PUIFGVUE Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 4s A##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.K 2.—(einschl. 28.2 3# Zeitungsgebühr und 0.44## Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36#### Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Ferur. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 9.# Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 P.e Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Neue Alebertage für Ensiuns durch Hagan Japanische Note an die Mächte- Ehinas Küste unter der Kontrolle Tokios Londen=desturzr und ruttee Schanghai, 27. Juni. Der japanische Generalkonsul Miura überreichte am Dienstagmorgen dem dänischen Generalkonsul Scheel als Doyen des ausländischen Konsularkorps eine Note, in der dem Konsularkorps mitgeteilt wird, daß die japanische Flotte neue Operationen bei Futschau und Wentschau an der Küste der Provinz Fukien begonnen habe. Die ausländischen Mächte werden daher in der Note gebeten, bis zum 29. Juni 12 Uhr mittags Tokio=Zeit ihre Handels= und Kriegsschiffe aus den genannten Häfen zurückzuziehen. In der japanischen Note wird auf die Gefahr hingewiesen, die mit dem etwaigen Versuch verbunden sein würde, in diese Häfen nach Ablauf der Frist einzulaufen, und es wird erklärt, daß die japanische Flotte keine Verantwortlichkeit für die Folgen übernehmen könne, die sich aus solchen Versuchen ergeben könnten. a Bestürzung hat man in London, wie Reuter zugibt, die Meldung zur Kenntnis genommen, daß die Japaner mit der Besetzung der Häfen Futschau und Wentschau begonnen haben. Zur Tröstung für die Heimat sucht dann das Büro den Eindruck zu erwecken, die britischen Stellen im Fernen Osten würden sich nicht fügen; aus Schanghai werde nämlich berichtet, man habe den Japanern bereits mitgeteilt, England weigere sich, seine Schiffe und Staatsangehörigen aus den beiden Häfen zurückzuziehen. Die Londoner Presse bringt ihre Beunruhigung über diese neue Hiobsbotschaft aus dem Fernen Osten in sensationeller Aufmachung auf den Titelseiten zum Ausdruck. Die Blätter enthalten Mitteilungen, daß britische Schiffe in der Nähe von Futschau und Wentschau durch japanische Flieger davor gewarnt worden seien, die beiden Häfen anzulaufen. In Schanghaier Kaufmannskreisen erkläre man, Wentschau sei für die Belieferung der Tschiangkaischek=Armee mit Waffen„unbedeutend“. Immerhin werde zugegeben, daß durch die Blockade von Futschau und Wentschau fast die ganze chinesische Küste unter japanischer Kontrolle stehe. Wie die Reuter=Agentur aus Tientfin meldet, ist es den britischen Passagieren an Bord des britischen Küstendampfers„Adriane Moller“ gestattet worden, an Land zu gehen. Der Dampfer war von den Japanern bei seiner Ankunft in Tientsin zum Zwecke der Untersuchung festgehalten worden. Englische Dickfelligkeit Schiffsverkehr nach Swatau soll von britischen Zerstörern gedeckt werden London, 27. Juni. Wie hier bekanntgegeben wird, hat die britische Flottenleitung ihre Zerstörer in Swatau angewiesen, Handelsschiffe, die den Hafen anzulaufen wünschen, jederzeit zu eskortieren. Mit englischer Ueberheblichkeit wird gesagt, das„britische Recht“, sich nach jedem Ort in den chinesischen Gewässern zu begeben, werde vollauf behauptet. Diese sture Unbelehrbarkeit, die dem Verhalten der Engländer im Spanienkonflikt, wo sie ja auch den kürzeren zogen, ganz ähnlich ist, wird nur noch übertroffen durch die Unverschämtheit, für jeden Zwischenfall, der sich aus der Dickköpfigkeit John Bulls ergeben könnte, Japan verant wortlich zu machen. Die Blätter müssen zugeben, daß infolge der japanischen Bestimmungen zwei britische Handelsdampfer am Montag Swatau wieder verlassen mußten, ohne ihre Ladung zu löscher oder Passagiere zu landen. Wie besonders der „Daily Expreß" hervorhebt, bedeutet die Blockade Swataus eine ernste Gefährdung für die Versorgung Hongkongs, da Hongkongs Lebensmittelbelieferung in der Hauptsache über Swatau geht. Der Erste Admiral der australischen Flotte. Sir Ragnar Colvin, traf am Dienstag in Singapore ein, um an der abschließenden Besprechung der britisch=französischen Verteidigungskonferenz, die seit Mitte voriger Woche in Singapore zwischen den Oberkommandierenden der britischen und französischen Flottenstreitkräfte im Fernen Osten stattfindet, teilzunehnen. Colvin wird sich am Schluß der Konferenz nach London begeben, um mit der britischen Admiralität Fragen der Pazifik=Verteidigung zu besprechen. Bei seiner Ankunft in Singapore erklärte Colvin, daß Singapore für die Sicherheit Australiens lebenswichtig sei. Er werde sein äußerstes tun, um auch die australische Flotte auszubauen. Japanische Erklärungen an die englische Adresse Peking, 27. Juni. Der japanische Generalkonsul in Tientsin, Taschiro, betonte vor ausländischen Pressevertretern, so lange die Tschiangkaischekfreundliche Politik der britischen Regierung andauere, würde es schwierig sein, den Tientsin=Konflikt zu schlichten. General Homma, der Kommandeur der japanischen Garnison in Tientsin, erklärte, es wäre nicht ratsam, die japanische Ansicht über Londoner Berichte bezüglich britischer Repressalien sowie über die Reden von Chamberlain und Halifax bekanntzugeben. Mit großem Nachdruck unterstrich Homma die feste Entschlossenheit Japans, seine bisherige Politik fortzusetzen. Es seien, so führte er weiter noch keine Informationen über die sapanischen Bedingungen eingetroffen, um in diplomatische Verhandlungen eintreten zu können. Japan bedauere die augenblicklichen Zustände in Tientsin, aber es sei zu seinen Maßnahmen gezwungen worden. Vor 2e Jahren Erinnerungen von Felix Baumann. Zum zwanzigsten Male jährt sich am 28. Juni der Dies nefarius, an dem die in der Teufelsschmiede von Versailles zusammengeschweisten Versklavungsbedingungen im Spiegelsaale des Schlosses des„Sonnenkönigs“ unterzeichnet worden sind. Schon gegen Mittag begann eine Völkerwanderung nach der Place d'Armes. In der Rue des Réservoirs, in der unsere Hotels lagen, zogen die Truppen zur Spalierbildung auf. Musik an allen Ecken und Enden, es sammelte sich eine Wagenburg von Automobilen an. Kurz nach 2 Uhr holte uns Presseleute ein französischer Offizier ab, um uns nach dem Schlosse zu geleiten. Nur in Serpentinen kamen wir durch die Autoreihen und erlebten schon am Eingangsgitter zum Vorbof des Lesen Sie heute: Ein großes Sportfest der Betriebe Seite 3 Französischer Dichter erlebt das nene Deuischianto henkel=Metaxa tragen 5 Swatau Kanton Seite 8 Kammerpräsident Graf Ciano* Wir sind in der Lage, unseren Lesern in unferer Heimatbeilage jetzt einen Originalbeitrag, der bisher noch an keiner Stelle veröffentlicht wurde, über die Geschicke der Stadt Schwerte im siebenjährigen Krieg zu bringen. Es ist in diesem Zusammenhang besonders interessant zu wissen, daß diese aufschlußreiche Arbeit aufgrund von Studien in den Urkunden und Dokumenten des Ruhrtal=Museums verfaßt wurde. Auch die früher schon in der„Schwerter Zeitung" veröffentlichten Forschungen des allen Schwertern bekannten Professor Feldhügel hat der Verfasser Thelemann mitbenutzt. Wir beginnen mit der Veröffentlichung am Freitag Rom, 27. Juni. Der Vater des italienischen Außenministers, Graf Constanzo Ciano, Präsident der Kammer der Korporationen und Inhaber der Goldenen Tapferkeitsmedaille, ist in seinem Heimatort Borgo a Moriano bei Lucca gestorben. Constanzo Ciano wurde im Jahre 1876 geboren. Außenminister Graf Ciano ist in den frühen Morgenstunden in Ponte a Moriano eingetroffen, wo ihm eine Stunde später auch Parteisekretär Minister Starace folgte, der ebenfalls im Laufe der Nacht von Rom abgereist war. Um 19.30 Uhr traf als erster Viltor Emanuel III. auf dem Stammsitz der Familie Ciano ein, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Unmittelbar darauf kam im Auto aus Riccione der Duce an. Ihnen folgten sodann die Mitglieder der Regierung, der Senatspräsident Suardo und zahlreiche hohe Persönlichkeiten von Partei und Staat. Die Presse steht ganz im Zeichen des plötzlichen Ablebens des Kammerpräsidenten. Als eine der markantesten Gestalten des faschistischen Italien sei Graf Constanzo Ciano, dessen Tod die gesamte Nation treffe, ein leuchtendes Vorbild militärischer, staatsmännischer und menschlicher Tugend. Mit ihm verliere, wie die Presse übereinstimmend betont, Italien einen der hervorragendsten und treuesten Mitarbeiter des Duce. Dr. Goebbels besichtigt die Westwallbefestigungen im Trierer Bezirk Kronenburg(Eifel), 27. Juni. Reichsminister Dr. Goebbels traf am Dienstagvormittag, von Aachen kommend, auf dem Flugplatz Trier ein, wo er vom Kommandeur der Grenzkommandantur Trier, Generalmajor Mattenklodt, empfangen wurde. Unter seiner Führung besichtigte er gemeinsam mit Oberpräsident Gauleiter Terboven einige der marzantesten Anlagen der Westwallbelestigungen im Trierer Bezirk. Nach einem kurzen Aufenthalt in Trier begab sich Dr. Goebbels nach Vogelsang, von wo aus er gemeinsam mit dem Oberpräsidenten Gauleiter Terboven und Gauleiter Staatsrat Grohé der Hermann=Göring= Meisterschule für Malerei in Kronenburg einen längeren Besuch abstattete. Reichsminister Dr. Goebbels sprach sich mit hoher Anerkennung über die dort geleistete Arbeit aus und machte der Anstalt zwei wertvolle mittelalterliche Werke für ihre kunsthistorische Bibliothek zum Geschenk. Am Abend trat Reichsminister Dr. Goobbeis den Rückflug nach Berlin an. Geberaloberst von Drauchsech bei Truppenübungen Berlin, 27. Juni. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat sich am heutigen Dienstag nach dem Truppenübungsplatz Münster begeben, um den Uebungen der dort liegenden Truppenteile beizuwohnen. 248 „Orof Leppeller besucht beutsche Städte— Sonntägliche Landungsfahrten Frankfurt am Main, 27. Juni. Das Luftschiff 88 130„Graf Zeppelin“ wird in den kommenden Monaten Landungsfahrten nach deutschen Städten durchführen. Mit der Aufnahme dieser Fahrten ist Sonntag, 2. Juli, zu rechnen. Weitere Fahrten werden voraussichtlich dann mit wenigen Ausnahmen jeden Sonntag bis zum Spätsommer durchgeführt werden. Das Luftschiff wird je nach der Wetterlage in den Vormittagsstunden starten und abends nach dem Heimathafen zurückkehren. Als erste Stadt wird am kommenden Sonntag Meiningen besucht werden. Mit einer ganzen Reihe anderer Städte schweben zur Zeit Verhandlungen, die noch nicht endgültig abgeschlossen sind. Schlosses ein Vorspiel der zu erwartenden Ueberraschungen.— Die andrängende Menge schien völlig aus dem Häuschen geraten zu sein. All und jeder wollte in das Schloß hinein, so daß der Ansturm in ein lebensgefährliches Gedränge ausartete. Um sich der Massenflut zu erwehren, hatte man das Gitter nur etwas geöffnet. Wir mußten uns den Eingang mit der nötigen Ellenbogenfreiheit erkämpfen und uns im wahren Sinne des Wor es durch die Gitteröffnung hindurchquetschen. Am Eingang zum Schlosse, in der Cour de la Chapelle, dieselbe Geschichte, derselbe Regiefehler. Die Polizisten wurden über den Haufen gerannt oder an die Wand gedrückt. Wir gerieten auseinander und fanden uns erst im Vestibül des ersten Stocks wieder von wo wir nach dem Salon de la Guerre geleitet wurden. vor dessen Tür zwei Soldaten der republikanischen Garde in ihrer vittoresken Paradeuniform die Kontrolle über die Ankommenden ausübten. Nach dem Passieren des Kriegssalons betraten vir den Spiegelsaal wo uns die zweite, Ueberer Pariser rge für die Journalisten war keine Spur zu entdecken. Keine Estrade, keine Teppiche, sondern nur zu ebenem Fußboden hintereinanderstehende Plüschbänke, die keine Aussicht boten. Um von den Vorgängen in dem 72 Meter langen Saal etwas sehen zu können, mußte man auf die Bank steigen. und alle standen auf den Bänken; meistens sem Durcheinander der Sprachen völig benommen wurde. Vergebens schritten französische Offiziere durch die Bankreihen und mahnt m: „Assis! Assisk“, niemand kümmerte sich aler barum. Auf der anderen Seite des Saales dasselbe Bild. Als die deutsche Delegation, die von einem englischen, amerikanischen, italienischen und ranzösischen der französischen, Ohersten eskortiert, wurde, den vor dem Spiegelsaal gelegenen Salon de la Paie betrat, empfing sie auch dort ein brandendes Lärm. Hier waren es die Frauen und Töchter von hohen Offizieren, Staatsbeamten und Parlamentariern, die sich in einem betäubenden Kapitolgeschnatter ergingen, aus die Stühle und Bänke stiegen und die Deutschen herausfordernd durch ihre Lorgneten betrichteten. Einzug der Entente=Telegierten der Totengräber des Deutschen Reiches. Da saßen sie an dem mit einer kupferfarbenen, goldfransten Plüschdecke überzogenen langen, Tisch mit den beiden Seitenflügeln, der ein offenes Rechteck bildete, auf ihren roten Seidenstühlen und harrten der Unterzeichnung des erbärmlichsten und ungerechtesten Friedens, der jemals beschlossen wurde: Clemenceau mit dem gelblichen Gesicht, mit den schiefstehenden Augen und dem buschigen weißen Schnauzbart; der nicht minder antideutsche Außenminister Vi con m Ahneeweißer Wheste der kurg datanf wegen großer Betrügereien festgenommene Finanzminiser K 1 9“, ste wgchte, Botschosteree ceaus, Tardien, der rormulige Bo###g####### Berlin Cambon, der„Gerechtigreito=Fanstiker und Demokratenliebling Woodrow Wilson, dessen vierzehn Punkte, wie der neben ihm sitzende Staatsminister Lansing später betonte, in Paris überhaupt nicht erörtert wurden; Colonel House, der Opportunitätspolitiker Lloyd George mit dem wallenden weißen Haar, Balfour, Bonar Law, die Kanadier, Australier, Südafrikaner, Uruquayer, Polen usw. Nur die Chinesen fehlten, ihre Stühle blieben leer, weil sie gemäß dem höchsten Willen des chinesischen Volkes, wie ein Chinese erklärte, den aus den Pariser Intrigen hervorgegangenen verbrecherischen Vertrag nicht unterzeichnen wollten. Plötzlich ein Augenblick wirklicher Stille im Spiegelsaal:„Messieurs les Déléqués Allemands!“— doch niemand erhebt sich. Die Deutschen wurden vom Chef des Protokolls, William Martin, zu ihren Plätzen geführt. Clemengon:„Der zu unterzelchneude. Text stkmmt genau mit dem überein, der den Deutschen in zweihundert Exemplaren übergeben wurde.— Kun beginnt die Unterzeichnung...“ Müller und Dr. Bell, die beiden Deutschen, gehen an den dem Louvre entnommenen kleinen Tisch. auf dem ein Schreibzeug mit Lack und Goldbronze mit dem von Elsaß=Lothringen gestifteten goldenen Federhalter steht. Doch Müller unterzeichnet mit seiner eigenen Füllfeder und Dr. Bell mit einem mitgebrachten unscheinbaren Federhalter. Dann Antreten der Entente=Delegierten— im Gänsemarsch und nach den Staaten. Inzwischen hat das laute babylonische Sprachengewirr wieder eingesetzt. Ein Heidenlärm. Im Salon de la Guerre blüht eine Briefmarkenbörse. Alles kauft, klebt und läßt die offiziellen Friedensmarken mit dem Friedensstempel versehen. Haufenweise werden die Marken erstanden, um ein rentables Geschäft machen zu können. Es war ein Fressen für das internationale Schiebertum in dieser„feierlichen" Nachmittagsstunde des 28. Juni 1919 im Schlosse von Versailles. Ehamberlain bleibt stumm und weicht aus Geheimprolokoll mit Woskau?— Kapitulation auf der ganzen Linie London, 27. Juli. Ministerpräsident Chamberlain wurde im Unterhaus von dem Labour=Abgeordneten Greenwood um eine Erklärung zu den jüngsten Berichten aus dem Fernen Osten ersucht. Chamberlain erklärte, zur Lage in Tient= sin habe er im Augenblick nichts Neues zu sagen. Aber er hoffe, daß er demnächst in der Lage sein werde, weitere Erklärungen abzugeben. Chamberlain bestätigte dann, daß einer soeben eingetroffenen Information des Kommandanten von Hongkong zufolge die japanischen Militärbehörden mitgeteilt hätten, daß sie beabsichtigten, die Häfen von Futschau und Wentschau zu besetzen. Man warte jetzt auf weitere Einzelheiten über die Besetzung. Greenwood fragte darauf, ob man beabsichtige, im Hinblick auf die Lage den evtl. betroffenen Schiffen Instruktionen zu erteilen, und ob der Premierminister sich um die Mitarbeit anderer Staaten bemühen wolle, deren Schiffe auch in Futschau und Wentschau in Mitleidenschaft gezogen würden, und ob die britische Regierung angesichts der zunehmend drohenden Lage Fortschritte in der Ausarbeitung von Vorschlägen zur Aenderung der Lage gemacht habe. Chamberlain antwortete hierauf ausweichend:„Leider kann ich diese Anfrage nicht so aus dem Handgelenk beantworten, da ich die Information erst jetzt im Unterhaus erhalten habe. Alle diese Angelegenheiten werden aber erwogen werden.