Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 Rr(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.4 2.—(einschl. 28.2 Rr# Zeitungsgebühr und 0.44 R### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2832 Mre * Kchwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 R.# Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Textanzeigen: Millimeterzeile 20 9. Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 für die Htadt Schwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Eageszeitung Nr. 161 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, 13. Juli 1939 71. Jahrgang HAMrtaperrrtatuug amc niicht Hentcftsertrs. Englische Frugen gegen=Ehamdertam Aus der Fülle der englischen Zeugnisse, die für die Rückkehr Danzigs zu Deutschland und gegen die polnische Antwort auf die Vorschläge des Führers sowie vor allem gegen die Politik Chamberlains sprechen, greifen wir hier wahllos einige Beispiele heraus: Der englische Publizist Lyon schreibt in seinem 1930 erschienenen Buch„Thefruits of folly" u. a.:„Es ist klar, daß das Gebiet, nämlich der Korridor, weit davon entfernt ist, unbestreitbar polnisch zu sein... Tatsächlich bedarf Polen weder eines freien Zugangs zur See noch der Kontrolle über den Danziger Hafen... Außerdem hat Polen seitdem selbst den Beweis geliefert, daß für sein wirtschaftliches Wohlergehen der Danziger Hafen nicht notwendig war, denn es hat wenige Kilometer davon entfernt einen anderen Hafen gebaut, der mit Danzig in offenen Wettbewerb getreten ist... Heute ist die Freie Stadt Danzig nur dem Namen nach Danzig. Die Bewohner Danzigs sind entschlossen, deutsch zu bleiben und eines Tages wieder mit dem Mutterlande vereinigt zu werden.“ In dem Buch„Britannien und das Baltikum“, das im gleichen Jahre in London aus der Feder von E. W. Polson Newmen erschien, schildert der Verfasser, wie er bei einem Besuch bei Marschall Foch diesen vor einer Karte Europas fand und im Lauf des Gespräches auf die Mündung des Korridors an der Östsee mit den Worten deutete:„Die Wurzel des nächsten Krieges liegt dort!“ „Deutschland unter dem Vertrag“(soll heißen Versailler Diktat) heißt das Buch aus dem Jahre 1933, in dem der englische Geschichtsforscher William Harbutt Dawson, Mitglied der englischen Delegation v. 1919 in Versailles schreibt: „Mir bleibt nur übrig, die Kritik der bestehenden untragbaren Lage mit positiven Vorschlägen für eine Revision des Vertrages zu ergänzen. Keine Tatsache des gegenwärtigen europäischen Lebens bietet eine so ernste und sichere Bedrohung des Friedens wie der Korridor, der Deutschland in zwei Teile spaltet und Danzig, eine der deutschesten Städte, vom Vaterlande trennt. Kann Europa es sich erlauben, diese Bedrohung zu übersehen und die Dinge treiben zu lassen? Das wäre gleichbedeutend mit der Herbeiführung und Beschleunigung der Katastropbe.“ schen S. Auf den„polirischen Kardinalfehler“ wie der südafrikanische Staatsmann und General Smuts in seiner Denkschrift vom 22. Mai 1919 an Lloyd George die Versailler Grenzen Polens nennt, haben wir bereits in anderem Zusammenhange ebenso hingewiesen wie auf seine Revisionsforderung mit der Unterstellung Danzigs unter die Souveränität Deutschlands.. g### SxeFärhemn San# 8 Aus dem Buch des Engländers Jan F. D. Morrow,„The Peace Settlement in the German=Polish Borderland“, zitieren wir seine Feststellung der„deutschblütigen Gesinnung der Bewohner der Freien Stadt Danzig“ und die Tatsache, daß„die gewaltsame Absperrung der Deutschen in Danzig von ihrem deutschen Vaterland keinem nützlichen gedient hat;. 4— Bau 5 In der bekannten Londoner Zeitung„Star“ vom 1. Juni 1933 betont Rolf Gardiner, daß Danzigs Bevölkerung zu 96 Prozent deutsch ist, und fügt hinzu:„Die Gefahr einer Explosion im Korridor besteht so lange, bis das in Versailles begangene Unrecht rückgängig gemacht wird. Bis dahin bleiben Danzig und der Korridor eine Gefahr für den Weltfxieden.“ In dem Buch„Der Polnische Korridor“ schreibt Sir Robert Donald auf Seite 266: „Die Zukunft von Danzig ist verknüpft mit der Zukunft des Korridors. Es gehört zur praktischen Politik, Deutschlands territoriale Unversehrtheit wiederherzustellen und zu gleicher Zeit Polen den freien Ausgang zur See zu sichern. Objektive Beobachter stellen fest, daß der Reichskanzler, als er in einer Zeit äußerster Spannung zur Macht kam, durch Wort und Tat die Notwendigkeit eines polnischen Zuganges zum Meere anerkannte.“ Chas Sarolea schreibt am 28. Juni die(Fortsetzung Seite 2.) Astame, datafejsne Rafdelsay soslag Rossten unn sschen eredihurg, elben noue, geografteanych miejscesnen: * n„ uchelerueh, grges ber#ae osiefeuehiege ensee Graniee sschodnte Rrlicht es Boiedese Chrobrege, Juzkiuh gaf Ui Semfeuigen nmme Gronies eschodnte Rbicht ue Bolesteue Kraypouslege didlug pret lit Sa8— Dhialeisse groniee sschednig Relehs—# stie Pr Tociofette S— Kazierewetiege Leislens Senhastern Polnischer Größenwahn ohne Grenzen Polens„Eroberungskrieg“ geht, wie diese der Posener Zeitung„Dziennik Poznanski“ entnommene Karte beweist, bereits bis zur Weser. Die Wiedergabe und die dazu in dem Blatte erschienenen Ausführungen in einer durch und durch verlogenen und unsinnigen geschichtlichen Aufmachung zeigen, wie sehr man in Polen wieder die letzte Rede des britischen Premierministers Chamberlain als Freibrief auf Unverschämtheit und ungestrafte Provokation auffaßt.— Die Zeichenerklärung unter der wiedergegebenen Karte lautet in der Uebersetzung: 1. heutige deutsche Raum. 2. Zeile: Weitester slawischer Raum gegen Westen nach der geographischen Feststellung von St. Kozierowski. 3. Zeile: Polnische Westgrenze zur Zeit Boleslaws I. Chrobry nach Prof. Wl. Semkowicz. 4. Zeile: Polnische Westgrenze zur Zeit Boleslaws Krzywoust nach Prof. Wl. Semkowocz. 5. Zeile: Heutige polnische Westgrenze.(Scherl=Bilderdienst=M.) Polntscher=Certer gegen=Srutsche und Arrumer Bielitz, 11. Juli. Ein Schulbeispiel dafür, as in Polen unter Recht verstanden wird, wenn es sich um Volksdeutsche handelt, zeigt wieder eine Verhandlung vor dem Burggericht zu Bielitz. Die Volksdeutschen Rudolf Rittmeister, Karl Kania und Ludwig Zieliuski, angesehene Bürger des deutschen Kolonistendorfes Kamitz bei Bielitz, hatten vor einiger Zeit im Auftrage des dortigen deutschen Elternvereins in einer Eingabe an den polnischen Woiwoden Dr. Graczynski in Kattowitz auf die unhaltbaren Zustände in der staatlichen Minderheitenschule in Kamitz aufmerksam gemacht und in einwandfreier Form um Nachprüfung dieser Zustände und deren Abstellung gebeten. Als Antwort darauf folgte wenige Tage später die Auflösung des Elternvereins und die Anklageerhebung gegen die drei Volksdeutschen wegen„Herabsetzung des volnischen Schulleiters“. Der Prozeß gegen die drei Volksdeutschen wurde bereits nach kurzer Verhandlung zwecks Ladung des Führers der Jungdeutschen Partei in Polen, des früheren Senators Wiesner, vertagt. Gleichzeitig ordnete das polnische Gericht— hier wird die geradezu brutale Gehässigkeit der zur Wahrung des Rechts verpflichteten Einrichtung offenbar— auf Antrag des Staatsanwalts die sofortige Verhaftung der drei volksdeutschen Angeklagten an unter dem Vorwand, zu verhindern,„den zu ladenden Zeugen zu beeinKussen.. p euetken, Etagte T.mil Die drei Volksdeutschen, betagte Familienväter, wurden sofort festgenommen und abgeführt, nur weil sie es gewagt hatten, das gute Recht ihrer Volksgenossen beim polnischen Woiwoden in Kattowitz zu vertreten. Reichsdeutscher verhaftet Thorn, 12. Juli. In Schönberg, Kreis Karthaus, ist der Reichsdeutsche Lux, der Ortsgruppenleiter der NSDAP., verhaftet worden. Es wird ihm vorgeworfen, er habe angeblich Volksdeutsche über die Grenze geschafft. Bei der Haussuchung beschlagnahmte man auch die Fahne der Ortsgruppe. Banditen überfallen Förster Thorn, 12. Juli. Was man von dem neuerdings in Polen selbst so über den Klee gelobten„Gerechtigkeitssinn“ der polnischen Verwaltungsorgane zu halten hat, wird aus einem Vorfall deutlich, der sich im Kreise Wirsitz abspielte. Am 3. Juli hatte der Förster Pigan aus Lischkowo, Kreis Wirsitz, einen Zusammenstoß mit Leuten, die er beim Pilzdiebstahl im Walde angetroffen hatte. Am Nachmittag desselben Tages wurde nun das Forsthaus, das einsam im Walde liegt, von etwa 100 Rolen überfallen und die gesamte Einrichtung zertrümmert. Pigan gelang es, sich vor dem Mob in Sicherheit zu bringen. Er meldete den Vorfall dem Polizeiposten. Dieser nahm wohl ein Protokoll auf, nahm dann aber Pigan die Waffe ab und verhaftete ihn schließlich. Bis vier Uhr morgens wurde Pigan gefangengehalten und dann entlassen mit der Weisung, sich am nächsten Tage wieder der Polizei zu stellen. Terror gegen Akrainer Warschau, 12. Juli. In Ostpolen geht die Verurteilung von Angehörigen ukrainischer Organisationen zu langjährigen Freiheitsstrasen ohne abzureißen weiter. Gegen den Ukrainer Buzikiewiez wurde vom Bezirksgericht in Zloczow eine fünfjährige Zuchthausstrafe ausgesprochen, weil bei ihm angeblich illegale ukrainische Flugblätter gefunden wurden, obwohl er sich nicht zur Schuld bekannte. Er erklärte, daß die bei ihm gefundenen Flugblätter von einem der drei Polizisten, die bei ihm die Haussuchung durchführten, in seine Wohnung gebracht worden seien. Das Bezirksgericht in Stanislau verurteilte zwei Ukrainer zu zwei Monaten Gefängnis, weil sie im Gespräch die Taten von zwei Ukrainern gelobt hatten, die seinerzeit wegen teororistischer Anschläge vor polnischen Gerichten gestanden hatten. Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es während einer Gerichtsverhandlung in der wolhynischen Stadt Luck, wo ebenfalls vier junge Ukrainer wegen Zugehörigkeit zu der nationalistischen ukrainischen Organisation vor dem Richter standen. Ein aus dem Gefängnis als Zeuge vorgeführter Ukrainer versuchte, sich der gerichtlichen Vernehmung durch einen Sprung aus dem sieben Meter hoch gelegenen Fenster des Gerichtssaales auf die Straße zu entziehen. Die Polizeibeamten machten von der Schußwaffe Gebrauch, ohne indessen den flüchtenden Ukrainer zu treffen, der aber später in den Straßen der Stadt verhaftet und erneut unter strenger Bewachung vor den Richter geführt wurde. Die polnische Presse, die über diesen Zwischenfall berichtet, unterläßt es dabei, auf den Ausgang des Prozesses selbst einzugehen. Belens Provokatorische Pläne im Geiste der Einkreisungspolitik London, 12. Juni. Die Londoner Presse berichtet in großer Aufmachung über die Geschwaderflüge der britischen Luftwaffe über Frankreich. Die Blätter sprechen von einer ersten Serie von„Austauschflügen", im Rahmen der engen Zusammenarbeit der beiden Lesen Sie heute: Modell für das Schwerter Ehrenmal BiL. Schwerte begeht das 20 jährige Seite 3 Interessante Arbeitsgerichtsurteite Seite 4 Luftwaffen. Daily Telegraph meldet, man hoffe in naher Zukunft auch Uebungsflüge nach französischen Flughäfen durchführen zu können, wobei die britischen Flieger, im Gegensatz zu dem Fluge am Dienstag, in Frankreich landen und sich mit den Flughafenanlagen vertraut machen werden. Die Daily Mail weiß sogar zu berichten, daß solche Flüge vielleicht auch nach anderen verbündeten Ländern, darunter Polen(1), stattfinden würden. Es gebe allerdings noch „gewisse Schwierigkeiten" zu überwinden, ehe britische Bomber nach Polen fliegen könnten, aber wie man höre, würden diese in Kürze beseitigt sein. ** Ein Blick auf die Karte sollte auch den mit der Geographie des europäischen Kontinents im allgemeinen wenig vertrauten Bewohnern der Britischen Inseln zeigen, daß Polen von England aus nur auf dem Wege über die nordoder südosteuropäischen Staaten zu erreichen ist, die, sofern sie nicht mit Deutschland in enger Freundschaft verbunden sind, jedenfalls auf strengste Wahrung ihrer Neutralität größten Wert legen. In allen diesen Ländern würde der geplante Flug, der allzu offensichtlich im Dienste der britischen Einkreisungspolitik steht, als eine schwere Provokation und ein plumper Einschüchterungsversuch empfunden werden müssen. Polen stiehlt fremde Kultur Raub des deutschen Theaters in Teschen Kattowitz, 12. Juli. Der von England ermunterte Raub deutschen Besitztums in Polen wird mit den drastischsten Mitteln und mit den merkwürdigsten Begründungen skrupellos weiter fortgesetzt. So hat nunmehr der polnische Woiwode in Kattowitz die Auflösung des deutschen Theatervereins Teschen und die Einziehung des gesamten Vereinsvermögens verfügt. Innerhalb von einer Woche muß das gesamte Vermögen des deutschen Theatervereins dem bereits bestellten Kurator übergeben sein. Zum Vereinsvermögen gehört auch das Theater in Teschen, das einen Wert von über 250000 Zloty darstellt und zu den schönsten Gebauden der ganzen Stadt gehört. Bezeichnend ist die Begründung, die der polnische Woiwode Dr. Graczynski für diesen Raub gegeben hat. Er erklärte,„daß die öffentliche Sicherheit in der polnischen Grenzzone die Einstellung der Tätigkeit des deutschen Theatervereins erfordere". Sie schreien vergeblich Polnische Presse klagt über die zunehmende Silbergeldhamsterei Thorn, 12. Juli. Die Silbergeldhamsterei nimmt immer mehr überhand. Wie weit es durch diese Psychose schon gekommen ist, zeigen die Meldungen der polnischen Presse, die sich nun vergeblich bemüht, die durch ihre eigene Schreiberei erzeugte Psychose wieder zum Verschwinden zu bringen. „Slowo Pomoskie“ vom 12. Juli schreibt z. B.:„Von dem Markt beginnt das Silbergeld zu verschwinden, die Fünf=Zloty= und die ZehnZloty=Stücke. Immer häufiger trifft man in den Kaffeehäusern, Restaurationen und bei den Kassen der Privatfirmen auf Schwierigkeiten, wenn bei der Bezahlung mit Banknoten Wechselgeld herausgegeben werden muß.“ Der„Dziennik Bydgoski“ vom 12. Juli meldet:„In Warschau führte es sogar zu solchen Situationen, daß man in belebten Restaurationen Mittag= oder Abendbrot essen konnte, ohne seine Rechnung zu begleichen. Es geht sogar so weit, daß in manchen Kreisen die vollständig unaufgeklärten Leute für eine Banknote von 10 Zloty nur noch 8 Zloty in Silber zahlen.“ Nach einer Pat=Meldung soll jetzt der Silbergeldumlauf um fünfzig Millionen Zloty erhöht werden. Englische Zeugen gegen Ehamberlain (Fortsetzung von Seite 1.) es Jahres im„Scotsman“ u. a.:„Es int unwahr, zu behaupten, daß der Konflikt um Danzig erst mit Hitler begann und auf eine Nazi=Propaganda zurückzufuhren ist.“ Im„Manchester Guardian" vom 4. Juli d. J. heißt es:„Die Verhinderung der Vereinigung der überwiegend deutschen Stadt Danzig mit Deutschland ist ein ganz unzureichender Grund für einen Weltkrieg. Der Anlaß, zum Kriege zu schreiten, wäre nur dann, wenn Hitler rein polnisches Gebiet ohne hinreichenden Grund annektieren würde— nicht aber jetzt. Man muß jedoch befürchten, daß die(englische) Regierung zu Feindseligkeiten gegen Danzig schreitet, entweder unter einem Druck aus solchen Kreisen, die finanzielle Interessen in Polen haben, oder weil sie meint, die Aussichten auf einen siegreichen Krieg wären jetzt besser als später. Das einzige indessen, was schlimmer ist als ein wahnsinniges Versprechen zu machen, ist: ein wahnsinniges Versprechen zu halten.„ 8a Im„Scotsman“ vom 3. Juli tesen wir: „Danzigs bloße Einverleibung kann keine volnische Kriegserklärung rechtfertigen. Sie würde leine unmittelbare Bedrohung eines Lebensinteresses, sondern nur eine Provokation darstellen.“ jederum im„Manchester Guardian“ heißt es am 6. Juli:„Polen benutzte eine große französische Antrihe, um Gdingen als Konkurrenzhafen zu erbauen. Folglich lag ihm damals das Wohlergehen Danzias nicht sehr am HerP*# in Sate m Am 14. Juni hreibl im„Scolsman Sarolea:„Es gibt keinen zwingenden Grund, warum Polen nicht die deutschen Vorschläge als eine anständige Verhandlungsgrundlage annehmen sollte. Der erste Vorschlag, nämlich die Einverleibung Danzigs in das Reich, kann mit vielen Gründen gerechtfertigt werden. Gegen diese Einverleibung gibt es keinerlei überzeugende Gründe. Die Einverleibung würde weder britisches Interesse betreffen noch irgend ein lebenswichtiges Interesse Polens gefährden.