Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 N##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R4 2.—(einschl. 28.2 N. Zeitungsgebühr und 0.44 N## Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 R### Bestellgeld. Einzelnummer 10####. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 * Schwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 9## Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 V### Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 5 Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Tageblatt für die Htadt Kchwerte, die Amter Westhosen Ergste. Einzige in Hchwerte gedruckte Tageszeitung Nr. 233 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, s. Oktober 1939 71. Jahrgang Wergen spriuft der Hahter nin=Reicherup K R Der Deutsche Reichslag ist für Freitag, 12 Uhr, einberufen worden- Entgegennahme einer Erklärung der Deutschen Reichsregierung Wunschträume Schwerte, 5. Oktober. Eine gewisse Presse in London und Paris macht wieder einmal in Sensationsmeldungen. Wir wissen, daß dies jedesmal vor einer Führerrede der Fall ist. Pressemäßig nennt man das Störungsfeuer. Selten jedoch sind die von den jüdischen Großkapitalisten und Rüstungsschiebern ausgehaltenen Pressereptile auf einen so„blühenden Unsinn“ gekommen, wie diesmal. der Zeugnis ist für die demokratischen Minderwertigkeitskomplexe. Die geschäftstüchtigen Papierhelden rührten in ihren giftigen Tintentöpfen und haben dabei entdeckt, daß der Führer vor dem Deutschen Reichstag „einen ganz großen Trick" eslassen werde. Er wolle nämlich, zu:'treten. Das würde ihm aber kein Me glauben, es sei denn, daß er Garantien dasur gäbe, daß der Nationalsozialismus in Deutschland beseitigt werde. Wir müssen gestehen, daß bei der Lektüre dieser Meldung wir deutschen Journalisten vor Neid erblassen, denn die Auslandspresse scheint nach dieser Meldung über Korrespondenten zu verfügen, die wahre Zauberkünstler sind, und. scheinbar im Besitz einer Tarnkappe, nicht nur die geheimsten Pläne des Führers erraten, sondern auch seine Besprechungen belauschen. Wir hören den Führer! Zusammentritt des Deutschen Reichstages Berlin, 4. Oktober. Der Deutsche Reichstag tritt am Freitag, dem 6. Oktober, 12 Uhr mittags zur Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung zusammen. Selbstverstandlich; daß die Boulevard=Blatter mit der Auftischung derartiger Ammenmärchen a la Madame Tabouis nicht nur ihre Abonnentenzahl erhöhen wollen, sondern sich auch als Werkzeuge der derzeit mit unterdurchschnittlicher Intelligenz geführten englischen Propaganda erweisen. Möglich, daß ein stumpfsinniges Weltpublikum solchen Latrinengerüchten Glauben schenken mag. Absurd jedoch die Hoffnung, das braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß an diesem„Wunschtraum“ auch nur eine Spur von Wahrheit ist. Diese Meldung gehört, wie viele ihresgleichen, zu der Sintflut von Druckerschwärze mit der die„Prestigestrategen“ jenseits des Westwalls in ohnmächtiger Wut gegen das einige Deutschland anrennen. Auch diese Jahrmarktschauermär erweist sich als eine blamable Fehlspekulation und ein politischer Witz. der für uns lediglich Anreiz ist zu einem schmunzelnden Lächeln. Wir können uns nicht verkneifen, diese„fette Ente“ der Lächerlichkeit preiszugeben. Wenn wir uns überhaupt mit dieser Lüge beschäftigt haben, so einzig und allein, weil sich hinter dieser Hetze jeweils bestimmte politische Absichten und Ziele verstecken. Diesmal will man die Wirkung der Führerrede schon im voraus zunichte machen und den Völkern — wir wissen, daß das englische und französische Volk keineswegs konform geht mit seiner politischen Führung— nach bewährter jüdischenglischer Taktik die Hirne vernebeln. Es würde uns nicht wundern, wenn dieser Bluff eine jener Lügen wäre, die sich das Chamäleon Churchill aus seinen schmutzigen Pfoten gesogen hat. Diesem„Politiker“ gegenüber wollen wir es jedoch mit der Volksweisheit halten. daß man von einem Ochsen nicht mehr verlangen kann als ein gutes Stück Rindfleisch. Was diese negative Hetzpresse mit den Mitteln der Lüge erreichen will, versucht die sogenannte„seriöse“ französische Presse mit feineren Mitteln. Es geht darum, die Entscheidung in Osteuropa, die von einer natürlichen Dynamik erreicht wurde, und die nicht mehr revidiert werden kann, durch eine Flut von Artikeln anzugreifen und dabei gleichzeitig Argumente zu finden, durch die man versuchen will, dem einfachen Mann in Frankreich und England den unpopulären Krieg schmackhaft zu machen. Der„Temps“, das Organ des Quai d’Orsay, hat sich in drei Leitaufsätzen mit den deutsch=russischen Abmachungen beschäftigt. Entgegen der Sturheit der englischen Presse läßt der„Temps“ mit dem Satz:„Es ist unvorstellbar, daß irgendeine Großmacht, und insbesondere die kriegführenden Staaten England und Frankreich, sich an einem Problem, desinteressiert, das für das europäische Gleichgewicht so wichtig ist, wie das der Existenz oder der Vernichtung eines unabhängigen Polen“, die Möglichkeit einer Diskutierung der Friedensoffensive Mussolinis zu. Wir sind weit davon entfernt, diese Stimme als irgendwie positiv zu werten, da der Chor der übrigen französischen Pressemeinungen eher das Gegenteil erhoffen läßt. Wie weit die „Wunschträume“, auch dieser Zeitungen gehen, beweisen u. a. die müßigen Spekulationen auf eine Sprengung der Achse. In Paris kann man sich auch nach dem Besuch des Grafen Ciano in Berlin noch nicht an die Realitäten der gegenwärtigen Lage gewöhnen. Werten wir diese Versuche als Unternehmungen, die unter Beweis stellen, daß man an der Seine von den Prinzipien, die die deutschrussische Friedenspolitik bestimmen, noch keinen Hauch verspürt hat. Während die Nervosität jenseits des Westwalls von Tag zu Tag steigt, und man kaum die Rede aus Berlin abwarten kann, ziehen deutsche Truppen in Warschau ein, halten unsere Feldgrauen am Westwall treue Wacht und geht das deutsche Volk an der Heimatfront mit unbeirrbarem Glauben seiner Arbeit nach. Morgen spricht Adolf Hitler. Er spricht wie immer: im Namen des großdeutschen Volkes, das geschlossen hinter ihm steht. H. K. Albion opfern Auskänder können in die englische Armee eintreten Amsterdam, 4. Okt. In England hat man sich neuerlich der alten Tradition erinnert, andere für sich kämpfen und— nach dem Beispiel der Polen— verbluten zu lassen. So hat der britische König nunmehr angeordnet, daß Ausländer in der britischen Wehrmacht dienen können. Da man in England den Begriff der Wehrwürdigkeit nicht kennt, wird anständigen britischen Soldaten zugemutet, mit emigrierten Landesverrätern Kameradschaft pflegen zu sollen. Es ist nämlich nicht beabsichtigt, eine Art Fremdenlegion zu bilden, vielmehr sollen Ausländer, die sich dazu bergeben, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen, einfach in die britische Armee eingereiht werden. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Korvettenkapitän von Puttkammer mit Wirkung vom 1. 10. 39 zu seinem Adjutanten der Wehrmacht(Kriegsmarine) ernannt. Wer hehl in Engluns dum dirteh? Juden, Emigranten und Hetzjournalisten in einer Front- Die Internationale der Reichsfeinde Prag, 4. Okt. Wer hetzt das englische Volk in den Krieg? Wer redet den englischen Blättern ein, daß es im Protektorat Böhmen und Mähren Aufstände, Tote und Unterdrückungen gibt? Wer sind diese Leute? Ihre Namen zu nennen, wenigstens was das Protektorat anbelangt, dürfte keinesfalls schwerfallen. Die Lügen und Greuelnachrichten über die Verhältnisse im Protektorate und die Aufforderung an seine Bewohner zu Verrat, Sabotage und Widerstand kommen aus London, stammen aus dem Kreis, den der ebemalige Präsident der Tschecho=Slowakischen Republis Benesch, um sich gezogen hat. Der immer schon sehr rege gewesene Benesch umgibt sich auch in der Emigration mit Menschen, die ihm und seiner Geistesrichtung schon in Prag. sehr nahestanden. Vor allem sind es die Juden, von welch letzteren viele in der Nach=Dollfußund Nach=Schuschnigg=Zeit Gastrecht bei ihm in Prag hatten. Einer von diesen Juden ist C. Kuranda, der ehemalige Leitartikler der Wiener„Neuen Freien Presse“, ein Mann, der kann„schreiben rechts“, kann„schreiben links“, der also einfach alles und nach jeder Richtung schreibt, wenn es nur gut bezahlt wird. In London fand er Unterkunft bei seinem Kollegen Douglas Reed, der vor einigen Jahren in englischen Finanzblättern 72 Dampfer eingebracht Besörderung von Bannware— Der Heeresbericht des OKW Berlin, 4. Okt. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Osten kam es bei der Säuberung des Gebietes zwischen der bisherigen Demarkationslinie und der neu festgesetzten deutsch=russischen Interessengrenze noch zu Kämpfen mit zersprengten Teilen polnischer Truppen. Im Westen herrschte außer schwacher feindlicher Artillerietätigkeit in Gegend Saarbrücken fast völlige Ruhe. Im Handelskrieg wurden seit dem 30. September weitere 72 Dampfer von deutschen Seestreitkräften eingeholt. Ein Teil von ihnen wurde wegen Beförderung von Bannware in deutsche Hüsen. ingebracht. in Frankreich Neutrale Reisende berichten Brüssel, 4. Okt. Neutrale Reisende, die aus Paris in Brüssel eingetroffen sind, berichten über die Stimmung der Bevölkerung in der französischen Hauptstadt. Ueberall werde gegen die Fortsetzung des Krieges protestiert und deranf bingewiesen, daß die von der frangssischen Propaganda verbreitete Auffassung, Deutschland wolle Frankreich angreifen, nicht der Wahrheit entspreche. Die Bevölkerung, die die deutschen Erklärungen mit dem französischen Heeresbericht vergleiche, habe sich davon vergewissert, daß Deutschland überhaupt keine Offensivmaßnahmen gegen Frankreich ergriffen hat. Man fragt sich deshalb, welchen Zweck der Krieg überhaupt habe. Selbst die französische Presse sieht sich bereits gezwungen, dieser immer mehr zunehmenden Kriegsmüdigkeit Rechnung zu tragen. üinr de Manieralcht Golgenstens Sofia, 4. Okt. König Boris erklärte am Dienstag in einer Ansprache anläßlich der Eröffnung einer neuen Eisenbahnlinie, die Ereignisse hätten die Welt vor schwere Prüfungen gestellt. In dieser schicksalschweren Zeit gebe das bulgarische Volk den Weg des Friedens in vollem Bewußtsein, daß es so am besten seine Lebensinteressen schützen und eine bessere Zukunft vorbereiten könne. so etwas wie„allerbester Revolverjournalist“ gewesen ist und dann, als er in England unmöglich wurde, für eine Zeit ins Ausland ging und da auch dort ankam, wo alle ankommen mußten, die im Hasse gegen Deutschland eines Sinnes waren, bei Benesch auf dem Prager Hradschin und bei„Orbis“(früherer Staatsverlag) in Prag. Von Reed ausgedacht und von Kuranda demagogisch geschrieben, gehen da täglich die allerdümmsten Gerüchte über Deutschland in die Welt hinaus. Ein anderer, der sich fast täglich mit Benesch trifft. ist Mr. Gedeye, ein Stockengländer und ein Prachtexemplar für die englische Nationaleigenschaft: Heuchelei. Gedeye war bis zu den letzten Tagen der Schuschnigg=Zeit in Wien, kam im März 1938 fluchtartig nach Prag, blieb hier weiter Korrespondent der„Times"(umgekehrt gelesen„Semit“), schrieb in den Jahren 1934 bis 1938 zwei gehässige deutschfeindliche Bücher und mußte am 15. März, als das deutsche Militär in die Prager Straßen einrückte, verkleidet in die englische Gesandtschaft flüchten. er blieb dort versteckt. bis ihm doch freier Abzug gewährt wurde. Da Mr. Gedeye„Times“. Spezialist für Mitteleuropa ist, sind seine oftmaligen Zusammenkünfte mit Benesch ebenso wie seine hirnverbrannten Lügen erklärlich. Mit der Propaganda gegen Deutschland und gegen den Nationalsozialismus befaßt sich in London hauptsächlich das Korrespondenzbüro „Exchange Telegraph“ auf dem Grosvenorsquare Nr. 1, dessen Mitarbeiter, außer den wenigen Engländern, die dort als„Paradegois“ sein müssen, fast durchweg nur ausländische Juden und Emigranten sind— und wer steht im Hintergrund dieses Korrespondenzbüros? Kein Geringerer als Graf Coudenhove=Kalerghi, der ehemalige Präsident der Paneuropäischen Union, mit der Jüdin Ida Roland, die die Gattin Coudenhoves ist, und die schon als Burgtheaterschauspielerin eine lebhafte Tätigkeit für„Politik und Völkerbefreiung“ in ihrem jüdischen Sinne entfaltete. Auch H. P. Smolka, der ehemalige Londoner Korrespondent des ehemaligen jüdischen„Pra A ger Tag:9.2:s“, ist dauernd in der Bügenküche des„Exchange Telegraph" tätig. Dieser Prager Judenjunge, bar jeder journalistischen Begabung und selbständiger schöpferischer Kraft, verdankte seine Machtstellungen in den verflossenen Systemjahren nur seiner Herkunft. Als Jude und Sohn eines reichen Freimaurers von beflissenen Liebedienern hochgehoben und in Stellungen gesetzt, die für seine Kenntnisse nie ausreichten, doch, gestützt auf die Arbeit anderer, Mehrbegabter, konnte er sich halten. Als in der zweiten Republik der TschechoSlowakei, in der Zeit vom 1. Okt. 1938 bis 15. März 1939 bei den Tschechen wenigstens scheinbar ein anderer Geist einsetzte, und das„Prager Tageblatt" diesen Londoner Hetzer nicht mehr brauchen konnte, da er in seiner journalistischen Tätigkeit gar