“ Auf eine weitere Anfrage verneinte Chamberlain, daß er weitere Erklärungen abgeben werde. Eine peinliche Frage des Labour=Abgeordneten Bellenger, ob nicht im Hinblick auf die verschärfte Lage im Fernen Osten entschiedenere Maßnahmen ergriffen werden könnten, oder ob die Regierung nicht wenigstens einen entsprechenden Wink geben wolle, blieb, wie schon vor einigen Tagen, abermals unbeantwortet. Als Bellenger weiter drängte und fragte:„Will der Premierminister eine Antwort auf diese Frage geben, da viele von uns daran ernsthaft interessiert sind?" erhielt er wieder keine Antwort. Tokio, 27. Juni. Wie das japanische Nachrichtenbüro Domei meldet, hat Botschafter Craigie bei seiner gestrigen Unterredung mit Außenminister Arita im Auftrage seiner Regierung vorgeschlagen, die Tientsin=Frage durch direkte Verhandlungen in Tokio zu lösen. Wie hierzu halbamtlich mitgeteilt wird, hat Arita den britischen Vorschlag in der Kabinettssitzung vorgetragen und anschließend mit Ministerpräsident Hiranuma und Kriegsminister Itagaki hierüber verhandelt. Da es sich um eine wichtige grundsätzliche Frage handele, die durch die britische entstellende Agitation über Mißhandlung der Briten in Tientsin noch verschärft worden sei, werde die japanische Antwort erst in einigen Tagen erfolgen. Zur Widerlegung der britischen Greuelmärchen über eine Mißhandlung von Engländern durch Japaner wurden am Dienstag die Absperrungen in Tientsin sowie die praktische Durchführung der Kontrolle 18 ausländischen Pressevertretern vorgeführt. Es fiel auf, daß der Reuter=Vertreter nicht anwesend war. England vor Moskau? Instruktionen an den Botschafter in Moskau: Sämtliche sowjetrussischen Forderungen sind anzunehmen— Garantie der baltischen Staaten auch gegen deren Willen Geheimprotokoll? London, 27. Juni. Spät in der Nacht noch ist der britische Botschafter in Moskau beauftragt worden, sofort um eine Unterzedung mit Molotow nachzusuchen. Diese Instruktion ist das Ergebnis der Beratungen, die der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts Montagabend in dem Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten Chamberlain im Unterhaus hielt. Ueber den Inhalt der neuen Instruktion bringt die Londoner Presse eine Fülle von ziemlich gleichlautenden Informationen, die allerdings sichtbar den Charakter von Vermutungen tragen. Auch das Parlament wird von Ministerpräsident Chamberlain nur oberflächlich über den Stand der Verhandlungen informiert. Die britische Regierung und die Oeffentlichkeit sind## eindeutig gerade auf den Russenpakt als das Hauptinstrument der Einkreisungspolitik festgelegt, daß man jetzt trotz aller Enttäuschungen, Zweifel und Sorgen ohne schwerste Erschütterungen den angestrebton Russenpakt nicht mehr ausgeben kann und vor keinem Opfer zurückschreckt, um dieses Abkommen unter Dach und Fach zu bringen. Die Londoner Presse berichtet, daß der britische Botschafter in Moskau gestern vom Außenpolitischen Ausschuß des Kabinetts den Auftrag erhalten hat, sämtliche sowjetrussischen Forderungen anzunehmen und die Verhaublungen so schnell wie möglich zum Abschluß zu bringen. Die Londoner Regierung erklärt sich bereit— so schildern es die Blätter—, eine Zwangsgarantie der drei baltischen Staaten mit Sowjetrußland einzugehen, gleichgültig nun, ob diese Staaten dem zustimmen oder nicht. Um diesen peinlichen Schönheitsfehler des Vertrages vergessen zu machen, soll die Garantie der drei baltischen Staaten in einem nicht zu veröffentlichenden Geheimprotokoll festgelegt werden. Auch die übrigen sowjetrussischen Forderungen hinsichtlich der Automatik der vertraglichen Verpflichtungen und den Generalstabsbesprechungen sind, wie verlautet, vom Außenpolitischen Ausschuß des Kabinetts vorbehaltlosangenommen worden. Man will den Russen jetzt jede Möglichkeit einer neuen Absage nehmen. Alle Wünsche Moskaus werden dienstbeflissen von London er##1lt. Was Ammer der Moskauer Regierung an neuen Forderungen und neuen Wünschen einfällt: Loudon ist bereit, alles zu erfüllen, und alle Hoffnungen sind jetzt in London darauf gerichtet, daß die Moskauer Regierung sich nun endlich bereit finden wird, den Dreimächtevakt abzuschließen. London hat Hemmungen Moskan, 27. Juni. Wie von unterrichteter Seite verlautet, rechnet man Dienstag noch nicht mit einer neuen Unterredung zwischen Molotow und den britisch=französischen Unterhändlern. Die„neuen" Londoner Instruktioneu, auf Grund deren der englische Bevollmächtigte Strang eine Wiederaufnahme der Besprechungen mit dem Kreml beantragen soll, hätten— wie man hört— der englischen Botschaft in Moskau Dienstag vormittag noch nicht vorgelegen. Die„neuen“ Anweisungen würden jedoch in Kürze nach Moskau abgesandt werden. Man scheint sich in London über die Abfassung dieser neuen Instruktionen noch immer den Kopf zu zerbrechen. Nachdem Molotow bereits einmal die für England so außerordentlich peinliche Feststellung machen mußte, daß die sogenannten„neuen“ Vorschläge eine schon längst abgelehnte verschämte Wiederholung gefunden hatten, ist die große Schwieeigkeit Leser Arbeit vollauf verständlich Stanley beschwichtigt London, 27. Juni. Handelsminister Stanley wurde im Unterhaus darauf hingewiesen, daß der Plan der Regierung, von den Vereinigten Staaten für 10 Mill. Pfund Baumwolle im Austausch gegen eine entsprechende Menge britischen Gummis und Zinns zu erwerben, bei den Organisationen des britischen Baumwollhandels auf starke Mißbilligung und Opposition gestoßen sei. Stanley„begnügte“ sich jedoch, um die nicht betont kriegswirtschaftliche Seite dieses Planes zugeben zu müssen, mit der nichtssagenden Antwort, daß die Regierung bei den Verhandlungen über das Abkommen mit USA. alles mögliche getan habe, um dem Standpunkt des Baumwollhandels gerecht zu werden und die der Baumwollindustrie aus dem Abkommen erwachsenden Nachteile so niedrig wie möglich zu halten. Stanley wurde weiter mit Fragen bestürmt, die darauf hinausliefen, Maßnahmen gegen die Einfuhr von japanischen Waren nach England zu ergreifen. Stanley erklärte,„er habe keine Vollmacht, britische Händler zum Verkauf oder die Oeffentlichkeit zum Verbrauch bestimmter Waren zu zwingen“. Thrten Prelestiel. Jegen den Candschur=Schächer Roten der Regierung und des Parlamentspräsidenten an Frankreich Beirut, 27. Juni. Die syrische Regierung sowie der Präsident des syrischen Parlaments sandten Noten an den Quai d’Orsay und an die Genfer Liga, in denen gegen die Verschacherung des Sandschaks Aletandrette an die Türkei schärfstens protestiert wird. von Englands Gnaden Englisch=französische Schiebungen im Nahen Osten Damaskus, 27. Juni. Die hiesige Oeffentlichkeit und man kann wohl sagen die öffentliche Meinung im Nahen Osten überhaupt beschäftigt sich teils in ärgerlicher, teils in nervöser Stimmung mit dem angekündigten Besuche des Emirs von Transjordanien Abdullah in Damaskus. Der Besuch dürfte im Laufe der nächsten Wochen erfolgen, vorläufig sind darüber eifrige Verhandlungen zwischen den französischen und libanesischen Behörden im Gange. Die Presse nimmt sich dieser Angelegenheit besonders an und spricht von einer zwischen England und Frankreich erzielten Einigung in bezug auf eine Vereinigung Syriens mit Transjordanien. In diesem Zusammenhange wird von den Blättern auf einen heftigen Widerstand des Königs Ihn Saud hingewiesen, der grundsätzlich schon keine Machterweiterung eines Haschimiden=Fürsten und besonders nicht des Emirs Abdullah dulden wolle. Die verfahrene innere Lage Syriens dränge, so heißt es weiter, auf eine von außen kommende Lösung, die so, wie die Dinge liegen, auf Kosten der syrischen Freiheit und des französischen Einflusses zugunsten Englands und der Türkei erfolgen werde. Es sei ganz gleichgültig, ob in Damaskus Abdullah oder irgend ein anderer Fürst auf den Thron kommen werde, immer würde er ein Fürst von Englands Gnaden sein, der Syrien mit der Zeit aus der Hand Frankreichs in die Englands hinüberspielen, niemals aber dem Lande Unabhängigkeit schenken werde. England scheut die Zwei deutsche Journalisten aus Jerusalem ausgewiesen— Ihre Berichte entsprechen den Tatsachen Berlin, 27. Juni. Die Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros in Jerusalem, Dr. Reichert und Vollhardt sind von den englischen Behörden aus dem Mandatsgebiet Palästina ausgewiesen worden. Gründe für diese Maßnahme wurden nicht mitgeteilt. Beibe DNBVertreter haben das Land inzwischen verlassen, ohne von der ihnen zugestandenen Verlängerung der Ausweisungsfrist Gebrauch zu machen. Vom Deutschen Nachrichtenbüro wird hierzu festgestellt, daß sowohl Dr. Reichert als auch Vollhardt den Weisungen der Berliner Zentrale des DRB gemäß sich bei ihrer Berichterstattung jeglicher Uebertreibungen oder tendenziöser Entstellungen der Vorgänge in Palästina enthalten haben. Alle ihre Meldungen und Berichte entsprechen den Tatsachen und der Wahrheit. Es kann also englischerseits nicht der Vorwurf erhoben werden, daß die DRB=Vertreter in irgendeiner Weise ihre journalistische Pflicht einer gewissenhaften und ehrlichen Berichterstattung verletzt hätten. Der Grund der Ausweisung kann daber lediglich der sein, daß man sich englischerseits zweier unbequemer Zeugen des englischen Vorgehens in#smastina entledigen wollte. Polnische Rundfunklüge „Spanische Falangisten bedrohen Portugal“ Burgos, 27. Juni. In der spanischen Oeffentlichkeit und insbesondere in spanischen volitischen Kreisen herrscht stärkste Empörung über eine vom Warschauer Sender verbreitete und in die englische Presse übernommene durchtriebene Lügenmeldung, wonach in Falangistenkreisen die Absicht bestehe,„Portugal zu überfallen und Spanien, notfalls mit Waffengewalt, anzugliedern". In spanischen politischen Kreisen wird hierzu mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß diese hirnverbrannte Lügenmeldung, die im Zuge der durchsichtigen und niederträchtigen Hetze der Erbfeinde Spaniens und des europäischen Friedens aufgebracht wurde, durch nichts besser zurückgewiesen werden kann als durch die Tatsache der beispielhaften Herzlichkeit der Beziehungen zwischen den spanischen und portugiesischen Schwesternationen, die über alle Angriffe erhaben ist. Die Sübneste Prog, 27. Juni. Am 10. Juni nachts haben zwei schwer angetrunkene Polizeibeamte in Nachod nach anderen groben Ausschreitungen einen Polizeibeamten des Protektorates erschossen. Sie wurden deshalb am 27. Juni von der Strafkammer des deutschen Landgerichts in Prag zu je 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Belgien locht Hetzjuden ein Jüdischer Schwarzsender gegen Deutschland Antwerpen, 27. Juni. Wie seinerzeit berichtet, wurde vor einigen Wochen in Antwerpen ein jüdischer Geheimsender beschlagnahmt, der hetzerische Propaganda gegen Deutschland betrieb. Der Inhaber des Senders, ein Jude aus Holland, der einem Emigrantenausschuß angebört, ist jetzt vom Gericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Seiner Behauptung, er habe den Sender„ausprobieren“ wollen, da er ihn nach dem Kongo verkaufen wollte, wurde vom Gericht kein Glauben schenkt. Gericht Argentiniens bestätigt die völlige Haltlosigkeit der Hetze gegen Landesgruppenleiter Müller Buenos Aires, 27. Juni. Das Verfahren gegen den Landesgruppenleiter der AO Argen tinien, Müller, der bekanntlich auf Grund eines gefälschten Dokuments über angebliche deutsche Umtriebe in Patagonien verhaftet un vor Gericht gestellt worden war, ist nunmehr durch Urteil der Bundeskammer, des höchsten Gerichts Argentiniens, endgültig niedergeschlagen worden. Der Spruch des Appellationsgerichtes stellt einleitend ausdrücklich fest, daß der Name und die Ehre Müllers durch das Verfahren in keiner Weise beeinträchtigt wordie Linkspresse zu einer wochenlangen Hetzkampagne gegen das neue Deutschland ausgeschlachtet haben. Das Gericht hat vor allem die kriminelle Vergangenheit von Jürges beleuchtet Das gesamte Handeln dieses politischen Flüchtlings ziele nach eigenem Eingeständnis nur darauf ab, das Regime des neuen Deutschlandt zu schädigen. Seine Unglaubwürdigkeit werde durch die ständig widersprechenden Aussagen über den Ursprung des angeblichen Belastungsdokumentes noch verstärkt. Auch die Photokopie die eine angeblich staatsfeindliche Tätigkeit gegen Argentinien beweisen sollte, sei nicht im geringsten stichhaltig, umsomehr, als auch die Presse von Buenos Aires bereits früher das Opfer raffinierter Fälschungen von Jürges geworden sei. Aus all diesen Gründen habe sich die Bundeskammer veranlaßt gesehen, nicht nur die völlige Rehabilitierung Müllers auszusprechen, sondern gleichzeitig ein Verfahren gegen Jürges anzuordnen. Der Graz, 27. Juni. Die Fortsetzung der Verhandlung gegen Dr. Strafella brachte wieder eine weitschweifige Stellungnahme des Angeklagten zu den Manipulationen, die er bei dem Bankhaus Grün mit seinem Konto und dem der Grazer Straßenbahngesellschaft durchführte. Konkreten Stellungnahmen weicht Strafella stets mit Abschweifungen auf anden Gebiete aus. Das gleiche Manöver wiederholt er, als ihm vorgehalten wird, er habe Aktien der Grazer Straßenbahngesellschaft als Dekkungen für die persönlichen Kredite bei der Eskomptebank und der Creditanstalt hinterlegt. Dann richtet sich die Verhandlung vor allem auf die Spende von 40000 Schilling, die Strafella der Kasse der Grazer Straßenbahngesellschaft entnahm und Dollfuß für Versicherungsmaßnahmen gegenüber den sozialdemokratischen Parteihäuptern nach dem Februar=Putsch 1934 aushändigte. Mit dieser Spende hängt auch der Verkauf von Aktien an die Grazer Straßenbahngesellschaft zu höheren Kursen, als sie von Dr. Strafella gekauft worden waren, zusammen. Auf diese Weise— die Vermittlung hatte das jüdische Bankhaus Grün inne— gedachte Strafella die 40000 Schilling wieder einzubringen. Oreper Summbrach in=Veigten Abert=Kanal kurz vor der Eröffnung kilometerlung geversten Brüssel, 2. Juni. Oberhalb der Stadt Hasselt brachen am Montagabend die Uferdämme des Albert=Kanals. Die Bruchstellen erreichen eine Breite von 25 bis zu einigen tausend Meter. Bis zur Schleuse von Hasselt, auf einer Länge von drei Kilometer, bildeten sich auf beiden Uferseiten tiefe Risse. Vor der Schleuse von Hasselt brach der Uferdamm auf einer Länge von 500 Meter zusammen. Die Erd= und Wassermassen rissen die elektrischen Leitungsmasten, die Schiffspfosten für die Schiffahrt und das soeben fertiggestellte Haus des Schleusenwärters mit sich fort. Ein Strom lehmigen Wassers ergoß sich in Richtung Hasselt, brachte die Demer zum Ueberlaufen und bedroht jetzt bereits die Häuser. Die Bevölkerung und die Gendarmerie bemühen sich, das Vieh zu retten. Der große Dammbruch hat einen bisher noch unübersehbaren Millionenschaden angerichtet. Das Wasser hat durch mehrere Bruchstellen eine Bresche von einem Kilometer Länge in den Uferdamm gerissen. Alle umliegenden Felder und teilweise auch die Häuser stehen unter Wasser. Noch in der Nacht zum Dienstag wurden Polizei und Militär für die ersten Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt. Infolge der Katastrophe von Hasselt wird voraussichtlich die feierliche Einweihung des Albert=Kanals, die am 30. Juli durch König Leopold vorgenommen werden sollte, verzögert werden. Die Arbeiten am Albert=Kanal, der Lüttich mit Antwerpen verbindet, haben 10 Jahre in Anspruch genommen. Schon am 1. Juli sollten die ersten 2000Tonnen=Schiffe den Kanal passieren. In Hasselt hat sich bereits im vergangenen Jahr bei dem Kanalbau ein Unfall ereignet, als eine der großen Betonbrücken über dem Kanal plötzlich zusammenstürzte, kurz nachdem eine vollbesetzte Straßenbahn darüber gefahvon war. Erbittert über die britischen Mißhandlungen von Mohammedanern in Palästina, Aegypten, Indien und Zentralasien, beschlossen die chinenschen Mohammedaner, am 28. Juni in Peking eine antibritische Massenversammlung abgzibolten. Einer Meldung aus Canberra(Australien) „ ooh der anstralische, Ministe: ir Hander und Zollwesen am Dienstag bemat, daß an Stelle des Ende d. M. ablaufenden australisch=sapanischen Handelsabkommens kein neues Abkommen abgeschlossen werde. Am Dienstag früh traf das Erste Geschwader der italienischen Kriegsmarine unter Admiral Graf Riccardi im Hafen von Lissahon ein. Die gesamte Italienische und ein großer Teil der Deutschen Kolonie hatten sich zur Begrüßung eingefunden. Die Lage im Fernen Osten hat nach Ansicht des Direktors des Giornale d'Italia keine Aenderung erfahren. Japans Haltung beweise immer deutlicher, daß sein Konflikt mit Großbritannien, hinter dem vorsichtig und besorgt die Vereinigten Staaten und Frankreisch# den, das Gesamtproblem Chinas und die allgemeinen Richtlinien der britischen Wolitik im Fernen Osten betreise. Mittwoch, den 28. Juni 1939 Lhus Zum Geleit: Die Wahl ist schwerer, als das Uebel selbst, die zwischen zweien Übeln schwankend bebt. Goethe. Gedenktage: 1919 Unterzeichnung des Diktats von Versailles. Wetter: Wärmer und trocken. Das Hochdruckgebiet, das sich vom Montag zum Dienstag über Frankreich aufbauen konnte, wird langsam nach Osten abwandern und dabei in den kommenden Tagen über Westdeutschland trockenes und warmes Wetter verursachen. Die Störungstätigkeit über dem atlantischen Ozean, die zur Zeit in England verbreitet Niederschläge bedingt, wird nicht auf den Kontigent übergreifen. Vorhersage für Mittwoch und Donnerstag: Mäßige südliche Winde, heiter, trocken und warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wieder Uebergang zu unbeständigem Wetter. „Schwerter Zeitung“ und Nr. 148(Zweites Blatt) 68 + 17. Ein großes Sportfest der Betriebe Am 16. Juli in Menden- KöF.