“ Der Verfasser fährt dann fort:„Was den Einwand angeht, Polen brauche einen Zugang zum Meer, so ist dieses Moment, das man vielleicht 1918 hätte anwenden können, heute längst nicht mehr stichhaltig, weil die Politik der polnischen Regierung seine Gültigkeit bewußt zerstörte. Denn der neue polnische Staat baute kurz nach dem Kriege mit französischem Kapital den riesigen neuen Hafen in Gdingen, der Polen einen zweiten und dazu bequemeren Zutritt zur Ostsee verschaffte. Wir sind berechtigt zu fragen, warum Polen, wenn es Danzig als unerläßlichen Zugang zum Meer betrachtete, einen neuen Hafen gebaut hat.“ Pariser„Liebesbeweis“. Italienischer Schriftleiter ausgewiesen Rom, 12. Juli. Die bekanntgewordene Ausweisung des langjährigen Pariser Vertreters des„Popolo di Roma“, Dr. Pettinato, aus Frankreich wird von der gesamten italienischen Presse als neuer Beweis für die Lüge von den demokratischen Freiheiten und von der„Liebe zur lateinischen Schwester" groß aufgemacht. Offiziell sei die Ausweisung als Gegenmaßnahme gegen die Ausweisung des römischen Vertreters des„Journal“ ausgegeben worden.. S4sg. In Wirklichkeit aber hätten die Amtssteuen des Quai d'Orsay, wie auch aus Aeußerungen der ihnen nahestehenden Presse hervorgeht, es auf alle jene italienischen Journalisten abgesehen, die sachlich, aber unerbittlich die Manöver der französischen Politik klarzustellen wüßten. Ausweisungen wie diese würden jedoch nichts nützen, denn, so stellt„Popolo di Roma“ fest: Der gute Kampf könne auch von jedem anderen Posten aus erfolgreich geführt verden. Der ägyptische Verteidigungsminister mußte auf dem Rückfluge von einer Besichtigung der Befestigungsarbeiten an der Westgrenze nach Alexandria eine Notlandung wegen Motorschadens vornehmen. Parteisekretär Minister Starace hat in einem Bericht an den Duce die Zahl der Mitglieder der faschistischen Partei und ihrer Gliederungen am 30. Juni mit insgesamt 18 479000 angegeben. Rwuntung Aeiner meider Eirh Tokio, 12. Juli. Das Hauptquartier der Kwangtung Armee gibt über die schweren Kämpfe zwischen japanisch=mandschurischen Truppen und Streitkräften der äußeren Mongolei, die durch sowjetrussische Einheiten verstärkt waren, einen ausführlichen Bericht. In neuntägigen Kämpfen ist es danach den Japanern gelungen, die sowjetmongolischen Truppen vernichtend zu schlagen und über den die Grenze bildenden Kalka=Fluß zurückzudrängen.. 11." Pimamrag. Nachdem sowjetmongolische Streitttäfte mandschurisches Gebiet besetzt hatten, seien die Japaner am 2. Juli zur Offensive übergegangen. Die Kwangtung=Armee habe dabei große Erfolge errungen. In den Frontberichten werden die Schwierigkeiten der Kämpfe hervorgehoben. Es herrschte meist eine Hitze von 50 Grad Celsius, und die Wasserversorgung und der Verpflegungsnachschub waren sehr schwierig. Die sowietischen Verluste sollen 1500 Tote betragen haben. Mehrere 100 Offiziere und Mannschaften der sowjetmongolischen Streitkräfte, darunter ein Bataillonskommandeur wurden gefangengenommen. 520 Flugzeuge wurden abgeschossen, gegen 300 Tanks wurden zerstört. Ferner meldet der Heeresbericht der Kwangtung=Armee, daß 20 Tanks, 3 Feldgeschütze und zahlreiches anderes Kriegsmaterial den japanischen Streitkräften in die Hände gefallen seien. Kleinere Kämpfe an der Grenze gehen weiter. Nach dem japanischen Bericht sollen die Sowjetmongolen immer wieder Luftangriffe auf das mandschurische Hinterland durchführen. Auch Beschießungen der japanisch=mandschurischen Stellungen durch Sowjetartillerie dauern an. Japan will Das Programm für die Verhandlungen Tokio, 11. Juli. Nachdem sich die Wehrmacht und das Außenamt über die grundsätzliche Haltung Japans auf der kommenden Tokioter Konferenz verständigt haben, werden nunmehr die wichtigsten Punkte, die dem britischen Botschafter zur Stellungnahme vorgelegt werden sollen, dem Gesamtkabinett zur Beschlußfassung unterbreitet. Wenn das Kabinett in seiner Donnerstagsitzung dem Programm zugestimmt hat, soll außerdem auch noch die kaiserliche Genehmigung eingeholt werden. Dies alles, so urteilt man in politischen Kreisen, zeige die entscheidende Bedeutung. die man in der Regierung und im Volk der Aussprache mit den Vertretern der britischen Regierung beimesse. Wie das Ergebnis der Konferenz auch immer sein möge, sicher sei, daß dadurch Klarheit über die Haltung Japans gegenüber England und über Englands Politik im Fernen Osten geschaffen würde. Wie stark die wachsende antibritische Stimmung ist, zeigte wieder eine Massenveranstaltung der japanischen Jugendliga, bei der General Tatekawa die britische Chinapolitik geißelte und die Entschlossenheit Japans forderte. Verwahrung in Moskau wegen Bestrafung japanischer Bergwerksunternehmer auf Nordsachalin Moskau, 12. Juli. Der japanische Botschafter Togo hat im sowjetrussischen Außenkommissariat Verwahrung eingelegt gegen das Vorgehen der Sowjetbehörden gegenüber den Inhabern der japanischen Konzession im Kohlengebiet von Nordsachalin. Die japanischen Unternehmer, denen die Ausbeutung der Kohlenvorkommen zusteht, wurden von einem Sowjetgericht bei arbeitsrechtlichen Streitfragen zu einer Strafe von 374000 Rubel verurteilt. Zum neuen belgischen Botschafter in Japan wurde der frühere Minister Forthomme ernannt. Forthomme war mehrmals Kabinettsmitglied, u. a. als Verteidigungsminister sowie als Post= und Verkehrsminister. Hae tschse Aresse Verteirigi=Nersereit Newyork, 12. Juli. Die Entscheidung des Milliarden Dollar# and Munition auf Senatsausschusses, die Be=i der Cash and Carrn=Bans in USA kaufen Newyork, 12. Juli. Die Entscheidung des Außenpolitischen tatsausschufses, die Beratung des sogenannten Reutralitätsgesetzes bis zum nächsten Jahr zu verschieben, wird in der gesamten Presse als„große Niederlage Roosevelts" bezeichnet. Newyork Times schreibt„Schwerer Schlag für Roosevelts Außenpolitik“, die Herald Tribune „Einer der schwersten Rückschläge in der Geschichte des New Deal“..... M—f Die von den Juden kontrottierte Presse bemüht sich krampfhaft, in dem Entschluß des Senatsausschusses nicht das Erzeugnis reiflicher Ueberlegung nationalgesinnter Männer sehen zu wollen, die sich um das Wohl und Wehe ihres Landes sorgen, sondern diese demokratischen Senatoren als Männer hinzustellen, die sich von persönlicher Rachsucht leiten ließen. So schreibt die Herald Tribune und die Newyork Post, daß sie sich an Roosevelt dafür rächen wollten, daß er im letzten Jahr ihre Wiederwahl erfolglos zu verhindern versucht habe. Zugleich vergießt die Newyork Post bittere Tränen über die Gefahr, die dem „Geschäft“ der Vereinigten Staaten durch die Aufrechterhaltung der Waffensperre im Kriegsfalle drohen würde. 8 Diese Zeitung verweist barauf, daß Frankreich und England auf Grund des Gesetzes in der Fassung, die Roosevelt wünsche, für elf Milliarden Dollar Waffen und Munition auf der Eusg und Satth=Bafis ii Neet dunsen könnten. Die Aufrechterhaltung der Waffensperre zwinge diese Länder, sich nach anderen Bezugsquellen umzusehen. London und Paris unterhalten ständige Waffeneinkaufsbüros Washington, 12. Juli. Die neuesten Ziffern des Außenministeriums über die bewilligten Ausfuhrgenehmigungen für Waffen und Munition beweisen, daß die Kriegspanikmacher des Präsidenten Roosevelt den amerikanischen Rüstungsjuden aufs beste das Geschäft fördern. Die Munitionsausfuhr überschreitet schon jetzt monatlich den Betrag von 10 Millionen Dollar und zeigt weiterhin steigende Tendenz. In den letzten Monaten haben 13 ausländische Militärmissionen die amerikanische Kriegsindustrie besichtigt und Lieferungsverträge abgeschlossen. Mehrere dieser Missionen, darunter vor allem Frankreich und England, richteten sogar ständige Einkaufsbüros für Waffen ein. Die Mitglieder der französischen Militärmission, die sich hier mehrere Monate aufhielten, sind nach einer Rücksprache mit der französischen Regierung schon wieder auf dem Wege nach USA. Seutulnal in=Halustinl. Verwundeter grabischer Freiheitskämpfer nach seiner Gefangennahme verurteilt und hingerichtet Jerusalem, 12. Juli. Während die britischen Militärgerichte jüdische Terroristen in Palästina durch die Art der„Bestrafung“ geradezu belohnen, gehen sie mit unglaublicher Brutalität gegen arabische Freiheitskämpfer vor. So wurde jetzt ein Araber, der in einem Gefecht am 19. Juni als einziger Ueberlebender verwundet den Engländern in die Hände fiel, zum Tode verurteilt und gestern hingerichtet. In Jafsa versuchte eine britische Polizeipatrouille einen bekannten arabischen Freischärler zu verhaften. Die Araber wehrten sich, und ein britischer Polizist wurde verwundet. Die Araber konnten sämtlich entkommen. Kabinettssitzung in Schwieriges und verwickeltes Stobtunt in Moskau erreicht London, 12. Juli. Das britische trat am Mittwoch zu seiner üblichen Sitzung zusammen. Es wurde die neue sowzzzgurhiche Antwort besprochen, die bekanntlich das strikteste in London geheimgehalten wird, aber nach allgemeiner Ansicht eine neue schwierige Lage geschaffen hat Die Kabinettssitzung wird evtl. von entscheidender Bedeutung für die weiteren Verhandlungen mit SowjetPresz Assoeiation sagt, die Verhand, lungen hätten ein„schwieriges und verwickelten Stadium“ erreicht.„ 8 Am Mittwoch wurde in Vonoon ein Erganzungshaushalt für die Armee veröffentlicht, der weitene Ausgaben in Böhg,rgeg,### Millionen Pfund Sterling Beträge dienen hauptsächlich zur Deckung der Kosten, die durch die Einführung der Dienstpflicht hervorgerufen sind, stärkung der Territorialarmee. Die Kosten der Miliz(so werden nunmehr die neu Eingezogenen allgemein genannt) stellen sich allein auf 27.9 Millionen. während die Kosten für du Ausrüstung und Vergrößerung der Territorialarmee 13,1 Millionen betragen. Handelsminister Stanley brachte im Parlament ein Gesetz über die Versicherung. ven Kriegsschäden ein. Das Gesetz aus drei Teilen. Der erste Teil befaßt sich mit der Versicherung von Schiffen und deren dung vor Kriegsschäden, der zweite Teil mit der Versicherung von Waren in Großbritannien, während der dritte Teil die technischen Maßnahmen der Versicherung enthält. Bemerkenswert ist, daß durch das Gesetz dem Handelsministerium Vollmacht gegeben wird, von sich aus Schiffe und deren Ladungen gegen Kriegsrisiken zu versichern, falls andere derartige Versicherungen nicht zu erhalten sind. Zur Versicherung von Waren britischer Händler wird das Handelsministerium ermächtigt, im Falle eines Krieges einen besonderen Versicherungsplan in Kraft zu setzen. Unter die Versicherung sollen bestimmte Waren fallen, während andere, falls es später nicht anders bestimmt wird, von ihr ausgenommen seien. Zur Finanzierung dieser Versicherung sollen zwei Fonds gebildet werden, derjenige für Marineschäden und der andere für Warenschäden. Bezeichnenderweise ist der Hausbesitz in die Versicherung nicht eingeschlossen. Nachdem jetzt wohl auch in der breitesten Oeffentlichkeit— wenn auch kein Verständnis — so doch Klarheit darüber herrscht, daß von einer Einbeziehung Churchills ins Kabinett zurzeit und vorläufig keine Rede sein kann, ist dieser konservative Draufgänger heute noch ein vielgenannter Mann.— Ja, es ist sogar ein kleiner Zeitungskrieg um ihn entbrannt, oder wenigstens im Zusammenhang mit ihm.— Die Sache ist die: Seine neuesten guten Freunde, die in der Opposition stehenden Liberalen, machen eifrig Reklame für ihn, indem in Kreisen der Abgeordneten von Hand zu Hand kleine Schildchen gereicht werden. die den Namen Churchill tragen. Die Churchill=Reklame überbietet sich nach Möglichkeit in ihren Aktacken gegen Chamberlain, der in diesem Zuge kürzlich das große Hindernis auf dem Wege der nationalen Einigung bezeichnet wurde.— Von der„Times“ —. und da beginnt die Pressefehde— wurde das als höchst unfair bezeichnet, was die Gegenseite zur Veranlassung nahm, das Blatt zur Aufnahme einer Entgegnung aufzufordern. Das geschah nicht dafür fand diese Entgegnung in„News Chroniele" und in„Daily Expretz" breiten Raum. Dieser kleine Zeitungskrieg dürfte noch einige Zeit weiterspielen, da sich auch„Daily Mail“ auf die Seite der „Times“ geschlagen hat. Englands Generalstabschef am 14. Juli in Paris London, 12. Juli. Wie der Kriegsminister amtlich bekanntgibt, werden der Chef des Reichsgeneralstabes, Lord Gort, und drei weitere Offiziere Paris in der Zeit vom 12. bis 14. Juli besuchen. Am 14. Juli wird Lord Gort an der französischen Truppenparade teilnehmen, wobei er in Begleitung Gamelins sein wird. Chamberlain weiß Anfragen wegen der Verhandlungen mit Moskau London, 12. Juli. Premierminister Chamberlain wurde am Mittwoch im Unterhaus aufs neue mit Anfragen über den Stand der Moskauer Verhandlungen überhäuft. Chamberlain erklärte jedoch, er habe nichts Neues mitzuteilen und halte es auch nicht für ratsam — wie dies ein Fragesteller angeregt hatte—, die bisherigen Vorschläge beider Seiten noch vor Abschluß der Verhandlungen zu veröffentlichen. Denn das könnte„nur zu neuen Mißverständnissen Anlaß" geben. Einheitliches Reichsrecht für alle Bahnen Regelung der finanziellen Beziehungen zwischen Reichsbahn und Reich— Kein Gewervevetrico# sondern öffentlicher Dienst— Reichsbahnbeamte sind unmittelbare Reichsbeamte Reichsbahn gehört dem Reich Berlin, 12. Juli. Im Reichsgesetzblatt vom 11. Juli 1939 wird das neue Reichsbahngesetz verkündet. Auf Grund der denkwürdigen Erklärung des Führers in der Reichstagssitzung vom 30. Januar 1937 war durch das Gesetz vom 10. Februar 1937 die Verfassung der Reichsbahn grundlegend geändert und die Reichsbahn in die unmittelbare Verwaltung des Reiches zurückgeführt worden; jedoch konnte damals der Text des Reichsbahngesetzes dem nicht angepaßt werden. Die Bedeutung des neuen Gesetzes liegt jetzt auch darin, daß es auf dem Gebiet der Reichsbahnverwaltung ein einheitliches Reichsrecht für ganz Grotzdeutschland schafft. Auf diese Weise erhalten nun auch die Ostmark und das Sudetenland eine klare Rechtsordnung. Das neue Reichsbahngesetz bezweckt demgemäß in der Hauptsache, den Zustand, wie er sich nach dem Gesetz vom 10. Februar 1937 ergeben hat. endgültig festzulegen. Namentlich werden jetzt auch die finanziellen Beziehungen zwischen Reichsbahn und Reich genau geregelt. Die Reichsbahn leistet alljährlich an die Allgemeine Reichskasse eine Abgabe, die sich nach der Höhe der Verkehrseinnahmen richtet. Bei Verkehrseinnahmen von 4,6 Milliarden RM im Jahr sind 3 v. H. dieser Einnahmen als Abgabe zu leisten. Sind die Verkehrseinnahmen in einem Geschäftsjahr höher oder niedriger als 4,6 Milliarden Ran., so steigt oder ermäßigt sich die Abgabe um 10 v. H. des von 4,6 Milliarden RM. abweichenden Betrages; sie beläuft sich aber mindestens auf 100 Millionen RM. Zu dieser Abgabe kommt noch die von der Reichsbahn zu leistende Beförderungssteuer hinzu, die in den Fahrpreisen und Frachten der Eisenbahn mitenthalten ist und die z. B. im Jahre 1938 die Summe von 287 Millionen RM. erreicht hat. Mit dem neuen Gesetz wird das Ziel verfolgt, das seit dem Gesetz vom 10. Februar 1937 geltende Recht in eine neue Form zu bringen; einschneidende, grundlegende Aenderungen der Rechtsverhältnisse der Reichsbahn gegenüber dem Rechtszustand nach dem Gesetz vom 10. Februar 1937 dagegen sind nicht vorgesehen. Wie schon nach dem Gesetz vom 10. Februar 1937, so ist auch nach dem neuen Reichsbahngesetz der Grundgedanke der Reichsbahnverfassung, daß die Reichsbahn dem Reich gehort, daß sie als ein Teil der Reichsverwaltung unmittelbar vom Reich, nämlich vom Reichsverkehrsminister und von den Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums, verwaltet wird, daß sie aber als Sondervermögen" des Reiches unter I dem eigenen Namen Deutsche Reichsbahn“ wirtschaftlich bestehend selbständig sowohl gegenüber den übrigen Zweigen der Reichsverwaltung als auch nach außen hin verwaltet wird. Dementsprechend werden auch die mit dem Sondervermögen der Deutschen Reichsbahn verbundenen Rechte und Verbindlichkeiten des Reiches streng gesondert gehalten. Daraus folgt z. B. auch, daß die Vorzugsaktien das bleiben, was sie bisher waren: eine Kreditverpflichtung der Reichsbahn, für die die Reichsbahn mit ihrem Sondervermögen haftet, das seinerseits für Verpflichtungen deo Nruches nicht aufzukommen hat. Aus dem Inhalt des Gesetzes ist sonst noch folgendes hervorzuheben: Die bewährte Einrichtung des Beirates, der den rreichsverkehrsminister in wichtigen schen Reichsbahn zu beraten hat bleibt aufrechterhalten. Die Zahl der Mitglieder, bisher 18, beträgt künftig 14, darunter, wie bisher, zwei Vertreter der Vorzugsaktionäre. Besonders betont ist im neuen Gesetz im Gegensatz zu bisher, daß die Reichsbahn kein Gewerbebetrieb, sondern daß die Erfüllung ihrer Aufgaben öffentlicher Dienst ist. folgt ohne weiteres, daß die Dienststellen der Reichsbahn Behörden und daß die Reichsbahnbeamten unmittelbar amte sind, für die das Deutsche Beamtengesetz gilt. Der ktalienische Minister für Volkskultur, Dino Alfieri, wird auf Einladung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, am Tag der deutschen Kunst in München tollnehmen. Be. Schwerik orgehl dus 30jührige=Bestehen 0 Schmorto Orei Gruppen— gerechte Lösung für Zum Geleit: Etwas wagen muß das Herz und früh auf sein, wenn es leben will. Gottfried Keller. Gedenktage: 1816 Dichter Gustav Freytag geboren. Wetter: Unbeständig. Ueber Mitteldeutschland bildete sich heute ein flaches Tiefdruckgebiet aus und es kam besonders im Wesergebiet zu zahlreichen Gewittern. Vom Atlantik her rückt ein weiteres Tiefdruckgebiet heran, welches das Wetter für Westdeutschland gestalten wird. Die Temperaturen bleiben jedoch fast unverändert.. 