OHE Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 N#(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.i 2.—(einschl. 26.2 N### Zeitungsgebühr und 0.44 N# Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N## Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 tum breit)##### C.=uilien;, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Temtanzeigen: Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh, Veriebestbrung, hervorgernsen durch höh. Gewalten, Abernehmen, Fiz keinerlei Gewähr, für pänktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 27 70 Nr. 260 Schwerte(Ruhr), Montag, 6. Rovember 1939 71. Jahrgang Erbarmungsloser Kampf gegen wehrlose Zivilisten Seiies Wrgee)“,„— Berlin, 5. Nov. Der Dentsche D### meldet: In den letzten Tagen hat die britische Presse Bilder einer jungen Engländerin, Miß Jessy Byrne, gebracht, die als Märtprerin gefeiert wurde. Es wurde mitgeteilt, daß Miß Byrne, eine Sekretärin des britischen Vizekonsuls in Hamburg, fünf Tage in einem deutschen Gefängnis festgehalten worden sei. Als besonders rührender und zugleich heldenhafter Zug bei Miß Byrne wurde hervorgehoben, daß se sich freiwillig bereit erklärt habe, an Stelle ihrer Kollegin Miß Mary Joß, die einen Nervenzusammenbruch bekam, diese Tage im Gefängnis zuzubringen. Wie verhält es sich mit dieser rührenden Geschichte? Es ist richtig, daß sowohl Miß Joß wie Miß Byrne ebenso wie Mr. Bayliß, der britische Vizekonsul in Hamburg, einige Tage in Schutzhaft sich befanden. Alle drei erklärten, daß sie keinerlei Klagen über die Behandlung in Deutschland vorzubringen hätten. Sie durften nach Belieben mit der Außenwelt verkehren, erhielten Leinen für ihr Bettzeug, konnten täglich in die Stadt ausgehen und durften darüber hinaus sich ihr Essen aus dem Hotel kommen lassen. Mr. Bayliß bedankte sich sogar in einem Interview des„Daily Telegraph“ vom 19. Oktober dafür, daß er die Gelegenheit gehabt habe, täglich mit dem Vertreter des„Daily Telegraph“ in Kopenhagen zu telephonieren. Merkwürdig ist nur, daß ihr Fall von der englischen Propaganda nicht groß aufgemacht worden ist. Worauf ist diese peinliche Zurückhaltung zurückzuführen? Der britische Vizekonsul in Hamburg und sein Stab sind deutscherseits in Schutzhaft gehalten worden, weil die britische Regierung die Angehörigen des deutschen Konsulats in Glasgow widerrechtlich festgehalten und eingesperrt hatte. Die deutsche Maßnahme war also eine reine Vergeltungsmaßnahme. Nachdem auf den üblichen diplomatischen Wegen ein Austausch der Konsulatsbeamten vereinbart worden war, wurden die Briten in demselben Augenblick freigelassen, in dem die Angehörigen des deutschen Konsulats in Glasgow wohlbehalten auf holländischem Boden eintrafen. Soweit der Tatbeskand. 4 Auch von deutscher Seite würde kein besonderes Interesse bestehen, auf diesen Fall nach seiner diplomatischen Erledigung noch näher einzugehen, wenn nicht, wie wir erst nach Rückkehr der verhafteten Deutschen erfahren haben, bei der Festhaltung der deutschen Beamten und Angestellten eine Reihe von Dingen sich ereignet hätte, die den ganzen Vorgang als ebenso beispiellos in der Geschichte der Diplomatie wie empörend von der menschlichen Seite her erscheinen lassen. binaus zeigt dieser Vorgang erneut, daß die britische Regierung in den letzten Augusttagen bewußt auf einen schnellen Kriegsausbruch hingearbeitet hat. Die Verhaftung der Angehörigen des deutschen Konsulats in Glasgow erfolgte 20 Stunden bevor die britische Regierung dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, also mitten im Frieden. Der das Konsulat damals leitende Kanzler Liebske wurde am Sonnabend, dem 2. September, nachmittags um 15 Uhr, durch die Polizei verhaftet und in das Strafgefängnis Barlinnie eingeliefert. Gleichzeitig wurde seine Sekretärin, Fräulein Wagner, verhaftet und in das Frauengefängnis Der frühere Amtsgehüße Wptelktapt. am frühen Morgen des 8. Septembers, also (Fortsetzung nächste Seite) Der Heeresbericht Berkin, 5. Nov. Der Oberkommando der Wehrmacht gibt belannt: g Im Westen keine wesentlichen Kampfhandlungen. Dampfer versenkt Paris, 5. Nov. Der Frachtdampfer„Baoule“ ist im Atlantik von einem deutschen U. Boot torpediert worden. 33 Mann, darunter der Kapitän, wurden von einem französischen Aviso aufgenommen und sind in einem französischen Hasen eingetroffen. Dänischer Dampfer gesunnen Auf englische Mine gelaufen Kopenhagen, 5. Nov. Der 11 000=TonnenDampfer„Canada“ der Ostasiatischen Kompanie ist, wie in der Nacht zum Sonntag bekannt wurde, auf der Fahrt von Hull nach Kopenhagen durch eine englische Mine schwer beschädigt worden. Das Schiff ist ken. Dir Untergang wird in der dänischen Oeffentlichkeit mit großer Toauer ausgenomLügensensation der„Times“ Das gehört zu den Meihöben der englischen Propnguntou #### ens zunlische Lügenmini=. Lügenministeriums wieder einen Schein Berlin, 5. Nov. Das englische Lügenministerium schreckt bekanntlich vor keiner Dreistigkeit zurück, wenn es gilt, der Welt sog. sationen“ aufzutischen. Nachdem Zondange Meldungen bereits bei jedermann völiger Verlogenheit stehen und nirgends mehr Glauben finden, ist man auf der Suche nach neuen Methoden, um den Produkten des Das„industrielle Wunder“ in Deutschland Holländische Zeitung über die deutsche wirtschaftliche Kriegführung We Wianwa Ratter=I Grundstoffen habe. Um diese Grundstoffe! Amsterdam, 5. Nov. Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ bringt unter der Ueberschrift „Exportieren oder sterben“ einen Artikel seines Berliner Korrespondenten, in dem auf die deutsche wirtschaftliche Kriegführung eingegangen wird. In dem Bericht wird darauf verwiesen, daß Deutschland durch den Krieg einen gewaltigen Mehrverbrauch an Sein Kriegeztel (Zeichnung Rebel— Scherl=M.) Grundstoffen habe. Um diese Grundstoffe kaufen zu können, müsse das deutsche Volk all seine Kräfte einspannen, um genügend industrielle Fertigwaren erzeugen zu können, mit denen die Grundstoffe bezaspe, sgrgurn, Psgz nen. Mit der Nahrungsmittelversoreung sei es einfacher, da Deutschland etwa 85 Prozent seiner Bedürfnisse an Nahrungsmitteln aus eigenem Boden decken kann. Die deutschen Exportbestrebungen richteten sich vor allem nach dem Osten und nach dem Südosten. Dort erschlössen sich Deutschland große Märkte. Als Käufer träten Rußland, die baltischen Staaten und die Balkan=Staaten auf. Die finnischen Anterhanvier im Kreml Moskau, 3. Nov. Die Pig, pf urnz- Mäinisen mit dem Staatsrat Paasikipi und Tanner an der Spitze begaben sich Freitag. 18 Uhr Ortszeit, in den Kreml, um mit den unterbrochen waren Lügenministeriums wieder einen Schein Glaubwürdigkeit zu verleihen. So ist, der r# mische Vertreter der„Times“ auf die Reggerfallen, zu behaupten, die Londoner Meldung, wonach Generalfeldmarschoft, Gpering g eg. be in Den der Veaticen Bethge Rom bestätigt“ worden. bemerkt zu werden, daß die deutsche Botschaft in Rom keine Beziehungen zu journalisten unterhält und daß weder sie noch andere deutsche Vertretung sich mit den Erfindungen des Londoner Lügenministeriums überhaupt beschäftigt. Jedenfalls merkenswert, wie wenig Glauben tigkeit ihrer Meldungen die„Times“ bei ihren Lesern offensichtlich voraussetzt. Die Methobe, eine Log, gepge, frezich speiselleg der englischen Propagande. Fünfuhrtee der Tommies Die französischen Soldaten verärgert Paris, 5. Nov. Die englischen Soldaten, die eher aus psychologischen Erwägungen heraus an die französische Front geschickt worden sind, wollen nicht etwa auf die Bequemlichkeiten des täglichen Lebens verzichten. Für sie, die andere Völker als Kanonenfutter vorzuschicken pflegen, ist der Krieg nur eine Episode, der an ihrer eigenen Lebensweise nichts ändern darf. So wird z. B. der Fünfuhrtee den englischen Soldaten auch in Frankreich serviert, was bei den Poilus heftigen Aerger erregt hat. Es ist daher schleunigst verfügt worden, daß auch den französischen Soldaten im Laufe des Nachmittags warme Getränke vorabreicht werden. Englischer Völkerrechtsbruch (Fortsetzung von der ersten Seite) ebenfalls noch einige Stunden, bevor die dritische Regierung den Krieg erklärte, verhaftet und ebenfalls in das Strafgefängnis Barlinnie eingeliefert. Den Verhafteten wurde auf ihre Frage, warum sie verhaftet seien, lediglich mitgeteilt, daß ein Befehl aus London vorläge. Sonst wurde ihnen jede Auskunft verweigert. Die Akten des Konsulats in Glasgow wurden völlig rechtswidrig von der englischen Behörde beschlagnahmt und bis in die kleinsten Einzelheiten durchwühlt. Der Kanzler wurde gezwungen, auch den Geheimtresor zu öffnen. Im Gefängnis wurde Liebske wie ein normaler Strafgefangener, d. h. also wie ein rechtskräftig verurteilter Schwerverbrecher behandelt. Seine Bitte um Informierung der Botschaft in London wurde schroff abgelehnt. 21 Tage lang wurde so der Vertreter des Deutschen Reiches in Glasgow von den Engländern, ohne daß sie in der Lage gewesen wären, das geringste gegen ihn vorzubringen, im englischen Gefängnis, wie ein gemeiner Verbrecher behandelt. Daß keinerlei Gerichtsverfahren gegen ihn stattgefunden hatte, mutet im Lande der vielgerühmten„Freiheit“ ganz besonders grotesk an. Apfelstädt erlebte das gleiche Schicksal, volle 23 Tage und ohne jede Milderung. Infolge der unsagbaren hygienischen Verhältnisse des Gefängnisses und der Feuchtigkeit in der Einzelzelle hat Apfelstädt sich ein schweres Ohrenleiden zugezogen. Immerhin hatte man bisher noch gehofft, daß sich die Engländer wenigstens Frauen gegenüber anständig benehmen würden. Einer Frau solle, das wird von den Engländern als die angeblich herrschende Auffassung verkündet, von der englischen Polizei kein Haar gekrümmt werden. Leider hat die Sekretärin des Konsulats von dieser britischen „Humanität“, nicht das geringste verspürt. Fräulein Wagner, zu deren Verhaftung, wie die britische Regierung durch ihre Freilassung selbst zugeben mußte, ebenfalls keinerlei Anlaß bestand, wurde nicht weniger als 81 Tage im Frauengefängnis festgehalten. Man zwang sie dort, Sträflingskleidung anzulegen und die Aborte und Latrinen des Frauengefängnisses zu säubern. So hat die britische Regierung es fertiggebracht, in der niederträchtigsten Weise wehrlose deutsche Franen zu demütigen. Aber das Kapitel der englischen völkerrechtswidrigen Gefangennahme von Deutschen vor Ausbruch des Krieges ist damit nicht zu Ende. Wie neuerliche Nachrichten bestätigen, hat das von dem Juden Hore Belisha geleitete Kriegsministerium— und zwar ohne Zweifel mit Zustimmung des britischen Kabinetts— derartige völkerrechtswidrige Verhaftungen und Einkerkerungen von Deutschen in Hunderten von Fällen im gesamten Bereich der britischen Inseln unter dem lügenhaften Vorgehen vorgenommen, daß sie sich mit Spionage befaßt hätten. Das Tollste daran aber ist, daß man eine Reihe dieser Deutschen zwei, drei, ja einzelne bereits vier Tage vor Ausbruch des Krieges willkürlich verhaftet und eingesperrt hat! Sogar im fernen Irak sind die dortigen Deutschen auf Verlangen des britischen Gesandten drei Tage vor Kriegsausbruch verhaftet und später in Konzentrationslager überführt worden, und das, obwohl der Irak sich bis heute mit Deutschland nicht einmal im Kriegszustand befindet! In Aegypten wurden die Deutschen ebenfalls auf Verlangen der britischen Behörden bereits vor Ausbruch des Krieges verhaftet und als„Geiseln“ in schmutzige Baracken und Zelte gesteckt, die in der Nähe der großen Oeltanklager errichtet waren. Der Chef der agyptischen Polizei war von der britischen Regierung durch eine große Summe bestochen worden, um durch seine Leute die Deutschen besonders quälen, mißhandeln und demütigen zu lassen. Ebenso und zum Teil noch schlimmer wurde es in Indien und überall in Afrika gemacht. Zu diesen neuen unerhörten englischen Völkerrechtsverletzungen stellen wir fest: 1. Die Tatsache, daß man Deutsche ohne jeden Rechtsgrund 24, 48, ja 72 und mehr Stunden vor Kriegsausbruch in allen Teilen der Welt verhaftet und angeblich freie, in Wirklichkeit von England gegen den Willen ihrer Bevölkerung vergewaltigte und geknebelte Staaten zu gleichen Maßnahmen zwingt, ist ein neuer Beweis dafür, daß die englische Regierung nunmehr den Zeitpunkt für den von ihr seit langem beschlossenen und vorbereiteten Krieg für gekommen hielt, und dessen Ausbruch mit den üblichen brutalen englischen Gewaltmethoden entgegensteuerte. 