=Sportamt als Veranstalter Am Sonntag, dem 16. Juli, findet in der Kampfbahn der Firma R. u. G. Schmöle in Menden ein Sportfest der Betriebe statt. Es ist erstmalig im Gau, daß ein Sportamt der RSS. „Kraft durch Freude“ ein solches Sportfest der Betriebe durchführt. Die Veranstaltung selbst ist also für den ganzen Gau als vorbildlich zu bezeichnen. 35 Mannschaften haben sich bis jetzt für die Wettkämpfe gemeldet, so daß mit weit über 400 Teilnehmern zu rechnen ist. Der Wettbewerb ist aus dem zweiten Teil des Betriebssportappells entnommen. Es wird gefordert, daß die Betriebe entsprechend ihrer Größe mit einer bestimmten Anzahl von Mannschaften zu je acht Mann einen Mannschaftsvierkampf durchführen, der sich zusammensetzt aus: 1. Medizinballstoßen und=werfen als Staffel, 2. 8 mal 75 Meter Pendelstaffel, 3. Keulenzielwerfen, 4. 1000=MeterMannschaftslauf. Die Wettkämpfe werden in kurzer Folge in den wenigen Vormittagsstunden erledigt, so daß den Arbeitskameraden nicht der freie Sonntag verloren geht. Es kann schon heute gesagt werden, daß die Veranstaltung in ihrer Art allgemein großen Anklang bei den Betriebsgemeinschaften finden wird. Sie ist jedenfalls so recht angetan, um den Gedanken der sportlichen Breitenarbeit zu vertiefen; denn nur aus der Breitenarbeit allein können sich Spitzenleistungen ent wickeln, die ohne große Sportgemeinschaft nicht möglich wären. Es ist zu wünschen, daß die einzelnen Betriebe diesem Sportfest das genügende Interesse entgegenbringn, indem sie ihre Betriebssportgemeinschaft melden oder eine eigene Betriebssportgemeinschaft gründen. Lehrgemeinschaft für Servieren der DaF. Um dem Mangel an Bedienungspersonal im Gaststättengewerbe abzuhelsen und bisherige Aushilfskräfte weiter auszubilden, beabsichtigt die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Hellweg, die Durchführung einer Lehrgemeinschaft für für Servieren. Unter der Leitung eines erfahrenen Praktikers soll eine umfassende prattische und theoretische Schulung der interessierten Volksgenossen erfolgen. Die Lehrgemeinschaft läuft bei wöchentlich drei Uebungsstunden drei Monate. Tageschronik Der Wirte=Verein unternimmt am heutigen Mittwoch seine traditionsgemäße Fahrt ins Blaue. Die Abfahrt erfolgte in der Frühe vom Reichshof. : Kaufmannsgehilfenprüfung im Herbst 1939. Wie bereits vor einigen Wochen mitgeteilt wurde, finden die nächsten Lehrabschlußprüfungen im Bereiche der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund für Lehrlinge, die bis Ostern 1940 ihre Lehre beenden, im September ds. Is. statt. Die Anmeldungen zu diesen Prüfungen müssen spätestens bis zum 10. Juli 1939, mittags 12 Uhr, bei der Kammer vorliegen. Später eingehende Anmeldungen können keine Berücksichtigung mehr finden. Wir weisen erneut darauf hin, daß die Anmeldungen auf vorgeschriebenen Vordrucken, die bei der Industrieund Handelskammer, Dortmund, Märkischestraße 120, erhältlich find, zu erfolgen haben. Sonntagsfahrkarten nach Düsseldorf. Zur Teilnahme an der Wiedersehensfeier der Angehörigen des ehemaligen Infantrieregiments Nr. 60 in der Zeit vom 8. bis 10. Juli in Düsseldorf wird die Reichsbahn von allen Bahnhöfen im Umkreis von 100 Kilometer um Düsseldorf Sonntagsrückfahrkarten nach Düsseldorf mit folgender Geltungsdauer ausgeben lassen: Hinfahrt vom 8. Juli 0 Uhr bis 9. Juli 24 Uhr (Ende der Hinfahrt); Rückfahrt bis 10. Juli 24 Uhr(Ende der Rückfahrt). Vor der Ausgabe der Sonntagsfahrkarten müssen die Teilnehmerkarten oder Einladungsschreiben am Fahrkartenschalter vorgezeigt werden. : Neue Freimarkenheftchen. Die Deutsche Reichspost gibt in nächster Zeit neue Freimarkenheftchen zu 2.— RM. in dem bekannten roten Umschlag heraus. Die Heftchen enthalten 4 Freimarken zu 1 Pfg., 6 Freimarken zu 3 Pfg., 3 Freimarken zu 4 Pfg., 2 Freimarten zu 5 Pfg., 12 Freimarken zu 6 Pfg., 3 Freimarken zu 8 Pfg. und 5 Freimarken zu 12 Pfg. sandstelle für Sammlermarken in Berlin W 30 gibt folgende zur Herstellung dieser Auflage gedruckten Markenheftchenbogen zu den üblichen Bedingungen ab: ein Bogen mit 70 Marken zu 6 Pfg. für 4,20 RM., ein Bogen mit 30 Marken zu 4 und 40 Marken zu 1 Pfg. für 1,60 RM., ein Bogen mit 60 Marken zu 3 und 10 Marken zu 12 Pfg. für 3.— MR., ein Bogen mit 50 Marken zu 6 und 20 Marken zu 5 Pfg., für 4.— RM. und ein Bogen mit 40 Marken zu 12 und 30 Marken zu 8 Pfg. für 7,20 RM. In einem Feld in der Größe einer Freimarke steht auf jedem Bogen einer der nachstehenden Werbeaufdrucke: Glückwünsche durch Schmuckblatttelegramme! Verwendet WHW.=Postwertzeichen! Tretet in die NSV. ein! Spare bei der Postsparkasse! Werde Postscheckteilnehmer! * Handwerker, Achtung! Wie verlautet, ist eine Verlängerung des für die Versicherungsfreiheit oder die Halbversicherung festgesetzten Termins über den 1. Juli 1939 hinaus nicht zu erwarten. Deshalb empfiehlt der Reichsstand des Deutschen Handwerks dringend, daß alle Handwerker so schnell wie möglich— mindestens aber noch vor Ablauf des Monats Juni— bei einer Versicherungsgesellschaft Antrag auf Abschluß eines entsprechenden Lebensversicherungsvertrages stellen. Dies gilt natürlich nicht fü solche Handwerker, die sich für die Angestelltenversicherung entschieden haben oder noch entscheiden wollen. Tuiel mit: ummeeumenmh Die Deutsche Arbeitsfront, RS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Westfalen=Süd, veranstaltet im Monat Juli folgende UrlaubsfahrFF. 52/39: Deutsche Weinstraße— Hambach, Neustadt, Haardt, vom 11. bis 19. Juli 32.— RM. Jeder hat die Möglichkeit zu studieren In 1½jähriger kostenloser Ausbildung wird die Berechtigung zum Studium an der Hochschule erworben. Es kommt nicht darauf an, was einer werden will. Zukünftige Diplom=Ingenieure, Erzieher, Aerzte, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und andere Berufe stehen bereits in der Ausbildung. Am 1. November 1939 beginnen weitere Kurse. Letzter Termin für die Meldung ist der 30. Juni 1939. Auskunft und Anmeldung werden erbeten bei: Lehrgang Hannover des Langemarckstudiums der Reichsstudetenführung, Hannover, Wilhelm=Busch=Straße 3. Jeder Einheits= und Betriebsführer kann geeignete Männer im Alter von 18—24 Jahren vorschlagen. Junge Kameraden in diesem Alter, die den Bedingungen zu entsprechen glauben, können sich auch unmittelbar selbst bewerben. Für die Aufnahme sind ausschlaggebend: politischer Einsatz, charakterliche Haltung, geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und einwandfreie Gesundheit. Der erfolgreichen Ausbildung im Langemarckstudium folgt das kostenlose Studium an der Hochschule. Damit wird die große nationalsozialistische Zielsetzung der Reichsstudentenführung verwirklicht: Jeder junge Deutsche soll die Ausbildung erhalten, die seinen Anlagen und Fähigkeiten entspricht. Teuonelen Sitneco#se Reichskrone. Ins blaue Leben. Eine Plattitüde: der Film ist die Traumfabrik— und doch, wer diesen Astra=Film der Usa an sich heranläßt, der spürt die Wahrheit des Wortes deutlich. Märchen=Patina ist über Geschehen und Photographie gedeckt. Tänzerische Heiterkeit und Uebermut der Bewegung wie der Lichtführung lassen den Film rund um die kapriziöse Lilian zu einem Scherzo seinster Art werden. Was liegt am Gang der phantastisch=samulierenden Handlung— Lilian, die vom Glück heimgesuchte Garderobiere, bekommt ihren Fürsten auf der empfindsamen Italienreise, die zuletzt sich in einer Reihe von Märchenszenen auflöst, deren Zauber nur dem Verkaltten verschlossen bleiben kann. Ein lockeres Spiel mit altsilbernen Tönen und feinster tänzerischer Zucht, in dem Vittoria de Sica eine edle mimische Harmonie mit dem gymnastischen Charme der Harvey findet. Hilde v. Stolz u. Otto Treßler fügen sich schmiegsam an. Dr. H. A. Ebing. Schulungsvertrag nn Garkendauderein "** Westhofen. In der letzten Versammlung des hiesigen Gartenbauvereins hielt der Schulungsleiter Lehrer Schulte, Westhofen(Buchholz), einen Vortrag über den„Kirschbaum und seine Pflege". Da der Vortrag für alle Garten= und Obsthofbesitzer von Interesse ist, geben wir nachstehend einige Auszüge daraus wieder: Bisher hat man sich weniger um die Kirsche gekümmert, und doch sollte man dem Anbau und der Pflege der Kirsche mehr Förderung gewähren. Kirschen stellen keinen großen Anspruch an den Boden, sind aber sehr kaltbegehrlich, da sonst leicht Harzfluß eintritt. Besonders auf steinigem, schotter= oder schieferhaltigem Boden gedeihen Kirschen sehr gut. Es gibt zwei Arten, Süß= und Sauerkirschen bezw. Schattenmorellen. Die Süßkirsche gedeiht nur als Halb= und Hochstamm. Sie wird auf der widerstandsfähigen Vogelkirsche veredelt. Die Sauerkirsche bringt auch als Zwergform gute Erträge. Die Süßkirsche ist durchweg selbst unfruchtbar, die Sauerkirsche dagegen mit wenigen Ausnahmen(Königin Hortense) selbstfruchtbar. Letztere sind für den praktischen Obstbau wertvoll, weil sich bei ihnen jede Sorge um Fremdbefruchtung erübrigt. Süße Kirschen dürfen daher niemals im Block mit einer einzigen Sorte gepflanzt werden. Da die Kirsche sehr gute Erträge liefert, ist bei der Auswahl darauf zu achten, daß mit den geernteten Kirschen der Markt rechtzeitig beschickt werden kann, daß bei Sußkirschen aber auch die Befruchtung gesichert ist. Wenn auch die Kirsche an den Boden keine besonderen Ansprüche stellt, so verlangt sie doch einen sonnigen, nicht zu windigen Standort, um guten Beflug durch die Bienen zu haben und ihre Ertragfähigkeit untet Beweis stellen zu können. Empfehlenswerte Sorten sind: Sönissens gelbe Knorpelkirsche, als Einmachkirsche sehr geschätzt; Pollenspender: Büttners rote Knorpelkirsche, mittelfrüh; die„späte Braune" Reifezeit Ende Juli; Pollenspender: große Prinzessin und Geisepitter. Förderung der Kleintierzucht Neben den bisherigen Beihilfen zum Stallbau für Kaninchen und Geflügel können nun auch für kombinierte Kleintierställe Beihilfen beantragt werden. Die Ställe sollen zur Unterbringung von Kaninchen, Ziegen und Geflügel dienen. Die Höhe der Beihilse richtet sich nach der Grundfläche des Stalles wie bei Geflügel= und Kaninchenställen. Antragsformulare sind bei der Landesbauernschaft Westfalen anzufordern und jeweils über den zuständigen Ortsverein an die Landesbauernschaft Westsalen in Münster einzureichen. Beihilfen werden gewährt für Neu=, Um= und Einbauten. UF. 63/39: Sauerland— Brilon, Marsberg v. 24. Juli bis 1. Aug. 27,50 RM. UF. 65/39: Sächsische Schweiz— Königstein, Bad Schandau vom 24. Juli bis 5. August..... 49.— RM. UF. 68/39: Niederrhein— Kleve, Bedburg, Kranenburg vom 26. Juli bis 5. August...... 32.50 RM. UF. 69/39: Odenwald— Kailbach, Erbach vom 26. Juli bis 5. August 37.— RM. UF. 71/39: Teutoburger Wald— Bad Lippspringe, Detmold, vom 28. Juli bis 8. August..... 35,50 RM. UF. 73/39: Hunsrück— Simmern, Gmünden, Buchholz, vom 31. Juli bis 8. August 30.— RM. Im August in den Harz. Die Deutsche Arbeitsfront, NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Gau WestfalenSüd, weist darauf hin, daß für die UF. 81/39 vom 3. bis 15. August noch Anmeldungen bei der KdF.=Dienststelle entgegenommen werden. Die Fahrt kostet 40.— RM. Aus der Bewegung Ortsgruppe Schwerte=Ost. Dienstappell aller politischen Leiter am Mittwoch, um 20.30 Uhr, beim Pg. Feldmann, Werkskasino. Durchgehende Abfertigung von Personen und Reisegepäck zwischen der Reichsbahn und anschließenden Kraftpostlinien. Zu Beginn der Hauptreisezeit mag noch auf eine Einrichtung hingewiesen werden, die eine mitunter recht angenehm empfundene Erleichterung der Urlaubsfahrt darstellt und vielsach noch unbekannt ist. Manche Orte in Deutschland, darunter auch mehrere Kur= und Erholungsstätten, liegen abseits vom Schienenwege und sind mit diesem durch eine Kraftpostlinie verbunden. Hier besteht nun in zahlreichen Fällen die Möglichkeit, beim Lösen der Fahrkarte für die Reichsbahnstrecke gleichzeitig auch schon die Fahrkarte für die anschließende Kraftpoststrecke zu erhalten und auch das Reisegepäck. das dann allerdings 50 Kilogramm nicht überschreiten darf, bis zur Kraftposthaltestelle durchgehend abfertigen zu lassen. Ebenso sind umgekehrt bestimmte Reichsbahnfahrkarten bei der Kraftpost zu haben, die auch das Gepäck bis zum Zielbahnhof abfertigt. Die mit der Eisenbahn angekommenen Uebergangsreisenden haben den Vorzug vor neu hinzutretenden, was bei starkem Andrang mitunter von Vorteil sein kann. Nähere Auskünfte über die an der durchgehenden Abfertigung beteiligten Bahnhöfe und Kraftposthaltestellen geben die Fahrkartenausgaben. Im Bezirk der Reichsbahndirektion Wuppertal sind folgende Bahnhöfe bezw. Fahrkartenausgaben angeschlossen: Altena(Westf.), Düsseldorf=Hbf., Gummersbach, Hagen=Hbf., Iserlohn, Lennep, Lüdenscheid, Menden(Kreis Iserlohn), Opladen, Remscheid=Hbf., Schwelm, Schwerte(Ruhr), Siegen, Solingen=Hbf., Solingen=Ohligs, Steinbeck, Unna, Wermelskirchen, Wetter(Ruhr), Wuppertal=Barmen, Wuppertal=Elberfeld, Wuppertal=Oberbarmen, Wuppertal=Vohwinkel. Dr. Ley in Erwitte. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf am Montagvormittag, kurz nach 11,30 Uhr, auf der Reichsschulungsburg Erwitte ein. Er wurde von führenden Männern der deutschen Rechtsfront und von Politischen Leitern begrüßt. In Erwitte findet vom 26. Juni bis 2. Juli ein rechtspolitisches Gemeinschaftslager für alle führenden Arbeitsrechtler des Reiches statt. Dr. Ley sprach sofort nach seiner Ankunft zu den Teilnehmern. Stellv. Gauleiter Vetter sprach. Der Stellv. Gauleiter Vetter sprach am Sonnabend auf einer Kundgebung des BDA. in Bochum. In seiner Ansprache gab er besonders der Versicherung Ausdruck, daß die Partei sich um das Wohl und Wehe der Auslandsdeutschen kümmert und daß die Volksdeutschen jenseits der Grenzen unseres Vaterlandes nie vergessen würden. Condor=Legionäre als Gäste der Kreisleitung. In Wanne=Eickel fanden sich auf der Kreisleitung der RSDAP. 10 heimische Condor=Legionäre ein, die vom Kreisgeschäftsführer Bommert herzlichst begrüßt wurden. Am Abend nahmen die Gäste an der Aufführung des Filmes„Im Kampf gegen den Weltfeind“, der den Einsatz der Legion zeigt, teil. Alter Parteigenosse wurde geehrt. In Aplerbeck überreichte Kreisleiter Hesseldieck dem Parteigenossen Sibille in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters, des Bannführers der HJ. und mehrerer Politischer Leiter im Auftrag der Reichsleitung das Goldene Parteiabzeichen. Bannsport= und Untergausportfest verlegt. Das Bannsport= und Untergausportfest des Standortes Groß=Bochum mußte am vergangenen Sonntag wegen der ungünstigen Witterung ausfallen. Inzwischen ist für die Durchführung des Festes ein neuer Termin bestimmt worden. Die Veranstaltung findet nunmehr am 9. Juli statt. Die Programme behalten ihre Gültigkeit. Die ersten Wohnungen der Dortmunder " Großsiedlung werden fertig. Vor vier Monaten weilte der Stellvertreter des Führers in Dortmund, um den ersten Spatenstich für die 4500 Wohnungen umfassende Siedlung zu tun. Die ersten Wohnungen gehen nunmehr ihrer Fertigstellung entgegen und werden voraussichtlich schon im Herbst bezogen werden können. Hermann Göring Ehrenpate zum 13. Kind. Der Familie Josef Stock in Ottfingen wurde das 13. Kind geboren. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring hat die Ehrenpatenschaft übernommen. Der Amtsbürgermeister überreichte den erfreuten Eltern die Ehrenurkunde nebst einem Geldgeschenk. Werkswohnungen für Jubilare. In Wetter ließ die Demag zwei Doppelwohnhäuser für Jubilare ihrer Werke errichten. Die Häuser sind inzwischen fertiggestellt worden. Die Bauten machen einen vorzüglichen Eindruck. W Sin IEE Aus der Umgebung In Witten fährt am 1. Juli eine Postkutsche. Zur Erinnerung an den 1. Juli 1839, an dem zum ersten Male zwischen den beiden Städten Witten und Castrop eine Personen=Post eingerichtet wurde, wird am 1. Juli 1939 die gleiche alte Postkutsche zwischen den beiden Städten verkehren. Die Postkutsche wird aus ihrem Museums=Dasein herausgeholt und geschmückt und selbstverständlich mit einem Postillon in der Tracht der damaligen Zeit besetzt. Für die Straßenanlieger wird es eine Ueberraschung darstellen, am 1. Juli fröhliche Posthorn=Klänge zu hören. Aus Anlaß des Jubiläums wird eine Fest=Postkarte herausgegeben. Ausstellung„Deutsche Druckkunst“ wurde eröffnet. In Hagen wurde mit einer Besichtigung durch den Stellvertretenden Gauleiter, Oberbürgermeister Vetter, die Ausstellung„Deutsche Druckkunst" eröffnet, die bis zum 10. Juli in den Ausstellungsräumen des 1. Geschosses Einkehr gehalten hat. Dieses Ausstellung ist von der Reichsorganisation der Wirtschaftsgruppe „Druck“ zusammengestellt und wird zum ersten Mal im Gau Westfalen=Süd gezeigt. Wer hat Bilder für ein Archiv? Der Aufruf der Kreisleitung Hellweg, die Zurverfügungstellung von Bildern aus der Kampfzeit der RSDAP. aus dem Wirtschaftsund Kommunalleben betreffend, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Zahlreiche Bilder gingen bisher ein, von denen einige gute Aufnahmen bereits mit Preisen bedacht wurden. Weitere Bilder sind zu senden an: Kreisleitung „Hellweg“, Unna. 40 neue Volkswohnungen für Attendorn. In Attendorn ist im außerordentlichen Haushaltsplan die Aufnahme eines Darlehns zur Finanzierung von 40 Volkswohnungen vorgesehen. Das Darlehn soll an die Gemeinnützige Baugenossenschaft für den Kreis Olpe weitergegeben werden Die erste„Städtische Jugendmusikschule“ Westsalens wurde gegründet. Die Stadt Olpe hat in Verbindung mit der Bannführung der HJ. unter der fachmännischen Leitung von Musikoberlehrer Brandhofe eine Einrichtung geschaffen, die weit über Stadt und Amt Olpe hinaus von Bedeutung ist. Die „Städtische Jugendmusikschule", um die es sich handelt, ist nunmehr eröffnet worden. Durch die Zusammenarbeit von Stadt und Amt Olpe als Trägerin dieser Einrichtung und der Bannführung der HJ. ist eine ideale Grundlage geschaffen worden, um die Jugend aller Bevölkerungskreise musikalisch auszubilden. Nicht der Geldbeutel, sondern die Begabung wird hier den Ausschlag geben. Bergknappen erholen sich im Sauerland. Die Dortmunder Hoesch=Werke(Schachtanlage„Kaiserstuhl 1 und 2“) haben einen : wöchentlichen Urlauber=Pendelverkehr nach dem schönen, idyllischen Hildfeld eingerichtet. Jede Woche kommen 35 Dortmunder Bergknappen, um sich, fern von Kohle und Schacht, im schönen Sauerland zu erholen. Jeweils am Montag st„Schichtwechsel", dann gehen die einen und kommen die anderen. Ein besonderes Programm sorgt dafür, daß bei den Urlaubern keine Langeweile entsteht. Derz uls wichliger Erünestef Ersolg der Forstwirtschaft im Berlin, 27. Juni. Auf der großdeutschen Reichstagung der Forstwirtschaft sprach Dienstag vormittag Staatssekretär Korner, der ständige Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan über das Thema„Die Stellung der Forstwirtschaft innerhalb der Gesamtwirt= schaft im Rahmen des Vierjahresplanes“. „Wie oft“, so führte Staatssekretär Körner u. a. aus,„haben wir in den letzten Jahren Neuland betreten müssen, ohne zu wissen, ob der Weg, den wir einschlugen, unbedingt zum Ziel führt. Wie oft mußten bei irgendeinem Produktionsprozeß zwischendurch Aenderungen vorgenommen werden. Was anfangs als gut beurteilt wurde, mußte zuweilen nach ernsten Erfahrungen wenige Monate später dem Besseren weichen. So ging es vorwärts, teilweise in stürmischem Tempo“. „An diesem Aufbau hat auch die deutsche Forstwirtschaft wesentlichen Anteil, Holz hat sich im Laufe der letzten Jahre wieder zu einem der wichtigsten Grundstoffe unseres Lebens entwickelt. Allerdings war bereits im März 1936 bei Beginn des Vierjahresplanes jedem Sachkenner klar, daß mit dem wertvollen Rohstoff Holz sehr vorsichtig gewirtschaftet werden muß. Denn beide Quellen der Bedarfsdeckung die heimische Erzeugung sowohl wie die Einfuhr waren begrenzt. Der weitaus größere Teil des gesamten Holzanfalles stammt dabei, wie bekannt, aus unseren deutschen Wäldern. Nur der Rest wurde durch Einfuhr gedeckt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Einfuhrüberschuß an Holz in den Jahren 1937 und 1938 niedriger war als im Jahre 1936. Der Mehrverbrauch an Holz, der seit 1936 festzustellen ist, geht also allein zu Lasten der heimischen Forstwirtschaft. Die Nutzholzerzeugung aus dem deutschen Wald ist von 34 Millionen Festmeter Derbholz mit Rinde im Jahre 1936 auf 45 Millionen Festmeter im Jahre 1938 gestiegen. Damit belief sich im Altreich der Anteil der eigenen Erzeugung an dem gesamten Nutzholzverbrauch im Jahre 1938 auf 84 v. H. gegenüber 77 v. H. im Jahre 1936. Rahmen des Vierjahresplanes Allerdings konnte dieses Ergebnis nur durch den Mehreinschlag erzielt werden. Die deutsche Forstwirtschaft hat demnach für die Durchführung des Vierjahresplanes Opfer an Reserven und sogar an Substanz gebracht, die auf die Dauer nicht durchzuhalten sind. Um auch in Zukunft die Versorgung der deutschen Bedarfstrager mit Holz sicherzustellen, muß mit höchster Energie an verschiedenen Punkten gleichzeitig eingegriffen werden: Auf der Seite der Erzeugung sowohl wie bei der Verteilung, der Verarbeitung und dem Verbrauch des Holzes. Der Befehl des Reichsforstmeisters, alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Leistungssteigerung einzusetzen, muß von allen Waldbesitzern ausgeführt werden. Das gilt selbstverständlich in erster Linie für denjenigen Waldbesitzer, der heute mit seiner Leistung weit unter dem Durchschnitt liegt. Während im Altreich der Staatswaldbesitz im Jahre durchschnittlich 4,50 Festmeter je Hektar, der Gemeindewaldbesitz 9,65 Festmeter je Hektar erzeugt, hat der freie Privatwaldbesitz lediglich 2,15 Festmeter je Hektar aufzuweisen. Diese Minderleistung darf in einer Zeit nicht geduldet werden, die von allen Produktionsgebieten Höchstleistungen erfordert. Neben den Maßnahmen der Produktionssteigerung wird besonderer Wert auf sparsame und zweckmäßige Holzverwertung gelegt werden mussen. Wege dazu gibt es in allen holzverarbeitenden Gewerbezweigen.“ In seinen weiteren Ausführungen behandelte Staatssekretär Körner,„noch Einsparungen erzu dieser sparsamen Verwendung des Holzes namentlich in der Bauwirtschaft und in der Papierwirtschaft.„Auf dem Gebiete des Papierverbrauches können“, so bemerkte Statssekretär Körner,„noch Einsparungen erzielt werden. Außerdem kann die Verwertung von Altpapier, mit der sich der Reichskommissar für die Altmaterialverwertung mit Erfolg beschäftigt, Entlastung bringen. Man rechnet, daß durch 33 Tonnen Altpapier ein Festmeter Holz erspart wird.“ Um die Entschandelung des Stadtbildes. Der Weg der Stadt Herne zur Entschandelung des Ortes ist nicht ohne Erfolg geblieben. 500 Enizelschreiben sind an Firmen und Hausbesitzer gerichtet worden mit Vorschlägen und Anregungen, die größte Beachtung gefunden haben. Der Schriftwechsel, die Ortsbesichtigungen und die Verhandlungen mit den Beteiligten verursachen naturgemäß viel Arbeit und Mühe. Man hat sich trotzdem entschlossen, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Generalfeldmarschall Hermann Göring als Ehrenpate. Ministerpräsident Generalfeldmarschall mann Göring übernahm die Patenschaft zu dem 10. Kind der Familie Hubert Hennrichs in Hillmicke. Den Eltern wurde zusammen mit der Ehrenurkunde ein Geldgeschenk überreicht. Großerfolg der Beratungsstellen„Mutter und Kind“. Im Gau Westfalen=Süd sind 300 Hilfs= und Beratungsstellen des Hilfswerkes„Mutter und Kind“, sowie 104 NSV.=Gemeindeschwesternstationen vorhanden, die für die Gesundung der deutschen Familie in Stadt und Land wertvolle Dienste leisten. In diesen Hilfs= und Beratungsstellen fanden bisher über 400000 Mütter und Kinder Rat und Hilfe. Ueber 500 neue Volkswohnungen. Die Dortmunder Gemeinnützige Bau=AG. „Hellweg“ hat ihr besonderes Interesse der Vorbereitung des geplanten Bauvorhabens an der Stockumer Straße gewidmet, das nunmehr im Rahmen der Groß=Siedlung Dortmund=Süd durchgeführt werden soll. Die vorgesehenen 557 Wohnungen werden unter Verwendung von Reichsdarlehen als Volkswohnungen erstellt. Vorläufige Eingruppierung der ländlichen Berufsschullehrer. Die ländlichen Berufsschullehrer, die nach den Bestimmungen für das Lehramt an ländlichen Berufsschulen ausgebildet sind und die Staatsprüfung bestanden haben, erhalten bis auf weiteres das Gehalt der Gewerbe= und Handelslehrer. Damit ist aber noch nicht eine endgültige Eingruppierung der ländlichen Berufsschullehrer erfolgt. Sie ist der kommenden Reichsbesoldungsordnung für Berufsschullehrer vorbehalten. Ausschluß aus der Reichsmusikkammer. Entziehung der Unterrichtserlaubnis. Nach einem Erlaß des Reichserziehungsministers wird Privatmusiklehrern, die aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen worden sind, auch der Unterrichtserlaubnisschein entzogen. Es hat sich als unhaltbar gezeigt, daß diese nach dem Ausschluß noch weiter Privatmusiklehrer= tätigkeit ausüben. Tägliche Unterrichtsdauer an Berufsschulen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß die Schüler der Berufsschulen an einem Tage nicht mehr als acht Stunden Pflichtunterricht haben dürfen. Eine Nachprüfung der Lehrpläne soll dem Rechnung tragen. Letzte politische Meldungen Luftschlacht über Normonhan Große Erfolge der Japaner gegen außenmongolische Luftangriffe Tokio, 27. Juni. An der mandschurisch=außenmongolischen Grenze— über dem Bezirk von Normonhan— kam es wieder einmal zu einem außerordentlich heftigen Luftkampf. in dessen Verlauf japanische Militärflieger eine große Anzahl außenmongolischer Flugzeuge abschossen. Den angegriffenen Japanern gelang es, die Außenmongolen zum Rückzug zu veranlassen. Im Verlauf der sofort untemnommenen Gegenstöße wurde die außenmongolische Flugbasis Betamaksumu, etwa 100 Kilometer südlich des Buinoor=Sees, bombardiert, wobei große Teile der auf dem Flugplatz befindlichen Militärflugzeuge zerstört wurden. Die Japaner hatten nur geringe Verluste zu beklagen. Araber erbarmungslos ermordet Inden jodoch werden mit Glacéhandschuhen angefaßt Beirnt, 27. Juni. Auf Besehl des britischen Kriegsministeriums hat der Oberstkommandierende in Palästina, General Haining, seinen Truppen angeordnet, bei den sogenannten„Durchsuchungen“ einen sichtbaren Unterschied zwischen Arabern und Inden zu machen. Die„Durchsuchungs"=Methoden der britischen Truppen in arabischen Dörfern in Palästina sind hinreichend bekannt. Eine endlose Kette bilden die Fälle der Häusersprengungen, der Sprengung ganzer Stadtviertel, der Vernichtung lebenswichter Dorfbrunnen(so daß Menschen und Vieh im heißen Sommer dem Verdursten preisgegeben sind), der Ermordung willkürlich herausgeholter, unabgeurteilter Araber, des Zusammentreibens der Dorfbewohnerschaft auf freiem Feld und ihr tagelanges Dortbelassen ohne Wasser und Brot, des Raubens von Gold und Schmucksachen durch die wildgewordene Soldateska und andere Schandtaten mehr. Zur Durchsuchung jüdischer Siedlungen und Stadtviertel hat man sich erst ganz neuerdings entschlossen, nachdem der radikale Teil der Judenschaft in Palästina zu den bekannten großen Terrorakten in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa übergegangen ist, die jedesmal 50 bis 100 Tote und Verwundete und mehr zur Strecke brachten. Jedoch dürfen nach dem jüngsten Befehl aus London diese Durchsuchungen nur„zart“, wie es wörtlich heißt, also mit Glacéhandschuhen, durchgeführt werden. Kein Jude darf hart angefaßt, keine Jüdin überhaupt berührt werden. Unter dem britischen Militär, besonders unter den Offizieren, herrscht helle Empörung über diesen Befehl. Man beschwert sich, in Palästina immer nur für die Juden eingesetzt zu werden und für sie die Haut zu Markte tragen zu müssen. Dem General Haining wirft man vor, um seinen Posten zu bangen, andernfalls hätte er gegen diese Maßnahme, die auf den englischen jüdischen Kriegsminister Hore Belisha zurückgeführt wird, protestieren müssen und sich ihr nicht unterwerfen dürfen. Gauleiter und Reichsstatthalter Konrad Henlein wird am Donnerstag seinen ersten offiziellen Besuch in der Hauptstadt des Protektorates abstatten und dabei in einer großen öffentlichen Kundgebung das Wort ergreifen. Am Dienstag um 19.25 Uhr verlas Ministerpräsident Daladier das sogenannte Schlußdekret in der Kammer, wodurch der Staatspcasident die ordentliche Session 1939 des Parlaments für geschlossen erklärt. Granzosischer Bichter erle Von Alphonse d 5. Fortsetzung. Ich glaube, daß sein Gesicht vier Wesenszüge enthüllt: durch die besondere Höhe der Schläfen einen hohen Idealismus; durch den Bau der harten, forschenden Nase eine bemerkenswerte Schärfe der Intuition; durch den Abstand der Nasenflügel von den Ohren eine Löwenkraft, und gerade dies entspricht zweifelsohne so ganz den Worten von Dr. Goebbels:„Er besitzt eine unbezähmbare Lebenskraft, Nerven aus Stahl, ist jeder großen Situation gewachsen und läßt sich durch keine Krise unterkriegen.“ Der vierte Wesenszug ist seine grenzenlose Güte. Jawohl, Hitler ist gütig! Seht ihn im Kreis von Kindern, seht ihn am Grabe derer, die er liebte; er ist unendlich gütig, und ich wiederhole dieses Wort„gütig“ in der festen Ueberzeugung, daß trotz dieser unerhörten Behauptung die köstlichen, unvergleichlichen französischen Trauben auf den Hängen von Beaugency auch weiterhin reifen werden. * Aus den Grabkammern der blutigen Granattrichter ist ein Mann erstanden... Ihr Götter, laßt einen Abend lang Frankreich und Deutschland ruhen, das eine auf dem Kissen seiner Weinberge, das andere auf dem großen Bett seiner Wälder, und laßt uns dem Manne lauschen, der sich schweigend aus diesem Totenfeld erhebt, sein Antlitz mit den. Händen verhüllend Ja, dies hat meinen Weg nach Deutschland beschleunigt, die Frage und das Problem Hitler... * Ich hatte das Gefühl, daß Adolf Hitler mehr sein mußte, als nur Politiker... Ich trug in mir das Bild eines Soldaten Hitler, eines Soldaten bt das neue Beutschland * Chäteaubriant des großen Krieges, der am Tage einer furchtbaren Schlacht allein in einem Todestrichter steht, den die mörderische Granate schlug, allein inmitten von Gefallenen und Sterbenden, die Füße im Blut, und die hohe Weite des Himmels über seinem Haupt. Dort sehe ich Hitler. Dort hat er begonnen. Und dort ist er der abgeklärte, willenhafte, hellsichtige und ergreifende Gedanke aller Männer jener Zeit, jenes Augenblicks. Es ist der Genius jener Stunde, die entscheidend war. Er ist der Sohn dieses Krieges, mehr vielleicht noch als nach menschlicher Auffassung der Sohn seiner Mutter. Sobald meine Gedanken den geheimnisvollen Ursprung seines Handelns ergründen wollen, sehe ich ihn dort in der Totenstille, umfangen von dem schrecklichen Traum. In diesen Tagen des grauenvollen Mordens haben allzu viele nur Gefühle des Mitleids oder nur jene verschwommene Weisheit im Herzen gehabt, die alter christlicher Ueberlieferung entstammt. Wohl manche auch haben tieferen Sinn begreifen können, als sie den ungeheuren Strom der Gefallenen im grauen Kleid des Todes über die Länder der Erde dahinfluten sahen, der unaufhaltsam seinem Gefälle folgte. Aber nur wenige haben bei seinem Anblick wie in aufzuckendem Licht die großen Urgründe und Geheimnisse allein menschlichen Lebens erfaßt. Ihre Augen wurden plötzlich frei von altem Vorurteil und sahen wieder klar. Damals sahen wir klar, nicht wahr, meine Freunde? Das da täuschte uns