Die„Schwerter Leitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 Nr#(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. Ri 2.—(einschl. 28.2 9-# Zeitungsgebühr und 0.44#### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 AS Selchststel. Gr. Markstr. 4. Hermr. 8770— Lestschzeckz: Dormund 212 8 Hchwerter Teimalblatt*# Tageblaut für die Hindt Schwerte, die Amter Mesthosen? Ergste. Einzige in Schwerte Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 B### Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 Nre Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorherkeinerlei Gewähe, ser pänkl. Erscheinen der Felung kann auch kein erlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 174 Schwerte(Ruhr), Freitag, 28. Juli 1939 71. Jahrgang Goytesser... Nraec Jen Kündigung des amerikanisch=sapanischen Handelsvertrages- Japan soll den Chinafeldzug aufgeben Washington, 27. Juli. Außenminister Hull überreichte dem japanischen Botschafter Borinouchi eine Note, worin die Regierung der USA. den amerikanisch=japanischen Handelsvertrag von 1911 kündigt. Die Kündigung tritt nach sechs Monaten, also am 26. Januar 1940, in Kraft und öffnet den Weg für eine Waffenausfuhrsperre Japan gegenüber. Da der Kongreß im Januar tagt, kann die Entscheidung über diese Ausfuhrsperre, die vielleicht auch auf Rohstoffe ausgedehnt werden soll, sofort nach Wiederzusammentritt auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die Vertragskündigung kam völlig überraschend. Hull konferierte am Mittwochmorgen mit Roosevelt. Associated Preß zufolge ist es nicht unmöglich, daß dieser dabei die Kündigung des Vertrages selbst anordnete. Die Note an Japan enthält keinerlei Anspielungen auf die gegenwärtige Fernostlage. Es wird jedoch einleitend ausgeführt, daß die USA.=Regierung im letzten Jahr ihre Handelsverträge sorgfältig überprüft habe, wobei sie zu dem Entschluß gekommen sei, daß der amerikanisch=japanische Handelsvertrag Bestimmungen enthalte. die revisionsbedürftig seien. Die Kündigung erfolge, damit eine derartige Revision vorbereitet werden könne,„um die amerikanischen Interessen je nach den Erfordernissen einer neuen Entwicklung besser sicherzustellen und zu fördern". Intimes zur Kündigung Washington, 27. Juli. Wie von durchaus zuverlässiger Seite verlautet, war die Kündigung des japanisch=amerikanischen Handelsvertrages schon seit mehreren Tagen geplant, dem Außenamt aber lag sehr viel an einer einstimmigen Beschlußfassung im Außenpolitischen Ausschuß des Senats, um nämlich mit einer gemeinsamen Front von Bundesregierung und Kongreß den Japanern gegenübertreten zu können. Da ganz im Gegensatz zu der Spaltung innerhalb der beiden großen amerikanischen Parteien in der Neutralitätsfrage sich die überwältigende Mehrheit der Demokraten und Republikaner, der Isolationisten und der Interventionisten, über strikte Unnachgiebigkeit gegenüber Japan einig waren, schien die Annahme der Vandenberg=Resolution durchaus gesichert. Tatsächlich sollen in der Ausschußsitzung auch nur zwei Senatoren Einwände erhoben haben. Um diese beiden auch„in Reih und Glied" zu bringen, sollte die Abstimmung auf das kommende Wochenende verschoben werden. Als Präsident Roosevelt das aber hörte, habe er sich im Einvernehmen mit dem Außenminister Hull entschlossen, unverzüglich zu handeln, weil er nämlich überzeugt war, daß die Japaner eine weitere Verzögerung als Schwäche auslegen würden. Der Presse bereits bekannt Zu einem offensichtlich von höherer Stelle inspirierten Artikel, der in Newyork der Presse bereits zuging, bevor noch vom Staatsdepartement die Kündigung des amerikanisch=japanischen Handelsvertrages offiziell den Washingtoner Korrespondenten bekanntgegeben war, schreibt„New York Times“, die Kündigung sei eine ausgesprochen politische Maßnahme. Der politische Charakter werde besonders durch die Tatsache erhellt, daß die USA.=Regierung den ganzen Vertrag kündigte und nicht nur die Meistbegünstigungsklausel, was vollkommen genügt hätte, um den Weg für eine Ausfuhrsperre zu ebnen. Man müsse schon auf die Französische Revolution und auf französische Ueberfälle auf amerikanische Kauffahrteischiffe zurückgehen, so heißt es dann weiter, um eine Parallele zu einer derartigen Vergeltungsmaßnahme zu finden. Während England kürzlich bei den Tokioter Besprechungen Japan gegenüber zurückgewichen sei, bekundeten die Vereinigten Staaten mit der Kündigung des Vertrages, daß sie nicht gewillt seien, ebenfalls diesen Kurs einzuschlagen. Nach dem peinlichen Eindruck, den die Verhandlungen in Tokio für England hinterlassen hätten, müsse jetzt ein Gegengewicht gegen Japan geschaffen werden. Taifun“, die an dem Italien=Rundflug tei;: genommen und unter der Führung von Ti#l.Ing. Dietrich den Siegespreis des Wettbewerbes, die Coppa Mussolini, zum zweiten Mal für Deutschland erobert hatte. Felertage für die Wehrmauft Berlin, 27. Juli. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befohlen, daß aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Weltkriegsbeginnes und der Schlacht bei Tal.: nenberg der 2. August und 27. August 1939 bei der Wehrmacht als Feiertage gelten. Am 2. August 1939 werden bei sämtlichen Stäben und Truppenteilen Appelle abgehalten, bei denen der Bedeutung des Tages gedacht wird, an dem das deutsche Volk vor 25 Jahren den Verteidigungskampf um seinen Bestand gegen die feindliche Uebermacht aufnahm. Sämtliche Wehrmachtsgebäude legen für den 2. August Flaggenschmuck an. Am Abend findet in allen Wehrmachtsstandorten Zapfenstreich statt. Der 27. August, der Tag der Schlacht von Tannenberg, wird mit einem Staatsakt am Weltkriegsehrenmal begangen, der mit einer Ehrung verdienter Kriegsteilnehmer von 1914 bis 1918 verbunden wird. Dr. Goebbels eröffnet die 16. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin, 27. Juli. Die 16. Große Deutsche Rundfunk= und Fernsehrundfunkausstellung Berlin 1939 wird am Freitag, 28. Juli, vormittags 11 Uhr, durch den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels eröffnet werden. Die Rede von Reichsminister Dr. Goebbels wird über alledeutschen Sender übertragen werden. Steitunr=Hars fachl Anlenater Vondon, 28. Juli. Ein neuer Bom: benauschlag wurde Mittwochabend in dem Gepäckraum eines der größten Londoner Bahnböse, dem Viktoria=Bahnhof, verübt. Die Bombe. ein Sprengkörper, wie er von den irischen Nationalisten gewöhnlich verwendet wird, war in einem kleinen Koffer verpackt. Bei der Explosion wurden in dem Gepäckraum sehr erhebliche Beschädigungen angerichtet. Drei Schalterbeamte und mehrere Reisende, die sich in der Nähe des glückdortes befanden, wurden zu Boden gewor. en, kamen aber mit einem Schock davon. Im Zusammenhang mit den schweren Bombenauschlägen auf dem Bahnhof Kingscroß wurden sämtliche Gepäckräume auf den Londoner Bahnhöfen am Mittwoch von Scotland Yard aus systematisch durchsucht. Die Polizei ist der Ansicht, daß die Attentäter von Kingscroß die Absicht hatten, die Bombe in den krühen Morgenstunden explodieren zu lassen, jedoch bei der Einstellung des Zeitzünders einen Fehler begingen. Der Koffer, in dem sich die Bombe besand, wurde nur zehn Minusten vor der Explosion aufgeliefert. Ein verletzter Schalterbeamter war in der Lage, der Polizei eine genaue Beschreibung des auflieferers zu geben. Wie später bekannt wurde, sind fünf Personen verletzt worden. Sie mußten alle in ein Krankenhaus gebracht plosionen in Liverpool De Balova bistanziert sich Londen, 2. Juli. In der Nacht zum Donwerstog wuoden von den SR#A=Müanern in [Liverpool wiederum drei Attentate verübt. Eine Drehbrücke über den Kanal eines Vorortes von Liverpool wurde von einer Bombe gesprengt. Die Trümmer der Brücke fielen in den Kanal, so daß der gesamte Schleppkahnverkehr unterbrochen werden mußte. Durch eine andere Bombe wurden kurz darauf die Vorderfront und große Teile der Inneneinrichtung eines Postamtes im Zentrum völlig zerstört. Schließlich explodierte eine dritte Bombe in einem Park. Personen wurden durch diese drei Explosionen nicht verletzt. Als die Attentate in den Londoner Bahnhöfen gestern abend im Unterhaus bekannt wurden, verlangten die Abgeordneten, daß die Beratungen über das sogen. IRA=Terrorgesetz beschleunigt werden sollten. Tatsächlich wurde die Vorlage auch in der Rekordzeit von fünf Minuten verabschiedet und auf eine zusätzliche Lesung verzichtet. Das Gesetz wird also am Freitag zum Oberhaus gehen und dann vom König unterzeichnet werden. Auch in der gesamten Londoner Morgenpresse werdie die Attentate mit der größten Empörung verzeichnet. Der irische Ministerpräsident De Valera verurteilte im Dubliner Senat die Terrorakte. Er wies dabei aber auch auf die Gründe zu diesen Verzweiflungstaten hin und erklärte: „Wir Iren sehen beide Seiten. Wir wissen, welches Unrecht uns durch die Teilung Irlands angetan worden ist. Leider ist die irische Regierung nicht in der Lage, die Ursachen zu beseitigen, die zu den bedauerlichen Attentaten in London geführt haben.“ Senatoren sagen bigung des amerikanschsabanischen Handelsvertrages geben sich einige der Befürworter der Waffenausfuhrsperre sogar der Hoffnung hin, diese Sperre werde auf die Japaner einen derartigen Eindruck machen, und die japanische Wirtschaft derart in Verlegenheit bringen, daß Tokio womöglich seinen ChinaFeldzug ganz aufgeben werde. Demgegenüber machen die Gegner der Ausfuhrsperre geltend, daß diese wie auch andere wirtschaftliche Sanktionen eine feindliche Handlung darstellen, die ganz bestimmt zu Gegenmaßnahmen, vielleicht sogar zu einem Kriege führen werde. Das amerikanische Außenamt vermeint nun seinerseits einen wirksamen Druckhebel in der Hand zu haben, weil die Vereinigten Staaden Japans größter Lieferant an kriegswichtigen Rohstoffen sind. Als solche kommen vor allem Baumwolle, Eisen, Stahl und Petroleum in Betracht. Die sogenannte Pittman=Resolution, die seinerzeit auf Anraten des Washingtoner Außenamtes vom Senat fallengelassen wurde, forderte zwar eine Ausfuhrsperre auf Waffen und Munition, wollte sie aber nicht auf landwirtschaftliche Produkte erstreckt haben, und zwar in der vollen Erkenntnis, daß Japan wiederum der beste Baumwollkunde der Vereinigten Staaten ist und eine Ausfuhrsperre auf BaumLasen die deuten Freiwilliger Ernteeinsatz der Partei Aspelsosicht für den Zigarentenchunter Seite 3 Langes Unschuld erwiesen Französischer Dichter erlebt das neue Deulschlans Unser Salsachenbericht aus Japan Seite 7 London, 27. Juli. Die englische Polizei stellt im ganzen Lande fieberhafte Nachforschungen an, um die Attentäter der letzten 24 Stunden dingfest zu machon. In allen Teilen Londons sind soit den spühen stunden Hunderte von Conderbeamten der Polizei und auch Polizeireserven tätig. Dutzende von Häusern sind durchsucht und eine Anzahl von Iren zwangsgestellt worden. i2 Männer wurden auf verschiedenen Londoner Polizeistationen ins Kreuzverhör genommen; sie wurden allerdings alle wieder freigelassen. Auf den Londoner Bahnhöfen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Sämtliches Gepäck der Reisenden, das zur Aufbewahrung abgegeben wurde, ist genauestens durchsucht worden. 445675 An der Rednerecke des Hydeparks kam es Donnerstagfrüh zu lebhaften Demonstrationen gegen einen irischen Redner. Als dieser an seinem Rednerpult eine irische Flagge aufstellte und dazu erklärte, diese Flagge sei das Symvol der Freiheit, während der Union Jack, die britische Flagge, das Symbol für bluligen Mord, Hungersnot und Gewakttaten sei, nahmen die Zuhörer unter Rufen wie„Mörder“ und„Bombenattentäter“ eine feindliche Haltung gegen ihn ein. Die Polizei verhaftete den Mann schließlich. Er wurde später wegen beleidigender Aeußerungen vom Schnellgericht verurteilt. Paris, 27. Juli. Generalissimus Gamelin befindet sich zurzeit auf einer Inspektionsreise im Elsaßz, wolle in den dann im Ueberschuß erstickenden Südstaaten eine maßlose Empörung ausgelöst haben würde. 1.0 Soweit sich Kongreßmitglieder über die Kündigung des amerikanisch=japanischen Handelsvertrages bisher ausgesprochen haben, geschah dies durchweg zustimmend. Der führende Mann der Isolationisten und erklärte Gegner der Rooseveltschen Außenpolitik, Senator Lafollette, erklärte u. a., angesichts der kürzlichen Anpassung oder Neuorientierung der britischen und französischen Ostasienpolitik muß Amerika zwangsläufig eine unabhängige Fernost=Politik verfolgen. Senator Pittman erklärte deutlich, Japan könne von Amerika nicht verlangen, daß es den Handelsvertrag aufrechterhält, wenn Japan selber sich nicht zu einer Beachtung der Bestimmungen eines anderen Vertrages, nämlich des Neun=Mächte=Abkommens verstehe. Senator Bandenberg, der eigentliche Vater des Gedankens der Vertragskündigung, bemerkte, die heutigen Verhältnisse im Fernen Osten sind von denen im Jahre 1911(als der Handelsvertrag abgeschlossen wurde) so offensichtlich verschieden, besonders was den Schutz amerikanischer Rechte anbetrifft, daß über die Notwendigkeit eines neuen Vertrages, der die heutigen Gegebenheiten berücksichtigt, gar kein Zweifel bestehen kann. 1 Angesichts der Haltung, die die Vereinigten Staaten von Nordamerika gegenüber Japan in den letzten Jahren mehrfach deutlich zutage treten ließen, kommt die Kündigung des amerikanisch=japanischen Handelsvertrages keineswegs überraschend. Noch am Dienstag dieder Woche hielt der Außenminister Hull eine F Brandrede gegen die Politik Toklos und betonte, daß die Washingtoner Regierung keine Sonderrechte Japans in China anerkennen werde. Zur gleichen Zeit kündigte die„New York Times“ an, daß Japan klargemacht werden müsse, wie wenig Amerika daran denke, seine Ostasienpolitik zu ändern, und daß die Kündigung des Handelsvertrages von 1911 nur noch eine Frage von Tagen sei. Die Note, die der Außenminister Hull nunmehr dem japanischen Botschafter in Washington überreichte, tst das Schlußglied in einer langen Kette japanfeindlicher Aeußerungen der Politik der Vereinigten Staaten. Veranlassung gibt offenbar die Ueberlegung, daß bisher die UISA. der größte Kriegslieferant Japans sind und daß Japan noch zu einem großen Teil darauf angewiesen ist, Halbfertigwaren und Rohstoffe einzuführen. Noch vor Jahren war diese Tatsache überhaupt das bestimmende Element der japanischen Handelspolitik. Durch die wirtschaftliche Angliederung Mandschukuos und durch die Besetzung weiter Teile Chinas trat in dieser Hinsicht eine gewisse Milderung ein, die sich nicht zuletzt auch auf die Einfuhr von Baumwolle auswirkte. Sie ging im Jahre 1938 gegenüber 1937 um mehr als ein Viertel zurück. Besonders rückläufig war die Entwicklung bei der Einfuhr der Vereinigten Staaten nach Japan. 1936 betrug sie für Baumwolle 372 Millionen Yen, 1937 waren es 306 und 1938 nur noch 166 Millionen Yen. Eisen, Stahl und Petroleum sind die weiteren Ausfuhrartikel der USA. nach Japan. Kein Geis fül Ullerepenstenen 691 Flugzeuge abgeschossen Sowjetrussisch=mongolische Luftstreitkräfte lahmgeschlagen Hsinking, 27. Juli. Einer Pressemeldung von der Grenze zufolge haben die japanischen Militärflieger in der Zeit vom 20. Mai, als die Feindseligkeiten an der Grenze zwischen Mandschukuo und der Außenmongolei begannen, bis Dienstag, 24. Juli, im ganzen 691 Sowjetflugzeuge abgeschossen oder sonst zerstört. Am Mittwoch kam es zweimal zu Luftkämpfen bei Homonhan gegen 30 bezw. 40 Sowjetflugzeuge, von denen 17 Maschinen vom Typ I 16 von den Japanern abgeschossen wurden. Trotz der verzweifelten Anstrengungen von sowjetrussischer Seite ist dies ein Beweis, daß die außenmongolischen Luftstreitkräfte keine ebenbürtigen Gegner für die Japaner sind und daß sie infolge der von den japanischen Fliegern zugefügten schweren Verluste vollständig lahmgeschlagen wurden. Besprechung bei Molotow Moskau, 27. Juli. Die englischen und französischen Unterhändler hatten sich erneut um eine Unterredung mit Molotow bemüht, die ihnen für Donnerstagnachmittag gewährt wurde. Der englische und der französische Botschafter begaben sich daraufhin gemeinsam mit dem Sonderbeauftragten Strang in den Kreml. Angesichts der letzten, allem Anscheine nach in hiesigen zuständigen Kreisen verabredeten Haltung, über die voraussichtliche Entwicklung der Moskauer Verhandlungen möglichst wenig zu sagen, äußert sich die der Regierung nahestehende Presse jetzt dem Inhalte wie dem Umfange nach auch nur spärlich zu diesem Thema. Vielleicht hat das seinen Grund, nachdem bekannt wurde, daß Anfang der nächsten Woche eine große außenpolitische Debatte im Unterhaus angesetzt ist, die natürlich allen außenpolitischen Fragen von Rang gilt und in deren Verlauf sowieso eine umfassende Erklärung vom Ministerpräsidenten erwartet wird. Während also die Regierungspresse sich über den Stand und die zu erwartende Entwicklung der Dreierpaktverhandlungen ziemlich ausschweigt, ergeht sich die Oppositionspresse, natürlich auch der„Daily Telegraph“, reichlich optimistisch in der Erwartung eines baldigen Abschlusses des schon so lange herbeigesehnten Paktes. Vernichtungswut des Polentums Planmäßiger Terror gegen Deutsche im Korridorgebiet Graudenz, 27. Juli. Bei der Vernichtungsaktion des Polentums gegen die Deutschen im Korridorgebiet müssen die Boykottmaßnahmen mit an erster Stelle genannt werden. In Culm und Schwetz werden in letzter Zeit Boykottlisten verbreitet, auf denen die deutschen Geschäfte in diesen beiden Städten vermerkt sind. Unter den angeführten Namen steht die Aufforderung:„Kaufe nichts bei den Fremden! Kaufe nichts bei den Feinden!" Mitte Juli traten die Arbeiter der Bacon=Fabrik in Strasburg in einen Streik, um die Entlassung der volksdeutschen Arbeiter zu erzwingen. Als die Leitung dieser Fabrik, die sich in deutschen Händen befindet, sich weigerte, dieser Forderung nachzukommen, wurde die geforderte Entlassung von acht volksdeutschen Arbeitern durch den Arbeitsinspektor der Woiwodschaft in Thorn durchgesetzt. Unter den wenigen volksdeutschen Gastwirten, die bisher noch in der Lage waren, ihren Betrieb weiter zu führen, ist nun auch der Gastwirt Erich Oehle in Weißenhöhe, Kreis Wirsitz, dem ohne plausiblen Grund die Schankkonzession entzogen wurde. Entlassen... entlassen... Posen, 27. Juli. Nachdem das Lodzer Elektrizitätswerk im Laufe der letzten Monate zweimal Gruppen deutschstämmiger Angestellter entlassen hatte, wurde in diesen Tagen den letzten acht deutschstämmigen Beamten und Angestellten der Lodzer Elektrizitäts=Gesellschaft zum 31. Juli gekündigt. Viele der in den drei Etappen entlassenen Angestellten hatten in über 25jährigem Treuedienst das Werk mit auf= und ausbauen helfen. London, 27. Juli. Das Unterhaus beschäftigte sich am Donnerstag mit der für die Regierung sehr peinlichen Frage der Alterspensionen, die, wie auch von Regierungsanhängern kaum bestritten wird, völlig unzureichend sind und infolgedessen einen sehr wunden Punkt für die Regierung darstellen. Der Labour=Abgeordnete Greenwood brachte einen Antrag des Inhalts ein, daß das Haus bedauere, daß die Regierung sich weigere, Mittel und Wege für eine bessere Zuteilung und Erhöhung der Alterspensionen zu suchen. Ministerpräsident Chamberlain spielte gegenüber diesem Antrag den stärksten Trumpf aus, den die Regierung in der Hand hat. Seine Antwort warf aber gleichzeitig ein grelles Schlaglicht auf die durch die Aufrüstung bedingten Finanzsorgen der Regierung. Chamberlain teilte nämlich mit, daß von den rund 750 Millionen Pfund Sterling, die in diesem Jahre für Rüstungszwecke ausgegeben wurden, nur 250 Mill. Pfund durch laufenden Einnahmen gedeckt würden. Gleichzeitig erinnerte Chamberlain daran, daß die Unterhaltungskosten für die Wehrmacht in den kommenden Jahren sich auf die Haushaltsvoranschläge merklich auswirken würden. „Ich habe das Gefühl“, so sagte Chamber= lain,„daß das Haus sich noch nicht völlig darüber klar ist, was uns bevorsteht. Ich will mich nicht in Prophezeiungen über die endgültigen Unterhaltungskosten ergehen. da wir uns noch mitten im Aufbau des Programms befinden, dessen Ende niemand absehen kann.