19 Sum. 8 Aussichten für Donnerstag, ven 15. Juli: Bei westlichen Winden stärkere Bewölkung, nicht überall trocken. Temperaturen unverändert. Aussichten für Freitag: Stärkere Bewölkung, za't Regenfälle, mäßig warm. Tageschronik Wem gehören die Fahrräder? Bei der hiesigen Kriminalpolizei befinden sich drei herrenlose Räder und zwar ein Herrenrad, Marke „Rheinland“, ein zweites Herrenrad, Marke „Miele“ und ein Damenrad, Marke„Roland“. Bei dem Damenfahrrad fehlt die linke Pedale. Die Räder können bei der Kriminalpolizei im Rathaus besichtigt werden. : Sie haben gut geschossen! Die Kameraden W. zur Nieden und Carl Hoffmann der Kavalleriekameradschaft errangen die Ehrennadel des RS.=Reichskriegerbundes und zwar W. zur Nieden die goldene und Carl Hoffmann die silberne. Wir gratulieren! . Eisenbahnsignale als Zielscheiben. Drei Jugendliche haben mit einem Kleinkaliber=Gewehr die Signalanlagen der Umgehungsstrecke Schwerte—Holzwickede beschossen und beschädigt. Die Kriminalpolizei hat die drei Uebeltäter ermittelt und das Gewehr sichergestellt. Wenn auch in diesem Falle bisher noch kein Transport der Reichsbahn gefährdet wurde, so hätte dies doch ebensogut der Fall sein können und schwerer Schaden eintreten können. Die Eltern werden also noch einmal ermahnt, über die„Spiele“ ihrer Kinder mit zu wachen. KdF.=Wagen werden schon am 15. Juli gezeigt. Wie schon bekanntgegeben, soll die seinerzeit von vielen Werken gewünschte Ausstellung des KdF.=Wagens, die wegen Zeitmangels nicht erfolgen konnte, ab 25. Juli nachgeholt werden. Wie nunmehr feststeht, wird der Wagen bereits am 15. Juli zu sehen sein. Er steht dem Gau bis zum fügung. Der Film, den jever sehen muß.„Deutsches Land in Afrika“ heißt er. Er zeigt uns, daß Deutschland an den Reichsgrenzen nicht aufhört. Lehrreich und interessant zugleich gibt er uns einen Einblick in das deutsche Kolonialgebiet, in deutsches Land in Afrika. Der Film wird in den Ortsgruppen Südwestfalens gezeigt. 12.50 RM. für einen Zentner Bucheckern. Der Reichsnährstand hat Einzelheiten über die Preise und das Abnahmeverfahren für Bucheckern bekanntgegeben. Die Meldung zeigt, daß die Bucheckernsammlung auch in diesem Jahre stark gefördert wird. Den Sammlern wird von den Oelmühlen ein Preis von 12.50 RM. je Zentner gezahlt. Der Sammler kann aber auch, anstatt die Bucheckern an die Oelmühlen zu verkaufen, die Bucheckern für den eigenen Bedarf schlagen lassen. Er zahlt dann an die Oelmühlen den reinen Schlaglohn und erhält das Oel. Der Verein für Leibesübungen e. V. Schwerke kann in diesem Jahre auf 20 Jahre des Bestehens zurückschauen. In der Zeit vom 16. August bis einschl. 20. August d. J. ist anläßlich dieses Jubiläums eine Fußball=Pokalwoche geplant, verbunden mit leichtathletischen Wettkämpfen aller Art. Auch soll der Handballsport während dieser Werbetage zu seinem Recht kommen. Die Nachbarvereine haben sich bereitswillig dem BfL. zur Verfügung gestellt und ihre Zusage zur Teilnahme an den sportlichen Wettkämpfen bereits gegeben. In Vor=, Zwischen= und Schlußrundenspielen, an deren Wettkämpfen 10 Fußballvereine teilnehmen, werden mehrere wertvolle Pokale zur Ausspielung gelangen. Die Pokalrunde wird durch folgende Fußballvereine vertreten: Schwerte 06, SC. Hennen 1912, Tus Ergste 84, VfB. Westhofen, Sportverein Geisecke, Sportverein Brackel, Aplerbeck 09, Hörder Hüttenverein, Sportverein Schüren und Spielverein Holzwickede. Eine Vertretung, wie sie kaum besser sein kann, sodaß es an interessanten Begegnungen nicht mangeln wird. Inmitten dieser Pokalspiele wird ein Handball=Großkampf steigen, welcher zwischen der 1. Handballelf des Dortmunder Sportklubs 95 und der Vertretung des Kreismeister Tus Holzen 07 zum Austrag gelangt. Auch hier dürften sich zwei zugkräftige Mannschaften im Kampf gegenüberstehen, sodaß auch die Handballfreunde auf ihre Kosten kommen. Als Eröffnung und Schluß dieser Pokalwoche ist je ein Fußballpropagandaspiel des VfL. gegen namhafte Gegner angesetzt. Während der Gegner für das Vorspiel bereits in der 1. Fußballelf der Werksportgemeinschaft Edelstahlwerke Dortmund feststeht, schweben wegen des Gegners für das Schlußspiel mit mehreren Vereinen der Gauklasse z. Zt. noch Verhandlungen. Die Vereinsleitung von VfL. glaubt aber noch in dieser Woche die Verpflichtung eines zugkräftigen Gauklassengegners sicherzustellen. Aber auch die unteren Mannschaften, die Jugendabteilung und die der Alten Herren sollen während dieser Sportwoche zu ihrem Recht kommen. Für diese Mannschaften sind ebenfalls mehrere Spiele vorgesehen. Die schöne Sportart der Leichtathletik soll nicht vergessen werden. Es ist unter anderm ein leichtathletischer Klubkampf der Jugend geplant. Ein Kameradschaftsabend soll den Ausklang bilden. Drei Gruppen— gerechte Lofung fur Schwerter Sportvereine. 8. Zt. beschäftigt sich der Fußballfachwart des Lenne=Volme=Kreises mit einer Neuenteilung der Kreisklassenvereine für die Spielsaison 1939/40. Geplant ist eine Einteilung in drei Gruppen, was von den Schwerter Sportvereinen nur begrüßt werden kann. Gerade der Schwerter Sportvereinigung von 1906 wurde im Vorjahr der Spielbetrieb dadurch erschwert, daß man der weit abliegenden Lüdenscheider Gruppe zugeteilt Dadurch, daß nun innerhalb des Lenne=VolmeKreises 6 Vereine den bitteren Weg des Abstiegs zur zweiten Kreisklasse gehen müssen und dagegen nur 4 Vereine zur 1. Kreisklasse aufsteigen, verfügt der Kreisfachwart über 26 der 1. Kreisklasse angehörige Vereine. Wie das Vorjahr zur Genüge beweist, ist es fast unmöglich, in zwei Gruppen die Spiele durchzuführen, worauf die Neueinteilung in drei Gruppen dem Gau zur Begutachtung vorgelegt wurde. Es ist wohl damit zu rechnen, daß diese vorgeschlagene Neuerung auch beim Gau Verständnis findet. Es sei aber besonders erwähnt, daß im Falle eine Neugruppierung jede der 3 Gruppen je 2 Abstiegskandidaten stellt, sodaß gleich dem Vorjahre 6 Vereine zur 2. Kreisklasse absteigen. Die Neueinteilung ist wie folgt gedacht: 26 Vereine werden in 3 Gruppen aufgeteilt. Es werden zwei Gruppen zu je 9 Vereinen und eine Gruppe mit 8 Vereinen gebildet. Nach den gebietlichen Voraussetzungen ist wohl anzunehmen, daß die Schwerter Fußballvereine nur mit den Iserlohner Sportgemeinschaften zusammen gruppiert werden und so wird auch die Schwerter Sportvereinigung von 1906 in der neuen Spielsaison 1919/40 wieder zu ihrem Recht kommen und der Iserlohner Gruppe angehören. Postsportverein Schwerte anerkanntes Mitglied des RSRL. Am 29. Juni d. J. ist der Postsportverein Schwerte in den RSRL. ausgenommen. Der neue Verein betreibt Leichtathletik, Handball und Kleinkaliberschießen. So verfügt Schwerte über einen weiteren Handballverein, welches nur zu begrüßen ist. Als Vereinsführer wurde Kamerad Fritz Meier, Schwerte, Sedanstraße 22, eingesetzt, an welchen auch sämtliche Schreiben zu richten sind. Die Postsportler werden in ihrer Vereinsfarbe— rotweiß— unmittelbar zu Wettkämpfen an den Start gehen. Die Siegerplakette für die Reichswettkämpfe der SA. Die Sieger in den einzelnen Wettbewerben der Reichswettkämpfe der SA., die am Wochenende im Berliner Olympiastadion entschieden werden, erhalten diese Plakette.(Scherl). Moren für dur Schwerier=Ehrenmal Für deutsche Seegeltung. Aus Anlaß des Besuches der Modellflotte in Südwestfalen fand in Bochum eine Vortragsveranstaltung des Reichsbundes deutscher Seegeltung statt. Der Gaureferent des Reichsbundes, Marine=SA.=Standartenführer Schröder, wies einleitend darauf hin, daß der Reichsbund gemeinsam mit der Marine=SA., der Marine=H3. und dem RS.=Marinebund alle Kraft daransetzen würde, jeden Deutschen von der Notwendigkeit der deutschen Seefahrt zu überzeugen. Der Führer der Modellflotte, Kapitän Tramnitz, erzählte dann allerlei Wissenswertes über die Schiffsmodellbauschule in Potsdam, die 14 fahrbare und bemannbare Schiffe mit sieben Einheiten gebaut hat, die bis ins kleinste ihren großen Vorbildnern gleichen. Fast 7000 Kilometer wird die Modellflotte in diesem Jahre zurücklegen, sie wird auch durch die Ostmark über Ungarn ins Sudetenland fahren. Mütter erholen sich. Ein frohes Leben und Treiben herrscht in dem schönen Müttererholungsheim in Menden auf dem Haunsberg. 16 Mütter aus dem Kreisgebiet Iserlohn finden dort eine vorzüglich Pflege und Betreuung, damit sie sich von den Anstrengungen des Hausfrauenberufes einmal gründlich erh'en. Es handelt sich hier um die zweite diesjährige Erholungskur. Die Kuren werden bis zum Oktober fortgesetzt. (Lore Rieke, Schwerte). Unser Bild zeigt das in der Schwerter Rathausvorhalle ausgestellte Modell für das Schwerter Ehrenmal von dem Hagener Bildhauer Müller=Blankenstein. Segeln mit„Kraft durch Freude“. Die KdF.=Segelschule am Steinhuder Meer hat wiederholt Schüler aus Südwestfalen gehabt, die sich begeistert über das Erlebte äußern. Ein altes Fischerhaus direkt am Meer ist für Zwecke der Schule umgestaltet worden. Die Teilnehmer der Segelkurse kommen aus allen Berufen. Besonders die werktätigen Volksgenossen, für die früher der Segelsport eine unerschwingliche Angelegenheit war, sind stark vertreten. Das darf sich nicht wiederholen. Eine Ueberprüfung des im Jahre 1938 im Kreisgebiet Wanne=Eickel Wattenscheid gewährten Urlaubes für Jugendliche hat ergeben, daß etwa 300 Jungen und Mädel keinen rechtmäßigen Urlaub erhalten haben. In erster Linie sind an dieser Uebertretung des Gesetzes das Handwerk und der Einzelhandel beteiligt. Teils erfolgte die Nichtgewährung des Urlaubes ohne jeden Grund, in anderen Fällen waren die Gründe ebenso haltlos wie lächerlich. Während das Jugendschutzgesetz in seinem vollen Umfang am 1. Januar 1939 in Kraft trat, war dieses für den§ 21 bereits mit dem Tage der VerkünBörzen und Mörkte Großmarkt für Getreide und Futtermittel, e. V. Dortmund. (Erzeugerfestpreise für die Preisgebiete der Provinz Westfalen). Dortmund, 12. Juli. Weizen, 75/77 kg, vom 1. bis 15. Juli, in Klammern vom 15. bis 31. Juli 1939: W9 209(189), W 12 212(192), W 13 213(193), W 16 216(196), W 18 218(198). Roggen, 70/72 kg, vom 1. bis 31. Juli 1939: R 11 175, R 13 177, R 15 179, R 16 181, R 18 183. Futterhafer, 46/48 kg kg, vom 1. Juni bis 15. August 1939: H13 179, H 14 181, H 15 182, H 16 183, H18 185, H19 186. Futtergerste, 59/60 kg, vom 1. bis 31. Juli 1939: G 10 166, G11 167, G 12 190, G 13 170, G 14 172. Frohes Kindersent in Verzen Erfolgreicher Werbenachmittag für die Kindergruppe Die Kindergruppe der Ortsgruppe Holzen der RS.=Frauenschaft u. des Deutschen Frauenwerks veranstaltete bei Roolf(„Jägerheim“) einen frohen Werbenachmittag, dem ein voller Erfolg beschieden war. In großer Zahl waren die Mütter mit ihren Kindern erschienen, um gemeinsam einige fröhliche und unterhaltsame Stunden zu verleben. In einer Ansprache an die Mütter und die Kinder machte die Kindergruppenleiterin, Fräulein Jacobs, die Mütter mit den Aufgaben und Zielen der Kindergruppe bekannt. Die RSFrauenschaft habe die Mütter eingeladen, so führte die Rednerin aus, um ihnen einen Ueberblick über die Arbeit zu geben, die in der Kindergruppe geleistet werde. Im vorigen Herbst habe die Kindergruppe ein Märchen aufgeführt, das großen Anklang gefunden habe. Am heutigen Kinderfest solle gezeigt werden, was die Kinder in der Kindergruppe gelernt hätten. Eingehend auf die Tätigkeit der Kindergruppe in Holzen, richtete Fräulein Jacobs an alle Mütter die Bitte, ihre Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren in die Kindergruppe zu schicken. Es sei der Wunsch und der Wille des Führers, daß alle Kinder schon früh am Gemeinschaftdienst für unser Volk teilnehmen. Allen Müttern müßte es eine Freude sein, ihre Kinder in der Obhut der Kindergruppe zu wissen. Der Führer habe einmal gesagt, daß die Jugend nicht früh genug erzogen werden könne, sich zuallererst als Deutsche zu fühlen. Deshalb müßten auch jene Kinder, die noch fehlten, der Kindergruppe angehören. In einem fröhlichen Reigen wurden Ballund Wettspiele vorgeführt. Die Jungmädel tanzten Volkstänze. So herrschte bis zuletzt Frohsinn und Freude, und manche Mutter nahm sich vor, auch ihre Kinder dieser Gemeinschaft anzuvertrauen, die den werdenden Menschen zum vollwertigen Mitglied des deutschen Volkes erzieht. Aus der Bewegung Am Sonnabend, 15. Juli, zeigt die Ortsgruppe Schwerte=Ost der NSDAP. in Verbindung mit der Gaufilmstelle Westfalen=Süd, den Tonfilm „Frau Sixta“. Die Vorstellung ist im Werkskasino und beginnt 20.15 Uhr. Karten im Vorverkauf bei den Block= und Zellenleitern und beim Pg. Feldmann. Mehl: Grundpreise für Weizen= und Roggenmehl, Weizen- und Roggenkleie. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Weizenmehl, Type 812(Vollmehl) 4 50 Pfg. Frachtausgleich vom 1. bis 31. Juli 1939: W9 29,40, W 12!) 29,40, W 12°) 30,15, W 13 30,15, W 16 30,15, W 18 30,15. Roggenmehl, Type 997, Type 815 4 0,50 RM. Type 700+1,25 RM. Type 1150—0,50 RM.+ 50 Pfg. Frachtausgleich ab 1. Juli 1939: R 11 22,55, R 13 22,75, R 15 22,95, R 16 23.—, R18 23,15. Weizenkleie: W 9 11,55, W 12 11,70, W 13 11,75, W 16 11,95, W 18 12,05. Roggenkleie: R11 10,30, R 13 10,45, R 15 10,55, R 16 10,70, R 18 10,80. *) mit Ausnahme des Kreises Meschede, *) nur Kreis Meschede. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt. Dortmund, 12. Juli. Auftrieb: 381 Stück Großvieh, 295 Ferkel, 38 Läufer= und ältgen Futterschweine, 15 Kälber. Es kosteten: Hochtragende und frischmelke Kühe je nach Qualität 350—620, Rinder 300—400 RM. Beste Tiere über Notiz Der Handel in Großvieh war in guten Tieren mittel, sonst langsam.— Am Schweinemarkt war der Handel ruhig. Es kosteten: Ferkel 5—6 Wochen 17, 6—8 Wochen 22—27, 8—10 Wochen 28—33, 10—12 Wochen 34—37 RM. Läuferschweine: über 3—4 Monate 40—47, 4—5 Mon. 48—59, über 5 Mon. 60—66 RM. Der nächste Markt findet am 19. Juli statt. „" ine Aheltttutte HitlereFunte Arbensgerichtsurtene Entlassung auf Anordnung des Arbeitsamtes nicht ohne Kündigungsfrist Rellstab führt im Oeynhausener Schachturnier Bad Oeynhausen. In der 3. Runde des Turniers um die Schachmeisterschaft von Deutschland, die der Großdeutsche Schachbund im Kurhaus des Bades Oeynhausen veranstaltet, ging es wieder recht bewegt her. Sehr interessant verlief die Begegnung des Düsseldorfers Engels mit dem Berliner Kurt Richter. Richter machte in einem Gegengambit einen aussichtsreichen Opferangriff, der aber doch ein kleines Loch hatte, so daß schließlich Engels in dem scharfen Kampf die Oberhand behielt. Gleichfalls mit den weißen Steinen siegte Lokvenc(Wien) nach acht Kampfstunden über Ernst(Gelsenkirchen). Der Westfale hatte bereits eine bessere Partie erlangt, versagte jedoch im Endspiel. Der Berliner Rellstab entschied eine spanische Partie gegen Kohler(München) zu seinen Gunsten. Mit den schwarzen Steinen waren ebenfalls drei Turnierteilnehmer erfolgreich. Müller (Wien) siegte über Gilg(Troppau), Brinckmann(Neumünster) gewann gegen den Kölner Kieninger, der die Zeit überschritt. Der Titelverteidiger Eliskases(Innsbruck) bezwang den Berliner Michel. Unentschieden endete die sizilianische Partie Eisinger(Karlsruhe) gegen Keller(Dresden), und ein Damengambit Dr. Lange(Essen) gegen Heinicke(Hamburg). Die Spitze hat somit nach drei Runden Rellstab mit 3 Punkten vor Eliskases, Lokvenc und Müller mit je 2½ Punkten, sowie Gilg und Heinicke mit je 2 Punkten. 