Sers er S Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 Nr(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.K 2.—(einschl. 28.2 N## Zeitungsgebühr und 0.44 N## Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 Mntre-Sare Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 N.# Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 N## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20J Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Hesthefattel! in Mreran und in Tert Poten wartel auf englische Pfunee London, 19. Juli. Das britische Kabinett hat Mittwochvormittag in einer ausgedehnten Sitzung den Stand der Verhandlungen mit Sowjetrußland, Japan und Polen geprüft. In der Sitzung hat Außenminister Lord Halifax einen eingehenden Bericht über das bisher vorliegende Ergebnis der mit den drei Mächten gesondert geführten Verhandlungen erstattet. Die Regierung legt großen Wert darauf, noch vor den Parlamentsferien, die Anfang August beginnen, konkrete Ergebnisse dieser Verhandlungen aufweisen zu können. In der„Times" werden als Hauptschwierigkeiten folgende drei Punkte genannt: 1. Die Definition des„indirekten Angriffes". 2. Die Liste derjenigen Staaten, die in dem Abkommen garantiert werden sollen. 3.-Die Eingliederung eines militärischen Abkommens in den Allianzpakt. Die Londoner Regierung hat nun, so erklärt das offiziöse Blatt, in allen Punkten bisher ein weitgehendes Entgegenkommen auf die sowjetrussischen Wünsche bewiesen. Bei gutem Willen hätte eine Einigung leicht erzielt werden können. Auch der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" verfolgt die gleiche, schon oft und ergebnislos angewandte Taktik. Er berichtet, daß die Londoner und Pariser Regierung sich jetzt darüber schlüssig werden würden, wie lange es noch„geduldet“ werden könne, daß die Verhandlungen immer weiter ohne jeden greifbaren Erfolg hinausgeschleppt werden könnten.„ 4 Li, Bachrich. Besonders ernst klingen heute die Nachrichten aus dem Fernen Osten. Selten haben, so heißt es in einem Tokio=Bericht der„Times“, Verhandlungen zwischen zwei angeblich befreundeten Mächten in einer so schlechten Atmosphäre begonnen wie die erste Unterredung zwischen dem Außenminister Arita und dem britischen Botschafter Sir Robert Craigie. Die englandfeindliche Stimmung soll derart überhandnehmen und jetzt auch auf China übergreifen, daß man hier ernsthaft an der Möglichkeit weiterer Verhandlungen zu zweifeln beginnt. Die japanische Regierung hat in ihrer ersten Unterredung zwischen dem Außenminister und dem britischen Botschafter offen erklärt, daß vor der Regelung des ZwiCiano wieder in Rom schenfalles von Tientsin ein Abkommen über die britisch=japanischen Beziehungen in China erzielt werden müsse. Dieser Forderung kann nun, wie die„Times“ erklärt, auf britischer Seite nicht nachgekommen werden. Die Londoner Presse ist voll von Meldungen über die enge Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Großbritannien und Polen. In spaltenlangen Berichten wird der Besuch des Generals der britischen Ueberseestreitkräfte, Ironside, in Warschau geschildert und in überschwenglichen Tönen immer wieder versichert, daß die polnisch=britische Zusammenarbeit den europäischen Frieden gerettet habe. Mit allen Mitteln wird hier die Lage so dargestellt, daß die politische und moralische Position Polens unzweifelhaft und unanfechtbar sei und Polen einer bedingungslosen Unterstützung Großbritanniens für den„Ernstfall“ sicher sei. Die britisch=polnischen Anleiheverhandlungen scheinen dagegen nicht ganz nach Wunsch zu verlaufen. Der polnische Unterhändler Oberst Koc weilt bereits zum zweiten Male in London. Die Unterzeichnung eines Abkommens ist jedoch bisher noch nicht möglich gewesen. Außenminister Lord Halifax hatte eine längere Unterredung mit dem polnischen Botschafter Graf Raczyinski, an der der Finanzsachverständige der Londoner Regierung, Sir Frederic Leith=Roß, sowie der polnische Unterhändler Koc teilnahmen. Nach dem diplomatischen Korrespondenten der „Times“ sind hierbei die Gründe erörtert worden, die den Abschluß der Verhandlungen verzögert haben. Diese Gründe werden aber nicht bekanntgegeben. Das am Rande der polnischen Hauptstadt herrschende Banditen unwesen veranlaßte die polnischen Polizeibehörden zu einer großangelegten Razzia, die in der Nacht zum Dienstag von annähernd 300 Beamten des Sicherheitsdienstes durchgeführt wurde. Hierbei wurden 397 Personen festgenommen, unter ihnen 71 langgesuchte Verbrecher. 1300 Wergieule in Eestiaungsgefahr Schwere Katastrophe in Belgien- Kabelbrand unterbrach elertrische Fulenung Lüttich,20. Juli. Im Steinkohlenbergwerk „Limburg=Maas“, hat sich ein Unfall ereignet, der das Leben von 1200 Bergleuten in höchste Gefahr bringt. Ein Brand zerstörte das elektrische Kabel, das die Kraftzentrale mit dem Transformator verbindet. Hierdurch wurde das gesamte Bergwerk stromlos gemacht. 1200 Arbeiter sind unter Tag eingeschlossen. Nach den letzten Mitteilungen, die von ihnen zu erhalten waren, beginnt Luftmangel einzutreten, da auch die Entlüftungsanlagen nicht mehr arbeiten. Rettungsmaßnahmen wurden sofort eingeleitet. Brand im Vellowstone=Park Newyork. 19. Juli. Seit einer Woche wütet im Dellowstone=Park, dem bekannten Nationalpark der Vereinigten Staaten, ein Waldbrand, durch den bereits über 1000 Acres vernichtet wurden. Die große Hitze, verbunden mit starken Winden, vereitelte bisher alle Anstrengungen, der Katastrophe Herr zu werden. Man bezeichnet den Waldbrand als den umfangreichsten seit acht Jahren. * Haifa=Oelleitung in Flammen Araber in Hebron ermordet Jerusalem, 19. Juli. Die arabische Zeitung „Falasti“ meldet, daß gestern nacht die Oelleitung in der Nähe von Kafrata im Haifabezirk beschädigt wurde. Das ausfließende Oel wurde in Brand gesteckt. Erst am nächsten Morgen wurde von Militär der Brand gelöscht In Hebron wurde ein arabischer Garagenbesitzer erschossen. Erhrenisse des nallentschen Sxuntendefucher Rom, 19. Juli. Der italienische Außenminister Graf Ciano traf Mittwochvormittag auf dem Panzerlreuzer„Eugenio di Savoia“ im Kriegshafen Gaeta ein und hat sich sofort nach Rom begeben, um dem Duce über den Verlauf seiner spanischen Mission zu berichten. Ueber das Ergebnis des Staatsbesuches in Spanien hat die demokratische Weltpresse Betrachtungen und Spekulationen angestellt, die von zuständiger italienischer Seite schon während der Reise Cianos wiederholt ironisiert worden sind und jetzt durch eine höchstamtliche Verlautbarung in der„Informazione diplomatica“ ad absurdum gefübrt werden. 2 Die italienische Stellungnahme ist insofern von Bedeutung, als sie grundsätzlich mit der demokratischen Gedankentour aufräumt, daß sich der Erfolg einer Aktion sofort protokollarisch festlegen und in klingende Münze umsetzen lassen müsse.„Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen“, gibt Italien diesen Spekulanten zu verstehen, die besser tun würden, sich über das Ergebnis bzw. Negativum von Moskau den Kopf zu zerbrechen. Denn was den demokratischen Regierungen und ihren Skribenten überhaupt noch nicht aufgegangen sei, sei die aus zwei unwiderlegbaren Faktoren— Beitritt Spaniens zum Antikominternpakt und Austritt Spaniens aus der Genfer Liga— zu ziehende logische Schlußfolgerung, daß Spanien, wenn man schon seine engen Beziehungen zu den totalitären Staaten bestreiten wolle, auf keinen Fall im demokratischen Lager stehe. Wie sollte Spanien auch, nachdem— und dieser Gedanke wird von der italienischen Presse besonders herausgearbeitet— die bisherige englische und französische Politik im westlichen Mittelmeer ein ohnmächtiges, in sich zerrissenes Spanien als wesentlichen Faktor in ihr Spiel eingesetzt hatte und der imperiale Aufstieg eines national geeinten Spaniens dieser Politik nur hinderlich sein könnte. Aber darüber hinaus gibt man in Rom zu verstehen, daß bei der Spanien=Reise Cianos auch die Grundlagen für eine engere praktische Zusammenarbeit gelegt wurden und daß der für Ende September in Aussicht genommene Italienbesuch des Caudillo die letzten Hoffnungen der demokratischen Spekulanten zunichte machen werde. Im Rahmen der Besprechungen, die der italienische Außenminister Graf Ciano in Spanien gehabt hat, haben die Wirtschaftsbeziehungen Spaniens zu Italien eine beachtliche Rolle gespielt. Man rechnet heute in Rom mit der baldigen Neuordnung der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen, die den Besonderheiten der Produktions= und Aufnahmemöglichkeiten beider Länder Rechnung trägt. Während 1933 die spanisch=italienische Handelsbilanz mit rund 2,4 Millionen Lire zugunsten Italiens abschloß, brachten die folgenden Jahre einen wesentlichen Ueberschuß für Spanien und erst in der Zeit des spanischen Freiheitskampfes, wo Italien Freiheit, die sie meinen.. Was man von der vielgerühmten amerikanischen Pressefreiheit zu halten hat, das bewies bereits vor einem Jahr eine Umfrage an die in Washington tätigen Korrespondenten großer amerikanischer Blätter, aus deren Beantwortung mit aller Deutlichkeit hervorging, daß diese Korrespondenten in den allermeisten Fällen eine eigene Meinung überhaupt nicht haben dürfen, daß sie sich vielmehr strikte an die Weisungen ihres Geldgebers zu halten Eine neue Nuance dieser Pressefreiheit wurde durch die öffentliche und private Zurückweisung einer großen Zahl amerikanischer Verleger und Journalisten durch die Regierung bekannt, und jetzt hat sogar Roosevelts rechte Hand, Innenminister Ickes ein gleichlautendes Schreiben an 80 bis 100 Verleger gerichtet, in dem er die Entlassung des in der amerikanischen Oeffentlichkeit sehr gut bekannten Publizisten Paul Mallon fordert. Es wirft doch ein recht seltsames Licht auf die Praktiken, die von den Roosevelt nahestehenden Kreisen geübt werden, wenn man heute bereits kurzerhand die Entlassung eines mißliebigen Journalisten fordert und zu diesem Zweck die — ach so freie— Presse unter Druck setzt.. Mallon ist nämlich so kühn gewesen, sich in einer Artikelserie kritisch mit dem Werbefeldzug des Innenministers zu Gunsten einer dritten Amtsperiode Roosevelts auseinanderzusetzen. Ickes äußert dann auch in seinem Schreiben seine„Verwunderung", wie eine angesehene Zeitung einen solchen Artikel nur abbrucken könne.„ In dem Verlegerblatt„Editor and PuLesen Sie heute: Schwerter Mecker=Ecke Verwaltungsbericht der Stadt Schwerte(2) „Glaube und Schönhei.“ musiziert im Rathaus Seite 2 Unser Taffachenbericht aus Japan Neues von der Schwerter Fußoun=worniwoche Seite 4 auch wirtschaftlich Spanien stark unter die Arme gegriffen hat, ein wesentliches Plus für Italien, das sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf rund 26,4 Millionen bezifferte. „Times"=Gefühle für Spanien London, 19. Juli. Der Nationalfeiertag des durch General Franco geeinten spanischen Volkes gibt der„Times“ einen willkommenen Vorwand, sich in einem Leitartikel in reichlich geschmackloser Weise beim neuen Spanien anzubiedern. Dasselbe englische Blatt, das General Franco während seines Ringens um die nationale Wiedergeburt seines Landes stets nur als„Rebellen“ bezeichnet hat und keine Gelegenheit unbenutzt ließ, seinen Sympathien für die spanischen Bolschewisten Ausdruck zu geben, stellt jetzt plötzlich fest, daß der Caudillo„nicht nur dem Namen nach der Führer des gesamten spanischen Volkes“ ist, und bestätigt ausdrücklich, daß bereits mehrere Monate vor der nationalen Erhebung in Spanien„unterirdische Kräfte“ am Werk gewesen seien. Der Zweck dieses einigermaßen überraschenden Stimmungswandels geht aus dem Schlußteil des Artikels hervor. Er ist, wie bei dem englischen Blatt kaum anders zu erwarten ist, rein kommerziell: die Rohstoffe, die das britische Empire Spanien liefern könnte, ständen gegen entsprechende Bezahlung zur Verfügung(#. blisher“ werden diese Machenschaften ausführlich behandelt, wobei zum Ausdruck kommt, daß diese Nötigungsversuche gegenüber den Verlegern betreffs des Publizisten Mallon bereits über sechs Monate andauern. Vor einem halben Jahr noch habe Roosevelt persönlich die Schale seines Zornes über die gesamte Verlegerschaft ausgegossen, als die amerikanische Presse seine vertraulichen Aeußerungen über die Verlegung der amerikanischen Grenze an den Rhein veröffentlichte.... Daran, daß Roosevelt diese Aeußerung tat, war die Verlegerschaft aber wirklich unschuldig. Neuerdings konzentriert der Präsident seine Angriffe auf einzelne namentlichgenannte Journalisten und Unternehmungen, soweit ihm diese die Gefolgschaftstreue in innenpolitischen und außenpolitischen Fragen verweigern. Erst in der vergangenen Woche versuchte Roosevelt die Nachrichtenagentur United Preß durch öffentliche Maßregelung wegen einer angeblichen Falschmeldung über Meinungsverschiedenheiten zwischen Roosevelt und Hull in der Neutralitätsfrage politisch in Mißkredit zu bringen. Während Ickes vor einiger Zeit eine scharfe öffentliche Rede hielt, in der praktisch alle bekannten Journalisten der Vereinigten Staaten, soweit sie nicht Linksradikale oder Juden sind, als„Schmierfinken und Verleumder“ angeprangert wurden, und nur bezeichnender: weise die als wüste Deutschenhetzerin bekannte Dorothy Thompson sowie der kommunistische Literat Heywood Brown ein Lob erhielten. „Neutrale Beobachter erblicken in Roosevelts wachsender Animosität gegen gewisse Kreise der amerikanischen Publizistik ein deutliches Zeichen für das krampfhafte Bemühen Roosevelts, aus der Sackgasse zu entkommen, in die er sich selbif, Luzh„Phranienlose Ausgalb und ten hls werfen seine Angriffe auf die Träger der isher als sakro ankt anerkannten Meinungsfreiheit ein bezeichnendes Licht auf die wahren Verhältnisse in„Gottes eigenem Land“, das sich ja immer wieder zu den großen Demokratien rechnet, die angeblich„die Fahne der Freiheit“ totchalten. Lebrun in Brüssel Brüssel, 19. Juli. Der französische Staatspräsident Lebrun traf am Mittwoch zu einem kurzen privaten Besuch der Internationalen Wasserausstellung in Lüttich ein. Nach einer Besichtigung des französischen Ausstellungspavillons war der Staatspräsident Gast ves belgischen Königs bei einem Frühstück im Provinzialpalast von Lüttich. Lebrun kehrte am achabend wieder nach Puris zurück. Der„Trucd.“ in Brüssel Brüssel, 19. Juli. Der Brüsseler Flughafen Haeren zeigte am Dienstag bei herrlichstem Flugwetter ein buntes und interessantes Bild aus der Welt der internationalen Luftfahrt. Auch der Focke=Wulf=Condor, der durch die großartigen Leistungen fliegerischen Weltruhm errungen hat, war am Dienstagfrüh von Berlin nach Brüssel gestartet und bildete auf dem Flughafen Haeren einen Hauptanziehungspunkt. Während des ganzen Tages konnte das Publikum dieses ideale deutsche Großverkehrsflugzeug eingehend besichtigen. Im Laufe des Nachmittags stieg der Condor viermal emvor, um über hundert interessierten Fluggästen einen überzeugenden Eindruck von dem hohen flugwert der Maschine zu geben. Paris in Verlegenheit Paris, 19. Juli. Die französische Presse ist einigermaßen in Verlegenheit: Aus Moskau läßt sich nichts Neues mitteilen. Der Hoffnungsstrahl— oder besser: das Hoffnungsstrählchen—, den unentwegte Optimisten hier hin und wieder zu sehen glaubten, ist vorläufig hinter einer dicken Nebelwand verborgen. Da die Verhandlungen sich jetzt bereits endlos hingeschleppt haben und durch den voraussichtlichen Urlaub Molotows wahrscheinlich noch viel länger hinausgezögert werden, bleibt den Pariser Zeitungen nichts anderes übrig, als in knappen sachlichen Worten festzustellen, daß mit Moskau nicht mehr sehr viel Staat zu machen ist. Da das nicht allzu trostvolle Nachrichten sind. suchen die Blätter mit sichtlicher Anstrengung nach einem Ersatz. Sie finden ihn selbstverständlich in Polen, wobei sie sich allerdings höchst überflüssigerweise dazu verbeilassen, Gerüchte, die auch Danzig berühren, in tendenziöser Weise breitzutreten. Es geht natürlich darum den Polen den Rücken zu starten, und daher hat der französische Generalstabschef General Gamelin dem Vertreter einer polnischen Zeitung eine Unterredung gewährt, die vom„Intransigeant“ wiedergegeben wird. Gamelin sagt, daß die französische Armee geradezu riesige Fortschritte gemacht habe, und d. 3 Frankreich jetzt ohne Stockungen arbeite. In Frankreich seien drei Jahrgänge unter den Waffen, wie überhaupt alle Schwierigkeiten nicht mehr bestünden. Nachdem Gamelin dergestalt den Polen Vertrauen in die Schlagkraft der französischen Armee eingeflößt hat, muß er natürlich auch einige schmeichelhafte Worte über die polnische Armee sagen. Er habe, so gibt der„Intransigeant" das Interview wieder, großes Vertrauen in die Führung der polnischen Armee. Vor allem sei wichtig, daß im Laufe der Geschichte beide Länder mehrfach gemeinsam ihr Blut für die gleichen Ideen vergossen hätten. gegen deutsche Kinder Polen auf den Spuren des Benesch=Terrors Kattowitz, 19. Juli. Der Haß der Polen tobt sich in letzter Zeit besonders stark gegen die wehrlosen deutschen Kinder aus. Wie bereits berichtet, war in der vergangenen Woche das Kindererholungsheim in dem Beskidenort Dziengelau bei Teschen durch die zuständigen Behörden wegen angeblich baupolizeilicher Unzulänglichkeit geschlossen worden, so daß 70 Kinder arbeitsloser deutscher Eltern, die vom Deutschen Wohlfahrtsausschuß während der Ferien unter großen finanziellen Opfern dort