Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.K 2.—(einschl. 28.2 9# Zeitungsgebühr und 0.44 R### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Seschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Ferm. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 * Schwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 R.4 Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4# Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 96.4 Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Sr. Rarkt. 3. Ferm. 27 No—. Voersgeat,: Vormono 2v4 1 5 Hehwerter Zeimatblatt= Tageblaut für die guadt Hchwerte, die Amter Weschosen! Ergste. Einzige in Hchwerte gedruckte Tageszeitung Nr. 163 Schwerte(Ruhr), Sonnabend, 15. Juli 1939 71. Jahrgang Lag der Seurschen kiunft 1838 erchsner Wriheboner Austari in Beuischen Museum Münrchen, 14. Juli. Die Stadt der Deutschen Kunst trägt ihren prachtvollen Schmuck. Sie ist erfüllt von Licht und Farbe, Freude und Frohsinn, entfacht vom Atem der Kunst. Der Tag der deutschen Kunst, mit heißem Herzen erwartet, hat begonnen. Den weihevollen Auftakt gab dem Fest am Freitagvormittag der feierliche Eröffnungsakt im Festsaal des Deutschen Museums. Gauleiter Wagner richtete herzliche Willkommensworte an die Gäste. Sein besonderer Gruß galt den Gästen aus dem faschistischen Italien und den deutschen Künstlern, die in diesen Tagen nach München kommen. Wenn die Welt in wahrheitsgetreuen Berichten über den Tag der deutschen Kunst und damit über das kulturelle und künstlerische Bestreben des Großdeutschen Reiches unterrichtet werde, dann werde sie dadurch nicht nur an die Leistungen erinnert, die das Deutschland schon bisher der Menschheit gebracht habe, sondern sie werde darüber hinaus erkennen, daß dieses Deutschtum im Interesse der gesamten Kultur der Menschheit auch in Zukunft nicht entbehrt werden kann und dementsprechend das zum Leben haben muß, was es zum Leben braucht..1 8#bt bos m Stark und erneuert steht das Reich da, einig ist unser Volk, mächtig das Schwert, hehr und groß ist unsere Kunst, weise und zielsicher, unerschütterlich und von allen Deutschen über alles geliebt der Führer. Mag die Welt fiebrig sein von Unruhe und Kriegsangst, mögen sie in den Hauptstädten des Westens Schützengräben aufwerfen und Sandsackwehren türmen— in deutschen Landen lebt und webt die Arbeit, es blühen die Künste, und ein glückliches Volk feiert seine großen Tage in festlich geschmückten Städten. Damit eröffne ich den Tag der deutschen Kunst 1939 zu München. Nach einem jubelnden Chorgesang trat noch einmal der Gauleiter vor: Wir beugen uns in stolzer Ehrfurcht vor der deutschen Vergangenheit. Wir grüßen das neuerstandene Großdeutsche Reich! Wir grüßen seinen Schöpfer und Führer Adolf Hitler! Der Gruß an den Führer und die Lieder der Nation beschlossen den weihevollen Festakt. einem Presseempfang sagte Dr. Dietrich u. a.: Uns mutet es an wie ein Symbol, daß gerade der heutige Eröffnungstag dieses Freiheitsfestes der Kunst zusammenfällt mit dem Eröffnungstag der Revolution des Liberalismus vor 150 Jahren, dem Sturm auf die Bastille. Diese Revolution des Liberalismus schrieb zwar das Wort Freiheit auf ihre Fahnen. In Wirklichkeit aber hat sie die Freiheit in der Willkür und Zügellosigkeit des Indibiduums erstickt. Und weiter: Wir haben auch nicht die Persönlichkeit vernichtet. Wir haben die Persönlichkeit nicht— wie man behauptet— dem Prinzip der Gemeinschaft geopfert und damit die menschliche Leistung ihrer Schöpferkraft beraubt. Wir haben hier eine individualistische Begriffsfälschung erkannt und ihren Mißbrauch richtiggestellt. Persönlichkeit ist man nicht dadurch, daß man sich einbildet, es zu sein sondern Persönlichkeit ist man nur, wenn man es durch Leistungen für die Gemeinschaft bewiesen hat. Bei uns ist ein Größenwahnsinniger noch keine Persönlichkeit! Das ist es, was wir wieder klargestellt haben. (Fortsetzung Seite 2.) Gleiche Absicht- gleicher Glaube spalten=Heldei Glatten die Treue Rom, 14. Juli. Die zwischen dem Caudillo und Außenminister Graf Ciano in San Sebastian gewechselten Trinksprüche werden von der römischen Presse als weiterer Beweis für die enge Verbundenheit Spaniens mit Italien und die Belange des von den Achsenmächten verkörperten neuen Europa vermerkt. Die Grundlagen der Zukunft seien, so erklärt man, klar und deutlich vorgezeichnet. Generalissimus Franco verfolge mit seinem Aufbauwerk auf allen Gebieten die völlige Unäbhangigkeit von demoplutokratischen Einflüssen, so daß die Anbiederungsversuche der Westmächte von vornherein zum Scheitern verurteilt seien. Die Mittelmeersendung der beiden Mächte wird überdies von den Blättern besonders hervorgehoben. Es handele sich um die gemeinsame Verteidigung des Friedens und die Sicherung des Aufstiegs zur Mittelmeergeltung. Die Verbundenheit beider Nationen schaffe die unerläßlichen Bedingungen für die Sicherheit im Mittelmeer, das für beide Mächte die Lebensader darstelle. * In seinem Trinkspruch betonte General Franco, daß jene Nationen Spaniens Freunde seien, die Spaniens Größe und Stärke wünschen, nicht aber jene, denen die spanische Wiedergeburt leid tut. Er sei überzeugt davon, so fuhr der Caudillo dann u. a. fort, daß das auf Wahrheit und Gerechtigkeit gegründete Regime, welches die beiden Nationen in gemeinsamer Sorge für die Befreiung der Unterdrückten verbindet, auch für den Frieden Europas vorteilhaft sein wird. Dies zeige vor allem die Ruhe in jenen Ländern, die während des Krieges auf spanischer Seite standen, gegenüber der Nervosität der anderen. Der Trinkspruch schloß mit dem Wunsche der Vertiefung der unzerstörbaren spanisch=italienischen Freundschaft. Graf Ciano dankte hierauf dem Caudillo mit herzlichen Worten. Er erinnerte zunächst an die Anteilnahme Italiens in den letzten drei Jahren am Schicksal Spaniens. Spaniens Erhebung, so führte Graf Ciano u. a. weiter aus, stieß ursprünglich auf offene Feindschaft einer egoistischen, kurzsichtigen und heuchlerischen Welt. Damals bezeugte der Duce Italiens treue Freundschaft. Unsere Gefallenen werden ewig bezeugen, wie tief die Solidarität beider Nationen ist und wie sehr Italien die Macht und Größe Spaniens wünscht. Bei dieser Gelegenheit gedenke ich des verbündeten Deutschland, welches in gleicher Absicht und in gleichem Glauben an Eurer Seite stand und nun teilnimmt an Eurem Glück. Die Ideale, welche unsere drei Nationen im Kampfe vereinten und uns nun im Frieden zusammenführten, sind das Versprechen der Garantie einer gerechten Ordnung und des Friedens. Veld=TemenstriertFegen=Enginne Tokio, 14. Juli. Die antibritischen Massendemonstrationen, zu denen es in Tokio, Osaka und allen größeren Städten Japans fast täglich kommt, sollen am Samstag ihren Höhepunkt mit einer Großkundgebung in Tokio erreichen, an der 200 000 Menschen mit Abordnungen aus ganz Japan teilnehmen werden. Am Freitag suchten Abordnungen der verschiedeisten Verbände den Ministerpräsidenten, den Außenminister, die Wehrmacht sowie alle Zeitungen auf, um antibritische Entschließungen zu überreichen. Auch zur britischen Botschaft begaben sich diese Abordnungen. Alle Reden, Proklamationen und Entschließungen stellen England als den FriedensstöUnser neuer Roman Wir beginnen Dienstag mit der Veröffentlichung eines spannenden Tatsachenberichtes von Walter Ebert über den schwierigsten Fall, den die japanische Kriminalpolizei in den letzten Jahren zu enträtseln hatte. Wir freuen uns, unseren Lesern gerade diese überaus fesselnd geschriebene Schilderung bringen zu können in einer Zeit, in der der Ferne Osten im Mittelpunkt des Weltinteresses steht. Walter Ebert erzählt uns in seinem Tatsachenbericht„Die grinsende Maske“ nicht nur den interessantesten Kriminalfall Japans, sondern er vermittelt uns auch ein Bild vom Leben, Treiben und den Bräuchen der Japaner, die wir erst heute zu verstehen beginnen. rer hin, der aus dem Fernen Osten zu entfernen sei. Eine große Kundgebung, die am Freitag„im Namen von sieben Millionen Einwohnern Tokios die den Willen der asiatischen Massen kundgaben, stattfand, forderte zum Widerstand gegen England, den„Feind der Menschheit“, auf. Auch an dieser Kundgebung sollen fast 200000 Menschen teilgenommen haben. Nun hat England die Wahl Samstag Beginn der Verhandlungen in Tokio Tokio, 14. Juli. Nachdem das Kabinett in seiner Sitzung Japans Forderungen gegenüber England festgelegt und gebilligt hatte, erklärte der Sprecher des Außenamtes, daß Außenminister Arita die offizielle Einladung an Botschafter Craigie übersandt habe und daß, falls die englischen Vorbereitungen abgeschlossen seien, die Besprechungen zwischen Arita und Craigie aufgenommen werden bunven, ulicher japanischer Seite wird bestätigt, daß die englisch=japanischen Besprechungen Samstagvormittag beginnen. Der britische Botschafter Craigie ist aufgefordert worden, morgen den japanischen Außenminister in dessen Amtswohnung aufzusuchen. Ueber 15 000 Japaner demonstrierten vor der britischen Botschaft gegen England. Ein starkes Polizeiaufgebot mußte das Gebäude, dessen Tore verschlossen waren, schützen. Unter den Demonstranten waren alle Volksschichten vertreten. Man sah viele in der Uniform ehemaliger Soldaten sowie viele Frauen der vaterländischen Verbände. Große Schilder mitgeführt mit folgenden mit Englandl Kein Kompromiß! Geht vor gegen England, den Feind von Menschlichkeit und Gerechtigkeit! Arita, kämpfe gegen England!“ Im ganzen Lande werden zugleich Bauernumzüge und große Versammlungen mit der gleichen Tendenz veranstaltet. Sehr beachtet wird die Stellungnahme der „Japan Times“, die dem Auswärtigen Amt in Tokio nahesteht. Diese Zeitung schreibt zu der Unterredung zwischen Außenminister Arita und dem Botschafter Craigie:„Jeder Versuch eines diplomatischen Uebereinkommens kann von vornherein aufgegehen werden, wenn nicht der Ansicht der öffentlichen Meinung in diesem Lande Rechnung getragen wird.“ Die Zeitung erinnert weiter daran, daß Japan mehr als 10 Milliarden Yen und über eine Million schen mobilisiert habe, um die große Aufgabe in Ostasien zu lösen. Wenn sie nicht voll in Rechnung gestellt würde, so wären alle diplomatischen Verhandlungen mit England nutzlos. Diese scharfe Stellungnahme wird umsomehr beachtet, da die„Japan Times“ sich um einen Ausgleich mit England bemüht hat. London noch beunruhigt London, 14. Juli. Die Nachrichten über den Fernen Osten klingen auch weiterhin wenig beruhigend. Die Blockade von Tientsin geht unvermindert weiter fort, die Japaner besetzen einen chinesischen Hafen nach dem anderen, immer weiter dehnt sich die japanische Kontrolle des gesamten Handels an der chinesischen Ostküste aus, und immer schärfer wird die britenfeindliche Stimmung in Japan. Die Londoner Regierung zeigt eine auffallend vorsichtige und abwartende Haltung. Man will anscheinend jetzt alles vermeiden, was in Tokio als unliebsam oder überflüssig empfunden werden könnte. Die Felle schwimmen Dr. E. Englands umheimliche Betriebsamkeit um das„Problem“ Danzig wirkt geradezu grotesk, wenn man sich einmal der Mühe unterzieht, eine Chronik britischer Aktionen und Einkreisungsbemühungen aufzustellen. Allein in den letzten drei Wöchen vergeht kein Tag, an dem sich Downing=Street nicht durch sehr eindeutige, Beweise seiner schäbigen Gesinnung bloßgestellt hat. 28. Juni An den britischen Botschafter in Moskau, Seeds, sind neue Instruktionen abgegangen. Sobald der Moskauer französische Botschafter Instruktionen seiner Regierung erhalten hat, werden beide Botschafter die Sowjetregierung um die Wiederaufnahme der Verhandlungen ersuchen. 29. Juni Im Königlichen Institut für internationale Angelegenheiten sprach am Donnerstag der Außenminister Lord Halifax zur Lage. Nach einem Ueberblick über die neuen VerpflichtunLasen die wauten Modernste Sport= u. Erholungsstätte vollender Als die Pest in Schwerte wütete heute großer Tag der Brieftaubenzuchter Seite 3 SA. SS. Formationen Französischer Dichter erlebt das neue Deulischland Bilder der Woche Seite 4 Seite 5 gen, die England im Laufe des letzten Jahres einging, erklärte er, möglicherweise würden die Verhandlungen mit der Sowjetunion in kürzester Zeit abgeschlossen sein. Halifax machte dann erneut den Versuch, Englands Einkreisungsabsichten zu leugnen. 3. Juli Wie die Bank von Danzig mitteilt, hat sie den Transfer für den Zins= und Zahlungsdienst der Danziger Auslandsanleihen bis auf weiteres eingestellt... 1., Magsrnn B.=kand. Im Zusammenhang mit den Moskauer Verhandlungen zwischen den Vertretern der Regierungen von Frankreich, England und Sowjetrußland hat die niederländische Regierung durch ihre Gesandten in London und Paris nochmals den traditionellen niederländischen Neutralitätsstandpunkt dargelegt und darauf verwiesen, daß Holland außerhalb der augenblicklich bestehenden Gegensätze bleiben wolle. Molotow empfing am 3. 7. den Botschafter Großbritanniens Seeds, den Botschafter Frankreichs Naggiar sowie Strang und überreichte ihnen die Antwort der Sowjetregierung auf die letzten englisch=französischen Vorschläge. Die Unterredung dauerte über eine Stunde. 4. Juli Der Völkerbundskommissar Dr. Burckhardt unterstrich in einer Unterredung mit einem ReuterVertreter in Danzig besonders die Gefahr falscher Presseberichte, die ein verzerrtes Bild von den Vorgängen in Danzig geben. Außerdem wird in dem Reuterbericht aus Danzig hervorgehoben— in dem Bericht wird im übrigen bestätigt, daß Danzig nach außen hin völlig ruhig wirke—, daß den Anlaß zu den Gerüchten ein Artikel eines englischen Provinzblattes(Name nicht angegeben) gegeben habe, wonach Polen ein polnisches Freikorps gegen Danzig aufstellen wolle. Die Vertreter Lettlands, Estlands und Finnlands sind im Foreian Office vorstellig ge worden, um im Auftrage ihrer Regierungen zu erklären, daß ihre Staaten in einem evenkuellen englisch=französisch=sowjetrussischen Abkommen nicht genannt zu werden wünschen. Auf die eigenartigen„Informationen über Danzig“, die Premierminister Chamberlain am Montag im Unterhaus bekanntgab, wonach Magnahmen des Danziger Senats zur Verstärkung des Polizeikorps nach den Worten Chamberlains„extensive Maßnahmen militärischen Charakters“ seien, veröffentlicht der Danziger„Vorposten“ einen Aufsatz, in dem nachgewiesen wird, daß Chamberlain sich eine Warschauer Lüge zu eigen gemacht hat. 5. Juli Chamberlain wurde am Mittwoch im Unterhaus mit Fragen über die Moskauer Verhandlungen geradezu überschüttet. Er begnügte sich mit der Feststellung, daß Lord Halifax am Dienstag die Antwort der Sowjetregierung erhalten habe und daß diese jetzt in Konsultation mit der französischen Regierung geprüft werde. 6. Juli Das englische Kabinett hat den Beschluß gefaßt, dem Parlament sofort ein Gesetz vorzulegen, durch das die Regierung zur Uebernahme von Exportgarantien in Höhe von 100—150 Millionen Pfund für Kriegsmateriallieferungen an die britischerseits gerantierten Staaten ermächtigt werde. 9. Juli Gauleiter Forster sprach am Sonntag vor Zehntausenden auf den machtvollen Abschlußkundgebungen der Kreistage der RSDAP. in Oliva und in Neufahrwasser. Der Gauleiter forderte die Auflösung des widerrechtlich von Polen auf Danziger Boden, an der Hafeneinfahrt, der Westerplatte, unterhaltenen Munitionsbeckens, das eine ständige Bedrohung für den Hafen und die Stadt Danzig sei. Die polnische Polizei führt seit einigen Wochen in dem von Ukrainern bewohnten Teil Ostgaliziens wieder einmal ihre berüchtigten sogenannten„Pazifizierungsaktionen“ durch. Bei diesen Zwangsmaßnahmen sollen bisher 55 000 zumeist wehrfähige und wehrpflichtige Ukrainer verhaftet und zum Teil in neu eingerichtete Isolierungslager in den poletischen Sümpfen und in Wolhnnien verschleppt worden sein. 10. Juli Im Unterhaus gab der britische Ministerpräsident Chamberlain am Montag eine Erklärung über die deutsche Stadt Danzig ab. Er teilte mit, daß die britische Regierung, die polnische Regierung und die französische Regierung betreffs der deutschen Stadt Danzig enge Fühlung hätten. In Ermangelung von Bestätigungen der englischen Sensationsmeldungen über die Lage in Danzig gab Chamberlain einen grundsätzlichen Ueberblick über die Ansichten der britischen Regierung. 11. Juli Dienstag verließen insgesamt 12 Bombengeschwader mit etwa 150 bis 200 Maschinen England, um in Langstreckenflügen über Frankreich, zum Teil bis Bodeaux, Orleans und Le Harve, vorzustoßen 12. Juli Nach der Durchführung des Fluges von zwölf englischen Bombengeschwadern über Frankreich rechnet man in London damit, daß in nächster Zeit weitere Massenflüge über andere Länder erfolgen sollen. In erster Linie ist ein Flug nach Polen vorgesehen, der über die Ostsee gehen soll. Prinzregent Paul in London London, 14. Juli. Wie Preß Association meldet, werden Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinzessin Olga in der nächsten Woche London einen informellen Besuch abstatten. Das Prinzenpaar wird voraussichtlich einige Tage in England bleiben. Es wird sich von dem Herzogpaar von Kent verabschieden, das im Herbst nach Australien reist, wo der Herzog das Amt eines Generalgouverneurs übernimmt. Prinzessin Olga ist bekanntlich die Schwester des Herzogs von Kent. „Squalus“ sank wieder Der erste Hebungsversuch mißlungen Portsmouth(Westhampshire), 14. Juli. Der nach langen, gefährlichen und mühevollen Vorarbeiten unternommene Versuch, das U=Boot „Squalus" zu heben, ist mißglückt. Zunächst gingen die Arbeiten erfolgversprechend vonstatten, die Pontons gaben dem Wrack solchen Auftrieb, daß der Bug des U=Bootes sogar für einen Augenblick aus den Fluten auftauchte. Da aber rissen erst zwei der achteren Pontons und dann auch die beiden vorderen los und die„Squalus“ sank wieder auf den Meeresgrund zurück. Wie aus Portsmouth gemeldet wird, setzte die Marine die Bergungsarbeiten fort. An den Arbeiten beteiligten sich 20 gerettete Mannschaftsmitglieder der„Squalus“, deren Boot bei dem plötzlichen Auftauchen des Bugs der beinahe gekentert wäre. Ebenso bei der Phéniz Paris, 14. Juli. Havas meldet aus Saigoon: Die Versuche, das kürzlich gesunkene französische Unterseeboot„Phénix" zu heben, sind gescheitert. Die Ketten, die von Tauchern um den Rumpf des gesunkenen U=Bootes gelegt worden waren, rissen wie Zwirnsfäden auseinander, als die Schleppdampfer sich in Bewegung setzten. Eagluns meentstert Polen Eine kostspielige Einkreisungsrechnung Londen, 14. Juli. Daily Telegraph meldet, daß die englisch=polnischen Finanzbesprechungen zum Abschluß gekommen seien und daß das Abkommen am Freitag unterzeichnet werde. Die französische Regierung werde zusammen mit der britischen Regierung Polen Garantien zur Unterstützung seiner Währung leisten, und zwar werde die britische Regierung fünf Millionen und die französische Regierung 3.5 Millionen Pfund zu einem Fonds beitragen, der die polnische Armee in einem mobilen Zustand halten könne.