3½ Jahre Zuchthaus für Verbrecher am Volk Bochum. Das Schwurgericht in Bochum verurteilte die Ehefrauen Pauline Eichendorff und Selma Drenhaus, beide aus Herne, wegen vollendeter Abtreibung in drei Fällen und wegen versuchter Abtreibung in sechs Fällen, die Drenhaus außerdem noch wegen versuchter Abtreibung in einem Falle zu je drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und zu je fünf Jahren Ehrverlust. Die Angeklagten, von denen die Eichendorff das Gewerbe einer Heilkundigen in Herne ausübte, hatten sich auf dem verwerflichen Gebiet der Abtreibung gemeinsam seit dem Jahre 1935 bis in den Januar 1939 hinein betätigt. Da nicht wirtschaftliche Not, sondern schnöde Gewinnsucht die Triebseder für ihr volksfeindliches Treiben war, wurden ihnen mildernde Umstände versagt. Wespennest als Ursache eines Schadenfeuers Burscheid. In einem Hause auf der Luisenhöhe entdeckten die Bewohner in einem Zimmer ein Wespennest. Sie versuchten, die Tiere auszuräuchern bzw. auszubrennen. Hierbei fingen aber die Balken des Fußbodens Feuer, das größeren Umfang anzunehmen drohte. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte eine Einäscherung des Wohnhauses verhüten. Tödlicher Verkehrsunfall Mülheim=Ruhr. Auf der Zeppelinstraße in Mülheim=Ruhr wurde ein 13 Jahre alter Junge, der auf seinem Fahrrad hinter einem Lastwagen hergefahren war, beim Ausweichen zur linken Straßenseite von einem entgegenkommenden Kraftwagen erfaßt. Der Junge trug schwere Verletzungen davon und starb noch an der Unglücksstelle. Ausfall eines D=Zuges Köln. Laut Mitteilung der Reichsbahndirektion Köln fällt am Samstag, dem 15. Juli, der für Samstags und Sonntags vorgesehene D 354 Ostende—München auf dem Streckenabschnitt Ostende—Köln aus. Der Zug beginnt, wie auch an den übrigen Wochentagen, in Köln=Hbf. M.=Gladbach. In einem Hause der Altstadt von M.=Gladbach, das von der Prostituierten Frau Maria Moonen und ihrer Schwester Frau Mathilde Schillings bewohnt wird, wurde am Dienstagvormittag bei einer Haussuchung von der Kriminalpolizei die Frau Mathilde Schillings in ihrem Schlafzimmer unter dem Bett erschlagen aufgefunden. Als Mörder der Frau Schillings konnte inzwischen deren Geliebter, der 28 Jahre alte Wilhelm Prinz aus M.= Gladbach, festgestellt werden, der flüchtig ist. Die Tat hat sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag abgespielt. Die Kriminalpolizei hat durch Zufall das furchtbare Verbrechen entdecken können. Frau Moonen hatte ihre Schwester zuletzt am Sonntagvormittag gesehen, als sie sich mit dem Prinz zu einem Ausgang fertig machte. In den frühen Morgenstunden des Montags, gegen 5 Uhr, wurde Frau Moonen von Prinz geweckt, der mit ihr eine Autofahrt nach Krefeld unternahm, von der beide gegen 20 Uhr heimkehrten. Während Prinz sich dann entfernte, weil er den Chauffeur nicht bezahlen konnte, suchte die Frau Moonen nach ihrem Geliebten, dem 38jährigen Engelbert Lausberg, um von ihm die Schlüssel Wuppertal. Das Wuppertaler Arbeitsgericht hatte sich in den letzten Tagen mit zwei eigenartig gelagerten Klagen zu befassen, die allgemeine Beachtung verdienen. Ein Arbeiter hatte während seines Krankheitsurlaubes Arbeit in einem anderen Betrieb angenommen, ohne daß der bisherige Betriebsführer unterrichtet worden war. Das Arbeitsamt schritt gegen diese merkwürdige Art des Arbeitswechsels ein und forderte den neuen Betriebsführer auf, den neu eingestellten Arbeiter alsbald wieder zu entlassen, was dieser auch sofort tat. Gegen diese fristlose Entlassung wehrte sich der Arbeiter am Arbeitsgericht mit der Begründung, daß er nach dieser ungerechtfertigten Maßnahme nicht habe wieder in Arbeit kommen können. Das Arbeitsgericht verurteilte den Unternehmer zur Zahlung des Lohnes für die Zeit der gesetzlichen Kündigungsfrist, und zwar mit der Begründung, daß das Entlassungsgebot des Arbeitsamtes nicht als Aufforderung zur fristlosen Entlassung anzusehen sei und daß es nicht von der Einhaltung der gesetzlichen und vertraglichen Kündigungsfrist entbinde. Aachen. Das Schöffengericht Aachen verurteilte den 71 Jahre alten früheren Winkeladvokaten Jakob Holzmann aus Aachen wegen wissentlich falscher Anschuldigung in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung in zwei Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte war eine gerichtsbekannte Persönlichkeit, die vor dem Umbruch die Aachenei Gerichte im Uebermaß behelligte. Dauernd strengte er Zivil= und Strafprozesse an und wurde auch selbst verklagt, da er mit unlauteren Mitteln vorging Mit größter Rücksichtslosigkeit pflegte er Prozeßgegner und mißliebige Zeugen zu behelligen und schreckte auch nicht davor zurück, Richter und Gerichtsbeamte anzugreifen und Beschwerden gegen sie einzureichen. Im Jahre 1938 war er wegen eines Betrugsversuchs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Mit Rücksicht auf sein hohes Alter erließ ihm die Berufungsinstanz 2 Monate dieser Strafe mit dem Erfolg, daß der Angeklagte die Richter wegen„Rechtsbeugung“ angriff. In diesem Prozeß hatte eine Bekannte des Angeklagten eine eidliche Aussage gemacht. Seither verfolgte der Angeklagte sie und ihre Schwester mit wütendem Haß. Er verfaßte zwei anonyme Schreiben an die Staatspolizei, die er mit falschem Namen unterzeichnen ließ. Diesen fügte er dann zwei Schriften hochverräterischen Inhalts bei, die er sich zu verschaffen gewußt hatte, und denen er selbstverfertigte Stempel mit der vollen Anschrift seiner„Feindinnen“ aufgedrückt hatte. Die Schreiben bezichtigten die beiden Schwestern der Vorbereitung zum Hochverrat. Holzmann konnte aber bald als der gemeine Verleumder ermittelt werden. Da er gleichzeitig auch die Frechheit besessen hatte, das Ansehen der Partei durch widerrechtliches Tragen des Parteiabzeichens zu schädigen, verurteilte ihn zunächst einmal das Kölner Sondergericht zu zwei Monaten Gefängnis. Wegen des gemeinen Racheaktes kam er dann vor das Schöffengericht Aachen. Er versuchte zwar, den Termin durch dauernde Beschwerden immer wieder herauszuschieben und behauptete selbst, geistesgestört zu sein, zur Wohnung zu bekommen. Nach dem Besuch mehrerer Wirtschaften ließ sie sich mit dem Krefelder Kraftwagen wieder zu ihrer Wohnung zurückfahren, wo inzwischen Lausberg eingetroffen war. Als der Fahrer sich in die Wohnung begab, um den Fahrlohn zu kassieren, wurde er von Lausberg, der vorher das Licht ausgelöscht hatte, mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, aus dem Hause geschleift und besinnungslos vor der Haustür liegen gelassen. Der Autofahrer, dessen Verletzungen nur weniger schwerer Natur sind, erholte sich bald wieder und meldete den Vorfall der Polizei, die daraufhin zur, Festnahme der Moonen und des Lausberg hritt. Wegen der in der Wohnung herrschenden Dunkelheit wurde die Durchsuchung der Wohnung, wo man nach dem Tatwerkzeug, dem Hammer, suchte, abgebrochen. Bei der dann am Dienstagvormittag erneut vorgenommenen Haussuchung wurde die Leiche der Frau Schillings entdeckt. Den Mörder hat man bisher noch nicht fassen können. Der Täter ist von untersetzter Gestalt, 1,70 Meter groß, hat dunkelblondes, dichtes Haar, frisches, gebräuntes Gesicht. Bekleidet war er mit hellgrauem Rock, grauer Hose(Pfeffer und Salz), dunkelgrünem Hut und braunen Halbschuhen. In einem zweiten Verfahren stand folgendes zur Entscheidung: Ein Facharbeiter, der sein Feriengeld nicht schon am Tage der letzten Löhnung vor seinem Urlaub in Empfang genommen, sondern in der Obhut des Meisters gelassen hatte, sah sich plötzlich seines Geldes beraubt, denn die Kassette, in der das Feriengeld aufbewahrt wurde, war gestohlen worden. Zunächst hatte die Firma sich geweigert, die Kasse anzuweisen, das Feriengeld ein zweitesmal auszuzahlen. Der Arbeiter setzte nun alles daran, doch zu seinem Gelde zu kommen, und benötigte für diese Bemühungen zwei Tage seiner Ferien. Das Arbeitsgericht brauchte nicht mehr um den Ersatz des Feriengeldes zu verhandeln, da die Firma sich inzwischen bereit erklärt hatte, den Betrag noch einmal anzuweisen. Was die Frage des Ersatzes der durch die Verhandlungen dem Arbeiter verlustig gegangenen beiden Ferientage anging, so entschied das Gericht, daß Nachurlaub zu gewähren sei, da das Unternehmen durch seine anfängliche Weigerung der abermaligen Auszahlung des Feriengeldes die Schuld daran trage, daß der Kläger die beiden Tage nicht zur Erholung habe ausnutzen können. doch kam es schließlich jetzt zur Hauptverhandlung. In der Beweisaufnahme ergab sich die völlige Haltlosigkeit der Bezichtigungen, obgleich sich der Angeklagte durch allerlei Finten zu sichern suchte. Das Gericht verurteilte ihn nach dem Antrag des Staatsanwalts zu der genannten Zuchthausstrafe unter ausdrücklicher Berücksichtigung des psychiatrischen Gutachtens, das den Angeklagten als einen gefährlichen, aber voll verantwortlichen Querulanten kennzeichnete. Adoptivsohn der Brandstiftung überführt Siegen. Die Untersuchungen nach der Ursache des Brandes in dem dem Invaliden Jakob Müller gehörigen Hause in der Ortschaft Wilnsdorf haben einwandfrei Brandstiftung ergeben. Als Brandstifter konnte der Adoptiv= sohn des Hausbesitzers, Rudolf Müller, ermittelt werden. Er hat inzwischen ein Geständnis abgelegt. Der Täter wollte demnächst heiraten und mit der Versicherungssumme ein besseres Haus errichten. Der Stand der Reben an der Mittelmosel Kochem. Der Stand der Reben an der Mittelmosel ist im allgemeinen zufriedenstellend. Allerdings hat der Heuwurm in manchen guten Lagen erheblichen Schaden angerichtet, während die geringeren und mittleren Lagen ziemlich verschont geblieben sind. Die Nachblütebespritzung ist in vollem Gange und dürfte in wenigen Tagen bereits restlos durchgeführt sein. Im freihändigen Weingeschäft konnten in letzter Zeit einige Abschlüsse getätigt werden, wobei für verbesserte 1938er Weine 760 bis 780 RM. gelöst wurden. Raffinierte Schwindlerin für einige Zeit hinter Schloß und Riegel Koblenz. Im Juni wurde die 41jährige Paula Büttner aus Dortmund in Koblenz festgenommen, nachdem sie in mehreren Familien als Stellungsuchende vorgesprochen und in betrügerischer Absicht Vorschüsse erschwindelt hatte. Die Untersuchung ergab, daß die Schwindlerin ihre Betrügereien in derselben Weise auch in Essen, Düsseldorf, Köln und Remagen verübt hat. Sie trat unter den falschen Namen Anita Holt, Brigitte Bürger und Elisabeth Eberhardt auf und legte selbstangefertigte gefälschte Zeugnisse vor. In den meisten Fällen, in denen sie angeblich eine Stelle als Hausangestellte antreten wollte, gelang es ihr, Vorschüsse zu ergaunern. Unter dem Vorwand, ihre Koffer vom Bahnhof abholen zu wollen, verschwand sie dann auf Nimmerwiedersehen. In Koblenz betrog sie u. a. eine kinderreiche Familie um 20 RM. Die Schwindlerin wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. — 1000 RM. Re acbhnune Saarbrücken. Die Persönlichkeit der am Sonntagabend bei Neunkirchen aufgefundenen weiblichen Leiche, die etwa 10 bis 20 Tage an der Fundstelle gelegen haben kann, steht noch nicht fest. Es ist nunmehr eine Belohnung von 1000 RM. für Hinweise und Mitteilungen ausgesetzt, die zur Feststellung der Persönlichkeit der Toten, zur Herbeischaffung von Beweismitteln und zur Ermittlung des Täters führen. Nicht ausgeschlossen ist es, daß die Leiche mit einem Kraftfahrzeug an die Fundstelle gebracht und die Tat in einer weiteren Entfernung vom Fundort begangen wurde. Verlängerung der Realsteuersperre Auch Bürgersteuer=Stop Berlin. Der Reichsinnenminister hat zu gleich im Namen des Reichsfinanzminister einen Realsteuererlaß an die Länder, mit Ausnahme der Ostmark und des Sudetengaues, ge richtet. Darin wird betont, daß die Notwendigkeit der Erhaltung eines stetigen Lohn= un Preisstandes zur Zeit Steuererhöhungen be den Realsteuern nur in unabweisbar notwendigen Fällen vertretbar erscheinen lasse. Es se daher erforderlich, sie auf solche Fälle zu beschränken und auch weiterhin einer besonderen Genehmigung zu unterwerfen. Ferner erscheine es angezeigt, auch die Erhöhung der Bürgersteuerhebesätze in gewissem Umfange genehmigungspflichtig zu machen, während andererseitt die Genehmigungspflicht für eine Senkung dieser Hebesätze mit dem Erlaß dieser Ausführungsanweisung fortfällt. Der Erlaß trifft dann die erforderlichen Einzelanweisungen und bemerkt dabei, daß in einer Anzahl von Gemeinden, die erhöhte Schlüsselzuweisungen erhalten, bzw. bei denen die nunmehr vorliegenden Rechnungsergebnisse entsprechende Schlüsse ermöglichen, eine Senkung der Hebesätze für die Realsteuern und die Bürgersteuer in Betracht kommen werde. Es sei das Ziel der Neuregelung des Finanzausgleicht im Reich und in den Ländern gewesen, durch stärkere Betonung des Lastenausgleichsgedankens den Gemeinden nicht nur eine bessere Erfüllung der gemeindlichen Aufgaben, sondern den Gemeinden mit besonders hohen Hebesätzen auch eine Senkung ihrer Hebesätze zu ermöglichen. Diese Senkungsmöglichkeit ergebe sich zum erstenmal für das Rechnungsjahr 1939. In einzelnen Gemeinden gälten noch Hebesätze, die erheblich über das auf die Dauer vertretbare Maß hinausgingen. Solche Hebesätze würden zu senken sein. Der Erlaß enthält Höchstsätze, bei deren Ueberschreitung die Hebesätze zu ermäßigen sind. Sie sind nach der Gemeindegröße gestaffelt und liegen bei der landwirtschaftlichen Grundsteuer zwischen 110 und 120, bei der Grundsteuer zwischen 180 und 250 und bei der Gewerbesteuer, je nach der Erhebungsart, zwischen 20 und 300 v. Hundert. Voraussetzung einer Senkung ist in jedem Fall, daß der Haushaltsausgleich der Gemeinde nachhaltig gesichert bleibt und sprunghafte Belastungsverschiebungen zwischen den verschiedenen Steuerarten vermieden werden. Die Hebesätze für die Bürgersteuer sind nach dem Erlaß, soweit sie 700 v. H. überschreiten, möglichst auf diesen Hebesatz herabzusetzen. Im übrigen kommt eine Erhöhung der Hebesätze für die Realsteuern nur dann in Frage, wenn der Haushaltsausgleich durch Ersparnisse bei den Ausgaben nicht erzielt werden kann. Die Erhöhung ist aber auch dann nur im Rahmen der Höchstsätze zulässig. Der Beschluß über die Erhöhung bedarf der Genehmigung der im einzelnen bestimmten Aufsichtsbehörden. Die Tote wird wie folgt beschrieben: etwa 1,52 Meter groß, ungefähr 20 bis 35 Jahre alt, kräftig, untersetzt, hellblondes Haar, gepflegte Fingernägel, kleine Füße, im Oberkiefer fehlen drei rechte und zwei linke, im Unterkiefer rechts zwei Backenzähne und links ein Backenzahn. Mitteilungen sind an die Mordkommission der Kriminalpolizeistelle Saarbrücken, zur Zeit Polizeidienstgebäude Neunkirchen(Fernruf Neunkirchen 3065) oder jede andere Polizeidienststelle zu richten. Gefährliches Werkzeug? Die Gabel, mit der man das Getreide, auf den Erntewagen stakt, ist ein Werkzeug, wie jedes andere auch. Sie sieht nur gefährlich aus, weil sie im wesentlichen aus zwei oder drei langen, spitzen Zinken besteht. Die muß sie aber haben, sonst wäre sie ja keine Getreidegabel. Wenn nun alljährlich eine ganze Reihe schwerer Verletzungen durch eben diese Gabel hervorgerufen werden, könnte man schon dahinkommen, sie für ein besonders gefährliches Werkzeug zu halten. Das ist aber nicht wahr. Sie tut von selber; keinem Menschen etwas, sondern bleibt friedlich da stehen, wo man sie hinstellt. Sie wird erst gefährlich, wenn sie ein Mensch in die Hand nimmt, der nicht mit ihr umzugehen versteht. In der Hand eines ungeschickten Tölpels wird sie zu einer Waffe, die leicht tödlich wirken kann. Wenn man sieht, wie leichtfertig manchmal sogar in der Landwirtschaft erfahrene Männer mit ihr umgehen, könnte man sich beinahe wundern, daß nicht noch mehr Ernteunfälle durch Verletzungen mit der Getreidegabel entstehen Sie ist nicht dazu da, daß man mit ihr Wurfübungen macht, weder auf den Wagen hinauf, noch vom Wagen herunter. Auch zum blinden Umherstochern auf dem vollbeladenen Wagen ist sie nicht erfunden worden, erst recht nicht dazu, lange im Wege zu liegen und die Zinken drohend in die Luft zu recken. Nicht die Gabel ist gefährlich, sondern der Mensch, der sie leichtfertig handhabt. Von ihrem Genedien Erschlägen Mord in der Altstadt von M.