intergebracht worden waren, um ihnen Erholung und einige Ferienfreuden zuteil werden zu lassen, sofort wieder in ihre Heimatorte zurückkehren mußten. Am Montag wurde die Aktion der Polen mit der Schließung der Schutzhütte auf dem Beskidenberg Soschow fortgeführt, wo 65 exholungsbedurftige deutsche Kinder untergebracht worden waren. Die Schutzhütte, die seit 10 Jahren im Betrieb ist, genügte der zuständigen polizeilichen polnischen Behörde plötzlich nicht mehr. Bezeichnend ist, daß der Besitzer der Schutz. hütte, der Volksdeutsche Somozik, der wegen seines Eintretens für das Deutschtum bereits in tschechischen Kerkern viele Monate zubringen mußte, nunmehr von den Polen ohne Angabe von Gründen verhaftet worden ist. Daß bei allen diesen Maßnahmen politische Beweggründe maßgebend sind, den obigen Einzelheiten klar hervor. Hapalt=dehin= zehlichenempreukg ur gebt and führer Reichsleiter Konstantin hierl hat sich mit den ersten Transporten der für die Erntehilfe bestimmten Arbeitsmänner nach Ostpreußen begeben. Die Bundesbehörde in USA für Notstandsarbeiten setzt im ganzen Lande die Entlasusosagnt Gog den nächsten Wochen sollen „sgesamt#5000h Arbeiter fristlos antlassen werden. In der Glowakei müssen immer wieder Juden wegen schwerer Uebergriffe gegen die Devisenbestimmungen festgenommen werden. In Sillein wurde jetzt eine jüdische Bande von der Staatspolizei in Haft genommen, die MilRonenbetrüge verschoben hat. Tolio, 19. Juli. Amtlich wird mitgeteilt, daß die zweite Unterredung zwischen Außenminister Arita und dem britischen Botschafter Craigie Mittwoch um 9 Uhr japanischer Zeit begann und um 12.15 Uhr beendet wurde. Um 16 Uhr wurden die Besprechungen fortgesetzt. Amtlich wird mitgeteilt, daß Mittwochnachmittag zwischen Arita und Craigie die zweite Besprechung um 16.50 Uhr begonnen und um 18.10 Uhr örtlicher Zeit beendet wurde. Das Kommuniaué des Außenamtes sagt, daß die bereits erörterten allgemeinen Fragen— die den Hintergrund der Tientsin=Frage bilden— in der Nachmittagsunterredung weiter besprochen wurden. Die nächste Unterredung zwischen dem japanischen Außenminister und dem britischen Botschafter ist für Freitag, 21. Juli, festgesetzt worden. Ueber die Besprechung zwischen Außenminister Arita und dem britischen Botschafter Craigie am Mittwochvormittag wurde eine amtliche Verlautbarung herausgegeben, die besagt, Craigie habe die Ansichten seiner Regierung über die allgemeinen Fragen, die den Hintergrund der Tientsin=Frage bilden, erläutert, während der japanische Außenminister ausführlich die Ansichten Japans klargelegt habe. In gut unterrichteten politischen Kreisen ist man der Meinung, daß, wie die Erklärungen Chamberlains vermuten ließen, Botschafter Craigie weder zur Frage des Kriegszustandes noch zur Frage der sich hieraus ergebenden Neutralität irgendwelche bindenden Verpflichtungen vorschlagen könne. Jedoch scheine England zu beabsichtigen, in Einzelfällen seine bisherige Politik zu modifizieren, ohne jedoch grundsätzlich auf seine besonderen Interessen ausdrücklich zu verzichten oder die aus dem Neunmächtevertrag sich ergebenden Rechte und Verpflichtungen preiszugeben. Da Japan grundsätzlich Kompromisse, die als Zugeständnisse an England ausgelegt werden könnten, ablehnt, wird die Besprechung als zwecklos angesehen, sofern nicht von englischer Seite Vorschläge kommen, die genügend Garantien für eine betonte Neutralität Englands im China=Konflikt bieten. Japans Forderungen müßten, so betont man, schon deshalb aufrechterhalten werden, weil sie ganz einfach als notwendige Folge eines Kriegszustandes zu betrachten seien. Kein kriegführendes Land könne sich auf die Dauer die Politik eines dritten Landes gefallen lassen. die den Verlauf und Ausgang der Kampfhandlungen auf das ernsteste gefährde. Das Urteil der gesamten Presse über die Unterredung geht dahin, daß vorläufig eine Verständigung über gewisse Vorfragen nicht abzusehen sei. Steigende Preise in China Schanghai, 19. Juli. Während die Warenpreise infolge der am Dienstag eingetretenen erneuten Entwertung der chinesischen Währung mit einer Schnelligkeit steigen, die an die deutsche Inflationszeit erinnert, hält die Nervosität am Geldmarkt an, da am Mittwochmorgen der Stabilisierungsfonds die Devisenverkäufe noch nicht wieder aufgenommen hat. Durch wilde Spekulation traten fast zehnprozentige Kursschwankungen auf. Aus hiesigen japanischen Kreisen verlautet, daß die im Mai von der Nankinger Erneuerungsregierung eröffnete Huahsing=Handelsbank infolge der Unsicherheit der chinesischen Währung, auf der die Huahsing=Noten basieren, Verhandlungen eingeleitet hat mit dem Ziel, die eigene Währung zu stabilisieren und Anschluß an das Pekinger Finanzsystem zu suchen. Dadurch würde die Frage einer einheitlichen Währung für die von den Japanern besetzten Gebiete, die auf der Tsingtauer Konferenz Anfang Juli nicht gelöst werden konnte, erneut aufgerollt werden. Bis jetzt noch Chamberlain über die Verhandlungen London, 19. Juli. Der Premierminister Chamberlain äußerte sich Mittwoch im Unterhaus in nichtssagenden Worten über den Gang der englisch=japanischen Verhandlungen. Der Konservative Sir Alfred Knox fragte ohne besonderen Erfolg den Premnrminister, ob er nicht irgendwelche Schritte anläßlich des Verfahrens gegen den von den Japanern verhafteten britischen Militärattaché tun wolle. Ein weiterer konservativer Abgeordneter forderte angesichts der japanischen Maßnahmen gegen britische Handelsinteressen in China sofortige wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen Japan. Ueber den Stand der englisch=sowjetrussischen Verhandlungen gab Chamberlain im Unterhaus am Mittwoch wieder eine seiner üblichen kurzen Antworten. Er sagte, der Bericht der Botschafter über die Montagsbesprechung in Moskau werde jetzt zusammen mit der französischen Regierung geprüft Als der Labour=Abgeordnete Dalton darauf fragte, ob man jetzt nach den vielen neuen Instruktionen und Anweisungen näher sei als vor einer Woche, gab Chamberlain die gewundene Antwort:„Wir haben bis jetzt sicherlich noch kein Abkommen erreicht.“ Gegen Londons Protestkundgebungen in Wales und Schottland London, 19. Juli. In Wales haben zahlreiche Kundgebungen gegen die Kriegspolitik Londons stattgefunden. Die nationalistische Partei hat einen Protestaufruf erlassen, der dem Ministerpräsidenten Chamberlain und den Mitgliedern des Parlaments in persönlichem Brief zugeleitet wurde. Es heißt darin: „Die nationalistische Partei von Wales nimmt rapid zu. Bei ihren kürzlichen Kundgebungen hat sie stets betont, daß sie es ablehnt, an einem Krieg für die Verteidigung des englischen Imperiums teilzunehmen, der zum großen Teil an dem Unfrieden in Europa schuld ist. Getreu seinen Traditionen und seiner Kultur kann das Volk von Wales nicht ohne Gewissensbisse an dem Militärdienst der Regierung teilnehmen. Wales hat das Recht, von Mr. Chamberlain zumindest die gleiche Gerechtigkeit zu fordern, wie sie von Herrn Hitler den Tschechen zugestanden worden ist. Deshalb rufen wir das ganze Volk von Wales auf, dieser Maßnahme einen hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen. Wir müssen uns zusammenschließen, um die Freiheit des Gewissens und um die Freiheit für unsere Kinder, für unser Volk und Vaterland zu verleiligen:.. Auch in Schottland regr sich der Widerstand gegen die englische Kriegstreiberei. Auf zahlreichen Protestkundgebungen ist dieser Haltung beredter Ausdruck gegeben worden. So besagt eine Entschließung:„Die Schotten. die in die Armee eingezogen werden, sollen auf dem Boden Frankreichs kämpfen und sterben, aber nicht aus dem Willen der schottischen Demokratie heraus, sondern wenn Polen oder ein anderes obskures, weit entferntes Land es für gut hält, einen Krieg vom Zaune zu brechen. Schottland muß das jetzt ablehnen, damit es nicht zu spät ist.“ George durcheinander Ein Fehlgriff in die Historie und eine unfreiwillige Selbsterkenntnis London, 19. Juli. Lloyd George, einer der leichtfertigsten und zurzeit auch ältesten Redner unter den Briten, hielt in London eine Tischrede, in der er die phantastische Behauptung aufstellte, Britannien habe„den italienischen Eindringlingen bereits vor 2000 Jahren und den deutschen Eindringlingen fünf Jahrhunderte später Widerstand geleistet".„Wir sind heute“, so krönte er diesen mehr als gewagten Rückgriff in eine wenig ruhmvolle Epoche des Inselvolkes,„genau so bereit, diese Insel gegen Angreifer, woher sie auch kommen mögen, zu verteidigen.“ Nachdem er von der Lehre des großen Krieges gesprochen hatte, meinte der Mann, der Europa in Versailles schulmeistern wollte, dann offenbar in unfreiwilliger Selbsterkenntnis: Das menschliche Gedächtnis vergesse gern, was er nicht behalten wolle, und begehe daher von Zeit zu Zeit denselben Unsinn und dieselben Irrtümer. Ironsides Warschau=Besuch Er will die„polnische Wirtschaft". kennen lernen Warschau, 19. Juli. General Ironside, der, wie bereits berichtet, bei Marschall RydzSmigly zu Gast war, wird noch den Mittwoch und Donnerstag in Warschau verbringen, um die vorgesehenen Einkreisungsbesprechungen mit den polnischen militärischen Stellen durchzuführen. Von Warschau aus wird sich General Ironside in den sogenannten„Zentralen Industriebezirk“ begeben, in dem bekanntlich— vor allem mit französischem Kapital— eine polnische Rüstungsindustrie entstehen soll. Im Zusammenhang mit dem Besuch General Ironsides stellt das Regierungsblatt Expreß Poranny in völliger Verkennung der durchaus untergeordneten Trabantenrolle Polens fest, daß heute England, Polen und Frankreich durch ihre militärische Zusammenarbeit das „Sicherheitsdreieck Europas“ bildeten. Polen könne sich heute mit Stolz sagen, daß es der einzige Staat in Europa ist, der im Laufe der letzten 20 Jahre von der grundsätzlichen Linie seiner Außenpolitik nicht abgewichen ist(?). Weiter versteigt sich das Blatt zu der größenwahnsinnigen Behauptung, die polnische Armee sei heute„eine der mächtigsten in Europa“(!). Auch auf wirtschaftlichem Gebiet habe Polen„bedeutende Erfolge“ aufzuweisen. Die Mission General Ironsides werde sicher zur weiteren Festigung des polnisch=französisch=englischen„Sicherheitsdreiecks" beitragen. 900 neue Bäuernerser geschaffen 20 000 Höfe seit 1933- Neubildung deutschen Bauerntums Berlin, 19. Juli. Bei der soeben erfolgten Einweihung des jetzt fertiggestellten Neubauerndorfes Wittstock, dessen Neubauern durchweg SA.=Männer sind, hielt Staatsminister a. D. Ministerialdirektor Riecke vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Ansprache, in der er zu einigen aktuellen Fragen der Neubildung deutschen Bauerntums grundsätzlich Stellung nahm. Er führte u. a. aus: K Die Neugründung eines so schonen Dorfes wie Wittstock sei die beste Gelegenheit, einmal der Oeffentlichkeit einige Fragen zu beantworten, die in der letzten Zeit sehr häufig gestellt, leider aber sehr oft falsch beantwortet worden seien. Die erste Frage laute: Warum betreiben wir überhaupt die Neubildung deutschen Bauerntums? Die Frage finde ihre Antwort in dem Agrarprogramm der NSDAP. vom 6. März 1930, in dem die Notwendigkeit der Erhaltung eines starken Bauernstandes als Grundpfeiler der nationalsozialistischen Politik gefordert wird. Ferner werde die Frage beantwortet in der Präambel zum Reichserbhofgesetz, in der die Notwendigkeit einer gesunden Verteilung der landwirtschaftlichen Besitzgrößen durch Reichsgesetz festgelegt worden sei. Aus beidem— Agrarprogramm und Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates— gehe klar hervor, daß es sich bei der Neubildung deutschen Bauerntums nicht um eine Wirtschaftsfrage, sondern um eine völkische Frage im wahrsten Sinne des Wortes handle. Das Bauerntum ist und bleibt der Blutquell des deutschen Volkes; es gibt keine stärkere Waffe gegen die Landflucht als die Neubildung deutschen Bauerntums. Die gesunde Mischung von Betriebsgrößen, von der das Erbhofgesetz spricht, fehle im deutschen Westen als Folge der Realteilung, aber auch im deutschen Osten, in dem allein im vergangenen Jahrhundert viele Millionen Morgen Land dem Bauerntum verlorengegangen seien. Infolgedessen habe sich hier im Osten seit Jahrzehnten die Landflucht ganz besonders stark ausgewirkt. Deshalb liege aber auch das Schwergewicht der Neubildung deutschen Bauerntums in Ostdeutschland Trotz aller Schwierigkeiten seien seit 1933 über 20000 neue leistungsfähige Bauernhöfe oder etwa 800 neue Bauerndörfer geschaffen worden. Den Beweis für die Neubildung deutschen Bauerntums im deutschen Osten liefere einmal die Statistik, die nachweist, daß die Bevölkerungszunahme in den bäuerlichen Siedlungsgebieten um die Hälfte größer sei als in den benachbarten Gebieten, die nicht der Neubildung deutschen Bauerntums zugeführt wurden. Aus dieser Beantwortung der ersten Frage folgere von selbst die zweite Frage: Weshalb zurzeit die Neubildung deutschen Bauerntums nicht in größerem Umfange betrieben werde? Die Antwort lautet, daß es Augenblicksaufgaben gebe, hinter denen die bäuerliche Siedlung zurückstehen müsse. Insbesondere sei dies die Wehrhaftmachung mit ihrem erheblichen Landbedarf unmittelbar und für Umsiedlungszwecke. Die in den letzten Jahren eingetretene Verlangsamung des Tempos bei der Neubildung deutschen Bauerntums bedeute aber keinesfalls einen grundsätzlichen Verzicht. Ausführliche Anweisungen des Reichs. innenministers Berlin, 19. Juli. Im Anschluß an die dieser Tage ergangene Aenderungsverordnung hat der Reichsinnenminister gemeinsam mit dem Reichsfinanzminister das Familienunterstutzungsrecht in einer umfangreichen Durchführungsanweisung zusammengefaßt und vereinheitlicht. Nicht weniger als sieben Verordnungen und elf Runderlasse werden durch diese Rechtsvereinheitlichung überflüssig und aufgehoben. Neben der Erweiterung des Personenkreises der Unterstützungsberechtigten durch Einbeziehung der elternlosen Geschwister des Einberufenen bringt die Neuregelung noch auf zahlreichen Gebieten sozialpolitische Verbesserungen. So kann den zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht Einberufenen, die unterstützungsberechtigte Angehörige nicht haben, eine angemessene Beihilfe für die Einstellung ihres Hausrats gewährt werden. Ferner kann die Wirtschaftsbeihilfe, die bisher bloß zur Fortsetzung des Betriebes oder des freien Berufes gegeben wurde, nunmehr auch zur Erhaltung des ruhenden Betriebes gewährt werden. In diesem Falle wird eine Beihilfe zur Deckung der Miete für die gewerblichen Räume gezahlt. Außerdem ist das Höchstmaß der Wirtschaftsbeihilfe heraufgesetzt worden. Sie darf bis zum Anderthalbfachen des Gesamtunterstützungssatzes, in der Ostmark und im Sudetengau des Höchstsatzes, betragen. Dadurch, daß die Mietbeihilfe wie bisher schon in der Ostmark und im Sudetengau künftig neben dem vereinheitlichten Unterstützungssatz gewährt wird, tritt nicht nur eine Vereinfachung, sondern zugleich eine Verbesserung der Höhe der Unterstützung ein, insbesondere bei den jüngeren Geburtsjahrgängen von 1918 aufwärts, die im Altreich von der Zusatzfamilienunterstützung ausgeschlossen waren. Die tatsächlich zu gewährende Unterstützung ist dadurch begrenzt, daß der Unterstützungsberechtigte für seinen laufenden notwendigen Lebensbedarf nicht über mehr Mittel verfügen darf, als ihm bis zur Einberufung zur Verfügung standen. Bei den Unterstützungsberechtigten der Gruppe 1 beispielsweise, die in Haushaltsgemeinschaft mit dem Einberufenen leben, gilt als Einkommenshöchstgrenze das Gesamteinkommen des Unterstützungsberechtigten und des Einberufenen zusammen abzüglich des ersparten Lebensunterhaltes des Einberufenen, der mit 15 Prozent vom Nettoeinkommen des Einberufenen abzusetzen ist. Kriegsschüler auf Ehrenfeldern Auf den Gefechtsfeldern bei Tannenberg Königsberg, 19. Juli. Auf der Ostpreußenkahrt der Kriegsschulen des Heeres weilen die schen Fähnriche in diesen. Tagen bei prächtigem Hochsommerwetter auf den Gefechtsfeldern der großen Schlacht bei Tannenberg. In organisatorisch hervorragend durch die Inspektion der Kriegsschulen eingesetzten Fahrten werden die Fähnriche jeden Tag von ihren verschiedenen Standquartieren aus auf mehr als 160 Kraftfahrzeugen durch das Gelände geführt. Diese Tage werden zum kriegsgeschichtlichen Höhepunkt der ganzen Kriegsschulzeit. Sie werden ganz offensichtlich zu einem großen und tiefen Erlebnis für all die jungen Soldaten, die nun bald in die Führerstellen der Truppen eintreten. ten#uf u Den tiefsten Eindruck aver machen auf die jungen Soldaten immer wieder die Gefechtsfelder mit der stummen und doch so berebten Sprache ihrer 200 Heldenfriedhöfe. Auf den Fahrten leuchten Namen auf, die zum stolzesten Traditionsbesitz unserer Regimenter gehören: Lahna=Orlau, Usdau, Groß=Gardienen, Hohenstein, Waplitz, Mühlen, Gröbnitz, Lautern, Groß=Bossau, um nur einige zu nennen. Offiziere des 1. Armeekorps, die selbst vor 25 Jahren an diesen Stellen mitgekämpft und geblutet haben, vermitteln in dem meist wenig veränderten Gelände den Fähnrichen jene lebendigen Eindrücke des Kampfes, die sich schriftlich nur in beschränktem Matze wiedergeben lassen. Donnerstag, den 20. Juli 1939 „Schwerter Zeitung W □ □ A Nr. 167(Zweites Blatt) Zum Geleit: Was groß sein will und groß werden soll, muß hart u. schwer erkämpft werden. Nur die Größe des Opfers wird einmal die Größe des Sieaes offenbaren. Was leicht erkämpft wird, wird leicht vergessen und klein sein. Adolf Hitler. b„„ Wand verwaltet. Vom 7 6 19380 Wetter: Richt beständig. Nach kurzer Beruhigung am Dienstag hat erneute Zufuhe subtropischer Luftmassen die Niederschlagstätigkeit belebt. Der Großwetterlage ist zu entnehmen, daß auch in den nächsten Tagen mit Gewitterschauern gerechnet werden muß. Die Temperaturen bleiben im wesentlichen die gleichen, es wird jedoch zeitweise schwül sein. Vorhersage für Donnerstag: Bei südwestlichen Winden wechselnd bewölkt. Einzelne gewittrige Schauer. Keine Temperaturänderung. Aussichten für Freitag: Anhaltende Südwestströmung. Heiter bis wolkig und ziemlich warm. Gewittrig. Tageschronik —: Der Tod rief sie ab. Im Alter von 81 Jahren starb die Inhaberin des„Westfälischen Hofes“, Frau Elisabeth Quadbeck. Die rührige Gastwirtin, die noch bis zuletzt ihrem umfangreichen Betrieb vorstand, war die älteste Wirtin von Schwerte und das älteste Mitglied der Schwerter NS.