“ Er müsse das Haus allen Ernstes bitten, sich die Frage vorzulegen— wo man trotz der hohen Steuern in diesem Jahre nur 250 Millionen Pfund Rüstungsausgaben aus Steuern habe decken können, wie man in Zukunft zur Finanzierung eines Betrages, der vielleicht zwischen 100 und 200 Millionen liege, zusätzliche Summen auftreiben wolle. Aus diesen Erwägungen komme er zu dem Schluß, daß das Land sich im Augenblick einen Pensionsplan, wie die Labour=Party ihn vor habe, nicht leisten könne. Chamberlain will durchgreifen London, 27. Juli. Im Unterhaus erklärte am Donnerstag Ministerpräsident Chamberlain zu den letzten Bombenattentaten, daß man nichts unterlassen werde, um die Schuldigen dem Richter zuzuführen. Gleichzeitig gab er bekannt, daß das sogenannte Anti=Irengesetz am Freitag zur Unterzeichnung durch den König fertiggestellt sein solle Unterhaus=Debatte am Montag London, 27. Juli. Im Unterhaus wird am Montag auf Antrag der Liberalen eine außenpolitische Aussprache stattfinden, bei der die Moskauer Verhandlungen und die britische Ostasienpolitik im Lichte des Tokioter Abkommens zur Debatte stehen. Man rechnet damit, daß Ministerpräsident Chamberlain Erklärungen über diese beiden heikelsten Fragen der britischen Außenpolitik abgeben wird. ein Elendsquartier London, 27. Juli. Zu dem soeben veröffentlichten Bericht des Ausschusses der britischen Regierung zur Prüfung der Ernährungslage im britischen Kolonialreich nimmt auch der Evening Standard in einem Leitartikel Stellung. Er nennt darin die Geschichte der britischen Kolonialverwaltung eine solche der Verschwendung, Nachlässigkeit, Kurzsichtigkeit und Pflichtvergessenheit, die in modernen Zeiten beispiellos dastehe. Zwei Millionen Quadratmeilen Land habe man der Verwüstung anheimfallen lassen. Hinter der amtlichen Feststellung, daß in allen Teilen des Kolonialreiches das gesamte Einkommen eines großen Teiles der Bevölkerung bedeutend unter einem zufriedenstellenden Lebensminimum liegt, verberge sich das Drama von Millionen Mitbürgern des Empire, die vergeblich gegen Hunger und Seuchen Krieg führten. Wir haben aus unserem Empire ein Elendsquartier gemacht. Wenn nicht in letzter Stunde etwas geschieht, um die Verbrechen der Vergangenheit wieder gutzumachen, so werden die Mitglieder unserer Regierungen— Konservative wie Sozialisten— von dem unbestechlichen Urteil der Geschichte der kommenden Jahrhunderte verdammt werden. Der„wirksamste Verbündete“. London, 27. Juli. Nachdem Oberst Kor London verlassen hat, bestehen wohl kaum noch Aussichten, daß die polnischen Finanzverhandlungen über die Auszahlung der Fünf=Millionen=Baranleihe irgendwie wieder flottgemacht werden können. In der Presse hat eine Fehde zwischen Links und Rechts eingesetzt. Das Labourblatt Daily Herald ist empört und schreibt, England habe 550 Millionen Pfund Gold(?). Trotzdem aber weigere es sich, Polen fünf Millionen Pfund in Gold zu geben, damit das Land ein„wirksamer Verbündeter“ werde. Eine derartige Haltung der britischen Regierung habe Enttäuschungen in Polen hervorgerufen. Auf solche Weise könne man nicht die„Friedensfront" zusammenschweißen. Hulder fahrt nach Giutien Berlin, 27. Juli. Auf Einladung des Oberbefehlshabers und Generalstabschefs des italienischen Heeres, General Pariani, wird sich der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Halder, mit Begleitung nach Italien begeben, um in der Zeit vom 1. bis 9. August an den großen italienischen Manövern in der Po=Ebene teilzunehmen. Verbot der Bündischen Jugend Berlin, 27. Juli. Der Reichsführer; und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat durch eine im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger vom 20. Juli 1939 veröffentlichte Verordnung das Verbot der Bündischen Jugend neu gefaßt. Hiernach ist die Fortführung der Bündischen Jugend(Deutsche Freischar, Freischar Junger Nation, Großdeutscher Bund, Deutsche Jungenschaft vom 1. November(d. j. 1. 11.), Deutsche Jungentrucht, Oesterreichisches Jungenkorps, Graues Korps, Nerother Bund, Bund zur Errichtung der Rheinischen Jugendburg, Reichsschaft Deutscher Pfadfinder, Deutscher Pfadfinderbund, Oesterreichischer Pfadfinderbund, Christliche Pfadfinderschaft, Deutsche Pfadfinderschaft, St.=Georg=Pfadfinderkorps, Quickborn=Jungenschaft, Deutschmeister=Jungenschaft, Stromkreis, Grauer Orden, Freischar Schill und Eidgenossen, Bündischer Selbstschutz Navajo usw.) untersagt. Wer es unternimmt, den organisatorischen Zusammenhalt einer früheren bündischen Vereinigung aufrechtzuerhalten oder eine neue bündische Vereinigung zu bilden, insbesondere wer auf andere Personen durch Weitergeben von bündischem Schrifttum, Liederbüchern u. dgl. in diesem Sinne einwirkt, oder wer bündische Bestrebungen in anderer Weise unterstützt, wird gemäß§ 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933(RGBl. 1 S. 83) bestraft. Landesverräter hingerichtet Berlin, 27. Juli. Amtlich wird mitgeteilt: Der vom Reichskriegsgericht wegen Landesverrats zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilte Friedrich Lopata, geboren am 12. April 1918 in Nürnberg, ist heute hingerichtet worden. Der Verurteilte ist mit dem Nachrichtendienst eines Nachbarstaates in Verbindung getreten. Er hat aus Gewinnsucht militärisch geheime Angelegenheiten verraten und eine Anzahl Spahauftrage ausgeführt. Berlin, 27. Juli. Einem vorbildlichen Willen zur Gemeinschaftsarbeit verdankt das neueste Wunderwerk der deutschen Technit, der Einheitsfernsehempfänger, seine Entstehung. Nach einer zehnjährigen mühevollen Entwicklungsarbeit, nach mancherlei Rückschlägen und Irrwegen kann auf der diesjährigen großen deutschen Rundfunkausstellung zum ersten Mal ein Fernsehgerat vorgeführt werden, das nicht für einen kleinen Kreis von Technikern, sondern für eine verhältnismäßig breite Käuferschicht bestimmt ist. In vielfacher Hinsicht stellt der deutsche Fernseh=Einheitsempfänger ein technisches Wunderwerk dar. Erstaunlich ist zunächst einmal sein Preis. Während Fernsehempfänger bisher 2000—3000 J# kosteten und somit für den Privatmann einen unerfüllbaren Wunschtraum darstellten, wird der Einheitsfernsehempfänger etwa 650 R.u kosten, also schon für einen größeren Interessentenkreis zuganglich sein. Ein Vertreter des DNB hatte Gelegenheit, bei der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost den neuen Empfanger in Betrieb zu sehen und von Postrat Dr.=Ing. Georg Weiß einige technische Einzelheiten zu erfahren. Es handelt sich, wie Dr. Weiß betonte, um eine Gemeinschaftsarbeit aller maßgebenden deutschen Fernsebfirmen. Die technische Arbeitsgemeinschaft, die unter Führung der deutschen Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost den Empfänger konstruiert hatte, stand vor der Aufgabe, ein Gerät zu schaffen, dessen Herstellung zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Fernsehens in einer Großserienfabrikation möglich war; soll doch die erste Auflage schon rund 10000 Stück umfassen. Ferner mußte die Bedienung so einfach gestaltet werden, daß jeder Laie das Gerät handhaben kann. Der deutsche Fernseh=Einheitsempfänger ist tatsächlich nicht großer als ein normaler SpitzenSuper. Eine weitere Ueberraschung ist der ebene Bildschirm, der an die Stelle der bislang gewölbten und daher für seitlich sitzende Zuschauer ungünstigen Bildfläche tritt. Das rund 20 mal 23 cm große Bild ist bis in die Ecken hinein völlig klar und scharf. Und die Bedienung? Die Außenwand des Empfängers zeigt nur vier Bedienungsknöpfe, von denen der erste die Lautstärke des Tones regelt. Der zweite Bedienungsgriff, der die Schärfe des Bildes bestimmt, bleibt— einmal eingestellt— unverändert. Für das Bild bleiben mithin nur zwei Bedienungsknöpfe. Sie regeln die Helligkeit und den gewünschten Bildkontrast. Aus der Verbreitungsart der Ultrakurzwellen ergibt sich eine Beschränkung des Empfangsgebietes auf die„optische Sicht“. Vorläufig wird also ein Fernsehempfang nur in den Gebieten um die Sender Berlin, Brocken und Feldberg möglich sein, die aber immerhin eine Einwohnerzahl von 11 Millionen Menschen versorgen können.„ Uebrigens ist als Gemeinschaftsleistung samtlicher Fernsehfirmen außerdem eine besondere Fernsehantenne konstruiert worden, die sich nicht teurer stellt als eine Rundfunkantenne und auch als solche benutzt werden kann. Eine Spezialfernsehantenne ist deshalb vorzuziehen, weil ein Frequenzband ausgenommen werden muß, das 500mal so breit ist, wie das des Rundsunkempfangs. Gevurtouhttt Wenn man die Pariser Blätter aufschlägt, so meint man auf den ersten Blick, daß der Moskauer Dreierpakt bereits schon unterschrieben und versiegelt werden würde. Die Presse macht einen derartigen Lärm und gackert, als sei das Sowjet=Ei bereits gelegt. Voran der Außenpolitiker des offiziösen„Petit Parisien", dessen Artikel schon wie eine Geburtsanzeige aufgemacht ist und der durch ein Photo Molotows in dieser Richtung noch vervollständigt wird. Das Blatt verkündet, daß neue Anweisungen an die britischen und französischen Unterhändler für die Zusammenkunft im Kreml abgesandt worden seien und daß auf Grund dieser Anweisungen ein„sofortiger" Abschluß der politischen Besprechungen getätigt werden würde. Man brauche dann nur noch die Generalstabsbesprechungen durcheuführen, und die Allianz sei perfekt So vorschnell allerdings sind die übrigen. Blätter nicht alle, und es gibt genug Stimmen, die vor diesem offiziösen Superoptimismus warnen und erklären, man müsse doch bei allem dessen eingedenk bleiben, daß Stalin nicht das erste Mal im„letzten Moment“ England und Frankreich Knüppel zwischen die Beine geworfen habe. Die vorsichtigern Leute lassen sich daher noch ein Hinterturchen offen und erklären etwa: Es sei schwer, anzunehmen, daß ein politischer Akkord„fast" abgeschlossen sei und daß die kommenden Diskussionen sich nur auf die Redaktion einer einzigen Klausel begen, namlich der, in der der Begriff eines ndirekten Angriffes definiert werden soll. Man gibt in diesen Kreisen zu, daß es mögich sei, die Sowjets würden in dieser Frage ino Lord und Lady Kimsley befinden sich zurzeit auf Einladung von Reichspressechef Dr. Dietrich auf einer Reise in Deutschland.— Bei dieser Gelegenheit besuchten sie auch die Festspiele in Bayreuth. Lord Kimsley wurde am Donnerstag im Haus Wahnfried in Anwesenheit von Reichspressechef Dr. Dietrich vom „uhrer empfangen. lich sei, die Sow.. S noch einige Schwierigleiten machen, aver man läßt dann doch durchblicken, daß vielleicht schon Ende der nächsten Woche das politische Abkommen unter Dach und Fach gebracht werden könne. Das„Oeuvre“ allerdings spricht erst von der zweiten Augustwoche als dem mutmaßlichen Abschlußtermin. Die Generalstabsvesprechungen werden indessen tatsächlich vorbereitet.— Mittwoch abend verlautete, daß die französische Militärmission für Moskau nicht, wie bisher angenommen, von General Doumenc geleite' werden würde, sondern von General Huntzin ger der sich gegenwärtig an der Spitze einer französischen Militärmission in der Türkei befindet und dort ebenfalls militärische Besprechungen abhält. Diese militärischen Besprechungen sollen angeblich bereits nächste Woche beginnen. Aber selbst die größten Wahrsagekünstler an der Seine vermogen doch beim besten Willen nicht anzugeben, wann sie abgeschlossen werden könnten. Insgesamt ist zu dieser Stimmungsmache der Pariser Presse zu sagen, daß man ihr mit der gebührenden Reserve gegenüberstehen muß. Es riecht alles zu sehr nach Mache und Sugaeriernnasversnchen an die Moskauer 50 neue Rotveroronungen Daladier will alle Wahlen aussetzen Paris, 27. Juli. Finanzminister Paul Reynaud wird am Freitagabend zu den von der Regierung bis dahin verabschiedeten neuen Notverordnungen eine Rundfunkansprachhalten. Im Zusammenhang mit dem Kabinettsra und dem Ministerrat am Freitag schreibt der „Paris Soir“, daß etwa 50 neue Notverordnungen von der Regierung beschlossen werden würden, und zwar sei bereits für die wesentlichsten Verordnungen über das Familienschutzgesetz und die Neuorganisierung des Getreideamtes eine Einigung erzielt. Ministerpräsident Daladier sei sich hingegen über die Frage einer möglichen Verlängerung der Abgeordnetenmandate noch nicht ganz schlüssig. Zwei Formeln stünden noch offen. erstens die Verlängerung um ein Jahr im Zusammenhang mit einer einfachen Aussetzung aller Wahlen und zweitens die Verlängerung der Mandate um zwei Jahre und die Einführung der sechsjährigen Mandatslaufzeit, die zum erstenmal bei der augenblicklichen Legislaturperiode in Kraft treten würde. Der Mörder Grünspan Die Voruntersuchung abgeschlossen Paris, 27. Juli. Der mit der Untersuchung des Mordes an dem Gesandtschaftsrat von Rath beauftragte Pariser Untersuchungsrich= ter hat am Mittwoch seine Untersuchungen abgeschlossen und den jüdischen Meuchelmörder Herschel Grünspan ein letztes Mal in Anwesenheit seiner Verteidiger vernommen. Der Untersuchungsrichter nahm eine Gegenüberstellung zwischen dem jüdischen Mörder und dem Waffenhändler vor, der Grünspan den Revolver verkauft hatte. Grünspan hatte im Laufe der Voruntersuchung behauptet, daß der Waffenhändler ihm die Waffe geladen übergeben habe, während der Waffenhandler behauptet, den Revolver und die Patronen getrennt eingepackt zu haben. Im Verlaufe der Gegenüberstellung meinte der Waffenhändler, daß er sich vielleicht getäuscht und den Revolver doch geladen übergeben habe. Die Voruntersuchung ist nunmehr abgeschlossen und es ist zu erwarten, daß der Untersuchungsrichter die Akten dem Anklagehof zeleitet, der den endgültigen Termin für den Schwurgerichtsprozeß festzulegen hat. Spanien bekommt sein Paris, 27. Juli. Das Pariser Zivilgericht hat in der Angelegenheit des spanischen Goldes in der Bank von Frankreich beschlossen, daß zwischen der Bank von Spanien in Burgos und derjenigen von Valencia kein Prozeß mehr bestehen könne, da General Franco inzwischen als Sieger aus dem spanischen Bürgerkrieg hervorgegangen sei, und es demnach nur noch eine einzige Bank von Spanien geben könne. Es handelt sich bei diesem Prozeß um das von den Valencia=Bolschewisten bei der Bank von Frankreich deponierte Gold im Werte von 1½ Milliarden Franken. Die Rückzahlung dieses Goldes ist bereits im Berard=Jordana=Abkommen vorgesehen. Die jetzige Gerichtsverhandlung sollte lediglich die„juristische Regelung" dieser Angelegenheit treffen. Die Vereinigung der französischen Inhaber spanischer Banknoten beabsichtigt, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen, da diese Banknoten, die aus der Zeit des republikanischen Spanien stammen, inzwischen für ungültig erklärt worden sind. Freitag, den 28. Juli 1939 Zeitung“ Nr. 174(Zweites Blatt) Zum Geleit: Man sollte gar nicht mehr davon reden müssen, daß es so etwas wie eine Gleichheit der Menschen nicht gibt und nicht geben kann. Haus F. K. Günther. „Wetter: Vom Azorenhoch hat sich ein Teilhoch abgespalten, das langsam nach NO. wandert. Dieses überquert auch Westdeutschland und verursacht dabei Auflösung der Bewölkung und ansteigende Temperaturen. Später wird sich wieder stärkere Bewölkung einstellen, ausgedehnte Niederschläge sind jedoch nicht zu erwarten. Vorhersage für Freitag: Bei schwachen südwestlichen Winden wolkig bis heiter, fast trocken und Aussichten für Sonnabend: Auffrischende südwestliche Winde, stark bewölkt und warm. Gewittrige Niederschläge nicht ausgeschlossen. Eine Dresche für den Trutsusen=Schießsper. Tageschronik Fahrerflucht. Am 27. Juli 1939, gegen 23.30 Uhr, wurden in der Hörder Straße, Nähe des Kilometersteins 5,1, zwei Fußgänger von einem Personenkraftwagen aus Dortmund, dessen Fahrer betrunken war, angefahren und verletzt. Der Fahrer fuhr, ohne sich um die Verletzten zu bemühen, weiter. Der Täter wurde in Dortmund festgenommen und wird dem Richter vorgeführt. Einer der Verletzten mußte in das evgl. Krankenhaus untergebracht werden. . Sie hängen im Kasten. Das Aufgebot bestellten: Bandroller Heinrich Friedrich Louis Wilke, Schwerte, und Friederike Auguste Schwenker, geb. Trappe, Schwerte.