen sie erhob, sprang sie den Rasenden an und umkrallte mit beiden Händen das Gelenk seiner Hand, die den Browning hielt. Meinhardt suchte sie abzuschütteln, seine Hand aus der Umklammerung zu befreien. Aber Gitta ließ mit der verzweifelten Energie eines Menschen, der um sein Leben kämpft. nicht los. Es begann zwischen den beiden ein wildes Ringen. Alle Muskeln eisern gespannt, setzten sie ihre Kräfte aneinander, der eine in sinnloser Wut mit blutunterlaufenen Augen. sie gelenkig und zäh. Aber sie erkannte bald, daß sie ihm nicht mehr lange standhalten konnte. Er war ihr körperlich doch zu überlegen. Plötzlich stürmte er vor und drückte sie mit großer Gewalt auf die Knie nieder, um so eine Hand frei zu bekommen, an der Gitta hing. Für einen Augenblick gelang es ihm auch. aber Gitta stand sofort wieder auf den Beinen und umschlang von neuem Meinhardts Arm. Mit keuchendem Atem taumelten die beiden. ineinander verkrampft im Kampf um den Browning. von einer Ecke des kleinen Zimmers in die andere. Schon verließen Gitta die Kräfte, und sie drohte zu unterliegen... da krachte ein Schuß, der sich infolge des Ringens selbst gelöst hatte... Meinhardt ließ plötzlich von Gitta ab, wankte, drehte sich aufstöhnend um sich selbst und sank leblos, den Revolver umkrallend, zu Boden. Aus einer kleinen Wunde am Hals begann langsam Blut zu sickern. Jetzt dröhnten Fußtritte und Faustschläge an die Tür. Stimmen ertönten: „Aufmachen! Die Polizei! Aufmachen!" Gitta war nicht imstande, sich vom Platz zu rühren. Sie war wie betäubt. Eine plötzliche Reaktion kam über sie. Kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn, ihr ganzer Leib flatterte förmlich, ihre Zähne schlugen klappernd aufeinander, so sehr hatte sie dieser Kampf auf Tod und Leben angegriffen. Splitternd hatte jetzt die Tür nachgegeben, und der Kriminalinspektor Dr. Römer stürzte mit seinen Leuten in das Zimmer. Ueberrascht blickte er auf den Toten, der die Arme weit von sich gestreckt hatte und mit geschlossenen Augen dalag wie ein Schlafender Dann bemerkte er den Zustand Gittas. Er flößte ihr etwas Wasser ein, und allmählich begann sie sich zu erholen. „Was ist denn um Gottes willen geschehen?“ fragte er. „Im Kampf löste sich ein Schuß und tra ihn“, erklärte Gitta mit bebender Stimme.„Er wollte sich und mich töten, weil er sich des Mordes überführt sah, aber ich habe mich bis zur Erschöpfung meiner Kräfte gewehrt.“ „Da können Sie noch von Glück sagen, daß es so ausgegangen ist“, meinte Dr. Römer und betrachtete wieder den Toten.„Hat er den Mord eingestanden?" „Nein, er hat alles geleugnet, die Brieftasche gehöre ihm nicht. Aber es ist doch zweifellos. daß er...“ „Schade...“ unterbrach sie Dr. Römer,„daß er uns entwischt ist. Nun wird man nie feststellen können, ob er wirklich der Mörder war.“ „Aber ich bitte Sie, Inspektor, würde er sonst versucht haben, mich und sich aus der Welt zu schaffen?" entgegnete Gitta etwas heftig. „Gewiß ist das ein schwerwiegendes Moment...“, meinte Dr. Römer.„Na. wir wollen sehen, ob wir dieses Moment noch durch einige andere Beweise zu ergänzen vermögen, um dann mit vollem Recht sagen zu können: er war es.“ Der Kriminalinspektor geleitete Gitta hinunter auf die Straße. Ihr Auto umstanden neugierig schmutzige Kinder und armselig aussehende Menschen aus den Nachbarhäusern. „Aber Herrn Wyler werden Sie jetzt doch frei lassen?“ fragte sie, den einen Fuß schon auf dem Trittbrett. „Vorlaufig müssen Sie sich schon noch etwas gedulden, bis wir in der Sache Meinhardt klarsehen“, wich Dr. Römer aus. Gitta stieg ärgerlich und angewidert von diesen ewigen Zweifeln und Bedenken ein und rief Heck zu:„Nach Hause!