=Frauenschaft. Wer hat die Geldbörse gefunden? Am Sonntag um die Mittagszeit benutzte ein junger Mann den Münzfernsprecher der hiesigen Postanstalt. Er legte seine Geldbörse ab und vergaß, sie mitzunehmen. Kurze Zeit darauf vermißte er seine Geldbörse, ging zurück, fand sie aber nicht mehr vor. Es handelt sich um eine schwarzlederne Geldbörse mit Reißverschluß und Inhalt 60 RM, und zwar 2 Zwanzigmarkscheine und 2 Fünfmarkstücke, außerdem etwas Kleingeld. Wer hat die Geldbörse gefunden oder kann Angaben über den Finder machen? Mitteilung an die Kriminalpolizei, Rathaus, Zimmer 9, erbeten. Diebstahl aufgeklärt. Vor einigen Monaten berichteten wir über eine frischgegrabene im Schwerter Wald aufgefundene Grube, in der außer Handwerkszeugen verschiedener Art auch eni Herrenfahrrad gefunden wurde. Die Angelegenheit konnte jetzt restlos geklärt werden. Die Kriminalpolizei ermitelte 4 Schüler als Täter. Das Diebesgut wurde dem Geschädigten wieder zugeführt. Das Fahrrad war auf der Bergstraße entwendet worden. Aufgeklärter Fahrraddiebstahl. Am 6. Februar 1939 wurde aus dem Abstellraum der hiesigen Berufsschule ein Herrenfahrrad entwendet. Als Täter konnte jetzt von der Kriminalpolizei ein Schüler ermittelt werden. Das Fahrrad wurde sichergestellt. Das interessiert unsere Bauern. Die Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen ist ganz besonders in der Landwirtschaft wichtig. Am 22. Juli hören wir im Landfunk des Reichssenders Berlin um 11.35 Uhr einen Vortrag von Landw.=Assessor Maier=Bode über schlechten Feldbestand im Roggenbau, über Kartoffelfeinde, Kornkäfer und Feinde im Obstbau. Betriebsmeldebogen bereitlegen Es ergeht an sämtliche Betriebsführer nochmals die Bitte, die Betriebsmeldebogen, die als Grundlage der statistischen Erhebung der NSDAP. über die Zahl der Angehörigen der Betriebsgemeinschaften einschließlich der Betriebsführer sämtlicher Betriebe, die Zahl DAF.=Mitgleider in den Betrieben, unterteilt nach Einzelmitgliedern und korporativen Mitgliedern, die Walter der DAF. in den Betrieben dienen, ab 19. Juli zum Abholen bereitzulegen. 1. Fortsetzung. 4. Schulwesen. 1. Oberschule für Jungen. Die Zahl der Schüler betrug Ostern 1938 208, am 31. 12. 1938 197. 31% der Schüler waren Auswärtige. An Freistellen wurden gewährt: 6 ganze Freistellen, 3 1/10 Freistellen, 5 ¾ Freistellen, 1 7/10 Freistelle, 3 ½ Freistellen, 4 ¼ Freistellen. 2. Oberschule für Mädchen. Die Zahl der Schülerinnen betrug: Ostern 1938 120, am 31. Dezember 1938 106. 22,6% der Schülerinnen waren Auswärtige. An Freistellen wurden gewährt 3 ½10 Freistellen, 2 7/10 Freistellen, 1 ¼ Freistelle, 2 ½ Freistellen, 2 ¼ Freistellen.— Die Agnes=Tütel=Stiftung weist am Ende des Jahres 1938 einen Bestand von 3635,25 Mk. auf. 3. Volksschulwesen. Am Schlusse des Jahres waren tätig: an den evangelischen Schulen: 3 Rektoren, 18 Lehrer, 7 Lehrerinnen, an den katholischen Schulen: 1 Rektor, 10 Lehrer, 6 Lehrerinnen, an der paritätischen Hilfsschule: 1 Hilfsschullehrer, 1 Hilfsschullehrerin. Lehrer Wulff, der zu einem Turnkursus nach Berlin beurlaubt worden war, wurde in den Monaten Februar und März von der Schulamtsbewerberin Jasper vertreten. Der Lehrer Timmerbeil verstarb am 29. 4. 1938 an den Folgen eines Motorradunfalles. Seine Vertretung übernahm bis zum 30. 11. 1938 der Schulamtsbewerber Studzewski. Vom 1. 12. 1938 an übernahm Frau Eberhard die Vertretung. Zum 1. 1. 1938 wurde die technische Lehrerin Plato nach Dortmund versetzt. In der Stelle war bis zum 30. 6. 1938 die Schulamtsbewerberin Müller tätig. Seit dieser Zeit wird die Stelle von der Schulamtsbewerberin Kampmann verwaltet. Die Stelle Althoff, die zunächst vertretungsweise von dem Lehrer Grothstück verwaltet wurde, wurde am 1. 4. 1938 dem Lehrer Sieberg endgültig übertragen. Lehrer Grothstück hat vom 1. 4. 1938 an die Stelle Wiegerig übernommen, in der bis dahin die Schulamtsbewerberin Rohde tätig war. Letztere unterrichtet seit dieser Zeit nicht mehr in Schwerte. Mit Wirkung vom 1. 4. 1938 ist eine dritte technische evangelische Lehrerinstelle errichtet worden. Die Verwaltung der Stelle wurde der Schulamtsbewerberin Reinhardt übertragen. Die vom gleichen Zeitpunkt an errichtete zweite Stelle an der Hilfsschule wurde zunächst von der Lehrerin Wand verwaltel. Vom 1. 6. 1938 an ist diese Stelle der Lehrerin Degenhard übertragen worden. Zum 1. 10. 1938 wurden die Lehrer Honsalek und Bollenkamp in den Ruhestand versetzt. Die Stelle Honsalek wurde unter Umwandlung in eine Lehrerinstelle vom 1. 10. 1938 an mit der Lehrerin Breucker besetzt. Die Stelle Bollenkamp war am Schluß des Schuljahres noch nicht wieder endgültig besetzt. Sie wurde abwechselnd von den Lehrern der übrigen Schulen mitverwaltet. Die Schulen waren am 31. 12. 1938 wie folgt besetzt: a) Evangelische Schulen: 1 Alte Marktschule= Neue Marktschule: 8 Klassen 371 Schulkinder, 2. Sedanschule: 8 Klassen 388 Schulkinder, 3. Bismarckschule: 8 Klassen 398 Schulkinder, 4. Schule Schwerterheide: 1 Klasse 31 Schulkinder, zusammen 25 Klassen mit 1198 Schulkindern(im Vorjahr 1272).— b) Katholische Schulen: 1. Alte Kirchschule, 2. Neue Kirchschule, 3. Weißenburger Schule: zusammen 16 Klassen mit 849 Schulkindern(im Vorjahr 889).—c) Paritätische Hilfsschule: 2 Klassen 45 Schulkinder(im Vorjahr 29) — Zusammen: 43 Klassen mit 2092 Schulkindern. 4. Berufsschule. Die Zahl der Klassen und Schüler bzw. Schülerinnen betrug am 31. 12. 1938: Metallgewerbe 6 Klassen 213 Schüler, Baugewerbe 1 Klasse 16 Schüler, Nahrungsgewerbe 2 Klassen 43 Schüler, Bekleidungsgewerbe 1 Klasse 35 Schülerinnen, Ungelernte Arbeiter 5 Klassen 156 Schüler. Zusammen 15 Klassen 428 Schüler und 35 Schülerinnen. Kaufmännische Abteilung 8 Klassen mit 95 Schüler und 136 Schülerinnen. Insgesamt 23 Klassen mit 523 Schüler und 171 Schülerinnen. In der Berufsschule waren am 21. 12. 1938 tätig: Gewerbeoberlehrer Austmann und Leppler, Gewerbelehrer Klimsa, Diplom=Handelslehrer Pnecht und Gewerbelehrerin Weiken. Außerdem wurden die Volksschullehrpersonen Spindeldreher, Möller, Lecking, Fortmann und Lange nebenamtlich beschäftigt. Ausgeschieden sind die nebenamtlichen Lehrkräfte Lehrer Fritz Schulte (am 1. 10. 1938) und Lehrer Bromkamp(am 1. 11. 1938). (Fortsetzung folgt.) Die Frau ohne Vergangenheit. 1920 in Rußland! Sechzehn Deutsche sind zun Tode verurteilt. Unter ihnen der Patient In eisiger Kälte müssen die 16 Deliquenten sich selbst ihr Massengrab schauseln. Dann stehen sie in Reih und Glied am Abgrund ihres eigenen Grabes. Alle haben die Binde vor den Augen. nur„X“ nicht. Noch einmal will er das Leuchten der Morgensonne in sich aufnehmen. Mit ihnen nimmt er das Grauen der 50 auf die Wehrlosen gerichteten Flintenläufe in sich auf! kracht! Von 7 Schüssen durchbohrt sinkt„X“ mit seinen Leidensgenossen in das selbst geschaufelte Grab. Die Russen ziehen ab. Sie haben ihre Arbeit getan. Zum Zuschaufeln ist morgen noch Zeit!— Es wird Nacht. Der Patient„X“ erwacht im offenen Massengrab bei seinen toten Kameraden. Keine der sieben Kugeln hat ihm ernsthaft geschadet— aber das Entsetzen hat ihm das Gedächtnis genommen! Ein Fremder vor sich selbst, macht er sich auf den Weg, findet die Grenze und später die Heimat. Über allen ähnlichen Fällen schwebt die unsichtbare Hand eines gütig oder grausam waltenden Schicksals. Oft wird ein ganzes Leben umgestoßen und in neue Bahnen gelenkt! Geheimnisvoll und doch lebensnah ist das vom„verlorenen Gedächtnis". Auch wir möchten einmal einen Blick in das Schicksal eines Menschen tun, der sein Gedächtnis verlor! Diesem Wunsche folgend, hat die MärkischePanorama=Schneider=Südost das Schicksal eine Frau, die ihr Gedächtnis verlor, in den Mittelpunkt einer interessanten Filmhandlung gestellt. Unter dem Titel„Die Frau ohne heit“ spielt Sybille Schmitz die Hauptrolle in einem ergreifenden Film vom verlorenen Gedächtnis. „Gladde und Schonhen=mastzlerr nn Rathaus Das dürfte sich überall empfehlen. „ Seitens eines Beauftragten des Landratsamtes Altena fand eine Besichtigung des Dorfes Rönsahl statt, um festzustellen, in welchem Maße überflüssige und unschöne Reklame das Dorfbild verunziert. Wenn auch im allgemeinen Rönsahl einen sauberen Eindruck macht, fällt besonders dem Städter, der nach guter ländlicher Kultur sucht, manche unschöne Reklame, besonders an den Gaststätten, auf. Es wird in Zukunft darauf geachtet werden müssen, daß die Werbung handwerklich und von heimischen Kräften ausgeführt wird. Ausstellung„Weltkrieg 1914/18“ wurde eröffnet. In Haspe wurde die Ausstellung„Weltkrieg 1914/18“ feierlich eröffnet. Die Ausstellung wird im Saal der Wirtschaft Kipper gezeigt und zwar bis zum 31. Juli. Sie ist täglich geöffnet von 10 bis 13 und 15 bis 20 Uhr. Unsere Schwerter BDM.=Mädel sind im Januar dieses Jahres dem Ruf des Reichsjugendführers zur Gründung des BDM.=Werkes „Glaube und Schönheit“ gefolgt. Drei Arbeitsgemeinschaften der 17—21jährigen Mädel befassen sich unter Leitung von Frau Letzel, Fräulein Stich, Margot Voß und Dr. Berkenkamp seitdem mit Auslandskunde, Musik und Werkarbeit. Es geht in allen drei Gemeinschaften darum, Eitelkeit und Oberflächlichkeit auszulöschen und die Mädel zu einer Lebenshaltung der Ehrlichkeit, Einfachheit und Natürlichkeit in Wesen, Kleidung und Haltung zu erziehen. Musik, die unmittelbarste Sprache der Kunst zu den Bezirken des Willens und der Phantasie, ist seit jeher von unseren großen Erziehern als hervorragendes Bildungsmittel erkannt worden. Wir haben ihre demoralisierende Wirkung in den Zeiten des Verfalls und der jüdischen Überfremdung zu spüren bekommen und wissen ebenso um die edle Kraft guter Musik auf heranwachsende Menschen. Die Schwerter Mädel hatten in natürlicher Sanges= und Melodienfreude sich Franz Schubert auserkoren, um einen Abend seinen Liedern und leichten Instrumentalkompositionen zu widmen. Ein kleiner Kreis geladener Gäste hörte am Mittwochabend mit Vergnügen an Leistung und frischem Geist der Mädel Lieder, Chöre=und Klaviervorträge aus dem Werk des großen RomanDie Mädelgruppenführerin, Irmgard Kohlmann, begrüßte die Gäste und erläuterte ihnen kurz den Sinn der Arbeitsgemeinschaften. Die Musikgemeinschaft habe sich die Aufgabe gestellt, die Mädel mit dem Leben und Schaffen der großen deutschen Meister bekannt zu machen. Zunächst sei dies am„Vater der Musiker", Johann Sebastian Bach, erprobt worden, von dem auch kleinere Werke selbst gespielt worden seien. Richard Wagner und sein„Lohengrin“ kam dann an die Reihe. Nach eingehender Vorbereitung fuhren die Mädel nach Dortmund, um dort die„Lohengrin“=Aufführung zu erleben. Zu Schubert führte das Lied und die dem Weiblichen besonders nahestehende romantische Empfindsamkit seines Schaffens. In Chören mit Lauten= oder Klavierbegleitung sangen die Mädel den„Lindenbaum“, das„Frühlingslied“ und das„Heidenröslein“, wobei Frau Letzel die Begleitung übernahm. Eine junge Solistin sang das„Echo“ mit klangschönem Sopran, der ausgebildet zu werden verdiente. Laute und Flöte spielten einen Ländler auf. Am Klavier musizierten die Mädel vierhändig und als Solisten: Entre=Act aus„Rosamunde“, Impromptu As-dur, Deutsche Tänze, Impromptu As-moll. Frau Letzel zeigte das Lebensbild und die tragische Notlage des im besten Schaffen gestorbenen Meisters auf, der ein an äußeren Mitteln armes, innerlich umso reicheres Künstlerleben im Kreise der Freunde Grillparzer, Schwind, Schober und Mayrhofer in Wien führte. Die Eigenart seines gleich einer Quelle sprudelnden SchafRillenfhuber are 8 Zwei Worte, ein Begriff! LUHNS Spezial-Handseife ABRADOR entfernt im Nu auch die hartnäckigsten Spuren, wäscht Hände von Grund auf sauber und macht die Haut gleichzeitig so schön frisch, glatt und samtweich. KI fens wurde besonders deutlich in einer Lesung aus einer Schubert=Biographie. Große Pläne hat die Mädelgemeinschaft für Herbst und Frühjahr. So sollen ein Nordischer Abend der auslandskundlichen Arbeitsgemeinschaft und im Februar eine musikalische Reise durch deutsche Gaue unternommen werden. Dr. E. In allen Orten, in denen die Elektrizitätswerke die Finanzierung der Rundfunkgeräte übernehmen, können Volksgenossen, die zum Bezug der Fettverbilligungsscheine berechtigt sind, auf Antrag den deutschen Kleinempfänger DKE und den Volksempfänger VE zu erleichterten Zahlungbedingungen erwerben. Beim DKE ist eine Anzahlung von 5 Mark zu leisten und der Restpreis von 30 Mark in 15 Monatsraten von je 2 Mark zu zahlen. BE beträgt die Anzahlung 6,20 Mark und die Restsumme ist in 18 gleichen Monatsraten von je 3,70 Mark zu zahlen. Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen— Du sprichst kindlichen Gemütes die netten Verse des alten Busch und hegst doch Groll im Herzen, wenn Du Schulzens in voller Kriegsbemalung zum Bahnhof stapfen siehst. Für Dich sind ihre zentnerschweren Koffer köstliche Schatzkammern und Speicher unbekannter Genüsse. Du siehst die von Zigarrentüten geschwellte Brust Vater Schulzens und argwöhnst eine scheingespickte Brieftasche. Mit einem Ruck des Aergers kehrst Du dem Fenster den Rücken, das Dir solchen Ausschnitt des rosenbestreuten Lebensweges eines gewissen Schulze zeigen mußte. Ferien, denkst Du, hinter der Bäderseite Deines Weltblattes vergraben, sind nur eine Sache, wenn man die nötigen Quadratzentimeter grauen Karton am Bahnhofschalter kaufen und die erforderliche Kilometerzahl zwischen sich und die verhaßte Tretmühle legen kann. Diese Deine Ueberzeugung enthält eine so unbestreitbare Wahrheit, daß sie auch der raffinierteste Propagandachef Deiner heimatlichen Ausflugsstätten nicht wegzaubern kann. Doch versüßest Du Dir Dein gegenwärtiges Reiseunvermögen noch am edelsten durch behagliche Schadenfreude. Schon nach knappen paar: Kilometern wird Vater Schulze die bekannte nervöse Handbewegung zu den Geldbehältern verhaßt. Am Schluß wird ihm der Katzenjammer des Rückkehrers beugen, und Du wirst ihm in schlagkräftiger Bräune von den Plätschereien in Heimatgewässern erzählen und nebenbei Dein neuangelegtes Konto erwähnen. Eine Brasil! Der sichtlich gutsituierte Gast wünscht es mit der Ueberlegenheit des Kenners. Sein Augenaufschlag vom Pils zum beflissen wartenden Ober stellt den verschmitztesten Asiaten in den Schatten. Eine lange Reihe von Gedankenstrichen erstreckt sich in diesem Augenblick zwischen ihm und dem aufhorchenden Diener seiner Wünsche. Da er ein Mensch von Kultur ist, spricht er nicht aus, was ohnehin schon jedes Kind weiß. Immerhin kehrt er nach mehrfachem Leeren seines Glases beim feierlichen Entflammen der dritten Negerstange zu diesem Thema zurück:„Schauderhaftes Kraut, was sich heute noch Zigarre nennt. Nur Brasil gehen noch einigermaßen. Ganz gute Sorte, diese hier.“— In einer stillen Straße in Berlin arbeiten zur gleichen Zeit viele Männer über ihren Akten mit dem ernsten Willen, Deutschland vor Devisenknechtschaft zu behüten. Ihre Tätigkeit erfüllt sie mit Befriedigung und Stolz. Ohne unserem besseren Herrn zu nahe treten zu wollen: Buna, Jeder sollein Rundfunkgerät besiten gusig, dach vmn Tadakoeredlung urseht importenfreudiges Gemüt leider gottseidank noch nichts. Nur im Karl=May=Alter begreift man vol! die Schönheit der Bretterbuden. Später verdüstert sich das menschliche Aufnahmevermögen für die erregenden Reize von Bretterverschlägen erheblich. Doch nicht nur die Welt— auch gewisse Ruinen sind mit Brettern vernagelt und lassen durch ihren Anblick uns 4###lich un enschauern. Amt Westhofen Filmvortrag im Gartenbauverein Westhofen. Der hiesige Gartenbauverein veranstaltet am Sonnabend um 20 Uhr im Lokale W. Zier hierselbst einen Filmvortrag„Süßmostund Weinbereitung im Haushalt". Der Vortrag ist für die jetzige Jahreszeit besonders zugeschnitten und wird manche wertvolle Winke für Interessenten zeigen. Außerdem erscheint an diesem Abend auch noch ein Redner vom Obstund Gemüsebauverband in Münster. Weil für diesen Vortragsabend sich auch Nichtmitglieder des Gartenbauvereins interessieren dürften, sind auch solche hierdurch eingeladen. Verstoß einer Jüdin Westhofen. Zur Anzeige gebracht wurde die Jüdin I. N. von hier, weil sie ohne Genehmigung der Ortspolizeibehörde eine Wohnung vermietet hatte. Erschwerend kommt hinzu, daß der N. noch erst einige Tage vorher die einschlägigen Gesetzesbestimmungen bekannt gegeben worden waren. Waldfest des„Männerchors“ Westhofen. Der„Männerchor“ hatte sein angekündigtes Waldfest in diesem Jahr besonders gut aufgezogen. Die Besucherzahl dieses Waldfestes war überraschend groß. Die fleißige RSKK.