2. Die britische Regierung, die sich so gern das Mäntelchen der Humanität umhängt, führt einen erbarmungslosen Kampf gegen wehrlose Zivilisten, gleich ob Männer oder Frauen. Selbst die seit Urzeiten besonders geheiligten und geachteten Vorrechte diplomatischer und konsularischer Vertretungen existieren für die britische Regierung hierbei nicht. Großbritannien tritt damit das von allen anderen Kulturnationen geachtete Völkerrecht auch aus diesem Gebiet rücksichtslos mit Füßen. Deutschland kämpft dafür, daß auch diese Methoden englischen Pieatentums ein für allemal verschwinden. Rerstden hat te„geschäfft. „Neuiralitä S-Vorlage“ in der Piilman=Fassung angenommen Das Neutralitätsgesetz in Kraft Washington, 5. Nov. Präsident Roosevelt unterzeichnete am Samstag das vom Kongreß angenommene Neutralitätsgesetz, wonach den Kriegführenden erlaubt wird, auf eigenen Schiffen und gegen Barzahlung Waffen in den Vereinigten Staaten von Amerika zu kaufen. Der Unterzeichnung wohnte auch Außenminister Hull bei. Kurz danach unterzeichnete Roosevelt auch die Proklamation, durch die das Neutralitätsgesetz mit sofortiger Wirkung in Kraft gesetzt wird. Eine weitere Proklamation beschäftigt sich mit der Benutzung amerikanischer Häfen und Gewässer durch U=Boote. Washington, 5. Nov. Die Neutralitätsvorlage wurde in endgültiger Fassung vom Senat und Unterhaus angenommen und ging Roosevelt zur Unterzeichnung zu. Die vom Kongreß angenommene endgültige Fassung der Neutralitätsvorlage des Senators Pittman enthält eine vom Konferenzausschuß vorgeschlagene Einleitung, in der erklärt wird, daß die Vereinigten Staaten sich trotz der den USA=Bürgern und USA=Schiffen auferlegten Beschränkungen alle Rechte unter dem Völkerrecht vorbehalten. Der Konferenzausschuß nahm in die endgültige Fassung, wie Pittman erklärte, auch eine Bestimmung auf, die neutralen Schiffen ebenso wie USA=Schifsen gestattet, USA=Waren aus den Vereinigten Staaten nach von den Bestimmungen der Vorlage ausgenommenen Gebieten des Pazifik und Südatlantik zu befördern ohne vorherige Abtretung des Warenbesitzrechtes. Vor der Vertagung wurde eine Botschaft Roosevelts verlesen, in der die Hoffnung ausgedruckt wird, daß die Weltereignisse keine weitere Sondertagung erfordern. In der Pressekonferenz zeigte Präsident Roosevelt ganz offensichtlich seine Freude über den gestrigen Sieg im Neutralitätsstreit.„Ich bin sehr froh darüber", erklärte er,„daß dieses Gesetz den Vereinigten Staaten ihre historische Stellung als neutrale Macht zurückgegeben hat.“(!) Was Roosevelt unter Neutralität versteht, zeigte sich schon wenige Minuten später, als er gefragt wurde, ob die Sperrzone um den amerikanischen Kontinent bereits in Kraft sei und ob deutsche Handelsdampfer unter dem Schutz dieser Zone den Handelsverkehr zwischen den amerikanischen Häfen durchführen könnten. Roosevelt antwortete sofort, die Sperrzone sei in Kraft. Dies gebe jedoch deutschen Dampfern keinerlei Recht zu einem Schiffahrtsgeschäft in den Ländern des amerikanischen Kontinents. Der Fall des Dampfers„Havelland“ habe damit nichts zu tun. Die„Havelland“ sei lediglich von einem amerikanischen Hafen, in dem sie vorübergehend Schutz gesucht hatte, in einen anderen Hafen gefahren, um die schon vor Kriegsausbruch an Bord befindliche Ladung zu löschen. Das könne man nicht als interamerikanischen Handelsverkehr" bezeichnen. Er glaube nicht, daß deutsche Schiffe versuchen würden, in das interamerikanische Geschäft, also den Handel zwischen den einzelnen amerikanischen Häfen, zu gehen. Auf die Frage, was er tun würde, falls ein britisches Kriegsschiff einen deutschen Dampfer innerhalb der Sperrzone aufbringe oder versenke, vermied Roosevelt eine klare Antwort, indem er diese Frage als hypothetisch bezeichnete. Die ernisce Eeerauderbeinit Ausfluchte und Vemantelungen des britischen Aushungerungsministers Berlin, 5. Nov. Der britische Minister für die wirtschaftliche Kriegführung, Sir Ronald Croß, hat in einer Rundfunkrede erklärt, daß die Maßnahmen seines Ministeriums keine Blockade, sondern einen Teil der völkerrechtlich anerkannten Kriegführung darstellten. Wenn ganze Nationen und nicht aur Armeen für den Krieg mobilisiert würden, dann sei der Umstand, Lebensmittel als bedingtes Banngut anzusetzen, ein wesentliches Element des britischen Wirtschaftskrieges. Anscheinend hat Sir Ronald Croß mit diesen Aeußerungen eine Antwort auf die russische Blockadenote und deren starken Widerhall in allen neutralen Ländern geben wollen. Trotzdem dürfte es jedoch England auf diese Weise nicht gelingen, den starken Eindruck der russischen Note zu vermindern, da diese Antwort auf einem moralisch und juristisch festen Boden fußt. Rußland hat sich mit seiner Note in besonders kraftvoller Weise an die Spitze der zahlreichen kleineren neutralen Staaten gesetzt, die schon vorher gegenüber England Protest gegen dessen ausgedehnte Banngutliste eingelegt hatten. Mit vollem Recht beruft es sich auf die Londoner Deklaration über den Seekrieg vom Februar 100°, die auf einer auf Englands Anregung einberugenen Konferenz von sämtlichen beteiligten Staaten angenommen und such die Zustimmung des englischen Unterhauses erlangt hatte. Die Tatsache, daß das englische Oberhaus später die Unterzeichnung dieser Deklaration ablehnte, hat an deren Rechtmäßigkeit nichts geändert, umso weniger, als ille anderen Mächte sich moralisch und juristisch an die darin niedergelegten Verpflichtungen seitdem gebunden hielten. Wenn also jetzt Sir Ronald Croß ganz einfach erklärt, daß die Einbeziehung von Lebensmitteln in die Banngutliste nach britischer Auffassung ein Teil der völlerrechtlich anerkannten Kriegführung und eine der wirksamsten britischen Waffen sei, dann ist damit noch keineswegs das bisher geltende Völlerrecht zu britischen Gunsten abgeändert, sondern es handelt sich um eine einseitige englische Behauptung, der die gesamten neutralen Staaten, sowohl die in der Panama=Konferenz geeinte Gruppe, als auch die euroväischen Neutralen einmütig gegenüberstehen. Die Aeußerungen von Sir Ronald Croß, daß man auch keine einzelnen Nahrungsmittel von der Banngutliste ausschließen könnte, weil es zu schwierig sei, einen angemessenen Unterschied zwischen den verschiedenen Lebensmitteln zu machen, sind nichts als leere Ausflüchte, die nur die britische Rücksichtslosigkeit bei der Kontrolle der neutralen Schiffahrt bemänteln sollen. Es ist besonders interessant, daß Sir Ronald Croß in seiner Rede erwähnte, daß 14 v. H. der von den Engländern beschlagnahmten Ladungen aus Erzeugnissen bestünden, die sonst im allgemeinen nicht als Konterbande angesehen wurden. Es handele sich dabei zu 9 v. H. um Waren die zur Munitionsherstellung benötigt würden und zu 5 v. H. um Getreide, das man auch in Brennstoffe für motorisierte Fahrzeuge umwandeln könne. Zweifellos gehört zur Herstellung von Brennstoffen aus Getreide schon die Phantasie des britischen Wirtschaftskriegsministers, und die ganze übrige Welt wird diese „sachliche Erklärung“ entsprechend zu würdigen wissen. Es bleibt auch sicherlich ein Geheimnis von Sir Ronald Croß, wie man aus Hirse, Hafer, Pfeffer, Zwiebeln, Süßwaren, Apfelsinen, Bohnen und Erbsen Munition herstellen kann. Besonders in verschiedenen südlichen Ländern, die auf neutralen Schiffen Apfelsinen zum Versand brachten, wird man für deren Verwendungsfähigkeit zur Munitionsherstellung lebhaftes Interesse zeigen. Auch der Hinweis, daß in Deutschland kein großer Unterschied zwischen Wehrmacht und Zivilbevölkerung bestehe, ist nicht besonders geschickt, angesichts der Tatsache, daß gerade aus England fast täglich Meldungen über die Beschlagnahme, Erfassung und Verteilungsregelung bestimmter Lebensmittel durch den Staat kommen. Es wird sich bei den vom britischen Wirtschaftskrieg besonders betroffenen Neutralen kaum leugnen lassen, daß auch diese neueste Rede von Sir Ronald Croß kein Verständnis für die völkerrechtswidrige Seekriegspolitik erwecken kann. Innmun=geyen=Luglische Tugen Dr. Goebbeis: Wir kämpfen einen politischen Kampf um unsere Existenz Absturz eines niederländischen Bombers. Einer Meldung aus Batavia zufolge ist ein Bomber der niederländisch=indischen Luftwaffe bei der Halbinsel Hintu gegenüber Ambon am Sonnabend abgestürzt. Wie der„Telegraaf“ erfährt, ist die Maschine verbrannt. Die künf Besatzungsmitglieder fanden den Tod. Berlin, 5. Nov. Am Sonntagvormittag hatte sich im ganzen Reich die deutsche Jugend in allen Filmtheatern versammelt, um ihre erste Filmfeierstunde zu begehen. Die ErziehungsWährend in vielen tausend Kinotheatern im Reich nahezu vier Millionen Jungens und Mädels versammelt waren, fand eine besonders festlich ausgestaltete Feier im Ufapalast am Zoo in Berlin statt. Hier ergriff Reichsminister Dr. Goebbels selbst das Wort. In seiner Rede führte Reichsminister Dr. Goebbels u. a. aus: Zum ersten Male tretet Ihr in solcher Geschlossenheit in dieser ernsten Zeit zusammen. Es soll damit nicht gesagt sein, daß die deutsche Jugend bisher teilnahmslos neben dem Kriege gelebt hätte. Im Gegenteil, Ihr habt Euch nach Euren besten Kräften und auf allen Gebieten unseres inneren Lebens betätigt und auch bewährt. Viele aus Euren Reihen haben auf die männlichste Weise das Gelöbnis, das Ihr so oft auf Euren Kundgebungen und Heimaben= den dem Führer in Reden und Liedern gegeben habt, wahrgemacht. Eure Führer stehen zum größten Teil unter den Soldaten des Reiches im Felde, zum Teil sind sie im Polenfeldzug verwundet worden und 251 von ihnen sind gefallen.„ 9 Ihr seid also im besten Einne des Wortes eine politische Jugend gewesen. Wir Deutsche waren zu unserem Unglück früher ein unpolitisches Volk. Uns fehlte oft die Kenntnis der tieferen Zusammenhänge, unseres geschichtlichen Lebens. So lino wir auch als August 1914 in den großen Weltkrieg hineingezogen. Das ist heute anders. Jetzt weiß es in Deutschland jedermann, daß wir um unsere nationale und soztale Existen: kämpfen. Weil wir wissen, worum es geht, deshalb sind wir auch gänzlich immun gegen ausländische und vor allem gegen englische Betörungsversuche. Die dummen und albernen Flugblätter, die von englischen Flugzeugen über deutschen Städten und Dörfern abzeworfen werden, können unserer inneren Mocal nichts anbaben. Ihren Lügen gegenüber führen wir Deutsche den Kampf für das Recht. Wir haben es nicht nötig, Lügen mit Lügen zu beantworten. Wir stellen der Verleumdungskampagne unserer Gegner die blanke Wahrheit entgegen, und wir erleben zu unserer Genugtuung, daß die Wahrheit sich mehr und mehr in der Welt durchzuDieser Kampf ist ein politischer. Er geht nicht nur die Staatsführung, er geht das deutsche Volk an, und er geht vor allem die deutsche Jugend an. Denn die deutsche Jugend wird einmal die Früchte dieses Krieges ernten. Für sie wird er durchgefochten. Diese Filmfeierstunden an den Sonntagvormittagen sollen dazu dienen, den deutschen Jungen und Mädeln die so außerordet lich notwendige politische Ausrichtung zu geben, darüber hinaus aber ihnen auch die Möglichkeit verschaffen, einen Einblick zu tun in unser nationalpolitisches künstlerisches Filmschaffen. Aufbauwillen des Reiches Prager deutsche Hochschulen in deutsche Obhu# genommen Prag, 5. Nov. Im Deutschen Schauspielhaus in Prag fand am Samstagvormittag die feierliche Uebernahme der Prager deutschen Hochschulen in die Obhut des Reiches statt. Das Haus erstrahlte im Festschmuck. Reichserziehungsminister Rust gab in seiner Festrede zunächst einen Abriß der Geschichte der ältesten deutschen Universität, der zugleich den Schicksalsweg der Völker im böhmischmährischen Raum erkennen läßt. Reichsstatthalter von Neurath hielt eine Begrüßungsansprache, in der er sagte:„Wir haben uns heute an dieser für das Deutschtum der Stadt Prag so bedeutungsvollen Stätte vereint, um die durch die Verordnung des Führers vom 2. August 1939 vollzogene Ueberführung der beiden alten deutschen Hochschulen auf das Reich feierlich zu begehen. Hier, wo sie mit ihrer ganzen reichen Geschichte tausendfältig verwurzelt sind, haben wir nunmehr die älteste deutsche Universität und die älteste technische Hochschule in den Schutz und die Obhut des Großdeutschen Reiches genommen. In Würdigung der Bedeutung dieser ersten Universitätsgründung durch Kaiser Karl den V. hat der Führer den von mir vorgelegten Antrag Seiner Magnifizenz des Rektors der Universität entsprochen und der Universität den Namen„Deutsche Karlsuniversität in Prag“ verliehen. So knüpft unsere Zeit an die Leistungen der großen Vergangenheit an. Der Poilu wird staunen: Eine Million Frauen in England„mobilisiert" Amsterdam, 5. Nov. Nach einer UnitedPreß=Meldung aus London, sollen gegenwärtig in ganz England etwa eine Million Frauen„mobilisiert" sein. 20000 Frauen, so heißt es, dienten im Hilfsterritorialkorps, 2000 bei der Frauenhilfsluftwaffe und weitere 2000 im Frauenmarinedienst. Im Luftschutz seien 151000 Frauen im Bewachungsdienst tätig, weitere 127000 bei der Durchführung der Evakuierungsmaßnahmen, 32000 täten Dienst als Hilfspflegerinnen und 53000 Frauen seien in Hospitälern beschäftigt. Man plane jetzt sogar, schließt die Meldung, das weibliche Hilfsterritorialkorps von 20000 auf 40000 Frauen zu erhöhen. Ohne den geringsten Erfolg! Feststellung eines belgischen Blattes Brüssel. 5. Nov.f In einem Bericht über englische Gefangenenlager schreibt„Pays Reel“, daß die Engländer verzweifelte Bemühungen machten, die wenigen deutschen Gefangenen gegen den Nationalsozialismus aufzuhetzen. Sie überschwemmten die Gefangenen dauernd mit antinationalsozialistischen Tendenzschriften und mit Emigrantenliteratur, aber zu ihrem Bedauern müßten sie feststellen, daß alle Anstrengungen ohne den geringsten Erfolg seien. Die Gefangenen brächten ihre nationalsozialistische Gesinnung bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck und hätten sich bereits in nationalsozialisti,cher Gesinnung unter Ernennung eines Lagerführers organisiert. Wenn man nach dem Verhalten der wenigen deutschen Gefangenen auf die Gesinnung des deutschen Volkes schließe, so sei festzustellen, daß die gewaltige Mehrheit aller Deutschen nach wie vor fanatisch hinter dem Führer stehe. Teilbelagerungszustand eine Vorbeugung gegen Spionage Amsterdam, 5. Nov. Der holländische Oberbefehlshaber hat eine Anordnung erlassen, wonach es Angehörigen fremder Mächte verboten ist, sich in Gegenden aufzuhalten, wo der Belagerungszustand verhängt ist. Eine Ausnahme wird für den normalen Eisenbahnverkehr gemacht. Auch behält sich der Oberbefehlshaber das Recht vor, weitere Ausnahmen von dem Verbot zu machen. Wie der Telegraaf von befugter Stelle hört, sei der Belagerungszustand, der in einzelnen Teilen Hollands verhängt wurde, hauptsächlich mit der Absicht verfolgt, um Personen, die allzu großes Interesse für die Verteidigungsmaßnahmen an den Tag legen, aus diesem Gebiet entfernen zu können. Das tägliche Leben wird durch den Belagerungszustand unter den heutigen Verhältnissen kaum berührt. Ein Plünderer hingerichtet Berlin, 5. Nov. Am 4. November 1939 wurde der am 24. September 1904 in Miltenberg (Main) geborene Heinrich Hubert hingerichlet. der vom Sondergericht Kaiserslautern wegen Verbrechens wider die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Hubert hat in einem aus militärischen Gründen von der Zivilbevölkerung geräumten Grenzort gplündert. Die Schweiz lehnt die englische Kontrolle ab Bern, 8. Nov. Das eidgenössische Volksdepartement erließ eine Verfügung, worin den schweizerischen Firmen untersagt wird, sich einer ausländischen Kontrolle über den Warenverkehr zu unterziehen. Der Führer hat dem Oberbaudirektor a. D. Pros. Dr.=Ing. e. h. Fritz Schumacher in Hamburg aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe=Medaille für Kunst Wissenschaft verliehen „Senw Nr. 260(Zweites Blatt) NOVEMBER MONTAG Unser Wille war härter als die deutsche Not! Dieser unser Wille aber, deutsches Volk und deutscher Arbeiter, ist mit euer Wille. Es ist der ewige Wille zur Selbsterhaltung, der jedem gesunden Wesen zu eigen ist und der, wir danken es unserm Gott, auch unser deutsches Volk nicht endgültig verlassen hat. Er schlummerte und ist nunmehr erwacht! Adolf Hitler. Starke heimalbewußte Menschen Kriegswichtige Aufgaben der Heimatpflege Die erste Arbeitstagung des Westfälischen Heimatoundes im Kriege, zu der der Leiter des Westfälischen Heimatbundes, Landeshauptmann Kolbow, die Heimatgebietsleiter nach Soest eingelaben hatte, diente der Ausrichtung der Heimatarbeit auf vordringliche kriegswichtige Aufgaben. Wie der Westfälische Heimatbund mitten im Weltkriege gegründet worden ist, so soll er auch in diesem Kriege eine Arbeit leisten, wie sie die Größe der Zeit verlangt. In dem Entscheidungskampfe um die Zukunft unseres Volkes und um unseren Lebensraum muß alle Heimatarbeit darauf ausgerichtet sein, starke heimatbewußte Menschen zu erziehen, deren Heimatverbundenheit die sicherste Bürgschaft ist für den unerschütterlichen Willen, diese deutsche Heimat bis zum Außersten zu verteidigen. Zu den bisherigen Arbeiten des Heimatbundes, die auch im Kriege nicht ruhen sollen, treten neue, von der Zeit gestellte. Der Westfälische Heimatbund wird sich, wie Landeshauptmann Kolbow betonte, diesen neuen Aufgaben vornehmlich widmen. Er wird mit allen Kräften dazu beitragen, in der Heimat die standhafte, wehrhafte Gesinnung für den uns aufgezwungenen Verteidigungskampf zu erhalten und zu stärken. Eine besondere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß unsere Soldaten gutes heimatliches Schrifttum erhalten(Bücher, Kalender, Zeitschriften). Heimarbriefe sollen das Band zwischen Front und Heimat enger knüpfen. Für die Garnisonen sind Vortragsabende, Aufführungen der Niederdeutschen Bühne, Stadtführungen und ebenfalls Bereitstellung von Literatur vorgesehen. Eine sehr wichtige Aufgabe, die viel Umsicht und Planmäßigkeit erfordert, ist ferner die Anlage und Führung von Kriegschroniken der einzelnen Orte. Gerade dieser Aufgabe soll große Sorgfalt zugewandt werden, weil sie späteren Generationen anschaulich und erlebnisreich das große schicksalhafte Zeitgeschehen unserer Tage bewahren und vermitteln werden Tageschronik Zentralheizung nicht einfrieren lassen. Bei plötzlich eingetretenen Kälteperioden sind in den letzten Jahren viele Zentralheizungs= und Warmwasserbereitungsanlagen eingefroren. Dadurch entstand sowohl den einzelnen Volksgenossen als auch der ganzen Volksgemeinschaft ein verhältnismäßig hoher Schaden, der in seiner Auswirkung nicht überall erkannt wurde. Die Beseitigung der Einfrierungsschäden, die durch Leichtsinn in der Bedienung oder Unachtsamkeit hervorgerufen wurden, erforderte außer erheblichem Arbeitsaufwand auch einen größeren zulätzlichen Eisenbedarf. Es empfiehlt sich daher, den Zentralheizungen bei Eintritt stärkerer Kälte besondere Aufmerksamkeit zu widmen und die Anlagen mährend der Nacht höher zu heizen. Vereinfachte Prujungen in der Zollverwaltung. Auch in der Reichszollverwaltung sind vereinfachte Prüfungen für diejenigen Anwärter und Jungmänner eingeführt worden, die für die Reichsverteidigung zur Wehrmacht einberufen werden. So können die Anwärter für die Laufbahn des gehobenen Dienstes aus dem Finanzschülerstand, die die Finanzanwärterprüfung bestanden haben, statt nach 2½ Jahren bereits nach 2 Jahren zur vereinfachten Zollinspektorprüfung zugelassen werden. Die Zulassung von Anwärtern für den mittleren Dienst zur vereinfachten Zollassistentenprüfung erfolgt statt nach 12 Monaten bereits nach 6 Monaten. Ebenso ist für Jungmänner nach Abschluß des Einführungslehrganges eine vereinfachte Prüfung zugelassen, nach der sie den Finanzämtern zur praktischen Beschäftigung und weiteren Ausbildung übermiesen werden. * Unfallhilfsstellen auch in kleineren Gemeinden. Der Reichsminister hat angeordnet, daß die Lücken, die das Retz der Unfallhilfsstellen noch aufweist, unbedingt geschlossen werden müssen. Auch in kleineren Gemeinden müssen Unfallhilfsstellen eingerichtet werden. Die notwendigen geringen Kosten werden nach Möglichkeit von den örtlich zuständigen Stellen des Deutschen Roten Kreuzes getragen, denen zugleich die Sicherstellung des erforderlichen Personals obliegt. Reichen diese Mittel nicht aus, so wird die Gemeinde trotz der augenblicklichen finanziellen Inanspruchnahme durch den Kriegsbeitrag eine Beihilfe leisten müssen. * Was wören wir ohne die Partei! Wir wollen diesen Satz nicht mit einem Fragezeichen versehen, denn das Leben in Deutschland ohne das pulsende Herz der Bewegung ist unvorstellbar— und nur unsere Kriegsgegner möchten diesen Zustand im eigenen Interesse verwirklicht sehen. Wir Deutsche jedoch setzen hinter diese Worte ein bejahendes Ausrufungszeichen und geben damit unserer freudigen Genugtuung Ausdruck: Die Partei lebt! Wir haben sie als Geschenk des Führers aus seinen Händen empfangen und wir dürfen aus dieser nie versiegenden seelischen Kraftquelle immer wieder aufs neue schöpfen. * Jugendherbergen während des Krieges. Die Jugendherbergen dienen auch während der Kriegszeit, wenn möglich, ihrem Zweck. Indessen stehen sie besonders in den Grenzgebieten im Dienste des Vaterlandes und sind deshalb hier nicht benutzbar. Wer auf Wanderung geht, erkundigt sich bei den Dienststellen des Deutschen Jugendberbergswerkes oder in den zu benutzenden Herbergen selbst, ob sie Wanderer aufnehmen können. Auch im Gebirge werden da und dort Jugendherbergshütten im erwähnten Eins stehen. Es ist also umumgänglich notwendig, sich vor jeder Wanderung zu vergewissern, ob die berührten Herbergen und Jugendschutzhütten dem Wanderbetrieb zur Verfügung stehen. Seid höflich und kameradschaftsin Ein Appell an die Schalterbeamten Mehr denn je ist heute ein kameradschaftliches Verhalten seitens der Beamten der Oeffentlichkeit, besonders Hilfsbedürftigen, gegenüber notwendig. Höflichkeit allein genügt in diesen ernsten Zeiten kaum mehr, es muß an deren wahre Kameradschaft treten. Die kriegswirtschaftlichen Maßnahmen, wie Bezugscheine oder Lebensmittelkarten, führen manchmal zu Unklarheiten oder Mißverständnissen im Publikum, so daß viele Leute persönliche Erkundigungen oder Auskünfte bei den Bel den einholen. Da heißt es nun in dem Erlaß des Reichsinnenministers, daß im Hinblick auf die Notwendigkeit des geschlossenen Einsatzes der gesamten Nation alle behördlichen Entscheidungen ohne Verzögerungen und frei von bürokratischen Hemmungen zu treffen seien. Die Einschränkungen, die heute notwendig sind, müssen der Bevölkerung dadurch erleichtert werden, daß die Behörden und Aemter alles daransetzen, die Bewirtschaftungsmaßnahmen verständlich, gerecht und ohne Härten durchzuführen. Besonders sollen die mit der Ausgabe von Bezugscheinen beauftragten Beamten Verständnis für die Nöten der Volksgenossen haben. Alle erforderlichen Maßnahmen müssen getroffen werden, um den Verkehr des Publikums bei den Dienststellen zu erleichtern und eine rasche und zuvorkommende Abfertigung der Antragsteller zu ermöglichen... 468 Wenn wir auch davon überzeugt sind, oaß die meisten Beamten an den Ausgabeschaltern ihrer Aufgabe gerecht werden, so soll doch darauf hingewiesen werden, daß Beamte, die es an dem nötigen Verständnis für die Belange unserer Volksgenossen fehlen lassen, von ihren Aemtern abberufen werden. Wir schonen unsere Strümpfe! Die Pflege des Schuhes macht sich bezahlt Haben Sie schon festgestellt, wie fein Ihre Strümpfe in neuen Schuhen halten? Das gibt uns doch zu denken! Die Innenseite unserer Schuhe wird mit der Zeit rauh und uneben, und wir müssen wieder für sorgen. Wir schneiden darum noch heute Sohlen aus Pappe zu. Sehr haltbar werden diese Einlegesohlen, wenn wir irgendeinen Stoffrest mit der Maschine darauf steppen. Wer hierfür keine Zeit hat, holt sich fertige Einlegesohlen. Wenn die innere Ferse des Schuhes ebenfalls rauh oder gar durchgescheuert ist, dann muß gleichfalls auch da für Abhilfe gesorgt werden. Wer nun geschickt ist, klebt dünne Lederfleckchen von alten Handschuhen, Rotizhischern, oder der: gleichen ein oder läßt es von seinem Schuhmacher besorgen. Nun sitzt der Fuß wieder fest in seinem Schuh! Alles unnütze Reiben hat aufgehört, und die Strümpfe haben bestimmt eine viel längere Lebensdauer! te bei den Be Bekenntnis unseres Gaues zur Volksgemeinschaft! Sdeurstfa.. Mepfer. Becdenschatsberich der 95 s. 10339- 9 Bilanen..teumgn.. Zum sechsten Male kann das Winterhilfswerk des deutschen Volkes im Gau Westfalen=Süd seinen Rechenschaftsbericht der Bevölkerung übergeben. Dieser Bericht ist ein Beweis der Opfer bereitschaft und Gemeinschaftstreue unserer südwestfälischen schaffenden Menschen. Auch die südwestfälische Bevölkerung hat ein der geschichtlichen geprögt“, Her“ umh ges und größeres Opfer gebrr###r. 20 1.7 1c des Führers wurde erfulr. Diese Leistungen werden künftigen Geschlechtern von der Treue Opfer= und Einsatzbereitschaft unseres Gaues künden. 36 608 Helfer und Helferinnen im Dienst des W5# In uneigennütziger, aufopfernder Arbeit standen 36 608 Männer und Frauen unseres Gaues im. Dienst dieses großen Hilfswerkes. Diese ehrenamtliche### fer und Walter haben in den vielen Jahren### ihren vorbildlichen Einsatz entscheidend an der Erfüllung der Aufgaben im WHW und in der RSV beigetragen. All diesen vielen unbekannten Helfern, Helferinnen und Waltern gebührt unser besonderer Dank. Der Kreis der Hilfsbedürftigen Der Wandel der Zeiten tritt in der Hilfsbeoürstigenzahl des WHW besonders in Erscheinung. Während im WHW 1933/34 934 951 Betreute vorhanden waren, sank diese Ziffer im letzten WHW im Monals. durchschnitt auf 289 441 Betreute. Durch das Sinken der Betreutenzahlen konnten große Summen aus dem WHW für andere Zwecke freigemacht werden. Sie wurden der beträchtlich ausgeweiteten Betreuungsarbeit der RSV zugeleitet. 9 Millionen Gesamtleistung des W5W 1938/39 Der Gesamtwert der an die Betreuten im hilfswerk 1938/39 im Gau Westfalen=Süd verteilten Spenden aller urr verrägt 9 038 62087 Reichsmark. Auf den Kopf des Betreuten beträgt der Leistungssatz 31,23 Reichsmark. Eine achtköpfige Familie ha hiernach vom WHW Zuwendungen im Werte von 249,82 Reichsmark erhalten. 93 Millionen Gesamtleistung aller W5W Die Gesamtleistungen aller bisherigen Pinterhilfswerke zusammengerechnet ergibt die gewaltige Summe von 93766785,31 Reichsmark im Gau Westfalen=Süd. Dieses ist der Anteil unseres Gaues an der Gesamtleistung des deutschen Winterhilfswerkes. Einige Leistungszahlen des WHW 1938/39 Nur einige Einzelzahlen sollen aus der Gesamtleistung des WHW 1938/39 des Gaues Westfalen=Süd herausgestellt werden. Es kamen zur Verteilung: Kohlen 1042 297 Zenter, Kartoffeln 610 857 Zentner, Schul= und WHW=Speisungen 728 598 Stück, Schuhe 37318 Paar, Lebensmittel aller Art im Werte von 1 937 828,70 Reichsmark, Kleidungsstücke aller Art im Werte von 1 534 064,89 Reichsmark, Lebensmittelgutscheine im Werte von 888 126,38 Reichsmark. 14,6 Millionen Geldspendenaufkommen Das Aufkommen an Bargeld im Gau WestfalenSüd beträgt 14 613323,00 Reichsmark. Das bedeutet eine Steigerung von 3174519,86 Reichsmark oder 27,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Beweis für das Vertrauen unseres Volkes zu seiner Führung, der Beweis, daß das WHW eine Herzenssache aller Deutschen st.. seller An 9 An dem Geldspendenaufkommen steuen vier Spendengruppen die größten Anteile dar: 1. das Opfer an Lohn und Gehaggeggache 3510 603,18 Reichsmark gegenüber Reichsmark im WHW 1937/38; Ein Wöuenener ven Freuer Jeder Schwerter trug ein Schwert Das Wochenende war zwar nicht von der herrlichen Herbstsonne überstrahlt, wie die Tage der vergangenen Woche, immerhin aber war der Himmer uns so gut gesinnt, daß er die beiden Tage nicht verregnen ließ. So konnten wir denn noch einmal die Wälder in ihrem wunderreichen Farbenkleid schauen, durften die ganze herbstliche Pracht unserer Heimat bewundern. In acht Tagen,— wer weiß? Dann hat der Wind die ganze Pracht vielleicht schon zu Boden gewirbelt... Von Herzen froh sein, das konnte natürlich nur der, welcher seiner nationalen Pflicht freudig nachgekommen war, der die Stimme hörte, mit der sich die Sammelbüchsen an sein Herz, an seine Opferbereitschaft wandten. Nun, wir glauben, es hat wohl keinen Volksgenossen in Schwerte und im weiten Ruhrtal gegeben, der diese Bitte der Sammler böswillig abgeschlagen hat. Im Gegenteil! Man sah keinen Volksgenossen und keine Volksgenossin, deren Mantelaufschlag nicht ein Schwert zierte. Jeder Schwerter trug ein Schwert an diesen beiden letzten Tagen. Es war die schönste Auszeichnung für unsere gerade in dieser Zeit vorbildlich gewordene Volksgemeinschaft. Diesmal waren es die Männer der SA, der##, des RSKK und des RSFK, die sich freudig in de.: Dienst der zweiten Reichsstraßensammlung des Kriegs=WHW stellten. Wie in den Jahren des Kampfes und auch in den sechs Jahren seit der übernahme jeder Mann dieser nationalsozialistischen Formationen treu seine Pflicht tat, so sind sie auch an diesem Wochenende marschiert für Deutschland, für die Zukunft unseres Volkes. Wir wissen, diese Männer warten nicht auf Worte des Dankes. Sie erwarten, daß jeder Volksgenosse seine Pflicht gegenüber dem Volke tut, mehr nicht. Trotzdem gebührt ihnen unser Dank! Die Männer der SA, der 6f. des RSKK und des RSFK standen vorgestern und gestern an der Front der Volksgemeinschaft! * Die RS=Gemeinschaft„Kraft durch gestern vielen hundert Volksgenossen durch teren„Heiteren Nachmittag“ viel Freude geschenkt. Nur einen Wunsch hatten wir dabei: Daß nämlich Herr Chamberlain und Mister W. C., wie man Winston Churchill jetzt recht sinnfällig abkürzt,— daß Freude" hat urch einen weidiese beiden Obergauner und Kriegsverbrecher, da# Gelächter gehört hätten, das den„Freischütz erfullte. So kann doch nur ein Volk lachen, das von einem unbändigen Glauben an den Sieg, an eine große deutsche Zukunft beseelt ist. Ja, wir können lachen, wir können uns freuen, denn wir wissen uns im Schutz der besten und mutigsten Soldaten der Welt: im Schutz unserer deutschen Soldaten, wir wissen uns geeint in einer Front: in der Front wirklicher Volksgemeinschaft, und geführt von einem Mann, um den uns die ganze Welt beneidet: von unserem Führer Adolf Hitler! Da hatten wir also allen Grund, uns über dieses Wochenende zu freuen. Und so gehen wir mit neuer Kraft in diese neue Woche, die wiederum von jedem von uns den Einsatz seiner ganzen Kraft fordert: für Deutschland! Jetzt wieder Filmvorführungen in Berchum Berchum. Nun werden wieder regelmäßig in Berchum im Saale Borgmann Filmabende der Gaufilmstelle Westfalen=Süd der RSDAP abgehalten. Der nächste Filmabend ist auf Mittwoch, 8. November, festgesetzt. Zur Vorführung kommen die Filme „Pour le mérite“ und„Der Westwall“. Um allen Bewohnern Gelegenheit zu geben, diese beiden Filmwerke zu sehen, ist um 16 Uhr und 20 Uhr je eine Vorstellung angesetzt worden. Kinder zahlen in der Nachmittagsvorstellung den ermäßigten Preis von 20 Pfg. Die Partei gedenkt der Kameraden an der Front L erchum. Die Soldaten des Weltkrieges wissen am besten welche Freude es ist, wenn ihnen unerwartet ein Feldpostpaket aus der Heimat zugestellt wurde. Durch freiwillige Spenden der Parteigenossen haben es die Berchumer ermöglicht, allen Soldaten, die sich jetzt dr ußen befinden, ein Liebesgabepaket zugehen zu lassen. Sie haben hierbei keine Ausnahme gemacht, sondern den Nichtparteigenossen genau so behandelt wie den Parteigenossen. Die Versendung von Paketen soll nunmehr in kurzen Zeitabständen regelmäßig erfolgen. Die Soldaten draußen sollen wissen, daß sie von der Heimat nicht vergessen werden. 2. die Spenden von Firmen, Industrie, Wirtschaft, Organisationen und Einzelpersonen„Sez#gg 5090 320,07 Reichsmark gegenüber 3 940 805,6 Reichomark im W5D 1991.99, gen B46g1h 9. die Eintopfspenden erbrachten 2 485789,17 Reichsmark gegenüber 2144099,17 Reichsmark im WHW 1937/38, auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet 0,95 Reichsmark; 4 die Reichsstraßensammluggen Sbractteg 1372 735,33 Reichsmark, gegenuver 1223 1.25.22 Reichsmark im WHW 1937/38, auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet 0,47 Reichsmark. Der Gau Westfalen=Süd marschiert mit Eintopfergebnis an der Spitze allerggggtschen Gage. An Abzeichen wurden im WHW 1938=39 in West falen=Süd über 6 Millionen Stück abgesetzt. 5 Millionen Reichsausgleich Im Rahmen des Reichsausgleiches für dar WHW konnte der Gau Westfalen=Süd nunmehr 5 Millionen Reichsmark als Überschußgau— früher mit stärkster Arbeitslosenziffer— an das Reich zurückerstatten, womit den Brüdern und der Ostmark, im Sudetenland, im Protektorat, im Memelland, in Danzig und nunmehr auch den Volksdeutschen in Polen geholfen wurde. 3.2 Millionen für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ Dieser Betrag konnte aus dem WHW Gaues der wichtigsten Arbeit der RSV zugeführt werden, die ihre höchste Aufgabe in der Betreuung von Mutter und Kind sieht, denn unsere Pflicht ist es, das Leben unserer Mütter und Kinder zu schützen und gesund zu erhalten. Die Mütter einer Nation sind die Quellen des ewigen Lebens und gend ist die Zukunft. Diese volkspflegerische Arbeit an der Gesunderhaltung der deutschen Familie muß noch besonders herausgestellt werden, da sie über die Aufgaben des WHW hinausgeht. 190 Dauerkindergärten und Horte, in denen lich über 15 000 Kinder ausgenommen werden, dienen zur Entlastung der Mütter in Stadt und Land. Diese Arbeit verrichten 478 ausgebildete Kindergärtnerinnen und Helferinnen. In über 400 Hilfs= und Beratungsstellen des Hilfswerkes„Mutter und Kind" und 103 meindeschwesternstationen erhält heute die rung Rat und Hilfe in allen Fragen der Gesundheitsfürsorge. Im Jahre 1938 haben 335 832 Mütter diese Hilfsstellen und Schwesternstationen aufgesucht. Als Erfolg dieser vorbeugenden gesundheitsfürsorgerischen Arbeiten der RSV an Mutter und Kind kann ein Abnehmen der Säuglingssterblichkeit im Gau Westfalen=Süd festgestellt werden. In der Kindererholungspflege wurden in den Jahren bisher bis Ende 1938 129799 Kinder aufs Land und in Heime verschickt. In der Müttererholung konnten in Heimen und in örtlicher Erholung 16 932 Mütter sorgenfreie Ferien verleben. Weitere wichtige Aufgaben wurden inzwischen von der NSV übernommen bzw. dem Kriegswinterhilfswerk zugeteilt, wie die Unterhaltung und Einrichtung des RSV-Bahnhofsdienstes, die zusätzliche Einrichtung und Unterhaltung von RSV=Hilfskindergärten für die Betreuung der Kinder erwerbstätiger Nütter, die Förderung der Arbeiten des Deutschen Roten Kreuzes und der im Kriege notwendigen volkspflegerischen Arbeiten anderer Organisationen. Der Aufgabenkreis des Kriegswinterhilfswerkes wird aber auch in der direkten Betreuung umfassender sein als im vergangenen WHW, weil der zu betreuende Personenkreis durch den Krieg erweitert wird. Zu neuen Taten! Zum siebten Male richtete der Führer den Appell an den sozialen Willen der deutschen Ration. Auch im Kriegswinterhilfswerk wollen wir vor aller Welt beweisen, daß wir eine unerschütterliche Gemeinschaft sind. Die Nation steht in Waffen und noch größer muß das Opfer der Heimat werden, damit die vor der Truppe bestehen kann. Die Ergebnisse des letzten Winterhilfswerkes müssen für uns alle Ansporn sein zu noch größeren Opfern im Kriegswinterhilfswerk, getreu dem Wort des Führers, daß alles übertroffen werden muß, was bisher ähnliches geleistet wurde. Die Heimat wird den Mut und den Kampfesgeist unserer Soldaten durch einen entschlossenen Opfergeist stärken. Das Kriegswinterhilfswerk ist die Wasse der Heimat! W. 54. " c aitt Eeeitterliacht (Geheimnis um Wemburg) Erstes Kapitel Friedrich Wernburg, der Inhaber des grochaft, schläpfte eben ae be Ksche. li. Ganstche 1n den Siuratendben vanen Boden beicken. breite Bett aus as aufleuchten, sebte das ## wett aus glänzend poliertem Birkenunter funkelndes Licht und malte schimmernde Flecke an die Wand oberhalb des Wernburg, ein stattlicher Mann, der die solspiegel am Pfeiler zwischen den Fenstern Maste zurschuste. Seine die weibe Kinseas esce Aaene uic ien Gaiche überlegenen Ausdruckeu dn einen „Wie, er sich jetzt so im Spiegel musterte, seinen Mundwinkeln veraß. Laceilu von eidtem Sizas=uingeiche aie; Generaton i diese neue Generation wird ihre Herrschaft antreten, die neue Fahne eines neuen Lebens bissen, und du gehörst dann zum alten Eisen!“ . 2dic Hestras pesimistische Ueberlegung war Sohugdeu:. Gedanken an die Trauung seines Sohnes Robert mit Gitta Lindt hervorgeruen worden, die heute mittag in der Hedwigskirtis, stattfinden sollte. Er war mit dieser Heiund er hatte nur seiner schver zuliebe nachgegeben, die sich mit einer bei Der Banier mandte sich vom Spiegel weg und zog seine Uhr. Es war noch rieichlich Zeit zur Tranung. Er wollte sich eben eine Zigarette, anzünden, als sich die Tür öffnete eintrat Jn ur.. ein sil“ seine Frau. eintrat. In iyrem bleichen, schmalen Gesicht, as eriäch, deseschwarze Seidenkleid noch bläs„reschten, fieverten ein paar große, dunkel umschattete Augen, und die blutleeren, dünnen Das Geben machte ihr sie au. einen Stakt enerengeit und Abrie sorgt.„Wirst du denn auch die lange Zeremonie in der Kirche durchhalten können?“ Gottes Hilfe wird es schon gehen“. meinte sie mit einer leisen, müden Stimme, während sie sich auf den bereitgestellten Stuhl shre Wangen au. wieder verbleichten. vie Blutrosen, die rasch „Vielleicht wäre es doch besser, du bliebest zu Hause, Luise“, riet Wernburg mahnend. Es könnte dich über Gebühr anstrengen.“ einer Energie, die man der schwachen Frau gar nicht ansah, erwiderte sie, wobei sie vorwurfsvoll zu ihrem Mann emporsah: „Ich soll am Hochzeitstag meines Sohnes ich mich in die'aein Frieder, und wenn ich will dabei sein: tragen lassen müßte. ich wiul babei sein.“ Dann flaute ihre Erbersent hatte irise der Vorschlag Wernburgs versehr hatte, wieder av.„Ich bin ja so glück##s erleben zu dürfen, daß Robert sich enolich eine Familie gründet.“ ig er hasen. Por nichts dagegen, alt genug Nur, daß er ausgesucht meine Privatsekretärin zum Altar führt, das will Er konnte den etwas unwirsch hingeworfenen Satz nicht beenden. Luise hatte ihre legt, und ein bittender, fast flehender Blick binunter und schwieg. hluckte er den Reit „ssehich wlen doch beide das gleiche, daß er Muschru ird“, meinte sie versonnen, und ein rvoruck von Bangigkeit ging über ihre Züge, nber es war nur eine kurze Weile. „„Na gut, ich hoffe, daß sich dein Wunsch erfuuen möge. Robert wird wohl schon bereit in das Vergnügen zu stürzen“, verFer schläntburs zu scherzen. noch", lächelte die Mutter. verschätt seine seich Der ist imstande und doch gleich einmat ger: Hochzelt. Dua winl sch Luise bielt ihn zurig. schon beauftragt, ihn sheade eimn i eden gestern am Polterziate u. bischen spät geworden“, entschulwit der Bonz. „Du hast immer eine Entschuldigung für zu bereit. Aber du weißt so gut wie ich, daß eichten Se. Leben immer mehr von der könnte sagen: von von Max Deal Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Zichacker, Gröbenzell b. München miPitchiesem billigen Einwand solltest du mig.