“ (Schluß folgt) Ein Besuch un Broiasen=Museum Beim Stelldichein der Backwaren— Wie aus der„Schripfe“. eine„Schrippe“ wurde „„ U e A h e i t t t a n l? Eine„Verhexte“ vor Gericht Biedenkopf. Vor dem Biedenkopfer Amtsrichter hatte sich eine etwa 40 Jahre alte Frau aus der Kreisortschaft Frechenhausen zu verantworten. Die Anklage warf ihr vor. öffentliches Aergernis erregt. Sachbeschädigungen begangen und Beleidigungen ausgestoßen zu haben. Die Angeklagte konnte dies alles vor Gericht nicht bestreiten, doch gab sie als Erklärung an, sie sei„verhext" worden. Nach den Zeugenaussagen hatte die Frau“ zahlreiche Dorfbewohner in erheblicher Weise belästigt. weiter hatte sie alle möglichen Schimpfworte gebraucht und schließlich noch ihren Hausrat unter ausfälligen Redensarten aus dem Fenster herausgeworfen. Ein Sachverständiger bekundete, daß die Frau geistig nicht normal sei und daher nicht für ihr Tun verantwortlich gemacht werden könne. Daraufhin wurde die Frau freigesprochen. Kampf gegen die Betrunkenen 24 Personen in Vorbeugungshaft— Acht verschuldeten Verkehrsunfälle Wuppertal. In einer längeren Verlautbarung nimmt der Wuppertaler Polizeipräsident zu dem Kampf gegen Trunkenbolde Stellung. Unter Hinweis auf die in Zukunft zu erwartenden hohen Strafen für die Betrunkenen sowie auch gegen diejenigen Gastwirte, die an Betrunkene wiederholt weiteren Alkohol ausschenken weist der Polizeipräsident darauf hin, daß bisher die Vorbeugungshaft bereits über 23 Männer und eine Frau verhängt werden mußte. Acht Männer hatten Verkehrsunfälle hervorgerufen, fünfzehn waren Gewohnheitstrinker, während sich die Frau besonders menschenunwürdig benommen hatte. In Zukunft sollen die Trunkenbolde nicht nur in Vorbeugungshaft bis zu vier Wochen genommen, sondern außerdem auch öffentlich angeprangert werden. Schwere Gefängnisstrafe für zwei unverbesserliche Diebe Düsseldorf. Der 20jährige Alois Gulentz hatte in Köln den schon vorbestraften Rudolf Rohde kennengelernt. Da beide mittellos waren, zogen sie durch das Bergische Land und begingen eine Reihe strafbarer Handlungen. Auf ihrer Landstreicherei. kamen sie am 15. Juli d. J. nach Pattscheid und schlichen sich in eine Scheune, in der sie übernachteten. und vereinbarten, einen Niebstahl von Lebensmitteln durchzuführen und nötigenfalls, um zu ihrem Ziele zu gelangen. Jewalt anzuwenden. Als nun morgens gegen 5 Uhr die Tochter des Landwirtes, in dessen Scheune sie eingedrungen waren, ahnungslos aus der Küche in den Stall ging, schlug Gulentz das Mädchen mit einem Gummischlauch über den Kopf. während ihm Rohde. um es am Schreien zu hindern, die Kehle zuhielt. Das Mädchen konnte doch noch in die Küche fliehen und Hilfe holen. Danach ergriffen die Räuber die Flucht, konnten aber bald festgenommen werden. Vor der Strafkammer in Düsseldorf waren sie geständig und wurden unter Zubilligung mildernder Umstände verurteilt, und zwar Rohde zu drei Jahren und Gulentz zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Beiden wurden außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Vom Treibriemen erschlagen Xanten. Im benachbarten Mörmter wurde der 19jährige landwirtschaftliche Gehilfe Willi Jehnes bei der Kontrolle der in Betrieb befindlichen Maschine von dem sich losgelösten Treibriemen am Kopf getroffen. Jehnes erlitt einen Schädelbruch und starb kurze Zeit nach dem Unglück. Schußwassenin Banden Fagenolcher Ein Wort an Eltern und Erzieher Köln. In jüngster Zeit wurden, rasch aufeinander folgend. drei Unglücksfälle gemeldet, bei denen durch unvorsichtiges oder ungeschicktes Hantieren halbwüchsiger Jugendlicher mit Schußwaffen schweres Leid über eine Reihe von Familien gebracht wurde. Da schoß ein vierzehnjähriger Junge, der schon seit zwei Jahren im Besitz einer Luftbüchse war, bei einem Gassenstreit auf einen Gleichalterigen und traf ihn ins Auge. Aerztliche Kunst konnte dem Schwerverletzten wohl die Sehkraft erhalten. doch bleibt diese zeitlebens erheblich geschwächt.