=Kapelle erfreute mit schneidigen Märschen und Tanzweisen. An den aufgebauten Buden, auf der eigens errichteten Tanzfläche, an den Schenken usw. entwickelte sich schon in den frühen Nachmittagsstunden ein lebhaftes Leben und Treiben. Leider fand das schöne Waldfest durch ein starkes Gewitter in den Abendstunden ein vorzeitiges Ende. Viele Festbesucher und vor allem die Sangesbrüder kamen durchnäßt zu Hause an. Schade, daß der Wettergott dem Fest einen solch bösen Abschluß brachte. In Haft genommen Westhofen. Eine männliche Person mußte inhaftiert werden, die bei einem Streit mit Arbeitskameraden zum Messer gegriffen hatte. Unsere H3. in Nürnberg Die Beteiligung des Gebietes Westfalen im Jahre 1939 Das Gebiet Westfalen gab in diesen Tagen den Bannen und Jungbannen die Teilnehmerstärke für den Reichsparteitag 1939 bekannt. Insgesamt kommen 2173 westfälische Jungen, die aus den einzelnen Bannen und Jungbannen zusammengezogen werden, nach Nürnberg. Der erste Transport der westfälischen HI. verläßt das Heimatgebiet am 28. August. Mit diesem Sonderzug fahren 253 westfälische Sportler, die in einem Vorbereitungslager zusammengefaßt und bei din sportlichen Vorführungen am„Tag der Gemeinschaft“ in Nürnberg eingesetzt werden. Mit dem zweiten Sonderzug am 6. September fahren 864 Parteianwärter, und der letzte Zug am 8. September bringt das weitere Teilnehmerkontingent der allgemeinen HJ. in Stärke von 870 Jungen, zu denen noch 66 Fahnenträger hinzukommen nach Nürnberg. Wer trägt die Kosten für das Selbstschutzgerät? Diese Frage, die in vielen Luftschutzgemeinschaften schon praktisch gelöst worden ist, indem teils die Mieter, teils der Vermieter, meist jedoch beide gemeinsam das erforderliche Luftschutzgerät für das Haus beschafften, ist jetzt endgültig geregelt worden. Verantwortlich für die Bereitstellung des Luftschutzgerätes ist der Hausbesitzer bzw. der Hausverwalter. Der Vermieter ist dadurch zusammen mit dem Luftschutzwart die treibende Kraft bei der Heranschaffung des Gerätes. Es ist bekannt, daß viele der erforderlichen Gerätschaften— entscheidend für die Notwendigkeit ihres Vorhandenseins im Hause ist der Luftschutzwart— bereits in den Haushalten vorhanden sind. Man denke nur an Wassereimer, Wannen und andere Wasserbehälter. Kisten zur Aufnahme von Sand, Schaufeln oder Spaten, Beile oder Axte sowie Wäscheleinen. In manchen Gegenden Deutschlands gibt es Stützen, mit deren Hilfe man die mit Wäsche behangenen Leinen in die Höhe stemmt. Jede solcher Stangen gibt mit einem starken Nagel versehen einen guten Einreißhaken ab. Auch jeder Bootshaten ist ohne weiteres ein vorzüglicher Einreißhaken. Nun gibt es aber zwei Dinge, die nicht vorhanden sind, aber dringend gebraucht werden: die Handfeuerspritze(gemeint sind Einstell= und Kübelspritzen mit einem 5 Meter langen Schlauch) und die Luftschutz=Hausapotheke. Diese Gegenstände kosten Geld. Damit nicht einer alles bezahlt und weil die Gerätschaften allen dienen, sollen sie auch gemeinschaftlich beschafft werden. Um das zu erreichen, haben auf Anregung des Reichsluftfahrtministeriums die Präsidenten der Reichsbünde der Mieter und Vermieter einen Aufruf erlassen, durch den die Hausgemeinschaft(Luftschutzgemeinschaft) aufgefordert wird, sich gemeinsam an der Kostentragung zu beteiligen. Wie das im einzelnen zu geschehen hat, ist nicht bestimmt worden, da es selbstverständlich ist, daß der finanziell Stärkere auch die geldlich größeren Leistungen vollbringt. KdF.=Maler und=Zeichner stellen aus. Das künstlerische Laienschaffen wird im Kreise Hagen der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" besonders gefördert. Die Hagener KdF.=Mal= und Zeichenkurse der Abteilung Deutsches Volksbildungswerk stehen im Gau Westfalen=Süd an erster Stelle. Die ersten Leistungen des Laienschaffens werden zur Zeit in einer besonders umfangreichen Ausstellung im Hagener Kunstmuseum gezeigt. Zum ersten Male sind in dieser Ausstellung auch die KdF.=Malund Zeichenkurse von Hohenlimburg eingeschlossen. Die Ausstellung wird bis zum 24. Juli zu besichtigen sein. Es ist beabsichtigt die interessante Schau im Herbst auch in Hohenlimburg zu zeigen. Dl grinsener Marke Ein Tatsachenbericht über den interessantesten Kriminalfall der japanischen Polizei Von Walter Ebert Copyright Knorr& Hirth, München. Alle Rechte vorbehalten 2. Fortsetzung. Hidekichi saß vor seinem breiten Schreibtisch, er hatte die unbequemen Schuhe, an die er sich noch immer nicht recht gewöhnen konnte, abgetreift und die Beine unter sich auf den Stuhlsitz gezogen. Es war ihm bequemer so. Auf die Bügelfalten seiner Beinkleider brauchte er keine Rücksicht zu nehmen, sie hatten keine. Sein Oberkörper war hinter der„Tokio=NichiNichi" verborgen. Er las gerade von der großen Dürre im Norden.„Die Trockenheit in den am stärksten heimgesuchten Gebieten ist so groß, daß viele Familien schon seit mehreren Tagen uuf ihr Bad verzichten müssen", ließ sich die „Tokio=Nichi=Nichi“, aus Yamagata berichten. Hidekichi schüttelte bekümmert den Kopf und blätterte um. Ein langer Bericht über ein senzsationelles Verbrechen, das seit einigen Tagen den amerikanischen Kontinent in Spannung hielt, fesselte ihn. Der kleine Sohn eines berühmten amerikanischen Mannes war von Erpressern verschleppt worden. Inspektor Hidekichi hatte den Namen des Mannes, dessen Kind geraubt war, schon oft gelesen. Er war ein Rekordflieger und hieß Charles Lindbergh. Wie immer, wenn er die Kriminalberichte aus den Ländern des Westens las, empfand Inspektor Hidekichi Staunen und Abscheu. Diese endlosen Berichte über Morde, Raubüberfälle, Diebstähle und Betrügereien erweckten immer von neuem die Vorstellung in ihm, daß die weißen Teufel Barbaren seien, Menschen einer niederen Kulturstufe, die es noch nicht gelernt hatten, ihre tierischen Instinkte zu beherrschen. Er wußte, daß in Amerika große Banden von Verbrechern und Mördern die Städte beherrschten, daß die Polizei gegen diese Banden ohnmächtig war, und er konnte es nicht begreifen. Soviel schlechte Menschen wie in einer einzigen Stadt des Westens würde man in ganz Japan nicht auftreiben können. Das Telephon schrillte in seine Gedanken. Er nahm den Hörer ab und vernahm die Nachricht von der Entdeckung des Mordes in Tamanoi. Im Augenblick war alle Bedächtigkeit von ihm abgefallen. Seine Füße sausten auf den Boden. Die Zeitung flog zur Seite. Seine leise, etwas belegte Stimme sandte knappe, präzise Befehle durch den Draht, der in wenigen Minuten das ganze Polizeipräsidium in Bewegung brachte. Als Inspektor Hidekichi im Hof des Präsidiums erschien, war das Dienstauto schon vorgefahren. Sein Assistent Ishiga ließ gerade in einen zweiten Wagen einen großen Scheinwerfer, lange Stricke und Decken verladen. Er stand auf dem Trittbrett und dirigierte mit hallenden Kommandos und energischen Gesten das Gewimmel der hin und her laufenden Gestalten. Er sah reichlich jung aus, der Assistent Ishiga, aber in seiner zielbewußten Art lag eine Tatkraft, der in dieser aufgeregten Minute alle sich unterordneten. Sein schmales, auffallend helles Gesicht, dessen Backenknochen kaum merklich vorstanden(manche Japaner, deren Vorfahren aus Korea eingewandert sind, haben solche zarten, hellgetönten Gesichter) glühte vor Eifer. „Ich habe einen Feuerwehrwagen mit einer Leiter hinausbeordert", berichtete er seinem Chef. Hidekichi nickte zufrieden. Auf die Umsicht seines Assistenten war Verlaß. Doch es war nicht seine Gewohnheit zu loben.„Und der Hund mit der klugen Nase?“ fragte er. „Er ist mit seinem Führer in einem Ueberfallwagen vorausgefahren, damit er die Spur aufnehmen kann, bevor andere Menschen sie verwischen.“ Hidekichi nickt wieder. Der Schäferhund Lux, ein Geschenk der deutschen Polizei, hatte sich durch seine Klugheit und seinen Spürsinn die uneingeschränkte Bewunderung nicht nur Hidekichis, sondern des ganzen Präsidiums erworben. Von den Polizisten wurde er mit einer an Aberglauben grenzenden Verehrung behandelt. Vielleicht würde seine wunderbare Rase auch die Mörder von Tamanoi aufspüren. Mit dringendem Hupengeheul fauste der schwarze Wagen aus der Einfahrt. Der Mann mit den langen Zähnen „Der Geduldige besiegt die Götter, Ishiga San“, sagte Hidekichi mit seiner sanften Stimme.„Wir dürfen nicht übereilt vorgehen.“ Wie immer, wenn er sehr in Gedanken war, hatte Inspektor Hidekicht die Füße auf seinen Fahren nach Bern Iserlohn. In Berlin finden bekanntlich in diesen Tagen die Ausscheidungskämpfe für die RS.=Kampfspiele in Nürnberg statt. Die Besten der verschiedenen SA.=Gruppen Großdeutschlands werden sich im Kampfe gegenüberstehen, um die Sieger zu ermitteln, die in Nürnberg zum Entscheidungkampf antreten. Von der Iserlohner SA.=Standarte 259 werden zwanzig Männer an dem Ausscheidungskampf teilnehmen. Diese konnten aus den vorhergehenden Kämpfen als Sieger hervorgehen. Es sind dies im 3000=m=Hindernislauf, Klasse B, der Rottenführer Ernst Ruthmann von Stutm 5/259 und der SA.=Mann Hans Penries vom Sturm 13/259. Im Handgranatenweitwurf, Klasse A, SA.=Mann Günter Bärenfänger vom Sturm 2/259, Klasse B, SA.=Mann Erich Lösche, Sturm 11/259 und SA.=Mann Hubert Humpert, Sturm 25/259, Klasse C, Truppführer Karl Schell, Sturm 25/259 und Sturmmann Fritz Pliquet, Sturm 16/259. In 20 X ½- Runde= Hindernisstaffel Rottenführer Paul Suren, Sturm 22/259 und SA.=Mann Rudi Wigge, Sturm 31/259. Im Deutschen Mehrkampf, Klasse A, SA.= Mann Hergmann Begler, Sturm 31/259. Im 100=m=Lauf, Klasse A, Sturmmann Karl Schniewindt, Sturm 31/259, Im Kugelstoßen, Klasse A, Sturmmann K. Trottier, Sturm 13/259, Klasse B, Rottenführer Fritz Nophut, Sturm 25/259. Im Boxen, Weltergewicht, SA.=Mann Karl Hempelmann, Sturm 21/259. Im Ringen, Bantamgewicht, SA.= Mann Josef Rößler, Sturm 1/259, Leichtgewicht, SA.=Mann Rudi Reinhardt, Sturm 1/259, Weltergewicht, SA.=Mann August Gold und SA.= Mann Adolf Wellmann, beide vom Sturm 1/259, Mittelgewicht, SA.=Mann Richard Bastian, Sturm 1/259, Halbschwergewicht, SA.=Mann Erich Hill, Sturm 1/259. Die Wettkämpfer sind am gestrigen Mittwoch abend, zusammen mit den anderen Kämpfern der Gruppe Westfalen, mit dem Sonderzug nach Berlin abgefahren. Die Führermannschaft der Standarte 259, vom Sturmführer aufwärts, fährt am heutigen Donnerstag um 23.12 Uhr mit einem Sonderzug von Dortmund nach Berlin. Die oben genannten Wettkämpfer haben in den bisher stattgefundenen Kämpfen bewiesen, daß sie ihren Mann stehen. Die besten Wünsche aller zurückbleibenden Kameraden begleiten sie nach Berlin. Wir hoffen, daß einige von ihnen auch von Berlin als Sieger zurückkehren. Neues von der Schwerter Fußball=Pokalwoche Die Vorbereitungen für die Veranstaltung der Fußball=Pokalwoche anläßlich des 20jährigen Bestehens sind beim Verein für Leibesübungen in vollem Gange. Zur Auslosung und zur sprechung der näheren Einzelheiten hatten sich die Vertreter der teilnehmenden Vereine im Gasthof Stens eingefunden. Die Auslosung brachte nachstehendes Ergebnis. Die angesetzten Vorrundenspiele werden in der Zeit vom 17. 8 bis 20. 8., also innerhalb vier Tagen abgewickelt sodaß schon bereits am Dienstag, den 28. 8. das erste Spiel der Zwischenrunde steigen kann. In den einzelnen Treffen der Vorrunde stehen sich die einzelnen Vereine wie folgt gegenüber: Donnerstag, den 17. 8. Sportv. Geisecke— Spielv. Holzwickede, Freitag, den 18. 8. Schwerte 06— SC. Aplerbeck 09, Samstag, den 19. 8. Hörder Hüttenverein— Tus Ergste 1884, Sonntag, den 20. 8. vomr. 11 Uhr VfB. Westhofen— Sportv. Schüren und nachm. 16 Uhr SC. Hennen 1912— Sportv. Brackel 06. Die Sieger dieser Vorrunde werden sich dann im weiteren Verlauf der Pokalwoche in den Zwischenrundenspielen auseinandersetzen. Den vier Besten dieser Pokalrunde ist die Gelegenheit gegeben, sich in den Besitz eines Preises zu bringen. Zu gleicher Zeit findet im Rahmen dieser Pokalwoche ein Fußball=Turnier der Alten Herren statt und zwar haben nachstehende Vereine ihre Alten=Herren=Mannschaften zur Verfügung gestellt: 1. Schwerte 06, 2. Tus Ergste 84, 3. Hörder Hüttenverein, 4. Reichsbahn Schwerte, 5. SC. Aplerbeck 09, 6. Sportv. Brackel 06. Die Vorrunde dieser Spiele wird wie folgt bestritten: Donnerstag, den 17. 8. Schwerte 06— Hörder Hüttenverein, Freitag, den 18. 8. Aplerbeck 09— Tus Ergste 84, Sonntag, den 20. 8. Brackel 06— Reichsbahn Schwerte. Aplerbeck und Ergste zogen das Freilos, so daß eine dieser Mannschaften ohne Zwischenrunde für das Endspiel teilnahmeberechtigt ist. Auch diese Spiele der alten Kämpen versprechen einen interessanten Verlauf. Ueber die weiteren Vorbereitungsarbeiten dieser sportlichen Großveranstaltung werden wir an dieser Stelle laufend berichten. * Turner in Stockholm Teilnahme an der Lingiade Stockholm, 19. Juli. Das KdF=Schiff„Wilhelm Gustloff“ ist am Mittwochfrüh mit den deutschen Teilnehmern an der Lingiade, die am Donnerstag nachmittag durch König Gustaf V. im hiesigen Olympia=Stadion eröffnet wird, in Stockholm eingetroffen und ist vor dem Königlichen Schloß auf dem„Strom“ vor Anker gegangen. Unter den Teilnehmern befindet sich auch die deutsche offizielle Abordnung der Lingiade mit dem Reichssportführer von Tschammer und Osten an der Spitze. Die deutsche Hauptmannschaft zählt rund 1100 männliche und weibliche Gymnastiker, außerdem ist der RS=Reichsbund für Leibesübungen noch mit einigen Sondergruppen vertreten. breiten Bürosessel heraufgezogen. Er kauerte auf dem großen Stuhl wie auf einem Thron, die Hände ruhig ineinandergelegt— ein winziger Gnom mit einem weißen, von zahllosen Fältchen durchzogenen Gesichtchen, dessen gütige Augen kurzsichtig unter schweren Lidern hervorblinzelten. Er wirkte bei alle seiner Kleinheit ungemein würdig,— solange er saß. Sobald er aber aufstand und sich bewegte, machte ihn die unglückselige europäische Kleidung zum Zerrbild seiner selbst. Sie schlotterte um seine zierlichen Glieder und gab seinen Bewegungen etwas Ungeschicktes und Automatenhaftes. sicht war durch furchtbare Schläge verstümmelt, offenbar um die Identifizierung zu erschweren. Ishiga nahm den Bogen zur Hand, auf dem er alle Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung vermerkt hatte. Haare— schwarz, stand da. Fast alle Japaner sind schwarzhaarig. Jede andere Haarfarbe hätte eher als Fingerzeig für die Identifizierung des Toten dienen können. Grauer Baumwollkimono, Spuren von gelbem Lehm, die nicht mit der Bodenbeschaffenheit in der Schlucht übereinstimmen. Ishiga neigte ergebungsvoll den Kopf. Er hatte sich erlaubt, dem Chef vorzuschlagen, er möge eine Beschreibung des Toten in den Zeitungen veröffentlichen zu lassen. Vielleicht meldeten sich seine Angehörigen... Aber Hidekichi hatte es entsetzt abgelehnt, eine so häßliche Sache wie einen Mord ausdrücklich der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. So etwas war nicht Shukun, war nicht Brauch in Nippon. Es ist nicht Shukun— wie oft hatte der junge Ishiga dieses Wort in den letzten Jahren hören müssen, von seinem Vater, seiner Mutter, seinem verehrten Vorgesetzten. Es stand zwischen der alten und jungen Generation, eine nie ganz zu überwindende Schranke gegen den Einbruch der neuen Zeit. Ishiga San rückte an seiner Hornbrille und wartete in ehrerbietigem Schweigen, bis es Hidekichi belieben würde, das Gespräch wieder aufzunehmen. Sein Gesicht war ebenso ausdruckslos wie das des Inspektors, aber hinter seiner unbewegten Stirn arbeitete es. Er überdachte die Möglichkeiten, die sich auf Grund der bisherigen Ermittlungen für die Klärung des Falles ergaben. Die beiden Pakete in der Schlucht hatten in der Tat die Leiche eines Mannes enthalten. Das eine den Kopf, das andere den Rumpf und die Arme. Die Beine mußten die Mörder an anderer Stelle verborgen haben. Nach Aussage des Gerichtsarztes war der Mann vor drei Tagen getötet worden. Er war durch Enthauptung getötet worden, mit einem einzigen Schlag, der den Kopf glatt von den Schultern getrennt hatte. Der Mann war fünfunddreißig bis vierzig Jahre gewesen. Die Leiche war in Stücke eines grmen Roumwollktmonos gewickelt. Auch damit war nicht viel anzufangen. Graue Baumwollkimonos werden in Tokio zu Tausenden verkauft und getragen. Gelber Lehm ist der Grund, auf dem neun Zehntel der Hauptstadt Rippons aufgebaut sind. Haare einer Katze und Reste von Fischgräten. Katzen kann man in jeder beliebigen Straße Tokios zu Tausenden auflesen und Fisch ist nach dem Reis das Hauptnahrungsmittel Japans. Trotzdem— Ishiga holte tief Luft und preßte die Oberarme fest an den Körper, um sich zu konzentrieren— aus der Kombination von gelbem Lehm, Katzenhaaren und Fischgräten mußten sich Schlüsse auf die Herkunft der Leiche ziehen lassen. Der Arzt hatte gesagt, der Ermordete sei seit etwa drei Tagen tot. Während dieser drei Tage mußte die Leiche irgendwo verborgen gewesen sein. An einer Stelle, wo es gelben Lehm, Katzenhaare und Fischgräten gab. Irgendwo. In einem Haus? Nein. In japanischen Häusern, deren weiße Matten man niemals mit Schuhen betritt, kann es zwar Katzen und Fischgräten, aber keinen Lehm geben. Andererseits bewiesen die Gräten und die Haare, daß die Leiche zumindest ganz in der Nähe einer menschlichen Behausung gelegen haben mußte. In der Nähe, vielleicht—— unter einem Haus? Gepackt von der Eindringlichkeit seines Einfalls sprang Ishiga auf. Natürlich! So mußte es sein. Für jemanden, der einen Mann in seinem Hause ermodet hatte und ihn verstecken wollte, bis sich eine Gelegenheit ergab, die Leiche fortzuschaffen, war der hohle Raum unter dem Haus das bequemste Versteck. (Fortsetzung folgt.) "„Ureir Aud Ahseltttull! * Ein arbeitsscheuer Bursche Münster. Bernhard D. aus M.