-Gladbach— Die Polizei fahndet nach dem Täter Ein niederträchtiger Nacheurt Zuchthaus für einen 71jährigen unverbesserlichen Quertreiber Pp###ges SSäog V##FRTSSMImT T S F 2.25 STPsgs#äg SEPSSBTMTESE SRATRS.DME. 409 Sa.S S S1g S. 5L SEDOSRE Smn n cn f0 C a0 2 uuEE RöSEFES PTn S 8 5 S###a Welt und Wissen Vieviel Menschen ernährt die Erde? Die Frage der Tragfähigkeit der Erde beschäftigt heute mehr denn je die Kulturnationen. Eben erst hat der amerikanische „Agrobiologe“ Willcox in einer sehr anfechtbaren Schrift darüber theoretisiert, daß unser Erdball eine vielfache Menschenzahl zu ernähren vermöge. Wollte man ihm folgen, so genügten rund 40 Ar, um einen Menschen „vernünftig" zu ernähren, d. h. mit anderen Worten, könnten 15000 Menschen auf einer Quadratmeile leben. Diese Zahlen ehren die Phantasie ihres Urhebers, verlieren aber sogleich an Wert, wenn Willcox im selben Atemzug versichert, Vorbedingung für die von ihm errechnete Tragfähigkeit seien natürlich beste Böden und Pflanzensorten, die teilweise erst gezüchtet werden müssen. Wenn der Wind ums Haus pfeift. In Amerika ist man der Frage auf den Grund gegangen, ob starker Wind auch die Innenwärme des Hauses absinken läßt. Nach Versuchen, die von Gelehrten der Universität in Minnesota vorgenommen wurden, scheint dies aber nur dann der Fall zu sein, wenn gleichzeitig mit dem Wind auch die Außentemperatur sinkt. Bleibt aber trotz dem Wind die das Haus umgebende Temperatur gleich, so sinkt auch die Wärme im Haus selbst bei starkem Wind fast gar nicht, weil der Wärmeverlust des Hauses, vorausgesetzt, daß die Fenster= und Türöffnungen gut schließen— nur verhältnismäßig wenig von der Einwirkung des Windes beeinflußt wird. Diese Feststellung erfolgte auf Grund von Versuchen, in deren Verlauf man Wände aus verschiedenem Baumaterial von der einen Seite aus erwärmte, während gleichzeitig von der anderen Seite her starke und schwächere künstlich erzeugte Winde, und zwar von verschiedenen Seiten aus, auf die Wände einwirkten. Es zeigte sich hierbei allerdings, daß die Hauswärme etwas schneller entweicht, wenn der Wind statt in paralleler Richtung zur Hauswand direkt gegen sie bläst. Zu einemstarken Wärmeverlust kann es aber, unter der Voraussetzung, daß die Außentemperatur nicht sinkt, durch den Wind allein gleichwohl nicht kommen. Küchengeheimnisse 24 Stunden in frisches Wasser und wechselt es drei= bis viermal. Dann wird es klein zerschnitten, mit etwas Salz und einigen abgeschälten, in vier Teilen geschnittenen sauren Aepfeln auf das Feuer gestellt und langsam unter öfterem Umrühren ausgeschmolzen. Sobald die Grieben ausgelaufen und gelblich sind, gießt man das Fett durch einen Durchschlag in einen Steintopf, bindet ihn am andern Tage mit Papier zu, durchsticht dieses mit einer Nadel und bewahrt den Topf an einem kühlen Orte auf. Kartoffelklößchen als Suppeneinlage So gern man ab und zu einmal nur eine Suppe zu Mittag geben möchte, erweist es sich meist, daß sie zur Sättigung nicht ausreicht. Da hilft man sich mit Erfolg, wenn man kleine Kartoffelklößchen hineingibt, die bestimmt sättigen. Man benötigt dazu zwölf Kartoffeln, 35 Gramm Butter oder Margarine, zwei Eier, zwei Eßlöffel oder ungefähr 60 Gramm Grieß. Die Salzkartoffeln werden heiß durchgeschlagen, dazu Butter, Eier und Grieß getan, etwas Zucker und Salz darangegeben. Ein wenig gewiegte Petersilie oder Majoran hebt den Geschmack. Die Klöße werden mit dem Löffel von der Masse abgestochen und in der Brühe gargekocht, die Fleischbrühe oder auch Würfelbrühe sein kann. Dies nimmt acht bis zehn Minuten in Anspruch. Man kann diese Klöße übrigens auch einfach in Salzwasser garkochen und zu Backobst oder Apfelmus reichen. Meerrettich zu konservieren. Es ist nicht allgemein bekannt, daß man den Meerrettich, der ja im Sommer stets zäh und geschmacklos ist, jetzt zur Zeit der Ernte sowie im Winter so konservieren kann, daß er auch im Sommer in Geschmack und Schärfe von frischem nicht zu unterscheiden ist. Der jetzt frische und saftige Meerrettich wird in kleine Würfel geschnitten, diese auf dem mit weißem Papier belegten Kuchenblech auf dem Herde oder in der Backröhre ausgebreitet und getrocknet, bis sie ganz hart sind. Hierauf wird der Meerrettich zu Pulver zerstoßen und in einem ganz trockenen, gut verkorkten Glasgefäß aufbewahrt. Zum im Sommer nimmt man die nötige Menge heraus, feuchtet es mit Wasser an, bis es sich vollgesaugt hat, und läßt es einige Minuten stehen. Es ist dann zum Gebrauch fertig und schmeckt so scharf wie frischer Meerrettich. Perlbohnen mit Bratwurst. Man wäscht die weißen Bohnen, am besten sogenannte Perlbohnen, bedeckt sie mit weichem, kaltem Wasser und läßt sie über Nacht stehen. Am andern Morgen bringt man sie mit frischem Wasser beizeiten zum Feuer und kocht sie langsam gar und weich. So oft die aufquellenden Bohnen das Wasser eingezogen haben, gießt man immer etwas Wasser nach, jedoch nicht zuviel, denn wenn sie weich sind, sollen sie keine Brühe mehr haben. Nun schneidet man ¼ Pfund Speck in ganz kleine Würfel, bratet ihn in einer eisernen Pfanne gelbbraun, und röstet unter stetem Rühren feingeschnittene Zwiebeln darin weich. Zwei Eßlöffel Essig sind hinzuzufügen. Dann gießt man die größere Hälfte dieser Soße über die Bohnen, würzt mit Salz und schwingt es gehörig untereinander. Angerichtet wird in einer tiefen Schale. Der Rest der Soße wird darübergegeben und Bratwurst dazu gereicht. Illustrierte Rühreier. Man schlägt die nötigen Eier in einen Topf, gibt gekochte Zunge, Zerevelatwurst, Räucherlachs oder frische, fette Bücklinge, die man klein geschnitten hat, dazu und quirlt das ganze gut durch. Mit der Zugabe von muß man vorsichtig sein, weil Wurst und Zunge etwas Salz geben. Nun läßt man in einer Kasserolle reichlich Butter heiß werden, schüttet die Eiermasse hinein und rührt sie zu einem recht flockigen, weichen Rührei ab, das dann sofort angerichtet und aufgetragen werden muß. Gänsefett, wie es sein soll. Das inwendig in der Gans befindliche Fett, das sogente Blumenfell Mrost dem Darmfett legt man Harte Nüsse Ven Kopftausch. Die Fahrt mit„B“ behagt mir sehr, Doch die mit„K“ erfreut mich mehr Auf Wort mit„L“, fernab vom Meer.— Das Weh am„Z“, es schmerzt unbändig; Mit„H“ im Hof lärmt es beständig. Für die Kleinsten. Die gute Tante hat sich aus Brasilien einen guten Freund mitgebracht.— Wie nennt sich dieser? Die erkennbaren Buchstaben, richtig geordnet, ergeben die Lösung. gnamte Blumenset nebst der Darmiett tegt mun,(Kusung der Rätak in der richten Krnmar).— se an an e — KAAAAAAAAA (18. Fortsetzung.) In heiterster Stimmung fuhren die beiden Damen immer der Küste entlang, Genua entgegen. Es war zwar erst Ende März aber die Sonne brannte schon tüchtig vom tiefblauen Himmel herab und ließ die Meeresbrandung wie tausende von funkelnden Kristallen aufsprühen. Maria genoß mit stiller Freude dies wunderschöne Landschaftsbild. Ihre Gedanken wanderten zu ihrem Gatten, und sie seufzte leise auf.„Nun Wochen fort", wandte sie sich an Frau Renate,„glaubst du, daß er überhaupt noch zurückkommt?“ „Ganz gewiß glaube ich das, du schreibst ihm ja heute abend, frage ihn doch, wie lange er noch fortzubleiben gedenkt." Ein leises, verstecktes Lächeln zuckte bei dieser Antwort um den Mund der Konsulin. Ihre Schwiegertochter sah es nicht und gab auch keine Antwort, sie war ganz von ihren eigenen Gedanken eingesponnen, die alle immer nur um einen Pol kreisten. Der Wagen hielt vor dem berühmten Campo Santo in Genua, und die beiden Damen stiegen aus. Zwischen hohen Koniferen, Lorbeer= und Tujabäumen leuchteten Marmorstatuen und Denkmäler hervor, deren Aufschriften die Namen alter, edler Genueser Geschlechter zeigten. „Es ist fast erdrückend, diese Ueberfülle von Marmorsteinen“, unterbrach Maria das lange Schweigen. „Ja, Kind, das mag wohl sein, aber hier denkt man auch an den letzten, großen Ausgleich, den das Ende unserer Erdenfahrt macht, und damit alle sühnt. Ein jeder, hoch und nieder, arm und reich, findet hier sein Ziel. Wir Menschen denken viel zuwenig gerade daran, deshalb sind wir oft so lieblos und häßlich miteinander." Maria hatte ihren Arm in den Frau Renates geschoben, ein Ausdruck heißen Schmerzes lag auf ihrem Gesicht, als sie leise sagte:„Meine armen Eltern, wo mögen sie verscharrt sein? Wo mag die Newa meine Geschwister hingetragen haben? Ach, Mutter, wie traurig ist es doch, * nicht einmal zu wissen, wo sie alle ihr Grab gefunden haben!" Die Mutter drückte das junge Wesen zärtlich an sich: :„Liebling, wir sind alle in unseres Gottes Hand, daran denke immer und bewahre ihnen ein dankbares und liebevolles Gedächtnis.“ : Sie waren den Hauptweg entlang gegangen bis zur * Rückseite des ungeheuren Totenfeldes und sahen nun jenseits der Straße eine kleine Plattform, die einen herrlichen 1 Blick über die ganze Bucht versprach. Die kleine Kanzel : gehörte zu den weitläufigen Festungswerken, die ganz * Genua umgeben. Ein Carabinieri stand vor dem Eingang Wache. Die Konsulin redete den jungen Mann in fließen(Nachdruck verboten.] dem Italienisch an und zeigte ihm ihre geöffnete Tasche.: Der Posten nickte lachend und gab den Weg frei mit einem bewundernden Blick auf Maria. Es war in der Tat ein herrliches Panorama, das: man hier oben auf der kleinen Zitadelle vor Augen hatte.: Hinter der Stadt wuchsen die ligurischen Alpen empor und leuchteten als diamantene Spitzen in der Sonne; und weiter bis hinein in die Berge der Apeninnen reichte das: Auge, die aussahen, als wüchsen sie gerade aus dem blauen: Meere. Die Bucht war umsäumt von altertümlichen Stadtbildern, Olivenhainen und Weinbergen. In unendliche Weite dehnte sich das Meer, bis es am Horizonte mit dem: Blau des Himmels zusammenfloß. Zu Füßen baute sich die: alte Stadt mit ihren schmalen Gassen terrassenförmig auf, gerade so als wollten sich die altertümlichen Häuser nach der Sonne strecken. Ein Blick auf die Uhr mahnte die beiden Frauen, die ganz versunken waren in dieses einzigartig schöne Bild, zur Umkehr. Langsam stiegen sie zur Stadt hinab. In den:. engen Straßen herrschte reges Getriebe. Es war Markttag,„ und alle Arten von Waren konnte man auf offener Straße kaufen, neben Fisch, Fleisch und Früchten Wachslichter, Schmuck und Antiquitäten. Unter den kleinen Rundbogen: haustüren saßen alte und junge Spitzenklöpplerinnen, und: Mutter und Tochter sahen mit Interesse den flinken, graziösen Bewegungen der Arbeitenden zu, die an ihren Kissen saßen und ihre Klöppel kunstgerecht durcheinander: warfen, während sie nebenbei ihre prächtigen Decken und: Kleider feilboten. Die Konsulin trat an einen kleinen Tisch, an dem ein altes Mütterchen saß und arbeitete, und wo wundervolle: Spitzenkleider ausgelegt waren. „Wir wollen ein Kleid für dich aussuchen, Maria“, wandte sie sich an die junge Frau,„komm, du sollst; wüsiens Die alte Italienerin überschüttete beide Damen mit einer Fülle schöner Redensarten. Frau Renate hörte sich den Vortrag lächelnd an und bestand trotz Marias Gegenwehr darauf, daß sie den kostbarsten Spitzenüberwurf behielt. Er war aus den feinsten Seidenfäden gearbeitet und hatte eine einzigartig schöne Kante von Orangeblüten und Myrten. Dann ging man weiter in ein großes Modeatelier, wo Frau Renate ein Unterkleid aus goldgelber Seide dazu bestellte. Der jungen Frau wurde Maß genommen und versprochen, das Kleid noch heute anzufertigen. Als man wieder auf die Straße trat, lachte Mama Ritter.„So, Kind, nun haben wir unser Mittagessen redlich verdient.“ B##ESU LESS 58E B.## 45 85 2 SE * 55 S 2 # ETL 8.8 088 Oe grn S #• S Se 10.9 Gleich darauf saßen beide behaglich an einem der großen Straßenfenster des Hotels„Enrico“ gegenüber der Kathedrale und schauten dem draußen hin und her flutenden südlichen Leben zu. Die Konsulin erzählte anschaulich und mit viel Humor von ihren Reisen, von ihrer Heimat im deutschen Norden, und die junge Frau hörte aufmerksam zu und fragte ohne Aufhören nach allem, was mit ihres Gatten Kindheit und Jugend zusammenhing. Die heißesten Mittagsstunden hatte man in der kühlen Hotelhalle verplaudert; nun fuhr draußen der Wagen vor, um die beiden Damen zur Rückfahrt abzuholen. Der Wagen ließ auf der weißen Küstenstraße eine dicke Staubwolke zurück. Eben ging in der Bucht ein Flugboot nieder, Signale wurden gegeben, und vom Hafen her kam ein Motorboot auf die Landestelle zugesteuert. Frau Renate sah heimlich nach der Uhr und schaute scharf hinüber, aber sie konnte nichts erkennen. Wieder in Bel Rosaro angelangt, suchte jede der beiden Frauen die eigenen Zimmer auf, um einige Stunden zu ruhen. Den Tee wollte man dann wieder gemeinsam auf der Terrasse nehmen. Nach der heißen Fahrt bestellte sich Maria zuerst ein Bad, dann hüllte sie sich in einen blauen, seidenen Kimono, denselben, den ihr Hans in der Wüste Gobi auf der Flucht bereitgelegt hatte, und den sie seither immer in ihrem Gepäck mit sich führte. In ihrem Zimmer waren die Sonnenschützer herabgelassen, und es herrschte ein kühles, angenehmes Dämmern. Die junge Frau streckte sich auf das Ruhebett und versuchte zu schlafen. Aber ihre Gedanken kreisten nur immer um Hans. Sie sah ihn vor sich im Teehaus Kai Luns in Harbin, an ihrem Hochzeitstag, im stillen Krankenzimmer des deutschen Hospitals zu Schanghai und auf der langen Seereise in aller seiner treuen Liebe und Sorge für ihr Wohlbefinden. Ein rätselhaftes Etwas ließ ihr keine Ruhe. Sie erhob sich wieder und trat ans Fenster. Hinter der Gartenmauer sah sie eine Autotaxe verschwinden und unten im Hause gingen Türen. Sie öffnete ihre Zimmertüre und horchte auf den Gang hinaus; aber alles war wieder still geworden. Rasch legte sie sich nun einen Briefbogen zurecht und setzte sich vor den kostbaren Ebenholzschreibtisch. Die Feder setzte an, stockte... wie arm war doch die Sprache an Worten für das, was sie fühlte. Ihres Gatten Bild im einfachen Lederrahmen stand daneben und lachte sie an. Maria nahm es auf und neigte sich drüber:„Liebster, ach Liebster!“ und ganz von ihrer heißen Liebe hingenommen, legte sie die Lippen auf das kühle Glas. Im nächsten Augenblick klirrte das Bild auf der Schreibtischplatte; die junge Frau fühlte sich umfaßt, und ein silberblonder Männerkopf beugte sich über sie:„Maria, hier ist das Original, da lohnt es sich eher!“— „Hans!“ Schrecken, Sehnsucht und Glück verriet dieser eine Ausruf Marias, dann fühlte sie sich von den Armen ihres Mannes umschlungen und emporgehoben. Behutsam ließ er sie auf das Ruhebett niedergleiten, kniete selbst davor und bettete seinen Kopf in ihrem Schoß. „Es war ja fast nicht mehr auszuhalten, Kind; und hätte Mutter heute nicht das Telegramm geschickt, ich wäre trotzdem gekommen!“ Mit weichen Händen strich Maria immer wieder über den blonden Kopf in ihrem Schoß: „Liebster Mann, was hast du alles auf dich genommen um meinetwillen! Mit meinem ganzen Leben will ich es dir danken!" Tief senkten sich ihre Blicke in die leuchtenden Augen ihres Gatten, als sie ihm zum ersten Male freiwillig die Lippen bot. „Sind nun alle Zweifel gelöst, Liebste?“ fragte Hans leise. „Ja, alle!