— Studienreferendar Friedrich Karl Ernst Förster, Villach, und Eva Schluck, Schwerte.— Maschinensteller Friedrich Train, Schwerte, und Hildegard Luise Anna Gurik, Holzen.— Hilfsarbeiter Karl Ludwig Stender, Schwerte, und Maria Theresia Steffens, Mastershausen.— Landschaftsamtmann Otto Johannes Edmund Landmann, Halle an der Saale, vordem Schwerte, und Elfriede Dorothea Katharina Thielecke, Halle an der Saale.— Glüher Heinrich Emil Roggenbach, Schwerte, und Maria Thater, Schwerte.— Reichsbahngehilfe Heinr. Karl Müller, Schwerte und Elfriede August Charlotte Krämer, Schwerte. Schwerter Zeitung nun auch im Bahnhof. Von jetzt ab ist die Schwerter Zeitung auch im Bahnhof an der Zeitungsverkaufsstelle zu haben. * Unsere morgige Sonnabendausgabe wird 16 Seiten umfassen. Wir bringen die Bilderseite der Woche, die Heimatbeilage, etwas für die Frau, die soziale und die Seite über die Formationen, die Schwerte Mecker=Ecke, unseren Tatsachenbericht aus Japan, die Reportage aus dem studentischen Erntedienst und die Schilderung eines französischen Dichters über das neue Deutschland. Unser Bilderdienst zeigt folgende neue Aufnahmen: Gebirgsjäger üben...: Faschistenführer marschieren: Der Führer besichtigt die Vorbereitungsarbeiten für den kommenden Parteitag; Angriffsübung unserer U=Boote. “ Kartoffelkäfersuchtag der Rutzungsberechtigten von Grundstücken. Die Nutzungsberechtigten von Grundstücken sind verpflichtet, ihre mit Kartoffeln oder Tomaten bepflanzten Grundstücke an den festgesetzten Suchtagen auf den Befall mit Kartoffelkäfern sorgfältig abzusuchen. In Schwerte ist als Suchtag der Dienstag von 10—17 Uhr bestimmt worden. In den Ferien können die Schulkinder nicht zur Suchaktion herangezogen werden. Die Rutzungsberechtigten werden deshalb hierdurch aufgefordert, ihre Grundstücke Dienstag, den 1. August 1939, besonders sorgfältig abzusuchen. Vom 6. August bis zur Beendigung der Schulferien wird die Suchaktion jeden Sonntag von 10 Uhr an von den Politischen Leitern, der SA., SS. und RSKK. durchgeführt. *- Räumbootsflotille der Kriegsmarine im Dortmunder Hafen. Tausende von Volksgenossen hatten sich am Mittwoch im Dortmunder Hafen eingefunden, um die blauen Jungen und ihre Schiffe zu begrüßen. Die Räumboote, die zu sehen waren, sind nur klein, sie gaben aber trotzdem einen Begriff von der Schlagfertigkeit unserer Kriegsmarine und von der Hingabe, mit der die Besatzung der kleinsten Einheit ihren Dienst versieht. Herzlich war der Empfang durch die Seeoffiziere der Wehrinspektion Dortmund, die Partei und ihre Gliederungen sowie die Stadtverwaltung. Auszahlung der Preußischen Einbehaltungsbeträge. Das Gaupresseamt gibt folgende Mitteilung bekannt: Auf Anregung der Der Deutsche Schützenverband im RSRL. ist fest entschlossen, dem Schießsport in Deutschland eine breitere Basis zu verschaffen. Die bisher geleis#ete Arbeit „in der Stille" hat ihre Früchte getragen. So konnten die deutschen Vertreter bei den Weltmeisterschaften in Luzern von 17 Weltmeisterschaften fünf erringen. Gestützt auf diesen bisher größten sportlichen Erfolg des deutschen Schießsports und durchdrungen von den sportlichen wie wehrsportlichen Werten des Schießsportes will der Deutsche Schützenverband im neue Freunde, neue Anhänger und neue aktive Mitkämpfer gewinnen. Wie SA-Brigadeführer Schmierer, der stellvertretende Verbandsführer, bei einem Presseempfang betonte, ist die Zahl der aktiven Schützen in Deutschland, gemessen an den Zahlen der Schützen in vielen kleineren Ländern, im Verhältnis zur Bevölkerungszahl noch klein. Wenn die Schweiz zum Beispiel zu ihrem nationalen Schützenfest 1 Prozent der gesamten Einwohnerschaft auf die Beine bringt, so würde das für Deutschland bedeuten, daß wir uns erst zufrieden geben dürfen, wenn wir auch bei uns mit 7 bis 8 Millionen Schützen rechnen können. Daß dann aus einer derartig breiten Front leistungsmäßig die deutsche Nationalmannschaft, die zur Zeit 40 Mann umfaßt, auf 400 erweitert werden kann, ist einleuchtend. Wie Brigadeführer Schmierer betonte, handelt es sich hierbei nicht um fromme Wünsche, sondern um ein Ziel, das sich der Deutsche Schützenverband gesteckt hat. Tag des„unbekannten Schützen“ Der erste Vorstoß des Deutschen Schützenverbandes, mit einer großzügigen Werbung und neuen Aktivität den Schießsport im deutschen Volke zu verankern, wird ein Ende Oktober durchgeführter Tag des„unbekannten Schützen“ sein. An diesem Tage sollen alle Volksgenossen, die Lust und Liebe haben, die Möglichkeit finden, unentgeltlich unter Führung der Vereine des Deutschen Schützenverbandes im RSRL. auf einwandfreien Anlagen unter fachmännischer Überwachung und Kontrolle schießen zu können. An diesem Tage stehen alle Schützenvereine in Deutschland, auch die Ostmark ist schon eingeschlossen, während es für das Sudetenland noch nicht einheitlich überall möglich sein wird, im Dienste einer breiten Werbung durch die Tat. Jeder Deutsche kann an diesem Tage schießen. Es erwachsen ihm keine Kosten— Gewehre und Munition werden gestellt. Alle Ergebnisse werden sorgfältig ausgewertet. Wie SA.= Brigadeführer Schmerer betonte, ist sogar zu erwarten, daß manche Neuentdeckung für unsere Spitzenklasse oder gar für die Nationalmannschaft sich herausstellen wird. Wichtig ist dabei, daß es sich nicht um ein vergnügliches Unternehmen handelt, sondern ernsthaft jedes Ergebnis eines jeden deutschen Volksgenossen ausgewertet wird. Eine Leistungsübersicht für jeden einzelnen, der mitmach:, ist also dann vorhanden. Und wer wollte dann an dem Erfolge zweifeln? Es ist immer noch der Stolz des deutschen Menschen gewesen, Fertigkeiten in der Beherrschung einer Waffe zu besitzen. Manche, die aus Scheu sich bisher noch keiner Prüfung unterzogen und noch keinen Maßstab ihres eigenen Könnens hatten, die werden hier im Kreise der vielen unbekannten Volksgenossen selbst ermessen, über welche Fertigkeiten sie verfügen. Und dann wird es für viele nur ein kleiner Schritt sein, sisich im Rahmen des Deutschen Schützenverbandes im RSRL. einem geregelten Übungsbetrieb zu unterziehen. Dieser Tag, an dem das deutsche Volk kostenlos schießen kann, wird hoffentlich der erste Schritt zu dem notwendigen Anwachsen der Sportschützen in Deutschland zu einer machtvollen, schießfertigen und schießfreudigen Gemeinschaft sein. Die Hilfe der Presse Die Schwierigkeiten, die einer Volkstümlichkeit des Schießsports entgegenstehen, werden nicht verkannt. Einmal ist es eine Sportart, die für den einzelnen Mann noch zu teuer kommt. Zum anderen ist es ein Sport, der fast ganz auf Zuschauermassen und damit auf die unmittelbare werbende Wirkung der sportlichen Leistung verzichten muß. Die Anlage der Schießstände erlaubt immer nur sehr geringen Zuschauermengen, von 30 bis zur Not vielleicht 300, die unmittelbare Anteilnahme. Hier könnte nach dem Wunsche des Deutschen Schützenverbandes die Arbeit der sportlichen Berichterstattung in größerem Umfang als bisher diesen Mangel beheben helfen. Dieser von der Verbandsführung ausgesprochene Wunsch stützt sich auf die beiden Grundsätze, die im deutschen Schießsport verwirklicht werden, daß Schießen einmal eine spannende und vollwertige Sportart ist, die von den Aktiven unheimlich viel Fleiß, sportliches Leben, soldatische Haltung verlangt, zweitens aber auch als Teil der Wehrerziehung eine besondere, unbestrittene Bedeutung hat. Wenn auch die Wehrerziehung in den Wehrverbänden durchgeführt wird, so ist doch der Deutsche Schützenverband im RSRL. mit seinen Anlagen usw. dabei ein Helfer. Und die internationale sportliche Bedeutung des Schießens wurde durch die kürzlich beendeten Weltmeisterschaften in Luzern und die deutschen Erfolge nachdrücklich unterstrichen. Werbeschießen Sthutzeneunder Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Schon ist es in der Bevölkerung bekannt, daß in den Tagen vom 11. bis 14. August der Schwerter Schützenbund seit elf Jahren wieder ein großes Fest feiern wird. Nun beginnt am Sonnabend gewissermaßen als Vorspiel hierzu auf dem Schießstand des Schützenhofes das Preisschießen, an dem die ganze Bevölkerung teilnehmen kann. Wertvolle Preise, 35 an der Zahl, sind hierfür ausgesetzt, unter denen zwei Kleinkalibergewehre einen ganz besonderen Anreiz bilden. Rund 15 Schießvereine aus der Umgebung werden an diesem Preisschießen teilnehmen. Die Mitglieder des Schwerter Schützenbundes selbst schießen in diesen Tagen den sogenannten „Scheibenkönig“ aus, d. h. den der Ringzahl nach besten Schützen. Die ausgesetzten Preise entstammen zum größten Teil Stiftungen der Vereinsmitglieder und Schenkungen von Gönnern des Schützenbundes. Am Freitag, dem 11. August, wird nach dem Fackelzug im Schützenzelt die Verteilung der Preise an die Sieger vorgenommen. Frewwinnder Ermeemfah der Purkel Der Roggen ist reif, die Gerste ist noch nicht ganz eingebracht und auch der Hafer muß schon geschnitten werden. Das drängt nun alles zusammen, da heißt es die Hände regen. Doch der Bauer steht im nationalsozialistischen Deutschland nicht allein. Überall hat ein freiwilliger Dienst begonnen, um die Ernte einzubringen und damit die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Der Stellvertreter des Führers hat angeordnet, daß für die Zeit der Ernte alle nicht unbedingt notwendigen Arbeiten der Partei und ihrer Gliederungen zurückgestellt werden. Dadurch war es auch im Gau Westfalen=Süd möglich, Politische Leiter und die Männer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände zu einem umfangreichen Einsatz zur Einbringung unserer Ernte abzustellen. Um diesen Einsatz, der in den Kreisen und Ortsgruppen des Gaues unter der verantwortlichen Führung der Hoheitsträger erfolgt, in seiner Organisation noch einmal zu überprüfen, fand am Dienstagnachmittag im Parkhaus zu Bochum eine Besprechung zwischen den zuständigen Hoheitsträgern und den Dienststellen der Gauleitung statt. In dieser Abschlußbesprechung gaben die Hoheitsträger die von ihnen getroffenen und bisher bestens bewährten Maßnahmen für eine schnelle und umfangreiche Erntehilfe bekannt. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß an der Einbringung der Ernte nicht nur der Bauer als Erzeuger ein Interesse hat, sondern daß von der Ernte die Ernährung des gesamten Volkes abhängt. Die Erntehilfe ist deshalb eine hochpolitische Angelegenheit aller Volksgenossen. Es muß daher möglich gemacht werden, daß alle verfügbaren Kräfte für den freiwilligen Ernteeinsatz freigemacht werden und daß auch die, die nur eine leichte Arbeit verrichten können, sich in den Dienst der Sache stellen. Es ergeht an alle die Aufforderung, an der Bergung der Ernte mitzuhelfen. RSKOV. hat der Preußische Finanzminister eine weitere Milderung der preußischen Einbehaltungsbestimmungen erlassen. Danach erfolgt jetzt Auszahlung der einbehaltenen Beträge auch an Kriegerwitwen, abgefundene Dienstbeschädigte usw. Wegen Auskünfte usw. wende man sich an die Kameradschaften der RSROV. Sitm or# „Vier Mann— ein Schwur“ „Vier Mann— ein Schwur“, der neue 20th Century=Fox=Film, spielt in der neuen und alten Welt. Seine packende Handlung jagt vier Brüder von Amerika, England nach Indien, Aegypten und Südamerika. Es geht um die Entlarvung einer internationalen Waffenschieberbande. John Ford führt die Regie des Films, dessen riesiges Darstellerensemble von Loretta Young, Richard Greene, George Sanders, David Riven, C. Aubrey Smith, Henry, Hale, Fitzgerald angeführt wird. Für die lebendige und echte Wiedergabe der verschiedenen Schauplätze wurden über 3000 Mitwirkende eingesetzt. „zn hoftnungeloser Hall“ Eine der reizvollsten, eine der erfolgreichsten deutschen Darstellerinnen wird in dem Film „Ein hoffnungsloser Fall“ wieder zu sehen sein, Jenny Jugo, von deren bisherigem Wirken wir aus Erfahrung wissen, wie charmant und wie vielseitig sie zu spielen versteht und welche beachtlichen Erfolge alle jene Werke hatten, in denen sie die Hauptrolle spielte. Wenn sie jetzt in ihrem neuen Film als verwöhnte und ebenso elegante junge Dame nach einem Autounfall plötzlich die Lust verspürt, Medizinstudentin zu werden und wegen ihres gerade unmöglichen Benehmens als„hoffnungsloser Fall“ gilt, so werden wir uns ohne viel Phantasie vorstellen können, welches Vergnügen unserer harrt, wenn dieser Film vor unseren Augen abrollt. Einladung zur Vormiete für die Städt. Konzerte Die Städt. Konzerte des Konzertwinters 1939/40 werden wie in den früheren Jahren wieder den künstlerischen Mittelpunkt im Dortmunder Musikleben bilden. Sie versprechen nicht nur in bezug auf die Auswahl des Programms, sondern auch durch die Mitwirkung von großen Solisten besonders interessant und anregend zu werden. Das Programm sieht eine sorgfältige Auswahl vorklassischer, klassischer und romantischer Werke vor. Daneben kommt nach wie vor auch die zeitgenössische Musik zu ihrem Recht. Erfreulicherweise hat sich der Kreis der Dauermieter so vergrößert, daß es immer schwieriger wird, für den Ein.g ius venlgnb, Ipockl onter Pliste urr jung zu halten. Aus diesem Grunde richten wir e Musikfreunde die Bitte, sich schon jetzt einen Vormieteplatz zu sichern. Einzeichnungen nimmt die tags von 10—13 und 18—19 Uhr außer Mittwoch und Sonnabends nachmittag entgegen. Auskünfte erteilt die Städt. Musikdirektion, Balkenstraße 34, wo auch die Konzertprogramme mit den Bedingungen zu haben sind. Ausweispflicht für den Zigarettenhandel Zur Beseitigung der Übersetzung und zur gung des Handels mit Zigaretten ist eine und Kennzeichnung aller Personen und Altreich erforderlich, die Zigaretten vertreiben. Deshalb ist in der mit Genehmigung des Herrn Reichswirtschaftsministers und des Herrn Reichskommissare für die Preisbildung in neuer Fassung über der 31. Dezember 1938 hinaus verlängerten Marktordnung für den Handel mit Zigargtten eine allgemeine Ausweispflicht für diese#####n und Betriebe vorgeschrieben. Der Legitimierungszwang für die Industrieabnehmer ist am 1. Juli 1939 in Kraft getreten. Von diesem Zeitpunkt ab können nur noch diejenigen Unternehmen mit Zigaretten durch die Industrie bzw. zu Industrieabnehmerpreisen beliefert werden, die einen entsprechenden Ausweis(Handelskarte oder Industriebezugsausweis) besitzen. Es werden nunmehr auch alle Betriebe und Personen legitimiert, die Zigaretten zu Großhagdels: abnehmerpreisen beziehen. Keines Ausweises beoürfen lediglich Gaststatten mit Schankerlaubnis einschließlich der vom Großhandel belieferten Gaststätten auf Reichsbahngelände; deshalb haben alle noch zu legitimierenden Betriebe Großhandelspreisausweise zu beantragen. Antragsbogen für die Zuteilung dieser Ausweise sind unverzüglich bei der für den Wirtschaftsbezirk zuständigen Geschäftsstelle des Reichsverbandes des deutschen Einzelhandels mit Tabakwaren e. V. anzufordern und wieder einzusenden. Die Anschrift der zuständigen Geschäftsstelle ist unten angegeben. Letzter Termin für die Einreichung der formgerechten Anträge ist der 31. August 1939. Wer den Termin versäumt, läuft Gefahr, von der weiteren Belieferung mit Zigaretten gesperrt zu werden. Personen und Betriebe, die bereits eine nach dem 1. April 1937 ausgestellte gültige Karte oder einen gültigen Ausweis zum Bezuge von Zigaretten besitzen, brauchen keinen Antrag mehr zu stellen. Die von der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ausgegebenen Organisationsausweise zur Fachgruppe Tabak der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel berechtigen nicht zum Bezuge von Zigaretten. Wer nur diesen Ausweis besitzt. muß dennoch den Antragsbogen anfordern und einFür den Wirtschaftsbezirk Westfalen ist die Ausgabestelle für Antragspapiere: Reichsverband des deutschen Einzelhandels mit Tabakwaren e. V., schäftsstelle Dortmund, Märkische Straße 26. Sippenfest Hengstenberg Zum siebenten Male seit seiner Gründung im Jahre 1930 versammelten sich die Mitglieder und Freunde des Familienverbandes Hengstenberg, und zwar am Sonnabend abend im schönen Parkhaus zu Hagen und am Sonntag zur Haupttagung im altehrwürdigen Stammhaus zu Ergste. Der Vorsitzende Dr. Werner Hengstenberg, Iserlohn, begrüßte die 70 erschienenen Teilnehmer, insbesondere die Aeltesten der Familie, gedachte der Verstorbenen und Ahnen, welche aus höheren Sphären uns und unser Tun begleiten und schloß mit einem„Sieg Heil“ auf Führer, Volk und Sippe. In der Festrede gedachte Herr Pastor Schulze=Nölle der 25 Pfarrer, welche aus der Familie Hengstenberg hervorgegangen sind, insbesondere seiner 6 Amtsvorgänger, welche in ununterbrochener Reihenfolge, 250 Jahre lang, von 1519—1771 in Ergste das geistliche Amt ausübten; er wies ferner hin auf die segensreiche Tätigkeit der je 3 Pfarrergenerationen in Wetter(Ruhr) und Nümbrecht und auf die zahlreichen Orte Wie Essen, Solingen, Bochum, Lüdenscheid, Ohle, Fröndenberg, Claswipper, Ratingen, Dellwig, wo Hengstenberg's als Pfarrer gewirkt hatten; besonders aber hob er hervor die drei Größen, den Univers.=Prof. Ernst Wilhelm Hengstenberg, den Oberhof= und Dom=Prediger Wilhelm von Hengstenberg und den Konsistarialrat Eduard Hengstenberg, welche vor 100 Jahren gleichzeitig in Berlin tätig waren. Sippenfeste sind die beste Gelegenheit, um Familienpflege zu betreiben und die durch den heutigen Verkehr weit verstreuten Familienmitglieder von Zeit zu Zeit wieder zu vereinigen und so waren aus allen Teilen des Reiches die Teilnehmer zu den anregenden und frohen Stunden herbeigekommen. Am Montag wurde ein gemeinsamer Besuch des Hengstenberg Unternehmens in Schüren durchgeführt, wo schon im Jahre 1319 die Hengstenberg's aus der Dortmunder Patrizierfamilie Besitz erworben hatten. Das nächste Sippenfest soll 1940 in Soest abgehalten werden. Amt Ergste Straßenwärterprüfung abgelegt Ergste. Der bei der Provinzialstraßenbauverwaltung beschäftigte hiesige Straßenwärter August Hövelmann bestand vor dem Prüfungsausschuß der obengenannten Verwaltung die Prüfung als Straßenwärter mit gutem Erfolg. Vertossellöserfachettten Ergste. Die am vergangenen Dienstag ausgefallene Kartoffelkäfersuchaktion wird am Samstag, dem 29. Juli, um 14 Uhr durchgefühert. Die für die Suchaktion in Frage kommenden Personen haben sich um : z.