(!) Außerdem werde Großbritannien Polen einen Kredit bis zu acht Millionen Pfund für die Anschaffung von kriegswichtigen Rohstoffen gewähren. vom sanktioniert Erhöhung der Ausgaben auf 700 Mill. Pfund London, 14. Juli. Das Unterhaus hat die von Schatzkanzler Sir John Simon beantragte budgetmäßige Erhöhung der Rüstungsausgaben bewilligt. Die Beteiligung an der Debatte war in der Sitzung des Unterhauses auffallend gering. Die endgultige Abstimmung ergab dann 206 Stimmen für und 141 Stimmen gegen die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung der Rüstungsausgahen. Der ursprüngliche Voranschlag der Regierung für die Ausgaben der drei Wehrmachtsteile betrug in dem anfänglichen Staatshaushalt für 1939/40 eine Gesamtsumme von 580 Millionen Pfund. Schatzkanzler Sir John Simon machte jedoch bereits bei der Einbringung des neuen Staatshaushalts das Unterhaus darauf aufmerksam, daß aller Voraussicht nach der anfängliche Betrag von 580 Millionen auf 630 Mill. Pfund erhöht werden müßte. Nach dem im Unterhaus angenommenen neuen Rüstungskredit beträgt jetzt die Gesamtsumme der Ausgaben 730 Millionen Pfund. Der Gesamtstaatshaushalt Großbritanniens für 1939/40 erhöht sich damit auf 1429 Millionen Pfund. verbietet verschickung Chauvinismus nun auch gegen deutsche Kinber Kattowitz, 14. Juli. Nachdem in diesem Jahre der seit 15 Jahren ununterbrochen durchgeführte deutsch=polnische Kinderaustausch während der beiderseitigen Schulferien durch die dafür verantwortlichen polnischen Behörden untersagt worden war, ging der deutsche Wohlfahrtsausschuß in Ostoberschlesien daran, auf privatem Wege den gesundheitlich am schwersten gefährdeten Kindern deutscher Familien, deren Väter als Opfer der rücksichtslosen Entdeutschungsaktion in den Betrieben Ostoberschlesiens arbeitslos geworden waren, einige Wochen Aufenthalt in freier Natur zu beschaffen. Diese Bemühungen wurden von den polnischen Behörden auf jede Art"und Weise erschwert. So durften u. a. die deutschen Privatschulen die geplanten Ferienlager nicht abhalten, so daß nichts weiter übrig blieb, als mit verschiedenen deutschen Pensionen und Erholungsheimen unter großen finanziellen Opfern private Abmachungen über die Unterbringung der notleidenden deutschen Kinder zu treffen. Dem Starosten von Teschen ist es vorbehalten geblieben, auch hier Mittel und Wege zu finden, diese private Kinderverschickung des Deutschtums in Ostoberschlesien zu unterbinden. Durch Verfügung vom 12. Juli d. J. hat er die Fortführung der Kinderverschickungsaktion in den Beskidenort Dziengelau bei Teschen, wo 70 deutsche Kinder in einer Privatpension untergebracht waren, untersagt mit dem bereits anrüchigen Vorwand, daß die Räume der Pension den baupolizeilichen Erfordernissen nicht entsprächen. Die Kinder mußten die Pension sofort verlassen und in ihre ostoberschlesischen Heimatorte zurückkehren. Brutale Maßnahmen Erst auf die Straße gesetzt und jetzt verhungern lassen! Kattowitz, 14. Juli. Wie berichtet, hat die vor kurzem eingesetzte polnische Zwangsverwaltung der Hohenlohewerke in Ostoberschlesien mit einem Schlage fast sämtliche langjährigen deutschen Beamten, über 70 an der Zahl, entlassen. Nun geht die Zwangsverwaltung daran, auch den deutschen Pensionären des Unternehmens die Unterstützungen zu rauben. Auf Grund einer Anordnung des Zwangsverwalters wird die Weiterzahlung der sogenannten Gnadenpensionen mit sofortiger Wirkung eingestellt. Bei diesen Pensionen handelt es sich um Unterstützungen des Betriebes an verdiente Beamte, die der polnische Generaldirektor aus politischen Gründen entlassen hatte. Diese Gnadenpensionen sollten solange gezahlt werden, bis die Gemaßregelten in den Genuß der Renten aus der Landesversicherungsanstalt kamen. Von der brutalen Maßnahme des Zwangsverwalters werden etwa 100 Pensionäre betroffen, die nun ohne jeden Groschen Einkommen einer ungewissen Zukunft entgegensehen. K # Rueren Scne“ uug abb vur Se##ln Si P###) Amssuum, Cohrat S F R LE Se Bukamei9 de* ∆och gr Srtich ret. 48oen# oamasrus„ R A a 0 -ERUSRIE Ken ol-ihor Hosener g SAUDARABIEN K ##-Mer Zeichenerklärung: Der scheite. -Jntungen 50 100 D Wlomete Die Abtrennung des beterung gun Die Maorider Presse nimmt zu dem Vorgehen Frankreichs in Syrien wiederholt Stellung. Die Errichtung eines diktatorischen französischen Regimes in Syrien unmittelbar nach der Abtretung des Sandschaks von Alexandrette an die Türkei verrät, so heißt es u. a., mit voller Deutlichkeit die Machtlosigkeit und Einseitigkeit der französischen Politik im Nahen Osten. Die Lage in Syrien es Hatay=Gebietes(Sandschak von Alexandrette) von Syrien und seine Auslieserung un die zurkei hat den Widerstand der syrischen Bevölkerung ausgelöst. Die Auflösung des Parlaments und die Aufhebung der Verfassung haben das syrische Volk zu heller Empörung gebracht, vor allem auch die Abschaffung des Ministeriums für nationale Verteidigung und des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Der junge König des Jrak, Feisal, st in Damaskus eingetroffen— er soll als Thronprätendent Syriens in Frage kommen, ein Plan, gegen den König Ibn Saud von Arabien energisch protestiert. Das heute als Syrien bezeichnete, vom Völkerbund Mandat A genannte Gebiet umfaßt seit der Neuordnung von 1930 folgende vier ehemaligen türkischen Staaten: 1. Syrien(heute ohne Hatay=Gebiet); 2. Libanon, Aluitien oder Latakieh und Drusien. Der abgetretene Sandschak ist 5000 Quadratkilometer groß und zählt 228000 Einwohner.(Weltbild=Gliese— M.) Lonernunterschlagt ene Amwert Sr. Gerdorts nämlich bei seiner verpufften Angelegenheit nicht um die Aktion eines„um das Schicksal Europas besorgten Privatmannes“ handelt, sondern daß jene Kreise dem Briefschreiber Pate standen, denen durch Dr. Goebbels schonungslos die Maske vom Gesicht gerissen wurde. Munitionsminister Burgin London, 14. Juli. Amtlich wird mitgeteilt. daß der König der Ernennung des bisherigen Transportministers Burgin zum Munitionsminister seine Zustimmung erteilt hat. Oberst Llewelli, bisher Zivillord der Admiralität, wird parlamentarischer Unterstaatssekretär des Munitionsministeriums. Kapitän Hudson wird Zivillord der Admiralität und an seiner Stelle übernimmt R. H. Bernays den Posten des parlamentarischen Unterstaatssekretärs im Transportministerium. Bernays war bisher parlamentarischer Unterstaatsseketär im Gesundheitsministerium. Diesen Posten wird Miß Horsbrugh übernehmen London, 14. Juli. Die ebenso klare wie eindeutige Antwort, die Reichsminister Dr. Goebbels dem britischen Propagandaapostel KingHall und seinen Hintermännern erteilte, hat in London das größte Aufsehen erregt. In echt demokratischer„Gesinnungsfreiheit" hüten sich die Zeitungen jedoch, ihren Lesern diese vernichtende Abfuhr der King=Hall=Aktion zu unterbreiten. Die Blätter registrieren lediglich kurz die Tatsache, daß der Brief KingHalls von prominenter Seite beantwortet worden sei oder beschränken sich auf die Wiedergabe kurzer, aus dem Zusammenhang gerissener Auszüge. „Daily Telegraph“ macht wieder einmal den Wunsch zum Vater des Gedankens und glaubt, in nicht mehr zu überbietendem Zynismus feststellen zu können, daß die heftige Antwort— die das Blatt aber wohlweislich seinen Lesern verschweigt— ein Beweis dafür sei, daß das nationalsozialistische Deutschland die Wirkung der britischen Propaganda verspüre. Das Blatt gibt damit unfreiwillig das zu, was Herr King=Hall jetzt so eifrig nach der Antwort Dr. Goebbels' abstreitet, daß es sich Bauernfängerei Wir müssen zugeben, daß der kindische Versuch jenes dummdreisten Engländers namens King=Hall, uns Deutsche auf das politische Glatteis zu locken, seit gestern im Mittelpunkt der politischen Erörterung steht. Allerdings i die Wirkung jenes Briefes an den„lieben deutschen Leser" diametral dem entgegengesetzt, was sich der in die Fußstapfen des berüchtigten Herrn Northeliffe tretende Stephen KingHall und seine Hintermänner der amtlichen britischen Politik wohl vorgestellt haben. Diese Herren begehen die durch die britische Arroganz verständliche Dummheit, das Deutschland Adolf Hitlers mit dem Wilhelms II. zu verwechseln. Dabei übersehen die „Politiker“ vom Schlage des Herrn Eden, Churchill, Duff Cooper, daß sich die Geschichte selten wiederholt, wenn wir den Herren auch zugute halten wollen, daß eine solche Wiederholung ihren geheimsten Wünschen entspräche. Seit 1918 ist viel Wasser den Rhein hinunter geflossen und das deutsche Volk hat Zeiten erlebt, die wir gerne aus unserem Gedächtnis reißen wollten. Gerade weil das nicht möglich ist— Versailles, Dawesplan und Rhein=RuhrBesetzung, um nur an einige Punkte aus dieser Zeit tiefster völkischer Not zu erinnern—. haben wir Deutsche des Jahres 1939 nur ein geringschätziges Lächeln für eine derartige politische Bauernfängerei. Gerade der Nationalsozialismus hat aus der Kampfzeit die Erfahrung gewonnen, daß all diese kindischen Versuche unserer Gegner, mit Nachrichten, denen die Lüge an die Stirn geschrieben ist, einen Keil zwischen Führung und Kampfgemeinschaft zu treiben, zum Scheitern verdammt sind eben deshalb, weil diese Kampfgemeinschaft in Jahren härtesten Widerstandes zu einem granitenen Block wurde. In dieser Zeit hat die Bewegung des Führers auf dem Gebiete der Propaganda gezeigt, daß sie hier unbestrittene Meisterin ist. Hier — wie auf jedem anderen Gebiet— hat der Nationalsozialismus nach der Machtübernahme eine so gründliche Arbeit geleistet, daß wir es uns heute leisten können, die Machenschaften des Foreign Office und seiner bezahlten Handlanger zur Kenntnis zu nehmen und sie mit einem schadenfrohen Schmunzeln abzutun. Wir wundern uns nur, daß die Londoner Propagandazentrale so weltfremd ist und für derartige Mätzchen Geld ausgibt. Die erhoffte Wirkung wird darin bestehen, daß die deutschen Frontsoldaten sich jener schwarz=rot=gold umrandeten Flugblätter erinnern, die feindliche Flieger im Weltkrieg über der deutschen Front abwarfen und die, wenn auch vergeblich, in den Schützengräben das versuchten, was der Dolchstoßpolitik des vaterlandslosen Marxismus im Hinterland nur zu leicht gelang. Jeder, der das Deutschland seit 1933 auch nur etwas kennt, wird nicht bestreiten— die politischen Erfolge der letzten Jahre sprechen eine unmißverständliche Sprache—, daß uns derartige„Liebesbriefe über den Kanal" völlig kalt lassen. Die Worte, die Dr. Goebbels in seiner„Antwort an England“ diesen Herren, die in dem Wahn leben, mit solchen Pamphleten bei uns Eindruck schinden zu können, mitgegeben hat, sind nicht von schlechten Eltern Tag der deutschen Kunst 1939 Weibevoller Auftakt im Deutschen Museum (Fortsetzung von Seite 1.) Wir haben vor drei Jahren hier in München damit begonnen, die Kunst aus der erstikkenden Lage intellektualistischer Abgeschlossenheit in die weite, lichte Sphäre lebendiger Volksverbundenheit zu erheben. Wir haben uns frei gemacht von der Diktatur des jüdischen Kunstschwindels, der die Kunst zur Sklavin der Unfähigkeit und jüdischen Händlergesinnung erniedrigt hat. Wir haben die Gemeinschaft zum neuen Bezugssystem unserer ästhetischen Werte erhoben. Wir haben an der Kunst wieder das Schöne und Erhabene aus der Empfindungswelt unseres Volkes erkannt. Wir haben erkannt, daß der Weg zu wahrer Kunst nur über das Einfühlen in das tiefste Wesen unseres Volkstums führt, dessen strahlendster, schönster und edelster Ausdruck sie ist. Wir haben die Kunst wieder zur Quelle, aus der sie schöpft, zum Volke wieder zurückgeführt. Wir haben dem Volke wieder weit die Tore der Kunst geöffnet. Das Volk strömt heute wieder in die Ausstellungshallen unserer bildenden Künstler und zu den herrlichen Werken ihrer Architektur und Plastik, und die Künstler haben sich wieder aufgerichtet an dieser beglückenden Anteilnahme des Volkes, desen Seele aus ihren Werken zu uns spricht. Und mit dem Wachsen der künstlerischen Leistungen werden sich auch die Beziehungen von Kunst und Presse immer fruchtbarer gestalten. Anarchie in der Kunst bedeutet auch Anarchie in der Kunstbetrachtung. Je mehr aber heute die deutsche Kunst vorwärts kommt und zu ihrem Volke findet, desto mehr wird in uns das Gefühl der inneren Verpflichtung gegenüber dieser Kunst lebendig, besto meh wird der deutsche Kunstbetrachter ein Werte und Würdiger, ein Vermittler dieser Kun sein und ihr zu höchster Entfaltung verhelfen Alfieri in München Begrüßung durch Reichsminister Dr. Goebbels München, 14. Juli. Der italienische Minister für Volkskultur, Dino Alfieri, traf Freitagvormittag in München ein, um als Gast des Reichsministers für Vollsaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels an den großen Veranstaltungen anläßlich des Tages der deutschen Kunst teilzunehmen. Reichsminister Dr. Goebbels, in dessen Begleitung sich u. a. Staatssekretär Hanke und Ministerialdirektor Gutterer befinden, hieß Minister Alfieri bei seiner Ankunft auf dem festlich geschmückten Münchener Hauptbahnhof auf das herzlichste willkommen. Sonnabend, den 15. Juli 1939 „Schwerter Zeitung“ Nr. 163(Zweites Blatt) JUET SONNABEND Zum Geleit: Man will sich den Genuß erkaufen, wär's auch mit einem Tropfen Schweißes nur. Heinrich von Kleist. Gedenktage: 1918 Deutsche Angriffsschlacht an der Marne. Modernste Sport= u. Erholungsstätte vollendet Badeanstalt Ergste 8p Tage vor der Eröffnung- 19 Morgen Bassins, Liegewiesen, Sportplätze, Schießstand und Waldlager Die Reisenden der Züge nach Iserlohn pfleg=] ganzen Anlage den Stempel auf. Es wird unschon seit längerer Zeit####r; hinter der Sta= i möglich, daß des Wasser verschmutzt. Aus einem Wetter: Gewittrig. Am Freitag traten in West= und Mitteldeutschland mehrfach Gewitter auf. Die Temperaturen stiegen fast überall über 25 Grad an. Die Unbeständigkeit der augenblicklichen Wetterlage wird in den nächsten Tagen noch zunehmen. Vorhersage für Sonnabend, den 15. Juli: Wechselnd wolkig und stellenweise gewittrige Regenschauer, leichte Abkühlung. Aussichten für Sonntag, den 16. Juli: Bewölkt, vereinzelt etwas Regen, mäßig warm. Pre Tageschronik —. Die Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront im Schwerter Rathaus wird durch Unterstützungsanträge während der ganzen Woche überlastet. Es besteht Anlaß, darauf hinzuweisen, daß solche Anträge nur Montags in der Zeit zwischen 15 und 18 Uhr vorgebracht werden sollen. —. Von dem Telefonhäuschen in der Brückstraße wurden in der letzten Zeit andere Fernsprechteilnehmer belästigt, indem sie unnötige Anrufe erhielten. Nunmehr wurden zwei junge Mädchen auf frischer Tat ermittelt, die als die Unfugtreiber festgestellt wurden. Eine gebührende Strafe wird folgen. Gestern in den Abendstunden sprach im Stadtgebiet ein junger Mann bei verschiedenen gutgestellten Bürgern vor und bat um Barmittel, um angeblich nach Osnabrück zu seiner dort niedergekommenen Frau fahren zu können. Der Mann nannte sich Reinecke. Wer ist geschädigt worden? Wer kann Angaben machen? Es handelt sich um einen reisenden Betrüger. Angaben, die auch vertraulich behandelt werden, nimmt die Kriminalpolizei, Rathaus, Zimmer 9, entgegen. —: Auf der hiesigen Ziegelei betrog ein auswärtiges Gefolgschaftsmitglied einen Arbeitskameraden insofern, daß er sich von diesem 6.Reichsmark lieh mit dem Bemerken, daß er sich dringend etwaus kaufen müsse. Der Kauf bestand aber in Alkohol; denn das geliehene Geld vertrank er in Gemeinschaft eines anderen Kameraden. Er verließ dann heimlich seine Arbeitsstätte und es muß angenommen werden, daß er von vornherein in betrügerischer Absicht gehandelt hat. Es handelt sich um einen vorbestraften Menschen. Die Anzeige ist erstatet. Ueber 2100 neue RSB.-Mitglieder. Im Monat Mai ist ein Zugang von 2161 RSV.=Mitgliedern zu verzeichnen. Der Mitgliederstand im Gau Westfalen=Süd beträgt nunmehr weit über 385 000. 14,77 Prozent der Einwohner Südwestfalens sind Mitglieder der RSV. Hinsichtlich der Mitgliederzahl hat der Kreis Altena=Lüdenscheid den Kreis Olpe, der bisher die Spitze hielt, überflügelt. Im Kreise AltenaLüdenscheid sind 17,86 Prozent der Bevölkerung Mitglieder der RSV., im Kreis Olpe 17,85 Prozent. An dritter steht der Kreis Arnsberg mit 17,49 Prozent. Aus der Bewegung Am kommenden Sonntag, den 16. d. M., tritt die Gefolgschaft 2/136 der HJ. um 9,30 Uhr am Langemarckheim an. Wegen der Wichtigkeit dieses Appells kommen Entschuldigungen nicht in Bue. RSDAP., Ortsgruppe Schwerte=Mitte. Am Montag, dem 17. Juli 1939 um 20 Uhr findet im Lokale E. Brieke, Ostenstraße, eine wichtige Besprechung sämtlicher Politischen Leiter der RSDAP., Ortsgruppe Schwerte=Mitte, statt. RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Westhofen. Die Beerdigung unserer früheren Leiterin, Parteigenossin Frau Marie=Luise Schröder, findet am Sonnabend, 15. Juli, vom Krematorium Dortmund aus statt. Gemeinsame Abfahrt der Mitglieder mit dem Zuge 13,05 Uhr, ab Schwerte VBeiterfahrt 13.25 Uhr mit der Straßenbahn. ten schon geit kangerer Zeit kurz hilter der Station Ergste aus dem Fenster zu sehen und einander auf den an den Hängen des Elsebachtales entstehenden Bau der neuen. Badeanstalt aufmerksam zu machen. Auf einem Gelände von 19 Morgen Ausdehnung buddelten und gruben die Männer des Arbeitslagers Ergste, planierten, schachteten die Beckenanlagen und Drainagegräben aus, betonierten und plattierten, legten Fundamente und regulierten den Lauf des Elsebaches auf einer langen Strecke bergaufwärts. Im Hintergrund sah man sie am Ergster Tannenwäldchen große Erdbewegungen vornehmen zur Anlage eines Schießstandes im Schatten der Waldbäume. Holzbauten kommen Montag Nun ist es so weit. Mit besonderem Eifer und Hochdruck sind die letzten Arbeiten vonstatten gegangen. Am Montag werden von Barmen die Kubinen und Umkleideräume und sonstigen Holzbauten eintreffen, die noch am gleichen Tage auf ihren Betonfundamenten aufgeschlagen werden. In Wochenfrist soll die neue Badeanstalt ihre Pforten den ersten Gästen öffnen und ein lustiges Badeleben inmitten der Waldberge und Wiesen, in Licht, Luft und Sonne beginnen. Wir fahren mit dem Omnibus nach Ergste und steigen an der Haltestelle Bahnunterführung aus. Der Weg führt links seitwärts von der Hauptstraße ab, am Bahnhof Ergste vorbei und 400 Meter hinter der Station liegt die ganze großzügige und weiträumige Anlage vor uns im Sonnenschein. Sattgrüne Wiesenmatten breiten sich im Elsebachtal vor unseren Blicken und steigen auf beiden Seiten zu schattigen Wäldern an. Ein Parkplatz zu Eingang der Anlage und frisch asphaltierte Sträßen deuten darauf hin, daß man schon mit einem größeren Zustrom aus der Umgebung rechnet und für jeden Fall gewappnet ist. Fortschrittsgeist schuf die Planung Lange Zeit schon krankte trotz der Nähe der flachen und steinigen Ruhr die Villigster, Ergster und auch die Schwerter Jugend daran, daß ihr keine wirklich großzügige und moderne Badeanlage zur Verfügung stand. Weite Entfernungen nach Wellinghofen, Holzwickede usw. waren zurückzulegen, bis man Erfrischung in den Fluten einer größeren Bade=Anlage finden konnte. Statistische Erhebungen an den Schulen und in letzter Zeit auch unter den Arbeitsmännern enthüllten den beschämend großen Umfang des Nichtschwimmertums im Reiche der Ruhrsiedlungen unserer engeren Heimat. Der Plan zur Schaffung einer wirklich allen Anforderungen genügenden Anlage entstand und wurde Mitte des vorigen Jahres in Angriff genommen. Man kann jetzt am Ziel dieses Schaffens den Initiatoren und Helfern nur dankbar sein, daß sie unsere Heimat um einen idealen Sport= und Erholungsplatz bereichert haben, den die Gemeinden Ergste und Villigst in freundnachbarschaftlicher Zusammenarbeit schufen. Oeffentliche und private Helfer standen den Männern zur Seite, die keine Mühe scheuten, die oft großen Schwierigkeiten zu überwinden, die sich ihnen in einer Zeit der Materialknappheit und des Mangels an Arbeitskräften in den Weg stellten. Plattenwege-Bassins- Liegewiesen Sportplätze-Schießstand Ueber einen frischasphaltierten Weg gehen wir von der Bahnhofstraße ab, kommen nach wenigen Schritten durch ein idyllisches Wäldchen und stehen vor dem Eingang der Anlage auf Villigster Boden. Halb Villigst, halb Ergster Gebiet, erstreckt sich das Badegelände mit Bassins, Liegewiesen, Sportplatz, 100=Meter=Laufbahn und Schießstand zu beiden Seiten des Elsebaches. Dieses Grundstück gehörte ehemals zu dem Besitz des Juden Baum, der zu einem Teil für die Zwecke der Badeanstalt erworben wurde. Vom Eingang führt ein drei Meter breiter Plattenweg zwischen den 40 Damen= und Herrenkabinen, den Erfrischungsräumen und der Kasse hindurch zum Hauptbassin. 