— Ein ganz ähnlicher Fall ereignete sich kaum vierzehn Tage danach. Auch hier kam es zu einer schweren Augenverletzung. Viel trauriger verlief ein Scherz, bei dem ein Siebzehnjähriger auf einen Vierzehnjährigen sein Flobertgewehr anlegte. Der Schuß ging los. Mitten ins Herz getroffen sank der Jüngere der einzige Sohn seiner Eltern. tot zu Boden. Und die Folgen solch frevelhaften Tuns! Der Schmerz der betroffenen Familie muß einen so unvorsichtigen Schützen tief in die Seele schneiden. Das niederdrückende Gefühl, einen Menichen schwer verletzt oder gar getötet zu haben. wird er nur schwer oder gar nicht mehr los. Zu diesem seelischen Leid tritt aber noch anderes. Der Uebeltäter kommt vor den Strafrichter. Wenn vielleicht auch in milderen Fällen vom Jugendgericht Geldstrafen verhängt werden. so müssen diese doch auch bezahlt werden. In schwereren Fällen wird das Jugendgericht mit empfindlichen Freiheitsstrafen einschreiten. Solche Strafen sind nicht selten mit dem Verlust der Lehrstelle verbunden. Schwer sind die Folgen für die Eltern des jugendlichen Sünders Sie sind für allen angerichteten Schaden haftpflichtig. Sie müssen je nach Lage des Falles, Schmerzensgeld. Arzt= und Kurkosten bezahlen, auch für den Unterhalt der Hinterbliebenen aufkommen, wenn vielleicht der Ernährer oder Miternährer einer Familie verletzt oder gar getötet wurde. Schußwaffen gehören in die Hände Jugendlicher nur unter Aufsicht waffen= und schießkundiger erwachsener Personen. Die Jugend. gerade im halbwüchsigen Alter. ist oft leichtsinnig und gedankenlos. Die sogenannten Jugendgewehre, wie Luftbüchsen und Flobertgewehre, sind aber keine harmlosen Waffen. Wenn man bedenkt. wie viel Zeit verneht bis zwanzigjährige Soldaten ihr Gewehr zum erstenmal scharf laden und schießen dürfen dann erhellt daraus klar. für Eltern und Erzieher die Pflicht, zu verhindern, daß ihre Jungen Schußwaffen in die Hände bekommen und damit ohne Aufsicht hantieren und schießen. Schwergewicht! Gemuse! für den Gartenbau Berlin. Für den Einsatz des Gartenbaues im Kriege gibt der Reichsabteilungsleiter im Reichsnährstand Prof. Dr. Ebert, in der RSLandpost die Richtlinien bekannt. Auf dem Gebiet des Obstbaues gilt es. neben der Frischmarktversorgung vor allem den Bedarf an obstbaulichen Brotaufstrichmitteln zum Ausgleich der fettlichen zu sichern und darüber hinaus Früchte zur Herstellung des gesundheitlich wertvollen Süßzmostes, aber auch für Obstweine bereitzustellen. Das Umpfropfen muß jetzt zurücktreten, denn wir können die etwa dreijährige Eetragsvause, die darauf folgt, nicht gebrauchen. Neupflanzungen von Obstbäumen und =Sträuchern sollen unter allen Umständen fortgeführt werden, weshalb für den erwerbsmäßigen Anbau auch weiterhin Reichsbeihilfen gegeben werden. Für die nächstjährige Ernte muß aber vor allem für eine ausreichende Pflege der vorhandenen Baumbestände gesorgt werden. Es wird sich jetzt zeigen daß der Erfolg dort am größten ist wo unter Mitwirkung einsichtiger Ortsbauernführer und Gemeindeleiter gut ausgebildete Baumwarte unterstützt durch Mitglieder der Gartenbauvereine den Arbeitsgruppen zur Verfügung stehen. Ferner ist eine Zusammenfassung der in der Gemeinde vorhandenen Spritzgeräte und die vlanmäßige Durchführung der Spritzungen in allen Obstgärten geboten. Die Gemeinden haben ihre eigenen Obstpflanzungen entsprechend zu pflegen. Das Schwergewicht der gartenbaulichen Kriegserzeugungsschlacht liegt jedoch beim Gemüseban Es gilt den Erzeugungsumfang jener Gemüse auszudehnen, die höchste Mengenerträge von der Flächeneinheit bringen und im Verbrauch der Sättigung dienen. Es gilt aber auch insbesondere für die Spätwinter= und Frühjahrsmonate, jene Gemüsearten verstärkt anzubauen, die zwar weniger satt machen, aber wegen ihres hohen Reichtums an den drei Hauptvitaminen für die Gesundung Kranker und Verletzter und für die Gesunderhaltung der Bevölkerung überhaupt überaus wichtig sind. Erhebliche Umlagerungen wird der Konservengemüsebau erfahren müssen. weil während des Krieges eine starke Umstellung von Dosengemüse auf Trockengemüse erforderlich ist und der Anbau entsprechend abgestellt werden muß. Der bisherige Erbsenanbau wird sich dabei stärker dem Anbau von Karotten und Wunn=drlcgerereienstirelg? Berlin. Am 18. Oktober hat der Führer als Zeichen der Anerkennung für Verdienste. die keine Würdigung durch das Eiserne Kreuz finden können, den Orden des Kriegsverdienstkreuzes gestiftet. Das Kriegsverdienstkreuz wird mit und ohne Schwerter verliehen. Verleihung konn sowohl an Angehörige der Wehrmacht als auch an Nichtwehrmachtsangehörige erfolgen. Für den Bereich des Heeres hat der Oberbefehlshaber des Heeres Ausführungsbestimmungen für die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes erlassen. Er stellt dabei grundsätzlich fest, daß das Kriegsverdienstkreuz ein Orden und kein Massenerinnerungszeichen ist. auch kein Ersatz sli das fehlende Eiserne Kreuz. Sinngemäß gelten daher die für Verleihung des Eisernen Kreuzes gegebenen engen Richtlinien, nur ist„Tapferkeit vor dem Feinde" durch„besondere Verdienste" zu ersetzen. Eine Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes an weibliche Personen ist nicht beabsichtigt. Zum Abschluß des Krieges ist die Stiftung eines Ehrenzeichens geplant, das alle Kriegsteilnehmer erhalten können. Der Personenkreis, der im Heere für das Kriegsverdienstkreuz in Betracht kommt, umfaßt im Feldheer alle rückwärtigen Einheiten und die nicht unmittelbar und ausschlaggebend an der Truppenführung beteiligten Organe der Stäbe, ferner das Ersatzbeer. Für die Verleihung der Schwerter gelten besondere Richtlinien. Danach können das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern erhalten: Im Feldheer Angehörige von Einheiten und höheren Stäben, die nicht selbst zu tapferer Betätigung im Kampf kommen können. und Angehörige der rückwärtigen Dienste, im Operationsgebiet Angehörige von Einheiten und Stäben, die zum Erhalt der Schlagfertigkeit der fechtenden Truppe eingesetzt sind. in der Heimat Angehörige des Ersatzheeres, die sich in besonderem Maße um die Vorbereitung des besonderen Einsatzes der Wehrmacht Verdienste erworben haben, oder die seit Kriegsbeginn in hervorragender Weise an der Erhaltung der Wehrmacht im Kriegszustand unmittelbar mitgewirkt haben. schließlich Angehörige aller Dienststellen, die bei späteren Verdiensten in der Heimat dem Feldheer mindestens drei Monate angehört haben. ohne verwundet zu sein. Erhält ein mit dem Kriegsverdienstkreuz Beliehener später das Eiserne Kreuz, so ist das Kriegsverdienstkreuz der gleichen Klasse einzuziehen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat gleichzeitig verfügt, daß die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes für Wehrmachtsangehörige in das Wehrstammbuch, den Wehrpaß die Kriegsstammrolle, die Kriegsrangliste die Personalpapiere der Offiziere usw. einzutragen 19 Mohrrüben zuwenden müssen. Bei Erörterung der Notwendigkeit eine Erweiterung der Gemüseanbaufläche herbeizuführen, lehnt der Referent doch ein planloses oder spekulatives Verfahren ab Die Einschaltung der Ernährungsämter hierbei wird begrüßt Insbesondere sollen nun nicht etwa alle Blumen ausgerottet werden, weil sie zum Kulturleben unseres Volkes gehören, das auch in Kriegszeiten nicht leiden soll Dank der weitschauenden Agrarpolitik Darrés liegt auch kein Grund vor, etwa die Rasenflächen öffentlicher Anlagen umzubrechen oder mit blindem Uebereifer herzerfreuende Vorgärten in Kartoffel= oder Kohlselder umzuwandeln. Holländischer Schiffer ertrunken. Emmerich. In dem benachbarten Rheindorf Lobith=Tolkamer wurde ein aus Rotterdam stammender holländischer Schiffer von einem durch den starken Wind losgerissenen Brett seines Rheinkahnes erfaßt und über Bord geschleudert. Bei dem hohen und bewegten Wasser konnte der Verunglückte nicht mehr gerettet werden. gestörte Sektgelage Ruhestörender Lärm führte zur Aufklärung eines schweren Diebstahls Köln. Vor etwa fünf Monaten wurde die Polizei in eine Wohnung gerufen, weil von dort ruhestörender Lärm in die Außenwelt drang. Man fand 4 Freunde des Wohnungsinhabers in stark angetrunkenem Zustande vor. die sich an den in der Wohnung vorhandenen Getränken. Wein, Likör und Sekt gütlich getan hatten und nicht daran dachten, das Zechgelage eher zu beenden, als der Wohnungsinhaber persönlich erschienen sei und mitgetrunken habe. Die Polizei stellte aber fest, daß die Getränke aus einem Einbruchsdiebstahl in die Gaststätte der Pferderennbahn in Köln=Merheim stammten und nahm die 4 lustigen Zecher fest. Der Wohnungsinhaber Th. erfuhr von der Verhaftung seiner Freunde. denen er selbst von dem Erfolg seines Einbruchs erzählt hatte und wagte nicht. nach Hause zurückzukehren Man hielt die Zechgenossen, die sich in Abwesenheit des Th. selbst zu fröhlichem Tun eingeladen hatten, weiter fest, weil