** 9. Stellen ein 14 Uer an den bekannten Kolonnenführer die Führung übernel inzufin nehmen. Gle den, wo die chleichtalle wird darauf hingewiesen, daß in der Gemeinde Ergste nunmehr die Suchaktion auf den Sonnabend festgesetzt worden ist, und zwar bis zur Kartoffelernte alle 14 Tage ab 14 Uhr. Diejenigen Personen, die an der Sucharbeit nicht teilnehmen können, haben sich unbedingt bei ihren zuständigen Kolonnenführern zu entschuldigen. Für die Entschuldigung muß ein triftiger Grund vorliegen. Es wrd vielfach darüber Klage geführt, daß einzelne Haushaltungen Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren schicken. Derartige junge Kinder sind natürlich zum Absuchen der Kartoffelfelder nicht zu gebrauchen, da diese meistens mehr vernichten als gutmachen. Die Kolonnenführer sind angewiesen, derartig junge Kinder in Zukunft zurückzuweisen. Einweihung der Sport= und Schwimmanlage Ergste. Die Einweihung der Sport- und Schwimmanlage im Elsetal ist auf Sonntag nachmittag 15 Uhr festgesetzt worden. Zur Einweihungsfeier sind Staatsund Parteistellen eingeladen worden, so daß am Sonntag im Elsetal großer Betrieb, zu erwarten ist. Gebühren für gefallene Tiere Ergste. Bekanntlich müssen gefallene Tiere der zuständigen Polizeibehörde gemeldet werden, die für Abholung durch eine Abdeckerei zu sorgen hat. Für diese gefallenen Tiere wird ein kleiner Betrag vergütet. Die Vergütungssätze, die der Landkreis Iserlohn mit der für den Landkreis Iserlohn allein zuständigen Abdeckerei in Bochum=Langendreer vereinbart hat, hängen in den Gitterkästen des Amtsbezirks Ergste öffentlich aus. Was bietet der Markt? Das Gaupresseamt gibt folgende Marktumschau bekannt: Gemüse: Sehr reichlich sind Weißkohl, Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat, Zwiebeln. Reichlich sind Wirsing, Rotkohl, Buschbohnen, Rettich, Radieschen, Tomaten. Ausreichend sind Sommer=Endiviensalat, Erbsen, Blumenkohl, Salatgurken. Obst: Reichlich sind Pfirsiche, rote und grüne Stachelbeeren, Silberstachelbeeren, Johannisbeeren. Ausreichend sind Aprikosen, Sauer= und Süßkirchen, Himbeeren, Apfelsinen, Bananen, Zitronen. In kleinen Mengen werden schon angeliefert: Frühäpfel, Frühbirnen, Edelpflaumen. Entrahmte Frischmilch, Buttermilch, Quarg sind reichlich und von hervorragender Güte. Fische: Goldbarsch, Kabeljau, Schellfische, Seelachs sind ebenso wie deren Filets, Lachsheringe, Salzheringe, Bratschellfisch ausreichend vorhanden. In genügenden Mengen sind zu haben: Bleien, Hechte, Brassen, Forellen, Plötzen. Uniere Pmpfe im Sommerlager Am vergangenen Montag rollte ein vollbepackter Lastzug aus Iserlohn: Das Aufbaukommando des Jungbannes 136 fuhr ins Elpetal, um hier das Großzeltlager aufzubauen und vorzubereiten. Noch am Montag wurde auf dem herrlich gelegenen Lagerplatz ein großer Teil der Zelte aufgeschlagen. Die restlichen Zelte wurden am darauffolgenden Tage errichtet. Sämtliche 35 Zelte, 30 Spitzzelte und 5 große Hauszelte, sind vorbildlich mit Stroh ausgelegt. Die Lage des Platzes darf wohl als ideal bezeichnet werden. Von drei Seiten ist das Lager von Wald umgeben. Trinkwasser und ein Bach sind in nächster Nähe. Das Bild des Lagers paßt sich der Landschaft des Sauerlandes ausgezeichnet an. Während der Aufbau des Lagers in der ersten Zeit durch regnerisches Wetter ungünstig beeinflußt wurde, herrscht heute herrlicher Sonnenschein. Noch sind alle Kräfte angespannt, um das Lager für den Einzug der Einheiten fertigzustellen. Heute, gegen Abend, werden Zelte und Lagereinrichtungen bereit sein, die für morgen mittag erwarteten Pimpfe aufzunehmen. Wieder wird dann fröhliches Jungenleben erschallen, Geländespiele und Sport werden einander abwechseln. 500 Jungen werden sich in zwei Lagerperioden tummeln und sich bei Luft. Licht und Sonne prächtig erholen. Wenn die Eltern ihren Jungen schreiben wollen, so ist die Post an folgende Anschrift zu senden: Ig.. Zeltlager des Jungbanns Iserlohn(136), Gevelinghauser Mühle, über Bestwig(Ruhr). Mädel aus Unna fuhren nach Schweden Nach dem Besuch mehrerer schwedischer Mädel in Unna ist nun eine gleiche Zahl Unnaer Mädel nach Schweden gefahren. Diese Regelung erfolgte durch die Austauschbeziehungen der Pädagogischen Austauschstelle in Berlin. Neues von der Rundfunkausstellung Gute Antenne- guter Empfang, eine Sonderschau Die„16. Große Deutsche Rundfunk= und Fernsehrundfunk=Ausstellung, Berlin 1939“ enthält neben dem interessanten Veranstaltungsprogramm auch eine Reihe von Sonderschauen, die den Ausstellungs= besuchern wertvolle Hinweise auf das richtige Rundfunkhören geben werden. Unter dem Motto: Gute Antenne— guter Empfang“ zeigt beispielsweise die Reichsrundsunkkammer, daß eine fachmännisch gebaute Antenne für alle Empfänger, für Klein= und Großgeräte, gleich wichtig ist. Wir exfahren dort, welche einzelnen Fragen bei der Anlage einer Antenne zu berücksichtigen sind, damit sie auch tatsächlich ihre Aufgabe erfülle: dem Rundfunkgerät eine große Reichweite und eine gute Trennschärfe zu geben und dabei möglichst alle Störquellen auszuschalten. Eine gute Antenne macht das Rundfunkhören zur Freude. In unterhaltender und belehrender Weise wird die Sonderschau den Besucher eindringlich davon überzeugen, der beim Besuch der Ausstellung besonders dieser Sonderschau seine Aufmerksamkeit zuwenden wird. Die Bahnhöfe der Deutschen Reichsbahn werden vom 28. Juli bis 6. August im 300=km=Umkreis von Berlin Sonntagsrückfahrkarten zum Besuch der„16. Großen Deutschen Rundfunk= und FernsehrundfunkAusstellung, Berlin 1939“ ausgeben. Billige Elektrogeräte Der Reichskommissar für die Preisbildung hat die Elektrizitätsversorgungsunternehmen verpflichtet, für die nächsten fünf Jahre je 35,000000 R.K für die Verbilligung von Elektrogeräten, die von der deutschen Landwirtschaft benötigt werden, zur Verfügung zu stellen. Aus dieser Summe werden den deutschen Bauern bestimmte Typen von Elektroherden, Elektrowasserspeichern, Futterdämpfern, Backöfen, Elektromotoren, kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Bauer braucht nur die Fracht= und Installationskosten zu tragen und muß Zubehörteile(Kochgeschirr) selbst anschaffen. Durch den Betrieb der Elektrogeräte wird der deutsche Bauer fehlende Arbeitskräfte ersetzen und überlastete Arbeitskräfte, insbesondere seine Frau, entlasten können. Zugleich kommt er durch den Betrieb der Geräte in den Genuß der Vorteile, die ihm die Tarifordnung für elektrische Energie vom Juli 1938 zu bieten hat. Der feststehende Grundpreis kann auf eine so große Zahl von Kilowattstunden umgelegt werden, daß der Stromverbrauch wesentlich verbilligt wird. Westsalens Mannschaft zum Viertagemarsch bereit Das kurze Vorbereitungslager, das in der Gebietsverwaltungsschule(Schloß Schwansbell) bei Lünen durchgeführt wurde und die vierzig Mann starke Mannschaft der westfälischen H3. erfaßte, die dazu ausersehen ist, die Hitlerjugend und somit das Großdeutsche Reich im Internationalen Viertagemarsch in Nymwegen(Holland) zu vertreten, ist beendet. Am Sonntagabend fand in einer kurzen Feierstunde, die dazu beitrug, die Jungen etwas mehr mit dem Land vertraut zu machen, in dem sie nun vier Tage lang in Disziplin und Haltung Deutschland vertreten, der Abschluß des Lagers statt. Stammführer Giebeler, der Führer der Mannschaft, verpflichtete die Jungen auf ihre große Aufgabe, die sie nun übernehmen. Am Montag verließ die junge Mannschaft die westfälische Heimat. Die Vorbereitungen zur Aufnahme in Holland sind dort schon getroffen und zur Unterbringung und Verpflegung ist eine Kaserne bestimmt. Der Marsch selbst führt kreismäßig um Nymwegen und trifft an den einzelnen Tagen immer wieder, sobald die geforderten 40 Kilometer täglich erreicht sind, in Nymwegen ein. Die Marschrouten werden jedoch für jeden Tag neu ausgearbeitet, so daß der Marsch jeweils in andere Gebiete der ländlichen Umgebung Nymwegens führt und den Jungen immer neue Eindrücke vermittelt. Lunges Anschuls Erwiesen Der Staatsanwalt beantragte Freispruch mangels Beweises, die Verteidigung wegen erwiesener Anschuld Paderborn, 27. Juli. Der dritte Verhandlungstag im Wiederaufnahmeverfahren gegen den Anton Lange aus Paderborn brachte zunächst noch einige Zeugenvernehmungen. Der als Zeuge vernommene, von den Angehörigen des Angeklagten beauftragte Privatdetektiv erklärte, daß er bei seiner ersten Begegnung mit dem Angeklagten sofort den Eindruck gewonnen habe, dieser sei unschuldig. Diesen Eindruck hätten auch Beamte aus der Zuchthausanstalt in Münster geteilt, sowie der Zuchthausgeistliche. Beobachtungen, die zu einer Erforschung des Privatlebens der Frau Schäper, der früheren Ehefrau des Ermordeten, in Lipporg hätten führen sollen, seien aus dem Grunde aussichtslos gewesen, weil die Frau sich völlig menschenscheu verhalten habe. Diese Ermittlungen, zu deren Aufnahme der Zeuge beauftragt war, sollten schon damals zur Wiederaufnahme des Verfahrens führen. Auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden, ob er, der Zeuge, den Eindruck gehabt habe, daß Anton Lange die Tat nicht begangen habe, die Frau aber die Täterin sei, erklärte der Zeuge: Jawohl! Rechtsanwalt Dr. Rempe aus Paderborn erklärte, daß er noch eine Szene in der Erinnerung hätte, die sich unmittelbar nach der im alten Schwurgerichtssaal in Paderborn mitten in der Nacht erfolgten Urteilsverkündung, ereignete. Vater Lange habe damals ein außerordentlich gefühlskaltes Wesen an den Tag gelegt. Ueber die Brüstung der Anklagebank gelehnt, habe er seinen Verteidiger gefragt:„Wann wett hei dann nu köppet?“ Am Nachmittag nahm der Staatsanwalt Henneke das Wort zu seinem Plädoyer, nachdem der Vorsitzende die Beweisaufnahme geschlossen hatte. Der Staatsanwalt ging davon aus, daß zu prüfen sei, ob das Geständnis der Frau richtig und glaubwürdig sei. Er verneinte beides. Gegen den Angeklagten aber und seinen Vater bestände noch eine solche Reihe von Verdachtsmomenten, daß es aus diesem Grunde ausgeschlossen erscheine, daß die Frau die Tat allein begangen haben könne. Da damals zu Beginn der Ermittlungen sehr vieles versiebt worden sei, so betonte der Staatsanwalt, sei es erfreulich, daß unsere heutigen Ermittlungsmethoden erfolgreicher und exakter seien. Sein Antrag, den er zusammenfassend stellte, lautete auf Freispruch mangels Beweises und auf Kosten der Reichskasse. Nach einer kurzen Pause ergriff Rechtsanwalt Bücker=Flürenbrock das Wort. Aus den mehr als einstündigen Ausführungen ging hervor, daß der Verteidiger des um seine Ehre kämpfenden Angeklagten Anton Lange restlos von der Unschuld desselben überzeugt sei. Er zerpflückte im einzelnen alle Indizien, die bisher gegen seinen Mandanten sprachen. Das Geständnis der Frau dagegen hielt er für restlos richtig und glaubwürdig. Sein Antrag lautete auf Freispruch wegen erwiesener Unschuld. Gespannt lauschten nun die Zuhörer, unter denen man auch viele praktische Strafjuristen bemerkte, dem letzten Wort des Angeklagten, der erklärte, keine Gnade zu wollen, sondern die Wiederherstellung seiner Ehre und seines guten Namens. Das Urteil lautet: Das Urteil des Schwurgerichts vom 4. Juni 1921 wird aufgehoben. Der Angeklagte wird auf Kosten der Reichskasse wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Aus der Umgebung 258 Einwohner auf dem Quadratkilometer Die Bevölkerungsdichte in Rheinland und Westfalen liegt nicht nur weit über dem Reichs durchschnitt, sondern geht auch zum Teil wesentlich über den Durchschnitt in den benachbarten Ländern hinaus. In der Provinz Westfalen entfallen 258 Einwohner auf den Quadratkilometer. die dichteste Bevölkerung weist von den deutschen Reichsstellen, abgesehen von der Stadt Berlin, dem Gau Wien und den Hansestädten Hamburg und Bremen, das Saarland mit 449 Einwohnern je Quadratkilo meter Fläche auf. Es folgen Sachsen mit 347, die Rheinprovinz mit 324 und die Provinz Westfalen mit 258 Einwohnern je Quadrat= kilometer. Großangriff gegen die Wohnungsnot In Holsterhausen hat die Treuhandstelle für Bergmannswohnungen mit dem Bau von 185 Wohnungen begonnen. Die Westfälische Heimstätte plant außerden den Bau von 135 Wohnungen im Anschluß an bereits bestehende Siedlungen. Mit der Inangriffnahme des Projektes ist noch bis zum Herbst zu rechnen. Richtfest für 80 Volkswohnungen In dem verhältnismäßig kleinen Lendringsen konnte das Richtfest für 80 Volkswohnungen gefeier werden, die noch in diesem Jahre bezugsfertig werden. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, weil noch im vergangenen Jahr das Richtfest für 40 Volkswohnungen gefeiert werden konnte. Jede der neuen Wohnungen hat drei Räume von 13 bis 16 Quadratmeter Größe, Bad und andere neuzeitliche Bequemlichkeiten. Das Richtfest wurde eingeleitet durch die Mendene SA.=Kapelle. Wer schließt sich an? Einer Kreisleitung ging am vergangenen Sonnabend ein Schreiben einer Firma mit folgendem Inhalt zu:„Herrn Kreisleiter Reiter, Löbau. Ihrem Presseaufruf Folge leistend, stellt sich die gesamte Betriebsgemeinschaft je Kopf einen Tag zur Landhilfe zur Verfügung. Die Lohnzahlung übernimmt der Betrieb.“ Es ist zu wünschen, daß sich diesem vorbildlichen Beispiel weitere Betriebe anschließen werden, um unsere Ernte rechtzeitig zu bergen Japanische Sportler kommen nach Hagen Bei dem großen Sportfest des Vereins für Leibesübungen in Hagen, das am 13. August stattfindet, werden auch japanische Sportler vertreten sein. Von den zehn japanischen Sportlern, die in diesem Sommer Deutschland bereisen, werden fünf Athleten in Hagen starten. Die bekanntesten davon sind der Sprinter Taniguchi, der dieses Jahr schon 10,4 und 21,4 erreichte, der Stabhochspringer Majeda mit 4.25 Meter Jahresbestleistung und der Dreispringer Kin mit 15,65 Meter eigenem Rekord in diesem Jahr. Jugendherberge Rheine geschlossen Der Landesverband Westfalen für Deutsche Jugendherbergen teilt mit, daß die Jugendherberge Rheine für jeden Verkehr geschlossen worden ist. Deutsche Schiffahrtsgesellschaften auf der Leipziger Herbstmesse 1939 Im Rahmen der„Internationalen Verkehrswerbeschau“ auf der Leipziger Herbstmesse(27, bis 31. August) werden die Deutschen Afrika=Linien, die Hamburg=AmerikaLinie, die Hamburg=Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft und der Norddeutsche Lloyd vertreten sein. Die Ausstellungen finden im Ring=Meßhaus statt. Westfälische SA. erfolgreich im Gelände. Die Männer unserer westfälischen Nachrichten=SA. haben bei den Reichswettkämpfen in Berlin im Gelände sehr gut abgeschnitten. Daß sie es mit den Besten aufnehmen können, beweisen ihre nachträglich bekannt gewordenen nur 99 Fehlpunkte, die absolut in gleicher Höhe mit den Ergebnissen der besten Mannschaft liegen. Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Von Alphonse de Chäteaubriant (22. Fortsetzung). Frankreich will oder kann die drohende Gefahr noch nicht sehen. Es sieht nicht die steigende Flut, es sieht nicht einmal den Damm, der schützend die zerstörenden Gewässer aufhält. Egoistisch zieht es sich in sich selbst zurück und glaubt sich so aller weiteren Mühe enthoben. Nun, Burgund und die Touraine sind ja noch immer an ihrem Platz, nicht wahr? Wer könnte denn auch irgend etwas ändern an diesem geographischen Status quo, an dieser unbeweglichen Ordnung der Dinge? Und dann — ist der Franzose denn nicht vernünftig, er, ein aufrechter Individualist und Verfechter seiner Freiheit? Was kann ihm dieser neue Streit denn anhaben? Man soll ihn doch in Frieden daheim bei Tisch lassen... Erklären nicht seine Vertreter, denen Verantwortlichkeit und Autorität in diesen Dingen zukommt:„Wir wollen uns aus dem Konflikt heraushalten, der die beiden Weltanschauungen trennt, sowohl aus den Weltanschauungen der revolutionären Regierungen, wie auch aus denen der Diktaturen.“ „Nun, bleiben wir also bei unserer üblichen Pfeife, dem altgewohnten Suppentopf und unserem Weinglas...“ Mein Herz leidet, wenn ich nur sagen könnte, warum! Frankreich, du liebes Frankreich, du unvergleichliches, herrliches Frankreich! Wenn ich dir nur alles sagen könnte!... Aber du verstehst nicht mehr, ins Unsichtbare hineinzuhorchen! Du erfassest nichts mehr als die massiven, hat, deinen hellen Geist, der so fein verstand, das Raunen des Unsichtbaren zu vernehmen. Mein Freund M..., dieser liebenswürdige und redliche Mann, kam mich heute in Altenburg besuchen, und auf waldigen Pfaden stiegen wir plaudernd vom Schloß ins alte Bamberg hernieder. Im Dom, hoch oben auf dem linken Pfeiler des Chorabschlusses, steht ein Ritter: der Bamberger Reiter. „Hier haben Sie unseren deutschen Geist", sagte M...,„so wirkt dieser Geist zwischen Rhein und Elbe, im Schoß unserer Berge und Mölder. Der große schlanke Reiter ruht im Sattel, fast lehnt er sich leicht gegen den Sattelbogen, ein Finger liegt ungezwungen im Riemen, der den Mantel über den Schultern hält; er blickt nach rechts ins Weite. Schön ist das Antlitz in seiner schlichten Vornehmheit. Der Reiter ist ein König. Ein junger König. Auf seinem Haupt ruht eine edelsteingezierte Krone, die eingerollten Pflanzenstengeln gleicht, lockiges Haar, das blond zu sein scheint, ringelt und bauscht sich in seinem Nacken und läßt die geschwungene Halslinie frei. Das milde und gestraffte Anlitzt ist männlich im Schnitt, weiblich im Ausdruck. Adel des Herzens, beherrschte Gedanken! Aufmerksamkeit wacht in der Stirnfalte, in den Rasenflügeln, zwischen den halbgeöffneten Lippen. Der Körper ist geschmeidig, groben, materiellen Begriffe. Dennoch, etwas Edelstahl; er vereinigt mit dem Leib des jungen will ich dir sagen: ich verzweifle, wenn ich sehe, Kriegers die Reinheit des Körpers seiner Mutin welchen zum Spott herausfordernden Lum= ter, als lebte sie noch körperlich in ihrem Sohn. penfack man deinen Rasineschen Geist gestopft" Was sich im Menschen als Vollkommenheit zeigt, das ist der Ausdruck, den ihm die Schönheit seines Herzens gegeben hat. Vor diesem Reiter, der so herrlich ist in seiner ruhenden Kraft, wird einem klar, daß der Mensch den Errungenschaften seines klugen Geistes im Grunde nichts zu verdanken hat. Der Wert dieses edlen Reiters liegt in jenen Gedanken, die in seiner körperlichen Gestalt Leben gewonnen haben. Das Pferd ist eigenartig. Es versetzt zunächst in Erstaunen. Es ist kein Streitroß mit schwellenden Muskeln, mit dem der Bildhauer die Kraft des Pferdes versinnbildlichen wollte. Es zeigt in Form und Haltung den demütigsten und entsagendsten Ausdruck eines Pferdes. Es ist das Tier ohne Stolz, das Pferd, das weiß, daß es ein Esel war, der den Heiland trug. Ich möchte fast sagen, es ist mit seinem Herrn in eine Sphäre zwischen Himmel und Erde eingegangen, wo begehrliches Tänzeln und stolzes Schwenken nur noch als vergängliches Ringelspiel gelten. Es steht ganz einfältig da; so einfältig auf seinen vier Hufen, wie ein Pferd, das von sich aus im vollkommenen Gehorsam den Weg zur Heiligkeit gefunden hätte. Es ist ein sanftes, ein heiliges Pferd; unter einem strahlenden, heiligen Krieger, erhaben über der ränkevollen Natur trägt es auf seinem Haupt die Hoffnung auf eine jenseitige Welt. „Stellen Sie sich an diesen Pfeiler“, sagte mir M...,„und betrachten Sie einmal, wie gehorsam und wie wenig persönlich dieses Pferd ist. Wie ausgelöscht, wie christlich ist es! Es sind das jene geheimen. Dinge, die sich uns nicht gleich beim ersten Anblick erschließen... Wie kann man nur sagen, ein Pferd sei christlich! Und dennoch, betrachten Sie es in seiner elementaren Echtheit... Vergleichen Sie es mit dem Pferd des Colleont. Das Pferd des Colleont ist ein herrliches Tier, ein mächtiges Streitroß. Das Leben hat sich hier in eine seiner glühendsten Formen gegossen. Der Muskel ist das beherrschende, das formende Prinzip der strotzenden Kraftfülle. Und in der Tat, es ist das herrlichste Bild, was man sich dafür denken kann. Der furchtbare Colleoni paßt zu seinem Tier. Der Kopf ist der einer stark betonten Pferdepersönlichkeit, gewaltig, ehrgeizig und reizbar. Unter der Zierde seines Stirnbandes trägt es das Bewußtsein, Paradepferd des großen Condottiere zu sein. Sehen wir uns dagegen das Pferd des Bamberger Reiters an: ist es nicht beinahe linkisch? Es ist harmlos, anspruchslos, ohne Stolz, ohne Selbstbewußtsein. Es hat sogar schon eine gewisse Schönheit verloren, aber dafür hat es eine andere gewonnen... Ich möchte fast sagen: indem es seine Persönlichkeit fast ausgelöscht hat, ist es in eine Seelenverwandtschaft mit seinem strahlenden Helden gekommen. Und dann hier: achten Sie einmal auf die Zügel, die vom Maul des Pferdes zur linken Hand des Reiters gehen; sie sind ihm entglitten, sie sind einfach heruntergefallen! Und dennoch fehlen sie nicht! Jetzt hören Sie zu, was ich Ihnen sage: das Pferd der Colleoni und der Colleoni selbst, das war das deutsche Kaiserreich, und der Bamber= ger Reiter und sein Pferd das ist unser Führer und das neue Deutschland.“ Und er fuhr fort: „Es gibt zweierlei menschliche Typen in der Politik, um Massen zu leiten. Der erste ist der Despot; er leitet sie durch die Furcht und durch gewaltätige Mittel; der zweite ist der wahre Führer, er regiert sie, indem er sich geistiger Kräfte bedient. Der Reiter entspricht dem zweiten Typ. In ihm ist Geisteskraft mit körperlicher Zucht gepaart. Seine Haltung ist untheatralisch, ste ist gelockert, ungezwungen und natürlich. (Fonrageng folgt.) * le Theltttult! Verbilligung von Elektrogeräten und Strom für die Landwirtschaft Der Reichskommissar für die Preisbildung hat die Elektrizitätsversorgungsunternehmen verpflichtet, für die nächsten fünf Jahre je 35 Millionen RM. für die Verbilligung von Elektrogeräten, die von der deutschen Landwirtschaft benötigt werden, zur Verfügung zu stellen. Aus dieser Summe werden den deutschen Bauern bestimmte Typen von Elektroherden, Elektrowasserspeichern, Futterdämpfern, Backöfen, Elektromotoren kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Bauer braucht nur die Frachtund Installationskosten zu tragen und muß Zube#örteile(Kochgeschirr) selbst anschaffen. Durch den Betrieb der Elektrogeräte wird der deutsche Bauer fehlende Arbeitskräfte ersetzen und überlastete Arbeitskräfte, insbesondere seine Frau, entlasten können. Zugleich kommt er durch den Betrieb der Geräte in den Genuß der Vorteile, die ihm die Tarifordnung für elektrische Energie vom Juli 1938 zu bieten hat. Der feststehende Grundpreis kann auf eine so große Zahl von Kilowattstunden umgelegt werden, daß der Stromverbrauch wesentlich verbilligt wird. Zwei Jugendliche vermißt Münster. Seit Tagen werden der Schüter Robert Borgmeyer aus Münster, ElsaBrandström=Weg 36, und der Zimmermannslehrling Hans Röger aus Münster, FranzHitze=Straße 18 wohnhaft, vermißt. Borgmeyer ist 1.40 Meter groß, kräftig, hat hellblondes Haar und gesundes Aussehen. Er trägt schwarze Jungvolkkleidung und braune Halbschuhe. Röger ist 1,66 Meter groß, schlank, hat rötlichblondes Haar und viele Sommersprossen. Bekleidet ist er mit schwarzer Manchesterhose, rotkariertem Sporthemd, weinrotem Pullover, blauem Jackett und langen Schaftstiefeln. Angaben über die Vermißten an die Vermißtenstelle der Kriminalpolizei Münster. Beim Kaffeeschmuggeln erwischt Elten. Zwei gerissene Schmuggler fielen mit ihrem Trick den im hiesigen Grenzabschnitt Dienst tuenden Zollbeamten zum Opfer. Mit einem Handwägelchen zogen sie friedlich zur Grenze, wo sie zum Schein Gras schnitten, das sie auf dem Wägelchen verfrachteten. Den Beamten kam der ganze Vorgang etwas verdächtig vor, weshalb sie den Inhalt des Wagens etwas genauer untersuchten und dabei feststellten, daß unter dem frischen Grün Kaffee versteckt war. Zwölf Kilogramm Kaffee fielen der Beschlagnahme anheim. Außerdem erfolgte die übliche Anzeige wegen Schmuggelei. Ein zweiter Fall von Kaffeeschmuggel wurde ebenfalls im Eltener Bezirk zur Anzeige gebracht. Eine Frau, die als verdächtig auffiel, wurde einer genauen Untersuchung unterzogen, wobei festgestellt wurde, daß sie ein Kilogramm Kaffee untergepackt hatte. Auch diese Schmugglerin sieht jetzt ihrer Bestrafung entgegen. Betrüger gefaßt Köln. Wegen Betruges und Unterschlagung in mehreren Fällen wurde der am 11. 2. 1897 in Leipzig geborene Walter Beyer festgenommen, der sich seit über einem Jahr unangemeldet in Köln umhertrieb und es immer wieder verstand, sich der Strafverfolgung zu entziehen. B. ließ sich als Vertreter von seinen Firmen Musterware aushändigen, die er verkaufte und dann den Erlös für sich verbrauchte. Wunderwert der Eechnn Der Bau der Reichsautobahn=Rheinbrücke in Rodenkirchen Köln. Der große Brückenbau der Reichsautobahn in Rodenkirchen bei Köln, der die Verbindung zwischen dem links= und dem rechtsrheinischen Reichsautobahnnetz herstellt und nach der Errichtung der zweiten geplanten Reichsautobahnbrücke bei Leverkusen die Anlage eines geschlossenen Reichsautobahnringes um Köln ermöglichen wird, ist nunmehr in das wichtigste Aufbaustadium getreten. Nach der Vollendung der Pfeiler und der Widerlagerbauwerke hat man mit der Montage der Eisenkonstruktion und zwar zunächst der Versteifungsträger zwischen Widerlager und Pfeiler auf beiden Ufern begonnen. In Kürze wird der Aufbau der Pylonen folgen, für die die 15 Zentimeter dicken Stahlplatten schon angegeliefert werden. Die Rodenkirchener Reichsautobahnbrücke ist als reine Hängebrücke gedacht. Ihre Versteifungsträger werden ohne feste Verbindung mit den Pylonen an den Kabeln aufgehängt und sich in den Pylonen selbst und auf den Widerlagern lediglich auf bewegliche Pendel stützen, so daß allen Dehnungsschwankungen der Träger infolge der Temperaturunterschiede freiester Spielraum bleibt. Die 60 Meter hohen Pylonen, paarweise in der Höhe durch Riegel zu großen Stahlrohren vereinigt, werden mit den Pfeilern durch riesige Ankerschrauben fest verbunden. Bei der Montage der Eisenkonstruktion wird man im Gegensatz zu der Mülheimer Hängebrücke, bei der man zunächst den Versteifungsträger montierte und dann die Kabel aufbrachte, nach der amerikanischen Methode vorgehen. Nachdem die Pylonen errichtet sind, wird man über ihre Kabellager die beiden Kabel verlegen und dann an diesen die Versteifungsträger mit Hilfe großer Krane Stück für Stück anhängen und miteinander vernieten. Das hat den großen Vorteil, daß die Rheinschiffahrt durch diesen Arbeitsprozeß in keiner Weise behindert wird. Für die Kabel hat man eine große Seilbahn eingerichtet, auf der die 61 je 65 cm dicken und 700 Meter langen Einzelseile jedes Kabels direkt vermessen und zum letzten Male überprüft werden können, ehe man sie auf die Pylone bringt. Viele dieser Stahlseile sind schon angeliefert. Im übigen wurden in den letzten Wochen die Brückenrampen auf beiden Flußufern im Rohbau fertiggestellt. Sie münden vor der eigentlichen Brückenbahn auf einer Plattform. Zu dieser werden auch die Radfahrerwege geführt, für die auf der Brücke selbst der Mittelstreifen zwischen den beiden Fahrbahnen vorgesehen ist. Sunme werden nicht alle Ein Gewohnheitsverbrecher, der nur vom Betrug Paderborn. Es ist wahrhaftig nur noch höchst selten der Fall, daß berufs= und gewohnheitsmäßige Gauner unsere Volksgenossen, unter denen es leider Gottes immer wieder eine ganze Reihe allzu gutgläubiger gibt, übers Ohr hauen. So sind diese Subjekte in der Lage, sich jahrelang vom Betrug zu ernähren. Und wie sie dabei leben, zeigte das Finale im 30stelligen Strafregister gegen den 41 Jahre alten Max Wittmann aus Augsburg. Der Bursche ist seit dem Jahre 1920 30mal bestraft worden, Am 23. Dezember 1936 wurde er aus dem Arbeitshaus entlassen, nachdem er zuvor schon zwei Jahre zwei Monate Zuchthaus verbüßt hatte. Die Erfahrung hatte bei ihm nämlich gezeigt, daß Strafen, selbst die höchsten, nichts fruchteten, sondern er nach und teilweise schon vor Verbüßung einer Strafe wieder neue Taten beging. Die Polizeiverwaltung in Augsburg hat daher dafür gesorgt, daß er einmal ans Arbeiten gewöhnt wurde. Aber es hat nicht geklappt, nämlich schon am Tage nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Arbeitshaus ging eine große Betrugsreise durch ganz West= und Südwestdeutschland los. Sie endete am 13. September in Höxter an der Weser, wo man den Gauner bei seinem letzten Opfer, das ihn jedoch endlich erkannte und überführte, erwischen konnte. Nachdem Wittmann aus dem Arbeitshaus kam, verschaffte er sich durch schwindelhaftes Vorgehen Darlehen. Als diese zurückgegeben werden sollten, der Augsburger Freund und Darlehnsgeber ihn anzeigte, ging er in die Nähe von München und ließ sich hier von seiner Braut nach Noten mit Geld beliefern. So kam er wieder von einer Straftat in die andere, trat unter sieben verschiedenen Namen in ganz Deutschland auf und begann endlich nach einer raffiniert ausgeklügelten Methode ein besonderes Betrugsverfahren zu entwickeln. Er sprach in ungezählten Städten bei Omnibus= besitzern vor, die ständige Verkehrslinien unterhalten. Ihnen bot er an, Reklameschilder von Firmen im Wagen aufzuhängen und für jedes Schild eine bequeme Miete von jährlich 10 RM. erhalten zu können. Die Kaufleute fand er vielfach leicht, indem er Konkurrenzgedanken raffiniert einflocht,„besonders günstige" Lieferung der anzufertigenden Schilder versprach usw. Kurz: der Mann ist der Typ eines gerissenen Gauners, galant und sprachgewandt. Daß er nun in den allerseltensten Fällen seinen Verpflichtungen nachkam, Hunderte von Volksgenossen um Beträge von rd. 25 RM. brachte, ist selbstverständlich, denn sonst hätte er nicht„Tageseinnahmen“ haben können, die in die Hunderte gingen. Vor der Strafkammer Paderborn leugnete er selbst seine häßlichsten Rücksichtslosigkeiten nicht, bat aber flehentlich darum, ihn doch nicht in Sicherungsberwahrung zu nehmen. Daß er bis zu seinem 41. Lebensjahre auf keinem Arbeitsamt, mehr aber bei den Strafbehörden des Reiches bekannt ist, durch sein Vorstrafenleben ausgewiesen hat, daß er aber auch zu nichts nütze ist und endlich diese Kette von Straftaten als Abschluß beging, bewog das Gericht, ihn mit 4 Jahren Zuchthaus, 1000 RM. Geldstrafe und Verhängung der Sicherungsverwahrung zu belegen. Verordnung über Baupreisbildung Der Reichskommissar für die Preisbildu### veröffentlicht im Reichsgesetzblatt die Verordnung über die Baupreisbildung. Die Baupreisverordnung, die in gleicher Weise für Auftragnehmer und Auftraggeber gilt, trifft für die Preisermittlung in der Bauwirtschaft eisgehende Errechnungsvorschriften. Der Preisberechnung dürfen nur die in den Tarifort#nungen festgesetzten Löhne und Gehälter zugrundgelegt werden. Für Baustoffe, Bauhilfsstoffe usw. sind nur die nach den geltenden Preisvorschriften zulässigen Preise in Ansatz zu bringen. Bei eigenen Maschinen und Geräten dürfen höchstens die von dem Reichskommissar für die Preisbildung zugelassenen Abschreibungs= und Verzinsungssätze, bei fremden Maschinen und Geräten höchstens die Sätze der Verordnung über die Höchstmieten für Baugeräte der Preisberechnung zugrundegelegt werden. Zuschläge für Geschäftsunkosten und Gewinne dürfen nur in angemessener Höhe berechnet werden. Um die Baupreise vergleichen zu können und um den bauvergebenden Stellen größeren Einblick in die Preisbildung zu gewähren, ist schließlich eine einheitliche Aufgliederung der Preisangebote vorgeschrieben worden. Gleichzeitig veröffentlicht der Reichskommissar für die Preisbildung eine Verordnung, durch die Höchstmieten für Geräte festgesetzt werden, die zur Durchführung von Bauarbeiten und Gewinnung von Baustoffen verwendet werden. Die Festsetzung von Höchstmieten war bei der außerordentlichen Beanspruchung der Bauwirtschaft dringend notwendig. Grundlage der Höchstmietenberechnung sind die von der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie herausgegebenen Abschreibungs= und Verzinsungssätze für Baugeräte. Die auf dieser Grundlage berechneten Höchstmieten werden zu einer Senkung der vielfach überhöhten Baugerätemieten führen. Zugleich mit dem Erlaß der Verordnung hat der Reichskommissar für die Preisbildung eine schärfere Baupreisüberwachung in die Wege geleitet. Raububersun auf eigene Matter Schändliche Tat eines Neunzehnjährigen Köln. Vor der 1. Großen Strafkammer fand die Schlußverhandlung gegen den erst neunzehnjährigen B. aus Köln statt, der wegen des verabscheuungswürdigen Verbrechens, am 13. Mai d. J. einen Raubüberfall auf seine eigene 52jährige Mutter verübt zu haben, unter Anklage stand. Die erste Verhandlung am 12. d. M. war bereits bis zur Beratung des Gerichts gediehen. Der Staatsanwalt hatte damals wegen vollendeten Raubes und wegen Betruges eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 7 Monaten Gefängnis beantragt. Das Gericht hatte aber von einer Urteilsverkündung Abstand genommen, und beschlossen, die Verhandlung auszusetzen und den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Der regelmäßiger Arbeit abholde Angeklagte durchzog schon als Sechzehnjähriger mit einem doppelaltrigen Kumpan Belgien und Frankreich, erhielt, nach Deutschland zurückgekehrt, wegen Bettelns und Diebstahls Freiheitsstrafen und wurde der Fürsorgeerziehung zugeführt. Vorläufig daraus entlassen, lebte er seit November v. J. mit einem Mädchen in Köln zusammen, geriet in Not und versetzte dessen Kleider. Er versuchte nun an Geld zu kommen. um diese, wie versprochen, wieder einzulösen. Es reifte in ihm der Gedanke seine Mutter zu berauben. Als er bei einem Besuch zu Hause die Mutter allein in der Küche traf, schlug er sie mit einem Kartoffelstampfer zweimal auf den Kopf. Die Mutter, die völlig ahnungslos war, sprang auf, wurde aber von dem entmenschten Sohn zu Boden geschlagen und mit Fäusten bearbeitet. In ihrer Angst rief die am Boden liegende Mutter:„Das Geld ist in der Schürzentasche.“ Der Sohn ließ dann von ihr ab, nahm das Geld an sich, warf es aber im nächsten Augenblick der Mutter wieder zu mit den Worten:„Mutter, behalte das Geld und verzeihe mir.“ Dann verließ er das Haus und eilte zu seiner Geliebten, der er die scheußliche Tat erzählte, worauf diese sich, von Entsetzen geschüttelt, sofort von ihm lossagte. Die Schwester des Angeklagten brachte die Tat zur Anzeige, die Mutter schwieg und verweigerte auch in der Verhandlung gegen den Sohn ihr Zeugnis. Ein mit der Vorvernehmung des Angeklagten betrauter Polizeibeamter bekundete, daß der junge B. beim letzten Besuch bei der Mutter zufällig gesehen habe, daß sie noch mehrere und größere Silbermünzen in der Börse hatte. Das sei für ihn Anlaß gewesen, die Mutter zu berauben.— Der medizinische Sachverständige betonte, der Angeklagte sei zwar erbbiologisch belastet, aber eine geistige Erkrankung liege nicht vor. Er sei voll und ganz für seine Tat verantwortlich, der Schutz des§ 51 komme ihm nicht zu. Ganz verdorben sei der Angeklagte jedoch nicht. Es sei nicht ausgeschlossen, daß er wieder in die Volksgemeinschaft zurückfinde. Das Urteil erging wegen vollendeten Raubes in Tateinheit mit Körververletzung mit drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Die Tat des Angeklagten sei so gemein und niederträchtig, daß nur eine schwere Strafe als Sühne in Frage somme. Die Räumboote in Dortmund Dortmund. Die drei Räumboote der Kriegsmarine trafen am Mittwochabend auf ihrer Westdeutschlandfahrt im Dortmunder Stadthafen ein. Mit den Abordnungen von Partei, Wehrmacht und den Formationen der Bewegung hatte sich eine vielhundertköpfige Menschenmenge zur Begrüßung der blauen Jungens eingefunden. Die Besatzungen der Boote hatten am Donnerstag als Gäste der Stadt Dortmund einen Ausflug nach der Hohensyburg gemacht. Am Freitag setzen die Boote ihre Fahrt nach Münster fort. 25 Jahre Kaiser=Wilhelm=Institut für Kohlenforschung Mülheim=Ruhr. Am 27. Juli 1914, also vor nunmehr 25 Jahren, wurde das Kaiser=Wilhelm=Institut seiner Bestimmung übergeben. Zum Direktor des Instituts wurde Professor Dr. Franz Fischer berufen, der die Leitung noch heute inne hat. Die planmäßige Arbeit des Instituts galt der Wissenschaft von der Steinkohle, insbesondere der Erforschung neuer Stoffe aus der Kohle. In mühevoller Arbeit hat das abgelaufene Vierteljahr den hier wirkenden Wissenschaftlern mannigfache Erfolge gebracht. Kartoffelkäferherd gefunden Geldern. In einem Kartoffelfeld am Liebfrauenweg in Herongen wurde ein Kartoffelkäferherd gefunden. Außer einer Unmenge von Larven wurde auch eine Anzahl von Käfern entdeckt und gefangen. Der von Goch herbeigerufene Kartoffelkäferabwehrdienst sperrte das Feld sofort ab und nahm die übliche Reinigungsaktion vor, die sich selbstverständlich auch auf die benachbarten Kartoffelfelder erstreckte. Der verhängnisvolle Oelfleck Tragischer Tod eines Motorradfahrers Siegen. Frühmorgens geriet der 30jährige Paul Stracke aus Mausbach auf der Fahrt zu seiner Arbeitsstelle in Wehbach mit seinem Kraftrad auf einen Oelfleck, rutschte ab und stürzte. Nachdem Radfahrer dem Verunglückten die erste Hilfe geleistet hatten, bestieg er wieder sein Motorrad und fuhr nach Hause, brach aber dort bewußtlos zusammen und starb auf dem Transport ins Krankenhaus, vermutlich an den Folgen eines Schädelbruchs Eine 180 Jahre alte Ahrbrücke Rech. Wer von Neuenahr in Richtung Altenahr fährt, berührt zwischen den Orten Dernau und Mayschoß das reizvoll gelegene Winzerdorf Rech, dessen Hauptteil auf der rechten Ahrseite liegt und durch eine Brücke mit der Hauptverkehrsstraße verbunden ist. Diese Brücke steht jetzt seit 180 Jahren. Im Jahre 1759 erbaut, trotzte sie allen Gewalten, die sich vor allem aus den Unwetterkatastrophen in den Jahren 1804 und 1910 ergaben. Während die meisten anderen Brücken des Ahrtals diesen beiden Katastrophen zum Opfer fielen, blieb die Recher Brücke stehen, obwohl— wie die Chronik berichtet— im Jahre 1804 das Hochwasser acht Fuß über den Brückenbogen gestanden haben soll. Italienische Urlauber besuchen Koblenz Koblenz. Unter den wenigen deutscheg Städten, die in den nächsten Tagen von Unaubern der Conferazione Fascista besucht werden, befindet sich auch Koblenz, wo bereits umfassende Maßnahmen zur würdigen Begrüßung und für die weitere Programmgestaltung getroffen sind. Der erste Zug der italienischen Urlauber trifft am kommenden Samstag in Koblenz ein. Die Gäste werden in 36 Koblenzer Hotels und Gaststätten untergebracht. Martyrium eines Kindes 1½ Jahre Gefängnis für die entmenschte Mutter Trier. Ein Bild von Herzlosigkeit und sittlicher Verkommenheit, wie es erfreulicherweise nur selten dasteht, entrollte ein Verfahren vor der Zweiten Großen Strafkammer, in dem sich eine 29jährige Mutter wegen fortgesetzter Mißhandlung ihres eigenen vierjährigen Kindes zu verantworten hatte. Leugnen konnte die Angeklagte vor Gericht ihre Herzlosigkeit nicht, wenn sie auch versuchte, ihre rohen Mißhandlungen— so hatte sie die Kleine verschiedentlich gegen Möbel geworfen und mit einem Kartoffelstößer unmenschlich geschlagen— damit zu rechtfertigen suchte, daß das Kind nicht sauber gewesen sei, was aber im Gegensatz zu den Bekundungen des früheren Pflegevaters stand. Von mildernden Umständen konnte keine Rede sein, wenn auch die Angeklagte bisher unbestraft war. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, auf die es die erlittene Untersochengsbolt anrechtete. FradfommVvorheh Roman von Bodo M. Vogel Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Zichacker, Gröbenzell bei München Regina Holm sah sie tadelnd an. Das war wieder einer von jenen Blicken, unter denen Rosemarie erröten mußte. „Was du da eben gesagt hast“, meinte Regina,„war gar nicht schön. Ich erteile dir einen ernstlichen Verweis.“ Rasch die Verlegenheitspause überbrückend, fuhr sie fort:„Spielen Sie eigentlich Tennis, Herr Westernkirch?“ „Ich habe wirklich keine Zeit.“ „Dazu muß man Zeit finden.“ „Das Werk nimmt ihn von früh bis spät in Anspruch“, erwiderte seine Mutter für ihn. „Nur wenn er im Flugzeug sitzt, bietet ihm das Ablenkung.“ „Heinz Westernkirch..““ überlegte Fräulein Holm laut,„Sie sind doch nicht der berühmte Flieger, von dem man früher so viel gelesen hat?“ „Es gibt nur einen Westernkirch, der fliegt.“ „O, das wußte ich nicht", erwiderte Regina Holm und verfiel in Schweigen, während ihr die zahlreichen Fliegergeschichten einfielen, die sie über ihn gelesen hatte. „Das ist dann etwas ganz anderes“, bemerkte sie schließlich. Sie sah ihn an mit wachsendem Interesse und mit plötzlich erwachter Achtung. Rosemarie Overhoff hörte zu und tobte innerlich. Ein Gefühl der Wut stieg in ihr auf, ohne daß sie recht wußte, weshalb. Am Montagmorgen gegen 10 Uhr kam Regina Holm zu der angekündigten. Besichtigung ins Werk. Rosemarie Overhoff und Westernkirch waren beide im Chefbüro. „Ich habe furchtbar viel zu tun“, sagte sie. „Ich gehe auch sehr gern allein“, meinte Regina.„Oder sol ich Herrn Westernkirch bitten?“ „Nein, nein...“ meinte Rosemarie. „Darf ich gehen, wohin ich will?“ fragte Regina Westernkirch. „Gewiß! Aber sehen Sie sich vor den Transmissionen und Maschinen vor. Das könnte Ihrer farbenfrohen Kleidung schaden.“ Sie ging mit einem Scherzwort hinaus. Eine Viertelstunde lang arbeiteten Fräulein Overhoff und Westernkirch schweigend. Dann sah er auf einmal auf. „Es muß doch für Fräulein Holm so ganz allein ziemlich langweilig sein... Soll ich nicht doch lieber gehen?“ „Nein“, sagte sie.„Ich werde gehen.“ „Wie Sie wünschen.“ Sie rührte sich aber nicht vom Platz. Nach einer Weile fuhr sie fort: „Aber vielleicht, Herr Westernkirch, verstehen Sie es besser, Fräulein Holm die Besichtigung besonders interessant zu gestalten... „Dann werde ich also doch gehen", erwiderte er, stand rasch auf und ging hinaus. Sie sah ihm überrascht nach. Sein Verhalten schien nicht gerade die Ansicht seiner Mutter zu bestätigen, daß er Damenbekanntschaften nicht schätzte. Rosemarie lächelte ironisch. Sicher würde es sehr amüsant sein, wenn er sich gar in Regina verliebte. Sie arbeitete an ihrer Korrespondenz, ohne daß sie recht von der Stelle kam. Eine halbe Stunde später rief man von der Villa aus an. Sie möchte doch sofort kommen. Sie wartete Reginas Rückkehr nicht ab, sondern nahm gleich ihren Wagen, um heimzufahren. : In der Diele stand der Hausarzt. „Mein liebes Fräulein Overhoff..." begann er, und sie begriff sofort. „Vater ist tot“, sagte sie tonlos. „Er ist in Frieden eingeschlafen.“ Sie ging hinaus in das Sterbezimmer und kniete neben dem Bett nieder. Das Schicksal hatte es grausam eingerichtet, daß der Vater ohne ein Wort des Abschieds von ihr gehen mußte. Die Tränen kamen ihr mit heißer Bitterkeit. Sie hatte ihren Vater sehr gern gehabt. Nun ließ er sie allein. Sie fühlte sich entsetzlich einsam. Eine weiche Hand berührte ihre Schulter. „Komm, Rosemarie“, sagte Regina Holm, die hinter ihr stand. „Wenn ich ihm doch die Augen hätte schließen können..." „Sieh sein Gesicht und du kannst nicht sagen, daß er unglücklich ist.“ Jetzt fielen Rosemarie die Worte des Vaters ein, die er vor einigen Wochen im Hinblick auf ihre arme Mutter gesprochen hatte:„Bald werde ich für immer bei ihr sein!“ Regina nahm sie in den Arm und führte sie hinaus. Die nächsten Tage waren ihr ein böser Traum. Wenn Regina Holm nicht gewesen wäre! Sie leitete alle Förmlichkeiten und doch war sie oft bei der Freundin, um ihr liebe Trostworte zu sagen. * Die Beerdigung war vorüber. Rosemarie Overhoff wollte sich auf ihr Zimmer zurückziehen, doch der Notar bat sie, bei der Testamentseröffnung zugegen zu sein. Es war nur ein einziger Zeuge zugegen, der Bankier Friedrich Brinkmann, ein alter Freund Overhoffs, der sich seit vielen Jahren mit der Verwaltung der Overhoffschen Gelder befaßte. „Das Testament liegt einige Jahre zurück“, begann der Notar.„Es ist sehr kurz und setzt Sie, Fräulein Overhoff, als Alleinerbin ein. Sorgen brauchen Sie sich daher in Zukunft nicht zu machen“, fügte er, an den Bankier gerichtet, hinzu. „Ich helfe Fräulein Overhoff wo und wie ich kann“, sagte Friedrich Brinkmann herzlich. Er war ein glattrasierter alter Herr mit frischem, geröteten Gesicht und klugen, grauen Augen. Lorenz Overhoff hatte er noch als jungen Menschen gekannt, und zu Rosemarie stand er in einem fast verwandtschaftlichen Freundschaftsverhältnis, obwohl er sie jetzt mit„Sie“ anredete. Als der Notar gegangen war, rückte. Brinkmann mit seinem Stuhl ein bißchen näher an Rosemarie heran. „Ihre Verantwortung ist nun groß, mein Kind. Wie ich höre, ist Ihr junger Chefingenieur ein sehr tüchtiger Mann. Was brauchen Sie sich überhaupt mit der Leitung eines solchen Riesenunternehmens zu befassen? Ich rege an, es in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.“ „Nein“, erwiderte sie entschlossen.„Ich möchte das Werk weiterführen.“ Der alte Herr schüttelte den Kopf. „Sie als Frau?“ Jetzt setzte sie ihm klar auseinander, daß sie für immer die Leitung des väterlichen Werkes zu übernehmen gewillt sei. Dabei war sie durchaus darauf gefaßt, auf Ueberraschungen zu stoßen. Der alte Brinkmann aber lächelte nur skeptisch. „Das würde das Richtige sein!“ meinte er ironisch.„An allen Ecken und Enden würde man Sie betrügen. Nein, nein... Lassen Sie die Hände davon! Die Frau möchte ich erst sehen, die imstande wäre, das Overhoffsche Werk einwandfrei zu leiten.“ „Ich bin diese Frau“, sagte sie einfach. Jetzt erkannte er, daß es ihr Ernst war, daß ihr Entschluß nicht mehr umgebogen werden konnte. „Kind, dann nehmen Sie sich wenigstens einen tüchtigen Sozius!“ Sie verneinte. Dann aber fiel ihr ein, was ihr Vater Westernkirch versprochen hatte. Dieses Versprechen mußte eingelöst werden. Am nächsten Morgen war sie zum erstenmal seit dem Todesfall wieder im Büro. Westernkirch hatte ein persönliches Beileidsschreiben gesandt. Bei der Trauerfeier war er der Sprecher der Arbeiter und Angestellten gewesen. In markigen Worten hatte er die Verdienste des Verstorbenen gewürdigt und dann im Namen aller dem Werke auch weiterhin treue Gefolgschaft versprochen. Zwischen Rosemarie und Westernkirch war es inzwischen zu keiner Rücksprache mehr gekommen. Als sie jetzt in das Büro trat, wiederholte er noch einmal mündlich sein Beileid. Sie nickte nur dazu, denn sprechen konnte sie nicht. Auch ihrer Tränen schämte sie sich in diesem Augenblick keineswegs. Maschinenlärm draußen im Werk kündete an, daß hier an einen Stillstand nicht zu denken war. Entschlossen wischte Rosemarie die Tränen fort. Dann setzte sie sich in den Stuhl ihces Vaters. Ihr Blick war jetzt kühl und gemessen. „Herr Westernkirch, es ist meine Pflicht. Sie über die Testamentseröffnung aufzuklären. Das Testament liegt einige Jahre zurück. Nur darum kommt Ihr Name nicht darin vor.“ Er stand vor ihrem Schreibtisch und hörte abwartend zu. „Vater hat bedingungslos alles mir hinterlassen. Meine Sorge ist es nun, das Werk in Vaters Sinn fortzuführen. Es war seine Absicht, Sie als Teilhaber in die Firma aufzunehmen. Hat er Ihnen über die Bedingungen gesprochen?" „Nein!“ „Ich nehme an, daß er eine fünfundzwanzigprozentige Beteiligung in Frage zog...“ „Mit einer fünfzigprozentigen hatte ich auch gar nicht gerechnet“, gab er zurück. Sie sah ihn fest an und fuhr fort: „Ich habe mir alles genau überlegt und halte fünfundzwanzig Prozent als Ihren Leistungen nicht ganz angemessen. Darum schlage ich Ihnen eine erhöhte Teilhaberschaft zu einem Drittel vor.“ „Das ist sehr freundlich von Ihnen, Fräulein Overhoff“, sagte er.„Darf ich eine Frage stellen?“ „Bitte.“ „Würden Sie mir dieses Anerbieten auch gemacht haben, wenn es Ihr Herr Vater nicht ausdrücklich gewünscht hätte?“ „Nein“, entfuhr es ihr im gleichen Augenblick. „Das habe ich mir gedacht", erwiderte er. „Vielen Dank für Ihre Freundlichkeit, aber ich kann sie nicht annehmen.“ Sie sprang auf und starrte ihn an. „Sie wollen mich doch etwa nicht wieder allein lassen, Herr Westernkirch?“ „Keineswegs. Es ist meine Absicht, auch weiterhin als Chefingenieur hier tätig zu sein. Ich denke, daß sich doch wohl eine feste Grundlage unserer Zusammenarbeit finden läßt.“ Im stillen ärgerte er sich über das, was er sagte. Vor einigen Minuten noch war es sein fester Plan gewesen, das Werk zu verlassen. Er wollte ihr lediglich vorschlagen, noch so lange zu bleiben, bis sie einen geeigneten Nachfolger gefunden hatte. Und nun hatte er doch gerade das Gegenteil versprochen! „Falls Ihnen meine Dienste noch angenehm sind“, fügte er hinzu. „Ich glaube, ich könnte keinen besseren Chefingenieur finden", lächelte sie. Sie fühlte sich erlöst. „Ich werde mir stets der Grenzen bewußt sein, die mir gezogen sind“, sprach er weiter. „Sie sind mein Arbeitgeber und ich bin der Angestellte. Aber, wenn ich mir eine kleine Warnung erlauben darf: Ich bin ein Mann mit eigenen Ansichten. Und— nun lächelte auch er— manchmal sitzt mir das Temperament ein bißchen locker..“ „Vielen Dank für die Warnung“, entgegnete sie, sein Lachen erwidernd.„Und ich bin manchmal ein bißchen vorschnell. Aber ich meine es nicht so. Bitte, betrachten sie auch das als eine kleine Warnung. Und nun, Herr Westernkirch, nun wollen wir frohgemut an die Arbeit gehen. Wir haben eine heilige Pflicht zu erfüllen. Vaters Werk...“ Zum erstenmal reichten sie sich impulsiv die Hand. Draußen stampften die Maschinen den Takt zu diesem Zusammenklang der Herzen. Griesbach hatte sich entschlossen, nicht überstürzt zu handeln, sondern abzuwarten, bis Rosemarie Overhoff die Geschäftsleitung des Werkes wieder in die Hand genommen hatte. Seit einiger Zeit machte sich bei ihm die Overhoffsche Konkurrenz deutlicher fühlbar, und sein Geldmann hatte auch schon einige mißtrauische Rückfragen gestellt. Schließlich nahm sich Griesbach vor, dem Overhoffschen Werk einen Besuch abzustatten, aber er wählte eine Zeit, von der er wußte, daß Westernkirch nicht anwesend war. Rosemarie war in glänzender Stimmung, als Griesbach kam. Natürlich nicht wegen seines Besuches, sondern weil sie gerade die Bestätigung eines größeren Staatsauftrages erhalten hatte. „Ich muß in einer geschäftlichen Sache mal ernstlich mit Ihnen sprechen", begann er nach der Begrüßung.„Hören Sie mir bitte gut zu. Ich bringe noch einmal eine Verschmelzung unserer beiden Werke in Anregung. Was sagen sie?“ „Nein", erwiderte sie lächelnd. „Gestatten Sie es mir, Ihnen die Vorteile einer solchen Fusion auseinanderzusetzen...“ „Wir haben erst heute wieder einen großen Auftrag hereinbekommen. Hier steht es schwarz auf weiß. Ich sehe darum nicht ein, welche Vorteile für uns aus einer Verschmelzung herausspringen sollten.. Er zuckte die Achseln.„Scheinbar wissen Sie noch nicht, daß wir bereits mit einer sensationellen Neuerung herauskommen, die Ihren Motor weit in den Schatten stellt! Aber, Rosemarie, muß das sein? Muß dieser Kampf auf Leben und Tod immer noch fortgesetzt werden? Können wir uns nicht als Freunde einigen, als...“ „Kommen Sie schon wieder mit Ihrem Heiratsantrag?“ fragte sie. „Sie wissen doch, wie ich Sie liebe! An meiner Seite werden Sie glücklich sein. Lassen Sie die Arbeit ruhen, reichen Sie mir die Hand und werden Sie meine Frau!“ „Ich habe keine Heiratsabsichten“, meinte sie mit Ueberzeugung. „Aber, Rosemarie, ich liebe Sie! Ich kann ohne Sie nicht sein!“ „Es ist gut, Herr Griesbach, wir wollen über etwas anderes sprechen.“ Er seufzte tief auf. „Also, wenn das nicht sein soll... Warum denn nicht etwas anderes? Wir wollen das Kriegsbeil begraben und geschäftlich als Partner zusammen arbeiten...“ Sie schüttelte den Kopf und stand auf. „Nein. Das Overhoffwerk gehört der Familie Overhoff allein, Herr Griesbach! Verstehen Ede?“ Er sah sie drohend an. „Ich bin im Guten gekommen, Fräulein Overhoff! Zwingen Sie mich nicht!“ Sie zuckte nur leicht die Achseln. Er fuhr fort: „Ich bin ein guter Freund, Fräulein Overhoff, aber ein sehr gefährlicher Feind! Bedenken Sie das! Mein Einfluß ist größer als der Ihre. Ich werde alles, was in meiner Macht steht, daran setzen, Sie geschäftlich zugrunde zu richten.“ „Ich fürchte Sie nicht", erwiderte sie.„Auf jeden Fall denke ich, daß wir nun diese Unterredung beenden wollen. Guten Tag.“ Sie schritt an die Tür und öffnete sie weit. Griesbach ging mit gebeugtem Kopf hinaus. Er fuhr sofort in sein Büro und legte sich hier einen Schlachtplan zurecht. Den ersten Teil davon wollte er gleich in die Tat umsetzen. Er fuhr noch am Abend in Westernkirchs Privatwohnung. „Er ist in seinem Privatlaboratorium“, sagte die Hausangestellte. Griesbach war zum ersten Male in diesem Raum und sah sich neugierig um. „Ich empfange hier keine Besuche“, sagte Westernkirch unhöflich. „Sehr vernünftig von Ihnen. Dann will ich gleich wieder gehen.“ „Bleiben Sie schon einen Moment“, ga Westernkirch gutmütig nach.„Da steht eie Stuhl. Setzen Sie sich. Rauchen streng ver boten.“ Er wartete, bis er Platz genommer hatte.„Was wollen Sie denn eigentlich?“ „Antworten Sie mir erst einmal auf mein Frage: Besteht Aussicht, daß Sie bei der Overhoffwerken als Teilhaber ausgenommer werden?“ „Nein... Mir ist nichts davon bekannt.“ „Gut! Dann biete ich Ihnen die technisch Direktorstelle bei mir an. Ist Ihnen das recht?“ „Muß ich mir erst gründlich überlegen“, erwiderte Westernkirch. Griesbach tippte mit einem silbernen Bleistist auf dem Tisch herum. „Sagen Sie mal, Westernkirch, sind Sie wieder für längere Zeit an Ihre Firma gebun den?“ „Ich habe keinen festen Vertrag. Natürlich muß ich eine bestimmte Kündigungsfrist ein halten.“ „So, so...“, machte Griesbach. Nach einer Weile fuhr er fort:„Wir haben jetzt einen fabelhaften neuen Motor.“ Lächelnd gab ei einige Einzelheiten bekannt.„Ich erzähle Ihnen das nur, weil ich bestimmt damö rechne, Sie kommen zu uns. Erst arbeiten wir mal ein halbes Jahr zusammen. Dann werden wir uns über die Teilhaberschaft unterhalten. Wie hoch ist Ihr Gehalt zur Zeit?“ Westernkirch nannte die Summe. „Ich gebe Ihnen zweihundert mehr im Monat!