=Gladbach war mit seinen 19 Jahren ein fauler Patron. Sechs ganze Tage hatte er es auf der Arbeitsstelle, die ihm das Arbeitsamt Lüdenscheid bei einem Elektrizitätswerk zugewiesen hatte, ausgehalten. Dann hielt ihn nichts mehr dort. Er lieh sich von einem Arbeitskameraden ein Fahrrad sowie ein Hemd, Hose, Schuhe und fuhr zunächst mal nach M.=Gladbach zurück. Von da ging seine Reise nach Düsseldorf, wo er sich bei der Verwaltungsstelle seiner Firma einen Vorschuß von 6 RM. zahlen ließ, und wo er das Fahrrad seines Freundes verkaufte. Teils zu Fuß, teils mit Fernlastzügen kam er dann auf seiner Wanderung, die über Münster, Hamburg nach Helgoland führen sollte, wieder nach Münster, wo er aber von der Polizei aufgegriffen wurde. Für drei Monate und zwei Wochen ist jetzt seine Helgolandreise unterbrochen, da das Schöffengericht Münster es für richtig hielt, ihn wegen seiner Straftaten erst mal für diese Zeit ins Gefängnis zu stecken. Die Untersuchungshaft wurde ihm angerechnet. Postalische Erinnerung an die Landung des „Graf Zeppelin“ in Münster Münster. Mit Rücksicht auf den bei dem Großflugtag am 23. Juli auf dem Flughafen Münster=Handorf zu erwartenden Massenbesuch wird die Reichspostdirektion Münster auf dem Flugplatz ein kleines Sonderpostamt errichten, das gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen annimmt und Postwertzeichen abgibt. Es führt einen besonderen Aufgabestempel, der das Rathaus von Münster mit einem darüber schwebenden Luftschiff zeigt. Damit jeder Besucher der Veranstaltung sich einen Stempelaufdruck besorgen kann, werden auf allen Zuschauerplätzen Postwertzeichen durch sogenannte„Fliegende Markenverteiler“ vertrieben, die— soweit möglich— auch gewöhnliche Briefe annehmen. Familienvater tödlich verunglückt Minden. Auf der Heimfahrt von einem Schützenfest in Friedewalde, wo er einen Fahrradstand hatte, stürzte der Einwohner Schipewirp mit seinem Motorrad so unglücklich, daß er einige Stunden später im Mindener Krankenhaus verstarb. Sch. wollte auf der Straße einige Fußgänger überholen, die zu weit auf der linken Straßenseite gingen. Bei dem Ueberholungsversuch fuhr er dann in einen Steinhaufen. Die auf dem Soziussitz mitfahrende Ehefrau blieb unverletzt; auch das Motorrad wurde kaum beschädigt. Der auf so tragische Weise aus dem Leben Gerissene war Vater von fünf Kindern und stand im Alter von 35 Jahren. 1100 Jahre Lippborg. Mitte September feiert die alte münsterländische Burg an der Lippe, die Gemeinde Lippborg, ihr 1100jähriges Bestehen. Wenn auch die Gegend hier am mittleren Lauf der Lippe schon zur Zeit der Bructerer bewohnt gewesen ist, so wird sie urkundlich zum ersten Male 839 erwähnt. Von diesem Jahre heißt es in dem alten Heberegister des Klosters Werden an der Ruhr, daß der Hunselsche Hof in Lippborg, der heute noch besteht, obengenanntem Kloster mit dem Zehnten zinspflichtig war. Politisch gehört die Gemeinde Lippborg zum Amt Beckum. Früher war sie als Uebergang von Kurköln zum Hochstift Münster ein befestigter Platz. Ohrfeigen für verhinderten Selbstmörder Haste(Landkr. Osnabrück). In der Nähe der Haster Mühle beobachteten Fußgänger, daß sich ein Mann in offenbar selbstmörderischer Absicht in die Nette stürzte. Es war aber gerade an diesem Tage die Stauanlage der Mühle geöffnet worden und daher der Wasserstand der Nette sehr niedrig. Infolgedessen gelang dem kühnen Springer der Selbstmordversuch nicht. Er konnte nur ein ziemlich ergiebiges Schlammbad nehmen. Der Mann wurde aus dem Wasser herausgezogen, und als er sich noch widersetzte und darauf bestand, seinem Leben ein Ende zu machen, erhielt er von den Rettern einige Ohrfeigen, die ihn etwas zur Vernunft brachten. Die Polizei nahm sich seiner an. Leichensund im Sumpf Ahaus. In der Nähe des Ausflugsortes Haarmühle im Kreise Ahaus machten Ausflügler einen grausigen Fund. Zwei Holländer entdeckten im Sumpfe der Alstätter Aa die Leiche des seit Januar vermißten kriegsbeschädigten D. Es wurde damals angenommen, daß er dem damaligen Hochwasser der Aa zum Opfer gefallen sei. Diese Annahme hat sich jetzt bestätigt. Die Leiche war vollkommen im Sumpfe versteckt. Vom Anhänger ersaßt und getötet Gelsenkirchen. Am Montagabend wurde der 61jährige, aus Deutsch=Steinbrück in Holland stammende Motorradfahrer H. Stork an der Straßenkreuzung Gladbecker und Finkestraße in Buer von dem Anhänger eines Omnibusses der Vestischen Kleinbahn erfaßt und überfahren. Stork war auf der Stelle tot. Nach den bisherigen Ermittlungen liegt Selbstverschulden vor. Für niler unschuelich gemauft! 15 Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für gemeingefährliche Volksschädlinge Kleve. Vor dem Klever Schwurgericht hatten sich wegen gewerbsmäßigen Verbrechens gegen Paragraph 218 der Theodor Baule aus Duisburg=Hamborn und der Paul Ulrich aus Mörs zu verantworten. Ulrich, der zur Zeit wegen Vorbereitung zum Hochverrat sieben Jahre Zuchthaus verbüßt, wurde aus der Strafhaft vorgeführt. Baule wurde beschuldigt, in den Jahren 1930 bis 1936 in KampLintfort, Mörs und Umgebung gewerbsmäßig und als Gewohnheitsverbrecher sich gegen den § 218 vergangen zu haben, während ihm Ulrich mit Rat und Tat hierzu Beihilfe geleistet haben soll. Baule ist übrigens Mitbegründer des berüchtigten„Sexual=Reformbundes“ in Hamborn, einer„Blüte“ der Systemzeit. Beide Angeklagten haben seit dem Jahre 1931 ihr schmäh. liches Handwerk betrieben, wofür Beträge von 5 bis 15 RM. von den in Frage kommenden Personen verlangt wurden. Der Angeklagte Baule wurde wegen gewerbsmäßigen Verbrechens gegen§ 218 in 39 Fällen, darunter drei besonders schwere Fälle. und versuchter Abtreibung in zwei Fällen zu der höchstzulässigen Zuchthausstrafe von fünfzehn Jahren, zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre verurteilt. Außerdem wurde die Sicherungsverwahrung über ihn verhängt. Der Angeklagte P. Ulrich wurde wegen Beihilfe in 29 Fällen unter Einbeziehung der in Hamm gegen ihn verhängten Zuchthausstrafe von sieben Jahren zu einer Gesamtzuchthausstrafe von fünfzehn Jahren verurteilt. Desgleichen wurden auch ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt und die Sicherungsverwahrung angeordnet. Sein Leben verpfuscht Duisburg. Daß ein junger Mensch mit 24 Jahren schon in Sicherheitsverwahrung genommen werden muß, gehört glücklicherweise zu den Seltenheiten. Immerhin hatte es der erst 24 Jahre alte Heinrich Schumacher schon so weit gebracht. Aus Arbeitsscheu legte er sich zuerst auf Bettelei, dann kamen Diebstähle hinzu, und so standen die Gefängnistüren immer wieder zu seinem Empfang offen. Zuletzt stahl Schumacher die Garderobe aus den Schulen und wurde bald zum gefürchteten Garderobenmarder. Die in großen Mengen gestohlenen Mäntel verkaufte er in Duisburg und Düsseldorf. Als ihm hier der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, schwang er sich auf ein gestohlenes Fahrrad und setzte die Garderobendiebstähle im Saargebiet und in der Eifel fort. In Duisburg wurde er auf frischer Tat ertappt. Das Gericht sah in dem Angeklagten einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher und verurteilte ihn zu fünf Jahren Zuchthaus, wie zu zehn Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet. Die steis eicgunte Bume Elisabeths Stofflager— bei ihrer Firma gestohlen Münster. Mit Putzsucht allein hätte es sich kaum erklären lassen, was Elisabeth, die Verkäuferin in einer bekannten münsterischen Textilfirma gewesen war, alles zusammengestohlen hatte. Denn die Mengen an Georgette. Bembergseide, Wollgeorgette, Honan. Voilestreifen, Kretone, Vistra, Angora, Madeirastickerei, Kammgarn, Vistra für Strandanzüge, Wäscheseide und was noch alles vor dem Schöffengericht sonst an Stoffen aufgeführt wurde, die hätten sicherlich genügt, Elisabeth jedes Jahr bis an ihr seliges Ende von Kopf bis Fuß neu einzukleiden— gesetzt den Fall, daß in diesen fernen Jahren noch Madeirastickerei modern sein würde.. Ein ganzes Lager an Stoffen war bei der Haussuchung in Elisabeths Wohnung zutage gefördert worden. Natürlich waren auch schon erhebliche Mengen Stoff verarbeitet gewesen. Hatte doch der Abteilungsleiter im Vollbewußtsein seiner guten Qualitäten immer auf Elisabeths Blusen aufmerksam gemacht:„Sehen Sie, meine Damen, wie gut sich unsere Voiles tragen, die Verkäuferin dort drüben hat gerade eine solche Bluse an..“ Hätte er Elisabeths billige Bezugsquelle geahnt, wäre wohl ein anderes Wörtchen geredet worden... Wie gesagt, sucht allein konnte kaum das Motiv zu allem sein, denn wie Elisabeth ihre kleinen Erholungsreisen nach Gelsenkirchen und Düsseldorf bewerkstelligte, ohne viel Geld einzubüßen, ließ doch schon auf eine böse Veranlagung schließen. Sie hatte sich in Münster neben einer Sonntagsrückfahrkarte auch eine Bahnsteigkarte erstanden, mit der sie durch die Sperre ging. Am Ziel wies sie ihre Sonntagskarte vor, wobei sie auch beim ersten Mal Glück hatte, da nicht bemerkt wurde, daß diese nicht gelocht war. Für die Rückfahrt erstand sie dann wieder eine Bahnsteigkarte, mit der sie zum Zug ging, und in Münster zeigte sie die Bahnsteigkarte aus Münster wieder vor. Zur Abrundung der ganzen Sache reklamierte sie dann die„nicht benutzte“ Sonntagskarte und ließ sich das Fahrgeld zurückerstatten. Einmal war es gutgegangen, aber beim zweiten Mal blieb es beim VerDa Elisabeth noch außerdem einer Kollegin ein Paket mit Stoffen weggenommen hatte, machte sie im großen und ganzen vor dem Schöffengericht wirklich nicht den besten Eindruck. Wenn die junge Dame auch nicht für ein halbes Jahr ins Gefängnis mußte, wie es der Staatsanwalt gegen sie beantragt hatte, so darf sie jetzt doch vier Monate in einsamer Zelle auf Besserung sinnen. Da sie außer wegen Unterschlagung in Tateinheit mit Untreue und wegen Diebstahls und vollendetem und versuchten Betruges bestraft werden mußte, wurde ihr auch onch eine Geldstrafe von 100 K.4, ersatzweise 20 Tage Gefängnis, auferlegt. Bad Oeynhausen. Im Turnier des Großdeuschen Schachbundes um die Meisterschaft von Deutschland zu Bad Oeynhausen wurde die 10. Runde entschieden. Es kamen alle Partien zum Abschluß. Als Schwarzer setzte Kurt Richter=Berlin, der unglücklich begonnen hatte, seine Siegesserie fort und gewann gegen den KdF.=Meister Müller=Wien. Gleichfalls mit den schwarzen Steinen siegte der Titelverteidiger Eliskases=Innsbruck über Heinicke=Hamburg, der es versäumt hatte, eine vorteilhafte Stellung auszunutzen. Als Weiße gewannen Gilg=Troppau— Rellstab=Berlin, LokvencoWien gegen Eisinger=Karlsruhe, Engels=Düsseldorf gegen Dr. Lange=Essen, KieningerKöln ein Königsgambit gegen Michel=Berlin, Brinckmann, der mit seinen 46 Jahren der älteste Teilnehmer des Turniers ist, gewann schließlich gegen den jüngsten, den 21jährigen Keller=Dresden durch ein schönes doppeltes Turmopfer. Unentschieden endete die Begegnung zwischen Ernst=Gelsenkirchen und KohlerMünchen. Das Treffen zwischen Müller und Eisinger aus der achten Runde wurde nachgespielt, mußte aber nach vierstündigem Kampf abgebrochen werden. Müller hat einen Bauer mehr. Durch die letzten Ergebnisse ist eine außerordentlich starke Mittelgruppe entstanden. Die Führung hat Eliskases mit 8½ Pkt. vor Lokvenco mit 7, Brinkmann, Gilg und Rellstab mit je 5½, Engels, Kieninger, Kohler und Michel mit je 5, Heinicke, Keller, Dr. Lange und Richter mit je 4½, Eisinger und Müller mit je 3½ und je einer Hängepartie und Ernst mit 2 Punkten. Kind angefahren— Der stüchtige Kraftfahrer festgenommen Hamm. Im benachbarten Westtünnen wurde auf der Kreisstraße der 6jährige Schüler A. Voß von einem Motorradfahrer angefahren. Der schwerverletzte Junge mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrer kümmerte sich nicht um den Jungen, gab Vollgas und sauste davon. Die Erkennungsnummer des Kraftrades wurde jedoch festgestellt und so konnte der rücksichtslose Fahrer in der Person des Händlers W. Kornemann aus Alt=Ahlen festgenommen und dem Untersuchungsrichter beim Amtsgericht Ahlen vorgeführt werden. Vom Blitz erschlagen Pfalzdorf b. Kleve. Bei Feldarbeiten wurde der 18jährige Heinz Pleines aus Duisburg, der hier bei dem Bauern Johann Altes beschäftigt war, vom Blitz getroffen und auf der Stelle getötet. Ein neben ihm hergehender Hund wurde ebenfalls erschlagen. Die Ehefrau Altes und ein Landwirtschaftsgehilfe, die sich in unmittelbarer Nähe der Getöteten befanden, wurden durch die Gewalt des Blitzes zu Boden geworfen und waren für kurze Zeit besinnungslos. Sie haben jedoch keine Verletzungen davongetragen. Neubau einer Chirurgischen Klinik in Düsseldorf Düsseldorf. In der Sitzung der Ratsherren am Dienstag gelangte als wichtigster Punkt der Tagesordnung die Vorlage über den Neubau einer Chirurgischen Klinik zur Verhandlung und Annahme. Dieser Neubau hat sich als notwendig erwiesen, da seit der vor 30 Jahren erfolgten Gründung der Städtischen Krankenanstalten außer dem Neubau der Medizinischen Klinik im Jahre 1924 keine wesentlichen Erweiterungen, wie sie dem starken Anwachsen Düsseldorfs in diesen drei Jahrzehnten entsprochen hätten, durchgeführt worden sind. Zuchs int der Hühnerdieb— E5 Hühnern die Köpfe abgebissen Westerburg. In Offheim suchte ein Fuchs eine Hühnerfarm heim. 55 Hühnern biß er die Köpfe rundweg ab. In einem anderen Falle suchte ein Marder einen Hühnerstall heim und tötete Auf Hühner. Achtung! Nürburgfahrer! Köln. Die Pressestelle des Oberpräsidiums der Rheinprovinz teilt mit: Die verkehrspolizeilichen Anordnungen am 23. 7. 39, dem Tage des„Großen Preises von Deutschland“ auf dem Nürburgring, sind für die An= und Abfahrt, das Parken usw. die gleichen wie beim Eifelrennen im Mai dieses Jahres. Es muß besonders hervorgehoben werden, daß die Verkehrsdisziplin auch das letztemal durchweg gut war und fast alle Verkehrsteilnehmer sich bemühten, auf die andern Rücksicht zu nehmen. Nur in einigen wenigen Fällen verhielten sich Verkehrsteilnehmer rücksichtslos oder machten den Versuch, sich über polizeiliche Anordnungen— z. B. bei zeitweilig erforderlichen Umleitungen— hinwegzusetzen Gegen solche wird unnachsichtig vorgeganger werden. Soweit es sich dabei auch um Kraft fahrer handelt, werden dem Fahrer vorüber gehend die Papiere abgenommen und da Fahrzeug für einige Zeit zurückgehalten wer den. Gleichzeitig wird das RSKK. die Ver öffentlichung der betreffenden Fahrzeugnum mer veranlassen. Zum Parken sind die Parkplätze da! Vor wib dem Parken wird gewarnt, da die Polizeibeamten gegebenenfalls aus der Bereifung sol cher Fahrzeuge Luft ablassen werden. Endlich wird nochmals bringend geraten vor Beendigung des Rennens und vor der Abfahrt zu tanken, damit Verkehrsstörungen währenb der Abfahrt vermieden werden. Immer wieder Unfälle an unbeschrankten Bahnübergang Köln. Bei dem Versuch, auf der Streckt Hoffnungsthal— Lindlar den unbewachten Bahnübergang in Kilometer 31,4, zwischen Immekeppel und Obersteeg noch vor dem Personenzug 1904 zu passieren, wurde der beladenAnhänger eines Lastkraftwagens von der Lokomotive eines Zuges erfaßt, zur Seite geschleudert und zertrümmert. Der Anhänger wurde schwer beschädigt. Auch die Lokomotive wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Glücklicherweise kamen Menschenleben dabei nicht zu Schaden. Auch der Reiseverkehr erlitt keinVerzögerung. Auch der Schäfer muß seine Herde vorschrifts. mäßig beleuchten Dillenburg. Das Amtsgericht in Dillenburg verhandelte am Dienstag gegen einen Schäfer aus Donsbach(bei Dillenburg) wegen Verkehrsübertretung. Er wurde in eine Strafe genommen, weil er am 17. und 18. April gegen 20.30 Uhr in der Dunkelheit seine Herde von Dillenburg aus in den Ort Donsbach getrieben hatte, ohne für eine genügende Beleuchtung seiner Herde zu sorgen. Gegen den Strafbefehl von zusammen 20 RM. legte der Schäfer Einspruch ein. Das nützte ihm aber nichts, im Gegenteil, das Gericht verhängte gemäß Antrag des Amtsanwalts eine Geldstrafe für beide Fälle in Höhe von 30 RM. Der Oberamtsrichter wies darauf hin, daß auch er in seiner Eigenschaft als Schäfer sich genau nach den erlassenen Verkehrsvorschriften zu richten habe. Im Wiederholungsfalle drohte das Gericht weit höhere Strafe an. Aus Eifersucht zum Totschläger Trier. Das Schwurgericht Trier erkannte am 8. Februar d. I. gegen den am 10. Februar 1907 geborenen Matthias Eifel aus Heidenberg wegen Körperverletzung mit Todesfolge auf eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Eifel, der seit dem Jahre 1935 verheiratet und auf seine Ehefrau sehr eifersüchtig war, hatte einen Arbeiter zur Untermiete bei sich wohnen. Da er annahm, daß sich zwischen dem Mieter und seiner Frau ein Liebesverhältnis angesponnen hatte, war er besonders argwöhnisch und mißhandelte die Frau öfters. Als er eines Tages besagten Untermieter in Begleitung seiner Ehefrau kommen soh, übermannte ihn die Eifersucht. Er ging den beiden entgegen und schlug dem Mann, einem gewissen Scheulen, eine dicke Stange zweimal über den Kopf. An den Schlägen verstarb der Bedauernswerte bald darauf. Tatsächlich hatte zwischen Scheulen und der Frau kein ehewidriges Verhalten bestanden, vielmehr handelte es sich nur um eine fixe Idee des eifersüchtigen Ehemannes. Wie dem Westdeutschen Landesdienst vom Reichsgerichtsdienst des DRB. mitgeteilt wird, hat das eingangs genannte Urteil nunmehr Rechtskraft erlangt, da der 8. Strafsenat des Reichsgerichts die von dem Angeklagten hiergegen mit dem Ziele einer Strafmilderung eingelegte Revision als unbegründet verworfen hat. Sportwagen mit Kind rollt in die Lahn 12jähriger Junge als Lebensretter Wetzlar. In der Nähe von Dorlar badeten mehrere Jungen in der Lahn. Einem von den Jungen war ein eineinhalb Jahre altes Kind zur Aufsicht anvertraut, das in einem am Lahnufer abgestellten Sportwagen saß. Plötzlich rollte der Sportwagen mit dem Kind die Uferböschung hinab in die Lahn. Im letzten Augenblick bemerkte der 12jährige Sohn eines Gendarmeriebeamten den Vorfall; der Junge sprang sofort ins Wasser, und es gelang ihm unter eigener Lebensgefahr, das Kind aus den Kluten zu retten. Sas Opsee dee Kehingkrn Roman von Evering Eschhues M Copyricht br Prometheus-Veriag Dr. Eichacker, Gröbenzel bei Hönchen 13 Der Postdirektor kommt ihm entgegen und spricht vom schlechten Wetter und vom letzten Kegelabend. Der Untersuchungsrichter hört wohl die Worte, aber er weiß nicht um ihren Sinn. Der Fall Weyd beschäftigt ihn so stark wie nie zuvor. 