50X20 m groß erstreckt sich das Becken im Mittelpunkt der 15 Morgen Liegewiesen, von den Wäldern auf beiden Seiten gegrüßt. Auch das Bassin ist von einem Plattenweg eingefaßt und darüber hinaus noch von einer Fußwaschrinne umgeben. Hygiene und absolute Sauberkeit drücken der möglich, baß das Wasser berschmagt. Aus einem bachaufwärts gelegenen Stau= und Vorwärmebecken strömt das Wasser unablässig in das Bassin, bis es„gestrichen“ voll ist. Das nun über die Ränder fließende Wasser wird von der Fußwaschrinne aufgefangen und in stetem Flusse des Mühlenteich zugeleitet. Ein weiteres kleineres Bassin von etwa 12X12 Metern Ausdehnung steht den Kleinen als Planschbecken zur Verfügung, ebenfalls von Plattenwegen eingefaßt und tief genug, daß ein Erwachsener darin schwimmen kann. Ein 3=Meterbrett und zwei Meterbretter am Hauptbassin stehen den Springern zur Verfügung. Jenseits des Hauptbassins, nun schon auf Ergster Boden, führt die Plattenstraße weiter durch den Wiesengrund über den Elsebach zu einem Rasen=Sportplatz und einer davon getrennten 100=m=Laufbahn. Sanft ansteigende Böschung bietet einer großen Zuschauermenge einen von der Natur geschaffenen Tribünenplatz für größere Sportveranstaltungen. Links davon zieht sich der Schießstand bis in den Schatten des Tannenwäldchen hinein. Für ganztägigen Aufenthalt eingerichtet Hier also wird das Reich der Jugend, der Schwimmer, Sportler und Erholungssuchenden in der würzigen Waldluft und unter dem Blau des Himmels sein. An alles ist gedacht: auch die Wälder zu beiden Seiten sind für Picknick= und Lagerplätze an heißen Tagen vorbereitet worden. Auf der Villigster Seite wird man im Waldschatten sich die Genüsse der Erfrischungsräume zu Gemüte ziehen können. Der Kantinenbetrieb wird von dem Schwerter Althoff bewirtschaftet und es ist dafür gesorgt, daß Verpflegung auch für ganze Tagesaufenthalte zur Verfügung steht. Besondere Umkleideräume für die Schulen liegen auf dieser Seite der Anlage und es ist für eine vorbildliche Abwässer= und Kläranlage gesorgt. An windigen Tagen ist man gegen Westwind auf der Ergster, gegen Ost= und Nordwind auf der Villigster Seite geschützt. Eine vorbildliche und großzügige Anlage ist entstanden, die wohl das Modernste darstellt, was weit und breit an Bade= und Sportanlagen im Ruhrtal existiert. Ihr Ruf wird bald über unsere engere Heimat hinausdringen. Wir dürfen stolz darauf sein Dr. E. Peute größer Lag der Briestaubenzachter Zum Abschluß der großen Reisesaison haben die Brieftaubenzüchter heute(Sonnabend) ihren Preisflug ab Schneidemühl, den früheren sogenannten Nationalflug. Die Brieftauben müssen bis zum Erreichen ihres Heimatschlages Strecken bis zu 680 km Luftlinie zurücklegen. Da fast ½3 der gesamten 680 km über waldreiches Gebiet, also für die Tauben gefahrenreiches Gebiet, führt, ist die Zurücklegung dieser Strecke für eine Taube ganz bedeutend. In früheren Jahren war dieser Flug immer das größte Ereignis eines jeden Züchters, kämpften doch die Tauben aus dem gesamten Industriegebiet gemeinsam um die Preise. In den letzten beiden Jahren führten nur je 1 bis 2 Kreise diesen Flug gemeinsam durch, da keine Reisevereinigung in der Lage war, die umfangreichen Arbeiten die durch die Leitung bzw. Geschäftsführung eines solchen Fluges entstehen, pünktlich und reibungslos und dazu noch in kürzester Frist zu erledigen. In diesem Jahre ist es nun den einzelnen Kreisvorsitzenden gelungen, den Kreis 4(Unna, Lünen, Kamen, Bönen, Werne usw.), den Kreis 6(Großdortmund) und den Kreis 7(Aplerbeck, Schüren, Berghofen Schwerte(Ruhr), Sommerberg, Ergste, Westhofen usw.) für einen gemeinsamen Flug zusammenzubringen. 380 Vereine mit mehreren Hundert Züchtern werden sich an diesem Fluge beteiligen. Der Reisevereinigung Schwerte(Ruhr) und Umgegend ist die gesamte Geschäftsführung über diesen Flug übertragen worden. Wir hoffen, daß sich die Reisevereinigung Schwerte ihrer großen Aufgabe bewußt ist und diesen Riesenflug zur Zufriedenheit aller Beteiligten abwickelt. Es hat Jahre gegeben, wo von den des Sonnabendvormittags in Schneidemühl aufgelassenen Tauben des Sonnabends gegen Abend bereits ¼ ihre Heimatschläge erreicht hatten und die zu vergebenden Preise somit vergriffen waren. Aber es gab auch Jahre, wo wegen der schlechten Witterung des Montags noch nicht ½ der Tauben zurückgekehrt waren. Hoffen wir, daß das Wetter sich heute nicht verschlechtert und die Züchter ihre Kanonen noch gegen Abend auf ihren Schlägen begrüßen können. Was heute an Taubenmaterial unterwegs ist, ist wirklich das Beste eines jeden Züchters. Seit Mai finden Sonntag für Sontag Preisflüge statt und sind die Tauben sehr gesiebt worden. Heute haben die Matadoren das Wort. Wir hoffen, daß die 157 Tauben der Schwerter Reisevereinigung ihre Heimatstadt gut vertreten. Als die Pest in Schwerte wütete An der Südseite der St. Viktorkirche in Schwerte stand ein Grabstein in Säulenform, der mit einer Rose und dem Spruchband„So war sie“ versehen ist. Durch seine Inschrift verriet er, daß er für die Frau des Hofrates Bährens, geborene Weiland und deren zwei Töchter gefertigt war. Die ältere Tochter starb unverehelicht, während die zweite mit 17 Jahren die 3. Frau des Steuereinnehmers Doerth wurde. Schon mit 20 Jahren starb diese junge Frau und wenige Tage später ihr eben geborenes Kind. Es wurde nun damit gerechnet, daß unter dem Grabmahl die Gebeine der vorgenannten zu finden seien. Es stellte sich aber gar bald heraus, daß dieser Stein nicht an seinem ursprünglichen Ort stand, denn unmittelbar darunter fand sich eine größere Grabplatte von 1620. Diese Grabplatte ist ganz hervorragend gearbeitet. Leider aber haben unvernünftige Hände dieselbe beschädigt. Bei der Anlage einer Entwässerung hat man einen Teil der Schrift abgeschlagen. Die Hausmarke, in der Form eines sächsischen Hausdaches— sonst herrscht in Schwerte die Wolfsangel vor— ist sehr gut erhalten. Die Inschrift gestattete den Stein zu bestimmen. Wir lesen, daß am 22. September 1620, nach einer plötzlichen Krankheit, der Pest, der Pfarrer Doktor Georg Kramer fromm entschlief. Eine besondere Würdigung lautet folgendermaßen: Groß ist die Frömmigkeit und Redlichkeit des Doktor Kramer gewesen, dessen sterbliche Gebeine in diesem Grabe sanft ruhen mögen, den die ganze Vaterstadt mit Schmerz betrauert. Das Schwerter Kirchenbuch berichtet aus dem Jahre 1620 von einer Pest, die es den Pfarrern nicht mehr ermöglichte, alle Eintragungen zu machen. Von Anfang des Jahres bis September starben allein 351 Menschen. Ganze Fami: lien wurden ausgerottet. Von der Familie Böckmüller, deren Besitzungen zwischen Hüsing=, Klepping=, Nordwall und Kampstraße lagen, starben an einem Tage 5 Personen. Wenn man bedenkt, daß Schwerte zu dieser Zeit keine Bürger hatte, so ist das gewiß sehr viel. Bis zum Jahre 1621, also in nicht ganz zwei Jahren, waren über 900 Personen an dieser entsetzlichen Seuche elend gestorben. Trotzdem aber drang das Kriegsvolk, in dieser Zeit des 30jährigen Krieges, in die Stadt. Ein Leineweber aus Schwerte, namens Schöttler, hat uns Aufzeichnungen darüber in seinem Schreibheft hinterlassen. Auch die Pest erwähnt er: De jahr ist gewesen de peste da von vil menschen sind gestorben und ich habe si am arme gehabt und sie wieder verwunnen und drey schwestern sindt vor mir geweßen de sind dar an gestorben. Es ist begreiflich, daß in den Jahren 1620 bis 1621 keine Eintragungen mehr in dem Kirchenbuch gemacht werden konnten. Beide Pfarrer hatte die Pest dahingerafft und sonst war kaum einer des Schreibens kundig. Aus den Nachbarstädten dürfte sich auch niemand in die verelendete Stadt mit dem schwarzen Tod gewagt haben. Diese Leiden können wir heute kaum mehr begreifen, wenn uns auch folgender Vergleich die Höhe der Opfer vor Augen führt: 1914 hatte Schwerte rund 15 000 Einwohner. Davon sind 420 auf dem Felde der Ehre geblieben. 1620 hatte Schwerte etwa 1800 Einwohner. Davon starben in nicht ganz zwei Jahren rund 900 an der Pest. Auch Anfang des 18. Jahrhunderts hatte sich Schwerte von den Kriegs= und Pestzeiten noch nicht wieder erholt und noch keine 1000 Einwohner wieder in seinen Mauern. Sp. T K „ Die Moral der Freiwilligen Von SA.-Sturmhauptführer Kurt Mahmann Die moralische Kraft und die seelische Stärke eines Volkes sind abhängig von dem Idealismus, den dieses Volk in seiner Gesamtheit aufzubringen vermag, und ist also abhängig von der Menge der Idealisten, jener Männer, die freiwillig ohne Rücksicht auf ihr eigenes Ich und ihr persönliches Schicksal, den höheren Aufgaben und Pflichten der Nation in schweren Zeiten zu dienen bereit sind. Wenn man das„Wunder“ des deutschen Wiederaufstiegs in der nationalsozialistischen Revolution zu deuten sich bemüht, so ist hier die letztliche und endgültige Erklärung da, daß schließlich im Volke der Idealismus doch stärker war als Ichsucht, Eigennutz als der ganze— nicht zuletzt moralische— Verfall im Volke. Und dieses ist das geschichtliche unabdingbare Verdienst der„alten Marschierer", jener unbekannten SA.=Männer der Kampfzeit, daß sie, aufgerufen vom Worte des Führers, freiwillig im idealistischen Einsatz gegen alle Verlockungen und gegen alle Drohungen und Verfolgungen der Zeit antraten zum Kampfe für Deutschland und daß ihr Idealismus schließlich die Herzen des ganzen Volkes entzündete! Idealismus ist das Ethos der Freiwilligen, jener„ewigen Freiwilligen der Nation“, die immer da sind, namenlos und unbekannt und zu jedem Opfer und Einsatz bereit, wenn es in letzter Entscheidung um Volk und Reich geht! Wie die faschistische so ist auch die nationalso zialistische Revolution ein Sieg des Idealismus, und die beiden Revolutionen wurden getragen von der unermeßlichen Hingabe ihrer Freiwilligen, die— getreu der Moral der Freiwilligen— nichts für sich selber, aber alles für ihr Volk wollten! Auf wunderbare und gültige Weise hat auch kürzlich der Duce in seiner Rede anläßlich des 20. Jahrestages der Gründung der faschistischen Kampfbünde dieser ewigen Moral der Freiwilligen Form und Ausdruck gegeben, indem er vier Fragen an die angetretenen Schwarzhemden richtete. Die erste Frage lautete:„Wollt Ihr Ehre?“ „Nein“ hallte es im Chor zurück. Die zweite Frage lautete:„Wollt Ihr Belohnungen?“ „Nein!“ Und die dritte Frage:„Wollt Ihr ein bequemes Leben?“ „Nein!" Und die vierte Frage:„Gibt es für Euch ein Unmöglich?" Und als das jubelnde„Nein!" auf diese Frage verklungen war, richtete der Duce eine weitere Frage an seine Schwarzhemden:„Welches sind Eure Losungsworte?" „Glauben! Gehorchen! Kämpfen!" „Gut so, Kameraden!“, schloß der Duce.„In diesen drei Worten war und ist und wird immerdar sein das Geheimnis jeglichen Sieges!“ Auf schlechthin gültige und ergreifende Weise st in dieser Wechselrede zwischen Duce und Schwarzhemden das zeitlose Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft dargestellt und hat die ewige Moral der Freiwilligen erhabenen Ausdruck gefunden! Der ethische Gehalt dieses Appells gilt ebensosehr für die nationalsozialistischen Sturmabteilungen, wie er für die faschistion Kampfbünde gilt: keine Sonderehre, keine Kohnungen, kein bequemes Leben und aus die#r Haltung heraus auch kein Unmöglich! Das ist die Moral der Freiwilligen! Es gehört unabdingbar zum Wesen dieser Moral, daß sie Sonderehre, Belohnungen und bequemes Leben — und also alle bürgerlichen Sicherungen— bewußt ablehnt. Ja, dieser bewußte Verzicht bedeutet die Voraussetzung dieser Moral und der sich aus ihr ergebenden menschlichen Haltung! Denn es kann einen Idealismus geben, der schon nach der Belohnung schielt und sich also kaufen läßt? Wäre das denn überhaupt noch Idealismus? Nein, dieser Idealismus, dieser Einsatz der Freiwilligen, kann gar nicht im persönlichen Sinne belohnt werden, denn er trägt ja seine Belohnung in sich selber: die erfüllte Pflicht ist zugleich der Lohn! Wie oft ist es— wenn wir in die Kampfzeit der Sturmabteilungen zurückschauen— so gewesen, daß wir solche, die neu zu uns kommen wollten, gewarnt haben, daß wir ihnen gesagt haben: zu holen ist bei uns gar nichts, aber auch gar nichts, das müßt ihr genau wissen! Wir versprechen euch auch gar nicht als dies eine, das wir euch allerdings sehr fest versprechen: Opfer und nochmals Opfer und Kampf und nochmals Kampf! Und so kam es, daß die Sturmabteilungen zum Stoßtrupp eines neuen Deutschland wurden und daß dieser Stoßtrupp, wie klein er auch zahlenmäßig war, die nationalsozialistische Revolution gewinnen konnte! Die Moral der Freiwilligen ist es, dieser Idealismus jenseits von Belohnungen und persönlicher Ehre, mit denen der Führer Deutschland erobert hat! Und nach jenem Gesetze, daß etwas Geschaffenes immer nur durch dieselben Kräfte erhalten wird, die es einstmals geschaffen haben, wird die Kraft und Stärke des neuen Reiches aus dieser Moral der Freiwilligen, aus diesem Idealismus, gespeist und immer wieder ergänzt und erneuert! Idealismus ist die Forderung unserer Zeit, die Moral der Freiwilligen das Gesetz ihres Noch vier Wochen trennen das westfälische Jungvolk von seiner großen Ostmarkfahrt, an der 3500 Jungvolkführer aus den westfälischen Jungbannen teilnehmen sollen. Wie alle Fahrten der HJ., so hat auch diese Fahrt des Deutschen Jungvolks eine besondere Aufgabe, sie soll nämlich die Führermannschaft der westfälischen HJ. auf die Aufgaben vorbereiten, die ihr in den nächsten Jahren gestellt werden. Der Beauftragte des Deutschen Jungvolks im Gebiet Westfalen geht bei der Planung der Fahrt davon aus, daß alle diejenigen Jungenschafts= oder Jungzugführer, die in diesem Jahr als Fahrtteilnehmer mit in die Ostmark fahren, im nächsten Jahre auch in der Lage sein müssen, selbst eine kleinere Fahrtengruppe zu führen. Natürlich erfordert die Durchführung einer solchen Einsatzfahrt noch ganz besonders, daß die Mannschaft, die an ihr teilnimmt, vorbildlich ausgebildet und geschult sein muß. Die Fahrt in die Ostmark, die für jeden der 3 500 Teilnehmer zu einem Erlebnis werden soll, ist nicht nur eine schöne Abwechslung und Ausspannung für die Jungvolkführer, sondern sie wird zugleich als eine politische Aufgabe betrachtet. Dadurch, daß sämtliche Fahrtteilnehmer eine Woche lang bei Erfolges! Und das deutsche Schicksal wird sich wunderbar erfüllen, für Jahrhunderte und aber Jahrhunderte, wenn wir diesem Gesetz— nach dem schon die Sturmabteilungen der Kampfzeit angetreten sind— allezeit treu bleiben und alle nichts weiter sein wollen als: Freiwillige der Nation! * Ein neuer Lehrgang auf der Reichsschulungsburg Erwitte. Auf der Reichsschulungsburg Erwitte hat ein neuer Lehrgang begonnen, an dem fünf Parteigenossen aus dem Gau Westfalen=Süd teilnehmen. Der Lehrgang dauert drei Wochen. SA.=Kameradschaft. Ein Siegener SA.=Mann wollte die Ausschachtungsarbeiten an seinem Baugrundstück in der Winchenbachsiedlung selbst vornehmen. Da die Arbeit neben der beruflichen Tätigkeit zu leisten war, mußte sie dem Siedler schwer fallen. Zur Freude des SA.=Mannes fanden sich bald SA.= Kameraden ein, um das Werk mit vereinten Kräften zu Ende zu führen. Ein Trupp kam nach beendigtem Schießdienst geschlossen heran. In froher SA.=Kameradschaft wurde dann Gemeinschaftsarbeit geleistet. Arbeitstagung des B9M.=Werkes„Glaube und Schönheit“. Die Beauftragte für das BDM.=Werk„Glaube und Schönheit" im Obergau Westfalen, Untergauführerin Hilde Schulze, hatte in Dortmund eine Arbeitstagung einberufen. Zu dieser Tagung waren alle Fachkräfte, die Leiter und Leiterinnen der Arbeitsgemeinschaften sind, alle Kreisjugendreferentinnen der DAF., die Kreiswartinnen des Reichsnährstandes und die Beauftragten für das BDM.=Werk in den südwestfälischen Untergauen zusammengekommen, um einen Ueberblick über die gesamte Arbeit zu bekommen. Anschließend wurden dann Richtlinien für das kommende Sommerhalbjahr ausgearbeitet, die dann in den einzelnen Arbeitsgemeinschaften durchgeführt werden sollen. Bauern der Ostmark als Erntehelfer eingesetzt werden, soll ein inniges Verhältnis zu den Bewohnern dieses alten deutschen Landes gefunden werden. Selbstverständlich ist es nicht einfach, unsere Jungen, die doch zumeist aus den Fabriken, von den Büros oder aus den Schulen kommen, so vorzubereiten, daß sie bei der Ernte in der Ostmark als wirkliche Fachleute auftreten können. Das soll ja auch nicht mit diesem Ernteeinsatz bezweckt werden, sie sollen aber ihre Arbeitskraft so einsetzen, wie sie es vermögen. Neben dieser praktischen Hilfe soll die Verbindung zu den Bewohnern der Ostmark in Dorfgemeinschaftsabenden gefunden werden. Aus diesem Grunde muß das Liedgut der teilnehmenden Einheiten vergrößert werden. Auch die Fanfarenzüge, die die einzelnen Fahrtenfähnlein begleiten, üben bereits seit einiger Zeit für ihre Großfahrt. Neben diesen Vorbereitungen muß das Deutsche Jungvolk natürlich besonders auf das äußere Auftreten der Fahrtenfähnlein sehen. Eine einheitliche Uniform ist die Voraussetzung für ein entsprechendes wirkungsvolles Auftreten. Im Vordergrund der Dienstgestaltung stehen seit einiger Zeit Ordnungsübungen der Fahrtenmannschaften, die ja notwendig sind, da die Teilnehmer aus sämtlichen Fähnlein eines Jungbannes zusammengezogen werden und daher nicht immer einheitlich ausgebildet waren. Ein besonderes Wort sprechen selbstverständlich hier auch die Aerzte der HI. mit, die wäh rend der Schulungen über Körper= und Fußpflege sprechen und somit den Jungen das beibringen, was jeder, der an einer solchen Fahrt die Härte und große Anstrengungen verlangt, teilnimmt, wissen muß. Durch die ärztliche Untersuchung aller Teilnehmer wird es von vornherein verhütet, daß Jungen an der Ostmarkfahrt teilnehmen, die den hier geforderten körperlichen Anstrengungen nicht standhalten können. In einzelnen Jungbannen fanden bereits Tagesmärsche statt, bei denen die Teilnehmer nicht nur leistungsfähig vorbereitet wurden, sondern bei denen natürlich besonders das Singen im Marsch geübt wurde. Die Führermannschaften werden innerhalb der einzelnen Jungbanne zusammengezogen und durch den Jungbannführer, seine Mitarbeiter und den Fahrtenfähnleinführer geschult. In zusätzlichen Dienststunden in der Woche wird ihnen weiteres Rüstzeug für ihre Großfahrt vermittelt. Selbstverständlich wäre diese Ausbildung sinnlos, wenn sie nicht auch mit praktischen Einsatzübungen verbunden wäre. So sollen sämtliche Fahrtenfähnlein einmal vor Beginn der Großfahrt bei Bauern innerhalb des Jungbannes untergebracht werden und dort zur Probe das. selbe Programm abwickeln, das in der Ostmark geplant ist. Wir glauben, aufgrund dieser Vorbereitungen des Deutschen Jungvolks behaupten zu können, daß im August dieses Jahres 3500 junge westfälische Führer in der Ostmark ein lebendiges Bild von dem abgeben werden, was innerhalb der westfälischen HJ. in sechs Jahren harter und mühevoller Arbeit geleistet worden ist. SA.