nicht... Wir erblicken die Kräfte des Daseins unter der Hülle von Fleisch und Blut; wie die Gebilde von Menschenhand, die unter ihrer Hülle von Marmor, von Holz und immer das gleiche einfach=klare mathematische Gesetz erkennen lassen, das die Seele des Ewigen is, die allem Erschaffenen innewohnt. Auch in dem äußeren, blutigen Geschehen des großen Dramas bargen sich die wesentlichen Seinsformen und geheimen Gesetze des Lebendigen. Inmitten dieses großen Todeszuges wurde Hitler von dem einen mächtigen Gedanken erfaßt, den dieses furchtbare Erleben in seine Seele schrieb. Die Wahrheit ist nicht nur im Sein, sie ist das Sein; und wenn ein Mensch unter den grausamen Schlägen des Schicksals und durch eine ungeheure Vernichtungswelle alles dessen beraubt wird, was ihm als„das Selbstverständliche" erschien, wenn jenes Scheinwesen, das „man“ aus ihm gemacht und das er selbst aus sich hatte machen lassen, zusammenbricht, dann kann es ihm wohl plötzlich geschehen, daß er sich mit dem wahren Sein wieder eins fühlt, daß er die unverfälschte Wahrheit erkennt. * Der Nationalsozialismus ist aus diesen Berührungen zwischen Tod und Leben geboren worden. Leben und Tod sind die beiden unwandelbaren Größen, die beiden entscheidenden Prüfsteine, an denen früher oder später jede völkische Ordnung ihre eigentlichen Grundlagen überprüfen muß. Betrachten wir die Urzelle, aus der Hitlers ganzes Denken erwuchs. Er ist beim Aufbau des Reiches nicht wie die üblichen Politiker von den äußeren Erscheinungen ausgegangen. Er ist ausgegangen von der Natur des Lebens, die er in sich selber wirken fühlte, und deren Uebertragung in den Bereich des Dringlichen ihm vom Gesetz der Volksgemeinschaft verzeichnet wurde. Aus dieser zwingenden und allumfassenden Innenschau ist sein Denken geboren worden. Ich weiß jetzt, was dieser Mann gefunden hat. Ich weiß, was er gesagt hat; denn alles, war er gesagt hat, ist nicht nur zu seinem Volk allein gesprochen; dieser Mann ist vor allem ein Dichter, ein Künstler, eine große Seele, und er hat über„den Menschen", über den Menschen aller Völker nachgedacht. * Innerhalb der Grenzen seines deutschen Volkes hat er getan, was nach einem obersten Gebot alle Menschen tun sollten. Dies Gebot verlangt: sich für alle zu opfern, zugunsten anderer auf sich selbst zu verzichten, nicht in Worten, nicht in Gedanken, sondern in der Tat. Wirklich! Und wirklich bedeutet hier: nicht allein in den Auswirkungen, im Tun an sich, sondern auch aus innerem Müssen, aus einer Regung des Herzens. Und man denke nur nicht, daß Hitler dies ganz einfach von der steinernen Tafel abgelesen hat, auf der dies Gebot im deutschen Volksgeist eingemeißelt steht. Er hat ein Gesetz geschaut, wie ein Mann schaut, dem die Augen plötzlich geöffnet werden; er hat dieses Gebot geschaut, wie es über dem Schützengraben leuchtete, er hat in dem vergossenen Blut der Ungezählten den bestirnten Himmel sich spiegeln sehen. Und da war er weder Deustcher, noch Franzose; er war der Mensch, der sehend wurde. Und was er damals sah, das hat er seinen deutschen Brüdern so tief ins Herz gesenkt, daß ihm, wenn er zu ihnen sagt„Mein Volk“, aus ihrem Blut Antwort wird. Und das zweite Gebot, das als der Grundstein dieses Monuments betrachtet werden muß: Die größte Kraft liegt in der Freude am Leben, die der empfindet, der sein ganzes Icheiner Sache opfert, die größer ist als er selbst. Ein Volk trat an, das sich geschlossen hinter den Mann stellte, der solche Worte zu ihm sprach; hinter ihn und seine Worte selbst. Ein Volk trat an, eine festgefügte Gemeinschaft von Menschen, die sich freiwillig dieser harten Probe unterzog. Und was daraus erwuchs? Ein Volk, das jetzt gemeinsam das Elebnie der Freude empfing. (Fortsetzung folgt.) KERkorender Keh und Deutschlandsender Vom 29. Juni bis 1. Juli 1939 Vonnerelag 29. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Ohne Sorgen jeder Morgen. 9.30: Neugierde oder Wißbegierde? 9.45: Nachrichten. 10.00: Was der Wald uns schenkt. 10.30: Sendepause. 11.45: Schutz den Maschinen und Geräten durch Anstrich. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Musik am Mittag. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleiner klingender Tiergarten! 18.00: JJunge Welt. Autorität und Ehrfurcht in der Jugenderziehung. 18.20: Wunder Natur. Der Neuntöter.„ 18.30: Siegfried Borries spielt! 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die NSV.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Fortsetzung der„NSV.= Stunde". 21.00: Vom Wochenblatt zur Weltzeitung. Das Werden des Völkischen Beobachters 21.15: Bunte Unterhaltung. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache.„ 22.40: Das Schatzkästlein Septett von Johann Nepomuk Hummel. 23.15—24.00: Volks= und Unterhaltungsmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 6.10: Eine kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Was der Wald uns schenkt". Hörspiel. 10.30: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte,.. Emmemtes. 15.15: Berühmte Instrumentalsolisten. 15.40: Die Frau in der Wissenschaft. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10:„Der Spiegel“. Heitere Tiergeschichten. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.20: Die Sonate 18.40: Liszt— Debussy. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Die bunte Litfaß=Säule. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Werke von Jos. Haydn. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Spätmusik. Frenug 30. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Warum Schönheitspflege? 9.45: Nachrichten. 10.00: Weißes Band über die Verse. e Aees 10.30: Stimmen aus uebersee. 10.45: Sendepause. 11.45: Altbauernehrung in Rümeln bei Mörs. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Die Werkpause d. Reichssenders Köln. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Musik am Mittag. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Zur Unterhaltung und zum Tanz! Heiteres Nachmittagskonzert. 18.00: Das Recht des Alltags. 18.15: Meister d. Reiseberichtes. Die pfirsichrote Lichtpyramide. 18.30: Musik auf 2 Klavieren. 19.00: Das BDM.=Werk „Glaube und Schönheit", 19.15: Musik zum Feierabend. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Vor den Ferien! 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache.„ 14. 22.40—24.00: Tanz und Unterhaltung. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Weißes Band über die Berge. 10.30: Stimmen aus Uebersee. 10.45: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=: Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Benjamino Gigli singt. 15.30: Das Abenteuer i. Walde. Ein lustiges Jungmädelspiel. Anschl.: Programmbinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Tripolis. Blick in aufstrebendes Kolonialland. 19.00: Deutschlandecho. 19.10: Mit Musik um die Welt. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Tschaikowsky=Abend. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Das BreronelQuartett spielt. Cumstag 1. Juli Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Brunnenkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Wohl bekomms. 9.15: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45: Nachrichten. 10.00: O heilig Herz ker, o Vaterland. um Hölderlin. Averv: S..„ 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 24.00: Bunte Musik.„ 2.00—3.00: Nachtmunt. Eine bunte Folge von Tanz= und Unterhaltungsmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Friedrich Liszt. Hörsp. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. der Völ= 11.00: Normalfrequenzen. Hörfolge 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 10.30: Sendepause, Anschl.: Wetterbericht. 11.45: Tief gerühlt— auf mie 12.00: Musik zum Mittag. nus 25 Grad. Neuzeitliche 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Vorratswirtschaft. 11.55: Wetterbericht,„Marktberichte des Reichsnayrstandes. 12.00: Musik am Mittag. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung der Musik am Mittag. Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 14.00: Nachrichten— Sportvor= 15.15: Tanz am Wochenende. Inschl= Nrogrammhinwei# 14.10: Wochenendkonzert. 15.30: Meine Mutter.. 16.00: Musik und Scherz für jedes Herz mit kkeinen Uebel. Anschl.: Programmymweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Fraulein Courcelles bedes Herz mit kleinen Ueber= kommt einen Brief. Erzähla 1800: Eine Viertelstunde Sport 18900: 18.15: Wer recht in Freuden 10.00: Sport der Woche. wandern will. 19.15: Bunte Auslese. 18.50: Mutter singt: Die got- 20.00: Kernspruch— Kurznachdene Schnur geht um das richten und Wetterbericht. 19.00: Spiegel des Lebens. Ponizert 1945 und heute) S=ei,raschricgsen.“ und 20.10: Bei uns zu Gast! Hans 22.20: Eine kleine Nachtmusik. Bund und sein Orchester. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. Darin: Grünkäppchen. Ein 23.00—24.00: Wir tanzen in den Märchen ohne Ende. Sonntag. Runnpf Zehen eine Morderserke Untersuchungen, wo die Polizei nie vorher weilte— Die Kenaimas werden ausgerottet Zum zweiten Mal im Laufe weniger Wochen haben sich die Gerichtsbehörden in Georgetown mit einem Mord befassen müssen, der bei einem entlegenen Stamm, auf einem nur selten von Weißen berührten Hochplateau im Innern von Britisch=Guayana sich ereignete. Beide Morde richteten sich gegen Medizinmänner, die bei den Stämmen bislang eine beherrschende Rolle ausübten. Im ersten Fall hatte ein 15jähriger Knabe den Medizinmann getötet, weil sein Bruder es ihm auf dem Sterbebett befahl. Der zweite Mord wurde von einem Mann mit Zwergwuchs verübt. Das Opfer war der Medizinmann, dem der Mörder Chimoinik zur Last legt, seine Gattin und mehrere Familiennitglieder umgebracht zu haben. Man hatte durch einen Waldläufer von dem Vorgang erfahren und eine Polizeikolonne in die entlegene Gegend geschickt, wo übrigens bisher noch nie eine polizeiliche Untersuchung stattfand. Man stieß insofern auf größte Schwierigkeiten, als die Begriffe dieser Eingeborenen sich nicht mit denen der Polizeibeamten deckten. Es gab z. B. keine Worte für gut und böse in den Sprachen. Der Täter, der den Medizinmann umgebracht hatte, meldete sich ohne weiteres als Täter und gab im Rahmen des Möglichen eine genaue Schilderung der Vorgänge. Der Medizinmann, ein Riese von Wuchs, hatte sich gerühmt, er habe nicht nur die Gattin des Chimoinik getötet, sondern auch dessen Brüder, den Vater, einen Onkel usw. Es habe also für ihn keine Wahl gegeben. Er habe seine Familie rächen müssen. Man forderte den Täter auf. die 200 Meilen zur nächsten Polizeistation zurückzulegen und dann einen Marsch von 50 Tagen bis nach Georgetown mitzumachen, um sich vor den Richtern zu verantworten. Als man ihm endlich beigebracht hatte, was man überhaupt von ihm wollte, schloß sich ehimoinik— voller Freude über die bevorstehende große Reise Unterwegs konnte man sich mit der welt des Täters enger vertraut machen. Der Medizinmann war ein Mitglied einer Mörder sekte, der man den Namen„Bund der Kenaimas“ gegeben hatte. Diese Kenaimas sind der Schrecken aller Eingeborenen in Guayana. Denn nach der Meinung der Eingeborenen, die nicht dem Geheimbund angehören, gibt es vor ihnen kein Entkommen,— sofern man die Kenaimas nicht rechtzeitig und unter Beachtung Die Kenatmas haben angeblich— und nach Sabe, jede gewünschte Gestalt anzunehmen, sich 1. B. auch in einen Vogel zu verwandeln, um lo ihre Taten unbeobachtet ausführen zu kör gen. Chimoinik hatte vor der Verübung der Tat die vier ältesten Männer seines Stammes um Rat gefragt. Diese hatten einen Propheten im Walde konsultiert. Und erst als alle Antworten zustimmend ausgefallen waren, entschloß sich Chimoinik zum Mord an dem Medizinmann. Dieser Mord wurde nachträglich auch von allen Stammesmitgliedern bejaht. Das Gericht hat formell Chimoinik zu sieben Jahren Gefängnis wegen Totschlags verurteilen müssen. Aber nachdem sich durch die Polizeirecherchen bestätigte, daß der Ermordete selbst ein Mörder war, dürfte Chimoinik nach einigen Wochen als freier Mann in die Wälder zurückkehren. Doch die Behörden sind nun auf die Geheimsekte der Kenaimas aufmerksam geworden und bemühen sich, dem unheimlichen Treiben Einhalt zu gebieten. Man kennt Parallel=Erscheinungen aus Afrika und Asien. In Afrika sind auch heute noch die Leopardenmänner in einigen Gegenden Schreckgespenster, die unter der Maske von Leoparden und mit eisernen Krallen! bewehrt umherziehen und ihre Opfer grauenvoll verstümmeln. Aber systematischer noch arbeiten die Thugs, die den Mördersekten von Guayana direkt als Vorbild gedient zu haben scheinen. Diese Thugs wurden erst vor zwanzig Jahren endgültig ausgerottet. Mehr als 200 Hinrichtungen erfolgten im Laufe der fünfzig Jahre, die dieser Kampf gegen die Thugs in Anspruch nahm. Auch bei den Kenaimas verbinden sich offenbar religiöse Vorstellungen mit den Morden, genau wie bei den Thugs die Morde immer unter der Motivierung erfolgten, man arbeite im Dienste der Göttin Kali, der Göttin der Vernichtung, der man auch die gesamte Beute als Opfer darbringe. Diese äußerliche Rechtfertigung vor dem eigenen Gewissen und den anderen Sektenmitgliedern hindert natürlich die Kenaimas genau so wenig„wie die Leopardenmänner und die Thugs, persönliche Ziele zu verfolgen und zu morden, wo es eigene Interessen und mögliche Bereicherungen nützlich erscheinen lassen. Jedenfalls beginnt in diesen Tagen in Guayana der Kampf gegen die Kenaimas. gung— sozusagen„mausig“ in dem Bereich der bisher nur den Hunden vorbehalten war. Die Ausstellungs=Leitung einer landwirtschaftlichen Schau in Belleville im Staate Ontario hat sich nämlich entschlossen, besonders abgerichtete Katzen zum Schutz der hier gezeigten Produkte nachts patrouillieren zu lassen. Auf der Ausstellung werden nämlich hauptsächlich KäseProdukte gezeigt, die ein lockendes Ziel für ganze Heerscharen von Ratten gebildet haben. Die Nachricht von diesem Käse=Paradies hatte sich im Rattenreich offenbar so schnell herumgesprochen, daß sich die Ausstellungsleitung keinen anderen Rat mehr wußte, als Katzen einzusetzen. die den Nagern einen erbitterten Kampf liefern. Von der Hose auf die Braut. Früher heirateten die Prinzen die schönen Hirtenmädchen. Seitdem nun die Hirtenmädchen selten geworden sind, verlegen sich die Prinzen auf praktiAus uller Wenl Gasmaske als Handtasche. Gasmasken, diese Schutzmaßnahme gegen den heimtückischem Gaskrieg, durften im allgemeinen als eine recht ernste Angelegenheit betrachtet werden, von deren einwandfreiem Funktionieren im Ernstfalle das Leben unzähliger Menschen abhängt. Das hat aber eine Pariser Firma nicht davon abgehalten, ausgerechnet Gasmasken für eine Modespielerei zu verwenden. Der geschäftstüchtige Unternehmer spekuliert auf die Sucht, möglichst originell zu erscheinen und hat deswegen Damen=Handtaschen in der Form von Gasmasken herausgebracht. Nur das Frauen=Gefängnis kennt er noch nicht. Die lustige Seite: Ein 50jähriger„Seemann“, der allerdings kaum allzuviel Gelegenheit gehabt haben dürfte, seinen Beruf auszuüben, stand in diesen Tagen wieder einmal in Chatham in der englischen Grafschaft Kent vor Gericht. Er feierte damit ein Jubiläum, denn sein gerichtliches„Stammbuch“ wies vereits 49 Vorstrafen aus. Ais man dem Angeklagten eröffnete, daß er die 50. gegen ihn verhängte Strafe im Zuchthaus von Wandsworth de verbüßen müssen, verdüsterte sich seine Miene. Er erklärte dem Gericht, daß er Ansichtskarten der Gefängnisgebäude sammele, in denen er schon einmal gewesen war Wandsworth aber hätte er schon. Er bat dringend doch einmal ins Gefängnis von Holloway gechickt zu werden, das noch in seiner Sammlung ehle. Er mußte zu seinem Kummer mit dieser Bitte abgewiesen werden, denn— Holloway ist ein Frauen=Gefängnis!