31. Kapital Zehn Männer aus dem Moordorf sind bestellt. Sie haben blankes Schippenwerk geschultert und gehen schweigend über die Straße. Am Knick bei Schöllers Ecke wenden sie moorwärts. An der Spitze schreiten Männer der Polizei und des Gerichts. „Das ist fauler Zauber, das mit dem Focke! Der kann einer Fliege an der Wand nichts zuleide tun!“ meint einer im Flüsterton, so daß es die Herrn vorn nicht hören können. „Hm!“ machen einige. „Was heißt hm? Oder glaubt ihr allen Ernstes daran, daß ein Kerl wie der Focke...?“ Er macht eine wegwerfende Handbewegung. „Aber wenn wir den Weyd finden... da hinten im Moor... ich meine, das muß dann doch einer. „Unsinn.. der Focke!“ kommt jemand dem ersten zu Hilfe.„Ich glaube, da kann lachen wer will, an den Nebelwolf! Und der hat in den Tagen, als Weyd verschwand, jämmerlich geheult! Er hat sich sein Futter geholt!“ Ein junger Bursche, der seine Zeit bei den Soldaten soeben abgedlent hatte, deutet auf seine Stirn. „Ihr mit dem Nebelwolf! Zinnober ist das!“ „Und wenn es blutroter Zinnober wäre!?" „Aber wenn wir den Weyd heute finden...“ Schweigen. „Die gute Seele... da sei Gott vor!“ „Aber sie hat es gestanden!“ „Wer erzählt das?“ „Ich weiß es ganz genau!“ In diesem Augenblick wendet sich der Leiter des traurigen Zuges, ein höherer Gerichtsbeamter. „Bis hier haben wir die Spuren erkannt. Jetzt müssen wir sie suchen. Vielleicht sehen wir schon am Wollblumenfeld nach. Gehen Sie vorsichtig zu Werke. Das Moor ist ja eine verteufelte Angelegenheit.“ Mit großen Holzschuhen treten die zehn langsam vorwärts. Tastend und suchend forschen sie nach festem Grund. Alle Männer grau und wetterverwittert, kennen die Eigenarten und Tücken des Moores. Sie tun ihr Werk mit Selbstverständlichkeit und Vorsicht. Sie spüren mit sicherem Instinkt die Plaggenstücke heraus, die sie tragen können und schieben von Zeit zu Zeit wei lange Bretter über brodelnde Gründe. „Mehr rechts halten! Dahin führte vermutlich die Spur!“ fordert die Stimme des Leiters auf. Nach wenigen Minuten löst sich von den Lippen eines Mannes ein harter, verdeckter Schrei. !“ Alle Schauer und Geheimnisse des Moores scheinen aufzuquellen in dem schmutziggelben Wirbel des Moorwassers.„Hier!“ sagt der Torfstecher noch einmal, und seine Augen sehen starr in das enge Rund eines Moorkolkes. Die mühsalschweren Herzen der Moorleute haben oft eine bittere Last zu tragen. Was sie aber jetzt vor ihren Augen sehen, das ist eine Mahnung aus dem dunkelsten Land. Das ist der Tod. Was die einfachen Männer in diesem Augenblick über sich verspüren, ist die Gewalt der ewigen Stille. Hier hat eine höhere Hand die Unrast eines kleinen Menschenlebens angerührt. Nun ist alles still. „Wer kennt das Maß aller Dinge!“ sagte der Kommissar erschüttert. Vor dem dunklen Grabe Hans Weiyds stehen die Männer eine Weile still. Sekundenlang liegen die blauen Schirmmützen in den harten, verarbeiteten Händen der Männer. Der Tod ist mächtig. Man muß ihn achten. Auch die Leute vom Gericht und der Polizei empfinden in diesen Minuten das Ewig=Unfaßbare dieser Stille. Wer hier draußen den Tod schaut, muß ein geläutertes Herz haben. So gewaltig ist er im nebelumwitterten Gotteswehen des Moores. Und wahrhaftig— den sie da ausgraben, den sie behutsam zurücktragen auf den Moorweg, um ihn auf eine Totenbahre zu legen, das ist... Hans Weyd. Die Haarsträhne, die früher wie Aehrengold im Morgenwinde wehte, ist satt und dunkel von Moder. „Mein Gott“, sagt ein Torfstecher leise.„der hat so hell lachen können. Und er hat so blanke Augen gehabt!" „So ein lustiger Kerl“, sagte ein anderer. Liebe und Haß umwarben den Menschen, der jetzt still vor ihnen liegt. Bald trägt man den Toten weg, und der Tag schleicht weiter, Stunde um Stunde. Am Abend streicht ein kühler Wind über die Aecker. Und die Nacht entfaltet silbergraue und blauschwarze Tücher, die sie über die Welt wirft. Da aber springt zum ersten Male ein Wort auf. Es geht mit dem Abendwind und durch die Nacht. Beim Wirt Bernd Brügge flattert es erregt auf. „Focke ist der Mörder!" So heißt das Wort. 32. Kapitel Die Akten Weyd erhalten einen neuen Bogen. Und die Räder der Gerechtigkeit drehen sich langsam und stetig weiter. „Morgen ist der Termin am Schwurgericht", sagt Töns, der Knecht auf dem Eichenhof in der Schenke„Zu den drei Linden“. Man zuckt mit den Schultern und gibt keine Antwort. Töns lacht hilflos und sagt: „Er hat es sich selbst eingebrockt, er muß die Pappe auch auslöffeln! Wißt ihr noch, wie er damals hier an diesem Tisch prahlte? Ich weiß es noch genau, was er mir damals ins Gesicht schrie: Der Windhund, der wird im Moor einsinken... Ja, so sagte der Focke!“ „Halt dein Ludermaul!“ giftet Jupp vom Rodinghof.„Was weißt du schon! Du hast den Focke damals herausgefordert... und jetzt... ich sage nur: Pfui Deibel! Der Focke war es nicht!“ Töns macht seine Augen klein und zieht sie zu einem winzigen Spalt. Gegen den mächtigen Jupp wagt er nicht anzugehen. Und seltsam... keiner in der Wirtsstube steht dem Töns bei. Alle zucken die Schultern und schweigen. „Ha...“. beginnt Töns,„schweigt nur, ihr Feigen! Morgen werde ich auch als Zeuge vernommen. Ich werde es schon sagen, wie es damals war! Ich glaube, der Scharfrichter wird noch zu tun bekommen. Mord bleibt Mord. Und wenn es der Focke ist!“ Da poltert eine Faust auf den Eichentisch. Wie eine umgeworfene Scholle saust eine Bauernpranke herab. Der Jupp vom Rodinghof ist aufgesprungen. „Hund... elender Schwätzer! Du hältst jetzt dein Lästermaul!“ Klirrend fliegt das Biergeld auf den Tisch. Dann geht Jupp hinauf. Wie auf geheimen Befehl erhebt sich einer nach dem anderen, mißt den Töns mit verächtlichem Blick und folgt dem Erstknecht vom Rodinghof. „Und doch ist Focke der Mörder...!“ sagt Töns.„Die Schlinge ist schon zugezogen... und er hat schon selbst gestanden. Was gibt es noch zu zweifeln?" Bernd Brügge nickt. Dann meint er:„Ja, er hat es gestanden. Und das Gericht wird ihn schon kriegen! Warum aber die Regina vom Rothhof die Schuld auf sich nimmt?“ „Vielleicht, daß sie beide...“, sagt Töns wichtig und bricht mitten im Satz ab. „Um Himmels willen! Wände haben oft Ohren!" Bernd Brügge, der Wirt, ringt die Hände. „Ich meine nur so“, antwortet Töns.„Man macht sich ja seine Gedanken. Regina ist übrigens als Zeugin aufgerufen. Da wird es morgen was zu lustern geben!“ An diesem Abend sagt mancher im Dorf: „Schade! Der gute Focke! Aber Gerechtigkeit über alles. Er hat es gestanden. Nun mag ihm Gott helfen!" * In des Pächters Hennies Haus sitzt die kleine Eske. Ganz schmal sind die Gelenke geworden, und die Augen sind heiß von Tränen und Not. Auf den Backen glühen verdächtige rote Flecken, unwirkliche Röschen. Eske denkt an Focke. Sie sieht aber auch immer wieder den blonden Jungenschopf Hans Weyds vor ihren Augen und weiß doch, daß das dunkle Moor diese Locke umkrallte. „Furchtbar! O, furchtbar!“ Die kleine Magd steht vor ihrer Schuld, die in dieser Stunde mächtig ist wie ein Berg und lastend wie ein riesiges Joch. Ihr Leichtsinn ist es gewesen... Irr und weit werden Eskes Augen. Alles ist ertrunken im schwarzen Strudel ihrer Not. Und sie geht allein diesen harten Weg ihrer Schuld. So allein! Plötzlich legt sich eine schwere Hand auf ihren Kopf. „Eske, kleine Eske... es wird alles gut werden.“ Das ist wie ein barmherziger Traum. Eske schließt die Augen. Ganz fest. Sie merkt es nicht, daß sich nach einer Weile wieder die Angeln der Tür drehen. Der Jupp vom Rodinghof geht wieder hinaus. Draußen sagt er zum alten Hennies:„Geht alles gut... dann komme ich wieder... die kleine Eske wird meine Frau!“ Der Alte schaut verständnislos. „Ist schon gut“, sagt Jupp.„Was gewesen ist, ist gewesen. Ich gucke immer in das Morgen! Damit kommt man vorwärts.“ „Aber die Eske... ihre Schuld!“ sagt der alte Hennies, und seine Stimme ist tonlos. „Wer will ermessen, wo Schuld ist? Vielleicht mußte alles so kommen, damit mir die kleine Eske zufiel!" „Ich weiß es nicht! Mein Gott! Wäre doch alles wieder gut!“ wehrt sich der Alte gegen die Gedanken, die ihn schon seit Wochen um seinen Schlaf bringen. Als Jupv breit und mächtig den kleinen Hennieshof verläßt, da klingt in Eske immer noch ein gütiges und barmherziges Wort: „Eske, kleine Eske... es wird alles wieder gut!“ Dann aber schreckt sie mit einem Male auf. Die Kammer ist ja so öde und leer. Keine Hand liegt auf ihrem Haupt. Nein, es war nur ein Traum. Die Wirklichkeit ist wieder wach und preßt das Herz der kleinen Magd zusammen. Morgen ist der Prozeß. Und sie trägt die Schuld. Eske erbebt vor der lastenden Stille dieser anklagenden Stunde. Schuld schreit nach Rache. Die kommende Nacht ist die furchtbarste in Eskes Leben. 33. Kapitel Die Worte des Oberstaatsanwaltes haben einen kalten Glanz. Sie sind geschliffen und klar. Aber das Herz erfriert in ihnen. Geduckt und mit gespanntem Rücken sitzt man im Schwurgerichtssaal und hört das Meisterwerk der anklagenden Rede. Wie überzeugend und selbstverständlich klar doch alles ist, was der Oberstaatsanwalt sagt! Kurze, knappe Gesten unterstreichen das Wort. Wer noch vor einer halben Stunde ein Fünkchen Hoffnung für das Leben des Focke Hassing hatte, der neigt jetzt das Haupt und kann es nicht verhindern, daß das Fünkchen jämmerlich verzittert und stirbt. Die grauen Augen des Sprechenden gehen ruhig durch die Weite des Saales und scheinen jeden anzusprechen. In die atemlose Stille fällt Wort um Wort. „Lassen wir uns doch nicht blenden und beirren von dem Gefühl! Harte Gerechtigkeit fordert ihre Sühne. Armut, und Stolz, Glück, Liebe Haß, gewiß, man ist versucht, die Dinge des Herzens mit dem Maß des Herzens zu bemessen. Aber der Angeklagte hat gestanden, den Hans Weyd aus Haß und eifersüchtigen Motiven in den Tod gebracht zu haben. Das, meine Herren Geschworenen, ist die furchtbare Schuld des Angeklagten: Eigensucht läßt ihn einen Mord vorbereiten, kalt und nüchtern. Und die Ausführung der Tat ist wieder diktiert von einem grausamen Maß von grausamer Ueberlegung. Hüllt sich der Angeklagte auch über den Mord selbst in Schweigen, wir können auf Grund der vorliegenden Beweise die Tat rekonstruieren. Der Mörder machte sich an seinen Nebenbuhler heran, als er wegen des Nebels auf der Straße hielt. Seine Fußspuren sind als die seinen erkannt und festgelegt. Was bedeutet es, daß die Rothhofbäuerin erklärt, sie habe die Tat vollbracht! Verstehen wir doch, meine Herren Geschworenen, daß wir hier wieder einmal den typischen Fall von Frauenliebe haben, die sich sogar schützend vor das Verbrechen des geliebten Mannes stellt. Hat nicht Regina Roth, als sie vor wenigen Stunden an dieser Stelle Zeugnis abgab, unumwunden zugegeben, daß sie den Angeklagten liebe?„Mehr als alles in der Welt!“ sagte sie. Die Selbstbezichtigung der Rothhofbäuerin ist zwar ein herrliches Beispiel aufopfernder und alles vergessender Frauenliebe. Und alles, was die Zeugin erzählt von ihrer angeblichen Tat ist nichts weiter als ein Trugbild, das entworfen und erdacht wurde, um den Geliebten zu retten. Das Opfer der Frau für den Mann ihres Herzens ist eine Angelegenheit für weltfremde Romane und Kinostücke. Wir haben es hier selbst erlebt. Aber wir müssen den Wahn zerstören: Das Opfer der Regina Roth war sinnlos. Nüchtern und klar schauen wir die furchtbaren Dinge einer verabscheuungswürdigen Tat. Wir sind hier, um Gerechtigkeit zu sprechen. Da muß trotz aller Liebe einer Frau, trotz eines Opfers von wahrhaft menschlicher Größe die Stimme jenes Menschen gehört werden, die aus dem Tod heraus uns anspricht. Sehen Sie, meine Herren Geschworenen, nur nüchtern sehen wir die mörderische Tat. Sprechen Sie Ihr Urteil nach Ihrem Gewissen. Und dies Urteil kann nur lauten: Der Angeklagte ist des Mordes schuldig! Und ewiges Gesetz will, daß Blut wieder Blut fordert. Darum gibt es hier nur eines: die Todesstrafe!“ Hart und schneidend fallen die letzten Worte in den großen Saal. Dann ist es eine Weile still. Einen Herzschlag lang. Dann aber geht eine ungeheure Bewegung durch die Reihen. Ernst und gemessen erheben sich Richter und Geschworene, um sich zur Beratung zurückzuziehen. Da sitzen in den Bänken des Zuhörerraumes die Bauern aus dem Dorf. Sie haben den Rücken gespannt. Ihre Gesichter sind grau. „Gnade ihm...!“ sagt ein alter Weißhaariger.„Und Focke ist es doch nicht gewesen!“ fügt er leise hinzu. „Warum spricht er nicht... warum hat er geschwiegen, als er von der Tat erzählen sollte!“ ereifert sich ein Knecht. „Daß das die Regina nicht miterleben muß! Gut, daß sie mit Fieber im Bett liegt. Und sie lebt in einer dämmernden Nacht von Wachsein und Ohnmacht. Wie sehr muß sie den Focke lieben, daß sie das Opfer sein wollte..!“ Das ist der Jupp vom Rodinghof. Er hat eine gütige Stimme. Plötzlich, nach einer Pause, treten Richter und Geschworene wieder ein. Focke ist in die Anklagebank gebracht. Er schaut mit weiten, geöffneten Augen. Ganz fern ist ihm alles. Und doch steht die kommende Minute wie ein flammendes Schwert über seinem Haupte und entscheidet über Segen und Ungnade seines weiteren Daseins. Tot und dunkel wie das tiefe Moor ist alles, und das Herz ist ertrunken wie in einer modrigen Gruft. Die Richter erheben sich. Die Geschworenen stehen mit ernsten Gesichtern. „Das Urteil...!“ sagt Jupp. Ein Beben schwingt durch die dünne Stimme. In diesem Augenblick springt im Zuhörerraum ein Schrei auf. Eine wirbelnde Unruhe flattert wie au Kommando durch den Raum. Der Ordnungsruf des Vorsitzenden zerspringt wie der Schall einer geborstenen Schelle. Leichtfüßig und mit temperamentvollen Bewegungen springt eine Frau vor die Schranken des Gerichts. Man sieht es auf den ersten Blick: es ist eine Ungarin, schön, rassig, in modischen Kleidern. „Was ist los? Ich bitte mir aus...!“ fordert der Vorsitzende vergebens sein Recht. Im fremden Akzent sagt die Ungarin: „Ich habe noch etwas zu sagen... etwas Wichtiges... noch vor dem Urteilsspruch!“ Eine plötzliche Ruhe tritt ein. Jeder spürt: hier bahnt sich ein Unerhörtes an... hier gibt es gleich ein sensationelles Ereignis. Keiner ahnt das Wie oder Was. Kurze, aufregende Beratung am Richtertisch Dann weist der Vorsitzende auf die Frau vor der Schranke. „Wer sind Sie? Was wollen Sie?" Und man hört, daß es Mara ist, die schöne Ungarin, Freundin des Hans Weyd. Wie eine Gewitterschwüle liegt es im Saal. Und jeder spürt, jetzt muß es einen Blitzschlag geben, der entweder alles zerstört oder der die fruchtbaren Wetterwolken, die unsichtbar im Raume hängen, gnädig zereißt. Und in Sekundenschnelle spielt sich das Folgende ab. Frau Mara überreicht einen Brief. Er ist von Hans Weyd. Am Tage vor seinem Tod geschrieben. Alle Menschen sind wie au die Folter gespannt. Nur Focke steht starr wir eine Bildsäule, als berühre ihn das alles nicht Jetzt hört man im Saal den Wortlaut des Schreibens. Was Hans Weyd an Mara schrieb wird vom Vorsitzenden langsam und beton vorgelesen. „Kleine Frau! Bald bin ich wieder bei Dir! Ach, was weißt Du von meinem liebesglühenden Herzensstrom! Ich muß es Dir sagen, wie ich mich freue! Und ich werde Dir sagen, wie ich mich freue! Und ich werde auch mein Versprechen einlösen: ich erzähle vom Nebelmoor. Jetzt ist draußen der Nebel dicht wie dicke Milch. Das ist so recht mein Fall. Morgen früh, wenn ich zu Dir reise, mache ich noch einen kleinen Abstecher ins Moor. Hoffentlich begegnet mir der Nebelwolf nicht! Dieses böst Tier! Dann bist Du Deinen Hans für alle Zeiten los! Aber, ich denke, gerade jetzt in diesen Tagen muß es deswegen fein sein. Ich bin ja ein Ritter ohne Furcht. Na, Du wirst schon hören, was ich zu erzählen habe. Ich löse mein Versprechen also schön ein, kleine Mara, und verlange als Gegenleistung einen herzlichen Kuß! Immer Dein Hans Weyd.