man des Th. nicht habhaft werden konnte. Es gelang diesem, sich längere Zeit unauffindbar zu machen; erst am 4. Oktober konnte man ihn fassen und ihm den Prozeß machen. Vor dem Amtsgericht war der Angeklagte geständig; nur will er beim Einbruch nicht allein gewesen sein. sondern Schmiere gestanden haben. Wegen schweren Diebstahls im Rückfalle verurteilte das Amtsgericht den schon einschlägig Vorbestraften zur gesetzlichen Mindeststrafe von zwei Jahren Zuchthaus, weil mildernde Umstände— die Tat war nicht aus Not verübt worden— nicht vorlagen. Räumungsfristen werden nur bedingt gewährt Köln. Die Justizpressestelle Köln teilt mit: Mietern, gegen die ein Räumungsurteil ergangen ist, kann eine Räumungsfrist bewilligt werden. Es hat sich nun aber in letzter Zeit gezeigt, daß solche zur Räumung verurteilten Mieter sich nicht nach einer Ersatzwohnung umsehen, vielmehr erst am Tage vor der angedrohten Räumung oder gar am gleichen Tage, nur kurze Zeit vor dem angekündigten Erscheinen des Gerichtsvollziehers. sich an das Vollstreckungsgericht wenden in dem Glauben, dann noch eine Räumungsfrist bewilligt zu erhalten. Von einem solchen Verhalten kann nicht ernstlich genug gewarnt werden. Denn in solchen Fällen wird der Vollstreckungsrichmeißt bie Bemillissms einen Mäumuncbfriß Fahrpreisermäßigung zum Besuch verwundeter oder kranker Kriegsteilnehmer Seit dem 15. November d. J. gewährt die Reichsbahn eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent zum Besuch der in ärztlicher Pflege befindlichen verwundeten oder kranken deutschen Kriegsteilnehmer. Berechtigt zur Inanspruchnahme dieser Fahrpreisermäßigung sind Eltern, Ehegatten, Kinder, Geschwister und Verlobte, auch Stiefeltern oder Stiefkinder und Adoptiveltern oder=kinder. Ferner können auch die Großeltern, Enkelkinder, Schwieger= und Pflegeeltern sowie Geschwister der Ehefrau des Kriegsteilnehmers dann die Ermäßigung in Anspruch nehmen, wenn sie die zuerst genannten Angehörigen vertreten, weil diese nicht mehr leben oder aus Alters=, Gesundheitsoder ähnlichen Rücksichten nicht reisefähig sind. Die Entfernung für die einfache Fahrt muß mindestens 50 Kilometer betragen. Bei Benutzung von Eil-, Schnell= und Fernschnellzügen muß der volle Zuschlag bezahlt werden. Die erforderlichen Angaben zur Innnspruchnahme der Ermäßigung müssen in einem der Fahrkartenausgabe vorzulegenden Antrag von der Polizeibehörde des Heimatortes der Angehörigen bescheinigt sein. Minderbemittelte, die nicht in der Lage sind, das ermäßigte Fahrgeld zu bezahlen, können von den NSV.=Dienststellen Gutschiine erhalten, auf deren Vorlage am Fahrkartenschalter das Fahrgeld gestundet wird. Auch für Angehörige, die zur Teilnahme an der Beerdigung verstorbener deutscher Kriegsteilnehmer außerhalb des Heimatortes fahren wollen, wird diese Ermäßigung gewährt. ablehnen, weil der Mieter selbst die Schuld daran trägt daß er eine Ersatzwohnung noch nicht gefunden hat. Durch ein solches Verhalten beraubt sich der Mieter jedenfalls der Wohltaten, die ihm möglicherweise nach dem Gesetz gewährt werden können. Geisteskranke entflohen Andernach. Am Donnerstagnachmittag ist aus der hiesigen Heil= und Pflegeanstalt eine geistesgestörte Frau entflohen. Sie ist 1.76 Meter groß, vollschlank hat schwarzes Haar und trägt schwarzen Mantel mit Silbersuchskragen. Die Kranke spricht wirr und irrt planlos umher. Bei Antreffen wird gebeten, die nächste Polizeistelle zu benachrichtigen. Pflegepflichten grob verletzt Vater und Sohn vor dem Richter Koblenz. Seit 1935 befindet sich ein minder jähriges Mädchen das keine Eltern mehr hat als anvertrautes Pflegekind in der Familie des 54jährigen J. B. in Steimel Westerwald). Das jetzt 14jährige Mädchen machte sich in der Familie als zusätzliche Hilfe im Haushalt und in der Landwirtschaft nützlich. Jetzt standen der Pflegevater und sein 24jähriger Sohn vor dem Strafrichter unter der Anklage des Sittlichkeitsverbrechens, da beide in dringendem Verdacht standen, das Kind verführt zu haben. In hartnäckigster Weise bestritten beide Angeklagten vor Gericht die Straftat. doch wurde dem von ihnen als verwahrlost hingestellten: Mädchen von allen Zeugen das beste Zeugnis ausgestellt. Das Gericht hielt auf Grund der Beweisaufnahme beide Angeklagten für schuldig und verurteilte den Angeklagten B. unter Hinweis auf die grobe Verletzung seiner Pflegepflichten und des geradezu unerhörten Vertrauensbruches zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Der Sohn B. erhielt ein Jahr Gefängnis. Gegen den Vater wurde Haftbesehl erlassen. Schatz in der Kochkiste Nach 20 Jahren wiedergefunden Frankfurt a. M. Seit dem Weltkrieg hatte ein Einwohner im Stadtteil Höchst einen Kasten mit Schmuckgegenständen. Familienandenken, Papieren und altem Silbergeld vermißt und trotz eifrigen Suchens niemals finden können. Er gab diese Gegenstände bereits verloren und glaubte, daß sie gestohlen seien. Zu seiner großen Ueberraschung fand er jetzt den Kasten mit seinem wertvollen Inhalt wieder Er hatte die alte Kochkiste, die während des Weltkrieges gebraucht wurde und jetzt wieder in Aktion treten sollte, aus einer dunklen Ecke hervorgeholt. wo sie seit 20 Jahren unbeachtet gestanden hatte. Niemand hatte gewußt, daß der längst verstorbene Vater damals, als die fremde Besatzung einrückte, diese Wertgegenstände in die Kochkiste versteckt hatte. Eine„Gnadenhochzeit“ im Kreis Marburg Marburg(Lahn). Der seltene Fall daß ein Ehepaar die sog.„Gnadenhochzeit" begehen kann, d. h. auf einen 70jährigen gemeinschaftlichen Lebensweg zurückblickt kann aus dem Kreisort Wollmar gemeldet werden. Das hochbetagte Ehepaar Andres Freiling und Frau Christine geb. Müller begeht am 28 November zum 70. Male seinen Hochzeitstag. Der Jubilar hat bereits den 94., seine Gattin den 90. Geburtstag gefeiert. Von den 5 Kindern lebt noch eine in den 60er Jahren stehende Radlo Reparatur-Werkstatt- Kundendienst Schallplatten usw. Gehafung-Haselackstraße Besichtigen Sie bitte meinen Aussteilungsraum! 5 Die Deutsche Arbeitstront NS.-Gemeinschatt„Kraft durch Freude“ euiennnm veranstaltet heute, am 25. November, im Saale„Im Reiche des Wassers“ einen gröden CuvvEve RVehd unter dem Motto„zTraumph der Heiterkeit“ Berlin singt, spielt und tanzt. Mitwirkende: Lisa Kretschmar und Günter Heß, ehemalige Solotänzer an der Staatsoper Berlin, Ingrid Larsen(Saxophon), 2 Maningos, moderne Akrobaten, Herdert Jäger, Pianist vom Deutschlandsender, Mac Morlan, humoristische Fangspiele, perer Tony(Xylophon), Franz Bott. Ansager und Humorist vom Wintergarten Berlin. Begleitung der Darbietungen: Kapelle Karl Rossignol. Eintrittskarten sind zum Preise von K. 1,—, 1,50 und 2,— in den Vorverkaufsstellen: Zigarrenhaus Schöttler, Westfälische Landeszeitung und Buchdruckerei Linner, sowie bei den Amtswaltern und in der Dienststelle der DAF und im„Reiche des Wassers“ erhältlich. Die Eintrittspreise gelten für numerierte Plätze. Große Auswahl Fachm. Beratung Zahiungserleichterung Erstkl. Kundendienst Eigene ReparaturWerkstatt Kaufe-HI! Ruf 2606 Tintenkuli jetzt nur noch Mk. 5.50 vorrätig bei Hans Linner vorm. 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Anträge auf Ausstellung von Einzelbezugscheinen für Spinnstoffwaren, Schuhe usw. können erst nach dem 9. Dezember 1939 wieder entgegengenommen werden. Schwerte, den 24. November 1939. Der Bürgermeister: Dr. Weinert. 2e zimhmer wöhnung von jungem Ehepaar zum 1. Dezember oder später in Schwerte gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 2272 an die Geschäftsst. der Schw. Ztg. Möbl. Zimmer einfach, mit einem Bett und Ofen, der gut heizt(ohne Kost) von einem Herrn gesucht. Schriftl. Angeb. u. 2271 an die Geschäftsst, der Schw. Ztg. Mein Vater u. ungezählte Loidensgefährt. wurd. durch ein einfach an zuwend. Mittel in kurzer Zeit von dieser häßlich, oft jahrel.Krankheit befreit. Schrelb. Sie mir, Ich sende Ihnen gern kostenlos meine Aufklärungsschrift m. Oankschrelb. v. Gehellt. Das Mittel könn. Sie d. d.Apotheke bezien. Max Müller, Hellmittelvertrieb Bad Welßer Mirech bei Dresden Leuchtpläketten 25 Pf., zu haben bei Hans Linner, vorm. Carl Braus, Große Marktstraße 3/5. Hochtragendes zu verkaufen. 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Es ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen, daß in den Waldungen auf dem Ebberg Tannengrün und andere Schmuckzweige gestohlen wurden. Aus mehreren jungen Bäumchen sind sogar die Kronen herausgebrochen worden. Es wird vermutet, daß das gestohlene Grün in Gärtnereien oder auf Märkte benachbarter Städte gebracht und dort verkauft worden ist. Wie die Polizeibehörde mitteilt, wird gegen Forstdiebstähle mit aller Strenge eingeschritten. Beanstandete Wurstwaren Westhofen. Bei einer Lebensmittelkontrolle im Westhofener Amtsbezirk wurden auch verschiedene Wurstproben entnommen. Die Untersuchung durch das Nahrungsmitteluntersuchungsamt ergab in einigen Fällen, daß Fleischwurst einen unzulässig hohen Wassergehalt, teilweise bis über 15 Prozent hatte. Gegen die Schuldigen wurden Anzeigen erstattet. Sitzung der Gemeinderäte Lichtendorf. Am 28. November findet eine Sitzung der Gemeinderäte der Gemeinde Lichtendorf statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Beratung der Haushaltsrechnung für 1938, Ueber= bzw. außerplanmäßige Ausgaben, Beratung der Haushaltssatzung für 1939, Antrag auf Leistung eines Zuschusses zu einer Oberschule, Austausch von Grundflächen, Neuwahl des Schiedsmannes. Amt Ergste Vormilitärische Ausbildung Ergste. Bekanntlich sind zwischen dem Stabschef der SA. und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile Richtlinien über die vormilitärische Ausbildung festgelegt. Diese Ausbildung ist der SA. übertragen und sie erstreckt sich in der Hauptsache auf Geländedienst und Schießen, also auf Dinge, die jeder Soldat beherrschen muß, bei welcher Truppe er auch sei. Nachdem in anderen Standorten bereits der Anfang gemacht ist, soll auch im Standort Ergste=Villigst mit der Arbeit begonnen werden. Es ist der Wille des Führers, daß sich jeder wehrfähige deutsche Mann von 18—45 Jahren dieser Ausbildung unterzieht. Auch die Männer unseres Standortes werden nicht zurückstehen und sich freiwillig der vormilitärischen Wehrerziehung anschließen. Alle, die dazu bereit sind, werden gebeten, sich am Sonnabend, 25. November, von 18—20 Uhr, oder Sonntag, 26. November, (nicht— wie gemeldet— Montag, 27. November), von 10—12 Uhr, im Sturmlokal beim Wirt Pütter, Ergste, zu melden. Sport am Conntag VfLs Revanchekampf gegen Holzwickede Am morgigen Sonntag steigt der mit großer Spannung erwartete Revanchekampf gegen Holzwickede in der Kampfbahn am Schützenhof. Die knappe Niederlage der VfLer anläßlich der Aplerbecker Pokalwoche im Juni d. J. dürfte den hiesigen Sportanhängern noch in Erinnerung sein. Nach aufopferndem Kampf verloren die Schwerter Blauweißen das Zwischenrundenspiel mit einem Tor Unterschied und mußten damit alle Hoffnung auf den Pokalsieger aufgeben Es war eine unverdiente Niederlage, die der echte VfLer auch heute noch nicht verschmerzt hat. Durch diesen neuen Spielabschluß mit dem Holzwickeder Spielverein hat man nun Gelegenheit, die seinerzeit erlittene Niederlage wieder gutzumachen. Zu diesem Zwecke hat die Vereinsleitung des VfL das alierstärkste Mannschaftsgefüge, über das der Verein zur Zeit verfügt, gegen Holzwickede in den Kampf gestellt. Die Gäste werden alles versuchen, das Vorhaben des Gegners zu vereiteln, um die alte Tradition zu wahren. Auch hier wird man eine Mannschaft herausbringen, die jedem Widerstand gewachsen ist. Ein Kampf auf Biegen und Brechen steht bevor. Der PfL Schwerte tritt wie folgt gegen Holzwickede an: Lauber Schütz Eichenauer Schäfer O. Hoffmann Neurath Ebbinghaus Becker Dahlbüdding Nolte Wrede.. Meisterschaftsspiele der VfL=Jugend 1 Jugend TB Leckingsen— 1. Jugend BfL. 2. Jugend BfL— 1. Jugend SC Hennen. Fähnlein 5— Sportdienstmannschaft BfL. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Zur Zeit ist Preisliste 11 gültig. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung. Ausschneiden, aufbetzahren! Der Obersichtsplan des Verbrauchers 1987 vom 27. u. bie 3. 12. 1939 Nährmittelkarte Abschmitt N 1—5 N 6—10 N 17—21 N 22—27 Gramm Warenrt se 25 je 25 1e 25 1e 25 Hafernährmittel Grangen, Getttae Gries Teigwaren K 28 N 18. N 29 N 14.— für 4 Wo 5 lschen Kaflee-Traata dearl. Die auf die freien Abschnitte zu entnehmenden Mengen und Waren werden jeweils bekannt gegehen Relchekarte für Marmelade, Zuc uoker und Eler. Abschnitt Gramm 10D Marmelade oder 40 Zucker 250 Zucker Die Zutellung von Elera auf die Abschnitte a—d wird bekanntgegeben. KIK. K Kleinstk. S. Sst. wie Normalverbraucher Wel: Glalte. 9 620 auch mit Aille des Verbrauchers Eine ganze steihe von Reichskarten ist mit Bestellscheinen verschen. Diese Bestdlischeine dienen einem wichligen Zweck: Mit ihrer Hilfe wird der Kaufmann in die Lage verseizt, rechtzeitig die zur Befriedigung des Verbrauchers nolwendigen Waren einzukaufen. Es liegt daher im eigenen Interesse des Verbrauchers, wenn er die Bestellscheine auf Fleisch, Schlachtfette, Margarine, Bulter, Milch, Käse, Quark, Marmeiade, Zucker und Eier möglichet echneht an den Einzeihändler weilergibt. Mehr Seife bei schmutziger Landarbeit. Eine zusätzliche Versorgung mit Seile ist bekanntlich für die Berufe vorgeschen, die besonders stark mit schmutzigen Arbeiten beschäftigt sind. In der Landwirtschaft zählen Meiker und solche Traklorenführer, die ihre Maschinen selbst pflegen und reparieren, zu diesen Berufen. Für die kann also der Betriebsführer beim Wirtschaftsamt Antrag auf ausätzliche Lieferung von Seife stellen. Reisekarten im Laden gültig Die Beise- und Gastsiälienkarten sind mit ihren auf kleine Mengen abgesteilten Abschnitten dazu bestimmt, das Einnehmen von Gerichten außerhalb des Hauses zu erleichtern. Die Gülligkeit der Reiseund Gaststättenkarten ist aber nicht auf Gaststälten beschränkt, vielmehr müssen ale auch in Ladengeschäften angenommen werden. Umgekehrt sind in Gaststätten auch die Abschnitte der rechten Seite der Reichsfleischkarte, sowie die a- und b-Abschnitte der Reichsbrotkarte gültig. Die Kechkiste verringert nicht nur den Verbrauch an Heizmaterial, sondern entlastet auch die berufstätige und die einkaufende Frau. Das Gericht wird morgens vorgekocht in die Kochkiste gestellt und lst beim Heimkommen fertis. ERLEUTERUTGET I. Das für die einzeinen Verbrauchergruppen maßgebende Alter ist auf den Karten aufgedruckt. 9. Soweit die Abschnitte keine Mengen- und Warenangabe enthalten, bleibt eine Zutellung vorbehalten. 8. Die Abschnitte, die über einen Zeitraum von mehr als einer Woche lauten. können in der aufgedruckten Zeit nach Wahl des Verbrauchers verwendet werden. Normalverbraucher, die keine Werkküchenverpflegung in Anspruch nehmen, sollten die Margarine usw. auf die Abschnitte al. a2 und bl(250#) der Fettkarte auf einmal beziehen, um das Abwiegen zu erleichtern. 1 Lang- und Nachtarbeiter erhalten auf Zulagekarte wöchentlich 100&g Fleisch und für 4 Wochen 80 g Margarine usw., sowie bis 600 g Brot. ö. Etwaige örtliche Abweichungen bitten wir an anderer Stelle nachzulesen. 6. In Westfalen ist die Ausgabe von Schokolade und Lebkuchen nun freigege: ben worden. Belm Verkauf wird die Nährmittelkarte abgestempelt. Die Bevölkerung wird gebeten, den Einkauf nicht auf einmal für alle Familienan gehörigen vorzunehmen, sondern ihn auf die Zutellungsperlode zu vertellen, Haben Sie schon Reis und Hülsenfrüchte bestellt? Für die Zeit von Mitte Dezember ois Mitte Januar wird jeder Verbraueher(einschl. der Selbstversorger) bekanntlich 875 g Reis erhalten, und von Mitte Januar bis Mitte März jeder Versorgungsberechtigte 500 g Ilülsenfrüchte. Damit sich nun die Verteiler mit den notwendigen Vorräten versehen können, müssen sich die Inhaber der Nährmittelkarte für den Bezug von Reis bis zum 27 November den Doppelahschnitt 33/34 abtrennen lassen. Für Hülsenfrüchte muß der Deppelabschnitt 35/38 der Nährmittelkarte in der Zeit vom 30. November bis 4. Dezember abgetrennt werden. Diese Abschnitte gelten also als Bestellscheine für Reis und Hülsenfrüchte. Der Einzelhändier quitliert Ihren Empfang durch einen Aufdruck auf den Stammabschnitt der Nährmitlelkarte. Die Auslieferung der Ware erfolgt dann gegen die prechend bezeichneten Abschnitte der kommenden Nährmiltelkarten. Gleichzeilig muß dann der Stammabschnitt der jetzt geltenden Nährmittelkarte vorgelegt werden, der deshalb sergfältig aufzubewahren ist.