— Und nun habe ich dich und halte dich und will dein eigen sein“, gab Maria zur Antwort und schlang die Arme um Hans. Voll leidenschaftlicher Glut drückte Hans Ritter sein junges Weib an sich und küßte immer wieder den feinen Mund, der ihm entgegenblühte. Endlich fiel es der jungen Frau ein zu fragen: „Sag, Hans, wo bist du denn auf einmal hergekommen?“ „Sieh, sieh“, lachte er,„das fällt Dir jetzt erst auf; wir hatten wohl nichts anderes als Liebesgedanken im Kopf?“. Dabei zog er Maria neckend am Ohr. „Wollen Hoheit also gütigst aufmerken? Heute früh 11 Uhr Mutters Telegramm bekommen, eine halbe Stunde später mit dem Flugzeug nach Genua gestartet und jetzt hier, um meine Frau Gemahlin von meiner Anwesenheit in Kenntis zu setzen!" Maria griff ihm lachend in die Haare:„Warte, du böser Spötter, du! Also Mutter hat dich gerufen, nun begreife ich alles.“ „Ja, Liebling, Mutteraugen sehen viel tiefer und schärfer, als man glaubt, und so wollte auch die Mutter uns beiden helfen.“ Bei dem Gedanken an ihre Schwiegermutter schaute Maria erschrocken an der Uhr.„Hans, die Teezeit ist längst um, bitte, geh und hole Mutter auf die Terrasse, ich will mich rasch ankleiden.“ Hans Ritter schüttelte aber lachend den Kopf:„Nein, mein liebes Herz, sechs Wochen mußte ich ohne dich aushalten; nun will ich dich keine Minute entbehren. Ich werde warten, bis du angekleidet bist.“ „Dann wirst du dich sehr artig dort ans Fenster setzen und mich nicht stören", befahl Maria energisch und verschwand in ihrem Schlafzimmer. Groß war das Erstaunen, als die beiden glücklichen Menschen die Konsulin nicht in ihren Zimmern fanden. Sie suchten auf der Terrasse, wo der Teetisch gedeckt war— nur für zwei Personen. Die junge Frau schüttelte den Kopf und sah ihren Gatten fragend an. Da näherte sich Martin und reichte seinem Herrn einen Brief: „Frau Konsul lassen herzlich grüßen, sie sind eben fortgefahren zur Bahn.“ Martins Augen waren ängstlich geworden, als Hans den Brief öffnete. Nur ein paar Worte standen darin. Als er sie gelesen, lachte er fröhlich auf:„Das sieht meiner alten Dame ähnlich!“ Er reichte seiner Frau das Blatt, auf dem nichts stand als:„Auf Wiedersehen daheim. Eure Mutter!" Der Diener trug den Tee auf und verschwand auf einen Wink seines Herrn. Nach langer Trennung saßen sich die beiden Gatten glücklich am Teetisch gegenüber. Maria bediente ihren Mann und ließ sich erzählen, was er in Zürich gearbeitet habe. Am Abend schlenderten sie dann zum Strand hinunter. Eng aneinander geschmiegt saßen sie zwischen den Klippen und sahen die Sonne im Meer versinken. Als es dämmerte, wanderten sie nach Bel Rosaro zurück, und durch die warme Frühlingsnacht klang bald darauf eine wundervolle Frauenstimme. Maria sank ihrem Gatten aus den Brautliedern von Cornelius. Hans saß still dabei. Dann schlang er den Arm um seines jungen Weibes Hals und bat:„Nun noch zum Schluß das Lied von Lassen, das du damals sangst, als ich dich zum ersten Male sah, denn heute schließt sich der Ring unseres Glücks!" Tränen schimmerten in Marias Augen, als sie das Lied sang, in dem ihres Lebens Leid und Glück beschlossen lag. „Das küßte mich auf deutsch und sprach auf deutsch; Man glaubt es kaum, wie gut es klang Das Wort:„Ich liebe dich. Es war ein Traum!"— Still und einsam lag der weite Raum, in dem noch eben die dunkle Stimme Lieder des Glücks gesungen. Auf dem glänzenden Flügei spielte in silbernen Streifen das Mondlicht. Seine Strahlen wanderten weiter und verklärten mit ihrem sanften Schein die weiße Gestalt einer jungen Frau, die in siummer Seligkeit am Herzen ihres Gatten lag. (Schluß folgt.) * : Von Marta Jankowski. . Das waren zwei Dicklöpse— aul= beide am. gr en) Das waren Fe. Lillopse— aue beive! Der Jochen wie : der Hinnerk. Nur daß der letztere es sich eher erlauben i k o n n t e. B e s a ß e r d o c h e i n s t a t t l i c h G e h ö f t u n d W a l d u n d Feld und saftige Wiesen, während der Jochen nur ein armselig Hüttchen sein eigen nannte. Aber gerade das wollte der s reiche Hinnerk haben! Wie zum Hohn hatte es das Schicksal * in all seiner elenden Armut mitten hineingestellt in Hinnerks gepilegtes Anwesen... Aber es gehörte eben dem Jochen! Uno der gab es nicht her. Nicht für Geld. Nicht für gute * Worte... Nur für eines: den Hund! Und den wiederum : gab der Hinnerk nicht her... Er sah wohl, wie der alte Mann an dem Tiere hing, aber der Nero hatte doch vor Juhresfrist das Babettchen, Hinnerks Dreijährige, aus dem : Wasser gezogen... Solch ein Tier gab man doch nicht fort! : So die Gedanken des Hinnerk! „Die des Jochen waren ketzerisch, er fuusterte sie dem Tiere zu... hast du das Babettchen gerettet— und das s war nur gut so—, aber was hast du nun selbst dafür?... : Kaum ordentlich satt zu essen... keinen Leckerbissen drüber... und gar erst Liebe... Wer gibt dir die?... So flüsterte der Alte, koste den struppigen Kopf und * steckte dem Nero von seiner Armut das Beste zu, was er sich s selbst am Munde absparte... vielleicht... so gingen seine Gedanken weiter... läßt mir der Hinnerk doch das Tier, weln er sieht, wie der Nero an mir hängt... : Ja, das waren die Gedanken des armen Häuslers, der ; ganz allein stand auf der Welt. Nicht Frau hatte noch Kind. Beide waren ja lange schon tot So ging der Sommer hin. Der Winter kam. Eiserstarrt lag Fluß und See. Der kleine See, aus dem der Nero das * Babettchen gezogen... Das Kind seines Herrn, dessen Haus und Hof er bewachte. Bewachen sollte!... Aber da war einer, dessen Liebe zu dem Tier ihn auf sonderbare Schleichs wege führte... Wenn die Mitternacht nahte und das * Quecksilber tief und tiefer fiel, schlich sich der alte Jochen ans Pachharhaus. Lockte den durchfrorenen Rero und schlich mit dem wieder zurück in sein Heim. Vergnügt kroch dann der * Hund zu dem Alten ins warme Bett. Ueberließ alles Grü= beln, ob das nun recht oder unrecht sei, dem. Morgens dann, in aller Herrgottsfrühe, kein Hahn noch hatte gekräht, ließ der Alte den Hund heimlich wieder heraus und freute sich : diebisch seiner Tat und nächtlichen Zweisamkeit. : Aber eines Nachts— es ging schon in den Frühling— versuchte ein fremder Strolch beim Hinnerk einzubrechen. Der über, feinhörig und riesenstark, machte kurzen Prozeß. Ver: walkte ihn und schmiß ihn dann hinaus. Das Wiederkommen s vergaß der wohl für alle Zeit... Aber der Hund?... Wo war der?... Weshalb hatte der nicht angeschlagen?... Hatte Hinnerks Wut vorhin, als er den Lumpen durchein= andergeschüttelt, rot geschäumt, so war sie jetzt eiskalt... * Beim Jochen! Wo anders sollte der Hund wohl sein?... Na, dem Alten würde er es eintränken. Ein für allemal!... Wie Espenlaub zitterte der Hund und der Alte, als der Bauer = plötzlich vor ihnen stand. :„Nach Hause scherst dich!“ herrschte Hinnerk den Hund an. Der schlich davon. Mit tief gesenktem Kopf... er hatte Unrecht getan, jetzt wußte er es! : Der Bauer wollte ihm nach. Aber da sprang der Jochen * von seinem Lager. Warf sich vor die Tür. Versperrte dem Bauern den Ausweg:„Nicht schießen... du sollst ihn nicht erschießen, den Nero!“ Gleichgültig steckte Hinnerk die Waffe ein, die er an sich : genommen, falls der eine Lump draußen noch Helfershelfer haben sollte.„Daran hab ich auch nie gedacht“, sagte er ruhig. „Nur eine Tracht Prügel soll er beziehen. Eine ordentliche... * Für die mag er sich dann bei dir bedanken.“ :„Nein! Nein! Nicht er! Ich— ich... Mich schlag, hörst! Mich“, jammerte der Alte und blickte so flehentlich zu dem Bauern auf, daß es dem einen Stich gab...:„So hängst an e dem Tier?...“ Und dann:„Weißt, einen Vorschlag: auf : der Fahrenwies wollen wir uns treffen, heut auf Mittag. Du kannst den Nero mitbringen. Ich schick ihn dir nachher— vie Prügel ihm geschenkt für diesmal.— Auf der Wies am * Meilenstein gehe ich rechts, du links. Und dann locken wir = ihn— mit einem Pfiff. Wem er dann nachläuft, der soll ihn behalten; bist's zufrieden?“ Ob er zufrieden war, der Alte! So viel und lang hatte er noch nie mit seinem stumpfen Messer an seinen Bartstop; peln herumgekratzt wie heut. War's ihm doch just so, als sei er noch einmal jung. Ging zu Tanz und Kirmes. Wo ihn die Jüngste und Schönste wählen würde... Ihn!... Denn das war ja sicher, daß der Hund ihm nachlief......: Auf der Fahrenwies am Meilenstein trafen sich oie Männer. Der Jochen kam mit dem Nero, der Hinnerk mit dem Babettchen, das ihm gerad nachgelaufen war. Die Hände schüttelten sich die Männer. Dann ging der Junge mit dem: Kinde rechts, der Alte links. Der Hund blieb am Meilenstein: stehen. Sah bald rechts, bald links... ja, was sollte das heißen?...„ Da gellte ein Pfiff— noch einer.— Von rechts, von links. Noch immer stand der Hund, aber in seine treuen: Hundeaugen kam urplötzlich bitteres Leid— und langsam, ganz langsam schlich er seinem Herrn nach. Der blickte sich um: aha, da kam der Hund! Na, etwas raschere Beine hätte e er ihm gern gemacht... Die Verabredung aber hieß„ein: Pfiffl“. Die mußte man einhalten. Auch der Jochen hielt die streng ein. Zwar ging er nicht weiter. Auf einen Stein hatte er sich gesetzt, der Alte, und schaute nun so traurig und verzweifelt dem Hunde nach, daß den Bauern fast Mitleid mit: ihm ankam. In der treuen Hundeseele aber schäumte das Mitleid über. Riß den Hund förmlich herum, daß er zögernd, mit gesenkter Rute, wieder dem Stein zuschlich.. Er fühlte, um was es ging, der Hund. Und konnte nichr: begreifen, weshalb ihm die Menschen das Herz zerreißen wollten. Da— er war noch nicht ganz naye dem Alten— rief das: Babettchen:„Neo! Neo!“. Und dieser Ruf, jung, selbstverständlich, elektrisierte förmlich das Tier. Wie ein Wirbelwind raste es zu dem Alten, leckte ihm stürmisch Gesicht, Hände, Schuhe— und machte dann kehrt! Eilte in langen Sätzen: seinem Herrn und dem Kinde nach. Ohne auch nur ein einziges Mal nach seinem alten Freunde zurückzublicken. Ein Abschiednehmen war das soeben gewesen! Das fühlte der Bauer. Das las er auch in Neros Augen, die die seinen: nicht losließen. Schwerer Vorwurf sprach aus diesen treuen: Hundeaugen, und noch etwas anderes sprang ihm prophetisch daraus entgegen... die Gewißheit: der da tut sich ein Leid an! Der einsame, alte Mann!... Da riß es den Bauern herum. Just so wie voryin vas: Tier, und er stapfte samt dem Hunde und dem Babettchen den Weg wieder zurück. Immer noch saß der Alte an der gleichen Stelle. Starr und stumm. Herrgott, warum rührte er sich: denn nicht, der alte Narr?... Sah er sie denn nicht?.... Hörte sie nicht? War vielleicht schon tot?... Herzschlag?... Aber nun stieß ihn der Hund an— bittend, abbittend mit seiner weichen Schnauze; da endlich hob der Jochen das: tränenüberströmte Gesicht..... 2 ue 2 E.ehems „Sollst mein Häusel haben, Hinnertl Soülst es haben! Brauch es nicht mehr. Hab doch keine Freude mehr auf der Welt“, sagte er leise, während die Tränen unablässig aus den: guten, alten Augen rollten. Das aber konnte das Babettchen nicht sehen:„nicht weinen, Jochen, nicht weinen“, bat sie mit ihrem süßen Stimmchen.„Tränen sind kalt. Die tun so weh.“ Dabei streichelten die winzigen Fingerchen zärtlich über die: zerfurchten Wangen, während der Nero am Jochen schleckte: und leckte, was ihm von dem grad unter die Zunge kam. Ganz seltsam wurde es dabei dem Hinnerk zumute „Flenn doch nicht wie so'n Weib, alter Kerl! Sollst ja; dein Häusel behalten! Sollst auch den Nero haben— und: das Babettchen auf Ausleih dazu. Seh ja, daß ihr drei zusammengehört. Ihr drei gutmütigen Narrensleut, ihr!" Aber davon wollte der Jochen nichts wissen, der sich mit: eins forsch aufrichtete.„ 4 82 M „Schön“, sagte er,„schon, den Nero neym ich. Und unser süßes Babettche auf Ausleih dazu. Aber das Häusel, das elendige, miserablige, das dem lieben Herrgott die Welt und: dir dein Anwesen verschandelt, das nimmst du! Das sag ich,e der Jochen! Und weißt, daderfür kriech ich auf deinem Eigenen unter, Hinnerk! Und du gibst mir an Speis und Trank, was ich: brauch für die Zeit, die ich hier unten noch herumstelz. Und: ab und an gibst mir auch mal was extra Gutes... Was ich dem Babettche und dem Nero zustecken kann... Willst das? Anders jedenfalls mach ich es nicht! Ich, der Jochen!: Na, also, willft das, Bauer?“ Was sollte da der Bauer machen?— Er schlug tachenv ein. Dad Opfl des Leehiiin Roman von Evering Eschhues Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Ein Blick sagt ihr, was geschieht. Groß und mächtig ist Focke in den Raum gesprungen. Wie ein Bär hat er sich auf Hans gestürzt, ihm die Hände gelockert. Nun schüttelt er den mächtigen Körper seines Gegners. In Sekundenschnelle. Dann hat Hans begriffen, um was es geht. Er sieht die mächtigen Pranken. die sich um seine Brust spannen und sie wie zwei eiserne Reifen zusammendrücken. Er weiß, das ist Focke! So stehen beide Männer sich einen Augenblick lang gegenüber. Man hört nur ihren keuchenden Atem. Beide wissen, daß es jetzt einen Kampf gibt, der bis zum Ende durchgeführt wird. Die naturhafte Kraft des Knechtes wird sich mit der geschmeidigen Schnelligkeit und der sportlichen Technik Weyds messen Hans ist der erste. Mit einer von Focke nicht geahnten Plötzlichkeit wirft er seinen Körper herum. Jetzt kann er besser zufassen. Ehe Focke noch die Lage begreift, fühlt er sich mit geschicktem Griff gepackt. Er schwebt plötzlich in der Luft. Er tastet ins Leere. Da stößt er seine Faust gegen Weyd. Dröhnend schlägt sie gegen des Gegners Stirn. Hans Weyd taumelt zurück. Da springt in Regina die Flut ihrer Stimme auf. Ein Schrei löst sich aus ihrer Kehle und jagt durch das Haus. „Zu Hilfe..!" Kein Mensch hört es! Die Knechte sind draußen auf dem roten Kamp. Dort bringen sie neue Ziegel auf den Viehschuppen. Zu Hilfe...! Mein Gott... zu Hilfe!" Regina rennt ins Haus, über die Deele, eißt die Tür in den schweren Angeln auf. „Zu Hilfe...!“ Da fliegt etwas an ihren Knien vorbei! Wie der Blitz! Grau ist es. Und seine Spur gleitet über in zorniges, grimmiges Gebell. War das nicht... Ja... o, mein Gott, das war— Bill, der Schäferhund. Wenn er sich zwischen die Kämpfenden wirft.. Regina denkt den Gedanken nicht aus. So schnell trugen ihre Füße sie noch nie. In der Küche hört sie erschreckte Schreie. „Zurück...! Billl Zurück!“ Das ist doch Fockes Stimme! Zwei Sekunden später ist Regina wieder bei den Kämpfenden. Ein surchtbares Vild. Der Hund hängt wie ein rächender Teufel an Hans Weyds Nacken. Focke bemüht sich, das wütenden Tier herabzuzerren. Er bietet alle Stimmgewalt auf. Er schlägt auf Vill ein! Hans Weyd ist auf die Erde gestürzt. Ein Bild des wilden Kampfes springt in Reginas Augen. Sofort erkennt die Bäuerin, wus hier geschieht. „Loslassen.“.. loslassen!" Und plötzlich, wie auf ein Zauberwort, fällt Bill vom Hals des Angegriffenen herab. „Verfluchte Bestie...! Du Teufel...!“ schreit Hans Weyd. Er tritt mit seinen Füßen gegen das Tier. 4 Bill zuckt zusammen und will mit mächtigem Sprung erneut gegen Weyd anrennen. Da hält ihn der eiserne Griff Fockes zurück. „Schluß... Bill.. Schluß!" Die Augen des Hundes tauchen für Sekundenlänge in des Knechtes Augen Dann wendet sich das Tier und trollt fast lässig aus der „Biest... verfluchte Kreatur!“ öchzt Hans Weyd und erhebt sich schwerföllig vom Boden Die Kleider sind zerrissen, der Hals zeigt den festen Griff des Hundegebisses. Verklebt und verschwitzt hängt die blonde Strähne des sonst so fröhlich wehenden Schopfes über das kampferhitzte Gesicht. 1. 85 6.66t „Hat Bill Ihnen wehe getan...?“ fragt Focke. Und das besorgte Gesicht der Jungbäuerin unterstreicht diese Frage. Hans macht eine abwehrende Geste. „Das geht Sie einen Dreck an...! Ich wäre mit dem Mistvieh schon fertig geworden!“ Keuchend und abgehackt stößt er die Worte wie Zornesschrei hervor. „Ueberhaupt, was fragen Sie mich...!? Wir werden unseren Kampf an anderer Stelle austragen. Und ohne den Bundesgenossen! Aber Hund gesellt sich zu Hund!“ Schon lange ist Regina zurückgewichen. Sie hört die Worte Weyds. Sie fühlt, hier hat er seine Maske fallen lassen. Hier tut man einen Blick in die wahre Seele des Blonden. Hans Weyd geht aus einer Seitentür aus dem Zimmer und schlägt sie lärmend hinter sich zu. „Die Rechnung wird noch bezahlt, Knecht Focke...!