=Mann als Lebensretter. SA=Sturmführer Hörr aus Soest hat im vergangenen Monat am Möhnesee unter Einsatz des eigenen Lebens eine vierköpfige Familie vom Tode des Ertrinkens gerettet. Die Geretteten waren mit einem Boot gekentert und waren des Schwimmens unkundig. RSFK.=Männer mit Spaten. Die RSFK.=Männer sind eifrig bemüht, das neue Fluggelände im Hertener Wald sobald wie möglich fertigzustellen. Auch die südwestfälischen Standorte des RS.=Fliegerkorps schaffen eifrig mit dem Spaten. Die Rodung des Geländes ist soweit durchgeführt, daß es schon jetzt fast frei von jeglichem Gestrüpp ist. Runmehr soll die Drainage in Angriff genommen werden, damit der Flugbetrieb auch im Winter durchgeführt werden kann. Dann wird man an die Planierung und Fertigstellung der Startbahnen gehen. 350 Kilometer im Segelflugzeug. Einen weiteren Beweis für die Leistungsfähig. keit der westfälischen Segelflieger lieferte RSFKObersturmführer Fulda, der Leiter der Segelflugschule Borkenberge. Er landete mit einer „Mirtimoa" nach einem Flug von 350 Kilometern in Travemünde. Der erfolgreiche Pilot erfüllte mit dieser Leistung eine Bedingung für die Erlangung des„Goldenen Leistungsabzeichens für Segelflug.“ Diesmal verlor Westfalen. Im Mittelpunkt der SA.=Wettkämpfe der Gruppe Nordsee stand das Fußballtreffen gegen Westfalen, das vor 18.000 Zuschauern in der Bremer Kampfbahn ausgetragen wurde. Im Hinspiel siegten die Westfalen bekanntlich mit 2:1, doch diesmal drehte die Gruppe Nordsee den Spieß um und blieb durch zwei Tore des Osnabrückers Vetter, die dieser in der 3. und 32. Minute nach Halbzeit schoß, mit 2:0 erfolgreich. Bester Spieler auf dem Platz war der junge Schalker Eppenhoff. In vier Wochen fahren sie in die Ostmark Vorbereilungen in allen Jungbannen— Aerztliche Untersuchungen Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Von Alphonse de Chäteaubriant 16. Fortsetzung. Jenseits der monumentalen Einfahrt betreten mir einen riesigen Burghof. Wir schreiten durc, das Tor und auf großen Rasenflächen empfangen uns zwei steinerne Adler. Die Größe dieser Tiere reicht wohl an die Ungeheuer in der Allee der Ming=Dynastie im Chinesischen Reich heran. Sie säumen den Durchblick, der sich ungeheuer weit gegen das geheimnisvolle Blau der Ferne öffnet. Wenn man die Terrasse erreicht, von der herab man diesen Ausblick gewinnt, dann hat man auch die sorgfältig verteilten Baulichkeiten, die im Dienst dieser Festung stehen, vor Augen. Von dieser Galerie aus, die weitgestellte Bohlen vom Umfang riesiger Baumstämme stützen, schweift der Blick über die Terrassen hinaus, die wie breiter Strand den Abhang säumen. Dort unten aber liegt die Eifel mit ihren stillen Maren. Der Ring der Gebäude, wohl ausgerichtet zur Rechten und zur Linken der riesigen Hitlerfahne, öffnet sich auf der vorletzten Terrasse zu einer geaßen Grünfläche hin. Das ist die Feierstätte; ein Forum oder Amphitheater, mit stufenförmigen Sitzen im Halbrund und einem Umgang. Von einem bestimmten Punkt aus, der gegen die Mitte der Bühne zu und im Schnittpunkt der Schallwellen liegt, ist die Stimme an allen Plätzen vernehmbar. #Tief unter der letzten Terrasse, im Hintergrund der Landschaft, leuchten, eingebettet in dichte Wälder, die großen, einsamen Seen. Hier streife ich die Hülle des müden Franzosen ab— ja, müde von all den faden Wiederholungen unnützer Gedanken— und schaue mir nach Herzenslust diese Abtei von jungen Kriegern an, die dazu bestimmt ist, Führer für die Regierung eines großen Reiches heranzubilden. Was ich hier so Anschauen nenne, ist allerdings nicht ein Versuch, mir etwa die mausgraue Farbe der Mauerfläche einzuprägen oder ihre Umrisse, die sich in klaren Konturen gegen den durchsichtigen Himmel abheben: es geht mir um mehr. Ich will die Idee des„großen Volkes“ in diesem Werk erkennen, das wie eine Festung sich vor mir erhebt, wie eine unheimliche Einsamkeit für Tempelritter, eine Schule für„unbesiegbare Helden“, so wie man sie aus den alten Ritterromanen kennt: das Geistige dieser Architektur will ich erkennen, den Gedanken, der wie der Mörtel dieses Gebäude zusammenfügte, verwandt jenem Geist, der das Wunder der zusammenlaufenden Kanten in der ägyptischen Pyramide Gestalt werden ließ. Während ich dies hier schreibe, denke ich besonders an Vogelsang, aber genau dieselben Gedanken und Worte treffen auch auf Crössinsee und auf Sonthofen zu. Diese drei Burgen, die der gleichen Aufgabe der Schulung junger Menschen geweiht sind, zeigen in ihrer architektonischen Anlage dieselben großen Linien und dieselbe Auffassung: es sind auch dieselben langgestreckten, einfach=strengen und wuchtigen Gebäude. Derselbe Turm. In Crössinsee ist der Turm rund statt viereckig und vielleicht nicht ganz so hoch. Der Turm auf Vogelsang hinterläßt einen unvergeßlichen Eindruck durch seine gewaltigen Ausmaße; sieht er doch aus, als sei er noch ein trotziger Bergfried aus Barbarossas Zeiten. Vor allem aber an der Stelle, an der er errichtet wurde, am Abhang vor den blauen Fernen und auf der höchsten Höhe aller Eifelberge. Ich habe das Herz einer Franzosen und fühle es wohl, aber ich habe auch ein Herz, das für diese Zeit schlägt, und da bin ich zu allererst ein Mensch vor Gott, der traurig oder froh wird, je nach dem Geist, der sich in dem menschlichen Werk enthüllt. In Crössinsee beginnt der Kreislauf der Erziehung. In Crössinsee wird die körperliche Widerstandsfähigkeit entwickelt und der Charakter geformt. Vogelsang gibt die geistige Erziehung: alle Wissenschaften, die die jungen Herzen brauchen, um die große Idee, deren Ritter sie sind, zu klären und zu festigen. In Sonthofen vervollkommnen sie sich in dem Berufszweig, den sie sich erwählt haben. In diese strenge Zucht werden von nun ab alle Männer genommen, die Deutschlands Auslese sein werden. Nicht mehr Doktoren, die auf Grund mittelmäßiger und rein theoretischer Prüfungsergebnisse ihren Titel erhielten, werden an die Führung kommen, sondern große und schöne Charaktere, die durch lange Erfahrung erprobt und gehärtet sind. Man nennt diese Männer Junker. Diese Bezeichnung wird hier sehr glücklich angewandt, sei es auf einen Sproß der alten Aristokratie, sei es auf einen Knaben aus dem einfachsten sozialen Stand. Junker hieß man früher die Söhne der Landedelleute, wenn sie als einfache Soldaten in den Dienst eintraten. Diese jungen Männer aber, die unter diese neue Fahne treten, sind nur selten geadelt durch Geburt, alle aber sind sie es durch ihre Gesinnung. Als künftige Führer der Idee müssen sich die jungen Leute schon vier Jahre lang durch ihre Tätigkeit in der Partei die wesentlichen Grundsätze angeeignet haben, die eher Lebensgrundsätze sind als politische Doktrinen. Aber darin, daß man die Regeln der Politik durch Gesetze des Lebens ersetzte, hat ja eben die ganze Revolution bestanden. Dann aber wird eine Auslese von tausenden jungen Menschen in der Blüte ihrer Jahre an allen entscheidenden Stellen des deutschen Organismus eingesetzt werden. Und tut mir nur den Gefallen und regt mich jetzt nicht auf mit eurem allzu wachsamen Herz in eurem Schilderhaus; es wird hier eine Arbeit geleistet, die ein anderes Ziel hat als die Zerstörung Frankreichs! Die Zerstörung Frankreichs ist kein Ziel! Heute muß sich Frankreich mehr vor sich selbst fürchten, als vor Deutschland. * Aufstehen um 6 Uhr. Eine Viertelstunde Sport; dann wird die Flagge gehißt. Ich erinnere mich noch dieser ungeheuren Fahne: fünfzehn Meter hoch die Stange, und das Tuch groß genug, um ein Haus zu bedecken. Natürlich die Hitlerfahne: das schwarze Hakenkreuz im weißen Feld auf dem roten Grund. Ich erinnere mich auch noch an einen stürmischen Regentag. Die Fahne knatterte und ihr Knattern dröhnte innerhalb der Burg wie Kanonendonner. Es war kein besonderer Festtag, man ehrte an diesem Tag auf Vogelsang keinen besonderen Ehrengast— und dennoch, als ich in den großen Speisesaal trat— wurde ich von dem Anblick des reinen, leuchtenden Weiß, das rings alle Tische bedeckte, ganz gefangen genommen. Das Staunen über einen so ungewohnten Anblick war so stark in mir, daß ich zunächst stumm und zögernd stehen blieb und nach einer Erklärung suchte für all dieses unerhört schöne, leuchtende Weiß. Aber ich fand keine Erklärung. Wer konnte mir wohl sagen, woher dieses funkelnde Strahlenmeer kam? Befand ich mich gar in einer Polarlandschaft? Was bedeutete dieses Wunder des blitzenden Kristallmeeres vor mir; hatte mich etwa der alte Andersen zum Fest seine sagenhaften Schwanenkönigs in den hohen Norden entführt? Goniegung feigt) Cnser Worhe Abermals ein deutscher Höhenflugrekord. Dem vor einigen Tagen mit einem Flugzeug der Gothaer Waggonfabrik aufgestellten internationalen Leichtflugzeug=Höhenrekord von 8048 Mtr. fügte der Chefpilot der Hirth=Motorenwerke, Hermann Illg, vom Flugplatz Stuttgart=Böblin= gen aus mit einer Messerschmitt=Taifun ME 108. einen neuen internationalen Rekord im Höhenflug für eine andere Leichtflugklasse hinzu, indem er unter offizieller Kontrolle eine Höhe von 91 25 erreichte und damit die vom Ausland gehaltene bisherige Bestleistung um 1200 Meter verbesserte. Blick in einen der Säle des Hauses der Deutschen Kunst, in dem die Große Deutsche Kunstausstellung 1939 der Eröffnung durch den Führer am Sonntagvormittag harrt. Im Vordergrund„Weibliche Figur“(Gix Mitte„Diana“(Oel) von Richard Klein, (Gips) von Johann Pöppelmann; rechts * Otto Weißmüller; dahinter in der Is davon„Stehende weibliche Figur“ „Ein Traum“(Gips) von H. Faltermeier. 600 Reichsdeutsche kehrten aus Südamerika zurück. Mit dem Motorschiff„Monte Olivia“ trafen in Hamburg 600 reichsdeutsche Männer, Fraue und Kinder als Rückwanderer a's Beasilien und Argentinien ein. Die Rückwanderung ist eine Folge des Aufblühens der deutschen Wirtschaft, die die deutscher Volksgenossen in zunehmendem Maße, besonders aus Uebersee, wieder in die Heimat zurückführt. Hermann Müller endlich siegreich. Das Rennen um den Großen Preis von Frankreich am Sonntag auf der schnellsten Rennstrecke Europas bei Reims, das von der ersten bis zur letzten Runde härteste Leistungsanforderungen an Fahrer und Motoren stellte, endete mit einem Doppelerfolg der Auto=Union. Am Steuer ihres schnellsten Wagens saß Hermann Müller, der damit sein erstes großen Rennen gewann. Korpsführer Hühnlein beförderte den Sieger in Anerkennung seiner großen sportlichen Leistung zum RSKK.=Truppführer. Der Präsident des italienischen Staatsverteidigungshofes in Berlin. Anläßlich der Feier des fünfjährigen Bestehens des Volksgerichtshofes in Berlin weilt der Präsident des italienischen Staatsverteidigungshofs, Exzellenz Tringa'i=Casannova, als Gast des Reichsministers Frank in der Reichshauptstadt. Unser Bild zeigt Reichsminister Frank und seinen italienischen Gast während des Empfanges im Haus der Akademie für Deutsches Recht. Der deutsche Meister im Damenfrisieren. Im Rahmen der Jahrestagung des Reichoinnungsverbandes des Friseurhandwerks, die etzt in Wien stattfand, wurde auch die deutsche Meisterschaft der Damenfriseure entschieden. Die 17 Titelanwärter hatten in vorgeschriebener Zeit eine Wasserwellenfrisur und eine Scherenondulation auszuführen. Die Jury sprach dem Wiener Friseur Didia(unser Bild) die Meisterschaft zu. Die Hebung des gesunkenen U-Bootes„Squalus“ sehr langwierig. In Portsmouth(USA), dem Schauplatz der ersten der drei großen U=Boot=Katastrophen, sind die schwierigen Vorbereitungsarbetien zur Hebung des gesunkenen U=Boots„Squalus“ schon seit vielen Wochen im Gange. Eine große Anzahl von Pontons müssen auf den Meeresboden neben den Schiffskörper gebracht werden. Das geschieht, indem man die riesigen Behälter voll Wasser laufen und absinken läßt. Taucher, bewerkstelligen dann in Zusammenarbeit mit großen Pumpen auf den Bergungsschiffen das Entleeren unter Wasser, so daß der Ponton wieder seine Auftriebskraft erhält. Wenn genügend Luftbehälter dann längsseits mit dem Schiffskörper gekoppelt sind, hofft man auf ein Gelingen der Hebung.— Auf unserem Bild erkennt man an dem Ponton, der gerade versenkt wird, die Schlauchlettungen für das spätere Leerpumpen. Der erste Hebungsversuch ist bereito mißglückt. Der ungarische Generalstabschef am Westwall. Der auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres in Deutschland weilende Generalstabschef der ungarischen Honved, General von Werth, besichtigte am Wochenende mit seiner Begleitung unter Führung des Kommandierenden Generals der Grenztruppen, Kuntze, Teile des Westwalls.— Unser Bild zeigt die ungarischen und deutschen Offiziere beim Verlassen eines der Werke Aufnahmen: Scherl(7), Schirner###. *„ Und Ahelntutr. Hauehattsplan der Rhemprerinz heim=Ruhr, M.=Gladbach, Oberhausen, Remscheid, Rheydt, Grevenbroich=Neuß, Oberbergischer Kreis, Siegkreis, liegt es daran, daß jetzt auch endlich diese Kreise an der Konjunktur teilnehmen. Neben der Provinzialumlage ist in den Haushaltsplan ein Betrag von 13191000 RM. eingesetzt. Der Anteil an der Reichskraftfahrzeugsteuer, der im Ansatz des Haushaltsplanes 1938 6,090 Millionen RM. betrug, mußte auf Grund der Senkung des Anteiles der Rheinprovinz an dieser Steuer auf 5107000 RM. herabgesetzt werden. Dafür ist auch für das Jahr 1939 die Zuweisung von einer Million RM. aus dem gemeindlichen Ausgleichsstock an den Provinzialverband im Haushaltsplan vorgesehen, die der Provinzialverband 1938 zum Ausgleich der Einnahmeausfälle bzw. der Mehrbelastung erhielt. Die Hauptbelastung aber, die das Finanzausgleichsgesetz dem Provinzialverband brachte, ist nicht einmal die Senkung des Anteils an der Kraftfahrzeugsteuer um eine Million RM. sondern die Mehrbelastung in Höhe von 1,7 Mill. RM. durch die Uebernahme der Brückenunterhaltungszuschüsse an die rheinischen Gemeinden usw. Verbraucherhöchstpreise für Speisefrühkartoffeln für die Zeit vom 19. Juli bis 25. Juli 1939 Köln. Für deutsche Frühkartoffeln stellen sich in der Zeit vom 19. Juli bis 25. Juli 1939 die Verbraucherhöchstpreise in der Rheinprovinz wie folgt: I. Größenklasse: 50 kg 5 kg 2½ kg 1/ kg weiße, rote und blaue Sorten. 6,75 0,68 0,34 0007 RM. runde gelbe Sorten 7,15 0,72 0,36 0,08 RM. lange gelbe Sorten 7,55 0,76 0,38 0,08 RM. II. Größenklasse: weiße, rote und blaue Sorten 4,97 050 0,25 0,05 RM. runde gelbe Sorten 5,21 0.53 0,27 0,06 RM. lange gelbe Sorten 5.45 055 0,28 0,06 RM. Mehr als sonderbar Ahaus. Auf einem Hofe im benachbarten Graes gab es eine große Ueberraschung. Der Bauer mußte feststellen, daß ein neugeborenes Kalb zwei Köpfe aufwies, von denen der eine einem Kuh= und der andere einem Schafskopf glich. Im übrigen ist das Tier vollständig normal. Es ist allerdings zweifelhaft, ob es am Leben bleibt. Schwere Sirasen für Wieulerel Düsseldorf. Wie Landeshauptmann Haake in seinen Ausführungen bei Vorlage des Tätigkeitsberichtes der Provinzialverwaltung für das Jahr 1938 betonte, ist es trotz der außergewöhnlichen Aufgaben, die an den Provinzialverband in reicher Fülle herantraten, gelungen, das Rechnungsjahr 1938/39 ohne Fehlbetrag zum Ausgleich zu bringen. Auch für die Provinzialfinanzen ist das viel erörterte Finanzausgleichsgesetz vom 10. 11. 38 von einschneidender Bedeutung. Dieses Finanz= ausgleichsgesetz will die Ungleichheiten mildern, die zwischen der örtlichen Finanzkraft und den den einzelnen Gemeindeverbänden und Gemeinden obliegenden Aufgaben bestehen. Das Gesetz dient also, wie Erster Landesrat Kitz in seinen Erläuterungen zum Haushaltsplan der Rheinprovinz für das Jahr 1939/40 ausführte, ausgesprochenermaßen auf breiter Grundlage dem Lastenausgleich. Die reichen Gemeinden erhalten weniger oder gar keine Zuweisungen aus Reichssteuern mehr, die schwächeren Gemeinden dagegen sind hinsichtlich der Zuweisungen in eine günstigere Lage gekommen. Vergleicht man den alten mit dem neuen Zustand, so steigen für die finanzschwächeren Regierungsbezirke der Rheinprovinz: Koblenz, Trier und Aachen, die Zuweisungen von Reich und Staat beträchtlich. Ungünstig betroffen von der Neuregelung ist dagegen der Regierungsbezirk Düsseldorf, und vor allem der Regierungsbezirk Köln. Die Städte Düsseldorf, Neuß, Remscheid, Rheydt, Bonn und Köln erhalten überhaupt keine Finanzzuweisungen mehr. Sehr wenig Finanzzuweisungen erhalten die Landkreise Düsseldorf=Mettmann, Köln=Land sowie die Stadt Krefeld=Uerdingen. Die relativ höchsten Finanzzuweisungen erhalten heute die Kreise Geilenkirchen=Heinsberg, Monschau, Schleiden, Kochem, Simmern, Bernkastel, Bitburg, Daun, Merzig=Wadern, Prüm, Saarburg, Trier und Wittlich. Diese Aenderungen waren auch bei der Neuberechnung der Provinzialumlage von ausschlaggebender Bedeutung. Aehnlich liegen die Dinge übrigens auch bei der Berechnung der Kreisumlagen durch die Landkreise. Da zu den Bestimmungen über die Berechnung der Kreisumlagen und der Provinzialumlagen noch ministerielle Ausführungsvorschriften zu erwarten sind und da auch die Verteilung der Schlüsselzuweisungen an die Landkreise und an die Provinzen noch aussteht, hat sich die Vorlage des Provinzialhaushaltsplanes für 1939/40 so verzögert. Der Provinzialumlagebetrag ist auf rund 24,5 Millionen RM. im Provinzialhaushaltsplan errechnet. Bezüglich der Unterverteilung entschloß sich die Provinzialverwaltung zu folgender Heranziehung der Maßstabssteuern. Es sollen erhoben werden: 1. Von den Meßbeträgen der Grundsteuer von den land= und forstwirtschaftlichen Betrieben 3 v. H.; 2. von den Meßbeträgen der Grundsteuer von den Grundstücken (Grundsteuer B) 11,5 v. H.; 3. von den Meßbeträgen der Gewerbesteuer von Ertrag und Kapital 12 v. H.; 4. von den Meßbeträgen der Bürgersteuer 9 v. H. und 5. von den Schlüsselzuweisungen 2,2 v. H. Die neuen Umlagesätze bringen zum Teil wesentliche Verschiebungen gegenüber den bisheeigen Umlagezahlungen. Die einen Kreise sind die Nutznießer der neuen Verteilungsart, die inderen Kreise werden von ihr betroffen. Den größten Vorteil hat Wuppertal; es bleibt um rund 150000 RM. hinter der Umlagezahlung des Vorjahres zurück. Auch Aachen sinkt ab. Desgleichen zahlen, wenn auch teilweise in getingerem Ausmaße, verschiedene Landkreise, z. B. Trier=Land. Saarburg, Bernkastel, Altenkirchen, Düren, Aachen=Land, weniger als bisher: Essen bleibt ungefähr in der gleichen Höhe des Vorjahres. Naturgemäß überwiegen die Mehrzahlungen. Im allgemeinen dürften aber die Mehrzahlungen an Provinzialumlage sich im Rahmen der Beteiligung des Provinzialverbandes an Konjunkturgewinn bei der Bürgersteuer und Gewerbesteuer halten. Wo ein stärkeres Anwachsen der Provinzial= und Umlagezahlungen festzustellen ist, wie z. B. bei MülWitten. Das Sondergericht des Oberlandesgerichtsbezirk Hamm, das am Donnerstag in Witten tagte, verurteilte den am 15. Mai. 1914 m Heven geborenen, zuletzt in Düsseldorf wohnenden Ewald Anding als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, ferner wegen Verbrechens gegen den§ 3 des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Partei und Staat und zum Schutze der Parteiuniform vom 20. 12. 1934 in Tateinheit mit versuchtem schweren Diebstahl in einem Falle, wegen Vergehens gegen den§ 265a des Strafgesetzbuches in einem zweiten Falle zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren, sowie zu den Kosten des Verfahrens. Die Sicherungsverwahrung wurde gegen den Angeklagten angeordnet. Seine Stellung unter Polizeiaufsicht wurde für zulässig erklärt. Anding, der wegen Betrügereien an Vater und Brüdern aus dem elterlichen Haus verwiesen wurde, hatte in der Nacht zum 26. Juni den ihm bekannten 79 Jahre alten Kolonial= warenhändler Christian Bielefeld in WittenHeven in seiner Wohnung mit einem Hammer erschlagen, um für seinen leichtsinnigen Lebenswandel in den Besitz von Geld zu komBielefeld. Vor dem Bielefelder Schöffengericht hatten sich drei Verbrecher zu verantworten, denen die Anklage vorwarf, sich im November 1938 als Strafgefangene zusammengerottet und gemeinsam einen Ausbruch unternommen zu haben. Es handelt sich um sehr erheblich vorbestrafte Verbrecher, die auch jetzt noch eine längere Zuchthausstrafe zu verbüßen haben. Sie waren damals auf einem Arbeitsaußenkommando in Steinhagen untergebracht. Die Unterkunftsräume dienten sonst Gefängnisgefangenen, die Fenster waren wohl vergittert, aber offenbar doch nicht so sicher, um für diese„schweren Jungen“ ein Hindernis zu bilden. Jedenfalls hatten sich die drei Spitzbuben Kollinger, Keßler und Katzenbach bald einen Fluchtplan zurechtgelegt. Kollinger spielte den harmlosen Sträfling und erreichte es, daß er in der Küche als Kalfakter beschäftigt wurde. In„stillen Stunden“ nahm er hier die Gelegenheit wahr, die Gitterstäbe„etwas zu lockern". Auch besorgte Kollinger von der Landbevölkerung Zivilkleidung, und zwar „lieh“ er sie sich angeblich„für ein Theaterstück zu Weihnachten". Der Ausbruch wurde in der Nacht zum 13. November ausgeführt und gelang auch. Katzenbach wandte sich nach Pommern, wo er festgenommen wurde. Unterwegs hatte er sich ein Fahrrad„besorgt“. Kollinger und Keßler flüchteten zunächst nach Paderborn und Dortmund, dann nach Frankfurt. Sie hofften nach Belgien entwischen zu können, was aber mißlang. Sie behaupteten übrigens, ihre Flucht sei von einem Pastor und einem jüdischen Geschäftsmann durch Hergabe von Geldmitteln und Fahrrädern unterstützt worden, doch haben die Nachforschungen in dieser Richtung nichts ergeben. Das Schöffengericht verurteilte die Angeklagten wegen Gefangenenmeuterei, und zwar Kollinger zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis, Keßler zu einem Jahr Gefängnis und Katzenbach zu sechs Monaten Gefängnis. Ein Verletzter im Walde gefunden Lübbecke. Ein unliebsames Erlebnis hatte im benachbarten P.=Oldendorf ein 75jähriger Rentner, der von einem Spaziergang in den Wald nicht zurückgekehrt war. Als die Rückkehrzeit überschritten war, machten die Angehörigen sich auf die Suche. Mit Laternen ausmen. Er raubte eine goldene Sprungdeckeluhr und 450 RM. in Papiergeld, während er das Silbergeld und mehrere Sparkassenbücher liegen ließ. Erst am Freitag vergangener Woche wurde der Mörder verhaftet. Der Verhandlung wohnte auch Generalstaatsanwalt Dr. Semler bei, der die Notwendigkeit einer schnellen und abschreckenden Strafe für Verbrecher hervorhob, die sich aus schnöder Gewinnsucht kaltblütig am Leben und Eigentum der Volksgemeinschaft vergreifen. Es sei die Absicht des Gesetzgebers, der Straftat die Sühne auf dem Fuße folgen zu lassen. Für dauernd unschädlich gemacht Koblenz. Der hiesige Einwohner Peter Sch., der mehrfach wegen Eigentumsdelikten mit dem Gefängnis Bekanntschaft machte, hatte sich neuerdings wegen Sittlichkeitsverbrechens und Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, hatte der Angeklagte gemeinsam mit dem Liebhaber seiner Frau Kleintierställe in Schrebergärten aufgebrochen und Kaninchen und Hühner gestohlen. Außerdem hatte er sich eines Sittlichkeitsverbrechens schuldig gemacht. Er wurde zu elf Monaten Gefängnis verurteilt. Um die Oeffentlichkeit in Zukunft vor ihm zu schützen, wurde seine Unterbringung in eine Heil= und Pflegeanstalt angeordnet. gerüstet untersuchte man die Waldwege, leider ohne Ergebnis. Um vier Uhr in der Nacht beteiligten sich die Anghörigen der Wehr, später die Schüler zweier Schulen an den Nachforschungen. Man suchte systematisch das ganze Waldgebiet ab. Nach 15 Stunden fand man den Vermißten, der beim Bickbeersuchen zu Fall gekommen war und so verletzt wurde, daß er sich nicht mehr erheben konnte. Eine Großsuchaktion, die von der Ortsgruppe auf 10 Uhr angesetzt war, brauchte nicht mehr durchgeführt zu werden. Heimkehrers Schicksal Ahaus. Von einem tragischen Geschick wurde hier ein Mann betroffen. Siebzehn Jahre war er der Heimat fern gewesen, und nun war er endlich aus Brasilien, wo er als Farmer tätig gewesen war, in seine westfälische Heimat zurückgekehrt, um hier mit seiner Familie im Vaterland eine neue Existenz zu gründen. Aber schon wenige Tage nach der Rückkehr erlag der Mann einem plötzlichen Herzschlag. Schachmeister Eliskases führt Bad Oeynhausen. Die 5. Runde des Turniers des Großdeutschen Schachbundes um die Meisterschaft von Deutschland 1939 brachte im Kurhaus des Bad Oeynhausen besonders bedeutungsvolle Entscheidungen. Im Kampf um die Führung schlug sich der Berliner Rellstab ausgezeichnet gegen den Titelverteidiger Eliskases(Innsbruck). Nach fast 6stündiger Spielzeit erlag er jedoch der vortrefflichen Endspielbehandlung des Tirolers, der nunmehr allein die Spitze hält. Von den bisher ungeschlagenen 3 Ostmarkvertretern verlor als erster der KdF.=Meister Müller(Wien) einen wilden Zeitnotkampf gegen Kieninger(Köln). Der diesmal recht kampflustige Landesmeister von 1937 kam damit endlich zu einem lange erwarteten Siege. Lokvenc(Wien) brachte sich dagegen durch einen wichtigen Sieg über den Sudetendeutschen Gilg(Troppau) auf den zweiten Platz nach vorn. Dr. Lange(Essen) spielte recht kühn und wurde mit einem Sieg über Ernst (Gelsenkirchen) belohnt. Brinckmann(Neumünster) spielte allzu scharf gegen den Berliner Michel, der sehr umsichtig mit den weißen Steinen die Oberhand behielt. Eisinger(Karlsruhe) hatte gegen Heinicke(Hamburg) im Endspiel einige Schwierigkeiten. Im 31. Zuge war das Remis aber schon sichergestellt. Nach 6½ Kampfstunden überwand Kurt Richter (Berlin), der Deutschlandmeister von 1935/36, den Dresdner Keller, der damit seine erste Partie verlor, während Richter, den man nach seinem glänzenden Spiel in Stuttgart zu den aussichtsreichsten Bewerbern in Oeynhausen zählen mußte, erst jetzt in der 5. Runde zu seinem ersten Punkt kam, der ihn vom letzten Platz wegbringt. Engels hielt seine Hängepartie aus der 4. Runde gegen Gilg unentschieden. sein Kampf gegen Kohler aus der 5. Runde wurde jedoch verschoben. Der Stand der Spitzengruppe ist jetzt folgendes: Eliskases 4½ P., Lokvenc 4 P., Heinicke und Rellstab je 3½ Punkte. Feuer in einer Polstermöbelfabrik Gelsenkirchen. Von einem Großfeuer wurde am Mittwoch eine Polstermöbelfabrik in der Grillostraße in Gelsenkirchen heimgesucht. Trotzdem die Feuerlöschpolizei die Bekämpfung des Brandes mit elf Schlauchleitungen sofort in Angriff nahm, konnte bei dem leicht brennbaren Material nur wenig gerettet werden, zumal erst vor kurzem noch zwei Waggon mit Füllmaterial eingetroffen waren. Die Fabrik brannte vollständig nieder. Rund drei Stunden hatte die Wehr mit der Bekämpfung des Brandes zu tun. Sieben Jahre M.=Gladbach. Vor dem M.=Gladbacher Schwurgericht hatte sich der 24 Jahre alte Ferdinand Mertens aus M.=Gladbach=Rheindahlen wegen Mordversuches zu verantworten. Obschon Mertens während seiner Militärdienstzeit ein Mädchen kennengelernt hatte, das er heiraten wollte, bändelte er nach seiner Dienstentlassung noch mit einem zweiten Mädchen an. Als dieses ein Kind von ihm erwartete, lehnte er jede Unterhaltsverpflichtung schroff ab, versuchte vielmehr wiederholt, das Mädchen zum gemeinsamen Selbstmord zu überreden. Als sich die beiden an einem Abend zu einer Aussprache trafen und das Mädchen wiederum Selbstmord ablehnte, stieß Mertens das Mädchen auf die Fahrbahn der Straße, auf der gerade ein Kraftwagen heranfuhr. Da der Fahrer noch eben ausweichen konnte, wurde das Schlimmste verhütet, und das Mädcher kam mit leichteren Verletzungen davon. Mer tens kümmerte sich nicht im geringsten um sein frühere Geliebte und flüchtete, wurde aber doch bald darauf gefaßt. Vor Gericht behauptete er, daß er dem Mädchen nur einen Schreck habe einjagen wollen. um so eine Fehlgeburt herbeizuführen. Der Staatsanwalt beantragte wegen Mordversuchs zwölf Jahre Zuchthaus, das Gericht nahn jedoch Totschlagsversuch an und erkannte au sieben Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Die Rheinischen Kanarienzüchter tagten in der Klingenstadt Solingen. Die Landesgruppe Rheinland der Reichsfachgruppe der Kanarienzüchter hielt letzter Tage ihre Sommertagung in Solingen ab. Die Gruppe zählt 2000 Mitglieder von insgesamt 15000 Züchtern in ganz Deutsch land. Erschienen waren Vertreter aus fa allen Teilen des Rheinlandes. An der Haupttagung, die von Landesgruppenleiter Valand geleitet wurde, nahmen 200 Vertreter teil. Die Vorträge erstreckten sich auf die praktische Arbeit in der Kleintierzucht unter besonderer Berücksichtigung der Kanarienzucht, weiter auf den Ausbau von Ausstellungen und ähnliche fachliche Dinge. An einer Sonderbesprechung der Preisrichter nahmen 70 Züchter teil. Fahrlässige Tötung Neuwied. Im Dezember des Vorjahres ereignete sich zwischen Neuwied und Engers ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 18 Jahre alter Junge aus Erpel wurde dort nachts, als er sich mit dem Fahrrad auf der Fahrt zur Arbeitsstelle seines Vaters befand, von einem Neuwieder Kraftwagen angefahren und getötet. Der Fahrer mußte sich jetzt vor Gericht verantworten. Das Gericht kam nach einem eingehenden Lokaltermin und einer mehrstündigen Verhandlung zu der Ueberzeugung, daß der Fahrer fahrlässig gehandelt und dadurch den Unfall und den Tod des Jungen verschuldet habe. Der Kraftfahrer hatte, was strafverschärfend berücksichtigt wurde, in Koblen; vor seiner Heimfahrt einige Glas Wein getrunken. Da ihm jedoch eine Alleinschuld an dem Umfall nicht nachzuweisen war, sah das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab. Mit 1800 RM. Geldstrafe an Stelle von zwei Monaten Gefängnis fiel das Urteil jedoch entsprechend hoch aus. Bei der Verhandlung vor der auswärtigen Großen Strafkammer Neuwied ergab sich übrigens noch ein Zwischenfall. Ein Zuhörer, der trotz mehrfacher Ermahnung nicht mit Vorhaltungen gegenüber einem Zeugen nachließ, wurde zu drei Tagen Haft verurteilt, die er sofort antreten mußte. Zwei Todesopfer des Verkehrs Köln. Am Donnerstag, 13. Juli, wurde au dem Hansaring ein aus der Ritterstraße kommender 15jähriger Radfahrer von einem Straßenbahnzug erfaßt, etwa 10 Meter weit mitgeschleift und so schwer verletzt, daß er auf dem Transport zu dem Krankenhaus gestorben ist Am gleichen Tage wurde in Köln=Höhenberg ein vierjähriger Junge von einem Lastkraftwagen überfahren und auf der Stelle getötet. Nach Zeugenaussagen soll den Kraftfahrer kein Verschulden treffen, da das Kinz plötzlich über den Fahrdamm lief. Luftschiff„Sraf Zeppelin" über Westdeutschlans Köln. Auf einer Erprobungsfahrt traf das Luftschiff„Graf Zeppelin“ am Freitagmorgen wieder über Westdeutschland ein. Der stolze Luftriese kreuzte in etwa 1500 Meter Höhe und wurde gegen 7.05 Uhr westlich vom Kölner Flughafen gesichtet. Es überflog dann das Wurmkohlenrevier, wo die Bevölkerung von Alsdorf und Würselen und später von Hasren und Laurensberg die Freude hatten, das Luftschiff zu sehen. Nachen passierte es östlich in Richtung Stolberg. Beide Beine abgeqnetscht Atzmannshausen. Auf der Rheinstraße in Aßmannshausen ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Ein Autofahrer parkte seinen Wagen und stellte sich unglücklicherweise links neben den Wagen. Er wurde von dem Anhänger eines aus der Gegenrichtung kommenden Fernlastzuges erfaßt und zu Boden geworfen. Er kam unter die Räder zu liegen, die ihm beide Beine völlig abquetschten. In bedenklichem Zustand wurde der Verunglückte ins Krankenhaus eingeliefert. Nunomorder zum=Erde berarten versehung in der Aeu Aemer r.* 1 nungsverschiedenheiten zwischen dem 3300 Kinder in Erholung Newyork, 14. Juli. In San Francisco lauft jetzt ein Ausweisungsverfahren gegen den bekannten Gewerkschaftsbonzen Jud Bridges. Dabei kam es zu recht interessanten Aufschlüssen. Unter anderen Zeugen wurde auch der frühere kommunistische Organisator in Los Angeles, John Leech, vernommen, der im Verlauf seiner Vernehmung über die kommunistischen Agitationsmethoden innerhalb der Armee, Marine und der Staatsmiliz konkrete Angaben So erklärte er u. a., daß die Bildung kommunistischer Zellen innerhalb der Bundesarmee aufgegeben werden mußte, weil dadurch eine Verstimmung zwischen Sowjetrußland und Kommunisten meldeten sich seit einiger Zeit nicht mehr zur Staatsmiliz, weil sie dann im Falle von Streiks die Streikenden bekämpfen müßten. Auf Befehl der Komintern würden im Zuge der Agitation Unterhaltungsklubs gebildet, in denen die Kommunisten mit Soldaten frühere Erklärung, wonach der Jude Bridges kein Kommunist gewesen sei. Er, Leech, habe das betreffende Schriftstück lediglich aus Angst vor Gewaltakten und Vergeltungsmaßnahmen seitens der Kommunisten unterzeichnet, denn er wisse aus eigener Erfahrung, daß die Kommunisten gegebenenfalls auch vor einem Morde nicht zuAdtersben. 1 Auuch Roosevelt contra Uniev Newyork, 14. Kreisen findet Beachtung, mit der der Präsident Roosevelt in einer persönlichen Erklärung einem Bericht der Nachrichtenagentur United Preß entgegengetreten ist. Dieser Bericht sprach von MeiRungsberschirbenheigen Wwischen zem Prasidenten Roosevelt und dem Außenminister Hull in bezug auf die Formulierung einer Neutralitätsbotschaft an den Kongreß. Roosevelt sagte u. a., die oben erwähnte Nachrichtenagentur habe sich einer später auch von Zeitungen übernommenen glatten Fälschung schuldig gemacht, die ihn nunmehr zu einer öffentlichen Warnung veranlasse.. 6162 Juf, Der Bericht berufe sich auf angevliche Insormationen aus Regierungskreisen, stelle aber, wie schon in früheren Fällen, eine frei aus der Luft gegriffene Erfindung dar. Eine Nachfrage bei der zuständigen Stelle hätte die Haltlosigkeit dor sogenannten Information übrigens sofort ergeben. Roosevelt, der also hier die Auswirkung von falschen Meldungen am eigenen Leibe zu spüren bekommt, betonte, daß er persönlich die Oeffentlichkeit auf die Angelegenheit aufmerksam mache, weil jener Bericht den Höhepunkt einer ganzen Serie von Falschmeldungen darstelle, auf die vom Weißen Hause aus bei früheren Gelegenheiten schon hingewiesen worden sei. Tatsache sei, so, heißtges in der Erklärung, daß weder er noch Huu,„nlschieden hätten, ob eine Botschaft an den scongreß ergehen werde oder welches der nächste Schritt in der Neutralitätsfrage sei. Luftschiffbau Washington, 14. Juli. Entgegen der allgemeinen Annahme, daß die Bundesregierung den Luftschiffbau völlig aufgegeben habe, forderte Roosevelt vom Kongreß zwei Millionen Dollar für ein neues Uebungsluftschiff der USA.=Marine an. Der Kongreß bewilligte hierfür im letzten Jahre drei Millionen Dollar und es wurden Kostenvoranschläge eingeholt, die Arbeiten wurden jedoch nie begonnen. Wener steigender Arbendeifah Mallanerichtshof wegen G. Berlin, 14. Juli. Im Juni ist in der deutschen Wirtschaft eine weitere Zunahme des Beschäftigtenstandes eingetreten. Sie betrug gegenüber dem Vormonat 162000 und gegenüber dem Vorjahr 1,3 Millionen. Ende Juni wurden im Altreich insgesamt 21 840000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte gezählt, und zwar 14,8 Millionen Männer und 7 Millionen Frauen. Es ist für die Lage des Arbeitseinsatzes charakteristisch, daß sich die Zahl der beschäftigten Frauen im Berichtsmonat in stärkerem Maße vermehrt hat(88000) als die der Männer(um 74.000), obwohl der Bestand an beschäftigten Frauen nur halb so groß ist, als der der Männer. Nachdem die Ostern 1939 aus der Schule entlassenen Jugendlichen bereits in den Monaten April und Mai nahezu restlos in Arbeits= und Ausbildungsstellen eingesetzt worden waren. ist im Berichtsmonat eine weitere Zunahme der Beschäftigung nur noch durch Heranziehung von bisher Selbständigen, Rentnern und sonstigen beschränkt einsatzfähigen Personen und durch Einstellung einer großen Zahl von bisher nicht erwerbstätig gewesenen Frauen ermöglicht worden. Der abgelaufene Monat hat keinerlei Entspannung der Arbeitseinsatzlage gebracht; im Gegenteil, die Zahl der aus Mangel an Arbeitskräften nicht zu besetzenden Stellen ist noch größer geworden. Die von den Betrieben benötigten Kräfte konnten daher in vielen Fällen nur nach dem Grade der Dringlichkeit zugewiesen werden. Erfreulicherweise ist es mit Hilfe der Anordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels gelungen, eine großere Stabilität der Arbeitsverhältnisse zu erreichen und arbeitseinsatzmäßig unerwünschte Fluktuationserscheinungen einzudämmen. In der Landwirtschaft bestand ein größerer Bedarf an Arbeitskräften für die Einbringung der Heuernte. Durch Einsatz von Schulkindern, durch Werksbeurlaubungen von Industriearbeitern, durch Heranziehung von Arbeitsmännern und Soldaten und dank der freiwilligen Mitarbeit von Angehörigen der Partei und ihrer Gliederungen konnten die Erntearbeiten rechtzeitig beendet werden. An Dauerarbeitern für die Landwirtschaft besteht nach wie vor großer Mangel. Im Baugewerbe hat sich die Arbeitseinsatzlage weiter verschärft; zahlreiche Stellen mußten unbesetzt bleiben. Auch in der Metallindustrie ist eine Entspannung nicht eingetreten. In der Ostmark und im Sudetenland hat sich in der letzten Zeit die Lage des Arbeitseinsatzes in ähnlicher Weise wie im Altreich entwickelt; auch dort herrscht bereits ein ausgesprochener Mangel an Fachkräften. Zuchthaus für Strafella Graz, 14. Juli. Am Donnerstagnachmittag wurde im Prozeß gegen den ehemaligen Präsidenten der österreichischen Bundesbahnen Dr. Strafella das Urteil verkündet. Der Angeklagte, eine der berüchtigtsten Gestalten der Systemzeit, dem die mißbräuchliche Verwendung von Geldern der Grazer Straßenbahngefellschaft zu politischen Zwecken zur Last gelegt worden war, wurde zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. hingerichtet 1508 geborene Ernst Pekro aus 25. Mai 1939 zum Tode und zum dauernden worden ist.— Petry, ein gefährlicher der ihn sestnehmen wollte, zu töten. bollstrecht 55m 1939 vom Vollsgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte 42jährige Karl Jurth aus Freiburg i. B. und der ebenfalls vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen zum Tode und zu dauernurteilte Alfons Lüdke aus oden sr ain einer Grenziahe res,. berechher ten Auslandes mit Angehörigen des fremden Nachrichtendienstes in Berührung gekommen. Aus Habsucht unternahm er in ihrem Auftrag mehrere ausgedehnte Ausspähungsfahrten in Gebiete, in denen seine Auftraggeber deutsche mehrwichtige Anlagen vermuteten. Ueber die Ergebnisse seiner Erkundungen erstattete er dann regelmäßig Bericht. Erst seine Festnahme machte seinem landesverräterischen Treiben ein Ende. Lüdte ist in zwei Lehrgängen in Moskau für die illegale Arbeit im Dienste der kommunistischen Internationale geschult worden. Er hat es— teilweise vom Auslande her— unternommen, an mehreren Orten des Reiches eine illegale Organisation ins Leben zu rufen, um die Wehrkraft des Reiches durch Zersetzung der Wehrmacht und durch Sabotage zu schwächen. Im Gau Westfalen=Süd sind bereits in diesem Frühjahr und Sommer wiedere Tausende Kinder in Heime und aufs Land verschickt worden. Allein im Juli führt die Kinderheimentsendung 24 Transporte durch. 