— Die ernste Man möge einmal ausrechnen, wieviel Geld den Staatssäckel die 50 Strafprozesse gegen diesen Angeklagten, seine Verfolgung nach jeder Straftat, die Untersuchung und die Verurteilung gekostet haben. Gerade solche Fälle von Gewohnheitsverbrechern, die durch keine Verurteilung von der Begehung weiterer Verbrechen abgeschreckt werden, sind der beste Beweis für die Richtigkeit des deutschen Systems der Sicherungsverwahrung für Berufsverbrecher. Sorgen einer Schönheitskönigin. Es ist nicht so einfach, die schönste Frau von Paris zu sein. Die Tänzerin Sonja Bessis, die vor einiger Zeit zur Schönheitskönigin von Paris gewählt worden war und damit offiziell als„die Verkörperung der Anmut und Schönheit Frankreichs“ gilt, hat dies zu ihrem Leidwesen erfahren müssen. Gleichzeitig mit ihrer„Ernennung“ zur Schönheitskönigin überreichte man ihr nämlich ein umfangreiches Termin=Buch, das Tag für Tag. Abend für Abend Empfänge, Banketts, Ausstellungs=Eröffnungen usw. verzeichnete, zu denen sie laut Vertrag mit einer Werve=Firma zu erscheinen verpflichtet war. Die Schönheitskönigin hat jetzt offen gegen diese„Freiheitsbeschränkung" und„Sklaverei des Termin=Kalenders“, wie sie sich ausdrückt, rebelliert. Sie hat erklärt, sie werde es eher auf einen Prozeß ankommen lassen, als daß ihr Leben monatelang nach dem Termin=Kalender einrichten wolle. Auf den Titel einer Schönheitskönigin dagegen will sie auf keinen Fall verzichten. Katzen als Wächter. Von altersher ist der Hund als getreuer Wächter verwendet worden. Jetzt ist ihm eine Konkurrenz im Tierreich entstanden, Katzen machen sich— hoffentlich empfinden sie diesen Ausdruck nicht etwa als BeleidiTrenggann eine Miß Joyce Blencove zum Standesamt geführt. Der Prinz studierte in Europa und pflegte seine selbstverständlich europäische Kleidung bei Mister Blencove herstellen zu lassen. Dieser Schneider nun hatte eine schöne Tochter, in die sich der Prinz verliebte. Als der Sultan von den Liebesbeziehungen seines Bruders erfuhr, runzelte er orientalisch die Stirn. Doch Mahmud ließ sich nicht einschüchtern. Er setzte die Trauung an und schiffte sich dann mit seiner Braut und Gattin nach Malakka ein, um den Bruder mit der gerunzelten Stirn vor die vollendeten Tatsachen zu stellen. In seinem Gepäck aber nahm er die erste Hose mit, die ihm Mister Blencove schneiderte und die ihm Joyce ins Haus brachte. Bei dieser Gelegenheit verliebte er sich in sie. In Deutschland: Rote Kleidungsstücke verboten! Wenn es sich um Deutschland handelt, darf man im„Blätterwald“ der Westmächte getrost den blühendsten Unsinn verzapfen. Das gilt nicht nur auf politischem Gebiet— das Wirken der„Hellseherin" Tabouis beweist es— sondern anscheinend auch in jeder anderen Beziehung. So weiß eine weitverbreitete englische Unterhaltungszeitschrift, die„Tit-Bits“, ihren Lesern Schauermärchen über die in Deutschland geltenden gesetzlichen Vorschriften zu berichten. Aus diesem Artikel erfahren wir Deutsche— was wir selbst bisher nicht wußten— daß man in Deutschland unter keinen Umständen rote Kleidungsstücke tragen darf. Voller Entsetzen hören wir, daß in Frankfurt a. Main ein Mann verhaftet worden ist, der nichts weiter verbrochen hat, als— einen roten Schlips zu tragen! Der Frankfurter Sünder ist, wenn man„Tit=Bits“ glauben darf, sogar ins Gefängnis gesteckt worden, weil er die verbotene rote Krawatte an einem öffentlichen Platz, in einem Jestaurant, zur Schau getragen hat. Wir sind aber für derartige Meldungen nicht undankbar. Denn je offenkundiger der Unsinn solcher Behauptungen ist, desto eher wird der englische Zeitungsleser merken, welch ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Deutschland besteht, das iym gewisse Blätter zeigen, und dem Deutschland, wie es in Wirklichkeit ist. CiirAaus ArechE Roman von Baronin Margarete von Sas 11 Loth schwieg. Wenn man wirklich noch Zweifel gehabt hatte— jetzt waren sie beseitigt. Sein Aussehen verriet alles. Dem Mann stand die Schuld auf der Stirn geschrieben. Es wäre ja auch heller Wahnsinn, zu glauben, was der Mann sagte. Die Frau betritt ihr Schlafzimmer, wird dort überfallen, während, nur durch einen Raum von ihr getrennt, ein Mann auf sie wartet, der nichts von diesem grauenvollen Vorgang gehört haben will. Nein, das konnte lein vernünftiger Mensch glauben! Hans Loths Sache stand schlecht. Achtes Kapitel Mit Klara Lohmann hatte man sich ein rechtes Kreuz aufgeladen. Lotte Dupré klagte es fast täglich ihrem Manne. Man würde sie fortschicken müssen. Die anderen Mädchen hatten beobachtet, daß Klara sich abends heimlich aus dem Hause stahl, um sich mit einem Manne zu treffen, der, wie Liese, das Hausmädchen, behauptete, gar keinen guten Eindruck machte, und dem man es auf den ersten Blick ansah, daß er verheiratet war. Ein Mädel, das mit einem verheirateten Manne ging, war doch schon nichts. Im Hause war die Klara auch unzuverlässig. Etwas ganz Tolles hatte sie sich geleistet. Während Jettchen krank und hilflos dalag, hatte sie deren Sachen durchstöbert. Briefe sollte sie an sich genommen haben.— Dupré hörte sich die Klagen seiner Frau an und sagte dann gleichmütig:„Schick das Mädchen fort. Oskar wird dir deshalb nicht böse sein.“ Sie wollte doch vorher mit Oskar darüber reden. Bis dahin vergingen Tage, aber Klara fühlte schon, was ihr bevorstand. Sie sagte es ihrem Freunde.„Meine Kündigung ist mir sicher. Das habe ich nun davon, daß ich auf Sie gehört habe.“ „Der tröstete:„Es wird Ihr Schaden nicht sein. Ich möchte Ihnen sogar raten, warten Sie die Kündigung gar nicht erst ab. Gehen Sie sofort.“ Klara sah ihn erstaunt an. „Das sagen Sie so. Wo soll ich hin? So von heute auf morgen finde ich keine Stelle. Und Ersparnisse habe ich nicht, von denen ich leben könnte.“ „Ich gebe Ihnen, was Sie zum Leben brauchen. Tun Sie nur, was ich Ihnen sage. Gehen Sie zu den Schimecks, sehen Sie zu, daß sie Sie wieder aufnehmen.“ Klara schüttelte den Kopf.„Die? Ach, haben Sie'ne Ahnung! Die denken nicht daran, mich aufzunehmen. Neulich, als ich die Frau Schimeck besuchen wollte, hat sie mir die Türe vor der Nase zugeschlagen. Die haben mich in Verdacht, daß ich was ausschnüffeln will. Ihre Nachbarin, die sich nicht gut mit ihr steht, hat nich dan aufgefordert, zu ihr hereinzukomwen: „Vielleicht können Sie bei der ein Unterkommen finden. Versuchen Sie es doch mal.“ Klara versprach es. Ein paar Wochen Ruhe waren ja verlockend, erst recht, wenn man sie sorglos verleben konnte. Die Dienste, die der Mann von ihr verlangte, waren nicht schwer. Daß er sie bezahlen wollte, war anständig von ihm, sie hätte sie auch so geleistet, denn mit dem scharfen Verstande der Berlinerin hatte sie sofort erfaßt, wozu sie gut waren. „Was ist das für eine Frau, die Nachbarin von Schimecks?“ fragte Biester. Klara wiegte den Kopf hin und ler. „Ach Gott“, sagte sie endlich,„soweit ist sie sa’ne ganz anständige Frau, nur sie klatscht i bißchen viel. Früher war sie mit Frau Schimeck sehr befreundet gewesen, diese Freundschaft ist durch ihre Klatschereien in die Brüche zegangen.“ Biester lächelte.„Nun sehen Sie mal zu, daß se Ihnen auch recht viel anvertraut.“ „Das will ich schon machen.“ Am darauffolgenden Tage ging sie zu Frau Oppermann, der Nachbarin Schimecks. Mit der Aufnahme hatte es Schwierigkeiten. Frau Oprerrgann hatte schon eine Stube vermietet, e selon schlief in der Küche, sie hatte wohl noch die gute Stube, aber in dieser war kein Bett. „Könnten wir nicht ein Bett auf dem. Sosa herrichten?“ fragte Klara. „Gott ja, das ginge am Ende.“ Die Frau verdiente gern Geld. „Sie brauchen mit dem Preis nicht bescheiden zu sein, Frau Oppermann.“ Die Frau sah sie ein wenig mißtrauisch an. kann, was sollte das heißen? Das Mädel war nch nicht etwa unreell? Klara fing den mißtrauischen Blick auf und agte:„Ich habe mir etwas Geld zusammenespart. Die Frau Doktor Grothe ist sehr jutmütig, die hat mir vieles zugesteckt, da kann zun ruhig ein bißchen draufgehen. Ich will a nur für ein paar Wochen ausruhen. In der Zeit suche ich mir'ne neue Stelle. Bis ich eine abe, arbeite ich die Kleider um, die mir Frau ##ttor einmal geschenkt hat.“ „Na ja!“ Frau Oppermann war einverstanzen. Klara konnte schon am nächsten Tage zu hr kommen. Am Abend wartete Biester wieer in der Nähe der Dupréschen Villa auf sie. sie ging zu ihm, um über ihren Erfolg zu terichten. Als sie eben miteinander sprachen, kam Herr Dupré an ihnen vorüber. Er blieb stehen und sah sich nach ihnen um. Klara wußte, daß er sie erkannt hatte. Im Hause angekommen, suchte Dupré sofort seine Frau auf. Sie war in ihrem Zimmer. „Ich machte jetzt eben eine sehr interessante Entdeckung", sagte Dupré, nachdem er seine Frau begrüßt hatte. Sie sah ihn fragend an. „Ich traf hier kurz vor unserem Hause Klara im Gespräch mit einem Kriminalbeamten.“ Lotte schüttelte den Kopf.„Wieso weißt du, daß es ein Kriminalbeamter war?“ „Er ist mir einmal, als ich bei Holldorf im Büro war, gezeigt worden.“ „Irrst du dich nicht?“ „Nein. Der Mann hat ein Gesicht, das man nicht so leicht vergißt. Uebrigens hätte ich ihn, ohne daß er mir als Kriminalbeamter bezeichnet worden ist, als solchen sofort an seiner Physiognomie erkannt.“ „Was kann das zu bedeuten haben?" Lotte sah mit nachdenklichem Gesicht zu ihrem Manne auf. „Ganz einfach, daß Holldorf sich mit der Westender Sache befaßt. Klara leistet ihm Detektivdienste.“ „Wenn es so ist, glaubst du nicht, daß sie es uns gesagt hätte?“ „Es ist so, du kannst dich darauf verlassen, und daß sie es uns nicht gesagt hat, wird wohl seinen Grund haben. Das Herumstöbern in Jettchens Sachen, das Ansichnehmen ihrer Briefe ist im Auftrage des Detektivs geschehen.“ „Ob wir sie einmal vornehmen, um sie auszufragen?“ „Nein, Lotte, wir wollen alles gehen lassen, wie es geht. Wir haben ein Interesse daran, daß der Täter ermittelt wird.“ Lotte zog die Schultern.„Der ist doch ermittelt.“ „Das weiß ich nicht. Ich bin noch nicht überzeugt davon, daß Hans Loth es ist.“ „Ich bin ganz überzeugt davon.“ Sie schwiegen eine Weile. Jeder von ihnen war mit seinen Gebanken beschäftigt, die doch den gleichen Weg gingen. Wie kam Holldorf dazu, sich mit der Sache zu beschäftigen? Wer hatte ihn dazu beauftragt? Beide=rieten auf Agnes, von der sie wußten, daß sie Hans Loth einmal geliebt hatte. Lotte fragte:„Was glaubst du, wer könnte Holldorf mit der Sache betraut haben?“ Sie erwartete, er würde den Namen seiner Schwester nennen, aber er tat es nicht. „Ich ahne es nicht“, sagte er achselzuckend. Sie gingen ins Wohnzimmer, wo Oskar Grothe war. In seiner Gegenwart sprach man nie über die Dinge, die mit dem Unglück zusammenhingen. „Eben kam Klara zu mir“, sagte er zu seiner Schwägerin,„um mir zu sagen, daß sie morgen ihren Dienst verlassen wird. Ich wies sie an dich, Lotte.“ „Meinetwegen mag sie gehen. Aber fragtest du sie nicht, aus welchem Grunde sie gehen will?" „Nein, ich dachte nicht daran, weil er mir völlig gleichgültig ist.“ Lotte nickte. „Mit der Nachmittagspost ist ein Brief für dich angekommen. Hat Jean ihn dir noch nicht gebracht?“ Oskar verneinte. Lotte klingelte nach dem Diener. „Warum brachten Sie dem Herrn Doktor noch nicht den Brief, der für ihn angekommen ist?“ Der Diener bat um Verzeihung. Er hätte nicht gleich daran gedacht. Später, als ihm einfiel, daß ein Brief angekommen sei, den die gnädige Frau auf den Schreibtisch des Herrn Doktor gelegt hätte, wäre er sofort gegangen, um ihn zu holen, aber da sei er nicht mehr dagewesen. Lotte sah ihren Schwager an. „Ich habe keinen Brief gesehen, Lotte.“ „Er war von Schimeck aus Stettin, das weiß ich daher, weil auf dem Umschlag der Firmenaufdruck war.“ Oskar machte eine abwehrende Handbewegung.„Er ist gewiß nicht wichtig, Lotte.“ „Es ist doch sehr merkwürdig“, sagte sie, nachdem der Diener sich entfernt hatte,„daß der Brief von deinem Schreibtisch verschwunden ist. Der Fall müßte doch näher untersucht werden.“ Oskar wehrte ab.„Bitte, Lotte, laß es, der Brief ist ganz bestimmt nicht wichtig.“ Der Diener betrat das Zimmer, um zu melden, daß serviert sei. Man ging ins Speisezimmer und setzte sich zu Tisch. Während des Essens fragte Lotte:„Du korrenspondierst mit Schimeck? Daß sich zwischen euch Beziehungen angeknüpft haben, habe ich nicht gewußt.“ „Es sind auch nur sehr oberflächliche.“ „Aber doch Beziehungen", beharrte Lotte, die von Natur aus ein wenig neugierig war. „Die hat Lilli angeknüpft“, sagte Oskar. Es war wohl das erstemal nach dem Unglück, daß er ihren Namen aussprach. Lotte war so betroffen davon, daß sie nicht weiter zu fragen wagte. Der Diener kam herein und trug auf einer silbernen Schale den Brief, den er Doktor Grothe überreichte. Urheberrechtsschutz: Central-Bureau „Na ja, nun ist er ja da“, sagte Grothe und legte den Brief neben seinen Teller. „Wo war er nun?“ fragte Frau Dupré den Diener. „Auf dem Schreibtisch lag er.“ „Dann hatten Sie ihn also vorhin übersehen??“ „Gewiß nicht, gnädige Frau.“ „Ist gut“, sagte Lotte mit einer Handbewegung, die ihn entließ. Ihr Blick fiel auf den Brief, dessen Rückseite nach oben lag. „Erlaube“, sagte sie zu Oskar und nahm das blaugraue Kuvert in die Hand, um es genau anzusehen. Ihr Mann fragte:„Warum siehst du den Brief so genau an?“ „Mir scheint, er ist geöffnet worden. Sieh ihn dir einmal daraufhin an, Oskar.“ Sie gab ihm den Brief. Während seine Augen darauf hafteten, sah Dupré seine Frau mit einem mißbilligenden Blick an. Sie begriff sofort, daß sie eine Dummheit gemacht hatte. Sie zog die Brauen ein wenig hoch und stieß einen leisen Seufzer aus. „Es scheint wirklich so“, sagte Oskar,„daß der Brief geöffnet und neu verklebt worden ist. Sehr geschickt ist das aber nicht gemacht worden. Gewiß von einem neugierigen Dienstboten.“ Lotte stieg alles Blut zu Gesicht. „Von den meinen tut keiner so etwas, dann kann es nur Klara gewesen sein. Niemand anders als Klara kann es gewesen sein“, trumpfte sie noch einmal auf. „Schon möglich“, sagte Oskar,„aber untersuchen wollen wir den Fall nicht. Er ist sehr unwichtig.“ Lotte fand das nicht, aber sie widersprach nicht. Nach dem, was sie heute durch Henry über Klara erfahren hatte, erhielt alles, was sie, seit sie hier im Hause war, getan und noch tat, Bedeutung. „Bitte, Oskar, lies deinen Brief“ Er verneigte sich dankend.„Später, Lotte. Es eilt mir nicht damit.“ Man stand vom Tisch auf. Oskar überlegt, ob er Duprés mitteilen sollte, was er durch Schimeck erfahren hatte. Er hätte ganz gern einmal die Ansicht anderer darüber gehört.— Aber schließlich schreckte er doch davor zurück, Jettchens Geheimnis preiszugeben.... „Das hätten wir nun glücklicherweise ausgeknobelt, daß die gute alte Haushälterin Jettchen Schätzle, geborene Kienast, einen Sohn hat, von dem sie ihrer Herrschaft gegenüber behauptet hat, daß er gestorben wäre“, sagte Biester zu Holldorf.„Aber was weiter? Dieser totgesagte Sohn braucht deshalb noch nicht Frau Grothe beraubt und gewürgt zu haben.“ „Nein, gewiß nicht", gab Holldorf zu. „Was ich bis jetzt von diesem Menschen in Erfahrung gebracht habe, ist völlig belanglos. Aus den Briefen, die er an seine Mutter gerichtet hat und die mir das Mädel übermittelt hat, geht nichts hervor, das uns auch nur einen Schritt vorwärtsbringen kann. Er hat Geld von ihr erbeten und erhalten. Nun gut, das beweist, daß er nicht in glänzenden Verhältnissen lebt. Das wußten wir auch schon so. Was ist mit dem Brief aus Stettin?“ „Auch nichts Besonderes. Der Reeder Schimeck schildert darin seinen Adoptivsohn als einen leichtsinnigen Menschen, der ihm einmal viel Kummer bereitet hat. Damit ist auch nichts bewiesen.“ „Nein, natürlich nicht.“ Es entstand eine Pause. Holldorf ging in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Die Blicke Biesters folgten ihm in gespannter Erwartung. Holldorf blieb vor ihm stehen. „Wir müssen mit beschleunigtem Tempo arbeiten, so kommen wir nicht vorwärts. Ich fahre noch heute mit dem Abendzug nach Stettin, um den Reeder Schimeck zu sprechen.“ „Und ich?“ fragte Biester. „Sie halten hier die Augen offen.“ „Das ist selbstverständlich, Herr Assessor. Gestatten Sie mir die Frage: Was versprechen Sie sich von dem Besuch in Stettin? Der Alte wird Ihnen nur von den Schandtaten seines Adoptivsohnes erzählen, die über zehn Jahre zurückliegen, uns also gar nicht helfen können. Uns kommt es darauf an, Beweise zu finden, die Schimeck des Mordversuchs an Frau Grothe überführen.“ „Und des Mordes an Jochen Grothe“, ergänzte Holldorf. „Ganz recht. Nur glaube ich, daß uns das schwerlich gelingen wird.“ „Wie kommen Sie zu diesem Glauben?“ „Ganz einfach. Stellen wir uns doch einmal die Lage vor: Welche Motive liegen den beiden Verbrechen zugrunde?“ „Sie sind nicht klar ersichtlich“, sagte Holldorf. Biester widersprach.„Bei dem zweiten, an der Frau Grothe verübten Verbrechen kann kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß es im Affekt geschehen und der Abschluß eines Liebesdramas ist.“ „Ja, wenn Sie so überzeugt sind davon, wozu forschen Sie da noch weiter?“ „Daß ich überzeugt davon bin, habe ich nicht gesagt, Herr Assessor. Ich bin lange genug Kriminalbeamter, um zu wissen, daß trotz des umfassenden Indizienbeweises doch noch die Möglichkeit besteht, daß es anders sein kann Hier sehe ich bis jetzt keine. Jedenfalls erscheint mir die Möglichkeit, daß der Sohn der Grotheschen Haushälterin das Verbrechen oder gar beide verübt haben soll, sehr gering.— Welche Motive sollen ihn dazu geleitet haben? Es ist weder bei dem ersten noch bei dem zweiten etwas geraubt worden.— Rache?— Für was sollte Schimeck an Grothes Rache nehmen? Daß seine Mutter ihn, als er ein kleines Kind war, von sich getan hat, um sich den Platz im Grotheschen Hause zu sichern, dafür hätte er vielleicht ein Recht, seine Mutter zu hassen, nicht aber Grothes. Schon gar nicht die junge Frau, die doch gewiß nicht schuld war an diesen Dingen.“ „Ganz recht", sagte Holldorf,„aber wir wissen, daß seine Kindheit, die er im Hause des Reeders verlebt hat, eine recht traurige gewesen ist. Schimeck soll unbarmherzig mit ihm gewesen sein.“ „Stimmt, Herr Assessor, aber dafür konnten Grothes nichts.“ „Sie hatten seine Mutter quasi dazu gezwungen, ihn fortzugeben, als er noch Kind war. Er mußte auch später erfahren, daß die Grothes zwischen ihm und der Mutter standen. Die Adoptiveltern hatte er aufgegeben, damit auch die Erbansprüche an sie. Und danach hat er die eigene Mutter gesucht. Vergebens— für ihn war sie nicht da. Sie gehörte ganz zu den Grothes. Liebte den jungen Grothe mehr als den leiblichen Sohn. Das hatte der Unglückliche alles erfahren. Daraus konnte schon Haß gegen Grothes entstehen.“ Biester sah nachdenklich vor sich hin. Endlich sagte er:„Na ja, dann wollen wir mal weitersehen. Das Beste wäre, man stiege der Alten mal aufs Dach, hielte ihr alle Dummheiten vor und sagte ihr auf den Kopf zu, daß sie um die Sache weiß. Was meinen Sie dazu, Herr Assessor?“ „Dafür wäre ich im Augenblick gar nicht, erst müßten wir Belastungsmaterial gegen ihren Sohn in Händen haben.“ * Holldorf ging zu Eva Loth, um sich von ihr zu verabschieden. Er traf sie nicht allein. Agnes Dupré war bei ihr. Sie sagte es Eugen Holldorf, während er im Entree Hut und Mantel ablegte. Er sah sie mit einer Miene des Bedauerns an. „Wie schade, ich hatte mich darauf gefreut, mit dir allein zu sein.“ „Ich auch“, sagte sie lächelnd,„aber da hilft nun nichts. Sieh zu, daß du morgen zu mir kommst, da bin ich allein.“ „Das kann ich leider nicht, ich fahre heute nach Stettin und komme wahrscheinlich erst übermorgen zurück.“ „Dann müssen wir bis dahin warten.“— Eva war eine sehr verständige Braut. Viel zu verständig! Er hätte sie sich darin etwas anders gewünscht. Aber wie die Dinge hier im Hause lagen, konnte sie nicht anders sein. Ihre Verlobung mußten sie auch vorläufig noch geheimhalten. Er folgte Eva in das Wohnzimmer, wo Frau Loth und Agnes Dupré am Kaffeetisch saßen. Holldorf begrüßte die Damen und erkundigte sich nach Frau Loths Befinden. „Danke, Herr Holldorf, es geht so leidlich. Sie sehen, ich bin auf. Ich hielt es auch einfach nicht mehr aus im Bett. „Sie sollten ein wenig an die Luft gehen, gnädige Frau, es ist herrlichster Frühling draußen." Frau Loth lächelte schmerzlich.„Für mich nicht, Herr Holldorf.“— Sie bat ihn, am Tisch Platz zu nehmen, und Eva goß ihm Kaffee ein. Agnes Dupré wandte sich zu ihm.„Gibt es etwas Neues, Herr Assessor?“ „Leider nicht, gnädiges Fräulein.“— Er sah zu Frau Loth hin. „Gestatten Sie mir eine Frage, gnädige Frau.“ „Bitte sehr!" „Die Firma der Maschinenfabrik Grothe zeichnete doch einmal Max Wieprecht& Co.?“ „Max Wieprecht war der Stiefbruder Jochen Grothes und damals Mitinhaber der Firma.“ „Aha, und was ist später aus Wieprecht geworden— er ist doch nicht mehr Mitinhaber der Firma?“ „O nein, längst nicht mehr. Was aus Wieprecht geworden ist, kann ich nicht sagen. Er ist mit seinem Stiefbruder ganz auseinandergekommen. Als meine Schwester Jochen Grothe heiratete, führte, wie Sie schon sagten, die jetzige Grothesche Maschinenfabrik den Namen Max Wieprecht& Co. Jochen Grothes Mutter war in zweiter Ehe mit einem Wieprecht verheiratet. Aus dieser Ehe stammt sein um fünfzehn Jahre jüngerer Stiefbruder Max. Dieser wurde nach dem Tode seines Vaters laut Testamentsbestimmung Mitinhaber der Firma. (Fortsetzung folgt.) StesS S 50 Jahre Vortmunder RitterBrauerei Grundsteinlegung für ein Kindererholungsheim Weihe eines Gefolgschaftshauses Dortmund. Aus Anlaß der Feier des 50jährigen Bestehens des Unternehmens legte die Dortmunder Ritter=Brauerei AG. am Sonntag den Grundstein für ein Kindererholungsheim in Kattenohl bei Dahl im Sauerland, wo ein 21 Morgen großes Wald= und Wiesengelände für diesen Zweck erworben wurde. Am gleichen Tage sand in Dortmund im Beisein jahlreicher Ehrengäste, an ihrer Spitze stellv. Bauleiter Better, die feierliche Weihe der neuen Ehrenhalle für die im Weltkrieg gefallenen Betriebsangehörigen und anschließend die Einweihung des neu errichteten Gefolgschaftshauses statt. Am Nachmittag fand sich die gesamte Gefolgschaft mit der Führung des Betriebes zu einem zwanglosen Kaffeetrinken zusammen. Widersetzlicher Bursche Altersheiminsasse wollte Anstaltsleiter erschießen Wuppertal. Einem 53jährigen Manne, der im Altersheim untergebracht war, war wegen verschiedener Verstöße gegen die Hausordnung das Betreten des Heimes verboten worden. Er wollte dafür an dem Anstaltsleiter Rache nehmen und bedrohte ihn wiederholt mit Erschießen. Er versuchte nun jetzt, seine Drohungen in die Tat umzusetzen. Mit einem Terzerol bewaffnet, schlich er sich in den Keller des Heimes ein und lauerte hier dem Anstaltsleiter auf. Als dieser erschien, sprang er auf ihn zu und wollte einen Schuß auf ihn abgeben. Der Ueberfallene setzte sich jedoch heftig zur Wehr. Er konnte den gefährlichen Burschen überwältigen und der Polizei übergeben. Der Richter, dem er vorgeführt wurde, hat wegen Mordversuchs Haftbefehl gegen ihn erlassen. 16jähriger auf verbrecherischen Abwegen Duisburg. Nach einem Trinkhalleneinbruch in der Steinbruchstraße, bei dem der Täter am Samstag einen Passanten anschoß, wurde von der Kriminalpolizei Duisburg, Mülheim und Oberhausen in Verbindung mit der zur Verfügung stehenden SA. eine große Suchaktion im Walde durchgeführt, die aber ergebnislos verlief. Am Montag kam nun ein junger Bursche zu einem Gärtner in Neudorf, der nach Der Kampf gegen den Kartoffelkäfer geht jeden an Bauer, man greift Dich an! Wehre Dich gegen den Kartoffelkäfer. * Wer sagt, daß er es nicht nötig habe, Kartof, selkäfer zu suchen, beweist, daß er die droheude Gefahr noch nicht erkannt hat. Sechlepentischreinder Ley, Dr. Gürtner und Pros. Börger sprachen Erwitte. Bei der Eröffnung des rechtspolitischen Gemeinschaftslagers auf der Schulungsburg Erwitte ging der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in seinem Vortrag über„Arbeit und Arbeiter im Dritten Reich“ von dem Begriff des Rechts überhaupt aus. Kein Begriff sei so umstritten wie dieser. Auch das objektive Recht ist von den Menschen gemacht und darum sei es auch mit menschlichen Schwächen behaftet. Das einzige objektive Recht sei das der natürlichen Gesetzmäßigkeit. Wenn der Jurist auch versucht sei, zu sagen, daß, wenn alles vergeht, das Wort doch bleibt. so sei das die Ansicht einer vergangenen Zeit. Nur die natürlichen Gesetze des Lebens seien allein objektiv. Den auf dem Uebersinnlichen fußenden Gesetzen der Religion, deren Mittelpunkt auf die Anonymität verlegt ist, stehe das Faßliche des Erkennens der Gesetzmäßigkeit gegenüber. Recht ist alles, was der Fortentwicklung des Volkes und der Erhaltung der Rasse dient. Ehre, Treue, Glauben können nur begrenzt werden auf die gemeinsame Rasse und das gemeinsame Blut. Es gibt nur eine Ehre, das ist die Frage nach der Leistung für das Volk. Die Partei habe die Aufgabe der Erziehung des Volkes. Erst nach dem Erzieher komme der Richter. Der Staat müsse sichern, was die Partei anerkannt habe, und zwar in dem Falle, wo die Partei mit ihrer Erziehung nicht mehr weiter kommen könne. An Stelle des durch Krankheit verhinderten Reichsarbeitsministers Seldte sprach Ministerialrat Börger, der in seinem Vortrag sozialpolitische Fragen behandelte. Er forderte eine strikte Befolgung der Anordnungen der Partei. Wenn einmal Gesetze erlassen würden. müßten sie unter allen Umständen durchgeführt werden. Verschiedenartige und gegenüberstehende Meinungen unter Parteidienststellen ließen sich immer leicht durch Aussprachen regeln. Wenig halte er von der Schreibarbeit. Der Redner kam dann auf die verschiedenen Schwierigkeiten zu sprechen, denen er bei seiner Tätigkeit als Treuhänder der Arbeit oftmals begegne. Nach Erledigung der vordringlichsten Fragen würden aber auch diese Schwierigkeiten mit nationalsozialistischer kraft in Angriff genommen und überwunden Als letzter Redner des ersten Tages sprach Reichsjustizminister Dr. Gürtner. Er betonte die besondere Bedeutung der Schulungstagung, die für die Fortentwicklung unseres Arbeitsrechts erfolgversprechend sei. Die Entwicklung auf arbeitsrechtlichem Gebiet stehe mitten im Fluß. Bevor an eine rechtliche Neugestaltung des Arbeitsrechts gedacht werden könne, müsse die ideologische Basis dafür geschaffen werden. Das Gesetz des nationalsozialistischen Staates solle nicht nur das regeln, was unbedingt notwendig sei, sondern auch den Bekenntniswert eines Gesetzes besitzen und zum Ausdruck bringen, daß aus einer Gemeinschaftsarbeit gemeinsame Leistungsverpflichtungen von selbst entstehen. Diese Frage werde beim Recht des Arbeitsvertrages eine gewisse Rolle spielen. Ssterurscher Heinnatdienst u Westen Landesverbandstagung der heimattreuen Ost= und Westpreußen der Beschreibung des Steckbriefes an der Kleidung den Täter erkannte und den Jungen so lange festhielt, bis die Kriminalpolizei ihn festnehmen konnte. Der erst 16 Jahre alte Bursche, Sohn ordentlicher Eltern, die in der Nähe des Tatortes wohnen, gestand den Einbruch schließlich ein und will die dabei gebrauchte Waffe seinem Onkel entwendet haben. Fischreiherkolonie in Diuslaken Dinslaken. Die Störche scheinen endgültig ihre froschreiche friedliche Heimat am Niederrhein wiedergefunden zu haben. Auch auf den Rheinwiesen des Kreises Dinslaken wurden die großen Vögel jetzt hier und da gesehen. Sie gehören offenbar zu der Storchenschar, die sich in den vergangenen Wochen nördlich Wesels bei Haldern angesiedelt hat. Auch der scheue Vetter Adebars, der Fischreiher, dem menschliche Unvernunft in früheren Jahren fast bis zur Vernichtung nachgestellt hatte, hat sich am Niederrhein wieder niedergelassen. Die Thyssensche Forstverwaltung hat in aller Stille seit vier Jahren im Wohnungswalde am Rhein eine Kolonie der stolzen Fischräuber gehegt, die jetzt auf dreißig Horste angewachsen ist. In diesen Tagen sind die ersten Jungreiher ausgefallen und werden eifrig geatzt. Eine zweite Kolonie steht bei Xanten. Der Reiher genießt hier in der Einsamkeit dichter Wälder den vollkommenen Schutz des Menschen zur Freude des Naturfreundes, der allabendlich das Bild des majestätisch schwebenden Vogels über dem silbernen Band des Stromes und der stillen Dunkelheit der Wälder als einen Schmuck der heimatlichen Natur begrüßt. Auch so etwas gibt es: ein Dorf ohne Spatzen Dillenburg. Wallenfels im Hinterlande ist das Dorf ohne Spatzen. Die Einwohner dieser kleinen Landgemeinde im Heimatgebiet können sich nicht erinnern, einmal einen Spatz in ihrem Bereich gesehen zu haben. Man führt diesen gewiß seltsamen Zustand für eine Landgemeinde darauf zurück, daß der um diese Gemeinde liegende reiche Wald mit den zahlreichen Raubvögeln ein Verweilen der Spatzen hier anmöglich mache. Gelsenkirchen. Der Landesverband Rheinland=Westfalen des Bundes heimattreuer Ostund Westpreußen kam am Sonntag in Gelsenkirchen, dem Vorort der ost= und westpreußischen Heimatarbeit im Westen, zu seiner traditionellen Jahrestagung zusammen, die mit einer Tagung der dem Landesverband angeschlossenen Frauenarbeitskreise eingeleitet wurde. Auf der Tagung der Frauenarbeitskreise erstattete Landesverbandsleiter Quade Bericht über die verschiedenen Betreuungsgebiete der Frauenarbeitskreise: Patenschaften, Kleiderspende, Brauchtumspflege, Trachtenwesen usw. Die Leiterin der Abteilung Frauenarbeit in der Reichsbundesleitung, Frau Schattkowsky(Berlin), wußte den Bericht des Landesverbandsleiters durch eine Reihe praktischer Anregungen zu ergänzen. Es schloß sich ein Bericht des Leiters der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Landesverbandsleitung, Landsmann Grigoleit (Bottrop) an, der sich insbesondere für die Verbreitung ost= und westpreußischer Erzeugnisse einsetzte. Bundesleiter Dr. Volle sprach hierauf über die Neuordnung innerhalb des Bundes Deutscher Osten. 444 1 In der nachfolgenden Haupttagung des Landesverbandes, an der etwa 300 Bundesgruppenleiter aus allen Teilen Westfalens und der Rheinprovinz teilnahmen, verbreitete sich der Reichsbundesleiter Dr. Bolle in eingehender Weise über die im Bund Deutscher Osten getroffenen organisatorischen Neuerungen. Mit dem 1. Juli tritt danach folgende grundsätzliche Neuregelung in Kraft: Im BDA. ist das gesamte Auslandsdeutschtum erfaßt, im B2O. das gesamte grenzländische Inlandsdeutschtum einschließlich des Bundes heimattreuer Ost= und Westpreußen, der innerhalb des BDO. seine Selbständigkeit behält. BDA. und BDO. sind wiederum der Deutschen Mittelstelle unterstellt. die unter Führung von=Obergruppenführer Lorenz steht. Reichsbundesleiter Dr. Bolle ist zum Referenten im BDO. bestellt worden. Die Ernennung der Gauführer des BDO. erfolgt noch. Außer diesem Bericht des Reichsbundesleiters über die Tagung des BDO. in der die genannten Mitteilungen gemacht wurden, nahm die Landesverbandsversammlung noch den Jahres= und Kassenbericht des Landesverbandsleiters Quadt(Herten) entgegen. Die Landesverbandsberichte legten Zeugnis von einer regen und erfolgreichen Arbeit im Dienste des treuen Zusammenhaltens der im Westen lebenden heimattreuen Ost= und Westpreußen und in der Pflege der Erhaltung engster Verbindungen zur alten Heimat im deutschen Osten ab. Ein Kind in der Waschküche tödlich verunglückt Oberlahnstein. Eine hiesige Familie wurde von einem tragischen Unglücksfall betroffen. In einem unbewachten Augenblick stürzte das Kind in der Waschküche in einen Behälter mit kochendheißem Wasser. Die erlittenen Verletzungen des Kindes waren so schwer, daß es kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. — Dieser bedauerliche Vorfall sollte erneut den Eltern zur Mahnung dienen, ihre Kinder während der Wäsche nicht in die Waschküche zu lassen. Revision verworfen Köln. Der aufsehenerregende Kölner Barsiche rungsbetrug beschäftigte am Montag in den 3. Strafsenat des Reichsgerichts, da der Angeklagte, der 47jährige Felix Köller aus Köln, gegen das Urteil des Landgerichts Köln von 22. Dezember 1938 Revision eingelegt hatte.— Durch dieses Urteil wurde er wegen fortgesetzten Betruges in einen besonders schweren Fall sicherungssumme von über 760000 R.K beauDer Vorfall ereignete sich Mitte Mai des vergangenen Jahres. Köller täuschte einen Unfall vor. Das schwer verletzte Auge ließ er sich von einem Kölner Arzt entsernen. Als er seine Ansprüche geltend machte, schöpften die Versicherungsgesellschaften Verdacht. Die angestellten Ermittlungen bestätigten den Verdacht der Selbstverstümmelung zum Zwecke des Versicherungsbetruges und führten am 3. August zur Verhaftung Köllers. Die Verhandlung vor dem Kölner Landgericht, bei dem etwa 30 Zeugen vernommen wurden, dauerte fast zwei Auf Grund der Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte das Auge mit Kokain unempfindlich gemacht und sich dann die Verletzungen beigebracht hatte. In Anbetracht der Scheußlichkeit der Tat. die in der Kriminalgeschichte der Welt einzig dastehen dürfte, verdiene er keine Milde. Seine Revision stützte der Angeklagte auf Verfahrens. und sachlich=rechtliche Rügen, die vom Reichsanwalt jedoch als nicht durchgreifend bezeichnet wurden. In Uebereinstimmung mit dem Antrag des Reichsanwalts kam das Reichsgericht zur Verwerfung der Revision, so daß das Urteil nunmehr Rechtskraft erlangt hat. Ausgang einer Revision Köln. Der 41 Jahre alte Arnold Geilhausen aus Köln wurde am 17. Februar 1938 wegen verschiedener Straftaten zu zwei Jahren secht Monaten Zuchthaus verurteilt. Auf seine Revision wurde das Urteil vom Reichsgericht aufgehoben und nochmalige Verhandlung angeordnet. Am 7. März 1939 hatte sich das Landgericht Köln mit der Sache zu befassen, das über die Strafe des ersten Urteils wesentlich hinausging und den Angeklagten zu vier Jahren Zuchthaus und Sicherungsverwahrung verurteilte.„ 9.1 u Der Angeklagte griff auch dieses Urteil mit dem Rechtsmittel der Revision an, wobei er sich besonders gegen die Sicherungsverwahrung wandte. Auch rügte er Verletzung der Aufklärungspflicht durch das Gericht. Er sei kein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, er habe auch durch jahrelange gute Führung bewiesen, daß er sich vom Wege des Verbrechens abgewand habe. Wie dem WD. vom Reichsgerichtsdiens des DRB. gemeldet wird, trat diesen Ausführungen der Reichsanwalt entgegen, der einleitend feststellte, daß das Schicksal, das der Augeklagte durch seine Revision gegen das erste Urteil erfahre, durchaus dem Gesetz entspreche. Er bezeichnete im übrigen das Revisionsvorbringen des Angeklagten als nicht durchschlagend und beantragte Verwerfung der Revision. Der 3. Strafsenat des Reichsgerichts gab diesem Antrag statt und bestätigte das Urteil vom 7. März, das nunmehr rechtskräftig geworder ist. „Liebesbriefe" der schwarzen Hand Irrungen und Verwirrungen durch einen Mainz. Das Mainzer Schwurgericht hatte am Montag einen ungewöhnlichen Vorfall abzuurteilen, der sich im Frühjahr in Guntersblum abgespielt hatte. Die 17jährige Pflegetochter eines Ortseinwohners hatte seit Wochen Briefe bekommen, in denen ein namentlich nicht genannter Liebhaber in zunehmender unflätiger Weise um ein Stelldichein bat. Als die Briefe unbeachtet blieben, versah der Schreiber die Briefe mit einer schwarzen Hand und kündigte als„Chef einer Geheimorganisation“ die„Rache seiner Bande“ an. Die Eltern des Mädchens wandten sich schließlich an die Mainzer Kriminalpolizei, und einige Burschen des Ortes organisierten einen Abwehrdienst. Auf einen wieder eingelaufenen Brief hin begab sich das Mädchen vor den Ort und wurde auch richtig von einem jungen Mann angesprochen. Ihre Begleitung, die sich im Hinterhalt gehalten hatte, griff ein, und der junge Mann wurde gestellt. Der Vater des Mädchens wurde benachrichtigt und erschien kurze Zeit danach, mit einem Hammer und einem Taschenmesser bewaffnet. Es kam zu einer stürmischen Aussprache, in deren Verlauf der junge Mann mehrere Messerstiche und einige Hammerschläge auf den Kopf erhielt. Wie sich noch während seines Krankenhausaufenthaltes herausstellte, hatte er mit dem anonymen Briefschreiber nicht das geringste zu tun. Gegen den Vater wurde daraufhin ein Verfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet. In der Verhandlung kam es zu einem merkwürdigen Zwischenfall. Die Gendarmerie hatte in der Zwischenzeit einen jungen Mann als den mutmaßlichen Autor der Liebesbriefe ausfindig gemacht. Bei dem Diktat der Briefe machte der Festgenommene jedenfalls dieselben recht merkwürdigen orthographischen Fehler wie der gesuchte Briefschreiber. Auf eindringliches Vorhalten gab er jetzt in der Schwurgerichtsverhandlung zu, der Täter gewesen zu sein, bestritt aber wieder alles, als er dieses Schuldbekenntnis beeiden sollte. Die Verhandlung endete damit, daß gegen den Vater des Mädchens unter Zubilligung weitgehender mildernder Umstände sechs Monate Gefängnis verhängt wurden. Der Verletzte, ein Bayer, hat sich sehr versöhnlich gezeigt und erklärt, daß man sich wegen eines Dirndls auch schon mal raufen könne. Wer der Briefschreiber nun wirklich ist, bleibt nach wie vor im Dunkeln. Von abstürzenden Felsmassen erschlagen Koblenz. In einem Steinbruch in Oberlahnstein lösten sich plötzlich am oberen Hang größere Steinmassen und stürzten in die Tiefe. Hierbei wurden die beiden Arbeiter Stark und Felden aus Becheln verschüttet. Während Stark schwer verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden mußte, konnte Felden nur noch als Toter unter den Steinmassen hervorgezogen werden Verbraucherhöchstpreise für Speisekartoffeln Vonn. Für deutsche Frühkartoffeln stellen sich in der Zeit vom 28. Juni bis zum 4. Juli die Verbraucherhöchstpreise in der Rheinprovinz wie folgt: 1. Größenklasse: 50 kg 5 kg 22/ kg weiße, rote und gelbe Sorten...... 8,00 0,80 0,40 0,08 runde gelbe Sorten 8.40 0,84 0,42 0.09 lange gelbe Sorten 880 0,88 0,44 0.09 2. Größenklasse: weiße, rote und gelbe Sorten....... 5,72 056 029 0.00 runde gelbe Sorten 5,96 0,60 0,30 0.06 lange gelbe Sorten 6,20 0/62 031 0,07 Die italienischen Frontkämpfer in der Westmark— Am Donnerstag Eintreffen in Koblenz Koblenz. Die 500 italienischen Frontkämpfer, die am Sonntag in Berlin eingetroffen sind und auf Einladung des Vorsitzenden der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände, NSKK.=Obergruppenführer General Herzog von Coburg, eine Deutschlandreise unternehmen, treffen am Donnerstag in der Gaustadt der Westmark ein. Der Sonderzug mit der faschistischen Frontkämpferabordnung trifft um 18.51 Uhr auf dem Koblenzer Hauptbahnhof ein, wo die Gäste begrüßt und durch die Straßen der Stadt zum Rheinhotel geleitet werden Bei der Begrüßung am Bahnhof wird die Bevölkerung der Gaustadt den Frontkameraden unseres Bundesgenossen einen würdigen Empfang bereiten. Im Rheinhotel findet ein herzlicher Empfang der hohen faschistischen Generäle und Frontkämpferführer durch Gauleiter Pg. Gustav Simon statt. Anschließend werder die Gäste gemeinsam mit der Bevölkerung fröhliche Stunden im weltbekannten Weindorf der leben und am nächsten Tage eine Rheinfahrt durch den landschaftlich schönsten Teil unseres deutschen Stromes unternehmen Die glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen in dankberer Treude an Hermann Kockelke u. Frau Hanna geb. Niekamp Schwerte, den 28. Juni 1939 2 O• für Hotzen Hesacht. Schwerter Zeitung viel handlicher Ist so eine Kleinbild-Kamera von Biaall. gege. Openor H. Kayser Adot-cittet-Eiats.) Beutsche Reichsisttelle ES i5t Zalt zur Erneuerung der Lose für die 3. Klasse! Gewinnlisten der 2. Klasse eingetroffen Schreibwarenhandlung Hans Linner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—5. Du hast für die Deinen geschafft, Bis Dich der Tod hat hingeralft. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, Montag 4 Uhr meinen innigstgeliebten Mann, den treusorgenden Vater meines Kindes, unseren lieben Bruder, Schwager, Onkel und Vetter ***„ im Alter von 35 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Frau Hedwig Hicking Manfred Hlicking Schwerte, Hagenerstr. 106, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Ramsbeck bei Bestwig, 28. Juni 1939. Die Beerdigung findet Dönnerstag, den 29. Juni 1939, nachmittags 4,30 Uhr vom Marienhospital aus statt. * wieder vorrätig. „Schwerter Zeitung“ 6 ZimmerWohnung abgeschl. 2. Etage, Altbau, zum 1. Aug. zu vermieten. Offerten unter Nr. 1421 an die Geschäftsst. d. Schw. Ztg. 2 ZimmerWohnung mit gewerbl. Raum, zu vermieten.(1423 Zu erfr. in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Schöne neuzeitliche abgeschl. Stagenwohnunig 3 Zimmer, Küche und Badezimmer, zu vermieten. 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Gegen die Engländer FreshwaterDemanby erspielten sie sich einen 6:4, 6:1, 614= Erfolg. Die Briten wurden stets in die Verteidigung gedrängt. Angenehm fiel das gute Netzspiel von Metaxas auf, der eine bessere Form als am Vortage verriet. Der zweite Spieltag von Wimbledon brachte bei gutem Wetter und vollbesetzten Rängen— die Königin=Mutter war ebenfalls erschienen— aber auch deutsche Niederlagen. Roderich Menzel=Göpfert schieden aus. Göpfert war gegen Schluß zu schwach, als daß sich die Mannschift gegen die später stark herausragenden Franzolen Borotra=Brugnon hätte behaupten können. Dritter Kampf mit Estland Deutsche Länderelf am Donnerstag in Reval Nach den beiden schönen Erfolgen unserer Fußball=Nationalmannschaft in Oslo gegen Norwegen mit 4:9 und in Kopenhagen gegen Dänemark mit 2:0 folgt nun zum Abschluß der Spielzeit noch eine Begegnung mit Estland, die am Donnerstag, 29. Juni, in Reval im dortigen Stadion vor sich gehen wird. Deutschland eisst Lumit zum dritten Male auf die Estländer, die 1935 in Stettin mit 5:0 und 1937 in Königsberg mit 4:1 geschlagen wurden. Ferdl Swatosch im Gau Mittelrhein Einen eigenen Fußball=Lehrer hat sich der Gau 11(Mittelrhein) im NSRL in dem bekannten Wiener Ferdl Swatosch zugelegt, der bisher in der Reichshauptstadt tätig war. Swatosch, der im gesamten Westen des Großdeutschen Reiches hinreichend bekannt ist, nimmt em 1. August seine Tätigkeit auf. SA=Gruppe Westfalen— Sel-Gruppe Nordsee Im Rahmen der Wehrwettkämpfe der SAGruppe Westfalen am kommenden Wochenende in Dortmund wird es im Stadion„Rote Erde“ auch wieder einen Fußball=Großkampf geben. Die SA=Gruppe Westfalen, in der so bekannte Spieler wie Szepan, Kuzorra, Lenz, Gellesch, Tibulski und Stachorra stehen, spielt gegen die SA=Gruppe Nordsee. Bei den Norddeutschen sind verschiedene Spieler von Werder Bremen und BfL Osnabrück dabei. Westdeutschland— Brandenburg? Opfertagspiele der Handbalker Das Reichsfachamt Handball hat für den Opfertag des Handballsports am 27. August drei Großtreffen in Aussicht genommen. In Duisburg oder Düsseldorf sollen Westdeutschland und Brandenburg gegeneinander spielen, in Bamberg Mitteldeutschland und Süddeutschland, in Reichenberg oder Aussig Sudetenland und Ostdeutschland. Die Zusammensetzung der einzelnen Auswahlmannschaften ist so gedacht, daß die Gaue die in den betreffenden Landesteilen liegen, die Mannschaften zu stellen haben. Wer boxt gegen Meister Neusel? Der Führer des Berufsverbandes Deutscher Faustkämpfer, Ministerialrat Dr. Metzner, hat einen Ausscheidungskampf zwischen Arno Kölb* lin(Plauen) und Heinz Lazek(Wien) angeordnet. Der Sieger erhält das Recht, den derzeitigen Deutschen Meister im Schwergewicht, Walter Neusel(Wanne=Eickel) um den Titel zu fordern. Lazet ist für Kölblin kein Unbekannter. Im Gegenteil. Der Plauener verlor gegen ihn die Europameisterschaft— durch Disgulifikation wegen eines Tiefschlages. Er hat nun Gelegenheit, sich zu rechtfertigen und das Ergebnis richtigzustellen. BfL. Schwerte 1. VfL. Schwerte— 1. SC. Aplerbeck 09. Als Abschluß der Fußballsaison 1938/39 hat die Vereinsleitung von VfL. für den heutigen Mittwoch ein Abendspiel angesetzt, zu welchem man die 1. Mannschaft des Dortmunder Kreisklassenvertreters Aplerbeck 09 verpflichtet hat. Des öfteren haben die VfLer in letzten Zeit mit Vereinen der Dortmunder Gruppe durch die Austragung von Freundschaftsspielen KräfteHeute, Mittwoch, den 28. Juni 1939 Fußball=Abendspiel V. f. L. 1.— S. C. Aplerbeck 09 1. Sportplatz Schützenhof. Anstoß 19 Uhr. vergleiche angestellt und man kann wohl sagen, daß man hierbei durchweg auf gute Gegner gestoßen ist. Noch am Vorsonntag weilte der PfL. Hörde in Schwerte, mußte aber dann auf Grund der vorzüglichen Spielweise des Gastgebers eine unverhoffte 6:1=Niederlage hinnehmen. In der Begegnung mit Aplerbeck 09 stoßen die Schwerter unumwunden auf einen weit besseren Gegner. Das günstige Ergebnis— 4:4— gegen die Werksportler der Edelstahlwerke Dortmund und die nur knappe 1:3=Niederlage gegen den Gauligisten Westfalia Herne lassen deutlich erkennen, daß die Aplerbecker z. Zt. einen nicht zu unterschätzenden Partner abgeben. Auch in Schwerte werden die Gäste mit guten spielerischen Leistungen aufwarten, um in jeder Hinsicht einen guten Eindruck zu hinterlassen. Dadurch, daß sich auch die VfLer— welche dieses Spiel in stärkster Besetzung bestreiten— im Augenblick in Hochform befinden, dürfte von vornherein die Gewähr für einen interessanten Fußballkampf gegeben sein. Die Siegesaussichten sind auf beiden Seiten die gleichen, sodaß erst beim Schlußpfiff der Sieger feststehen wird. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß ein unentschiedenes Ergebnis das Ende dieses Treffens anzeigt. Beide Mannschaften werden nur darauf sinnen, durch die Sicherstellung eines Erfolges, sich einen günstigen Abschluß der Saison 1938/39 zu verschaffen. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. V./39: 1517. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ½10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Son nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung. Juustriertes Kreuzworträtsel. + Die in der waagerechten und senkrechten Felderreihen einzutragenden Wörter sind aus den bildlichen Darstellungen zu erraten. Die Wörter der waagerechten Reihen sind in dem oberen, die der senkrechten in dem unteren des Bisdes zu suchen. Ergunzungsaufgabe. Lub— Ring— Arzt— Zwirn— Tat— — Strayl— Schrift— Sack— Riß— Schelm. Einem„jehen der vorstehenden, einsilbigen Wörter I eines der nachfolgenden Wörter voranzusetzen, so daß neue, und zwar zweikilbige, Wörter daraus entstehen. Die Ankangsbuchstaben dieser ergeben, zu einem Wort verbunden, ein beliebtes Reiseziel vieler Volksgenossen. Blitz— Chef— Ernst— Erz— Groß— Arund— Haus— Hirsch— Auln)— Ohe Sprichworträtsel. 1. Alles, was recht ist, aber das geht nicht 2. Es sind nicht alle lustig, die tanzen! 3. Gott sei Dank! 4. Er fürchtet sich vor sich selbst! 5. Von allem wenig, vom Ganzen nichts! 6. Wer nichts versucht, lernt nichts! 7. Augen auf, Kauf ist Kauf! 8. Nur Reisen ist Leben! 9. Es wird schon gehen! 10. Wenn man will, geht alles! Den vorstehenden zehn Sprichwörtern ist je ein Wort zu entnehmen. Zu einem Satz verbunden, ergeben diese dann wiederum ein Sprichwort. Rätsel. O hakte drauf, daß stets ich dich Geleite durch das Leben Sonst könnte ohne Kopf ich dir Manch' trübe Stunde geben. Jastennütfei. a beeegimunoorrersttuwe Die Buchstaben ergeben richtig eingesetzt, in den senkrechten Reihen Wörter folgender Bedeutung: 1 niederes Tier, 2 Fluß in Italien, 3 schlechte Eigenschaft 4 kleine Rechnung, 5 männliches Haustier, 6 Ruhepause. Bei richtiger Lösung nennen die oberste und die unterste Waagerechte je einen großen Tondichter. Fenstenndtfel. Die 33 Buchstaben: sind in die Felder vorstehenden Fensterrahmens einzusetzen; es ergeben alsdann: 1. die erste waagerechte Reihe die Bezeichnung der Gußform für Druckbuchstaben, 1. die zweite waagerechte Reihe eine Zierpflanze, 3. die dritte waagerechte Reihe den Fuchs in der Fabel, 4. die erste senkrechte Reihe einen spanischen Stierkämpfer, 5. die zweite senkrechte Reihe einen italienischen Fluß, 6. die dritte senkrechte Reihe einen erdkundlichen Begriff. Buchstabenrätsel. Schau', wie dem sonnigen Strahl Eingang es schafft in dein Zimmer. Kommt ihm zu nah' deine Hand. Hast du's mitr statt mit 1. Sübenebisel. Aus den 22 Silben: a— bee— bin— di— erd— en— ho— kas— kunst— la— land— K— ue— 10 — reh— v0— ru— sel— u— u— wie— zu bilde man neun Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Edelstein, 2. ttalienische Provinz und Stadt, 3. biblischer Berg, 4. Obst, 5. kleines Raubtier, 6. Verordnung, 7. weiblicher Vorname, 8. männlicher Vorname, 9. kommende Zeit. Die Wörter müssen in ihren Anfangsbuch staben, von oben nach unten, und in ihren Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen ein Sprichwort ergeben. Auflösungen aus voriger Nummer Kreuzworträtsel: a) 1 Stahl, 7 Lor8 Spa, 9 Dichter, 11 Ren, 12 Leo, 15 Landung, 17 Ara, 18 Egon, 19 Areal; b) 2 Tod. 3 Arizona, 4 Heck, 5 Spee, 6 Marne, 8 Streng10 Allah, 13 Earl, 14 Auer, 16 Goa. Wechselrätsel: Rentner, Zentner. Erdkundliches Silbenrätsel:. 1. Arber, 2. Ufenau, 3. Chile, 4. Honduras, 5. Weißenfels, 6. Everest, 7. Nauheim,### Namslau, 9 Elbrus, 10. Illinois, 11. Neudamm, 12. Barcelona, 13. Ehrenbreitstein, 14. Trinidad, 15. Teneriffa, 16. Libanon, 17. Eisack, 18. Rhone, 19. Göhren.— Auch wenn ein Bettler grueßt, muß man danken. Telegrammratsel: Kaffee, Uriel, Pensum, Fonds, Kerze Eugen.— Feriensonderzug. Gleichklang: Flegel Rätsel: Meise— Ameise. Rösselsprung: Soll sich das Leben dir enthüllen.“ Fang erst bei deinem Innern an: Stets sag sich jeder selbst im stillen, Was ihm kein andrer sagen kann.(Feuchtersleben.,— Pestgr s 19 Fehlauigabe: Altertum, Ralterghist, Euterpe, Mitternacht. Otteroiß, Natterstich, Echternach.— Anemone.