(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.e 2.—(einschl. 28.2 Nr Rensbenmnuer benic ebned. Velae benchner un uen bhen Sheret. Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 AU er Pppe eppreh.: Do, b., d v igen z e Tenanzeigen Milineterzele 20 he Somiteu, Pexeinz, v. und Lnp v. ns hnen wir keine Gewähr. VBei unvorherbos bernmyp). Aw o herpergernsen durch höh. Gewalten, Abernehmen wit für Meimatblatt s Uusguchen Shzakusgzeihe Mehzisteugetsehengnben.- Kerm 3770 Einzige in Hehwerte gedruekte# Nr. 179 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, 3. August 1939 71. Jahrgang „Der Fahter hal und ein Rarer Fil desr?r! Tagesbefehl an die drei Wehrmachtsteile- Einsatzbereitschaft wie vor 25 Jahren I1 uis Vordne und Sehre Berlin, 2. Aug. Am 2. August 1939, der vom Führer und Obersten Beseblshabeg, der Wehrmacht zur Erinnerung an den Beginn des Weltkrieges vor 25 Jahren zum Feiertag der deutschen Wehrmacht bestimmt worden ist, haben die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile folgende Tagesbefehle an das Heer, die Kriegsmarine und die Luftwaffe erlassen. An das Heer Soldaten! Heute vor 25 Jahren zog das deutsche Heer in den Krieg. Niemals hat ein Heer tapferer gekämpft, mehr Opfer gebracht und größere Siege errungen, als die deutsche Armee von Wieder versuchen die gleichen Kräfte, die uns damars zum Verteidigungskampf gezwungen haben, Deutschland einzukreisen. Wir wollen den Frieden! Wenn uns aber ein neuer Kampf aufgezwungen werden sollte, wird das Heer mit derselben inneren Geschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit wie 1914 um Deutschlands Lebensrechte kämpfen und die Ueberlegenheit des deutschen Soldaten erneut unter Beweis stellen. Aus zwei Gründen haben wir gegenüber 1914 ein entscheidendes Uebergewicht geDie Erzusrungen nach 1918 haben uns gelehrt, was es heißt, der Willkür haßerfüllter Feinde schutzlos preisgegeben zu sein. Der Führer hat uns ein klares politisches Ziel gegeben für das wir kämpfen, und die Einheit der politischen und militärischen Führung bürgen dafür, daß die Wehrkraft unseres 30=Millionen=Volkes in einem solchen Kampf restlos eingesetzt wird. Diese Erkenatnis und das verpflichtende Vermächtnis des Heeres von 1914 erfüllt uns mit zähem Siegeswillen und wird uns zu unerbittlichen Kämpfern um die Freiheit und Ehre des deutschen Volkes machen. Es lebe der Führer! von Brauchitsch, Generaloberst. die Kriegsmarine Die 25jährige Wiederkehr des Kriegsbeginns ruft die Erinnerung wach an den vierjährigen heldenhaften Abwehrkampf des deutschen Volkes gegen eine feindliche Welt. In, diesem Ringen um Freiheit und Ehre der Nation bewährte sich deutsches Soldatentum in höchster Auf allen Weltmeeren kämpften von 1914 bis 1918 deutsche Seeleute. Unvergessen bleiben die Taten der Auslandskreuzer und die Tage von Coronel und Falkland, unvergessen der zähe und entsagungsvolle Kampf gegen den Feind auf, über und unter dem Wasser. Unvergänglichen Ruhm erwarben sich unsere Unterseeboote. In der größten Seeschlacht aller Zeiten errang die deutsche Hochseeflotte die Achtung einer ganzen Welt. Der Tag von Skagerrak wird uns Sinnbild höchster Pflichterfüllung bleiben. Durch dunkle Zeit hinübergerettet wurde das Vermächtnis der Toten des großen Krieges, bis der Führer uns Freiheit von Wehr und Waffe„ edergab... 4429 Srigg. Der neu erstarkenden deutschen Kriegsmarine sind große Aufgaben gestellt. Wir werden, wenn die Pflicht uns ruft, einstehen für des Reiches Macht und Größe, getreu unserem Eid und eingedenk des heldenhaften Kämpfens und Sterbens unserer Väter und Brüder. Wir setzen unerschütterliches Vertrauen auf die Führung des Reiches und glauben fest an die Zukunft unseres Vaterlandes. Heil unserem Führer! Heil Großdeutschland!: Raeder, Großadmiral, Doktor h. c. An die Luftwaffe Kameraden! Heute vor 25 Jahren zog die deutsche Armee ins Feld, um die Heimat vor den rings an den deutschen Grenzen aufmarschierten feindlichen Mächten zu schützen. In dieser Armee war auch eine Fliegertruppe. Klein, wenn man sie nur in Zahlen werten wollte, aber groß, wenn wir den Geist, der sie beseelte, als Maßstab anlegen. In diesem Geist, der sich in den Heldengestalten eines Bölcke und Richthofen verkörperte, hat die deutsche Fliegertruppe vier Jahre gekämpft. Sie stritt gegen eine vielfache Uebermacht, gegen die unerschöpflichen ReserEngland proteitiert in ar Blatt1 scho wenn sie glaube durch die Ausy London, 2. Aug. Wie das Londoner Blatt People meldet, soll es der Spezialabteilung von Scotland Yard gelungen sein, die geheimen Kanäle zu entdecken, durch die das in den Vereinigten Staaten gesammelte Geld der IR3l. zugeleitet wird. Der britische Botschafter in Washington hat daher bei Präsident Roosevelt Vorstellungen erhoben und verlangt, daß die Führer der amerikanischen Freunde der IRA. polizeilich überwacht werden. IRA. läßt nicht London, 2. Aug. Drei weitere ausgewiesene IRA.=Mitglieder wurden am Mittwoch, von Polizisten bewacht, in Holyhead an Bord eines nach Irland abgehenden Dampfers gebracht. Einer der Iren erklärte an Bord des Schiffes, daß die zur Unterstützung der IRA. im Auslande gesammelten Gelder von Anhän. gern in Nordamerika stammten. Ein anberer sagte, daß die britische Regierung sich sehr täusche, wenn sie glaube, durch die Ausweisungen die Tätigkeit der IRA. in England unterdrükken zu können. Die Betätigung der„IRA. in England werde nicht eher nachlassen, bis alle britischen Truppen aus Irland zurückgezogen seien. Wieder vergeblich im Kreml Eine Stunde Einkreisungsgespräche Moskau, 2. Aug. Die heutige Einkreiserbesprechung im Moskauer Kreml nahm wieder mehr als eine Stunde in Anspruch. Wie man hört, war von englisch=französischer Seite darum gebeten worden. Es soll vor allem die Frage der„indirekten Aggression“ sowie die bevorstehende Ankunft der englisch=französischen Militärmission in Moskau besgrochergangrnen sein. Wie verlautet, werden die Verhanotungen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Das Datum sei jedoch vorerst nicht festgesetzt. ven von Mensch und Material, einer Welt von Feinden. Aber wenn auch auf einen deutschen Flieger drei, fünf, ja zehn Gegner kamen die deutschen Flieger kämpften mit unerschüttertem Mut, sie kämpften und siegten bis Dann brachte schmählicher Verrat das bittere Ende. Ein Friedensdiktat zerschlug unsere Wehr zur Luft und verbot Deutschland jede, auch die geringste Luftverteidigung. Jedoch: Man konnte wohl die Flugzeuge und die Motoren zerschlagen, nicht aber den deutschen Der deutsche Fliegergeist marschierte mit der nationalsozialistischen Bewegung, denn im Nationalsozialismus erstanden ja alle die Tugenden und seelischen Kräfte, die unsere Flieger im Weltkrieg zu ihren herrlichen Taten befähigt hatten. Der Führer schenkte dem deutschen Volke die deutsche Luftwaffe. Und er gab mir ihren Oberbefehl. Ich habe in den vergangenen Jahren mein Bestes getan, um unsere Luftwaffe zu der größten und mächtigsten der Welt zu machen. Ihre Stärke und Einsatzbereitschaft hat nicht zuletzt die Schaffung unseres Großdeutschen Reiches ermöglicht. Geboren aus dem Geist der deutschen Flieger des großen Krieges, verschworen der Idee unseres Führers und Obersten Befehlshabers — so steht heute die deutsche Luftwaffe bereit, jeden Befehl des Führers blitzschnell und mit ungeahnter Stoßkraft durchzuführen. Unser Seite 3 Lasen die hauter Schwerter Sportwoche Schwerier Mieuer=Eur Siedlung, Garten, Kleintierhof Französischer Dichter eriebt das neue Deusschland Seite4 Die Großeingemeindungen im Westen Unser Tafachenbericht aus Fapan ser Sulstcen Seite 7 nnerung wach an den vierjährigen 1 sagte, daß die britische Regierung sie Lustnunsder in Retewesterutschiatt. s Somanbane wird meldeposten sehen und hören de Oldenburg, 2. Arg. Der Himmel stellt schweAufgaben für die Luftmanöver, die die Luftflotte 2 unter Ueberfliegung der Luftgaue Hannover und Münster in den Tagen vom 1. bis 3. August in Nordwestdeutschland veranstaltet. Es regnete Bindfäden. Die Kämpse spielen sich im Raum Delmenhorst—Cleve —Quakenbrück—Oldenburg ab. Flieger, Flak und Luftnachrichtentruppen sind beteiligt. Leiter der Uebung ist der Kommandeur der Luftflotte, General der Flieger Felmy. Blau wird von Generalmajor Wolff, Rot von Generalmajor Mahnke geführt. Der Uebung liegt folgender Gedanke zugrunde: Der„blaue Weststaat“, im Osten von der Weser begrenzt, im Norden von der Nordsee und im Süden von der Linie Cleve— Münster—Paderborn—Marburg—Passau, befindet sich im Kriegszustand mit einem„roten Oststaat" östlich der Elbe. Zwischen beiden, also zwischen Weser und Elbe, liegt ein„neutraler Grünstaat" dessen Neutralität bisher von den beiden im Kriege befindlichen Staaten beachtet worden ist. Im Nord, in Schleswig=Holstein, befindet sich ein neutraler Gelbstaat", dieses Gebiet hat Rot überflogen und damit die Neutralität gebrochen. Die Folge, daß auch Blau gezwungen wird, dieses Gebiet zu überfliegen, so daß es dort zu heftigen Luftkämpfen kommt. In der Nacht vom Montag zum Dienstag baven die Kämpfe begonnen, und nun folgen Schlag auf Schlag die Kampfhandlungen. Ein roter Tiefangriff nördiuch Beisenhorft##### durch die leichte Flak abgewehrt. Schon folgte ein roter Angriff auf Quakenbrück mit Bombenabwürfen bei Quakenbrück. Die Abwehr antwortet ausgezeichnet. An den Grenzen fliegen die Aufklärungsflieger Sperre. Sekundenschnelle nach der Alarmierung schwärmen die leichten Jäger aus, und was ihnen entgeht, wird eine Beute der Flak, die mit Hilfe ihrer Kommandogeräte bei der hervorragenden Ausbildung der Truppe einen hohen Grad von Treffsicherheit erreicht hat. Sie bewies das ja bereits in Orte, wo deutsche Flak stand, von den Roten nur einmal angeflogen wurden. Ein zweiter Versuch war ihnen zu gefährlich. Heute ist die Aufgabe der Flak nicht leicht, denn die Wolken kängen tief und erleichtern den feindlicheg Fliegern das Herankommen an das Ziel ihres Da stebt mitten im Feld eine schwere Flakbatterie, gut getarnt gegen Fliegersicht. Zwischen den Garben liegt die Bedienungsmannschaft bereit, jeden Augenblick in Tätigkeit zu treten. Alle sind frisch und guter Dinge, obwohl die Nacht und der Tag schon große Anforderungen an sie gestellt haben und Wetter schlecht ist. Der Soldat weiß sich zu helfen: Ein Zelt in den Strohgarben gibt eine wasserdichte Behausung. Vom Feind ist nichts mehr zu sehen und zu wenigen Sekunden fällt Im Flegerdort warten die jecher, B 6e auf den Einsatz. Zwischen ihnen—.—. g. 6 ben Schiedsrichtermaschinen, die über Erfolg oder Mißerfolg eines Unternehmens, entschei: den. Ein„Storch“— auch eine Schiedsrichter— treibt in der Luft. Ein Schwarm braust ab, andere landen; das Bodenpersonal arbeitet fieberhaft. Funk und Telephon bringen von Minute zu Minute neue Nachrichten. Blau beschränkt sich nicht auf die Verteidigung des ihm zugewiesenen Gebietes immer wieder starten neue Gruppen zum Feindflug gegen die Aus= und Einfuhrhäfen des Oststaates an der vommerschen Küste. Die Nacht bricht herein, ohne die Kampfhandlungen zu unterbrechen: denn die Flugzeugg finden ihre Wege und ihr Ziel auch in der Nacht. Die Abwehr kann die Scheinwerfer einsetzen, die mit Hilfe ihrer Horchgeräte das Flugzeug rechtzeitig erfassen. Hier und dort blitzt es auf: ein, zwei, drei Lichtkegel am Himmel kreuzen sich, der seindliche Fliegex ist, gefaßt, die Flakartillerie tut die weitere Arvert. user Bick ader se verzeg, Kächer in die Zukunft unseres „Deutsche Schutzwall=: „ Ehrenzeichen"..: Eine Stiftung des Führers Berlin, 2. Aug. Der Führer hat durch Verordnung vom 2. August 1939 zum sichtbaren Ausbruck seines Dankes und seiner Anerkennung für Verdienste um die Anlage und Errichtung des deutschen Schutzwalles das„Deutsche Schutzwall=EhrenzeiDiese Auszeichnung ist eine bronzene Medaille, die auf der Vorderseite einen Bunker, darüber gekreuzt ein seigt; die Rücselte trägt die Inschrift„Für Arbeit zum Schutze Deutschlands“. Sie wird an einem braunen, durch drei weiße Streifen eingefaßten, braun gesäumten Bande auf der bsie n ge ce fung der dem Schutze des deutschen Volkes dienenden Befestigungsanlagen mitgearbeitet haben. Die Vorschläge auf Verleihung des Ehrenzeichens werden vom Ehef bes Zpgpeggngg: dos der Wehrmacht, vom Genexalinsperz## für sidialkanzlei des Führers übermittelt, der die Entscheidung des Führers herbeiführt und dem Beliehenen ein Besitzzeugnis ausstellt. Das „Deutsche Schutzwall=Ehrenzeichen" verbleibt nach dem Tode des Inhabers den Hinterbliebenen als Andenken. Führer ehrt Hindenburg Kranznieberlegung im Reichsehrenmal Tannenberg Berlin, 2. Aug. Am Todestag des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg legte im Auftrag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht der Komm. General des 1. Armeekorps, General der Artillerie von Küchler, einen Kranz am Sarge des Feldmarschalls in der Gruft des Reichsehrenmals Tannenberg nieder. Die Ehrenwache am Denkmal war aus diesem Anlaß als Offizierswache verstärkt worden. Ferner ließ Staatsminister Dr. Meißner im Namen der Präsidialkanzlei und ihrer Gefolgschaft am Sarge Hindenburgs einen Kranz stederlegen. Reugliederung der Gendarmerie Eine Verfügung des Reichsführers### und Chefs der deutschen Polizei Berlin, 2. Aug. Da der Aufvau der Gendarmerie durch Einzeldienste— im Gegensatz hierzu versieht die motorisierte Gendarmerie in geschlossenen Formationen in„Bereitschaften“ ihren Dienst— in den einzelnen Ländern des Reiches Unterschiede aufweist, die ihre Führung und Verwaltung erschweren, hat der Reichsführer eine Neugliederung verfügt. Diese Neugliederung gilt einheitlich für das ganze Großdeutsche Reich. Die Gendarmerie des Be einer höheren Verwaltungsbehörde 5 5. eines Landes gliedert sich in Gendarmerie=Hauptmannschaften(bisher Gendarmeriedistrikte). Eine Gendarmeriehauptmannschaft besteht aus Gendarmeriekreisen, von der Gendarmerie ein Landkreises gebildet bisher Gendarmerie=Inspektionen). Zu einem Gendarmeriekreis gehören gewöhnlich mehrere Gendarmerie=Abteilungen. Die kleinste Einheit der Gendarmerie ist der Gendarmerieposten, wobei man zwischen„Gendarmerie=Einzelposten" und„GendarmeriePosten“ unterscheidet. Der Gendarmerie=Posten ist im Gegensatz zum Gendarmerie=Einzelposten mit zwei oder mehreren Gendarmen besetzt. Mehrere Gendarmerie=Einzelposten bilden einen„Gendarmerie=Gruppenposten". Damit hat auch die Gendarmerie entsprechend ihrer alten soldatischen Tradition eine straffe Gliederung erhalten, die sich in die soldatische Organisation der Ordnungspolizei organisch einfügt. Eine Rede Machs Die Slowakei wird mit den Freunden Deutschlands ebenfalls Freundschaft halten Prezvurg, 2. Aug. Der Propagandachef und Oberbefehlshaver der Hlinka=Garde, Mach, erklärte auf einer Großkundgebung in der südslowakischen Grenzgemeinde Divin, als freie Nation könne die Slowakei jedem zum Nutzen sei, als unterdrücktes Volk seien die Slowaken aber der Feind aller. Das slowakische Volk wolle indessen mit seinen Nachbarn in bestem Einvernehmen zusammenleben. Gemeinsam mit dem großen Deutschland wolle die slowakische Nation der Zukunft entgegensehen. Wenn sie erfahre, daß Deutschland mit einem Volk freundschaftliche Beziehungen unterhalte, das gegen die Slowakei eine nicht immer ganz freundschaftliche Haltung einnehme, so werde sie sich trotzdem in gemeinsamem Interesse danach einrichten. Mach nahm die erstmalige Herausgabe der „Slovenska Politica" in Sillein zum Anlaß, um sich über Fragen der slowakischen Presse und über aktuelle sozialpolitische Probleme zu äußern. Die Verlegung des Ausgabeortes der„Slovenska Politica“ von Preßburg nach Sillein soll diese befähigen, ein bindendes Glied zwischen der slowakischen Provinz und den Zentralstellen in Preßburg zu sein und vor allem die Bevölkerung auf dem Lande über die Ziele der slowakischen Politik zu unterrichten. Eingehend beschäftigte sich Mach mit dem Verhältnis des Arbeiters zum neuen Staat. Die Schaffung eines eigenen Arbeitsministeriums, das nicht nur die öffentlichen Arbeiten zu behandeln, sondern vor allem für einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen des Arbeiters und des Unternehmers zu sorgen habe, stelle sich als notwendig heraus. Die Lohnfrage werde, ihrer Dringlichkeit entsprechend einer Lösung zugeführt werden, denn die Sicherung des Lebensunterhalts seiner Bürger sei die wichtigste Aufgabe des Staates. Durch Einführung von Familienlöhnen und Verbesserung der Wohnverhältnisse hoffe man auch die Geburtenfreudigkeit zu heben Raubmord bei Breslau Breslau, 2. Aug. Am 29. Juli wurde der Viehkaufmann B. aus Dyhernfurth, dessen Familie sich im Ferienaufenthalt befand, von dem eschäftigten landwirtschaftlichen Arbeither Wolf bei der Ortspolizeibehörde furth vermißt gemeldet. Die intensiven Nachforschungen der von Breslau entsandten Mordkommission führten im Laufe des Dienstag zum Auffinden der Leiche des B. Die Nachprüfungen der Angaben des Wolf ergaben den dringenden Verdacht, daß er mit dem Verschwinden des B. in Zusammenhang zu bringen war. Wolf wurde deshalb vorläufig festgenommen. Die gerichtsärztliche Untersuchung der Leiche stellte fest, daß B. erschossen und beraubt worden ist. Englans verlah Winnen!. Annektierung des Caprivi=sipfels Zeulsch=eubwests burch Subafrita er Seanungeu ber ennlischen Kolonisetions. bei London, 2. Aug. Als einzige Zeitung nimmt die„Times“ von einer angeblich im Amtsblatt der südafrikanischen Regierung erschie. nenen Notiz Kenntnis, in der die Abtrennung des sogenannten Caprivi=Zipfels von der deutschen Kolonie Deutsch=Südwestafrika und die Annektierung dieses Gebietes durch die Südafrikanische Union bekannt gemacht wird. Die Annektierung werde, so heißt es weiter, damit begründet, daß es„infolge der geographischen Lage dieses Landstreifens notwendig sei, daß das Ministerium für Eingeborenenfragen die Verwaltung dieses Gebietes übernehme". Die„Times“ gibt ferner in ihrer Meldung eine kurze Schilderung des Erwerbs dieses Gebietes durch das Reich und unterstreicht, daß Cecil Rhodes seinerzeit eine weitere deutsche Ausdehnung verhindert habe. Bei dem im Jahre 1890 von dem damaligen Reichskanzler Caprivi erworbenen sogenannten Caprivi=Zipfel handelt es sich um einen schmalen, etwa 450 Kilometer langen Gebietsstreifen im äußersten Nordosten von Deutsch=Südwestafrika, der eine Verbindung der Kolonie mit dem schiffbaren Sambesi=Strom und damit mit dem Indischen Ozean herstellt. * Wenn die Meldung des Londoner Blattes zutreffen sollte, so würde Großbritannien damit einen neuen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und eine weitere eklatante Verletzung der Mandatsverträge begangen haben, die sich würdig der Verschacherung des französischen Mandatsgebietes Hatay an die Türkei, die bekanntlich ebenfalls auf englische Veranlassung erfolgte, anreihen würde. Die deutsche Kolonialforderung, die sich auf alle geraubten Gebiete erstreckt, wird jedenfalls durch die etwaige vertragswidrige Annektierung dieses Teiles des deutschen Besitzes in keiner Weise berührt. Einkreisungshetze und „aranchen“ „Chamberlain blind für das Elend in den britischen Kolonien“ London, 2. Aug. Vor einiger Zeit hat eine amtliche englische Regierungskommission einen Bericht über die katastrophale Lage der Eingeborenen in den Kolonien des britischen Weltreiches abgegeben, der auch in der englischen Presse das größte Aufsehen erregte. Mit echt britischer Kaltschnäuzigkeit war diese Kommission zu der Feststellung gekommen, daß fast überall unter den Eingeborenen, die sich der Segnungen der englischen Koronisations= arbeit erfreuen, Hunger und Verzweiflung, Seuchen und eine riesige, durch Unterernährung hervorgerufene Sänglingssterblichkeit herrsche. In diesem Zusammenhang wurde jetzt Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus von mehreren Abgeordneten gefragt, ob die Regierung die Einsetzung eines varlamentarischen Ausschusses zur Prüfung der Verhältnisse im britischen Weltreich erwäge oder beschlossen habe. Chamberlain umging diese Anfrage mit der vagen Antwort. das Parlament habe eine besondere Verantwortung für die Maßnahmen des Kolonialministers gegenüber der„Wohlfahrt und dem Fortschritt" (!?) in den Kolonien. Die Regierung wisse, daß diese Frage seit einiger Zeit bei einer Anzahl Unterhausmitglieder aller Parteien auf besonderes Interesse und besondere Aufmerksamkeit gestoßen sei, und würdige durchaus den dringenden Wunsch, daß das Haus Gelegenheit haben solle, sich mit den kolonialen Fragen zu befassen. Die Einsetzung eines parlamentarischen Ausschusses habe zweifellos„ihre Vorteile“, werfe aber gleichzeitig parlamentarische Prozedurfragen und sehr weitgehende Verfassungsprobleme auf. die sorgfältige Prüfung erforderten. Die Regierung habe„vorläufig Erwägungen“ angestellt, sei aber noch nicht zu einem endgültigen Beschluß gekommen. Sie wolle zunächst mit den Parteien des Hauses die eine oder andere Seite der Frage noch durchsprechen. Weiter könne er nicht gehen(!). aber er hoffe, daß er eine bestimmte Erklärung über die Absichten der Regierung im Herbst abgeben könne. Als der konservative Abgeordnete Witliams erklärte, es sei nicht wünschenswert, die Verantwortung von Ministern, wie in Frankreich und Amerika, durch Parlamentsausschüsse zu verringern, erklärte Chamberlain, scheinbar über diese Unterstützung erfreut, das sei eine der Erwägungen, an die er auch denke. Der Schatzkanzler wurde gefragt, unter welchen Bedingungen die polnische Regierung fünf Millionen Pfund in England habe vorgen wollen, welche dieser Bedingungen für England unannehmbar gewesen sei, und ob die Verhandlungen noch weiter gingen. Der Finanzsekretär im Schatzamt antwortete schließlich, daß es nicht im öffentlichen Interesse liegen würde, im einzelnen darzulegen, worin sich die Schwierigkeiten ergeben hätten. Was den letzten Teil der Frage angehe, so sei das Angebot Englands und Frankreichs noch offen. Pering unn unnieritischen=Piaraten=vrerat Tokio, 2. Aug. Wie halbamtlich verlautet, hatten Botschafter Craigie und Gesandter Kato am Mittwoch eine dreistündige Aussprache über die„künftige Gestaltung der englisch=japanischen Verhandlungen". In politischen Kreisen vermutet man, daß im Mittelpunkt dieser Unterredung die von England erhobenen Vorstellungen gegen die antibritische Bewegung gestanden haben. Die antibritische Bewegung in Nordchina dehnt sich immer weiter aus. In chinesischen Kreisen betont man, daß die in der Provinz Honan beginnende Bewegung keinesfalls mit der Zurückziehung des letzten Engländers enden würde. Man würde diese antibritische Bewegung, so erklärt man in diesen Kreisen, so lange aufrechterhalten, als die Engländer ihre Haltung gegenüber der neuen Ordnung in China nicht geändert hätten. Peking ist seit Samstag mit antibritischen Plakaten bedeckt. Zahlreiche Engländer erhielten persönliche Briefe, in denen ihnen geraten wird, das Land so bald wie möglich zu verlassen. Chinesisches Dienstpersonal wird ebenfalls aufgefordert, den Dienst in englischen Familien einzustellen. Aber auch in den Geschäften verschwinden englische Einfuhrwaren immer mehr. Gleichartige Berichte liegen auch aus solchen Orten vor, in denen überhaupt keine Engländer wohnen. Anfragensturm im Unterhaus Tientfin=Verhanblungen unverändert London, 2. Aug. In einer Reihe von Anfragen wurde Premierminister Chamberlain bei Eröffnung der Unterhaus=Sitzung am Mittwoch nach dem Verlauf der englischsapanischen Verhandlungen gefragt. Chamber= lain sagte, daß der Stand der Tientsin=Verhandlungen noch der gleiche sei, wie ihn der Unterstaatssekretär am Montag geschildert habe. Der britische Vertreter in Tokio sei angewiesen worden, einen weiteren scharfen Protest gegen die Fortführung der antibritischen Bewegung in Nordchina einzulegen. Der Labourabgeordnete Henderson fragte darauf, ob die britische Regierung mit Rücksicht auf diese Entwicklungen die engstmögliche Fühlung mit den USA. und der französischen Regierung aufrecht erhalte, was Chamberlain bejahte. Noel Baker(Labour) wollte dann noch wissen, ob es wahr sei, daß die vier des Mordes angeklagten Chinesen ausgeliefert worden seien. Chamberlain antwortete:„Nein, man ist noch zu keinem Beschluß gekommen. Chamberlain gab dem konservativen Abgeordneten Vyvyan Adams auf dessen Frage, wann die Militärmission nach Moskau abreise, zur Antwort, daß die britische Regierung gegenwärtig in dieser Frage noch mit der französischen Regierung, auf die Rücksicht genommen werden müsse, in Verbindung stehe. Man hoffe aber, daß die Abordnung nächsten Samstag oder Sonntag nach Moskau abreisen könne. Schhrore Ueberschtremun: in Nordchina Peking, 2. Aug. In den letzten Wochen haben Wolkenbrüche in den Provinzen Hopei, Honan und Schansi schwere Schäden verursacht. Auf vielen Eisenbahnstrecken mußte der Verkehr tagelang stillgelegt werden. Ausgedehnte Ackerbaugebiete wurden überschwemmt. Das alte Flußbett des Hoangho führte infolge des Rückstroms von Kaiseng wieder Hochwasser. Viele Flüsse in der Provinz Hopei durchbrachen ihre Dämme, andere liefen über, an den wichtigen Stellen wurden von der Pekinger Regierung wirksame Maßnahmen getroffen, und die japanischen Behörden brachten bald Hilfe, obwohl an manchen Orten chinesische Räuberbanden und Irreguläre das zu verhindern suchten. Die einzigen durch die Ueberschwemmung in Peking Betroffenen sind die Bewohner des Pekinger Zoologischen Gartens, der durch einen in der Nähe vorbeifließenden Kanal überschwemmt wurde. Die Tiere wurden jedoch alle gerettet. Die Weigerung des Abgeordnetenhauses, Roosevelts 1,6=Milliarden=Dollar=Darlehnsprogramm auch nur zu erwägen, hat im republikanischen Kongreß Begeisterung ausgelöst und wird als neue schwere Niederlage des Präsidenten bezeichnet. England sucht Hintertürchen Scharfe Desavouierungen Londens durch Moiten Moskau, 2. Aug. Die sowjetamtliche TASS.= Agentur veröffentlicht ein neues Dementi, das sich in scharfen Wendungen gegen die von Chamberlain und Butler vertretene englische Auffassung in den Moskauer Verhandlungen wendet. Die TASS. erklärt, der Unterstaatssekretär Butler habe im Unterhaus mitgeteilt, daß England alle Maßnahmen zur Beschleunigung der Verhandlungen ergreise, daß der Kernpunkt der Schwierigkeiten aber in der Frage liege, ob Rußland die Unabhängigkeit der baltischen Staaten antasten könne. Demgegenüber erklärt die TASS., Butler habe damit den Standpunkt der Sowjetregierung entstellt. Denn es handele sich in Wirklichkeit nicht darum, ob man etwas antasten solle oder nicht, sondern darum, daß die englische Formulierung unklar sei und daß England offenbar damit ein„Hintertürchen" offen lassen wollte. Mit einer künstlerisch hochstehenden Aufführung des„Rosenkavalier" von Richard Strauß wurden am Dienstag die Salzburger Festspiele 1939 in Gegenwart von Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet. Am Dienstag empfing der Führer im Haus Wahnfried im Beisein von Frau Winifrid Wagner die an den Bayreutyer Festspielen beteiligten Künstler und Künstlerinnen und verbrachte mit ihnen einen Abend geselliger Unterhaltung. Der Beginn der Der König und Kaiser und der Dure im Manövergelände Mailand, 2. Aug. Die erfolgreichen Manöver der italienischen See= und Luftstreitkräfte im Mittelmeer werden jetzt abgelöst durch die grozen Landmanöver die in der Nacht zum Mittwoch in der östlichen Po=Evene begannen, um sich nach und nach bis zur französischen Grenze zu verlagern.. Wie bei d. See= und Luftmanovern, handelt es sich auch bei den Landmanövern um die bedeutendsten seit Jahren. Die PoArmee, die sie durchführt, besteht aus brei Korps, dem gepanzerten als Kern, dem schnellen und dem sogenannten autotransportablen. Das gepanzerte Korps umsaßt fünf Divisionen, bestehend aus der von den spanischen Kämpfen bekannten Division„Littorio“, den Divisionen „Centauro" und„Ariete". sowie zwei motorinerten Divisionen, der„Trento" die während des abessinischen Krieges in Libyen stand, und der„Trieste". Das sogenannte schnelle Korps umfaßt drei Divisionen:„Euanuele Filiberto“ „Eugenio de Savoya“,„Duca de Aosta“. Das Den sonellen Divisionen gehören Kavallerie, Bersaglieri, Motorradabteilungen, motorisierte und berittene Artillerie, Tank= und Luftabwehrbatterien, sowie Pionierabteilungen an. Ihnen kommt in erster Linie der strategische Aufklärungsdienst zu. Die gepanzerten Divisionen stellen eine Neuerung dar und haben vornehmlich die Aufgabe, den Durchbruch durch die feindlichen Linien zu erzwingen bezw. eine bereits durch Artillerie erschütterte feindliche Stellung aufzurollen. Das Rückgrat dieser Divisionen bilden die schweren Tanks.— Außerdem verfügen sie über Motorradabteilungen, Tank= und Luftabwehrgeschütze, sowie Spezialgeschütze zur Sauberung des Aktionsradius, in dem sie vorzustoßen haben. Die motorisierten Divisionen bestehen aus Infanterie= und Artillerieabteilungen, die ausschließlich auf Lastkraftwagen mit Traktoren befördert werden. Die sogenannten autotransportablen Divisionen schließlich— nicht zu verwechseln mit den motorisierten— bestehen aus normalen Infanterie= und Artillerieeinheiten unter vollstem Einsatz von Pferde= und Maultiermaterial. Sie können auf Lastkraftwagen mitsamt den Vierfüßlern dahin befördert werden, wo auch sie mit den üblichen Fortbewegungsmitteln eingesetzt werden.„ Die oberste Manöverleitung der Po=Armee hat der aus Abessinien und Spanien bekannte, noch junge General Bastico, der auch ein epochemachendes Werk über die Geschichte der Eriegskunst geschrieben bat. wixd gei den#. Nicht die gesamte Po=Armee wiro bei ven bevorstehenden Manovern eingesetzt, sondern nur sechs Divisionen, darunter zwei in voller Kriegsstarke des schnellen Korps, eines in voller Kriegsstärke des gepanzerten Korps, während eine andere Division des gepanzerten Korps nur durch gewisse Abteilungen vertreten ist, ferner Abteilungen der beiden Divisionen des sogenannten autotransportablen Korps.— Der Po=Armee, als„blaue Partei“ geführt, steht gegenüber die„rote Partei“, die reprasentiert wird durch eine Division Infanterie, ein Regiment Bersaglieri, ein Regiment Kavallerie und drei Bataillone Schwarzhemden. Auf seiten der blauen Partei“ nehmen auch Schwarzhemden=Abteilungen und Luftgeschwader teil, die in erster Linie einen Aufklärungsund Sicherungsdienst zu leisten haben. Vor allem sollen bei den Manövern auch technische Neuerungen erprobt werden. Zu ihnen gehören u. a. die Versorgung des sagenparks mit Brennstoffen, die Aufrechterhaltung der Marschdisziplin durch besondere Marschdirektionsabteilungen, die Deckung der in Marsch befindlichen Truppen gegen Beobachtungen aus der Luft, die Einrichtuna besonderer, für die Kommandostellen bestimmter, von den Straßen unabhängiger motorisierter Wagen, ferner die zum ersten Mal bei einer Truppe eingeführte Anwendung sogenannter„Propaganda=Autos" zur Beleyrung, Unterhaltung und Ermunterung der Truppen. Bei den Manövern soll der Grundsatz faschistischer Kriegführung Anwendung finden: Durchstoßen und den Anfangserfolg dann unter Einsetzung und Konzentrierung aller zur Verfügung stehenden Mittel in einen Endsieg verwandeln. Desgleichen sollen die Manöver den Beweis dafür erbringen, daß eine schlagfertige Armee nicht nur nach rein militärischen Grundsätzen aufgebaut sein darf, sondern daß das charakterliche Element, Ausfluß der gesamten nationalen Erziehung, einen ausschlaggebenden Faktor darstellt. Mussolini hat sich an Bord seines selbstgesteuerten dreimotorigen Flugzeuges am Mittwoch vormittag von Rimini aus in Begleitung des Staatssekretärs im Kriegsministerium, General Pariani, und des Staatssekretärs im Luftfahrtministerium, General Balle, in das Manövergelände begeben, das er wiederholt überflog, um die Tarnung bei den in Gang befindlichen Truppenbewegungen festzustellen, eine Tarnung, über die er später seine Genugtuung aussprach.— Auf dem Flugplatz von Novara, wo Mussolini landete, traf kurz darauf auch der König und Kaiser ein, mit dem sich der Duce ungefähr eine Stunde lang unterhielt. Nach der Unterredung setzte Viktor Emanuel III. seine Fahrt ins Manövergelände fort, während Mussolini an Bord seines Flugzeuges das Gelände wiederum überflog und sodann nach Rimini zurückkehrte. vor die Ochsen" Belgische Siepßis gegenüber den bemokratischsowjetischen Methoden Brüssel, 2. Aug. Zu der Mitteilung Chamberlains im Unterhaus über die geplante Entsendung einer englischen Militärabordnung nach Moskau schreibt„Vingtième Siéele“ unter anderem, diese Erklärung zeige deutlich, daß das politische Abkommen, das man seit April abzuschließen versuche, kaum irgendwelche Fortschritte gemacht habe. Tatsächlich seien die Hindernisse noch nicht behoben, und die mit viel Geschrei angekündigte„Friedensfront“, sei immer noch nicht zustande gekommen. Man habe das Fell des Bären verkauft, bevor der Bär überhaupt erlegt sei. Augenblicklich gehe es nur noch darum, das Prestige zu retten. Wenn man aus diesem Grunde Militärbesprechungen einleiten wolle, bevor überhaupt ein politisches Abkommen geschlossen sei, so entspreche das der bekannten Methode, den Pflug vor die Ochsen zu spannen. Dem erwarteten Ergebnis müsse daher mit Skepös entgegengesehen werden. Donnerstag, den S. August 1939 Schwerter Zeitung“ Nr. 179(Zweites Blatt) Sesecezarafch AUGUST OONNERSTAG Zum Geleit: Ich kann mich nicht lossagen von dem Glauben an mein Volk. Adolf Hitler Alle Teilnehmer startbereit für die Schwerter Sperneche Wetter: Weiterhin unbeständig Die Großwetterlage und deren Entwicklung deutet noch keine Aenderung des unbeständigen und oft zu kühlen Wetters an. In der Westströmung wechseln sich verschieden temperierte Luftmassen ab, die durch ihren hohen Feuchtigkeitsgehalt starke Bewölkung und Niederschlag ausVorhersage für Donnerstag: Bei südwestlichen Winden stark bewölkt bis bedeckt. Leichte Regenfälle bei gleichbleibenden Temperaturen. Aussichten für Freitag: Noch wechselhaft aber nicht unfreundlich. Temperaturen zu niedrig. Taueschronik . Betrug. Gegen einen hiesigen Ehemann wurde Anzeige erstattet, weil er sich in einigen Fällen als Heiratskandidat ausgegeben und Verhältnisse mit Mädchen angeknüpft hatte. Obwohl seine Familie hier wohnhaft ist, bekam er Anschluß, was jetzt bekannt und ihm zum Nachteil wurde. Das Gericht wird sich in Kürze mit der Angelegenheit befassen. . Diebstahl. Am 2. August wurde auf der hiesigen Bahnhofstraße von einem Kraftwagen eine kleine Haushaltwaage entwendet. Als Täter kommen Jugendliche in Frage. Die Waage konnte nach kurzer Zeit wieder herbeigeschafft werden, und somit kam der Geschädigte wieder zu seinem Eigentum. Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal. Am gestrigen Tage der 25. Wiederkehr des Beginnes des Weltkrieges legte der Ortsverband im RS.=Reichskriegerbund zu Ehren der gefallenen Helden am Kriegerdenkmal einen Lorbeerkranz nieder. Umfrage der Deutschen Arbeitsfrout bei den Saalbesitzern. Die Gauwaltung WestfalenSüd der Deutschen Arbeitsfront hat allen Saalbesitzern ein Flugblatt mit Anregungen für den Ausbau bzw. für die Verschönerung des Saales gesandt. Auf Anordnung des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley werden in diesem Jahr sämtliche Säle in der Absicht erfaßt, die Möglichkeit des Einsatzes für„Kraft durch Freude". Veranstaltungen zu prüfen und aus geeigneten, schon bestehenden Sälen wirkliche Freizeitstätten für die schaffende Bevölkerung zu erstellen. : Das Ehrenkreuz der deutschen Mutter wird nicht an Ketten getragen. Das Tragen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter an goldenen oder silbernen Halsketten ist weder für die Großausführung noch für die Kleinausführung zulässig. Es darf in der verliehenen Ausführung(Großausführung) nur in der vom Führer bestimmten Form am blauweißen Band um den Hals getragen werden. Kleinausführungen sind nur nach dem amtlich genehmigten Muster zulässig. Nur noch zwei Wochen trennen uns von der sportlichen Großveranstaltung, welche anläßlich des 20jährigen Bestehens des VfL. Schwerte in unserer Heimatstadt steigen soll. Neben großen beachtenswerten Fußballspielen wird auch ein großes Handballspiel zur Durchführung kommen. Auch den schönen Sport der Leichtathletik hat die Vereinsleitung des BfL. nicht außer acht gelassen. Leichtathletische Jugendwettkämpfe werden in den Tagen der Staffel= und Einzelläufen Sgugzengggerföln, das Sportplatzgelände am Cchagt,„### so hergerichtet werden, daß der Ausübung jeglicher Sportart nichts im Wege steht. Seit Wochen sind die Vereinskameraden des VfL. damit beschäftigt, den Sportplatz allen Erfordernissen entsprechend herzustellen. Die Stadt Schwerte hat sich bereit erklärt, die hierfür erforderlichen Materialien zu bewilligen. Die Nachbarvereine— wobei der handballbetreibende Tus Holzen 07 in erster Linie zu nennen ist— haben dadurch dem VfL. ihre Unterstützung zugesagt, daß man sich zur Teilnahme an den sportlichen Veranstaltungen des 20jährigen Bestehens gemeldet hat. So konnte die Vereinsleitung des veranstaltenden Vereins ein Programm aufstellen, welches den Wünschen der Sportanhänger aller Sportarten in jeder Hinsicht gerecht wird. Den Auftakt der Sportwoche bildet ein Propagandaspiel der 1. Fußballmannschaft des VfL. gegen die gleiche der Betriebssportgemeinschaft Edelstahlwerke Dortmund. Man hat in diesem Verein einen Gegner verpflichtet, welcher für einen ganz hervorragenden Fußballsport bürgt. Die Elf Dortmunder Betrieossportter unter Leitung von Schäfer— früher Alemannia Dortmund— wird es verstehen, mit zufriedenstellenden Leistungen auch in Schwerte guten Eindruck zu hinterlassen. Einen Tag später setzt dann die Vorrunde des Pokalwettbewerbs ein. Fünf Mannschaften hiesiger Vereine und die gleiche Anzahl der Dortmunder Gruppe bestreiten diesen Wettbewerb. Die Auslosung ergab nachstehende Spielfolge: Spiel 1: Sportv. Geisecke— Spielv. wickede; Spiel 2: Schwerte 06— SC. Aplerbeck 09; Spiel 3: Tus Ergste— BSG. Hüttenverein Hörde; Spiel 4: VfB. Westhofen— Sportv. Schüren; Spiel 5: SC. Hennen— Sportv. Brackel 06. Vier Sieger dieser Vorrunde bestreiten die Spiele der Zwischenrunde, während der Sieger aus dem Spiel SC. Hennen— Brackel 06 kampflos in die Vorentscheidung eingreift. Für die ersten Geldpreise ausgesetzt, io vaß für jeden, d## Ve unweigerlich eine große Siegeschance bestehr Man beabsichtigt, die Leitung der Vorrundenspiele — falls die Genehmigung des Gaufachwarts erteilt wird— den Schiedsrichtern des VfL. Schwerte zu übertragen. Für die Treffen der Zwischenrundenund Endspiele sollen Schiedsrichter der Ilersohger Gruppe bestimmt werden. Zwischen die Spien der Pokalrunde für Senioren reihen su, die Treffen des Fußballturniers für Alte Herren. Teilnehmende Vereine sind: 1. Schwerte 06, 2. Reichsbahn Schwerte, 3. Sportv. Brackel 06, 4. SC. Aplerbeck 09, 5. Tus Ergste 84, 6. Hörder Hüttenverein. Aber auch die Anhänger des Handballsports werden voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Der Kreismeister Tus Holzen 07 steht am Sonnabend, dem 19. August, der 1. Handballelf des Dortmunder Sportklubs von 1895 gegenüber. Der vorletzte Tag der Sportwoche soll den VfL.er Mannschaften zur Austragung von Freundschaftsspielen dienen. BfL.s Lehrmannschaft tritt gegen die Reservemannschaft von Tus Altenhagen an und anschließend gibt dann die Alte Herrenmannschaft im Spiel gegen die Turngemeinde Dortmund den Auftakt zum Fußball=Propagandatreffen 1.— BSG.„Gelsenguß" Gelsenkirchen. Die Gelsenkirchener Betriebssportler, welche sich schweren Aufstiegspielen zur höchsten Fußballklasse emporgearbeitet haben, geben in Schwerte erstmalig ihre Visitenkarte ab. Spieler wie Rosen und Piotrowski, welche des öfteren in der Westfalenmannschaft mitwirkten, sind mit von der Partie. Der BfL. Schwerte wird zu diesem Großtreffen verstärkt antreten, um sich ein annehmbares Resultat zu sichern. Der Schlußtag soll dann der Höhepunkt der sportlichen Veranstaltungen sein. Eingeleitet durch leichtathletische Jugendwetkämpfe finden dann die Endspiele der Senioren und Alten Herren im Pokalwettbewerb statt. Außer den leichtathletischen Jugendwettkämpfen finden an diesem Tage Staffel= und Einzelläufe statt. Nachstehende Vereine stellen ihre Jugend zu dem schönen Sport der Leichtathletik in den Kampf: 1. BSG. Hörder Hüttenverein, 2. SC. Aplerbeck 09, 3. SC. 1912 Hennen, 4. VfL. Schwerte. Eine Großlautsprecheranlage wird der Austragung der Wettkämpfe am Schlußtage dienlich sein, I Pazige lischer Unterhaltung wird es ebenfalls nich fehlen. Den Ausklang der Veranstaltungen bildet dann ein Kameradschaftsabend im Lokale Preising. Hier findet auch die Siegerehrung und die bereits angekündigte Fahnenweihe statt. Vier Tage Jubelfeier in Ergste Kinderschötzenfeste In unserer festfreudigen Ruhrstadt leben mit dem Beginn der Ferien auch die Kinderschützenfeste wieder auf. Schon am ersten Ferientage hatte die Wilhelmund Moltkestraße ihr Fest begonnen. Darauf folgte in Freitagabend, eingeleitet durch einen Fackelzug, Ue Beckestraße(auch in den andern Straßen, Sedan=, Pismarckstraße u. a., finden Beratungen statt, wie ind wann die würdige Feier eines Kinderschützenestes stattfindet. Vor Jahren waren schon Bestrebungen im Gange, die Kinderschützenfeste zu zentralisieren und sie in 1 bis 4 Bezirken feiern zu lassen. Diese Bestrebungen sind gescheitert. In den kinderreichen Straßen der Umgebung des Profileisen=Walzwerks stand die Wiege, und das 1. Kinderschützenfest wurde von dem Kinderfreund Konditor Emil Selve 1885 veranstaltet. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 2. August. Auftrieb: 351 Stück Großvieh, 247 Ferkel, 112 Läufer= und ältere Futterschweine, 15 Kälber. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten je nach Qualität 350—610 K.; Rinder kosteten 300—430 K.c. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Der Handel in Großvieh war langsam, voraussichtlich Überstand. Am Schweinemarkt war der Handel mittel. Es kosteten 5—6 Wochen alte Ferkel 12—13 K. Kk, 6—8 Wochen alte 14—18 R.K, 8—10 Wochen alte 19—23 K.K, 10—12 Wochen alte 24—28 K.K, 3—4 Monate alte Läuferschweine 40—47 K.A, 4—5 Monate alte 48—59 K.K, über 5 Monate alte 60—66 R.ck. Der nächste Markt findet am 9. August statt. Dortmunder Schlachtviehmarkt Dortmund, 2. August. Auftrieb: 465 Stück Großvieh, 564 Kälber, 236 Schafe, 5 Ziegen, 3798 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in R.A: Ochsen: a) 46,50, b) 42,50. Bullen: a) 44 bis 44,50, b) 40,50, c) 35,50. Kühe: a) 44,50, b) 39—40,50. c) 30—34,50, d) 25. Färsen: a) 45,50, b) 41—41,50, c) 36,50, d) 28. Kälber: a) 63, b) 57, c) 48, d) 38. Lämmer und Hammé.; a) 51, b) 49. Schafe: a) 42, 6) 34—39, e) 25—32. Schweine: a) 61,50, b1) 60.50, Die Gemeinde Ergste steht diese Woche im Zeichen des großen Jubelfestes am 4., 5., 6. und 7. August ds. Is. Das große Zelt wurde am gestrigen Abend angefahren. In uneigennütziger Weise hatten sich hiesige Bauern und Fuhrunternehmer zur Verfügung gestellt und das Zelt aus der benachbarten Gemeinde Sümmern geholt, wo es als Schützenzelt Verwendungen gefunden hatte. Nun beginnt der Aufbau des Zeltes auf der Festwiese des Bauern Himmelmann. Fieberhaft werden auch alle sonstigen Vorbereitungen getroffen. Am Eingang des Dorfes sind große Transparente angebracht worden, die auf die kommenden Tage hinweisen und jeden, der die Straße passiert, zu diesem Volksfest, Das aufgestellte Programm verspricht in jeder Beziehung ein wirklich schönes Volksfest. Die Festfolge sieht folgendermaßen aus: Festfolge für das 70= und 75jährige Jubiläumsfest der Kriegerkameradschaft und des MGV.„Sängerbund“ Ergste: Freitag, den 4. August: 20.15 Uhr treffen sämtliche Formationen und Vereine im Sternmarsch am neuen Ehrenmal ein. Gedenkrede, Kranzniederlegung dortselbst. Empfangnahme der Fackeln, anschließend Fackelzug durchs Dorf zum Zelt. Sonnabend, den 5. August:„Zwangloses kameradschaftliches Zusammenseln imn Festzelt. SA.=Sturmbannkapelle IV/259 spielt. Gesang und turnerische Darbietungen, Tanz. 52) 59,50, c) 55,50, d), e), f) 52,50, Sauen a) 60,50, b) 54,50, Astschneider 59,50. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe flott. Sonntag, den 6. August: 6 Uhr Wecken. Von 11 bis 1 Uhr Frühkonzert. 15 Uhr stehen sämtliche Formationen und Vereine abmarschbereit am Bahnhof Ergste. EmpfangRillenfhuberAomwen Zwei Worte, ein Begriff! 5 Nach dem Einmachen * wäscht ABRADOR Obstu. Gemüseflecken schnell u. mühelos herunter= gleichzeitig macht ABRADOR auch die Haut so schön frisch, glatt und samtweich. Kos nahme der eingeladenen Vereine. Festzug zum Zelt. Begrüßungsansprache. Gesangsvorträge der auswärtigen Männergesangvereine, Konzert, abends Tanz. Montag, den 7. August: Ab 20 Uhr Ausklang und Kehraus. Tanz. Sämtliche Darbietungen werden durch Lautsprecheranlagen übertragen. Amt Westhofen Silberne Sohpeiten.,„1t. SpebitWesthofen. Heute begehen die Eheleun Spebiteur Heinrich Dahlhaus und Hermine geb. Koch, wohnhaft hier, Bahnhofstraße, das Fest der silbernen Hochzeit. Auch unseren Glückwunsch!— Die Eheleute Gelbgießereibesitzer Gustav Rincker und Luise geb. Borggräfe begehen heute das Fest der silbernen ge Wir gratulieren, herzlichst!— Am morgigen## begehen die Eheleute Papierwarengroßhandter Emil Lohmann in Westhofen, Bahnhofstraße 12, ihr 25jähriges Ehejubiläum. Auch wir gratulieren dem Stwee:1 Amt Ergite paare herzlichst. Sprengen zurückzuführen. Weil ein Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz vorlag— ohne Sprengstofferlaubnisschein kann niemand derartige Sprengungen vornehmen— wurde gegen die Schuldigen Ain: zeige erstattet. In der gestrigen Sitzung des Schr, gerichts in Hagen wurden der Betriebsleiter, der Bruchmeister und ein Arbeiter zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Rückkehr der Kinder aus Norderney Westhofen. Die im Kindergenesungsheim in Norderney zur Kur weilenden Kinder des hiesigen umisbezirks kehren am Dienstag, 8. August, zurück. Die Kinder kommen mit dem Zug um 16.30 Uhr in Schwerte an. Die Eltern werden dort ihre Kinder in Empfang nehmen können. Bestrafung wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz Westhofen. Im März dieses Jahres wurden in einem Steinbruch an der hiesigen Bahnhofstraße mehrere Sprengungen durchgeführt. Weil die Sprengschüsse nicht ordnungsmäßig abgedeckt waren, flogen bei den Sprengungen Steine und Gesteinsstücke an die 300 Meter weit und verursachten Personen= und Sachschaden. Sogar die Schutzdächer der Bahnsteige in Westhofen wurden durch die herabsallenden Steine durchschlagen. Die Sprengungen wurden mit Erlaubnis des Betriebsleiters von Personen vorgenommen, die nicht im Besitze eines Sprengstofferlaubnisscheine waren. Nur hierauf ist auch das unvorschriftsmäßige Standesamtsstatistik Ergste. Im Monat Juli 1939 wurden folgende Geburten beurkundet: 1. Klaus Dieter Wagner, Ergste, 2. Friedrich Hoßfeld, Ergste, 3. Hannelore Langerack, Ergste, 4. Ursula Dunker, ErgsteBürenbruch, 5. Gerda Beckmann, Ergste, 6. Udo Mitze Ergste. An Eheschließungen wurden folgende Beurkundungen vorgenommen: Wilhelm Mark, Villigst und Elfriede Katharina Ofenloch. An Sterbefällen wurden in der obenangegebenen Zeit einer beurkundet und zwar Henriette Wilhelmine Grüll, Ergste. Neue Fleischbeschaubezirke Berghofen. Der durch den Tod des Fleischbeschauers Uffelmann freigewordene Fleischbeschaubezirk Dortmund 5 wird mit sofortiger Wietung aufgelöst und auf die benachbarten Beschaubezirke Dortmund 4, Dortmund 6 und Dortmund 7 wie folgt aufgeteilt: Der nördlich der Wittbräucker Straße gelegene Teil von Berghofen wird dem Fleischbeschaubezirk Dortmund 4, Beschauer Fritz Diedrichs, D.=Schüren, Pegingstraße 35, zugeteilt. Der südlich von der—. bräckerstraße liegende Teil von Berghofen (Berghofenemark), Obere und untere Egge, fällt zum Fleischbeschaubezirk Dortmund 6, Beschauer Friedrich Lourse, D.=Höchsten, Wittbräuckerstraße 403. Der Ortsteil Wichlinghofen sowie die Wittbräuckerstraße einschließlich der Wirtschaft Overkamp wird dem Beschaubezirk Dortmund 7, Beschauer Otto Cronenberg, D.=Syburg, Westhofener Straße 1, zugeteilt. Besonderer Ernteeinsatz gebildet Wellinghofen. Im Einvernehmen mit den Ortsbauernführern ist ein besonderer Ernteeinsatz gebildet worden. Wer Hilfskräfte zum Einbringen der Ernte benötigt, wendet sich möglichst einige Tage vorher an die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Dortmund=Wellinghofen, Fernsprecher 419 67, Geschäftsstunden täglich von 9 bis 16 Uhr. Schwerter Mecker=Ecke Es gibt Leute, die sich von keiner Warnungstafel daran hindern lassen, sich immer wieder im Gestrüpp ihrer eigenen Unvernunft zu verlaufen. Diese Leute zeichnen sich u. a. durch eine Rundlichkeit aus, die sie als das mollige Ergebnis unzähliger Fleischmahlzeiten vor sich herschlepen. Es sind die„Dicken“, die gerne haben, so genannt zu werden, wenngleich sie sich in jedem Jahre elf Monate lang alle erdenkliche Mühe geben, noch dicker zu werden. Im zwölften Monat wollen sie plötzlich von diesen Bestrebungen nichts mehr wissen. Ihre Reden sind von asthmatischen Nebengeräuschen begleitet, ihr Gang gewinnt Aehnlichkeit mit dem Watscheln einer pfannenreifen Weihnachtsgans, und wenn man sie fragt, woran sie gerade denken, dann sagen sie mit wehleidiger Stimme:„Entfettungskur!“ Elf Monate lang haben sie keine Kost gescheut, um sich einen monströsen Bauch zuzulegen, und dann wird ihnen dieser Bauch plötzlich derart lästig, daß sie alle Opfer eines Entfettungsverfahrens vom Schwitzkasten bis zum Hungertag auf sich nehmen, um ihn wieder loszuwerden! Und warum das alles? Weil sie gedankenlos für eine Speisekarte schwärmen, die aus Wurst und Fleisch und— wieder Wurst und nochmals Fleisch besteht! Es schmeckt ihnen so lange, bis sie auf ihrem Bauch am liebsten ein Schild anbringen möchten:„Wegen Ueberfüllung vorübergehend geschlossen". Neidvoll blicken sie den Schlanken nach, die den Tugendpfad einer vernünftigen Ernährungsweise wandeln, während sie selbst vor dem Spiegel mit wachsendem Entsetzen feststellen müssen, daß sie drauf und dran sind, den unschönen Leibesumfang des Ungeheures„Groschengrab“ anzunehmen. * Dem Neuen stehen die Menschen meist fremd gengeüber. Es dauert eine geraume Zeit, bis sie sich daran gewöhnt haben. Der notorische Nörgler meidet den Deutschen Gruß und bleibt bewu ei seinem„Guten Tag". Andere heben recht lahm den Arm und murmeln etwas Unverständliches oder bleiben stumm. Wieder andere sagen„Heil Hitler" und rücken ein wenig mit der Hand am Hut. Und dann gibt es auch harmlose, meist ältere Leute, die sagen aus Bequemlichkeit und alter Gewohnheit weiter„Guten Tag“, reißen den Spazierstock oder Regenschirm salutierend an die Schulter und wollen damit ihre Strammheit bekunden. Oder sie rufen, wenn sie Bekannte grüßen, zunächst ihr„Heil Hitler" und sagen, gewissermaßen intimer,„Guten Tag“, drücken dabei die Hand und ziehen ergeben den Hut. Es gibt auch Menschen, die grüßen auf zweierlei Art. Den als Nationalsozialistien bekannten Volksgenossen strecken sie ebenso begeistert den Arm entgegen, wie sie jemand anders ergebenst den Hut zu Füßen legen. Neulich war da ein Volksgenosse, der meinte gemütlich, man solle doch nicht schon am frühen Morgen, wenn man eben aus dem Bette komme,„Heil Hitler“ sagen. Es klang ihm zu militärisch, was weiß ich. Und dann noch gewisse Geschäftsleute! Sie taxieren die eintretenden Kunden als Ware und danach bestimmen sie ihren Gruß. Im allgemeinen richten sie sich ja nach dem Gruß der Kunden, und wie es in ihren Laden hineinschallt, so schallt es auch wieder hinaus. Auch bei unseren Damen hat man das Empfinden, daß sie nicht recht wissen, was sie tun sollen. Das Armheben kommt ihnen vielleicht zu wenig „damenhaft" vor, und es erscheint ihnen das „gnädige“ Nicken wohl vornehmer. Merken wir es uns alle: Es gibt in Deutschland nur einen Hitler! biedlung, Sürken Die Obstkäume nach der Ernte Interessant und wertvoll ist es für den Obstbaumbesitzer, wenn er über die Leistungsfähigkeit jedes Obstbaumes genau Bescheid weiß. Man sollte sich darum Erntelisten anfertigen, in welche man das alljährliche Ernteergebnis der Bäume einträgt. Darum soll man nicht versäumen, nach der Ernte auch die geernteten Früchte abzuwiegen und in die Erntelisten einzutragen., gut. 9. T. Während man vor der Ernte in der Reger den fruchtbehangenen Obstbäumen alle erforderliche Pflege angedeihen läßt, werden sie oftmals nach der Ernte sträflich vernachlässigt, denn man denkt nicht aran, daß von der Pflege nach der Ernte die Tragberkeit im kommenden Jahr mit abhängt. Es kommt des öfteren vor, daß beim Ernten Zweige und sogar ganze Kronenäste abbrechen. Diese müssen nach der Ernte stets bald entfernt werden, denn sie verunzieren ja die Krone sehr. Hierbei werden aber auch die Bruchstellen glatt geschnitten und größere Schnittwunden mit Baumwachs gut verund kiieintirrh?) strichen. Sämtliche bei der Ernte heruntergefallenen früchte müssen gleich den versaulten Früchten nach der Ernte sorgfältig entfernt und der Boden- unter den Obstbäumen geebnet werden. Jeder Obstbaum soll auch nach der Ernte stets einen ordentlichen und gepflegten Eindruck machen. Man kann sogar nach der Ernte im Herbst das Auslichten der Obstbaumkrone vornehmen, wenn der Obstbaum auch noch belaubt ist. Im Herbst ist ja diese Arbeit viel angenehmer als an den kalten Wintertagen, wo meist das Auslichten der Obstbäume erfolgt. Im September werden um die Obstbäume auch die Raupenleimringe gebunden. Bekanntlich erklettern in den Herbstmonaten die flügellosen Weibchen des Frostspanners die Bäume, um an den Knospen der Kronenzweige ihre Eier abzulegen. Durch das rechtzeitige Umlegen der mit einem guten, lange klebfähigen Raupenleim bestrichenen Raupenleimringe aber werden die Frostspannerweibchen am Erklettern der Obstbäume verhindert, da sie auf dem Raupenleim festkleben und hier zugrunde gehen. Gartenmeister Karl Erwig. Krantheiten und Schädlinge unserer Gartenrosen : Von Dipl.=Gartenbau=Inspektor Heinz Pohl, Berlin Die Rose gilt als Königin der Blumen, ihre ganze Pracht entwickelt sie aber nur auf richtigem Standort und bei guter Pflege. Wie unschön wirkt eine Rose, die vom Meltau befallen ist oder deren Blätter und Blüten dicht mit Blattläusen besät sind. Leider hat ja die Blumenkönigin genau wie jede andere Pflanze zegen Krankheiten und Schädlinge zu kämpfen. Vorzeugende und dauernde Bekämpfung dieser Schädiger sellte daher für jeden Rosenfreund eine selbstverständliche Pflicht sein. Richtige, allgemeine Pflege und gute Ernährung sind immer die beste Schädlingsbekämpfung Wir unterscheiden pflanzliche(pilzliche) und tierische Rosenschädlinge. Erstere sind häufiger und gefährlicher. De. Rosenmeltau hat seinen Namen von dem mehlartigen, weiß=grauen Überzug auf der Blattoberseite. Bei starkem Befall krauseln sich die Blätter an den Triebspitzen und verkrüppeln. Diese Verunzierung tritt ein durch Nahrungsentzug im Blattgewebe, in welches die mit Saugorganen ausgerüsteten Pilzfäden des Schmarotzers eindringen. Infolgedessen färbt sich das Blatt gelb, später welkt es und fällt schließlich ab. Durch Pilzsporen wird die Krankheit verbreitet und kann auch in den Rosenaugen überwintern. Bei Austrieb dieser Augen beginnt sofort die Weiterentwicklung dieses Pilzes. Der Rosenmeltau befällt alle falsch behandelten Rosensorten, z. B. Rankrosen, die an der Südseite des Hauses stehen. Besonders anfällig ist hier die Sorte Crimson=Rambler. Kalte, nasse Böden und Kalkmangel begünstigen das Auftreten des Meltaues. Wirksame Bekämpfungsmittel sind die Schwefelpräparate, die in starker Verdünnung verspritzt werden. Die Schwefel=Spritzmtttei enthalten den Schwefel in Form von Kolloid=Schwefel, der große Haftfähigkeit besitzt und regenbeständig ist. Die Bekämpfung des Rosenmeltaues durch Schwefel=Bestäubung ist nur bei vollem Sonnenschein und Windstille erfelereich und ist je nach Befallsgrad alle 14 Tage zu wiederholen. Der Schwefel oxydiert, löst sich im Morgentau und bildet eine schwache schweflige Säure, die auf den Vilz einwirkt. Neben dem Meltau ist Rosenrost die häufigste pilzparasitäre Krankheit r Rosenrost tritt in zwei verschiedenen Formen im Frühjahr sind es orangerote Pilzpolster an Jungtrieben, Blattstielen und Knospen, im Sommer millimetergroße, schwarze Pusteln an der Blattunterseite. Der Pilz vermindert nicht nur den Zierwert der Rose, sondern bewirkt bei starkem Befall auch das frühe Abfallen der Blätter. Remontantrosen sind gegen Rost besonders empfindlich, Polyanthaid Kletterrosen meist befallsfrei. Neben guter Lodenpflege und Kalkung hat gegen Rosenrost die Vekämpfung mit einprozentiger Kupferkalkbrühe einzusetzen. Sie ist als Handelspräparat in Trockenform erhältlich und darf erst kurz vor der Verwendung angesetzt werden. Bei öfterem Befall spritzt man dreimal, erstens bei Austrieb, zweitens vor dem Erblühen der ersten Knospen, drittens nach der Blüte. Die erste und dritte Spritzung mit Kupferkalkbrühe wendet man auch gegen den Strahlenpilz an. Er verursacht auf dem Rosenlaub dunkle Flecken, die strahlig auseinander laufen. Die Krankheit ist auch unter dem Namen Sternrußtau bekannt. Der Pilz bräunt das Laub und bringt es zum Abfallen, die befallenen Blätter müssen gesammelt und verbrannt werden. Neben den pilzlichen Schädlingen gibt es noch tierische Rosenschädlinge, die außer den Blattläusen aber nie in großen Mengen auftreten. Blattläuse bekämpft man mit nikotinhaltigen Spritzmitteln oder durch öfteres scharfes Spritzen mit kaltem Wasser, das, von unten her gegen das Laub gespritzt, auch gegen rote Spinne(Spinnmilbe) hilft, die häufig in trockenen Zeiten auftritt. Andere Schädiger, wie Rosenwickler, fressen junge Knospen an, der Rosentriebbohrer bohrt junge Triebe an, Rosenblattwespen schädigen das Laub, ebenso die Rosen= und Gartenlaufkäfer. Alle treten aber nur vereinzelt auf, und öfteres Beobachten, Abfangen und Vernichten dieser Schädlinge ist die einfachste Bekämpfung. Fragen und Antworten Neugepflanzte Obstbäume im Sommer wässern. (Th. F. in D.) Im vergangenen Jahr sind mir drei neugepflanzte Obstbäume im Herbst eingegangen. Welche Ursache kann dafür maßgebend sein? Antwort: Wahrscheinlich ist von Ihnen vergessen worden, die neugepflanzten Obstbäume im Sommer reichlich zu bewässern. Gerade an heißen Sommertagen benötigen neugepflanzte Bäume sehr viel Wasser, man kann täglich mit 2—3 Eimern Wasser je Baum rechnen. Die Baumscheiben werden mit einer Lage Stalldung oder Torfmull bzw. Komposterde bedeckt, damit die Erde nicht so schnell austrocknet. Man achte auch darauf, daß die Baumscheiben unkrautfrei gehalten werden. Es können für das Eingehen der Obstbäume noch andere Umstände vorliegen, doch meistenteils liegt es daran, daß neuverpflanzte Obstbäume vertrocknen. Mäusefraß im Garten.(E. L. in Z.) In meinem Garten habe ich stark unter Mäusefraß zu leiden, besonders die Kohlrabipflanzen werden stark mitgenommen, was kann man hiergegen unternehmen? müssen auf den Der Kartoffelkäfer ist ein außerordentlich gefährlicher Schädling der Kartoffel= und Tomatenkulturen. Der Bauer kennt die vernichtende Arbeit dieses Schädlings und bekämpft ihn mit allen zu Gebote stehenden Mitteln. Viel lässiger ist dagegen der Siedler und Kleingärtner in der Beobachtung seiner Kulturen, so daß der Kartoffelkäfer häufig in Kleingartenbetrieben auftritt. 9. Jeder Gartenbesitzer muß evenso aus das Auftreten des Kartoffelkäsers achten wie der Bauer, denn da, wo sich der Schädling einmal festsetzt, vernichtet er im weiten Umkreis alle Kartoffel= und Tomatenkulturen. Die strengen gesetzlichen Anordnungen zur Abwehr und Bekämpfung des Kartoffelkäfers gelten nicht nur für den Landwirt, sondern auch für Gärtnereien, Siedlergärten und Kleingärten. Der Kartoffelkäfer ist 1 Ztm. lang, hat eine ovale Form, ist oben gewölbt und unten platt. Die Flügeldecken sind hellgelb gefärbt und mit Längsstreifen versehen, die Flügel selbst sind rosenrot, die Unterseite ist rotgelb, der Halsschild rötlichgelb und mit 11 schwarzen Flecken gesprenkelt. Das Weibchen legt im Laufe des Jahres 700—800 Eier, aus denen schon nach einigen Tagen die bis 1,5 Ztm. großen Larven schlüpfen. Die Larven sind ungeheuer gefräßig und fressen die Kartoffelund Tomatenstauden vollständig kahl. Nach kurzer Zeit verpuppen sich die Larven wieder in der nach weiteren 8 Wochen kommen die neuen Käfer hervor. Man sieht schon hieraus, wie schnell sich dieser 130 000 Schweine Im Hotel Handelshof in Essen kamen die Beauftragten der Deutschen Arbeitsfront aus den Gauen Essen, Westfalen=Süd und Westfalen=Nord mit den Vertretern des Reichsnährstandes, des Ruhrberg= baues und des Einzelhandels zu einer Besprechung zusammen, um sich gegenseitig über den Stand der Aktion der DAF. zur Förderung der Schweinehaltung der Ruhrbergleute zu unterrichten. Dr. Hoffmann von der Landwirtschaftsschule in Kettwig belegte, daß es bei der Schweinehaltung in starkem Maße auf die richtige Zusammensetzung des Futters ankomme, und daß gerade das neue Kraftfutter jeder wissenschaftlichen und praktischen Untersuchung standgehalten habe. Über die wirtschaftliche Seite an der „Sonderherstellung DAF.— GWV. für den Bergmann“ sprach ausführlich Dr. Schmitz vom Getreidewirtschaftsverband Rheinland, Bonn. Er betonte, daß der Preis für dieses neue Qualitätsfutter deshalb so niedrig sein kann, weil die mit der Herstellung und dem Verkauf beschäftigten Stellen auf einen guten Teil ihres Verdienstes verzichtet haben. Nur durch die Vorbereitungsarbeiten der Partei seien sie dazu in der Lage. Um so mehr ist es aber notwendig, daß— wenn ab August die„Sonderherstellung DAF.— GWV. für den Bergmann“ in den Futterhandelsund Kolonialwarengeschäften zu haben ist— auch nur Bergmänner die Käufer sind. Zum Schluß der Sitzung wurde festgestellt, daß in den Ställen der Ruhrbergleute heute an die 130000 Schweine aufgezogen werden. Preise für Baugeräte Der Reichskommissar für die Preisbildung veröffentlicht im Reichsgesetzblatt die Verordnung über die Baupreisbildung. Die Baupreisverordnung, die in gleicher Weise für Auftragnehmer und Auftraggeber gilt, trifft für die Preisermittlung in der Bauwirtschaft eingehende Errechnungsvorschriften. Der Preisberechnung dürfen nur die in den Tarifordnungen festgesetzten Löhne und Gehälter zugrundegelegt Antwort: Beim Auftreten von Feld= oder Waldmäusen hat sich das Auslegen von Giftködern insofern nachteilig erwiesen, als Kleinvieh nach dem Fressen der Giftköder restlos einging. Da die Mäuse vorwiegend die jungen Pflanzen bevorzugen, umfriedige man diese mit feinmaschigen Drahtnetzen, die aber genügend tief in den Boden gebracht werden müssen, um das Untergraben der Mäuse zu verhindern. Diese Maßnahme hat sich noch am wirksamsten erwiesen. Kuriossenäfer austen Schädling vermehrt und in welchem Umfang. Wer in seinem Gartengrundstück den Kartoffelkäfer vorfindet, ist verpflichtet, sofort die nächste Kartoffelkäfer„Landw. Bilderdienst“ II. Abwehrstelle zu benachrichtigen, denn nunmehr muß eine sorgsame Überwachung der benachbarten Grundstücke einsetzen. fur Kahrvergieute werden. Für Baustoffe, Bauhilfsstoffe usw. sind nur die nach den geltenden Preisvorschriften zulässigen Preise in Ansatz zu bringen. Bei eigenen Maschinen und Geräten dürfen höchstens die von dem Reichskommissac für die Preisbildung zugelassenen Abschreibungs= und Verzinsungssätze, bei fremden Maschinen und Geräten höchstens die Sätze der Verordnung über die Höchstmieten für Baugeräte der Preisberechnung zugrundegelegt werden. Zuschläge für Geschäftsunkosten und Gewinne dürfen nur in angemese sener Höhe berechnet werden. Um die Baupreise vergleichen zu können und um den bauvergebenden Stellen größeren Einblick in die Preisbildung zu gewähren, ist schließlich eine einheitliche Aufgliederung der Preisangebote vorgeschrieben worden. Gleichzeitig veröffentlicht der Reichskommissar für die Preisbildung eine Verordnung, durch die Höchstmieten für Geräte festgesetzt werden, die zur Durchführung von Bauarbeiten und Gewinnung von Baustoffen verwendet werden. Die Festsetzung von Höchstmieten war bei der außerordentlichen Beanspruchung der Bauwirtschaft dringend notwendig. Grundlage der Höchstmietenberechnung sind die von der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie herausgegebenen Abschreibungs= und Verzinsungssätze für Baugeräte. Die auf dieser Grundlage berechneten Höchstmieten werden zu einer Senkung der vielfach überhöhten Baugerätemieten führen. Zugleich mit dem Erlaß der Verordnung hat der Reichskommissar für die Preisbildung eine schärfere Baupreisüberwachung in die Wege geleitet. Werkpause aus Menden wurde verlegt Die für den 4. August in Aussicht genommene Werkpause bei der Firma Rinker, Menden, die durch den Reichssender Köln übertragen werden sollte, muß auf einen späteren Termin verschoben werden. Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Von Alphonse de Chäteaubriant 25. Fortsetzung. „Hitler braucht den Frieden... und Sie“, rief der lebhafte Hitlermann aus,„Sie sollten ihn doch auch besser kennen, um zu wissen, mit welchem Verantwortungsbewußtsein er diese Notwendigkeit vertritt. Denn die Worte„Verantwortungsbewußtsein" u.„Verinnerlichung“, ja eine wirkliche Verinnerlichung der deutschen Volksseele, wie auch der allgemeinen menschlichen Seele müssen vollständig die Worte politische Geschicklichkeit und diktatorischer Wille ersetzen... Unser Volk hat eine tiefe Wahrheit begriffen, und es erduldet keineswegs, wie Sie draußen so oft meinen, eine ihm auferlegte Knechtschaft...“ Ein Schweigen entstand. Ich vergrub den Kopf in die Hände und dachte nach. Der Mann mußte recht haben: ich erinnerte mich in diesem Augenblick daran, daß es mir in der Eifel vor wenigen Wochen geschehen war, einen recht vernünftigen Deutschen vor Freude zum Weinen zu bringen, als ich ihm sagte, wie sehr ich nach der langen Unterhaltung mit ihm nun einsehe, daß durch Hitlers Führung wirklich das deutsche Volk sich selbst regiere. Es hat sich etwas geändert in Europa. III. Es wird so viel geredet; ich aber habe gesehen! Deshalb hat man auch ein Recht, von mir zu erfahren, was ich denke, welche Anschauung ich gewonnen habe und mitnehme. Denn schließlich kann nur der die Säure von Gras oder Tannennadeln beschreiben, der sie mal gekaut hat. Wie stellt sich Deutschland nun meinem französischen Herzen dar, meinem Herzen, das frei ist von aller Effekthascherei und aller Eigensucht, frei von allem Vorurteil, allen abgegriffenen Schlagworten, allen Kompromissen, allen vorgefaßten Meinungen, aller heimlichen Bosheit, allen geistigen Vorbehalten, wie auch frei von aller beruflichen Unaufrichtigkeit, und das ebenso kalt, und ich wage zu sagen, ebenso rein ist wie das Herz des steinerten Bamberger Reiters, in dessen Schatten ich jetzt diese Zeilen schreibe. Ich bin zu folgender Erkenntnis gekommen und das ist meine Meinung darüber: Frankreich kennt Deutschland nicht, es kennt das gegenwärtige Deutschland am allerwenigsten; und das ist der Grund dafür, daß es befangen ist und keine Urteile fällen kann, die einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung der Welt ausüben würden. Frankreichs Verhältnis Deutschland gegenüber bleibt unbestreitbar unter dem Zwang der Erinnerungen. Diese Erinnerungen, deren Bitterkeit wohl begreiflich ist, haben in ihm eine derart überempfindliche Seelenverfassung erzeugt, daß es den arglistigen Einflüsterungen aller geübten Kenner nur allzu leicht erliegt. Es ist infolgedessen vor allem notwendig, daß die in Deutschland und im deutschen Geist eingetretenen ungeheuren Veränderungen ihm zur Kenntnis gebracht werden, und vor allem auch denen, die im wesentlichen seine landläufigen Ansichten beeinflussen. Frankreich erlebt gegenwärtig einen der tragischsten Augenblicke seiner Geschichte; denn es fällt ihm angesichts des unübersehbaren Kampffeldes ungeheuer schwer, sich aus der hypnotischen Befangenheit in seiner Kultur und all seinen liebgewordenen alten Gewohnheiten zu lösen. Es bleibt untätig dem Argwohn dem bolschewistischen Rußland gegenüber, und untätig dem Mißtrauen Deutschland gegenüber; zwischen der Angst vor der drohenden Revolution und dem künstlich geschürten alten Grimm verhält es sich regungslos und wie gelähmt. Regungslos und wie gelähmt... Fühlt ihr, was das bedeutet, was das verspricht?... Das müssen die Franzosen in Frankreich wissen; aber dann noch eines, das ich als Heiligtum bei meinem inbrünstigen Suchen entdeckte, der Silberdegen, den ich hier auf diesen Altar niederlege: das heutige Deutschland ist nicht das Deutschland des Kaiserreiches. Der Unterschied ist so groß, daß er ans Unglaubliche grenzt, so groß, daß sich die Franzosen gar keinen Begriff davon machen können. Das Hitler=Deutschland ist vor allem— wenn es auch im Notfall jederzeit bereit ist, mit der dynamischen Kraft, die sein Glaube in ihm entfachte, zu einem schrecklichen militärischen Organismus sich umzubilden—, wenn auch weniger auf Friedensversicherungen, so doch auf eine gewisse Idee und Vorstellung von sich selbst gegründet, die alles daransetzt, um ein hohes menschliches Ideal zur Geltung zu bringen, ein Ideal, das heute sein innigstes, teuerstes Sehnen darstellt, und das es nur im Frieden und durch den Frieden voll und ganz verwirklichen kann. Man muß endlich genügend Menschenkenntnis besitzen, um den Mann, der Deutschland regiert, zu begreifen, und genügend Mut haben, um ihn anzuhören; er ist ein Ausnahmemensch, dessen Geist seine Gedanken nicht aus den eisigen Regionen ehrgeiziger politischer Geschicklichkeit zieht, sondern aus einer tiefen Liebe und einer Selbstzucht, von der die berufsmäßigen Gauner und Kombinationsmakler keinerlei Vorstellung haben. Hitler ist kein Eroberer; er ist ein Baumeister des Geistes, ein Bildner des Willens. Im Innern der Seelen scheint sein Nationalsozialismus an seinem germanischen Dom zu bauen. Und darum hat Hitler sich vor allem auch an die inneren Mächte der Liebe und des Glaubens gewandt, ohne jedoch— so scheint es— den Rechten der Vernunft einen Schaden zuzufügen oder ihre Wichtigkeit praktisch einzuschränken. Aber alles dies hat keine Beziehung mehr zu einer intellektuellen Politik wie der unsrigen, der es einige Mühe kostet, in diese„verwirrenden Tiefen“— wie sie es nennt— hinabzusteigen. Frankreich kann nun tun, was es will. Es möge wählen! Seine Sache ist es, frei zu handeln, wenn es frei ist; seine Ketten zu zerbrechen, wenn es sich gefesselt fühlt. Möge es mit der Geschmeidigkeit des Geistes, die während so langer und großer Jahrhunderte seine göttliche Stärke war, fähig bleiben, die neue gegenwärtige Lage gerecht und ruhig zu beurteilen, möge es sich mit der feinen, blassen Hand über die ermüdet: ne streichen und die schreckliche umdunke" Jesessenheit verscheuchen, die seine ungedult In Erben und seine falschen Aerzte in ihm wachrufen. Nachwort Ich habe dieses Buch für Frankreich geschrieben, für meine Freunde, meine Brüder in Frankreich. Es ist mir leicht geworden, die Wahrheit zu sagen gegenüber der großen Lüge, die man heute zum Sakrament des Vaterlandes gemacht hat. Ich habe vieles gesagt, doch auch vieles unausgesprochen gelassen. Gewiß hätten sich auch hier wie immer noch mancherlei Betrachtungen hinzufügen lassen. Nichtssagende und unfruchtbare Verurteilungen aber auszusprechen, möge größeren Richtern als mir überlassen sein. Ich habe dieses Buch über Deutschland— einen flüchtigen Abriß, aus dem aber vielleicht doch noch manche Einsicht aufsteigen mag— mit glühendem Herzen geschrieben, das ganz von der Liebe zu seiner Heimat beseelt ist. Möge Frankreich, das Land Ludwigs des Heiligen, das Land Richelieus, das Land der letzten großen Ministerpräsidenten, in diesem drohenden Augenblick, da es bis in die Tiefen seines Lebens vom Zuschlagen der Schicksalspforte erbebt, den ungeheuerlichen Angriff, den die Zukunft in gewaltigem Ausmaß vorbereitet, und den Kampf, der schon jetzt um den Planeten entbrannt ist, erkennen! Dann wird es begreifen: der Rhein ist nicht eine Grenze, um die man sich schlägt, sondern eine strategische Linte, auf der man sich sammelt. Schlaß. Weststlleit unld kihr.! Frau vom Motorrad getötet Bielefeld. Der bedauerliche Unfall, der sich am 17. Dezember 1938 auf der Werther Straße gegenüber der Siedlung„Am Wellensiek“ ereignete und bei dem die Ehefrau Schmidt zu Tode kam, beschäftigte am Montag die 1. Große Strafkammer beim Landgericht Bielefeld. Angeklagt war der 24 Jahre alte Johann Schelte aus Schröttinghausen, Kreis Halle, dem fahrlässige Tötung zur Last gelegt wurde. Das Verfahren gegen Sch. war schon einmal eingestellt worden, wurde dann aber erneut aufAn dem fraglichen Nachmittag gegen 16.40 Uhr— es war schon etwas Dämmerung— befand sich der Angeklagte mit seinem Motorrad von der Bielefelder Arbeitsstelle aus auf der Heimfahrt. Nach seinen eigenen Angaben ist er mit einer Geschwindigkeit von 60—70 Stundenkilometer gefahren. Die Straße war völlig frei, bis auf einen Personenwagen, der unmittelbar vor der Einfahrtsstraße zum Wellensiek rechts am Bürgersteig parkte und dessen linke Tür zur Straße hin offen stand. Er gab deshalb ein Warnsignal, und, da die Tür sofort geschlossen wurde, wollte er in unverminderter Geschwindigkeit weiterfahren. In diesem Augenblick kam die Frau Sch., vom Angeklagten aus gesehen, hinter dem parkenden Kraftwagen her und versuchte, in eiligen Schritten die Straße zu überqueren, um den auf dem gegenüberliegenden Parkplatz zur Abfahrt bereitstehenden Omnibus noch zu erreichen. Hierbei hat Frau Schmidt, wie in der Beweisaufnahme festgestellt wurde, sich weder nach links noch nach rechts umgesehen. Zwar will der Angeklagte noch versucht haben auszuweichen, aber der Zusammenstoß war nicht mehr zu vermeiden. Die Frau wurde 9 Meter mitgeschleift und starb unmittelbar nach dem Unfall an den erlittenen schweren Verletzungen. Während der Staatsanwalt die Schuldfrage bejahte und eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragte, hat das Gericht den Angeklagten auf Kosten der Reichskasse freigesprochen. Nach der Urteilsbegründung hat das Gericht die Frage, ob dem Angeklagten wegen der Geschwindigkeit mit Rücksicht auf die Verkehrsverhältnisse ein Vorwurf gemacht werden kann, verneint. Eine Beschränkung der Geschwindigkeit habe damals noch nicht bestanden, und da die Straße an der Unfallstelle übersichtlich und zur Zeit des Unfalles völlig frei gewesen sei, habe er mit einer Geschwindigkeit von 60—70 Kilometer fahren dürfen. Zwei tödliche Verkehrsunfälle Motorräder stießen zusammen— Kind von Motorrad angefahren Minden. Am Dienstag ereigneten sich zwei schwere Verkehrsunsälle, bei denen leider auch zwei Todesopfer zu beklagen sind. Der erste Unfall ereignete sich vormittags am Bierpohlweg, wo zwei Motorradfahrer zusammenstießen. Die beiden Maschinen fuhren mit voller Wucht aufeinander. Dabei wurde der eine der beiden Fahrer, Adolf Kruse aus Stemmer so schwer verletzt, daß er einige Stunden später im Krankenhaus verstarb..gengen uee. In den frühen Nachmittagsstunden wurde auf der verlängerten Königstraße die 3jährige Tochter Erika des Lokomotivführers Küme von einem Mot radfahrer überfahren und auf der Stelle getöter. Vom Starkstrom getötet Detmold. In der Umspannerstation des Elektrizitätswerkes Wesertal bei Detmold kam der 34 Jahre alte Monteur Fritz Schönebäumker der Starkstromleitung zu nahe und wurde auf der Stelle getötet. Die Eroßelngemeineungeni Westen enen. Drr t. Auuzy, 1.,, gi zgungle chum 9b, zursähm bei einenk“ zebölterungzzu: Essen Der 1 August 1929 war kommunalpolitisch für weite Gebiete Westdeutschlands, insbesondere für das Ruhrgebiet, von größter Bedeutung. An diesem Tage trat das Umgemeindungsgesetz in Kraft, das mancher Gemeinde die Selbständigkeit nahm und den Großund Mittelstädten durchweg erheblichen Zuwachs brachte. Ein jahrelanger, oft mit allen Kalibern der Eigensucht geführter Kampf war zu Ende gegangen. Es gab Städte, die sich um das Doppelte und noch mehr vergrößerten. So war es vor allem bei Solingen, wo mehrere gleichgeartete Industrieorte(wie Gräfvon 478034 auf 642613. Dortmund wuchs, von 19063 auf 27238 ha und von 465 989 auf 534 630 Einwohner. Düsseldorf brachte es von 11 156 auf 15 866 ha und von 443339 auf 479 125 Einwohner. Duisburg=Hamborn vergrößerte sich von 9686 auf 14389 ha und von 407502 auf 431 863 Einwohner. Elberfeld und Barmen vereinigten sich zum neuen„Wuppertal“ und brachten es von 6931 auf 14889 ha und von 363 765 auf 415821 Einwohner. Gut schnitt auch Bochum ab, 14024 b wachs von 217552 auf 328 717 Menschen. Remscheids Gebietsumfang wuchs von 3164 auf 6410 ha, die Einwohnerzahl von 79 200 auf 104 800. Ferner wurden mehrere Mittelstädte des Ruhrgebiets vergrößert, wie überhaupt gerade im Ruhrgebiet die weniger, leistungsfähigen, zwischen die Großstädte eingeklemmten Kleingemeinden verschwanden. Wenn man die nun verflossenen zehn Jahre überblickt, kann man sagen, daß die Zusammenlegung in vielen Dingen Vorteile gebracht hat. Vor allem sind manche Ueberschneidungen den Kompetenzen beseitigt worden, so daß insbesondere manche überkommunalen Fragen reibungsloser, schneller und einheitlicher gero### werden können, wie guch für Siebfungen usp. Durch Großplanungen. Klärsiaene gichungsverbandes Ruhrkohlenbestandigen Siehtunvereg e ehne zirk ist durch die kommunale Vereinheitlichung ebenfalls erleichtert worden. Gerade heute, nachdem die schweren Jahre der Krise überwunden Antfungreicher tmas, suchungshaft wurd= in vollem Umfang Münster. In dem umfangreichen Betrugsprozeß gegen die Brüder Wilhelm und Friedrich B., mit dem sich die Große Strafkammer des Landgerichts Münster seit mehreren Wochen zu befassen hatte, wurde jetzt das Urteil verkündet. Wenn auch die Brüder B. nicht in allen von der Anklage erfaßten Betrugsfällen — 380 Fälle hatte die Anklage angenommen, tatsächlich sollen es aber mehr gewesen sein— überführt werden konnten, so hatte das Gericht doch die erkleckliche Anzahl von 270 Fällen bei Wilhelm und 90 Fälle bei Friedrich B. festgestellt. Wilhelm B. wurde zu zwei Jahren 8 Monaten Gefängnis und Friedrich B. zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht hatte den Betrug der Brüder B., die beide vorbestraft sind, darin erblickt, daß sie völlig mittellos einen Gewerbebetrieb aufmachten, für den sie keinerlei Vorkenntnisse erworben hatten, und in dem ein ordnungsmäßiger Geschäftsbetrieb nicht gewährleistet war, da sie nichts von Buchführung, ohne die ihr Betrieb nicht aufrecht zu erhalten war, verstanden. In dem Bewußtsein, daß ihre Tätigkeit vem Werberat der Deutschen Wirtschafr verboten war, da sie also jeden Augenblick damit rechnen mußten, daß die Polizei ihre Tätigkeit inhibierte, nahmen sie Aufträge an und ließen sich insbesondere Anzahlungen machen. Ihren Auftraggebern verschwiegen sie dabei, daß ihre Tätigkeit behördlich verboten war, da sie sonst wohl kaum eine derartige Anzahl von Aufträgen gesammelt haben würden. Wenn sie auch die Aufträge in einigen Fällen ausgeführt hatten, so war ihnen doch im Augenblick des Geschäftsabschlusses nicht klar gewesen, ob sie den Auftrag überhaupt erfüllen konnten. Alle Fälle, die irgendwie zweifelhaft erschienen, hatte das Gericht bei der Urteilsfindung ausgeschieden. Da es aber nicht zu verantworten sei, daß die Angeklagten wieder in den Gewerbebetrieb nach der Strafhaft eintreten würden, untersagte es ihnen die Wirtschaftswerbung auf die Dauer von fünf Jahren. Die erlittene UnterHehl Hering auf den Eisch Drei Gründe sind es vor allem, die dem Hering seine überragende Bedeutung in der gesamten Fischwirtschaft geben: einmal seine ungewöhnlich vielseitige Verwendungsmöglichkeit im Haushalt und in der Industrie, zum anderen sein hoher Nährwert, verbunden mit einem vorzüglichen Geschmack, und drittens die ungeheuren Mengen, in denen dieses Nahrungsmittel zur Verfügung steht. Der Hering bietet sich in folgenden fünf Grundformen zum Verzehr an: 1. als„grüner“ Hering, 2. als Bückling, 3. als Marinade, also als Geleehering, Brathering, Rollmops, 4. als Präserve und Konserve mit den verschiedensten wohlschmeckenden Tunken, 5. als Salzhering. Der grüne Hering, also der vom Schleppdampfer gefangene Hering, wird in gewaltigen Mengen gefangen, wobei sich die Fänge auf wenige Monate zusammendrängen. Die Stärke der Anladung und die leichte Verderblichkeit der grünen Heringe verlangt, daß auch die Verbraucher sich in dieser Zeit ganz auf den Hering umstellen. Der grüne Hering wird im Haushalt in den verschiedensten Formen zubereitet. Er kann als Träger einer Hauptmahlzeit dienen, wie auch zur Herstellung von Vorgerichten und Beispeisen Verwendung finden. Man rühmt dem deutschen Schleppnetzhering nach, daß er im eigenen Fett gebraten werden kann. Und so soll denn auch der gebratene Hering — warm gereicht mit grünen oder weißen Bohnen, mit neuen Kartoffeln oder anderem Gemüse— einen breiten Raum im sommerlichen Küchenzettel einnehmen. Gekocht blau, nach Forellenart, ist er eine noch wenig bekannte Delikatesse, auf die man aber nach der ersten Kostprobe nicht mehr verzichten wird. Viele Hausfrauen legen auch den gebratenen Hering ein, als erfrischendes Gericht zu reichen, sofern sie hierfür nicht die industrielle Fertigware bevorzugen. Und ebenso wird manche Hausfrau ihr überliefertes Familienrezept für Bismarckheringe oder Geleeheringe haben. Da auch der Bückling nur kurze Zeit haltbar ist und bekanntlich frisch geräuchert am besten schmeckt, gilt für ihn das gleiche wie für den grünen Hering: verstärkter Verbrauch zur Zeit der großen Heringssaison. Der hohe Fettgehalt des Bücklings macht ihn zu einem idealen Brotaufstrich, der andere Fette erübrigt. Viel zu wenig bekannt ist die Tatsache, daß Bückling ein billiger, schmackhafter und gesunder Grundstoff für warme Gerichte ist. Bücklinge mit Bratkartoffeln; Bauernessen, Bücklingsauf.uuf sind solche Speisen, um nur einige zu nennen. Auch die Marinaden sollen vor allem in den Sommermonaten auf dem Küchenzettel erscheinen. Dagegen kann man den Absatz der Konserven getrost über das ganze Jahr verteilen. Auch der Salzhering tritt um diese Zeit hinter den grünen Hering und Bückling zurück. Abgesehen von seiner Frühform, dem deutschen Fetthering(Matjes), ist der Salzhering eine haltbare Ware, die das ganze Jahr über in gleicher Qualität zur Verfügung steht füchungshuft wurde in vollem Umfange angerechnet. Gemeine Betrügereien Koblenz. Nach zweitägiger Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer in Koblenz wurde der frühere Buchhalter eines größeren handwerklichen Betriebes in Simmern wegen fortgesetzter Untreue, Unterschlagungen und schwerer Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten sowie 500 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte, ein begabter Mensch, war in jungen Jahren bereits wegen seiner hervorragenden Kenntnisse zum Filialleiter einer Kreuznacher Bank in Simmern ernannt worden. Sein Vorgänger war wegen großer Unregelmäßigkeiten und überhöhter Kredite an eine bestimmte Firma freiwillig aus dem Leben geschieden. Der jetzige Angeklagte fühlte sich bald als großer Finanzmagnat. Als neuer Direktor drosselte er die Kredite nicht ab, steigerte sie vielmehr noch in starkem Maße und wurde schließlich, als die Leitung der Bank dahinter kam, fristlos entlassen. Er trat sofort bei der Firma als Buchhalter ein, der er als Filialleiter der Bank die hohen Kredite zugebilligt hatte. Hier riß er bald die ganze kaufmännische Leitung des Betriebes an sich. Im Verlaufe seiner Tätigkeit vernachlässigte der Angeklagte die Buchführung aber derartig, daß es heute noch nicht möglich ist, eine genaue Uebersicht über die Lage des Geschäfts zu gewinnen. Außerdem führte man zwei Warenkonten wodurch der Steuerhinterziehung Tür und Tor geöffnet war. Darüber hinaus entnahm er der Kasse große Geldbeträge eigenmächtig für sich und verschleierte die Unterschlagungen durch raffinierte Falschbuchungen. — Durch die Machenschaften des Angeklagten war die Firma vollkommen ruiniert und an den. Rand des Verderbens geführt worden. Nach heute leidet der Betrieb schwer unter den Folgen der durch den Angeklagten verursachten Lotterwirtschaft. Auf der Ferienfahrt verunglückt Detmold. Auf der Landstraße in Hornoldendorf prallte ein 17jähriger junger Mann aus Duisburg, der sich mit einem Freunde auf der Fahrt durch das Lipper Land befand, in einer Kurve gegen einen Kraftwagen. Er erlitt einen Schädelbruch und starb nach wenigen Minuten. Schon 500 Auslandsteilnehmer zur Tuberkulose=Konferenz gemeldet Berlin. Die Tatsache allein, daß in der zivilisierten Welt jährlich noch etwa 1 Million Menschen Todesopfer der Tuberkulose macht das Problem der Tuberkulosebekämpfung zu einem Problem von hervorragendster internationaler wissenschaftlicher Bedeutung. So ist es selbstverständlich, daß die bedeutendsten Tuberkulose=Wissenschaftler der Welt aus 45 Kulturstaaten sich zum Besuch der 11. Internationalen Tuberkulose=Konferenz in Berlin rüsten. Schon jetzt, sechs Wochen vor Beginn der Konferenz, sind neben Hunderten von deutschen Anmeldungen rund 500 Auslandsanmeldungen eingegangen, eine Zahl, die sich noch bedeutend erhöhen wird. Man rechnet mit einer Mindestbesucherzahl von insgesamt 1500. Portugal entsendet eine Delegation von 50 Köpfen. Aus Frankreich, dem Sitz, der Internationalen Vereinigung zur Bekämpfung der Tuberkulose, sind bisher ebenfalls ein halbes Hundert Konferenzteilnehmer gemeldet. Auch andere Länder entsenden starke Abordnungen. Neben dem Reichsminister Dr. Frick wird der Präsident des Reichstuberkuloseausschusses auch eine große Zahl von Diplomaten auf der Konferenz begrüßen können, da es internationaler Brauch ist, daß nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Regierungen der Welt sich offiziell bei den Generalstabsbesprechungen der Wettkämpfer gegen die Tuberkulose vertreten lassen. Der Einsatz im Protektorat Keine Anrechnung auf den Urlaub Großbrand auf landwirtschaftlichem Anwesen Dinslaken. Montagmittag brach auf dem Gehöft eines Bauern in Eppinghofen(Kreis Dinslaken) Feuer aus. Ein auf dem Hofraum zwischen dem Wohnhaus und der Scheune zum Abladen bereit stehender Wagen mit Roggengarben war in Brand geraten. Durch den heftigen Wind angefacht, schlugen die Flammen auf das Stallungs= und Scheunengebäude über. Das Vieh konnte nur mit Mühe und Not gerettet werden; die Scheune mit ihren Heuvorräten verbrannte. Die Freiwillige Feuerwehr aus Dinslaken mußte sich darauf beschränken, das Wohnhaus vor dem Uebergreifen der Flammen zu schützen. Die polizeilichen Feststellungen der Brandursache ergaben. daß der fünfjährige Sohn des Bauern mit Streichhölzern gespielt und den Garbenwagen angezündet hatte. Todessturz in den Grubenschacht Neuwied. Auf der Grube Georg bei Willroder Höhe in der Nähe des Westerwalder Kirchdorfes Urbach stürzte der Bergmann Helmut Dills aus Urbach in einen Grubenschacht und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Erst vor vier Wochen hatte der Verunglückte gebeiratet. Berlin. Nach einem Erlaß des Reichsinnenministers finden auf Dienstpflichtige, die im Zusammenhang mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren und der Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Reich zum Wehrdienst eingezogen worden sind, die Vorschriften über die Einberufung zu den Uebungen der Wehrmacht Anwendung. Da es sich bei beiden Einsatzgelegenheiten um Sondermaßnahmen gehandelt hat und da außergewönhliche Anforderungen an die Truppe gestellt worden sind, findet in Abweichung von den Grundsätzen der Uebungs=Verordnung bei Beamten, Angestellten und Arbeitern des öffentlichen Dienstes eine Anrechnung des Uebungsurlaubs auf den Erholungsurlaub nicht statt. Reichsfachschule nur bei Trägerschaft des Reiches Der Reichserziehungsminister wendet sich in einem Erlaß gegen die mißverständliche Verwendung der Bezeichnung Reichsfachschule. Diese Bezeichnung ist nur dann zulässig, wenn das Reich Träger der Schuleinrichtung ist. In allen anderen Fällen wird diese Bezeichnung untersagt. In dem Erlaß heißt es, daß in den letzten Jahren verschiedentlich Unterrichts=Anstalten als Reichsfachschulen bezeichnet worden seien, die teilweise nicht einmal den Anforderungen an den Begriff der Fachschule entsprächen. Keine Handwerks= und Innungsfahnen mehr Der Reichswirtschaftsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister und dem Stellvertreter des Führers bestimmt, daß die Handwerksflaggen und Innungsfahnen nicht mehr geführt werden dürfen. Soweit bei Versammlungen und sonstigen Anlässen eine Ausschmückung erfolgt, ist die Hakenkreuzfahne zu verwenden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat entsprechende Anweisungen für die Handwerkskammern und Reichsinnungsverbände erlassen. * Panzertruppenabzeichen der Legion Condor In Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Panzertruppe in Spanien hat der Oberbefehlshaber des Heeres genehmigt, daß das vom Kommandeur der deutschen Panzertruppe in Spanien verliehene Abzeichen auch weiterhin in und außer Dienst zur Uniform getragen wird. Das Abzeichen besteht aus einem ovalen Eichenkranz, in dem sich über einem Panzerkampfwagen ein Totenkopf befindet. Auch Bezirkstage genehmigungspflichtig Der Reichshandwerksmeister hat angeordnet, daß auch die Bezirkstagungen der Reichsin. nungsverbände genehmigungspflichtig sind. Kreistagungen sollen nur noch alle zwei bis vier Jahre abgehalten werden. Bezirksobermeistertage als reine Arbeitstagungen fallen nicht unter die Genehmigungspflicht. Die Liebe, die Liebe... 1000 RM. in die Wupper geworsen Leichlingen. 1000 RM. sind kein Pappenstiel. Kein Wunder also, daß sich zahlreiche Volksgenossen aus den schönen Wupperbergen emsig an der Suche nach dieser Summe beteiligten. die ein junges Mädel aus purem Eigensinn (oder besser gesagt unbegreiflicher Dummheit) in die Fluten der Wupper geworfen hatte. Warum? Angeblich, um den Verlobten, mit dem das Mädchen eine Auseinandersetzung gehabt hatte, zu ärgern. Das Geld konnte aber nicht wieder herbeigeschafft werden. Und mit schwimmt ein schöner Teil der Aussteuer dem Rhein entgegen. Fadfom Crerheil Roman von Bodo M. Vogel Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Elchacker, Gröbenzell bei München 10 „Wir müssen kämpfen,“ meinte sie.„Wir müssen kämpfen, bis einer von uns gewinnt oder unterliegt. Ich werde gewinnen!" „Nein, ich!“ sagte er fest überzeugt. Sie sahen sich in die Augen. „Ich werde Ihren Stolz brechen und Sieger bleiben.“ meinte er. „Am Ende siegt doch immer die Frau,“ erwiderte sie. „Bei mir nicht!“ „Bei Ihnen auch!“ Er brachte sie in einer Taxe bis an ihr Hotel. Nun kam der Abschied. Noch stand, ein Lächeln um Rosemaries Mund. Dann aber preßten sich ihre Lippen plötzlich fest zusammen und sie sprang hastig auf. „Gute Nacht— vielen Dank!" „Ich habe Ihnen zu danken,“ sagte er.„Sie haben mir heute eine Seite Ihres Ichs gezeigt, von der ich bisher immer nur geträumt habe.“ „Und Sie mir eine Seite Ihres Ichs, von der ich nicht zu träumen gewagt hätte... Leben Sie wohl, Herr Westernkirch!“ „Gute Nacht, Fräulein Overhoff!“ Sie reichte ihm die Rechte. Er beugte sich vor, und küßte sie blitzschnell auf die Hand. „Liebste...“ Sie war schon im Fortgehen begriffen als eine leise Stimme dieses Wort sagte. „Aber sie wird es gehört haben,“ dachte er sich mit Genugtuung. Rosemarie Overhoff war blaß, als sie in ihr Zimmer kam. Sie warf hastig Hut und Mantel ab, dann trat sie an das Fenster hinter dem die kalte Großstadtnacht mit tausend bunten Lichtern stand und preßte ihre Stirn gegen die kühle Scheibe. „Liebste!" Dieses Wort hatte er zu sagen gewagt, er, den sie aus geschäftlichen Gründen hassen mußte wie den Tod! Liebste! Es kam ihr vor, wie eine Beleidigung, und sie mußte mit Gewalt die Tränen zurückhalten, die ihr in den Augen brannten. Hatte er sich einen schlechten Scherz erlaubt oder sie zum besten halten wollen? Sie hatte ihn damals überrascht, wie er in der Nacht mit der Werkmeisterstochter Ella Groß zusammenstand. Dieselben Lippen, die vielleicht deren Mund geküßt, hatten jetzt ihre Hand berührt! Wie leichtsinnig es gewesen war, sich mit einem solchen Mann an den gleichen Tisch zu setzen! Wahrscheinlich würde er jetzt im stillen über sie lachen. Aber immerhin... der Abend der hinter ihr lag, war recht angenehm gewesen. Und wenn sie sich richtig prüfte, bereute sie doch wiederum nicht, Westernkirch begleitet zu baben. Welche Art von Anziehungskraft ging überhaupt aus von diesem Mann? Verabscheute sie ihn wirklich oder...? „Ich hasse ihn,“ sagte sie laut. Sie horchte lange dem Klang ihrer eigenen Stimme nach. Wenn er nun aber sich wandelte, wenn sein Stolz zerbrach, und er nicht mehr als Geschäftsgegner, sondern als Bittsteller zu ihr kam? Was würde sie dann tun? Das Blut schoß ihr in den Kopf bei diesem Gedanken. Heute abend hatte Westernkirch bewiesen, daß er wandlungsfähig war und sein Charakter nicht aus Stahl und Eisen bestand. Was würde sie tun, wenn er sie plötzlich in seine Arme nahm und küßte? Sie fand keine Antwort auf diese Frage.— Kopfschüttelnd trat sie vom Fenster zurück und kleidete sich aus. „Ich verstehe mich selbst nicht mehr!" dachte sie. Als sie zu Bett lag, konnte sie lange nicht einschlafen. In der Dunkelheit sah sie Westernkirchs Gesicht vor sich. In seinen Augen war dabei ein sonderbarer Ausdruck, den sie heute abend zum ersten Male an ihm bemerkt hatte. Es war, als ob er doch wirkliches Interesse an ihr bezeigte. Unter solchen Umständen war es unmöglich, daß sie für ewig Todfeinde blieben und sich bekämpften. Dann war da ein Traum. Sie gingen Hand in Hand neben einander, und es war nicht mehr die geringste Feindschaft zwischen ihnen. Sie erwachte mit der genauen Erinnerung an diesen Traum. „Die Wirklichkeit sieht wesentlich anders aus,“ dachte sie ironisch.„Die Wirklichkeit hat mir seinen wahren Charakter gezeigt. Es kann keine Rede von Liebe zwischen uns sein. Dieser Mann ist und bleibt mein Todfeind!“ Der Vormittag verging ihr rasch mit einigen Einkäufen. Nachmittags um drei Uhr fuhr sie noch einmal ins Luftfahrtministerium. Dr. Hörbig empfing sie diesmal gleich. „Tut mir leid, Fräulein Overhoff,“ sagte er, „ich muß Ihnen einen abschlägigen Bescheid erteilen. Wir können keine weiteren Aufträge vergeben, bevor nicht die von anderer Seite vorgelegten Entwürfe Ueberprüfungen bestanden haben...“ „Ich verstehe... Herr Westernkirch...“ „Ja, er war heute früh noch einmal hier. An dem Mann haben Sie wirklich viel verloren, Fräulein Overhoff.“ „Sie scheinen nur Vorzüge an ihm zu sehen, Herr Doktor!“ „Ein Prachtmensch und ein genialer Konstrukteur! Gegen ihn kommt niemand auf.— Niemand!" Dr. Hörbig verabschiedete sich. Fräulein Overhoff klang noch lange dieses Wort:„Niemand!“ in den Ohren. Westernkirch war mit dem Erfolg seiner Reise durchaus zufrieden. Nachdem er sich von Fräulein Overhoff nachts vor ihrem Hotel verabschiedet hatte, schickte er die Taxe fort. Wie viele angestrengt geistig arbeitende Menschen, liebte er zu Fuß zu gehen um nachzudenken. Der Abend mit Rosemarie war recht angenehm verlaufen Er kam ihm vor, wie ein schöner Traum. Während er jetzt durch die Großstadtstraßen schweifte, mußte er feststellen, daß seine Liebe zu Rosemarie sehr viel tiefer verankert war, als er dachte. Ihre Schönheit, ihre Anmut. ihr Nichts=als=Frau sein, war eine Waffe, mit der er nicht gerechnet hatte. Nun sehnte er den Tag herbei, an dem er offen von seiner Liebe sprechen konnte. Am anderen Morgen suchte er noch einmal das Luftfahrtministerium auf. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Fräulein Overhoffs Namen erwähnt. Gleich allen Leuten aus der Flieger= und Motorenwelt, war auch Dr. Hörbig neugierig zu erfahren, warum Westernkirch die Overhoffschen Werke verlassen hatte. Leider aber kam er nicht auf seine Kosten, denn Westernkirch gab stets ausweichende Antworten. Dr. Hörbig regte an, die Griesbachwerke mit den Overhoffwerken zusammen zu legen. Westernkirch bedauerte jedoch, in dieser Hinsicht nicht zuständig zu sein. Während er aber das Ministerium verließ, dachte er noch lang über Dr. Hörbigs Vorschlag nach. Wahrscheinlich würde Rosemarie jetzt einer solchen Fussion eher geneigt sein, umsomehr, als sie wußte, daß auf Staatsaufträge nicht mehr zu rechnen war. Trotzdem aber lehnte Westernkirch für den Augenblick eine Verschmelzung ab, weil sie nicht in seine Pläne hineinpaßte. Als er auf dem Bahnsteig an dem wartenden Zug entlang ging, bemerkte er Fräulein Overhoff, die bereits in einem Abteil zweiter Klasse saß. Zum Glück hatte sie ihn nicht gesehen, weil sie eine Zeitung las. Er beschloß, bis zur letzten Sekunde zu warten und dann erst in ihr Abteil einzusteigen. Der Zug setzte sich schon in Bewegung, als er die Tür aufriß und nach einer waghalsigen Kletterpartie in dem Abteil auftauchte. Rosemarie sah auf und blickte ihn erstaunt an. „Es ist wohl Ihre schwache Seite in fahrende Eilzüge zu springen?“ fragte sie. „Gewöhnlich nicht,“ erwiderte er.„Nur bei besonders günstigen Gelegenheiten.“ Ihr Gesichtsausdruck— die Unnahbarkeit selber— ermutigte ihn nicht in der gleichen Tonart fortzufahren, und er nahm stumm in der gegenüber liegenden Ecke Platz. War das nun dieselbe Frau wie gestern abend? Gewiß, schön war sie immer noch— aber das war auch alles! „Hat es Ihnen gut gefallen im Theater,“ fragte er nach einer Weile. „Danke, sehr gut!“ erwiderte sie. „Und das Souper?“ „War ausgezeichnet!“ „Ich muß sagen,“ meinte er,„daß ich noch nie in meinem Leben einen so angenehmen Abend verbracht habe. Bisher habe ich derartigen Unterhaltungen keinen Geschmack abzugewinnen vermocht. Können Sie es nicht so einrichten, daß, wenn wir mal wieder in die Stadt fahren, wir auch immer zusammen reisen?“ Er sah sie treuherzig an. Dabei wußte sie nicht, meinte er es ernst oder hielt er sie wieder zum besten? „Wir haben abgemacht, für gestern das Werk zu vergessen,“ sagte sie.„Wollen Sie diese Vereinbarung nicht einhalten?" „Es soll alles ungeschehen sein!" „Ja! Zuhause wünsche ich Sie nicht zu kennen. Zwischen uns besteht nichts Gemeinschaftliches.“ „Wenigstens nicht zur Zeit!“ „Auch in Zukunft nicht!“ rief sie ärgerlich. „Das bleibt abzuwarten,“ erklärte er.„Ich bin von Natur aus ein Optimist.„Er schwieg eine Weile, dann fuhr er fort:„Ich hoffe, daß Sie der Besuch im Ministerium nicht allzu sehr enttäuscht hat!“ „Ich bin stets auf Enttäuschungen gefaßt,“ sagte sie wegwerfend.„Gottseidank liegen für uns noch genügend Aufträge vor. Wir brauchen unsern Betrieb nicht einzuschränken!“ „Es wäre auch sehr schlimm,“ meinte er. Nach einiger Zeit:„übrigens hat Dr. Hörbig von einer Fusion zwischen Griesbach und Overhoff gesprochen. Vor wenigen Wochen noch wäre ein solcher Plan für die Griesbachwerke sehr verlockend gewesen...“ Sie sah ihn empört an. „Wollen Sie etwa damit sagen, daß es für die Griesbachwerke jetzt nicht mehr verlockend wäre, mit uns eine Verschmelzung einzugehen?“ „Jawohl,“ erwiderte er gemütlich,“ genau das will ich sagen! Die Griesbachwerke haben nämlich jetzt ein bedeutendes Plus gegenüber den Overhoffwerken" Sie lachte ironisch auf. „Dieses Plus ist natürlich der Herr Chefingenieur Westernkirch? Nicht wahr, so ist es doch?“ „So ungefähr,“ gab er zu.„Es war wirklich sehr unklug von Ihnen, mich an die Luft zu setzen. Sie werden bestimmt nicht leugnen können, daß ich im Umgang mit Ihnen stets sehr zurückhaltend gewesen bin. Wenn ich mich zu dieser Nachgiebigkeit bereit zeigte, geschah das nur. in Erinnerung an Ihren Vater. Er war stets ein verständnisvoller und hoch anständiger Arbeitgeber...“ Rosemarie bemerkte auf einmal, daß ihre Hände zitterten. Nur mit großer Mühe konnte sie ihr Temperament noch bändigen. „Sie verfügen über ein Selbstbewußtsein, mein Herr,“ sagte sie,„das mir einfach unerträglich ist.“ „Ein Mann ohne Selbstbewußtsein ist kein Mann,“ erwiderte er. Ich weiß, was ich leiste, und verstehe mich selbst ganz richtig einzuschätzen.“ Er hatte mit Absicht diesen Weg eingeschlagen. Dabei suchte er verzweifelt nach dem passenden Uebergang, um ihr von seiner Liebe zu sprechen. Aber er konnte das Stichwort nicht finden. „Uebrigens,“ meinte er,„die Tochter Ihres Werkmeisters Groß, Ella Groß, hat sich um eine Dienstwohnung bei den Griesbachwerken beworben. Sie heiratet jetzt...“ „Ach! das ist mir ja ganz neu,“ rief Rosemarie erstaunt.„Wen denn?“ „Ihren Verlobten natürlich. Er ist Techniker bei Griesbach. Die jungen Leute waren doch schon lange verlobt. Damals abends, als Sie mit dem Auto vorbeifuhren und ich Ihnen entgegenkam...“ „Das waren also Ella Groß und ihr Verlobter?“ „Ja, was ist dabei?“ Er sah sie dabei so ernst an, und so ahnungslos, daß sie überzeugt war, seinerzeit einem Irrtum zum Opfer gefallen zu sein. „Und ich habe schon gedacht. Sie wären das gewesen,“ sagte sie. Er brach in ein schallendes Gelächter aus. „Ich? Das ist ja ein glänzender Witz!“ Jetzt schämte sie sich ihres Verdachts. Aber sie war nicht in der Stimmung über ihre Handlungsweise nachzudenken. Noch war die Empörung über seinen Hohn in ihr. „Ihre persönlichen Angelegenheiten interessieren mich überhaupt nicht,“ zischte sie ihn an. „Das meine ich auch. Dann wollen wir über etwas anderes sprechen.“ „Danke, ich lese lieber meine Zeitung.“ „Ich habe Ihnen aber noch etwas Wichtiges zu sagen,“ meinte er.„Wenn Sie einmal durch die richtige Schule gehen, werden Sie, glaube ich, die beste Frau von der Welt sein. Sie sind verwöhnt! Sie haben nie in Ihrem Leben sich etwas sagen lassen müssen. Sie glauben immer, alle müßten sich Ihnen fügen. Ich bin zu den Griesbachwerken übergegangen, mit der festen Absicht, den Kampf gegen die Overhoffwerke aufzunehmen. Und ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um... um...“ Er setzte ab, weil er nicht das richtige Wort fand. „... um Ihnen die Aufträge fortzunehmen, auf die Sie so stolz sind,“ sagte er dann. „Kurz und gut, Sie wollen die Overhoffwerke zu Grunde richten?“ fragte sie, ihn mit blitzenden Augen musternd. „Ja— das ist die richtige Bezeichnung.“ Sie verzog ihr Gesicht. „Sie handeln aus ganz gemeinen Motiven heraus: Aus Rache...“ „Ganz und gar nicht,“ erwiderte er.„Ich handle aus einem völlig anderen Grund heraus..“ „Darf man fragen, was das für ein Grund ist?“ Jetzt war das Stichwort gefallen. Jetzt hätte er die Wahrheit sagen können. Aber er brachte das Wort nicht über die Lippen. „Das kann ich Ihnen noch nicht sagen,“ erklärte er.„Sie sind jetzt nicht in der Form, meine Worte richtig zu verstehen.“ Sie lachte auf. Dann meinte sie: „Nun will ich Ihnen einmal etwas sagen: ich nehme den Fehdehandschuh auf. Mag dann kommen, was will. Der Sieg wird Ihnen jedenfalls nicht leicht fallen. Zum Glück steht mir genügend Kapital zur Verfügung.“ „Das größte Kapital wird auch einmal aufgebraucht sein.“ „Auf jeden Fall wird Griesbach was das Kapital anbekrifft, nicht so lange aushalten, wie ich „Das wollen wir erst einmal sehen!“ „Warum fangen Sie Streit an mit mir?" fragte sie plötzlich. „Ich fange keinen Streit an,“ verteidigte er sich.„Ich will nur Ihren Vorwurf vorwegnehmen, ich wäre nicht offen und ehrlich gewesen. Auf einmal lächelte sie. „Nehmen wir an. Griesbach schlüge mir jetzt eine Fusion vor?“ meinte sie gedehnt. „Versuchen Sie einmal! Sie haben nichts mehr zu bieten, seit ich von Ihnen fort bin.“ „Ich habe Griesbach schon etwas zu bieten,“ erwiderte sie mit sonderbarer Betonung.„Und ich bin sicher, daß er es annimmt...“ Sie sah ihn triumphierend an. Er begrift sofort, was sie meinte. Er wurde kreideweiß, seine Hände zitterten. „So weit wollten Sie sich gehen lassen, Griesbach zu heiraten.“ „Warum nicht?“ lächelte sie. Er grübelte eine Weile vor sich hin. Dann klärte sein Gesicht sich auf und er lächelte. „Das glaube ich doch selber nicht“, sagte er. „Dafür kennne ich Sie viel zu gut...“ Im Innern aber war er seiner Worte garnicht so sehr sicher. Er wußte genau, daß Griesbach sofort ja gesagt hätte, wenn eine Einheirat in die Overhoffwerke möglich gewesen wäre. Rosemarie, und Griesbachs Frau— dachte Westernkirch— nein, niemals! Eher gäbe es ein Unglück... * Ernst Griesbach war über das Ergebnis von Westernkirchs Besuch im Luftfahrtministerium hoch erfreut und hielt mit seinem Lob nicht zurück. „Das gibt eine schwere Nuß zu knacken für die schöne Rosemarie,“ lachte er.„Westernkirch, die erste Runde haben wir gewonnen! Es besteht bei Ihnen doch kein Zweifel mehr über die Güte Ihres neuen Motors?“ „Nicht der geringste,“ entgegnete Westernkirch überzeugt. „Dann wird der Motorenkrieg nicht mehr lange dauern.“ fuhr Griesbach fort.„Ich will Ihnen jetzt mal was im Vertrauen sagen, damit sie auch Ihre Freude haben. Vor einiger Zeit habe ich Fräulein Overhoff einen Heiratsantrag gemacht. In ihrem unbändigen Stolz gab sie mir einen Korb. Jetzt aber wird sie bald ganz klein werden. Die Erfüllung meines Wunsches rückt näher.“ Westernkirch runzelte die Stirn. „Fräulein Overhoff wird nur den Mann heiraten, den sie liebt,“ sagte er. Griesbach machte ein wegwerfende Bewegung. „Mit Geld ist alles zu machen! Ich kenne genug Geschäftsehen. die glücklich wurden! Und überhaupt Liebe...“ Er strich sich unternehmungslustig über sein kleines dunkles Bärtchen und sah Westernkirch mit einem blitzenden Blick an, der wohl besagen sollte: bin ich nicht ein schöner Mann? Westernkirch würgte der Ekel in der Kehle. Griesbach war ihm als Mann immer unsympathisch gewesen. Hätte er nicht seinen bestimmten Plan gehabt, Griesbach würde nicht lange in dieser Weise gesprochen haben. So aber zwang er seinen Unmut nieder, und er lächelte bloß zu den Prahlereien Griesbachs. Sie arbeiteten jetzt Tag und Nacht zusammen, um den neuen Motor für die Prüfung fertig zu machen. Westernkirch hatte keine freie Minute mehr. Dennoch aber dachte er ständig an Rosemarie, und die Ereignisse ihres Zusammentreffens in der Stadt traten häufig bildhaft lebendig vor seine Augen. Im stillen bereute er die Worte, die er zu ihr auf der Rückfahrt gesprochen hatte. Aber er entschuldigte sich mit der Verpflichtung, daß er sie als anständiger Gegner warnen mußte. Beim Spaziergang am nächsten Sonntag nachmittag traf er mit Regina Holm zusammen. „Nun sag mir bloß, was hast Du mit der Rosemarie gemacht?“ empfing sie ihn sofort. „Was ich gemacht habe?“ erwiderte er erstaunt.„Ich versteh Dich nicht.“ Sie hat mir erzählt, daß ihr in der Stadt zusammen gewesen seid. Als ich aber Einzelheiten wissen wollte, schwieg sie sich völlig aus. Irgend etwas Erschütterndes muß passiert sein, denn seitdem ist sie völlig verändert.“ „Inwiefern verändert?“ forschte er voll Interesse. „Sie kommt mir ruhiger und besinnlicher vor.“ „Brrlicht „Ja... Und dann ist sie viel verschlossener geworden. Neulich abends kam ich noch zu ihr ins Zimmer, und da sah ich, daß sie heimlich geweint hatte!“ Westernkirch lächelte ironisch. „Kann Fräulein Overhoff auch weinen? Offen gesagt, das hätte ich ihr garnicht zugetraut!“ Regina Holm sah Westernkirch mitleidig von der Seite an. „Du bist immer noch kein besserer Frauenkenner geworden, mein Lieber!" Nachdem sie eine Weile geschwiegen hatte, meinte sie:„Weißt Du, Heinz. ich bin ein furchtbar neugieriges Geschöpf. Willst Du mir nicht erzählen, was in der Stadt zwischen Euch vorgefallen ist?“ „Warum nicht?“ sagte er. Er berichtete ihr von dem Beisammensein. Regina Holm lächelte dazu, und, als er endete, lachte sie sogar hell auf. „Du bist mir ein schöner Konkurrent,“ sagte sie. Dann ernster:„Also wie sie damals war, so ganz Frau— so hat sie Dir gefallen?“ „Zum Verlieben gut gefallen!“ Regina Holm lächelte schon wieder. „Wie fremdartig diese Worte von Deinen Lippen klingen...“ (Fortsetzung folgt) Polnsche=Trenzterrehlmg 2. Aug. Drei polnische Zollbeamte brangen nach einer Meldung des„Danziger Vorposten" bei Sobbowitz etwa 150 Meter weit auf Danziger Gebiet ein. Ein Warnungsschuß eines Danziger Beamten veranlaßte die Provokateure zur Flucht. Der neue Vorfall beweist, daß Polen nicht daran denkt, die Serie der Herausforderungen gegenüber Danzig abzustellen. Auf der Eisenbahnbrücke in Dirschau wurde ein fahrplanmäßiger Zug, der Danzig um 19.28 Uhr verlassen hatte und in dem sich Danziger KdF.=Urlauber befanden von etwa 15 polnischen Soldaten mit Kies und Steinen beworsen. Die Fahrgäste, die sich völlig diszipliniert und ruhig verhielten, wurden mehrsach getrassen. Dämmerung in Polen? Nowy Kurjer denkt über den Wert der engstichen Zeranbichelt uac Posen, 2. Aug. Die Nichtgewahrung der englischen Baranleihe an Polen gibt dem Nowy Kurjer— ganz im Gegensatz zu den übrigen volnischen Blättern— Anlaß, endlich einmak über den Wert der englischen Freundschaft nachzudenken. Unter Anführung von Zitaten aus dem Dziennik Polski schkeibt das Blatt u. a.: Die von den englischen Finanzleuten bei den Anleiheverhandlungen gestellten Bedingungen eignen sich nur dazu, zurückgewiesen zu werden. Sie waren direkt unanständig. Sollte die Londoner Finanzwelt mit dem Direktor der Bank von England an der Spitze nur an die Vorteile der Kapitalanlage gedacht haben, ohne gleichzeitig die volitischen Vorteile aus der Gewährung dieser Anleihe zu würdigen? Nein: Die Londoner Finanzwelt denkt sowohl an die wirtschaftlichen Vorteile als auch an die volitische Konjunktur. aber sie möchte ihre Pläne lieber mit einem anderen als mit Polen verwirklichen. Die Finanzleute und die Pazifistenkreise sind ohne Gewissensbisse bereit, die„Interessen der schwachen und kleinen Völker" zu opfern, wenn sie nur im Verein mit einigen Großmächten die Welt für ihre Bankierzwecke ausnutzen können. Trostgeschenk für Warschau Kein Vargeld, aber Garantien für den Kauf britischer Waren , 2. Aug. Die britische Regierung unterzeichnete Mittwoch das Abkommen, durch das Polen Garantien in Höhe von 8163000 Pfund für den Kauf britischer Waren gegeben werden sollen. Die polnische Regierung wird in Höhe dieses Betrages Obligationen ausgeben, die samt Zinsen von dem Handelsministerium garantiert werden. Die Obligationen werden mit 5 v. H. verzinst und in einem Zeitraum von 16 Jahren, beginnend mit 1941, rückzahlbar sein. Das durch die Ausgabe der Obligationen einkommende Geld wird völlig für den Kauf von Erzeugnissen verwendet werden die in Großbritannien hergestellt werden. Das Abkommen wurde vom polnischen Botschafter und vom Ueberseehandelsminister Hudson unterzeichnet und besteht in Form eines Briefaustausches. Nadmetlesthung in Eonden. London, 2. Aug. Das britische Kabinett trat um Mittwoch früh zu seiner letzten Sitzung vor den Parlamentsferien zusammen. Dem Kabinett lagen lange Beratungsprogramme vor. Besonders die Lage im Fernen Osten dürfte erörtert worden sein, denn die Hauptprobleme sind hier— wie Preß Association schreibt— die gleichen geblieben, wenngleich man auch in Nebenfragen eine Einigung erzielt habe. Anscheinend hätten in den von Japan kontrollierten Teilen Nordchinas die antibritischen Demonstrationen nicht nachgelassen, und der britische Botschafter in Tokio müsse beinahe täglich neuer Zwischen fälle wegen protestieren. Der Premier= minister habe bereits gewarnt, daß,„wenn diese Bedrohung der britischen Interessen nicht aufhöre, die britische Regierung den Fall als sehr ernst ansehen werde". Auch die Frage der chinesischen Währung dürfte heute vom Kabinett erörtert worden sein, so daß man mit der baldigen Absendung neuer Instruktionen an den britischen Botschafter in Tokio rechnen Auch die Verhandlungen mit Moskau würden, Preß Association zufolge, von den Ministern ständig überprüft in der Hoffnung, die „kleinen noch bestehenden Differenzen" beilegen zu können. Die ursprungtih Absi., vaß die engtische und französische Militärmission noch in dieser Woche ihre Arbeit aufnehmen würde, ist wieder aufgegeben worden. Die Abreise der englischen Delegation zu den Vorbesprechungen in Paris erfolge nicht Mittwoch, sondern erst zum Wochenende, wahrscheinlich im Laufe des Freitag. Demzufolge verschiebt sich auch die geplante gemeinsame Weiterreise der beiden Abordnungen nach Moskau. Sie werden dem bisherigen Vernehmen nach am Montag oder Dienstag Paris verlaffen. Allerdings sind auch diese Terminansagen noch keineswegs endgültig. Die Verschiebung der Reise ist sehr überraschend gekommen und hat in Frankreich und England beträchtliches Aufsehen erregt. Es tauchten Vermutungen auf. daß es neue Schwierigkeiten mit Moskau gegeben habe, zumal die amtlichen sowjetrussischen Stellen über die baldige Ankunft der Militärmission noch nichts veröffentlicht hatten. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, daß die neue Entwicklung einen anderen Hintergrund hat. Aus Ankara ist nämlich General Huntzinger nach Paris zurückgekehrt, wo er unmittelbar nach seinem Eintreffen dem Ministerpräsidenten Daladier Bericht über die Verhandlungen der französischen Militärab= ordnung in der Türkei erstattete Daladier beauftragte Huutziger mit einer Sondermission nach London, die der General bereits angetreten hat. Nach der Unterredung mit Huntziger empfing Daladier den Chef der französischen Militärmission für Moskau, worauf der Oeffentlichkeit die Verzögerung der Aufnahme der Arbeiten dieser Mission bekannt wurde. Es ist also anzuneymen, vaß Huntziger zunächst einmal auch in London über seine Sondierungen in Ankara berichtet, und daß dann erst die Tätigkeit der englischen und der französischen Abordnung einsetzt. Interessant ist weiter ein Rätselraten, das in der englischen und französischen Presse über den Weg veranstaltet wird, den die Delegationen auf ihrem Flug nach Moskau einschlagen sollen. Im Vordergrund steht die Bersion, sie würden über Skandinavien nach Moskau stiegen. Paris demonstriert Ruhe Paris, 2. Aug. Die Vertegung des Beginns der Generalstabsbesprechungen in Moskau um eine Woche wird von der Pariser Presse— anscheinend auf ein Stichwort vom Quai d'Orsay hin— mit scheinbarer Ruhe aufgenommen. Es finden sich jedenfalls kurze registrierende Meldungen hierüber. Kommentare fehlen sogar vollkommen. Nur der mar„Populaire“ meint etwas spröde, daß diese Verzögerung„einen zwar nervös macht, aber doch nicht gravierend ist". Der Umstand, daß die Verschiebung der militärischen Besprechungen von der britischen Regierung veranlaßt worden ist, wird in Paris mit einem geflissentlichen Stillschweigen übergangen. In politischen Kreisen legt man aber der ganz unvermuteten Abreise des Generals Huntzinger nach London in diesem Zusammenhang gewisse Bedeutung bei. General Huntziger, der soeben erst aus der Türkei zurückgekehrt ist, wo er militärische Verhandlungen mit dem türkischen Generalstab hatte, soll bekanntlich als„zweiter Mann“ an der Sowjetexpedition der französischen Mission teilnehmen. Daß er nun plötzlich nach London beordert wird, wird in politischen Kreisen dahin ausgelegt, daß England und Frankreich noch vor der Eröffnung der Generalstabsbesprechungen gewisse militärische technische Abreden untereinander treffen wollen, bevor die beiden Missionen nach Moskau abreisen. Zwar sollte die britische Militärmission noch einige Tage in Paris mit der französischen in enger Fühlung sein und die notwendigen Abreden hier trefsen, aber die Entsendung General Huntzigers nach London läßt doch darauf schließen, daß man in Paris die Vorbereitung dieser Reise etwas gründlicher vornehmen möchte. Zeit so verändert, daß bereits ernste Schwierigkeiten für die Schiffahrt im nordlichen Teil eintraten. Die mittlere Tiefe beträgt 200 Meter, die größte Tiefe 946 Meter. Jetzt geht diese Tiefe immer mehr zurück, und im Wolgadelta bei Astrachau ist die Schiffahrt nur nach fortgesetzten Baggerarbeiten durchzuführen. Beim Erdölzentrum Baku traten in der Nahe der Küste eine Reihe von Inseln zutage, und große Flächen des Sees sind bereits eingetrocknet. um den fischreichen und auch verkehrstechnisch wichtigen See zu erhalten, ist geplant, durch Verbindung mit dem Schwarzen Meer die Austrocknung zu verhindern. Ein anderer Vorschlag geht aber dahin, das Kaspische Meer, wie die Zuidersee in Holland auszutrocknen, um auf diese Weise ieie Prdn britschem Militar kam es Straße erlitten haben. Mittwoch vormittag int in Istanbul der englische Schlachtkreuzer„Warspite“ mit vier Zerstörern zu einem Flottenbesuch eingetroffen. Die englischen Kriegsschiffe werden sich bis zum Sonntag im Hafen aufhalten. Gleichzeitig ist in Smyrna der englische Schlachtkreuzer„MaStreikunruhen in Detroit Newyork, 2. Aug. Die Streikhetze der CJOGewerkschaftsbonzen führte nunmehr auch in Detroit, wo 12 Werke der General=Motors bestreikt werden, zu Unruhen. Ein von Polizeikräften geschützter Zug Arbeitswilliger wurde von mehreren bun ,eteznhgrih hicherszgätee fen und mit einem Sttinhugel überschüttet. Eo gab mehrere Verletzte.— In Vervindung mit dem Versuch, den heftigen Kamp, zwischen den EIO=Gewerkschaften und dem Fachap#eiterr#r# band um die Kontrolle der Gewer e ggchlich Autoarbeiter beizulegen, hat die Bunn#.#tungsbehörde für die 78000 Werksangehorigen der Chrysler=Werke in Michigan Wahlen angeordnet, um die Vertreter für Kollektivverhandlungen mit den Arbeitgebern zu bestimmen. Das Abgeordnetenhaus bewilligte am Dienstag 277 Millionen Dollar für den Bau einer neuen Schleusenanlage im Panamakanal. Die Entscheidung des Senats dürfte ebenfalls noch in dieser Woche fallen. Dne grinsenr Ein Tatsachenbericht über den interessantesten Kriminalfall der japanischen Polizei Von Walter Ebert Copyright Knerr à Hirth, München. Alle Rechte vorbehalten 14. Fortsetzung. Einige Vasen und Gefäße aus Porzellan standen noch auf einem Wandbrett— erlesene Stücke in Formen von edler Schlichtheit und mit herrlichen Farbtönen. Modelle aus der Werkstatt eines Meisters, eines Porzellankünstlers... Hasegawa war wohl selbst der Künstler. Ishiga hatte an seinen langen, feinnervigen Händen Spuren von Ton entdeckt, und ganz hinten Garten stand ein niedriges Gebäude, das sehr wohl eine Werkstatt sein konnte. Vermutlich hatte er Hasegawa bei der Arbeit gestört.— Fräulein Hasegawa mochte etwa dreißig Jahre alt sein. Sie war sympathisch und wohlerzogen. Schweigsam und einsilbig, wie es sich für eine Frau in Gegenwart von Männern schickt. Auf Ishigas Fragen antwortete sie kurz und klar. Sie verriet mit keinem Wort, daß ihr daran gelegen war, etwas von dem zu erfahren, was die Polizei über das Schicksal ihres Verlobten wußte. Doch Ishiga glaubte auf dem Grunde ihrer Augen eine stumme, angstvolle Frage zu lesen. „Die Familie des Herrn Chiba ist in Sorge um ihn“, sagte er.„Seine Tochter hat sich an uns gewandt und uns gebeten, nach seinem Aufenthalt zu forschen. Sie hat seit Wochen nichts von ihrem Vater gehört.“ Mit Absicht sprach er von Chiba als einem Lebenden. Wenn die Hasegawas etwas von seinem Tod wußten, würden sie sich vielleicht irgendeine Bemerkung verraten. Unwillkürlich pflegt man ja von einem Menschen, den man tot weiß, in anderen Worten zu sprechen. Bei der Erwähnung von Chibas Tochter hatten Ichitaro Hasegawa und seine Schwester überraschte Mienen gezeigt. Sie schienen zum ersten mal etwas von dieser Tochter zu hören. Ryutaro Chiba hatte es wohl nicht eilig gehabt, seinen künftigen Verwandten von der nach Shimbashi verkauften Kiku zu erzählen. Ishiga hatte einen Einfall.„Würden Sie gestatten, daß Fräulein Kiku Chiba Ihnen in den nächsten Tagen einen Besuch macht? Es wird ihr sicherlich eine Beruhigung sein, sich mit Freunden ihres Vaters auszusprechen. Und da sie ohnedies bald zu Ihrer Familie gehören wird...“ Herr Hasegawa verbeugte sich zustimmend. Durch das matte Papier des Fensters brach gedämpft der erste Lichtschein des beginnenden Tages. Einer der Amados der Holzläden, die nachts vor die durchsichtigen Wände geschoben werden, stand halb offen. Kiku San richtete sich auf und rieb den leicht schmerzenden Nacken. Die harte Nackenstütze aus Holz, auf der sie während der Nacht geruht hatte, war kein bequemes Kopfkissen. Sie war noch nicht ganz daran gewöhnt. Es war ja noch nicht lange her, daß sie ein kleines Schulmädchen gewesen war mit zwei langen Zöpfen statt einer komplizierten Frisur, die selbst während des Schlafes frei in der Luft schweben mußte. Kiku hatte nicht gut geschlafen. Der Gedanke an das Bevorstehende hatte sie auch in ihren Träumen nicht verlassen. Heute war der Tag, an dem sie das Haus des Ichitaro Hasegawa betreten würde. Das Haus, in dem ihr Vater das letztemal vor seinem Tode gesehen worden war. Kiku zog fröstelnd die wattierte Decke um ihre Schultern. Es mußte noch früh sein. Das monotone Tak=tak des Feuerwächters, der seine beiden Hölzchen klappernd zusammenschlug, zum Zeichen, das er auf der Hut sei, drang von draußen herein. Ein Hahn krähte laut. Nun ertönte in der Ferne auch das Horn und der melodische Ruf eines Tofu=Mannes, der seinen Bohnenkäse anDie vertrauten, freundlichen Geräusche des erwachenden Tages gaben Kiku ein Gefühl des Geborgenseins. Wärmend zog der strenge Duft der Holzkohlen durch das Haus. Schilfgras, Erdbeere und Morgenlied schliefen noch. Ihre elfenbeinfarbenen Gesichter hoben sich gelblich ab von dem Weiß der Laken. Und um den Mund der schlafenden Schilfgras spielte ein Lächeln. Sicherlich träumte sie von ihrem Ni=San, dem Herzensfreund. Den ganzen Tag erzählte sie von ihm— Student war er, jung und arm und so verliebt... Ach nein, die kleinen Geishas lieben nicht die Reichen und die Mächtigen— ihre zartesten Gefühle schenken sie denen, die arm und schutzbedürftig sind. Auch Kiku wollte einen Ni=San haben, wenn sie erst eine richtige Geisha war. Schon jetzt träumte sie manchmal davon— und sonderbar, immer hatte er das Gesicht und die warme Stimme des Herrn Ishiga... Ishiga San... ein heller Schein ging über Kikus verschlafenes Gesichtchen. Sie würde ihn sehen— nachher, noch bevor sie nach Kanda hinausfuhr. Er wollte ihr noch einmal genau sagen, wie sie sich im Hause Hasegawa verhalten sollte. Es war eine schwere Aufgabe, die in Kanda auf sie wartete. Und sie war doch nur eine dumme kleine Halbgeisha—— aber das durfte natürlich auch niemand erfahren. Ishiga San hatte gesagt, daß er jetzt seine ganze Hoffnung auf ihre Geschicklichkeit setzen Kiku war stolz, daß Herr Ishiga soviel Vertrauen in sie hatte. * Vier flache viereckige Kissen liegen auf dem Boden. Vier Personen werden teilnehmen an der Feier des Tees in dem kleinen Pavillon: Ichitaro Hasegawa, sein Bruder Ono, seine Schwester Yuraka— und Kiku, der Gast. In der Mitte über der eingelassenen Feuerstelle wartet der schmiedeeiserne Kessel. Schweigend treten die vier in den Raum. Schweigend lassen sie sich nieder. Ruhe muß sein, harmonische Ruhe, wenn die Zeremonie des Tees beginnt. Niemand darf sprechen, keine überflüssige Bewegung darf stören— so will es der Kult des edlen Gewünks. 44-4 „Der erhabene dee— nur unter viesem Namen dürfen Japanerinnen von ihm sprechen. Der Hausherr selbst übernimmt die feierliche Zeremonie. Er ist hinausgegangen. Run öffnet sich mit leisem Rauschen die papierene Wand. Mit abgemessenen, nach der Vorschrift etwas schleifenden Schritten kommt er herein; in den erhobenen Händen trägt er die Geräte des Tees. Beherrscht und wundervoll ausgeglichen sind die Bewegungen der ausdruckvollen Hände; jede Geste ist seit Jahrhunderten vorgeschrieben, jede hat ihre Bedeutung. Bewundernd folgen die Blicke der drei dem weihevollen Vorgang; sie wissen die Kunst der Darstellung zu würdigen, sie kennen die Bedeutung jeder einzelnen Bewegung. Behutsam werden die Kohlen geschichtet; die Hand ergreift die Schöpfkelle, in schönem Bogen plätschert der Strahl in den Kessel. Das Wasser beginnt zu summen.„Rauschen des Windes im Fichtenwald“— so deutet die Ueberlieferung das Summen. „Rauschen des Windes im Fichtenwald" denk jeder der vier. Schweigen, Ruhe, harmonische Ruhe. Der Friede des Tees ist eingekehrt. Ist es der Friede? Kein Wort, keine Bewegung, vier reglose Gesichter. Ruhe. Aber nicht die Ruhe der Harmonie. Beherrschung, aber nicht Versunkenheit. Kiku läßt heimlich die Blicke über die fremden Gesichter gleiten. Da ist der asketische Kopf des Ichitaro Hasegawa, der gröbere des jüngeren Bruders, das stille, demütige Gesicht der Schwester. Es geht keine Sympathie von diesen drei Menschen aus, sie spürt es. Gespräche in der Racht Yuraka atmete laut und regelmäßig. Die Racht hing schwarz wie ein dickes Tuch. Kiku starrte mit aufgerissenen Augen in die Richtung, aus der das Atmen kam. Ob sie wirklich schlief? Man konnte die Finsternis mit Händen greifen. Nur von der einen Wand kam ein Lichtschimmer, die Ahnung eines Schimmers. Irgendwo im Hause mußte noch Licht sein. Kiku hörte ihr Herz klopfen. In den Wänden aus Holz und Oelpapier knisterte es. Das Mädchen erhob sich und glitt lautlos hinüber zu der matt glänzenden Wand. Bebende Hände öffneten die Schiebetür, langsam, Zentimeter um Zentimeter. Der Nebenraum lag im Dämmerlicht. Daneben, im Zimmer des Hausherrn, war der Lichtschein. Kiku schob die Tür hinter sich zu. Schritt um Schritt tastete sie sich über die weichen Matten. An der erleuchteten Papierwand kauerte sie sich nieder. Das Lämpchen in dem Zimmer warf flockernde Schatten. Unterdrückte Stimmen murmelten. Kiku unterschied das tiefe Organ Ichitaros und die rauhe Stimme Onos. Die Worte blieben unversändlich. (Fensetzung folgt.) Pfna. in verschiedenen Farben * PTTE: 80 Meter lang und 160 Meter lang Hans Linner vormals C. Braus Große Marktstraße 3—5 Holluns.. für Schwerte=Ost und Aeseurbeitertn gesucht Schwerter Zeitung Achtung! Achtung! Empfehle diese Woche: a Bratfleisch mit Knochen 0.50 R.A ohne„ 0.60 M.A sowie meine fk. Wurstwaren in bekannter Güte. „Müllers“, Roßschlachterei Schwerte, Rampstraße 23 Suche zum 1. 9. od. 1. 10. 39 2-3 ZimmerWohnung Angebote unter Nr. 1648 an die Geschäftsst. d. Schw. Ztg. Eintenratt jetzt nur noch Nik. 5.85 Hans Linner vorm. C. Braus Große Marktstraße 3—5. Neuf 10000 Versponter in Fruntreich Paris, 2. Aug. In den französischen Konzentrationslagern befinden sich augenblicklich noch rund 170000 rotspanische Flüchtlinge, und zwar im Lager von Barcares 58000, St. Cyprien 14000, Argeles 3000, Bram 15000, Montolien 15000, Agde 15000, Vernet und Marzeres 15000, Caylus 16 500, Gurs 19 500, dazu kommen noch 17·000 Greise, Frauen und Kinder in den südwestfranzösischen Departements. Die Rückwanderung dieser Flüchtlinge nach Spanien geht in einem durchschnittlichen Rhythmus von 4000 in der Woche vor sich. Der„Petit Parisien" berichtet, seit einigen Wochen hätten sich rund 20000 rotspanische Flüchtlinge„bereit erklärt", in Frankreich vorübergehend Arbeit anzunehmen. Sie seien zu militärischen Verrichtungen herangezogen worden. Die alte jüdische Methode Palästina=Araber werden auf„legalem Wege" von Haus und Hof gezagt Beirut, 2. Aug. Wie die Zeitung„Beirut“ aus Palästina meldet, üben die englischen und englisch=jüdischen Banken bezw. Gesellschaften auf die bei ihnen verschuldeten Araber neuerdings einen solchen Druck aus, daß die Wirtschaftslage des Landes immer trostloser wird. Sobald ein Araber nicht sofort fristgemäß zahlen kann, wird ein Verfahren anhängig gemacht und der Besitz versteigert. Hinter dieser Methode steckt wieder einmal, so betont das Blatt, das Judentum, das seinen Einfluß auf die Banken geltend macht, um auf diese Weise schnell und billig in den Besitz des arabischen Eigentums in Palästina zu kommen. Ein Gesuch der Araber bei der Regierung, ein Moratorium für Palästina zu verkunden, wurde abgelehnt. Die Zeitung„Beirut" fordert daher die arabischen Könige, Fürsten und Staatsmänner auf, sich zur Abwendung der durch diese jüdischen Machenschaften den Arabern drohenden Gefahren bei der britischen Mandatsregierung wenigstens für ein zeitlich begrenztes Moratorium einzusetzen. 75 000 Dollar erschwindelt Betrügerbande ausgehoben Newyork, 2. Aug. Die Bundesbehörden verhafteten gestern in Omaha(Staat Nebraska) 20 Personen. Ihnen wird zur Last gelegt, mehrere Versicherungsgesellschaften durch Ansprüche, die sich auf vorgetäuschte Autounfälle „stützten“, innerhalb von fünf Jahren um rund 75000 Dollar beschwindelt zu haben. Es sollen weitere Verhaftungen bevorstehen. in Tirol München, 2. Aug. In der Nacht zum Dienstag ging über das Leutascher Gebiet ein heftiges Gewitter nieder das die Ernte in den Ortschaften Oberleutasch, Unterleutasch und Weidach schwer schädigte. Die gesamte Gegend glich einer Winterlandschaft. Das Gewitter dauerte über eine Stunde. Oderflutwelle erreicht Steinau Einstellung der Schiffahrt im Unterlauf Das Wasser füllt Breslau, 2. Aug. Schon im Laufe des Dienstag waren in Maltsch alle Vorbereitungen getroffen worden, um dem Hochwasser zu begegnen. Die Besitzer der im Ueberschwemes se erher einr Aur Bent in Sicherheit gebracht. Die Ueberschwemmungen halten sich in den Grenzen des Hochwassers vom Mai dieses Jahres. In Steinau ist das Wasser am Mittwoch am rechten Ufer über die Dämme gelaufen und hat Felder und Wiesen überschwemmt. Da erst ein Teil der Ernte geborgen werden konnte, werden hier zum dritten Male in diesem Jahre große Schäden zu verzeichnen sein. Infolge des hohen Wasserstandes auch im Unterlauf mußte am Mittwoch die Schifffahrt bis Steinau eingestellt werden. Schon am Dienstag war ein Durchfahren unter der Dyhernfurter Brücke nicht mehr möglich. Die Sperre der Oderschiffahrt im Unterlauf wird sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen noch weiter ausdehnen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wird Glogau am 3. August einen voraussichtlich höchsten Wasserstand von 5,5 Meter haben, so daß dann auch dort die Schiffahrt eingestellt werden muß. Die weiteren voraussichtlich höchsten Wasserstände werden sein: am 4. August Neusalz 5,40 Meter, am 5. August Odereck 5 Meter, Krossen 4,80 Meter, Fürstenberg 5,10 Meter, am 6. August Frankfurt an der Oder 4,60 Meter, Küstrin 5 Meter. Im oberen Teil der Oder wird dagegen der Schiffsverkehr wieder ausgenommen, wenn auch vorerst noch beschränkt. Im Oppelner Bezirk, wo der Wasserstand wieder beträchtlich zurückging. sind die Wehre wieder aufgerichtet worden. Für Kosel=Oderhafen wurden bereits die ersten Genehmigungen zur Ausfahrt von Schiffen erteilt. In Alcala bei Madrid wurden ausgedehnte Arbeitslager eröffnet, in denen politische Gefangene ihre Strafe abarbeiten sollen, wahrend der dafür gezahlte Lohn den Familien zugeführt wird. Es verlautet, daß die beiden ersten von sechs auf der italienischen Ansaldo=Werft für mexikanische Rechnung gebauten Tankdampfer zu je 10000 Tonnen Wasserverdrängung im September fertiggestellt sein werden. Die Bezahlung erfolgt in Oellieferungen. Aus Anlaß des Feiertages der deutschen Wehrmacht fand Mittwochfrüh in Moabit ein Appell des Regiments„Großdeutschland“ statt. Die weiten Kasernenanlagen waren vor 25 Jahren der Standort des 4. Garderegiments zu Fuß, das sich während des Weltkrieges, besonders unter seinem letzten Kommandeur, General der Infanterie Reinhard, dem jetzigen Reichskriegerführer, hervorragend ausgezeichnet hat. Wie Lord Zetland im Oberhause mitteilte, wird sich das Oberhaus einstweilen bis zum 3. Oktober vertagen. Nach dem„Journal“ verhaftete die Sicherheitspolizei in Marseille die jüdische Emigrantin Alma Grundsberger, nachdem sie vielen ihrer Rassegenossen gefälschte Pässe verkauft hatte. Türnenz Epiel und Sperl Sieg über Angarn Die Magyaren wurden verdient mit 2:1(0:1) geschlagen Was nach den bisherigen Spi lergebnissen beim Wasserballturnier um den Hortvy=Pokal in dem holländischen Städtchen Doetinchem eigentlich nicht zu erwarten war, ist nun doch eingetroffen. Deutschland besiegte Ungarn in einem aufregenden Kampf vor 2500 Zuschauern verdient mit 2:1(v.1. und hat nun berechtigte Aussichten auf den Turniersieg. * Dem außerst spannenn#n und den Hohepunkt des Turniers bildende. Preffen zwischen den alten Rivalen Deutschland und Ungarn hatte man das größte Interesse entgegengebracht. Die zahlreichen Besucher wurden von dem unerhörten Tempo des rassigen Kampfes mitgerissen und spendeten beiden Mannschaften lebhaften Beifall. In den beiden anderen Spielen kam der 532=(4:1=) Sieg der Holländer über Frankreich etwas unerwartet, doch ist er vielleicht damit zu erklären, daß die Franzosen einige Ersatzleute einstellen mußten, während Holland in stärkster Besetzung antrat. Einen erbitterten Kampf gab es auch zwischen Belgien und der italienischen Mannschaft, der schließlich mit 4:4(1:2) unentschieden endete. Hammerwurf=Rekord in Gefahr Finnlands Hammerwerfer sind auf dem Vormarsch. Das bewies am Dienstag bei den Baltischen Spielen in Malmö Veirilae, der mit einer Weite von 58,67 m einen neuen Landesrekord ausstellte. Der Finne ist damit in die Front unserer deutschen Spitzenklasse, die wir vorerst für unerreichbar halten mußten, eingebrochen und es gilt für Blask, Hein, Lutz und die vielen kommenden Hammerwerfer dafür zu sorgen, daß uns der Weltrekord, den der Dortmunder Lutz im Juni des Jahres mit 59,07 m aufgestellt hat, nicht entrissen wird. sta be Wasserkuppe— Großartige Leistungen der Rhön. Segelflieger Für die Teilnehmer an der 20. Rhön gestaltete sich der Dienstag=Wettkampf zum bisher leistungsreichsten Tage. Nahezu 11000 km wurden— vorwiegend im Zielsegelflug— zurückgelegt. Mit der besten Leistung wartete wieder Schuchardt(DVL Berlin) auf, der nach 362 km bei Görlitz landete. Eine große Zahl von Segelfliegern kam über die 300=km=Grenze hinaus, so Ludwig(RSFK=Gruppe 7 ElbeSaale), der mit 357 km die zweitbeste Weite erreichte. versuchen wir es! Nordische Staaten lehnen Ski bei der Olympiade ab Die Führer der Stivervande von Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland hatten sich in Stockholm zusammen gefunden, um über den deutschen Antrag auf Durchführung von Skiwettbewerben bei den Olympischen Winterspielen 1940 in Garmisch=Partenkirchen zu verhandeln. Nach einer äußerst türmisch verlaufenen Sitzung ließen sich neben Norwegen auch Dänemark und Schweden dazu überreden, daß sie nicht an den anläßlich der Olympischen Spiele in Garmisch=Partenkirchen vorgesehenen Skidemonstrationen teilnehmen würden.— Für Deutschland kommt das Ergebnis dieser Stockholmer Zusammenkunft durchaus nicht überraschend. Nach den Besprechungen, die Dr. von Halt vor wenigen Tagen mit Major Oestgaard geführt hat, mußte er mit dieser Absage rechnen. Trotzdem aber läßt er sich durch die Haltung der skandinavischen Staaten keineswegs von dem einmal gefaßten Ziel abbringen. Alpenfahrer in Wien Schlußetappe im Regen Die Internationale Deutsche Alpenfahrt, eine der schwierigsten Prüfungen für Fahrer und Fahrzeuge überhaupt hat ihren Abschluß gefunden. 1600 km waren in drei Tagesetappen von München durch die bayerischen und ostmärkischen Alpen über den Großglockner nach Wien bei Hitze, Staub und am letzten Tage auch Regen zu bewältigen. Bergige Strecken und steile Abfahrten, kurvenreiche Wald= und Nebenstraßen mit schlechter Fahrdecke und nicht zuletzt sechs schwere Sonderprüfungen stellten an Mann und Maschine die größten Anforderungen. Wenn trotzdem die Zahl der Strafpunktfreien noch verhältnismäßig groß ist, dann ist das ein schöner Beweis für deutsche Wertarbeit, aber auch für die hohe und mutige Fahrkunst unserer Männer am Steuer. Die alte Donaustadt wurde von den ersten Fahrern am Mittwoch mittags um 13.40 Uhr erreicht. Verschmutzt- und verstaubt mit mancher Beule am Wagen, fuhren die Teilnehmer am Rathaus durchs Ziel. Sport in Ernst Lehner bei München 1800 Unser Rekord=Nationalspieler Ernst Lehner hat seinen Stammverein Schwaben Augsburg verlassen, da er beruflich nach München übergesiedelt ist. Der hervorragende Rechtsaußen der deutschen Nationalmannschaft wird in Zukunft die Farben von München 1860 tragen und für die„Löwen“ eine wertvolle Verstärkung bedeuten. Radrennstaffel der Senbestädte Am Freitag, 4. August, findet in Berlin eine Radstaffel der Sendestädte„Rund um den Funkturm“ statt, für die folgende elf Städte mit eigenen Reichssendern ihre vier besten Amateure in den Kampf schicken: Köln, Königsberg, Berlin, Breslau, Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M., Saarbrücken, Stuttgart, München und Wien. Das Rennen ist in vier Läufen zu 20 Runden mit je elf Fahrern aufgeteilt. Für die einzelnen Läufe stellt jede Stadt einen Fahrer ihrer Mannschaft und jede vierte Runde bringt eine Wertung, bei der 5, 3, 2 und 1 Punkt verteilt werden. Runge fand keinen Gegner Im gut besuchten Berliner Eisstadion Friedrichshain wurden Amateurboxkämpfe durchgeführt. Olympiasieger Herbert Runge blieb im Schwergewicht ohne Gegner, da der Neuköllner Kowaczek nicht zur Stelle war, so daß der Kampf ausfallen mußte. Die Zuschauer wurden aber durch die guten Kämpfe der übrigen Teilnehmer voll entschädigt Schmenns Beden=Krusel in Vorlinute? Max Schmelings eindrucksvoller Sieg im Kampf um die Europameisterschaft gegen Adolf Heuser vor wenigen Wochen in Stuttgart gab verständlicherweise sofort Veranlassung, sich allgemein über Schmelings weitere Pläne und Absichten den Kopf zu zerbrechen. Schmeling selbst erklärte direkt nach dem Kampf, daß er vorerst genügend Abstand gewinnen müßte, um neue Pläne zu fassen. Aber kaum sind vier Wochen nach seinem Siege über Heuser vergangen, da tauchten schon die ersten Meldungen über einen bald zu erwartenden Kampf des Europameisters auf. Als Gegner wurde der derzeitige Deutsche Meister im Schwergewicht, Walter Neusel, genannt, und es unterliegt ja auch keinem Zweifel, daß vom Standpunkt der deutschen Boxinteressen vorerst kein anderer Gegner in Frage kommen kann, als der Bochumer Neusel, der den deutschen Meistertitel zu verteidigen hat. Der gesamte Stamm unserer bekanntesten Boxveranstalter, die aus Hamburg, Berlin, aus dem Süden und Westen Deutschlands in Stuttgart erschienen waren, beschäftigte sich dort bereits mit dem nächsten Programm. Da vor allen Dingen die Hamburger in bezug auf Schmeling=Kämpfe eine besondere Erfahrung aufweisen können(die Berliner Veranstalter haben scheinbar die Schwungkraft für derartige Unternehmungen verloren) war es nicht überraschend, zu hören, daß auch jetzt die Hanseatenhalle und daneben auch der Westen Deutschlands für einen Schmeling=Kampf mehr als durchschnittliches Interesse aufbrachten. Wie wir heute von maßgeblicher Seite erfahren, bestehen tatsächlich die größten Aussichten, daß der. nächste Kampf Schmeling gegen Neusel um den Titel eines deutschen Schwergewichtsmeisters tatsächlich im Westen Deutschlands, und zwar unter Umständen in Dortmund stattfinden wird. Dies Ereignis würde naturgemäß für die Stadt Dortmund von größter Bedeutung sein, und es würde allgemein begrüßt werden, wenn der Wagemut der Dortmunder Veranstalter durch die Stadt selbst die notwendige Unterstützung finden würde. Schmelings letzte Kämpfe in der Dortmunder Westfalenhalle liegen allerdings Jahre zurück, aber niemand wird vergessen, daß hier der Exweltmeister und jetzige Europameister seinen großen internationalen Aufstieg begann mit seinem K.o.=Siege über den Belgier Delarge. Hier in Dortmund eroberte sich Schmeling seinen ersten internationalen Titel als Europameister der Halbschwergewichtsklasse, nachdem er vorher den deutschen Meistertitel gewonnen hatte. Heute liegen die Verhältnisse genau umgekehrt. Als Europameister wird er jetzt versuchen, auch den Titel des deutschen Meisters im Schwergewicht zu, erringen, den er bislang noch nie besessen hat. Aus der Angerung Versammlung der Körperbehinderten Hörde. In der Mitgliederversammlung, die der Ortsbund Dortmund=Hörde des Sozialstelle des HI.=Standortes Groß=Dortmund, Arndtstraße 28, oder beim Arbeitsamt, Körnerdes der Körperbehinderten im„Bergischen Hof“ abhielt, sprach der Beauftragte des Kreisbundes, Kamerad Zinkusch, über das Thema„Der Körperbehinderte im Einkommensteuergesetz“. Er machte die Bundeskameraden auf die steuerlichen Erleichterungen, die den Körperbehinderten gewährt werden, aufmerksam. Ferner wies er auf eine Bestimmung hin, nach der die schwerbeschädigten Gefolgschaftsmitglieder im öffentlichen Dienst einen Zusatzurlaub beanspruchen können. Er machte zum Schluß bekannt, daß im September anläßlich des sechsjährigen Bestehens des Ortsbundes Dortmund=Hörde ein Kameradschaftsabend stattfinden wird. Übertragbare Krankheiten Dortmund. In der Woche vom 23. bis 29. Juli sind, in Groß=Dortmund folgende übertragbare Krankheiten aufgetreten: Diphtherie 27 Erkrankungen, Genickstarre 2 Erkrankungen, Kindbettfieber eine Erkrankung, ein Todesfall, Ruhr 2 Erkrankungen, ein Todesfall, Scharlach 26 Erkrankungen, Lungen= und Kehlkopftuberkulose 3 Erkrankungen, 7 Todesfälle, Tuberkulose anderer Organe 3 Todesfälle, Keuchhusten 10 Erkrankungen. Ein Auto überschlug sich Dortmund. Am 31. Juli gegen 16.15 Uhr wurde der vierjährige Werner P. aus der Schüruferstraße vor der elterlichen Wohnung von einem Lastkraftwagen, Fahrer Adolf D. aus der Schwerter Straße, angefahren. Das Kind, das am ganzen Körper erhebliche Verletzungen davongetragen hatte, wurde dem Krankenhaus Bethanien in Dortmund=Hörde zugeführt. Das Verkehrs=Unfallkommando war an der Unfallstelle und hat die Ermittlungen bezüglich der Schuldfrage sofort ausgenommen. Am 1. August gegen 1 Uhr fuhr ein Personenkraftfahrer, Wilhelm J. aus der Horst=Wessel=Straße, auf der Irminsulstraße in einen Straßengraben und der Wagen überschlug sich. Der Fahrer sowie die Mitfahrerinnen Frieda und Marianne B. aus der Graudenzer Straße und der Karl=Heinz M. aus Westhofen kamen— wie durch ein Wunder— mit leichten Verletzungen davon. Der Personenkraftwagen wurde derart schwer beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Elmshorn braucht noch Erntehelfer Der Kreis Elmshorn braucht wider Erwarten noch eine Anzahl Erntehelfer. Alle Jungen, die jetzt noch die Absicht haben, sich am Ernteeinsatz der HJ. zu beteiligen, werden deshalb aufgefordert, sich umgehend entweder bei der Ein Herner fährt nach England Ursache: Rundfunksendung„Wo bist du, Kamerad? Der vom Reichssender Köln eingerichtete Funkappell der alten Frontsoldaten unter dem Kennwort:„Wo bist du, Kamerad?“ hat manch Kriegserinnerungen aufgefrischt und vielen Kriegsteilnehmern zu einem Wiedersehen verholfen. Vor einiger Zeit wurde ein Volksgenosse aus Herne=Holthausen auf diese Weise auf einen Vorfall aufmerksam, den er an der Front erlebt hatte. In dieser Angelegenheit bat ein Engländer, der nach dem Schicksal seines verschollenen Bruders forschte, um eine diesbezügliche Nachricht. Der Herner Volksgenosse kam diesem Wunsch nach und schilderte, wie er dem sterbenden Engländer im Graben Beistand geleistet habe. Als Dank dafür erhielt er jetzt eine Einladung zu einer kostenlosen Ueberfahrt nach England. Zeitschriftenschau „Jugend und Heimat“ Heft 7 der Zeitschrift für Jugendherbergen und Jugendwandern des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen ist der Waterkante zugewandt. Eine Erzählung„To Foot gohn“ von Rudolf Kinau aus dem Holsteinischen, ein Bildbericht von Berend de Vries aus der Nordsee=Inselwelt, von Marsch und ostfriesischer Küstenlandschaft,„Sommer an der mecklenburgischen Küste" von Theodor Jakobs, pommersche und ostpreußische Küste: alles vorzüglich illustriert— ein See=Wanderheft, das manche Anregung für die Reisezeit bietet. Dr. E. Druck und Verlag: Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte (Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Zur Zeit ist gültig. D.=A. IV/39: 1498. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 außer Sonnabend. Sonst nach schriftl. oder fernmündlicher Anmeldung.