“ schreit er auf dem Flur. Langsam verläßt Focke den Raum. Draußen teifft er Regina. Sie hat ihren Kopf auf den Tisch gelegt. Wehes Schluchzen kommt zu Focke herüber. Regina weint. Mit gesenktem Kopf geht Focke über die Deele. Da kommt Bill heran. Wie in einer plötzlichen Anwandlung von Hilflosigkeit nimmt Focke den Kopf des Tieres zwischen seine beiden Hände. „Bill... du guter Kerl!“ Des Mannes Augen werden weit und aktig. ganz treu... und „Dieser hier ist treu. ist doch nur ein Tier!" Braune Augen schauen zu Focke auf. 17. Kapitel Am Himmel irrt einsam der Mond. Es geht dem November zu. Hans Weyd hat wieder einmal den Rothof verlassen. Reging fand einen Brief, als er mit seinem Wagen fortgefahren war. . lich werde“— so war in dem Brief zu lesen—„wiederkommen! Dieses brutale Spiel, mir den Hofhund an den Hals zu hetzen, hat mir die Augen geöffnet. Du. Regina, bist zu schwach gegen Focke. Ich werde jetzt mit anderen Mitteln gegen den Burschen vorgehen. Immerhin hat er versucht, mich zu beseitigen. Und die Polizei interessiert sich für einen Burschen. der einen Mordversuch auf seinem Gewissen hat. Oder will er es leugnen, daß er mich plötzlich heimtückisch überfiel, als ich deine Hände hielt? Ich habe ihn in der Hand. Ich werde handeln, wenn er den Hof nicht in kürzester Zeit verläßt...!“ Regina schüttelt den Kopf. Was soll das alles noch? Es ist doch aus! Zu Martini geht Focke. Das sind nun noch wenige Tage.. Dann mag das Schicksal seinen Lauf nebmen. Eske ist bei ihrem Vater. Sie geht durchs Haus wie eine lebendige Tote. Die Gewalt und Rücksichtslosigkeit steht wie eine Geißel über den Ditgen des Rothofes. Regina wehrt sich nicht mehr. Oft schreitet sie in den Oktoberabend hinein. Draußen wächst etwas von der Herbstruhe in ihr Herz..nguim 2c. 42 ae Heute geht die Jungbäuerin über den Hofweg, dem Nebelmoor zu.— Draußen wird sie allein sein können. Stall und Haus sind in guten Händen, seitdem Gertrug das Zepter auf dem Rothof in die Hand genommen hatte. Gertrud ist die Schwester des kleinen Bitterbauern, der es gar nicht ungern sah, daß er die Sorge für die unverheiratete Schwester los wurde. Tüchtig ist die Gertrud. Was sie anpackt, bekommt Hand und Fuß. Der Rothof hat seit vierzehn Tagen die beste Wirtschafterin des Kreises. Regina geht also, von den üblichen Sorgen befreit. Wenn nur nicht die fürchterliche seelische Not wäre! Hier der Hans Weyd, dem sie ihr Wort gab! Dort der gute Focke, dem ihr Herz gehört! O. dieses Labyrinth der Widersprüche! Der einsam irrende Mond am Himmel taucht Reginas Gestalt in ein fernes, unwirkliches Licht.„. 4 M 8 Vom Nebelmoor kommt ein Mann. Regina sieht ihn erst, als er auf zehn Schritt nahegekomen ist. Sie erkennt ihn sofort. Es ist Focke! „Du lieber Gott, was tun Sie hier draußen?“ hört die Jungbäuerin seine Stimme. Sie antwortet nicht. Behutsam nimmt er seinen Mantel, der lose auf seinen Schultern liegt. Er breitet ihn sorgfältig über ihre Arme. Der Nebel brodelt über dem Moor! Hier sieht man zwar den Mond! Aber drüben kommt der Nebel dick und quallig. Er ist wie ein böses, schleichendes Gift.„Sie dürfen nicht weitergehen! So allein! Hören Sie?“ Eine bange Sorge zittert durch seine Worte, die Regina aufnimmt wie ein heimliches Glück. Willig wie ein Kind geht sie an seiner Seite den Weg zurück. Nach einer langen Weile spricht Regina. Leise Worte. Er kann sie kaum verstehen. „Nicht nur im Moor ist Nebel— giftiger Nebel..!“ Focke schaut zur Seite. Er verlangsamt seinen Schritt und faßt behutsam Reginas Hand. „Wo ist sonst noch Nebel, Regina?“ fragt er ebenso leise. Sie schaut auf den Boden. Sie fühlt, wie ein Strom von Kraft und Liebe aus seiner Hand in ihre Hand überströmt Wenn er doch immer so meine Hand halten wollte, denkt sie. Immer! Wie herrlich müßte das sein! Dann bebt sie zusammen. Die graue Wirklichkeit ersteht vor ihrem Auge. Dieser, an ihrer Seite, gehört doch der kleinen Eske. Und sie' hat sich dem Hans versprochen. Nein, da ist kein Ausweg mehr. Hart und plötzlich entreißt Regina dem Zocke ihre Hand. „Warum...?“ fragt er. „Du weißt es, Focke!“ Er nickt. Schwer und bleiern gehen seine Füße. Was soll das grausame Spiel. Eske hinterging ihn. Was kümmert ihn noch die kleine Magd. Aber diese Frau, die jetzt an seiner Seite ist, diese Frau liebt er... Warum hat er das nicht früher erkannt... „Es ist gut, daß ich zu Martini gehe...?“ sagt er und Regina nickt zu diesen Worten. Wenn sich auch ihr Herz dagegen wehrt. O. wie hat sie ihn lieb! Ihn, der jetzt an ihrer Seite ist! Die blauen, spöttischen Augen des anderen sind mit einem Male bei ihr. Hans Weyd. Regina hebt die Arme. seed geh.K Laut und deutlich spricht sie es aus. Abwehr und Angst ist in ihrer Stimme. „Ja... ich gehe schon!“ sagt Focke tonlos. Er wendet sich und bleibt stehen Da kommt es wie ein dunkles Begreifen über Regina. Wie ein gehetztes Tier springt sie an Fockes Brust. „Nein... du sollst nicht gehen... du nicht ...! Dich habe ich ja lieb. der andere... der soll...“ Ein brausendes Tönen geht durch Fockes Ohren. Ist das ein Traum? Ist das Wahrheit? Sie... die Regina liebt ihn..? Alles klare Denken ist zugeschüttet. Seine Hände gleiten über das blondr Haar der Frau, über die schmalen, bebenden Schultern. Kein Wort löscht die Heiligkeit dieser Sekunden. Es ist, als wenn zwei Menschen am Ende eines langen Irrweges stehen und die Tore zu einem wunderschönen Garten sich auftun. Und alles Glück, das die Welt zu geben hat, schüttet sich über das Verwundern der beiden Menschenkinder aus. „Hast du mich lieb, Focke?“ „Ich habe dich so lieb, Regina!“ 18. Kapitel Was in den ersten Stunden des Glückes wie eine Befreiung aus langen Wirrungen aussah, was den Schein einer glückhaften Erlösung aus böser Not prangend an der Stirne trug, das alles erwies sich am anderen Morgen als die Fortsetzung eines schweren Weges. Das Gewissen meldete seine Rechte. Fockes Wort gehörte der kleinen Eske. Regina versprach sich dem Blonden aus der Stadt. Und nun...? Einfach über alles wegrennen, denkt Focke. Ist er nicht im Recht? Was ist denn das für ein Spiel gewesen, was sie mit ihm getrieben hatte? Und Regina kann sagen: Der Hans Weyd hat sich mein Wort erschlichen. Du lieber Gott, es wäre alles so einfach! Aber die schweren nagenden Gedanken! In beider Herzen. Es wäre so schön gewesen, dieses Leben zu spüren! Warum öffneten sich ihre Herzen nicht, als sie noch frei waren? Nun. da beide wußten, wie es um sie stand, gab es keinen Ausweg. Es gab keine Flucht aus den Fesseln ihres Treuschwurs, die sie an einen anderen Menschen banden. „Regina. das war ein Traum.. gestern abend... ein schöner Traum!“ Focke sagt es. Er wagt Regina nicht anzublicken. „Ich weiß es... Focke!“ Ihre Stimme ist klanglos. „Aber, mein Gott, was wird nun aus uns!“ Wie ein glühender Zunder brennt in Fockes Herz die Verzweiflung. „Nichts kann daraus werden... Wir müssen sehen, wie wir es überwinden.“ „Ja, so ist es, Regina.. Ueberwinden! Aber doch immer daran tragen... immer!“ Er macht eine kurze Handbewegung, dreht sich plötzlich um und rennt plötzlich aus dem Zimmer. Ein zärtliches Wort fliegt hinter ihm her. „Du guter Focke...!“ Und das Wort fliegt wie ein weißes versöhnendes Fähnlein durch den Raum. Der, der es auffangen und in seinem Herzen aufrichten soll, hört es nicht. Focke ist den Tag über nicht zu sehen. Gewaltiger Trotz ist in ihm wach geworden. Er ist zum Plaggenstechen hinausgegangen ins Nebelmoor. Da kann er denken. Da stört keiner den Kreis seines Ueberlegens, seines Grübelns. „Ich will es! Ich schüttle die Eske ab. Den anderen jage ich vom Hof. Tod und Teufel sollen mich dabei nicht scheren!“ Immer wieder gehen diese Gedanken durch Fockes Herz und Hirn. Und sie entfachen einen bösen Trotz. Uebers Moor geht der späte Wind. Nebelfetzen treibt er vor sich her. Graue verzerrte Gestalten. Und böse, klagende Stimmen schleppt der Wind mit sich. Sie sind aus den moorigen Gründen heraufgestiegen. Ich schaffe freie Bahn...! Die Regina gehört mir! Das mit der Eske war ein Rausch! Wer gibt Focke diese Gedanken ein? Die Sonne ist heute nicht zum Leuchten gekommen. Gegen Morgen hing sie wie eine schwefelgelbe Scheibe hinter den Nebeln. Bald aber ertrank sie ganz in der diesigen Luft. Was geblieben ist, baut sich über der Welt auf als unheimliches blaugraues Zelt. Focke stößt seine Schüppe in die Moornarbe. Er hebt mechanisch Plagge um Plagge heraus. Das ist, als riefe eine böse Stimme aus dem Moor. Dann ist es still. Ein Moor ist verschwiegen... denkt Focke. Wasser hat einen Spiegel, ist klar und durchscheinend. Aber Moor hat eine Decke. Und die ist dunkel. Und alles, was unter ihr ist, das bleibt den Augen verborgen. Wenn er jetzt weiter in den Nebel gehen würde! So denkt Focke. Dann würde sich plötzlich die Decke öffnen. Und unter seinen Füßen sollte es glucksen und trübe quellen. Ganz kurze Zeit. Und die Decke würde sich über seinem Kopf schließen. Kein Mensch konnte sein Grab kennen... Focke fährt zusammen. Oder wenn ein anderer in das Moor ginge! Wenn es der blonde Teusel wäre! Kein Mensch würde es wissen...! Ein kalter Schweiß hängt auf Fockes Stirn. Du gerechter Himmel, wohin verliert sich sein Sinnen? Rein... so etwas darf man nicht denken. Schon der Gedanke ich Schuld. Aus den Nebelfetzen kommt es wie eine höhnische Stimme: Aber der Andere ist dann nicht mehr.. Regina ist frei... und...! Rein. nein Noch bevor die Dämmerung aufbricht, rennt Focke über den Moorweg und zurück. Kann man vor sich selbst fliehen? „Hilf Gott, was denke ich!“ fleht" Focke. Die Nebelsetzen rennen mit. Wie große dunkle Tiere! Am Abend tut sich ein kalter Wind auf. „Huiti...!“ singt er durch die Giebelritzen des Rothofes. Focke liegt in seiner Kammer. Seine Augen sind angstvoll und weit offen. Das Moor ist verschwiegen! Ganz verschwiegen...! Focke preßt seine Hände über Kreuz zusammen. Damit das Herz nicht aus der Brust springt. „ verschwiegen...! Ganz verschwiegen?“ 19. Kapitel Die Stadt hält diesmal den Hans Weyd länger fest. Das hat seinen besonderen Grund. Der Freund brachte zum fröhlichen Wiedersehensfest eine Ungarin mit. „So etwas war doch immer dein Geschmack!" meint er lächelnd. Hans' Blicke glitten an der wohlgepflegten Gestalt der kleinen zierlichen Frau entlang. Wie ein Bild, denkt er. Unwirklich, diese großen müden Augen. Darunter der kühne Schwung einer gut geschnittenen Nase. Der Mund wohlgeformt und verlockend. Die schöne Linie des Nackens spannt sich unter dem streng zusammengefaßten Haarknoten. Ein guter Meister muß das Bild gemalt haben. Die Stimme der Frau geht Hans Weyd ins Herz. Der fremde Akzent ihrer Sprache übt einen eigenen Reiz aus. Unentrinnbar ist Weyd diesem Zauber verfallen. „Der Freund, gnädige Frau, schwärmt sonst sehr für das Land. Heideröschen intcressieren ihn besonders!“ sagt der Freund zu Mara. der schönen Ungarin. Eine dunkle Röte schlägt in Weyds Gesicht. Er hätte den Freund in diesem Augenblick töten können vor Wut. Was hat er ihn bloßzustellen vor dieser Frau! Mara weidet sich an der Verlegenheit des Mannes. Hans bemerkt es und wird noch verwirrter. Der Freund kacht über sein Wort wie über einen guten Witz. Die Stimme der Frau klingt ein wenig spöttisch auf. „Landlust ist gut! Und Heckenröschen sind einfache, unkomplizierte Blümchen. Warum sollte Herr Weyd sie nicht lieben? Jeder soll nach seinem Geschmack selig werden können!“ Hahaha...!" lacht der Freund. Hans schaut ihn grimmig von der Seite an. „Verehrteste...!" beginnt er stockend.„Sie machen sich über mich lustig und wissen gar nicht, daß Sie mich zu unrecht treffen. Der Freund erlaubt sich mit mir einen dummen Scherz. Daß ich auf dem Lande weile, hat seinen besonderen Grund. Ich will einen Roman schreiben. Und im Hintergrund des Romans steht die Gewalt und ursprüngliche Schönheit eines Moores. Ich wohne draußen, um dieses Moor zu studieren. Damit es nicht wie eine tote Kulisse hinter der Handlung meines Romans steht. Damit es in meinem Roman lebt. Ich bitte Sie, gnädige Frau, was scheren mich Heckenröschen? Wie kann ich überhaupt an andere Frauen denken, wenn ich der Schönsten gegenübersitzen darf und mich nach einem wohlwollenden Blick aus ihren wundervollen Augen verzehre!“ „Sie sind sehr frech. Herr Weyd!" lachte Frau Mara geschmeichelt und ihr Lachen läuft klingend und verlockend über die Skala einer ganzen Tonleiter. „Verzeihen Sie mir, Gnädigste... aber das Temperament...!" Er greift die Rechte der schönen Frau, führt sie an seine Lippen und haucht darauf einen Kuß. Wie lange schmale Kelchblätter fremder Blumen sind die Finger dieser Hand. Der Freund zieht wütend an seiner Zigarette. Wie stark hatte er sich schon seit Wochen um die Gunst der schönen Ungarin bemüht. Immer vergebens. Sie hat ihn mit ihren blütenweißen Zähnen angelacht, als sähe sie es nicht, daß ein Mann nur Tag und Nacht an sie dachte. Nun ist Haus Weyd gekommen In wenigen Minuten hat er es fertig gebracht. um das andere Männer seit langer Zeit kämpften. Gertsetzung feion Für diePteiser Mostrurb 44 Tutenenti, Sülezorltirrh Wer secuitirte, Toloollbnn Hans Linner vormals Carl Braus Große Marktstr. 3—5 Sekanmtmachung. In unser Handelsregister Abt. B. Nr. 81 ist heute bei der Firma Ergste A. G., Ergste, folgendes eingetragen worden: Die Prokura des Kaufmanns Alfons Garske ist erloschen. Schwerte, den 12. Juli 1939. Amtsgericht. Warum Schlaflosigkeit? Nehmen Sie doch abends einen Teelöffel Klosterfrau=Melissengeist mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt, dann werden Sie wahrscheinnn bald nicht mehr unter Schlaflosigkeit leiden! Warum? Durch seinen günstigen Einfluß auf grundlegende Funktionen des menschlichen Organismus beruhigt Klosterfrau=Melissengeist Herz und Nerven und erleichtert so das Einschlafen auf natürliche Weise. Er führt selbst bei dauerndem Gebrauch nicht zur Gewöhnung.„„„„„„ 646tan Besorgen Sie noch heute von Ihrem Apotyeker oder Drogisten den echten Klosterfrau=Melissengeist in der blauen Packung mit den 3 Nonnen damit Sie ihn im Bedarfsfalle sofort zur Hand haben. Flaschen zu RM. 0.90, 1.65 und 2.80(Inhalt: 25. 50 und 100 ccm). Boangevoreteigerung Am 14. Juli 1939, 10 Uhr, in Westhofen, Wirtschaft Fritzenkötter, öffentlich meistbietend gegen bare Zahlung: 1 Schreibmaschine, 1 Küchenschrank, um 11 Uhr bei Peukmann in Villigst 1 Büfett. Gassen, Gerichtsvollzieher, Schwerte, Amtsgericht.(1523 2 Zimmer** 11•9•„ sofort zu vermieten. Schmidt, Markt 2—4. Möbliertes Zimmer in Schwerte oder Westhofen, mit Kochgelegenheit, gesucht. Offerten unter Nr. 1521 an die Geschäftsst. d. Schw. Ztg. ** für sofort gesucht. Schwerter KSTTATT Aus amte. Bekaunmachungen Nachstehend die Höchstpreise für die Zeit vom 13. Juli 1939 bis auf weiteres: Gemüse: Blumenkohl, I und la, in= und ausl., mindestens 18 cm Kopfwölbung, je Kopf 40 Pfg.; Blumenkohl II. in= und ausl., mindestens 15 em Kopfwölbung, je Kopf 27 Pfg.; Blumenkohl III. in= und ausl., mindestens 12 cm Kopfwölbung, je Kopf 15 Pfg.; Blumenkohl IV. in= und ausl., kleine Köpfe, je Kopf 8 Pfg. In dem Verbraucherpreis ist d’e Gebühr für die Steigen bereits eingerechnet. Blumenkohl darf bei Aufteilung nur in höchstens 4 Teile geschnitten werden und darf dadurch eine Verteuerung nicht eintreten.— Ital. Bohnen je 500 Gramm 25 Pfg.; Erbsen in= und ausl.