zu stark mit dem BeneschGeist versippt war, schrieb er für das„Prager Tageblatt“ als H. P. Smollet weiter. Ein Jude läßt das Schreiben nicht, und den Namen ändert er rasch. Damit war die damalige „Tagblatt=Leitung" offenbar genügend„gedeckt“. Vel mit Beuesch arbeitete immer schon der Wiener Jude Eugen Leuhoff, ein gerissener Kopf und auf der Prager Burg und bei „Orbis" kein Unbekannter. Was Benesch im Auslande der deutschen Weigenhggg be ließ er durch Vermittlung Lenpuss in den Wiener Blättern„Telegraph" und„Die Stunde" erscheinen. Lenhoff ist wie Hochgrad=Freimaurer. Auch der ungarische Jude Eugen Erdely, den Tschechen als früherer Berichterstatter der„Lidove Noviny" und namentlich durch seine blamablen Prophezeiungen vor der Saarabstimmung gut bekannt, arbeitet für Benesch und den„Exchange Telegraph". Diesen Juden stehen nur wenige Arier gegenüber: Hubert Ripka, ein Tscheche, der immer schon Benesch nahestand und die neschschen Ideen in Form und Schrift brachte, Graf Huyn, ein Oesterreicher, der sech. als Reiseschriftsteller betätigte, und Graf witz, der früher für Wiener war. Dies sind die Individuen, die Tag für Tag nicht nur die Welt, sondern nie und vor allem anderen das englische belügen. Es sind die erbärmlichen Kulis eines Benesch und eines Churchill. Am Pranger! Lügenministerium ertappt Rom, 4. Okt. Die von Reuter verbreitete Nachricht über ein angeblich vom römischen Sender verbreitetes italienisches Kommuniqué über den Inhalt und Zweck der Seutscher Ihhnleinus nichr nehr zu uberbieten? Auf Englands Besehl: Frevelhafte Aufhetzung Warschaus- Eine waffenstarrende Festung über den Inhalt und Zweck der deutsch=italienischen Besprechungen in Berlin wird von unterrichteter italienischer Seite als jeder Grundlage entbehrend bezeichnet. Gleichzeitig wird betont, daß kein derartiges Kommuniqué verbreitet wurde. Mit dieser von zuständiger italienischer Seite erfolgten Feststellung werden die Methoden des englischen Lügenministeriums, das sich bei den Sendungen über den englischen Rundfunk schon oft gröbster Entstellungen italienischer Pressestimmen und Rundfunkmitteilungen geleistet hat, wieder einmal in ihrer ganzen Skrupellosigkeit entlarbt. bei Molotow und Stalin Zweistündige Aussprache Moskau, 4. Okt. Der litauische Außenminister Urbsys hatte gestern abend eine mehr als zwei Stunden dauernde Aussprache mit Molotow. Auch Stalin nahm an der Besprechung teil. Berlin, 4. Okt. Der„Deutsche Diens“ schreibt: In der Kapitulation Warschaus ist der zwangsläufig letzte Akt des Dramas der unverantwortlichen wirklichkeitsfremden polnischen Kriegführung zu sehen. Eine Anderthalbmillio= nenstadt geradezu zum militärischen„test case" des polnischen Verteidigungswillens und Verteidigungssystems zu machen, rundet das Bild der völlig unfähigen und verantwortungslosen polnischen Staatsführung ab, die schon von Beginn des deutsch=polnischen Konfliktes an die realen Gegebenheiten und Chancen verkannt und sich sundhaft an dem Gedanken berauscht hat, daß über Pole wird. ft an dem Gedanken berauscht Polen der Weltbrand entfacht Warschau zur letzten Verteidigung zu stellen. erscheint schon im Hinblick darauf ein Verbrechen, daß die Stadt einschließlich der Innenstadt, kaum einem anderen Falle, geradezu beObiekte Stadt einsc wie in kaum einem anderen Falle, geradezu spickt mit militärischen Objekten war. Stabsgebäude, Kasernen. Munitions= und Waffenlager, Verpflegungsanstalten. Eisenbahnwerkstätten, kriegswirtschaftliche Industriewerke, Sender usw. liegen über das ganze Weichbild der Stadt eng verstreut. Auch wenn nur diese sogenannten militärischen Ziele insbesondere von der Luft aus angegriffen worden sind, konnte keine tatsächliche Gewähr dafür geboten werden, daß nicht auch nichtmilitärische Objekte in der Nachbarschaft, zumal bei der starken Flakabwehr, in Mitleidenschaft gezogen würden. Eine verantwortungsbewußte Verteidigung hätte, wenn man schon eine solche Stadt zur Verteidigung überhaupt stellen wollte, entsprechende Räumungsanweisungen, mindestens für die gefährdeten Stadtbezirke, ergehen lassen müssen. Nichts von dem war geschehen. Polnischerseits ist man nun noch weiter gegangen, indem man die Stadt als Ganzes, wie die Aufrufe und Maßnahmen des Kommandanten von Warschau belegen, öffentlich in den Verteidigungszustand gesetzt und die Zivilbevölkee el Kelsefhaere der polnischen Sender, die tatsächlich jeweils von den Londoner Sendern sekundiert worden sind, sind als Belege hierfür bekannt. Ferner sind, wie gefertigte Lichtbilder eindeutig ergeben und neuerdings die aus Warschau befreiten Ausländer bestätigt haben, von der polnischen Militärführung auf den Plätzen. Anlagen und in großen Straßen der Stadt Geschützbatterien und auf den Häusern, über das Ausmaß der gewöhnlichen Flugabwehr hinausgehend, Maschinengewehre und Kleingeschütze aufgestellt worden. Bei dem seinerzeitigen ersten Eindringen der deutschen Truppen in Warschau wurden diese, wie u. a. auch von französischen Blättern bestätigt wurde, von der Zivilbevölkerung aus den Wohnhäusern und von den Dächern beUm der Zivilbevölkerung die hieraus entstehenden Folgen dieses unverantwortlichen Entschlusses zur„totalen Verteidigung" zu exsparen, hat hier das Oberkommando der Wehrmacht durch Flugblattabwurf entsprechende Lageaufklärung gegeben und die bekannte Räumungsaufforderung ergehen lassen. Auch nachdem dieser Aufforderung nicht nachgekommen worden war, hat die deutsche Heeresleitung noch mehrere Tage von den notwendigen schweren Kampfhandlungen Abstand genommen, um der Vernunft und Verantwortung im polnischen Lager im Hinblick auf den ohnehin abgeschlossenen Feldzug zum Durchbruch zu verhelfen. Es wurden jedoch keine verantwortungsvollen Entschlüsse auf polnischer Seite in dieser letzten Phase getroffen. Die durch wiederholte entsprechende Aufforderungen wenigstens möglich gewordene Räumung der Stadt von den Diplomaten und Ausländern war auch nur durch die eigene Initiative der letzteren nach bewußter Verzögerung dieses Aufschubs polnischerseits um mehrere Tage erreicht worden. Der Kommandant hatte von der Anwesenheit des Diplomatischen Korps und der Ausländer, frevlerisch auch mit dem Leben der Fremden spielend. sich einen Schutz für die Stadt versprochen. Diese ganz sinn= und verantwortungslose polnische Einstellung wurde nun vom Beginn der Verteidigung Warschaus an von London durch Presse und Rundfunk skruppellos und systematisch genährt und aufgeputscht, wobei stets ausdrücklich der heldenhafte Kampf der Zivilbevölkerung unterstrichen wurde. Erst vor einigen Tagen erging u. a. ein zu weiterem Widerstand aufmunterndes Funkgespräch des Londoner Senders mit dem Warschauer Stadtkommandanten. Der wieder vorübergehend zur Sendetätigkeit gebrachte Warschauer Kurzwellensender wurde Sper=Tenischer Keiegeireirer Die Pariser wollen als fleißige Bürger arbeiten und Ruhe haben Bern, 4. Okt. Wie die Präfek####des SeineDepartements bekanntgibt, waren auf Grund ihrer Berechnungen am Stichtag des 15. September etwa 2,5 Millionen Einwohner von Paris und Vororten abgewandert, d. h. rund die Hälfte der Einwohnerschaft der französischen Hauptstadt. Die Umstände, unter denen diese riesige Menschenmenge nun schon seit vier Wochen draußen auf dem Lande in rasch eingerichteten Notquartieren ihr Dasein fristet, geben zu immer lauteren Beschwerden Anlaß. Eine Abgeordnetendelegation, die jetzt beim Innenminister Sarraut vorstellig wurde, hat die Abstellung der großen organisatorischen Mängel hinsichtlich Ernährung, Unterbringung und ärztlicher Versorgung verlangt. Diese Mängel haben dazu beigetragen, daß entgegen den Anweisungen der Behörden mehr und mehr eine Rückwanderungsbewegung nach Paris anhebt. Die Pariser ziehen es vor, lieber in die ihnen als gefährdet hingestellte Hauptstadt zu ziehen, als Engiuns um Scheleewrge Ehamberlain vor dem Unterhaus— Er hat noch nichts gelernt Berlin, 4. Okt. Der englische Ministerpräsident Chamberlain hielt am Dienstag im Unterhaus eine Rede, in der er u. a. folgendes erklärte: In den letzten Wochen sind Ereignisse von großer Bedeutung eingetreten: Am 26. Septembei begab sich der deutsche Außenminister nach Moskau, und am 28. September wurde der Erfolg dieses Besuches bekanntgegeben. Als Ergebnis hebt Chamberlain hervor die Erklärung der deutschen und der Sowjetregierung über die endgültige Regelung der aus dem polnischen Zusammenbruch sich ergebenden Fragen und die Schaffung einer soliden Grundlage für einen dauernden Frieden m Osteurova, ferner ein wirtschaftliches Abkommen zwischen Deutschland und Rußland, kraft dessen Rußland Rohstoffe an Deutschland und Deutschland Industriewaren an Rußland auf lange Zeit hinaus liefern werde. In diesem Abkommen, so erklärte der englische Ministerpräsident, gebe es nichts, was England veranlassen könnte, etwas anderes zu tun als das, was es jetzt tue, nämlich die gesamten Hilfskräfte des britischen Empire zu mobilisieren. Denn Polen sei zwar„die direkte Gelegenheit zum Kriege gewesen, jedoch nicht die fundamentale Ursache dazu“. Zu der deutsch=russischen Erklärung über die Liquidation des Krieges meinte Chamberlain, er könne nicht voraussehen, welcher Art der deutsch=russische Vorschlag sein könnte. Jedenfalls würde das Ziel, für das England kämpfte, „nicht unter Drohungen“ preisgegeben werden. Auch könnten„nicht mehr bloße Versicherungen“ angenommen werden. Sowenig man den Krieg unnötigerweise verlängern wolle, so könne er in der letzten Entwicklung doch nichts finden, was England dazu bringen könnte, seine Haltung zu ändern. Wenn Vorschläge gemacht würden, so würde die englische Regierung sie prüfen, und zwar„im Lichte dessen, was ich gerade gesagt habe“. Chamberlain verbreitete sich dann in großen Zügen über die Kriegserlebnisse, glaubte von „weiteren französischen Fortschritten“ sprechen zu können und fand mit Bezug auf den Transvort der britischen Armee nach Frankreich, daß man„auf die Gründlichkeit stolz sein könne, mit der diese komplizierte Bewegung ausgeführt worden sei“. Er ging dann auf den deutschen U=Boot=Krieg ein, behauptete, daß die U=Boot=Bekämpfung Fortschritte mache, gab aber zu, daß deutsche U=Boote immer noch an den englischen Küsten tätig seien. Die Beunruhigung wegen eines deutschen Angriffs auf englische Schiffe im Südatlantik versuchte Chamberlain dadurch zu beschwichtigen, daß „gegen diese neue Gefahr entsprechend vorher festgelegter Pläne vorgegangen würde“. Mit Pathos sprach der britische Ministerpräsident dann von der„großartigen Hilfe“, die aus zwei Teilen des Empire komme, nämlich aus— Neufundland und Südrhodesien. In Neufundland„würden Vorkehrungen zur Aushebung von Rekruten getroffen, wofür bereits 100 Mann der Fischerflotte zur Verfügung stünden". und„Südrhodesien stelle Offiziere und Mannschaften auch für den Dienst außerhalb des Landes"(vermutlich wird diese dünn bevölkerte Kolonie zwei Dutzend Soldaten stellen können. Anmerkung der Redaktion). In der Debatte ersuchte Lloyd George die Regierung, nicht zu voreilig über Friedensvorschläge Beschluß zu fassen. Vorschläge, die etwa von einer neutralen Regierung kämen, würden nicht allein vom Worte einer einzigen Regierung abhängen.„Man habe zu viel übereilte Entschlüsse gefaßt." Das Schicksal des Krieges, so meinte Lloyd George, hänge nicht von Deutschland, Frankreich oder England allein, sondern von den Neutralen, unter denen er Rußland. Italien und die Ver. Staaten nannte, ab,„die freundlich oder feindlich neutral sein könnten“. In seiner Antwort erklärte Chamberlain noch einmal, daß es nicht gut wäre, zu sagen, was die Regierung unter Umständen, die noch nicht vorliegen. tun würde. Die Voreiligkeit der„Garantie“ an Polen versuchte er damit zu rechtfertigen, daß„die Sache sehr brenzlig war“, aber jetzt handele es sich um eine ganz andere Sache, die sorgfältig geprüft werden müsse. Zum Schluß kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Lloyd George und Duff Cooper, der dem ehemaligen Ministerpräsidenten„Desaitismus“ vorwark. noch länger notdürftig untergebracht zu sein. Die Unterbringung ist nämlich so wenig gut vorbereitet, daß die meisten auf Notpritschen oder einer Art Feldbett schlafen müssen, wobei oft mehrere Familien einen einzigen Raum zu teilen haben. Die Hauptsorge aber, die die unschuldigen Opfer der britischen Kriegstreiber bedrückt, ist die Frage, wovon sie bei Andauer des Krieges ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. In den meisten Fällen sind die eigenen Ersparnisse zur Bestreitung der Lebenshaltung bereits aufgezehrt, und die von den Behörden gewährten Hilfszuschüsse sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Not ist so groß, daß bereits private Sammelaktionen eingeleitet wurden. Die Millionen von Menschen aber sehnen sich danach, wieder arbeiten zu können. Draußen auf dem Lande, in den kleinen Städten und Dörfern sind Arbeitsmöglichkeiten für sie allerdings so gut wie gar nicht vorhanden. Die Behörden beschränken sich deshalb darauf, den Abgewanderten Versprechungen auf baldige Arbeit zu machen. So wird ihnen gegenüber von Plänen gesprochen, in die Flüchtlingszonen Fabriken und sonstige industrielle Unternehmungen zu legen, um der Arbeitslosigkeit auf diese Weise zu begegnen. Gleichzeitig freilich müssen die Behörden zugeben, daß die Verwirklichung solcher Pläne sehr lange Zeit beanspruchen würde. So wächst bei dem Millionenheer der Abgewanderten in Frankreich die Mutlosigkeit von Tag zu Tag. Insgesamt dürften in Paris und den östlichen Grenzzonen rund 5 Millionen Menschen Haus und Hof verlassen haben. ausdrücklich aufgefordert, auf den englischen unruf zu antworten. Noch am 25. September hat der Londoner Kurzwellensender einen die Verteidigung Warschaus betreffenden Artikel des Londoner„Evening Standard“ zitiert, in dem u. a. bewundernd gerühmt wird, daß die„unerschrockenen Einwohner Warschaus ihre Hauptstadt buchstäblich mit bloßen Händen verteidigten Dieses Aufputschen in Spekulation auf die bekannte Schwäche der volnischen Mentalität ist schon am Tage der Kapitulation dadurch geschehen, daß diese schon überall in der Welt bekannte Tatsache noch in der Spätnachmittagssendung unter Erwähnung der folgenden angeblichen Verlautbarung des Warschauer Senders abgestritten worden ist:„Wir werden niemals nachgeben. so lange noch einer von uns am Leben ist.