17 Transporte führen in unseren Gau und durch 7 kommen südwestfälische Kinder in andere Gaue. Die Transporte bringen 410 Kinder zur Erholung in unsere Heimat. 780 Kinder kehren in diesem Mont in 16 Transporten von einem Heimaufenthalt zurück.. Durch die Kinderlandverschickung werden im Juli 1800 südwestfälische Jungen und Mädel entsandt, und zwar 900 Kinder von Dortmund nach Kurhessen ab Dortmund, 220 von Dortmund in den Gau Weser=Ems ab Dortmund und 650 aus dem Kreis Ennepe=Ruhr nach Württemberg ab Hagen. Vom Land zurück kommen 4500 Kinder, die aus den verschiedensten Gauen in 6 Sonderzügen nach Westfalen=Süd befördert werden. 1100 Kinder werden in diesem Monat in unserem Gau aufgenommen. Sie kommen aus den Gauen Kurhessen, Magdeburg=Anhalt und Essen und finden Aufnahme in allen Kreisen des Gaues. Die Kinder trafen am 6. Juli in Hagen und Soest ein. 1600 Kinder beenden in diesem Monat ihren Aufenthalt in WestfalenSüd. Sie werden mit 3 Sonderzügen in ihre Heimatgaue zurückgebracht. Insgesamt werden in der Kinderlandverschickung im Juli 13 Sonderzüge und 4 Transporte bearbeitet. * Eilzüge durch ein bisher verkehrsarmes Gebiet Direkte Eilzugverbindung Essen— Dortmund— Soest—Warburg— Frankenberg— Marburg— Frankfurt. Seit dem 15. Mai ist der östliche Teil des Gaues Westfalen=Süd mit einer außerordentlich bedeutenden verkehrspolitischen Neuleistung bereichert worden. Er hat eine tägliche Eilzugverbundung erhalten, die außerordentlich gute Anschlüsse vermittelt. Um die günstige Lage des neuen Eilzugpaares zu erläutern, bringen wir folgende Angaben: Warburg(Westf.) Volkmarsen Arolsen Mengeringhausen Twistest Korbach Herzhausen Frankenberg Wetter Sarnau Kölbe Marburg ab 13.52 Uhe 14.13/14.14 14.29 14.34 14.40 14.59/15.05 15.25 15.53/15.58 16.30 16.38 16.44 an 16.50 Zu diesem Eilzug bestehen in Warburg(Westf.) folgende Anschlüsse: 1 Aus Richtung Soest ab 11.54 Uhr „ Paderborn ab 12.36„ „ Altenbeken ab 13.10„ „ Hannover ab 11.00„ „ Essen(Hauptb.) ab 10.40„ Dortmund=Süd ab 11.16„ In Marburg stellt dieser Einzug eine gute Verbindung nach Frankfurt her. Frankfurt an In umgekehrter Richtung: Marburg ab 9.15 Uhr Wetter 9.33 Frankenberg 1035 Herzhausen„08 108 Korbach 10.9411.09 Twiste 11.15 Mengeringhausen 11.27 Arossen. J 46|1147 Volkmarsen 11.46/11.47 Warburg(Westf.) In Warburg vermittelt dieser Einzug gute Anschlüsse;„ 19 10 15 Altenveren an 12.48 Uhl Hagen„ 1316* Paderborn un 15.10„ Soest an 1359„ Dortmund=Süd an 14.2#„ Essen an 15.24„ Der obige Fahrplan beweist, welche Bedeutung diesem neuen Eilzugpaar zukommt, das eine erhebliche Verkürzung der Reisezeit zwischen Westfalen quer durch das Waldecker Land und Kurhessen nach Frankfurt(Main) darstellt. Da offenbar diese günstige Eilzugverbindung noch nicht genügend bekannt ist, wird nochmals vor Beginn der Reisezeit hierauf besonders verwiesen. Aus der Angrrung Tperk und Spiel Am 30. Juli in Frankfurt am Main Die Deutschen Straßenmeisterschaften für Amateure und Berufsfahrer werden am 30. Juli in Frankfurt am Main entschieden. Als Ersatz für die abgesagte Ostpreußenfahrt wird am 30. Juli auf einer fünfmal zu durchfahrenden 51=Kilometer=Rundstrecke der letzte Lauf zur Meisterschaft der Berufsfahrer durchgeführt. Scheller führt gegenwärtig mit 48 Punkten vor Langhoff und Plappert mit je 46 Punkten, sowie Löber und dem Titelverteidiger Arents, die es auf 44 Punkte gebracht haben. Schon am 1. August treffen die Fahrer in einem Rennen in den Straßen Frankfurts erneut zusammen. An Stelle des Großen Preises von Oberschlesien wird am 13. August ein Rennen„Rund um Nürnberg“ veranstaltet. Sport in Kürze Schild und Oberbeck auf Rekordjagd Zwei unserer besten Berufs=Straßenfahrer, der Chemnitzer Hermann Schild und Willi Oberbeck(Hagen), tragen sich mit dem Gedanken, auf der Mailänder Vigorelli=Bahn den Stundenrekord anzugreifen. Ihr erstes Ziel ist natürlich her seit 25 Jahren bestehende deutsche Rekord von Weise mit 42,306 Kilometer, vielleicht schaffen sie aber auch Archambauds Weltrekord von 45,840 Kilometer. Beide haben sich schon mit entsprechenden Maschinen versehen und eifrig trainiert. Schild, der kürzlich sogar Fliegerrennen gewann, ist in einer Bombenform und hat bei seinen Trainingsfahrten mit dem Olympiasieger Lorenz in Chemnitz sehr gute Ergebnisse erzielt. Oberbeck liebäugelt mit der Stehermaschine, zumal er in Weltmeister Metze einen guten Lehrmeister gefunden hat. Drei für die Straßen=Weltmeisterschaft Bei der Straßen=Weltmeisterschaft am 3. 9. auf der Valganna=Rundstrecke in Italien wird Deutschland wieder mit der höchstmöglichen Zahl von Teilnehmern vertreten kann. Obwohl am 6. August in Wuppertal noch eine besondere Vorprüfung in Form eines Rundstreckenrennens angesetzt ist, stehen von den vier Teilnehmern an der Weltmeisterschaft drei so gut wie fest.„ Umbenhauer als Gewinner der Großutschlandfahrt, Scheller und der schnelle Wengler werden nach Varose entsandt. 17 Wagen im Großen Preis von Deutschland Der Große Preis von Deutschland für Rennwagen am 23. Juli auf dem Nürburgring wird eine große Besetzung erhalten. Zu dem Rennen über 500 Kilometer, dem nach den Kämpfen um die Großen Preise von Belgien und Frankreich ganz besondere Bedeutung zukommt und das uns in erster Linie einen verbissenen Zweikampf zwischen Mercedes=Benz und Auto=Union bringen dürfte, wurden 17 Fahrzeuge geweldet. KdF.=Schach-Meisterturnier ni Witten. Die Deutsche Arbeitsfront, RS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Abteilung Feierabend, Sachgebiet Schach, führt in der Zeit vom 6. bis 9. Juli 1939 in Witten(Ruhr), Hotel Monopol, das erste KdF.=Schach=Meisterturnier im Gau Westfalen=Süd durch. Die Südwestfälischen Kreismeister geven sich hier ein Stelldichein, um den Gaumeister zu ermitteln. Zahlreiche Ehrenpreise, u. a. von Gauobmann Stein und der Stadtverwaltung Witten, wurden für die Sieger gegeben. Bereits am Donnerstag, dem 6. Juli, 18 Uhr, war der Empfang der Teilnehmer im Hotel Monopol. Anschließend erfolgten die Bekanntgabe der Turnierordnung und Auslosung der Spieler. HJ.=Heim=Bücherei als Geschenk. Das Amt Körbecke hat sich vor längerer Zeit entschlossen, der Hitler=Jugend des Amtsbezirks eine Bücherei zu schenken. Nunmehr ist die vollständig eingerichtete Bücherei eingetroffen. Die fachliche Beratung erfolgte durch die Staatliche Beratungsstelle für das öffentliche Büchereiwesen in Hagen. Die Uebergabe der Bücherei erfolgte in einer besonderen Feierstunde. Die Bücherei gliedert sich in neun Abteilungen. Sie wurde nach der Uebergabe mit Interesse von der Jugend besichtigt. Ein Freudentag für 150 Mütter. 150 über 70 Jahre alte Mütter des Kreises Dortmund folgten einer Einladung des Deutschen Frauenwerkes zu einer Fahrt zur Hohensyburg. Die Mütter genossen die Fahrt durch das schöne sonnige Land mit sichtlicher Freude. Ein mit Kaffee und Kuchen festlich gedeckter Tisch erwartete die Mütter. Die Kreisfrauenschaftsleiterin begrüßte die Gäste auf das herzlichste und sprach zu ihnen von der neuen Zeit. hinter der selbst die Erinnerung an die sogenannte„gute, alte Zeit“, in der die Frauen jung waren, verblaßt. Nach verschiedenen fröhlichen Vorträgen beschloß ein Gang— und für die behinderten Frauen eine Fahrt— zum Denkmal mit dem herrlichen Rundblick den schönen Nachmittag. Auf den Spuren unserer Ahnen. Der Stab des Reservesturmbannes der 69. SS.=Standarte, Hagen, unternahm eine Studienfahrt zu den Externsteinen, an der auch die Führer der Reservestürme teilnahmen. Die Fahrt hatte besonders den Zweck, die Arbeit des Sommerdienstplanes durch geistige und seelische Eindrücke zu ergänzen. Niedermarsberg erhält ein Hitler=Jugend=Heim. Der schon längst geplante HI.=Heim=Bau für Niedermarsberg kann nunmehr endgültig als gesichert betrachtet werden. Ein Teil der Mittel ist in einem außerordentlichen Haushaltsplan bereitgestellt worden. Für die restliche Finanzierung sind im neuen Haushaltsplan weitere RM. 10000.— ausgeworfen worden. Ein Groß=Sommerfest mit„Kraft durch Freude“. Die Stadtverwaltung Herne hat zusammen mit der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" ein Fest arrangiert,das über 15000 Volksgenossen zu einer frohen Gemeinschaft vereinen soll. Der in buntes Licht getauchte Stadtpark wird am 23. Juli einen noch nie gekannten Besuch erleben. Es ist Vorsorge getroffen worden, daß an diesem Abend 15000 Menschen untergebracht werden können. Artistische Vorführungen, Feuerwerk, Musik und Tanz werden die Feiernden erfreuen. Drei Musikkapellen, darunter auch die des Fliegerhorstes Dortmund, werden zur Unterhaltung und später zum Tanz aufspielen. Hemer erhält einen Festhallenbau. Für die Stadt Hemer ist der Bau einer Festhalle geplant. Noch im Laufe dieses Jahres soll ein Preisausschreiben erlassen werden, um einen geeigneten Entwurf für das neue Gemeinschaftshaus der Stadt zu erhalten. KdF.=Fahrten als Anerkennung. Generaldirektor Honsel von den Honselwerken AG. Meschede hatte zwanzig alte Gefolgschaftsmitglieder eingeladen, um ihnen an seinem Geburtstag seinen Dank für langjährige, treue Pflichterfüllung abzustatten. Die Deutsche Arbeitsfront war vertreten durch den Kreiswart der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" und den Betriebsobmann der Honselwerke. Die Geladenen erhielten als Belohnung für ihre Treue eine nicht alltägliche Auszeichnung, und zwar eine KdF.=Reise. Dreißig Fahrten waren als Geschenk gedacht. Winzerfest in Mehring an der Mosel. Das alljährlich von vielen Tausend Fremden besuchte Winzerfest im Weinort Mehring an der Mosel findet in diesem Jahre in der Zeit vom 1. bis 3. September statt. „Festliche Sommertage“ in Düsseldorf. Vom 12. bis 20. August veranstaltet Düsseldorf eine heimatstädtische Festwoche unter dem Motto:„Festliche Sommertage". Wie im Vorjahre, so wird auch diesmal wieder der„Tanz auf der Königsallee“ einen Hauptanziehungspunkt der Veranstaltung im Freien bilden. Volksbelustigungen aller Art finden auf der großen KdF.=Festwiese im Volksgarten statt. Ein repräsentatives Gebäude nationalsozialistischen Kultur= und Gemeinschaftslebens. Auf Anordnung des Kreisleiters des Kreises Dortmund der NSDAP. wird das Dietrich= Eckart=Haus zu einem repräsentativen Gebäude nationalsozialistischen Kultur= u. Gemeinschaftslebens in Dortmund umgestaltet. Die Arbeiten dürften etwa Mitte August beendet sein. Die Umgestaltung gibt dem Gebäude von Grund auf einen neuen Charakter. Dortmund erhält in diesem Haus ein repräsentatives Empfangsund Gasthaus, wie es noch nie eins gehabt hat. Volkskundliche Sonderschau wurde in Hamm eröffnet. In Hamm wurde im Museum die Sonderausstellung„Ländliches Volkstum in Haus, Einrichtungen und Geräten als Ausdruck des täglichen Lebens“ eröffnet. Ein Flachswettbewerb im Kreise Olpe. An den Anbauern guten Flachses im Kreise Olpe eine Anerkennung zukommen zu lassen, ist den Bauern Gelegenheit zur Teilnahme an einem Flachswettbewerb gegeben. Es sind lohnende Preise in Aussicht gestellt worden. Mit der Teilnahme an dem Wettbewerb sind irgendwelche Unkosten oder Mühen nicht verbunden. Anmeldungen für den Wettbewerb nimmt die Landwirtschaftsschule Altenhundem und Olpe entgegen. Die Anmeldefrist läuft mit dem Ablauf des Monats August ab. Liselotte Kohlmann Wilhelm Zuttringhaus Verlobte Schwerte-Ruhr Hörderstr. 43 16. Juli 1939 Wetter-Ruhr Weldenstr. 8 1539 Wir haben uns verheiratet: Hermann Fasse Else rasse geb. Otten Schwerte-Ruhr, den 15. Juli 1939 Schillerstr. 14 5 Frisch und froh beginnen Sie Ihre Tagesarbeit, wenn Sie mit Sani=Drops eine gründliche Darmentleerung gehabt haben. Sani=Drops wirken milde und zuverlässig. Packungen zu R 1.=2.75 u. 7.— Drogerie E. Grasekamp, (Drogerie E. Heppe), Ostenstr. 3. 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Fritz Schellmann Sprechstunden vorläufig Im Krankenhaus von 11—12 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Teleion 2523. Aus amtl. Bekanntmachungen Abholung und Entschädigung über verendete Tiere im Landkreise Iserlohn. Die Firma Heinrich Hooß, Bochum= Langendreer, Heimelsberg, Fernruf: Bochum 71 303, ist auf Grund des Tierkörverd##citigungsgesetzes vom 1. 2. 1939(RGBL. I. S. 187) und der hierzu ergangenen Verordnungen weiterhin als einzige für den Landkreis Iserlohn zugelassene Stelle von mir bestimmt worden, der die Abholung verendeter Tierkadaver(mit Ausnahme von Geflügel) obliegt. Im Falle Verendung von Tieren ist der genannten Firma sofort, möglichst fernmündlich, Mitteilung zu machen; für die Zeit vom 1 5. 5. bis 15. 9. jeden Jahres ordne ich hiermit die fernmündliche oder telegrafische Anzeige an genannte Firma an. Für die an die Firma Hooß ordnungsmäßig abgelieferte Tierkadaver ist mit Wirkung vom 1. 4. 1939 folgende Entschädigung festgesetzt worden: 1. für Fohlen von 3 Wochen— 1 Jahre und Esel 4.— RM. 2. für Pferde von 1 Jahr— 2 Jahre, sowie Maulesel und Maultiere 7.—„ 3. für Pferde über 2 Jahren 10.—„ 4. für Kälber von 3 Wochen— ½ Jahr 2.—„ 5. für Rinder von 5 Jahr—1 Jahr 4.—„ 6. für Rinder von 1—2 Jahre 7.—„ 7. für Rinder über 2 Jahre 12.—„ 8. für über 6 Wochen alte Schafe ohne Wolle 1.50„ 9. für über 6 Wochen alte Schafe mit Wolle 2.50„ 10. für über 6 Wochen alte Ziegen 1.50„ 11. für Schweine von 1—2 Ztr. Gewicht 2.—„ 12. für Schweine von 2—3 Ztr. Gewicht 3.—„ 13. für Schweine über 3 Ztr. Gewicht 4.—„ Die Auszahlung der Entschädigung erfolgt durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen(Verwaltung des Provinzialverbandes), Münster(Westf), Landeshaus. Der Vorsitzende des Kreisausschusses des Landkreises Iserlohn. I. V. gez. Burkert, Regierungs=Assessor. Die Gesellschaft Hütte E. V. hat ihre Auflösung beschlossen. Als Liquidator fordere ich alle Gläubiger dieser Gesellschaft auf, etwaige Forderungen innerhalb 2 Wochen bei mir anzumelden. Carl Roeber, Holzen über Schwerte-Ruhr Schwerter Kirchweg. Kofferempfänger Autoempfänger Schallplatten Kaufs Mln. Fernrut 2606 am Kino hIs chränke zu günstigen Zahlungsbedingungen SS SI F4 K von Max Mehlhose Photo-Drogerie Kaufmännischer Angestellter sucht für sofort oder 1. 8. 39 möbl. Zimmer mit oder ohne Pension. Offerten unter Nr. 1540 an die Geschäftsst. dies. Zeitung. Akademiker sucht möbliertes Eilmher evtl. mit halber Pension. Angebote unter Nr. 1534 an die Geschäftsst. dies. Zeitung. RadioApparate KofferEmpfänger, Schallplatten in großer Auswahl bei Sichtenhagen August=Haßler=Straße 17 Ruf 2477 Röhrenprüfstelle— Reparaturwerkstatt Wanzen vernichtet seit 26 Jahren unter schriftlicher Garantie geruchlos und unauffällig. Man verlange Offerte und kostenlosen Besuch. Kammerjäger Friederichs, Letmathe. Ruf Iserlohn 2870. 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Im Krankenhaus Bochum starb am Mittwoch die erste Leiterin der NS.=Frauenschaft Westhofen, Frau Marie Luise Schröder. Die Verstorbene war Mitbegründerin und 1. Leiterin der NS.=Frauenschaft Westhofen. Durch ihre Tatkraft hat Frau Schröder es verstanden, 1932 aus kleinsten Anfängen heraus und mit wenigen treuen Mitgliedern eine feste und starke RS.=Frauenschaft aufzubauen, der sich später das Deutsche Frauenwerk und die Jugendgruppe anschlossen. In ihrem unermüdlichen Eifer um die RS.=Frauenschaft schonte Frau Schröder sich nicht, obwohl sie längst von einem Leiden befallen war. Nun hat der Tod ihrem Streben ein Ziel gesetzt. Frau Schröder war Parteigenossin und stand schon lange Zeit vor der Machtübernahme zur Bewegung des Führers. Leih=Bücher zurückgeben! Westhofen. Es dürfte mehr als bekannt sein, daß aus einer Leihbücherei entliehene Bücher auch wieder zurückgegeben werden müssen. Das haben verschiedene Volksgenossen nicht getan. Sie mußten deshalb zur Anzeige gebracht werden. Also! Leihbücher nach Ablauf der Frist wieder zurüückgeben. Asche entwendet. Westhofen Von einem größeren Lagerplatz in Westhofen wurde eine größere Menge Asche entwendet. Die Abfuhr dieser Asche kann nur mittels Fuhrwerk vorgenommen worden sein. Sachdienliche Angaben in dieser Sache erbittet die hiesige Ortspolizeibehörde. Aus dem Männerchor. Westhofen. Seit einigen Monaten steht der „Männerchor Westhofen, gegr. 1834“ unter der Leitung des Dirigenten W. Peters, Schwerte. Bei dem Besuche einer Chorstunde konnten wir uns davon überzeugen, daß die Leistungen des „Männerchors“ weiterhin auf beachtlicher Höhe stehen. In der anschließend stattgefundenen Versammlung gab der Vereinsführer bekannt, daß am Sonntag im Buchenwalde in der sogenannten Bodelle das traditionsmäßige Waldfest stattfindet. Weiter ist im Oktober ein großes Herbstkonzert unter Mitwirkung einer bekannten Militärkapelle vorgesehen. Im August nimmt der„Männerchor“ an einem Jubilumsfest eines Nachbarvereins in Ergste teil. Wir verließen den „Männerchor“ in dem Bewußtsein, daß ihm heute wie vor über 100 Jahren die Pflege des Deutschen Männergesanges eine ernste Angelegenheit bedeutet. Letzte politische Meldungen Bollwerk der Ordnung Italienische Warnungen an die Einkreiser Rom, 14. Juli. Die Manöver der Einkreiser und ihre verstärkte Agitationstätigkeit werden in der italienischen Presse trotz der im Mittelpunkt stehenden Berichte über die Zusammenkunft des italienischen Außenministers mit dem Caudillo sehr aufmerksam verzeichnet. Daß insbesondere in England kein Tag vergeht, ohne daß die Regierung entweder„Propagandaflüge" organisiert oder die Kriegspsychose durch Einberufung von Marinereservisten oder Bereitstellung von Mitteln für die eigene Aufrüstung und die seiner Schutzbefohlenen zu erhöhen versuche, betrachten die italienischen Blätter übereinstimmend nicht nur als einen deutlichen Beweis dafür, daß die englischen Kriegstreiber immer mehr an Boden gewinnen, sondern daß man es in Großbritannien auch offenbar für nötig erachtet, sich selbst und den übrigen Einkreisungsmächten Mut zu machen. Sollte aber London mit seinen theatralischen Gesten etwa die Achsenmächte einschüchtern wollen, so sei einem derartigen kindischen Versuch ein kläglicher Mißerfolg beschieden.„Tevere“ schreibt, die Zeiten der Flottendemonstrationen und erst recht der Luftdemonstrationen seien endgültig vorbei. Eine Wiederholung derartiger „Luftmanöver“, könnte jedenfalls zu unliebsamen Mißverständnissen Anlaß geben und eine Entgegnung der Achsenmächte— die bekanntlich schon längst den gesamten Luftraum beherrschen— zur Folge haben. Als einheitlicher geschlossener Block, so betont man in hiesigen politischen Kreisen, bilden das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit ihren überwältigenden militärischen Machtmitteln ein stählernes Bollwerk der Ordnung und des Gleichgewichts in Europa, das kein noch so hinterlistiges Manöver der Einkreisungspolitiler beeindrucken oder gar beeinflussen könne. „Der Hieb hat gesessen“. Verlegenheit über den italienischen Protest gegen den Sandschak=Schacher Paris, 14. Juli. Die Note der italienischen Regierung an die französische Regierung, in der die italienischen Vorbehalte zu einem Schachergeschäft um den Sandschak zwischen Frankreich und der Türkei geltend gemacht wurden, wird in der Pariser Presse mit Verlegenheit ausgenommen, die sich hinter tendenziösen Angriffen gegen die italienische Politik und hinter plumpen, formaljuristischen Einwänden zu verbergen sucht. Bezeichnenderweise befürchtet man in Paris, daß eine Diskussion dieser Frage das ganze Problem der Mandatsgebiete aufrollen könnte. Eine sowjetamtliche Meldung Neue schwere Kämpfe an der mandschurischmongolischen Grenze„ Moskau, 14. Juli. Die Taß verbreitet eine amtliche Verlautbarung, der zufolge die Kämpfe an der Grenze zwischen Mandschukuo und der Aeußeren Mongolei immer noch nicht zum Stillstand gekommen sind. In der Zeit vom 6. bis 12. Juli ist es nach dieser Verlautbarung zu einem neuen Konflikt gekommen, an dem auf beiden Seiten sämtliche Truppengattungen, Infanterie, Tanks, schwere Artillerie und Flugzeuge, zum Einsatz kamen. Das Moskauer Kommuniqué spricht von mehreren Infanteriedivisionen, einer großen Zahl von Tanks, schwerer Feldartillerie, Panzerbrigaden und mehreren Kavallerieregimentern. Die Opfer an Toten und Verwundeten sollen in die Tausende gehen. In wenigen Zeilen Die britische Küsten= und Flakartillerie von Gibraltar veranstaltete volle vier Stunden hindurch ununterbrochen Schießübungen. Von Algeciras aus konnte beobachtet werden, daß die Geschosse in die Meerenge einschlugen. Das holländische Wochenblatt„De Waag“ wendet sich gegen die in Westeuropa herrschende Nervosität, der es die Ruhe und das Vertrauen der deutschen Bevölkerung gegenüberstellt. Diese Unruhe, stellt das Blatt fest, werde einzig und allein durch die britische Agitation erzeugt. Lei Lowicz in Mittelpolen fuhr ein von einem betrunkenen Fahrer gesteuerter Lastkraftwagen gegen einen Autobus, der in den Straßengraben stürzte. Vier Fahrgäste wurden gatötet, 14 verletzt. In der Flugzeugfabrik Roe u. Co. in Failsworth traten 1000 Mechaniker und Lehrlinge wegen Akkordlohnstreitigkeiten in den Streik. Der Streik in dem Militärlager Blandford, wo 5000 Arbeiter in den Ausstand getreten waren, dauerte an. Unsere Rätsel in der nächsten Ausgabe am Grau Paradiso Itelienische Soldaten in den Bergen verunglückt Mailand, 14. Juli. Zwei Offiziere und zwei Unteroffiziere der Militärschule für Alpinismus in Aosta sind bei einer Besteigung im Gebiete des Gran Paradiso tödlich verunglückt. Sie waren in der Morgendämmerung aufgestiegen, um auf Grund des Programms der Bergsteigerschule eine normale Uebungsbesteigung auf die 3400 Meter hohe Cima Patri zu unternehmen. Als die vier Bergsteiger am Abend beim Appell fehlten, wurden mehrere Patrouillen ausgesandt, um nach ihnen zu suchen. Man fand sie schließlich alle vier tot auf. Sie müssen, nachdem sie die Spitze erreicht und mehrere schwierige Hindernisse bewältigt hatten, beim Uebersteigen eines verschneiten Kammes abgestürzt sein. Anscheinend hat der Schnee infolge der großen Hitze nachgegeben, so daß die vier an einem Seil hängenden Soldaten den Halt verloren und in die Tiefe stürzten. 40 Volkswohnungen für Gevelsberg. In Gevelsberg wird in Kürze mit dem Bau von 40 Volkswohnungen begonnen. Für das Jahr 1940 sind weitere Bauabschnitte vorgesehen. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. IV./39: 1498. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung. Aestsarerralld Aheltkturl. Ungetreuer Buchhalter Knapp am Zuchthaus vorbeigekommen Solingen. Ein bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte bestrafter 44jähriger Solinger, der eine Vertrauensstellung in einem Solinger Unternehmen innehatte, stand unter Anklage der Unterschlagung und der gewinnsüchtigen Urkundenfälschung. Er hatte in nicht weniger als 31 Fällen seine Firma geschädigt, indem er Auszahlungen an Lieferanten nicht vornahm, sondern das Geld zum Teil in die eigene Tasche steckte und die Quittungen mit falschen Unterschriften versah. Als Motiv gab der Angeklagte, der nach sechsjähriger Arbeitslosigkeit erst seit einem Jahre wieder in Stellung war, Not und Krankheitsfälle in seiner Familie an. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis, wobei das Gericht bemerkte, daß der Verurteilte diesmal nur knapp am Zuchthaus vorbeigekommen sei. Gefängnis für einen Von Juan Wuppertal. Ein Urteil, das sich alle Don Juans der Straße, alle Kavaliere mit „Schneid“ hinter den Spiegel stecken dürfen, fällte das Wuppertaler Amtsgericht. Dort hatte sich ein 33jähriger Mann wegen Beleidigung zu verantworten. Er hatte vor einigen Wochen in den Morgenstunden auf einer Straße in Barmen eine verheirätete Frau am Arm gefatzt, ihr seine Begleitung angeboten und sie auch eine ganze Weile festgehalten, als sie sich lebhaft weigerte, mit ihm zu gehen. Vor den Schranken des Gerichts behauptete der Angeklagte, die Frau mit einer Bekannten verwechselt zu haben, vermochte sich jedoch nicht des Namens dieser„Bekannten“ zu entsinnen. Er wurde zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Das Gericht machte ihn darauf aufmerksam, daß solche Beleidigungen, wie sie sich der Angeklagte habe zuschulden kommen lassen, mit Strafen bis zu zwei Jahren geahndet werden könnten. Alle jene möchten sich das gesagt sein lassen, die zuweilen Lust verspürten, Frauen auf der Straße zu belästigen. Die anständige Frau genieße den Schutz ihrer Frauenehre. Drei Jahre Zuchthaus für ein üblen Betrüger Siegen. Der 36jährige und nicht weniger als #7mal vorbestrafte H. Schmidt hatte sich vor dem Siegener Schöffengericht wegen Rückfallbetruges in drei Fällen zu verantworten. Als Vertreter einer Krankenversicherung warb er im Sommer des vergangenen Jahres bei alten Versicherungsnehmern und versuchte bei diesen, Höchstversicherungen oder von ihm erfundene Rückversicherungen, die es gar nicht gibt, abzuschließen. Eine Witwe in Siegen wußte er mit seinen Schwindeleien so überzeugend hereinzulegen, daß sie auf den. Vorschlag der Nachzahlung einging und ihm nach und nach 3000 RM., die sie im Laufe der Jahre gespart hatte, zahlte. Das ergaunerte Geld verbrachte der Angeklagte in zweifelhafter Gesellschaft. In einem weiteren Fall schwatzte er einem Pferdehalter in Anzhausen eine Pferdeversicherung auf, obwohl die Versicherung sich bereits in Liquidation befand. Die Versicherungsprämie in Höhe von 45 RM. kassierte er gleich für ein ganzes Jahr ein und behielt das Geld für sich. Der Staatsanwalt bezeichnete den Angeklagten als einen üblen Verbrecher, dem sein gemeingefährliches Handwerk für längere Zeit gelegt werden müsse. Das Schöffengericht entsprach dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den Angeklagten wegen Rückfallbetruges in zwei Fällen zu drei Jahren Zuchthaus, zu 3000 RM. und 50 RM. Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Ausban der Anwersnat=Tenn Millionenbeträge für Universitäts- u. Schulbauten im Rheinland Köln. Im diesjährigen Haushaltsplan des Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ist das Rheinland mit nennenswerten Beträgen bedacht, die der Erweiterung und Verbesserung von Hochschulinstituten und höheren Lehranstalten dienen. Die Technische Hochschule in Aachen erhält für den Neubau eines chemisch=technischen und organisch=technischen Institutes einen Teilbetrag von 50000 RM. Für den Erweiterungsbau der Oberschule für Jungen in Birkenfeld wurde ein erster Teilbetrag von 100000 RM. eingesetzt. Die Universität Bonn ist mit mehr als drei Millionen RM. bedacht worden. Es wurden bewilligt: für den Neubau der chirurgischen Klinik ein erster Teilbetrag von 1250000 RM., für den Neubau der medizinischen Klinik ebenfalls ein erster Teilbetrag von 1250000 RM., für den im Gange befindlichen Neubau der Kinderklinik ein dritter Teilbetrag von 600000 RM., für den Neubau einer Sportplatzanlage des Hochschulinstituts für Leibesübungen ein erster Teilbetrag von 100000 RM., für den Neubau eines Wirtschaftsgebäudes und eines Gewächshauses bei der Versuchswirtschaft Marhof 60000 RM. und für den Neubau eines Arbeiterwohnhauses auf dem Versuchsgut Dickopfshof 43000 RM. Für Bonn ist damit endlich der so lange angestrebte Neubau der Kliniken erreicht, der für die Universität von erheblicher Bedeutung ist. Zum Neubau einer Hochschule für Lehrerbildung in Trier hat das Ministerium einen ersten Teilbetrag von 200000 RM. bereitgestellt und dazu für den Um= und Erweiterungsbau der Oberschule für Mädchen in Trier einen weiteren Teilbetrag von 447000 RM. im Haushaltsplan eingesetzt. Jeder Tepadle melee sich! Millionenfonds für die Auslese— Der Plan der Arbeiten Berlin. Das unter der Schirmherrschaft von Generalfeldmarschall Göring soeben begründete „Begabtenförderungswerk des deutschen Volkes“ gehört zu den Einrichtungen des nationalsozialistischen Staates, die sonst ohne Beispiel in der Welt sind. Die bisher in Deutschland durch einzelne Stiftungen, Betriebe oder Gemeinden erfolgte Zuschußgewährung für Ausbildungszwecke litt naturnotwendig unter den Folgen der Zersplitterung, die nach den Feststellungen der DAF. so weit ging, daß z. B. eine Gemeinde, deren Haushalt solche Zuschüsse vorsah, sie grundsätzlich nur in ihrem Bereich, wenn auch an zweit= oder drittrangige Begabungen, ausgab, während in der Nachbargemeinde, die kein Geld für solche Zwecke hatte, wirkliche Begabungen ohne Förderung bleiben mußten. Aehnliches gilt für die Wirtschaft, wo es besonders bei den Mittel= und Kleinbetrieben mit der Förderungsmöglichkeit vielfach arg aussehen mußte. Diese Kirchturmspolitik in der Menschenauslese bzw. Fehlleitung von Förderungsmitteln wird nun, wie uns die Abteilung Begabtenförderung in der Führungsstelle des Reichsberufswettkampfes mitteilt, verschwinden. Selbstverständlich sollen vor allem die bestehenden Förderungsfonds der Betriebe erhalten werden. Der bei dem Leiter des Berufswettkampfes aller Schaffenden zu bildende Zentralfonds des Begabtenförderungswerkes aber, der erhebliche Millionenbeträge aus Mitteln der DAF., des Staates, der Gemeinden und der gewerblichen Wirtschaft erhalten wird, ist der unerläßliche Ausgleichs= und Ergänzungsfaktor für alle Fälle, in denen öffentliche oder private Quellen gar nicht oder nicht ausreichend erschlossen werden können. Zugleich wird eine zentrale Bearbeitung der ganzen Begabtenförderung an neutraler und objektiver Stelle ermöglicht, wie sie im Volksinteresse liegt. Man kann sogar hoffen, daß, wie zum Teil schon geschehen, bei dieser Gelegenheit die zahllosen Stiftungen. die heute wegen längst überholter Zweckbestimmungen nicht mehr zum Zuge kommen können, auf das große Begabtenförderungswerk umgeschaltet werden. Das Antragsrecht auf Uebernahme in die Begabtenförderung soll jedem offenstehen, für Einen Mörder Essen. Das Essener Schwurgericht verurteilte nach viertägiger Verhandlung den 25 Jahre alten Stanislaus Switon aus Bottrop wegen Mordes zum Tode, wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Zuchthaus und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. Der Staatsanwalt hatte die gleichen Strafen beantragt. Switon, der von seinem Stiefvater als ein leichter Bursche geschildert wurde, lernte 1937 die 23 Jahre alte Hedwig Liptak aus EssenBorbeck kennen, mit der er sich Weihnachten 1938 verlobte. Schon bald nach dem Verlöbnis kam es zu Auseinandersetzungen, da die Braut, die als sparsames und arbeitsames Mädchen geschildert wurde, von ihrem Verlobten einen sparsameren Lebenswandel verlangte, damit sie nicht allein für die Anschaffung der Aussteuer zu sorgen habe. Bereits zu Ostern hob die Braut das Verlöbnis auf, doch renkten die Angehörigen des Switon die Sache wieder ein. Am ersten Pfingsttag kam es dann zum endgültigen Bruch. Seine von seiner Braut aufgehobenen Ersparnisse verjubelte S. in Dirnenkreisen. Nachdem Switon sich am Tage zuvor einen Glasschneider und ein Beil gekauft hatte, das er in einem Versteck niederlegte, drang er in der Nacht zum 31. Mai zwischen 1 und 2 Uhr durch das zerschlagene Hoffenster in das Schlafzimmer seiner Braut und deren Mutter ein und schlug in brutalster Weise mit dem Beil auf die beiden Frauen ein. Die Mutter trug lebensgefährliche Verletzungen davon. an denen sie ihr ganzes Leben zu leiden hat, die Tochter erhielt insgesamt 17 schwere und tiefe Beilhiebe, die zum Tode führten. Auf die Hilferufe der Frauen herbeieilende Nachbarn nahmen Switon fest. In der Verhandlung wollte er sich an nichts mehr erinnern. Das Schwurgericht kam auf Grund der Beweisaufnahme zu der Feststellung, daß zweifelsfrei Mord vorliegt und daß bei der Schwiegermutter von einem versuchten Mord gesprochen werden müsse. Vollstreckung eines Todes= urteils Dortmund. Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichts in Hamm teilt mit: Am 15. Juli ist der am 1. März 1913 in Sölde geborene Fritz Osthoff hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Dortmund wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens und wegen versuchten Mordes zum Tode verurteilt worden war. Osthoff, ein vielfach vorbestrafter und gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, der durch seine Raubzüge zum Schrecken der Bevölkerung des Münsterlandes geworden war, hatte am 13. Mai 1939 in Drensteinfurt einen Gendarmeriebeamten, der ihn festnehmen wollte, niedergeschossen. Der Beamte hatte schwere Verletzungen erlitten, die aber glücklicherweise nicht zu seinem Tode führten. auch denen, die aus irgendwelchen Gründen nicht am Berufswettkampf teilnehmen können. In der Regel aber werden, abgesehen vom Berufskampf als großer Auslesebasis, die Anträge von der Partei und den Formationen oder von den Betrieben ausgehen. Jeder Volksgenosse, auch der ärmste, wird nun die Chance haben, seinen Fähigkeiten entsprechend für den Lebenskampf ausgerüstet zu werden. Allerdings müssen der Förderung würdige Anlagen gegeben sein. Deshalb wird am Anfang eine sehr strenge Auslese stehen. Der Antragsteller wird seine Ausbildungswünsche äußern, und es wird dann durch eine fachliche Arbeitsgemeinschaft, gegebenenfalls in einem etwa achttägigen Ausleselager, gewissenhaft geprüft, ob der Einsatz öffentlicher Mittel für diesen Förderungswunsch berechtigt ist, oder ob eine andere Förderungsrichtung den Anlagen des Antragstellers und damit dem Nutzen der Gemeinschaft mehr entspricht. Wer aber einmal als förderungswürdig ausgelesen ist, der soll auch nicht mit unzureichenden Teilbeträgen abgespeist werden, sondern wirtschaftlich ausreichend bis zur Feststellung seiner Eignung oder zum Abschluß der Ausbildung gefördert werden. Dabei wird dafür gesorgt werden, daß der bloße Berufsstreber, dem es an der unerläßlichen charakterlichen Grundlage fehlt, nicht mehr durchschlüpfen kann. Unverschuldete und erbbiologisch nicht ausschließende körperliche Behinderungen werden dem Tüchtigen nicht im Wege stehen. Mit Aufstiegsgedanken im liberalistischen Sinne hat das Begabtenförderungswerk nichts gemein. Nicht deshalb soll jemand auf einen anderen Arbeitsplatz kommen, weil das für ihn„standesgemäß“ ist, sondern weil dort von ihm größere Leistungen für das Volksganze erwartet werden. Auf der Ferien=Paddelfahrt zu Tobe gekommen Kleve. Ein hiesiger Einwohner hatte mit seiner Tochter eine Ferienfahrt im Paddelboot auf der Weser unternommen. Wie jetzt aus Karlshafen gemeldet wird, war das Paddelboot, das hinter einem Blockschiff herfuhr, von einem Motorboot gerammt worden. Vater und Tochter wurden schwer verletzt und stürzten in die Weser. Das Mädchen konnte gerettet werden, der Vater jedoch ertrank. Feuerwehrübungen dürfen nicht geschwänzt werden Gießen. Das Amtsgericht in Gießen fällte am Freitag ein für Feuerwehrmänner, besonders für Angehörige von Pflichtfeuerwehren wichtiges Urteil. Ein Mann aus Reiskirchen (Kr. Gießen), der der dortigen Pflichtfeuerwehr angehört, hatte eine ordnungsmäßig angekündigte Feuerwehrübung geschwänzt und dafür einen Strafbefehl über 5 RM. erhalten. Diese Strafe erschien ihm unangebracht und er legte Einspruch dagegen bei dem Amtsgericht in Gießen ein. Hier wurde festgestellt, daß der Mann nicht nur der fraglichen Uebung unentschuldigt ferngeblieben war, sondern daß er in den Jahren 1938 und 1939 von elf Feuerwehrübungen neun und zum Teil unentschuldigt geschwänzt hatte. Im Hinblick auf diese mangelhafte Pflichtauffassung erhöhte das Amtsgericht die Geldstrafe auf 10 RM., um dem Mann eindringlich zum Bewußtsein zu bringen, daß Feuerwehrübungen nicht geschwänzt werden dürfen. Eine wichtige Entscheidung Jüdische Arbeiter haben keinen Anspruch auf Bezahlung des 1. Mai Köln. In einem Kölner arischen Betrieb werden mehrere jüdische Arbeiter beschäftigt, die diesem Unternehmen vom Arbeitsamt zugewiesen wurden. Einer von ihnen klagte nun am Kölner Arbeitsgericht auf Zahlung des Lohnes für den nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai, an dem nicht gearbeitet wurde. Er begründete seine Klage damit, daß allen arischen Arbeitern des Betriebes der Lohn für diesen Tag ausbezahlt worden sei, nur den Juden nicht. Das Gericht wies die Klage ab und führte in seiner Begründung folgendes aus: Der jüdische Kläger, der grundsätzlich Stundenlohn erhielt, hat nur Anspruch auf Entlohnung der tatsächlich geleisteten Arbeit. Dies gilt auch für den Arbeitsausfall am 1. Mai. Wenn dem deutschen Arbeiter für diesen Feiertag auf Grund besonderer Anordnung der Lohn gezahlt wird, so liegt der tiefere Sinn dieser Bestimmung darin, dem deutschen Arbeiter ein festliches Begehen des 1. Mai zu ermöglichen, ohne daß er sich wegen eines Verdienstausfalles Gedanken machen muß. Diese Erwägungen aber treffen bei jüdischen Arbeitern nicht zu. Sie sind weder Volksgenossen, noch Reichsangehörige, sondern lediglich Staatsangehörige, die mitzufeiern keinerlei Veranlassung haben. Die gesetzliche Regelung für diesen Feiertag muß dahin ausgelegt werden, daß sie auf Juden keine Anwendung findet. Schon der Wortlaut des Gesetzes spricht lediglich von dem Feiertag des deutschen Volkes. Die Klage muß daher kostenpflichtig abgewiesen werden. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieser Entscheidung wird die Berufung zugelassen. Französisches Generalkonsulat in Köln Köln. Der Bezirk des Französischen Generalkonsulats in Köln umfaßt seit dem 1. Juni d. J. die Rheinprovinz ohne den Regierungsbezirk Düsseldorf. Wegen Amtsunterschlagung 3½ Jahre Gefängnis Köln. Ein 38jähriger lediger Revierförster, seit 1934 in Diensten der Stadt Köln, ließ sich, wie eine Revision im Vorjahre feststellte, schwere Unterschlagungen zuschulden kommen. die ganz genau nicht mehr feststellbar sind, aber nach den eigenen Angaben des ungetreuen Beamten zwischen 11000 und 12000 RM. betragen. An Nutz= und Brennholz verkaufte er allein für rund 10000 RM. und behielt den Erlös für sich. Nach den angestellten Ermittlungen verjubelte der Angeklagte das gesamte unterschlagene Geld in der Lebewelt. Nach Aufdeckung ging er flüchten, wurde in Hamburg verhaftet und befindet sich seit November 1938 in Untersuchungshaft. Die 7. Große Strafkammer verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung in Tateinheit mit Betrug zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 3½ Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft, außerdem zu 50 RM. Geldstrafe. Juden beachten ihn um sein Amt— Fünf Monate Gefängnis und 670 RM. Geldstrafe Aachen. In der vergangenen Woche verurteilte das Schöffengericht in Aachen einen 42 Jahre alten Mann, der widerrechtlich Vermögenswerte von in Köln wohnhaften Juden ins Ausland geschmuggelt hatte, zu fünf Monaten Gefängnis und 670 RM. Geldstrafe. Irrtümlicherweise war gemeldet worden, daß es sich bei dem Verurteilten um einen Lokomotivführer gehandelt habe. Wie eine Nachprüfung ergab, handelt es sich bei dem Bestraften um einen Mann, der dienstlich die Postwagen der internationalen Züge zu begleiten hatte. Der Flugplatz der Ordensburg Vogelsang fertiggestellt Ordensburg Vogelsang. Nach Beendigung der Bauarbeiten auf dem Gelände des Flugplatzes der Ordensburg Vogelsang ist jetzt die fliegerische Schulung des Führerkorps und der Burgmannschaft, die bisher in der NS.=Fliegerschule Köln durchgeführt wurde, nach Vogelsang verlegt worden. Am Tage der feierlichen Eröffnung der Flugschule wurden el Maschinen von Köln nach Burg Vogelsang übergeführt. Ein Apfelbaum mit Blüten und Früchten Ahrweiler. In dem Garten eines Einwohners aus Ahrweiler kann man zur Zeit eine seltene Laune der Natur beobachten. Ein Apfelbaum trägt etwa zur Hälfte reifende Früchte, während die übrigen Aeste vollentfaltete Blüten zeigen. Er hatte nur einen festen Schlaf Als sich in diesen Tagen eine Passagier= maschine dem Flugplatz von Croydon näherte, gab der Radiotelegraphist eine Nachricht durch, wonach ein Passagier offenbar ohnmächtig geworden und erkrankt sei. Seine Versuche, den Passagier zu wecken, seien jedenfallt fehlgeschlagen. Man möge einen Arzt zur Landung senden. Der Arzt war rasch zur Stelle. Aber der Passagier rieb sich erstaunt die Augen und versicherte, daß er sich sehr wohl fühle und keiner Hilfe bedürfe. Er sei ein Tiefschläfer und könne nie durch einen Wecker und auch oft nicht einmal durch energisches Schütteln aus dem Schlaf gerissen werden. Der Radiotelegraphist habe ihn offenbar viel zu zart behandelt. In Croydon atmete man erleichtert auf. GasOpst des kchila A EN Pau0 SAe Eschhzen 10 Regina ist totenbleich geworden. „Nein, nein!“ stößt sie hervor und streckt abwehrend die Hände aus. Erstaunt schaut der Landjäger auf. „Was ist Ihnen?“ fragt er. Da räuspert sich Jan, der hinter der Torfkiste sitzt. „Es ist schon gut...!“ meint er.„Die Bäuerin ist nicht gut zurecht. Sie hat etwas Fieber. Und es wäre wohl besser, sie ginge wieder zu Bett, damit sie sich ganz erholt. Und sobald Herr Weyd kommt, will ich ihm sagen, daß er seinen Wagen abholt! Besten Dank zuch!“ Der Landjäger schüttelt den Kopf. „Ist Herr Weyd denn nicht auf dem Hof?" fragt er überrascht. „Er ist bereits gestern morgen fortgefahren. Vielleicht hat er eine Panne gehabt. Im Nebel konnte ihm keiner zu Hilfe kommen. Die nächste Tank= und Autohilfsstelle ist eine gute Wegstunde weiter. Zum Rothhof ist er nicht zurückgekehrt, weil ihm doch keiner helfen konnte. Wir verstehen nämlich nichts von Autos!“ Während Jan das sagt, schaut er zu Regina hin. Die steht mit weiten Augen und starrt in das Nichts. Gertrud schlägt die Hände zusammen. Kein Laut kommt aus ihrer Kehle. „Na, so wird es wohl sein! Wenn nur der Herr Weyd seinen Wagen abschleppt!“ meint der Landjäger gemütlich.„Ich werde sehen, daß ich den Autobesitzer auftreibe. Ein Unsinn auch, an einem solchen Tage, wie wir ihn gestern hatten, loszufahren! Dann nichts für ungut!“ Wieder geht das Schüttern über die Deele. Die Nagelschuhe des Landjägers schlagen einen harten, unerbittlichen Takt auf den Boden. Regina geht in die Aufkammer zurück. Ihre Füße tragen sie kaum, ihre Knie knicken ein bei jedem Schritt. Sie fühlt sich an der Wand entlang, zittert, weint, friert. Endlich— die Türe. Jan merkt, wie sie seltsam hart ins Schloß schlägt. Dann ist es still. Drinnen in der Kammer steht Regina am schmalen Fenster. Die Fensterscheiben laufen unter dem erregten Atem der Bäuerin an. Tropfen wie Tränen laufen an dem Glas nieder. Draußen stehen Sonnenflecken auf den Asterbüschen. Aber das Licht ist bleich. Es hat keine Kraft mehr, die Welt zu vergolden. Ein Beben geht durch Reginas Gestalt. Sie kann nichts mehr denken, nichts mehr fühlen. Im Hause schlägt eine Tür. Da schreit Regina auf. Es ist ein heiserer, trockener Schrei. Um Augen und Mund der Frau ziehen sich unzählige Linien. An der Nasenwurzel liegen zwei tiefe Falten des Schmerzes. Das Verhängnis ist herangekommen. Regina weiß es. Der Landjäger fand das herrenlose Auto. Nichts mehr zu retten. O große Qual! Regina hat tote Augen. Die Hände liegen verkrampft über der Brust. Regina trägt ihr Geheimnis. In den nöchsten Tagen wird man sie fragen. Die Polizei wird kommen. Und die Frage wird gehen: Wo ist Weyd? Wo ist Weyd? Regina preßt die Lippen fest aufeinander. Ihr Herz wird schweigen wie ein Schrein, ihr Mund wird stumm sein, wie ein Kiesel im Wasser. De Bäuerin setzt sich auf einen alten Bauernstuhl. Wie eine Figur verharrt sie. Die Augen sind offen und warten. Die Stunde des höchsten Leids wird kommen. Alle Nerven spannen sich. Lähmen peinigt die Glieder. Tod wäre hier Erlösung. * Am Nachmittag fliegt zum erstenmal die Frage auf? Wo ist Hans Weyd? Zwei Landsäger sind gekommen. Der eine hat das Notizbuch aufgeklappt und will die Antworten aufschreiben, die Regina geben soll. Die Bäuerin steht unbeweglich. „Eigentümlich!“ meint der eine Beamte. „Man findet das Auto. Der Besitzer ist— wie wir gehört haben— guter Dinge vom Rothhof fortgefahren. Der Wagen steht am Wegrand, gerade an Schöllers Ecke, wo der Weg zum Nebelmoor einmündet. Die nächste Siedlung liegt weit hinter den Torfstichen jenseits des Moores. Dort ist Weyd nicht gesehen worden? Warum verließ er den Wagen? Wo ging er hin? Der Tank hatte noch für einige Kilometer Betriebsstoff. Motor und alle anderen Teile des Wagens sind in Ordnung.“ „Ein Kätsel?“ sagt der zweite Landjäger. Er ist unwillig, daß in die Ruhe seiner Aufgaben der Funke einer kleinen Aufregung springt. „Wenn er nicht zum Rothhof zurückging und auch nicht ins Dorf der Torfbauern zog, dann kann Weyd nur den dritten Weg gegangen sein!“ folgert der erste Beamte mit ruhiger Sachlichkeit. „Sie.. meinen den Weg ins Moor?" Regina schreit es. Man hört es zimmerweit. Ihre Hände sind zu Fäusten geballt. Die gel graben sich in die Handballen. Schweiß steht in blühenden Perlen auf ihrer Stirn. Der fragende Landjäger wird aufmerksam. „Was ist Ihnen?“ „Nichts... nein, nichts! Gehen Sie bitte! Ich habe Ihnen alles gesagt. Ich... ich weiß nicht... ich will es nicht wissen!" Das Gesicht der beiden Beamten ist ernst geworden. „Das verstehen wir nicht...!“ Jan tritt in die Stube. Er poltert mit seinen Holzschuhen hart auf und räuspert sich. „Die Bäuerin ist seit einigen Tagen nicht gut zurecht.“ Die Worte bröckeln aus des Alten Mund.„Sie hat wohl Fieber. Müßte mal ins Bett und gründlich schwitzen. Das macht der verfluchte Nebel!“ „Können Sie etwas sagen, was uns eine Spur sein könnte?“ fragte der Beamte, der schon morgens auf dem Rothhof war. „Ach, der Weyd!" Jan macht eine wezwerfende Geste.„Dem Weyd kann nichts passieren! Der ist ein toller Kerl. Ich trau ihm zu, daß er den Wagen stehen tieß, um Unruhe zu machen. Er hats ja auch erreicht. Ihr Herren, laßt jetzt die Bäuerin in Ruh! Sie ist wahrhaftig krank!" Regina hört die Stimmen der Menschen aus weiter Ferne. Sie bemerkt wohl den Klang der Worte, aber der Sinn des Gesprochenen geht in ihrem Denken nicht auf. „Schweinerei...!“ schimpft der eine von den Landjägern, als sie den Rothhof verlassen. „Wenn uns der Bursche wirklich zum Narren gehalten hat, kann er was erleben. Wir werden ihm eine anständige Polizeistrafe aufknallen!“ „Hm...!“ macht der andere.„Wenn er nun ins Moor gelaufen wäre?“ „Ein vernünftiger, lebensfroher Kerl läuft nicht ins Moor, wenn der Nebei dicht wie Roggenbrei auf Feldern und Wegen klebt. Und er wird es schon gar nicht tun, wenn der Nebelwolf umgeht...“ „Nun hör mir mit dem Schwindel auf. Bist du auch so verrückt und glaubst an den faulen Kram? Den Moorbauern kann man es noch verzeihen! Aber, wenn ein Kerl wie du...!“ Der andere unterbrach ihn mit einer knapven, abwinkenden Gebäude. „Reden wir nicht daran...! Ich glaube selbstverständlich auch an keinen Nebelwolf. Aber du wirst es selbst nicht leugnen, daß in den letzten Jahren fünf Menschen verschwunden sind, die uns keine Spur hinterließen. Da besteht nur die Möglichkeit, daß sie ins Nebelmoor liefen. Es ist gleichgültig, ob ein Fabeltier die Armen in den Morast jagt. Tatsache ist, daß das Moor immer wieder Opfer fordert...!“ „Laß nur... die alten Geschichten!“ wirft der andere dazwischen. „Hätten wir nur die Dinge mit dem Weyd erst klar! Uebrigens, ist dir das Benehmen der Rothhofbäuerin nicht aufgefallen? Mein Gott, so eine stramme Deern und fällt zusammen wie ein nasser Sack, wenn man eine kleine Nachfrage hält.“ „Sie soll den Weyd lieben...! heißt es hier. Ich habe es noch Sonntag im Wirtshaus„Zu den drei Linden“ gehört.“ „Komische Weibsleut heutzutage! Könnte einen däftigen Bauernjungen glücklich machen und findet Spaß an so einem Stadtfrack...!“ „Der erste Knecht Focke— der gestern seine Stelle wechselte— hat sich ja bannig hinter die Bäuerin gespannt. Hat ihm aber wohl nichts genutzt. Der versucht sein Glück jetzt anderswol“ „Soll ja ein ganzer Kerl gewesen sein, der Focke. Hat dem Weyd übrigens oft die tollsten Sachen angedroht! Na, ja... so ein verliebter Kerl wünscht seinem Nebenbuhler oft die Pest an den Hals!“ „Wo ist der Focke hingegangen?“ „Ich weiß es nicht... wird sich wohl wieder Arbeit suchen. Hätten wir erst einmal die Geschichte mit Wend im klaren. Kommt bis morgen früh kein Bescheid, werden wir die Sache weitergeben. Mögen andere sich die Zähne daran ausbeißen. Hat uns aber der Weyd einen Streich gespielt und taucht er fröhlich auf... na, ich habe es ja schon gesagt..!“ Eine Weile gehen die beiden über die Landstraße. Schweigend. „Den Wagen lassen wir solange ins Spritzenhaus fahren!" Der andere nickt. „Der Weyd soll eine teure Garagenmiete aufgebrummt bekommen, wenn er sich wieder einfindet. Uns so viel unnötige Arbeit zu machen!“ „Na, warten wir erst einmal ab!“ 25=Kapitel Nach fünf weiteren Tagen spielt der Tekegraph:„Wo ist Hans Weyd?“ Die Freunde in der Stadt wissen es nicht. Kein Bahnhof in der Umgebung hat eine Fahrkarte an einen Mann verkauft, der Hans Weyd hätte sein können. Kein Schiffer auf dem Torfkanal hat den Verlorenen mitgenommen. Der große schnittige Sportwagen wartet im Spritzenhaus auf seinen Herrn. Der Fall Weyd geht in die Akten der Polizei ein. Ueberall ein Schulterzucken. Wo die Rothhofleute zusammenstehen, tuscheln sie. Bis einer das Wort gefunden hat. Er sagt es leise und guckt sich scheu um. Aber es weht schnell weiter wie die Spreu hinter der Wannemühle. Und jeder greift es auf und trägt es weiter. Laut wagt es keiner zu sagen: „... das ist der Nebelwolf gewesen! Der hat ihn gepackt, als er mit seinem Auto fuhr. Das Biest hat ihn ins Moor getrieben. Und kein Rock und kein Gott kann dem Weyd mehr helfen. Das Moor hat seine Decke über ihn gezogen...“ Wenn Regina plötzlich auf der Deele oder am Kamin erscheint, wird das Tuscheln still. Es ist eine harte Verlegenheit, die der jungen Bäuerin wie Gift ins Herz geht. Als sie einmal im Torfschuppen Nachschau hält, fängt ihr Ohr ein Wort auf: „Und er ist es doch gewesen...!“ Reginas Gestalt wächst. Die Augen sind groß und die Lippen schmerzhaft verzogen. Wie die Bäuerin plötzlich die hölzernen Torflügel des Schuppens aufstößt, ist es still. Ihre Stimme springt auf. Sic ist wie der Klang einer zersprungenen Glocke. „Wer ist es gewesen...?“ fragte sie. Und die Frage ist wie ein eiserner Befehl. Zwei Mägde, die dabei sind, Torf zu schichten, sind stumm. Sie schauen sich angsterfüllt an. Regina tritt mit dem Fuß hart auf. „Ich frage noch einmal: Wer ist es gewesen...?“ Die eine Magd stößt die andere an. Beide suchen nach Worten. Reginas Augen sind fordernd. „Ich erwarte Antwort... versteht ihr mich?“ „Wir... meinten nur... der Herr Weyd .. und der Nebelwolf hat sehr geheult in den Tagen vorher!“ Reginas Brust entwindet sich ein Seufzer. Mein Gott, sie hatte eine andere, eine böse Antwort erwartet, als sie fragte: „Wer ist es gewesen?“ O, sie darf es niemals sagen, was damals gewesen, als sie kurz nach Weyds Abfahrt den Rothhof verließ! Nein, das wird in ihrem Herzen ruhen. Es wird darin liegen wie in einem Grab! Furchbares Wissen. Nun reden die beiden Mägde vom Nebelwolf! Regina winkt plötzlich müde ab. „Laßt ihn... der Nebelwolf ist ja nur die Gestalt einer Sage...“ beginnt sie schwer und schleppend zu sprechen.„Der Herr Weyd wird sich schon wieder einfinden. Nichts ist ihm geschehen... gar nichts! Versteht ihr mich!“ Die Mägde senken ihre Köpfe und schichten mit plötzlichem Eifer die Torfstücke. Regina tritt zurück und sie geht über die Deele ins Haus zurück. Wie ein Mensch, der eine Zentnerlast zu tragen hat. Und der sie niemals abschütteln kann! Niemals! Gertrud umsorgt in diesen Tagen ihre Herrin!„Mit rechten Dingen geht so etwas nicht zu“, denkt die gute treue Seele.„Ein so forsches Frauenzimmer, und verfällt in wenigen Tagen. Nee... nee... das hat was mit den Mannsleuten zu tun. Der Weyd... ist es nicht. Oder grämt sie sich, daß dieser so plötzlich verschwunden ist? Nee... nee... das war sicher die Sehnsucht nach dem Focke! Ja, sie hatte dafür einen Blick! Die Regina hatte immer in ihren Augen einen seltsamen, schönen Glanz, wenn sie dem Focke zuschaute. Und das war die Liebe! Jetzt ist der Glanz erloschen und die Bäuerin ist so still.“ Ihre Sorge um Regina aber verweht. Kein fröhliches Wort, kein gutgemeinter Rat fällt in das Herz der Bäuerin. Sie geht müde, mit schleppendem Schritt. Jan schüttelt seinen Kopf. Er schmaucht aus seiner kurzen Pfeife. Sein Blick geht den entschwebenden Wölkchen nach. Wortlos nickt er Gertrud zu. Auf dem Rothhof verfließen die Stunden dunkel und schwer. Ein unhörbarer Sturm scheint das Lebenshaus der Bäuerin zu durchrütteln. Regina zerrt an unsichtbaren Ketten. Die Novembertage sind trostlos in ihrer Melancholie. Man sucht Hans Weyd! Die Stimme des Rundfunks trägt die Suchmeldung der Polizei in die Welt. Tausendfache Fragen der Zeitungen schaffen den„Fall Weyd". Keine Antwort kommt. Ein Rätsel. Und die Fragen wurden dringlicher, lauter. Die Polizei war einige Male aus dem Rothhof Sie mußte ohne Ergebnis wieder fortgehen. Was wußte man auch schon? Die Knechte und Mägde zeigten ein Schulterzucken. Sie hatten den Hof nicht verlassen. Aus der Stadt war ein Beamter mitgekommen. Er fragte hart und unvermittelt. Aber es half nichts. Der Bleistift hing untätig zwischen seinen Fingern. Das rote Gesicht zeigte zwischen den buschigen Brauen eine steile Falte. Er war ärgerlich. Man hatte ihm einen undankbaren Auftrag übergeben. Das Verhalten der Bäuerin brachte ihn sogar in eine Kampfstimmung. Weshalb sprach Regina nicht? Immer— wenn er glaubte, ganz geschickt darauf hingearbeitet zu haben, um eine klare, eindeutige Antwort zu erlangen, dann war sie stumm wie ein Fisch. So hatte er heute auch seine Frage wiederholt: „Warum gingen Sie fort? Der Nebel lag doch dicht auf den Feldern. Zum Spazierengehen war doch wohl nicht die richtige Zeit. Was also taten Sie draußen?" Regina wagte kein Wort zu sagen. Ach, sie trägt ihre Last nun schon den ganzen Tag über. Aber sie wird nicht sprechen. Konnte man fragen, was man wollte! „Nun!“ beginnt der Beamte, ein Kommissar,„vielleicht finden wir eine Spur von Herrn Weyd. Das wird Ihnen doch lieb sein. Er stand ja Ihrem Herzen so nah, und wenn nicht alles täuscht...“ „Bitte, lassen Sie das! Sprechen Sie es nicht aus!“ sagt Regina und schaut den Kommissar mit müden Augen an. Der Beamte klappt ärgerlich sein Buch zu. „Dann kann ich Ihnen nicht helfen“, sagt er. „Eine verteufelte Angelegenheit! Wo soll man anpacken? Na, ich denke immer noch, daß der Herr Weyd eines Tages mit fröhlichem Gesicht irgendwo auftaucht, lachend und heiter, weil er eine ganze Welt an der Nase herumführte. So etwas entspricht doch wohl dem Charakter des Herrn...?“ Regina überhörte die Frage. „Und was ist denn eigentlich mit dem Knecht Focke, der ja am gleichen Tage, an dem wir Weyds Auto fanden, den Hof verließ?" Regina glaubte etwas Lauerndes in den Blicken des Fragers zu lesen. „Mit dem Focke ist nichts.“ Schnell und entschlossen kamen die Worte aus dem Mund der Bäuerin. Aber es ist ein so veränderte Stimme, die das sagt. Regina trägt ein jäh erblaßtes Gesicht. „Focke wird sich schon melden, wenn er eine neue Stellung bekommen hat“, meint sie müde. Als der Kommissar gegangen ist, legt sich um Reginas Schultern ein Arm. Gertrud, die Gute. Dieser Mensch mit dem tiefen Einblick in die Untergründe der Seele, klug und kritisch. „Es wird noch alles gut. Regina! Wenn da auch etwas Dunkles aufgestiegen ist, man muß es still und zäh bekämpfen. Am Ende wirk doch noch alles gut!“ Um Reginas Mund graben sich bittere Falten. Wenn Gertrud wüßte, was sie erleben mußte! Nein, nur nicht daran denken! In das alles ein böser Spuk oder...? Gertrud meinte:„Regina, es ist etwas Schweres, das auf Ihre Seele fiel! Ich will es nicht wissen. Es gibt Dinge auf der Welt, die man keinem anvertrauen kann, die man mit sich trägt. Aber brauchen Sie einmal jemand, der zu Ihnen hält... ich bin immer da!“ „Gute...!“ sagt Regina, und sie streichelt die harten Arbeitshände der Wirtschafterin. Dann steht die Bäuerin auf. Eine entschlossene Bewegung strafft ihre Gestalt. Sie geht in das Dunkel ihrer Kammer zurück. Da kämpft ein junger Mensch den heißen Kampf zwischen einer versunkenen, aussichtslosen Liebe und einem dunklen Geheimnis, das alle Fäden des Herzens grausam zerschnitt. Diesen Kampf muß Regina mit sich selbst ausfechten. 26. Kapitel Dr. Welben, Kommissar der amtlichen Vermißtenstelle, hat den Fall Weyd zur Bearbeitung übernommen. Er hat das Ergebnis der bisherigen Untersuchungen zusammengetragen. Nun lehnt er sich in einen Stuhl zurück und legt die Finger bedächtig ineinander. „Ein eigentümlicher Fall, mein lieber Inspektor Görn“, sagt er zu dem Sachbearbeiter des Archivs, einem großen, breiten Menscher mit guten, grauen Augen. „Hm!“ macht der. Er streichelt das Fell eines braunen Dackels, der alle paar Stunden an der Tür energisch Einlaß begehrt. Keiner weiß, wohin der Krummbeinige gehört. Er holt sich die Wurstpellen, die vom Frühstück übrig bleiben, und weiß, daß Inspektor Görn sogar das Butterbrot sozusagen brüderlich mit ihm teilt. Der Dackel dankt mit freudigem Wedeln des Schwanzes, worüber sich Görn immer wieder freut. „Nun lassen Sie das Biest“, sagt Dr. Welben und bewundert den Eifer, mit dem Görn dem Dackel zuspricht.„Bringen Sie Ihre Koseworte bei Ihrer Frau an, die wird sich mehr darüber freuen als der Dackel!“ „Hm!“ machte Görn wieder und lächelte spitzbübisch vor sich hin. Was wußte Dr. Welben, der alte Junggeselle, davon, wie sehr er seine kleine Frau verwöhnte? Und die Koseworte, die er für Tilli fand... na, er war — kurz gesagt— darin ein Sprachschöpfer. Aber das ging ja keinen Dritten was an. Selbst nicht den prächtigen Dr. Welben. „Ich glaube, der Fall Weyd bekommt eine ernste Seite, mein Lieber!“ beginnt der Kommissar wieder geduldig. Da schaut Görn auf. Dr. Welben zieht nachdenklich an seiner Zigarre.„Mir scheint, die ganze Angelegenheit ist ein wenig verschleppt. Vielleicht sogar falsch angepackt. Man hätte von vornherein anders bandeln müssen."(Fortsetzung folgt.) p.