“ rief Griesbach. Nach einer Weile fuhr er fort:„Ich glaube annehmen zu dürfen, daß Ihnen die Weiberwirtschaft auf die Daueauch nicht paßt. Kennt man doch, wie das ist nicht wahr?“ „Ich habe bisher nur mit einer Dame zusammen gearbeitet“, sagte Weestrnkirch kühl Dann meinte er:„Also, gut, ich werde Ihner Vorschlag überlegen. In ein paar Tagen erhalten Sie Bescheid.“ „Je eher, desto besser“, sagte Griesbach und ging hinaus. Der übernächste Tag war ein Sonntag. Rosemarie Overhoff und ihre Freundin hatten sich bei Frau Westernkirch zum Tee ansagen lassen Regina Holm kam aber allein. „Fräulein Overhoff kommt nicht?“ fragte Westernkirch. „Sie läßt sich entschuldigen. Kopfweh. Ich glaube, sie arbeitet zu viel.“ „Zwölf Stunden Büroarbeit sind selbst für einen Mann zuviel.“ „Und dann noch die Sorgen!“ fuhr Regina Holm fort.„Sie nimmt alles so schwer.“ Sie unterhielten sich eine Weile. Dann ging Frau Westernkirch hinaus und ließ Regina mit ihrem Sohn allein. „Wie verstehen Sie sich jetzt mit Fräulein Rosemarie?“ fragte sie. Er antwortete nicht direkt darauf. „Man hat mir eine gute Stelle anderswe als technischer Direktor vorgeschlagen.“ Sie sah ihn erschrocken an. „Gehen Sie wirklich mit dem Gedanken um, das Werk zu verlassen? Rosemarie würde das bestimmt nicht recht sein.“ „Bitte, sagen Sie ihr nichts“, sagte er rasch „Wenn etwas zu sagen ist, will ich das selbst tun.“ „Mögen Sie Rosemarie eigentlich?“ „Eine seltsame Frage. Ich bringe ihr überhaupt kein persönliches Gefühl entgegen. Ich sehe in ihr nur die Leiterin der Overhoffwerke.“ „Sie ist aber doch sehr schön“, sagte sie. Als er darauf nicht antwortete, sagte sie nach einer Pause: „Herr Westernkirch, eigentlich... gefallen Sie mir ausnehmend gut!“ „Sie mir auch, Regina.“ „Ich bin eine von den seltenen Frauen, die guter Freundschaft schließen können, ohne daß dabei von dem Wörtchen Liebe die Rede ist Ich biete diese Freundschaft an, Heinz...“ „Und ich nehme sie gerne entgegen, Regina.“ „Gut! Dann können wir ja offen sprechen“, fuhr sie fort.„Nehmen wir an, Rosemarie würde sie bitten nicht fortzugehen und zu bleiben. Versprechen Sie mir, keine Entscheidung zu fällen, bevor wir beide nicht darüber gesprochen haben.“ „Das will ich Ihnen gerne versprechen“, sagte er. „Freut mich von Herzen, Heinz. Haben Sie schon einmal wirkliche Kameradschaft mit einer Frau geschlossen?“ „Nur mit meiner Mutter.“ „Ihre Mutter ist auch eine gütige Frau.“ Nach einer Weile fügte sie hinzu:„Wissen Sie eigentlich schon, daß Rosemarie diese Woche das neue Flugzeug ausprobieren will?" „Habe ich auch schon gehört. Aber ich kann es nicht glauben.“ „Doch. Sie sagt, es bestände keine Gefahr. Sie ist ja tatsächlich eine sehr gute Fliegerin.“ „Ich habe sie noch nie in der Maschine gesehen“, meinte Weestrnkirch,„ich kann mir darüber kein Urteil erlauben.“ (Fortsetzung folgt) Regierung Colijn gestürzt Bildung einer schwarzroten Koalitions. regierung! Den Haag, 27. Juli. Die Zweite Kammer hat. den Mißtrauensantrag der Römisch=Katholischen Staatspartei gegen die Regierung Coliijn, die erst seit zwei Tagen im Amt war, mit 55 gegen 27 Stimmen angenommen. Für den Antrag, also gegen die Regierung, stimmten die Katholiken, die Sozialdemokraten. die Freisinnigen Demokraten und die Christlichen Demokraten. Nachdem das Fachministerium Colijn, auf das weite Kreise ihre Hoffnungen gesetzt hatten, jetzt durch die schwarzrote Kammermehrheit gestürzt ist, erwartet man in politischen Kreisen den Haags die Bildung eines Kabinetts der Katbolthen und der Sozialdemokraten. glich neue Opfer Thorn, 27. Juli. Der Terror gegen Volksdeutsche in Polen fordert fast täglich neue Opfer. Die harmlosesten Aeußerungen aus deutschem Munde werden übertrieben, verdreht, wenn nicht gar frei erfunden und zum Gegenstand einer Anklage gemacht. So wurde jetzt der Volksdeutsche Ferdinand Gogolin aus Kowalego„wegen Verbreitung falscher Nachrichten" zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Volksdeutsche Hans Wichert aus Dolne Wymiary, Kreis Culm, wurde wegen angeblicher Verbreitung falscher Nachrichten verhaftet. Das Burggericht in Rogasen verurteilte den Volksdeutschen Ellermann aus Nienawiscze aus demselben Grunde zu einem Jahr Gefängnis und 50 Zloty Geldstrafe. Solche Urteile werden noch durch planmäßige Terroraktionen besonders unterstrichen. Während der polnische Chauvinismus bereits in Feiern künftiger Siege schwelgt, begnügt er sich im Lande selbst zunächst mit Gewalttätigkeiten und Angriffen auf das Leben und Eigentum der dort wohnenden Deutschen. Diese Gewalttaten, die bezeichnenderweise meist im Schutze der Nacht ausgeführt werden und unter stillschweigender Duldung der polnischen Polizei vor sich geben, zeigen das Gepräge einer systematischen Aktion. In Strzyzawa(Kreis Culm) wurden dem Landwirt Eugen Finger eine größere Anzahl Fensterscheiben eingeschlagen. Dasselbe geschah dem Volksdeutschen Wilhelm Adolf aus Drzycim(Kreis Schwetz), Heinrich Traue aus Brzozowo(Kreis Culm) und Max Kirste aus Brzozowo. Diesem wurden außerdem zwei vollbeladene Wagen mit frischem Heu ins Wasser geworfen. Spanisches Dementi in Paris, 27. Juli. Die spanische Botschift in Paris dementiert alle Gerüchte, die in der hiesigen Presse über angebliche Meinungsverschiedenheiten unter den führenden Persönlichkeiten des neuen Spaniens in Umlauf gesetzt worden sind. Diejenigen, die hinsichtlich der spanischen Innenpolitik und besonders der Außenpolitik auf derartige angebliche Meinungsverschiedenheiten spekulierten, täuschten sich schwer, ebenso wie sie sich in ihren Voraussagen über den Ausgang des Bürgerkrieges getäuscht hätten Spanien stehe heute so geschlossen hinter General Franco, wie es selten in der Geschichte hinter seiner Führung gestanden hat. abgeschieffenl Berlin, 27. Juli. Nachdem die 11=Tibetexpedition Dr. Ernst Schäfer nach 50tägigem Aufenthalt Lhasa am 19. 3. verlassen hatte, erreichte sie am 25. 4., nach 600 Kilometer langem Marsch, Shigatse, die Hauptstadt des Panchenlama. Der Rückmarsch von Lhasa gab außerordentlich wertvolle Aufschlüsse. Shigatse ist die zweitgrößte Stadt Tibets. Der Empfang der Deutschen in dieser Stadt und in Taschilumpo, dem fast 4000 Lamas umfassenden Regierungskloster des Panchenlama, überbot selbst die Empfänge der ersten Deutschen in Lhasa. Fast die gesamte Bevölkerung der Stadt war auf den Straßen, als die Deutschen durch sieben hohe tibetische Beamte eingeholt wurden. Das Regierungskloster Taschilumpo ist dadurch bekannt geworden, daß es im Jahre 1907 durch den schwedischen Forscher Sven Hedin zum erstenmal besucht werden konnte. Die ersten Tage in Shigatse vergingen mit den offiziellen Besuchen und der Ueberreichung der Geschenke, die den freundlichen Kontakt der deutschen zur tibetischen Regierung zum Ausdruck bringen. Am 28. 4. empfing der Stellvertreter des im Jahre 1937 in China verstorbenen Panchenlama die deutsche Expedition als seine Gäste und sie besichtigten zum ersten Male das Riesenkloster Taschilumpo. Am 19. 5. brach die Expedition nach Gyantse auf, das in drei Tagen erreicht wurde. Von Gyantse aus wurden mehrere Abstecher in den von Sven Hedin entdeckten Transhimalasa durchgeführt. In Gyantse, einem englischen Fort, fanden Verhandlungen mit den englischen Beamten über den Weitermarsch der Expedition und den Abtransport der Sammlungen statt. Bei dieser Gelegenheit waren die Deutschen Gäste der englischen Offiziere bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag des englischen Königs. Da der Monsum in diesem Jahle außerordentlich früh, d. h. zu gleicher Zeit wie in Bombay, hereingebrochen ist, mußte die Expedition rascher, als urfrünglich vorgesehen, darauf bedacht sein, nach Gangtok, dem Ausgangspunkt der Expedition, zurückzugehen. Denn auf alle Fälle mußten die wertvollen Sammlungen sichergestellt und zur Küste transportiert werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition in Sikkim und besonders aber in Tibet sind ganz hervorragend. Neben großen zoologischen und botanischen Sammlungen, die sich teilweise schon in Deutschlind befinden sind zurzeit 50 lebende Tiere für Deutschland unterwegs. Weitere Tiere, insbesondere Hunde, befinden sich noch bei der Expedition selbst. Es ist zu erwarten, daß die Teilnehmer der nunmehr mit außerordentlich großem Erfolg abgeschlossenen ersten Deutschen ½=Tibetexpedition in nächster Zeit in Deutschland eintrefsen werden. Iupon fachert siu, in Hazistl Tokio, 27. Juli. Die Erklärung des Marineministers, daß eine neue Flotte zusammengestellt sei, wurde am Donnerstag vom Sprecher der Marine, Admiral Kanaza, ergänzt. Einleitend stellte er fest, daß die Aufstellung der neuen Flotte vollkommen beendet sei. Sie sei dazu bestimmt, die Seeherrschaft Japans über den westlichen Pazifik absolut sicherzustellen. Die neue Flotte sei notwendig, um gleichzeitig den Aufbau der neuen Ordnung in Ostasien zu unterstützen. Einzelheiten über Zusammensetzung, Schiffsarten usw. konnte der Sprecher nicht mitteilen, sondern er bemerkte nur, daß die Flotte jedenfalls aus einigen Geschwadern mit je zwei und mehr Schiffen bestehe. Die neue Flotte werde hauptsächlich in den heimischen Gewässern operieren. Auf eine Frage erklärte der Sprecher ferner, daß die Flotte keine Uebergriffe Moskaus in Nordsachalin dulden, sondern die japanischen Konzessionsrechte mit allen Mitteln verteidigen werde. Einhaltung aufzwingen Japanischer Befehlshaber zu den Tokioter Besprechungen Rom, 27. Juli. Der Befehlshaber der japanischen Streitkräfte in Tientsin, General Homma, erklärte einem Berichterstatter des Popolo di Roma, daß Japan den Engländern die Einhaltung striktester Neutralität in China aufzuzwingen wissen werde. Wenn der englische Botschafter Craigie die Auffassung vertrete(eine Auffassung, die bekanntlich auch Chamberlain vertritt! D. Schriftltg.), daß die englische Politik im Fernen Osten „keine Aenderung" erfahren werde, lege Japan das mit England getroffene Abkommen anders aus. In England bilde man sich offenbar ein, daß der erfolgte Prestigeverlust wieder gutgemacht werden könne. Die Japaner teilten diese Auffassung nicht, zumal viele von ihnen in dem Kampf gegen China mittelbar einen Kampf gegen England sähen. Solche Situationen ließen sich nicht durch ein einfaches Abkommen lösen. Der General betonte weiter, vaß die übrigen Mächte unter dem englisch=japanischen Abkommen nicht zu leiden hätten und vor allem die Beziehungen Japans zu Rom und Berlin keinerlei Aenderung erfahren würden. Japans Ziel sei, die Beziehungen zwischen England und Tschiangkaischek zu unterbinden, um den Frieden in China zu sichern. China vertraut Chamberlain Tschungking, 27. Juli. Chamberlains zweideutige Erklärungen zum vorläufigen Ergebnis der Tokio=Besprechungen haben auf die Tschungkinger Zeitungen die zweifellos beabsichtigte Wirkung nicht verfehlt. Während am Mittwoch die hiesige Tagespresse sogar Englands Vorgehen als unmoralisch bezeichnete, klammert sie sich am Donnerstag an den Gedanken, daß England in Wirklichkeit China nicht fallen lassen wolle und„den Tatsachen ins Dir grinsener Kädte Ein Tatsachenbericht über den interessantesten Kriminalfall der japanischen Polizei Von Walter Ebert Copyright Knorr àmp; Hirth, München. Alle Rechte vorbehalten eunulelünnünmmimmenümmmm 9. Fortsetzung. Dies ist das Geishageschäft. Der Detektiv Ishiga betrat die weite, mit blütenweißen Matten belegte Halle des Vermittlungsamtes. Er wandte sich an einen Herrn, der gravitätisch auf seinem Kissen hockte, vor sich einen Schreibblock, neben sich den Telephonapparat. Den Hörer hatte er meist am Ohr. Ishiga zeigte seine Polizeimarke. „Eine Geisha namens Kiku... erst vor kurzem eingetroffen. Wahrscheinlich noch Hangyoku — Geishaschülerin. Der Herr auf der Matte telephonierte. Nach einer Weile kam ein Page mit einem Zettel. Der Herr strahlte.„Ich bin glücklich, Ihnen die gewünschte Auskunft geben zu können. Ein Mädchen mit Namen Kiku ist seit sieben Wochen bei uns gemeldet. Alter fünfzehn Jahre. Hier ist die Adresse. Wenn Sie sich bemühen wollen, mein Herr?“ Er gab den Zettel Ishiga. Seine Mundwinkel reichten bis an die Ohren. Er platzte fast vor Stolz über die gute Organisation des Amtes. Ishiga dankte und ging. Seine Finger krampften sich um den Zettel wie um eine Kostbarkeit. Sie war es. Sie mußte es sein. Der Zeitpunkt stimmte, das Alter stimmte, alles. Endlich! Er pumpte mit einem tiefen Atemzug die Brust voller Luft und ließ sie zischend wieder ausströmen. Er spannte die Muskeln seiner Arme. Er biß die Zähne aufeinander. Er fühlte sich stark und glücklich wie nie in seinem Leben. Am liebsten wäre er gelaufen, um schnell bei ihr zu sein. Seine Beine wollten vorwärtsstürmen, so wie es in seinem Kopf stürmte. Er zwang sich, langsam zu gehen. Richts durfte durch unüberlegte Hast verdorben werden. Plötzlich blieb er stehen. War es überhaupt richtig, das Mädchen Kiku jetzt gleich zu vernehmen? Um diese Stunde schlief sie noch. Sie würde erschrecken, wenn sie aus dem Schlaf geholt und vor einem Kriminalbeamten geführt wurde. Ishiga dachte an den Zeugen Sekunai. Vielleicht hatte auch der Vater der Geisha Kiku Ursache gehabt, die Polizei zu scheuen. Vielleicht würde Kiku nicht sprechen wollen. Ishiga überlegte. Ob man sich ihr nicht zunächst auf eine unverfängliche Weise näherte? Etwa als Besucher eines Teehauses? Soviel Zeit war seit dem Mord verstrichen. Auf ein paar Stunden kam es nun nicht mehr an. Ja, es war besser, bis zum Abend Geduld zu haben. * Mohnblüte, die Geishaya, klatschte in die Hände. „Kiku San— hai! Du sollst sofort ins Teehaus Lotosblatt kommen! Ein Gast wartet auf dich.“ Sie zog die Stirn in Falten, als sie die erschrockene Miene der Geisha=Schülerin gewahrte. Das konnte gut werden! Sie selbst begriff nicht recht, was das für ein sonderbarer Mann sein mochte, der ein so unwissendes, unerfahrenes Ding zur Unterhaltung bestellte. Aber Kiku war ausdrücklich mit Namen angefordert worden. Nun hatte das törichte Mädchen natürlich Angst. Mohnblüte sah den Ruf ihres Hauses in Gefahr. Ihre rundliche Gestalt fegte durch die Räume. Der pfirsichfarbene Kimono wogte. Die fünf Geishas, die kichernd und plaudernd um das wärmende Kohlenbecken kauerten, liefen aufgescheucht durcheinander. „Hurtig, Kiku San— mach' dich fertig!" Die dicken Patschhändchen klatschten aufmunternd. „Erdbeere, gib ihr dein blaues Kimono mit den Reihern!— Schilfgras, du hilfst ihr beim Anziehen! Daß du mir den Puder gleichmäßig aufträgst!— Morgenröte, du bestellst den Rikschamann! Munter, ihr trägen Geschöpfe tummelt euch!“ Erdbeere, Schilfgras und Morgenröte bemühten sich plappernd um die ängstliche Kiku. Mohnblüte, die Geishaya, war die Güte selbst — solange man ihr aufs Wort gehorchte. Es war auch empfehlenswert, recht schnell zu gehorchen. Andernfalls konnte sie sich in eine rasende Teufelin verwandeln. Kiku stand geduldig wie eine kleine Bildsäule vor dem Spiegel. In ihren dicken schwarzen Haaren wütete Erdbeere mit dem Kamm. Sie war nicht sehr entzückt davon, ihr schönstes Gewand ausleihen zu müssen. Dementsprechend fiel die Prozedur des Frisierens etwas schmerzhaft für Kiku aus. Sie verzog keine Miene, denn inzwischen war Schilfgras damit beschäftigt, die dicke weiße Schicht auf ihr Gesicht zu streichen. Solange der Anstrich nicht trocken war, hieß es das Gesicht ruhig halten. So, nun noch die Unterlippe rot geschminkt — die Oberlippe bleibt weiß— Schilfgras betrachtete wohlgefällig ihr Werk. Parfüm in die Haare und an die Ohrläppchen——„wie eine richtige Geisha siehst du aus, kleine Kiku. Aber nein— fürchte dich nicht. Es ist halb so schlimm. Sieh nur zu, daß du ihm nicht auf der Samisen vorspielen mußt. Am besten, du ziehst gleich das Grammophon auf... Und dann, sei vorsichtig mit dem Sake, und noch mehr mit den scharfen farbigen Getränken, die von den Fremden kommen... Sie sind stärker als dein Kopf. Du weißt, eine Geisha muß immer...“ Die Ratschläge schwirrten um Kiku wie ein summender Mückenschwarm. Sie hörte sie nur undeutlich durch das pochende Sausen in ihren Ohren. Es war ihr furchtsames kleines Herz, das sie angstvoll schlagen hörte. Sie hatte Heimweh. Zwei Tränen der Verlassenheit wollten sich aus ihren Augenwinkeln lösen. Kiku erschrak bis in den letzten Winkel ihrer Seele. Wie furchtbar, wenn sie jetzt weinen mußte! Die Tränen verdarben ihr Gesicht! Welche Schande für Mohnblüte und sie selbst und den ganzen Stand der Geishas! Ihr Gesichtchen wurde starr vor Anstrengung. Ueber der Angst vor den Tränen vergaß sie die Angst vor dem Unbekannten, das wie ein böses Tier mit hundert greuligen Armen draußen auf sie lauerte. Kikus tiefe Verneigung war ein kleines Kunstwerk. Das blaue Kimono mit den Reihern wellte sich über die weißen Matten wie ein schillerndes Pfauenrad. Auge sehen" werde. Die Blätter verfuchen. ihren Lesern klarzumachen, daß England „nur zeitweilig mit Japan ein schlaues Spiel" treibe. So schreibt der„Hankau Herald“, daß England„noch nicht zurückgewichen" sei und angesichts der Alternative„Rückgang oder starke Haltung“ auf seinem Standpunkt beharren werde. London, 27. Juli. Der Völkerbundskommisar Burckhardt erklärte in einer Unterredung mit dem Danziger Reutervertreter, zu der Meldung einer französischen Zeitung, wonach er Verhandlungen zwischen Berlin und Danzig befürworte, die Presse tne ihm r un. Stur Prhst in Bande bnge zzusisch lokalen Charakter. Er spiele ne Rolle in der Weltpolitik. Auf die Frage, ob er eine Erklärung für die hartnäckigen Gerüchte von einer Intervention seinerseits geben könne, sagte Burckhardt, seine Bemühungen trügen vielleicht zur Wiederherstellung einer normalen Atmosphäre in der Freien Stadt bei. Aber in Danzig würden die Probleme nicht gelöst, indem man auf den Danziger Marschen Enten schieße, wie die ausländische Presse glaube. Er wünschte, es wäre so; aber das wäre nur eine Presseente mehr; denn bei Danzig gebe es überhaupt keine Marschen.„Wenn nicht einige Ihrer Kollegen", so schloß Burckhardt das Interview,„etwas zurückhaltender sind, dann wird Danzig als eine Journalistenfabel in die Geschichte eingehen.“ Belehrung nicht Ueber England sind sich die Araber im klaren Jaffa, 27. Juli. Daß der arabische kampf eine elementare Angelegenheit und eigenste Sache der nationalbewußten Bevölkerung im Nahen und Näheren Osten ist, die weder agitatorische Belehrung benötigt, noch tendenziöse Beeinflussung wünscht, zeigt am sinnfälligsten die geistige Auseinandersetzung, wie sie sich immer klarer in der öffentlichen Meinung im Lande abzeichnet. Man genügt sich nicht damit, den britischen Widersacher und Peiniger in Bausch und Bogen mit Phrasen abzutun, sondern beschäftigt sich vielmehr recht eingehend mit den tatsächlichen und möglichen Gegebenheiten und der Einstellung der verschiedenen volitischen und sonstigen Gruppen und Kreise des verhaßten England.„„ So greift z. B. das arabische Blatt„EtFihad“ in einem Leitartikel die Führung der englischen Arbeiterpartei an, die eine recht merkwürdige Stellung zum Palästinaproblem einnimmt und versucht, es einfach als einen „Streit zwischen Arabern und Juden“ hinzustellen. Gleichzeitig greife man den arabischen Standpunkt an und unterstütze die Juden. Durch die merkwürdigen Anfragen im Unterhaus zeige man nur die Unkenntnis dieses Problems. Hier handele es sich aber nicht um die Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten, sondern um tiefgehendere Dinge, nämlich um das Vaterland, das die Araber nicht mit den jüdischen Eindringlingen teilen wollen. Es handele sich um die Zukunft und das Leben einer Nation. Die Zionisten versuchten, sich des größten Teiles des Landes, wenn nicht des ganzen Gebietes, zu bemächtigen. Warum, so fragt das Blatt zum Schluß, betrügt die Arbeiterpartei sich selber und das britische Volk? Warum führt man alles nur auf materiekle Gründe zurück? Das Zittern ihrer Hände verdeckten die Aermel. Der Gast erwiderte die Verbeugung. Er saß mit untergeschlagenen Beinen auf dem Kissen. Auch er trug das Gewand Rippons. Kiku sah ihn nicht. Sie wagte nicht aufzu schauen. „Tritt näher, Kiku San“, sagte der Gast. Seine Stimme war voll und nicht unfreundlich. Kiku ließ sich ihm gegenüber auf dem zweiten Sitzkissen nieder. Als sie die Augen aufschlug, tat ihr Herz ein paar schnelle, freudige Schläge. Oh— das war nicht so schlimm! Kein alter, böser Mann, wie ihn ihre furchtbare Phatasie sich vorgestellt hatte. Oh nein, dieser Gast war nicht zu fürchten. Wie herzlich er sie anlachte! Wie jung er war— und war es nicht hübsch? Schnell wandte Kiku ihre Augen wieder zum Boden. Ab sie wußte doch schon genau, wie er aussah. Ein helles, ovales Gesicht, ein voller, weicher Mund, der kräftige weiße Zähne zeigte. Und tiefe mandelförmige Augen, sanft und glänzend... Verwirrt und ein bißchen beschämt— vorüber wußte sie selbst nicht— erhob sich die kleine Geisha wieder. Ihre Füßchen in den weißen Seidenstrümpfen trippelten eilig über die Matte. Bevor sie hinter der Schiebetür verschwand, lächelte sie zurück. Schon war sie wieder da— graziös bot sie dem Gast auf der Handfläche die kleine Schale mit Sake, Reiswein, zur Begrüßung. Die Kimonoärmel bewegten sich anmutig wie Schmetterlingsflügel. Schilfgras hatte recht gehabt. Es war alles viel leichter. Schon saß sie wieder auf dem Kissen, der Gast hörte freundlich auf ihr Geplauder, er lachte, er war fröhlich, es war ja so einfach. Kiku war froh, sie wurde zutraulich, ihr Stimmchen zwitscherte unaufhörlich. Sie merkte gar nicht, die kleine Geishaschülerin, daß sie nicht den Gast unterhielt, sondern er sie. Sie war so stolz, daß alles gut ging. Gewandt lenkte er das Gespräch, bis es von selbst auf persönliche Dinge überging. Wie liebenswürdig von dem jungen Herrn, nach Heimat einer kleinen dummen Halbgeisha woaes A8tsteznec prag:. Lichtspiele zur Rrichskrone Freitag bis Montag Einhetthangeloser Pan mit Jenny Jugo Karl Ludwig Diehl nannes Stelzer Heinz Saltner Strablender Humor, packende Lebendigkeit, spritziger Dialog und eine amüsante Handlung vereinen sich hier zu einem Filmlustspiel, bei dem sich Helterkeit und Ernst in Vollendeter Weise paren. Roland-Theater Freitag bis Montag Vier Mann ein Schwur 1al5 Loretta Young Richard Greene George Sanders Groß im Thema— groß in der Darstellung— groß im Erlebois für jedermann! HENNEN LÖ DORTMUND Sonntag: Nereide-Rennen. Agl. II-Ehrenpreis und RM. 5000.— Mittwoch. Offizier- und Amateurrennen Auch Mittwoch: Rückfahrkarten mit 33½% Ermäßigung im Umkreis von 75 km einschl. Düsseldorf. Die neuen Geräte von der Puhm-Aasstellung sind eingetroffen. Wir bitten um unverbindliche Besichtigung. KADTU MTEE Ruf 2606 Werbe vom 29. Jul bo 11. Ju8, Bintsche, 100 m stehend aufgelegt, 20er Eingschiilt mit Wehrmann und Kleinkalibergewehr. Es wird täglich in der Zeit ab 16 Uhr geschossen. Es ladet ein der Schützenbund Schwerte 35 Preise gelangen zur Vertellung Ne, Ne, was es nicht alles gibt! Rundfunk-Apparate mit Kurrsvallantel für begetg por ggg 89 Druckknopf-Vollautomaten schon von RN 173 an Diese und viele andere Neuheiten von der großen Berliner Funkschau sehen und hören Sie ab heute bei Radio Lichtenhagen August-Haßler-Straße 17 Rut 2477 Röhrenprüfstelle" Reparaturwerkstatt Deutsche Reiensisttelle Heute letzter Tag zur Erneuerung der Lose für die 4. Klasse! Schreibwarenhandlung Hans Linner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—5. 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Der ehemalige russische General Skobiin, der im September 1937 den weißrussischen General Miller verschleppt hat und anschließend die Flucht ergriff, ist vom Pariser Schwurgericht im Abwesenheitsverfahren zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden. P..„ A, mmlt SiMarten Die Frau Stoolins, die mir Sicherheit an der Entführung beteiligt gewesen ist und die in Paris verhaftet werden konnte, wurde schon vor Monaten vom hiesigen Schwurgericht zu einer langen Zuchthausstrafe verurteilt. Französischer Tanker brennt London, 27. Juli. Ein französischer Tankdampfer stieß in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag im Kanal mit einem schwedischen Dampfer zusammen, wobei der Tankdampfer in Brand geriet und von der Mannschaft verlassen werden mußte. Zu Hilfe eilende Schiffe konnten 24 Mann der Besatzung aufnehmen; 10 Man der Besatzung werden noch vermißt. Bei dem französischen Schiff handelt es sich um den Dampfer„The Snnik“. Demokratische„Pressefreiheit“ Paris, 27. Juli. Das Pariser Strafgericht verurteilte den Pariser Stadtverordneten Darquier de Pellopoix zu drei Monaten Gefängnis und 500 Franken Geldstrafe. Die Verurteilung erfolgte auf Grund der Notverordnung, die Beleidigungen oder Hetzkampagnen gegen Personen oder Verbände, die einer bestimmten Rasse oder Religion angehören, unter Strafe stellt. Der Stadtverordnete hat einen gegen das Juhentum gerichteten Artikel veröffentlicht. Die diesbezügliche Notverordnung sieht eine Mindeststrafe von fünf Tagen Gefängnis und eine Höchststrafe von sechs Monaten vor. 7 Schwerverbrecher entflohen Newyork, 2. Juli. Wie aus Hornburg im Staate Virginia gemeldet wird, meuterten auf einem Gefangenentransport vom Bundesgefängnis in Atlanta nach Pennsylvanien sieben Schwerverbrecher. Die Sträflinge überwältigten ihre vier Wächter und entkamen, mit iu Waffen und Kleidungsstücken ihrer Opfer versehen, in einem geraubten Privatkraftwaoen. Araberjunge Die täglichen Greuel im beitischen Mandatsgebiet Palästina Jerusalem, 27. Juli. Die britischen Militärgerichte überhieten sich gegenseitig in unüberhieten sich gegenseitig in u menschlich harten Urteilen gegen die gen Waffengebrauchs zu fünf Jahren Gefängnis und 24 Peitschenhieben und setzt damit die Auspeitschungen arabischer Kinder fort. In Akko wurden wieder drei Araber durch den Strang hingerichtet. Dabei verstärken sich wieder die Unruhen in allen Teilen des Landes. Die arabische Stadt Almajdal in Südpalästina trat wegen der Verhaftung des Bürgermeisters und weiterer 65 Personen in den Generalstretk. In einem von britischem Militär bewohnten Hotel in Nazareth explodierte eine Bombe, die großen Schaden anrichtete. In Haifa kam es während einer der üblichen„Durchsuchungen“ zu einer Schieherei, bei der ein Araber von den beitischen Polizisten erschossen wurde. Judische Terrorakte ereignen sich wieder täglich. In einer jüdischen Kolonie bei ziverias wurden 3 Araber erschossen aufgefunden. Am Konzentrationslager Sarafand traten die jüdischen Gefangenen in Hungerstreik zum Protest gegen eine Haftverlängerung, die über einige besonders unverschämte jüdische Gefangene ausgesprochen werden mußte. Ganze Familie verunglückt Hamm, 27. Juli. Auf der Reichsstraße Hamm —Werl zwischen Kump und Hilbeeck fuhr der Kraftwagen des Studienrats Bernhard Ohligschläger aus Duisburg, der den Wagen selbst steuerte, und noch mit seiner Frau, zwei Töchtern und einer Tante besetzt war, beim plötzlichen Abbremsen gegen einen Straßenbaum. Der Wagen wurde stark eingedrückt, zurückgeschleudert und landete dann im Straßengraben. Ohligschläger erlitt einen Wirbelsäulen=, Becken= und Schädelbruch und war auf der Stelle tot. Seine Frau wurde aus dem Wagen geschleudert und blieb mit schweren inneren Verletzungen und einem Oberschenkelbruch bewußtlos liegen, sie starb auf dem Transport ins Krankenhaus, ebenso die Tante, die gleichfalls schwere innere Verletzungen davongetragen hatte. Die 18jährige Tochter wurde mit einem Schädelbruch in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, die 15jährige Tochter trug einen Beckenbruch davon. Katzenjammer in Polen Warschau, 27. Juli. Ueber die Ergebnisse der Anleiheverhandlungen in London veröffentlicht die polnische Presse die ersten eigenen Meldungen. Dabei wird festgestellt, daß Oberst Koc am Mittwoch nach Warschau zurückgereist sei. Die übrigen Mitglieder der volnischen Delegation seien in London geblieben, um die Einzelheiten des Polen zuerkannten Kredites in Höhe von acht Millionen Pfund Sterling zu besprechen. Diese Meldung der polnischen Telegraphen=Agentur scheut sich also noch, der polnischen Oeffentlichkeit mitzuteilen, daß es sich um einen Warenkredit handelt. Im übrigen zitiert die polnische Presse die Stellungnahme der englischen Zeitungen. Mit Financial News wird dabei immerym zugegeben, daß die Verhandlungen über einen Barkredit gescheitert seien. Allerdings seien weitere Verhandlungen über das Thema irgendeiner wirtschaftlichen Hilfe für Polen noch nicht ausgeschlossen. Aus der Angrrund 7200 Volksgenossen besuchten die Luftschutzausstellung in Kamen Als die Luftschutzausstellung in Kamen geschlossen wurde, konnte man die erfreuliche Feststellung treffen, daß 7200 Volksgenossen sich zur Besichtigung eingefunden hatten. Einen derartigen Erfolg hatte man nicht erwartet. Er beweist jedenfalls, daß man dem Luftschutzgedanken immer mehr Interesse entgegenbringt. Bochumer RSKK.=Männer vertreten die Motorgruppe in Erfurt Für die diesjährigen RS.=Kampfspiele in Nürnberg sind in den einzelnen Standarten und Gruppen des RS.=Fliegerkorps die Ausscheidungskämpfe soweit ausgetragen worden, daß am kommenden Sonntag in Erfurt die Korpsausscheidung stattfinden kann, bei der in allen Disziplinen die beiden Besten als Teilnehmer für die RS.=Kampfspiele in Nürnberg ermittelt werden. Bei den Ausscheidungskämpfen innerhalb der Motorgruppe Westfalen erwies sich der Motorsturm 17/M. 69 als der beste im Wehrmannschaftskampf, zu dem ein Führer und 36 Männer gestellt werden. Der in Bochum beheimatete Sturm 17/M. 69, der bei diesem Wettkampf unter der Betreuung und im Training von Standartenführer Böckelmann steht, nimmt nun als beste Wehrkampfmannschaft der Motorgruppe Westfalen auf Befehl der Korpsführung am kommenden Sonntag in Erfurt an den Korpsausscheidungen teil. Jubilarfeier der Demag Aktiengesellschaft Wetter. Alljährlich haben die Beamten, Angestellten und Arbeiter aller Werke der Demag Aktiengesellschaft, die 25 Jahre und länger in Diensten der Firma stehen, die Freude, seitens der Werksleitung zu einigen Stunden gemeinsamer Feier eingeladen zu werden. Die diesjährige Jubilarfeier fand am vergangenen Sonnabend statt. Sie bestand in einer Gemeinschafts=Dampferfahrt von Duisburg nach Düsseldorf mit anschließender Feier im Hotel„Rheinterrasse" in Düsseldorf. Musterkindergarten entsteht In Winterberg wird ein vollkommen neuer kreiseigener Dauerkindergarten gebaut, der das Vorbildlichste darstellt, was es auf diesem Gebiete gibt. Neben den Aufenthaltsräumen, Spielsaal und den dazugehörigen Räumen für eine Aufnahme von 80 bis 100 Kindern, wird das große Gebäude eine Wohnung für die Kindergärtnerin, eine Wohnung für die Fürsorgerin und eine Wohnung für die demnächst in Winterberg stationierte braune Schwester enthalten. Außerdem werden in dem Gebäude noch die Diensträume der RSV=Ortsgruppe und der Hilfsstelle „Mutter und Kind“ untergebracht. Mit der Erstellung des Rohbaues wird noch in diesem Jahre begonnen. Kriegsbeschädigte besuchten die Ordensburg Vogelsang Die RSKOV.=Kameradschaft Meinerzhagen=Valbert hatte ihre Mitglieder zu einem Großausflug zur Ordensburg Vogelsang eingeladen. Bei der Durchführung des Vorhabens stand der RSKOV. das RSKK. als treuer Helfer zur Seite. 75 Kameraden fanden sich zu dieser Fahrt ein. Auf der Ordensburg gab es viel zu schauen und zu bewundern. Die Besichtigung war allen Fahrtteilnehmern ein schönes Erlebnis. B9M.=Wettkämpfe beim Sauerland=Bergfest Bruchhausen Im Einverständnis mit den B9M.=Untergauen 137 Bestwig und 264 Arnsberg wird für das 4. Sauerlandbergfest am 30. Juli in Bruchhausen außer den bereits ausgeschriebenen Mehrkämpfen für Männer und Frauen auch ein BOM.=Dreikampf in einer Klasse ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind alle Angehörigen des B9M. der Jahrgänge 1921 bis 1925, soweit sie einem Verein des RSRL. im Kreis Sauerlond angehören. Die Ausschreibung sieht einen 75= Meter=Lauf, Weitsprung und Vollballweitwurf(800 Gramm) vor. Ein Erkennungszeichen für Erbhöfe An Hoftoren, Hauseingängen oder Giebeln von Bauernhöfen trifft man öfter ein rechteckiges Schmuckstück, auf dem man die Odalsrune erkennt und darunter das Wort„Erbhof“, alles in durchbrochenem Eisenkunstguß. Es handelt sich hier um das vom Reichsnährstand im Frühjahr 1937 eingeführte Erkennungszeichen für Erbhöfe. Wo immer man diesem Zeichen begegnet, weiß man, daß hier ein Hof durch den Gesetzgeber des natio: azialistischen Deutschlands in eine besondere re. iche Stellung herausgehoben worden ist. Das Erkennungszeichen kann über die Orts= bzw. Kreisbauernführer bestellt werden. Es kostet 5 R.k. Ihr eigenes Kind getötet Hattingen. Vor einigen Tagen wurde eine Kindesam Fuße des Isenbergs in der Ruhr gefunden. Es kann jetzt mitgeteilt werden, daß die unnatürlicht Mutter inzwischen festgestellt wurde. Sie ist verhaftet und in das Essener Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Es handelt sich um eine 25jährige Haustochter aus Hattingen, die das Kind nach der Geburt tötete, den Leichnam in Packpapier wickelte und ihn dann dem Wasser übergab. 700 000 Kg. Eisenschrott aus dem Kreis Witten Der bisherige Einsatz der Partei mit ihren Gliederungen für die Schrott=Sammelaktion im KreiWitten hat sich glänzend bewährt. Bis Anfang Juli also vor Einsatz der neuen noch laufenden Aktion kamen fast 700090 Kg. Alteisen zusammen. Der größte Teil davon entfällt auf die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführte Entschrottungsaktion der Betriebe.„Entgittert“ wurden über 72.000 Kg. Auf Grund der Arbeit der Einsatzstäbe wurden von den jeweiligen Grundbesitzern über 172000 Kg. Eisenzäune und Eisengitter entfernt. Auch die Schiefer=Industrie vollauf beschäftigt Die südwestfälische Schiefer=Industrie lag zur Zeit der Machtübernahme vollkommen brach. Die Deutsche Arbeitsfront gab aber auch für eine Belebung dieses Industriezweiges wertvolle Anregungen. So wurde u. a. die Frage einer obligatorischen Einführung der Schiefertafel in den beiden ersten Schuljahren angeschnitten. Minister Rust kam dieser Anregung nach und verfügte, daß die Schiefertafel in den beiden ersten Schuljahren wieder benutzt werden könne. Später hat der Minister aus der„Kann"=Vorschrift über die Verwendung der Schiefertafel in den beiden ersten Schuljahren eine„Muß"=Vorschrift gemacht. Durch diese Bemühungen der DAF. im Gau Westfalen=Süd ist erreicht worden, daß die südwestfälische Schiefer=Industrie heute vollauf beschäftigt ist. Unterstützung begabter Kriegerwaisen Die Versorgungsämter werden ermächtigt, begabten und fleißigen Kriegerwaisen, die nach Vollendung des 21. Lebensjahres und dem Wegfall der Waisenrente im Sommersemester 1939 eine Hoch= oder Fachschule besuchen oder sich in der Abschlußprüfung befinden, eine einmalige Unterstützung bis zur Höhe von 150 K.A zu gewähren. Voraussetzung für die Bewilligung ist der Bezug einer Erziehungsbeihilfe. Die Unterstützung kann jedoch auch gewährt werden, wenn diese Beihilfe nur deshalb nicht gezahlt wird, weil Hinterbliebenenbezüge aus anderen Quellen anzurechnen sind. Waisen, deren politische Einstellung nich einwandfrei ist, müssen unberücksichtigt bleiben. Heimatausstellung„Wille und Werk“. In Siegen findet in der Zeit vom 29. September bis zum 8. Oktober eine große Ausstellung statt, die unter dem Leitwort„Wille und Werk“ steht. Die für die Ausstellung bebaute Fläche wicd insgesamt etwa 3000 Quadratmeter groß sein. Es wird dafür eigens ein großer Zeltbau errichtet. Die Ausstellung wird völlig auf die Belange des Siegerlandes abgestimmt sein. Großzügiges Wohnungsbauprogramm Der Gemeinnützige Bau= und Sparverein Hönnetal, Lendringsen, konnte ein großes Wohnungsbauvorhaben zu einem gewissen Abschluß bringen. Es sollen 80 neue Wohnungen geschaffen werden, die inmitten wogender Kornfelder und grüner Wiesen liegen werden. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Dr. Hans=Adol Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. 1V.39: 1498. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von #10 bis ¾11 Uhr außer Sonnabend. Sons