(nur beste Ware, Schnabel, Zucker usw.) je 500 Gr. 20 Pfg.; Felderbsen je 500 Gr. 16 Pfg., Großebohnen je 500 Gramm 11 Pfg.; Gurken(Haus= und Kastengurken) 1. Sorte, mindestens 750 Gramm, je Stück bis 47 Pfg. Falls der Kleinhändler holl. Gurken mit zu verkaufen hat, ist der Verbraucherpreis(Mischpreis) mindestens 750 Gramm 30 Pfg.; II. Sorte 450—750 Gr. je Stück 33 Pfg.; Gurken ausl., außer ital. je Stück 20 Pfg., Gurken italienische je 500 Gramm 18 Pfg., Kohlrabi blau l. Sorte, Mindestdurchmesser 50 bis 80 mm je Stück 9 Pfg.; Kohlrabi blau II. Sorte nicht unter 50 mm Durchmesser je Stück 6 Pfg.; Kohlrabi weiß l. Sorte, Mindestdurchmesser 50 bis 80 mm je Stück 6 Pfg.; Kohlrabi weiß II. Sorte je Stück 4 Pfg.; Möhren ohne Laub inund ausl., je 500 Gramm 13 Pfg.; Rhabarber I. Sorte je 500 Gr. 8 Pfg.; Rhabarber II. Sorte je 500 Gr. 6 Pfg.; Rotkohl(früher) je 500 Gr. 19 Pfg., Salat l. Sorte, feste geschlossene Köpfe (Kopf mindestens 280 Gr.) je Kopf 7 Pfg.; Salat II. Sorte(Kopf mindestens 200 Gr.) je Kopf Pfg.; Spitzkohl Butterkohl je 500 Gr. 8 Pfg.; Stielmus I. Sorte je 500 Gr. 9 Pfg., Stielmus II. Sorte je 500 Gr. 6 Pfg.; Suppengrün je Bündchen 8 Pfg. Ein Bündchen Suppengrün muß mindestens enthalten: Porree, Möhre, Petersilie, Kohlrabi, Blumenkohl oder Sellerie. Tomaten in= und ausl. je 500 Gr. 35 Pfg., Weißkohl(früher) je 500 Gr. 10 Pfg.; Wirsing I. Sorte je 500 Gr. 9 Pfg.; Wirsing II. Sorte je 500 Gr. 6 Pfg.; Zwiebeln deutsch(Steckzwiebeln) je 500 Gr. 13 Pfg.; Zwiebeln ausl. je 500 Gr. bis 16 Pfg., Fleischerzwiebeln je 500 Gr. 14 Pfg.; Fleischerzwiebeln je 500 Gr. 9 Pfg. Kartoffeln in= und ausl. ab 12. Juli 1939: lange gelbe je 5 kg 80 Pfg.; lange gelbe je 500 Gr. 8 Pfg.; runde gelbe je 5 kg 75 Pfg., runde gelbe je 1 kg 15 Pfg.; runde gelbe je 500 Gr. 8 Pfg. Andere Sorten sind entsprechend billiger zu verkaufen. II. Sortierung(Brätlinge) je 5 kg 58 Pfg., II. Sortierung(Brätlinge) je 1 kg 12 Pfg. Obst: Ausl. Aepfel je 500 Gramm bis 60 Pfg.; Erdbeeren I. Sorte je 500 Gr. bis 48 Pfg.; Erdbeeren II. Sorte je 500 Gr. bis 42 Pfg.; Kirschen I. Sorte je 500 Gr. bis 42 Pfg.; Kirschen II. Sorte je 500 Gr. bis 35 Pfg.; Sauerkirschen je 500 Gr. bis 47 Pfg.; Sauerkirschen(Schattenmorellen) je 500 Gr. bis 49 Pfg.; Gartenhimbeeren je 500 Gr. bis 58 Pfg.; Johannisbeeren je 500 Gr. bis 70 Pfg.; Pfirsiche, ausl. je 500 Gr. bis 42 Pfg.; Stachelbeeren(hartreif) je 500 Gr. bis 28 Pfg.; Stachelbeeren(vollreif) je 500 Gr. bis 30 Pfg.; Stachelbeeren(vollreif) Mayduc je 500 Gr. bis 33 Pfg.; Waldbeeren(netto) je 500 Gr. bis 45 Pfg.(Der Großhandel hat Kleinhandel bei Obst eine Verdienstspanne von mindestens 25 Prozent zu belassen). Pilze: Pfifferlinge(Mittelware) bei Abgabe durch den Handel je 500 Gr. 60 Pfg.; bei Abgabe durch den Sammler je 500 Gr. 50 Pfg. Größere Pilze sind entsprechend billiger zu verkaufen. Mit Granatwerfer und Ms. über die Pallavicini=Rinne Salzburg, 12. Juli. Einem fünf Mann starken Spähtrupp der Salzburger Gebirgsjäger ist es nach elfstündiger härtester Eisarbeit gelungen, den Gipfel des Großglockners über die Pallavieini=Rinne, eine der schwierigsten Eisanstiege der Ostalpen, zu bezwingen. Die Rinne, die von der Scharte zwischen dem Großglockner und dem Kleinglocknergipfel zum Teil fast senkrecht gegen die Pasterze hinabschießt, wurde bei ungünstigen Verhältnissen in voller Ausrüstung mit leichten Granatwerfern und Maschinengewehren durchstiegen. Die Soldaten mußten zur Bezwingung der Rinne allein über 2500 Stufen ins Eis schlagen. Diese hervorragende Leistung der Salzburger Jäger ist ein neuer Beweis für die Einsatzfähigkeit unserer Wehrmacht auch im schwierigsten hochalpinen Gelände. Die Pallavicini=Rinne galt früher als schwerste Eistour und wurde erstmals im Jahre 1876 von dem Markgrafen Pallavicini mit drei Bergführern aus Heiligenblut durchstiegen. „Schnelle Die neue Waffengattung Berlin, 12. Juli. Der Oberbefehlshaber des Heeres gibt jetzt den Erlaß über die neue Waffengattung„Schnelle Truppen“ bekannt. Darin wird bestimmt, daß Panzertruppe und Kavallerie zu einer einheitlichen neuen Waffengattung zusammengefaßt werden. Zur Waffengattung„Schnelle Truppen“ gehören: Rauzerregimenter. Banzerabwehrabteilungen. shalone Red Radasloer e bataillent, Reiter= und Kavalterieregimenter, Radfahrabteilungen und Motorisierte Aufklarungsabteilungen,„. g Die Waffenfarven sinv bei den Panzereinheiten Rosa, wobei die Abwehreinheiten ein „P“ auf der Achselklappe tragen, bei den Schützeneinheiten Wiesengrün mit einem„K“ für die Kradschützen und bei den Einheiten der Kavallerie= und Reiterregimenter, sowie der Radfahrabteilung 1 Goldgelb mit einem„R“ auf der Achselklappe der Radfahrer; die Waffenfarbe der Einheiten der Motorisierten Aufklärungsabteilungen ist Kupferbraun. Die Bezeichnung„Schwadron“ führen lediglich alle Einheiten der Reiter= und Kavallerieregimen= ter, sowie der Radfahrabteilung 1. Offiziere dieser Einheiten im Hauptmannsrang führen die Bezeichnung„Rittmeister". Alle übrigen Einheiten heißen„Kompanie“ ihre Offiziere im Hauptmannsrang„Hauptmann“. Diese Neuregelung tritt mit dem 19. September 1939 in Kraft. Autofallenräuber und Mörder zum Tode verurteilt— Schnelle Sühne für gemeines Verbrechen Hanau, 12. Juli. Das Sondergericht am Oberlandesgericht in Kassel, das heute in Hanau tagte, verurteilte den 1919 in Fulda gevorenen Kurt Franke wegen räuberischen Stellens einer Autofalle in Tateinheit mit Mord und schwerem Raub zum Tode. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberlaugt Franke hatte am 13. Juni in Frankfurt a. M. den 52jährigen Reisevertreter Engelhardt aus Mühlhausen in Thüringen kennen gelernt und war mit ihm in den Wald bei Neu=Isenburg gefahren. Dort erstach er den Autofahrer und fuhr in die Nähe von Hanau, wo er die Leiche in einem Kleeacker verbarg. Der Tote zwischen der Türnische Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todeserfolg Duisburg, 12. Juli. Vor etwa einem Jahre wurde in der Duisburger Altstadt in einer Türnische sitzend ein Mann tot aufgefunden. Die Nachforschungen ergaben, daß es sich um einen Gast einer nahegelegenen Wirtschaft handelte, den der Kellner herausbefördert und zu Boden geschlagen hatte. Der Wirt und der Kellner hatten den Bewußtlosen, nachdem sie vergeblich versuchten, ihn ins Leben zurückzuführen, in die Türnische getragen und ihn seinem Schicksal überlassen. Der hilflose Mann war dann im Laufe der Nacht gestorben. Dieses rohe Verhalten, das in weiten Kreisen Empörung verursacht hatte, brachte den Aushilfskellner Henrichs aus Duisburg wegen Körperverletzung mit Todeserfolg vor das Schwurgericht, während das Verfahren gegen den Wirt noch schwebt. Die Zeugenvernehmung ergab, daß der angetrunkene Gast beim Verlassen des Lokals von dem Angeklagten einen wuchtigen Boxhieb gegen den Kopf erhielt, der seine Bewußtlosigkeit zur Folge hatte. Der Sturz führte einen Schädelbruch herbei, dessen innere Blutung einen Brechreiz auslöste, an dessen Folgen der Mann starb. Bei sofortiger Benachrichtigung des Arztes hätte man den Verletzten vielleicht noch retten können. Wegen der Brutalität der Tat ging das Schwurgericht über den Antrag des Staatsanwalts, der eineinhalb Jahre Gefängnis beantragte, hinaus und verurteilte den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis. Heleerberg 1033 Von Kurt Maßmann An über 190 Stellen wird im Sommer innerhalb des Reiches im Freien gespielt. Wenn hierbei der Rahmen auch sehr weit gespannt ist vom schlichten Heimatspiel bis zu den Heidelberger Reichsfestspielen als den großen repräsentativen Festspielen deutscher Schauspielkultur, von der schlichten Offenbarung von Heimatgeschichte und Volkstum bis zum tiefsten Erlebnis hoher Dichtung, so ist doch allem Spiel im Freien eines gemeinsam: der Wille zum Echten und Wahren, der sich frei gemacht hat von den Wucherungen und dem Ballast einer Zeit, die nicht mehr dem Wirklichen und Wesentlichen, sondern allzu oft dem bloßen Schein verhaftet war. Von der immer unfruchtbaren Sensation fort geht der Weg zum vertieften inneren Erlebnis. In dieser Feststellung liegt auch die Tatsache begründet, daß das Spiel im Freien seit 1939 seinem zahlenmäßigen Umfange wie seiner künstlerischen Entwicklung nach einen außerordentlichen Aufschwung genommen hat. Hier ist eine Kunstform in der Entwicklung begriffen, ein neuer Stil, der in besonderem Maße entscheidenden Voraussetzungen nationalsozialistischer Haltung und Kunstanschauung entspricht! Es ist jener Stil, von dem Franz Moeller gesagt hat, daß er ein fester Baustein sein werde Im Kulturwerk des Dritten Reiches. So hat auch der nationalsozialistische Staat in der Erkenntnis der Bedeutung des Spiels im Freien für die innere Beeinflussung und seelische Ausrichtung des deutschen Volkes im nationalsozialistischen Sinne unter der Initiative des Reichsministers Dr. Goebbels dem Freilichtspiel weitgehende Unterstützung und Förderung zukommen lassen. * Der Reichsbund der deutschen Freilicht= und Volksschauspiele hat in diesem Jahr unter der Parole„Deutschland— das Land der Freilichtspiele“ eine Uebersicht über sämtliche Spielorte herausgebracht, aus der hervorgeht, daß die volitische Gestaltwerdung Großdeutschlands auch für das Spiel im Freien eine wesentliche Bereicherung gebracht hat. Auf der Deutschlandkarte reichen die roten Punkte, mit denen die Spielstätten angezeigt sind, bis zur südlichen Grenze mit den Orten Wörth und Klagenfurt. Im Gau Oberdonau finden wir als Spielort das historische Frankenburg, das durch Möllers Spiel weithin bekannt geworden ist. Der Gau Sudetenland ist mit der Spielstätte in Eger (Schillers„Wallenstein“!) sowie mit acht weiteren geplanten Spielorten ebenfalls reich vertreten. Der weitgefaßte Rahmen der Spielplangestaltung reicht von den ewigen Kunstwerken unserer Größten: von Goethe, Hebbel, Schiller und Kleist, von Shakespeare und vielen anderen über Opern, Operetten und Musikwerke von Strauß bis Nicolai, von Lortzing bis zu Händel, über die Repräsentanten des neuen Spiels, wie Eberhard Wolfgang Möller und Ortner, bis zu den an Ort und Stunde gebundenen Heimatspielen. Die Krönung aber des sommerlichen Spiels im Freien bringt Heidelberg mit seinen Reichsfestspielen, die in diesem Jahre Eichendorffs „Die Freier", Shakespeares„Ein Sommernachtstraum“, Schillers„Die Räuber" und Hauptmanns„Schluck und Jau" umfassen. Für die Inszenierung des Shakespeareschen Sommernachtstraumes konnte Hans Schweikart (München) gewonnen werden, der bereits 1936 und 1937 im Heidelberger Schloßhof Paul Ernsts„Pantaleon und seine Söhne“ und Heinrich von Kleists„Amphitryon“ in Szene gesetzt hat. G==stf..i Die Regie des romantischen Lustspiels„Die Freier“ von Josef von Eichendorff, das seines großen Erfolges wegen aus dem Programm des letzten Jahres wieder aufgenommen ist, liegt wieder bei Richard Weichert(Berlin). Gerhart Hauptmanns„Schluck und Jau" steht unter der Szenenführung von Karl Heinz Stroux(Berlin), der im vorigen Jahr die Inszenierung„Der Widerspenstigen Zähmung“ leitete. Walter Bruno Jitz(Wien), der bereits 1937 in Heidelberg bei„Romeo und Julia“ die Regie führte, inszeniert in diesem Jahr die Schillerschen„Räuber". Die Gesamtleitung der Reichsfestspiele liegt wieder in den Händen von Ingolf Kuntze. An dieser Stelle sei noch eine grundsätzliche Feststellung getroffen: es ist keineswegs etwa so, als hätte die zunehmende Zahl der Spielstätten unter freiem Himmel gewissermaßen eine „Inflation an Theaterraum“ geschaffen, sondern im Gegenteil: die zunehmende Zahl der Aufführungen vermag kaum Schritt zu halten mit der zunehmenden Zahl der Zuschauer, die in immer größeren Scharen den Spielstätten zuströmen: Diese Tatsache mag als der gültigste und schlüssigste Beweis für die Richtigkeit der Feststellung Franz Morallers dienen, daß das deutsche Freilichtspiel zu einer der volkstümlichsten Ausdrucksformen deutschen Kulturschaffens geworden ist. Tehie polnhase Meldung Duff Cooper will Taten sehen London, 12. Juli. Duff Cooper befaßt sich im Evening Standard mit einer Reihe von Fragen, die die Beteiligung Englands an einem Krieg gegen Deutschland behandeln. Duft Cooper schlägt vor, daß man die Entschlossenheit Englands, an einem solchen Krieg teilzunehmen, zunächst einmal dem deutschen Volke durch Taten beweisen solle, wie z. B. Mobilisation der britischen Flotte, britische Manöver in Frankreich, zeitweilige Transferierung der britischen Luftflotte auf die jeweiligen Kriegsstationen auf französischem Boden und anderswo. * Bekanntlich ist Duff Cooper einer der größten Kriegshetzer, die zur Zeit die Einkreisungspolitik gegen Deutschland betreiben. Hier demaskiert er sich nun völlig! Aber man sollte sich nirgendwo in der Welt einer Täuschung darüber hingeben, was die Verwirklichung dieser Vorschläge für Deutschland bedeuten würde und wohin sie die Welt führen würde. Auch Deutschland wäre in der Lage, zu mobilisieren, um sich derartiger Provokationen zu erwehren. Es ist bezeichnend, daß Duff Cooper am Schluß seines kriegshetzerischen Artikels schreibt, vor allem müsse Deutschland mit allen Mitteln klargemacht werden, daß es in einem neugebildeten Europa gleiche Rechte und Vorteile wie alle anderen Nationen haben würde. Das sind die gleichen Sirenenklänge, die man aus dem Munde dieser internationalen Kriegsmacher schon oft genug vernommen hat und die nichts anderes sind als billige Phrasen, um das deutsche Volk über ihre wahren Absichten hinwegzutäuschen. Man hat Deutschland seine gleichen Rechte und Vorteile lange genug vorenthalten, als daß heute noch jemand in Deutschland auf diesen plumpen Köder hereinfallen könnte. Wer hul gewonnen! Gewin eszug 3. Klasse 1. Deutsche Reichslotterse Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III 2. Ziehungstag 12. Juli 1939. In der heutigen Vormittags, hung wurden gezogen 25 000 RM. 375102 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 362490 1000 RM. 250292 94494 89972 11857 41634 278816 174385 140008 28472 43443 280908 500 RM. 16255 31536 076 141885 169148 212621 292550 308963 356690 271714 73609 60614 812655 69061 237033 368728 8 Gewinne zu 6 Gewinne zu 9 Gewinne zu 18 Gewinne zu 199828 249919 33 Gewinne zu 78157 232578 356436 372721 54 Gewinne zu 82322 8650“ 91 257230 278801 875123 398894 282 Gewinne zu 300 RM. 1939 6407 11260 12716 17054 20113 22533 30299 32036 45538 48275 49946 50595 51123 56632 57212 68132 71168 75214 77860 81418 86053 87089 92894 98534 98556 98754 100839 102337 105699 106242 112752 127087 130475 137369 140841 141602 142404 144220 152605 155703 158300 159400 161645 164059 167426 183641 188777 189959 190218 192170 207556 208495 215115 216438 219795 227220 230371 231143 240892 245039 245884 249146 249836 255779 258254 263079 281618 282428 287075 294639 297762 298694 303877 304404 305069 307316 311071 316018 316568 329907 330415 333275 334397 334644 334935 362892 375550 382669 382792 385394 391124 391650 393659 wurden 528 Gewinne zu je 240 RM. und 6587 Gewinne zu je 120 RM. gezogen. Inr heutigen 3 Gewinne zu 3 Gewinne zu 3 Gewinne zu 9 Gewinne zu 12 Gewinne zu 870689 24 Gewinne zu 157982 160826 72 Gewinne zu 56769 73066 189749 200886 229452 241313 856411 861621 Nachmittagsziehung wurden gezogen 10000 RM. 247427 5000 RM. 15713 4000 RM. 224703 3000 RM. 351 87324 288064 2000 RM. 40666 64982 91181 1000 RM. 62183 71706 97165 172365 214750 284515 500 RM. 30786 34944 55241 127232 135627 135763 183124 206688 207839 209527 226353 242194 264019 301104 307246 872502 357 Gewinne zu 300 RM. 1182 2878 14580 21085 24017 27063 30317 30862 31645 33662 34047 34209 40315 44044 48482 51939 52496 56300 59353 60608 80745 80833 84998 89611 92348 92837 96785 100956 101494 102808 104921 107474 122810 131101 132392 137094 139432 143241 146609 147096 148258 150850 156324 157614 160020 160864 162167 162345 164625 171082 176994 179119 180737 181704 185362 185664 188635 190637 192242 194376 196485 201806 205306 208077 213065 237651 243532 244418 246359 255337 257640 267217 268122 271359 274894 281566 283054 284912 285612 293017 295096 295286 296892 303071 303424 305465 307052 309505 820303 323168 323570 323768 824531 825998 330367 337235 337738 340663 341281 342280 344960 345166 351306 352221 352780 354581 358924 369476 359764 366495 368704 874028 382400 386705 392829 894505 395405 398425 398926 Außerdem wurden 597 Gewinne zu je 240 RM. und 6420 Gewinne zu je 120 RM. gezogen. Die Ziehung der 4. Klasse 1. Deutsche Reichslotterie findet am 4. und 5. August 1939 stat. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebina, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner. Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. V./30: 1498. WEigm Sprechstunden der Schriftleitung taglich von #10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Son nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung.