W Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45###(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R 2.—(einschl. 28.2: Zeitungsgebühr und 0.44 N### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 R### Bestellgeld. Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus,6 Geschästestelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— postscheckk.: Dortmund 2852 Mhte-Sre Geschästustele Gr. Marktstr. 3. Ferm. 2770— Hostscheck.: Dorrmund 2452]# ehwerter Zeimatblatt„ Tageblatt für die Huadt Schwerte, die Amter Westhosen! Ergste. Emzige in Schwerte gedruckte Tageszeilung Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 Nre Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 175 Schwerte(Ruhr), Sonnabend, 29. Juli 1939 71. Jahrgang Oresbeieriwfsnerens Areßeeontsche Iundschun Verleihung des ersten Rundfunkpreises an den Konstrukteur des Volksempfängers Erstr demsche Fern, ehaus tunno axtete Bepästerurchzschichten Ttender de: er ie.#e Mela: undtenses geusgenn heten ene uzehe Berlin, 28. Juli. In der großen Masn: renhalle am Kaiserdamm wurde am Freitag vormittag die 16. Große Deutsche Rundsunkbiche de Geiselhe i. Ketscähaitie. Vertretern der Ministerien und anderer Bebörden, des Heeres, der Partei und ihrer Glieberungen, sowie der Rundfunkfirmen feierlich „Das 20. Jahrhundert“, so begann Reichsminister Dr. Goebbels seine Rede,„ist das Jahrhundert der technischen Erfindungen. Auch auf diesem Gebiet vollzieht sich eine Revolution allergrößten Ausmaßes, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Revolution, im ganzen gesehen, die Menschheit höher Wir leben heute alle gestraffter und auch inensiver, als Menschen je zuvor geleht haben. Ja, man kann sagen, daß die Techutt#ur haupt erst die Art unseres heutigen sozialen und wirtschaftlichen Zusammenlebens ermöglicht. Wie wollte man sich sonst ein Nebeneinanderwohnen von vier oder gar sieben Millionen in einer einzigen Stadt vorstellen, ohne Zuhilfenahme der Technik), te Auch die politische Entwicklung unserer Zeit ist mit das Ergebnis der Technik. Die großen Masseybewegungen, die das augenblickliche politische Gesicht Europas bestimmen, haben sich zum Teil doch dadurch durchgesetzt, daß sie sich im Gegensatz zu ihren Gegnern in weikestem Umfange der Technik bedienten. Sie haben sie nicht stur und eigensinnig verneint oder mit romantischen Phrasen einem vergangenen Ideal nachgeweint. Sie haben sich vielmehr wie kühne Schwimmer in den reißenden Strom dieser Zeit hineingestürzt, und der Strom hat sie willig getragen.“ Dr. Goebbels zeigte dann im einzelnen, wie der noch vor 15 Jahren von den ewigen Besserwissern belächelte oder gar abgelehnte, Rund; funk heute aus dem nationalen Leben unseres Volkes überhaupt nicht mehr wegzudenken sei. Möge der eine dieses und der andere jenes Gebiet aus dem Rundfunkvrogramm bevorzugen, und möge jeder den Empfangsappargt,nach Bedarf und Geschmack einstellen:„entscheidend aber ist, daß er ihn einstellt. Hören müssen den Rundfunk alle. Er ist da. Er kann gar nicht nehr umgangen werden. Besonders angesichts des Ernstes der Leit, die wir augenblicklich durchleben, hat der Kundfunk ganz bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Es geht nicht so sehr darum, ein schweres und ernstes Programm, das am Ende nur einen Bruchteil des Volkes erfassen kann, zu senden, sondern vielmehr darum, den breiten Millionenmassen unseres Volkes in ihrem schweren Daseinskampf so viel wie möglich Entspannung, Unterhaltung, Erhebung und Erbauung zu vermitteln.“ Dr Goebbels wandte sich dann gegen Versuche, eine sogenannte„rundfunkeigene“, Kunst zu konstruieren. Mehr oder weniger, schließe sich die Kunst des Rundfunks an die bestehenden und ausgeübten Künste an. Und so gebe weder ein nur für den Rundfunk wirksames „Rundfunkdrama“, noch eine nur für den Rund„Der wesentliche Zuschuß, den der Rundfunk hier selbst beizusteuern hat, ist die Uebersetzung der Musik oder des gesprochenen Wortes ins Funkmäßige, das heißt, die Unterstreichung der Elemente der Kunst, die für den Funk besonders wirksam sind, unter Zurückdämmung der Elemente, die sich für die funkische Wiedergabe weniger eignen. In diesem Zusammenhang muß ich mich noch einmal gegen Versuche verwahren, das Programm des Rundfunks insofern zuzersplittern, als es sich stundenweise an verschieden geartete„Bevolkerungsschichren, Stanpe oder Berufsklassen wendet. Der Rundfunk kann das, und er soll das auch. Es ist ihm freigestellt, eine Stunde für den Arbeiter, den Bauern, den Studenten oder den Soldaten einzurichten.— Aber das heißt nicht, daß er dann in der Sprache des Arbeiters, des Bauern, Studenten oder Soldaten und nur für ihn verständmüägen sg lol. Stunden, hag se eür die Gesamtheit, des. Volles einprägsam und Es gibt demzufolge auch keinen Rundfunk Arbeiters oder des Bauern oder des Studenten oder des Soldaten. Es gibt nur einen Rundfunk des deutschen Volkes. Siegeslauf des Rundfunks Mit eindrucksvollen Zahlen gab Dr. Goebbels dann ein Bild von dem einzig dastehenden Siegeslauf des deutschen Rundfunks seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus. Außerordentlich erfreulich sei die weitere Ent(Fortsetzung Seite 2.) Handel Deutschland- Japan verstärkt itschland pud] 100 Attoptgt= zu verzeichnen seien, durch die Berlin, 28. Juli. Zwischen Deutschland und Japan ist Freitag ein umfassendes Abkommen über den Waren= und Zahlungsverkehg haraphiert worden, welches die Aufrechterhaltung des bisherigen laufenden Handels und darüber hinaus eine erhebliche Ausweitung des beiderseitigen Handelsverkehr vorsieht.„Das Abkommen soll am 1. Oktober d. J. in Kraft treten.„m Inzwischen werden einige Uebergangsmaßnahmen getroffen werden.„Der. Abschlu Abkommens wird in Deutschland und Japan lebhaft begrüßt, da dieses die gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen im Rahmen der zwischen den beiden Ländern bestehenden Freundschaft weiter festigen wird. Anti-Irengesetz in London, 28. Juli. Das Oberhaus nahm am Freitag in zweiter und dritter Lesung das Antiirengesetz an. Erziehungsminister Earl de la Warr, der namens der Regierung sprach, führte zur Begründung aus, daß über 130 Attentate zu verzeichnen seien, durch die ein Schaden angerichtet worden sei. der in die Millionen gehe. Zwei Personen seien getötet und 73 mehr oder weniger schwer verletzt worden. Es sei schon schlimm genug, wenn derartige Vorfälle sich jetzt ereigneten, und man könnte sich vorstellen, was erst im Falle eines Krieges geschehen würde. Nachdem das Unterhaus daraufhin umgehend die geringfügigen Abänderungsvorschläge des Oberhauses angenommen hatte, ist das Gesetz vom König unterzeichnet worden und damit in Kraft getreten. In Haiberabad ist es wieder zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Moslems und Hindus gekommen. Sechs Personen wurden getötet; die Polizei mußte eingreifen, um die Ruhe wiederherzustellen. König Karol von Rumänien und der rumänische Kronprinz haben Freitag mit ihrer Jacht Luceafarul Istanbul in Richtung auf das Aegäische Meer verlassen. Die britische Regierung, deren eifrigste Sprecher so gern auf die unerschöpflichen Hilfsquellen und besonders den unfehlbaren Reichtum des britischen Weltreiches, in erster Linie natürlich des Mutterlandes, hinweisen, und die es bei verschiedenen Debatten über die Wehrhaushalte sich nicht haben nehmen lassen, zu behaupten, daß die sozialen Einrichtungen unter der ungeheuren Rüstungsbelastung keiwegs Schaden litten und zumindest mit den sozialen Einrichtungen in anderen Ländern konkurrieren könnten, ist nicht in der Lage, dem Arbeitsveteranen nach einem beschwerlichen und meist recht bescheidenen Arbeitsleben eine anständige Pension zu Das ist der Sinn einer Unterhausaussprache über die Alterspensionen, zu der ein Antrag der Labour=Partei Anlaß gegeben hatte. Drei Jahre benötigten die englischen Marxisten, um festzustellen, daß eine Pension von 10 Schilling pro Woche, was ungefähr einer Mark pro Tag entspricht, wobei außerdem noch die ungeheuren Lebenshaltungskosten in England zu berücksichtigen sind, doch ein allzu bescheidenes Entgelt für die 65jährigen sei. Sie kamen nach eingehenden Berechnungen zu dem Schluß, daß ein Pfund pro Kopf und Woche und 35 Schilling für Ehepaare nicht zuviel seien. Heigen der Wushingiener Kiinetgung Tientsin, 29. Juli. Nach Ansicht ausländischer Beobachter in Tientsin ist eine Verschärtung der japanischen Blockade=Maßnahmen gegen die britische Konzession eher zu erwarten als eine Lockerung derselben. Die Lage hat iich sehr verschlimmert auf die Nachricht hin. daß die Vereinigten Staaten den amerikanischsapanischen Vertrag von 1911 gekündigt haben. Die japanische Erregung ist außerordentlich stark. Unbeteiligte Beobachter hier sind sehr überrascht durch den plötzlich Umschwung der Vereinigten Staaten, deren Weigerung, England beizustehen, hier allgemein als die Ursache angesehen wurde für das Zurückweichen Englands bei den Tokioter Besprechungen. Das Wort von Englands Rückzug auf Singapore ist nicht mehr rückgängig zu machen. England und Amerika werden niemals mehr die gleiche Rolle wie früher im Fernen Osten spielen können. Sie haben ihr Ansehen endgültig verloren. sevolt wollte stark scheinen Neue Motide zue plötzlichen HandelsvertragsLündigung vor London Washington, 28. Juli. In hiesigen diplomatischen Kreisen ist man doch einigermaßen erkannt über die Verschledenartigkelt der Motive, von denen sich Präsident Roosevelt zu einer so plötzlichen Kündigung des Handeldvertrages mit Javon habe leiten latfen. Und sehr eigenartig ist es, daß diese sich widersprechenden Motive aus Kreisen genannt werden, die über direkte Informationsmöglichkeiten tatsächlich verfügen. Heute ist es der Senator Pittman, der ja schon oft als der Sprecher der Regierung auftrat, der sich zur Motivfrage äußert, und zwar unter Hinweis auf das neue Moment, daß nämlich die Kündigung ohne vorherige Fühlungnahme mit der britischen Regierung erfolgte.„ M.einste mant Man hat also demnach in Washington wohl jene verschnupften englischen Blätter=Meldungen berücksichtigt, die anläßlich der Kündigung jetzt einer mangelhaften Zusammenarbeit zwischen London und Washington Ausdruck gaben Pittman äußerte sich in der Angelegenheit u. a., im Kongreß wurde kürzlich der Verdacht ausgesprochen, daß die amerikanische Außenpolitik im Fernen Osten von London distiert werde. Obgleich nun einer solchen Auffassung von Washington aus sofort energisch entgegengetreten worden war, hätten sich gewisse andere Regierungen jene Behauptung zu eigen gemacht. Daher sei es notwendig gewesen, daß die amerikanische Regierung einmal durch ein praktisches Dementi den Verdacht auf eine britische oder französische Vormundschaft entkräftete und daß Roosevelt vor aller Welt die Unabhängigkeit seines Handelns vor Augen fühnr. Senator Pittman fügte dann, auf anderes übergebend, hinzu, sein Antrag. aul fuhrsperre von Wassen. Munition und kriegswichtigen Rohstoffen Japan gegenüber werde sofort nach Wiederzusammentritt das Kongresses im Januar beraten werden. Wie einheitlich übrigens die Stimmung im Kongreß in dieser Frage ist, zeigt neben anderem eine Aeußerung des Führers der Isolationisten und schärfsten Gegners Roosevelts. Senator Boray, der das Liefern von Waffen und irgendwelchem Kriegsgerät seitens neutraler Nationen an Kriegführende nicht nur unmoralisch, sondern als gefährlich bezeichnet und daß deswegen die amerikanischen Neutralitätsgesetze auf alle kriegführenden Nationen gleichmäßig streng anzuwenden sind. sehr gelasten Eine Untiort auf die Kündigung des Hanbels. vertrages durch die uen Tokio, 23. Juli. Der Sprecher des japanischen Außenamtes wurde von japanischer Seite gefragt, ob Japan in seiner Antwort auf die Kündigung des Handesvertrages durch Washington die Anerkennung der neuen Lage im Fernen Osten gefordert habe. Er gab die Antwort, daß die direkte Forderung nicht gestellt worden sei. Japan erwarte aber, daß die Vereinigten Staaten der neuen Lage Rechnung tragen, und daß sie auch die Initiative zu Verhandlungen über einen neuen Vertrag ergreiion würden. Seite 3 Lasen die hauter Rennen zu Borimund Urteilsbegründung im Seite 5 Frauenwelt und Heim Seite 9 Student im Erniedienst Fanscher Dichir ericht bas nus Deulsschiund Anser Satsachenbericht aus Japan Seite 12 Bilder der Woche Seite 13 Dieössentliche Sicherheit in Westsalen Seite 16 Auf Grund ihrer langjährigen parlamentarischen Erfahrungen waren sie sich aber von vornherein darüber klar, daß mit den von ihnen vorgebrachten Argumenten in einem hochkapitalistischen Lande wie England nicht viel anzufangen ist. In kluger Voraussicht formulierten sie daher ihren Antrag, den sie als Mißtrauensantrag gestellt hatten, so, daß auch weniger von den„sozialistischen“ Ideen der Labour=Partei durchdrungene Unterhausmitglieder es mit ihrem politischen Gewissen vereinbaren konnten, für den Mißtrauensantrag on timmenz.,####p#eähe fapt A##n u. Die Taktik der Sozialisten liegt dabei klar auf der Hand. Ihre ganze Absicht besteht weder darin, für die alten Leute wirklich etwas zu tun, noch konnten sie mit der Möglichkeit rechnen, einen Mißtrauensantrag gegen die überwältigende konservative Mehrheit selbst unter einer sozialen Devise durchzubringen. Vielmehr kam es ihnen nur darauf an, mit einer möglichst hohen Stimmenzahl gegen die Regierung in der Minderheit zu bleiben.... Tetn#t#mm Daß sie bei dieser Kalkulation mit einem Auge auf die Möglichkeit von Neuwahlen im Herbst schielten, kann keinem Zweifel. liegen. Die Labour=Partet, die in der jüngsten Veriode der britischen Geschichte foviel Wind aus den Segeln verloren hat, hat die Tendenz. wie sich bei mehreren Neuwahlen mit einer geringen Zunahme der Labourstimmen bemerkbar machte, die in einigen wenigen Fällen wieder zu Laboursiegen ausreichte, sich„Jozia!“ einzustellen. Sie kann es sich heute nicht mehr leisten, die Regierung auf dem Boden außenpolitischer Fragen herauszufordern und muß daher alte Labour=Schlachtruse aus der Mottenkiste holen. um die Gemüter zu erhitzen. Nichtsdestoweniger hatte die Debatte auch eine recht interessante Seite, deren Quintessenz Chamberlain selbst aussprach, als er in Ablehnung des Labour=Planes sagte, daß die Regierung keinerlei Pläne annehmen könne, durch die die Durchführung der gigantischen Rüstungsvorhaben und die Unterhaltung dieses ungeheuren Kriegsapparates gefährdet würde. Chamberlain operierte dabei nicht nur mit den 750 Millionen Pfund, diei m laufenden Jahr für Rüstungszwecke verausgabt werden und nur zu einem Drittel aus Steuereinnahmen gedeckt werden können, sondern er argumentierte auch damit, daß man in kommenden Jahren mit einer starken Belastungsprobe auf die Staatsfinanzen und die Steuerkraft zu rechnen haben werde. Er hütete sich zwar, auch nur ungefähre Zahlen vorauszusagen, bereitete aber die britische Oeffentlichkeit schon jetzt darauf vor, daß die Regierung weitgehend auf die Anleihefreudigkeit der Geldkreise angewiesen sein werde, die durch kostspielige Programme sicherlich nicht gefördert werden dürfte. Gerade jetzt zerbricht sich das britische Schatzamt den Kopf über die Unterbringungsmöglichkeiten einer 150=Millionen=Pfund=Rüstungsanleihe, die durch die Erhöhung der Wehrhaushalte von 630 auf 750 Millionen Pfund notwendig geworden ist.„ 665 Unterhaus hatte der Regierung bekanntlich eine Anleiheermächtigung bis achthundert Millionen Pfund im Frühjahr zugebilligt. Jedoch zeigt der Kapitalmarkt zurzeit keine große Neigung für langfristige Anleihen. Die Kapitalssorgen, die der britischen Regierung aus dieser Tatsache erwachsen, werden durch die kühle Behandlung, die der neuseeländische Finanzminister in London erfahren hat, dem man statt der gewünschten sechzehn Millionen nur neun Millionen bewilligte, und nicht minder auch durch den schleppenden Gang der englisch=polnischen Finanzverhandlungen, die vorläufig auch nur zu einem fünfzigprozentigen Ergebnis geführt haben, am besten beleuchtet. An die„Limes“ Auf einen Leitartikel antwortend, den die „Times“ vor kurzem über die Danzig=Frage veröffentlichte, hat Prof. Haferkorn von der Technischen Hochschule Danzig einen Brief an die„Times“ gerichtet, in dem Prof. Haferkorn u. a. erklärt, die„Times" habe behauptet, daß die Danziger sicherlich gern den augenblicklichen Status beibehalten möchten. Er halte es dagegen für richtig, in diesem Zusammenhang an die spontanen Massenkundgebungen vom Jahre 1920 zu erinnern, an denen praktisch die gesamte Bevölkerung Danzigs teilgenommen hätte, und bei denen leidenschaftlich gegen die Abtrennung der Stadt vom deutschen Mutterlande protestiert worden sei. Vor wie nach 1933 hätten die Danziger nur einen glühenden Wunsch zum Ausdruck gebracht, nämlich den, in die Heimat zurückzukehren, und sie seien auch heute noch überzeugt, daß dieser Traum eines Tages Wirklichkeit werde. Für die Danziger sei es überraschend, feststellen zu müssen, daß jetzt plötzlich das klare und eindeutige Danziger Problem in die politischen Leidenschaften hineingezogen worden sei, durch die Danzig zum„Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit“ gemacht worden sei, so daß nicht nur Polen, sondern auch England zu kämpfen bereit sei. Er aber sei der Ansicht, daß man sich mit der eigentlichen Frage so, wie sie ist, befassen soll, und zwar für eine konstruktive Politik, deren Ziel es sei, die Grundsteine für einen dauernden Frieden und für eine dauernde Ordnung in Osteuropa zu legen. Die„Times“ erkläre, daß, wenn Danzig militärisch von Deutschland besetzt werde, Polen wirtschaftlich und politisch von der Gnade des Deutschen Reiches abhängig sein würde, und daß ein bewaffnetes Danzig in Deutschlands Händen Deutschland die Uebermacht an der Ostsee geben würde. Sei sich aber die„Times“ darüber im klaren, daß die strategische Lage durch eine Einverleibung ins Reich überhaupt nicht verändert werden würde? Lange Jahre vor der Machtergreifung Hitlers habe General Weygand, der bestimmt als Sachverständiger spreche, das Problem des sogenannten Polnischen Korridors in die Worte zusammengefaßt:„Zwecklos in Friedenszeiten, kann der Korridor in Kriegszeiten nie verteidigt werden.“ Das sei und werde auch immer eine grundlegende Wahrheit bleiben. Wenn somit Polens strategische Lage an der Ostsee in keiner Weise durch eine Aenderung des Statuks Danzigs verändert werde, so bestehe auch kein Grund, warum Poten für immer eine friedliche Lösung des Problems auf der Grundlage einer„bedingungslosen Rückkehr". Danzigs ins Reich zurückweise. Deu deutschen Charakter Danzigs könne man nicht streitig machen, und es brauche auch kein Feilschen wegen der polnischen Wirtschaftsrechte in Danzig zu geben. Niemand habe ein Interesse deran, Polens freien Zugang zum Meer in irgend einer Weise zu beschneiden, und Danzig würde in Aubetracht der Konkurrenz Gdingens nur froh sein, wenn man den Danziger Hafen mehr als jetzt für das polnische Hinterland untzen würde. Danzig in deutschen Händen sei ein Fall für ein wirtschaftliches Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Polen, nicht aber um Polen wirtschaftlich von Danzig abhängig zu machen. Polens politische Unabhängigkeit würde auch durch die Rückgliederung Danzigs nicht bedroht werden, und für Polen gebe es nichts Wesentlicheres als gute Deutschland. Hot aur einen Nunesaat der Vonkks (Fortsetzung von Seite 1.) wicklung der Teilnehmerbewegung am deutschen Rundsunk, die heute zirka 60 v. H. der deutschen Haushaltungen gegen 54,62 v. H. am 1. Mai 1938 umfasse. Insgesamt zählte der deutsche Rundfunk 12580000 Teilnehmer am 1. Juni d. J. gegen etwa 10 Millionen am 1. Juli 1938. Wayrend sonst im Mai die sogenannten Sommerabmeldungen begonnen hatten, habe in diesem Jahr der Monat Mai sogar eine Zunahme von 77000 aufzuweisen. Der technische Fortschritt komme vor allem in der nunmehr abgeschlossenen Entwicklung des im vergangenen Jahr angekündigten Volkswagen=Empfängers zum Ausdruck. Ferner sei die Gemeinschaftsantenne, die einen störungsfreien Empfang sichern solle, heute schon im Besitz von Zehntausenden von Menschen. Um die Entwicklung in eine einheitliche Bahn zu lenken, habe der Sonderbeauftragte für technische Nachrichtenmittel, Generalmajor von Fellgiebel, im Einvernehmen mit dem Minister eine Reihe grundsätzlicher Forderungen aufgestellt, die gleichzeitig in der Presse veröffentlicht wurden. Die Sendeleistung selbst sei gegenüber dem Vorjahr um 24170 Sendungen= 15,2 v. H. bezw. 13522 Stunden— 18 v. H. gesteigert worden. Insgesamt habe der deutsche Rundfunk im letzten Jahr 88531 Stunden gesendet. Die Programmgestaltung Dr. Goebbels ging dann auf die Programmgestaltung ein und gab zunächst einen Ueberblick über die augenblickliche Aufteilung des Programms in 69.4 v. H. Musik. 919 v. H. Nachrichten, 6,8 v. H. Zeitfunk, 4,7 v. H. Vorträge, 36 v. H. Literatur und 5,6 v. H. Verschiedenes. Er gedachte der Werkpausenkonzerte der Reichssender Köln, Leipzig und anderer, der kulturellen Betreuung der Westwallarbeiter durch den Rundfunk, und er betonte dann den Ausbau des Konzertwesens vor allem im Deutschlandsender. Dieser repräsentative deutsche Sender habe während des vergangenen Berichtjahres allein 12 Konzerte der Berliner Philharmoniker unter den bedeutendsten Dirigenten wie Furtwängler, Mengelberg, Sabata u. a., die repräsentativsten Theater= und Opernaufführungen der Reichshauptstadt übertragen. Sei so versucht worden, ein künstlerisches Programm zu verwirklichen, das aller Beachtung und aller Bewunderung wert ist, so sehe der Wintersendeplan des deutschen Rundfunks vom 1. Oktober 1939 bis 31. März 1940 noch eine weitere intensive Steigerung auf diesem Gebiet vor. Als Großveranstaltung dieses Winters übertrage der deutsche Rundsunk wiederum die Olympischen Winterspiele in Garmisch=Partenkire Mit der systematischen Pflege der deutsch Sprache erfulle der deutsche Rundsunk danebauch eine Kulturaufgabe von unschätzbarem Wert. Dr. Goebbels verkündete dann den ersten Preisträger des im Vorjahr ausgesetzten Rundfunkpreises in Höhe von 10000 K.s für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Rundkunkwissenschaft, der Rundfunktechnik oder der Rundfunkprogrammgestaltung. Der Preis wurde dem Konstrukteur des Volksempfängers, Oberingenieur Otto Grießing, zuerteilt. „Es wird damit ein Verdienst gewürdigt, das barin besteht, durch Schaffung eines billigen Volksgerätes wesentlich zur Verbreitung des deutschen Rundfunks in den Massen unseres Volkes beigetragen zu haben.“ Für die Zukunft wies Dr. Goebbels dem deutschen Rundsunk vor allem die Aufgabe zu, seine Darbietungen noch mehr als bisher zu vervoll kommnen und sie in ihrem Niveau auch für den verfeinerten Geschmack zu heben. Der Deutschlandsender solle weiterhin mit allen Kräften als repräsentativer deutscher Kultursender ausgebaut werden. Der gesamte Rundfunk aber habe auf absolute Prazision seiner Arbeit größten Wert zu legen. Schließlich gedachte Dr. Goebbels der politischen Aufgabe des Rundfunks als eines Sprachrohrs des deutschen Volkes in die Welt hinein und damit als eines der kraftvollsten Verteidiger des deutschen Prestiges und Ansehens bei allen Völkern der Erde. In einer Zeit, in der mit einer Heftigkeit wie nie zuvor der Kampf um die deutschen Lebensrechte entbrannt ist, steht dieses Volk geschlossen um seinen Führer geschart. Jeder Versuch, die Nation von ihm zu trennen, er mag imen woher auch immer, muß von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden. Der Rundfunk aber hat die Aufgabe, ihn, wo er auch unternommen wird, gleich zu Anfang schon zu parieren und niederzuschlagen. Daran mitzuhelfen, ist seine politische Ehrenpflicht. Er hat auf Posten zu stehen gegen Lüge und Verleumdung, und damit ist er neben der Presse die schärfste geistige Waffe im Daseinskampf unseres Volkes. Möge er das immerdar bleiben, und sei er dazu auch in Zukunft die Stimme des Führers, die die Nation erweckt hat und heute eine ganze Welt zur Vernunft zurückruft. Damit erklärte Dr. Goobbeis die Ausstellung für eröffnet. Espicsten un Husenden=Agier Das Explosionsunglück im Hafen von Algier stellt sich als immer folgenschwerer heraus. Erst die Pariser Abendzeitungen von Freitag bringen nähere Einzelheiten. Es explodierte aus bisher unbekannten Gründen ein mit 75 Tonnen flüssigen Butangasen gefüllter Metallbehälter. Flammengarben schlugen sofort bis zu 50 Meter in die Höhe empor und griffen sofort auf die anliegenden Lagerhallen über und setzten den 2500 Quadratmeter großen Gebäudekomplex in Brand. Bei der Explosion wurden sieben Hafenarbeiter von den Stichflammen buchstäblich verbrannt, während einige weitere Personen sich mit brennenden Kleidern ins Wasser stürzten. Ihre Leichen konnten noch nicht gefunden werden. 50 weitere Hafenarbeiter, die sich teilweise in den Lagerhallen befanden und von dem rasch sich ausbreitenden Feuer umzingelt zu werden drohten, wurden ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen und trugen mehr oder weniger schwere Brandwunden davon. Der Schaden kann noch nicht annähernd abgeschätzt werden. 26 der Schwerverletzten glaubt man nicht am Leben erhalten zu können. Condor=Flug nach Südamerika Auf verkehrsmäßiger Grundlage von Berlin nach Rio de Janeiro Rio de Janeiro, 28. Juli. Am Freitagnachmittag 17.55 Uhr deutscher Zeit landete planmäßig auf dem Landflughafen Natal in Brasilien das Großflugzeug Focke=Wulf„Condor“ D—ABSK. Es ist dies das zweite vom brasilianischen Condor=Syndikat für den südamerikanischen Luftverkehr erworbene viermotorige Großflugzeug Focke=Wulf Condor D—ABSK, das am Mittwochfrüh in Berlin zum Ueberführungsflug gestartet war. Im Gegensatz zu dem kürzlich erfolgten Fluge einer Maschine des gleichen Modells, die die 11 105 Kilometer lange Strecke, nur durch kurze Tankpausen unterbrochen, ohne jeden Aufenthalt zurücklegte, wurde dieser zweite Flug auf völlig verkehrsmäßiger Grundlage, also mit Uebernachtungen in Sevilla und Dakar, durchgeführt. Deutsche Gebirgsjäger Erstbesteigung in voller Ausrüstung Berlin, 28. Juli. Nachdem vor kurzem erst ein Spähtrupp eines Salzburger Truppenteiles über die Pallavicini=Rinne den Großglockner ersteigen konnte, kann aus unserem Alpenkorps von einem neuen bergsteigerischen Erfolg berichtet werden. Einem Spähtrupp des Admonter Gebirgsjägerbataillons gelang es, die berüchtigte Nordwestkante der Roßgruppe zu bezwingen. Die alpine Leistung ist um so mehr zu werten, als es sich dabei um eine Erstbesteigung in voller Ausrüstung handelt. Pelnische Gemenihelen grden Seutsche Thorn, 28. Juli. Die Molkerei der deutschen Molkereigenossenschaft in Mogilno, die einer der modernst eingerichteten Betriebe ist, wurde auf polizeiliche Anordnung aus„sanitären Gründen“ geschlossen. Wir erfahren dazu folgendes: In die Molkerei kam ein in Mogilno wegen verschiedener Affären bekannter Mann, der ein Pfund Butter verlangte. Die Verkäuferin ließ den Mann einen Augenblick allein, um die Butter aus dem Kühlraum zu holen. Als die Verkäuferin wiederkam, war der Mann verschwunden, so daß anscheinend der Butterkauf nur ein Vorwand war, um in die Molkereiräume zu gelangen. Kurze Zeit darauf erschsen ein polnischer Polizist zur Vornahme einer Revision. Dieser nahm eine flüchtige Besichtigung der Räume vor, ging dann auf einen Kessel zu und zog eine Ratte heraus. Dies hatte naturgemäß die sofortige Schließung der Molkerei zur Folge. Eine weitere deutsche Molkerei in Zinsdorf, Kreis Schubin, ist ebenfalls jetzt auf Anordnung des Starosden geschlossen worden. Wieder 200 beutsche Arbeiter vor der Gotlastuung Posen, 28. Juli. Nach dem„Expreß Porauny" steht die Entlassung von 200 deutschen Arbeitern der Tomaschower Kunstseidenwerke bevor, nachdem bereits kürzlich eine Reihe deutscher Werksangehörige entlassen worden ist. Bei der Direktion des Werkes sei, so teilt das polnische Blatt in bezeichnender Deutlichkeit mit, eine polnische Abordnung wegen der „illoyalen oder dem Staat gegenüber seindlich eingestellten deutschen Arbeiter" vorstellig geworden. Die Delegation habe der Direktion eine Liste von„Movalen Aubeitern“ vorgelegt. über die schon Informationen eingezogen worden seien. Die Direktion, die sich grundsätzlich für den Standpunkt der Delegation erklärte, habe versprochen, die Liste durchzusehen und entsprechend zu verfahren. Zum Schluß teilt das Blatt dann mit, daß eine gewisse Anzahl von Arbeitern schon entlassen ist und daß die Entlassung von weiteren 200 deutschen Arbeitern vorgesehen sei. Delen sommert Deutliche Anspielungen auf die englischen Juteressen an der polnischen Wehrmacht Warschau, 28. Juli. Der Mißerfolg der volnischen Anleiheverhandlungen in London ist das Hauptthema der polnischen Presse. Zum ersten Male beschäftigen sich mit ihm auch die Regierungsorgane.„Expreß Porauny“ spricht in billigem Zweckoptimismus von einem ersten Teil der Verhandlungen“, dem eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen England und Polen folgen werde. Polen habe sich in London, auch, so gesteht das Blatt seinen Lesern, um eine Baranleihe bemüht,„weil es darum ging. die Grundlagen zu schaffen, die der polnischen Finanzpolitik einen breiteren Bewegungsraum geben sollen.“ Nach dieser vositiven Begründung kommt dann ein verschleiertes Eingeständnis der wirklichen Schwierigkeiten. Polen, so schreibt die Zeitung, brauche das englische Gold,„um eine zusätzliche Emission von Zahlungsmitteln zu Investierungszwecken zu decken,“ mit anderen Worten also, um die durch die Rüstungsmaßnahmen bedrohlich nahe gerückte Inflation abzuwenden. Polen sei aber, so versichert das Regierungsbatt plötzlich in rührender Bescheidenheit, „England nicht böse“, daß es nicht zu einer Verständigung in dieser Frage gekommen sei; Gewalt geht vor Beschwerden Volksdeutscher sind in schwere Vergehen! Kattowitz, 28. Juli. Wie vor kurzem berichtet, waren die Volksdeutschen Rudolf Rittweister, Karl Kania und Ludwig Zolesnik aus Mamitz bei Bielitz vor Gericht gestellt worden. weil sie es gewagt hatten, im Auftrage der deutschen Elternschaft des Ortes Beschwerde über die unhaltbaren Zustände in der dortigen staatlichen Minderheitenschule beim polnischen Woiwoden in Kattowitz zu führen. Die Antwort auf diese Beschwerde war die Anklageerhebung wegen„Verleumdung" des polnischen Schulleiters. Am Donnerstag fällte das Gericht, obwohl die vernommenen Zeugen den Inhalt der Beschwerdeschrift voll bestätigen mußten, das „Urteil“, das als glatter Rechtsbruch anzusprechen ist. Rittmeister wurde zu der außerordentlich hohen Strafe von vier Monaten Gefängnis ohne Bewährungsfrist verurteilt, seine beiden Mitangeklagten erhielten je drei Monate Gefängnis. Ohne Angabe von Gründen Rücksichtslose Verhaftung von Reichsdeutschen und Volksdeutschen in Lemberg Lemberg, 28. Juli. Ohne Angabe von Gründen verhaftete die Lemberger Polizei die Reichsdeutschen Gertrud Gottfried und Emilie Richter sowie zahlreiche Lemberger Volksdeutsche, unter denen sich auch der Leiter der Volksdeutschen Wohlfahrt Niemczyk befindet. Die Wohlfahrtsgelder wurden beschlagnahmt. Die Polizei besetzte den Volksdeutschen Dom=Verlag. Nachdem die Häuser sämtlicher Verhafteten umstellt worden waren, drangen acht Polizisten mit vorgehaltener Pistole in jedes Haus ein und veranstalteten rücksichtslose Haussuchungen Polen verdreht Tatsachen Unnötige Erörterung einwandfrei geklärter Tatbestände Danzig, 28. Juli. Der diplomatische Vertreder der Republik Polen in Danzig richtete, wie verlautet, an den Präsidenten des Senats ein Schreiben zum Fall Postelau. Der Vorfall hat sich bekanntlich nach den amtlichen Ermittlungen folgendermaßen abgespielt: Am 20. Juli 1939 stieß der Danziger Zollhilfswachtmeister Stein bei einem Kontrollgang längs der polnisch=Danziger Grenze bei Postelau auf einen polnischen Beamten, der ohne Anruf in etwa 15 Meter Entfernung sein Gewehr in Anschlag brachte und auf den Danziger Zollhilfswachtmeister Stein zielte. Zollhilfswachtmeister Stein ging darauf seinerseits in Anschlag und schoß in klarer Notwehr auf den ihn bedrohenden volnischen Beamten. Da der polnische Beamte offensichtlich kampfunfähig war, wollte der Danziger Beamte ihm zu Hilfe kommen, nahm jedoch davon Abstand, da sich zwei andere bewaffnete polnische Beamte näherten, und begab sich auf eine Dienststelle, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Es muß nach diesem klaren Tatbestand als höchst eigenartig bezeichnet werden, daß die Polen es wagen, ihrerseits auf diese Angelegenheit zurückzukommen. Ferner übersandten die Polen dem Senat zwei Aide Memoires, in denen versucht wird, den für Polen sehr kompromittierenden Zwischenfall bei Renneberg, den Uebertritt eines polnischen Spähtrupps auf Danziger Boden und das unflätige Betragen polnischer Soldaten auf dem polnischen Marineschlepper Karper an der Westernplatte im Danziger Hafen abzustreiten. Oderhochwasser steiRatibor, 28. Juli. Obwohl die andauernden starken Regengüsse in ganz Oberschlesien. die zeitweilig einen wolkenbruchartigen Charakter trugen, seit der Nacht nachgelassen haben, steigt das Hochwasser der Oder und ihrer Nebenflüsse weiter. Nur Annaberg kann ein Fallen des Hochwassers berichten. Das Odertal von Ratibor bietet ein ungewöhnliches Bild, weite Strecken gleichen einem ungehenren See. Im Stadtteil Ratibor Süd ist das Hochwasser in 25 Häuser eingedrungen. Wie die Reichsbahndirektion Oppeln mitteilt, mußte Donnerstagnachmittag die Hauptstrecke Heydebreck—Annaberg OS. wegen Hochwassergefahr zwischen Ratibor und Markdorf gesperrt werden. Seit den frühesten Morgenstunden des Freitags setzt ein langsames Fallen des Hochwassers um 3 Zentimeter in der Stunde ein. Inzwischen nähert sich die Hochwasserwelle Kosel und richtet weiter großen Schaden an. Auch weiter oderabwärts ist das Wasser innerhalb der letzten 24 Stunden etwa einen Meter gestiegen. Der Bezirk Oppeln hatte bereits am Mittwoch sämtliche Wehre gelöst. Die gleiche Maßnahme wurde am Donnerstag in Breslau im Oberlauf getroffen. Auch die Schiffahrt mußte von Kosel bis Oppeln am Freitag eingestellt werden, während sie im Breslauer Bezirk noch aufrechterhalten wird. Newyork sicherer als Basel? Schweizer Bank mietet Tresore Newyork, 28. Juli. Die Schweizer Bank von Basel mietete mehrere Stockwerke eines Wolkenkratzers am Broadway im Zentrum des Newyorker Bank= und Börsenviertels zur Einrichtung einer Newyorker Filiale. Außerdem mietete sie riesige unterirdische Tresorräume der Reservebank, in denen bis vor kurzem der größte Teil des Goldes der USA aufbewahrt wurde, das jetzt in Kentucky vergraben liegt. Newyorker Finanzkreise fragen sich, was die Schweizer Bank mit der großen Schatzkammer will und sehen darin ein Zeichen, daß neue große Goldverschiffungen aus Europa zu erwarten seien. Die Schwei. zer Bank, so meint man, werde wahrscheinlich ihre ganzen Goldreserven nach Newyork verlegen. Schwerter Zeitung“ Rus Nr. 175(Zweites Blatt) JUET ONNABEND Zum Geleit: Der nationalsozialistische Staat ist ein Leistungsstaat. Der Beamte, als Diener des Staates, als Vollzieher des Willens der Staatsführung, hat die Pflicht der bestmöglichen Leistung und damit die Pflicht, seine Fähigkeiten auszubilden und so seine Leistungen zu steigern. Hermann Aeef. Feierliche Eröffnung des Elsebades Vetter: Kurze Besserung Nach dem schlechten Wetter der ersten Hälfte der Woche hat sich auf Grund eines Hochdruckgebietes über Deutschland leichte Wetterbesserung eingestellt. Jedoch wird der Hochdruckeinfluß nicht von langer Dauer sein, am Wochenanfang bereits, wird eine neue Verschlechterung eintreten. Aussichten für Sonnabend, den 29. Juli: Wolkig, im ganzen trocken, mäßig warm. Aussichten für Sonntag: Bewölkungszunahme und Unbeständigkeit wahrscheinlich. i- Hohes Alter. Ihren 80. Geburtstag feiert in voller Gesundheit und Rüstigkeit die Witwe Elisabeth Runte, Kampstraße 10, am Sonntag, dem 30. Juli. Wir schließen uns den zahlreichen Gratulanten an. * Der große Schützentag des Schützenvereins Schwerterheide steigt. Der Sonntag ist für Schwerte ein großer Tag der Ereignisse. Den ersten Platz unter den Veranstaltungen nimmt aber der Schützentag des Schützenvereins Schwerterheide ein, der seit dem letzten Schützenfest des Vereins vor 4 Jahren zum ersten Mal wieder die Schützenkameraden und ihre Freunde im großen Saale des Freischütz vereinen wird. Allein die Musik der Iserlohn Flak mit den acht Solisten des Musikkorps übt immer wieder eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Abends erwarten uns frohe Stunden beim Tanz. Großes Kinderfest im Heimattiergarten. Pepo und Alah, die beiden beliebten Spaßmacher kommen am Sonntag, den 30. Juli, in dden Heimattiergarten am Freischütz, wo sie mit vielen Ueberraschungen für die Kinder aufwarDie vorbildlichen Sport= und Erholungsanlagen des Elsebades bei Ergste werden morgen nachmittag um 15 Uhr eröffnet. Schon jetzt ist der Ruf der Musterbadeanstalt mit ihren weiträumigen Anlagen, Wäldern, Sportplätzen, Schwimmbassins und Verkehrseinrichtungen weit in den Gau hinaus gedrungen. Es sind zur Eröffnung Gäste aus der Partei und Behörde geladen. Bürgermeister Hidding wird eine Ansprache halten und die Anlage ihrer Bestimmung übergeben. Daran anschließend werden Schwimmveranstaltungen der Iserlohner und Schwerter Schwimmvereine gezeigt. Sie erwarben den Grundschein Bei dem in der Zeit vom 10. Juli bis zum 22. Juli in der Schützenhofbadeanstalt stattgefundenen Kursus zum Erwerb der Abzeichen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft(DLRG.), erwarben folgende Volksgenossen und=genossinnen den Grundschein der DLRG.: Helga Dickel, Helmut Baust, Hermann Holzhausen, Karl Heinz Hömke, Gerhard Kühn, Walter Kölsche, Werner Swolana, Günther Schwarz, Heinz Gollberg, August Arendt, Otto Althoff, Werner Foth und Josef Stirnberg. Für die oben Aufgeführten findet die Ausgabe der Urkunden und Abzeichen Sonntag, den 30. Juli, morgens 10 Uhr im Lokal Westfälischer Hof(Quadbeck) in der Bahnhofstraße statt. Die Besteller von sonstigen Urkunden und Abzeichen werden gebeten, sich ebenfalls einzufinden. Auf Wunsch der Volksgenossen, die durch Urlaub usw. verhindert waren, an dem Kursus teilzunehmen, wird ab 1. August mit einem neuen Kursus begonnen. um jedem die Möglichkeit zum Erwerb des Grundoder Leistungsscheines der DLRG. zu geben. Die Leitung des zweiten Kursus liegt wieder in Händen des L.=Schein=Inhabers Wilhelm Swolana unter Mithilfe des Bademeisters Josef Jansen und des Schwimmkameraden Erwin Keppman. Der Kursus läuft diesmal bis zum 15. September. Anmeldungen nehmen die drei Obengenannten jederzeit entgegen. ten. Bonbonregen, Klettern an der Kletterstange, Eierlauf, Eselreiten und viele andere lustige Spiele werden einen Nachmittag lang die Jungen und auch die Alten begeistern. Dazu kommt noch als besonderer Anreiz eine Reihe schöner Geschenke: Täubchen, Häschen, Hähnchen usw., von denen jeder sich gerne eins nach Hause tragen möchte. Diese Kinderfeste erfreuen sich im Schwerter Heimattiergarten schon einer erfolgreichen Tradition und werden auch am Sonntag wieder eine große Zahl Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung anziehen. Kinderreiche Familien, die dem Reichsbund für Kinderreiche angehören, genießen für ihre Kinder besondere Vergünstigungen. Die Westfälische Landes=Bausparkasse, die öffentliche Bausparkasse der westfälischen Sparkassen unter Verwaltung der Landesbank der Provinz Westfalen, konnte bei der am 18. Juli 1939 erfolgten 26. öffentlichen Vertragssummenzuteilung 31 Bausparern eine Freude bereiten. An diese 31 Bausparer wurden RM. 157000.— RM. zugeteilt. Damit hat die öffentliche Bausparkasse seither RM. 4658000.— an baulustige Sparer oder zur Gebäudeentschuldung ausgeschüttet. Diese Summe verteilt sich auf 895 Bausparer, denen damit die Gelegenheit gegeben wurde, vor Ablauf der Vertragszeit über die Vertragssumme zu verfügen. Die Gelder stehen als II. Hypotheken zur Verfügung L. F und ermöglichen es auch dem wirtschaftlich Schwächeren, wenn er sparsam ist, mit geringem Eigenkapital in absehbarer Zeit zu Eigenbesitz zu gelangen. Weit über 100 000 Familien im Reiche haben auf diese Weise ihr Eigenheim erworben und dauerhaft und tragbar finanziert. Schwerter Mecker=Ecke Wohlgebettet in die Wasser= und Wanderfreuden Deiner schönen Heimat lebst Du im Städtchen und meckerst wohl dann und wann im Wohlbehagen Deiner Ruhe:„Kulturell müßte mehr getan werden!" Dann kommt eines Tages ein freundlicher Mann und verkauft Dir eine Karte. Sie ist zwar teuer, aber Du fühlst, Du mußt sie kaufen. Denn ein wenig Bildungsdekoration gehört nun einmal dazu— denkst Du im 7. Kellergeschoß Deines Herzens. Im Bücherschrank steht bereits der Goethe und der Schiller— und dann und wann ein Konzert, das gehört nun einmal mit dazu. Nur Dein Platz bleibt frei im Konzertsaal, denn die Karte hat ja längst als Bildungsausweis am Stammtisch ihren Zweck erfüllt. * Haben Sie schon einmal einen made in USAFilm gesehen? Stellen Sie sich bloß vor: ein ehrenwerter englischer Oberst wird tief in Indien vom Kriegsgericht zu Unrecht verurteilt. Irgendeine mysteriöse Waffenschieberbande ist schuld. Den„schlichten" Abschied teilt er gleichzeitig seinen 4 hoffnungsvollen Sprößlingen in„Old England" telegraphisch mit, trifft im Kreise der pietätvoll Wartenden ein und erhascht auch schon den programmgemäßen Schuß des Mörders vor dem ach so schönen Kaminfeuer. Rache schwören die Söhne und starten dank des reichlichen väterlichen Geldes rund um die Welt. Jetzt offenbart sich so ganz am Rande der skrupellose englische Besitz=Standpunkt. Die halbe Erde betrachten diese 4 smarten Jünglinge als ihr sozusagen privates Sportfeld. Weshalb wir diese Bemerkungen in die „Mecker=Ecke", setzen? Weil uns der sich entwickelnde Kitsch und Bluff unerträglich wurde. Drei Rächer ihres ermordeten Vaters starten besmokingt und whiskyhebend (alle 5 Minuten einen) mit einem mannstollen Girl durch die halbe Welt, verzapfen dabei einen himmelschreienden Blödsinn an Konversation und sollen nebenbei noch als Vertreter „oller ehrlicher“ England=Offiziere gewertet werden. Zu viel. Wieder interessantes Rennprogramm in Dortmund Am Sonntag, dem 30. Juli, erlebt der deutsche Rennsport mit der Entscheidung des 100000=MarkRennens um„Das Braune Band von Deutschland“ in München=Riem einen seiner Höhepunkte, und man müßte annehmen, daß an diesem Termin, an dem der Rennsport das Ereignis des Sportsonntags stellt, in allen Sportfreunden die Lust wach wird, selbst auf der Rennbahn zu sein. Die westdeutsche Turfgemeinde versammelt sich am Sonntag auf der großen Bahn in Dortmund=Wambel, wo es Gelegenheit gibt, ein interessantes Rennprogramm von fünf Flachrennen, einem Hürdenrennen und einem Jagdrennen zu sehen. Das Zusammenfallen mit München verbot für diesmal die Ausschreibung eines ganz großen Rennens, an denen Dortmund sonst keinen Mangel hat. Aber das mit einem Ehrenpreis und 5000 Mark ausgestattete Rereide==Rennen als Hauptereignis des Sonntags und der Preis von Hagen von 4000 Mark für die Zweijährigen als wertvollstes Rennen am Mittwoch, dem 2. August, können sich sehr wohl sehen lassen. Obendrein hält der Dortmunder Rennverein bei seinen Ausschreibungen, die sich an alle Klassen von Pferden wenden, einen hohen Preisdurchschnitt ein, so daß die Ställe an den beiden bevorstehenden Renntagen 47•300 Mark gewinnen können. Die prächtige Turfstätte in Wambel, die immer wieder den Fachmann wie den Gelegenheitsbesucher durch ihre unübertreffliche Linienführung und ihre in jeder Beziehung moderne Anlage entzückt, hat in diesem Jahre schon eine Reihe 0 NHE von großen Tagen erledt und sollte bei zugkräftigem Sport auch am 30. Juli und 2. August nicht schlecht abschneiden. Zweijährige Stuten zum Anfang Nachdem bei dem letzten Dortmunder Rennen sich die zweijährigen Hengste getroffen haben, sind im Eröffnungsrennen des Sonntags, das den Namen „Dortmunder Linde“ trägt, die zweijährigen Stuten, 10 an der Zahl, unter sich. Das Gestüt Ebbesloh, ein in Dortmund gern gesehener Gast, stellte bei den Hengsten mit dem guten Lampos=Sohn Rexow den Sieger und versucht es nun mit der Lampos=Tochter Klucking, die ebenfalls schon gezeigt hat, daß sie laufen kann. So verlor sie das Ermunterungsrennen der Stuten nur an die schnelle Graditzerin Colombine. Mit Rotraud, Melinda, Miß Torero, Rheinlied usw. stellen die westdeutschen Ställe schon gut gelaufene Gegnerinnen. Otto Schmidt reitet weiter für den Stall Ebbesloh im Athanasius=Rennen, einem Verkaufsrennen über 1800 Meter, den Lampos=Sohn Pabst, den man als guten Steher kennt. Da der Wallach nach dem Rennen im Falle seines Sieges zum Einsatzpreis von 4000 Mark zur Versteigerung gelangen könnte, kommt er als lohnende Erwerbung für einen westdeutschen Stall in Frage. Mit Edel-Bitter, dem Spezialisten Grassittich, der dieses Jahr schon dreimal siegreich blieb, Perlfischer, Natango, Obersteiger, Herzober, Meister, Wolkenflug, Wildfang und Selim läuft hier sehr beachtliche Klasse, wie sie größerer Aufgaben würdig wäre. Das Bandola=Rennen über 1400 Meter bringt mit 14 in Klasse A=Rennen 1939 noch sieglosen Pferden sicher ein großes Feld auf die Beine Eine wirkliche Zugnummer ist sodann der mit 13 erprobten Hürdlern besetzte Preis der Roten Erde, ein als Ausgleich ausgeschriebenes Hürdenrennen mit 3800 Mark an Preisen über 3000 Meter. An der Spitze der Gewichte steht mit 73½ Kilo der in Dortmund trainierte alte Wallach Torpedo, der mit fünf diesjährigen Erfolgen eine fabelhafte Form zeigte, vor Limperich mit 71 Kilo und Gewehrlauf, dem Sieger der„Colonia“, mit 70 Kilo. Janiculus, Winneton, Agnat, Maserati, Coeuraß, Forstgraf, Norne, Radium, Falstaff und Landois erfreuen sich erheblich niedrigerer Gewichte. Ein interessanter Verlauf ist von diesem schönen Rennen auf jeden Fall zu erwarten. Stall Rüsler doppelt vertreten Im Nereide=Rennen, dem über 1800 Meter führenden 5000=Mark=Ausgleich, kann der Stall Rösler mit Brocken(59 Kilo) und Herzsolo(55 Kilo) doppeltes Geschütz auffahren. Als Gegner kommen Grimbarts Bruder(57½ Kilo), der beim letzten Dortmunder Renntag leicht siegreich gewesene Stromer(50½ Kilo) und der in Dortmund gearbeitete Birkenwald(49 Kilo), ein mächtiger Hengst, der die auf ihn gesetzten Hoffnungen bislang noch unerfsillt ließ, in Betracht. Unter den sieben Pferden des Abenteurer=Jagdrennens, das über 4200 Meter geht, trägt Nußknacker, der bei den letzten Rennen zweimal gewann. das Kächstgewicht, während man den Krefelder Sieger Hasardeur mit dem leichtesten Gewicht findet. Das abschließende Sturmvogel=Rennen über 1600 Meter weist mit 16 startberechtiglen Pferden die in Ausgleichen der geringeren Klasse übliche große Zahl auf. Inggesamt können am Sonntag 77 Pferde laufen. 113 Pferde für den 2. August Der Renntag am Mittwoch, dem 2. August, läßt sich, was die Zahl der Pferde anbetrifft, noch besser an, da in acht Rennen 113 Pferde stehen, im einzelnen im Preis von Bielefeld 17, im Preis von Soest, einem Offizier=Jagdrennen, 11, im Preis von Bochum, einem neu ausgeschriebenen Hürdenrennen für die Dreijährigen, 13, im Preis von Münster 17, im Preis von Hagen 9, im Preis von Gelsenkirchen 12, Preis von Arnsberg 20 und im Preis von Paderborn 14. Im Preis von Hagen über 1200 Meter kann es zu einer fesselnden Begegnung zwischen so guten Zweijährigen wie Rexow, Nußhöher, Isselburg, Esedra und Markomanne, den besten Siegern, die wir bisher im Westen sahen, kommen. Achtung! Tannenbergfahrer! Kundgebung am Reichsehrenmal bei Tannenberg. Der Meldetermin für die Ostpreußenfahrt zum Reichsehrenmal bei Tannenberg ist bis zum 10. August 1939 verlängert worden. Jeder Teilnehmer hat sisich sofort bei den zuständigen Dienststellen des RS.= Reichskriegerbundes zu melden. Die Fahrt= und Verpflegungskosten sind so niedrig gehalten, daß jedem die Teilnahme ermöglicht ist. Im Rahmen der Großkundgebung ist jedem Fahrtteilnehmer Gelegenheit geboten, die ostpreußischen Schlachtfelder zu besuchen. Die Sonderzüge fahren mit 75 v. H. Fahrpreisermäßigung, d. h. 1 Pfennig je Kilometer. Die Teilnehmer, die von ihren Heimatorten erst zu dem Abfahrtsbahnhof des Sonderzuges fahren müssen, erhalten ebenfalls 75 v. H. Ermäßigung bis zu einer Entfernung von 150 Kilometer von und zum Abfahrtsbahnhof. Werden in diesem Falle Eil- oder Schnellzüge benutzt, so ist allerdings der volle Eiloder Schnellzugszuschlag zu zahlen. Auf den Fahrpreis werden ebenfalls 75 v. H. Ermäßigung gewährt. Die Unterkunft in Ostpreußen erfolgt kostenlos. Die reichliche und gute Verpflegung, und zwar Frühstück, warmes Mittag= und Abendbrot, kostet eine Reichsmark je Teilnehmer und Tag. Verkehrsunfall. Am 28. Juli 1939 gegen 16.10 Uhr stießen auf der Hörder Straße, Ecke Westhellweg, zwei Kraftfahrzeuge zusammen. Es entstand nur Sachschaden. Verkehrsunfall Ergste. Ein recht eigenartiger Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstag, dem 27. d. Mts. in den Nachmittagsstunden auf der Ruhrtalstraße in Ergste. Ein aus Erfurt stammender Personenkraftwagen befuhr diese Straße, die außerhalb der geschlossenen Ortschaft eine leichte Krümmung aufweist, in Richtung Hagen. In dieser Kurve ist der Wagen ins Schleudern geraten. Nach mehrmaligem Hin= und Herfahren von der linken zur rechten Seite, geriet der Wagen vollständig von der Fahrbahn ab, sauste über den Sommerweg und fuhr einen dort sehenden Chausseebaum vollständig um. Vor einem weiteren Baum, der sich nur etwas überneigt, prallte der Wagen ab und sauste in das dem Landwirt Heinemann gehörende Weizenfeld. Die Frau, die mit in dem noch fast neuen, effenen Wagen saß, ist bei dem Anprall aus dem Wagen geschleudert worden, wobei sie einen Schädelbruch erlitten hat. Die Ursache des UnEs ergeht ein Generalappell an alle Eigentlich dürfte niemand mehr unter uns sein, der der großen, weitfassenden NS.=Volkswohlfahrt noch fern steht. Und dennoch können wir uns auch in Iserlohn der Tatsache nicht verschließen, daß wir immer noch Volksgenossen haben, die nicht Mitglied der RSV. sind. Diese haben sich bis jetzt noch nicht mit den Zielen dieser großen Volksgemeinschaft bekanntgemacht. Für diese genügt die Feststellung der Tatsache, daß wir keine Arbeitslosen mehr haben, um sich jeglicher Verpflichtung hinsichtlich Spenden und Unterstützungen zu entziehen. Aber sie bedenken nicht, daß die Aufgaben der NS.=Volkswohlfahrt viel weiter gehen als bis an die Grenzen der Arbeitslosenunterstützun987. Ist nicht die Sorge für Mutter und Kind eins der schönsten und dankbarsten Arbeitsgebiete der RSV? Hier können wir beweisen, daß wir eine große Familie im deutschen Volke sind, daß alle für einen stehen und einer für alle. Fragt sie doch, die ausruhenden Mütter in den Müttererholungsheimen der R SV., wer ihnen diese schönen Ruhetage, Tage eines wirklich sorglosen, fröhlichen Lebens verschafft hat! Wer betreut ihre Kleinen im Kindergarten? Wer hat ihnen eine Hilfe in den Haushalt geschickt, damit sie selbst im Bewußtsein, daß daheim alles versorgt wird, sich wirklich erholen können? Das ist die RSV. und mit ihr alle diejenigen, die der RSV. das durch einen regelmäßigen monatlichen Beitrag ermöglichen. Wer hat ferner die Kinderlandverschickung ermöglicht, die Tausenden von schwächlichen, sonst gesunden Kindern eine Luft= und Kostveränderung ermöglicht und sie auf diese Weise gekräftigt wieder ihrer Familie zuführt? Das tat die RSV. mit Hilfe aller guten Volksgenossen die zu ihr stehen. Die öffentliche Gesundheitspflege, die Säuglingsbetreuung und vor allem die rationelle Zahnpflege, deren Trägerin wiederum die RSV. ist, bedeuten für das deutsche Volk eine vorbeugende Sorge. Und verhüten ist immer besser als heilen, das ist eine altbekannte Tatsache. Ein gesundes Volk zu schaffen ist weit mehr wert, als ein krankes heilen. Jedem Volksgenossen ist ohne weiteres der Wert seiner Gesundheit klar. Und für diese Gesundheit einzutreten, diese Gesundheit zu fördern und für die Gesundheit auch mal ein kleines Opfer zu bringen, das lehren die Einrichtungen der RSV. durch Wort und Tat und Bild. Wir brauchen nur Augen und Ohren weit auf zu machen, um bei jeder Gelegenheit den Einrichtungen der RS.=Volkswohlfahrt zu begegnen. Als sprechende Zeugen für die Tätigkeit der RSV. stehen an den schönsten Stellen der Heimat die zweckdienlichen, lichten und luftigen Müttererholungsheime, die schönen RSV.=Kindergärten. Dort ist für die Gesundheit unseres Volkes eine reich verzinste Kapitalanlage unserer Spendengelder geschaffen worden. Die Mitglieder der RSV. sind gleichsam Mitglieder dieser dem Volke dienenden Einrichtungen. An alle im Kreis Iserlohn wohnende Volksgenossen ergeht daher der dringende Appell: Wenn ihr es noch nicht seid, so werdet so schnell wie möglich Mitglied der NSV. Und seid ihr bereits zugehörig, so prüft eure Verhältnisse, ob ihr nicht den monatlichen Beitrag um ein Kleines erhöhen könnt. Wir alle helfen, gern und freiwillig, aus Pflichtgefühl und aus Dankbarkeit! 3000 Flieger=Jungen im Sommerlager Auf Anordnung der Reichsjugendführung werden in diesem Jahre alle Jahrgänge der Flieger=HI., die bereits eine fliegerische Ausbildung mitmachen können, aus dem Lager= und Fahrtenprogramm der Kern=HI. herausgenommen. Die Flieger=HJ. wird in eigenen Lagern zusammengefaßt, damit sie den ihr gestellten Aufgaben gerecht werden kann. Der Urlaub aller Jungen, die in der Flieger=H3. erfaßt sind, muß daher unter allen Umständen von der Ertüchtigungsarbeit ausgenutzt werden, da bekanntlich die industriellen Betriebe bei der augenblicklichen Lage zusätzlichen Urlaub für die fliegerische Ausbildung nicht mehr gewähren können. Die Flieger=HJ. ist daher in diesem Jahre zu einer planmäßigen Urlaubslenkung übergegangen, durch die eine allseitige Erziehung ihrer Jungen erreicht wird. Aus diesen Gründen mußte die Lagererziehung, die ein wesentlicher Bestandteil der körperlichen und charakterlichen Erziehungsarbeit der HJ. überhaupt ist, mit der fliegerischen Schulung verkoppelt werden. Der Gebietsinspekteur der westfälischen FliegerHI., Gefolgschaftsführer Wilms, hat daher angeordnet, daß der 1. Ausbildungsjahrgang der Einheiten, also die Vierzehnjährigen, und alle anderen Jungen, die noch nicht zur fliegerischen Schulung zugelassen sind, sich nach Möglichkeit an einem Lager oder einer Fahrt des Bannes beteiligen sollen, während sich alle übrigen Angehörigen der Flieger=HI. in diesem Jahre an Segelfluglagern oder Lehrgängen der Segelflugschulen, Lagern der Flieger=H3. innerhalb des Gebiets, die während der Urlaubszeit vom 23. Juli bis zum 2. September durchgeführt werden, an Sonderlehrgängen, Führerschulen und Bauschulen zu beteiligen haben. Die Sommerlageraktion der Flieger=HJ., die in engster Zusammenarbeit und mit weitgehendster Unterstützung der Gruppe des RS.=Fliegerkorps durchgeführt wird, stellt eine zusätzliche Maßnahme zur Erfassung aller Flieger=HI.=Angehörigen in Sommerlagern dar. Im Gebiet Westfalen werden in den Lagern des RS.=Fliegerkorps insgesamt rund 3000 Jungen untergebracht. Folgende Lager stehen der HI. zur Verfügung: Borkenberge, Oerlinghausen, Ferndorf, Greven, Hardt, Gretenberg, Räuschenberg, Barntrup, Kuschert und Hulkern. Ebenfalls können die Leistungsbereitschaften der RSFK.=Standarten 58 in Geseke, 57 in Gelsenkirchen und 59 in Handorf benutzt werden. Die fliegerische Ausbildung in diesen Lagern ist allein Aufgabe des RS.=Fliegerkorps, das seine Ausbilder zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat. Die Lager dienen daneben auch der Grundausbildung in Geländesport und Schießen. Jedes Lager erhält bestimmte Ausbildungsziele, die A=, B= oder C-Prüfung je nach der Lage und Ausbildungsmöglichkeit des Lagers, und bestimmte geländesportliche Leistungen des HI.=Leistungsabzeichens müssen erfüllt werden. Die Lager werden in drei Lagerabschnitte unterteilt, die nach folgendem Plan zusammengestellt werden: vom 23. Juli bis 5. August, vom 6. bis 19. August und vom 20. August bis zum 2. September. Durch die planmäßige Durchführung dieser Lager wird die Flieger=HJ. unter Unterstützung durch das RS.=Fliegerkorps in ihrem Ausbildungsstand einen guten Schritt vorwärtskommen. falls ist nicht geklärt. Ob es sich um einen technischen Fehler des Wagens handelt, oder ob der Fahrer eine zu hohe Geschwindigkeit gefahren hat, obliegt der weiteren Aufklärung. Der Wagen wurde von einem Wehrmachtsangehörigen gefahren, der in Hagen, also kurz vor seinem Ziel, seine Eltern besuchen wollte. Wie weiter noch mitgeteilt wurde, sollen sich bei diesem Unfall einige Kraftwagenfahrer bzw. Kraftwagenbesitzer geweigert haben, die verletzte Ehefrau auf Auffordern der inzwischen herbeigeeilten Zuschauer zum Arzt bzw. ins Krankenhaus zu fahren. Leider hat sich keiner der dort stehenden Personen das polizeiliche Erkennungszeichen gemerkt, sodaß die rücksichtslosen Menschen nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Erst als ein Lieferwagen des Reichsarbeitsdienstes an der Unfallstelle vorbeikam, konnte die Frau mittels dieses Wagens ins Krankenhaus gebracht werden. Die Benachrichtigung eines Krankenwagens sowie der Polizei war zu dieser Zeit noch nicht gegeben. Besprechung bei dem Ortsringführer Ergste. Der Ortsringführer hatte am gestrigen Abend sämtliche Führer der Gliederungen der NSDAP. sowie sämtliche Vereinsführer zu einer Besprechung in das Lokal Schneider in Ergste geladen. Zu der Besprechung waren erschienen der Ortsgruppenleiter und der Amtsbürgermeister. Nachdem der Ortsringführer Pg. Stellpflug noch einmal Zweck und Ziel der Schaffung des Ortsringes und die Einsetzung eines Ortsringführers bekanntgegeben hatte, wurde in längeren Ausführungen über das am 4., 5. und 6. August d. J. zu feiernde Kriegerund Sängerfest in Ergste besprochen. Das kommende Fest soll nicht nur ein Fest der obengenannten Vereine sein, sondern es soll das Volksfest für Ergste bilden. Das Programm der einzelnen Tage wurde genau festgesetzt und wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Die Bevölkerung Ergstes wird schon jetzt darauf hingewiesen, an diesen Tagen reichlich zu flaggen, um so die Verbundenheit mit den festgebenden Vereinen zu bezeugen. Steuerermäßigung für Reichsarbeitsdienst= und Wehrmachtbeschädigte Durch die Durchführungsbestimmungen für die Lohnsteuer vom 10. März 1939 sind folgende Steuervergünstigungen nach dem Reichsarbeitsdienstversorgungs- und dem Wehrmachtfürsorge= und Wehrmachtversorgungsgesetz geregelt worden. Danach sind: die Bezieher eines Versehrtengeldes der Stufe 1 den, Kriegsbeschädigten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 30 v. H., die Bezieher eines Versehrtengeldes der Stufe 2 den Kriegsbeschädigten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 50 v. H., die Bezieher eines Versehrtengeldes der Stufe 3 den Kriegsbeschädigten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 80 v. H., die Bezieher einer AVU.=Rente den Kriegsbeschädigten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 100 v. H. und die Bezieher einer Pflegezulage, Blindenzulage oder erhöhten Verstümmelungszulage den Kriegsbeschädigten mit Pflegezulage gleichgestellt. Für die nach dem Reichsarbeitsdienst= oder Wehrmachtsfürsorge= und=versorgungsgesetz zu versorgenden Witwen gelten betreffs der Steuererleichterungen dieselben Bestimmungen wie für die Kriegerwitwen. Und wieder ein Preistreiber Daß niemand sich ungestraft an der Gemeinschaft des Volkes vergeht, mußte ein Gemüsehändler aus Listernohl erfahren. Wegen Überschreitung der festgesetzten Obst= und Gemüsehöchstpreise wurde er durch den Landrat des Kreises mit einer Ordnungsstrafe von 250 J.s belegt. Zeitschriftenschau 1000 Mark für die beste Rovelle Das Novellen=Preisausschreiben von Velhagen& Klasings Monatsheften wird auch in diesem Jahr, und zwar in dem soeben erschienenen Augustheft, angekündigt. Das in seiner Eigenart einzig dastehende Preisausschreiben legt in das Urteil der Leser die Entscheidung. Unter den im 53. Jahrgang veröffentlichten Novellen sollen die Leser diejenige bezeichnen, die ihnen am besten gefallen hat. Die die meisten Stimmen auf sich vereinigende Arbeit wird mit dem vom Verlag Velhagen& Klasing ausgesetzten Preis in Höhe von 1000 J.K ausgezeichnet.— Südwestfälische Beamte! In der Zeit vom 2. bis 11. September 1939 findet der diesjährige Reichsparteitag der RSDAP. statt. Der Führer hat ihn den„Reichsparteitag des Friedens“ genannt. Die Reichsparteitag=Plakette drückt in ihrer Gestaltung diesen Friedenswunsch des Führers und des deutschen Volkes aus. Wir Beamte sind durch unseren Treueid auf den Führer auch der NSDAP. eng verbunden. Dieser inneren Verbundenheit wollen wir sichtbaren Ausdruck verleihen, indem wir die Reichsparteitag=Plakette erwerben und tragen. Gemeinsam mit den Schaffenden aller übrigen Stände wollen wir uns hierdurch zum Führer und seiner Friedenspolitik bekennen. Deshalb gilt die Parole: Kein Beamter ohne Reichsparteitag=Plakette! (gez.) Riegert, kom. Gauwalter des Reichsbundes der deutschen Beamten e. V., Gau Westfalen=Süd. Die Aufgabe des Hauptbetriebszellenobmanns Betriebszellenobmann S. L. In unseren Betriebe sind über 2000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. In letzter Zeit wird viel über die Einsetzung von Hauptbetriebszellenobmännern in Großbetrieben gesprochen. Es dürfte allgemein großes Interesse bestehen, hierüber Näheres zu erfahren. Die Berufung des Hauptbetriebszellenobmanmes ist durch die Anordnung des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Robert Ley, Nr. 11/39(Amtl. Nachrichtenblatt der DAF. 1939, Folge 1, S. 4) vorgeschrieben worden. Nach dieser Anordnung sind in Betrieben mit mehr als 1500 Betriebsangehörigen die Gefolgschaften von Betriebszellenobmännern der DAF. zu betreuen. In Großbetrieben ist nunmehr ein Hauptbetriebszellenobmann der DAF. aus der Zahl der Betriebsobmänner zu berufen. Zum Hauptbetriebszellenobmann ist der geeignetste Betriebszellenobmann unter Beibehaltung dieses Amtes auszuwählen. Die Berufung geschieht auf Vorschlag des Betriebsobmannes durch den Ortsobmann im Einvernehmen mit dem Betriebsführer. Hinsichtlich seiner Rechtsstellung ist der Hauptbetriebszellenobmann als Vertreter des Betriebsobmannes anzusehen; diesem untersteht er disziplinär und fachlich in allen die Deutsche Arbeitsfront betreffenden Fragen. Dem Hauptbetriebszellenobmann unterstehen die anderen Betriebszellenobmänner, deren Zahl wenigstens 8 und höchstens 15 betragen soll. Es ist besonders hervorzuheben, daß der Hauptbetriebszellenobmann einer der Betriebszellenobmänner ist und bleibt, so daß durch diese Tätigkeit die der wird. Die Aufgabe des Hauptbetriebszellenobmannes besteht darin, den Betriebsobmann bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu entlasten und zu unterstützen. So sind Fragen von grundsätzlicher Bedeutung nicht mehr mit dem Betriebsobmann, sondern mit dem HauptbetriebszellenPhot. Ufa Carl Ludwig Diehl spielt als Partner von Jenny Jugo in dem Ufa=Film„Ein hoffnungsloser Fall“. obmann durchzusprechen. Lediglich, wenn ihm die Erledigung auftauchender Streitfragen nicht möglich ist, hat er die Angelegenheit dem Betriebsobmann zur Regelung vorzulegen. Je nach Bedarf können dem Hauptbetriebszellenobmann für bestimmte Aufgabengebiete(Jugend, Frauen, Berufserziehung, KdF., Schönheit der Arbeit und dergl.) Mitarbeiter zur Seite gestellt werden... Zum Schluß ist darauf hinzuweisen, daß der Hauptbetriebszellenobmann nicht mit dem Hauptbetriebsobmann verwechselt werden darf. Während der Hauptbetriebsobmann in einem Großunternehmen mit mehreren örtlich weit voneinander entfernt liegenden Betrieben oder Verwaltungsstellen aus den Betriebsobmännern der einzelnen Betriebe desselben Unternehmens zur einheitlichen Bearbeitung sozialer und beruflicher Fragen berufen werden kann, muß der Hauptbetriebszellenobmann in einem einzelnen Betriebe mit mehr als 1500 Gefolgschaftsmitgliedern aus den Betriebszellenobmännern ein und desselben Betriebs berufen werden. Ceine Aufgabe besteht darin, ein Helfer des Bett ebsobmannes zu sein. Wetsateit=und Aheit Ein„Freiherr" als Schwindler Der zweiundzwanzigjährige Schwindler zu 2½ Jahren Zuchthaus verurteilt M.=Gladbach. Ein typischer Hochstapler, den der ärztliche Sachverständige als moralisch und sittlich hemmungslosen Menschen bezeichnete, der nur ein Drohnenleben führen will, stand wegen Heiratsschwindels in M.=Gladbach vor der Großen Strafkammer. Der bereits mehrfach und auch schon einschlägig vorbestrafte Angeklagte hatte sich an ein Mädchen herangemacht, das er bei einer Tanzfestlichkeit in Brüggen kennen gelernt hatte. Er verstand es, sich bei den Eltern des Mädchens einzunisten, wo er sich als„Freiherr“ ausgab und den großen Mann spielte, dem in der nächsten Zeit ein größeres„Erbe“ ausgezahlt werde. Er verlobte sich auch mit dem Mädchen und verstand es, auf alle mögliche Weise von seinem zukünftigen Schwiegervater Geld herauszuschlagen. Selbst als ihm zum Schluß der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, wußte er sein Opfer noch einmal zu prellen, indem er mit Hilfe eines selbst veranlaßten Telegramms das Reise= und Zehrgeld herausholte, um seine angebliche Erbschaft in Empfang nehmen zu können. Das Gericht verurteilte den Angeklagten, den erst 29 Jahre alten Erich Leuthäuser aus Berlin, zu 2½ Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Artensoegrundung un Lunge Arrzep denfnehmatenfahran sprochon werden mußte sowohl der Angeklaate Eine teure Damenhandtasche düsseldorf. Eine Verhandlung vor der Düsseldorfer Großen Strafkammer zeigt wieder einmal, wie vorsichtig die Geschäftsleute sein müssen, wenn sie allein in dem Geschäftslokal sind. Im April d. J. erschien in einem Lederwarengeschäft der Düsseldorfer Altstadt ein gewisser Heinrich Höveler, angeblich um eine Geldbörse zu kaufen. Er zeigte sich sehr anspruchsvoll, so daß die Geschäftsinhaberin gezwungen war, das Lokal für einige Zeit zu verlassen, um vom Lager weitere Geldbörsen zu holen. Schließlich entschloß sich H. für eine Geldbörse von 1 RM. Nachdem er weg war, stellte die Geschäftsinhaberin fest, daß H. eine wertvolle Damenhandtasche gestohlen hatte. Aehnlich hatte er in zwei anderen Geschäften „operiert". Er wurde kurz darauf festgenommen. Da es sich um einen mehrfach wegen ahnlicher Diebstähle vorbestraften Mann handelt, verurteilte ihn das Gericht zu zwei Jahren Zuchthaus. Köln. In einer Ausstellung, die sich zur Aufgabe gestellt hat, das so vielgestaltige Gebiet des modernen Verkehrs umfassend darzustellen, kann die Deutsche Reichspost nicht fehlen. Obwohl die Reichspost auf Grund ihrer vielfältigen Aufgaben und ihrer weitverzweigten Organisationen auf das engste mit dem politischen und kulturellen Leben des deutschen Volkes verknüpft ist, spielt sich ihre Tätigkeit zum größten Teil unsichtbar und im Stillen ab als eine unerschöpflich täglich zu erledigende Kleinarbeit. Da ist es umso mehr zu begrüßen, daß die Deutsche Reichspost auf der IVA. ein eigenes großes Ausstellungshaus errichtet. Das Ausstellungsgebäude, dessen Pläne jetzt bekannt werden, umfaßt eine bebaute Fläche von 8500 Quadratmeter und einen umbauten Raum von 73500 Quadratmeter. Die Vorarbeiten weisen recht erfreuliche Fortschritte auf. Die bereits durchgeführten Fundamentierungsarbeiten erforderten 20000 Kubikmeter Erdbewegungen. Das Ausstellungsgebäude, das der Bedeutung der Reichspost entspricht, hat eine Breite von 106 und eine Höhe von 12 Meter an der Hauptansicht. An eine Säulenhalle, die der Besucher zuerst betreten wird, schließen sich ein Zierhof, eine Ehrenhalle und der Kongreßsaal mit Kino an. Die Ausstellung der Reichspost selbst wird erstmalig in solch vollkommener Form einen umfassenden Ueberblick über die vielfältigen Aufgaben der Post geben. Paderborn. Im Wiederaufnahmeverfahren des um seine Rehabilitierung kämpfenden Anton Lange vor dem Paderborner Schwurgericht wurde am Donnerstagnachmittag, wie kurz berichtet, unter stärkstem Andrang der Bevölkerung, die sich in großer Zahl auch vor dem Gerichtsgebäude eingefunden hatte, das Urteil verkündet, nachdem der Staatsanwalt am Mittwoch Freispruch mangels Beweises auf Kosten der Reichskasse, der Verteidiger dagegen Freispruch wegen erwiesener Unschuld gefordert hatten. Der Sitzungssaal des Gerichts war überfüllt, als Landgerichtsdirektor Koch den Urteilsspruch bekanntgab: Das Urteil des Schwurgerichts vom 4. Juni 1921 wird aufgehoben. Der Angeklagte wird auf Kosten der Reichskasse freigesprochen. In der einstündigen Urteilsbegründung führte der Gerichtsvorsitzende alle die Momente an, die das Schwurgericht bewogen haben, folgendes festzustellen: Hermann Lange ist erschossen worden von seiner eigenen Frau. Sie beging die Tat in großer seelischer Erregung und ohne Ueberlegung. Der Angeklagte ist an der Tat nicht beteiligt gewesen ebenso hat sich auch der Vater an der Ausführung der Tat nicht beteiligt. Jedoch tragen, wenn auch der Angeklagte wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden müßte, sowohl der Angerlagte wie auch sein Vater einen erheblichen Teil moralischer Schuld an dem Totschlag der Frau, weil beide durch ihr blutschänderisches Verhältnis zu dieser Tat den Boden mit vorbereiten halfen, auf dem sie gewachsen ist. Der Vorsitzende erklärte dann, das Urteil vom Jahre 1921 sei ein Todesurteil gewesen, über dessen Schlüssigkeit man vielleicht schon damals hätte verschiedener Meinung sein können. Eines sei jedenfalls sicher, hätte die Frau des Getöteten bereits damals, wenn auch vorübergehend, ein Geständnis abgelegt, dann wäre das Todesurteil nicht gesprochen und der Angeklagte zumindest wegen Mangels an Beweisen freigesprochen worden. Ein solches Geständnis aber liege nunmehr vor, und alle Zeugen und Sachverständigen, die die Frau Schäper in den letzten Monaten ihres Lebens gesehen und fachkundig beobachtet haben, konnten die Möglichkeit nicht ausschließen, daß das Geständnis glaubhaft ist. Schon diese Tatsache hat unter Aufhebung des früheren Urteils zur Freisprechung des Angeklagten geführt. Das Gericht sei verpflichtet gewesen, die Ehre des Angeklagten wieder herzustellen, wenn die neue Hauptverhandlung das positive Ergebnis bringen sollte, daß der Angeklagte der Täter nicht gewesen sei. biedische Heinschahtrachtminn... Anstatt zu schützen— stahl er auf den Kontrollgängen Bielefeld. Der 26 Jahre alte Gustav Schönlen aus Herford, der als Wachtmann des Herforder Heimschutzes beauftragt war, fremdes Gut zu schützen, mißbrauchte seine Vertrauensstellung dazu, um in einer ganzen Reihe von Fällen Diebstähle auszuführen. Es ist geradezu ein Rätsel, wie dieser bisher völlig unbescholtene junge Mann ohne jede Notlage plötzlich diese verbrecherische Energie aufbringen konnte und zum Einbrecher wurde. Die Verhandlung vor dem Bielefelder Schöfsengericht ergab, daß der Angeklagte auf seinen nächtlichen Kontrollgängen bei einer Firma in Oetinghausen 15 RM. und bei einer Firma in Sundern 4 RM. aus der Geldkassette entwendete. Daneben betätigte er sich in Herford bei den verschiedensten Geschäften in der gleichen Weise und entwendete Lebensmittel aller Art, bei einer anderen Firma Drehbleistifte und dergleichen und bei einem Bäcker fortgesetzt Brote. Als er sich hier wieder einmal ein Brot aneignen wollte, fiel er auf. Dem Heimschutz wurde Meldung gemacht, der dann sofort den ungetreuen Kontrollbeamten seines Postens enthob. Das war am 15. März 1939. Nach dieser eindringlichen Warnung hätte man wohl annehmen können, daß Sch. wieder auf den rechten Weg zurückgefunden hätte. Aber weit gefehlt, denn nach seiner Entlassung aus den Diensten des Heimschutzes wurde der jugendliche Dieb noch entschieden verwegener. So drang er zur Nachtzeit zum zweiten Male bei der Firma in Oetinghausen ein, erbrach mit einem Schraubenzieher die Geldkassette und entwendete 80 RM. Nach diesem erfolgreichen Beginnen zögerte er nicht lange, auch der Firma in Sundern einen zweiten Besuch abzustatten, wobei ihm nach seinen Angaben 5,80 RM.— die Firma gab 32,40 RM. an — in die Hände fielen. Die Polizei brauchte jedoch nicht lange die richtige Spur zu suchen. Sie nahm den Angeklagten am 28. März fest, der sich seitdem in Untersuchungshaft befindet. Bei den Ermittlungen wurde festgestellt, daß Sch. auch noch in einem anderen Herforder Geschäft— der Inhaber hatte ihm erlaubt, schon mal eine Flasche Bier zu trinken— eine Flasche Zitronenmost mitgenommen hatte. Während der Staatsanwalt eine Zuchthausstrafe von einem Jahr beantragte, hat das Gericht dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine Jugend und die bisherige Unbescholtenheit noch einmal mildernde Umstände zugebilligt und ihn wegen schweren und einfachen Diebstahls zu acht Monaten Gefängnis und wegen Mundraubes(Zitronenmost) zu einer Woche Haft verurteilt. Dabei ist mit berücksichtigt worden, daß der Angeklagte, der übrigens Geld genug hatte, den Schaden restlos wieder gutgemacht hat. Waffen gehören nicht in hand M.=Gladbach. Ein trauriges Vorkommnis, das erneut als dringende Mahnung dienen möge, dafür zu sorgen, daß Kinder keine Schußwaffen in die Hände bekommen, hat sich in M.=Gladbach=Neuwerk zugetragen. Auf dem Hofe der elterlichen Wohnung wurde dort ein 18jähriger junger Mann von einer Revolverkugel getroffen, der ihm in den Leib drang und zwei Magenwände durchschlug. Ob es nach der im Krankenhaus sofort vorgenommenen Operation dem ärztlichen Bemühen gelingen wird, das junge Leben zu retten, ist fraglich. Der Getroffene hatte mit seinem jüngeren Bruder einen Spaziergang machen wollen und sich dazu einen alten Trommelrevolver in den Gürtel gesteckt. An diesem Revolver machte sich der jüngere Bruder zu schaffen; während er ihn in der Hand hatte, muß er dem Abzug zu nahe gekommen sein, so daß sich ein Schuß löste. Der Vater hatte den Revolver einem älteren Bruder vor einiger Zeit abgenommen, dem er ihn auf Bitten aber später zurückgab, als der Junge erklärte, er könne den Revolver günstig verkaufen. Leider war das aber nicht geschehen. Gefängnis für gemeine Tat Koblenz. Das Koblenzer Schwurgericht hatte sich mit einem niederträchtigen Burschen zu beschäftigen, der unter dem Einfluß des Alkohols stets recht ungemütlich zu werden pflegt. In einer Dorfwirtschaft in Bruchhausen(Kr. Neuwied) gesellte sich zu einer Runde, denen sich der jetzige Angeklagte angeschlossen hatte, ein 61jähriger Mann in seiner Reichskriegeruniform. Der angetrunkene Angeklagte beleidigte den alten Soldaten und äußerte sich in der verächtlichsten Weise über dessen Kriegsauszeichnungen. Die Erregung des alten Mannes über die ständigen Beleidigungen und Belästigungen waren bald bis aufs höchste gestiegen, so daß er sich dazu hinreißen ließ, den jetzigen Angeklagten als„Kommunist" zu bezeichnen. Das war das Signal für den Angeklagten, nun den Mann tätlich anzugreifen und mit solcher Wucht gegen die Tür zu schleugern, daß sich die Türfüllung löste und der Mann mit dem Kopf auf das Hofpflaster aufschlug. Der Aufschlag war so wuchtig, daß der Bedauernswerte einen Schädelbruch mit Bluterguß im Gehirn davontrug. Als der Mißhandelte einige Zeit später über starke Müdigkeit als Folge der Schädelverletzung klagte, schleppte der Angeklagte ihn ohne jedes Gefühl von Mitleid in einen Schweinestall und ließ ihn dort bis zum nächsten Morgen liegen. Nach sechs Tagen ist der Mann an den erlittenen Verletzungen gestorben. Der Rohling wurde daraufhin sofort in Haft genommen Lediglich die Tatsache, daß der Angeklagte durch den Ausdruck„Kommunist“ in eine ebenso begreifliche Erregung gekommen ist, bewahrte ihn vor dem Zuchthaus und so verurteilte ihn das Gericht zu vier Jahren Gefängnis. Verbrechen am eigenen Kinde Ein Jahr und sechs Monate Zuchthaus Koblenz. Wegen Vergehens an seinem 13jährigen Töchterchen wurde der 56jährige Karl Dreher aus Koblenz von seinem 18jährigen Sohn zur Anzeige gebracht. Dreher hatte sich am Donnerstag vor Gericht zu verantworten und wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Motorrad fuhr in eine Fußgängergruppe Jüchen. Auf der Landstraße zwischen den Ortschaften Wey und Waat geriet ein Motorradfahrer in eine Fußgängergruppe, wobei ein 17jähriger junger Mann aus Waat so schwer verletzt wurde, daß er im Krankenhaus starb. Bemerkenswertes Arteil Die Kaution eines vom Generalagenten eingestellten Kassierers Köln. Ein von einer auswärtigen Krankenversicherungs=Gesellschaft eingestellter Generalagent nahm einen Kassierer in Dienst, der 800 RM. Kaution stellen mußte und auch als Werber benutzt wurde. Der Generalagent beging Veruntreuungen, und damit war auch die Kaution nicht mehr vorhanden, wie auch dem Kassierer die schuldige Provision nicht mehr gezahlt werden konnte. Der Kassierer klagte nun am Arbeitsgericht gegen die Krankenversicherungsgesellschaft auf Zahlung der Kaution und der Provision. Der Vertreter der Beklagten betonte, daß es der Gesellschaft unverständlich sei, daß der ihr unbekannte Kassierer gegen sie klage, da dieser doch Angestellter des Generalagenten und nicht der Gesellschaft gewesen sei. Nach Prüfung der Sachlage verurteilte jedoch das Arbeitsgericht die Versicherungsgesellschaft kostenpflichtig zur Zahlung der eingeklagten Kaution und der Provisionsbeträge. In der Urteilsbegründung wurde u. a. ausgeführt, daß die Beweisaufnahme ergeben habe, daß der Generalagent stets Briefpapier mit dem Aufdruck der Gesellschaft und dem Zusatz„Landesverwaltung Westdeutschland" benutzt habe. Die Gesellschaft, die ihre Firmenbezeichnung mit dem Zusatz„Hauptverwaltung" versah, sei mit der Führung des Firmennamens durch den Agenten einverstanden gewesen. Sie habe ihm auch Briefbogen mit entsprechender Firmenbezeichnung überlassen. Der Empfang der Kaution sei von dem Agenten auch auf dem Briefbogen mit der Firmenbezeichnung und dem Zusatz„Landesverwaltung Westdeutschland“ quittiert worden. Es sei allerdings richtig, daß der Agent im Innenverhältnis zur Versicherungsgesellschaft gehalten war, im eigenen Namen aufzutreten, aber mit Zustimmung der Firma habe der Agent ständig ihre Firmenbezeichnung gebraucht und dadurch nach außen hin zum Ausdruck gebracht, daß er als Bevollmächtigter handele. Dadurch. daß die Gesellschaft dieses duldete, habe sie gutgläubigen Dritten gegenüber den Anschein erweckt, daß der Agent ihr Bevollmächtigter gewesen sei. Dies gelte besonders für den Kläger. der gutgläubig war. Demnach sei der Vertrag unmittelbar mit der Gesellschaft zustandegekommen und so müsse sie nunmehr auch für die Kaution und den Provisionsrest aufkommen. Folgenschwere Verkehrsunfälle Zwei Todesopfer, drei lebensgefährlich Verletzte Köln. Am Mittwoch und Donnerstag trugen sich in Köln annähernd 20 Verkehrsunfälle zu, bei denen zwei Personen zu Tode kamen, drei Personen lebensgefährlich und zwölf Personen leichter verletzt wurden. Bei den tödlich Verunglückten handelt es sich einmal um einen 27jährigen Schreiner, der mit seinem Fahrrad in eine Straßenbahnschiene geriet, stürzte und dabei unter einen Omnibus kam. Im zweiten Falle wurde ein sechsjähriges Mädchen das Opfer des Verkehrs. Beim Ueberqueren einer Kreuzung nahte ein Lastkraftwagen, der von dem Fahrer stark abgebremst wurde, als dieser das Kind bemerkte. Der Kraftwagen geriet ins Schleudern und das Kind wurde noch von dem hinteren rechten Kotflügel erfaßt und vom rechten Hinterrad überfahren. Das Kind trug schwere Kopfverletzungen davon und starb auf dem Transport zum Krankenhaus. Wieder zwei Todesopfer des Verkehrs Aachen. In Linden geriet ein Kind, das mit seinem Roller unterwegs war, beim Ueberqueren der Straße unter einen Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. In Mariadorf geriet am Bahnübergang an der Aachener Straße ein Motorradfahrer in scharfem Tempo gegen einen Lastkraftwagen. Der Motorradfahrer blieb mit zertrümmertem Schädet tot liegen. Opfer seiner Trier. Das Landgericht Trier erkannte am 10. Januar gegen den Angeklagten Karl Hoffmann aus Bernkastel wegen Verleitung zum Meineid auf ein Jahr Zuchthaus. Dieses Urteil ist jetzt mit einer für das Strafmaß belanglosen Maßgabe vom Reichsgericht rechtskräftig bestätigt worden, an das sich der Angeklagte mit dem Ziele seiner Freisprechung gewandt hatte. Der vielfach vorbestrafte Beschwerdeführer, der zur Zeit eine mehrjährige Zuchthausstrafe wegen Hochverrats verbüßt, leidet an Prozeßsucht und hat etwa 80 Zivilprozesse geführt. Auf einer Autofahrt versuchte er seinen Mitfahrer dazu zu verleiten, in einem dieser eine Wäschelieferung betreffenden Prozesse eine bewußt wahrheitswidrige Zeugenaussage zu machen. Als sein Bekannter auf die Bedeutung des Eides hinwies, äußerte sich Hoffmann hierüber höchst abfällig, indem er erklärte,„wer daran glaube, sei verrückt". Der Limburger Dom wird nicht verputzt Limburg. Limburgs köstlichstes Kleinod, sein weltberühmter siebentürmiger Dom, stand in der letzten Zeit lange im Mittelpunkt der Erörterungen der Kunstfreunde und Bewohner. An maßgebender Stelle trug man sich mit dem Gedanken, das Aeußere des Domes mit Putz zu verkleiden. Seit Oktober wurden große Flächen der Außenfassade des füdlichen Querschiffes und künstlerischen Vorstudien für die geplante Verkleidung dienen sollten. Die Ansichten über einen Verputz gingen auseinander. Nach gründlichen Erwägungen der höchsten maßgebenden Stellen ist man zu dem Entschluß gekommen, von einem Verputz des Domes abzusehen. Zurzeit werden die Putzproben am Dom wieder entfernt. Weite Reise eines Kirmesballons Kleve. Einen Weitstreckenrekord dürften zwei Kinderluftballons aufgestellt haben, die am vergangenen Sonntag um 18.30 Uhr von zwei Klevern vom Jahrmarkt aus gestartet wurden. Und zwar hatten sie so vorzüglichen Auftrieb auf ihrer nächtlichen Reise, daß sie den angehängten Zettel bis nach Dänemark trugen. Schon am Tage darauf wurde das Klever Kirmesballon=Paar in dem dänischen Orte Tyrastrup im Bezirk Christiansfeld aufgefunden. Am Dienstag gab der Finder, ein Lorenz Thomsen, seine Fundnachricht an unsere Mitbürger auf die Post und am Mittwoch traf sie in Kleve ein. Das Erstaunen der beiden Ballonstarter kann man sich vorstellen, hatte Ballonpaar doch eine ganz anständige Strecke zurückgelegt, n 5HO Hermatttergarteh-Schwerte-Kohf am Freischütz Sonntag, den 30. Juli, 4 Uhr V. Grobes Kindertest! mit den beliebten Spaßmachern Pepo und Alah viele Uberraschungen, Bonbonregen, Kletterstange, Tauziehen, Eierlauf, Sacklaufen, Volksliedersingen, Geschenke wie Täubchen, Häschen,# Hähnchen usw. Eselreiten für Kinder Eintritt freil nur in Begleitung Erwachsener mit diesem Inserat als Ausweis Eilimnnnnn Bummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmeme Am morgigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Einweihung des Schwimmbades Elsetal Nachfeier im Lokal Pütter Heih kireiner TiefEisenbrtendau Schwerte, Ruf 2532 Mlingung Nart Herschu krent Bauklempnerei, Wasser=Installation, Sanitäre Anlagen, Blitzschutz Fachmännische Bedienung Radio. Radio. Besichtigen Sie bitte mein Schaufenster Haselackstraße Sa SENURUNS Sämtliche neue Apparate der Rundfunkausstellung vorhanden— Ruf 2709 Die neuen Geräte von der Fuhk-Aasstenung sind eingetroffen. Wir bitten um unverbindliche Besichtigung. RADIO HILL Röhren 31% billiger" Ruf 2606 Edelstahlwerk mit ausgedehntem Erzeugungsprogramm vergibt seine Vertretanz für den nordöstlich, westfälisch., sauerländischen Bezirk. Zuschriften von Herren, die sowohl branchekundig sind, als auch über Beziehungen auf diesem Gebiete verfügen, werden gebeten, ihre Bewerbungen unter Nr. 1621 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung einzusenden. Heltun skrrie7...) für Schwerte=Dst und Hilfsarbeiterin gesucht Schwerter Zeitung Lheumo, Herz. 80r: Orgt- 4 Nerven- u. Frauenleiden. samiöheg Prospelge durch. Stöck Verschgamt u. Bodevereullung Gucégeister — besonders der Jugend— eind Pickel, Mitesser usw. Quetschen Sie nicht daran herum, sondern waschen Sie eich, wenn Sie bald besser aussehen wollen, regelmäßig mit Stegheenpferag Kdelucriabfer Sche Zuhab. in Fachgeschäften, bestimmt bel: Depets: Med.-Drog. Heppe, Ostenstr. 8 Drog. M. Mehlhose, Ad.-Hltl.-Pl Drogerte Erich Rienhöter Sauptah in der näheren Umgebung von Schwerte zu kaufen gesucht.— Offerten unter Nr. 1622 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Täglich frische Fohannisbeeren zu verkaufen.(1626 Brunnenberg, Ergste. Moderne 6-7 Wehilung zum 1. 10. 39 evtl. auch später zu mieten gesucht Offerten unter Nr. 1619 an die Geschäftsst. d. Schw. Ztg. 3 od. 4 ZimmerWohnung für sofort gesucht. Sicherer Mietzahler. Offerten unter Nr. 1475 an die Geschäftsstelle dieser Zta. Eine schöne Perücke macht die Puppe neu Bubikopf=Locken= u. Zopfperücken aus der Puppen-Klinik Suttmann Puppen und Ersatzteile aller Art. Reparaturen schnell und billig Altestes Geschäft d. Art. am Platze Wilhelmstraße 22 Baugewerbliche Fachschule Rastede i. O. von C. Rohde. Progr. frei. Vorbereit. a. d. Meisterprüfung. Wanzen vernichtet seit 26 Jahren unter schriftlicher Garantie geruchlos und unauffällig. Man verlange Offerte und kostenlosen Besuch. Kammerjäger Friederichs, Letmathe Ruf Iserlohn 2870. Kirchendienst Sonntag, 30. Juli 1939 Viktorkirche: 9,30 Uhr GotHalbtagsNädchen 15—16 Jahre, gesucht. Erstmädchen vorhanden.(1616 August=Haßler=Straße 28. Spurlos verschwunden sind Pickel, unreine Haut, Neigung zu Darmträgheit, seit ich Sani=Drops kenne, sie wirken milde, aber zuverlässig! Packungen zu R 1.=,2.75 u. 7.= „In Drogerien u. Apotheken“. bestimmt erhältlich bei: Drog. E. Grasekamp, Ostenstr. 3 Tanz-Schule Paul Möller Augeentetteßlerstr. 4de Die Schule für Gesellschaftstanz Neuer Kursus beginnt Dienstag, den 1. Aug. und Preitag, den 4. Aug. im Hotel„Schwerter Hol“ Schüler-Kursus 18 Uhr Abend-Kursus 20 Uhr Privat-Einzelunterricht jederzeit Für die EinmachKSI" Glashaut, Salizyl- u Pergamentpapier Gummiringe Autklebeschildchen Vorrätig bei Hans Linner vormr. Carl Braus Große Marktstr. 3—5 Wiakdlatur P A12. wieder vorrätig. „Schmerder Zeituung!“ Mir hats geholfen! Lebewohl gegen Höhneraugen öscheanot A Blechdose(8p Pfigster) 6##.## in Apotheken u Drogerien Sicher zuhaben: Mediz. Drog. Heppe, Ostenstr. 3 PSrrhsteiger aus hochster Nel gerette. Berchtesgaden, 28. Juli. Dem hingebungsvollen Einsatz und dem kameradschaftlichen Zusammenwirken der Männer der Rettungsstelle Berchtesgaden unter der Führung von Josef Aschauer und der Reichenhaller Gebirgsjäger unter der Führung des Leutnants von Kauffmann ist es gelungen, vier Menschen, die sich seit 64 Stunden in der Hochkalter Ostwand befunden hatten, zu retten. Die Geretteten waren von Gewitter und Nebel überrascht worden und konnten wegen des Schnee alls den Rückweg nicht mehr antreten. Auf der anderen Seite wurden sie von einer über 400 Meter abfallenden Felswand von der Welt abgeschnitten. Bei den Geborgenen handelt es sich um ein Ehepaar aus Nürnberg, das sich erst am Samstag verheiratet hatte, nämlich den 29jährigen Glaspolierer Gustav Walther und seine 19jährige Ehefrau Rosa, ferner um den 19 Jahre alten Schreiner Karl Pellmann aus Fürth, denen sich der 19jährige Hilfsarbeiter Karl Henkel aus Okrilla bei Dresden angeschlossen hatte. Alle befinden sich nun wohlbehalten im Tal. Die drei Touristen aus Nürnberg und Fürth, denen sich der junge Sachse unterwegs angeschlossen hatte, waren am Montag über das sog. Blaueis mit der Absicht gegangen, über die Wimbach=Scharte ins Wimbach=Tal abzusteigen. Durch ein plötzlich aufkommendes Gewitter und durch Nebel verloren sie die Richtung und gerieten unversehens in die Hochkalter Oftwand. Hier befanden sie sich nach zweistündigem Abstieg in einer Lage, in der ein Weitersteigen völlig unmöglich war. Nach unten eine 400 Meter tiese, senkrechte Felswand, über ihnen durch Schneefall die Unmöglichkeit des Zurückgehens. So taten sie das Beste, was möglich war: Signale 1. geben und auf Rettung zu hofen. Jaßt drei Tage hatten die Touricen anf einem schmalen Felsband zugebracht, als die erste Seilschaft der Bergungsmannschaft eintraf. Weitere drei Seilschaften folgten rasch nacheinander. Jede nahm sich eines der Verstiegenen an und seilte ihn in außerordentlich schwieriger und gefährlicher Arbeit ab. UUeber eine hundert Meter hohe, völlig senkrechte Wand hatten die Männer der Rettungsexpedition in Voraussicht der kommenden Arbeit schon vorher eine Art Seilgeländer gebaut, so daß für den Abstieg und den Abtransport die Sicherheit gegeben war, die die Retter und die Geretteten der größten Gefahr entzog.— Die Verstiegenen wurden in erstaunlich frischem Zustande angetroffen. Die drei Nürnberg=Fürther waren auch recht gut ausgerüstet und ausreichend mit Proviant versehen. Auch der junge Sachse, der nur mit kurzer Hose und Brotbeutel versehen war, hat sehr gut durchgehalten.— Das Abseilen begann um 10 Uhr vormittags und ging verhältnismäßig rasch vor sich. Um 17 Uhr waren die Geretteten und ihre Betreuer wohlbehalten im Wimbach=Tal versammelt. Um 20 Uhr traf die Bergungsgesellschaft in Berchtesgaden ein. Deutschmeister=Marsch wird Heeresmarsch Berlin, 28. Juli. Wie sich aus der soeben erfolgten Veröffentlichung des Oberkommandos des Heeres über die neue in das Verzeichnis„Deutsche Heeresmärsche" ausgenommenen Werke ergibt, ist in die Sammlung der Parademärsche für Fußtruppen auch der Deutschmeister=Regimentsmarsch von Jurek eingereiht worden. Unter den Neuaufnahmen dieser Reihe befindet sich ferner ein Marsch„Panzerschiff Deutschland" von E. Schumann. In der Sammlung der Märsche für berittene Truppen erscheint als Neuerung u. a. ein Panzer=ReiterMarsch von H. Schmidt Aussichten für Mittelschüler Mittelschüler kommen in die gehobenen Berufe Berlin, 28. Juli. Die hohe Bedeutung der Mittelschulbildung im neuen deutschen Schulaufbau ergibt sich aus Erläuterungen, die Professor Emil Pax veröffentlicht. Die Mittelschule habe die besondere Aufgabe erhalten, vor allem dem Erziehungs= und Bildungsbedürfnis des Nachwuchses für die mittlere Berufsschicht zu dienen, also jener Berufskreise in Wirtschaft, Verwaltung und Wehrmacht, in deren Berufsarbeit sich planende und ausführende, geistige und mechanische Tätigkeit, Kopf= und Handarbeit vereinigen und deren Angehörige imstande sind, leitende Gedanken schnell und sicher aufzufassen und ausführen zu lassen. Sie werde dabei in keiner Weise der eigentlichen Berufsausbildung in der höheren Fachschule vorgreifen. Sie wolle aber in ihren Schülern durch Erziehung zum Berufsgedanken an sich eine hohe Arbeitsgesinnung wecken und pflegen. Der Gedanke der Gegenwartsnähe sei für ihre Arbeit besonders kennzeichnend. Deshalb nehme sie sich der Fragen an, die jeweils im Brennpunkt des Volkslebens stehen. Durch einen Unterricht, der immer wieder vom praktischen Leben ausgeht und zu ihm zurückführt, wolle die Mittelschule den gehobenen praktischen Berufen in Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Technik und Industrie, den mittleren Stellen der Verwaltung und Wehrmacht, ferner allen hauswirtschaftlichen, pflegerischen, sozialen und technisch=künstlerischen Frauenberufen einen Nachwuchs mit offenem Blick und den erforderlichen Fähigkeiten zur Verfügung stellen.— Colisu bleibt im Nmt Sebitterung gegen Kvisenmacher Den Haag, 28. Juli. Wie amtlich mitgetellt wird, hat sich Coliju zur Königin begeben, um über das Mißtrauensvotum der rot=schwar. zen Kammermehrheit Bericht zu erstatten und den Rücktritt des Kabinetts zur Kenntnis zu geben. Die Königin hat das Rücktrittsgesuch angenommen und Colijn mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte beauftragt. Die Haltung der Römisch=Katholischen Volkspartei hat in weiten Kreisen des holländischen Volkes eine erbitterte Stimmung geweckt. Der„Telegraaf“ richtet schwere Vorwürfe gegen die Kammermehrheit, die sich seinerzeit nicht entschloß, gegen den durch den Skandal Oß kompromittierten katholischen Justizminister Goseling ein Mißtrauensvotum auszusprechen, die aber jetzt eine Regierung in Bausch und Bogen verwerfe, die Mann für Mann aus Persönlichkeiten bestehe, die weit größere Verdienste um das Land hätten, als die Drahtzieher im Parlament. Eine rotschwarze Koalition könne eine Katastrophe für das Land bedeuten, denn die Römisch=Katholische Staatspartei Hollands führe dieselbe verhängnisvolle Politik wie seinerzeit das Zentrum in Deutschland, und die holländische Sozialdemokratie sei ein genaues Abbild der früheren Sozialdemokratischen Partei in Deutschland. Der neuernannte diplomatische Vertreter des Deutschen Reiches bei der slowakischen Regierung, Bernard, ist am Donnerstag nachmittag in Preßburg eingetroffen. Der neue Gesandte wird bereits in den nächsten Tagen sein Beglaubigungsschreiben überreichen. Ausländische Meldungen über eine bevorstehende offizielle Besuchsreise des bulgarischen Ministerprasidenten nach Paris und London werden amtlich dementiert. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing, Schwerte(Ruhr). lich für den gesamten Tertteil: Dr. Hans=Adol Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner,„Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gunig. D.=A. 1V939: 1498. KREDIT 82920 Schuhhaus Jedes Kind erhält einen„Viehoff-Sonnenschirm“ als Geschenk Wch Bacr A R M N KEE K cch Men KIL WEERAEER Vetee eechte ee e Be eeee W e een W! e- hhe nabeee! * DAS SPEZIAL-TEXTILHAUS DTMD.-HORDE — S G-bere Se# bis 12. Richon 3.— REE Städt. Konzerte, Dortmund Einladung zur Vormiete 1939-40 10 Symphonie- 2 Chorkonzerte Die Einteittspreise beiengen O,7S bie Bei Vormiete 25% Ermäßigung Vormietebetrag kann bequem in 3 Raten entrichtet werden. Einzeichnungen für die Vormiete nimmt die Stadttheaterkasse, uhstraße 16, Zimmer 21, wochentags von 10—15 Uhr und Uhr, außer Mittwochs und Sonnabends, entgegen. Stäct. Ligslkoltrektlon, Balkenstraße 34. Fernruf 20111 /2725. Sonntag, den 30. Juli, 15 Uhr Mittwoch, den 2. August, 15 Uhr HEirkEn 2e Bonlmens Sonntag: Nereide-Rennen. Agl. II-Ehrenpreis und RM. 5000.— Miitwoch Offister- tanes Aonafeurrenmen Auch Mittwoch: Rückfahrkarten mit 33½% Ermäßigung Im Umkreis von 75 km einschl. Düsseldorf. Schühendereins=Echwerierhtire steigt am Sonntag, den 30. Juli 1939, im großen Saale des Es spielt das Musikkorps der Flak Iserlohn mit seinen 8 Solisten Abends das große Tanzorchester Ein guter Fang ist jeder Kauf Menkag. Jen 31. Jubi 822 gorm. B Einsche. Famsrag ,VEa tärchgus Ke.. Gabardine-Mäntel für Damen in schönen Wollqualitäten und sportlicher Verarbeitung etzt 04- 20 19— Frauen-Mäntel auch in weiten Größen, gute Stoffqualitäten und Schnitte, alle ganz gefüttert etzt 60- 20- 19— Damen-Mäntel schöne Sommerstoffe, solide Ausarbeitung, alle auf Kunstseide gefüttert Nachmittagskleider aus feinen kuntseidenen Stoffen in uni und bunt, in verschiedenen aparten Macharten, auch in großen Weiten Frauen-Kleider aus guten kunstseidenen Stoffen, richtige Weiten und Schnitte, auch in jugendlichen Ausführungen Sommer-Kleider aus verschiedenen sommerlichen Stoffen in flotten jugendlichen Formen und hübschen Farbstellungen Damen-Pullover darunter auch durchgeknöpfte Formen in verschiedenen modischen Strickarten Blusen us verschiedenen kunstseidenen Geweben, modische Farben und Formen Röcke verschiedenen schönen Stoffen, in sportlichen Ausführungen Sommer-Kostüme aus soliden Stoffen, sportliche Formen, Jacken alle gefüttert 1075 4075 UNSEAU CRÖSSTSTOPT-ADTEILGNS BIETEI Krepp-Jersey uni, schönes kunstseid. Maferial, in dunklen Farben für Kleider und Komplets, ca. 94 cm breit Meter jetzt Taft-Karo Kunstseide, in hübschen Farbkombinationen, ca. 68 cm breit. Meter jetzt Zellwoll-Musselin in schönen Druckmustern für sommerliche Kleider, 2. Wahl ca. 78 cm breit. Meter jetzt Bedruckte Waschstoffe in verschiedenen Ausmusterungen in Kunstseide, ca. 70 cm breit Meter jetzt Jacquard-Plastik schöne uni kunstseid. Qualität, neue Farben, auch marine, ca. 94 cm breit Shantusin-Tupten modisches kunstseid. Noppengewebe mit andersfarbigen Tupfen, ca. 78 cm breit.. Meter jetzt Kleider-Schotten schöne lebhafte Dessins für sportliche Kleider, ca. 70 cm breit. Meter jetzt Zellwoll-Musselin vielfarbige Muster in großer Auswahl, ca. 78 cm breit Meter jetzt Meter jetzt Lavabel-Druck Gevieber au nssei Sommerkleider, teils 2. Wahl, ca. 94 cm breit, Meter jetzt Kunstseide vielseilige Sorti 4 Meter jetzt# Mattkrepp-Druck mente, teils 2. Wahl, ca. 94 cm breit Büstenhalter aus Wäschestoff mit Rückenschluß u. Zackenlitze jetzt Sportgürtel aus Drell mit Seitenschluß. C# schöne Qualität.... jett 90. Gummischlüpfer die bellebte Schlupfform in 148 leiner Strickart...... Jett 1# Hüfthalter Dreit mit lester Leitbveroübr- gg! stärkung, Gummitellen u. Sellenschluß........ Jetzt Damen-Unterkleid Charmeuse mit aufgesetlem„ Maroc-Mollv in vielen Parben 418 C 2. Wahl........ 4est 1— 9 Damen-Unterkleid Charmeuse, felmaschig mitgro- C)48 den Motlven, 2. Wahl:. jett ZDamen-Nachthemd Charmeuse, hochgeschlossene Form, Puffärmel und aparter Besatz, 2. Wahl, jetzt Damen-Nachthemd aus Charmeuse, mit reicher Spilzengarnitur, hochgeschlossene Form mit PuftArmel, 2. Wahl........... jetzt Kinder-Kleider gr.#0 Gr. amp; Cr. 6 aus verschiedenen Stoffen, hübsche Parben, kleidsame„#75 195 415 Formen, Steig. 25 J. jegt C— 1— 1• Kinder-Mäntel 6.6 Gr. amp; Gr. 6 aus einfarbigen u. gemus-—n 100 90 terten Stoffen, in Hlotten K90 ∆20 Formen, Steig. 50. jett 0—41ungmädchen-Kleider aus modischen Kunstsel- 75 90 C95 densloffen in Jugendlichen 1112 Formen.... es 11420—2Jungmädchen-Mäntel aus mod. Stoffen, alle ganz m 450 4075 1075 gefütlert, aparte Porm. jetzt 24—19—12Herren-Hüte Wollflix, Partie- Einzelstücke, □)85 in vielen Farben und Pormen 222 Stück jett 4Herren-Hüte Haarfliz, Partie- Einzelstücke, leichte Qualiläten Stück jetzt Herren-Selbstbinder eine große Auswahl, schöne##∆ Streilen u. Karos Stück jetzt Herren-Selbstbinder reine Seide, viele Dessins, in voller Form........ Stück jetzt Dekorations-Druckstoffe hübsche, kleingemusierte###n Blatt- und Blumenmuster, J40 122 ½X ca. 80 cm breit, Meter jetzt 1— 1Dekorations-Druckstoffe sollde Grundstoffe mit farbenfrohen, neuzeitlichen Zeichnungen, I, geser jetz 210 118 12. Dekorationsstoffe moderne jacquardmuster und Traverstreifen, I. 3C.- 7# A4EAO nen, ruhigen Parbionen, 10-49 U7 120 cm breit Meter jetzt A— 1—98.8 Stores-Meterware Fantaslestoffe mit aparten Klöppel- oder Stickerei- Abschlüssen,0 495 448 stumpf u. mit Drillfransen C) z0 725 445 Meter est 2—— 1Damen-Hemdchen oder Schlüpfer, aus kunstseidenem interlock mit Nadel-□ streifen, Größe 42-48, 2. Wahl, Stückjent 003 aus modernem Pantasiegewehg. 0 Größe 42-48, 2. Wahl Stlick jetzt 153 Damen-Hemdchen oder Schlüpfer Kunstselde, modische Strick-#8 er, talllerte PForm g 190 08, 2. Wahl Stück jegt— J00 Damen-Schlüpter aus kunstseldenem Interlock,„ Grätige Austührung, mit Oval 8 8 0. zwichel, 2. Wahl Stück setr 8c. Damen-Hemdhose aus kunstseidenem Interlock, mit C)28 5-Knopfverschluß u. Seidenbandträger, Oröße 42-48, 2. Wahl Stück jetzt Damen-Kragen Rosellen, Schleifen und abote, fells leicht anse- 18 08 18 staub: jest 40g 20. 10. Kleider-Westen und Kragen für spitzen und runden Ausschnitt, in mo- 443 98. 68. dischen Stoflen jett 1— 20, U0. Damen-Langschals schöne Stoffe In frischen Pardm u. Sput gaun gant 128 78, 48, Damen-Vierecktlicher inlebhaften un Parben und 495 448 08. bunt bedruckt fett 122 122 Damen-Handschuhe Kunstselde, mit schöner Ausstattung. C) A in großer Auswahl Paar jebt##### Damen-Handschuhe 2 Knopf, der praktische und sollde 18 Handschuh, Leder-Imitation Paar letzt Kunstselde, Poar Jetzt Damen-Leder-Handschuhe mit Ausstaltung, mn Waschnappa X85 und Oiace, 2. Wahl, Poar 1e1t C. 2Damen-Leder-Handschuhe Waschnappa, schönen geschmelilgestader iwrsce-##n 190 denen Farben Prs 4— 21— 2. Wahl, Einzeipaare, paar ien+*+* DAMEN-HUTE können Sie jetzt zu bedeutend herabgesetzten Preisen kaufen, suchen Sie sich aus unserer großen Auswahl das Beste heraus in den Preislagen Undere Schaufensier zeigen Uhnen., WDie. nüßeror Jenteich. Bilig. WirMelhsochs und Sambtugt Mor Mieter. 40 Oec Trage deine Ehe nicht auf die werden heißt reifen. Und je heller die Scheitel solcher Altgewordenen über junggebliebenen Augen und über gütevollen Gesichtszügen schimmern, um so dankbarer und achtungsvoller wird man sich vor ihnen neigen! Es gibt Männer und Frauen, die im Gegensatz zu früher immer schöner und reizvoller aussehen, je heller ihr Haar wird, die aber gar nicht daran denken, alt geworden zu sein, es auch in gewissem Sinne nicht sein wollen. Wie kann es auch anders bei denen sein, die, wenn die Jahre ihr Haar schon gebleicht haben, Leistungen auf den verschiedensten Gebieten vollbringen, die unser Staunen, unsere Bewunderung erregen! Kennt und nennt unseres Volkes Geschichte solcher Männer und Frauen, die unvergängliche Werte und Werke von höchster Vollendung und Reife schufen, nicht genug? Ein Beweis dafür, Furcht vor dem weißen Haar Sie ist eigentlich eine tragikomische Krankheit, die Furcht vor dem Weißwerden des Haares. Viele Frauen gibt's, die liegen geradezu auf der Lauer, ein weißes Fädchen auf ihrem Scheitel zu entdecken und es schleunigst, noch bevor es andere sehen, mit Stumpf und Stiel auszurotten, also mit der Wurzel zu entfernen. Nun kommt es aber in den meisten Fällen so, daß sich diese Operation als sehr trügerisch erweist und sich statt des einen recht bald weitere we Haare einstellen. Hier ist eins u. da ist eins! Es muß immer häufiger ausgezupft werden! Das Spieglein an der Wand ist unbarmherzig genug, die silbern schimmernden Begleiterscheinungen des nahenden Alters sichtbar, werden zu lassen. Wir wollen hier gleich hinzufügen, daß es auch jüngere Leute mit weißen Haaren gibt, die sich aber in der Regel mit dem sie „interessant“ machenden Kopfschmuck eicht abzufinden pflegen. Es sind zumeist Frauen, die sich vor dem Erscheinen ihrer ersten weißen Haare fürchten, aber auch nicht alle Angehörigen des starken Geschlechts sind frei davon und verschmähen es nicht, sich hinter verschlossener Tür mit dem Entfernen dieser Mahner an kommende Tage zu beschäftigen. In früheren Jahren, da Bärte zum männlichen Mann gehörten und sich auch in diesen zugleich mit dem Kopfhaar silberne Fäden bemerkbar machten, war es schwieriger, jünger zu erscheinen, als man war, sofern man sich nicht eines Färbemittels bedienen wollte. Der Wahrheit die Ehre: die Mehrzahl der Frauen findet sich schmerzund mühelos mit dem Grau= und Weißwerden ab; die meisten von ihnen haben heutzutage gar keine Zeit dafür, sich damit zu beschäftigen. Die anderen sollten es auch so machen und ohne Bedauern und mit Würde das sich auf den allermeisten Menschenköpfen einstellende Atribut des Alterns zu tragen. Es kann so etwas Wunderschönes darum sein! Ist nicht ein unter oder schneeweißem Haar grauem erer schneeten frisch, froh und gütevoll, oder gar tung dervorschauendes Frauenant1s Dag Chrenzeichen des Führers verschönt ihren Lebensabend. Wird da nicht in vielen jüngeren Eine gelungene Photostudie einer alten Tiroler Bäuerin, die Geschlechtsgenossinnen der Wunsch stolz das Ehrenzeichen der deutschen Mutter trägt. rege, so und nicht anders auszusehen? Wie wenig erfreulich wirkt dagegen ein #mlichen Falten unerwünschten AltoeAuch nicht bis zum Rachbarhaus, zur Nachbarstubel Allerdings: wo im Vau Sherguset morsch ist, wo die Spatzen schon den von den Dächern pfeifen, wo man sich in letzter Not und Bedrängnis aus den vier Pfählen in die Welt flüchten muß— da ist mit einer solchen Preisgabe der Ehe nicht mehr viel zu verlieren. Aber dann muß der Ankläger auch gewärtig sein, daß die Welt ihre vernichtenden Verurteilungs- und Spottpfeile in alle Breschen der zerstörten Festung schickt und daß mancher Pfeil ihn selbst treffen wird. Nur ein leichter Wortwechsel mit dem Nachbar— und schon heißt's: „Wer weiß, ob er nicht an seinem Unglück selbs. die Schuld trägt!" Ja, so heißt's... Und darum, überlege es dir nicht drei=, sondern zehn=, ja hundertmal, bevor du deine Eheschmerzen in die und jene Wohnung trägst oder gar auf der Straße ausladest. Zunächst bedauert man dich wohl, aber das Gaudium sensuionslüsterner Leute lacht schon im Hintergrunde. „Sagen Sie es nur nicht weiter!“ flehst du vielleicht deinen Zuhörer an.„Sagen Sie es nicht weiter!“ beschwört aber auch dieser einen Dritten, der Dritte einen Vierten und der Hundertste den Hundertundersten. Es gibt Männer und Frauen, die jahrzehntelang untgr Septnglasten ihrer Ehe schweigen können und ser, lie bei fünf Gramm Schmerzgewicht würderos zum Nachbar rennen, um den Ehegatten ganz, sich selbst halb zu erniedrigen... Sich selbst halb zu erniedrigen? Jawohl! Denn merke: Du bist ein Wert. Dein Gemahl ist der zweite Wert. Und deine Ehe der dritte. Setzt du diesen dritten Wer leichtfertig aufs Spiel, so schätzt man dich sie nicht höher ein. M Die Hausfrau kämpft gegen die Hitze von grämtichen Halten unerwunschten Altgewordenseins durchzogenes Angesicht, und wenn das Haar in jedem einzelnen Faden sich ungebleicht erhalten hätte! Demgegenüber helfen der Wunsch und Wille, nun einmal nicht alt sein zu wollen, gar nichts. Man kann es der Jugend von heute nicht verdenken, wenn es ihr solchem unliebenswürdigen und unschönen Alt= und Aelterwerden gegenüber an Verständnis, geschweige denn an Ehrfurcht mangelt. Daran sollten alle Frauen, alle deutschen Frauen, denen in hohem Maße das Wohl und Wehe des Vaterlandes mit anheimgegeben ist, denken! AltKreuzworträtsel. Waagerecht: 1. schlangenförmiger Fisch, 4 Teil eines Dramas, 7. Krankentransportmittel, 10. Teil des Kopfes, 11. Nichtfachmann 12. Nebenfluß der Donau, 13. männlicher Personenname. 14. Bergfeste in Messenien, Nebenfluß des Rheins, 19. bekannter Flieger. 20. winterliche Naturerscheinung, 22. Nutz3. venezolanischer Staat, 4. Stadt 5. weibliches Kleidungsstück vergangener Tage. 6. Genußmittel, 8. Antilopenart, 9. Staui in Südtirol, 15. Fluß in Pommern, 16. Schicksalsgättin, 17. Volksstamm, 18. franzäfticher Staorename, 19. männlicher Personennume (Koseform), 21. Märchengestalt. Scherztrage. In welcher Stadt leistet in bezug auf körperliche Kraft und Gewandtheit jeder Einwohner nur dereorragendes! daß man sich mit einem schneeweißen Kopfe absolut nicht auf der absteigenden Lebenslinie zu befinden braucht, ihn in viellen Fällen sogar erst haben muß, um wahrhaft Großes, Edles und Schönes vollbringen zu können. Es ist unter allen Umständen unklug, sich nicht mit dem Altwerden abfinden zu können. Man geht wohl nicht fehl, wenn mann annimt, daß diejenigen, niemals in des Wortes ureigenstem Sinne jung gewesen sind, die nicht alt zu werden verstehen. Es gibt nichts Anziehenderes als junggebliebene Alte und nichts Kläglicheres als sich altgebärdende Junge! Johanna Weistirch. Wir rechnen mit Buchstaben. (a—*)+ b+(c— d)+ 1- x. a— Handwerksgehilfe b= Haustier c— Trinkgefäß d— Figur aus„Peer Gynt“ k— Tagesabschnitt X- Veranstaltung. Denksport. Ein Herr sieht seinen Chauffeur mit einer eoende abneuse zäß g, gesehen worden war. jeur nicht Uynen, bug Fr.. Er leugnete auch alles an, 91s,orin,esgr, i#e Vorhaltungen machte.— Wie rr.zen ue ierlaubte Tat nun sofort bewienen werden? Fehlaufgabe. verden mit folgender Bedeutung: berven mit sbigender Tebentung! rblume, 2. homerisch ig. 6.-römischer eresene, 8. Bedentungslosokeitz 16 Hifthorn,„12. Die Wörter ergeben in ihren Anfangsbuchhaben einen Maynruf an die Hausfrauen. Die 30 Silben sind: a— as— ber— ce— dah—e—6—* — e— ers— sant—— la- ma— mie — mi— nal— nit— nul— 0— 0— se — tür— dkt— te— tha— tul— u3—.— vn— zier. In den heißen Tagen wachsen die Aufgaben der Hausfrau besonders im Kampf gegen die Hitze, die Durst und Schlechtwerden der Speisen verursacht.„Mutti, ich hab' Durst!" 5. was soll man denn immer tun? Soll Mutter die Kinder hemmungslos alles Kalte trinken lassen? Besser ist, sie stellt kühlen Tee bereit, der nach jahrelangen Erfahrungen alter Hitzepraktiker den Durst am besten löscht. So sonderbar es auch klingen mag, selbst heißer Kaffee ist ein Durstlöschmittel. Wenn man den Puls unter die geöffnete kalte Wasserleitung hält, so kühlt das ausgezeichnet ab. Der Kampf gegen den Durst ist aber chen Stunden nicht das schwerste. Viel mehr Aufmerksamkeit erfordert die Beobachtung der Speisen. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Hausfrau während der heißen Tage eine vernünftige Vorratspolitik treibt und nur so viel einkauft, wie sie glaubt gefahrlos zu bewältigen. Das gilt vor allen Dingen über das Wochenende. Ein rationeller Einkauf kann jetzt viel Geld ersparen, beinahe noch mehr aber richtige Lagerung der Ware. an gäßl. Nicht in jedem Haushalt kann es einen Rut. schrank geben, da der Anschaffungspreis für die meisten Familien zu hoch ist. Wie da gegen das Verderben der Eßwaren kämpfen? Zunächst muß die Speisekammer oder Speiseschrank gut gelüftet werden. Noch besser ist es, wenn ein kühler Keller zur Aufbewahrung dienen kann. Der Ort allein entscheider noch nicht. Die Waren müssen hier auch wirklich gekühlt werden. Dazu benötigt die Hausfrau einen Steintopf, den sie in die Reste eines alten Scheuer= oder Frottiertuches einhüllt Buchstabenrätsel. 1. Mit„n“ sind es Bäume, Mit„I“ deren Frucht. Bekannt ist euch beides, Ihr Kinder, nun sucht. 2. Mit„à“ sind es Bäume, Mit„e“ Tiere dann. Wer nennt mir dies beides? Flugs, Kinder, heran. Verbindung. Du kennst den Kur= und Badeort, Den Postenruf aus dunkler Nacht. Vereint, sie nennen uns die Stadt, Die Nachdenken uns hat gemacht. Bilderrätsel. und ständig feucht hält. Durch die Verdunstung des Wassers erreicht man die nötige Kühlung. Auch Tonkrüge und Blumentöpfe eignen sich hierzu vortrefflich.„ Neben dem Keller ist das Ofentoch ein urattes und bewährtes Hausmittel zum Kühlhalten; auch hier kann man mit feuchten Tüchern hantieren. Der wöchentliche Verlust, den die Hausfrau durch den Verderb der Ware erleidet, beträgt in einem normalen Haushalt etwa eine Mark. Auf diese Weise gehen jährlich in deutschen Haushaltungen Nahrungsmittel von Millionenwerten verloren. Das ist zuviel! Kampf gegen die Hitze lohnt! Und du, Hausfrau, bist berufen, ihn an wichtiger Stelle zu führen. Das muß deine Sorge und aber auch dein Stolz sein! Wieder ein Preistreiber. Ein Metzgermeister aus Altenhundem schädigte die Allgemeinheit durch Preistreiberei. Wegen seiner Preisüberschreitung wurde er mit einer Ordnungsstrafe von 500 RM. bestraft. Praktische Winkee Satin erhält nach dem Waschen Glanz, wenn man dem Spülwasser etwas Bi vur beitgt. Haarbürsten müssen naturlich auch von Zeit zu Zeit gereinigt werden, und zwar wäscht man sie in kaltem Wasser, dem etwas Salmiakgeist beigemischt wurde. Goldrahmen, die rauchfleckig oder dunkel geworden sind, reibe man mit verdünntem Weingeist ab. Meit einem Flanellstück wird nachNachtschweiß soll verhindert werden, indem vor dem Schlafengehen ein leichter, kalter Salbeitee oder Milch mit einem Löffel Kognak vermischt getrunken wird. Messing und Kupfer, auch noch andere Metallsachen, werden schön blank, wenn man sie in Sauerkrauttunke reinigt. Fettige Flaschen reinigt man mit noch besser mit mangansaurem Kali, dem etwas Salzsäure zugesetzt wurde. Mit reinem Wasser werden die Flaschen nachgespült. 2.1 vier Eckselder, in richtiger Reihenfolge abgelesen, ergeben einen Sinnspruch, zu das Mittelbild einen erläuternden Schmu## (Scherl). Strandmantel in Weiß. Man kann solchen weißen Jerseymantel ebensogut zu einem buntbedrucktem Seidenkleid wie über dem farbigen Luftanzug tragen. Als einzige Betonung des Sportlichen sind die wappenförmig aufgesetzten Taschen und Streifen an den weiten Aermeln zu erkennen. Kopftausch. Muster— Anmut— Sold— Ohr— Raum — Frost— Kogel— Trient— Hebel— Fuder— Elster— Lampe— Rumpf— Angel — Weilchen— Iller— Banner. Setzt man diesen Wortern an Stelle ihrer Anfangsbuchstaben neue Köpfe ein, so nennen diese, richtig gewählt, einen bedeutenden Pionier auf dem Gebiete der Luftfahrt. Silbenversteck. Springschnur— Andersen— Anzug Friedrich— Mode— Schneeball— Mistel— Streichholz. In jedem Wort ist eine Silbe eines Spruches versteckt.— Wie heißt dieser? — Auflösungen aus voriger Nummer Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Zone, 2. Oliv. 3. IJdar, 4. Nora, 5. Gorn, 6. Niet, 7. Alba, 8. Orne, 9. Ahr, 10. Thusnelda, 11. Tete, 12. Sein, 13. Elen, 14. Tand.— Senkrecht: 1. Zigarette, 2. Onno, 9. Asen, 15. Odol, 16. Narbe, 17. Erna, 18. Loire, 19. Iren, 20. Vaterland, 21. Ahn, 22. Rest, 23. Her, 24. Ute, 25. Lea, 26. Din. Ergänzungsrätsel: Berge, Band, Säckchen, zu. Schar, nieder, hinein, finden, suchen. Magische Addition: 1. Wallenstein, 2. Angelsachse, 3. Laurentius, 4. Dunkelkammer, 6. Marionette, 6. Eckernfoerde, 7. Indanthren, 8. Sonnentau, 9. Thueringen, 10. Eremitage, 11. Remoulade.— Waldmeister. Kastenrätsel: I. Von A bis B: 1. Fels, Zara, 3. Soor, 4. Lund, 5. Kadi, 6. Uran, Zone.— II. Von B bis C: 1. Solo, 2. Arie, 3. Raps, 4. Dorf, 5. Jrak, 6. Neer, 7. Elch.— Sardine. Wöos, Klauscse,(Packer,(O)range, Baltite— Schpimmigert KERASVender-homl! und Deutschlandsender Vom 30. Juli bis 2. August 1939 Sonntag 30. Juli Reichssender Köln 6.00: Freut euch des Lebens! 7.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand. 8.05: 10 Minuten Raabe=Weisbeit, gn... 8.15: Morgenstandchen. 9.00:„Des Lebens Mühe lehrt dich allein des Lebens Güter schatzen". Morgenfeier. 9.30: Musik am Sonntagmorgen.„ rta# 11.00: Eine Vierteistunde bildende Kunst. 11.15: Anacker=Lieder von Paul Haslinde. 11.30: Der lustige Rätselfunk. 12.00: Musik zum Mittag. Dazwischen 13.00—13.10: Nachrichten— Glückwünsche. 14.00: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sport und Mikrofon. Berichte von Sport=Entscheidungen.„„.# 1 Mn 19.00: Der Sonntag im Rundfunkbericht. 19.20: Sportvorbericht. 19.30: 30 bunte Minuten. 20.00: Nachrichten. 20.15: Wir gehen in Ferien! Abschiedskonzert des Großen Orchesters und des Chors des Reichssenders Köln, 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Unterhaltung und Tanz. 24.00—2.00: 1. Teil: Orchesterkonzert; 2. Teil: Operettenkonzert. Deutschlandsender 14.30: Werke von Gius. Verdi. 15.00: Sport und Mikrofon. Berichte von Sport=Entscheidungen. 19.00: Helge Roswaenge singt. 19.20: Helfende Hände— heilende Herzen(1.).„Das Rezept“. Ein Hörspiel. 19.50: Deutschland=Sportecho. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Großes Militärkonzert. 22.00: Tages=, Wetter= und Szortnachrichten. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Musik zur Nacht. 6.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetterbericht. Anschl.: Kleine Melodie. 8.20: Eine Woche unterm Pflug. 8.30: Und Sonntag aufs Land! 9.00: Alte u. neue Hausmusik aus dem Hause eines Danziger Musikliebhabers. 10.40: Rich. Strauß: Klavierquartett c=moll, Werk 13. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Fantasien auf der WelteKino=Orgel. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 14.00: Die Regentrude. Märchenspiel nach Theod. Storm. Montag 81. Juli Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter— Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Die 3 Musikanten spielen! 9.30: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45: Nachrichten. 10.00: Harm Tütjer erzählt. 10.15: Sendepause. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Schloßkonzert. Darin 13.00—13.15: Nachrichten— Glückwünsche. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 15.30:„Da hast'nen Taler, geh auf den Markt". Kindertiedersingen. 16.00: Volks= und Unterhaltungsmusik. 19.00: Denken Sie noch daran? 19.10: Die Woche fängt gut an! 20.00: Nachrichten. 20.15: Volksliederstunde. 20.40: Westdeutsche Wochenschau. 21.00: Zur Unterhaltung. 22.00: Nachrichten.,. 16 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Das Violinkonzert(8. der Sendereihe),„„„ 23.15 bis 24.00: Tanz und Unterhaltung. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert, g. M. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Alle Kinder singen mit! „Der Igel ist ein stachlig Tier. 10.30: Sendepause. 11,00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Schloßkonzert. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Dreil..„Parst und 15.00: Wetter=, Markk= und Börsenberichte 15.15: Kammermusik. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Sport und Mikrofon. Dazwischen: Berichte von den sportlichen Vorführungen auf dem Rundfunk=Ausstellungs= gelände. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Unbekanntes der Bekannten. Konzert. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Erstes großdeutsch. Bruckner=Fest. Anton Bruckner: 8 Symphonie c=moll(Uraufführung der Originalfassg.). 21.35: Musikalische Kurzweil. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20 bis 22.40: Weltpolitischer Monatsbericht 22.45: Deutsch Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Musik zur Unterhaltung. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7,15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Froher Klang zur Arbeitspause..6—„ 9.30: Nun sind die großen werien da! 9.45: Nachrichten. 10.00: Wir und die Welt. Libysche Reise(1). 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. Darin 13.00—13.15: Nachrichten— Glückwünsche. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00:„Fröhliche Spiele für unsere Kleinsten". 15.30: Sendepause. 16.00: Nachmittagskonzert. 18.00: Zum 80. Geburtstag des Dichters Knut Hamsun am 4. August. Hörfolge. 18.30: Das fränkische Sängergrab in der Severinskirche zu Köln. 18.40: Bilder aus Spanien. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die NSs.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Neues vom Film. 20.30 bis 24.00: Großer Tanzabend des Reichssenders Köln. Darin 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Kinderliedersingen. „Rosel, pflück dir Kränzelkraut...„ ng f“ 15.40: Eugen Großmann spielt. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Volks= u. Unterhaltungsmusik. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Einer, der vergessen ist.. I. P. C. d'Alquen. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Musik am Abend. 21.00: Politische Zeitungsschau. 21.15: Das Lied vom Tagewerk. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.15: Europameisterschaft im Wasserball um den HorthyPokal Deutschland— Ungarn. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Zeitgenössische Musik. Dienstag 1. August Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendevause. 9.00: Sperrzeit. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! Mittwoch 2. August Reichssender Köln 6.00: Morgenlied. Morgenruf, Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Frühkonzert. Darin 7.00: Wetter— Nachrichten. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Vom gesunden Leben. Vorsicht bei Leibschmerzen. 9.45: Nachrichten. 10.00: Eine fröhliche Peter=Roseggerstunde mit der Rundfunkspielschar. 10.45: Sendepause. 11.55: Wetterbericht— Markt= bericht d. Reichsnährstandes. 12.00: Mittagskonzert. Darin 13.00—13.15: Nachrichten— Glückwünsche. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein.„„ 15.00: Wir treiben Famiuienforschung. 15.20: Schallplattenmusik. 15.30:„Es singt der Bielefelder Kinderchor". 16.00: Sport und Mikrofon. 19.00: Weltpolitischer Monatsbericht.„ D(arahans 19.15: Musik zum Feierabend. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Sang und Klang am Sommerabend. 22.00: Nachrichten.. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Das Schatzkästlein. 23.25 bis 24.00: Musik aus Wien. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert,„„ Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Sendepause. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Adalb Lutter und Hans Georg Schütz spielen. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Aus dem Zeitgeschehen. 17.10: Musik am Nachmittag (Fortsetzung). 18.00: Zauberwelt des Harzes. 18.30: Die amerikanische Pianistin Erma Weinberger spielt. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Klänge am Abend. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 20.15: Aus der Welt der Oper. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. Anschl.: 10=Tage=Wettervorbersage. 11. 22.20: Bericht von der internationalen Alpenfahrt. 22.35: Kleine Melodie. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Militärkonzert. Koloniallieder und=märsche. Siuemstal üder der Doung onsel Eine verwickelte Besiedlungsgeschichte— Admiral Bligh und die neunschwänzige Katze Wie aus einigen auf Umwegen hier eingetroffenen Nachrichten hervorgeht, ist die Insel Pitcairn im Pazifik von einer furchtbaren Sturmflut heimgesucht worden. Abgesehen von einer Katastrophe vor 60 Jahren hat man nie eine derartige Flut erlebt. Die ganze Form der Insel wurde durch die Flut, die übrigens von irgendwelchen Erdstößen begleitet gewesen sein muß, vollkommen umgestaltet. Der westliche Hafen der Insel wurde z. B. fast vollkommen durch„Bergrutsche" verschüttet. In den Straßen der Siedlungen hat das Wasser zeitweise bis zu einem Meter hoch gestanden. Es dürfte Jahre dauern ehe die Bewohner von Pitcairn die hoffnungsvoll begonnene Entwicklung wieder weiterführen können die mit fremder Hilfe seit dem Jahre 1935 möglich war. Jahrhunderte hindurch war die Insel bekanntlich vollkommen vergessen. Pitcairn ist ohne Zweifel die Pazifik=Insel mit der abenteuerlichsten Geschichte. Die Geographie von Pitcairn ist schnell erklärt: Pitcairn ist die südlichste der PaumotuInseln, die östlich der Gesellschafts= und Tubuai=Inseln eine Gruppe kleiner und kleinster Koralleninseln darstellen. Man nimmt heute an, daß der nördlichste Teil dieser Atollengruppe schon von Magolhaes im Jahre 1521 gesichtet wurde. Aber von weißen Menschen besiedelt und bewohnt wurden diese Insel und auch Pitcairn viel später unter sehr bewegten Umständen. Schwere Flutwellen sind nach den vorliegenden älteren Berichten und den Erzählungen der Eingeborenen keine Seltenheit, wenn auch Katastrophen, die viele Menschenleben kosten, nur alle 50 oder 60 Jahre höchstens auftreten. Um auf Pitcairn zurückzukommen: Im Jahre 1789 kreuzten einige englische Schiffe im Pazifik, um die Cook=Entdeckungen nachzuprüfen. Der Kommandant dieser Flotteneinheit war ein Admiral Bligh, ein sehr energischer Mann, der mit den Eisenfesseln und der neunschwänzigen Katze für die kleinsten Vergehen nicht sparte. Aber die von ihm so erzielte Disziplin war nur äußerlich. Er war so verhaßt, daß die Mannschaft eines Tages rebellierte und ihn und seine Offiziere in einem Boot aussetzte. Man hat nie mehr etwas von ihnen gehört oder gesehen. Die Seeleute aber suchten eine Insel, um sich dort niederzulassen. Nach mehreren Fehlschlägen kamen endlich 15 Matrosen des Schiffes Bounty mit 12 Tahiti=Mädchen, die das Schicksal der weißen Männer teilen wollten, auf die Insel Man richtete sich gut ein und lebte nach der Art Robinsons, nur mit dem Unterschied, daß man Familien gründen konnte und eine Verwaltung einrichtete, die auf dem Prinzip des Patriarchalismus beruhte. Die Welt hatte natürlich keine Ahnung, was aus der Bounty und der Mannschaft geworden war. So lebten denn die Leute von Pitcairn unter vollkommenem Abschluß von der zivilisierten Welt, bis 1865 ein englisches Schiff die Insel anlief und mit Staunen feststellen mußte, daß hier einige Dutzend(genau 282) Menschen lebten, die ein sehr schönes Englisch sprachen, sich aber auch auf tahitianisch unterhalten konnten. Nach und nach konnte man die Geschichte dieser weißen Menschen mit Tahiti=Einschlag klarstellen. Die britische Admiralität entschloß sich, die drohende Uebervölkerung der Insel dadurch zu verhindern, daß man den Einwohnern eine andere und auch fruchtbarere Insel— die Norfolk=Insel anbot. Ein großer Teil der Bewohner verließ nun Pitcairn, wo es wirklich etwas eng geworden war. Aber ein großer Teil von ihnen kam später aus Heimweh wieder zurück. Und sie bilden den heutigen Bestand der Einwohnerschaft auf Pitcairn. Mit rund 200 Bewohnern regiert sich Pitcairn nach dem alten Verwaltungsprinzip. Man baut allerlei Früchte an und schlägt sich gut durch, zumal die Welt sich neuerdings stark für Pitcairn interessierte und in Amerika und England Hilfskomitees eingerichtet wurden, die Pitcairn sogar eine Radiostation schenkten, um so eine direkte Verbindung mit der Welt herzustellen. Aber die Radiostation scheint bei der jetzigen Flut gleichfalls zerstört worden zu sein, sonst hätte man auf der kurzen Welle sofort Nachrichten von Pitcairn und der schweren Heimsuchung, die die Insel betraf, erhalten. Im großen gesehen gibt es nicht viel zu helfen auf der Insel. Die Einwohner sind von einer verblüffenden Gesundheit, die die amerikanischen Aerzte in Erstaunen versetzte. Die Insel selbst wird übrigens von den Franzosen beansprucht. Allerdings würden diese Schwierigkeiten haben, diese Tatsache den Pitcairn=Bewohnern verständlich zu machen. Der„Siecheser nachte Fiusdeschiähte Vor 20 Jahren startete die Junkers F 13 zu einem unerhörten Siegeszug Wenn heute unsere vielmotorigen VerkehrsFlugzeuge mit majestätischer Sicherheit und sprichwörtlicher Zuverlässigkeit über Länder und Meere hinweg die Völker durch ihre Flüge verbinden, dann fällt es uns schwer, uns vorzustellen, daß es vor 20 Jahren überhaupt noch keine Verkehrsfliegerei gegeben hat. Kurz nach dem Kriege wurden zwar wenige einigermaßen geeignete Militärflugzeuge für die zivilen Zwecke umgebaut und eingesetzt, aber von einem regelmäßigen Luftdienst im heutigen Sinne konnte noch nicht die Rede sein, nicht zuletzt deshalb, weil es an einem Flugzeug fehlte, das eigens für diesen Zweck hergestellt war. Da entschlossen sich die Junkerswerke in Dessau in einem Optimismus, der in jenen Jahren des Niedergangs kaum zu begreifen war, in aller Eile ein reines Verkehrsflugzeug zu schaffen. So entstand die F 13, die zwei Konstruktionselemente enthielt, die später der ganzen Welt als Vorbild gedient haben: Das Tiefdeckerprinzip und die Ganzmetallbauweise. Welche Sensation der erste Flug dieser kleinen einsitzigen Maschine mit ihren fünf Passagierplätzen hervorrief, geht daraus hervor, daß die Vereinigten Staaten sofort einen Vertreter nach Dessau schickten, der den vergeblichen Versuch machte, dort die Lizenz für den Bau der Maschine in den USA. zu erwerben. Aber Junkers hütete sich, sich sein wertvollstes Werkzeug aus der Hand nehmen zu lassen. So mußte sich der Amerikaner damit begnügen, 23 Flugzeuge dieses Typs für Nordamerika anzukaufen. Und das war der Auftakt zu einer unerhörten Erfolgsserie, wie sie bisher kein anderes Verkehrsflugzeug mehr aufzuweisen hatte. In fast allen Erdteilen wurde die F 13 eingesetzt. Die Vereinigten Staaten bauten ihren Luftverkehr mit diesen deutschen Maschinen ebenso auf, wie die südamerikanischen Länder. Dabei gab es noch ein Zwischenspiel, das bezeichnend dafür ist, mit welchem Neid man im feindlichen Ausland auf dieses Erzeugnis deutschen Erfindergeistes schaute. Deutschland wurde im Mai 1921 grundsätzlich der Bau von Flugzeugen untersagt, und damit schien auch das Schicksal der F 13 besiegelt. Erst ein Jahr später konnte, nach Ueberreichung der sogenannten„Begriffsbestimmungen", der Bau wieder aufgenommen werden. So sind in den Jahren 1919 bis 1930 insgesamt 322 Flugzeuge dieses Typs für Verkehrszwecke in aller Welt eingesetzt worden— eine Zahl, die von keinem Flugzeugmuster irgendeines Landes jemals wieder erreicht worden ist. Noch heute wird die F 13 von manchen ausländischen Luftverkehrsgesellschaften benutzt und erfüllt treu und zuverlässig ihre Dienste. Ihre berühmteste Nachfolgerin ist die dreimotorige Ju 52 geworden. die seit 1932 sich mehr und mehr die Welt erobert hat und auch jetzt noch unbestritten als das Standardflugzeug des Weltluftverkehrs angesprochen werden muß. Mit dem„Blechesel“ hat es begonnen— aus ihm und seiner konstruktiven Grundzügen sind alle die anderen erfolgreichen deutschen und viele ausländische Verkehrsflugzeuge entstanden. Wohl ist später im Ausland und insbesondere in den USA der Versuch gemacht worden, das Verdienst dieser Standardkonstruktion für sich in Anspruch zu nehmen, aber in der Geschichte der Verkehrsfliegerei steht mit ehernen Lettern verzeichnet, wie einst der„Blechesel“ aus der Dessauer Luftschmiede der ganzen Welt den richtigen Weg gewiesen hat. Hals über Kopf in den Himmel Ein Schüler des Gymnasiums in Mährisch= Weißkirchen, ein gewisser Blaschek, wollte dieser Tage seinen Klassenkameraden einen Beweis dafür liefern, wie tüchtig er in Kopfsprung und Schwimmen ist. Er stürzte sich von einem 5 Meter hohen Felsen ins Wasser, schlug dabei jedoch mit dem Kopf gegen einen Stein und erlitt einen Schädelbruch, desgleichen einen Bruch des Rückgrats. Trotz der tödlichen Verwundung schwamm er an die Wasseroberfläche. Man brachte ihn sofort in ein Krenkenhaus, wo aber jede Rettung aufgegebeit werden mußte. 48 z#hl goab zsa luagnsno Meun ga Wh e Meute azsbun ppte 2ca W u ct Wshobnticc Wg M e urit zzuoh wat upiice ppune W unhagh gu c W u ht Wou uod zzu W nn n u i n Wut ic uopphag ue nc Whhhe h ucoc us ne n u fuug ur WWe ununnc uon shnze M lhlan lante Mnng uag W M He n a Mn h gun rueb Migmu tung uue aago u W un Sog Mute u sg c unne # bi Meuee Wttg n# Nu W un ung i si hn uiic Wczn Gou Wuuuet i e il k u vuuee M W S Wungnug bungspnane W n Wiicace M u in incnl 2 000— iig W Mc buncuhgn M nn gu Mhoihl dh i se u gum iunt M h uunnn M Wuu gun Wu uur hnng uad shnige ucn#n sog In Pe Wc Wuee daa fgunz han Wc N f Uan hlhnag uur W e uu u ic Mn lun ntun u ctug n u fie gun tobgz ne Ae Tuu Wopi U han M uzul va # uoa usaipe dtuvc uac zhosobsnv u Wetpit uunh inv svmne uhlchag du usblanat gun tici i d ui cuepatn u uofvi Mi in ic Bunu eu ucun un iince Pricu M Wc# u gu M cuce iiduung an Mi Spizu sg uununn! c Wcucte M ci S u c Wn hizc ct aucc Jnuan M adu uien W P 0ch4e,.„„.. 6461 und•68 un Woisung 08 n u (ahms) muaspe"9.#.. H-Ju hug u cn Nuicc Juu ugug gun Pnuck ( ui) * n Mue hg W M P t slne gun bc Nuvppjada znß og tum####oc uu n bu l uecit B#g#ui spzu b n Tu c aojun Nu u i tn uecpn we Wan u bepsipe Wn Mie u t ushpiet uu uten Whin Au ign ute uer unisetg uag sn uvm h Jun 10 uun D e ut zag W u i. f M h ne c# gurag r log gun Mugut a### W n Mo Wu za Wcut n un ueount uec uag W Me M u ut un sganc 86 uud zuzm ud ciuuct u i uth m u vuun u eocaog zah r u i ueh ussoeurag u ahlsblan Wu tung Wclae gun e e 2 ici B jung ud ppag U u uu u it ca c gun h Meic uctz W ct Woiet usbzutg u ut#### 10 r uhnt Mte ne udag ad h u i mc er n Munnnn W W inn gun st h Jce gu u scact#c S u u n h hi ununi nn pizbuy. Mun usctes We un n aun Si i M pnan unt Whiane a undag uod dgag ag gun zpnibhim u u c Wohliclug We M 10 un gun hiue Mnachit gun aonu M M ie 1 ubunhenc uonzu i clu i u ti uit c Sn hohnn usbda e n u Pse gun nnn u u c ishbe ne U W Wap We lta i ac ac# u W Wce nd zzne M hhce aozunag a#ban cl#u###### uf usgana P Mcpn guva u ch an P gun W e W W Me P P u gun Wii ur Mu Wieg uc uoa usganc M M M gun Mo nn Mpigua W W unnn h W i Mi u iecin B uuc uuung Ut uu icc Wihomg a p o u doc uu itu W gun W uahng Suzomeß ue W g t un ue b u u ii un anacit S gumuuut Sppi uu M bancung W ei Une ueavc M han unn u uun unt Jeia hnd utlg dNui cil Muoh Wh du Woi uhanc ueuac M u uuinnten une uee Sfancm baogsuage ug uogaac e u i dhihzuaco gu M uniset i Lohinze Ein Reisebericht von 1802 erzählt von Hofrat Bährens mitgeteilt von Prof. Adolf Sellmann-Hagen Im Mittelalter war Schwerte eine bekannte und berühmte Stadt. Besonders zu der Zeit, als die Panzer= und Messermacherei in Blüte stand. In jener Zeit konnte u. a. die Stadt Schwerte 14 Bauerngüter der Ortschaft Ostberge aus ihren Mitteln aufkaufen, die Bauernhäuser abbrechen und in die Stadt versetzen und die angekauften Güter zur gemeinen zu Aecker und Wiesen machen. Allein der Blüte der Stadt ist der Verfall später gefolgt. Schuld daran waren große Brände (1659, 1661, 1669), dann das Grassieren der Pest(1636, 1684), ferner das Eindringen der Franzosen in den Jahren 1673 und 1679 und dann während des Siebenjährigen Krieges. Schuld an dem war aber auch der Umstand, daß später die große Verkehrsstraße von Westen nach Osten Schwerte nicht berührte. Von Unna ging der Weg über Aplerbeck, dann über den Höchsten, Herdecke, Hagen nach Köln. Alle diejenigen, die diese große Verkehrsstraße passierten und von Unna über den Höchsten durch Hagen wollten, ließen die Stadt Schwerte links liegen. Diese Straße ist im Jahre 1802 auch der Pfarrer Johann Moritz Schwager aus Jöllenbeck bei Vielefeld mit seinem Wagen gefahren. Er bog dann aber nach rechts ab, um nach Dortmund zu kommen. Mehrere Monate war er dann unterwegs. Er kehrte über Hagen, Herdecke, dann über den Höchsten und über Unna nach Jöllenbeck bei Bielefeld zurück. Er hat dabei hinunter ins Tal auf Schwerte geschaut und, was er dabei gedacht hat, hat er niedergeschrieben in seinem Reisebericht, der 1804 in Leipzig und Elberfeld bei Heinrich Büchler herausgegeben wurde und der den Titel trägt„Johann Moritz Schwagers Bemerkungen auf einer Reise durch Westfalen bis an und über den Rhein.“ Dieser Reisebericht ist sehr geistreich in plauderndem Tone geschrieben und liest sich sehr angenehm. Am Tage vorher hatte Pfarrer Schwager, der bei seinem Freunde 156 Karl Springorum in Herdecke freundlichste Aufnahme gefunden hatte, mit einer Gesellschaft einen Ausflug nach der Hohensyburg unternommen. Es heißt in dem angegebenen Buche auf Seite 338 f. folgendermaßen: „Langsamer fuhren wir den Berg hinan, als gestern, mein Gemüth bedurfte Ruhe. Bald sahen wir Hohensybergs Rudera wieder, dann das Städtchen Westhofen, daß mit Syberg einen Prediger gemeinschaftlich hat, und endlich das mir so bekannte Städtchen Schwerte, in welchem ich von Dortmund aus so oft war, und in welchem ich auch jetzt ein Stündchen hätte seyn mögen, um den Pastor und Medicindoctor Bährens kennen zu lernen. Gestern war es vergessen worden, ihn nach Hohensyburg zu bitten, wir hätten an der schönsten Stelle Bekanntschaft gemacht, und ich glaube, er wäre gekommen. Einige wollen es ihm verdenken, daß er den Prediger und den Arzt zugleich macht; Giengen meine Wünsche in Erfüllung, so müßte es häufiger so seyn. Der gebildete Prediger bildet sich doch eher zu einem Arzte, als mancher Barthbeckenmann, und noch weit eher, als alle unsere Marktschreyer, die nicht lesen können. Ist bei ihm, wie bei Bährens, der Fall da, daß er überwiegende Neigung zu Heilkunde hat, so wird er schon werden, wenigstens ein Brownianer, der schon leichter durch die Welt kömmt. Sthenie und Asthenie lassen sich doch wohl unterscheiden, und Laudanum ist in jeder Apotheke. Er wäre seine Sache nicht gewiß? Welcher Arzt ist es? was ist ungewisser, als das Medizinwesen? Laßt ihn wenn er nur curirt, und Erfahrungen für seine Curart hat. Vacciniren darf er doch, wenn er erst legitime promotus ist; nach dem Naturrechte dürfte er es auch als Laye, wenn es unser ärztlicher Despotismus erlauben würde, und dann würden tausende gerettet, die jetzt nicht gerettet werden dürfen.“..— Es ist interessant, daß ar ven uuf der Höhe vorüberfahrenden Pfarrer Schwager das Sehenswerteste in Schwerte der Pastor und Medicindoctor Bährens war. Allerdings, der Durchschnittsleser wird die geistvolle Plauderei, die der Jöllenbecker Pfarrer hier anknüpft, nicht ganz verstehen. Deshalb wollen wir noch einige Worte der Erklärung hinzufügen. Schwager erkennt es durchaus an, daß Bährens, der Pfarrer war, auch Arzt geworden ist, und er ist dessen sicher, daß Bährens bei seiner Bildung mehr Gutes als Arzt leisten kann, denn mancher ungebildete Bartscherer oder Marktschreier, der noch analphabet sei. Ein Universalmittel, wie es manche Aerzte täten, könne auch Dr. med. Bährens verschreiben. Als Universalmittel nennt er „Laudanum“. So nannte man bei den Aerzten des Mittelalters jedes Beruhigungsmittel, das etwa aus Opium bestand. Damals sprach man viel von dem englischen Mediziner John Brown, der am 7. Oktober 1788 in London gestorben war und der mit seinem System„Brownianismus“, Ende des 18. und Anfand des 19. Jahrhunderts, besonders in Deutschland und Italien, größten Anklang fand. Der Brownianismus behauptete, daß das Prinzip des Lebens seine Reizbarkeit gegen äußeren Einfluß sei. Diese Reizbarkeit habe ihren Sitz im ganzen Nervensystem und sei auch Ursache aller pathologischen Erscheinungen. Diese pathologischen Erscheinungen entstehen durch zu starke (Sthenie) oder zu schwache Reize(Asthenie); es lassen sich daher alle Krankheiten in„sthenische" und„ästhentsche“ eintetlen. Die Sthenie verlangt Verminderung, die Asthenie Vermehrung der Reize. Schwager sagt dann, daß nach dieser einfachen Methode des Brownianismus Bährens als Arzt praktizieren könne. Er dürfe dann auch vaccinieren d. h. impfen, wenn er erst legitime promutus d. h. sein ordentliches Arztexamen gemacht hätte. Auch an dieser Stelle wird uns also wiederum der Beweis erbracht, welche bedeutsame Persönlichkeit Pastor Dr. med. Bährens für seine Zeit war. Ein Mord im Schwerter Wald vor 200 Jahren Die kleine, im Ruhrtalmuseum aufbewahrte Zeitung,„Duisburger Adresse- und Intelligenz=Zettel", Num. XI.VI, von Dienstag, den 16. November 1734, berichtet darüber folgendes:„Von verübtem Mordtat. Nachdem eine sichere Weibspersohn Elisabeth Krumme von Schwerte gebürtig den 27. Octob. negsthin in dem Schwertischen Berge oder Gehöltze mittels abgeschnittenen Gürgel gewaltthätiger weise ermordet und todt gefunden worden: Der Thäter aber aller Bemühung ohngeachtet nicht ausgeforschet werden könne: Als wird männiglich solches bekannt gemacht damit diejenige so zu Entdeckung dieser gewaltsahmen Mordthat etwas beytragen können solches dem Königl. Gericht zu Schwerte fordersamst anzeigen mügen. Was Schwerte in Kriegszeiten erlebte Von etud. pacd. Karl 2. Fortsetzung. Da der Sommer 1759 sehr dürr und trocken gewesen und die Getreide= und Heuernte gegen andere Jahre nur halb so ergiebig gewesen war, herrschte im Winter ein großer Mangel, vor allen Dingen an Getreide; denn neben der geringen Ernte hatte man auch noch eine starke Mäuseplage gehabt. Eine entsetzliche Menge Mäuse hatte viel Getreide auf dem Felde weggefressen, anderes als Vorrat in die Erde getragen. Diese Vorräte waren oft Heinrich Tholemann sehr groß, sodaß z. B. arme Leute aus Unna ihren Unterhalt durch Korngraben verdienen konnten. Zu dieser Teuerung des Getreides(T. Ue. 18) kam noch eine Teuerung des Viehs, dazu war der Winter 1759/60 überaus kalt; besonders an einigen Tagen im Dezember. Die Kälte soll noch strenger gewesen sein als in dem durch seine Kälte berüchtigten Jahre 1740. Ganze Dörfer kamen damals an den Bettelstab, und man sah Scharen von fünfzig bis sechzig einst wohlhabender Bauern um 133 681 c n M W nge M We M une W Wohuung cn ri u uun er uu si Wscisb an i W u###ag an sjoml t 6 u pin gun bug gun M n uog Mn ne dun u i gun uohobnlaca Mcu uunn Wehn n h hag S Su Wu M n uu it caujola e ic M uci Wn u cnat uel#i u#sac uog in ioclp uung dc Wng u s f uir unihlbene u uc um ii lnn a uu ue dunisphag uzu M l W t Whc u i uetenm uobsuun u uu Wen unich U n u l zici p P unobang u ud nu PPfan ur u gun ud scact W M u hr nug Fu u V M D un qushobaognaca aa P Fuu holu bnne uousbie u ut gusssaau ogba W gun aduuug unn gun zofg onau gub scc (o3 l ue uhons 003 d unnn Sui uud afun deipna 092r P u te u W Sppu i unheng Wlg n i M bigunzspna h W W pne P ur ucuzzug ein Stück Brot betteln. Die beiden Heere wurden inzwischen wieder ausgerüstet und die Regimenter wieder vollzählig gemacht. In der Grafschaft Mark erhielt mancherorts die Obrigkeit den Befehl, für die Alliierten eine gewisse Anzahl Leute auf eigene Kosten zu stellen. So eröffneten die Franzosen ihren Feldzug mit 130 000, die Verbündeten mit 70000 Mann. Schon im März rückte der Erbprinz von Braunschweig in Franken ein; er wurde aber von Broglio wieder hinausgetrieben. Da marschierte im April die ganze Alliierte Armee nach Waldeck und Hessen zu. In der Mark ließen sie ein starkes Kommando zurück. Ein Husarenkorps stand bei Dortmund. Im April setzte sich auch die am Niederrhein stehende französische Armee unter dem Grafen St. Germain in Bewegung und zog im Juni bis Dortmund. Die Verbündeten standen ihnen bei Lünen gegenüber. Es kam aber nur zu leichten Scharmützeln. Am meisten hatte wieder die Bevölkerung zu leiden. Trotz der großen Teuerung und bei den an sich schon hohen Abgaben nahmen ihnen die Truppen die letzten Lebensmittel und zehrten auch das wenige noch vorhandene Korn der Grafschaft Mark auf. Hinzu kamen immer neue Geldforderungen. Schon im April hatte die Stadt Schwerte ein sogenannten KonventionsDarlehen von 300 Rtlr. aufzubringen, es wurde auf die bestbemittelten Einwohner zu je 25 Rtir. umgelegt. Neun bezahlten sofort, aber die fehlenden drei Bürger berichtete Ratsdiener Marschall, daß keiner von ihnen das Geringste beitragen wolle, und forderte daher den Kriegsrat Nattermöller auf, diese Ortseingesessenen zur Entrichtung der ihnen auferlegten Geldmenge anzuhalten. Da inzwischen die Preise der Lebensmittel in der Mark schon eine unheimliche Höhe erreicht hatten und man wegen des großen Getreidemangels in der Grafschaft bei etwaigen Einquartierungen vor der neuen Ernte noch größere Schwierigkeiten befürchtete, ließ die Kriegs= und Domänenkammer eine Menge Getreide aus dem Reich besorgen. Von den erworbenen 2000 Maltern Roggen sollte Schwerte für 129 Personen 91 Malter abnehmen. Die kosteten 546 Rtlr. Ein Drit158 gu u Mt e h nc u dbung u U incec unuhg nin ut u utnc un dh c Ue ue gn un r# W M c hicu Sph n Mu uig z aoqud i uud uu u s ctn az; r u fi uu W ic e Ksciun i u ubunng ue M iin u wott gun M M hn uo Wt an uizuspe ug gun M u uc W M e Whe ne uniscig u ll u n uh umm aban# u Mt ig pich M Wutt ahnlute N u och Wout mog zu Vig uh u u ucg us ogan # u M Wun dcut i um daizanb P Wi W gr h M an gu iin Mo unn c e Mcopha Mhn uu ur aa uobcloß W n c##i ung W un nnng Wt S Wihlu ug hzzh so gun t dod zuutgon u un an ie u n uusche#c u u M ud Mo ut n dc#fig u nn zace Gucdlang ahlunag uc euzudgag it uu hnie uvzzies aute Wpf##i uezenm gun W fac i zunct i Weu cn Inv gun uug gun uun u Wnn#aou W Muhi vo u Mn gun„usdug M gnn dssbs ne Uon n agsbuvun sg Ppiiqus“ W u t l slnn 1 M M Whnig gun ungung ug Wepsck unh ind ug a n uganc# uschohzom u M ne solgg ah hangog gun Me t M 1 M e Mu i#il uoc An Wact u i cict Spluie goc Wenshe u Sug s i P t cc g ulu un g nti zzahn! in u zun u a Sn Wo un M „ii M gun Mh le Wn fu acte usie Buna ung Wu uezguccß sjv We ne 1 1 Wr i ichag# Mtun h spuug han M W c un t o n guß so um Mn wbr iini lne G Pnn ub uog ur S Pi M uh uud ur au urm uiung M„rucs Spisucn Wpinl ag sbiza u u ga Pi gn opan un u nc uogund Wuaavc M u d ffuc sunnt ung n fii nunnc ebucb Mn c n umt uag u Wuet u unct(ogol uu U uug s bunugacuß e sp Tuhacobn Jag nn u uoganc Wbeel usgadc W M unisec Te c u c qzougag i whnnn 11 uct ugg uag ub da#sc enb 13 M Wnge u dc Sganc n gum M zuc W W u un ui ue#nn u Bucnung an## u W n cu e Wu og u uu sn ssl n W Mu i i ucueg n t s i Whicgg Wttnun cppag ganc 1 c gn un hu gun nuc M Wct c unuzc ce S un z uad W M n c M u toh Wh### Mun cuniiicc u Pgnnie u c ne uepaic u gun usbuhckne isucc D u n usahha uagoc N Uun uchlangt undu in aazpc M un utt un iucac uog Inv sig gun Uun heaut g ac Tuhht nu ig hizuhgob iia sganc „tu“ Wi i wrtune cu gun Sprc si ii uozsom W tu ru Wcengneun uprcih M W ttung uunh 1og u Nu c guvzswpou Ssiu ur„Succu“ Meuuzeg u W W a au Wl Wt Sc Nahnlu cun u W un pck d uz unn i tpe uethnncb sih usganal i un i usgcppze Suc W uec 2g#a#an M uin ac zang uz K- h uoc jog si#vu u ua fgung zuie(ppag ueloh Guu Mun u uin fnldg Pu#aa Wuin ucc air nacuh ui###g##va tel des Geldes sollte sofort bezahlt werden. Aber die meisten Bürger waren damit nicht einverstanden und erklärten, daß sie sich bereits so gut wie möglich anderenorts Getreide besorgt hätten und außerdem die geforderte Summe nicht aufzubringen vermöchten. Da der Rat der Stadt den Geldmangel bestätigte, erklärte sich die Kammer am 12. Juni damit einverstanden, daß das erste Drittel bis zur Ernte verschoben würde, das übrige Geld aber müßte zusammengebracht werden. Wer damals Getreide haben wollte, mußte ein. Es bestand aus Infanterie und Kamelden. Da zog schon am 20. Juni das französische Regiment Volontäires de Flandre in Schwerte zur Einquartierung ein. Es bestand au Infanterie und Kavallerie und war tausend Mann stark. „Was dieses Regiment den armen Stadteingesessenen gekostet, deshalb ist es des Lamentierens kein Ende“, berichtete der Rat der Stadt nach Lippstadt. Als die Franzosen am 4. Juli nach Menden weiterzogen, betrugen die Gesamtkosten beinahe 2000 Rtlr.(T. Ue. 19). Die Soldaten hatten fast alles aufgezehrt. Das Mehl zum Brotbacken wurde nun mit Möhren und Kartoffeln vermengt, trotzdem mußten viele Einwohner, zumal bei den ungemein hohen Kornpreisen, hungern. Noch nie hatte Schwerte unter einer Einquartierung so zu leiden gehabt, soviel aufzubringen, soviel Bedrückung ausstehen müssen wie diesmal. Auch an den Häusern war manches zerstört worden und besonders schlimm das bereits baufällige Pastorenhaus mitgenommen worden. Die Franzosen hatten die Fenster eingeworfen und mit dem Fensterblei sich die Haare aufgewickelt oder Kugeln daraus gegossen. Das Bett und den Schrank in der Stube hatten sie in Stücke geschlagen und verbrannt. Nach ihrem Abmarsch mußte das Haus mit Stützen versehen werden. Die Franzosen zogen nun am 4. Juli über die Opherdicker Heide nach Menden und von da aus weiter nach Waldeck und Hessen, wo sie sich mit der Hauptarmee unter Broglio vereinigten. Die Alliierten mußten immer weiter zurückweichen. Es gelang sogar dem Prinzen Xaver von Sachsen, die Gegner zu umgehen und in Hanunsere Banditen die Warnungsanzeigen im Duisburger Intelligenzblatt". Solche und ähnliche Aufsätze gelangten in die Hände des Königs, der nun durch einen Erlaß vom 9. November 1801 zu einschneidenden Maßregeln griff. Er befahl die sofortige Einrichtung einer Königl. Preuß. Clev. Märkischen Immediat=Sicher= heits=Commission, die in Bochum ihren Sitz nahm unter dem Präsidium des Generalmajors von L’Estog, dem Kriegsund Domänenrat von Ammon und dem Regierungsassessor von Bernuth. Dieser Commission folgte eine Kompanie AnsbachBayrethischer Jäger, die nun die gründliche Verfolgung und Verhaftung der Räuberbanden unternahm. Das Land atmete auf. Hatte man vorher in satirischen Artikeln die Polizei und ihre Machtlosigkeit verspottet, wie etwa in einem Aufsatz, der mit den Worten begann: „Polizei, unter ihrem Schutz führen wir ein geruhiges und stilles Leben in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; deswegen lasset uns für sie bitten und ihr Dank sagen“, so begrüßte man nun den Erlaß des Königs mit den dankbaren Worten: „Dem König Heil und Dank!" Der Umsicht der mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteten Commission gelang es innerhalb 1½ Jahren mit dem Räuberunwesen aufzuräumen. Es wurde festgestellt, daß die meisten Untaten in der Grafschaft Mark durch eine und dieselbe Bande ausgeführt worden waren. Ihre Anführer waren die Brüder Johann und Karl Stiel und Heinrich Plettenberg. Jeder einzelne von ihnen hatte allein fünfzig nachgewiesene Diebstähle begangen. Im Sommer 1803 wurden von den Verbrechern 58 in die Sibirischen Bergwerke auf Grund eines Vertrages mit Rußland transportiert, insgesamt hatte die Commission 286 Diebstähle, Räubereien, u. Raubmorde ermittelt u. 149 Verbrecher bestraft. Die Strafen, die die Verbrecher erwarteten, muten noch ganz nach mittelalterlicher Justiz an. So empfingen zwei brecher in Bochum unter dem Galgen (1800) den Staupenschlag und ein Brandmal. Andere wurden zu lebenslänglicher Festungshaft nach Wesel abtransportiert oder in Altena gefänglich festgesetzt. Die Gefängnisse waren jedoch so beschaffen, daß ein Entweichen durchaus möglich war. In Wesel entflohen so in einer Nacht 15 Gefangene, in Altena entflohen kurz nach ihrer Einlieferung innerhalb 24 Stunden 4 Verbrecher. Nach einer amtlichen Feststellung des Amtsrichters Castringius im Westf. Anzeiger entflohen im Jahre 1800 „nur“ 346 Arrestanten aus allen preußischen Gefängnissen! Von Altena wird dabei als Entschuldigung angeführt, daß die Gefangenen die drei, nur aus Invat liden bestehenden Gefangenenwärter überwältigen würden. Uns kommt eine solche Inhaftierung beinahe unglaublich vor. Mehrmals mußten die Behörden Aufforderungen ergehen lassen nach Verbrechern, die zum Galgen verurteilt, aber„vor Eingang des Urteil echapiert" waren. Am 23. März 1805 wurden der Mörder Christian Schulte vor der Stadt Unna von obenherab gerädert und auf das Rad geflochten. 1807 der Mörder und Straßenräuber Jürgen Bechtold aus Ergste mit dem Schwerte hingerichtet und sein Körper aufs Rad gelegt. Für geringere Vergehen, wie Betteln, wurde in Dortmund, Abschneidung des halben Haupthaares angeordnet. Entflohene Schuldner, die vorsätzlich Konkurs gemacht hatten, wurden dadurch bestraft, daß ihr Name an den Galgen geschlagen wurde. Trotz der scharfen Maßnahmen der Sicherheitscommission war die Gefahr des Räuberunwesens noch nicht erloschen. Sie wurde wieder stärker in den folgenden Jahren, als erneut die Kriegswirren unter Napoleon ausbrachen und der ständige Wechsel auf den Thronen wenig Aussicht auf gutorganisierte Polizei bot. Aber auch 1817, als die Grafschaft Mark längst wieder preußisch war, gab es noch Räuberbanden, deren eine im Frühjahr 1817 in das Haus des bekannten Dr. Bährens in Schwerte gewaltsam einbrach und ihm das halbe Haus ausräuberte, insgesamt im Wert von 700 Rthl. Doch nun griff die Hand des öffentlichen Rechts schneller zu. Die Zeit, da man in Westfalen nur eine öffentliche Unsicherheit kannte und die düsteren Räubergeschichten in Wirklichkeit erleben konnte, war mit dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts vorbei. 133 Sadent MrERkedlehet Ein komischer Kauz. Seine Pferde waren immer gut im Schuß. Kein Hafer weit und breit war vor Friedrich sicher. Aber des Abends, wenn alles so weit versorgt war und er seinem: ling, dem Schimmel, noch eine Extra=Wruke als Zugabe in die Krippe gesteckt hatte, dann schmiß Friedrich sich in Kluft. Er holte seine Geige vom Schrank, pumpte die Reifen des klapprigen Der schöne Friedrich war eben nicht nur ein guter Gespannführer auf Brandshof, er war nebenbei auch noch so etwas wie ein Zigeunerprimas, der auf den Tanzböden weit und breit den Fiedelbogen führte und den Mariels den Guschla, seine bildhübsche Schwester, saß am Fenster und flocht ihre dicken, schwarzen Zöpfe. Dabei summte sie leise eine fremde Melodie. Sie spielte ausgezeichnet die Laute und sang dazu masurische Liedchen, war aber immer ein wenig geschmikt. Man munkelte, daß manchmal im Morgendämmer einer vom Dorf aus ihrem schleiche. Jedenfalls konnte sie stundenlang nichts tun und dabei ganz den Eindruck einer Heute war der Alte in höchster Wut. Die Fenster klirrten, wenn er die Türen zuknallte und mit dröhnender Stimme alle möglichen Verwünschungen ausstieß. Der schöne Fritz hurte. schon zum zweitenmal— ein paar Dachzieger über dem Kornspeicher ausgehoben und hatte da nachts seinen Besuch gemacht. Durch einen Zufall war alles herausgekommen. Ich riet dem Alten, Friedrich den Laufpaß „Davon verstehen Sie nichts. Ich brauche den Menschen für meine Pferde.“ Friedrich drehte, den Blick zu Boden gesenkt, verlegen seine Mütze in den Händen. Mit einer letzten Drohung schickte der Alte Draußen aber schwang der leichte Bursche sich aufs Rad und fuhr mit seiner Fiedel unterm Arm zum nächsten Tanzboden. Kreisbauernversammlung mit und ohne Meckerei. Der Kreisbauernführer hat gesprochen. Im Gesellschaftszimmer des Königlichen Hofes riecht's nach Politik. Dräuende Qualmwolken ballen sich unter der Decke. Dezember 1933. Mein Alter ist den ganzen Abend stumm wie ein Fisch. Sitzt noch immer beim ersten Hinter uns führt einer das Wort. Ein dürres Kerlchen aus Schwykowen, der aus bestimmten Gründen den Spitznamen„Knicker“ hat. „Milch an die Molkerei abliefern? Das sind 4 Pfennig Unterschied. Ich werf den ganzen Plunder hin! Soll der Staat auf meinem Hof wirtschaften. Schweine mästen? Wer bezahlt die Kartoffeln? Sojaschrot? Heringsmehl? Nachher gibt's 50 Mark bestenfalls für den Zentner. Für zwei Ferkel krieg ich dasselbe. Keine Soja verfüttern? Womit soll man mästen? Ich werf den Erlebnisse in Masuren ganzen Plunder hin. Wo soll ich Raps bauen? Gemenge hab' ich neulich noch zukaufen müssen. — Verteilungsstellen? Lächerlich! Die Eier werden ja faul. Die Butter wird ja ranzig.— Ich werf den ganzen Plunder hin!" Mein Alter bestellt den zweiten Grog. Ein befreundeter Gutsbesitzer an unserem Tisch schmiedet Zukunftspläne. Ein dicker, rosiger Mann mit einem Gesicht wie Max und Moritz. Er habe schon längst vorgehabt, seinen Pferdestall auszubauen. Auch am Wohnhaus seien Reparaturen seit langem fällig. Mit den neuen Staatszuschüssen ließe sich die Sache nun wohl machen. Er müsse mal gleich mit dem Ingenieur in Johannisburg sprechen. Als wir durchs Gastzimmer nach draußen wollten, wird mein Alter noch vom Förster festgehalten. Der Apotheker und der Rechtsanwalt unterstützen den Antrag. Es gibt einen langen Skat mit viel Grog. Von der Versammlung und den vielen neuen Dingen hat der Alte noch keinen Ton gesprochen. Als wir im Wagen sitzen, sagt er plötzlich unvermittelt:.,...7 Morien uach 6. „Also, Sie fahren für mich morgen nuch Johannisburg. Der alte Stall an der Chaussee wird zu Leutewohnungen ausgebaut. Ist schon immer mein Plan gewesen. Jetzt, mit dem neuen Zuschuß muß ich's schaffen. Sie können die Sache mal in die Hand nehmen. Bin sowieso schon ein bißchen alt für die ganzen Laufereien und den Janserkran: Ein heißgeliebter Sohn. Irgend etwas stimmte nicht. Nun fuhren wir schon ein paar Stunden und hatten von Insterburg noch immer ein nettes Stück bis Tilsit vor uns. Und noch keine Silbe war aus dem Munde des Alten gekommen. Starr, den Blick geradeaus durch die Führerscheibe gerichtet, saß er da und bewegte sich höchstens einmal, um die ausgegangene Zigarre wieder in Brand zu setzen. Kurz hinter Insterburg, als der Zeiger eben wieder auf 70, auf 80 klettert, legt er dem Fahrer die Hand auf den Arm und sagt: „Nicht so schnell, Herbert. Wir wollen gleich links abbiegen.“„ Nach Tilsit gehrs gerabezu. Was hat der Alte vor?. Ju6 Gerkurt Hleiht kat. In G. steigen wir aus. Herverl bleibt beim Bosen.„ e Ein stattliches Dorf. Immer wieder muß ich über die Schönheit und Größe in der Anlage der Höfe staunen. Vor einem mächtigen Bau im Rustikalstil wie eine Ritterburg, erklärt mir der Alte, daß G. im Kriege von den Russen völlig zerschossen war. Kein Stein blieb auf dem andern Der Staat hat dann alles wieder aufgebaut, und zwar nicht schlecht. Ich kann nun meine Neugier nicht länger beschmen. „Wo gehen wir denn hin:. „Zu meinem Sohne“, sagte der Alte etwas heiser. Was? Der Alte hatte einen Sohn? Noch nie hatte er mir etwas davon verraten. Auch meine Schülerin Ilse nicht. Kein Mensch. Gleich hinter dem Dorf steigt die Straße ein wenig und führt in ein kleines Holz. Dort biegen wir ab und kommen an einen Zaun und an ein Tor, hinter dem——— ein Friedhof liegt. Lichte Birken stehen zwischen den Hügeln. Die ganze Anlage ist so einfach und schlicht, wie eben ein Dorffriedhof zu sein pflegt. Vor dem einzigen Grab des kleinen Geheges, das einen mächtigen Marmorstein, einen schmiedeeisernen Zaun und kiesbestreute Wege hat, bleibt der Alte stehen. Ich lese und begreife. Als ich mich umdrehe, sehe ich, daß der Alte weint. Ich werde den Anblick nicht vergessen. Langsam treten wir den Rückweg an, und der Alte erzählt mir die Geschichte seines Sohnes. Das war immer ein stolzer Augenblick für ihn, wenn sein Sohn, der Herr Administrator, mit vier Rappen von den baltischen Gütern des Barons D. auf Besuch kam. Der Baron lebte in Italien und ließ seinem Verwalter alle Freiheit auf den Gütern. Er bezahlte ihn nicht schlecht und hatte auch einen Mann an ihm, dessen Dienste er wohl zu schätzen wußte. Die Besitzungen, zu denen mehrere Dörfer gehörten, blühten und gediehen. Vom Vater fuhr der Sohn meist nach Königsberg. Dann knallten die Sektpfropfen, und der Herr Administrator verlebte eine lustige Woche. Er war noch sehr jung für die riesige Verantwortung, die er trug. Eine leichte Königsberger Frau hatte ihn nach Monte Carlo gelotst, und ihm blieb zum schlimmen Ende kein anderer Ausweg mehr als die Beichte beim Vater. Das schlimmste aber——— er war krank. Der Vater hatte alles getan, um ihn zu retten. Erste Aerzte versuchten vergebens ihre Kunst. In seinen besten Jahren mußte er ein qualvolles Ende erleiden. Der Am#- breimar nin.. 81— nüichen Bauckhust, nit der Genikanung und BeDer Mittelrhein von Koblenz bis zum vinger Loch, der„romantische Rhein“ im engeren Sinne also, ist eine Landschaft, in der man noch das Tosen zu hören glaubt aus der Zeit, als sich der Strom durch das Gebirge des Schiefers und der Grauwacke fraß. Nicht viel Raum haben Strom und Gebirge dem Menschen gelassen, und meist hat er sein kleines Stückchen Land den steilen Gebirgshängen abtrotzen müssen. So ist alles hier, die menschliche Siedlung, die Weinberge, malerisch zwischen Strom und Berg gestellt, die Weinberge und die Burgen auf Höhe. An jener Stelle indessen, wo sich die Stadt Koblenz ausdehnt, weitet sich das Tal zum Kessel. Die Enge weicht der Weite, die sich hier auftar mit einer Gebärde, die der Landschaft hohen Zauber verleiht. Vielleicht sind es die Flüsse schuld, Mosel und Lahn, die sich hier dem Rhein anvertrauen. Ein mehrfaches Gesicht hat also der„romantische Rhein": vom Binger Loch bis kurz vor Koblenz ist er eng und schmal, bei Koblenz weiter. Um Koblenz kann der Blick ungestört das alles umgreifen: die Mündungen der Fsüsse, den Ehrenbreitstein, die Burgen Lahneck und Stolzenfels und den Rittersturz. „Der Rhein in Flammen“, jene alljährlich kehrende, vom Landesfremdenverkehrsverband land veranstaltete nächtliche Großbeleuchtung auf der Strecke von Braubach und Rhens bis Koblenz=Ehrenbreitstein, diesmal am Sonnabend, 29. Juli, vermi telt Eindrücke, wie sie das Auge sonst nicht erlebt. Ungezählte Bengalflammen zaubern unvergeßliche Iutimer, aber kaum weniger großartig sind die Beleuchtungen um St. Goar und St. Goarshausen, um die Burgen Rheinfels und Katz und die Loreley, die am 5. und 24. August diesem Stück des Rheintales Glanz und Pracht einer„leuchtenden Nacht“ verleihen. Wieder verwandeln die Künste des Feuerwerks die Enge des Tales in ein Märchenreich. Eine Flotte großer und kleiner Schiffe zieht auch hier wie bei Koblenz mit fröhlichen Menschen über den Strom. Die drei Beleuchtungen zeigen, wie verschiedenartig die Landschaftsbilder des romantischen Rheins sind. Schon dieses Erlebnis ist eines Besuches wert. Italiens Industrie der Steine und Erden Die Deutsche Arbeitsfront führt in der Zeit vom 15. bis 27. Oktober 1939 eine Wirtschaftskundliche Studienfahrt durch, die die Teilnehmer mit der antiken römischen und modernen italieKischen Taulunst, mit der Gewinnung und Bearbeitung des Marmors und Porphyrs sowie mit den Materialprüfungsanlagen und Aemtern, mit den neu geschaffenen Siedlungen und Städten in den trockengelegten ehemaligen pontinischen Sümpfen bekannt macht. Diese Fahrt beginnt und endet in München, wo im Vergleich zu den italienischen Bauwerken die neuen großdeutschen Parteibauten besichtigt werden. Die Fahrt gliedert sich in vier große Abschnitte. Im 1. Abschnitt wird den Teilnehmern ein Einblick in die Porphyrsteinbrüche und in die Steinbrüche für Bausteingewinnung und=bearbeitung bei Leccco und Bergamo gegeben. Im 2. Abschnitt, der unter dem Motto„Marmorbrüche und Marmorwerke bei Carrara“(1½ Mill. t Gestein bei einer Sprengung) steht, werden die Gewinnung und die Bearbeitung dee riesigen Lager des italienischen Marmors bei Currara besichtigt. Der dritte Abschnitt ist ausschließlich der „Ewigen Stadt Rom“ gewidmet. Eingehende Studien der historischen sowie der modernen Naturstein= und andiren Bauten werden durchgeführt. Der vierte Abschnitt ist Venedig, der Stadt der Brücken und Kanäle, gewidmet. Mit diesem reichhaltigen Programm will die Wirtschaftskundliche Studienfahrt Einblick geben in das Industriegebiet der Steine und Erden einer befreundeten Nation, wobei sie gleichzeitig die antike und moderne Bauweise nebeneinander aufzeigt. Diese Reise kostet 295.— RM. Ein genauer Fahrtenplan kann bei der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung und Betriebsführung— Wirtschaftskundliche Studienfahrten —. Berlin=Zehlendorf, Teltower Damm 87—91, und bei der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, Bochum, Wiemelhauserstraße, angefordert werden. Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Alrhonse de Chäteaubriant Von Alphonse 23. Fortsetzung. Ein bekannter Professor, der letzthin aus Weimar kam und zwei Stunden über diesen Reiter sprach, meinte, wenn der Reiter auf einem so schmalen Pfad dahinreite, so müsse man sich vorstellen, daß er aus dem Gebirge käme, um den freien Blick gen Osten zu gewinnen, von wo die russische Gefahr kommen könnte! In der Nähe stand eine Bank und wir setzten uns. Niemand war in der Kirche. Der Reiter richtete noch immer den Blick auf sein geheimnisvolles Ziel. Siegfried... Parzival... Sicherlich, er war ein Bruder dieser deutschen Helden, ein Sohn derselben deutschen Seele. Diese Seele hatte ihn geboren, damit er eines Tages, wenn die große geschichtliche Stunde kam, ihr Halt und ihr Führer sei. „Daß die Welt nicht nur durch die Kirche lebt, sondern auch durch die Kraft des Staates. Schopenhauer hat behauptet, daß, wenn die Kräfte des Staates versagen, es auch keine Kirchengänger mehr gibt.“ „Das Pferd wird großartig gelenkt; alles harmoniert miteinander in dieser Gruppe, das Ziel, das Pferd, der Reiter und sogar der enge „Und da wir hier unter unserem großen Bamberger Reiter so beisammen sitzen, Sie ein Franzose, ich ein Deutscher, will ich Ihnen etwas sagen...: Wie sollten wir hier nicht ergriffen werden vor diesem, aus der vollen Kraft einer Seele geschaffenen Menschen... Der Geist formt den Stein und läßt für euch die rätselhafte Königin am Portal von Chartres erstehen... die Seele schafft in Stein und bildet für uns einen Bamberger Reiter.“ SlegBamberg erhob sich an diesem Morgen sacht aus seinem Nebelpfühl. Seine Ziegeldächer tauchten mählich aus ihrem Schlafe auf und schon sah man die vier grünen Türme, das Werk des deutschen Kaisers Heinrich II. Meerweite Ferne; wogende Unermeßlichkeit trinkt wie umbrische Ebene den weiten Horizont; weiße Wölkchen kräuseln sich aus dem Schoß der geheimnisvollen Stadt empor. Durch das halboffene Fenster blicke ich in diese Ferne ganz in Gedanken an Frankreich versunken, das jetzt eine tragische Zeit seiner Geschichte erlebt. Und ich lausche dem winzigen Vogel, der tief unter mir über dem Herbstlaub, auf der Spitze einer alten, vergoldeten Wetterfahne sein Liedchen singt; das Herz will mir zerspringen von Erinnerung, Hoffnung und Bangen. Im Hoffmann=Zimmer steht noch ein Musikinstrument, eine Art Spinett, wie es die musizierenden Engel von van Eyck verwendet haben könnten, und der Tisch, dem er seine Träumereien anvertraute. Auf diesem Tisch war ein dickes Buch liegen geblieben, und als ich neulich eines Morgens nach einer Nacht fiebernder Unruhe ins Zimmer trat, in bitteren Gedanken darüber, wie brüderlich die Verblendung und die Lüge sich die Hände reichen, um unsere alte Welt grausam zu ermorden, zu vernichten, da waren da zwei Meislein hereingeflogen, und eine hatte sich auf das Buch gesetzt. Es schlummerte noch in der tiefen Stille des Gemachs; das alte Spinett schwieg und meine Feder kratzte nur kaum vernehmbar, als ich das Folgende schrieb": Fragen sich vorzulegen, die Ereignisse zu sehen, die wahren Elemente der internationalen Lage der Gegenwart zu erkennen, das ist für Frankreich heute eine unbedingte Notwendigkeit; denn das Schicksal Frankreichs, das sich jetzt schon ankündigt, wird für immerdar entscheidend sein. Ich meine:„die Fragen sich selbst vorzulegen', und nicht sie sich aufdrängen zu lassen, von einem Geist, der sich in den Gewinden alter Routine schon totlief. Wir müssen diese Fragen stellen in voller Erkenntnis der herrschenden, verhängnisvollen und schicksalsmäßig gegebenen Umstände, die in diesem Augenblick von entscheidender Bedeutung sind. In blutrotes Kupfer * In der Zeitung„De Jour“(Paris) 1906 veröffentlichte Artikel. müssen wir das Losungswort einschneiden, das über Leben und Tod der Völker das Urteil fällen wird. Das war der Gedanke, der mir kam, als ich in diesen Tagen auf meinem Tribünenplatz dem riesigen Aufmarsch der Bataillone des Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese in Nürnberg beipepnt.: Gef-h. Wenn her Gimmat In Zeiten großer Gefahr, wenn der Himmer sich verdunkelt, muß der Mensch, den eine Fügung auf Vorposten gestellt hat, alle Zeichen beachten, die sich deuten lassen und die einen aufschlußreichen Sinn ergeben. Seit vier Wochen bin ich in Deutschland auf Vorposten. Westfalen habe ich durchwandert, das frühere Großherzogtum Baden, Württemberg und Bayern. Während dieser Zeit habe ich alle großen Städte, kleinen Ortschaften und Dörfer auf dem Land berührt und habe ihre Verhältnisse kennengelernt; ich habe an allen Aeußerungen des Volkslebens teilgenommen, ich habe mit Vertretern der Regierung und der Partei, also den politischen Willenskräften und der Seele des neuen Deutschland einen immer neuen Umgang gehabt; ich war schließlich mit einem schon etwas gebräunteren Denken, als wenn ich direkt von Paris gekommen wäre, unter den roten Fahnen, die Nürnbergs Mauern überkleideten, und war Zeuge des gewaltigen Kongresses des Reisparteitages, der zum Hauptgerichtstag von Deutschland geworden ist. In diesem Jahr war er ein besonders großes Ereignis, weil man in den Worten, die dort gesprochen wurden, den Atem einer stürmischen Seele fühlte. Ich wurde nicht müde, mit reger Anteilnahme dem großartigen Aufmarsch dieser ungeheuren Massenbewegungen zu folgen, die 70000 Zuschauer umjubelten. Aber während mein Auge dieses Schauspiel und das ungeheure Stadion umfaßte, in dem sich die mächtigen Tribünen mit ihren riesigen Hakenkreuzfahnen erhoben, stöhnte es leise in meinem Herzen bei der Erinnerung an die maßlose Verwirrung, die sich des französischen Geistes bemächtigt hat. In einem vom freien Himmelslicht durchfluteten Raum, der würdig gewesen wäre, den Thron eines römischen Kaisers zu umgeben, spricht Hitler mit seiner erregenden Stimme seine glühenden deutschen Worte aufrecht im Angesicht von 250000 Menschen. Diese Worte haben die Weltmeinung beunruhigt. Man hat darin die Drohung eines nahen Krieges erblickt, denn diese an den Kommunismus gerichtete Herausforderung hat die Säulen des Tempels erschüttert. Warum ist man überrascht? Kennen wir erst seit heute die Gründe dieses Dramas und wie der gegenwärtige Geist der Welt, durch seine Ausschweifungen auf eine niedere Stufe der Volksinstinkte zurückgeworfen, sich im Kampf der beiden feindlichen und unversöhnlichen Prinzipien zerreißt? Gewiß, Deutschland rüstet gewaltig. Aber welcher Staat, welches Volk in Europa hätte denn seit zwanzig Jahren, in träumerischer Ruhe versunken, versäumt, sich Waffen zu schmieden? Es gilt hier nicht festzustellen, ob das gutist, sondern lediglich, ob es so ist. Wer sieht nicht, daß ein ungeheures Ringen zwischen zwei Welten im Begriff ist, durch seine Schlußfolgerungen die Massen bis in die Tiefe ihrer Seele aufzurühren? Zwischen zwei Staaten, die durch entgegengesetzte Interessen getrennt sind, kann ein Ausgleich gefunden werden; hier aber offenbar nicht. Ein Narr, wer sich darüber hinwegtäuschen ließe.— Denn soweit ist es mit der Entchristlichung der Welt gekommen— dieser Konflikt erlaubt seiner Art nach keinem Staat, sich mit einer Friedensmiene einfach dem Konflikt fernzuhalten. Und wie es nun auch immer um den Bolschewismus bestellt sein mag, es ist verblüffend, mit welcher unbegreiflichen Ahnungslosigkeit die öffentliche Meinung in manchen Ländern, und besonders in Frankreich, ihn hinnimmt, und ihm auch noch einen Platz einräumt, auf dem er bequem warten kann. Mit welchem intellektualistischen Leichtsinn beurteilt man doch diese Macht. Dort, wo man noch große Reden hält, nämlich in den braven bürgerlichen Kreisen der alten Welt, gibt man sich nicht im geringsten Rechenschaft darüber, daß der menschenunwürdige Zustand des mechanisierten Individuums, der das Ergebnis der neuen Zeit ist, den Kern der Massen mehr denn je aller inneren Abwehrstoffe gegen dieses Gift beraubt hat. (Vortecheng feigt! Wer will zu den Luftnachrichten? A Durch kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen Flugzeugführer und Bordfunker werden die gestellten Anforderungen gelöst. Der Bordsunker, der unermüdlich an seiner Taste sitzt und seine Verbindung mit dem Peilfunker aufnimmt, gibt dem Flugzeugführer die Richtung der neuen Flugstrecke an. Bei regnerischem, schlechtem und nebligem Wetter ist der Flugzeugführer von seinem Kameraden(Bordfunker) besonders abhängig. Nur durch die schnelle Aufnahme der Funksprüche des Bordfunkers, der in ständiger Verbindung mit dem Peilfunfer auf eit Erde ist, werden die sogenannten Ain#ftüge durchgeführt.. Darüber hinaus besitzt die Luftnachrichten=Truppe noch andere Dienstzweige, wie Fernschzeib## und Fernsprecher. Die Fernschreibmaschine ist ähnlich einer Schreibmaschine. Das Geschriebene wird durch Fernleitungen zur Gegenstelle, an der auch eine Fernschreibmaschine aufgestellt ist, weitergeleitet. Die Fernschreibmaschine, die durch die einzelnen Anschläge des Fernschreibers auf elektrischem Wege in Tätigkeit gesetzt wird, bringt das Geschriebene wieder zutage. Für die Ausbildung als Fernschreiber werden Bewerber, die kaufmännisch vorgebildet sind, besonders berücksichtigt. Für die Ausübung des militärischen Dienstes ist ein gesunder und kräftiger Körper notwendig. Gute sportliche Leistungen können aber keinesfalls die anderen Voraussetzungen„Charakter und geistige Regsamkeit" ersetzen. Sie sind und bleiben die Grundlagen für die hohen Anforderungen, die an jeden Soldaten der Luftnachrichten=Truppe gestellt werden müssen. Nach dem Dienst bindet fröhliche Kameradschaft in Der Rahmen der ganzen Lustwasse ist so weit gespannt, daß er für jeden jungen Soldaten eine selten vielseitige Verwendungsmöglichkeit bietet, bei der er Land und Leute kennenlernen, sein Blickfeld und Urteil weiten und sich dabei in hohem Maße für die Wehrhaftmachung des Volkes betätigen kann. Annahmebedingungen für die Luftnachrichten=Truppe Es können Bewerber zur Einstellung gelangen, die eine Verpflichtungsdauer von 4½ Jahren eingehen. Vor der Einstellung zur Truppe muß die Lehrzeit beendet und die Arbeitsdienstpflicht erfüllt sein. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird nach Einsendung der Bewerbungsunterlagen von der Abteilung verGesuche für die Frühjahrseinstellung 1940 sind mit dem Freiwilligenschein oder Wehrpaßauszug und Lebenslauf bis zum 5. Juli 1939 an die Annahmestelle II. /Luftnachrichten=Regiment 2, Münster=GremBewerbungen für die Herbsteinstellung 1940 müssen bis zum 31. Januar 1940 bei obengenanntem Truppenteil vorliegen. Der RSRL. Lehrwart und das Lehrwarteabzeichen Das RSRL.=Lehrwarteabzeichen ist die höchste Auszeichnung, welche die Reichsführung als Dienstleistungsabzeichen zu vergeben hat. Berechtigt zum Tragen des Lehrwarteabzeichens sind diejenigen Schulungs= und übungsleiter, die an einem zentralen Schulungskursus oder an einem Kursus an den Gausportschulen teilgenommen haben und zu Übungsleitern oder Lehrwarten ernannt worden sind. Außerdem kann während einer Übergangszeit der Gauführer auf Vorschlag des Gausportwarts das Lehrwarteabzeichen besonders befähigten, einwandfrei arbeitenden Lehrwarten verleihen. Das Abzeichen ist ein silberner Reichsbundadler mit Schriftzug„Lehrwart“ und ist sowohl in feiner Metallausführung als auch als Stoffabzeichen erhältlich. Nachstehenden Kameraden und Kameradinnen im Lenne=Volme=Kreis wurde das Lehrwarte=Abzeichen verliehen: Wilhelm Tümena, Wilma Brinkenkamp, Erich Rittinghaus, Ernst Rittinghaus(WV. Sundwig 1911), Paul Lett, Fritz Kienolth, Otto Peuker, Heinrich Räker(Elseyer TV. 1881), Heinrich Naperalle, Günter Wüsthoff, W. Münstermann(TV. Jahn, Schwerterheide), Edmund Seckelmann, Walter Hohage (TUS. Mühlenrahmede), Paul Fischer, Grete Adolf, Karl Schwarzpaul, Karl Hamer(TV. Hemer), Karl Künne, Heinrich Noll, Herm. Künne(MTV. Altena), Bernhard Schmitz(Turnges. Hemer), Ernst Hohmann, Alfred Reuter, Hans Tusch, Fritz Simon, Klärchen Durchfeld(TuS. Mark Iserlohn), Willi Eckermann, Willi Tripp(TuS. Dröschede), Hermann Begler (Reichsb.=TuS. Schwerte), Emil Uerpmann(TV. Hohenlimburg 1871), Josef Becker, Wilhelm Holstein, Herm. Holstein, Heinz Holstein(Mender TV. Jahn Menden) Johann Menzel, Heinrich Heimöller(TuS. Neuenrade), Wilhelm Alberts, Wilhelm Horstmann (Turngemeinde Ihmert), Werner Koch, Erwin Horn (TV. Jahn Plettenberg), Wilhelm Koch, Gustav Seerende nach bestimmten Grundsätzen systematisch unterrichtet und von Semester zu Semester nach einem in den Berufserziehungswerken der bewährten Stufenbau beruflich gefördert. Nach einem gemeinsamen Vorsemester können sich die Studierenden für eine von drei Unterrichtsstufen entscheiden, deren erste sich an die Industriekaufleute wendet, während die zweite bilden. Durch diese Fernschule werden StudieStufe den Einzelhandelskaufmann betreut und die dritte für den Kaufmann im Groß= und Außenhandel durchgeführt wird. Jede Unterrichtsstufe ermöglicht die Ablegung bestimmter Fachprüfungen. Das erste Semester beginnt am 1. Oktober 1939. Die Anmeldungen sind an die Dienststellen der DAF. zu richten. Die Semestergebühr beträgt einschließlich Lehrmmittel 52.— RM. Billige Elektrogeräte für die Landwirtschaft becker(TV. Stöcken=Dahlerbrück), Ewald Schröder, Fritz Gräfe, Adolf Bremicker(TV. Jahn Hugo Nolte, Fritz Trappmann(Schalksmühler TV.), Walter Schulz(TuS. Holzen), Walter Damschewitz (TV. Westfalia Villigst), Trude Geisel, Fritz Höbrink, Heinr. Grundmann, Max Steinberg, Käte Steinberg (Schwerter Turnerschaft). DAF.=Fernschule „Der neuzeitliche Kaufmann“ Die gewaltigen Arbeitsanforderungen, die heute an jeden einzelnen gestellt werden, verlangen eine ständige Erweiterung der beruflichen Förderungseinrichtungen. Trotz der zahlreichen vorhandenen Einrichtungen auf berufserzieherischem Gebiet konnten bisher aus den verschiedensten Gründen viele Volksgenossen noch nicht erfaßt und betreut werden. Die DAF. errichtete daher bereits im Vorjahr eine Fernschule für Techniker, die auf den Ingenieurberuf vorbereitet und deren Notwendigkeit durch die Teilnahme von über 7000 jungen Menschen am ersten Fernsemester deutlich bewiesen wurde. Nunmehr hat die DAF. ein neues Fernunterrichtswerk,„Der neuzeitliche Kaufmann", geschaffen, um allen Jungkaufleuten und Lehrlingen vom 17. Lebensjahr ab die Möglichkeit zu bieten, auf dem Wege des Heimstudiums ihre kaufmännischen Grundkenntnisse zu erweitern und sich auf ein bestimmtes Berufsziel fortzuDer Reichskommissar für die Preisbildung hat in der Verordnung über die Senkung der Preise der von der Landwirtschaft benötigten Elektrogeräte und=motore die Elektrizitätswirtschaft mit einer Umlage von jährlich 35 Mill. RM. belegt. Dieser Betrag dient dazu, eine entsprechende Menge von elektrischen Geräten für die Landwirtschaft unentgeltlich zu beschaffen. Lediglich die Transport=, Anschluß= und Zubehörkosten(Kochtöpfe) muß der Bauer selbst bezahlen. Von dem Umfang dieser Aktion kann man sich ein Bild machen, wenn man berücksichtigt, daß die aufzubringende Summe etwa 10 Prozent der gesamten jährlichen Investitionen der Landwirtschaft ausmacht. Zur Verfügung gestellt werden dafür Elektroherde, Heißwasserspeicher, Futterdämpfer, Backöfen. Aus dieser Aufzählung ergibt sich, daß der Erfolg dieser Aktion überwiegend der Landfrau zugutekommen soll. Die Landfrau bedarf dringend einer Entlastung, weil sie die Folgen des Arbeitsmangels in erster Linie zu spüren bekommen hat. Sie hat in steigendem Maße zu der Hausarbeit auch noch die auf dem Hofe übernehmen und schließlich gar noch auf dem Feld mitarbeiten müssen. Die Landfrau bedarf schon deswegen besonders der Entlastung, weil es von ihr abhängt, ob der Mangel an schaffenden Händen überwunden wird oder nicht. Die Kinder des Landvolks sind die Träger der landwirtschaftlichen Arbeit der Zukunft. Ohne einen reichen Kindersegen kann die Landflucht nicht überwunden werden. Je mehr die Landfrau wieder von der Mitarbeit auf dem Felde und bei der Arbeit auf dem Hofe entlastet wird, um so eher kann sie sich ihrer eigentlichen Aufgabe, Hausfrau und Mutter zu sein, widmen. Die Maßnahmen des Preiskommissars für die Preisbildung sollen die Erreichung dieses Zieles erleichtern, indem sie dem Bauern Geräte zur Verfügung stellen, durch deren Betrieb er seine Frau entlasten kann. Hinzukommt, daß der Reichskommissar für die Preisbildung schon durch die voraufgegangene Preisregelung für elektrischen Strom die Kosten jeder zusätzlichen Stromabnahme gegenüber dem bisherigen Stand erheblich herabgesetzt hat. Es lohnt sich also jetzt für die Landwirtschaft, elektrische Geräte anzuschließen und zu benutzen. Der Strompreis setzt sich bekanntlich aus dem Grundpreis— einer festen Gebühr und dem Arbeitspreis, der auf die Kilowattstunde berechnet wird, zusammen. Die Arbeitspreise sind erheblich verbilligt worden, so daß sich die Mehrabnahme von Strom, besonders wenn man für Heißwasser und Futterdämpfer den Nachtstrom benutzt, wesentlich billiger stellt als nach den alten Tarifen. Baupreise und Landflucht Der Reichskommissar für die Preisbildung hat mit der neuen Baupreisverordnung einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lage der Landwirtschaft geleistet. Die Baupreisverordnung zwingt die Unternehmer, ihre Preise auf Grund der Tariflöhne und der notwendigen Unkosten zu kalkulieren und den Gewinn, der auch das Unternehmerwagnis einschließt, in angemessenen Grenzen zu halten. Insbesondere kann der Bauunternehmer künftig grundsätzlich keine Nachforderungen mehr stellen; lediglich für einige besonders bestimmte Fälle sind Ausnahmen zugelassen. Diese Neuregelung bringt somit für alle Bauherren erhebliche Vorteile mit sich. Andererseite dürfen aber auch diese künftig keine höheren Preise bezahlen, als nach der Baupreisverordnung zulässig sind. Mit Recht hat die Landwirtschaft darüber geklagt, daß in den letzten Jahren steigende Baukosten die aus Gründen der Erzeugungsschlacht notwendige Rationalisierung der Betriebe durch Neubauten und auch die Instandhaltung der Geblude erschwert haben. Die Preisstopverordnung reichte nicht aus, um diese Entwicklung zu hemmen, weil die Löhne, die einen wesentlichen Bestandteil der Baukosten ausmachen, weiter stiegen. Der Bauer mußte sogar zusehen, wir seine Arbeiter, durch hohe Löhne verlockt, besonders in die Bauwirtschaft abwanderten. Man wird von der Baupreisverordnung erwarten dürfen, daß sie weitere Preissteigerungen, soweit sie nicht auf etwa notwendig werdende Umstellungen auf teuere Baustoffe oder ähnliche Gründe zurückzuführen sind, künftig verhindern wird, zumal der Reichskommissar für die Preisbildung eine scharfe Überwachung der Baupreise angekündigt hat. Vor allem wird es aber die Landwirtschaft begrüßen, daß das Baugewerbe sich in Zukunft in seinen Lohnangeboten in einem Rahmen zu halten hat, der dem Bauern als Bauherrn angemessene Preise sichert, andererseits aber den Landarbeitern durch übersteigerte Locklöhne nicht mehr die Freude an ihrer Berufsarbeit nehmen kann und sie zur Landflucht verleitet. Die grinsenrrnte Ein Tatsachenbericht über den interessantesten Kriminalfall der japanischen Polizei Von Walter Ebert Copyright Knorr& Hirth, München. Alle Rechte vorbehalten 10. Fortsetzung. der weiten Kwanto=Ebene stand das Haus ihrer Eltern. Wie schön, davon zu sprechen, in das glückliche Land der Kindheit heimzukehren — wenn es nur den Gast nicht langweilt! Aber ein, er ermuntert sie, er ist so geduldig und aufmerksam, er will immer noch mehr hören — von den weiten, glitzernden Reisfeldern, den kleinen strohgedeckten Häuschen, den schmalen Stegen und Brückchen, die über die vielen Gräben und Kanäle führen. Oh, die glückliche Zeit, als Klein=Kiku auf dem Rücken der Mutter über die schwankenden Stege getragen wurde, sicher und geborgen. Sie lebt noch die ehrenwerte Mutter, dort wo das Haus des Vaters steht? Ach nein, ein Schatten geht über das weißgepuderte Gesichtchen, Mütterchen lebt nicht mehr. Damals, als Kiku gerade zehn Jahre alt war, bei der großen Frühjahrsüberschwemmung Aber der ehrwürdige Herr Vater— er ist jetzt allein in dem Haus in der Kwanto=Ebene? Ja— der gute Vater... Aber in dem Hause ihrer Kindheit ist er auch nicht mehr. Dort leben jetzt fremde Menschen. Er hat alles verkauft, was ihm gehörte. Seit dem Tode der Mutter hat das Glück nicht mehr bei ihnen gewohnt... Wie bedauerlich! Hat der ehrenwerte Vates Unglück in Geschäften gehabt? Unglück in Geschäften, so war es. Vater war Seidenaufkäufer. Ein Kaufmann—— die Bauern verneigten sich tief, wenn er kam. Aber dann... die Preise fielen... die Wirtschaftskrise.. Kikus rotgeschminkte Lippen formen ernsthaft und wichtig das schwere Wort. Und wo wohnt er jetzt, der bedauernswerte Herr Vater? Kiku schüttelt traurig das Köpfchen mit der schweren schwarzen Frisur. Sie weiß es nicht. Sie hat nichts mehr von ihm gehört, seit die Geishaya Mohnblüte sie bei sich aufgenommen hat. Der Gast ist ganz betrübt über so traurige Nachrichten. Wie ist denn der Name des ehrenwerten Herrn Vaters? Vielleicht kennt er ihn zufällig und weiß wie es ihm geht. „Ryutaro Chiba.“ „Oh— Chiba San“— der Gast ist ganz überrascht.„Ich glaube, ich kenne ihn wirklich! Ist er... wie soll ich sagen... seine Zähne sind etwas auffallend— ist es dieser Ryutaro Chiba? Die kleine Geisha schlägt vor Ueberraschung beide Hände zusammen. Alle mühsam eingelernte Etikette ist vergessen. „Ja— er ist es! Erzählen Sie mir, was Sie von ihm wissen, geehrter Herr. Oh— bitte...“ Der Gast hat plötzlich einen seltsamen Ausdruck im Gesicht. Ach— sicher ist er ärgerlich über das schlechte Betragen der dummen Geishaschülerin. Gleich wird er sie ausschelten! Beschämt senkt sie die langen schwarzen Wimpern. „Ich bedauere sehr, Kiku San...“, die Stimme des Gastes ist plötzlich schleppend und rauh,„persönlich habe ich den ehrenwerten Herrn Vater leider nicht kennengelernt. Ich habe nur von ihm gehört. Es ist... keine gute Nachricht...“ Kiku ist ganz stumm. Sie spürt, daß etwas Furchtbares kommt. Sie wartet auf den Schlag, der auf sie niederfallen wird, jetzt gleich. „Dem ehrenwerten Herrn Chiba ist etwas zugestoßen... ein Unglücksfall...“ Kiku zuckt zusammen. Dann ist sie wieder still und reglos. Ishiga fühlt, daß es eine unnötige Grausamkeit wäre, sie noch länger auf die Folter zu spannen. „Chiba San ist bei seinen Ahnen...“ Ein fast unhörbarer zitternder Laut kommt von den Lippen des Mädchens. Dann ist es still im Zimmer. Der rote Mund bleibt halb offen. Ein lebloses, erfrorenes Lächeln. Aus dem Zimmer nebenan tönt Lachen und Saitenklang. Eine fröhliche Gesellschaft ist versammelt. Auf der dürren Papierwand schwankt die schwarze Silhouette einer tanzenden Geisha. Im oberen Stockwerk quäkt ein Grammophon. Schritte stampfen den Foxtrott=Takt. Der Gast erhebt sich.„Ich werde morgen wiederkommen, Kiku San.. Langsam sinkt der Oberkörper des Mädchens in sich zusammen. Die schmalen Schultern zucken. Zwei breite Tränenspuren sickern langsam durch die weiße Puderschicht. Die Bundesgenossin Als Ishiga am nächsten Morgen ins Präsidium kam, saß sein Chef schon am Schreibtisch. Er war dabei, Papiere zu ordnen. Ishiga begann seinen Bericht. Ein paarmal unterdrach er sich unwillkürlich; etwas kenkte ihn ab. Hidekss mar so seltsam heute. Oder war es nur Einbildung? Der Inspektor kauerte auf seinem großen Stuhl wie immer, er hörte höflich und aufmerksam zu, sein Wesen war still und gesammelt. Ishiga brauchte eine ganze Zeit, bis ihm die Art der Veränderung klar war. Eine große Ruhe ging von Hidekichi aus, ein unendlicher, stiller Friede. Es war wie ein inneres Leuchten. Das Strömen einer unbegreiflichen, sicheren Kraft. Alle Sorge, der Zwiespalt, das Gehetztsein der vergangenen Wochen war von Hidekichi abgefallen. Sein Gesicht war klar und friedlich. „Ich hoffe zuversichtlich, daß wir mit Hilfe seiner Tochter herausbekommen werden, wo Ryutaro Chiba sich zuletzt aufgehalten und mit welchen Menschen er verkehrt hat“, sagte Ishiga. „Je mehr wir von ihm wissen, umso näher kommen wir der Person des Mörders.“ „Sicherlich— diese Tochter ist eine wertvolle Verbündete für Sie, Ishiga San. Ich beglückwünsche Sie, mein junger Freund. Sie werden bald am Ziel sein.“ Es klang wie eine Prophezeiung. Ishigas Verwunderung wuchs. Wie sonderbar war das alles. Er wollte sich noch Instruktionen für das weitere Vorgehen geben lassen, aber Hidekichi winkte freundlich ab.„Sie werden das alles richtig durchführen, Ishiga. Entschuldigen Sie mich— ich habe etwas zu erledigen...“ Bald darauf verließ Hidekichi das Präsidium. Am Nachmittag kam eine Botschaft aus seiner Wohnung. Die Dienerin hatte aus dem Zimmer des Hausherrn einen dumpfen Knall gehört. Sie ging hinein und fand Hidekichi auf seinem Kissen sitzend. Er hatte seinen festlichen Kimono an. Seine kleine Gestalt war etwas nach vorn geneigt. Eine Hand war an der Brust unter den Kimono geschoben. Als man das Gewand zurückschob, zeigte sich, daß die Hand den Dienstrevolver hielt. Die Kugel war ins Herz gegangen. In der Rische vor den Ahnentafeln qualmten noch die Weihrauchstäbchen. Auf dem Grammophon spielte eine Platte die letzten Takte. Es war Schuberts Unvollendetz, Hidelichis Lieblingsplatte. * Mohnblüte, die Geishaya, empfing Ishiga mit viel Respekt und Höflichkeit. Sie führte ihn in das beste Empfangszimmer und reichte ihm eine Schale mit dem bitteren grünen Tee. „Kiku San wird sofort zur Stelle sein, geehrter Herr“— Mohnblittes diche Bäckchen zitterten vor Wohlwollen und Mitgefühl.„Das arme Kind, ach— was es für böse Menschen .. Kenbosseutichen a Angenehmes, zurüchaltenb=Verkkäuliches Geplauder strömte über Ishiga hin, während Mohnblütes noch immer anmutige Hände mit unendlich gepflegten Bewegungen um die Behaglichkeit des Gastes besorgt waren. Sie war nicht mehr jung an Jahren, die würdige Geishaya, aber wenn sie wollte, verfügte sie über den Charme einer ganz jungen Frau. Die Geisha wird nicht alt— sie besitzt jenes Geheimnis ewiger Jugend, das den großen Kurtisanen früherer Zeiten eigen war. Auch Ishiga erlag dem Zauber. In wenigen Augenblicken hatte er vergessen, daß er einer dicken, alternden und ganz gewiß geldgierigen Geishavermieterin gegenübersaß. Die Atmosphäre von Kultur und Leichtigkeit hüllte ihn ein und milderte seine tiefe Traurigkeit. Wie klug und geschickt diese Frau ihre Anteilnahme und ihr Interesse an dem Fall Chiba zum Ausdruck zu bringen verstand! Ishiga kam nicht auf den Gedanken, sie zudringlich zu finden. Er hatte das Empfinden, daß er ihr gegenüber manches hätte aussprechen können, was er stets in seinem Innern verschließen mußte. Keine andere Frau, weder Mutter noch Schwester, hätte so wohltuend und verständnisvoll zu plaudern verstanden. Sie hätte er nicht gewagt— es wäre unpassend gewesen. Unpassend—— wie froh wäre Ishiga gewesen, mit einer Frau seiner eigenen Familie so offen und unverhüllt über seine Sorgen sprechen zu können wie mit dieser Geishaya. War es wirklich gut, daß Japans Männer geistigen Austausch nur bei den Geishas suchten und ihre eigenen Frauen in Abhängigkeit und Unwissen heit erhielten? Es war nicht das erstemal, das solche Gedan ken ihn bewegten. Viele der Jungen fanden die bestehende Gesellschaftsordnung unwürdig, vor allem viele der jungen Mädchen und Frauen. Ishiga fühlte sich von solchen Ideen angezogen wie von allem, was an Neuem und Fortschrittlichem ins Land gekommen war. Mit Hidekichi hatte er oft über solche Dinge disputiert. Hidekicht... so vieles verdankte er diesem vornehmen gütigen Mann.... Er war heute an den Grabmälern der 47 Ronin gewesen. Dort hatte er die Kraft gesucht, den Verlust des verehrten Lehrers zu überwinden. Er durfte jetzt nicht trauern. Sein ganzer Wille mußte sich konzentrieren auf das Ziel, für das Hidekicht sein Leben geopfert hatte. Contsehzung folgs. RO Ender Worhe Unser Bildberichterstatter begleitete Gebirgssäger a a aan a ae engg he hhg ohnen. Der Ausbeute der Kamerad entnahmen wir diese beiden interesanten Aufgohgen: Baotzmann und Hochlalter in Windastal beizwohnen. Der Ausbeute der Kanerod enty., gie gagese bgreg 1. uulg m uere Buo n. Linkg: Ein Bildausschnitt, der die Schwierigkeiten des Aufstiegs erkennen läßt.— Rechts s, e, Zöhe auf dem eigeretiop Mit der Nachrichten=HJ. im Paradies der Technik am Tornowsee Zeistadt mit alen Insteumenten der miltärischen Nachrichtentechnit eingezagen, denn diese esonderen Ve.,; Ium erhteseigt gesung 65 Füher voren, in de Gehzeimuis und Künte es wilithrschen Vogrinten ast hentspogweiht, Uchersten und rechts, pie der„Mann richt im Morsen und zunten an den movernsten Geraten und rechts, wie ver,(4/6. Nr. 1“ eines Fernsprechtrupps beim Einsatz die Rückentrage mit dem schweren Felorabel übernimmt. Aufnahmen: Scherl(7) Das 39. der deutschen Kriegsschiffe bei Scapa Flow gehoben Unser Bild berichtet von dem Augenblick, in dem der ehemalige deutsche Panzerfreuzer „Derflinger“, der seit 1919 auf dem Meresboden bei Seapa Flow lug, nach langen Hebungsarbeiten durch den gewaltigen Auftrieb der Pontons, an die Oberfläche schießt. „Derfflinger“ ist das 39. der 1919 versenkten deutschen Kriegsschiffe, die nach der Hebung verschrottet wurden Der Appell des SA.=Führerkorps auf der Dietrich=Eckart=Bühne Am Freitagabend standen die Reichswettkämpfe der SA. im Zeichen der politischen Ausrichtung, der zweiten großen Aufgabe, die der Führer der SA. zugewiesen hat. Vor 20000 SA.=Führern gab der Stabschef in einer abendlichen Feierstunde, von der unser stimmungsvolles Uebersichtsbild berichtet, Rückblick und Ausblick Generalfeldmarschall Göring auf seiner Besichtigungsfahrt durch das Ruhrgebiet Der Beaustragte des Führers für den Viersahresplan, Oenegucl gutzergh.inhuge ien, Werte des Nührgebiets, Davon berichtet bieseon nette Bap; Arbester und Lehrlinge um.: ringen Hermann Göring in den guvrirhnen Dr. Ley eröffnet die Hamburger In den Ausstellungshallen des Zoo=Geländes bringt die am Freitagnachmittag durch Dr. Ley eröffnete KdF.=Leistungsschau durch Bild und Modell, Zeichnung und Plastik die alle Gehiete kulturellen Lebens umfassenden Leistungen dieser Riesenorganisation zur lebendigen Anschauung:— Hier steht man Dr. Ley mit seinem ktalienischen Gast, Genesalblestter Dpeeutil, per ben in der Bsithmnesihen enderelten 56=Gegen Praufemevcrhen Roman von Bodo M. Vogel Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 6 „Sie halten nichts von Fliegerinnen, Heinz!" rief sie.„Das sehe ich jetzt an Ihrem Gesicht. Lieber Gott, wie rückständig Sie noch sind! Ich habe volles Vertrauen zu Rosemarie. Sie läßt übrigens den neuen Motor in eine kleine Tourenmaschine einbauen.“ Westernkirch schüttelte den Kopf. „Das ist doch Unsinn! Der Motor ist doch viel zu schwer! Ich muß ihr das unbedingt ausreden.“ „Versuchen Sie es einmal. Sie wird Sie auslachen.“ Er überlegte. Nach einigen Minuten meinte er: „Sind wir wirklich gute Freunde, Regina?“ „Ja!“ „Dann reden Sie Rosemarie um Gottes willen zu, nichts zu unternehmen, bevor nicht der Beweis für die Zuverlässigkeit der Maschine erbracht ist.“ „Das will ich tun. Natürlich, das ist sogar meine Pflicht.“ Sie stand auf und lächelte ihm entgegen. „Brüderschaft, Heinz?“ „Brüderschaft, Regina.“ Sie drückten sich die Hand und sahen sich dabei fest in die Augen. „Lebe wohl, Heinz. Mach mir nicht mehr so ein finsteres Gesicht!“ Er nickte ihr zu. Aber sein Gesichtsausdruck änderte sich nicht, auch nachdem sie schon lange fortgegangen war. * Nachdem Westernkirch die Korrespondenz durchgesehen hatte, beschloß er, mit Fräulein Overhoff wegen der Flugpläne zu sprechen. Nach seiner Art ging er in gerader Linie auf das Ziel los. „Fräulein Holm hat mir erzählt, daß Sie den neuen Motor in eine kleine Tourenmaschine haben einbauen lassen", begann er. „Stimmt. Heute nachmittag ist es soweit. Ich freue mich schon jetzt auf diesen Probeflug.“ „Ich an Ihrer Stelle täte es nicht" erwiderte er.„Man kann nicht ohne Bedenken auf einer derart kleinen Maschine mit einem solch mächtigen Motor fliegen. Ich halte das für sehr gefährlich.“ „Für eine Frau?“ „Besonders für eine Frau!“ „Ich werde es aber trotzdem tun", erwiderte sie. „Und ich werde Anweisung geben, den Motor wieder abzumontieren. Ich kann nicht erlauben, daß Sie Ihr Leben aufs Spiel setzen. Das wäre doch Wahnsinn", meinte er mit erhobener Stimme. „Soll das heißen, daß Sie sich weigern, meinen Richtlinien nachzukommen?" „Sie brauchen jemand, der Ihnen zur Seite steht.“ „Wenn es irgend eine Gefahr geben sollte“, sagte sie,„dann werde ich schon selbst meine Augen offen halten. Ich habe meine Führerprüfung gemacht und verstehe daher, mit Flugzeugen umzugehen. Darum muß ich Sie ditten, Herr Westernkirch, sich nicht um Dinge zu kümmern, die nur mich etwas angehen.“ Eine Pause entstand. Endlich meinte er: „Sie wollen also wirklich heute nachmittag aufsteigen?“ „Jawohl!“ erwiderte sie gedehnt. „Gottseidank wird Fräulein Holm einen solchen Unsinn nicht zugeben.“ „Fräulein Holm wird mitfahren.“ „Nein“, sagte er,„sie hat mir ausdrücklich versprochen, nichts zu tun, bevor nicht die Zuverlässigkeit der Maschine erwiesen ist.“ Sie behielt nur noch mit Mühe ihre Selbstbeherrschung. „Wenn Sie nun, Herr Westernkirch, die Maschine fliegen würden— hielten Sie es für gefährlich, Fräulein Holm mitzunehmen?“ „Das ist auch etwas ganz anderes.“ „Weil Sie ein Mann sind und ich eine Frau“, höhnte sie. „Ganz recht.“ „Regina tut, was ich will. Wir fliegen!" Westernkirch lachte erregt auf, versagte sich aber die Antwort. Beinahe hätte er ihr jetzt die Kündigung ins Gesicht geschleudert, doch er hielt das Wort noch im letzten Moment zurück. Nach einer Weile ging er hinaus auf den Flugplatz und trat in den Schuppen, in dem die Maschine, mit der Rosemarie den Probeflug unternehmen wollte, startbereit stand. „Wann steigt Fräulein Overhoff auf?“ fragte er einen Mechaniker. „Um drei Uhr, Herr Chefingenieur“, lautete die Antwort. Westernkirch wartete, bis der Mann fort war. Dann überprüfte er den Motor genau. In der Mittagspause ging er noch einmal in en Schuppen. Ein feines Lächeln lag um seine Lippen, während er dann vom Platz zurückkam. Kurz nach zwei Uhr trafen Regina Holm und Rosemarie ein. Regina sagte leise zu Westernkirch: „Sie hat mir erzählt, was du gesagt hast. Auf keinen Fall begleite ich sie.“ „Bleib vernünftig“, ermahnte er sie. Einige Minuten vor drei Uhr gingen die beiden Damen auf den Flugplatz hinaus. Westernkirch tat, als ob er das nicht bemerke und steckte seine Nase in die Korrespondenz. Er diktierte gerade eine Materialbestellung, als Rosemarie Overhoff hereingestürmt kam. „Es hat jemand etwas an dem Motor gemacht!“ schrie sie. „Wie bitte?“ „Es hat jemand etwas an dem Motor gemacht!" wiederholte sie noch lauter. „Ist der Schaden sehr groß?“ fragte er ganz ernst. „Nein... Aber der Motor springt nicht an“, erwiderte sie. Auf einmal betrachtete sie ihn maißtrauisch von der Seite und fuhr fort: „Haben Sie etwas damit zu tun?“ „Ja“, sagte er treuherzig,„ich habe bloß das Zündkabel durchgeschnitten.“ Eine Blutwelle schoß in ihr Gesicht. Sie wollte ihn gerade anbrüllen, als Regina Holm dazukam. „Ruhig, ruhig, Mädel“, sagte Regina.„Ich schlage vor, wir vertagen den Flug auf später.“ Rosemarie sah noch finster um sich, dann aber gab sie nach. „Gut!“ rief sie. Dann rannte sie, von Fräulein Holm gefolgt hinaus. Westernkirch war überrascht. Er hatte mit einer ganz groß aufgemachten Szene gerechnet. Ihre plötzliche Selbstbeherrschung setzte ihn daher in Erstaunen. Eine halbe Stunde später ging er noch einmal auf den Flugplatz und setzte ein neues Zündkabel ein. Am anderen Morgen um 6 Uhr zog er seinen Fliegeranzug über. 6.15 Uhr saß er in der Maschine, und der Mechaniker warf den Propeller an. Westernkirch war einige Monate lang nicht mehr geflogen, aber sobald die Maschine nicht mehr an der Erde klebte, kam das alte Glücksgefühl der Beschwingtheit wieder über ihn. Der mächtige Motor war wirklich etwas schwierig zu handhaben und die Maschine steckte manchmal sehr voreilig die Nase in die Luft. Das wär ganz so, wie Westernkirch es erwartet hatte. Nachdem er ein paar Mal über den Platz gekreist war, ging es wieder. Nach einer durchaus nicht leichten Landung blieb die Maschine vor dem Schuppen stehen. „Keine Uebung mehr“, dachte er bei sich. Jetzt unternahm er den üblichen Kontroll= gang durch die Werke und zog sich dann in sein Zeichenbüro zurück. In der Mittagspause fuhr er wie üblich mit dem Motorrad nach Hause. Das Essen dehnte sich heute etwas länger aus als sonst, so daß er einige Minuten später in das Werk kam. Schon während er sich mit dem Motorrad näherte, vernahm er über sich das Summen einer schweren Maschine. Er fuhr direkt zum Flugplatz. „Ist das Fräulein Overhoff?“ fragte er kurz. Jawohl, Herr", bestätigte der Chefmechaniker Grötzach. Dabei verzog sich sein breites Gesicht zu einem freundlichen Grinsen.„Und die versteht ihr Handwerk!“ Er sah bewundernd dem Flugzeug nach, das über den Platz seine Kreise zog. Westernkirch stellte das Motorrad ab und ließ dann ebenfalls kein Auge von der Maschine. Das Herz hatte sich ihm zusammengekrampft; weswegen wußte er in diesem Augenblick nicht zu sagen. Der Puls hämmerte ihm dumpf in den Schläfen. Seine Augen folgten jeder Bewegung des Flugzeuges, und er mußte allerdings zugeben, daß sie bis jetzt die Maschine völlig in ihrer Gewalt hatte. Auf einmal aber neigte sich das Flugzeug hart zur Seite. Westernkirch drohte der Herzschlag auszusetzen. Dem Mund des Mechanikers entrang sich ein Aufschrei des Entsetzens. „Sie stürzt!“ stimmte Westernkirch ihm bei. „Sie stürzt.. sie stürzt..“ wiederholten die übrigen Angestellten des Flugzeugschuppens und liefen wie besessen davor herum. Eine wahre Panikstimmung herrschte. Einige Sekunden herrschte wirkliche Panikstimmung. Dann aber sah man, daß die Maschine nur zu einem Looping ansetzte. Ein wunderbares Looping, das an Kühnheit und atembeklemmender Spannung alle Zuschauer in seinen Bann zog. „Das kann Udet auch nicht besser“, bewunderte Grötzsch. Westernkirch schüttelte den Kopf. Immer noch wich sein besorgter Blick nicht von dem kreisenden Flugzeug. Rosemarie kreiste noch ein paarmal über dem Platz und kam schließlich nieder. Die Landung war durchaus vorschriftsmäßig. Wenige zehn Meter vor dem Schuppen, stoppte das Flugzeug ab. „Gerade als sie kamen, bin ich aufgestiegen“ rief sie mit ihrer hellen Stimme Westernkirch 110. Mit einem Lachen kletterte sie aus der Maschine und knöpfte den Fliegerdreß auf. „Na, Herr Chefingenieur, zufrieden?“ Westernkirch lachte grimmig. „Eine derartige Tollkühnheit habe ich selten gesehen. Das grenzt an Wahnsinn.“ „Aber zugeben müssen Sie doch, daß ich fliegen kann“, rief sie. „Ja, ja... gebe ich alles zu! Doch die Extrabeigabe mit dem Looping hätten Sie sich ersparen können. Das macht man nur mit einer Maschine, die man ganz genau kennt.“ „Ach, wirklich?“ „Mit Tollheiten kann man mir nicht imponieren, Fräulein Overhoff“, sagte er gereizt. Sie gingen nebeneinander ins Werk zurück. Dabei sah er starr geradeaus, so daß er die Wirkung seiner Worte auf ihrem Gesicht nicht erkennen konnte. Immerhin war er auf eine Gefühlsexplosion gefaßt, und darum befremdete es ihn beinahe, als sie erwiderte: „Herr Westernkirch, jetzt haben Sie ausnahmsweise einmal recht. Allerdings, ich wollte Ihnen imponieren. War das so schlimm? Ich wollte Sie überzeugen, daß ich etwas verstehe. Furchtbare Angst habe ich dabei gehabt, und in Zukunft werde ich es mir zweimal überlegen, ehe ich mit der Versuchsmaschine Loopings mache.“ „Entschuldigen Sie meine Heftigkeit“, sagte er.„Ich war empört über Ihren Leichtsinn. Der neue Motor ist viel zu stark für die kleine Tourenmaschine und darum schwer zu handhaben.“ „Das habe ich auch gleich gemerkt, nachdem ich ein paar Minuten in der Luft war.“ „Und doch haben Sie das Looping gemacht?“ fragte er. „Weil der Teufel in mir steckte. Der Teufel steckt oft in mir, Herr Westernkirch.“ Ihr Ton war so kleinlaut, daß er versöhnt lächeln mußte. Mit einem Scherzwort trennten sie sich. Westernkirch war froh, daß dieser Zwischenfall beigelegt war. An diesem Abend sprach er sich mit seiner Mutter aus. „Fräulein Overhoff ist für mich ein Rätsel“ sagte er.„Manchmal möchte ich wirklich fort vom Werk, aber dann hält mich immer wieder etwas zurück. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Und doch fühle ich es zwingend in mir, ich muß einmal raus aus dem Betrieb.“ „Da nimm doch jetzt Deinen Urlaub“, sagte seine Mutter. „Kommst Du mit?“ „Nein, Heinz! Es ist besser, Du reist allein. Und glaube mir, wenn Du fort bist, wird Fräulein Overhoff erst richtig Deinen Wert zu schätzen wissen. Vielleicht kommt sie dann auch auf die Frage der Teilhaberschaft noch einmal zurück.“ „Eine geschäftliche Teilhaberschaft mit Fräulein Overhoff kommt für mich überhaupt nicht in Betracht" erwiderte er ungeduldig. Frau Westernkirch beugte ihren Graukopf tief über die Handarbeit um das Lächeln zu verbergen, das um ihre Lippen stand. * Westernkirch verbrachte die Ferien in einem Gebirgskurort. Die erhoffte Ablenkung fand er aber trotzdem nicht. Das Gefühl der Unlust und der Vereinsamung blieb. Während des Urlaubs hatte er einen Brief von Griesbach nachgesandt bekommen, in dem dieser anfragte, ob er sich schon entschlossen habe, die Stelle bei den Griesbachwerken anzunehmen. Westernkirch schleppte den Brief lange mit sich herum, und oft, wenn er allein war, nahm er ihn aus der Brieftasche, um ihn von neuem durchzulesen. Die Veränderung, die Griesbach vorschlug, bedeutete für Westernkirch eine bedeutende Gehaltsaufbesserung. Ferner hatte er kein rechtes Vrtrauen mehr zur Overhoffschen Betriebsführung, seit Rosemarie die Zügel in der Hand hielt. Nach langen inneren Kämpfen rang er sich zu dem Entschluß durch, die Kündigung auszusprechen. Der Hauptgrund, der ihn dabei bestimmte, war die Aussicht, seiner Mutter ein auskömmliches Dasein verschaffen zu können. Sobald er Mitte September von seinem Urlaub zurückkam, machte er seiner Mutter von dem Vorhaben Mitteilung. Frau Westernkirch nahm die Nachricht ohne eine zustimmende oder ablehnende Bemerkung hin. Als er dann am Montag morgen wieder ins Büro kam saß Fräulein Overhoff wie immer vor der Korrespondenz. Rosemarie sah auf und nickte ihm freundlich zu. „Sie sehen gut aus! War es schön?“ fragte sie. „Danke“, erwiderte er. Nach einer Weile fuhr er fort,„Fräulein Overhoff, ich habe viel Zeit zum Nachdenken gefunden. Vor einigen Wochen bot mir Griesbach bei sich die Direktorstelle an mit Aussicht auf Teilhaberschaft.“ „Und Sie haben zugesagt?“ meinte sie. Ihre Stimme war dabei ganz ruhig und scheinbar teilnahmlos. In ihrem Blick aber war etwas, was Angst bedeutete. „Nein, ich habe Bedenkzeit erbeten.“ „Sie wollen aber doch zusagen? Haben Sie ihm schon Mitteilung gemacht.“ „Nein, benachrichtigt habe ich ihn noch nicht. Bisher ist es nur bei meinem Entschluß geblieben. Bitte, denken Sie nicht, Fräulein Overhoff, daß ich Sie im Stich lassen will. Ich arbeite hier gern, so lange als Sie wünschen.“ „Dann nehme ich Sie gleich beim Wort,“ sagte sie.„Welches Gehalt hat Ihnen Griesbach geboten?“ Westernkirch nannte die Ziffer. „Ich gebe Ihnen dreihundert monatlich mehr", erwiderte sie darauf.„Und nach Ablauf von sechs Monaten werden wir uns endgültig über die Frage der Teilhaberschaft einigen.“ „Sehr freundlich von Ihnen“, bemerkte er zerstreut. Es war ihm nämlich überaus unangenehm, mit einer Frau über Geldfragen zu verhandeln. „Ich habe jetzt, als Sie fort waren, erst einsehen gelernt, welchen Wert Sie für das Werk besitzen“, sagte sie. „Darum dürfen Sie die Gehaltsaufbesserung als Ihrer Leistung völlig entsprechend hinnehmen. Vielleicht ist es das Beste, wenn wir dann später wegen der Teilhaberschaft Bankier Brinkmann zu Rate ziehen. Sind Sie damit einverstanden?" „Gewiß... Aber...“ „Ich habe Sie tatsächlich sehr vermißt, Herr Westernkirch. Sie wissen doch wohl, daß Griesbach mit seinem neuen Motor uns das Leben ziemlich sauer macht. Die Maschine soll fast so gut sein, wie die unsrige. Deshalb müssen wir „Ich habe Ihnen doch gesagt, daß ich bereits den Entschluß gefaßt hatte, Griesbachs Anerbieten anzunehmen“, unterbrach er sie plötzlich. „Aber Sie werden es nicht tun“, entgegnete sie.„Dazu sind Sie viel zu vernünftig. Sie sind, wenn ich so sagen soll, ein lebenswichtiger Teil des Werkes. Und nun, da ich Ihnen bessere Bedingungen als Griesbach geboter habe, wäre es doch Wahnsinn noch daran zi denken, uns zu verlassen! Oder gehen Sie immer noch mit dem Gedanken um!“ Sie sah ihm dabei fest in die Augen. „Nein, nein“, meinte er,„aber.. „Gefällt es Ihnen nicht mehr?“ „Offen gesagt: nein!“ „Wollen Sie sich nicht näher erklären?" forderte sie ihn auf. „Das ist schwierig zu sagen. Ich bin mit selbst darüber nicht ganz im klaren.“ „Ist es, weil ich eine Frau bin?“ fragte sie „Vielleicht....“ „Können Sie denn das nicht vergessen?— Herrscht nicht ein ganz männlicher Ton zwischen uns? Habe ich mich Ihnen gegenüber je meiner weiblichen Waffen bedient?" Jetzt lächelte er zum ersten Male. „Was verstehen Sie unter weiblichen Was fen, Fräulein Overhoff?“ Sie wurde leicht rot, aber in ihren Augen stand nichts von Verlegenheit. „Ich meine, habe ich Sie jemals fühlen last sen, daß ich eine Frau bin?“ fuhr sie fort. „Sie nicht", erwiderte er.„Aber ich habe es immer gefühlt. Ich kann einfach nicht mit Ihnen sprechen, als ob Sie ein Mann wären. Ich fühle mich gehemmt.“ Sie schüttelte den Kopf. „Herr Westernkirch, können Sie denn wirklich nicht ein bißchen freundlich zu mir sein?“ Er zuckte die Achseln. „Ich bin immer freundlich zu Ihnen, Fräulein Overhoff!“ „Bin ich Ihnen unsympathisch?“ fragte sie weiter. „Nein“, lautete seine Antwort. Sie überlegte eine Weile, dann fuhr sie fort: „Ich glaube, Fräulein Holm würde sehr un gehalten sein, wenn Sie uns verließen.“ Westernkirch Mienen strafften sich. „Also gut, ich werde bleiben!“ „Vielen Dank. Ihre Zusage befreit mich von einer großen Sorge. Wollen Sie heute Abend mit Ihrer Mutter zu uns zum Essen kommen? Fräulein Holm fährt in ein paar Tagen fort, um ihr Examen zu machen.“ „Meine Mutter wird sich sehr freuen.“ „Und Sie?“ fragte sie lächelnd. „Ich auch! Ich möchte heute etwas früher Schluß machen, weil ich Griesbach von meiner Entscheidung in Kenntnis setzen will.“ „Er war schon wieder einmal hier,“ meint sie,„um die Verschmelzung unserer Werke vorzuschlagen.“ „Sie haben abgelehnt?“ „Natürlich! Oder meinen Sie, es war nicht recht von mir?“ fragte sie. „Doch. Die Konkurrenz schadet zwar sehr, aber wir werden uns durchkämpfen.“ „Wir werden uns durchkämpfen“, stimmte sie bei und betonte das„uns“ in besonderem Maße. Nachdem er gegangen war, arbeitete sie lächelnd weiter. Dieses Lächeln war das Lächeln des Triumphes. Mittags beim Essen berichtete sie Regine Holm über ihre Rücksprache mit Westernkirch „Das freut mich wirklich, daß er bleibt“, sagte Regina aus vollem Herzen. „Dir gefällt er gut?“ fragte Rosemarie. „Sehr gut. Wirklich einmal ein Mann! Und doch eine weiche Natur.“ „Eine weiche Natur?“ widerholte Rosemarie überrascht. „Ja. Beobachte ihn nur zusammen mit seiner Mutter. Auf jeden Fall“, fügte Regina Holm hinzu,„ist er ein guter Chefingenieur, sei froh, daß Du ihn hast.“ (Fortsetzung folgt.)