„Mir will scheinen„ „Mir win scheinen, als ob die heutige Jugend weit oberflächlicher ist, als wir es as an; ernburg schüttelte fast unmerklich an Zes Hest richt an den Menschen, das liegt diesem Moment wurde an die Tür geGärtner in das Süriner in das Zimmer, ein kleiner, älterer den dreste, verligen de Har#6.108, Willem?“ fragte der Bankier. sunge gnädigen 2. id habe verfucht den allen Klopfens verrn zu wecken, aber troß Antwort bekommen“ uen habe ich keine Sie denn nicht in sein Zimen noch das Licht selt, oine das dicht abgebdrcbt zu habenWernburg so obenhin, obwohl er sich a, gewissen Unbehagens nicht erwehren nicht zu ertlären. d vermochte er sich selbst wird doch nichts passiert sein?“ stamasragrogen Srau Wernburg. „Was soul denn passiert sein?“ warf er hin, ine eigene Unsicherheit hinter einem forschen Ton verbergend.„Er hat gestern dem Sekt stuas zupiel zugesprochen, und da kann er nicht aus den Federn.“ Dann zu dem Ehrtner:„Kommen Siel. Die beiden schritten im Parterre den Korridor entlang. an dessen Ende Roberts Zimmer lag. An der Tür angekommen, klopfte Wernburg mit hartem Knöchel. Braut soll wohl Tein in Schlafmützel Deine Braur son wohl auein in die Kirche?“ in Zimmer, Haeh nichts reate sich drinnen er das Klopfs.“ ein vaarmal wiederholte rättelte eren und seinen Weckruf, dabei ####tte er an der Klinke der verschlossenen sezz, meinte Wernburg. auferie Achseln. Er Wernburg krommelte mit beiden Fäusten gegen die Tür. Keine Antwort. trritert und sein wandelte sich sehrenändliches Erkaunen verdrückung„Er schef nusch in eine leichte Besein.— Vielleichtn nicht mehr anwesend zu Braut.. ist er schon fort zu seiner Der Gärtner wendete bescheiden ein:„Aber ene siurnen doch abgeschlossen. der Schlüssel Seslae Ghesgesegr aiste in den Garter enit mit selbst berutzigen. s wolle er sich da„Und das Licht?“ Ohne etwas zu erwidern, lief Wernburg Butrziaue tnie gesrieden Schritten den Korridor Macht, so daß. einer unsichtbaren zu folgg. hm der alte Gärtner kaum . Sten, vermochte, und stürmte aus der Villa in den Garten hinaus. sie die rechte Seite des Hauses erreicht Tetfer, Fseine, Terrasse den vorfpringenden #i# Lila wirtungsvoll abschloß, sahen sie. Terrasfe tihreu oberts Zimmer auf die Terrasse führte, weit offen stand Trotz des grellen Sonnenlichtes war deutlich zu erkenpen. daß drinnen im Zimmer die Krone noch Wernburg war die paar Stufen zur Terrasse hinaufgesprungen, dann aber mußte er einen Moment Atem schöpfen, der ihm von dem schnellen Lauf durch den Garten zu kurz geworden war. Unwillkürlich stützte er sich auf die Terrassenbrüstung, und fast unbewußt schweifte sein Blick über die kurzgeschorene mit ihrer Einfassung aus blühenzen Poser, oie sich vor der Terrasse weit in den Garren hinein ausbreitete. Eine unbeeseizligs sanost hatte ihn vlöslich befallen und den Steinplati Zie sb und verwachsen mit . Steinptatten, vie den Boden der Terrasse bedeckten. Er wußte nicht, woher dieses besngerge, würgende Gefühl mit einem Male gekommen war. Nur ein paar HerzSige aeuc duur“““ dann war der sonderschwunden: in seinem Innern wieder verRasch entschlossen betrat er das Zimmer. während der Gärtner zaghaft, wie von einer Tür Redenbise Fedenbuieb. Und der alte Mann hörte. wie ubernburg jetzt aufschrie, und sah, wie dieser mit beiden Händen die Lehne eines Stuhles umkrampfte und dabei mit weit aufgerissenen Augen auf etwas vor ihm auf dem Boden Liegendes stierte. Da trat auch er zitternd über die Schwelle und erblickte mit Entbingestrect liegen. mit weinerlicher Grf sotterte er erschröcken, ist ia.: zrimasse,„das ist ja.. das Der Bankier aber starrte immer noch, ohne auf die Worte des Gärtners zu achten, wie zu Stein geworden, regungslos auf den Toten Unausdenetareg. wi u etwas Unsaßbares, Weicaleche desele Vasctl Kase en. etwas von einem im Moment seines Todes erlebten Schrecken. Seine Züge zeigten nichts von jenem friedlichen. fast lächelnden Ausversiärt an sahiens Toten 0 verktärt. Er sah beinahe alt aus. Die geöffneten, glanzlosen, glasigen Augen blickten ntarr auf ein Lichtbild. das er mit verkrallten Fingern in der einen Hand hielt und an dem oben eine Ecke abgebrochen war. Er trug noch den Frack von gestern abend. Die weiße Hemdquoll mit heller Aufdringlichkeit aus dem Rücken des Paten. v. unter dem ##oien sickerte ein rotes Rinnsal von Blut hervor und bildete auf dem Teppich einen dunklen, unheimlichen Fleck. Der Gärtner wußte nicht. was beginnen. Er schaute bald auf Wernburg, der immer noch bewegungslos auf seinem Platz stand. bald auf den Toten. Endlich stieß er mühsam hervor, und es klang, als hätte er Sand zwischen, den Zähnen, der ihn om Reden ver„Um Gottes willen, gnädiger Herr:. Herr Robert hat„wohl selbst Hand an sich gelegt soll ich denn nicht den Doktor rufen vielleicht ist er noch zu retten!“ „Bei diesen Worten schien sich etwas in wernburg zu lösen. Ein kalter Schauer rann über seinen Körper. Es war. als ob ihm das Funchtsanf ies; erst so recht zum Bewußtsein von der Lehne des machten sich seine Hände sest umsaße viete Stuhles frei, die er bis andiex, gibt es nichts mehr zu retten, Wiluu d uste er mit brüchiger Stimme. als sich der Gärtner trotzdem zu dem Toten riß ihn der Bankier ganz erschiche,enrühren, bis die Polizei da war!“ „Die Polizei?“ stotterte der Gärtner.„Herr Werzburg, glauben doch nicht, daß ein. ein „Ja. mein Sohn ist heute nacht ermordet worden!“ schluchzte Wernburg, überwältigt von neffrem Schmerz, ver jetzt erst bei ihm zum Durchbruch kam.„Er muß ermordet worden sein... hinterrücks ermordet!" Er drückte, bis Patfache erschiter #erschuttert. die Hand an die Augen. ###e Gartner wagte nicht zu sprechen, seine . drohten zu versagen. Ein Mord? Hier in diesem Hause ein Mord? Er konnte es noch muner nichte glauten. 4ui5 6 106h war eine kleine Weile still im Zimmer. Die Levenden schwiegen, weil sie nichts zu sagen wußten. und der Tote. der viel zu sagen gehabt hätte mußte schweigen. Die Lichter an der neggserig Zenirgendwo eimn Hund. Ferne Endlich beherrschte sich Wernburg. "„Telephonieren Sie an die Mordkommission“, befayl er etwas gefaßter, nur in seiner tort kommenie“ Gärtner wackelte mit dem Kopf, als wäre er nur lose mit dem Hals verbunden. wankte zuie ein Betrunkener an die Tür, wosie auf und gltn z sichtig umschritt, sperrte ra und ving, seine Mütze krampfhaft umWernburg warf einen langen Blick auf seinen Sohn, und ein Tränenschleier umflorte mals Fpieer. Wie grausam das Schicksal ost. Tote nach Po wenigen Stunden war der Zutunft sein He eine glückliche sen Giebe und n erfült mit einer groLiebe, und nun ist alles ausgelöscht, mit sauper Faust weggewischt von der Tafel des Der Bankier straffte sich, dann schritt er, die Hände auf den Rücken gelegt, schwer wie ein müder Mann im Zimmer auf und ab, immer hin und her zwischen der Terrassentür und oen Schreibtisch. Und die Gedanken wirbelten Höhe geschleudert unsichtbarer Hand in die durcheinander. urden, in seinem Gehirn Wie konnte das nur geschehen?— Wer hat dieses schreckliche Verbrechen begangen? Aus welchen Motiven heraus?— Hat irgend ein Untermensch um des schnöden Gewinnes willen die Tat vollbracht? Oder hatte Robert Feind sein, der Aber was muß das für ein nahm und de eine so unmenschliche Nache nuym und vamit auch die Angehörigen mitten ins Herz traf? So viele Fragen und keine Antwort. Fragen..: Plötzlich kam ihm das Lichtbild in den Sinn, ##s. sein, Sohn mit den Fingern umkrampfte. Konnte das einen Fingerzeig geben? Er blieb vor dem Toten stehen und beugte sich etwas porz um das Bild besser betrachten zu können. .ter der fehlenden, sichtlich abgerissenen Ecke war es unversehrt. Es stellte einen jungen, breißisg war dei anfangs der zweifellos den hesenen ganden Aeußeren nach w en besseren Kreisen angehörte. Er war D#envurg vollkommen unbekannt. Wie tag. t# der letzten Stunde seines Lebens geosogen Bild in die Hand Roverts? Es dam ainbedingt Zusammenhänge zwischen dem Mann auf diesem Bild und der Mordtat. überlegte Wernburg, ohne sich darüber klarwerden zu können. welcher Art diese Zusameshine denr masdhenr. die Ssdanr Langsam richtete er sich wieder auf. Dann zing er an die offene Terrassentür und lehnte sich an den Türrahmen. während er auf den Garten binausblickte, der im funkelnden Sonnenlicht vor ihm lag. Die Finken und Amseln Leben und die Pete Ds draußen atmete das Leven und hier drinnen war der Tod. „Eine tiefe Falte kerbte sich zwischen seinen Augen. Er mußte an Gitta Lindt denken, die in biesm. Rugenblick voll Liebe und Sehnsucht pollste a## per Braut auf die bedeutungsvoufte Stunde ihres Lebens wartete deren heißer Wunsch, mit dem geliebten Mann vereint zu werden. sich heute erfüllen sollte. Und as ales bat die Tat eines Elenden für immer ## gemacht. Wie wird das arme Geschöpf das Schreckliche aufnehmen? Natürlich mußte S#gfert verständigt werden. Daß er das bloß „lat##r konnte. Aber er rührte sich nicht vom au burg vermochte sich zu keinem Handeln aufzuraffen. Seine Energie war wie gelähmt. Dann fiel noch etwas wie eine Zentnerlast auf seine Seele: der Gedanke an Luise. Das war nun das Allerschwerste und Bitterste, der in ihrem leidenden Zustand das gräßliche Ende ihres Sohnes beibringen zu müssen, an dem sie mit jeder Faser ihres Herzens hing. Ihm war es, als drücke ihm plötzlich eine unsichtbare Hand die Kehle zu. so daß er ein paarmal heftig schlucken mußte. Er preßte aufstöhnend die Stirn an die harte Kante des daß es ihn schmerzte. Neuerer das alles bedachte. Schluchzen auf, als Da schien es ihm, als würde die Tür nach dem Korridor ganz leise geöffnet. Er spürte oas veutlich an dem Luftzug. der über sein erhitztes Gesicht strich. Er wendete sich jäh um und sah zu seinem Schrecken daß Frau Luise auf der Schwelle stand. Hastig sprang er auf sie zu und stellte sich vor sie hin, um zu verhindern, daß sie den Toten erblicke. „Wo bleibt ihr nur so lange?“ fragte sie in einem etwas vorwurfsvollen Ton.„Man könnte ja beinahe Angst bekommen!“ Wernburg versuchte seine Frau aus dem Zimmer zu drängen, aber seine Aufregung rade seine Heftigkeit fielen ihr auf. Und es Berlemmung „Komm. Luise, ich muß mit dir sprechen. aber nicht hier...“ wollte er sie überreden. „Es ist etwas geschehen...“ Er mußte sich zusammennehmen, um nicht laut aufzuheulen. „Luise sah ihn mit verängstigten Augen an, in denen eine stumme Frage lag. Dann hielt sie sich an ihm fest und bettelte mit bebenden Opoen:„Was ik mit Robertg.———0 „Luise.. ein... Unglück. Du mußt stark sein. Wir wollen zu dir hinüber, dann sollst du alles erfahren“ bemühte sich Wernburg, sie langsam auf das Furchtbare vorzubereiten, das rs tenea...ee dingegeben hätte. wie wenn Fcort dutine Klang, würde sich rostiges Eisen auf Eisen reiben Und dieser Klang drang Luise ganz sondervar ins Herz. Es erwachte in ihr der unbestimmte Verdacht, daß ihr Wernburg etwas hores Wislens d ganzen Anspannung licht, schob sie Wernburg zur Seite und schritt, merte in das Zimmer, vren Schläten LimBlick auf den Toten. Da ballich ihre Hände zusammen. ihr Mund war leicht geöffnet wie bei jemand, der etwas sieht. was er nicht begreift, was seine Vorstellungsgrenzen überschreitet. Totenblässe hatte ihr Antlitz überzogen, kein Ton. kein Aufschrei kam über ihre Lippen. So verharrte sie ein paar Sekunden lang in starrer Verwunderung. Bernburg legte den Arm um ste. „Luise. fasse dich... man... man hat ihn ermordet", flüsterte er ihr zu.„Gewiß, es ist furchtbar... der Himmel hat uns schwer geprüft aber wir müssen die Prüfung zusammen tragen, wie wir so viel zusammen .;; wir müssen tapfer sein. Nur jetzt nicht den Kopf verlieren.“ (Fortsetzung solg# Haliklesplele in Westfalen und Riederrhein Westende Hamborn schlug Schwarz=Weiß Essen— Vorussia Dortmund stolpert gegen enguß PfL. Osnabrück spielt unentschieden— Sülz 07 verliert erneut in der Staoimeisterschaft 10 Mannschaften am Start Am Sonntag begann der Gau Westfalen seine Kriegsmeisterschaft mit dem Start aller zehn Gauliga=Mannschaften. Das Zusammentreffen der Schalker mit Arminia Marten brachte natürlich die erwartete große Zuschauermenge, die einen sicheren Sieg der Schalker erlebten, der jedoch erst nach dem Wechsel absolut gesichert wurde. Bis dabin konnten die Schalker nur dank des heftigen Widerstandes der Martener eine 2:1=Führung erringen. Der Endstand von 4:1 entspricht aber dem Kampfverlauf und wird beiden Seiten gerecht. Kronsbein im Tor der Martener verhinderte eine höhere Niederlage. Schalke hatte wieder einige Nachwuchsspieler eingesetzt, die sich famos in den Rahmen einfügten. Szepan, Kuzorra und Schiller waren die Torschützen, wobei Szepan zweimal ins Schwarze treffen konnte. Die Arminia aus Bielefeld spielte in Bochum weit unter Form und blieb von den Hochgesang=Zöglingen im BfL 48 Bochum knapp mit 1:0 geschlagen. Der Kampf stand durchweg im Zeichen starker Hintermannschaften, bei denen sich vor allem der Bielefelder Mittelläufer Kranefeld auszeichnete. Eine Ueberraschung gab es in Dortmund, wo es der Elf von Gelsenguß Gelsenkirchen gelang, die Borussia mit 3:1 zu schlagen. Das Ergebnis entspricht jedoch nicht dem Spielverlauf und wird vor allem nicht den Leistungen der Dortmunder gerecht, die im zweiten Spielabschnitt klar das Geschehen beherrschten. Jedoch hatten sie reichlich Pech, das sie um die verdienten Erfolge brachte. Lenz wirkte seit langer Zeit wieder mit und zeigte auch gute Leistungen. Es fehlte ihm aber an Kondition. Westfalia Herne mußte im Spiel gegen den Liganeuling BfB Bielefeld auf seine Spitzenspieler Krüger, Genderski und die Gebrüder Klein verzichten. Die jeweiligen Führungstreffer der Gäste konnten die Herner immer wieder ausgleichen. Das Unentschieden von 3:3 wird dem Spielverlauf gerecht. Ein weiteres Unentschieden gab es in Röhlinghausen, wo sich Preußen Münster vorstellte. Die Gastgeber hatten bereits bis zur Pause eine 2:0=Führung herausgeholt, dann griffen die Münsteraner mächtig an und rettefen bis zum Schluß noch einen Punkt Die Pnnktespiele am Niederrhein gingen nicht ohne lieverraschungen ab. Fortuna verzichtete bei dem Kampf gegen den BfB Hilden auf alle Experimente und trat mit stärkster Elf an. Dabei sah man als Neuerwerbung auf halbrechts den früheren Dresdener Kugler. Der BfB Hilden wurde arg vom Pech verfolgt, denn schon kurz nach Beginn wurde Lettrich 1 verletzt, so daß der Verein über eine Stunde lang mit nur 10 Mann spielen mußte. Die Tore für Fortuna schossen Pickartz(2), Gühler(2) und Kobierski. Beim Stande von 2:0 für Fortuna erzielte dann Schrauda für seinen Verein den Ehrentreffer, der übrigens drei Soldaten aus Süddeutschland aufgestellt hatte. Schw.=Weiß Essen hatte einen schwarzen Tag erwischt. Ohne Buchloh, Winkler, Roberts und Krufe, hatte, es ,ohnehin einen schweren Stand gegen gie in. v., L. Mzunschaft tretenden Hamborner. Aber daß nur das Ehrentor erreichen recht keiner der Besucher glauben. Aber es blieb trotz aller Mühe bei diesem einen Treffer, den Stermsek erzielte. Rot=Weiß Essen war im Spiel gegen Rot=Weiß Oberhausen sehr eifrig und sein knapper Sieg ist durchaus verdient. Glücklicher Torschütze war Gladen, der zudem noch vorher einen Elfer verschoß. Hamborn 07 ließ beide Punkte in Duisburg und scheiterte vor allem an der aufmerksamen Duisburger Abwehr, die dem Hamborner Sturm immer wieder schwer zu schaffen machte. Wuppertal zeigte im Spiel gegen Turn Düsseldorf keinerlei Zusammenhang, obwohl die Soldaten Böttges und Pauli mit von der Partie waren. Die Tore für Turn schoß Graf als Mittelstürmer. Sülz' zweite Niederlage Recht unterschiedlich spielt der mittelrheinische Fußball=Gaumeister Sülz 07 in dem zu Ende gehenden Kölner StadtmeisterschaftsWettbewerb. Nach seiner vorsonntägigen Leistung im Kampf gegen den VfL 99 mußte man ihn als klaren Sieger über den Kölner BC erwarten, aber wie so oft, kam es anders. Die Rothosen waren gegen den Vorsonntag nicht wiederzuerkennen. Lediglich Zarges und Baldus in der Läuferreihe waren im Bilde— alles andere wirkte in der spielerischen Leistung zerfahren. So überraschte es die über 2000 Zuschauer nicht, daß die Klettenberger schließlich als Sieger— wenn auch etwas glücklich— den Platz verließen. Der Linksaußen Hurz zeichnete sich als Torschütze aus. Die zweite Niederlage hat die Sülzer sehr zurückgeworfen.— Anders spielte der VfL 99 Köln in Braunsfeld bei der Rhenania auf. Wir müssen allerdings vorausschicken, daß sich in den Reihen der Merheimer zwei Neuerwerbungen, der Gleiwitzer Schaletzki(halbrechts) und Schmitt=Saarbrücken(linker Verteidiger) besonders auszeichneten. Sie waren die eigentlichen Träger der Kampfhandlungen. dabei hatte man den Eindruck, daß sich Schaletzki nicht einmal voll einsetzte. Er leitete den Torreigen ein, der von Schlawitzki(zwei) und dem Mittelstürmer Paul(zwei) fortgesetzt und beendet wurde. Die tapfer kämpfenden Rhenanen, bei denen der Mittelläufer Christke überragte, schossen nach dem 2:0 des Gegners durch Broich den ersten und nach dem 5:1 durch Hermanns den zweiten Gegentreffer. Der VfL war dem Platzverein technisch klar überlegen. Die Sülzer Niederlage hat ihn keineswegs aus dem Gleichgewicht bringen können. Der Spitzenreiter in Gruppe 1, Frechen, besiegte Schw.= Weiß Bickendorf 4:1(2:0), Nippes 12 schlug In der Gruppe 2 haben die Bayenthaler sich nicht lange der Führung erfreuen können. Die Probe gegen den Mülheimer SV bestanden sie trotz eigenen Platzes nicht. Mit 5:1(3:1) zogen die Gäste sicher davon. Dabei sah es zu Beginn des Treffens nicht einmal so schlecht für die Bayenthaler aus. Pott 2 schoß sogar den Führungstreffer, doch mit dem ersten Gegentor. geschossen durch Cygan, wandte sich das Blatt. Der MSV übernahm die Kampfführung, die er weiter behielt und durch Mehlmann, Brück, Gerold und nochmals Mehlmann auch zahlenmäßig richtig auswertete.— Damit hat der MSV zusammen mit dem BfR rrh. die Führung übernommen. Der VfR hatte gegen Vingst 05, das verschiedene neue Kräfte einsetzte, keinen schweren Stand. Der 5:1=(3:0=) Sieg besagt alles. Bierekoven, Gladbeck und Kanopka waren die Torschützen. Die enttäuschenden Vingster konnten lediglich einen Gegentreffer(Baer) anbringen.— Union besiegte Blau=Weiß 2:3(0:2), Nord besiegte Jugend Kalk 3:0(1:0). Osnabrück hielt sich gut Der VfL Osnabrück hatte am Sonntag einen schweren Gang nach Hamburg zu machen, von dem er nach prächtigem Spiel mit einer Punkteteilung heimkehrte. Im übrigen ergaben die Freundschaftsspiele die erwarteten Ergebnisse. Werder Bremen siegte über den Hamburger SV knapp mit 2:1, Göttingen schlug Einbeck überraschend hoch mit 8:0 Eintracht Braunschweig hatte seinen 3:1=Sieg über Eintracht Hannover jederzeit sicher, so daß die Ergebnisse durchweg im Zeichen der Platzvereine standen. Städteturnier in Südwest Nachdem jetzt die Gruppeneinteilung für den Gau feststeht, hat das Städteturnier einiges an Interesse verloren. Die Ergebniste des Höhepunkte waren. Frankfurt hafen mit 6:3, Offenbach siegte ebenso sicher über Darmstadt und die Kombination WormsFrankenthal blieb knapper Sieger über Wiesbaden=Mannheim mit 3:2. 400 Meter Rücken in 5:15,9 Neuer Europarekord von Biörn Borg Schwedens zweifacher Europameister Björn Borg bewies erneut seine große Vielseitigkeit als Schwimmer. Nachdem er bereits im Besitz der Europarekorde über 200 Mtr. Kraul(2:11,9 Min.) und 200 Meter Rücken(2:26,9 Min.) war, stellte er nunmehr in Stockholm über 400 Meter Rücken ebenfalls einen neuen Europarekord auf. Er verbesserte die bisherige Rekordleistung des deutschen Europameister: Heinz Schlauch(Erfurt) von 5:21,8 auf 5:15, Minuten. Der Erfurter hält jetzt nur noch den Europarekord im 100=Mtr.=Rückenschwim men mit 1:06,8 Minuten. VerinerP. Beirg uder Sosia Die Bulgaren in technischer Hinsicht den Deutschen unterlegen Im ersten Städtekampf mit einer Fußballelf aus Sofia, der gerade in den Tagen des Kriegszustandes vereinbart wurde und ganz dazu angetan war, die freundschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und zu erweitern, haben die Berliner mit 4:2(2:1) einen schönen und durchaus verdienten Sieg errungen. Die Bulgaren, die mit neun Nationalspielern kamen, haben aber durchaus nicht enttäuscht. Sie zeigten den rund 18000 Zuschauern im Poststadion bei regnerischem und trübem Herbstwetter die besten Merkmale ihres Fußballsports in Stärke und Schwäes ohnehin einen chen. Den Bulgaren hatte das Treffen mit unstärkster Form an= serer Elf so gut gefallen, daß sie ihre Berliner aß vie Mannschaft Sportkameraden für den bulgarischen Natiosollte, wollte so nalfeiertag zu einem Rückspiel nach Bulgarien eingeladen haben.... 18 gchax leitens. Dem ruhig, großzugig und sicher leitenden Proßnitzer Schiedsrichter Krist stellten sich die beiden Mannschaften in folgender Aufstellung: Sofia: Mutavschieff: Jlieff, Ormandschiew; Petrow, Kusmanoff und Nedelkoff(je eine Halbzeit), Stamboljew; Mileff, Angeloff, Losanoff, Belokapow, Gordanow, Berlin: Jahn: Appel, Krause; Raddatz, Boßmann, Goede; Engelbracht, Dams, Berndt, Joraschowitz, Salisch. Landerikessen der RKumnerurschuft sens und Deutschlands Turner mit guten Leistungen Ein unvergeßliches Erlebnis war am Sonntag für die Zuschauer im Dresdener Zirkus Sarrasani das Ländertreffen der Turner von Deutschland und Italien. Beide Mannschaften zeigten wahre Meisterleistungen an den vier Geräten und prachtvolle Arbeit in der Bodenübung. Aber nicht nur die sportlichen Leistungen fanden immer wieder begeisterten Beifall, er galt zugleich auch der Haltung der Italiener, die die kurzfristige Einladung sofort angenommen hatten und dadurch ihre Freundschaft zu Deutschland zum Ausdruck brachten. Besonders dafür wurden sie bei ihrem Einzug in die Arena mit überschäumender Begeisterung empfangen. Am ersten Gerät, dem Barren, erwies sich Walter Steffens(Lüdenscheid) als Meister, wähvend von den Gästen Capuzzo, Armelloni und der Landesmeister Guglielmetti hervorstachen. Am Seitenpferd, dem schwierigsten Gerät, erwiesen sich die Italiener als Meister. Sie turnden fehlerlos und in guter Haltung. Fast das gleiche Bild ergab sich dann an den Ringen. Armelloni ließ alle übrigen hinter sich. Seine Uebungen waren ein seltener Hochgenuß. Von deutscher Seite hielten sich Steffens, Haustein und Göggel ausgezeichnet. Bei den Freiübungen zeigte Kurt Krötzsch(Leuna), dessen Spezialität diese Uebungen von jeher waren, Meisterleistungen. Die Italiener zeigten hier je eine Mischung von Boden= und Freiübungen. Das Reckturnen bildete die Krone. Willi Stadel (Konstanz) glänzte hier, aber ebenso überzeugten hier Stangl(München), Göggel(Stuttgart) und Haustein(Leipzig), sowie von den Gästen Armelloni und Amedeo trotz schlechten Abfangens. Italien plant Länderspiele Erst vor wenigen Tagen gab der italienische Fußballverband seine für die Spielzeit 1939=40 fest abgeschlossenen Länderkämpfe bekannt. Zu den fünf bisher vereinbarten Spielen— zwei mit Deutschland in Berlin und Mailand, zwei mit der Schweiz und eines mit Rumänien— sollen aber noch einige hinzukommen. So erfährt man aus Rom, daß der Verband Verhandlungen eingeleitet hat, die zum Abschluß von Länderkämpfen mit Portugal, Ungarn und dem Protektorat Böhmen=Mähren führen sollen. Gerade ein Spiel der italienischen Weltmeister=Elf in Prag würde man in deutschen Fußballkreisen sehr begrüßen. Die Bulgaren hatten das Pech, auf einem äußerst nassen Rasenplatz antreten zu müssen. Auf dem ihnen ungewohnten Boden fanden sie sich nur schwerlich zurecht. Das trat besonders hier klar zutage, da sie in technischer Beziehung den Deutschen klar unterlegen waren. Kopfballspiel und Unberechenbarkeit im Sturm waren ihre Stärke. Schwächen in der Deckung und wenig Zusammenhang zwischen Abwehr und Läuferreihe wurden ihnen zum Verhängnis. Mutavschieff im Tor, Angeloff. Gordanow und Losanoff im Sturm, der auch der beste Mannschaftsteil war, überragten ihre Kameraden. Als Mittelläufer spielten je eine Halbzeit Kusmanoff und Nedelkoff. In der Berliner Elf war die schon in so manchen Kämpfen erprobte Abwehr und Läuferreihe wieder zuverlässig und überlegen. Die großen Befürchtungen, die man vorher hegte, erwiesen sich gegen die Sofioter als grundlos. da die Bulgaren schlecht deckten und so ihren Gegnern manche Torchancen boten, die dann von den Nachwuchskräften Engelbracht, Joraschowitz und Salisch unter Berndts Führung auch prompt ausgenutzt wurden. Jahn, Appel Joraschowitz und Goede waren mit H. Berndt, der mit diesem Kampf sein 25. Spiel für Berlin bestritt die besten Spieler. Schon zwei Minuten nach Spielbeginn lagen die Bulgaren durch ihren Rechtsaußen 1:0 in Front, wobei der deutsche Torhüter Jahn allerdings etwas die Schuld trug. Doch bereits in der 11. Minute konnten die Berliner durch Joraschowitz den Ausgleich erzielen. Die Bulgaren müssen nun in der Verteidigung bleiben. aber durch gelegentliche Durchbrüche ihrer Außenstürmer blieben sie dennoch sehr gefährlich. Erst in der 43. Minute kommen dann die Deutschen durch Engelbracht zur 2:1=Führung, mit der es in die Halbzeit ging.... Kctiger##ut. Nach dem Wechsel erhobt ein prachtiger Kopfstoß Berndts in der 58. Minute auf 3:1. Die Bulgaren lassen nicht locker. Vor allem behalten sie ihr Tempo bei, so daß ihnen in der 61. Minute durch Angeloff das zweite Tor glückt. Berlins Sieg ist aber keinesfalls gefährdet, und Salisch sichert in der 70. Minute mit dem vierten Tor den Endsieg. GC. Nürnberg gestrauchelt In Augsburg gab es am Sonntag eine neue Sensation, denn anders kann man diese Niederlage des Clubs nicht bezeichnen. Die Nürnberger unterschätzten die Augsburger, während die Augsburger ihrerseits ein ausgezeichnetes Spiel und einen großen Kampfeifer von der ersten Minute an an den Tag legten. Eine kaum zu überwindende Verteidigung, eine ausgezeichnete Läuferreihe und einen gut schießenden Sturm stellten die Einheimischen dem anfänglich matt spielenden Club entgegen. Erst in der zweiten Halbzeit tauten die Nürnberger richtig auf, aber jetzt war es mit dem Schußvermögen nicht sehr weit bestellt, um noch auf holen zu können. Binder wieder überragend Rapid besiegte Austria mit 9:2 Toren Der nachträglich zur Kriegsmeisterschaft der Ostmärkischen Bereichsliga erklärte Punktwettbewerb der Wiener Fußballer wurde am Sonntag mit den Spielen der vierten Runde fortgesetzt. Obwohl das regnerische Herbstwette; nicht gerade einladend war, gab es auf der Hütteldorfer Pfarrwiese 8000 Zuschauer. die wieder Zeugen einer Glanzleistung des RapidMittelstürmers Binder wurden. Die Austria begann ausgezeichnet und führte bereits 0:2, als Binder allein durch seinen persönlichen Einsatz die Wendung in der Kampflage herbeiführte und nach dem Zusammenbruch der gegnerischen Deckung seiner Mannschaft zu einem überlegenen 9:2=(3:2=) Sieg verhalf, wobei er selbst mit vier Toren der erfolgreichste Schütze war. Auch Skoumal und Pesser spielten hervorragend, leider zog sich Pesser eine leichte Zerrung im Oberschenkel zu, so daß seine Mitwirkung im Breslauer Spiel fraglich geworden ist. Rapid hat mit diesem Sieg mit 6 Punkten die Tabellenspitze genommer, gefolgt von I.Vienna, die den FE Wien 2:1(0:0) schlug, und dem bisherigen Spitzenreiter Wiener Sportklub, der gegen die noch immer ohne Hahnemann spielende Admira vor 3500 Zuschauern in Dornbach nur ein 1:1=(1:1=) Unentschieden herausholte. Schließlich bezwang Wacker die Fiater Amateure mit 4:2(2:0) Toren. Die Südwestelf für Köln Zum Reichsbundpokal=Ausscheidungskampf gegen den Gau Mittelrhein am kommenden Sonntag, 12. November, in Köln, tritt der Gau Südwest in folgender Besetzung an: Kricke: (FSV Frankfurt), Harter, Hohmann(beide Kickers Offenbach), Kiefer(Worm. Worms). Dietsch(FSV Frankfuxt), Nowotny(Kickers Offenbach), Kircher(R.=W. Frankfurt). Walter (1. FC Kaiserslaut.), Schultheiß(FSV Frankl-furt), Wirsching(Eintracht Frankfurt), Fath (Wormatia Worms). Niederrheinboxer siegen 9:7 gegen Heros=Eintracht Die starke Boxstaffel des BC Heros=Eintracht Hannover hatte am Samstagabend vor gutem Besuch die Auswahl des Gaues Niederrhein zu Gast. die im Gesamtergebnis mit 9:7 Punkten die Oberhand behielt. In technischer Beziehung standen die Hannoveraner nichts nach, doch die bessere körperliche Verfassung gab zugunsten der Rheinländer den Ausschlag. Den schönsten Kampf des Abends lieferten sich im JugendErgebnisse(Fliegengewicht aufwärts): Koschir (N) Punktsieger über Szymanski(H), Hein(N) Punktsieger über Rupp(H) Bialas(H) Punktsieger über Scholten(N). Trittschak(H) gegen Frenken(N) im Jugendleichtgewicht unentschieden. Diekmann(H) Punktsieger über Bracht (N), Wego(N) Punktsieger über Peter(H). Terschüren(N) Punktsieger über Harms(H), ten Hoff(H) K.=o.=Sieger in der 2. Runde über Reinke(N). Südwest=Fußballgauliga 14 Mannschaften in zwei Gruppen seshechre Keschaece er e Kriegsmeisterschaft antreten, und zwar je sieben. in den Gruppen Main und Saar=Pfalz. Bemerkenswert ist, daß auch der FK 03 Pirmasens, dessen Ligaspieler alle unter den Waffen stehen. an der Meisterschaftsrunde teilnimmt. Die Einteilung der Gruppen wurde wie folgt vorgenommen:...„2# 2 Gruppe Main: Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, Rot=Weiß Frankfurt, Union Frankfurt=Niederrad, Kickers Offenbach. SB Wiesbaden und Opel Rüsselsheim. Gruppe Saar=Pfalz: Worm. Worms (letztjähriger Gaumeister), TSG 61 Ludwigshafen, 1. FC Kaiserslautern, FK 03 Pirmasens, Borussia Neunkirchen, BfR Frankenthal und GfL Darmstadt. Paolino wieder im Ring Spaniens Exeuropameister Paolino Uczudun hat den Weg in den Ring zurückgefunden, obwohl er fast 40 Jahre zahlt. Anläßlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung trat er in einem Schaukampf gegen seinen Landsmann Diaz an. der zu den talentiertesten Halbschwergewichtlern Spaniens zählt und sich später um die Europameisterschaft bewerben will. Es ist allerdings kaum anzunehmen, daß Paolino wieder zu einem ernsthaften Training übergebt. Neues aus dem Amts Westhofen Sitzung der Amtsältesten Westhofen. Am 10. November findet im Sitzungssuale des Amtshauses eine Sitzung der Amtsältesten des Amtes Westhofen statt. Auf der Tagesordnung steht als Hauptpunkt die Beratung der Haushaltssatzung des Amtes für das laufende Rechnungsjahr. Ferner werden die Amtshaushaltsrechnung des Rechnungsjahres 1938 und verschiedene sonstige Verwaltungsangelegenheiten beraten. Zunahme der Eheschließungen Westhofen. Bei dem hiesigen Standesamt sind im Monat Oktober folgende Fälle beurkundet worden: 9(9) Geburten, 9(2) Eheschließungen und 2(2) Sterbefälle. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Fälle im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Geburten ist wieder viermal höher als die der Sterbefälle. Warnung vor volksschädlichem Treiben Westhofen. Bei einem im Westhofener Amtsbezirk wohnenden Landwirt und Inhaber eines Rebenbetriebes wurde eine vorgenommene Schwarzschlachtung festgestellt. Die Gendarmerie förderte das hinterzogene Fleisch und die bereits fertigen Wurstwaren zutage und ließ die guten Dinge in ein Kühlhaus schaffen. Die Ermittelungen ergaben, daß der Beschuldigte schon am 28. Oktober durch einen Hausschlächter eine ordnungsmäßig gemeldete und genehmigte Hausschlachtung hatte vornehmen lassen. Bereits einen Tag später, an einem Sonntag, machte sich der Beschuldigte in den Abendstunden im Stalle selbst daran, auch noch ein zweites Schwein zu schlachten. Von diesem Schwein meldete er jedoch nichts und ließ auch nicht die amtliche Fleischbeschau vornehmen. Zu der Verarbeitung und der Herstellung der Wurstwaren zog er einen Verwandten von auswärts hinzu. Die Schwarzschlachtung dürfte dem Beschuldigten teuer zu stehen kommen, denn er hat nicht nur dem Schlachtvieh= und Fleischbeschaugesetz zuwidergehandelt und nicht nur sich der Schlachtsteuerhinterziehung schuldig gemacht, sondern auch in schwerer Weise gegen wichtige kriegswirtschaftliche Bestimmungen verstoßen. Für die Zeit der jetzt beginnenden Hausschlachtungen sei dieser Fall eine deutliche Warnung. Feuerausbruch im Materiallager der Reichsautobahn Westhofen. Am Freitagabend gegen 21.30 Uhr brach in dem Materiallager der Reichsautobahn in der sogenannten Ackersbach bei Westhofen ein Feuer aus. Auf den weithin sichtbaren Feuerschein eilten sofort die Männer der Freiwilligen Feuerwehr mit Verstärkung durch die Motorspritze des Holzener Löschzuges hinzu. In verhältnismäßig kurzer Zeit gelang es, den Brand zu löschen, so daß ein Schaden größeren Umfanges verhütet wurde. Hinsichtlich der Entstehung des Brandes, der wahrscheinlich auf eine Unvorsichtigkeit zurückzuführen ist, sind die Ermittelungen noch nicht ganz abgeschlossen. Unfall durch Verbrennung Holzen. Auf seiner Arbeitsstelle in einer Fabrik flog dem Arbeiter K. C. beim Glühendmachen von Nieten unbemerkt ein Funke auf seine Kleidung. Nach kurzer Zeit war der Rückenteil des Anzuges so durchgebrannt, daß der Arbeiter auf dem Rücken Brandwunden erlitt, die seine Aufnahme in ein Krankenhaus notwendig machten. Amt Ergste Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette Berchum. Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung ist bereits erfolgt. Eine große Anzahl von Volksgenossen haben diese Scheine noch nicht abgeholt. Die Scheine sind nur noch bei der Amtsverwaltung in Ergste, Zimmer 5, in Empfang zu nehmen. Gleichzeitig werden dort Zusatzscheine für Schwer= und Schwerstarbeiter ausgegeben, soweit der Nachweis erbracht wird, daß die betreffende Person als Schweroder Schwerstarbeiter in Frage kommt. Kommissarischer Ortsgruppenleiter Ergste. Die Geschäfte des inzwischen zum Wehrdienst einberufenen Ortsgruppenleiters werden nunmehr von dem Ortsobmann der DAF. Pg. Richard Kunze, Ergste, wahrgenommen. Pg. Kunze ist für alle Volksgenossen jeden Sonnabend nachmittag auf dem Geschäftszimmer der RSV zu sprechen. In dringenden Fällen wollen sich die Volksgenossen in den Abendstunden zu seiner Wohnung, Schwerter Str. 12, begeben. Rligen Ronadenung dod die Lichtspiele zur Keichttrone von heute(Montag) bis einschließlich Freitag geschlossen. Geöffnet ist das RolandTheater. Roland=Theutrr Montag bis einschließlich Donnerstag: Emil Jannings in Aodert neu Bekanntmachung Auf Grund des§ 16 Abs. 5 und 11 des Gewerbe= und Handelslehrer=Besoldungsgesetzes vom 16. April 1928 werden die Beiträge nach Anhörung der Industrie= und Handelskammer und der Handwerkskammer sowie der Ratsherren wie folgt festgesetzt: 1. Von den durch Zuschuß aus öffentlichen Mitteln und sonstigen Einnahmen der Berufsschule nicht gedeckten laufenden Unterhaltungskosten der Berufsschule des Stadtbezirks Schwerte sind 50 v5. durch Schulbeiträge aufzubringen. 2. Auf Grund der Satzung über die Erhebungsform der Schulbeiträge vom 31. August 1928 sind zu erheben: a) Von den Gewerbetreibenden für jeden in ihren Betriebsstätten beschäftigten Arbeiter und Angestellten(Betriebsführer bzw. Inhaber der Gewerbebetriebe sind mitzuzählen) 4,18 R.K; b) von den nichtgewerbetreibenden Arbeitgebern für jeden von ihnen beschäftigten Arbeiter und Angestellten, soweit die Jugendlichen der einzelnen bei ihnen beschäftigten Arbeiterund Angestelltengruppen berufsschulpflichtig sind, 4,18 R.K. 3. Die Zahl der Arbeiter und Angestellten der Betriebe ist nach dem Stande vom 1. Juli 1939 festgestellt worden. An diesem Tage waren im Stadtbezirk Schwerte vorhanden: a) 3446 Arbeiter und Angestellte, b) 683 Berufsschulpflichtige. 4. Freiwillige Schüler haben für das Schuljahr 1939/40 je Jahreswochenstunden 3.50 K.fl. freiwillige auswärtige Berufsschüler 7.— Au Schulgeld zu zahlen. Schwerte, den 30. Oktober 1939. Der Bürgermeister: Dr. Weinert. Sonnabend nachmittag auf dem Wege Adolf=Hitler=Platz, Altes Rathaus, Mühlenstraße Teleeerse verloren. Der Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung abzugeben bei Humme, Mühlenstraße 24. aue s:?: für den Geschäftsu. Privatgebrauch werden schnell und preiswert angefertigt von der Druckerei Linner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—5 2 Revolution in der Kopfschuppen-Bekämpfong.# Packung von 50 Rpfg. an im Depot: Drogerie Heppe SS K Weilere Nachrichten aus Schwerte RS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Schwerte=West. Der Gemeinschaftsnachmittag findet am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im „Reiche des Wassers" statt. : Diebstahl. In der Nacht zum 5. November sind aus einem Stall, der in der Nähe der Reithalle untergebracht ist, vier Hühner gestohlen worden. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. Vor Ankauf der Tiere wird gewarnt. Unfälle bei der Arbeit. Beim Abtragen schwerer Eisenteile in einer Fabrik kamen diese ins Rutschen. Der Presser W. B. erlitt dabei eine Quetschung des linken Fußes. Der Presser K. G. erlitt bei der Arbeit an einer Schiebetür einen Fingerbruch. In beiden Fällen mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. : Wertvolles Informationsmaterial bringt allen Volksgenossen der Aushängekasten der Ortsgruppe der NSDAP. Von Woche zu Woche wechselnd, kommen hier Karten= und Bildmaterial neben Bekanntmachungen der Kreis= und Gauleitung zum Aushang. Sport vom Sonntag BfL Schwerte 1— SC Hennen I 16:1(9:1) Ein weiteres Pflichtspiel der Staffel 6 kam in der Kampfbahn am Schützenhof zwischen den beiden Nachbarvereinen BfL und Hennen zur Durchführung. Das Treffen wurde zu einem großen Siege der Schwerter Blauweißen. Zwar hatten die Gäste nur neun Spieler zur Stelle, aber demgegenüber hatte der VfL auch zu diesem Spiel eine ganze Reihe von Ersatzleuten einstellen müssen. Der Schiedsrichter Bräutigam(Fröndenberg) wurde durch seine umsichtige Leitung beiden Parteien gerecht. Sofort zu Beginn macht sich das Fehlen der zwei Spieler bei der Hennener Mannschaft bemerkbar, aber dennoch setzen sich die„Zebras“ mit großem Kampfgeist ein und bringen auch die ersatzgeschwächte Schwerter Abwehr wiederholt in große Verlegenheit. Nach ungefähr acht Minuten Spieldauer eröffnet VfLs Mittelstürmer=durch einen wuchtigen Schuß den Torreigen. Nur noch vereinzelt kommen die Gäste durch, sonst diktiert der BfL den Spielverlauf. In gleichen Abständen werden bis zur Pause acht Tore erzielt, denen der SC Hennen nur ein einziges entgegenzusetzen vermag. Dieses Ehrentor der Gäste rührt aus einer Prachtleistung des Linksaußen Angelkorte her. Halbzeitstand 9:1 für den Platzverein. Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild. Angriff auf Angriff der Blauweißen erfolgt, wodurch die Hennener Abwehr immer wieder stark unter Druck gesetzt wird. Die Erfolge des Gastgebers sollen nicht lange auf sich warten lassen. Wiederum ist es der Mittelstürmer Dahlbüdding, welcher durch ein schönes Tor den zweiten Spielabschnitt ankündigt. Die Hennener wehren sich verzweifelt gegen die immer wieder einsetzenden Angriffe der Gegenseite, aber jede Anstrengung verläuft ergebnislos. BfLs Hintermannschaft versteht es, die wenigen Durchbrüche der Henneuer unschädlich zu machen. Noch sechs Tore sind die Ausbeute eines überlegenen Fußballkampfes. 16:1 für Schwerte heißt das Endresultat. Die VfLer hatten es nicht schwer. Jeder Spieler setzte sich restlos ein, und so war es leichtes, das Spielgeschehen zu diktieren. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. Das Ehrentor hatten die Gäste infolge ihrer eifrigen Spielweise durchaus verdient. 1. Pimpfe BfL— Fähnlein 1 11:1 Die Jüngsten brachten das erste Meisterschaftsspiel zur Durchführung und gewannen gegen die Pimpfe des Fähnleins 1 mit 11:1. Es war eine wahre Pracht, wie es die Jüngsten der VfLer verstanden, ein Tor nach dem andern zu erzielen. Die Pimpfe der Gegenseite brachten es nur zum verdienten Ehrentreffer. Dieser große Sieg bedeutet für BfLs Pimpfe ein schöner Auftakt zur Meisterschaftsspielsaison. Wie unsere Cruppen an der Front, so wird das gesamte deutsche Dolk im KriegsWHW. unseren Feinden zeigen, daß wir eine unbesiegbare Schicksalsgemeinschaft geworden sind. Lastkraftwagen mit belgischen Soldaten verunglückt Brüssel, 5. Nov. Ein schrecklicher Verkehrsunfall, bei dem 3 belgische Soldaten getötet und 18 schwer verletzt wurden, ereignete sich in der Nähe von Hasselt in Belgisch=Limburg. Ein Militärlastwagen, in dem sich 28 Soldaten befanden, raste infolge Versagens der Steuerung mit voller Geschwindigkeit gegen einen Baum und überschlug sich. Ein Soldat wurde auf der Stelle getötet, zwei weitere starben kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Von den Verletzten haben vier Solbaten so schwere Verletzungen erlitten, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Wirtschaftskrieg der Unverblümte Fragen eines 11SA.=Journalisten an den Präsidenten Roosevelt Washington, 3. Nov. Der bekannte Wirtschaftler der Scripps=Howard=Blätter, Flynn dessen deutschfeindliche Einstellung ihn zum unverdächtigen Zeugen macht, setzt sich heute mit Roosevelts emphatischer Erklärung in der letzten Woche auseinander, wonach es eine schamlose Lüge sei, daß irgend jemand daran denke, die Söhne amerikanischer Mütter auf Europas Schlachtfelder zu senden. Flynn weist demgegenüber auf Roosevelts bekannten Ausspruch vom 9. April 1939 hin, als er sich von seinen Nachbarn im Hydepark verabschiedete. Damals sagte er, er werde im Herbst zurückkommen, falls„wir keinen Krieg haben“. Flynn erinnert daran, daß „Washington Post“ in ihrem Leitartikel diesen Ausspruch dahin auslegte, daß Roosevelt die ganze westliche zivilisierte Welt einschließlich der Vereinigten Staaten gemeint habe. Roosevelt habe in der Pressekonferenz vom 11. April ausdrücklich diese Interpretation gebilligt.„Womit“ fragt Flynn,„erklärt Roosevelt diesen Widerspruch? Wie kann er jetzt Leute Lügner schelken, die nur seinem damaligen Ausspruch folgten? Oder beabsichtigt Roosevelt etwa, sich ohne Entsendung eines Expeditionskorps am Kriege zu beteiligen?“ Flynn scheint mit der letzten Frage der Wahrheit ziemlich nahe gekommen zu sein, denn schon vor Monaten erklärte Frau Roosevelt, die Regierung der USA. werde niemals mehr Truppen nach Europa senden. Vielmehr werde sie, falls Amerika in den Krieg verwickelt werden sollte, mit wirtschaftlichen Waffen sowie mit ihrer Kriegsflotte kämpfen. Das Präsidium des Obersten Sowjets ratifizierte das Zusatzprotokoll über die Grenzfestlegung zwischen der UdSSR und Litauen, das am 27. Oktober unterzeichnet worden war. Der japanische Außenminister Nomura hatte eine einstündige Unterredung mit dem amerikanischen Botschafter Grew. Wie verlautet, handelte es sich dabei in keiner Beziehung um eine formelle Aussprache wie in gewissen Kreisen vorher angekündigt wurde. Der Großdeutsche Rundfunk bringt am Sonntag, 5. November, in der Zeit von 13 bis 14 Uhr einen Hörbericht von der Freiheitsfeier im wieder deutschgewordenen Warthegau. Die Sendung wird von allen deutschen Sendern übernommen. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Zur Zeit ist Preisliste 11 gültig. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung. IV. Robert Kochs Leben und Wirken: Ein Mann kämpft für die Nienschheit 7 Schicksale und Abenteuer um Bazillen Ela Tatsacheabericht von I. Mayne durchforscht; immer neue Versuche wurden gemacht, die Krankheitsursache zu ermitteln. Sämtliche Mitglieder der Kommission waren andauernd in angestrengtester Tätigkeit. Sie waren es im wahrsten Sinne im Schweiße ihres Angesichts, denn die Hitze ist groß und die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt.. Wahrlich— ein Forschungsdrang und ärztlicher Heldenmut, die ihresgleichen suchen! Obwohl sämtliche Tierversuche mißlingen, kann Robert Koch in einem Rechenschaftsbericht an den Staatsminister von Bötticher vom 17. September 1883, in dem er um weitere Instruktionen bittet, als Ergebnis seiner bisherigen Arbekt mitteilen, daß „durch den konstanten Befund von charakteristischen Mikroorganismen der ersten Bedingung, welche bei der Erforschung einer Infektionskrankheit zu erfüllen ist, Genüge geleistet und damit der weiteren Forschung ein bestimmtes Ziel gesteckt ist.“ Da die Cholera in Alexandrien inzwischen erloschen ist, reist die Kommission am 13. November 1883 nach Indien weiter. Vier Wochen auf See bieten eine für die vier Wissenschaftler dringend notwendige Ruhepause. Am 11. Dezember 1883 trifft die kleine Forschungsexpedition endlich in Kalkutta ein und beginnt sofort nach der Ankunft mit der Einrichtung eines für ihre Zwecke geeigneten Laboratoriums. Sie hat sich jetzt sechs neue Aufgaben gestellt, die Koch selbst folgendermaßen umreißt: Mikroskopische Untersuchung eines möglichst zahlreichen Obduktionsmaterials; Nachforschungen über das Vorkommen von Cholera bei Tieren; Gewinnung von Reinkulturen der Bazillen und Infektionsversuche an Tieren; Bestimmung der biologischen Eigenschaften der Choleraerreger; Desinfektionsversuche und Untersuchungen von Boden, Luft und Wasser im Zusammenhang mit der Seuche Schreckgespenst Cholera Im Schatten der Pyramiden und des Seuchentodes Im Jahre 1883 erhebt sich ein neues Schreckgespenst an den Grenzen Europas. Es ist die Cholera, die sich, von Damiette ausgehend, schnell über ganz Agypten ausbreitet. Die deutsche Regierung ist sofort entschlossen, eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung der Seuche auszurüsten. Ihr Leiter kann natürlich nur Robert Koch sein, der sich bereits im Jahre 1866 während seiner Hamburger Tätigkeit mit der Cholera beschäftigt und eben erst durch die Entdeckung des Tuberkelbazillus Weltruhm erlangt hat. Am Abend des 16. August 1883 reist der geniale Bakteriologe mit den ihm zugeteilten Stabsärzten Gaffky und Fischer, sowie dem Chemiker Treskow über Brindisi und Port Said nach Alexandrien ab, wo die Kommission am 24. August eintrifft und alsbald ihre Tätigkeit im Griechischen Hospital aufnimmt. Da die ägyptische Epidemie bereits im Abnehmen begriffen ist, steht nur geringes Untersuchungsmaterial zur Verfügung. Doch gelangen in Alexandrien immerhin noch zehn Choleraleichen zur Sektion, ungerechnet die zahlreichen seuchenverdächtigen Kranken, um die sich die deutschen Arzte annehmen. „Binnen kurzem“, schreibt Dr. Gaffky in seinem ersten Bericht an das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin,„war das Laboratorium in vollem Betrieb. Unter Benutzung der verschiedensten Methoden wurden Teile von Choleraleichen, sowie die Abgänge von Cholerakranken auf das sorgfältigste mikroskopisch Indien— nur durchs Mikroskop gesehen Trotz dieser fast übermenschlichen Arbeitslast findet Robert Koch noch Zeit und Gelegenheit, um zu Weihnachten 1884 seiner Familie zu gedenken.„Mir geht es“, schreibt er nach Hause,„soweit ganz gut. Ich bin wieder in voller Arbeit und werde auch heute am Weihnachtstage noch fleißig mikroskopieren müssen. Für heute abend sind wir von unserem Konsul eingeladen, es ist dies eine anerkennenswerte Liebenswürdigkeit, aber offen gestanden möchte ich doch weit lieber den heutigen Abend allein für mich, als im Frack und mit weißer Binde in einem fremden Hause Weihnachten zu feiern. Aber man beweist mir hier von allen Seiten so viel Freundlichkeiten, daß ich dies alles über mich ergehen lassen muß. Arbeit habe ich hinreichend gefunden, da hier beständig viel Menschen an Cholera sterben, und mit unseren Untersuchungen geht bis jetzt alles nach Wunsch. Wegen dieser standigen Beschäftigung mit den wissenschaftlichen Arbeiten bin ich auch noch nicht dazu gekommen, die Stadt und ihre Bewohner mir näher anzusehen.“ Nach langer, mühevoller Forschungstätigkeit— jeder Augenblick kann die Ansteckung und damit einen grauenvollen Tod bringen— gelingen Robert Koch endlich das Isolieren der Cholerabakterien und die Herstellung von Reinkulturen des Seuchenerregers. Auch kann die Tatsache festgestellt werden, daß sich die berüchtigten Kommabazillen immer nur im Choleradarm und seinen Entleerungen, aber niemals bei ähnlichen Erkrankungen vorfinden. Der weltberühmte Gelehrte schickt nun nicht etwa ein Telegramm„Ich habe den Cholerabazillus entdeckt" nach Berlin, sondern schreibt ganz schlicht und unauffällig, als handele es sich um die natürlichste Sache der Welt, am 2. Februar 1884 an sein Ministerium:„Die in meinem Bericht vom 7. Januar er. noch unentschieden gelassene Frage, ob die im Choleradarm gefundenen Bazillen ausschließlich der Cholera angehörige Parasiten sind, kann nunmehr als gelöst angeschen werden: Doch Koch ist mit diesem ungeheuren Erfolg noch nicht zufrieden. Erst werden noch in Bombay und anderen indischen Hafenstädten die hygienischen und sanitären Verhältnisse eingehend studiert, bevor am 4. April 1834 endlich die Heimreise angetreten wird. Über Aden, Suez und Kairo— hier muß wegen eines Fieberanfalls, von dem der große Bakteriologe betroffen wird, ein kurzer Erholungsaufenthalt eingelegt werden—, Alexandrien, Brindisi und Venedig geht es nach München. Koch sucht dort seinen„guten, alten Feind“, den Vorsitzenden der früheren ReichsCholera=Kommission Max von Pettenkofer auf, um ihm über seine Forschungsergebnisse zu berichten. Der„Kriegsorden" auf der Gelehrtenbrust Nach neunmonatiger Abwesenheit von Deutschland trifft dann die kleine Expedition am 2. Mai 1884 wieder in Berlin ein. Robert Koch wird dort mit den Seinen wie ein siegreicher Feldherr im Triumph empfangen. Er muß Kaiser Wilhelm l. in feierlicher Audienz— auch Bismarck ist zugegen— persönlich den Bericht über seine bedeutsame Entdeckung erstatten und wird daraufhin mit dem Kronenorden 2. Klasse am schwarzweißen Bande ausgezeichnet. Bismarck erscheint dies jedoch noch nicht genug— er nimmt seinen langen Bleistift und schreibt auf die Verleihungsurkunde„mit dem Stern“. Koch hat dieser Orden von allen seinen hohen Auszeichnungen immer die meiste Freude gemacht. „Er ist am schwarzweißen Bande zu tragen wie ein Kriegsorden", pflegte der Gelehrte zu sagen, wenn ihn jemand darauf hinwies,„und schließlich ist er ja auch im Kampf erworben. Es ging zwar nicht gegen einen zweibeinigen, uniformierten Feind, aber dafür gegen eine der furchtbarsten Seuchen, die die Menschheit kennt. Hunderttausende hat sie alljährlich dahingerafft— nun ist ihr der Stachel genommen.“ Das dankbare deutsche Volk aber widmet Robert Koch eine Dotation von 100000 Mark, die es ihm durch den Reichstag darbringt. Als dann 1892 die Cholera verheerend in Hamburg einbricht und jahrelang das ganze Reich bedroht, sind die Waffen gegen das Schreckgespenst bereits geschmiedet. Es wird an der Wurzel angepackt und auf seinen ursprünglichen Verbreitungsherd beschränkt, bis es schließlich gelingt, es vollends auszurotten. * Lesen Sie morgen: Robinson mit Reagenzglas und Pinzette— Häusliches Glück— Schöpfer einer neuen Wissenschaft— Das Laboratorium im Urwald— Gieg über die Best.