“ Wenige Stunden später verkündete dann der Londoner Sender die nicht mehr totzuschweigende Kapitulation unter Betonung der Notwendigkeit den Polen die so notwendige Hilfe nicht bringen zu können, worüber man sich in London vom ersten Kriegstage an im klaren war.„ i, L. Lar am alijshan W.k, Gerade diese letzte Episode der englischen Aufputschung veranschaulicht den englischen Zynismus und die Skrupellosigkeit gegenüber der auch von London vorausgesehenen Katastrophe, die man jetzt aber wohlgefällig propagandistisch zum eigenen Nutzen ausschlachtet. Das französische Kabinen berät Bern, 4. Okt. Das französische Echo auf die gestrige Chamberlain=Rede besteht, wie zu erwarten war. in einer Paraphrase Sklavisch beten die Pariser Blätte. alles nach, was der britische Premierminister zur Rechtsertigung der sinnlosen Kriegserklärung gesagt hat. Heute vormittag findet im Elysee ein Ministerrat statt. Dabei wird, wie man in Paris erklärt, die Regierung ihre Stellungnahme zur Frage„Krieg oder Frieden" beraten, die jetzt von den Westmächten leantwortet werden muß. Daladier will dann am Nachmittag im Lichte der Beschlüsse des Ministerrats vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer über seine Außenpolitik die von den Abgeordneten schon lange verlangte Auskunft geben. Ministerpräsident Daladier hatte am Dienstagabend noch eine Unterredung mit dem Rüstungsminister Dautry. Ferner empfing er den türkischen Botschafter zu einer längeren Unterredung. „Kalte Füße in London“ Die Meinung in Rom Rom, 4. Okt. Chamberlains Erklärungen im Unterhaus mit der anschließenden Aussprache, sowie die Auswirkung dieser Debatte auf die Oeffentlichkeit in Frankreich werden von der römischen Morgenpresse eingehend verzeichnet. Die Londoner und Pariser Vertreter der Blätter stehen unter dem Eindruck, daß die Staatsmänner beider Demokratien sich von der Unpopularität des von ihnen erklärten Krieges in den breiten Volksmassen zu überzeugen beginnen und zögern, vor ihrer eigenen und der Oeffentlichkeit des neutralen Auslandes die Verantwortung für eine glatte Verneinung bestehender Friedensmöglichkeiten zu übernehwes. Der Pariser Vertreter des„Popolo di Roma“ berichtet, eine„unterirdische, geheime, aber uneingestandene Hoffnung" greife in Frankreich um sich. Man könne den heute in Frankreich vorherrschenden Eindruck etwa mit diesen Worten kennzeichnen. Einer Meldung aus Warna(am Schwarzen Meer) zufolge, hat der englische Frachtdampfer „Dronmor“, der im Hafen von Warna gelöscht hat und sich unterwegs nach Constantza befindet, Engluns briaft=Boilerrecht Handelsschiffe sollen deutsche Unierieebsote rammen Berlin, 4. Okt. Die britische Admiralität hat am 1. 10. folgende Warnung an die britische Handelsschiffahrt verbreitet: „Einige deutsche U=Boote sind in den letzten Tagen von britischen Handelsschiffen angegriffen worden. Hierzu verkündet der deutsche Rundfunk, daß die deutschen U=Boote das internationale Gesetz bisher eingehalten haben, indem sie die Handelsschiffe warnten, bevor sie angriffen. Jetzt jedoch wolle Deutschland Vergeltung üben, indem es jedes britische Handelsschiff als ein Kriegsschiff betrachtet. Während das obige vollkommen unwahr ist, dürfte sich eine sofortige Aenderung der deutschen Politik der U=Bvot=Kriegführung anzeigen. Seien Sie derauf vorbereitet, dem zu begegnen. Rbmtealliicht“ Am Abend des 1. 10. ist ergänzend hierzu folgende Warnung der britischen Admiralität verbreitet worden: „Die britische Admiralität gibt bekannt, daß die deutschen U=Boote eine neue Taktik verfolgen. Die englischen Schiffe werden aufgefordert, jedes deutsche U=Boot zu rammen.“ Bei ihrem Vorgehen kann sich die britische Admiralität nicht darauf berufen, daß ihre Weisung eine Gegenmaßnahme gegen einen deutschen Befehl, feindliche Handelsschiffe grundsätzlich warnungslos anzugreifen, darstelle. Es wird nochmals festgestellt, daß ein solcher Befehl nicht erteilt worden ist. Vielmehr ist anzunehmen, daß die britische Behauptung nur aufgestellt wurde, um damit einen Vorwand zu dem den britischen Handelsschiffen erteilten Ramm=Befehl zu erhalten. Die britische Admiralität hat sich zu diesem letzten Schritt entschlossen, obwohl von deutscher Seite wiederholt auf die Gefahren hingewiesen worden ist, die sich aus einem angriffsweisen Vorgehen von Handelsschiffen für deren Besatzungen ergeben. Sie hat damit allein die Verantwortung vor der Geschichte für alle Gefahren zu tragen, denen die Besatzungen britischer Handelsschiffe ausgesetzt sind, wenn sich aus einem ihren Weisungen entsprechenden Vorgehen der Handelsschiffe Kampfhandlungen mit deutschen Kriegsschiffen entwickeln. Vollstreckung eines Todesurteils Berlin, 4. Okt. Am heutigen Mittwoch ist der am 18. August 1914 geborene August Steinacher hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Trier wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Steinacher, ein mehrfach vorbestrafter und arbeitsscheuer Verbrecher, hat in einem von der Zivilbevölkerung aus militärischen Gründen geräumten Grenzort geplünhert. Hei vem Versuch, seine Beute in Sicherheit zu bringen. wurde er ergriffen. Er hat nunmehr sein verräterisches Treiben mit dem Tode fühner müssen. Dem gerechten Urteilsspruch folgte die Strafe auf dem Fuße. Donnerstag, den S. Oktober 1939 „Schwerter Zeitung OKTOBER DONNERSTAG Zum Geleit: Drei Sterne strahlen: Ehre, Freiheit, Frieden! Sie leuchten hell vom Meer zum Alpenfirn. Nichts Höheres ist im Leben uns beschieden. Gesegnet sei dies heilige Dreigestirn. Heinrich Anacker. Koer4er Im Kaufmannsladen ist wieder einmal Großbetrieb. Man unterhält sich, dann geht die Zeit schneller um.„Frau Müller, Sie sehen heute so mißmutig aus, was ist denn los?"„Ach, denken Sie, Frau Lange, ich habe h lle 10 Zentner Kohlen bekommen!“„Das ist doch sein, da brauchen Sie im Winter wenigstens nicht zu frieren.“ „Ja, da haben Sie schon recht", erwiderte Frau Müller,„aber wie bekomme ich die 10 Zentner in den Keller? Mein Mann ist doch eingezogen.“„Na, das wird schon gehen, Ihr Junge hat doch Ferien. Da kann er tüchtig mithelfen.“.. Als Frau Lange nachher nach Hause kam und den großen Berg Kohlen vor der Tür liegen sah, dachte sie: Eigentlich könntest du für zwei Stunden der Frau Müller mithelfen! Kurz entschlossen ging sie noch zu einer anderen Frau, die im gleichen Hause wohnte und fragte, ob sie nicht auch ein bißchen beim Eintragen der Kohlen helfen wolle.„Ja, gern! In einer Viertelstunde komme ich.“ Die drei Frauen gingen frohen Mutes an die Arbeit. Zwei Kinder halfen tüchtig mit. In kurzer Zeit hatten sie in gemeinsamer Arbeit alles geschafft. Jetzt sah Frau Müller wieder freudig aus den Augen. Sie hatte noch genügend Zeit für ihre anderen häuslichen Arbeiten. Ja, sie konnte sogar noch einen Pflaumenkuchen backen. Die beiden Nachbarinnen erhielten selbstverständlich ein Stück davon. Abends waren alle drei wohl sehr müde, aber sie legten sich mit dem stolzen Gefühl schlafen, sich gegenseitig geholfen zu haben. Tageschronik RS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schwerte. Wir haben öfter Anfragen unserer Bedürftigen auf gebrauchte Oefen. Besonders jetzt zu der kälteren Jahreszeit mehren sich die Anfragen. Wir rufen daher die Schwerter Bevölkerung auf, falls sie Zimmeröfen hat, die sie nicht mehr benötigt, uns dieselben zur Verfügung zu stellen. Wir sind gern bereit, diese abzuholen. Meldungen nimmt die Geschäftsstelle Schwerte, AugustHaßler=Straße 40, oder durch Telefon Nr. 2021. Schwerte, entgegen. -: Goldenes Dienstjubiläum auf dem Schwerter Profileisenwalzwerk. Nachdem die Arbeitskameraden schon bei Anbruch des Tages dem Jubilar Wilhelm Heimann, Schwerte, Lohbachstraße 5, unter Ueberreichung eines schönen Geschenkes an seinem mit Grün und Blumen bekränzten Arbeitsplatz die Glückwünsche ausgesprochen hatten, fand um 11 Uhr im Arbeitszimmer des Werkführers im Beisein der Vertrauensmänner eine schlichte, würdige Feier statt. Direktor Schleimer sprach seinem Mitarbeiter für Treue und unermüdliche Arbeit Dank und Anerkennung seitens der Firma und der Gefolgschaft aus. In seiner Ansprache über die Arbeit, Treue und Werksverbundenheit hob der Werkführer besonders hervor, daß der Vater des Jubilars und seine beiden Brüder ebenfalls ihr 25jähriges Werksjubiläum während seiner Werkführung gefeiert hätten. Auch sei ihm die Tatsache eine besondere Freude, daß sich bei Kriegsausbruch bereits über 40 Werksveteranen zur Wiederaufnahme der Arbeit gemeldet hätten, ein Zeichen für die Verbundenheit und Einsatzbereitschaft der Alten für Führer, Volk und Vaterland. In dankbarer Anerkennung der Firma erhielt der Jubilar neben einer goldenen Uhr ein namhaftes Geldgeschenk. * Bestandene Prüfung. Seine Meisterprüung hat der Bäcker Peter Räder(bei Bäckermeister Göcke in Holzen) mit gut bestanden. Herzlichen Glückwunsch! * Wegen Sittlichkeitsvergehens wurde ein älterer Mann zur Anzeige gebracht. Er zeigte sich in den letzten Wochen mehrfach auf dem alten Friedhof auf der Bahnhofstraße den dort spielenden Kindern in nicht wiederzugebender Weise. Vielen Kindern, denen hierdurch ihr Spielplatz im Stadtgarten verleidet worden war, wurde durch die Maßnahmen der Polizei die Spielmöglichkeit wiedergegeben. Hühlen und Glölen kunden dom=Slrg Schwerte dankt dem Führer- Stadt und Land ein leuchtendes Fahnenmeer Fahnen und Glocken künden auch in unserer Stadt vom Sieg, vom siegreichen Ende des polnischen Feldzuges. Sie sind das Zeichen unseres Dankes an den Führer, der als erster Soldat Großdeutschlands unsere junge nationalsozialistische Wehrmacht im Kampf gegen die polnische Willkürherrschaft, für das deutsche Recht und den Frieden geführt hat, der an unsere Fahnen neuen Ruhm geheftet hat. Die leuchtenden Fahnen und der eherne Ton der Glocken, der zur Mittagsstunde über unsere Stadt, über das Land an der Ruhr wie über ganz Großdeutschland schwingt,— sie künden aber auch vom Dank, den das ganze Volk seinen tapferen Soldaten zollt.— Wir erleben glücklichen Herzens diese Tage, denn wir vertrauen gläubig auf unseren Führer, auch wenn noch schwere Entscheidungen bevorstehen. Wir alle stehen bereit, um dem Befehl des Führers zu gehorchen. Wir alle lieben den Frieden, aber wir sind auch bereit, ihn zu erkämpfen, wenn größenwahnsinnige Politiker der Westmächte uns den Krieg aufzwingen. Jetzt aber wehen die siegreichen Hakenkreuzbanner über Schwerte. Seitdem der Befehl gegeben wurde, ab Mittwoch früh die Fahnen zu hissen— für die Dauer von sieben Tagen, d. h. bis zum 10. Oktober— hat unsere Stadt ein Festkleid angelegt, das der Ausdruck der stolzen Freude ist, die uns alle erfüllt. Es gibt kein Haus, von dessen Dach nicht eine Fahne flattert. Fast alle Fenster haben sich darüber hinaus noch mit keinen Fähnchen geschmückt. Und wie es in Schwerte ist, so hat auch das ganze weite Ruhrtal ein Festkleid angelegt. Der Himmel goß nun gestern über dieses herrliche Bild noch seine goldene Sonne und ein strahlendes Blau, und als wir gestern nachmittag einmal einen Spaziergang rund um Schwerte machten, da wurde uns dieses zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Weithin ins Land ging der Blick von den Bergen, überall leuchteten die Fahnen mit dem Hakenkreuz, über einem fleißigen, friedliebenden Volk. Und um die Mittagsstunde schwang der Ton der Glocken von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, und in ihm klang die Freude und der Dank wieder, von denen heute das ganze Volk erfüllt ist. Kraftfahrer, langsamer fahren! Höchstens 40 und 80 Kilometer je Stunde Auf Anordnung des Führers werden die Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge mit sofortiger Wirkung weiter herabgesetzt. Sie betragen nunmehr: Innerhalb geschlossener Ortschaften: für Kraftfahrzeuge aller Art 40 Kilometer je Stunde, außerhalb geschlossener Ortschaften und auf den Reichsautobahnen: für Personenkraftwagen sowie für Krafträder mit und ohne Beiwagen 80 Kilometer je Stunde, für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 60 Kilometer je Stunde. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß es sich dabei um Höchstgeschwindigkeiten handelt, daß also noch wesentlich langsamer gefahren werden muß, wenn die jeweilige Verkehrslage dies erfordert. Gegen Überschreitung der höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit wird schärfstens eingeschritten werden, erforderlichenfalls mit Entziehung der Fahrerlaubnis und Einziehung des Kraftfahrzeugscheins. Die Verordnung tritt mit dem 4. Oktober 1939 in Kraft. Die Partei an der Arbeit Neuer Dienst der Gauleitung Der Gauschatzmeister gibt bekannt: Ab 1. Oktober 1939 ist die Dienstzeit in der Gauleitung für die Tage Montag bis Freitag durchgehend von 8 bis 17 Uhr und Sonnabends von 8 bis 13.30 Uhr. Für die Gauwaltung der DAF Zur Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen wird für die Gauwaltung Westfalen=Süd sowie für sämtliche Kreiswaltungen mit sofortiger Wirkung folgende Dienstzeit eingesetzt: Montags bis Freitags von 8 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr, Sonnabends von 8 bis 14 Uhr. Für die KdF=Verkaufsstellen gilt folgende Dienstzeit: Montags bis Sonnabends von 9.30 bis 13 Uhr, 15 bis 19 Uhr. Die Schwerter Frauen machen ein Da gibt die„Schwerter Zeitung“ einige wertvolle Anregungen Ungeheure Mengen von Obst und Gemüse bleiben alljährlich ungenutzt, weil sie entweder nicht rechtzeitig und vollständig abgeerntet oder für späteren Verzehr haltbar gemacht werden. Dieser Zustand kann heute nicht gelitten werden. Unsere Ernährungswirtschaft verlangt es, daß von dem diesjährigen reichen Erntesegen nichts verloren geht. Bei den bevorstehenden Ernten muß daher mit höchstem Einsatz dafür gesorgt werden, aus den dafür geeigneten Nahrungsmitteln Vorräte zu schaffen. Für die Haltbarmachung der Gartenfrüchte gibt es viele Anleitungen, von denen hier nur die wichSo einfach ist das Trocknen des Obstes im Herd. tigsten und einfachsten berührt werden sollen, wie sie in jedem Haushalt leicht durchzuführen sind. Vor allem ist zu beachten, daß Zersetzungen der eingemachten Früchte durch Gärung oder Fäulnis vermieden werden müssen. Deshalb haben sich die verschiedenen Einmacharten nach der Natur der zu erhaltenden Nahrungsmittel zu richten. Größte Sauberkeit der dazu benutzten Geräte und Gefäße ist erforderlich, die meisten später auftretenden Mängel sind auf solche Unaufmerksamkeiten zurückzuführen. Für Gartenfrüchte kommt im Haushalt das Einkochen, Eindünsten und Trocknen in Frage. Als Einmachegefäße dienen je-nach den Bedarfsmengen Fässer, Steintöpfe, Gläser, Flaschen und Dosen. Das Obst wird durch Einkochen(Erhitzen) keimfrei gemacht. Apfel werden zu Gelee, Mus und Marmelade verarbeitet. Auf die Herstellung von Marmelade als Brotaufstrich ist besonderer Wert zu legen, auch dort, wo man bisher dies nicht für nötig gehalten hat. Es wird in allen Fällen bei der Obstauswertung zu überlegen sein, welcher Gebrauchszweck am dringlichsten zu erfüllen ist. Eine besondere Bedeutung erhält heute das Trocknen von Gartenfrüchten, da bei diesem Verfahren kein Zuckerzusatz erfordert wird und es daher am billigsten ist. Kern= und Steinobst wird auf Blechplatten oder Drahtrosten im leicht angewärmten Backofen oder auf dem Herd angetrocknet und an der Luft weiter getrocknet. Wo dies nicht angängig ist, zieht man die Fruchtscheiben auf Schnüre und hängt sie zum Trocknen auf. Pflaumen dürfen nicht zu saftig sein. Es kommen jetzt wieder Früchte zu Ehren, die früher weit mehr zur menschlichen Nahrung verwandt worden sind, besonders Holunderbeeren und Hagebutten. Für das Einmachen von Gemüse gibt es viele Anwendungsformen. Sauerkraut wird nach altbewährter Weise eingesalzen. Das Einsalzen grüner Bohnen, wie es früher üblich war, ist nicht zu empfehlen, da hierbei wertvolle Nährstoffe entzogen werden. Mit dem heutigen Einkochverfahren(Eindünsten) werden die dazu benutzten Gläser usw. unter Luftabschluß im Wasserbad erhitzt. In Töpfen mit Einsatz können gleichzeitig eine Anzahl Gläser und Flaschen eingedünstet werden, die Dosen werden ohne Einsatz eingekocht und sind Verschlußmängel hierbei ausgeschlossen. Junge, grüne Bohnen und zarte Wachsbohnen sowie Pilze werden auch getrocknet, wobei die Nährstoffe und der Wohlgeschmack erhalten bleiben. Mit dem(aus dem letzten Kriege herstammenden) Vorurteil gegen„Dörrgemüse“, das sich allerdings in der damals hergestellten Verfassung für die Ernährung sehr ungünstig ausgewirkt hat, muß aufgeräumt werden. Eine besondere Nr. 233(Zweites Blatt) Sie stahl wie eine Eister Nun wurde sie unschädlich gemacht Hier wurde eine junge Hausangestellte zur Anzeige gebracht, weil sie ihrer Arebitskameradin einen 10=Mark=Schein entwendet hatte. Hierbei wurde festgestellt, daß das Mädchen auch ihre Arbeitgeber geschädigt hat. Bei einem Arzt hat sie eine Sparbüchse um einen, wenn auch nicht erheblichen Betrag erleichtert und dazu noch Beträge unterschlagen, für die sie Waren einkaufen sollte. Erst als dem Kaufmann Zweifel kamen, wurde die Unterschlagung bekannt. In einem anderen Fall entwendete die diebische Elster ihrem Arbeitgeber aus der Geschäftskasse einen ganz ansehnlichen Betrag. Dieser bemerkte bald das Fehlen des Geldes und fand es schließlich in den Schuhen seiner Angestellten versteckt vor. Durch energisches Zufassen der Polizei konnte der Täterin nun das Handwerk gelegt werden. Sie wird sich demnächst vor dem Gericht verantworten müssen. Er hatte sich geirrt Ein Fahrrad-„Diebstahl“ klärte sich auf In diesen Tagen mußte ein auswärtiger Volksgenosse feststellen, daß sein in der Moltkestraße für einige Augenblicke abgestelltes Fahrrad plötzlich verschwunden war. In der Annahme, daß es gestohlen war, ging er natürlich zur Polizei. Dort konnte nach kurzer Frist die Angelegenheit geklärt werden. Ein anderer Radfahrer hatte das Fahrrad mit seinem verwechselt und erstattete gleichfalls Anzeige, als auch er sein Eigentum nicht vorfand. Da aber an den vermeintlichen Tatorten die verwechselten Fahrräder zurückgeblieben waren, konnten die Eigentümer diese bei der Polizei wieder in Empfang nehmen. Mm Beachtung verdient schließlich noch im Hinblick auf die überaus reiche Ernte das Trocknen(Darren) der Tomaten. Es ist sehr einfach auszuführen, jeder Backofen eignet sich dazu. Nur unbeschädigte, ausgereifte und feste Früchte sind verwendbar, die man sauber wäscht, halbiert und auf ein mit Pergamentpapier ausgelegtes Backblech legt. Bei mäßiger Wärme sind die Tomaten nach 2—3 Tagen gedörrt. Die weitere Aufbewahrung erfolgt in festschließenden Gläsern oder Gazebeuteln, die man an luftiger Stelle aufhängen muß. Die Möglichkeiten der Haltbarmachung unserer Gartenfrüchte in der Zeit des Überflusses sind so zahlreich, daß dabei jeder Bedarf und sogar jede Geschmacksrichtung berücksichtigt werden kann. Wenn sich jeder Haushalt, soweit dies möglich ist, daran pflichtmäßig beteiligt, sind unsere Wintervorräte an Obst und Cemüse(neben den überwinternden Sorten) sichergestellt, und es wird damit der Ernährungswirtschaft ein wichtiger Dienst geleistet. * Hausschlachtverbot. Auf Anordnung des Viehwirtschaftsverbandes Westfalen sind Hausschlachtungen ohne besondere Genehmigung verboten. Die Genehmigungen für Schlachtungen nicht selbst gemästeter Schweine werden vorläufig nicht erteilt. Für die Schlachtung selbstgemästeter Schweine sollen zunächst keine Anträge gestellt werden, da die näheren Richtlinien betr. Hausschlachtungen vom Viehwirtschaftsverband Westfalen abgewartet werden müssen. *- Es darf nichts umkommen! Gemüse und Obst, in diesem Jahr überreich geerntet, kann auf vielerlei Art für den Winter haltbar gemacht werden. Zum Beispiel ist Trocknen eine gute Möglichkeit, sich Gemüse und Obst auch für die weniger ertragreichen Monate zu sichern; alle Nährstoffe werden hierbei erhalten. - Die häufig bestehende Absicht, statt der Lichtschleuse die Beleuchtung im Laden abzuschirmen, kann nicht empfohlen werden. Entweder fällt zu wenig Licht in den Laden— und dies ist für den Käufer und Verkäufer gleich lästig— oder es wird nicht hinreichend abgeblendet, und dann dringt der Lichtschein beim Oeffnen der Ladentür nach außen. Dies darf unter keinen Umständen geschehen. **- Brennstoff nicht zu Ausflugzwecken! Am Sonntag wurden an verschiedenen Stellen Autokontrollen durchgeführt. Der Zweck dieser Kontrolle war vor allem die Feststellung der Tatsache, wer nun jetzt noch— auch im Besitz eines roten Winkels— es wagen zu können glaubt, mit seinem Kraftfahrzeug einen gemütlichen Sonntagsausflug zu machen. Daß die Polizei natürlich nicht mit solchen„Benzin=Ausflüglern“ spaßte, bedarf keiner weiteren Erläuterung. 2 gute Dr. Oetker Gustin-Rezeple: Komatensuppe mit gerösteten Semmelwürfeln(2-3 Teller) Die lomaten werden gewaschen in Kleine Stüche geschniten Fett mit der kleingeschnittenen Zwiedel und dem Salz hurze Zeita banach gitt man das Wasser hinzu und läst bei gesalossenem schuoacher hite stwa 15 Minuten hochen Illon streicht die Lomat Sunas: 200 g lomaten, 10 Margarine, 1 hleine Zwiebet etwas Salz, ½2! Wasser. 12 6(1 gestr. Teel.) De. Oether„Bußin“. 2 C#1. Wasser zum Anrühren Jam Abichmechen: Choos Salz 1 Peise Juchen z hurze Zeit gedügstet eschlossenem Lopf und it die Tomaten durch ein Sieb und dringt die Flüssigkeit wieder zum Kochen. Jazwischen wicd das„Hustin“ angerührt. Sobald die Flüssigheit hocht nimmt man sie von der Rochstelle, gibt das angerührte„Gultig“ unter Rühren hinein und läst noch 2 Hlünsten dochen Die Seppe weib dam ait Soiz und Juder abgeschmact Semmalmürtal: Scheibde altdachenes WDeifhret Spinatbroi für Sängliag und Kleiatlaber(1 Portion) 130-200 Spiast. Der veriesene, gewaschene Spiast wsich gut abgetrogft und in dem 2 cm. Wasser. Wasser dei geschlossenem kopf und schwacher hihe gargedämpft. Danac. ####0esstr. Test.) 430 man ihn wieber abtropfen und breht ihn durch einen Wolf oder Dr. Oechen„Gustier, bucht ön sein. Der Spingt wich mit der abgelaufenen Füigheit wicben 6#1. Wasser zum derühern. pem Hochen gebrucht. Ingwischen wich des„Gustin“ angerührt. Sohalb der Spinat hocht simmt man ihn ven der Hochstelle, gibt bes angegöhrie„Buflin“ under Rühren hinein und läft noch einige Mele aufe Sängiuge dochen. Segabenenfalle Schmecht men mit Seiz ab und rührt bie Butlse etoas Saiz zum 9bschmechen chlpos Buttes Alis ausichasihen! Für die Semmetwürfel schmelbet man das Weißbent(Reste) in hleine Würfel und läft sie in einer gutstistee Oionns unter Rändigem Rühere ennas Buttee i0e: ehuns feil gum Susdlrsichen der Dieum, beilbsnum merben GMasgesiss) De Oether„Suflia“ gibt es auf bie Reichsbrotharte für Klader bis zu 0 fohten und Ju0. e 125 g auf die Abscheitte mit eisem a. im Monet olso 2 Dächchen„Guftin“ von je 250 g Dr. Gezker Buhunig aur Kag Koman v. Maria Oberlin "" Arr Hallahaus Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 13 „Herr Professor Hepstedt hat mir nur unter den größten Schwierigkeiten erlaubt, daß dieser Besuch noch stattfindet, Herr Schaub“, sagte sie leise.„Aber wir wollen ja alles tun, um den Kranken nicht weiter zu erregen. Bitte, sprechen Sie kurz mit ihm, beruhigen Sie ihn, wir hoffen, daß er sich dann wirklich zuf rieden gibt und einschläft.— Darf ich bitten?“ Sie ging den beiden voran, sah sich dann noch um. „Fräulein Kay kam, um sich nach dem Befinden des Patienten zu erkundigen!" antwortete Schaub sachlich.„Vielleicht kann sie irgendwo warten?“ Bei Evelyns Namensnennung kam etwas wie schüchterne Neugier in die müden Augen der Schwester. Aber sie beherrschte die Regung mehr diszipliniert und sagte nur:„Die Dame kann ja vielleicht oben warten...!“ Mit zitternden Knien schritt Evelyn neben Schaub die Treppen hoch, breite flache Stufen, die kein Ende nehmen wollten. Dann war da ein weißer, schwach erhellter Gang, eine Tür, über der sich ein Aeskulapstab wand, eine Tür, die alles verbarg, und tiefe, tiefe Stille... Die Schwester wies auf eine nahe Sesselgruppe. Evelyn setzte sich. Mechanisch sah sie um sich, da waren die dunklen Korbstühle, ein paar freundliche Bilder, ein hoher Gummibaum mit saftiggrünen Blättern, der steif aufgerichtet neben ihr stand. Mechanisch glitt ihre Hand immer wieder über die weiße Spitzendecke, die auf dem Tisch lag, über eine Reihe von Blumenvasen, die auf der Erde aufgereiht nebeneinander standen. Blumen aus Patientenzimmern. Sie nahm nichts von ihrer Umwelt in sich auf— sie wartete nur, wartete... * Die kleine gelbe Nachttischlampe warf einen matten Schein über das weiße Leinen des Bettuches. Eine matte große Hand streckte sich Schaub entgegen. Der sah mit ernstem Ausdruck in das bleiche Gesicht: „Gottlob, daß alles so gut abgelaufen ist, Herr Dr. Bortefeld! Bitte, seien Sie ganz ruhig! Ich habe die Untersuchung auf Ihren Wunsch vorläufig noch nicht weitergeführt.“ Der große Mann in den Kissen hob den Kopf. „Ich glaube, daß es das beste ist, wenn ich Ihnen einige Erklärungen abgebe...“ Die Schwester, die in der Ecke saß, hob mahnend den Finger, sagte behutsam: „Bitte, sprechen Sie nicht viel, Herr Dr. Bortefeld. Und nur leise...“ Bortefeld nickte etwas ungeduldig. Schaub beugte sich noch näher. „Eine Untersuchung braucht nicht stattzufinden“, meinte der Mann in den Kissen zwar leise, aber nachdrücklich. „Es handelte sich um einen Unfall... ich habe die Verletzung selbst verschuldet...“ Schaub schwieg einen Moment, wie erschlagen von dieser Erklärung. „Ich habe“, sagte der blasse Mann in den Kissen,„den Revolver, den Fräulein Kay bei mir vergaß, betrachtet und damit hantiert, wußte nicht, daß er geladen war, und zog mir die Verletzung zu... Keiner meiner Besucher ist an dem Unglück schuld...!“ Schaub sah den Patienten ruhig an. „Ich versprach Ihnen, die Untersuchung einzustellen. Fräulein Kay ist frei, Fräulein Coordt ist frei. Trotzdem— Herr Bortefeld— wozu dieses Verbrechen? Sie wissen selbst, daß ich Ihnen den selbstverschuldeten Unfall nicht glauben kann. Sie waren Offizier und wußten mit einer Waffe umzugehen. Als wir Sie fanden, haben wir die Umstände des Unfalls genau untersucht, Sie wissen wie ich, daß es kein selbstverschuldeter Unfall war, der Schuß kam aus einer Entfernung von fast zwei Meter, Ihre Haltung...“ Bortefeld hatte mit gefurchtem Gesicht zugehört, er biß sich auf die Lippen und machte eine abwehrende Handbewegung. „Aber ich stelle keinen Strafantrag“, sagte er schnell und bittend. Schaub schwieg eine Weile. Es war still im Zimmer. Die Schwester saß teilnahmslos in der Ecke und las ununterbrochen in ihrem schwarzgebundenen Buch. „Es gibt doch die Möglichkeit, die Sache als einen Unfall darzustellen, nicht wahr?“ fragte Bortefeld eindringlich. Schaub sah nachdenklich zu Boden. Also doch eine Frauenzimmergeschichte, dachte er. Wahrscheinlich doch Fräulein Coordt— Kabalierspflicht— Galanterie— ist das die ganze Lösung? Eifersucht, Verzweiflung aus Nichtbeachtetsein—— wer kennt sich in der Psyche eines jungen verwöhnten Mädchens wirklich aus? Der drängende Blick des Patienten wich nicht von seinem Gesicht. Schaub raffte sich zusammen. „Das Wichtigste ist, daß Sie erst mal wieder gesund werden, Herr Dr. Bortefeld.. dann können wir ja weitersehen. Sie dürfen mir glauben, daß ich, als ich die Untersuchung aufnahm, nur von dem Wunsch beseelt war, Ihnen zu helfen..., den Täter zu finden und dafü; zu strafen, daß er gerade Sie. dem die Kunstwelt so viel verdankt und von dem wir alle noch so viel erhoffen, bis an den Rand des Grabes gebracht hat...“ „Ich bin froh, daß alles gut abgelaufen ist". sagte der Mann in den Kissen etwas mühsam. „Wäre es—— wäre es schlimm mit mir ausgegangen—— dann wären heute vier Menschen sehr unglücklich geworden...“ Er schwieg eine Weile. Die Schwester war behutsam aufgestanden, reichte ihm ein Glas Wasser, er trank es langsam aus. „Schlafen Sie, Herr Dr. Bortefeld“, meinte Schaub warm.„Sie werden bald wieder unter uns sein—— ruhen Sie...“ Der Patient in den Kissen nickte, begann aber wieder zu sprechen. „Was hätten Sie, was hätte das Gesetz davon, wenn es einem Unglücklichen und Verzweifelten schwere Strafe für eine unüberlegte Tat auferlegte? Glauben Sie, der Täter ist gestraft genug——“ Schaubs kriminalistisches Gehör wurde wach. „Der Täter?“ „Ja... Oder glauben Sie im Ernst, Fräulein Kay oder Fräulein Coordt hätten auf mich geschossen? Welche Idee, Schaub!“ Der blasse Mann in den Kissen lehnte sich zurück. Die Schwester hatte leise den Raum verlassen, als ahne sie, daß jetzt etwas kommen würde, das auch ihr verborgen bleiben sollte— „Ich möchte Ihnen gegenüber ganz offen sein. Stellen Sie sich vor, daß ich einen väterlichen Freund besitze, einen Mann, dem ich viel verdanke, nicht nur materielle Hilfe, als es mir schlecht ging und ich ganz am Anfang meiner Laufbahn war, nein, noch viel mehr. Geistige, seelische Förderung und Anregung, ein wunderbares Verständnis für meine Pläne: und mein Wollen. Und der Sohn dieses Mannes hat heute abend auf mich geschossen...“ Es blieb eine Weile sehr still im Zimmer. „Ich habe viel zu seiner Entschuldigung zu sagen. Er ist jung und haßt mich. Aus einem einfachen Grunde. Er liebt eine Frau, die mir leider eine starke Neigung entgegenbrachte, er betrachtete mich als Zerstörer seines Glückes und seiner Zukunftshoffnungen, kam zu mir, wir wechselten einige Worte, leider gelang es mir nicht, ihn zu beruhigen, er griff im höchsten Affekt zur Waffe und schoß. Das ist die ganze Wahrheik. Alles, was ich Ihnen zu sagen habe...“ Auf Schaubs Mund schwebten hundert Fragen. Wie war der Täter ins Haus gekommen? Wahrscheinlich doch durch das Restaurant, sonst hätte der Pförtner vielleicht doch von dem fremden Gesicht gewußt? Wie kam er in den Die Stellung, die die Frau in Vorderasien im Jahre 2100 v. Chr. einnahm, war Gegenstand eingehender Untersuchungen auf Grund von Keilschriftenentzifferungen. Wir erhalten hier einen Einblick in die Frauengesetze der Babylonier, Assyrer und Hethiter. Besonders strenge Strafen verhängte man über Hausdiebinnen. Wenn eine Frau einen Gegenstand aus einem Hause stahl, dessen Wert 5 Bleimanas überstieg, so war der Ehemann gezwungen, den Schaden zu ersetzen; dafür durfte er der diebischen Frau die Ohren abschneiden. War er dazu zu weichherzig, so übernahm dieses Geschäft der Bestohlene, der der Diebin auch noch die Nase abschnitt. Lieh einer einer verheirateten Frau Geld. so wurde er für seinen Leichtsinn dadurch bestraft, daß man ihn in den Fluß warf. Tauchte er wieder auf und rettete sich, so erlitt er dieselbe Strafe, mit der der Gatte die diebische Frau bestrafte. Wenn eine Frau eine andere im Hause besuchte, ohne daß der Hauseigentümer von dem Besuch Kenntnis erhielt, so hatte dieser trotz seiner Unkenntnis 3½ Bleitalente zu zahlen und verlor überdies seine Ohren. Wußte er aber von dem Besuch, so mußte er die dreifache Strafe erlegen, und wenn er sich weigerte, warf man ihn in den Fluß. Traf ein Ehemann seine Gattin bei einem andern Mann, so hatte er das Recht, beide zu töten oder zu verstümmeln. Wenn ein Mann einer Frau die Hand gab, so büßte er dieses Vergehen gegen die Schicklichkeit mit dem Verlust eines Fingers; wenn er ihr aber gar einen Kuß gab, so wurde ihm die Unterlippe abgeschnitten. Wenn ein verheirateter Mann im Hause seines Schwiegervaters lebte und die Frau starb, so hatte er das Recht, mit einer der Schwestern der Verstorbenen eine neue Ehe einzugehen. Die Ehe konnte aus verschiedenen Gründen geschieden werden, aber immer nur auf Grund eines Fehlers der Frau. Eine verschwendungssüchtige Frau wurde vor Gericht geladen, und die Ebe wurde hier getrennt. Stimmte der Besitz der Waffe? Kannte er sie? Und wo war er jetzt? Würde er sich der Polizei stellen, war er geflohen? Der Mann in den Kissen sprach langsam weiter.„Er ist der ganze Stolz seines Vaters, das einzige Vermächtnis seiner Frau, die er sehr liebte und die früh von ihm ging. Er ist der Erbe eines großen Werkes, Herr über Tausende und ein Mensch von nobler und warmherziger Gesinnung—— trotz allem. Sein eigentlicher und einziger Fehler ist ein plötzlich auftretender Jähzorn.— So griff er zur Waffe und schoß—“ Der Mann in den Kissen richtete sich auf. „Soll man das Leben dieses jungen Menschen zerstören? Und das eines alten Mannes dazu? Auch meines, wenn ich gesund bin? Denn ich würde immer wieder mir Vorwürfe machen, daß ich ihn nicht von seiner unüberlegten Tat zurückgehalten habe... vielleicht fand ich nicht die rechten Worte...“ Schaub sah nachdenklich ins Gesicht des Verletzten. Das war also der Mann, den man für hochmütig, zynisch, kalt und ironisch hielt! Dieser Mensch, der, selbst verletzt und schwach, keinen anderen Gedanken hatte, als andere zu schonen? „Sie werden begreifen, Herr Dr. Bortefeld—“, sagte Schaub langsam,„daß ich anders denke. Daß ich in meiner Tätigkeit als Kriminalbeamter die Sühne für eine Schuld fordern muß.— Aber schlafen Sie jetzt, ruhen Sie und seien Sie unbesorgt. Ich freue mich, daß ich allen Menschen, die um Sie bangen, gute Nachricht bringen kann...“ Ein etwas bitteres Lächeln kam auf den schmalen Mund des Patienten. „Wer soll um mich bangen—— ein bißchen übertrieben, Herr Schaub! Ich stehe ganz allein..“ „Kein Mensch ist allein, der sorgende Menschen in der Nähe weiß— Herr Dr. Bortefeld! Fräulein Kay zum Beispiel ist sogar draußen, ist mit mir gekommen, um zu erfahren, wie es Ihnen geht.“ Bortefelds Gesicht war plötzlich hell geworden. Er sah die Schwester, die gerade eintrat, bittend an. „Schwester—— wir sind hier fertig—— Ich werde bald schlafen können. Ich habe nur noch eine kleine weitere Bitte. Kann ich Fräulein Kay noch einen Augenblick sprechen?“ Er sah das Zögern im Gesicht der Schwester und sagte eindringlich:„Bedenken Sie, Schwester, Fräulein Kay ist meinetwegen in Mordverdacht gekommen, hat ein Kreuzverhör hinter sich— hat allerlei ausgestanden—, ist es nicht Mann nicht zu, so hatte die Frau das Recht, weiter im Hause zu verbleiben und die Stelle einer Dienerin bei einer zweiten Frau zu versehen. Das gleiche bittere Schicksal harrte der kranken Frau, die allerdings das Recht hatte, sofern sie das vorzog, ihr Heiratsgut wieder zurückzufordern und zu ihrem Vater zurückzukehren. Sehr streng waren die Vorschriften bezüglich des Schleiertragens der assyrischen Frauen. Alle verheirateten Frauen durften in der Oeffentlichkeit nur verhüllt erscheinen; Priesterinnen, die von dem Schleierzwang befreit waren, unterlagen diesem Zwang, sobald sie eine Ehe eingingen. Dieser Schleierzwang galt als Auszeichnung für die ehrbare Frau. Infolgedessen mußten auch alle Sklavinnen und Konkubinen unverschleiert gehen. Die Vorschrift war so streng, daß eine weibliche Person, die sich widerrechtlich verschleierte, für diesen Betrug mit 50 Rutenschlägen bestraft wurde. Jeder, der eine Sklavin oder Konkubine verschleiert antraf und nicht sofort Meldung erstattete, erhielt 50 Stockschläge, außerdem wurden ihm die Ohren abgeschnitten und er wurde vier Wochen eingesperrt. Wenn ein Mann eine Konkubine zu seiner rechtmäßigen Gattin erhob, so erhielt sie den Schleier in einer feierlichen Zeremonie. Die Vogelscheuche mit Knallbüchse Auf dem staatlichen Versuchsfeld in East Lansing(Michigan) sind jetzt neuartige Vogelscheuchen aufgestellt worden, die der Krähenplage ein Ende machen sollen. Alle vorher versuchten Abschreckungsmethoden scheiterten an der Frechheit der Krähen, die ruhig auf den Klappermühlen, die sie verscheuchen sollten, Platz nahmen. Die neuen Vogelscheuchen aber sind mit richtigen Schießgewehren ausgerüstet, mit denen sie alle fünf Minuten schießen. Die Ladung besteht aus Karbid, und das sich daraus entwickelnde Acetylengas explodiert alle fünf Minuten mit lautem Knall. Vielleicht gewöhnen sich die Rabenvögel mit der Zeit sogar an die Knallerei, aber vor dem damit verbundenen Knoblauchgestank wird voraussichtlich auch die frechste Kräbe flüchten möglich, daß ich sie nur auf ein paar Minuten sehen kann—— wenn sie will?“ Die Schwester hob mahnend den Finger. „Aber nur auf ein paar Minuten, Herr Dr. Bortefeld—— ich kann es sonst nicht verantworten.— Fünf Minuten— länger nicht!“ Sie sah auf die weißlackierte Uhr an der Wand. Der Patient nickte gehorsam. Schaub war aufgestanden, umfaßte die Hände des Patienten mit festem Druck. „Also vor allem: gute Besserung!" „Quälen Sie Ihr kriminalistisches Gewissen nicht!“ sagte Bortefeld bittend und warm.„Sie tun ein gutes Werk für Geheimrat Novelius.“ Schaub fuhr überrascht zurück. „Novelius? Der Täter ist——“ „Robert Novelius—— jetzt, wo ich weiß, daß nichts gegen ihn unternommen wird, kann ich Ihnen ja auch den Namen sagen...“ Schaub griff sich an die Stirn.„Ich begreife jetzt... Der junge Novelius liebt Henny Coordt?“ „Ja, sehr. Es ist ein Wunsch des alten Herrn, aus den beiden ein Paar zu machen. Bis vor einiger Zeit schien auch alles so zu werden, wie der alte Herr es sich dachte. Bis dann diese unglückselige Neigung...“ Schaub drückte den Patienten sanft zurück. „Denken Sie nicht mehr daran, seien Sie ruhig. Ich schicke Ihnen jetzt für die kostbaren fünf Minuten Fräulein Kay. Und dann sollen Sie endlich ruhen——“ Gespannt sah der Kranke der Tür entgegen. * Henny Coordt und ihr Onkel standen in der Halle des Hauses Novelius. Es war eine hohe Halle mit alten kostbaren gotischen Möbeln, die Wände trugen den Schmuck alter Oelbilder, es war ein bezaubernder Zusammenklang: die dunklen Töne der sanft verblaßten Bilder und das eichenbraun verwitterte Holz der Täfelung. Ein alter Diener nahm beiden die Mäntel ab. Henny Coordt stand unbeweglich da und blickte zu Boden, ihre Schultern bebten noch immer leise. „Komm, Kind, schlaf!“ sagte der alte Herr an ihrer Seite gütig.„Es war alles etwas viel... Henny Coordt hob langsam die Augen. „Du hast recht gehabt, Onkel. Ich hätte niemals zu Bortefeld gehen sollen. Ich war wie verrückt, wie verblendet...“ „Laß das doch. Kind! Viele Musiker sind Zauberkünstler, verwirren Herz und Hirn—“ Der alte Herr versuchte einen kleinen Scherz, aber er erstarb auf seinen Lippen beim Anblick des weißen, leidvollen Gesichts. „Du mußt mich recht verstehen, Kind, ich warnte dich nicht nur aus egoistischen Gründen. Nicht, weil ich hoffe, daß du und Robert— Aber sprechen wir nicht davon. Bortefeld ist kein Mensch, der sich etwas aus Frauen macht, er hat eine große Liebe—— seine Musik... Daneben gibt's bei ihm keine Götter...“ Ein abwehrender, wissender Zug trat in das Gesicht des Mädchens. Sie wollte widersprechen, aber sie senkte den Kopf und schwieg. Eine bleierne Müdigkeit legte sich plötzlich wie eine schwere, unentrinnbare Last auf sie. „Wo ist Robert?“ fragte sie den Diener mit matter Stimme. „Willst du ihm noch guten Abend sagen? Nett von dir, Kind!“, sagte der alte Herr. „Muntere ihn mir mal etwas auf! Der Junge ist unausstehlich letzthin!“ „Wie steht die Baseler Sache denn?“ fragte das Mädchen, einen Fuß schon auf der breiten, mit warmem persischen Teppich ausgeschlagenen Treppe. „Bis jetzt weigert er sich noch, die Leitung unserer Werke da zu übernehmen. Red' ihm mal zu, Henny. Ich brauche unbedingt jemand Verläßliches da unten! Bis jetzt wollte er nicht gehen——" Der alte Herr brach etwas verlegen ab. Henny Coordt war langsam rot geworden. Sie hatte begriffen. Natürlich wollte Robert jetzt nicht in die Schweiz, sie hier mit Bortefeld allein lassen——— „Ich geh' noch mal zu ihm!“ sagte sie leise. „Gut, Kind. Ich komme auch gleich nach.. Henny Coordt schritt mit müden, langsamen Schritten die Treppe herauf. An Robert Novelius' Wohnzimmer zögerte sie einen Moment lang. Dann straffte sie sich, klopfte an, rief „Robert?“ Nichts war zu hören. Plötzlich war eine Angst da. Eine wilde, verzweifelte Angst. Sie riß die Tür förmlich auf, stand mit bebenden Knien auf der Schwelle. Es war ein elegant und mit betontem Geschmack eingerichteter Herrenwohnraum, den sie betreten hatte. Rings um die Wände zogen sich niedrige Bücherregale aus kostbarem Teakholz, ein paar moderne Bilder hingen darüber, in einem großen grünen Keramiktopf glühte rotes Weinlaub aus dem Treibhaus, eine Unmenge Zeitschriften und Bücher lagen auf dem sehr langen flachen Schreibtisch. Pfirsichfarbene Bezüge einer behaglichen Sitzgruppe leuchteten matt im gelblich getönten Licht einer Lampe. (Schluß folgt) Eirenge Ehegesehe der Asshrer Die Frau im Altertum— 50 Stockschläge und die Ohren abgeschnitten 9 *„ A e E h s e l t k t a r! Bankzusammenbruch vor Gericht Gefängnis und Ehrverlust für den Hauptangeklagten Duisburg. Ein Prozeß, der den Zusammenbruch der Oberhausener Bau= und Wirtschaftsbank zur Grundlage hatte, ging nach mehrtägiger Verhandlung am Dienstag vor der Duisburger Strafkammer zu Ende. Der Hauptangeklagte und frühere Geschäftsführer Fritz Biggemann aus Duisburg wurde wegen 17 Straftaten zu Einzelstrafen von insgesamt 78 Monaten Gefängnis, die auf vier Jahre Gefängnis zusammengezogen wurden, verurteilt. Sein Vorgänger, der Geschäftsführer Giese, wurde freigesprochen, während der Mitangeklagte Hoever, der zwei Monate Gefängnis bekommen sollte, amnestiert wurde. Biggemann wurden außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Von den neun Monaten der Untersuchungshaft wurden ihm sechs Monate angerechnet. Im Jahre 1932 wurde die Bau= und Wirtschaftsbank unter der Bezeichnung„Westdeutsche Bauwirt Spar= und Darlehnskasse m. b. gegründet und in das Handelsregister eingetragen. In Remagen und Stadtlohn wurden später Zweigniederlassungen errichtet, die aber im Jahre 1935 wieder aufgegeben werden mußten. In der damaligen Zeit entwickelten sich die Verhältnisse des Unternehmens derart ungünstig, daß bereits im April 1936 von der Generalversammlung einstimmig die Auflösung beschlossen wurde. Die satzungsgemäß einberufene GV., die diesen Auflösungsbeschluß bestätigen sollte, fand jedoch nicht statt, da inzwischen der Vorsitzende des AR. den Angeklagten Biggemann für die Genossenschaft interessiert hatte, der im Auftrage des Vorstandes eine genaue Prüfung der Verhältnisse als Treuhänder vornahm und an Hand der vorgelegten Zahlen der Rohbilanz der Aufsichtsratssitzung einen Ueberblick über den Stand der Aktiva und Passiva der Genossenschaft gab. In der Verhandlung vor der Duisburger Strafkammer mußte Biggemann zugeben, daß die von ihm vorgelegte Bilanz falsch war und den Stand der Genossenschaft viel zu günstig wiedergab. Der Sachverständige erklärte, daß ihm eine derart verworrene Buchführung noch nicht vorgekommen sei. Vor allem seien kleine Leute und auch Sparklubs beschwindelt und um ihre Einzahlungen gebracht worden. Als die Bank mit 40 Prozent Rückzahlungsverpflichtungen in Konkurs ging, zog sich Biggemann zurück und übernahm in Duisburg eine Baukantine, beschwindelte hier eine Reihe von Lieferanten um mehrere tausend Mark, bis ihm endlich das Handwerk gelegt wurde. Kindesmißhandlung und Pflichtverletzung Münster. Bei einer schulärztlichen Untersuchung fiel der siebenjährige kleine Günther K. auf. weil er einen blutunterlaufenen blauen Flecken auf der Wange hatte. Als der kleine Junge. der ganz verschüchtert zur Schule gekommen war. vom Arzt genauer untersucht wurde, mußte festgestellt werden, daß der Junge am Rücken, Oberschenkel und linken Oberarm, hier besonders stark, eine ganze Menge blauer Flecken und Blutergüsse hatte, die von einer Mißhandlung mit einem Lederriemen herrührten, an dem noch eine Spange dem Jungen besonders heftig zugesetzt hatte. Es kam heraus, daß der Vater an diesem Morgen in einer unerhört unbarmherzigen Weise sein Kind mißhandelt hatte. Weitere gelbe Flecken am Körper des Kleinen ließen darauf schließen daß der Junge schon öfter mißhandelt worden war So mußte sich nun sein Vater. Josef K. aus Lengerich, vor der Jugendschutzkammer in Münster, in der solche Fälle von Kindesmißhandlung bis heute ziemlich selten waren, verantworten. Auch seine Frau war zur Rechenschaft gezogen worden da auch sie ihr Kind in einer über das übliche Maß hinausgehenden Weise gezüchtet haben sollte. Jedenfalls hatte die Mutter es unterlassen, ihrem kleinen Günther, als er so fürchterlich hergerichtet war. Linderung zukommen zu lassen. Den Eltern wurde sofort das Sorge= und Züchtigungsrecht über ihren Jungen entzogen, der nach ihren Einlassungen nur schlecht erziehbar gewesen sei. Als aber der Kleine dann zu Pflegeeltern kam, machte er sich dort in kurzer Zeit ausgezeichnet, war folgsam. artig und sauber. Für den angeklagten Vater kam die für Kindesmißhandlung vorgesehene gesetzliche Mindeststrafe nicht in Frage. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft wurde er zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Für die mitangeklagte Mutter fiel das Verfahren unter das neue Amnestiegesetz, da bei ihr eine nach der Anklage angenommene direkte Kindesmißhandlung nicht vorlag, wohl aber hatte die Mutter ihre Pflichten in ganz grober Weise verletzt Kleines Jagdintermezzo Auch widerrechtliche Nachstellung des Wildes ist strafbar Münster. Angeklagte kommen mit den verschiedensten Ausflüchten und Entschuldigungen. So machte ein Angeklagter Jos. Ku. aus Dülmen vor dem Schöffengericht in Münster plausibel, die Kaninchen hätten ihm 80 bis 100 Pfd. Kartoffeln aufgefressen und ausgebuddelt. Er habe dem Treiben der Kaninchen längere Zeit zugesehen, bis es ihm dann zu bunt wurde. So griff er dann zur Selbsthilfe. Der Zufall wollte es so, ohne daß K. sich etwas dabei dachte, der vor allen Dingen nicht die Absicht gehabt haben will, auf die Kaninchen zu schießen, daß er ein Gewehr mit sich führte. In diesem Gewehr stak auch noch eine Patrone. So hätte man den Kaninchen schon erfolgreich zu Leibe gehen können. Dann kam es allerdings nicht mehr zum Abschuß der Tiere denn der wilde Jäger wurde von dem Revierförster gestellt der ihn am Tage vorher auch mit dem Gewehr gesehen hatte, ohne daß K. einen Jagd= und Waffenschein besitzt. Aber beim ersten Mal will K., wie er vor Gericht eczählte nur einen Spazierstock bei sich gehabt haben. Aber auch der erwiesene Fall des widerrechtlichen Nachstellens des Wildes genügte zu einer Verurteilung, wenn auch K. kein Tier geschossen hat. Er wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt Nier Jahre Zuchthaus für einen Volksschädling Hamm. Das Landgericht in Dortmund hat den 19jährigen Hans Runkel aus Siegen wegen Verbrechens bei Fliegergefahr in Tateinheit mit Amtsanmaßung in elf Fällen, davon in zwei Fällen auch in Tateinheit mit Erpressung zu einer Gesamtzuchthausstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Verurteilte hat vom 6. bis 13. September 1939 in den Stunden von 20 bis 23 Uhr, also während der Verdunkelung zur Fliegerabwehr. in Siegen als angeblicher Luftschutzstreifenführer in der Uniform eines SA.=Mannes in Begleitung eines 17jährigen Hitlerjungen, der zu diesem„Dienst“ von ihm aufgeforbert worden war, in neun Fällen Taschenlam= pen von Straßenpassanten beschlagnahmt und in zwei weiteren Fällen Geldbeträge von zwei bis fünf Mark wegen angeblich mangelhafter Verdunkelung als„Geldstrafe", erpreßt. Der Verurteilte hat troß seiner Jugend auf drei Arbeitsstellen Diebstähle und Unterschlagungen begangen und ist wegen gewinnsüchtiger Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrugsversuch auf einer vierten Arbeitsstelle bereits bestraft. Mit dem gestohlenen Wagen verunglückt Minden. In der Nacht ereignete sich auf der Reichsstraße in der Nähe der Denkmalswirtschaft in Todtenhausen ein Autounfall. Ein Personenwagen fuhr in voller Fahrt gegen einen Baum. Am nächsten Morgen wurde der stark beschädigte Wagen, der Blutspuren aufwies, ohne Insassen vorgefunden. Nach den polizeilichen Ermittlungen handelt es sich um einen bei einem Mindener Spediteur gestohlenen Kraftwagen, mit dem die Täter auf ihrer Schwarzfahrt verunglückten. Die Polizei verfolgt bereits eine Spur. Wohnhaus niedergebrannt— Verdacht der Brandstiftung Minden. In Rehme brach im Wohnhaus eines Tischlermeisters Feuer aus und äscherte das Gebäude völlig ein. Der Schaden ist sehr hoch und beträgt etwa 25000 RM. Zur Aufklärung der Brandursache wurde vom Brandbekämpfungsdezernat ein Spezialbeamter entsandt. Ein gemeiner Volksschädling Dortmund. Der mehrfach vorbestrafte Erich Honke aus Unna, der in einer Wirtschaft gesehen hatte, daß ein angetrunkener Volksgenosse über größere Barmittel verfügte machte sich an diesen gegen Mitternacht heran, führte ihn in eine wegen Fliegerverdunkelung unberleuchtete Straße und entwendete ihm die Geldbörse mit Inhalt. In dem Bestreben, die Bevölkerung vor derartigen Verbrechern zu schützen, hat die Staatsanwaltschaft sofort Anklage im beschleunigten Verfahren vor dem Sondergericht in Dortmund erhoben. Honke sieht seiner alsbaldigen Verurteilung entgegen. Der Tod auf der Treppe Bottrop. Am Sonntag stürzte der 74jährige F. F. in seiner Wohnung auf der Treppe und zog sich hierbei einen Schädelbruch zu, an dessen Folgen er auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Zur Brandkatastrophe in Essen Vorsätzliche Brandstiftung erwiesen Essen. Zu der bereits gemeldeten Brandkatastrophe in der Seibertzstraße in Essen=West, die bekanntlich fünf Menschenleben forderte. hat die Kriminalpolizei nunmehr festgestellt. daß der Brand vorsätzlich angelegt worden sein muß. Der Täter mußte die örtlichen Verhältnisse genau kennen und mit den Gepflogenheiten der Hausbewohner vertraut gewesen sein Die Kriminalpolizei hat die Bevölkerung unter Hinweis auf eine ausgesetzte Belohnung in Höhe von 500 RM aufgefordert Wahrnehmungen, die mit der verbrecherischen Tat in Zusammenhang gebracht werden können, sofort der Polizei mitzuteilen. Aus dem fahrenden Schnellzug gesprungen Grober Leichtsinn wurde schwer bestraft Solingen. Eine mit einem Schnellzug von Köln heimkehrende Frau verpaßte aus ungeklärten Gründen das Halten des Zuges auf dem Bahnhof in Solingen=Ohligs Kurz nach der Ausfahrt des Zuges in Richtung Leipzig öffnete sie die Abteiltür und sprang heraus Mit einem doppelten Schädelbruch und einer schweren Gehirnerschütterung mußte die Frau in die Städtischen Krankenanstalten gebracht werden. Ermäßigte Gebühr für Postpakete von Abwanderern aus dem Westen Köln. Die Deutsche Reichspost erleichtert allen Personen, die ihren Aufenthalt aus den westlichen Grenzzonen haben verlegen müssen, die Versendung von Postpaketen mit Kleidern und Wäsche an ihre Angehörigen in der Heimat und umgekehrt durch Ermäßigung der Paketgebühr. Die Gebühr für gewöhnliche Pakete und unversiegelte Wertpakete ist ohne Rücksicht auf Gewicht und Entfernung auf 50 Rpf. festgesetzt worden. Die Pakete und die zugehörigen Paketkarten müssen den Stempelabdruck einer NSV.=Dienststelle und den Vermerk„Kleidungsstücke" tragen. Von der Universität Köln Köln. Durch Erlaß vom 24. 8. 39 hat der Führer und Reichskanzler den nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. med. habil Heinz Mies unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum außerordentlichen Professor ernannt. Hauptarbeitsgebiet von Prof. Mies sind die Physiolgie des Blutkreislaufes und die Muskelphysiologie, über die er eine Reihe wertvoller Arbeiten veröffentlicht hat. von Winterkartoffeln durch Werksgemeinschaften Bonn. Eine große Anzahl von Betrieben der gewerblichen Wirtschaft hat bereits seit einer Reihe von Jahren die Wintereinkellerung von Kartoffeln der Gefolgschaftsmitglieder wirkungsvoll dadurch unterstützt, daß sie entweder die Finanzierung der Einkellerung durch Vorschußzahlungen erleichtert oder daß geeignete Personen aus dem Kreise der Gefolgschaftsmitglieder den Bezug von Kartoffeln selbst in die Hand genommen haben. Wie der Kartoffeiwirtschaftsverband Rheinland mitteilt, soll das Verfahren der geschlossenen Werksbelieferung oder des gemeinsamen Bezuges von Winterkartoffeln durch Zusammenschlüsse von Verbrauchern(Werksgefolgschaften u. a.) auch im lausenden Jahr nicht abgeändert oder beeinträchtigt werden Gemäß einer von der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft Berlin erlassenen Anordnung sind jedoch bei der Durchführung des Gemeinschaftsbezuges von Einkellerungskartoffeln bestimmte Richtlinien zu beachten. Es ist daher erforderlich. daß sich diejenigen Betriebe oder Betriebsgefolgschaften, die ihre Winterkartoffeln gemeinsam beziehen wollen, unverzüglich mit dem Kartoffelwirtschaftsverband Rheinland, Bonn. Drachenfelsstraße 12a. in Verbindung setzen. Zum Tode verurteilt Wegen Plünderns im geräumten Gebiet— Unverbesserlicher Verbrecher vor dem Trierer Sondergericht Trier. Wegen Plünderns im geräumten Gebiet verurteilte das Sondergericht beim Landgericht in Trier den 25jährigen Arbeiter Josef Steinacher zum Tode, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Steinacher, der in Böblingen(Württemberg) geboren ist, war bereits 13mal wegen Arbeitsverweigerung. Diebstahls, Bettelns usw. vorbestraft und aus der Fürsorgeanstalt als unverbesserlich entlassen worden. Er trieb sich ohne festen Wohnsitz umher und kam Ende August nach Saarbrücken, wo er sich auch noch aufhielt, als die Stadt bereits geräumt war Hier nutzte er die sich bietende Gelegenheit aus, seiner verwerflichen Gesinnung nachzugehen, indem er außer Lebensmitteln eine große Menge Schmuck und andere Wertsachen eines Juweliergeschäftes sich aneignete. Bei einem zweiten Einbruch erbrach er einen Koffer, der Parteiabzeichen. Abzeichen der SA. und 6. weiter wertvolle Gegenstände enthielt. Der Verbrecher wurde in Hermeskeil verhaftet, wo man noch eine große Menge Schmucksachen, dutzendweise Ringe, Broschen und Uhren bei ihm fand. Die Verhandlung vor dem Sondergericht ergab, daß es sich bei dem Angeklagten um einen wirklich unverbesserlichen Menschen handelt, dem jeder innere Halt fehlt und der daher als gemeingefährlicher Verbrecher anzusehen ist. Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwalts mit seinem gerechten Spruch. Den Kopf zerschmettert Montabaur. Ein furchtbarer Unfall ereignete sich in der Nähe des Westerwaldortes Malmeneich bei Elz. Als ein Lastkraftwagen stark rechts auf der Straße fuhr, lehnte sich der Beifahrer zu weit aus dem Fahrerhaus. Mit dem Kopf schlug er infolgedessen gegen einen Straßenbaum und dann zurück gegen den Rahmen der Wagentür. Dem Mann wurde der Kopf vollständig zerschmettert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Einstellung bei der Kriegsmarine Berlin, 3. Okt. Das Oberkommando der Kriegsmarine gibt bekannt: 1. Auf Grund der Kriegsverhältnisse ist beabsichtigt, den Friedenseinstellungsjahrgang 1941(d. h. Schüler höherer Schulen, die ab 1. 4. 40. die achte Klasse besuchen) bei Bewerbung als Marineoffizier= oder Marinebaubeamten. anwärter bereits zum 1. 10. 40 einzuberufen. Hierbei ist Voraussetzung, daß die vom Reichsminister für Wissenschaft. Erziehung und Volksbildung erlassenen Richtlinien, nach welchen Schülern auf Grund der nachgewiesenen Einberufung zum Dienst in der Wehrmacht die Reife zuerkannt werden kann, wenn Führung und Klassenleistung des Schülers diese Maßnahme rechtfertigen, auf den Bewerber Anwendung finden. 2. Einstellungen finden in folgenden Laufbahnen statt: Seeoffizierlaufbahn Ingenieuroffizierlaufbahn, Marinesanitätsoffizierlaufbahn, Verwaltungsoffizierlaufbahn, Marinebaubeamtenlaufbahn. 3. Die Meldefrist läuft vom 15. 10. 39 bis 15. 5. 40. 4. Die Ableistung der Arbeitsdienstpflicht kommt für diese Bewerber in Fortfall. 5. Voraussetzung für die Einstellung ist der Besitz des Reifezeugnisses einer höheren Schule (Gymnasium, Oberschule) bezw. einer Lehranstalt, die auf Grund ministeriellen Erlasses dieser gleichgestellt ist. Bewerber mit Reifezeugnissen von Oberhandels= und Wirtschaftsoberschulen oder Handelsakademie kommen dabei auf Grund ihrer Vorbildung in erster Linie für eine Einstellung in die Verwaltungsoffizierlaufbahn in Frage. Für die„Marine=Sanitätsoffizier=Laufbahn" ist das Reifezeugnis aller höheren Schulen gültig, die als Vorbereitungsanstalten zum Studium der Medizin zugelassen sind. Als Marine=Sanitätsoffizier=Anwärter können außer Abiturienten auch eingestellt werden: a) Studierende der Medizin aller Semester; b) bestallte Aerzte und Medizinalpraktikanten gemäß besonderer„Richtlinien". 6. Bedingung für die Einstellung ist ferner: Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit), Wehrwürdigkeit arische Abstammung, volle Wehrtauglichkeit, lediger Stand, Unbescholtenheit und Straffreiheit. hervorragende sittliche, geistige und körperliche Eignung. Körpergröße mindestens 1,65 Meter. Infolge der Besonderheiten des Flottendienstes werden bei einigen Marineoffizierlaufbahnen in gesundheitlicher Beziehung, besonders an die Sehleistung und das Farben=Unterscheidungsvermögen Anforderungen gestellt. die über die allgemeinen Tauglichkeitsforderungen für den Wehrdienst hinausgehen und im einzelnen aus den Merkblättern für die verschiedenen Marineoffizierlaufbahnen(siehe Ziffer 10) zu ersehen sind. 7. Das Lebensalter soll am 1. Oktober des Einstellungsjahres im allgemeinen nicht mehr als 22 Jahre betragen, die Höchstgrenze ist 24 Jahre.(Für Marine=Sanitätsoffizieranwärter siehe auch Ziffer 5.) 8. Von Wert ist die Zugehörigkeit zur Marine=HI., sowie der Besitz des HI.=Leistungsabzeichens, des Seesportabzeichens, des deutschen Reichssportjugend= und des deutschen Reichssport= und des SA.=Wehrabzeichens. 9. Die Einstellungsgesuche mit den vollständigen Unterlagen sind an die Inspektion des Bildungswesens der Marine(Einstellungsabteilung) in Kiel einzureichen. Meldungen aus dem Auslande haben über die zuständige Auslandsvertretung des deutschen Reiches zu erfolgen. Gleichzeitige Bewerbung bei verschiedenen Wehrmachtteilen und verschiedenen Laufbahnen der Kriegsmarine ist unzulässig. 10. Merkblätter für die oben angeführten Laufbahnen. aus denen alles Wissenwerte hervorgeht sind bei der Inspektion des Bildungswesens(Einstellungsabteilung) bezw. dem zuständigen Wehrbezirkskommando anzufordern. Es wird darauf hingewiesen, daß die in den Friedensmerkblättern enthaltenen Angaben über Einstellungsbedingungen, Einstellungszeitpunkt und Ausbildungsgang nicht mehr in vollem Umfang zutreffend sind. Ein Wochenlohn in Rauch aufgegangen Niederlahnstein. Ein böses Pech hatte eine Familie in Nievern, deren Vater auf der Nieverner Hütte beschäftigt ist. In das Brotpapier gewickelt, hatte der Mann seinen Wochenlohn auf den Küchentisch gelegt. Beim Aufräumen wurde dieses Papier von Familienangehörigen unglücklicherweise in den Kohlenkasten geworfen, von wo es in die Herdfeuerung wanderte. Als der Familienvater bald zurückkehrte, war das sauer erarbeitete Geld bereits im Schornstein verraucht. Feuer auf einem Moselschiff Koblenz. Auf einem am hiesigen Moselufer liegenden Schiff entstand Feuer, das sich in kurzer Zeit auf den Küchenraum des Kahnes ausdehnte. Mehreren Wehrmachtsangehörigen, die sich gerade in der Nähe befanden, gelang es, das Feuer alsbald zu löschen, so daß die Feuerwehr nicht mehr einzugreifen brauchte. Das Feuer war dadurch entstanden, daß über einer Gasflamme erwärmtes Bohnerwachs in Flammen aufgegangen war. Statt Karten! Die glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen an Hedwig Berge geb. Kother Gustav Berge 2. Zt. im Felde Ostberge, Post Dortmund-Sölde, den 4. Oktober 1939 Junges Aädchen aus gutem Hause als SprechstangeI gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Persönliche Anmeldung der weiblichen Jupend des Amtes Ergite der Geburtsjahrgänge 1920 und 1921 zum Reichsarbeitsdienst. Alle Dienstpflichtigen des Amtsbezirks Ergste haben sich, soweit sie nicht davon befreit sind, Freitag, den 6. Oktober 1939, in der Zeit von 8 bis 18 Uhr im Rathaus in Schwerte, Zimmer Nr. 2, persönlich zur Erfassung zu melden. Auf die Bekanntmachung des Herrn Landrats in Iserlohn(gelbe Anschläge) wird hingewiesen. Ergste, den 5. Oktober 1939. Der Amtsbürgermeister. Makulaturpapier wieder vorrätig.„Schwerter Zeitung“ C Aue jachel. für den Geschäftsu. Privatgebrauch werden schnell und preiswert angefertigt von der Druckerei Linner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—3 Briefpapiere, Drehbleistifte, Marrenstifte für das Büro Schreibwarenhandlung Hans Linner vormals Carl Braus Gr. Marktstr. 3—5 Kurz- aber wichtig : In vollständig erschöpftem Zustand aufgefunden wurde am 4. Oktober 1939, gegen 18 Uhr, im Schwerter Wald der Arbeiter Karl M. aus Wattenscheid. Da die Beine stark angeschwollen waren, mußte er dem hiesigen Krankenhaus überwiesen werden. .- Den Krankenversicherungen wird dringend geraten, frei von bürokratischen Hemmungen die schnellste Hilfe für die Familienangehörigen der Eingezogenen möglich zu machen.(Wenn also auch wirklich„nach den Statuten" und„eigentlich“ hier und da nicht alles dort„vorschriftsmäßig“ ist— es muß auf jeden Fall sofort geholfen werden, sonst wird nachgeholfen!) -.- In den Kinderstuben der Partei betreuen ansere Frauen die Kinder berufstätiger Mütter, die nun sorglos ihren Tagesdienst tun können, denn ihre Lieblinge sind in guten Händen, erhalten pünktlich ihr Essen und spielen mit Gleichaltrigen auf schönen Spielplätzen oder in nett eingerichteten Heimen. * Einholung von Feldfrüchten an Sonnand Feiertagen. Der Reichsminister des Innern hat die Frage, wieweit Feldfrüchte an Sonnund Feiertagen bei den gegebenen Verhältnissen eingeholt werden können, in einem Runderlaß nöher geklärt. Es wird darin ausgedrückt, daß mit Rücksicht darauf, daß bei dem erhöhten anderweitigen Arbeitseinsatz an Werktagen die Sonn= und Feiertage immer häufiger für Garten= und Feldarbeiten benutzt werden müssen, das Verbot des§ 2 Satz 1(Schutz der Sonntagsruhe) grundsätzlich als nicht bestehend anzusehen ist für alle die Arbeiten, die zur Befriedigung häuslicher oder landwirtschaftlicher Bedürfnisse vorgenommen werden. Das Einholen jeglicher Art von Früchten darf keinesfalls durch engherzige Auslegung bestehender Vorschriften gefährdet werden. Das ist die Hitler=Jugend! Ein HitlerJunge, der für seine Erntehilfe vom Bauern ein paar Mark erhalten hatte, erschien am darauffolgenden Tage bei seinem zuständigen Ortsgruppenleiter und übergab diesem das so verdiente Geld.„Hier habt ihr auch ein kleines Opfer von mir, das für Liebesgaben für unsere an der Front stehenden Soldaten Verwendung finden soll!“— so sagte der Junge. Diese Tat spricht für sich und für den Geist, der die nationalsozialistische Jugend in diesen historischen Tagen beseelt. Westhofen Sprechstunden für„Mutter und Kind“ Holzen. Für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ werden am Freitag, 6. Oktober, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in der Eintrachtschule Sprechstunden abgehalten. Personenstandsaufnahme Holzen. Für die Personenstands= und Betriebsaufnahme am 10. Oktober werden die ehrenamtlichen Helfer in diesen Tagen Hauslisten, Haushaltslisten und Betriebsblätter an alle Haushalte in Holzen verteilen. Die Listen werden ab 12. Oktober wieder eingesammelt. Es wird gebeten, die Listen und Betriebsblätter lückenlos auszufüllen und zu unterschreiben, damit sich Rückfragen erübrigen. Hohes Alter Westhofen. In den Kreis der Siebzigjährigen trat die Ehefrau Karoline Hillen, wohnhaft Friedenstraße. Am 4. Oktober wird der Bäckermeister Heinrich Hövelmann, wohnhaft Hindenburgstraße, 71 Jahre alt, und am 6. Oktober die Witwe Anna Stuhlmann, wohnhaft Niederstraße, 74 Jahre alt. Allen sprechen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche aus. Günstiges Zahlenbild des Standesamts Westhofen. Bei dem hiesigen Standesamt sind in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1939 folgende Fälle beurkundet worden: 56(56) Geburten, 28(21) Eheschließungen und 22(27) Sterbefälle. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Fälle desselben Zeitraumes im Vorjahre. Selten ist die genau gleiche Geburtenzahl, die die Zahl der Sterbefälle um weit mehr als doppelt überwiegt. Gute Ziegenzuchterfolge Westhofen. Bei der Hauptkörung der Ziegenböcke im hiesigen Bezirk wurden recht gute Zuchterfolge festgestellt. Fast sämtliche vorgeführten Böcke erhierten in der Bewertung hohe Punktzahlen. Es sind gekörte Böcke aufgestellt bei Bullekotte(Westhofen), Böse(Garenfeld), Schulte(Wandhofen), Rudack (Holzen), Nolte(Geisecke), Dreyer(Lichtendorf) und Kokskämper(Villigst). Weibliche Jugend zum Reichsarbeitsdienst Westhofen. Alle weiblichen Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1914 bis 1922 werden auf die im hiesigen Amtsbezirk aushängenden gelben Plakate mit der Bekanntmachung über die persönliche Anmeldung der weiblichen Jugend zum Reichsarbeitsdienst hingewiesen. Anmeldepflichtig sind zunachst die weiblichen Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1920 und 1921. Befreiungen sind nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Für die Dienstpflichtigen dieser Geburtsjahrgänge aus dem Amtsbezirk Westhofen hat die persönliche Anmeldung am 6. Oktober von 8 bis 18 Uhr in Schwerte im Rathaus zu erfolgen. Welche Personalpapiere mitzubringen sind, ist aus der Bekanntmachung zu ersehen. Anmeldung und Ablieferung der Fahrzeugreifen Westhofen. Aus gegebener Veranlassung wird nochmals auf die bestehende Pflicht zur Anmeldung und Ablieferung der beschlagnahmten Fahrzeugreifen hingewiesen. Für das Amt Westhofen befindet sich die Anmeldestelle im Amtshause, Zimmer Nr. 10, wo auch in Zweifelsfällen fernmündlich Auskunft eingeholt werden kann. Für„Mutter und Kind“ Westhofen. Am Donnerstag, 5. Oktober, von 15 bis 17 Uhr, werden in der RSV=Dienststelle am Kirchplatz Sprechstunden für„Mutter und Kind“ abgehalten. Altester Einwohner gestorben Lichtendorf. Unter großer Beteiligung wurde hier der Berginvalide Heinrich Oberfeld aus dem Ortsteil Ostberge zu Grabe getragen. Er starb im Alter von 86 Jahren und war der älteste Einwohner der Gemeinde. Er war hier geboren und seiner Heimat stets treu geblieben. Rotlaufseuche erloschen Westhofen. Gegen die vor einiger Zeit im hiesigen Amtsbezirk aufgetretene Rotlauffeuche sind sofort geeignete Schutzmaßnahmen getroffen worden. Unter einem größeren Schweinebestande gingen drei Tiere ein. Durch Schutzimpfungen und Desinfektionen wurde jede Weiterverbreitung verhütet, so daß der Bezirk jetzt wieder seuchenfrei ist. RS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk und Jugendgruppe Westhofen. Am Donnerstag, 5. Oktober, 15 Uhr, ist eine Zusammenkunft im Frauenschaftsheim am Kirchplatz. RS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Garenfeld. Am Donnerstag, 5. Oktober, 16 Uhr, ist eine Zusammenkunft bei Söding. Gemeiner Volksschädling Aburteilung durch das Sondergericht Hamm. Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichtsbezirks teilt mit: Der einschlägig vorbestrafte Erwin Timm aus Bielefeld zertrümmerte unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Verdunkelungsmaßnahmen eine Schaufensterscheibe eines Optikergeschäftes, das an einem öffentlichen Platz liegt und entwendete mehrere Photoapparate. Der arbeitsscheun Täter wollte durch Verpfändung des gestohlenen Gutes zu Geld kommen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn sogleich Anklage vor dem Sondergericht in Dortmund erhoben, das für die Aburteilung solcher Volksschädlinge zuständig ist. Auskunft über Feldpostanschriften Berlin, 4. Okt. Es sind in den letzten Tagen verschiedentlich an die Postsammelstellen Anfragen gerichtet worden, die Auskunft erbaten über Wehrmachtsangehörige, ihren Standort und ihr Befinden. Die Reichspost kann derartige Anfragen nicht beantworten, ihre Dienststellen können aber auch nicht Antworten geben auf Fragen, ob Feldpostanschriften richtig oder falsch sind. Unterlagen zur Prüfung der Feldpostanschriften haben die Wehrmachtsbriefstellen, die bei jedem Wehrkreiskommando eingesetzt sind. Prüfung einer Feldpostanschrift kann bei der Wehrmachtbriefstelle nur erfolgen, wenn der Truppenteil des Soldaten angegeben ist. Erweiterter Luftverkehr vom Flughafen Rangsdorf Berlin, 4. Okt. Der Zivilluftverkehr, der am 1. September eingestellt worden war und vor etwa zwei Wochen zunächst nach Danzig und Königsberg wieder ausgenommen wurde, wird ab heute auf eine Reihe weiterer Strecken nach Nordeuropa, Südosteuropa und Südeuropa ausgedehnt. In beiden Richtungen werden von nun an werktäglich die Strecken Berlin—Kopenhagen, Berlin—Stockholm, Berlin—München— Venedig—Rom, Berlin—Wien—Budapest, Budapest—Belgrad—Sofia, mit Anschluß nach Saloniki, wieder beflogen.... Merte. Wie sehr diese Fluglinien den Verkehrsbedürfnissen entsprechen, beweist die Tatsache, daß alle Maschinen der Deutschen Lufthansa bzw. der dänischen, schwedischen und italienischen Luftverkehrsgesellschaften, die heute früh und heute mittag nach den genannten Zielen starteten, volle Besetzung aufwiesen. Der Start von Berlin erfolgt aus organisatorischen Gründen nicht vom Flughafen Tempelhof, sondern vom Sportflugplatz Rangsdorf. Zur Beförderung der Fluggäste ist ein Zubringerdienst eingerichtet, der die Fahrgäste vom Luftreisebüro der Deutschen Lufthansa, Friedrichstraße 177, in Reisewagen der Deutschen Reichspost zum Flughafen bringt. Moscicki fährt in die Bern, 4. Okt. Der Bundesrat gab seine Genehmigung für den Uebertritt des früheren Präsidenten der Polnischen Republik, Moscicki, und seiner Familie nach der Schweiz. Moscicki, der sich gegenwärtig noch in Bukarest befindet, ist übrigens seit 1908 Schweizer Bürger einer Gemeinde im Kanton Freiburg und wird sich auch in Freiburg niederlassen.— Die Millionen von Polen, die er ins Unglück führte, besitzen allerdings kein neutrales Bürgerrecht, das sie jetzt schützt. Wie unsere Cruppen an der Front, so wird das gesamte deutsche Dolk im KriegsW W HW. unseren Feinden zeigen, daß wir eine unbesiegbare Schicksalsgemeinschaft geworden sind. S Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Rudolf Emil Eichmann, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Zur Zeit ist Preisliste 11 gültig. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung. Kena Sähte Die Emporung in Indien Von Sir John Retcliffe 24. Fortsetzung. Der Boer durfte seinen schwarzen Knecht nicht mehr sebst strafen: er mußte vielleicht ein paar hundert Meilen weit bei einem englischen Magistrat Gerechtigkeit suchen, der weder mit der Sprache noch mit den Gebräuchen des Landes vertraut war; ja, er durfte, ohne sich einer gefährlichen Untersuchung auszusetzen, nicht mehr seine eigene Verteidigung gegen die Räuber und Mörder an der Grenze wagen, obgleich das Gouvernement, sechshundert Meilen entfernt, ihm keinen Schutz gewähren konnte. Die Parteilichkeit der Engländer für die Schwarzen war den Farbigen sehr bald bekannt und wurde von diesen als Garantie für gänzliche Straflosigkeit angesehen. Raub und Mord kamen häufiger vor als je. Die früher wohlhabenden Männer waren bald so weit gebracht, daß sie in der Bitterkeit ihres Herzens kein Opfer scheuten, um sich der englischen Herrschaft zu entziehen. So entstand vom Jahre 1836 an eine allgemeine Auswanderung dir Boeren, nachdem sie vorher beim britischen Gouvernement angefragt hatten, ob ein Gesetz bestände, welches ihre Auswanderung von der Kolonie und ihre Niederlassung im Innern verhindern könne, und man ihnen mit„Nein“ geantwortet hatte. Die Boeren zogen aus ihrer. Heimat, indem sie Bauerngüter, die später für eintausend bis zweitausend Pfund Sterling verkauft wurden, oft gegen einen Ochsenwagen oder gegen sonst notwendige Güter vertauschten, die kaum vierzig Pfund wert waren. Fünftausend Männer verließen von 1836 bis 1838 die Kolonie. Aus dem vereinigten Lager jenseits der Grenze richtete ihr Anführer ein ehrerbietiges Abschiedsschreiben an das Gouvernement, in welchem er wiederholte, daß sie erst, nachdem alle ihre Bemühungen um Abhilfe ihrer Leiden fruchtlos geblieben seien, beschlossen hätten, das Land ihrer Geburt zu verlassen, um einen rebellischen Streit mit dem Gouvernement zu vermeiden. Dann teilten sie sich und zogen nordöstlich über den Oranjefluß, an die Quathlambagebirge; andere drangen noch weiter vor und gründeten die reiche Niederlassung in Port=Natal. Kolossale, fast unbewohnte, fruchtbare Weidegebiet hatten sie von den bisherigen Besitzern durch Vertrag erworben. Schwer und blutig waren die Kämpfe, welche sie mit ihren wilden Nachbarn zu bestehen hatten, ehe es ihnen gelang, drei neue kleine Staaten zu gründen und Pietermauritzburg zu erbauen. Aber die Engländer fanden heraus, daß Port=Natal schon seit Olims Zeiten eine englische Kolonie gewesen sei, daß alle dort Ansässigen britische Untertanen seien, und daß die kleine Republik an der nordöstlichen Grenze der Kapkolonie ein zu gefährliches Beispiel der Unabhängigkeit für die unruhigen Wilden wäre. Alsbald kam eine ganz Schar von Soldaten, Beamten, Advokaten und anderen Blutegeln an; mit Bomben und Raketen wurde die Aufnahme in Port=Natal erzwungen, und als die Boeren mit den Waffen in der Hand widerstanden und die englischen Beamten zurückschickten, zog der damalige Gouverneur, Sir Harry Smith, mit Heeresmacht gegen sie und setzte einen Preis von fünfhundert, dann von tausend Pfund auf den Kopf ihres Anführers, Andries Pretorius. Dieser antwortete damit, daß er den doppelten Preis für den Kopf des Gouverneurs proklamierte. Die Folge war die Boomplaatsschlacht, in welcher die Boeren nach hartnäckigem Widerstand der englischen Uebermacht unterlagen. Ein Teil unterwarf sich der britischen Herrschaft, ein anderer zog noch tiefer hinein in die Wüsten Afrikas. Der Kaffernkrieg von 1835 war die Folge der willkürlichen Beraubung des Häuptlings Macomo um sein Gebiet im Chumiltal, das von den Missionaren zu der berüchtigten Hottentottenniederlassung Katrevier verwendet wurde. Nach blutigem Kampf wurden die Kaffern über den Kai zurückgedrängt. Doch der weiße Mann in seiner Ländergier wird nimmer satt. Immer weiter drängt er vorwärts, die Missionare als Avantgarde; ihnen nach die Händler mit Glasperlen, blanken Knöpfen und Branntwein; dann die bewaffnete Macht, um die Zivilisation unter den Wilden einzuführen und zu erhalten; zuletzt das Gesetz und der rotgefärbte Galgen, und vor diesen Wohltaten der Zivilisation wird das Geschlecht der Kaffern einst verschwinden, wie die roten Söhne der amerikanischen Wälder und Prärien verschwinden; denn nimmer wird der stolze Kaffer der entwürdigte Knecht des Weißen werden. Der Streit zweier Stämme im Innern um einen Weideplatz mußte jetzt dem britischen Gouvernement aufs neue Gelegenheit geben, sich in die Angelegenheit des Volkes zu mischen und das Gebiet der Kolonie zu erweitern. Sir George Cathcart, der spätere Generalgouverneur der Kapkolonie, jetzt Leutnantgouverneur des östlichen Teiles, hatte bereits ein Korps zusammengezogen und stand mit diesem an der Grenze des britischen Gebiets. Nach den historischen Andeutungen kehren wir zu der kleinen Gruppe am Ufer des Kai zurück, der bis zum Amatolagebirge die Grenze zwischen den englischen Kolonien und den Gebieten der großen Völkerschaften der Tambookies und der Amakosas bildet, die in verschiedene voneinander unabhängige Stämme zerfallen, und denen sich weiter nördlich die Zulus anschließen. Der alte Boer hatte ein intelligentes, entschlossenes Gesicht, in dem jedoch auch der gutmütige, phlegmatische=Ausdruck des Holländers unverkennbar war. Er trug eine kurze Jacke von grobem Tuch, Lederhosen und einen breiten Sombrero, in dessen Band seine kurze Pfeife steckte. Quer über seinem Knie lag eine der sogenannten Pavianspooten, diesem sechs Fuß lan. gen, überaus schweren Lieblingsgewehre der Boeren, aus denen sie mit erstaunenswürdiger Präzision in unglaublicher Entfernung schießen, deren Gebrauch aber den Uneingeweihten nicht zu empfehlen ist, weil der Rückschlag ihm den Arm zerschmettern oder ihn zu Boden schleudern würde. Das schön polierte Pulverhorn und der lederne Kugelgürtel nebst einer wollenen Decke bildeten den Rest seiner Ausrüstung. „Nimm die Decke, Neef Piet“, sagte der Alte, „und hülle dich hinein. Der kalte Tau macht die verwöhnten Stadtleute frieren, selbst in den heißen Monaten. Ueberdies ist dein roter Rock unseren Augen nicht angenehm.“ „Fluch ihm und allen, die ihn tragen!“ rief der junge Mann mit einem Ausdruck wilden Grimms. „Hast du etwas Ungewöhnliches vernommen während deiner Wache?“ „Nichts, Oom Andries, als das Schnauben der Hyänen und das ferne Brüllen eines Löwen.“ „Hat der junge Abalungo“, fragte der Wilde „das Winseln des Schakals gehört, der den Herrn der Wüste begleitet?“ „Ich erinnere mich, daß vor einer Stunde, ehe noch die erste Morgendämmerung sich zeigte, ein Geschrei gleich dem eines Kindes wiederholt erklang. Es kam vom anderen Ufer, aber aus ziemlicher Entfernung. Ist es der Ton, den du meinst, Häuptling?“ Der Wilde nickte.„Tzatzoe“, sagte er,„ist zehn Sommer fern gewesen im Lande der großen Mutter, aber er hat die Stimme seiner Jugend in seinem Ohr zurückgebracht in das Land seiner Väter.“ „Der Junge ist in Kapstadt erzogen worden", entschuldigte sich der alte Boer,„und nur selten zu seinen Verwandten gekommen. Doch ich glaube, es ist Zeit, daß wir aufbrechen, die Sonne wird uns jetzt die Fährte weiterzeigen, die wir bis hierher verfolgt haben.“ Aber der Kaffer hielt ihn zurück, indem er die Hand auf seinen Arm legte:„Der Incosi Inculul der Dütchmen wird wohltun zu warten. Die Büffel sind noch nicht zur Tränke gekommen, und die Büsche jenes Rohres wehen Uebles.“ (Fortsetzung folgt.)