“ Das ist wie ein unerwarteter Keulenschlag Und eine gefüllte Sekunde ist es still. Dann wächst das Begreifen auf. Immer größer und schöner. Und das Begreifen wan delt sich jäh in ein Wort: Unschuldig! Focke Hassing ist unschuldig! Die Verhandlung rollt noch einmal auf. Die Echtheit des Briefes wird dokumentiert. Und Schlag auf Schlag geht es weiter. Am Ende aber steht der Spruch des Gerichtes: „Es ist erwiesen, daß Hans Weyd ins Moor lief, den Weg verlor und durch eigene Schuld zu Tode kam. Focke Hassing ist von aller Schuld freizusprechen.“ Man schüttelt Focke die Hand. Er schaut über alles hinweg. Was er im Augenblick nur begreift, ist die hohe heilige Weisheit, die über den Wirbeln des Lebens steht, erhaltend und ordnend. Was sind Menschenwitz und menschliches Berechnen? Wie Seifenblasen zerplatzt das alles Focke beugt sein Haupt. Und mit der Dankbarkeit wurde in ihm ein leises Freuen wach. 34. Kapitel Vom Meere her wehte es schwer, feucht und grau. Die Winter scheinen von Jahr zu Jahr bedächtiger und in gelassener Milde die Erde zu umfangen. Focke hätte sich einen Frost gewünscht, der die Wege klirrend macht, wenn ein rechter Bauernfuß darauf schreitet. Und hoch und hell hätte der Himmel über der Welt stehen müssen. „So'n rechten Winter gibt's nicht mehr!" sagte der Hoföhm Töns auf Ike Jansens Hof. „Mein Gott, wie war das früher! Da knackten die Knochen in der Kälte... Da war noch was dran am Winter! Aber heute...!“ Er schiebt seinen Priem von einem Mundwinkel in den anderen und verzieht seine Nase Das soll verächtlich aussehen. (Fortsetzung folgt.) Uuphauter=Eheuterteup=Rersevene Washington, 19. Juli. Nach einer dreistündigen Besprechung im Weißen Haus, bei der die eingeladenen Vorsitzenden beider Senatsfraktionen eindeutig erklärten, daß die Mehrheit der Senatoren in diesem Jahre keine Revision des sogenannten Neutralitätsgesetzes wünsche, gab Präsident Roosevelt, Associated Preß zufolge, nunmehr endgültig den Versuch auf, die Aufhebung des Waffenembarges noch im laufenden Sitzungsabschnitt des Kongresses durchzudrücken. Diese neue Niederlage Roosevelts ist um so bemerkenswerter, als der Präsident sich zur Durchsetzung seiner kriegshetzerischen Pläne eines unerhörten Theatercoups bediente und die in Europa vorhandenen Spannungen in gewissenlosester Weise als innerpolitisches Druckmittel mißbrauchte. Mit unsaubersten 2. teln sollte die amerikanische Bevölkerung zu Gunsten einer Clique internationaler Rüstungsgewinnler düpiert werden. Roosevelts hetzerische Hinweise, daß die europäische Lage gespannter sei, als allgemein angenommen werde, ließen die anwesenden Senatoren, darunter die Republikaner Borah, MeNary und Austin, offensichtlich völlig unbeeinflußt denn nach Konferenzschluß gab die Kanzlei des Präsidenten folgende Erklärung aus:„Der Präsident und der Außenminister hielten an der Auffassung fest, daß der Vertagungsbeschluß des Senats die amerikanische Staatsführung bei den Bemühungen zu Gunsten der Erhaltung des Friedens unter den anderen Nationn, falls vor WiederzusamPenzutritt des Bundeskongresses eine neue Oropäische Krise ausbrechen sollte, schwächen würde." Ueber den Verlauf der Besprechung im Weißen Haus weiß die republikanische Newyork berald Tribune zu berichten, daß Roosevelt den Versammelten, unter denen auch Vizeprädent Garner war, u. a. auch von einer „überaus, pessimistischen" Schilderung der europäischen Lage Kenntnis gab, die der am Dienstag in Washington eingetroffene Brüsseler USA.=Botschafter Davies wenige Stunden vorher im mündlichen Bericht an Roosevelt, offensichtlich auf Bestellung des Präsidenten, abgegeben hätte. Nach Aussagen von Senatoren glaubte Davies„unheilvolle Entwicklungen" voraussagen zu müssen, falls nicht die Vereinigten Staaten ihr„moralisches Gewicht" zu Gunsten der europäischen Demokratien in die Waagschale werfen, um die Achsenmächte zu verhindern, den Status quo mit Wassengewalt zu ändern(!). Botschafter Davies gab nach seiner Unterredung mit Roosevelt noch eine Presseerklärung ab, in der er ganz im Sinne der kriegshetzerischen Politik Roosevelts die sofortige Aufhebung der Waffensperre empfahl(!). Wie Associated Preß weiter berichtet, Ecftig der sungen Eirwurel Preßburg, 19. Juli. Der Chef der Propaganda, Mach, gab eine Erklärung ab, in der er sich mit dem Ergebnis der slowakischen„Erneuerungsanleihe“, beschäftigt. Dabei stellte Mach fest, daß das erfreuliche Ergebnis dieser Anleihe ein sichtbarer Beweis für das Vertrauen sei, das das slowakische Volk und insbesondere seine ärmeren Schichten dem heutigen Staate entgegenbringen. Während die seinerzeitige tschecho=slowakische Staatsverteidigungsanleihe 325 Millionen Kronen erbrachte, habe das slowakische Volk jetzt trotz der Verkleinerung seines Staatsgebietes und dem jüdischen Boykott über 358 Millionen Kronen gezeichnet. Auch auf anderen Gebieten sei, so betonte Mach, seit der Gründung des Staates eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu beobachten. als„politischer Resbachter Schon 1908 forderte er Kriegskabinett mit Churchill Berlin, 19. Juli. King Hall, der Deutschland gegenwärtig mit Briefen überschwemmt, scheint damit zu rechnen, daß man im Reich nur ein paar Londoner Zeitungen liest, und keine Ahnung davon hat, was die englische Druckerpresse sonst noch produziert. Denn sonst wäre es unbegreiflich, woher gerade dieser Mann den Mut nimmt, sich dem deutschen Publikum gegenüber als Freund aufzuspielen. Lord Halifax und die Leiter der englischen Stimmungszentrale haben mit King geschickte Wahl getroffen.: durchaus nicht ein unbese dern beschäftigt sich seit Eiegelung des englischen King Hall hat danach im englischen Hall eine äußerst unIhr Mann ist namlich friebenes Blatt, sonfahren mit der AufLolkes gegen DeutschRundfu nicht nur die„Kinderstunde“ geleitet, sonor funk sern auch als„politischer Beobachter“ wüste Verleumdungen und Kriegshetzereien gegen Deutschland und Italien losgelassen. Diese Angriffe waren derart hauebüchen, daß es selbst der Aufsichtsbehörde des britischen Rundfunks peinlich wurde und sie King Hall zu einem Sprechverbot für einige Zeit urteilte. Dieser rühmliche Agitator, schrieb seit 1937 zweimal im Monat politische Berichte und europäische Lagebilder in der englischen Lehrerherschschtial. Vorld“. Wenn man fast si direkt auch der Kinder und ihrer Elt so wird man verstehen, welche Wirkung King Halls Aufsätze hier haben. Offenbat ist diese Hetze den Lesern von Teachers World zu toll geworden und hat ihren Widerspruch hervorgerufen. Denn schon in der Ausgabe vom 27. April 1938 schreibt King Hall folgendes:„Ich werde manchmal(von englischen Lesern) ganz ungerechterweise angeklagt, das deutsche Volk zu hassen, weil ich die Prinzipien des Nachkriegsregimes mißbillige.“ Dann fährt er scheinbei Zielleicht mogen diesenie imes mißbillige.“ Dann fährt er scheinheilig (ert:-Steulschl möten diejenigen, die mich, in vieser vinsicht mißversteben, von der folWarnung ttalieni teilten Roosevelt und Hull nur widerstrebend die Ansichten der Senatoren, die Revision des Neutralitätsgesetzes bis zum nächsten Januar zu verschieben. Einer der Anwesenden machte nach Schluß der Besprechungen Andeutungen über scharfe Wortgefechte vor allem zwischen Roosevelt und Hull einerseits und Borah andererseits. Danach drückte Roosevelt in einer Erklärung gegenüber Borah die Absicht aus, die Neutralitätsfrage dem amerikanischen Volke vorzulegen, worauf Borah geantwortet habe, dann würden auch andere an die Wählerschaft appellieren, und das würde die Frage aufwerfen, welcher Seite man mehr Glauben schenken dürfe. Korruption um Roosevelt Newyork, 19. Juli. Der in New Orleans (Louisiana) aufgedeckte Skandal, in den der inzwischen verhaftete Rektor der dortigen Staatsuniversität verwickelt ist, zieht immer weitere Kreise. Außer dem Rektor wurde noch eine Reihe anderer, z. T. bekannter Personen wegen betrügerischer Manipulationen unter Anklage gestellt. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, mit Wissen des Rektors der Universität zweimal die Inneneinrichtung eines von der Universität gekauften Hotels verkauft zu haben, und zwar für je 75000 Dollar. Besonders bemerkenswert ist dabei vor allem der Umstand, daß einer der Hauptangeklagten, Weiß, bereits 1932 wegen Steuerhinterziehung angeklagt war, daß die Bundesregierung die Anklage jedoch fallen ließ, als Weiß, der damals Vorsitzender der demokratischen Wahldelegation des Staats Louisiana war, während einer Wahlversammlung in Philadelphia die Stimmen seiner Delegation Roosevelt zuführte. Britisch= und Französisch=Guayana als Preis für amerikanische Kriegsmateriallieferungen? Paris, 19. Juli. Die Nachrichtenagentur Fournier meldet aus Newyork im Zusammenhang mit im Senat vorgebrachten Anregungen zum strategischen Schutz des PanamaKanals, daß von Senator Lundlee vorgeschlagen worden sei, die britischen und französischen Besitzungen auf den Antillen und in Südamerika, insbesondere aber Britisch= und Französisch=Guayana, anzukaufen. Diese Gebiete könnten, so habe Lundlee erklärt, als Teilbezahlung der Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten angerechnet werden oder als Gegenwert für zukünftige militärische Rohstofflieferungen. Der amerikanische Senator habe die Ansicht vertreten, daß diese Besitzungen Englands und Frankreichs die Vereinigten Staaten leicht in einen europäischen Krieg hineinziehen könnten, falls sie von einer „anderen ausländischen Macht“ in Besitz genommen werden sollten. scheinen lassen könnte.“ Man sieht, daß der „Privatmann“ King Hall schon vor über einem Jahre die Einkreisungspolitik„vorausgesehen“ und schon damals ihre Tarnung betrieben hat. In der Nummer vom 16. März 1938 der Zeitschrift läßt er sich über die Heimkehr der Ostmark ins Reich folgendermaßen aus: „Aber es ist die deutsche Methode, die soübel ist. Die Ereignisse des letzten Wochenendes zeigen uns: a) daß kein Verlaß auf das Wort der deutschen Regierung ist; b) daß die Nazi=Außenpolitik für die Erreichung ihrer Ziele auf brutaler Gewalt hinter einem Rauchschleier von Unwahrheit beruht.“ Weiter versteigt er sich zu der grotesken Behauptung, die Ostmark hätte bei einer Volksabstimmung mit 70—80 v. H. für Schuschnigg gestimmt. Acht Tage später, in der Folge vom 23. März 1938, schlagt er vor, ein Kriegskabinett wie 1917 zu bilden, geleitet durch Eden, Churchill und Sir Archibald Sinclair! Was er in den Monaten April und Mai 1938 seinem Leserkreis an Lügen über den Besuch des Führers in Italien auftischt, spottet jeder Beschreibung. Coliju hat Schwierigkeiten Den Haag. 19. Juli. Dr. Coliju, der von der Königin kürzlich zum zweiten Male im Verlauf dieser Krise beauftragt wurde, eine g zu bilden, scheint auch dieses Mal wie Meinung, Colin werde ein nichtparlamentarisches Fachkabinett der„starken Persönlichkeiten“ bilden. In der Zwischenzeit ist die optimistische Stimmung gewichen, und man spricht jetzt von einer Umgestaltung des bisherigen Kabinetts, was lediglich eine Notlösung darstellen dürfte. Sehies Berher Eranspans Amfangreiche und schwierige Voruntersuchung. Paris, 20. Juli. Der Mörder des Gesandtschaftsrats vom Rath, der Jude Herschel Grünspan, wurde am Mittwochnachmittag vom Untersuchungsrichter einem letzten Verhör unterzogen.— Dem„Intransigeant“ zufolge wird die Anklageschrift demnächst der Anklagekammer übergeben. Die Angelegenheit könne jedoch, so schreibt das Blatt, nicht vor Ende des Jahres zur Verhandlung kommen. rch=Fi imburg sein. Der Generalfeld ein persönliches„ Interesse un der sozialpoli schen Aufgabesteuung der KbF=Reichstagung Ausdruck. igung, persönlich in feldmarschall bringt an der sozialpolitizum In allen Gauen Großdeutschlands beginnt rennrni st der gewaltige Bek Jugeno der setzt der gewaltige Bekenntnismarsch deutschen Jugend zum Führer. 34 Marscheinheiten bringen aus allen Gebieten der Hitler=Jugend die Bannfahnen zum Reichsparteitag nach Nürnberg. Eröffnet wird der Adolf=Hitler= Marsch 1309 vom Gebiet Ostland in Danzig. Türnen, Eriel und Ererl Deutsche Meisterklasse bei den Reichswettkämpfen der Sa In erster Linie sind es die wehrsportlichen Mannschaftskampfe, die den eigentlichen Kern der Reichswettkämpfe der SA bilden. Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr zum ersten Male Mannschaftskämpfe in rein sportlichen Wettbewerben, etwa das Mannschafts=Kugelstoßen oder den 100=m=Mannschaftslauf. Beibehalten worden sind aber auch die Einzel=Wettbewerbe.— Hierzu haben eine Reihe von SA=Männern gemeldet, die sich als Weltrekordler, Olympiasieger, Europa= und Deutsche Meister einen Namen gemacht haben. Aus den zahlreichen Meldungen greifen wir u. a. Rudolf Harbig, Gerhard Stöck, Lutz Long, Max Syring, Schönrock, Gehmert, Weinkötz, Büsse, Ziebe, Wöllner, Sievert, Janausch heraus. Im Programm der Schwimmer nimmt das Kunst= und Turmspringen einen besonderen Platz ein, treffen doch hier u. a. Europameister Weiß, Walter, Haster, Mahraum, Esser, Jaiser, Grote, Luber und Lechnir zusammen. An den Kämpfen der Schwerathleten sind im Gewichtheben u. a. die Weltmeister Manger und Liebsch beteiligt; im Ringen sind die Altmeister Hering und Sperling, Schwarzkopf und Vogedes zu nennen, und aus der großen Zahl der SA=Boxer neben früheren deutschen Meistern Olympiasieger Runge, Europameister Nürnberg, die deutschen Meister Graaf und Schnarre sowie der Vorjahrsmeister Obermauer. Am 30. Juli in Westdeutsche Schwimm=Mannschaft gegen Paris Nach den Ergebnissen des Drei=Gaue=Kampfes in Köln wurde die westdeutsche SchwimmMannschaft für den Kampf gegen Paris am 30. Juli in M.=Gladbach zusammengestellt. Die Wasserball=Auswahl wird später bestimmt, da noch nicht bekannt ist, welche westdeutschen Spieler endgültig beim Europa=Wasserballturnier in Holland berücksichtigt werden. Kraul 100 m: Bornhaupt(Rheydt); Lindner (Koblenz): Rücken 100 m: Schröder(Bonn), Simon(Gladbeck); Brust 200 m: Heina(Recklinghausen), Viebahn(Gummersbach); Kraul 400 m: Waßmann(Gelsenkirchen), Ley(Wuppertal); Kraulstaffel 4=mal=200=m: Wasmann, Ley, Lindner, Bachmann(Dortmund); Lagenstaffel 3=mal=100=m: Schröder, Heina, Bornhaupt; Kunstspringen: Ernst, Leo Esser(beide Iserlohn). Deutscher Radsieg in Spanien Schöpflin vor Bartoskiewiez und Saager Am„Tag der nationalen Erhebung" in Spanien, der feierlich begangen wurde, fanden auch zahlreiche Sportwettkämpfe statt. In Barcelona wurde ein Rundstreckenrennen durchgeführt, bei dem die teilnehmenden deutsche Amateure die drei ersten Plätze belegten. Eine große Zuschauermenge hatte sich im Ciudadela=Park eingefunden, wo auch Deutschland und die Konsuln von Italien, Deutschland und Portugal dem Rundstreckenrennen über 50 km beiwohnten. Im Kampf um den Großen Spanien=Pokal der Berufsfahrer siegte der Italiener Battesini in neuer Rekordzeit mit 1:09,45 Std. vor seinem Landsmann Guerra und dem spanischen Meister Plans. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 43,1 km. Im Amateurrennen dominierten die Deutschen. Schöpflin konnte Bartoskiewicz und Saager in dieser Reihenfolge auf in SA im Modernen Fünfkampf Einen starken Aufschwung im Pistolenschießen verrieten die Leistungen der SA=Männer beim Modernen Fünfkampf, der am Mittwoch in der Versuchsanstalt in Wannsee begonnen wurde und als Wettbewerb zu den Reichswettkämpfen der SA zählt. Zehn SA=Männer ernicht überall trocken war— schon mehrfach unter der Zehnminutengrenze. Göpfert bezwingt Titelverteidiger Szigeti Gleich das erste Spiel des Mittwochs bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Hamburg brachte ein kaum erwartetes Ergebnis. Rolf Göpfert(Berlin) brachte es fertig, den ungarischen Titelverteidiger Szigeti in drei glatten Sätzen zu besiegen und auszuschalten. Er ist damit als erster deutscher Spieler in die Vorschlußrunde eingezogen. Ehrenpreise des Führers Der Führer hat für den Großen Motorbootpreis von Deutschland, der vom 28. bis 30. Juli auf dem Starberger See entschieden wird, zwei Preise gestiftet. Sie werden den Siegern in den 20=km=Sonderrennen um den„Großen Preis von Deutschland“ für Rennautbord und Rennboote zugesprochen. Die Starnberger=SeeRegatta wird die bestbesetzte deutsche Regatta sein. Ihr Programm enthält noch einen Länderkampf Deutschland—England und einen Dreiländerkampf Deutschland—Italien—Frankreich. Deutscher Sieg im Rollschuh=Länderkampf Der erste Länderkampf im Rollschuh=Kunstlaufen zwischen Italien und Deutschland wurde in Neapel ausgetragen und von Deutschland durch Siege in allen Wettbewerben mit 455:430 Punkten gewonnen. Die ersten Plätze belegten Deidenhoven bei den Frauen=Junioren, Heublein bei den Frauen=Senioren, Woldeck bei den Männern und Margret Sauer=Waldeck bei den Paaren. Ohne Wainwright und Frank Tirrell Die große Ueberraschung im Hinblick auf den Schwimm=Länderkampf Deutschland gegen England am 5. und 6. August in Erfurt ist, daß die Briten ohne zwei ihrer Besten kommen wollen. In der offiziellen Ländermannschaft fehlen Norman Wainwright und Frank Tirrell. Während Wainwright Landesmeister über 200= und 400m=Kraul in neuer Rekordzeit von 4:523 Min. wurde, ist Tirrell der neue Meister im 100=mRückenschwimmen. Holländer bei der Alpenfahrt Der Königlich=Niederländische Automobilklub hat zwei Meldungen für die Internationale deutsche Alpenfahrt abgegeben, die vom 31. Juli bis 2. August auf einer 1600 km langen Strecke von München nach Wien ausgetragen wird.— Einer der bekanntesten hollandischen Langstreckenfahrer, Cornelius, startet mit einem 1,5Liter=Auto=Union=Sportwagen und Gatsonides mit einem Mercury. zielten dabei mit 20 Schüssen auch 20 Treffer! In der Klasse A ging Ostuf. Philipp(BerlinBrandenburg) mit 20 Treffern und 187 Ringen in Führung vor Stubaf. Ohlendorf(Westfalen) 20:184 und SA=Mann Wagner(Berlin=Brandenburg) 20:180. Auto=Union geschlossen am Sachsenring Der Große Preis von Deutschland um den Ehrenpreis des Führers wird für die Motorräder am 13. August auf dem Sachsenring von Hohenstein=Ernstthal ausgetragen. Die AutoUnion tritt zu diesem Rennen um die Deutsche und Europameisterschaft mit voller Besetzung an. Der Deutsche und Europameister Kluge, Winkler und Petruschke steuern die 250=ccmDKW, Fleischmann, Wünsche und Hamelehle das 350=ccm=Modell. Donnerstag offizieller Trainingsbeginn Große sportliche Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So auch der„Große Preis von Deutschland" für Auto=Rennwagen auf dem Nürburgring am kommenden Sonntag. Obwohl erst am heutigen Donnerstag das offizielle Training zu diesem Wettbewerb einsetzt, wurden schon am Mittwoch einige Runden gedreht. Die Mercedes=Fahrer Europameister Rudolf Caracciola, Hermann Lang und Manfred von Brauchitsch jagten in schneller Fahrt über der Ring. Sie blieben bei ihren Runden— obgleich die Strecke infolge einer kurzen Regenschauer Vor dem Großen Preis von Deutschland 25. Juli 1939 auf dem Nürburgring Mit Riesenschritten geht die Autorennzeit 1939 ihrem Höhepunkt entgegen. Wenn wir den Verlauf der bisherigen Rennen dieses Jahres überblicken, dann können wir mit Recht sagen, daß der Motorsport nichts eingebüßt hat von seiner Spannung und seiner Anziehungskraft. Denken wir nur an das Internationale Eifelrennen auf dem Rürburgring, das mit seinen heißen, meist erst im Ziel entschiedenen Kämpfen um den Sieg die Hunderttausende am Rande der Rennstrecke begeisterte. Und nun steht diese herrliche Rundstrecke in den Eifelbergen schon wieder von einem motorsportlichen Ereignis von überragender Bedeutung. Am 23. Juli wird dort zwischen Rürburg und Hoher Acht der Große Preis von Deutschland für Rennwagen ausgetragen, jenes Rennen, das noch stets die Massen in seinen Bann zu schlagen vermochte. Mercedes=Benz und Auto=Union rüsten zu dem großen Zweikampf, der auch diesmal wieder auf der idealen Rennstrecke entbrennen wird. Natürlich wird bei diesem harten Ringen auch das Ausland nicht fehlen. Noch steht nicht fest, wer von den ausländischen Renngemeinschaften an den Start gehen wird. Aber voraussichtlich werden bei dem Großen Preis von Deutschland wieder die Alfa, Talbot, Delahaye und Maserati im Kampf um die Plätze stehen. Es wird auch diesmal wieder ein großes Rennen beginnen, wenn Korpsführer Hühnlein das Startzeichen zum Großen Preis 1939 gibt. Schon sind die Vorarbeiten, die die mit der Durchführung betraute RSKK.=Motorgruppe Westmark zu leisten hat, in vollem Gange. Hier gab es nach dem erfolgreichen Abschluß des Internationalen Eifelrennens kein Ausruhen. Die kurze Zeitspanne, die zu den Vorbereitungen auf das kommende Großereignis verblieb, mußte genutzt werden. Heute bereits werben in allen deutschen Gauen die Plakate für den Großen Preis. Sie wurden bereits Ende Mai von der Motorgruppe Westmark versandt und laden nun zum Besuch des Rürburgringes am 23. Juli. Zu den ersten Vorbereitungsarbeiten gehört die Einrichtung der Vorverkaufsstellen. Es ist natürlich, daß gerade die besten Plätze im Vorverkauf zu haben sind. Hinzu kommt, daß die Eintrittskarten im Vorverkauf wesentlich billiger sind als an der Tageskasse, und daß dieser Vorverkauf den Besuchern ein langes Anstehen an den Kassen am Renntag selbst erspart. Das alles sind Vorteile, die den Motorsportfreund bestimmt bewegen werden, sich jetzt schon seine Karten für den 23. Juli zu sichern. Die RSKK.=Motorgruppe Westmark hat für den Großen Preis von Deutschland rd. 600 Vorverkaufsstellen eingerichtet. Sie befinden sich bei jeder Einheit der RSKK.=Motorgruppe Westmark, Niederrhein, Westfalen, Hessen, Südwest und Kurpfalz=Saar. Kartenversand und Abrechnung wurde von der Motorgruppe Westmark direkt mit den 600 Dienststellen organisiert. Daneben wurden durch die„KdF."=Dienststellen und die Nürburgring=GmbH. weitere Vorverkaufsstellen eingerichtet. Schon jetzt ist der Vorverkauf zum Großen Preis außerordentlich rege. Ein großer Teil der Tribünenplätze ist bereits vergriffen. Diese Tatsache läßt darauf schließen, daß am 23. Juli wieder Hunderttausende heraufkommen werden zum Nürburgring. Und daß sie in sportlicher Hinsicht nicht enttäuscht werden, dafür bürgt uns der Verlauf der bisherigen Rennen, die packend waren vom Start bis ins Ziel. Am 20. Juli wird in Helsinki das Mitglied des Italienischen Olympischen Komitees General Vaccaro erwartet. Dieser will die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen studieren und weiterhin einen Fußball=Länderkampf Italien=Finnland verhandeln. * Oberst Talvitie und Rittmeister Bäckmann aus Holland haben in England und Frankreich 100 Pferde für die Olympischen Spiele 1910 gekauft. Die Verlobung unserer Tochter Anneliese mit dem Studienreferendar Herrn Dr. Werner Storch geben wir hiermit bekannt. Fritz Börstinghaus u. Frau Mathilde geb. Anrücker Schwerte(Ruhr) Hörderstraße 32 Anneliese Börstinghaus Dr. Werder Storch Verlobte. Brandenburg-Havel akobstraße 27 z. Zt. Kiel 20. Juli 1939. 1556 Für die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Frau Math. Comberg und Kinder Ositberge, im sull 1939„ Für Bad und Reise: moderne ToiletteParfümerien u. Seifen Badehauben— Sonnenschutzbrillen— Schwimmgürtel Sonnenbrand-Schutzmittel Ischamba-Fll“ Dn S wieder eingetroffen Verschiedene Lernmittel Schul= u. Spezial=Reißzeuge Reißfedern und Ersatzteile Lineale Maßstäbe Füllhalter Bleistiftschoner u. Verlängerer Lernmittel für Berufsschulen Zeichenbogen Zeichenblätter Zeichenblöcke Tagebücher Schnellhefter Mappen Millimeterhefte Büro= und Geschäfts-Artikel Briefpapiere Blöcke und Karten Notizblöcke Schreibmaschinen=, Durchschlag= und Abzugpapiere Aktendeckel Schnellhefter Ordner Briefkörbe Papierkörbe Briefwaagen Spitzmaschinen Schreibzeuge aus Holz Schreibunterlagen Hans Linner vormals Carl Braus Bürobedarf und Schreibwarengeschäft Große Marktstraße 3—5. Erschöpfungszustände, Schwindelanfälle Nervenabspannungen So berichtet Frau Gsla 80 bei-=Whline Verin=Stealtz, Holteknsche Sir 27 am 9.5.39:„Ich bin jetzt 61 Jahre alt. Schon seit Jahren gebrauche ich Klostertrau=Melissengeist, da ich an Schwindelanfällen und dadurch an Unsicherheit auf der Straße leide. Deshalb führe ich stets ein Fläschchen verdünnten Klosterfrau=Melissengeist mit mir damit ich ihn immer zur Hand habe. Auch bei Kopfschmerzen und allgemeiner Hinfälligkeit wende ich Klosterfrau=Melissengeist mit Erfolg an.“ Weiter Herr Paul Knappe(Bild nebenstehend), Wirtschafter, Charlottenthal 14 Post Küpper über Sagan(Schles.) am 13.4.39:„Bei geistigen und körperlichen Ueberanstrengungen hat mir Klosterfrau=Melissengeist gute Dienste geleistet. Er wirkt belebend auf meinen Organismus und macht mich immer wieder zu einem frohen, arbeitsfreudigen Menschen, Daher werde ich Klosterfrau=Melissengeist Zeit meines Lebens die Treue halten!" Machen auch Sie einen Versuch! 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Der fachlichen Forteildung dienten die Nur=Meisterkurse an der Meisterschule in Dortmund und 181 Kurzkurse und Vorträge, an denen rund 10000 Innungsmitglieder teilgenommen haben. Sie behandelten im wesentlichen Themen aus dem Aufgabengebiet des Vierjahresplanes. Außerdem fanden 43 fachliche Lehrgänge von mehr als eintägiger Dauer mit 1366 Teilnehmern aus der gesamten Berufsfamilie statt. 97 Obermeister wurden zusammen mit Kameraden aus dem übrigen Westfalen in 15 fachlich gegliederten Lehrgängen über ihre besonderen Aufgaben in Arnsberg unterrichtet. Die Schule des deutschen Handwerks in Braunschweig ist anforderungsgemäß beschickt worden. In 14 Fällen führten Innungen berufskundliche Fahrten durch. Zusammen mit denen für Lehrlinge kommen 14 derartige Veranstaltungen mit 542 Teilnehmern in Frage. Die Kreishandwerkerschaften veranstalteten 32 allgemeine Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung mit 1072 Besuchern. Dazu kamen 5 fachliche Kurse mit 117 Teilnehmern. Die Handwerkskammer hat würdige und bedürftige Gehilfen finanziell in den Stand gesetzt, Fachschulen zu besuchen. Eine Reihe von Innungen hielt besondere Lehrgänge zur Vorbereitung ihrer Lehrlinge auf die Gesellenprüfung ab. Die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Handwerk kam in der Hergabe nennenswerter Mittel zur Einrichtung von Fachklassen durch die Handwerkskammer zum Ausdruck. Einzelne Innungen erhielten Beihilfen zur Einrichtung von Lehrwerkstätten. Ausführung der Anordnung des Reichshandwerksmeisters über Handwerkserziehung, Ausbildung und Auslese wurde einem hervorragenden Meisterprüfling als Auszeichnung die Teilnahme am Reichshandwerkertag 1939 ermöglicht. 9 Lehrlinge konnten für sehr gut bestandene Gesellenprüfungen ausgezeichnet werden. Schließlich wurden den Berufsschulen für Prämienzwecke wertvolle Bücher zur Verfügung gestellt. Verkehrsentwicklung im Monat Juni Der Personenverkehr im Reichsbahndirektionsbezirk Wuppertal erreichte im Monat Juni nicht den Umfang des Vormonats und blieb auch hinter dem des Juni 1938 um ein geringes zurück. Der Güterverkehr ging trotz der allgemein günstigen Wirtschaftslage leicht zurück. Zwar ist er im Gesamtergebnis des Juni weiter gestiegen, weil dieser Monat zwei Arbeitstage mehr hatte als der Vormonat. Auf den Arbeitstag bezogen, bleibt aber ein leichter Rückgang sowohl im Stückgut als auch im Wagenlabdngelvertehr. Die westfälischen Bauernspenden im WhW. Als der Führer am 6. Oktober 1938 das Winterhilfswerk eröffnete, gedachte er der Ereignisse in den letzten Septembertagen, die eine der schwersten Krisen Europas beendet hatten. Die grauenhafte Not, die er selbst im sudetendeutschen Gebiet vorgefunden hatte, veranlaßte ihn zu einem Appell an das deutsche Volk, hier zu helfen und eine Ehrenpflicht zu erfüllen. Der Appell des Führers hat im ganzen deutschen Volk großen Widerhall gefunden und der Erfolg des diesjährigen Hilfswerkes alle Erwartungen und Hoffnungen weit übertroffen. Auch das westfälische Landvolk hat durch seine diesjährigen Leistungen den Beweis erbracht, daß der Sozialismus, das Bekenntnis zur Tat, stärker denn je in seinem Herzen verwurzelt ist. Das Ergebnis der Gesamtleistungen ist ein Spiegelbild hierfür. Insgesamt wurden von den westfälischen Bauern und Landwirten im WHW. 1938/39 aufgebracht: 196 458,39 Doppelzentner Kartoffeln, 173 406,98 RM Bargeld, 21 955,95 Doppelzentner Brotgetreide und 8202,54 RM Sachspenden. Wertmäßig berechnet ergibt das Gesamtspendenaufkommen einen Betrag von 1 906 847,92 RM; es hat das Ergebnis des Vorjahres um 152 982 RM überschritten. Unser Heimatkreis Iserlohn ist daran mit 24593,63 RM beteiligt. * Nur mäßiger Rückgang der Milchanlieferungen Die höchsten Milcherträge werden bekanntlich unmittelbar nach den in die Frühjahrsmonate fallenden Abkalbungen erzielt. Auch der Nährstoffgehalt des Grünfutters ist um diese Zeit am größten. In den Sommermonaten bahnt sich dagegen eine allmähliche Abwärtsbewegung an, von der jetzt bereits alle Milchwirtschaftsgebiete des Reiches betroffen sind. Auf die Höhe der Buttererzeugung hat aber nicht nur der Umfang der Milcherträge, sondern auch der Bedarf an Frischmilch Einfluß. Da die Anforderungen auf diesem Gebiet nicht wesentlich größer geworden Heute morgen um 10 Uhr nahm Gott meine innigstgeliebte Frau, die gute Mutter meiner Kinder Sernend-Keschbauhf geb. de Weldige- Cremer im Alter von 32 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich. Die Tröstungen unserer hl. Kirche erleichterten ihr das Sterben. Hubert Rosenbaum, Rechtsanwalt und Notar Hermann Rosenbaum Marlis Rosenbaum Schwerte, den 19. Juli 1939. Das Seelenamt ist Samstag, den 22. Juli 1939, um 710 Uhr, die Beerdigung um 1580 Uhr vom Marienhospital aus. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. 1558 Parriers-Drucksacienr liefert schnellstens Hans Linner vormals Carl Braus, Gr. Marktstr. sind, blieb die Butterverarbeitung der Molkereien für das Gesamtgebiet des Altreiches nur um ungefähr 2400 Doppelzentner hinter dem Ergebnis der Vorwoche zurück, eine Abnahme, die unter Berücksichtigung der Jahreszeit als mäßig zu bezeichnen ist. Ein Vergleich mit dem Vorjahr fällt daher noch immer recht günstig aus. Damit besteht die Möglichkeit, den stark besuchten Bädern und Kurorten gewisse Zuschüsse in vorgesehener Weise zur Verfügung zu stellen. Anden Käsemärkten steht Hartkäse nach wie vor im Mittelpunkt. Aber auch Schmelzkäse besonders gut als Reiseproviant geeignet— findet immer mehr Liebhaber. Weich= und Sauermilchkäse treten dagegen in den Hintergrund. Diese jahreszeitlich übliche Erscheinung hat die Erzeuger rechtzeitig veranlaßt, die Herstellung derartiger Sorten einzuschränken, so daß das Gleichgewicht der Märkte durch diese Verlagerung des Verbrauches nicht weiter gestört wird. Speisequark wird nach wie vor gut verkauft. Arbeitsmaiden aus Westfalen=Süd nach Schweden Vom 20.—23. Juli 1939 veranstaltet Schweden zu Ehren seines Turnvaters P. H. Ling, des Gründers und Förderers der schwedischen Turnbewegung, anläßlich seines 100. Todestages ein großes Turnfest, zu dem viele Nationen zur Teilnahme eingeladen wurden. Deutschland nimmt mit 1000 Turnern und Turnerinnen an diesem Fest teil. Unter den 450 weiblichen Teilnehmern wirken 224 Arbeitsmaiden aus 7 Bezirken des Reichsarbeitsdienstes bei den vielseitigen Uebungen mit. Es wird Gymnastik mit Gerät(Ball, Springseil, Schleuderball) und Gymnastik ohne Gerät(Laufspiele, Sprünge und allgemeine Körperschule) gezeigt, außerdem ein Mädeltanz und ein Tanz von Männern und Frauen. Die 32 Führerinnen und Arbeitsmaiden des Bezirks 9— Westfalen— treffen vom 5. Juli bis 9. Juli im Lager 2/91 Niederwenigern zu einem letzten Uebungstreffen zusammen. Am 10. Juli geht die Fahrt nach Berlin, und dort werden sie mit allen deutschen Teilnehmern die große Reise nach Stockholm antreten. Gemeingefährliche Autodiebe Dortmund. In der Nacht zum 25. Juni wurden in Dortmund=Höchsten 2 Personenkraftwagen entwendet. Einen von ihnen fand man kurze Zeit später in einem Graben wieder. Mit dem anderen Wagen fuhren die Diebe über Hagen und Schwelm nach Beyenburg. Als sie mit großer Geschwindigkeit auf abschüssiger Straße in eine S=Kurve einbogen, geriet der Wagen ins Schleudern, überschlug sich zweimal und ging in Trümmer. Zum Glück sind die Täter mit dem Wagen nicht die steile Böschung hinuntergestürzt. Auch erlitt nur einer von ihnen eine geringfügige Verletzung. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, die Diebe, denen auch noch weitere Fälle unbefugter Benutzung von Kraftfahrzeugen nachgewiesen werden konnte, in der Nähe.von Dortmund festzunehmen. Sie gaben zu, vor der Tat dem Alokohol zugesprochen zu haben. Ihr Vorgehen war um so verwerflicher, als auch unbeteiligte Personen leicht hätten zu Schaden kommen können. Amtsunterschlagung Köln. Die 6. Große Strafkammer verurteilte den 24jährigen M. aus dem Oberbergischen wegen erschwerter Amtsunterschlagung in Tateinheit mit Untreue zu einem Jahr Gefängnis 100 RM. Geldstrafe und erließ sofortigen Haftbefehl. Der Verurteilte war ungefähr ein Jahr bei der Post, zuletzt, in der Zeit von Ende 1938 bis Mai 1939, als Landzusteller in einem oberbergischen Orte beschäftigt. In dieser Eigenschaft lieferte er ihm zur Einzahlung übergebene Gelder für Postanweisungen und Zahlkarten nicht an seine zuständige Postdienststelle ab und suchte durch spätere Einzahlungen die früher unterlassenen zu verdecken. Durch seine Einberufung zum Militär kamen seine Machenschaften heraus. Dabei hatte er noch einige zurückbehaltene Postanweisungen und Zahlkarten, für welche er die Einzahlung noch nicht getätigt hatte, in seinem Besitz. Im ganzen hat der Angeklagte, der nicht in Not war, in verhältnismäßig kurzer Zeit 190 RM. unterschlagen und für sich verbraucht. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr und drei Monate Zuchthaus beantragt. Westfälische Schauspielschule tritt an die Offentlichkeit Die Westfälische Schauspielschule Bochum, die im April 1939 im Rahmen der Friedrich=HebbelWoch: ins Leben gerufen wurde, tritt zum Ende dieser Spielzeit, am Sonntag, 23. Juli, in einer Morgenveranstaltung im Bochumer Theater zum erstenmal vor die Öffentlichkeit. Es gelangen Szenen aus Dramen Shakespeares, Lessings, Goethes und Schillers, Halbes u. a. zur Aufführung. Die Einstudierung der einzelnen Szenen besorgten die Lehrer der Schule. Um die werdenden Bühnenkünstler schon früh an das öffentliche Auftreten zu gewöhnen, wird die Veranstaltung allen Volksgenossen zugänglich sein. Neuer Leiter des Fachamts„Textil“ in der DAF. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den bisherigen Leiter des Fachamts„Textil“ in der DAF. Hilmar Stock abberufen. Mit der kommissarischen Leitung ist mit sofortiger Wirtung Erwin Voß bestellt worden. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. IV./39: 1498. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von 10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung.