Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45###(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.K 2.—(einschl. 23.2#### Zeitungsgebähr und 0.44 R### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N### Bestellgeld, Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 * Schwerter Zeimatblatt. Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mmn breit) 6 R. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 Nel. Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 für die Htadt Hchwerte, die Amter Weschosen Ergste. Einzige in Hchwerte gedruckte Tageszeitung Nr. 145 Schwerte(Ruhr), Sonnabend, 24. Juni 1939 71. Jahrgang Srfuuunts unserer SeT Gordoris: Zuhrung und Volk unzerirennlich 23. Juni. Im Omnibus=Betriebsbahnhof Helmholtzstraße der Berliner Verkehrsgesellschaft fand am Freitagnachmittag für große Teile der BVG.=Belegschaften und der städtischen Unternehmen ein Betriebsappell statt, der für die 15000 Teilnehmer dadurch zu einem tiefen und nachhaltigen Erlebnis wurde, daß der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels selbst gekommen war, um zu einer bedeutsamen politischen Rede das Wort zu nehmen. Mit wenigen Sätzen voll schneidenden Hohnes tut Dr. Goebbels die letzten Lügen der Auslandspresse ab, die da behauptet, über Deutschland sei eine Nervenkrise hereingebrochen, das deutsche Volk sei mit der gegenwärtigen deutschen Außenpolitik nicht einverstanden, es wolle keine Eroberungen machen, es wolle überhaupt nichts als Ruhe und Ordnung. Nach Danzig seien die Zehntausende, die vor wenigen Tagen vor der ganzen Welt ihren Willen zur Rückkehr ins Reich bekundeten, heimlich aus Ostpreußen eingeschmuggelt worden. Es habe sich gar nicht um richtige Danziger gehandelt, die viel lieber in ihrem Freistaat verblieben oder gar sich nach Polen schlagen wollten. Nein, so sagte Dr. Goebbels, es hat gar keinen Zweck, diesen Teil der durch und durch verlogenen Auslandspresse irgendwie durch Gegenargumente zu widerlegen. Aber an das deutsche Volk wendet sich Dr. Goebbels. Zu ihm will er über das Problem sprechen, das uns heute in Deutschland ebenso wie alle Menschen in der ganzen Welt beschäftigt. Von der Stellung, die unserer Ansicht nach Deutschland unter den Völkern einnehmen muß. Dr. Goebbels setzte sich dann zunächst mit der Behauptung ausländischer Blätter auseinander, das deutsche Volk lehne die„imperialistische Politik“ des Führers ab und gab dazu eine eindeutige Definition dessen, was man unter imperialistischer Politik verstehen könne. Wenn man, so rief er, unter imperialistischer Politik versteht, daß ein Land die Welt unterjochen will. dann allerdings hat das deutsche Volk nicht die Absicht, eine solche Politik zu betreiben. Wenn man aber darunter eine Politik versteht, die zum Ziele hat, einem Volk seine elementaren Lebensansprüche zu sichern und ihm den Platz an der Sonne zu erkämpfen, der diesem Volk auf Grund seiner Tüchtigkeit, seines Fleißes und seiner Tapferkeit gebührt: dann freilich sind wir Imperialisten! Denn wir Deutsche vertreten allerdings die Meinung, daß die Stellung, die wir heute in der Welt einnehmen, nicht dem Range entspricht, den unser Volk zu beanspruchen hat und daß diese Stellung deshalb geändert werden muc Das deutsche Volr hut keine Lust, in aller Zukunft weiter in einem Zustande zu leben, der uns in Versailles in unserer schwersten Stunde aufgezwungen wurde. Wenn wir heute beispielsweise immer wieder den Ruf nach Kolonien erheben, so geschieht das doch nicht um irgendwelcher Millionäre willen, sondern es geschieht für euch, damit ihr zu leben habt und damit eure Kinder einmal die Basis zu einer nationalen Existenz vorfinden, die eines groden und mächtigen Kulturvolkes würdig ist. „Das mag sich das Ausland merken: Ein Volk, das so zusammengepreßt auf einem engen Raum lebt, das keine natürlichen Hilfsqiellen besitzt keine Rohstoffe, keine Devisen, keine Goldvorräte, muß einen anderen Weg gehen, als ein Volk, das alle Güter dieser Welt sein eigen nennt. Wenn wir nicht so vernünftig wären, dann wäre der überhitzte deutsche Kessel schon längst explodiert. Und noch eins mag die Welt zur Kenntnis nehmen: Wenn man in London, Paris, Newvork oder Warschau auch nur einen Schimmer von Hoffnung sieht, daß das beutsche Volk oder daß der deutsche Arbeiter sich einmal vom Führer trennen könnte, so ist das eine illusori„Wir wollen unsere natäielichen Lebensbe. bürfnisse erfüllt sehen!“ Wenn das Ausland diese Forderung nicht verstehe, so seien wir auch zu näheren Erkäuterungen bereit. Verdrebungen allerdings, wie sie die Auslands. dresse durch salsche Sinngebung auch letzthin wieder versucht habe, machten auf uns keinen Eindruck. Die Welt müsse sich endgültig darüber klarwerden, daß das Deutschland von heute nüchtern und unerbittlich für seine Forderungen eintrete, und daß für diese Forderungen das gesamte deutsche Volk geschlossen einstebe... T.7,X, Mustenserbehiens Wenn heute der englische Propagandadienst behauptet:„Euer Volk hinter euch tut nicht mehr mit“, dann können wir getrost zur Antwort geben:„Wir brauchen uns nicht einmal umzuschauen. Wir wissen, daß das nicht wahr ist! Von euch hier wird ja wohl auch das Ausland zugeben müssen, daß ihr Arbeiter unseres Volkes seid, und es kann wohl niemand behaupten, daß ihr als Straßenbahner verkleidete Millionäre gewesen seid oder meinen Ausführungen vollkommen teilnahmslos zugehört hättet, Dr Goebbels sprach dann noch kurz in aller Offenheit auch darüber, weshalb manche innerpolitische Frage einstweilen hinter den drängenden außenpolitischen Aufgaben zurückstehen müßte und schloß dann: „Heute sehen wir Deutschland vor uns als ein großes, starkes Volksreich, von dem auch ihr ein Teil seid. Gemeinsam kämpfen wir dafür und stehen dafür ein, daß diesem Volksreich zuerkannt wird, was ihm gebührt. Möge man im Ausland die Hoffnung aufgeben, uns auseinanderzureden. Es mag sein, daß auch einmal wieder Wochen oder Monate kommen, in denen wir nicht mehr so oft reden können wie jetzt. Wenn sich dann die Schmutzfluten einer feindlichen Propaganda über die Welt ergießen, dann wünsche ich, daß ihr aus dieser Stunde Kraft schöpft, auch wenn ihr einmal eine Situation im Augenblick nicht ganz versteht und nicht ganz durchschaut. Dann müßt ihr euch mit dem Grundsatz behelfen der uns Nationalsozialisten noch stets als Richtschnur gedient hat: Der Führer hat immer recht, und er behält auch immer recht!" Chamberlain: England unerträglich beleidigt London, 23. Juni. Ministerpräsident Chamberlain berichtete im Unterhaus über neue Fälle„unwürdiger Behandlung" von britischen Staatsangehörigen durch japanische Soldaten in Tientsin. Außenminister Lord Halifax, so teilte Chamberlain mit, habe daher den japanischen Botschafter in London gebeten ihn im Laufe des Freitags aufzusuchen. Zweifellos werde Halifax dem japanischen Botschafter„deutlich erklären“, wie Großbritannien über diese„unerträglichen Beleidigungen" denke. Das war Chamberlains Erwiderung auf die Frage eines Abgeordneten, ob man nicht der japanischen Regierung mitteilen wolle, daß eine derartige Behandlung britischer Staatsangehöriger ernste Folgen für japanische Staatsangehörige in britischen Gebieten haben könne Ueber die Lage in Swatau konnte Chamberlain noch nichts sagen, da noch keine neuen Berichte vorlagen. Auf die Frage, ob man sofortige Ergreifung von Vergeltungsmaßnahmen denke, sagte er:„Nein, ich glaube, daß es noch nicht so weit ist.“ Eine Frage nach der Zahl der in Tientsin ansässigen Staatsangehörigen überging der Ministerpräsident und sagte nur, es würden Vorkehrungen für die Auffüllung der Vorräte an unverderblichen Lebensmitteln getroffen. Die britische sion erhalte zurzeit nur 10 vom Hundert ihrer normalen Lebensmittelmengen. Kriegsrat in Singapore Einkreisungsspezialisten für den Fernen Osten an der Arbeit London, 23. Juni. In Singapore begann am Donnerstag die angekündigtgefegrähag## der britischen und französischen, er#eblshaher der Land=, Luft= und Seestreitkräfte im Fernen Osten. Bei den Besprechungen geht es um die Feststellung von Plänen für die Zusammenarbeit der britschen und französischen Streitkräfte im Fernen Osten im Kriegsfalle. SANKINE FEE Feche Hganksing Hankten IU HALE engfenhort Miangs: 0d A Schautischon## vangtung Watc aO(gparhnt 800 Kiomefer Eräuterung: Vbn dben-beponern boseikzis michtge chte. sind unferstrichen. Eisenbahnen Zur japanischen Truppenlandung in Swatau Unter dem Schutz von Kriegsschiffen haben die Japaner bei Swatau in der südchinesischen Provinz Kuangtung Truppen gelandet. Durch die Besetzung von Swatau tritt eine wesentliche Verschärfung der Blockade zur Unterbindung des Nachschubs für die Truppen des Marschalls Tschiangkaischek ein. Japanische Kriegsschiffe haben bereits englische Handelsschiffe an der Einfahrt in den Hafen von Swatau gehindert. Weltbild=Gliese(M). Aufruf der Reichsfrauenfübrertn Freiwillige Erntehilfe der Frauen tut not Berlin, 23. Juni. Die Reichsfrauenführerin hat zur Erntehilfe folgenden Aufruf erlassen:„Wir alle wissen, daß die Bäuerin und Landfrau wieder vor der Sommerarbeit stehen und daß es ihr in den nächsten Wochen und Monaten oft nicht möglich sein wird, allen ihren Pflichten in der Familie zu genügen, weil dringlichste Arbeit in Hof und Feld ihrer wartet Sie darf darüber nicht mutlos werden! Sie Sscsher e e e e. Aus dem Wunsch heraus, unseren Frauen auf dem Lande jede nur erdenkliche Unterstützung während der Bergung der Ernte zuteil werden zu lassen, rufe ich hiermit alle Mitglieder der NS=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes, rufe ich aber auch alle, übrigen Frauen und Mädchen in Stadt und Land zur freiwilligen Erntehilfe auf. Landfran belten bei leichter Feldarbeit, bei leichter Gartenarbeit bei dem Ernten und Einmachen der Gartenfrüchte, bei der Hausarbeit und der Betreuung der Kinder. Ich erwarte, daß sich jedes gesunde deutsche Mädet, jede gesunde deutsche Frau überlegt, wie sie sich für einige Nachmittage, für ein Wochenende oder gar für zwei bis sechs Wochen freimachen kann, um sich in irgendeiner Weise bei der Einbringung der diesjährigen Ernte zur Verfügung zu stellen. Ich erwarte dies ganz besonders von jenen, die keinen Beruf haben, die nur einen kleinen Haushalt versorgen und stundenweise abkömmlich sind. Angesichts des Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften und der Ueberbeanspruchung der Landfrau muß jede deutsche Frau ihren Stolz darin setzen, nach ihren Kräften zur Einbringung der Ernte und damit zur Sicherung der Ernährung ihres Volkes beizutragen Kriegserklärung an China? Ein entsprechender Antrag dem Kaiser zugeleitet Tokio, 23. Juni. Das Mitglied des Oberhauses Otaka, der bekannte Nationalist Toyama, der frühere Botschafter in Berlin Honda und der bekannte Publizist Miyake überreichten dem kaiserlichen Siegelbewahrer eine Bittschrift zur Weiterleitung an den Thron. Darin wird geben,„die Rechte Japans als kriegführende Macht in Kraft zu seben...... L.maben hagpchat: Die Bitte wird folgendermaßen begründet: Die auswärtigen Zufuhren für Tschiang= kaischek müssen auf diese Art gesperrt werden. Außerdem kann eine grundsätzliche Lösung der Frage der fremden Konzessionen und internationalen Niederlassungen auf andere Weise kaum durchgesetzt werden. Der ChinaKonflikt ist jedoch ohne Sperrung der Zufuhren für Tschiangkaischek und ohne Lösung der Konzessionsfrage nicht zu beenden. Die Unterzeichner der Bittschrift sähen keinen anderen Weg,„dem Thron den Willen der Nation offen klarzulegen“, als durch die Ueberreichung der in Rede stehenden Schrift. Die Petition wurde vom kaiserlichen Siegelbewahrer zur Weitergabe an den Thron bereits unterzeichnet. In politischen Kreisen betont man, daß sie einen Antrag zur Kriegserklärung Japans an China darstellt. Ministerrat in Ausschließlich für Moskau und den Fernen Osten Paris, 23. Juni. Der Ministerrat, der am Samstag zusammentritt, wird ausschließlich den außenpolitischen Fragen gewidmet sein. In dieLesen Sie heute: Was liest Du Kamerad? Seite 9 15 Fahrseier der Orisgruppe Kalthof Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Seite 4 Wieviel Deutsche leben in der Welt? Seite 7 sem Zusammenhang hatte Ministerpräsident Daladier Freitagvormittag eine ausführliche Besprechung mit Außenminister Bonnet, die sich insbesondere auf die englisch=französisch=sowjetrussischen Verhandlungen und auf die Ereignisse im Fernen Osten erstreckten. " Luftarmeegeneral Valle besucht auf Einladung Herm. Görings Berlin Berlin, 28. Juni. S. Exz. der Kgl.=Ital. Staatssekretär der Luftfahrt, Luftarmeegeneral Balle, wird auf eine Einlabung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, am Samstag um 11 Uhr auf dem Flugplatz Staaken zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland eintreffen. Nach der Landung und der Begrüßung wird er sich nach dem Hotel Esplanade begeben. Drei Balkanherrscher in Italien Rom, 23. Juni. In hiesigen politischen Kreisen weist man darauf hin, daß wahrscheinlich an der Hochzeit des Herzogs von Spoleto mit einer griechischen Prinzessin drei Herrscher aus den Balkanstaaten teilnehmen werden. Es sind dies der König von Griechenland, Prinzregent Paul von Jugoslawien und wahrscheinlich auch König Voris von Bulgarien. Man bemerkt aus diesem Anlaß, daß die Anwesenheit dieser Herrscher selbstverständlich auch Anlaß zu einer Aussprache über volitische Fragen geben dürfte. Außerdem sieht man hier in der Zusammenkunft der Balkanherrscher ein sicheres Zeichen dafür, daß Italiens freundnachbarliche Politik mit den dern des Balkans ihre Früchte getragen hat Larrisch= sranzesischer Frankreichs syrische„Mission“ Paris, 23. Juni. Obwohl das lange angekündigte Ei der türkisch=französischen Abkommen gelegt worden ist, ist dies doch noch nicht das Hauptereignis des Tages. Viel mehr Raum nimmt in politischen Kreisen die sowjetrussische Antwortnote ein, die im Laufe des Freitag einer genauen Prüfung im Quai d’Orsay unterzogen wurde. In hiesigen gut unterrichteten Kreisen hat man aber bereits gegen Mitternacht davon Wind bekommen, daß diese Antwort ablehnend ausgefallen ist, und daß man jetzt wieder am gleichen Fleck steht wie vor 2½/ Monaten. Man weiß allerdings noch nicht im einzelnen, welchen besonderen Punkt die Sowjets beanstanden. Die baltische Frage ist es sicher, und daß die fernöstliche Lage da hineinspielt. bedarf auch keiner weiteren Betonung. Ferner sind gewisse Abmachungen über die automatische Auslösung des projektierten Paktes an sich ebenfalls Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten. Es ist jetzt auf alle Fälle wieder an den westlichen Demokratien, in Kürze einen neuen Bittgang nach Moskau anzutreten. Mit neuen Konzessionen in den Händen — die vielleicht morgen schon wieder von dem Kreml als ungenügend abgelehnt werden. In Paris hat diese negative sowjetrussische Antwort äußerst deprimierend gewirkt. Als Beweis dienen das heillose Durcheinander und die Verlegenheitsphrasen der Pariser Presse, die von einem Fuß auf den anderen tritt und nicht weiß, wie sie den eigenen Optimismus der letzten Tage dementieren soll. Allerdings muß man ihr zugute halten, daß dieser Optimismus vom Quai d’Orsay befohlen war, der wegen der türkisch=französischen Verhandlungen ein äußerst günstiges„Klima“ brauchte. Das noch gestern verbreitete Argument, der bevorstehende Abschluß des Abkommens zwischen Ankara und Paris sei ein sichtbarer Beweis dafür, daß die Verhandlungen mit den Sowjetrussen auf bestem Wege seien, enthüllt sich also heute als ein ziemlich kläglicher Kniff. Trotz alledem möchte man in den dem Quai d'Orsay nahestehenden Kreisen wieder Optimismus zur Schau tragen und man meint, daß man den Sowjets ja immer noch neue Vorschläge unterbreiten könne und daß die berühmte Verhandlungstür immer noch nicht geschlossen sei. Diese krampfhafte Zuversicht erinnert in fataler Weise an irgend einen amerikanischen Filmkomiker, der nach jeder Ohrfeige sofort wieder eine lächelnde Grimasse aufsetzt. Paris, 23. Juni. Im Zusammenhang mit den französisch=türkischen Verträgen gab die französische Regierung eine besondere Erklärung über ihre Mission in Syrien ab, die heute nachmittag unterzeichnet wurde und folgenden Wortlaut hat: Die Regierung der Republik erklärt, daß es keineswegs die Absicht Frankreichs ist, zugunsten eines Dritten auf die Mission zu verzichten, die es in Syrien und im Libanon ausübt. Paris, den 23. Juni. (gez.) Georges Bonnet. Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung der französisch=türkischen Erklärung hat Außenminister Bonnet dem„Intransigeant“ eine kurze Erklärung abgegeben, in der es u. a. heißt, die französisch=türkischen Abkommen, die heute unterzeichnet werden, legten die Beziehungen zwischen der Türkei, Frankreich und Syrien sowie dem Libanon in einer erfreulichen Weise fest und regelten die freundschaftlich=nachbarlichen Beziehungen zu diesen Ländern. Die Verträge brächten gleichzeitig einen Beitrag zur Stabilinierung der Politik im östlichen Mittelmeerbecken. Parallel zur englisch=türkischen Erklärung stellten sie eine Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit beider Mächte dar, die„gleichermaßen an einer Aufrechterhaltung von Ordnung und Frieden in der Levante sowie in Europa interessiert seien“. Reynand=Mandel=Clique sabotiert Jordana=Vérard=Abkommen Paris, 23. Juni.„Action Francaise“ berichtet von neuem über Meinungsverschiedenheiten innerhalb der französischen Regierung, und zwar diesmal wegen der Beziehungen zu Spanien. In seinem letzten Bericht vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer habe der Außenminister, so schreibt das Blatt, kaum verhehlt, daß die Mehrheit der Regierung zusammen mit Botschafter Pétain über die Spanienpolitik im klaren sei. Finanzminister Reynand und Kolonialminister Mandel widersetzten sich jedoch. Pétain habe sich schon zweimal persönlich an den Ministerpräsidenten und den Außenminister wenden müssen, damit die Abmachungen zwischen Burgos und Paris französischerseits loyal innegehalten würden. Die spanische Regierung brauche ihr in Frankreich deponiertes Gold zur Finanzierung ihrer Wiederaufbauten usw., was auch Bonnet, Daladier und jeder vernünftige Mensch einsehe. Aber die Clique um Mandel und Reynaud, insbesondere die Tabouis, ferner Pertinax, Pere, Kerillis, Burex und Brossolette(Populaire) arbeiteten verzweifelt dagegen. Reynaud, der zusammen mit Blum schon für die Feindschaft verantwortlich sei, sei ein Verbrecher. Daladier habe es gewagt, Reynauds Widerstand gegen eine Ablieferung des spanischen Goldes zu brechen. Pétain habe sich daraufhin persönlich zu Reynaud begeben, der ihn sehr herablassend im Finanzministerium empfangen habe. Pétain sei über das Ergebnis dieser Unterhaltung traurig gewesen. Projekt des„ZweimeereKangls“ Französische Regierung soll Stellung nehmen Paris, 23. Juni. Die parlamentarischen Verkechter des„Zweimeere=Kanals“, d. h. des Baus Verikug unerzeichner Paris widerspricht sich abermals einer Hochseeschiffsverbindung zwischen Atlautik und Mittelmeer(Bordeaux— Sete) unter Benutzung der natürlichen Wasserstraßen, haben heute eine Reihe von Sachversändigen über die Durchführung des Projekts gehört. Bekanntlich ist die Erörterung um dieses Thema auch deshalb aktuell geworden, weil man es für eine günstige Gelegenheit ansah, daß man die Hunderttausende von rotspanischen Milizen in den südfranzösischen Flüchtlingslagern zum Bau des Kanals heranziehen könnte. Die erwähnten Befürworter des Projektes haben ferner heute beschlossen, dieses Problem offiziell vor das Parlament zu bringen, damit ein für allemal klargestellt wird, ob die Weiterverfolgung des Projektes opportun ist. Insbesondere will man dabei die Regierung zu einer Stellungnahme veranlassen. Die Regierung hat sich bisher— ebenso wie gegenüber dem ebenso zäh verteidigten Plan einer Transsaharabahn— zurückgehalten. Sie hat allerdings bisher stets unter der Hand zu versteben gegeben, daß die Durchführung dieser beiden Projekte, so erwünscht sie auch vom strategischen Standpunkt aus seien, doch riesige Summen verschlingen würde und daß Frankreich gegenwärtig alle verfügbaren Mittel auf die eigentliche Aufrüstung konzentrieren müsse. Diese Mittel sind nach Ansicht der Regierung auch schneller realisierbar, als derartige strategische Bauten, die doch eine sehr lange Zeit der Fertigstellung beanspruchen würden. König Boris empfing am Donnerstag Reichsminister Dr. Frank und verbrachte mit ihm über zwei Stunden in angeregter Unterbeitung. Ministerpräsident Chamberlain wurde noch am Donnerstag abend 21.30 Uhr von König Georg im Buckingham=Palast in Audienz empfangen. Am Donnerstag traf der dänische Außenminister Munch, der sich auf der Rückreise nach Dänemark befindet, von Geuf kommend zu einem mehrtägigen privaten Aufenthalt in der Reichshauptstadt ein. Wie die„Romania" berichtet, kam die Bukarester Polizei einer jüdischen Goldschmugglerbande auf die Spur, die sich mit dem Schmuggel von Goldmünzen und ungemünztem Gold befaßte. Polene Appeln wiro greßer Womische Presse wirorthon hienderbranne voinische Lagen Posen, 23. Juni. Neue Anregungen für die Enteignung deutschen Eigentums bringt der „Dziennik Poznauski“ in einer angeblichen Zuschrift aus Lissa, in der unter Verwendung grob gefälschter Zahlen darauf hingewiesen wird, daß die deutsche Bevölkerung dieser Stadt, die 7 Prozent der Gesamtbevölkerung betrage, zwei Kirchen besitze, während die 92 Prozent polnische Bevölkerung nur über eine Kirche verfügt. Weiter wird als Gegenstand eifrigster Erorterung in Lissa die Sache des deutschen Gymnasiums hingestellt, das nur von einigen 10 Schülern besucht werde. Man könnte doch, so heißt es, die Schule in einem kleineren Gebäude unterbringen und dafür das deutsche Gebäude für die zahlreichen örtlichen polnischen Organisationen verwenden, die kein eigenes Heim hätten. Wieder dieselbe Walze Polnische Presse wiederholt hirnverbrannte polnische Lügen Warschau, 23. Juni. Die polnischen Regierungsblatter Gazeta Polska und Kurfer Poranny haben sich nach Ueberwindung des ersten Schrecks über das machtvolle Bekenntnis der Bevölkerung Danzigs am vergangenen Wochenende jetzt endlich zu einer„Verteidigung“ des polnischen Standpunktes in der Danziger Frage aufgerafft. Gazeta Polska glaubt feststellen zu müssen, daß Danzig zu einem Instrument geworden sei, das von dritter Seite benutzt werde, um auf die polnische Außenpolitik einen Druck auszuuben. Gleichzeitig behauptet das Blatt, das bisher immerhin doch Wert dara#if gelegt hat, zu den ernsthaften Zeitungen gerechnet zu werden, „wenn man die Meinung der Danziger ohne Beeinflussung von außen feststellen würde, dann würden die Anhänger des Status quo, also die Anhanger der Freien Stadt, 70—80 v. H. der Bevölkerung finden"(!). Um diesen Blödsinn noch zu übertrumpfen, schreibt Gazeta Polska weiter: Wenn aber unter diesen Voraussetzungen die Bevölkerung vor die Frage „entweder die Republik oder Deutschland“ gestellt werden sollte, dann würde die erste Möglichkeit das Uebergewicht erhalten, da die Stadt Danzig ein Hafen sei. Hafen bedeute aber Polen(?). Der Kurjer Poranny stellt die ebenso törichte Behauptung auf, die 150000 Deutschen in Danzig erfreuten sich„größerer Freiheiten“ als ihre Volksgenossen im Dritten Reich. Das Blatt wiederholt dann die von der polnischen Agitation in der letzten Zeit oft angeführte Lüge, daß Deutschland mit Danzig die Herrschaft über Mittel= und Osteuropa und über den ganzen europäischen Kontinent erringen wolle.— Aber solche„realen Tatsachen“, wie die Richtung des Flußbettes der Weichsel, so erklärt das Blatt in kalter, Aufwärmung der widerlegten unsinnigen polnischen These, vermöge keine Rede zu ändern. Luldurische Presserampahne bopen=Namanten Die erhoffte Entspannung Bukarest- Sofia blieb aus Sofia, 23. Juni. Die Reise des rumänischen Außenministers Gafencu nach Ankara und Athen hat nicht die erhoffte Entspannung der Beziehungen zwischen Bukarest und Sofia gebracht, wie man das in einigen Hauptstädten des Südostens optimistisch angenommen hatte. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten waren belastet durch die Erschießung von 23 Volksbulgaren in der Dobrudscha und die Flucht von einigen weiteren dreißig Bulgaren über die grüne Grenze in ihr Vaterland. Sofia, das zumindest von den offiziellen Tischreden in Ankara und Athen eine theoretische Anerkennung seiner Ansprüche erwartet hatte, war durch das kategorische Nein Gafencus, territoriale Forderungen an die rumänische Adresse erst garnicht zuzulassen, stark verbittert. Die Folge der Absage Gafencus war eine heftige Pressekampagne gegen Rumänien, die nun auch nach Abschluß der GafencuReise im Ton keinesfalls nachgelassen hat. Das Wesentlichste hierbei ist, daß man in Bulgarien die Ursache für die Weigerung Rumäniens in erster Linie in den englisch=französischen Garautieversprechungen sieht. Die Kritik der bulgarischen Presse richtet sich deshalb nicht nur gegen Rumänien, sondern gegen den Balkanbund im allgemeinen, der nach einem Artikel des Hauptschriftleiters der „Sora“ in den letzten fünf Jahren nichts geternt hat und auch durch das Schicksal der Kleinen Entente unberührt geblieben ist. Bulgariens Enttäuschung über den negativen Ausgang der Reise Gafencus ist doppelt groß, als man in Ankara— auf englische Einflüsterungen hin— voreilig versprochen hatte, den bulgarischen Standpunkt bei den Besprechungen mit Gafencu nach Möglichkeit durchzudrücken. Da sich aber auch Ankara in Aussicht der Erfolglosigkeit solcher Bemühungen nicht weiter in dieser Richtung angestrengt hatte, blieb das Thema Bulgarien ziemlich am Rande der Gesprache und es erging von Gafeneu aus nur die höfliche und nichtssagende Einladung an Sofia, doch so bald wie möglich in den Balkanbund einzutreten. Nicht uninteressant ist, daß diesmal die bulgarische Presse ihre Angriffe nicht allein gegen die Status=quo=Mächte vortrug, sondern sich seit einiger Zeit in dem internationalen Blätterwald nach Bundesgenossen umsieht. Diese hat es in der ungarischen und der italienischen Presse gefunden, die die Reise Gafencus wegen ihres mehr als zweifelhaften Wertes verurteilte. Kommt noch hinzu, daß gerade im Augenblick die bulgarisch=jugoslawischen Beziehungen durch gegenseitige Buchausstellungen in Sofia und Belgrad und durch Ausweitung der Sportbeziehungen zwischen beiden Ländern besonders gepflegt werden. So ergibt sich für Sofia in letzter Zeit infolge der starken Ernüchterung von Paris=London=Versprechungen eine Hinneigung zu den Mächten der Nenordnung Earotgas. Sestardung und=KaliesigtenmSenden Neue Instruktionen für die britischen Anterhandier in Mostau London, 23. Juni. Das Foreign Office hat den britischen Unterhändlern in Moskau telegraphisch neue Instruktionen zukommen lassen, da die den Botschaftern Großbritanniens und Frankreichs mitgeteilte offizielle Ablehnung der bisherigen britisch=französischen Vorschlage für die Londoner Regierung die Gefahr eines Abbruches der Verhandlungen entstehen ließ, eine Gefahr, der man so schnell wie möglich begegnen will. Ob allerdings diese Instruktionen dazu beitragen können, die Verhandlungen in Moskau in dem Sinne zu beeinflussen, daß man sich Londoner Auffassung noch einigermaßen günstig aus dieser heiklen Affäre ziehen kann, muß als vollkommen offen hingestellt werden. Jedenfalls hat die erneute sowjetrussische Absage an die endlosen Bemühungen der englischen Regierung in der hiesigen Oeffentlichkeit einen geradezu niederschmetternden Eindruck hervorgerufen. Nach den letzten Erklärungen des französischen Außenministers Bonnet hatte man hier damit gerechnet, daß die wesentlichen Schwierigkeiten überwunden seien und der Abschluß des britisch=französisch=sowjetrussischen Allianzpaktes nur noch eine Frage von kurzer Dauer sein könnte. Wenn die Londoner Blätter heute den schüchternen Versuch machen, die Schwierigkeiten zu verhehlen, dann gelingt ihnen das sehr schlecht. Allein die Tatsache, daß die Moskauer Regierung es diesmal sogar für notwendig gehalten hat, den Botschaftern Englands und Frankreichs die ablehnende sowjetrussische Antwort in einer schriftlichen Form zu übermitteln, zeigt, daß die Moskauer Regierung zum Ausdruck bringen will, daß sie die bisherigen britischen Vorschläge in keiner Weise als eine geeignete Verhandlungsgrundlage ansieht. Und diese Tatsache hat hier Bestürzung und Nervosität hervorgerufen. Das diplomatische Tauziehen und der Kuhhandel in Moskau dauern nun schon zu lange, als daß man in London noch über einen Fonds von unerschüttertem Vertrauen verfügt. Man ist damals mit einer lässigen und großartigen Geste an diese neue Phase der englischen Politik herangetreten, die selbst den englischen Befürwortern der Regierungspolitik sehr bedenklich erschien. Es zeigte sich sehr bald, daß Moskau und Vondon zwei ganverschiedene Dinge wollen. London betrachtete einen Pakt mit Moskau lediglich als Mittel zum Zweck, wobei die Sowietunion genau so vor den britisch=französischen Einkreisungswagen gespannt werden sollte, wie man es mit den kleineren Staaten tat. Die Moskauer Regierung bewies aber, daß sie dieses kaltschnäuzige und egoistische Spiel der englischen Politik durchschaut hatte und sie bewies auch, daß es ihr nicht auf diplomatische Formeln sondern auf Tatsachen ankam. Eine dieser Tatsachen ist nun unzweifelhaft die Lage im Fernen Osten, über die man hier im Zusammenhang mit den Moskauer Verhandlungen höchst ungern spricht, die aber nicht aus der Welt zu schaffen ist. Man versucht auch heute wieder die Frage der Garantie der baltischen Staaten in den Vordergrund zu schieben. Schön, mögen auch darüber noch„Meinungsverschiedenheiten" bestehen, die aber höchst lächerlich anmuten, wenn man bedenkt, daß man sich über diese Frage nun schon seit Wochen und Monaten streitet. Moskau hat klipp und klar gesagt, was er will, London kann das mit Rücksicht auf gewisse„Grundsätze“ der englischen Politik nicht so klar sagen, aber es dürfte wohl kaum zweifelhaft sein, daß eine diplomatische Formel allein für diese Schwierigkeiten schon längst gefunden wäre, wenn die Meinungsverschiedenheiten zwischen London und Moskau nicht viel tiefer und gleichzeitig auch auf einem anderen Sektor lägen. Die Sowjetunion ist eine asiatische Macht, sie hat unzweifelhaft ein ebenso großes Interesse an ihrer Sicherheit im Fernen Osten wie an der in Europa. Das will man hier nur ungern zugeben und ebenso ungern sagt man sich, daß es zwischen Moskau und London auch Unterschiede gibt, die in der Mentalität beider Staaten begründet liegen. Mit all diesen Dingen— mit Ausnahme der Frage des Fernen Ostens natürlich— beschäftigt sich die englische Presse. Der Wirrwarr in der englischen Oeffentlichkeit ist jetzt vollständig, die hysterische und überstürzte Garantiesucht beginnt sich jedenfalls zu rächen, die Sowjetunion will nicht Glied in der Kette der englischen Einkreisung, sondern ein Staat sein, der eigene Interessen zu schützen hat und vor allem auch eine Stellung besitzt, die gegenüber der rückgratlosen Haltung der englischen Politik nicht zu unterschätzen ist. Die neuen deutschen Orden und Ehrenzeichen Berlin, 23. Juni. Die„Deutsche Kriegsopferversorgung" veröffentlicht einen Aufsatz von Ministerialdirektor Dr. Doehle von der Präsidialkanzlei des Führers über die deutschen Orden und Ehrenzeichen. Die Reihe der staatlichen Auszeichnungen eröffnet das noch von dem verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestiftete Ehrenkreuz des Weltkrieges, von dem im Altreich 8041 414 Stück verliehen wurden, darunter 6202883 Frontkämpferkreuze. Die Verleihung ist jetzt auf die übrigen Gebiete Großdeutschlands erstreckt worden. Es folgten 936, vom Führer gestiftet, das Deutsche Olymvia=Ehrenzeichen und die OlympiaErinnerungsmedaille, 1937 das Ehrenzeichen des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft, ferner der nur zur Verleihung bestimmte Verdienstorden vom Deutschen Adler, 1938 die Treudienstehrenzeichen und die Dienstauszeichnungen, ferner das Luftschutzehrenzeichen, das Feuerwehrehrenzeichen, das Grubenwehrehrenzeichen, sowie die Erinnerungsmedaille an den 13. März und den 1. Oktober 1938. Zu Weihnachten 1938 stiftete der Führer das Ehrenkreuz der deutschen Mutter. Es folgen als letztgestiftete Ehrenzeichen die Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes, das Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege und das Spanienkreuz. Von Prüheren staatlichen Auszeichnungen, die im Dritten Reich weiter verliehen werden, ist die Rettungsmedaille zu einer Reichsauszeichnung geworden. Unter den Ehrenzeichen der Bewegung stehen an erster Stelle das Goldene Parteiabzeichen und der Blutorden, weiterhin zu nennen das Koburger, das Nürnberger und das Braunschweiger Abzeichen, die Traditionsgauabzeichen und das Goldene HI.=Abzeichen. Die Grippeepidemie 1939 Berlin, 23. Juni. Das Reichsgesundheitsamt Re e ece ece kungsziffern beschränkte sich in Deutschland auf wenige Wochen, in der Hauptsache auf die drei Wochen vom 29. Januar bis 18. Februar. Die Grippeepidemie war über die meisten Länder Mittel= und Westeuropas verbreitet. In Deutschland war der Westen des Reiches stärker betroffen als der Osten. Aus einer Sondererhebung der Krankenkassen ergibt sich, daß in der Zeit vom 12. Februar bis 25. März die Zahl der Erkrankungen auf je 1000 Mitglieder in den Krankenkassen, in Stuttgart 663; in Sottingen 52.9; in Braunschweig und Mannheim je 40.3; in Bremen und Dortmund je 3955 beträgt. Die Kassen mit den geringsten Erkrankungsziffern liegen weiter gegen Osten. Breslau hatte die geringsten Werte mit 95. In Berlin waren es 25,1 auf 1000 Einwohner. Im Bereich der Berliner Ortskrankenkasse sind von Anfang Januar bis Ende März über 45.000 oder reichlich 5 Prozent der Versicherten von einer Arbeitsunfähigkeit wegen Grippe betroffen worden. Im Durchschnitt hat ein Arbeitsunfähigkeitsfall 14 Tage gedauert. Die aus verschiedenen Ländern vorliegenden Nachrichten ergeben, daß die Erkrankungen im allgemeinen gutartiger verlaufen sind, als bei früheren Epidemten. Auch im Reich waren schwere Verlaufsformen selten. Die in den Großstädten gemeldeten Sterbefälle, im Durchschnitt 12,2 auf 100000 Einwohner, dürften sich größtenteils auf alte Leute beziehen. Die höchsten Ziffern hatten München mit 4,7 Gestorbenen auf 1000 Grippekranke, Hamburg mit 25 und Stuttgart mit 1/ Im Museum der Stadt Brügge wurde die Memling=Ausstellung anläßlich der 500. Wiederkehr des Geburtstages des großen deutschen Meisters durch König Leopold von Beigsen eröffnet. Sonnabend, den 24. Juni 1939 Zum Geleit: Um große Dinge zu vollführen, muß man leben, als stürbe man nie. Bauvenargues. Gedenktage: 1916 Beginn der Schlacht an der Somme. Wetter: Etwas kühler. In unserem Bezirk traten am Donnerstag wieder Höchsttemperaturen bis zu 30 Grad auf. Auch am heutigen Freitag lagen die Temperaturen ähnlich hoch. Mit dem langsamen Abzug des über uns liegenden Gewittertiefs werden nordwestliche Luftmassen etwas Abkühlung bringen. Vorhersage für Sonnabend: Wolkig, noch vereinzelt Gewitter, bei Winden um West bis Nordwest etwas kühler. „Schwerter Zeitung und Nr 145(Zweites Blatt) ## Sh Was Aefr In Kalllerar! DAF.=Großveranstaltung„Im Reiche des Wassers“ ** Batriohen ist vorhei o Arbeitsunfall. Beim Aufladen von Schienen schlug ein schwenkender Kran einem Bahnarbeiter in den Rücken, so daß er einen Beckenbruch erlitt und ins Krankenhaus überführt werden mußte. Staatsexamen. Der cand. med. Wilhelm Opten Winkel bestand vor dem Prüfungsausschuß der medizinischen Akademie zu Düsseldorf das medizinische Staatsexamen mit dem Prädikat„sehr gut". * Kameradschaftsabend der RSKOV. Zum Sonnabend, dem 24. Juni, lädt die RSKOV. ihre Mitarbeiter in den„Goldenen Hirsch" zu einem Kameradschaftsabend um 20 Uhr ein. *. Sauerländischer Gebirgsverein. Am 4. Juni konnte die Abteilung Schwerte des Sauerländischen Gebirgs=Vereins auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich, begeht die Abteilung aus diesem Anlaß am 8. Juli im„Freischütz“ ein großes Jubelfest, zu dem jedermann eingeladen ist. Die Abteilung hat keine Mühe gescheut, den Abend seiner Bedeutung entsprechend auszugestalten. Der Hauptdietwart des SGV., Oberstudiendirektor Graowski, hält die Festansprache. Meta Oelmann=Strack(Alt), ein Schwerter Kind, wird, begleitet von unserer heimischen Pianistin Johanna Letzel, Lieder von Schubert, Wolf, Bohm usw. singen. Erwin Althoff, ein junger, talentierter Lautensänger, bringt Lieder von Löns, Blume, Erdlen und Summer zu Gehör. Weiter wurde der jugendliche Trompeten=Virtuse Hans Wallberg, Hamm, verpflichtet. Einen besonderen Genuß wird die Tanzschule Alice Scotti, Hagen, durch die Aufführung einer großen Tanzpantomime vermitteln. Diese Tanzaufführungen wird von der Kapelle Gebler, Hagen, die gleichzeitig den übrigen Teil des Programms bestreitet und später zum Tanz aufspielt, begleitet. Alles Weitere ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Verdächtiger festgenommen. In den letzden Monaten wurde wiederholt beobachtet, daß ein älterer Mann sich in verdächtiger Weise an schulpflichtig: Mädchen heranmachte. Durch Geschenke versichte er, sie für seine Zwecke gefügig zu machen. Am 23. Juni trieb er sich in der Nähe der Badeanstalt herum und machte sich wiederum an ein Mädchen heran. Er wurde jedoch beobachtet und festgenommen. Die Ermittlungen hierüber sind noch nicht zum Abschluß sebracht. : Fahrplanänderung. Die z. Zt. zwischen Werdohl und Finnentrop nur an Sonn= und Feiertagen verkehrenden P 1296 und P1297 (Hagen—Finnentrop und zurück) werden vom 1. Juli ab auch an Werktagen bis und ab Finnentrop durchgeführt.(P 1296, Hagen=Hbf. ab 19,59 Uhr, Letmathe ab 20,28 Uhr, Altena ab 20,43 Uhr, Werdohl ab 20,54 Uhr, Plettenberg ab 21,06 Uhr, Finnentrop an 21,24 Uhr und in der Gegenrichtung P 1297, Finnentrop ab 21,59 Uhr, Plettenberg ab 22,16 Uhr, Werdohl an und ab 22,27 Uhr, Altena ab 22,38 Uhr, Letmathe ab 22,52 Uhr und Hagen an 23,19 Uhr mit günstigen Anschlüssen an Tp 3577 nach DortmundHbf. und Essen=Hbf. an P2664 nach Wuppertal, an D 99 nach Hamburg und an D5 nach Berlin). Sämtliche Werkscharen der Betriebe aus Schwerte füllten den großen Saal„Im Reiche des Wassers“ am Freitagabend, wo die DAF. eine Großveranstaltung abhielt. Unter dem Motto„Nationalsozialistische Betriebsgestaltung und Leistungssteigerung“ sprach der Gauredner, Standartenführer Theiler aus der Leitung der SA.=Führerschule Fredeburg zündend und mitreißend über die neue Menschenführung in den Betrieben. Nicht mehr dem Unternehmer— dem deutschen Volk gehört jeder Betrieb innerhalb der Reichsgrenzen. Das soll nicht heißen: Kollektivwirtschaft und Verstaatlichung. Im Gegenteil, die Initiative des einzelnen Unternehmers soll noch dadurch geweckt und gefördert werden, daß er sich als Treuhänder des wertvollsten Gutes eingesetzt weiß, das die deutsche Wirtschaft kennt: des deutschen Arbeiters. Keiner darf auf irgendwelchen Lorbeeren des schon Errungenen, eines vielleicht eroberten und verdienten Amtes ausruhen. Die Zugehörigkeit zu diesem Volk schaffender Deutscher ist keine juristische Staatsangehörigkeitsangelegenheit mehr: Sie ist eine rein biologische, rassische Sache. Die Zellen dieses neuen deutschen Volkskörpers aber müssen gesund sein, die Betriebe müssen von innen heraus, vom einzelnen Manne aus gestaltet werden. Das alte Mißverhältnis zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft ist aufgehoben worden. Es hat sich herausgestellt, daß der beste Sozialist auch der beste Wirtschaftspolitiker ist. Aus dem früheren Kuli=Arbeiter wurde der betreute Arbeitskamerad. Dort, wo Juden einmal die alte Kluft zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft für ihre Hetze auswerten konnten, herrscht heute gegenseitige Unterstützung. Es heißt nicht mehr: zuerst die Maschinen, dann die Arbeiter. Aus dem Innern des einzelnen Menschen und seinem Charakter heraus geschah diese Neuwertung der Werte. Und jetzt galten die von großem Beifall begleiteten Worte des Redners jenen Typen, die aus charakterlicher Minderwertigkeit niemals mitarbeiten können: dem„Radfahrer", der nach oben sich bückt und nach unten tritt, dem scheinheiligen Moralisten, dem Tagedieb, dem„feinen Pinkel“, dem„Gebildeten“ und schließlich dem„Märtyrer“ einer konfessionellen Clique. Wo waren diese alle, als der Kommunismus auf der Straße war? Ein neuer Glaube ist aus den Taten des Führers entstanden. Mit unseren Hitlerjungen und Hitlermädchen marschiert er. Schönheit ist in die Betriebe eingezogen, gutes Licht, Werksbüchereien, Feierabendgestaltung, Urlaubsgestaltung, Siedlungswerk. Die Hochzeit des Amerikanismus in den Betrieben ist vordei, als Kalkulation und Fließband die ausschließliche Herrschaft übten. Nur Wert und Können entscheiden, mit einem Wort: die Persönlichkeit. Wenn wir alle, Arbeitskameraden, zusammenhalten, so schloß der vom Beifall umbrauste Redner, dann sind wir unüberwindbar. Mit unseren Fahnen ist der Sieg! Der Musikzug der Werkscharen der Vereinigten Deutschen Nickelwerke unter Stabführung des Musikzugführers Nettlenbusch spielte Märsche und Lieder während der Veranstaltung, in der nun als zweiter Redner des Abends der Gausachbearbeiter Roloff über das gute Buch sprach, das dem Arbeitskameraden zugänglich gemacht werden müßte. Die Buchgemeinschaft der Deutschen Arbeitsfront, die„Büchergilde Gutenberg“ hat für einen geringen Monatsbeitrag es jedem Arbeitenden möglich gemacht, gute und neue Bücher zu lesen und als Eigentum zu besver.„ Neben der Rede ist gerabe das Buch die stärkste Macht. Der Jude hat sich dies zu gemacht, bis es zu dem großen Reinemachen in Deutschland kam. Die Mann, Feuchtwanger, Werfel, sie sind„ausgemistet". Vorbei die Zeit, in der nur die Klassiker neben den Juden in deutschen Buchläden zu kaufen waren. Johst, Euringer, Steguweit, Schumann, heißen die neuen Namen, die nach der Verbrennung der jüdischen Schmutzliteratur, als Dr. Goebbels und die Studenten im Lustgarten um den Scheiterhaufen standen, die Literatur der erneuerten Nation geworden sind. An der Spitze aller steht „Mein Kampf“, den man nicht lesen, den man erarbeiten muß. Der Führer gab der deutschen Arbeitsfront den Auftrag, das gute Buch in das Volk zu tragen und auch im Preise der breiten Masse zugänglich zu machen. Zeit zum Lesen hat jeder und es ist hohe Zeit, daß der Abenteuer=Schund in den Werksbüchereien mehr und mehr eingedämmt wird. Mit einem monatlichen Pfennigbetrag erwirbt das Mitglied der Buchgemeinschaft das Anrecht auf gute, aktuelle neue Bücher und erhält zugleich eine Zeitschrift. Der Ortsobmann Morschheuser der DAF. von Schwerte=Nord kündigte an, daß alle Schwerter Betriebe sich dieser Buchgemeinschaft anschließen würden und müßten und schloß mit diesem Appell die von ihm eröffnete Kundgebung. Eine an der Rückfront des Saales aufgebaute Buchausstellung der Buchgemeinschaft zog nach Schluß der Veranstaltung viele Werkscharmänner zu eingehender Betrachtung an. Dr. E. Hand der von ihm gesammelten Urkunden und Dokumente manchen Aufschluß auch über die technischen Anlagen der Zechenbetriebe im Schwerter Wald machen. Interessant ist es zum Beispiel, zu hören, daß schon im Jahre 1848 auf Zeche„Josephine“ die erste Dampfmaschine ausgestellt wurde und man elf Jahre später schon einen zweiten Schacht anlegte, angeregt durch die große Ergiebigkeit der Förderung. Erst 1872 wurde der Betrieb eingestellt, da das Erz nach der Ansicht der damaligen Zechenleitung zu wenig Gehalt hatte, der Transport mit Pferdekarren zur Hörder Hütte zu teuer war. Ein Sprung um Tausende von Jahren zurück in die Vor= und Frühggeschichte unserer Heimat. Am Westausgang des Schwerter Waldes liegt einige Schritte abseits vom Hauptwege ein eichenbestandenes Rondell, wo eine Bank zur Rast einlädt. Der Hügel enthält das Steingrab eines Menschen aus der Bronzezeit, wie sich bei den Grabungen des Professors Kropatscheck im Jahre 1907 herausstellte, nachdem schon 1903 der Landesgeologe Müller bei Vermessungsarbeiten dieses„Hünengrab“ entdeckt hatte. In fünf Ringen umfassen Eichenbäume den Hügel, in dessen Mitte eine Birke zu Häupten des Toten steht. Das Grab fand man in etwa 1 Meter Tiefe als Steinbett mit Holzkohlenresten und verbrannten menschlichen Gebeinen vor. Auch an anderen Stellen det Schwerter Waldes finden sich solche Gräber aus der Frühgeschichte. Wir treten im Westen des Waldes aus dem Bezirk der Waldbäume ins Freie und ein herrlicher Blick öffnet sich über Schwerte und das Ruhrtal bis zu den fernsten Fernen: Bei klarer Sicht hebt sich im Hintergrunde der Wixberg von Altena deutlich ab, davor Iserlohn mit dem Seilersee=Turm. Auf der anderen Seite der Kuppe öffnet sich ein ebenso großartiger Ausblick auf die Industrieanlagen des Hörder und Dortmunder Gebietes. Es wäre zu wünschen, daß hier mit der Richtung auf die Brennerei Nathe noch ein breiter Weg geschaffen würde, der den zahlreichen Besuchern aus der Umgebung den Anblick dieses Panoramas erschließen würde. Dr. E. ert Walde?] Methoden auch eisenarme Erze auszubeuten#### Im stillen Zwielicht des Schwerter Waldes tut sich dem Spaziergänger mancher Blick in die Vergangenheit der Stadt und in das Leben und Treiben der Menschen auf, die vor Generationen hier lebten und schafften. Kohlentreiber und Holzhändler zogen hier auf alten Wegen durch ins Sauerländische, nach Iserlohn, Arnsberg. Werdohl, übernachteten auf der Durchreise in Schwerte oder auf dem alten Freischütz, wo noch bis vor kurzem die Stallungen für die Vorspannpferde standen. Noch ziehen sich die Furchen dieser Handelswege durch den Wald und manche Urkunde des Ruhrtalmuseums weiß von dieser Zeit zu berichten. Es lohnt schon einmal, sich einen Nachmittag der Ruhe und Erfrischung zu gönnen, um auf den Waldpfaden hier oben gleichsam wie in einem Buche zu lesen. Ein verwitterter Stein am Rande des Zechenweges trägt die Inschrift: „Zeche Josephine 1858“. Ein Karree von Tannen, mitten im Buchenbezirk wie mit dem Lineal gezogen, zeigt die einstige Lage der Zeche an, deren Förderhaus noch bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts dort gestanden hat und auch noch bewohnt war. Die beiden Schächte hat man zugeschüttet, die Förderanlagen abgerissen und mit dem Schutt den heutigen Turnierplatz am„Freischütz“ angefüllt. Noch eine zweite Zeche,„Peter Adam“, befand sich südlich des Zechenweges, deren Stollen und Gänge noch heute dem kundigen Auge sichtbar sind. Man hat das Schürfen des Erzes eingestellt in einer Zeit, in der es nicht mehr rentabel zu sein schien und würde vielleicht heute, wo man mit neuen Rethoden auch ersenarme Erze auszubenten versteht, dort wieder mit Nutzen fördern können. Wie eisenhaltig der Boden ist, davon zeugt die Quelle des Steinbaches, die vor Jahren schon einmal Anlaß und Hoffnung zu einem großzügigen Plan gab: hier oben, im Reiche der Buchen und Tannen, ein Sanatorium anzulegen. Eingefriedigt von jungen Tannen liegt der Gedenkplatz für die Toten des Weltkrieges mit seinem riesigen Findlingsblock, der der südlichste und schwerste Findling Westfalens ist. Solche Findlinge stehen heute unter Naturschutz und dürfen nicht mehr vom Steinmetz bearbeitet und vom Bildhauer mit Inschriften versehen werden. Hundertsechzig Zentner schwer ist dieser Block, der die beiden Schwerter des Stadtwappens und die Inschrift„1914—1918“ trägt. Als man im Jahre 1928 die Ferngasleitung baute, entdeckte man in geringer Tiefe einen Bohlenweg, ein weiterer Beweis dafür, daß hier die Kohlentreiber mit ihren Pferden durchgezogen sind. Ursprünglich transportierte man die schwarzen Diamanten in Säcken auf dem Pferderücken, später in Karren. Die Schweinemast mit den Eicheln des Schwerter Waldes hat Hunderte von Jahren ein einträgliches Geschäft für die Stadt abgegeben. Der städtische Hirte trieb die Schweine in einem palisadengeschützten„Pirk“ zusammen, wo die Tiere sogar über Winter verbleiben konnten. Urkunden des Ruhrtalmuseums nennen uns die Gebühren, die die Bürger der Stadt für die Eichelmast entrichteten. Der Leiter des Ruhrtalmuseums, Josef Spiegel, konnte uns an Ann Westhesen Was will der Reichsbund der Kinderreichen? Holzen. Kürzlich wurde in Holzen ein Kreisabschnitt des Reichsbundes der Kinderreichen gegründet. Wir halten es deshalb für notwendig, auf die Ziele des Reichsbundes hinzuweisen. Der RDK. kämpft für die Bejahung des Kinderreichtums durch das deutsche Volk. Mit der sittlichen Entartung in der Nachkriegszeit hat sich im deutschen Volk Feindseligkeit gegen den Kinderreichtum festgesetzt. Bedenkliche Irrmeinungen über Wesen und Bedeutung des Kinderreichtums gehen damit Hand in Hand. Sie zu beseitigen, ist erstes Ziel im Kampf für die Rettung der Familie. Der ROK. der erbtauglichen Familie durch Beratung und Vertretung bei den Behörden und maßgebenden Stellen, durch Materialsammlung für die Gesetzgebung. Hilfsbedürftige Familien werden in die Hilfeleistung der RSV. überführt. Der ROK. will Auslese der deutschblütigen, erbgesunden, also vollwertigen kinderreichen Familien. Ihre unbedingte, scharf hervortretende Trennung von der erbuntauglichen, nicht volkstüchtigen Großfamilie ist Voraussetzung für jede Lösung der Kinderreichenfrage. Der RDK. will Wiederherstellung des Ehrenbegriffes„kinderreich“ nur für solche Familien, deren Kinder einen wirklichen Reichtum für unser Volk bedeuten. Der RDK. ist die Front der erbtüchtigen geordneten kinderfrohen und kinderreichen deutschen Familien, der Kampfbund, der nationalsozialistisches Denken in das Volk trägt, der allein anerkannte Zusammenschluß erbtauglicher, deutschblütiger und deutschgesinnter Familien mit 4 oder mehr Kindern. Darum muß jede erbgesunde kinderreiche Familie von Holzen dem Kreisabschnitt Holzen des ROK. angehören! Personalveränderung im VDA. Die Geschäftsführung des BDA.=Landesverbandes Westfalen=Süd ist vom Parteigenossen Emiß Traßz übernommen worden. Parteigenosse Dr. Sommer wurde von der Bundesleitung nach Berlin zurückberufen. Zum Bezirksleiter in Soest wurde Parteigenosse Oberstudiendirektor Ferchland ernannt. uTe esRue u une Au unn aunun. ue, Gesie e een Herken die sein Süe ggeigeteimalect 15 Jahre Ortsgruppe Kalthof der Rückblick auf harte Zahre des Kampfes— Geschichte der Ortsgruppe Kalthof der Wenn die Ortsgruppe Kalthof der NSDAP. auf ihr 15jähriges Bestehen zurückblickt, dann wird der Marschtritt kurz verhalten und einen Augenblick darf an das erinnert werden, was hinter uns liegt. Fünfzehn Jahre eines schweren Kampfes, fünfzehn Jahre eines gigantischen Ringens um die Seele des deutschen Menschen, aber auch fünfzehn Jahre, die am Ende einen herrlichen Sieg brachten. Damals pflanzten auch in Kalthof nur wenige Männer das Banner der nationalsozialistischen Bewegung auf. Aber diese wenigen hatten sich dem Führer restlos verschrieben. Und sie haben recht behalten, der Kampf, die Opfer, sie waren nicht umsonst. Der Weg der Bewegung des Führers war auch in Kalthof schwer. Er forderte den Einsatz ganzer Männer, die unermüdlich und in unerschütterlicher Treue Bannerträger des Dritten Reiches waren. In aller Stille wurde hier ein Baustein zum späteren Großdeutschen Reich gelegt. Aus der Ortsgruppe Kalthof sind über 20 Ehrenzeichenträger hervorgegangen, wovon heute noch 11 der hiesigen Ortsgruppe angehören, u. a. stammen von Kalthof die Kreisleiter Hermann Menze, Iserlohn, und Kreisleiter W. Eckmann, Bunzlau. Aber außer den aktiven Kämpfern besaß die Partei bei der hiesigen Bevölkerung starken Anhang, die auch in den schwersten Kampf= und Krisenjahren dem Führer und der Bewegung die Treue hielten. Wenn die Ortsgruppe Kalthof und mit ihr die Parteigenossen auf die fünfzehnjährige Wiederkehr der Gründung der Ortsgruppe zurückblicken, dann dürfen sie dies mit Stolz und Berechtigung tun. Im Jahre 1919 trat Pg. Hermann Menze dem Deutschvölkischen Schutz= und Trutzbund bei, um als Antisemit gegen die jüdische Weltpest zu kämpfen. Die Kunde von der neuen Lehre Adolf Hitlers kam zuerst durch den„Völkischen Beobachter“ in unser Dorf. Pg. Hermann Menze erkannte sofort, daß die Lehre dieser Partei Adolf Hitlers kein Programm einer neuen Splitterbewegung war, sondern daß dies das Fundament einer neuen Bewegung darstellte, der es vorbehalten bleiben sollte, die völkischen Kräfte zusammenzufassen und einst den Neubau des Reiches zu vollziehen. Er trat am 21. September 1921 der Ortsgruppe München der NSDAP. bei und erhielt die Mitglieds=Nr. 4232. Im Besitz der Ortsgruppe sind noch eine Anzahl Dokumente aus den ersten Jahren der Partei, die beweisen, aus welch kleinen Anfängen die Bewegung entstanden ist, und wieviel Idealismus damals dazu gehörte, treuer Kämpfer des Führers zu werden. Im Jahre 1923 trat dann auch Pg. Wilhelm Eckmann jr. der Bewegung bei. Im November 1923 schien alles mühsam Aufgebaute wieder vernichtet zu sein. Die Partei wurde verboten und das Vermögen beschlagnahmt. Wie an vielen anderen Orten des Reiches fanden sich damals Männer zusammen, um in Kalthof eine Nachfolgeorganisation zu gründen. Im März 1924 fand im Lokale Eckmann die Gründungsversammlung der selbständigen Ortsgruppe Kalthof statt. Ebenso wurde eine Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Freiheitsbewegung im Völkisch=Sozialen Block ins Leben gerufen. Bei der Reichstagswahl im Jahre 1924 erhielt die NSDAP. von 500 Stimmen 63. Nach der Neugründung der Partei am 28. Februar 1925 traten am 7. März 1925 die Parteigenossen Hermann Menze Otto Nockemann und Wilhelm Menze der Partei sofort bei. Kurze Zeit hierauf erklärten fast sämtliche Oberländer ihren Beitritt zur NSDAP., ebenso eine Anzahl Kameraden vom Wehrwolf in Oestrich. Ortsgruppenleiter war damals Pg. Karl Eikelau. 1926 sprachen in Kalthof Pg. Paul Land und Gauleiter Pg. Josef Wagner im Saale Eckmann in Kalthof. Von der SA. wurde mit 25 Mann an dem Gautag in Essen teilgenommen. Zum Reichsparteitag 1927 wurden die Pg. Otto Nockemann, Fritz Ebbing, Wilhelm Klaus und Wilhelm Menze entsandt. An Stelle des Pg. Karl Eickelau wurde der Pg. Hermann Menze durch den Gau als Ortsgruppenleiter berufen. Am Vorabend der Reichstagswahl, am 10. Mai 1928, sprach Pg. Josef Wagner in Kalthof. Am Wahltag erklärten sich von 500 Stimmberechtigten 83 für die NSDAP. Unter den 12 Abgeordneten, welche in den Reichstag gewählt wurden, befand sich auch Josef Wagner. In den Jahren 1928 und 1929 wurden in der näheren und weiteren Umgebung Versammlungen eingesetzt, die fast alle von den Parteigenossen Wagner und Vetter als Redner bestritten wurden. Die SA. wurde zum Saalschutz bis nach Lüdenscheid eingesetzt. Infolge Fortzuges des Parteigenossen Hermann Menze im Jahre 1929 wurde Pg. Wilhelm Menze zum Ortsgruppenleiter ernannt, der auch heute noch die Führung der Ortsgruppe innehat. Zum Reichsparteitag1929 in Nürnberg konnten 8 ParteigenosAdolf Hitler! Der Rungf der Wenn in den ersten Kampfjahren die Betätigung in der SA. fast denselben Männern oblag, die andererseits auch die Aufgaben der politischen Organisationen zu erledigen hatten, so lag das einersents daran, daß damals nur wenige bereit waren, allen bisherigen Lebensinhalt so radikal über Bord zu werfen, um solch ein Nationalsozialist zu sein, wie ihn der Führer in diesen Kampfjahren gebrauchte: ein fanatischer Kämpfer, der diszipliniert und blind den Befehlen des Führers gehorchte, dem alles gleich, nur alles Deutschland war. Andererseits überschnit' ten sich in dieser Zeit natürlicherweise auch die Aufgaben auf manchen, ja fast allen Gebieten. Neben den fest umrissenen Propaganda= und Verwaltungsaufgaben traten jedoch bald Aufgaben in den Vordergrund, die bei allem Mangel an Mitgliedern es doch dringend erforderlich machten, an die Aufstellung einer SA. heranzugehen. Waren doch schon bald nach Gründung der Ortsgruppe nicht nur die eigenen Versammlungen zu schützen, sondern auch den Nachbarorten mußte ausgeholfen werden. Beim Wirt Eckmann fanden sich die ersten Männer zusammen, die den späteren Kern der Kalthofer SA. bildeten. Da im Jahre 1923 die NSDAP. von den damaligen Machthabern verboten war, traten einige junge Männer aus sen entsandt werden. Zu den Gautagen Bochum, Dortmund usw. wurden ebenfalls stets starke Abordnungen entsandt. Wer an diesen Aufmärschen teilgenommen hat, weiß, wie unendlich schwer es war, sich im Ruhrgebiet gegen den Marxismus durchzusetzen. In den weiteren Jahren haben unermüdlich Versammlungen stattgefunden. Als Redner haben sich unser Gauleiter Pg. Wagner, Pg. Vetter, Pg. Diehl und Pg. König große Verdienste erworben. Von 525 abgegebenen Stimmen bei der Wahl am 14. September 1930 bekannten sich 253 zur NSDAP., also fast 50 Prozent. Im Jahre 1932 bekannten sich bereits 70 Prozent zur RSDAP. So kam der 30. Januar 1933, von dem an Adolf Hitler die Macht übernahm, das gesamte deutsche Volk erweckte, es einte und in zähem Kampfe Großdeutschland schuf, so daß ihm immeer wieder jubelnd der Ruf entgegenklang, der nie mehr untergehen wird: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Und so haben wir allen Grund, mit froher Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Es geht weiter im Kampf für Deutschlands Ehre, Freiheit und Größe. Wir wollen weiter schaffen und streben, wollen arbeiten, kämpfen und marschieren. Alles für Deutschland! Es lebe unser Führer! Es lebe Deutschland und sein herrlicher Führer Wagner, Gauleiter. Runheser=Cck. Kalthof und Umgegend in den Bund Oberland und in den Werwolf Iserlohn ein. Anfang 1924 wurde die Ortsgruppe„Völkisch=Sozialer Block“ Kalthof gegründet. Am gleichen Tage fand die Gründung des Bundes Oberland unter dem Decknahmen„Gilde Hermannsbund“ statt. Die kleine Organisation zählte damals acht Mann, die sich aktiv für die Sache einsetzten. Die Männer nahmen nun in der Folgezeit an unzähligen Versammlungen, Aufmärschen und Propagandafahrten im ganzen Ruhrgebiet teil. Im Jahre 1926 löste sich der Bund Oberland auf, die Männer traten geschlossen zur SA. über. Als im Jahre 1925 zum ersten Male der Führer in Westfalen und zwar in Dortmund sprach, waren auch die Kalthofer alle wieder vertreten, hatten aber leider nachher zwei Leichtverletzte zu beklagen. Durch den jahrelangen Kampf waren die SA.=Männer u. a. auch auf folgenden Deutschen Tagen und Gautagungen in Essen, zweimal in Bochum, Dortmund, Hagen, Plettenberg, Lüdenscheid usw. zur Stelle. Die Kalthofer SA. war stets überall dort gut angetreten, wo der Terror am stärksten war. 1927 fuhren 4 Mann zum Reichsparteitag nach Nürnberg und im Jahre.1929 schon 8 Mann. Im Jahre 1932 wurde der SA. in Kalthof die Reithalle für ihre Uebungen zur Verfügung Geleitwort des Gauleiters Wagner zur 15 Jahrfeier der Ortsgruppe Kalthof der Die Ortsgruppe Kalthof begeht im Monat Juni 1939 ihr 15jähriges Bestehen. Mit Stolz blicken die Gründer auf jene Stunde zurück, in der sie, erfüllt von der Idee Adolf Hitlers, zur Tat schritten und die Fahne des Nationalsozialismus inmitten einer damals noch feindlichen Welt auspflanzten. Wechselvoll war der Kampf, weit der Weg und nahezu unüberwandlich schienen die Schwierigkeiten. Heute, 15 Jahre nach jenem geschichtlichen Tag, 6 Jahre nach dem Siege der nationalsozialistischen Revolution, fühlen alle, die der Ortsgruppe Kalthof zugehören und ihr verbunden sind, daß nur Beharrlichkeit, Treue und tiefe Gläubigkeit an die Macht der Idee den Sieg ermöglichten. Was wir in langem Kampfe gewonnen, wollen wir nicht nur behaupten, sondern weiter entwickeln und vorwärtstragen zum Segen unseres eigenen Volkes. Ein gleich starker und noch größerer Glaube an Idee und Sache sind Unterpfand des fortschreitenden Erfolges für Deutschland. Die Ortsgruppe Kalthof wird ihrer Tradition getreu, mutig und entschlossen der Fahne folgen, unter der Deutschland auferstanden ist. Es lebe die nationalsozialistische Idee! Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Von Alphonse de Chäteaubriant 3. Fortsetzung. Alle diese Leutchen nun schlossen sich an. Die Reisenden aus Frankreich wurden umringt. Ihre Bitte wurde erhört; übrigens mit einem wahren Eifer, wie er sich für eine derartige Gelegenheit, einen so aufrichtigen und leidenschaftlichen Wunsch zu erfüllen, ja auch geziemt; und sei es auch bei Nacht. Das Theater wurde also aufgeschlossen, der Saal taghell erleuchtet. Eine ganze Weile spazierten die Franzosen durch den Raum, mit gereckten Hälsen alles betrachtend, und gefolgt von ihrer liebenswürdigen nächtlichen Gesellschaft, die immer noch einen schweigenden Halbkreis um sie bildete. „Ja, Herr, das waren zwei Franzosen... die kamen von den Olympischen Spielen... in einem Rennwagen. Sahen aus wie die Teufel in ihren Leinenanzügen... Sie hatten nämlich keine Zeit, bis morgen zu warten... beim Morgengrauen mußten sie schon in Frankreich sein... Denken Sie bloß! Aber sie wollten das Theater sehen— und da mußte man ihnen doch aufmachen!" * Jawohl, es gibt einige Gegensätzlichkeiten, die das Antlitz der beiden Völker recht verschieden prägen. Ein paar Beispiele dafür: Der Franzose spart, um anzusammeln, der Deutsche spart, um zu erfüllen. Der Franzose arbeitet, um zu leben und für den Lebensabend einen Rückhalt zu haben; der Deutsche zittert schon bei dem Gedanken an den Feierabend seines Lebens. Er lebt, um zu arbeiten. Der Deutsche hat keine Ironie, und das macht ihn stark. Der Franzose hat Ironie, und das macht ihn reizvoll. Der Deutsche liebt das ernsthafte Vergnügen, der Franzose die heitere Mühe. Der Deutsche kennt die schwermütige Wissenschaft, der Franzose die fröhliche Wissenschaft. Deutschland ist nie vollendet, Frankreich ist abgeschlossen. Aber Frankreich ist maßvoll und lau, und Deutschland ist maßlos und glühend. Der Deutsche kennt die Lächerlichkeit nicht, der Franzose hat Angst vor ihr. Der Franzose fürchtet den Deutschen und sein „ewiges Werden“, den Deutschen entmutigt der Franzose und dessen„ewig Gewordenes“. Der Deutsche übernimmt es, der Deuter der in ihm wirkenden Kräfte zu sein; aber er erörtert sie nicht; er denkt über sie nach Der Franzose bildet Urteile, er diskutiert, denn er glaubt, daß Rechthaben einem Menschen den Platz im All sichert. Der Deutsche sucht sich dem kosmischen Malten peinlich einzufügen, der Franzose fordert es freundlich auf, sich mit ihm abzufinden. Der Deutsche versteht und erlebt die Apokalypse unmittelbar; dem Franzosen ist die Apokalypse einerlei. Der Deutsche nimmt mit geschlossenen Augen und schwerem und festem Gehorsam die Aufgabe hin, der ungeheuren Weltsymphonie Deuter zu sein; der Franzose hat den Ehrgeiz, der vollendetste Deuter menschlichen Scharfsinns zu sein. Die Deutschen lauschen dem Unhörbaren und die Franzosen machen zuweilen Lärm, um irgend etwas zu hören. Man könnte auf diese Art eine ganze Menge „Gegensätzlichkeiten“ zusammentragen, ohne dabei zu bedenken, daß diese Gegensätze meist nur die beiden notwendigen Antriebe ein und derselben Sache sind; die beiden Griffe eines wertvollen Meißner Porzellans oder die beiden perlengeschmückten Ohren am mächtigen Haupt eines Buddha... * Ich weiß wohl, daß es„Mein Kampf“ gibt und Texte, die der Franzose nicht ohne einen Aufschrei der Entrüstung und ein banges Frösteln lesen kann. Aber es ist wichtig und nötig, zu wissen, daß diese Verwünschungen gegen Frankreich nicht von einem verantwortlichen Staatsmann ausgestoßen wurden, sondern daß Hitler sein Buch 1923/24 im Gefängnis, zur Zeit der Ruhrbesetzung, schrieb, und daß er es schrieb als ein im tiefsten Herzen verwundeter Deutscher hinter den Gittern seines Gefängnisses. Der Führer und Reichskanzler von heute ist ein durch die Erfahrungen der Macht gereifter Staatsmann. Er wirkt heute völlig anders und ist auch von anderen Vorstellungen und anderen Methoden erfüllt. Wenn man ihn fragt, warum er die Texte, die dem guten Willen Frankreichs im Wege stehen, nicht zweckentsprechend ändert, antwortet er: daß er kein Geschichtsschreiber, sondern ein Staatsmann sei, daß dies Buch ihm durch die Ereignisse von 1923 diktiert wurde und durch enge Bande mit der Geschichte verknüpft sei. Er aber habe in keiner Weise das Recht und die Macht, sie zu ändern. „Ein Geistesarbeiter kann“— so sagt er— eine durchgesehene und verbesserte Auflage fotgestellt. Sie enthält ein schönes Stück KalthofSA.=Geschichte. Am 20. 12. 1931 wurde ein SA Appell in der Halle von der Polizei aufgelös Eine Reihe Kalthofer SA.=Männer hatte sie wegen ihrer„staatsseindlichen Umtriebe“ au dem Polizeibüro in Ergste zu verantworten. Am 22. Dezember erfolgte ein roter Dienst abend in der Halle. Durch die klirrenden Fensterscheiben sauste eine Serie Pflastersteine um die Köpfe der SA.=Männer. Sofort wurde die Verfolgung der fliehenden„Helden“ ausgenom men und im angrenzenden Wald gelingt es den SA.=Mann Fritz Menze, einen Reichsbanner# mann zu fassen, wobei dem tapferen Streiter der eisernen Front ein Aermel aus seiner Windjacke gerissen wurde. Der Feigling wurde der Polizei übergeben. Die Propaganda unserer Ortsgruppe erstreckte sich aber auch auf die Nachbardörfer, so auch in Sümmern, wo Pg. Hermann Menze, Iserlohn, als Stützpunktleiter eingesetzt war. Am 17. 4. 1932 ließ man dortselbst eine Zentrumsversammlung im Verein mit Iserlohner Kameraden hochgehen. Es war der Pg. Land, Mengede, als Diskussionsredner verpflichtet, der dem Zentrum in hinreißendem Vortrag die Maske herunterriß. Zum Schluß wehte im Zentrumssaal die Hakenkreuzflagge und die Kampflieder der Bewegung brausten empor. Wohl zum ersten Mal ahnten Sümeraner Bürger den Anbruch einer neuen Zeit. Pfingsten 1932. Die SA. war verboten, aber den SA.=Geist konnte man nicht niederzwingen. Kalthofer SA.=Kameraden gingen auf dreitägige Fahrt ins Hochsauerland. Auch ohne Braunhemd konnte man marschieren für die Idee des Führers. Durch manche Dörfer, die wohl kaum eine Nazifahne sahen, hallte der Marschtritt der Kalthofer Hitlersoldaten. Vom Turm des Kahlen Astens grüßte die Hakenkreuzflagge weit hinaus ins herrliche Land. Nazi Kalthof war bei den Roten weit und breit bekannt und verhaßt. Die Gegner, die schon immer von auswärts Verstärkungen heranzogen, bereiteten einen großen Schlag gegen die Bewegung vor. Am Sonntag, dem 26. Juni 1932 rückten morgens rund 500 Reichsbannerleute in Kalthof ein. Sie SA.=Kameraden wollten zu einem SA.=Appell nach Westig und versamelten sich im hiesigen Parteilokal, welches direkt von der undisziplinierten Bande belagert wurde. SA.=Mann Vieler hatte schon, von Hennen kommend, eine böse Spießrutenfahrt durchgemacht. Entsetzt erkannten die Kalthofer Bürger die Absicht der Roten, welche sich planmäßig auf das ganze Dorf verteilten. Durch feigen Ueberfall hundertfacher Uebermacht wurden die SA.=Kameraden Ernst Griese und Heinrich Salmen verletzt. Unheil wurde durch das Einsetzen des Iserlohner Ueberfallkommandos verhütet. Zum ersten Male in diesem Ausmaße wurde in Kalthof der Gummiknüppel geschwungen. Eine Reihe bewaffneter Burschen konnte festgenommen werden. Der große Ueberfall auf Nazi=Kalthof war mißglückt. Als Antwort steigt 14 Tage später in der Reithalle eine Großkundgebung mit Gauleiter Pg. Josef Wagner. Vorher findet ein großer SA.=Aufmarsch in Iserlohn statt. Am Abend dringt Polizei ins Parteilokal Eckmann ein und durchsucht ohne Grund die SA.=Männer nach Waffen. Natürlich erfolglos, woran allerdings Mutter Eckmann nicht ganz schuldlos gewesen sein soll. In diesem Jahre 1932, wo es au die Entscheidung zugeht, wird auch auf dem Lande von jedem SA.=Mann das Aeußerste ver. langt. Stundenlange Wege hielten sie nicht ab, ihren Dienst für Deutschland zu tun. Zwischen Weihnachten und Neujahr 1932 hatten unsere roten Freunde wieder eine Sensation vorbereitet. Drei Wagen der Dortmunder Landeskriminalpolizei fuhren in den Vormittagsstunden des 30. Dezembers„inmitten des Weihnachtsfriedens“ in unserem Dorfe vor, um bei nationalsozialistisch gesinnten Volksgenossen umfangreiche Haussuchungen nach Waffen vorner Werke herausbringen; ich mache meine Verbesserungen nur durch die Geschichte.“ Es stimmt durchaus, daß„Mein Kampf“ heute noch in einer Geschenkausgabe allen Jungvermählten deutscher Abstammung überreicht wird. Aber wir müssen dabei bedenken, daß dies nicht etwa geschieht, weil es herausfordernde Angriffe gegen Frankreich enthält, sondern weil diese 685 Seiten wirklich die Bibel Deutschlands bedeuten. Sie enthalten alles das, was Hitler damals über die verschiedenen Probleme und Zeitfragen dachte. Es muß auch noch erwähnt werden, daß dieses Werk verschiedene Abschnitte über die Innenpolitik enthält, die er nicht in die Tat umgesetzt hat, und die ebensowenig gelöscht wurden, wie die angeschuldigten Texte. Man tut gut daran, sich den Geist dieser Hitlerworte einzuprägen, die hundertfach wiederholt und ins Blut des neuen Deutschland eingeimpft wurden: „Während dieses Jahres habe ich mich unablässig— leider meist vergebens!— bemüht, eine Basis der Verständigung mit dem französischen Volk zu finden. Je mehr wir die Bitternisse des Weltkrieges und der darauffolgenden Jahre hinter uns lassen, umsomehr versinkt alles Uebel in die Tiese der menschlichen Erinnerung, um einer schöneren Lebensauffassung von Anerkennung und Erfahrung den Vorrang zu lassen. Die, die sich damals als unerbittliche Feinde gegenüberstanden, schätzen sich heute als tapfere Kämpfer eines zurückliegenden heldischen Streites, und sie betrachten sich von neuem als die Vertreter und Bannerträger eines großen Schatzes allgemein menschlicher Kultur.“ (Fortsetzung folgt.) zunehmen. Bei den berüchtigten Gebrüdern Menze sollten sogar Maschinengewehre versteckt sein. Als die Beamten der Kriminalpolizei im Stall alles durchsucht hatten, beförderte Mutter Menze allerlei böse Spielsachen zum Bodenfenster hinaus, die unten vom SA.=Mann Otto Menze in Empfang genommen und an geeigneter Stelle verstaucht wurden. Die auf der Straße stehenden Beamten hatten eben nicht genau zugeschaut, so daß die anderweitige Unterbringung noch rechtzeitig erfolgen konnte. Belastendes konnte bei den ausgeführten Haussuchungen nicht gefunden werden. Noch im Jahre 1932 war die Entwicklung der Kalthoser SA. soweit vorgeschritten, daß ein SA.=Sturm gegründet werden konnte. Die damalige Sturmnummer lautete 14/132. Sturmführer des damaligen Sturmes ist der jetzige Sturmhauptführer Pg. Otto Nockemann gewesen. So hat auch die Kalthofer SA. schon in frühesten Jahren des Kampfes mit dazu beigetragen, den Grundstein zu legen für das jetzige Großdeutsche Reich. Für die alten SA.=Männer, die jahrelang dem Führer die Treue hielten, gilt das Wort: „Wir durften dabei sein, als es um Deutschland ging.“ Greßerurschiundfahrt ntschieden Gryjsolle zum vierten Mal Etappensieger Die vorletzte Etappe der Großdeutschlandfahrt von Hannover nach Leipzig über insgesamt 275 km verlief wieder wenig aufregend. Eigentlich waren die Berge auf dieser Etappe dazu angetan, noch eine Aenderung im Ergebnis herbeizuführen, aber es blieb beim bisherigen Stand. Umbenhauer, der Träger des„gelben Trikots“ war sehr aufmerksam und behauptete sich auf der Höhe seines Rivalen. Dem Belgier Gryssolle gelang der Etappensieg und damit der vierte Etappensieg der Fahrt. Vor dem Schweizer Nievergelt und seinem Landsman Wierincks fuhr Gryjsolle in Leipzig übers Zielband. Erst 14 Stunden später folgte die Hauptgruppe von 30 Fahrern unter Führung von Amberg und Scheller. Die Enedstrecke in der Messestadt war mustergültig abgesperrt, aber die zahlreichen Zuschauer wurden auf eine harte Probe gestellt, denn die Fahrer trafen mit 1½ Stunde Verspätung in Leipzig ein. Blauweiß gegen Rotweiß! Den letzten Sonntag vor der Spielruhe hat der VfL. Schwerte zur Austragung eines zugräftigen Fußballtreffens benutzt. Der benachdarte PfL. Hörde weilt seit Jahren erstmalig wieder in Schwerte. Von jeher waren die Hörder in unserem Heimatstädtchen ein gern gesehener Gast, wodurch man auch mit Recht dieser erneuten Begegnung seitens der Schwerter Sportanhänger reges Interesse entgegenbringt. Wenn nun auch die einheimische Elf das Vorspiel überzeugend hoch mit 8•4 für sich entscheiden konnte, so ist keinesfalls damit gesagt, daß auch dieses Treffen ohne Mühe und. Anstrengung eine sichere Beute des Gastgebers werden wird. Im Gegenteil, nur unter dem Einsatz der ganzen Kräfte wird es den Schwerter Blauweißen möglich wermden, den spielstarken Gästen einen ebenbürtigen Kampf zu liefern. Die zuletzt erzielten Erfolge der Hörder lassen deutlich darauf schließen, daß die Elf die alte Form wieder erreicht hat. Nennen wir nur die Siege anläßlich der Pokalwoche von Borussia Höchsten. Durch überzeugende Erfolge konnte man sich die Teilnahme am Endspiel sichern. Mit 4•0 wurde dann der Sportverein Schüren, welcher Partner im Endspiel war, hereingelegt. Alle Posten der Hörder Mannschaft sind durchaus gut besetzt, u. a. finden wir in ihrer Reihe den früheren Verteidiger der Schwerter SportSonntag, den 25. Juni 1939. Fußball=Großkampf VfL. Schwerte 1.— VfL. Hörde 1. Sportplatz Schützenhof. Anstoß 15,30 Uhr. Vorher: Lehrm. BfL. Schwerte— 2. BfL. Hörde. vereinigung 06— Heuser— welcher ebenfalls auch hier als Verteidiger fungiert. Außerdem gehört der frühere Standardverteidiger Möller vom Sportverein Schüren jetzt der Gästemannschaft an. Hiermit sei gesagt, daß die Gäste auch über gute Einzelkönner verfügen, denen es an Spielerfahrenheit nicht mangelt. Diesem nennenswerten Gegner steht nun in BfL. Schwerte eine Mannschaft gegenüber, welche ebenfalls in spielerischer Hinsicht kaum einen Wunsch offen läßt. Alle diese Voraussetzungen künden einen Geschäftspapiere Stempel liefert schnellstens HANS LINNER vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—3 Bekanntmachung Durch Beschluß des Präfidenten des Landgerichts in Hagen i. W. vom 5. 6. 1939 ist der Rektor Albert Breuting aus Schwerte, Graf DiederichStraße 12, vom 3. Juli d. J. an für eine weitere Amtszeit von 3 Jahren als Schiedsmann für den 2. Bezirk und als Stellvertreter für den 1. Bezirk der Stadt Schwerte bestätigt worden. 1391 Schwerte, den 21. Juni 1939. Der Bürgermeister: Dr. Weinert. Tintenkull jetzt nur noch Nik. 5.85 lans Linner vorm. C. Braus Auch kleine Anzeigen haben in der „Schwerter Zeitung“ Erfolg. Reuordnung: Desalta-Preise eind. Wir haben folgende Neuordnung des Jahlungsplanes vorgenommen: Die Warenpreise sind bis auf wenige preisgebundene und Marken-Rrtikel gesenkt worden. Bei Inanspruchnahme der bekannten Jahlungserleichterung(5 Monatsraten) berechnen wir in Jukunft 5% Rufschlag auf die gesenkten Preise. Bei Großeinkäufen wie Möbel, Einrichtungen usw. erfolgen beson dere Rbmachunge.: Alie Dorteile des Barkaufs getten nunmehr auch bei der Defoka, denn die Defaha-Preise ind Bar-Dreise. Was die Defaka im übrigen bietet an Ruswahl, Qualität und gediegener Verarbeitung, davon wollen Sie sich bitte im Hause selbst überzeugen. Defala DEUTSCHES FAMILIEN-KAUFHAUS GMBH, Derthund, PansashrJ Anruf: 35254, 35255 u. 35256 großen Fußballkampf an, in welchem es an spannenden Handlungen nicht fehlen wird. Exst das Spielgeschehen wird zeigen, welche von beiden Parteien über die bessere Durchschlagskraft verfügt, auch wird die Tagesform einen gewissen Teil zum Ausgang dieses Treffens beitragen. Die Schwerter Blauweißen bestreiten diesen Kampf wie folgt: Lauber Haverkamp Kirchhoff Eichenauer Henning Neurath Finkhaus Becker Dahlbüdding Nolte Hirschberg Lehrm. VfL. Schwerte— 2. VfL. Hörde. Weitere Sportnachrichten Seite 8! KERASVUnder Nehh und Deutschlandsender Vom 25. bis 28. Juni 1939 Sonntag 25. Juni Reichssender Köln 6.00: Bremer Hafenkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand. 8.05: Sonntägliche Musik. Darin: Ein besinnlich. Wort. Zum Tag des deutschen Volkstums. 9.00: Musik am Sonntagmor11.00: Eine Viertelstunde bildende Kunst. 11.15: Am Brunnen vor dem Tore! Ein Schülerchor singt. 11.30: Der lustige Rätselfunk. 12.00: Frohe Weis’ zu Trank und Speif.. 18.00: Nachrichten— Gluckwünsche. Wte#. 16.10: Aus Puccinis Meisterovern. 8425 14.00: Sport und Unterhaltung. Dazwischen: 1. Berichte vom Deutschen Derby 1939. 2. Fußballspiel Deutschland— Dänemark in Kopenhagen. 3. Berichte vom„Großen Automobilpreis von Belgien i. Spa“. 18.00: Von Bauern Art und Arbeit! 18.30: Wo bist du, Kamerad? Rundfunkappell der Frontsoldaten. 8 19.00: Der Sonnrag un nundDarin u. a.: Gauparteitag in Essen. 19.20: Sportvorbericht. 19.30: Zum Tag des Deutschen Liedes. 20.00: Nachrichten. 20.10: Gute Laune. Ein buntes Unterhaltungskonzert. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Musik zur Unterhaltung. 24.00—2.00: Nachtmusik. Deutschlandsender 6.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetterbericht. Anschl.: Kleine Melodic 8.20: Eine Woche unterm Pflug. 8.30: Im„Roten Ochsen" zu Sassenfeld. 9.00: Musik am Sonntagvormittag.„„ 10.90: Was vie Zutunft von uns erhofft, das wollen wir erfüllen. Morgenfeier. 10.45: Heinrich=Schütz=Stunde (1585—1672). Zwei„deutsche 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Musikalische Kurzweil. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarde. 13.00: Glückwünsche. 13.10: Musik zum Mittag. 14.00: Sport u. Unterhaltung. Dazwischen: Berichte vom Deutschen Derby 1939; vom Fußballspiel Deutschland geg. Dänemark i. Kopenhagen und vom Großen Automobilpreis von Belgien in Spa. 18.00: Große Deutsche. Idee und Tat. Horszenen um Gottfried Wilhelm Leibniz. 18.30: Musik aus Dresden. 19.45: Deutschland=Sportecho. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Virtuose Musik. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch Seewetterbericht. 23.00—24.00: Konzert. Montag 26. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Ratschläge für von Küchenzettel der Woche. 9.45: Nachrichten. 10.00: Hilfe, der Wald brennt! 10.30: Sendepause. 11.45: Auflockerung unserer Dörfer. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Werkpause beim Bauern am Niederrhein. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 18.15: Schloßkonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 15.30: Für große und keine Leute: Frösche, Molch und Wassermann fangen zu erzählen an. 16.00: Musik am Nachmittag. Darin: 17.00 bis 17.10: Musik von Schallplatten. 18.00: Wir suchen und sammeln. Etwas vom Kinderlied und 18.10: Blick in die Zeitschriften. 18.25: Musik unserer Zeit, Werke von Walter Teursch. 19.00: Querschnitt durch den Parteitag des Gaues Essen. 19.30: Die Woche fängt gut an! 20.00: Nachrichten. 20.10: Die Stunde der Bewegung. 20.50: Westdeutsche Wochenschau. 21.10: Musik zur Unterhaltung. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40—24.00: Unterhaltungsmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Spindel. Weberschiffchen und Nadel. Ein Spiel. 10.30: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Im Dreivierteltakt. 15.40: Vom großen und kleinen Eheärger. Besinnl. Gespräch. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Von Woche zu Woche. Berichte aus deutsch. Gauen. 19.00: Klangzauber. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Musikalische Kurzweil. 21.00: Deutsch=Japanisches Gemeinschaftskonzert. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 26.00 bis 24.00: Otto Dobrindt spielt zeitgenössische Musik. 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Froher Klang zur Arbeitspause. 9.30: Hier spricht die Mütterberatungsstelle. 9.45: Nachrichten. 10.00: Ich will zur guten Sommerzeit ins Land der Franken fahren. 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.45: Kampf den Kinderkrankheiten. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert. Darin: 13.00: Nachrichten, Glückwünsche. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Kurzweil am Nachmittag. Darin 17.00 bis 17.10: Musik von Schallplatten. 17.30: Musik der Jugend. 18.00: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Eine kleine Speisekarte leiblicher Genüsse., 18.15: Deutsches Volkstum. 18.30: Die blaue Donau. Ballettmusik aus Tänzen von Johann Strauß. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die NSV.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Neues vom Film. 20.30: Wir spielen zum Tanz. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40—24.00: Unterhaltung und Tanz. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Kinderliedersingen. Lieder aus Mähren. 15.40: Vom Kulturschaffen des Handwerks. Buchbesprechung. tu: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Die Zeltlager der Ingend. 18.00: Humor in deutsch. Landschaften. 18.30: Buffo=Arien und=Lieder. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Heiter und bunt. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Friedr. Silcher, dem Meister des deutschen Volksliedes, zum 150. Geburtstag. 21.15: Politische Zeitungsschau. 21.30: Ländliche Weisen. 22.00: Tages= Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Tanz= und Unterhaltungsmusik. Dienstag 2. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 8.10: Knie—e beugt! Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.00:„Ich will zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren.. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 12.00: Glückwünsche. Mittwoch 28. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Morgenruf, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Frühkonzert. Darin: 7.00 bis 7.15: Wetter, Nachrichten. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Vom gesunden Leben. 9.45: Nachrichten. 10.00: Deutschland, Land der Schönheit. 10.90: Sendepause. 11.45: Die Frau in der Ernährungswirtschaft. 11.55: Wetterbericht, Marktberichte des Reichsnährstandes. 12.00: Werkpause des Reichssenders Köln. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Musik am Mittag. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Abebn 15.00: Wir treiben Familienforschung. 15.20: Musik von Schallplatten. 15.30: Für große und kleine Leute: Von der Prinzessin Akelei und dem Ritter Eisenhut— und anderen Leuten. 16.00: Beliebte Orchestermusik. Darin: 17.00 bis 17.10: Musik von Schallplatten. 18.00: Feierstunde aus dem Museumsdorf Cloppenburg 19.00: Politische Zeitungsschau. 19.15: Musik aus Operetten und Tonfilmen. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Wir bringen ein Ständchen zur Sommerszeit! 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40—24.00: Musik aus Wien. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel Morgenrut, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. 630: Frühkonzert., Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit.„ 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00„Jetzt reisen wir Burschen.... g. M 10.30: Fröhlicher Kinvergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Werkkonzert mit d NS.= Gemeinsch.„Kraft d. Freude“. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Dreil„„„ 15.00: Wetter=, Marn= u. Vörsenberichte. 15.15: Hausmusik:„Die Suite“. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Schwert und Pflug sind mehr als Worte! 18.15: Klaviermusik. 18.45: Musik auf dem Trautonium. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Lachendes Leben. Dazwischen:„Die interessante Ecke“. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Blasmusik. 21.00: Die Entwicklung der Infanterie. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 28.00—24.00: Musik aus Wien. K amriaus Groche Roman von Baronin Margarete von Sass Sssssss Urheberrechtsschutz: Central-Bureau 8 „Natürlich.“— Lilli legte ihm Briefpapier zurecht, und während ihr Mann den Brief schrieb, beschäftigte sie sich mit einer Handarbeit. Als er fertig war, sah er auf die Uhr. „Wenn ich ihn gleich in den Kasten werfe, geht er noch um fünf Uhr mit weg. Ich möchte dich aber nicht alleinlassen, nimm dir einen Schal um und komme mit.“ Er war so sehr in innerer Unruhe, daß er es nicht wagte, seine Frau auch nur für fünf Minuten alleinzulassen. In den nächstfolgenden Tagen ging er nur für Stunden in die Fabrik. Lilli mußte ihn jeden Morgen dahin begleiten, dann ihre Besorgungen machen und ihn, wenn sie fertig war damit, abholen. Man wartete nun schon vier Tage auf die Antwort aus Stettin. Am sechsten Tage entschloß sich Oskar, an den Reeder zu telephonieren. Er tat das von seiner Fabrik aus. Er sprach einen Büroangestellten der Reederei und erfuhr von diesem, daß Herr Schimeck nach Dänemark gereist sei. „Wir müssen uns gedulden“, sagte Oskar zu Lilli,„Schimeck wird erst Ende der nächsten Woche von Dänemark zurückerwartet...“ Lilli hatte große Schneiderei im Hause. Die Schneiderin kam schon immer um acht Uhr früh und blieb bis halb sechs Uhr abends. Nun konnte Oskar unbesorgt um Lillis Sicherheit in seine Fabrik gehen und arbeiten. Lilli mußte ihm jeden Tag von neuem versprechen, sich nur in dem Zimmer neben der Schneiderstube aufzuhalten und Klara auch in ihrer Nähe zu beschäftigen. Lilli versprach es lächelnd. Sie versuchte den Anschein zu erwecken, als sei die Sorge Oskars übertrieben. In Wirklichkeit erschien ihr die Fürsorge Oskars recht begründet. Es war, obgleich die Tage still und ohne jegliches Ereignis verliefen, als stände man unter einem schweren Druck. Sie hatte das Gefühl, als lauere in allen Winkeln des alten Hauses das Unheil, um sich auf sie zu stürzen. Als grinsten die dunkelsten Gefahren sie aus allen Ecken des Hauses an. Ein paar Tage vor Lottes Fest kam Eva zu Lilli. Sie war in großer Verzweiflung. Hans hatte wieder eine große Summe verspielt. „Er wird sich und uns total ruinieren, wenn er es so weiter treibt“, klagte Eva.„Und nun muß ich dich doch bitten, uns zu helfen. Hans ist so verzweifelt, ich fürchte, daß er imstande ist, das letzte zu begehen. Sein Zustand ist nicht mehr anzusehen. Ich weiß, Lilli, daß meine Mutter dich gebeten hat, mit Hans zu sprechen, und du es ihr abgeschlagen hast, heute bitte ich dich, sprich du mit Hans, es wird gewiß helfen.“ Lilli sann darüber nach, wie sie das am besten einrichten könne, sich mit Hans zu treffen. Zu sich bitten wollte sie ihn nicht wieder. Hans kam nie wieder, wenn Oskar zu Hause war, und darum wollte sie ihn auch nicht empfangen, wenn sie allein war. „Seid ihr am Sonnabend auf dem Ball bei Duprés?“ fragte sie Eva. „Deine Schwester hat uns eingeladen, aber Mutter und ich haben abgesagt, ob Hans gehen wird, weiß ich nicht. Aber ich glaube es kaum, er wird auch nicht dazu aufgelegt sein.“ „Vielleicht redest du ihm zu, daß er doch geht, es wäre eine gute Gelegenheit für mich, ihn zu sprechen.“ Eva gab ihr recht und versprach es, durchzusetzen, daß Hans zu Duprés ginge. Nun war noch die Geldfrage zu erledigen. Lilli wollte die Summe von fünfzehntausend Mark gern hergeben, aber sie hatte Bedenken, es ohne Wissen Oskars zu tun. „Es ist mir unerträglich, eine Heimlichkeit vor Oskar zu haben“, sagte sie zu Eva,„er kümmert sich ja zwar nicht darum, was ich mit meinem Gelde mache, aber es wäre doch richtiger, ich zöge ihn ins Vertrauen." Eva sprach aufs heftigste dagegen. Dann sollte es Lilli sein lassen. Die Mutter wolle es absolut nicht, daß Oskar von diesen Dingen erführe. Wozu das auch gut wäre? Oskar könne ja auch nicht helfen. Wenn einer helfen könne, so sie— sonst niemand. Lilli hörte mit gesenktem Kopfe zu und sagte endlich:„Gut, ich werde nicht mit ihm sprechen!" Am Sonnabendmorgen klingelte das Telephon bei Grothes. Lotte fragte, ob Lilli ihr nicht für den Abend ihr Mädchen schicken könnte. Eine Aushilfsfrau, die sie für den Abend engagiert habe, habe sie im Stich gelassen, und ihr Mädchen könnte die Arbeit nicht allein schaffen. Lilli versprach es. Sie fuhr am Vormittag in die Stadt, um das Geld von der Bank zu holen, das sie Hans geben wollte, da sollte Klara gleich mit ihr kommen, um zu Duprés zu gehen. Auf dem Wege von der Bank zu der Bahn stieg ihr der Gedanke auf, ob es nicht besser wäre, Hans das Geld gleich zu bringen. Es brannte ihr förmlich in der Hand, sie hatte den Wunsch, es möglichst schnell loszuwerden. Die Bank war in der Potsdamer Straße, also war es nur ein kurzes Stück Weges bis zur Lützowstraße. Um elf Uhr stand sie vor der Lothschen Wohnungstür. Auf ihr Klingeln öffnete die Aufwartefrau. „Die Damen sind vor etwa einer Viertelsunde ausgegangen, aber der Herr Doktor ist zu Hause“, sagte die Frau. Lilli überlegte, ob sie bleiben sollte. Da öffnete sich die Tür des Wohnzimmers und Hans trat ins Vorzimmer. „Ach. Lilli, du“, sagte er matt. Sie trat nun näher, reichte ihm die Hand und bedauerte, seine Mutter und Schwester nicht anzutreffen. „Vielleicht wartest du ein Weilchen? Ich denke, sie werden gleich zurück sein!" Sie ließ es geschehen, daß er ihr die Pelzjacke abnahm und trat mit ihm ins Wohnzimmer. „Wie kommt es, daß du um diese Tageszeit zu Hause bist?“, fragte sie. „Wo soll ich sonst sein? Es ist ja gleich, wo ich meine Zeit totschlage!" Lilli sah ihn erstaunt an.„Ja, arbeitest du denn nicht?“ „Nein.“ Er schob ihr einen Sessel hin und bat: „Bitte, setz dich, Lilli, und laß uns von anderen Dingen reden als von mir und meiner Arbeit.“ Wie verändert er ist, dachte sie, man sieht ihm auf den ersten Blick an, daß er leidet. Sie ging gleich auf ihr Ziel los. „Ich bin aber gerade deshalb gekommen, um von dir und deinem Leben zu reden!“ „So, na, das kann ja recht interessant werden. Vielleicht erlaubst du, daß ich mir erst mal eine Zigarette anzünde?“ „Bitte.“ Nach dem ersten tiefen Zug sagte er:„Also, wenn es sein muß, denn man los!“ Er saß ihr gegenüber, ein Bein über das andere geschlagen und sah sie erwartungsvoll an. Die Hand, in der er die Zigarette hielt, lag auf der Sessellehne und Lilli bemerkte, daß sie leicht zitterte. Sie fühlte ein heißes Mitleid in sich aufsteigen, als ihr Blick auf sein Gesicht fiel, über das ein ironisches Lächeln huschte. Das ärgerte sie. Es sah ja aus, als mache Hans sich lustig über sie. „Ich meine, Grund zum Lachen hättest du nun gar nicht, Hans.“ „Nee, Lilli, da hast du recht— man lacht aber auch zuweilen ohne Grund. Man tut oft gerade das Gegenteil von dem, was man tun me.“ „Was willst du damit sagen, ich verstehe dich nicht?“ „Na hör’ mal, das ist doch nicht gerade schwer zu verstehen, ich möchte lieber heulen. Dazu hätte ich auch allen Grund.“ „Daß es so ist, daran bist du allein schuld, Hans.“ „Du urteilst zu rasch, verehrte Lilli.“ Er sagt das so weich und sah sie dabei mit einem so merkwürdigen Blick an, daß sie völlig verwirrt wurde. Sie senkte den Kopf und sah still vor sich hin. Plötzlich stand er vor ihr, hatte ihre Hand gefaßt, berührte sie leise und zärtlich mit den Lippen und sagte dann:„Du hättest mich nie aus deiner Nähe verbannen sollen, Lilli, damit sing das Luderleben an.“ Sie entzog ihm ihre Hand. „Nicht so, Hans, laß uns ernst miteinander reden.“ „Aber tun wir das nicht, Lilli?“ Ihr stieg alles Blut ins Gesicht. „Hans, was soll das— belieb doch endlich mal ernst zu sein, ich bin gekommen dir zu helfen.“ „Ach nein, ist das freundlich! Wie willst du das machen?" An ihm vorbei sehend, sagte sie leise:„Du weißt, ich habe die Möglichkeit, dir zu helfen.“ „Du willst sagen: das Geld dazu, dir deine Schulden zu bezahlen.“ Sie antwortete nicht. Er ging ein paarmal im Zimmer auf und nieder, dann blieb er vor ihr stehen und sah mit einem langen Blick auf sie nieder, endlich sagte er:„Ich danke dir, Lilli, für deine gute Absicht mir helfen zu wollen, aber ich rate dir, laß es lieber sein. Die Spielschulden eines anderen bezahlen ist ein Unternehmen, das zu keinem erwünschten Abschluß führt— es sind nämlich immer gleich wieder neue da.“ „Herrgott, Hans, wie soll das nur enden!" Sie stand auf. Ihre Blicke glitten für einen Moment ineinander. „Ja, wie soll es enden, Lilli?“ Hans seine tiefdunklen Augen funkelten, die Linien um seinen bartlosen Mund verschärften sich. Sie hob wie in fiehender Gebärde die Hände zu ihm auf. „Du mußt verständig werden, Hans— versprich es mir, Hans, daß du nicht mehr spielen wirst. Es geht um dich, um deine Er sah mit einem schmerzlichen Lächeln auf sie nieder. Plötzlich ergriff er ihre zusammengelegten Hände und drückte sein Gesicht darauf. Sie fühlte, daß seine Augen feucht waren, daß seine Lippen zuckten, die ihre Hände mit brennenden Küssen bedeckten. „Hans— o Gott, Hans— nicht so— hör' zu— ich will dir helfen.“ „Du kannst es nicht, Lilli.“ Sie schloß die Augen und überließ ihm willenlos ihre Hände. „Laß mich wieder täglich zu dir kommen“,— bat er leise—„dann kann noch einmal alles gut werden. Lilli, schenk' mir nur das eine, daß ich deine Nähe spüre.“ Sie entzog ihm ihre Hände. „O Gott, Hans, was sprichst dur“ „Ich liebe dich, LillikSie sah ihn mit einem Blick an, der ihre ganz große Hilflosigkeit, ihr ganzes Entsetzen verriet. Er wollte wieder ihre Hand fassen, aber sie stand mit hastiger Bewegung auf und ging schweigend zur Tür. Als sie sie öffnete, huschte die Aufwartefrau davon, die lauschend davor gestanden hatte. Diese Entdeckung verschärfte noch das unangenehme Gefühl, das sie von hier mit fortnahm. Sie fuhr sofort nach Hause, wo Jettchen ihr mit der Bestellung entgegen kam, daß Frau Dupré noch einmal angeläutet habe, um zu fragen, ob sie Jettchen nicht auch noch zur Aushilfe bekommen könne, da eins ihrer Mädchen erkrankt sei. „Wenn Sie wollen, können Sie meinetwegen hingehen“, sagte Lilli. Jettchen war gern bereit. Sie legte die Kleider und Wäsche des Doktors zurecht, die er am Abend anziehen würde. Sie wollte, wenn es sich einrichten ließ, schon um sechs Uhr fahren. Die Sorge war nur, ob Frau Doktor ohne ihre Hilfe fertig werden würde. „Ja“, sagte Lilli—„gehen Sie nur ruhig, die Schneiderin wird mir beim Ankleiden behilflich sein.“— Sie wollte sie darum bitten, eine halbe Stunde länger zu bleiben. Um fünf Uhr kam Oskar. Es war eine ziemliche Unruhe im Hause. Die Schneiderin war noch nicht mit dem Kleide fertig, das Lilli anziehen wollte. Man aß im Tempo einer Stations=Mahlzeit. Oskar mußte noch an einem Vortrag arbeiten, den er im Verein zu halten hatte. Er ging sofort in sein Arbeitszimmer. Lilli nahm ein Bad, bei dem Jettchen ihr noch Hilfe leistete. Während sie danach in ihrem Schlafzimmer war, um sich zu frisieren und anzukleiden, kam Jettchen zu ihr, um ihr die Hausschlüssel zu bringen und zu sagen, daß sie jetzt gehe. Als sie fort war, fiel Lilli ein, daß sie ja Oskar nichts davon gesagt hatte, daß Jettchen auch zu Duprés gehe. Sie lief zum Fenster, um sie zurückzurufen, aber es war zu spät, Jettchen war schon fort. Bald danach kam Oskar aus seinem Zimmer. Im selben Augenblick läutete das Telephon. Oskar ging heran und sprach längere Zeit. Als er endlich bei Lilli eintrat, sagte er:„Professor Karras bittet mich, um halb sieben Uhr im Restaurant zum Raben in der Bismarckstraße zu sein— er hat vor der Sitzung etwas Wichtiges mit mir zu besprechen Ich habe zugesagt, ohne daran zu denken, wie ich es dann mit dir machen soll. Du kannst doch unmöglich um sechs Uhr schon zu Duprés fahren?" „Nein, das geht wohl nicht. Die Schneiderin hat auch noch an meinem Kleide zu tun— sagte sie mir eben, bis sieben Uhr würde sie fertig sein.“ Daß sie noch im Hause war, schien ihn zu beruhigen. „Dann werde ich dir den Wagen zu sieben Uhr bestellen.“ „Gut, ja, so wird es gehen.“ Oskar kleidete sich in großer Eile an, und verabschiedete sich von Lilli, ohne nach Jettchen zu fragen. Sie sagte ihm auch nicht, daß sie fort war, um ihn nicht zu beunruhigen. Sie schloß die Tür hinter ihm ab und ging dann zu der Schneiderin ins Zimmer. Mit dem Glockenschlage sieben war sie fertig angekleidet, und der Wagen, eine gewöhnliche Autodroschke, fuhr -vor, um sie abzuholen. Sie verschloß das Haus, und die Schneiderin geleitete sie bis zum Wagen. Alle Fenster der Villa Dupré waren hell erleuchtet. Oskar Grothes Blick flog darüber hin, während er aus dem Auto stieg. „Lilli wird überrascht sein, daß ich schon so zeitig komme“, dachte er. Er entlohnte den Chauffeur. Beim Licht der Wagenlaterne sah er auf seine Armbanduhr. Es war eben erst acht Uhr durch. Am Eingang des Hauses empfing ihn ein Diener, der die Türen vor ihm offen hielt und ihm im Vorhaus Pelz und Zylinder abnahm. Ein zweiter ging, um ihn zu melden. Im Salon kam ihm Lotte entgegen. Sie war nicht wenig erstaunt, ihn allein zu sehen. „Was bedeutet das, daß du allein kommst, wo ist Lilli?“ Ihre Frage versetzte Oskar in einige Erregung. „Ich glaube sie hier, sie wollte um sieben Uhr von Hause fortfahren.“ „Dann müßte sie längst hier sein“, sagte Lotte,„aber sie ist wohl nicht gefahren. Wir warten voll Ungeduld auf sie. Jettchen vermutet, die Schneiderin wird mit dem Kleide nicht fertiggeworden sein und Lilli wartet.“ „Ja, wieso kann Jettchen das vermuten, sie muß es doch wissen?“ „Wie soll sie es wissen, sie ist seit halb sieben Uhr hier.“ „Jettchen ist hier? Was tut sie hier?" Lotte gab die Aufklärung. „Herrgott, davon ahnte ich ja nichts, daß Lilli allein in der Wohnung blieb!“ Lotte zog die Schultern hoch und sagte: „Vielleicht rufst du telephonisch in eurer Wohnung an. Ich versuchte es schon ein paarmal, bekam aber keinen Anschluß. Heute geht alles schief. Hans Loth hatte auch zugesagt, zu kommen, er sollte Henrys Schwester zu Tisch führen, nun ist er einfach ohne Entschuldigung fortgeblieben. Die ganze Tischordnung wirft das um.“ Oskar hörte nicht auf ihre Klage. Henry löste sich aus einer Gruppe von Damen und trat zu ihnen. Er war ebenso erstaunt wie Lotte, Oskar ohne Lilli zu sehen. „Komm in mein Zimmer, da kannst du telephonieren.“ Sie gingen in Henrys Arbeitszimmer. Oskar ließ sich in den Sessel vor dem Schreibtisch nieder, auf dem das Telephon angebracht war. Er nahm das Schallrohr aus der Gabel und nannte Amt und Nummer.„Bitte, stark läuten“, fügte er hinzu. Voll unerträglicher Spannung lauschte er darauf, daß Lilli sich melden sollte. Er hörte deutlich das Läuten des Apparates und sah das leere Haus, das es durchschrillte, vor sich. Dieses Läuten in die Leere hinein erfüllte ihn mit Entsetzen. „Der Teilnehmer meldet sich nicht“, sagte das Telephonfräulein,„hängen Sie, bitte, ab.“ Er kam ihrer Aufforderung nach. Seine Hand zitterte. Einen Augenblick vor sich hinstarrend, dachte er darüber nach, was Lilli wohl abgehalten haben könnte, hierher zu kommen. Es wollte ihm nichts einfallen. Es gab auch nichts. „Vielleicht ist Lilli eben auf dem Wege nach hierher“, sagte Henry. Das flammte als Hoffnung in ihm auf, die aber sogleich wieder kläglich zusammensank. Er ließ seinen Blick durchs Zimmer wandern, hob ihn dann zu Dupré und sagte:„Ich glaube nicht, daß sie noch kommt, es war nicht recht von mir, sie alleinzulassen.“ „Du mußtest zu einer Sitzung?“ „Ja, zu einer Sitzung, die schließlich gar nicht stattfand.“ „Das konntest du aber nicht vorher wissen.“ „Nein, natürlich nicht.“ Er sah wieder starr vor sich hin, unfähig, einen Entschluß zu fassen. Henry sprach auf ihn ein, kein einziges Wort drang zu ihm. Plötzlich war wieder das Läuten des Telephons, das durch sein leeres Haus schrillte, in seinem Ohr. Das riß ihn empor. „Ich werde nach Hause fahren“, sagte er. Henry wollte dagegen sprechen.„Wenn Lilli schon auf dem Wege nach hier ist?“ Oskar ließ sich nicht abhalten.„Kann ich deinen Wagen haben?“ „Ja natürlich, ich will dem Chauffeur Bescheid sagen lassen.“ Er ging, von Oskar gefolgt, hinaus, um seinen Diener zu sprechen. Oskar ließ sich seinen Pelz geben und wartete, vor dem Hause stehend, bis das Duprésche Auto vorfuhr. Henry kam im letzten Augenblick angestürzt, um dem Chauffeur zu sagen, daß er mit schnellster Geschwindigkeit fahren solle. Der Wagen raste dahin, andere jagten an ihm vorüber. Ein jeder hatte sein Ziel, das er so schnell wie möglich erreichen wollte. Siebentes Kapitel Oskar Grothe hatte schon den Schlag des Wagens geöffnet, ehe dieser noch hielt. Er sprang heraus. Vor seinem Hause hielt ein zweiter Wagen. Was hatte das zu bedeuten? Er ging auf ihn zu und fragte den Chauffeur: „Warten Sie hier auf jemand?" „Ja, auf eine Dame und einen Herrn, die ins Haus gegangen sind. Sie wollten in ein paar Minuten zurück sein, nu wart' ich bereits ine halbe Stunde und nischt rührt sich.“ Oskar fühlte, wie ihm alles Blut zu Kopfe stieg, in seinen Ohren rauschte es und seine Schläfen drohten zu zerspringen. Er lief durch den Garten, über dessen Weg ein matter Lichtschein fiel, der von dem einzig erleuchteten Fenster des Schlafzimmers kam. Ein fester Schritt stampfte hinter ihm her, er bemerkte ihn nicht. Die Tür des Eingangs stand offen, Oskar stürmte, wie von Furien gehetzt, ins Haus. Der Mann, der ihm folgte, blieb in Vorhaus stehen. Eine unheimliche Stille umfing ihn, die plötzlich von einem lauten Aufstöhnen zerrissen wurde. Er blieb im ersten Stock wie angewurzelt stehen, dann tastete er sich durch das dunkle Vorhaus bis zu einer Tür, durch deren Spalt ein matter Lichtschein fiel. Diese Tür öffnete er weiter und sah ein Bild, das ihn mit Entsetzen erfüllte. Vor dem Bett lag der Mann, der vor ihm das Haus betreten hatte, in den Knien, sein Gesicht hatte er in die Decke vergraben, seine Arme umklammerten den Oberkörper einer Frau, die scheinbar leblos über dem Bett lag. Aus dem schmerzentstellten Gesicht der Frau starrten mit irrem Blick weitgeöffnete Augen in das rosarote Licht, das im Raum schwamm. Wie Blut war dieses Licht, das über Menschenschuld und Menschenleid dahinfloß. Der Mann sah voll schmerzlichen Mitleides auf den anderen, der da auf den Knien vor der Frau lag. Gewiß war diese Frau, deren Leben von roher, erbarmungsloser Hand zerstört worden.war, sein Liebstes, das er besaß. Er wagte es nicht, den Mann aus seinem tiefen Schmerz zu reißen. Mit fast angehaltenem Atem lauschte er in die Stille, die das Haus umfangen hielt. Im Nebenzimmer holte eine Uhr zum Schlage aus. Ein Schlag war es, weich und voll, dessen Nachhall für eine Atemzugslänge im Raum hängenblieb. Irgendwo im Hause klappte eine Tür.(Fortsetzung folgt.) Wiertelsrurscheierenmeer Well? Zählen und Vulen aus dem Erden der beuschen Voltsbruppen un Ausland Smnen Bchmth-K. 50 Nach der Heimkehr der Ostmark, des Sudetenlandes und des Memelgebietes umschließen die Grenzen Großdeutschlands 80 Millionen Volksgenossen. Ein gewaltiger Aufbau reift der Vollendung entgegen: von seiner stolzen Wehrmacht beschützt, geht das ganze deutsche Volk der friedlichen Arbeit nach. Aber ein großer Teil des deutschen Volkes darf äußerlich an diesem Wiederaufstieg nicht teilnehmen. 20 Millionen Volksdeutsche leben als fremde Staatsbürger außerhalb der Reichsgrenzen. Alles das, was uns ein gesicherter Besitz ist— Sprache, Schule, Volkstum— müssen sie sich täglich erneut und unter den schwersten Opfern erkämpfen. Häufig ernten sie für ihre Kulturarbeit statt Dank nur Haß und Verleumdung. Jedes Mittel ist deutschfeindlichen Staaten und Völkern recht, um die Deutschen ihrem Volkstum zu entfremden. Aber die Kraft des Blutes ist stärker als Einschränkungen und Verbote. In vorbildlicher Treue stehen unsere Volksdeutschen zu ihrem Volk. Keine Macht der Welt kann ihr Betenntnis zur gesamtdeutschen Volksgemeinschaft verhindern. 4u4 8 Sollen wir im Reich uns durch so viel Treue und Opfermut beschämen- lassen? Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland kämpft für die 20 Millionen Volksdeutschen. Der BDA. klärt über sie auf, schult die Jugend zu volksdeutschem Denken und hilft dort, wo Hilfe möglich ist. Der BDA. hält die Verbindungen mit draußen aufrecht und wird so zum Mittler zwischen Reichs= und Volksdeutschtum. Zum„Tag des deutschen Volkstums“ am 24. und 25. Juni geben wir im folgenden einen kurzgefaßten Ueberblick über die hauptsächlichsten deutschen Volksgruppen jenseits der Grenzen. Das Deutschtum im Südosten ist vorwiegend bäuerlich. Es ist in besonders starkem Maße bodenverbunden. Abgesehen vom Banat und von der Batschka ist das Deutschtum Einderreich: 6 bis 8 Kinder oder mehr sind keine Seltenheit. Die deutschen Bauern siedeln zum größten Teil auf den besten Böden, die sie durch eigene beit urbar gemacht haben und durch diese Leistung auch den Staaten wertvollen Nutzen erbracht haben, in welchem ihre Nachkommen heute leben. Durch die Haltung des deutschen Bauern im Südosten bekommt auch der Rumäne oder der Serbe die größte Achtung vor dem deutschen Mutterlande und gewinnt Interesse für die deutsche Kultur. So ist das Volksdeutschtum das Band, das die Staaten Südosteuropas mit dem Reich verbindet. Deutschtum in Ungarn Zahl der Volksdeutschen: 700 000. Verbreitung: Westungarn, Bakonyi=Wald. Ofener Berge, Schwäbische Türkei. Das deutsche Bürgertum stellt in erster Linie die ungarische Beamtenschaft. Der größte Teil der Künstler, Dichter, Baumeister und Jugenieure sind deutscher Herkunft. Die Stadt Ofen, von Deutschen erbaut, war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fast ganz deutsch. Die Burg in Ofen, von einem Deutschen erbaut, ebenso das Parlament in Pest. Die Fischereibastei erhielt ihren Namen von dem großen deutschen Barockbaumeister des Südostens, Fischer von Erlach. Wirtschaftlich stellt das Deutschtum das sozial gesunde Bauerntum. Vor allen Dingen ist es führend in der Pferde= und Schweinezucht. Der Deutsche regulierte den Lauf der Donau und machte die Sümpfe urbar. Er wurde Vorbild für die umwohnenden Madjaren und Slawen. Gegenwärtig hat die erwachende deutsche Volksgruppe sich im Volksbund der Deutschen in Ungarn unter Führung von Dr. Basch eine eigene Organisation geschaffen. Das Deutschtum in Rumänien Zahl der Polksdeutschen: 822 000. Verbreitung: Siebenbürgen: 250 000, Banat: 330 000, Sathmar: 50000, Buchenland: 70000, Bessarabien: 80 000, Dobrudscha: 12 000, Altreich: 30 000. eicherbürgen Siebenbürgen wurde im 12. und 13. Jahrhundert von Deutschen aus der und Moselgegend besiedelt. Die Deutschen hatten die besondere Aufgabe, die Karpathenpässe zu bewachen gegen die ständig einbrechenden Tatarenhorden. So entstanden die deutschen Städte Hermannstadt, Kronstadt, Mediasch, Schäßburg usw. als Bollwerke des vorgeschobenen Grenzlanddeutschtums. Banat Das Banat wurde im 18. Jahrhundert nach Vertreibung der Türken von deutschen Bauern besiedelt, die das entvölkerte Land zu großer Blüte führten. Mittelpunkt des rumänischen Banats ist die Stadt Temeschburg, in der bereits Prinz Eugen und der Graf Mercy wohnten und später der Generalfeldmarschall von Mackensen sein Hauptquartier aufschlug. In Temeschburg wohnen auch heute noch die meisten volksdeutschen Bürger in Südosteuropa. Von 100000 Einwohnern sind etwa 40000 deutsch. Der wichtigste Ausfuhrartikel des Banater Schwaben ist das Schwein. Ein wesentlicher Prozentsatz des Wiener Schweinemarktes wird vom deutschen Bauern des Banats geliefert. Solhmer Die Sathmarer Schwaben wurden im 18. Jahrhundert von ungarischen Adeligen augesiedelt. Ihre Heimat ist vor allem im westlichen Süddeutschland. Vor dem Kriege war diese deutsche Sprachinsel fast völlig madjarisiert. Nach dem Kriege aber unter rumänischer Herrschaft erwachte das Deutschtum wieder. Buchenland Das Buchenland kam nach der Vertreibung der Türken 1775 an Oesterreich. Damit begann die Besiedlung dieses Gebietes mit Deutschen. Außer Glasbläsern und Holzarbeitern wurden aber vorwiegend Handwerker und Beamte angesiedelt, um dieses Gebiet zu einem gewissen Wohlstand zu führen und es besser verwalten zu können. Infolgedessen ist die bäuerliche Besiedlung durch Deutsche verhältnismäßig gering geblieben. Bessarabion Bessarabien wurde von 1814—1840 von deutschen Bauern besiedelt, die in erster Linie aus Württemberg stammen. Es ist das kinderreichste Kolonistendeutschtum im Südosten. Altreich Das Altreich setzt sich aus Zuwanderern der verschiedenen deutschen Siedlungsgebiete zusammen. Besonders stark ist die deutsche Volksgruppe in Bukarest vertreten, wo aber auch die Gefahr sehr groß ist, daß es in der rumöntschen Hauptstadt zu Grunde geht. Die deutsche Volksgruppe in Rumänien hat in der Volksgemeinschaft der Deutschen unter der Führung des Landesobmanns Fritz Fabritius sich eine eigene Volksorganisation geschaffen. Sie vertritt die Belange der Volksgruppe gegenüber dem rumänischen Staat und sorgt für sozialen Ausgleich innerhalb der Volksgruppe. Das Nachbarschaftswesen, eine besondere Selbsthilfe=Organisation, regelt in erster Linie die sozialen Nöte. Dobrudscha Die heutigen deutschen Gemeinden in der Dobrudscha stellen Kolonistensiedlungen dar aus älteren deutschen Siedlungen in Rußland. Nach dem allmählichen Abzug der Türken im 19. Jahrhundert wurde immer mehr Boden frei, der von den Deutschen aufgekauft wurde. Deutschlum in der Glowakei Gesamtzahl der Deutschen: 160 000. Das Deutschtum in der Slowakei ist durch eine Kette einzelner Siedlungsvorgänge vom 13. bis 19. Jahrhundert entstanden. Im 13. Jahrhundert Verleihung des Stadtrechtes an die Häuser und Bergbausiedlungen: Siebenbrod, Schemnitz, Altsohl, Neusohl, Karpfen. Freibrief für die 24 Zipser Städte. Anfang 14. Jahrundert Zuwanderung in die nordöstliche obere Zips. 15. Jahrhundert neue Siedlungen in der ohren Zips; Bauernsiedlungen um die deutschen Städte. Aus der theresianischjosephinischen Zeit stammen die deutschen Siedlungen in der Umgebung von Preßburg. Im 18. Jahrhundert Ansiedlung niedersächsischer und oldenburgischer Bauern in der Gegend von Neutra. Das in der Slowakei ansässige Deutschtum ist vorwiegend Träger der städtischen Kultur gewesen, im Gegensatz zu den burgensässigen madjarischen Landaristokraten und den slowakischen Bauern. Die Vorherrschaft des deutschen Städtebürgertums dauert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Die kulturelle Bedeutung der deutschen Volksgruppe liegt in ihrer innigen Beziehung zum Gesamtdeutschtum im Reich. Sie spielt eine Vermittlerrolle für die aus dem Reich zuströmenden kulturellen Kräfte und LeiPungen. Schulministerium besteht eine deutsche Abteitung, der die deutschen Lehranstalten dienstaufsichtsmäßig unterstehen. Ein deutscher Zentralgenossenschaftsverband ist vorgesehen. Die deutsche Volksgruppe in Litauen 45 000 Deutsche leben in Litauen. kurz vor dem Kriege hat man kaum etwas von der Existenz dieser Volksgruppe gewußt; dennoch kann das Deutschtum auf eine 200jährige Geschichte zurückblicken. Als Salzburgische Auswanderer kamen sie über Ostpreupen ins Land und ließen sich als Bauern nieder. Sie sind trotz der wechselreichen Zeit ihrer Scholle treu geblieben. Auch heute noch sind 65 bis 70 Prozent der Deutschen Litauens in der Landwirtschaft tätig, 20 Prozent entfallen auf das Handwerk, die übrigen auf die anderen Berufe. Was Litauen dem Deutschtum zu verdanken hat, geht allein daraus hervor, daß die Deutschen als erste das Handwerk nach Litauen brachten und an der Kultivierung der Landwirtschaft sehr viel Anteil hatten. Gerade da, wo das Deutschtum am dichtesten siedelt, ist der Kulturstand des Landes am höchsten. Erst sehr spät kam es zu organisatorischen Zusammenschlüssen der Deutschen in Litauen. Die ersten Zusammenschlüsse erfolgten in den Jahren 1919/20. Inzwischen ist jedoch das Deutschtum in Litauen geschlossen in einer Volksgemeinschaft, die der Kulturverband der Deutschen Litauens darstellt, vereint. Der Kulturverband, der früher nur ein Schulperein war, umfaßt jetzt sämtliche Lebensgebiete der Volksgruppe. Im Kulturverband bestehen für die wichtigsten Gebiete besondere Aemter, wie Schulamt, Landamt, Handwerker usw. Seit 3 Jahren steht der Kulturverband unter der bewußten Führung von Oskar von Reichardt. Die Verbindung zwischen den im Land verstreut lebenden Deutschen wird durch das Wochenblatt„Deutsche Nachrichten für Litauen“ erhalten. Die Deutsche Volksgruppe in Estland Gesamtzahl der Deutschen: 20 000. Die Deutschen leben über das ganze Land verstreut, hauptsächlich in den Städten; einzelne geschlossene Siedlungsgebiete, sogenannte Bauernkolonien, sind Wisust und Heimtal. Einwanderung der Deutschen um 1200. Bis 1561 eine Mark des deutschen Reiches. Während dieser Zeit Kolonisation des Landes trotz fremder Oberhoheit seit 1561(bis 1710 polnisch=schwedisch, von 1710—1918 russisch). Stets deutsche Führung, deutsche Verwaltung, deutsches Recht. Seit 1918 Republik Estland. Seit 1918 starker Rückgang des Deutschtums durch Enteignung des Grundbesitzes. Enteignung in Lettland und Estland zusammen so große Landfläche wie Belgien. Behauptung der deutschen Stände hauptsächlich in den Städten. Auf dem Lande Restgutsbesitzer und Ansiedler zur Festigung der Bodenständdgteitt. 60 000 Einwohner, davon 10000 sogenannte preußische Wallonen. Andererseits wohnen westlich des Eupener Bezirkes und südwestlich des St. Bither Gebietes deutschsprachige Menschen, die allerdings seit Bestehen des belgischen Staates(1830) in diesem leben und nur noch ein geringes Deutschbewußtsein zeigen.(Weitere Deutschsprachige in der belgischen Provinz Luxemburg). Das gesamte Gebiet ist seit den Anfängen des Reiches bis zum Weltkrieg ununterbrochen ein Teil des Deutschen Reiches gewesen. Der nördliche Teil gehörte zur Grafschaft Lim burg, Malmedy zur reichsunmittelbaren Abtei Malmedy=Stablo, St. Vith(Teil des Kreises Malmedy zum alten Herzogtum Luxemburg. Nach dem Versailler Diktat war eine Abstim. mung über das Gebiet vorgesehen, die jedoch nicht in ordnungsmäßiger Weise durchgeführ wurde. Das Deutschtum wird durch die Heimattreue Front vertreten. Sie ist die stärkste Partei und hat nach Abzug der zugewanderten Altbelgier auch die absolute Mehrheit in diesem Gebiet. Das gesamte Gebiet mußte sich nach der Abtrennung vom Reich infolge des Verlustes seines bisherigen natürlichen wirtschaftlichen Mittelpunktes Aachen auf neuartige andere Verhältnisse umstellen. Die deutsche Sprache ist im Alltagsverkehr gestattet und wird auch in den Schulen noch leidlich gelehrt. Deutsche in aller Welt 20 Millionen Deutsche fremder Staatsangehörigkeit sind in Europa und Uebersee außerhalb der Reichsgrenzen in folgenden Staaten und Stammesgebieten vertreten: Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein, Elsaß=Lothringen, Eupen=Malmedy, St. Vith, Nordschleswig, Dauzig, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Ungarn, Südslawien, Slowakei, Sowjetunion, USA., Kanada, Mexiko, Guatemala, El Salvador, Britisch=Honduras, Nicaragua, Costarica, Panama, Jamaica, Kuba, Haiti, Puerto Rico, Columbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Brestlien, Guayana, Venezuela, schließlich noch den ehemaligen deutschen Kolonien. Die deutsche Volksgruppe in Polen 1 I walnische Schriler miissen 330 000 360 000 350 000 65 000 60 000 Wichtige Siedlungsgebiete: Pommerellen(Westpreußen)=Posen Ostoberschiesien Mittelpolen mit Lodz Galizien Wolhpnien.64. Sieen SriTrotz der verschiedenartigsten Entwicklung der einzelnen Siedlungsgebiete ist einheitlich festzustellen, daß die Deutschen wegen ihrer landwirtschaftlichen, handwerklichen oder kaufmännischen Fähigkeit von den polnischen Fürsten und Adligen selbstins Landgeholt worden sind. Die Einwanderung in die westlichen Teile des heutigen Polens begann im 12. Jahrhundert. Starkes deutsches Bürgertum, besonders auch in den nicht zum ehemals deutschen Orden gehörenden Gebieten(Krakau). Starke Polonisierung des eingewanderten Deutschtums im 16. und 17. Jahrhundert. Trotzdem kein Aufhören der Neuansetzung deutscher Bauern durch Adlige im Westen und Kleinpolen. Aufschwung Posens und Westpreußens nach den Teilungen. Im 19. Jahrhundert Aufstieg der Industrie unter deutschem Einfluß(Lodz), Entstehen der deutschen Siedlung in Ostpolen. Nach dem Weltkrieg Verdrängung von 1 200000 Deutschen aus Polen, Enteignung von 650000 ha deutschen Grundbesitzes, Voykott deutscher Handwerker und Kaufleute, Ueberbesteuerung, Entzug von Konzalianen. Entlassung von Arbeitern. In polnische Schulen müssen gehen: Posen=Pommerellen Ostoberschlesien Mittelpolen Galizien Wolhynien 52 v. H. 57 v. H. 88 v. H. mehr als 50 v. H. 75 v. H. aller deutschen Kinder. Heutiger Sland der Volksgruppen: Der verschiedenartige Charakter der einzelnen Teile der Volksgruppe: Posen=Pommerellen = Landw. Großgrundbesitz, Oberschlesien= ausgespr. Industriebevölkerung, Lodz= Industrie und Gewerbe, Ostpolen— junges, hinderreiches Kolonistenbauerntum, erschwerte die politische Einigung. Daher keine einheitliche Organisation. Seit 1933 Aufwärtsentwicklung in allen Teilen der Volksgruppe. Oegemtalleng: 1. Deutsche Vereinigung, Arbeitsgebiet: PosenWestpreußen, Vorsitzender Dr. Kohnert, Bromberg. 2 Deutscher Volksbund, Arebitsgebiet: Ostoberschlesien, Vorsitzender Dr. Ulitz, Kattowitz. 3. Deutscher Volksverband, Arbeitsgebiet: Mittelpolen, Vorsitzender Ludwig Wolff, Lodz. 4. Jungdeutsche Partei, Arbeitsgebiet: Polen, Vorsitzender Rudolf Wiesner, Bielttz Glezabzeichen zum Log des deuschen an 21. md S. 5— Bekenne Dich zur großen Bluts= und Schichfalsgemeinschaft des deutschen Hundert=Millionen=Volkes durch Dein Opfer am„Tag des deutschen Volkstums“: Gib reichlich! Der Egerländer Marsch Bei den Klängen dieses Marsches schritten die ruhmreichen sudetendeutschen Regimenter im Weltkrieg zum Sturm. Der Egerländer Marsch feuerte auch im geschichtlich bedeutsamen Jahr 1938 die Sudetendeutschen immer wieder zum Durchhalten an. Egerländer, hatt's euch z'sammn, Egerländer,'s dauert nicht mehr lang— Geigen, Dudelsack, Klarinettn, Das wird ein lustiges Leben. Bin i net a schöina Rousbudnvon, Bou, Von, Vou, Bou, Von, Bou? Ho i ne a schöts Höiterl af, Un a schöis Federl draf, Bin i net a schöina Nousbudnbon, Bou, Bou, Vou, Von, Von, Bou? Und wenn es blitzt, und wenn es kracht Unser Herz im Leibe lacht, Wir stürmen vor auf blut'ger Bahn, Die Fahne leuchtet uns voran. Egerländer, halt's euch z'sammn, Egerländer,'s dauert nicht mehr lang— Und wenn die Welt voll Teufel wär— Wir folgen dir zu Ruhm und Ehr! Wenn Tod, Verderben uns umringt, Kein Leben uns're Brust durchdringt, Wir dringen vor unt weichen nicht, Wir fallen nach erfüllter Pflicht. Wenn Lorbeer dann die Fahne ziert, Dir, Herr, der beste Dank gebührt. Dich preisen wir und schwören aufs neu, Daß wir dem alten Wahlspruch treue Und wenn die Welt voll Teufel wär, Wir folgen dir zu Ruhm und Ehr! * Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Wwe. Kafoline Beeker geb. Wiggermann ist heute nachmittag um 16 Uhr im 83. Lebensjahr sanft entschlafen. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Becker Schwerte, Radevormwald, Lünen, Mannheim und Karlsruhe, den 23. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Montag, dem 26. Juni 1939 um 16 Uhr vom Trauerhause, Am Kirchhofe 14, aus statt. 1 Gott der Allmächtige nahm in seinem unerforschlichen Ratschluß gestern meinen innigstgeliebten Mann, unseren treusorgenden Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel utd Vetter, den Lokomotivführer Raff Steillsehdfte nach 1½ jähriger Krankheit im 52. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit. Um stille Tellnahme bitten: Frau Alwine Steinschulte geb. Externbrink Erna Steinschulte Else Steinschulte Schwerte, Troisdorf, Opladen, Schleswig, den 23. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 25. ds. Nits., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Kampstraße 22, aus statt.— Sollie jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Familien-Drucksachen liefert schnellstens Hans Linner vormals Carl Braus, Gr. Marktstr. C Ihre Vermählung geben bekannt: Walter Nendel Emmy Nendel geb. Sinn Schwerte, den 24. Juni 1939 Oaibergerotr. 55 Unsere Tochter Elsbeth hat sich mit dem Turn- und Sportlehrer Herrn Heinrich Grundmann verlobt. Heinrich Bramann und Frau Seisenk ener Onttoleneinr. 16 Nleine Verlobung mit Fräulein Elsbeth Bramann, Tochter des Betriebsführers Herrn Heinrich Bramann und seiner Frau Gemahlin Hedwig geb. Blume, beehre ich mich anzuzeigen. Heinrich Grundmann Schwerte(Ruhr) Graf Adolfstr. 11 25. Juni 1939 Bürger-Schützen-Verein e. V. Schwerte Sonntag, den 2. Juli 1939 Schützentag „Im Reiche des Wassers“, 10.45 Uhr: Promenadenkonzert. I. Teil: Adolf=Hitler=Platz II. Teil: Feldwebel Preising. 3 Uhr Empfang des Schützenkönigs mit Gefolge auf dem Marktplatz, anschließend kurzer Festzug durch die Straßen der Stadt 4 Uhr Konzert 8 Uhr Tanz Die Musik stellt die Fliegerhorstkommandantur Dortmund unter Leitung des Obermusikmeisters Kurtze. Eintritt für Nichtmitglieder Mark 0,50, Arbeitsdienst und Militär Mark 0,30. Kofferempfänger Autoempfänger Schallplatten Radio Hill Fernrut 2606 am Kino h Is chränk zu günstigen Zahlungsbediogungen - Plantadas bewährte Mittel gegen Iattläuse Ameisen eic., Flasche für 50 Ltr. Spritzmittel 75 Pig. Prezggs Mehlhose Adolf-Hitler- Platz Verkäuferinnen für unsere große Abteilung DamenFertigkleidung per t. Aaugust früher oder später gesucht. sicher Jund mild wirkt Darmol. Es fördert die Gesundheit. Ob Sie s eine Blutreinigungskur machen oder Ihren Körper richtig entschlacken wollen, in jedem Fallwird ihnen Darmol heifen. Es schmeckt ausgezeichnet! In Apoth. u. Drog. RM-74,1.39 PAANOL die Schokolade für die gute Verdauung Jeder hat— ich möchte wetten, Irgendwo noch alte Ketten, Etuis, Gehäuse, alte Ringe, Und andere unbrauchbare Dinge. Denken Sie mal richtig nach— Die Werte liegen doch nur brach! Ich kaufe alles gegen bar, Was aus Gold und Silber war. F. 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Mitwirkende: Meta Oelmann=Strack, Hagen(Alt), Erwin Althoff, Wetter(Lieder zur Laute), Hans Wallbera, Hamm(Trom##peten=Virtuose), Tanzschule Alice Scotti, Hagen, Jahanna Letzel, Schwerte(am Flügel), Kapelle Ernst Gebler, Hagen. 1 Anschlleßend Tanz! Programme, die zum Eintritt berechtigen, im Vorverkauf 50 Pfg., an der Kasse 70 Pfg. Vorverkauf im Zigarrengeschäft Schöttler, AdolfHitler=Platz, im„Freischütz" und bei den Mitgliedern. Jedermann ist herzlich eingeladen. reise stets mit Feldstecher Große Auswahl besonders preiswerter Modelle Biaall,. gege. Opeinas N. Kayser Adolf-Hitter-Platz Hervorragende Hellostolge bei Gichkt Ischias Rheuma Frauenleiden Neuzeltlich eingerichtetes Inhalatorlum Badezelt von 7—12 und 14—18 Uhr Auskunft: Badeverwaltung. Unna-Könlgeborn Sol- und Thermalbag König.— Adler-Junior-Limousine schwarz, in bestem Zustand zum Festpreis von RM. 1.800.— zu verkaufen. Tankstelle Schürmann Westhofen=Garenfeld, Ruhrbrücke. Gebr. gut erhaltener Herd preiswert zu verkaufen. 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Die Schwerter Fußballer wollen in bester Aufstellung alles versuchen, gegen ihre Gäste in Ehren zu bestehen. Schwerter Turnerschaft von 1868. Das für kommenden Sonntag vorgesehene Tennis=Turnier der 1. Herrenmannschaft findet bereits am Sonnabnd, dem 24. Juni 1939 (nicht wie gestern irrtümlich mitgeteilt, am 24. Juli) auf den Tennisplätzen der BSG. Schmöle in Menden um 15 Uhr statt. Die Abfahrt der Schwerter Spieler erfolgt um 14,15 Uhr vom „Reiche des Wassers“ aus Neues aus der Geschichte der Schreibfeder. Aus einem Vortrag, den Faraday vor genau 100 Jahren in der Royal Institution in London über die Hersteuung von Schreibfedern gehalten hat, erfährt man, daß England seinen Federkielbedarf lange Zeit in Rußland und Polen deckte, wo ungeheure Gänseherden allein wegen ihrer Kielfedern gehalten wurden. Petersburg führte in einem Jahr 26 bis 27 Millionen aus, und 20 Millionen Kielfedern wurden aus beiden Ländern im Jahre 1834 nach England eingeführt. Um die Bedeutung dieser Zahlen für die Gänsehaltung zu ermessen, machte Faraday seine Zeitgenossen darauf aufmerksam, daß jeder Flügel ungefähr fünf gute Kiele hervorbringt, und daß bei richtiger Behandlung eine Gans 20 Kiele im Jahr liefern kann. Bis in die 60er Jahre des 18. Jahrhundert besaßen die Holländer das„Weltmonopol“ für die Kielherstellung. Das Museum der 1500 Hölzer. Raffael Cormio, der * Sohn eines italienischen Schiffbauers, hat mit Eifer in 25jähriger, unermüdlicher Arbeit eine Sammlung der wichtigsten Holzarten Italiens zusammengetragen, die kaum ihresgleichen haben dürfte. Sie besteht aus über 1500 Holzmustern aus allen Teilen der Halbinsel. Die Hölzer wurden von Cormio so präpariert, daß man die Holzart sofort erkennen kann. Zu jedem Muster— und das ist eine Besonderheit dieser Sammlung, die ihre Entstehung nicht einer Sammlerschrulle, sondern ernstem wissenschaftlichen Streben verdankt— gehören Blätter 1 und Blüten des jeweiligen Baumes. Wer also in Italien sich für Holzrohstoffe interessiert, geht zu Cormio, dem Lehrer des Holzes, der sein Lebenswerk der Oeffentlichkeit übergeben hat. Er ist ein grundgelehrter Mann, der Hervorragendes auf dem Gebiet der Holzsorschung leistete, die Kenntnis von den Krankheiten und der Lebensdauer i der Hölzer förderte und seine ganzen ihm in langem “ F o r s c h e r d a s e i n z u g e w a c h s e n e n E r g e b n i s s e j e w e i l s m i t Präparaten belegte, die nicht zuletzt seinem Holzmuseum eine gewisse Beruhmtheit verschafft haben. Buntes Allersei Gibt es noch Buren? Die Freiheitskämpfer vom Juhre 1899, die damals, wenn es irgend möglich war, i nur die flämische Burensprache oder, wie man sie im Kapland nennt,„afrikandisch“ redeten, drücken sich heute vielfach in einem gewählten Englisch aus. Der größte Teil der Buren ist zu Engländern geworden. Freilich nicht in : d e m S i n n, d a ß s i c h d i e g e d r u n g e n e n, b r e i t s c h u l t r i g e n * Gestalten der holländischen Bauernsöhne nun in den schmalen hochgewachsenen Typ des Briten verwandelt hutten. Auch hat sich der südafrikanische Engländer eben; f a l l s i n m a n c h e r B e z i e h u n g n i c h t b e h a u p t e t u n d s i c h s e i n e r seits dem Buren angepaßt. So ist ein neuer Mischtyp anthante. Aber in den vigemtichprichtrenfogogz geme in v#. Umgegend von Pretoria, spricht man noch heute i mindestens auf dem flachen Land„afrikandisch“, nicht englisch. Die Amtsbezeichnungen sind fast überall, an der Eisenbahn und auf der Post, in beiden Sprachen zu lesen. Die Städte sind überwiegend anglisiert, das Land hat dagegen zähe an seinen Traditionen festgehalten. Es gibt also noch Buren. .. Die deportierte Glocke. In den Archiven von Tomst v man unbekannte Dokumente gefunden, die sich auf die erste Besiedlung Sibiriens durch die russischen Zaren beziehen. Schon damals wurde Sibirien als Exil für politische Verbrecher benutzt. Unter den ersten Deportierten werden nach Ausweis der neu gefundenen Dokumente mehrere Einwohner der Stadt Uglitsch erwähnt. Merki würdigerweise befindet sich auf der Liste der Verschickten auch— eine Glocke aus dem Kreml in Moskau. Diese Glocke hatte bei der Ermordung des Zarewitsch Dimitrij geläutet. Dimitrij war der Bruder des Zaren Feodor I., des zweiten Sohnes Iwans des Schrecklichen und letzten Herrschers aus Ruriks Geschlecht. Er stand ganz unter der Einfluß seines Schwagers Boris Godunow, der den Zarewitsch wahrscheinlich ermorden ließ, um sich den Weg: zum Thron frei zu machen, den er nach Feodors Tod im: Jahr 1598 bestieg. Für den ermordeten Dimitrij gab sich dann der sogenannte Demetrius aus, der nach Boris Godunows Tod in Moskau einzog, dann aber ebenfalls; ermordet wurde. Die Parteigänger des Zarewitsch: Dimitrij, der am 15. Mai 1591 unter dem Mordstahl gefallen war, hatten jene Glocke geläutet, um das Signal zu einem Aufstand zu geben. Der Versuch wurde im Keim erstickt, die Rebellen wanderten entweder auf das: Schafott oder nach Sibirien, und mit ihnen mußte auch die Glocke den Weg in die Verbannung antreten. Auffärben schwarzer Stoffe. Wenn schwarze Stoffe; unansehnlich geworden sind, kann man sie mit geringen Kosten und leichter Mühe wieder auffärben. Man holt sich in einer Drogenhandlung die geringste käufliche: Menge Braunspäne, Seifenwurzel und Gummiarabikum.; Diese Stoffe gibt man mit 2 Liter kaltem Wasser in einen Topf, läßt dasselbe bis zur Menge von einem Liter einkochen und bürstet mit der Flüssigkeit den Stoff. Man muß: ihn im Schatten trocknen lassen. Aufgehende Einmachegefäße sind eine recht unangenehme Erscheinung, die aber bei aller Vorsicht vorkommen kann. Sie tritt ein 1. wenn der Gummiring bereits brüchig geworden oder der Rand der Gefäße nicht mehr: glatt, d. h. wenn er schartig ist, also ein ausreichender Luftabschluß nicht mehr erreicht wird. 2. Wenn Rand, Gummiring oder Deckel beim Auflegen feucht sino. Sie müssen deshalb vorsichtig trockengerieben werden. 3. Wenn; die Gläser zu voll sind, so daß beim Kochen der Inhalt zwischen Gummi und Deckel herausgetrieben wird. Dieser Fehler kann auch durch unvorsichtiges Einstellen, z. durch schiefes Halten der Gefäße in den Kochtopf verursacht werden. 4. Die Gläser schließen auch dann nicht gut, wenn die Klammern zu wenig Spannkraft haben und deshalb nicht mehr den nötigen Druck auf den üben. Andere Ursachen kommen kaum in Betracht, wenn die Gefäße sonst einwandfrei sind. Die mit Gemüsen gefüllten Gläser müssen übrigens nach drei Taggrn ,wigung mal nachsterilisiert werden, um jede weitere von Gärungskeimen zu vermeiden. Wenn die Gläser nach dem Erkalten ohne Klammern fest schließen, halten sie auch für die weitere Dauer der Aufbewahrung. Ist das aber nicht der Fall, dann liegt die Ursache lediglich an einer der genannten Möglichkeiten. Beim Obst ist das Nachsterilisieren nicht notwendig, weil die daran yastenden Gärungskeime(Hefen) bei 100 Grad Celsius bestimmt vernichtet werden. Silbenrätsel. a— al— al— ar— au— bahn— chrom— de— den — drac— du— e— ei— en— fron— ge— gel— gelb— go— gro— gu— hi— i— land— lapp— se — leich— len— let— li— 11— lu— ma— ma— mil— nam— ne— phe— ra— ri— ro— sa— sen — sei— spie— sus— te— tha— the— ther— tik— to— tow— trep— wa. Aus den vorstehenden Silben sind 19 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, drei bekannte deutsche Männer nennen, und zwar: einen Maler, 2. einen Dichter, 3. einen Kampfflieger des Weltkrieges. Die zusammengesetzten Silben haben folgende Bedeutung: 1. Sinnesorgan, 2. Reformator, 3. katholischer Feiertag, 4. Stadt in Dalmatien, 5. Beförderungsmittel, 6. deutscher Philolog, 7. Oper von G. Verdi, 8. Stadt in Kleinasien, 9. Vorort von Berlin, 10. mythischer indianischer Krieger, 11. berühmter Schalk, 12. nordeuropäische Halbinsel, 13. chemische Verbindung, 14. musikalische Tempobezeichnung, 15. Verzierung, 16. Zeichengerät, 17. französischer Bildhauer, 18. Größenlehre, 19. mehrstellige Zahl. Ruriks Geschlecht. Er stand ganz unter dem!(Auflösung des Rätsels in der nächsten Nummer.) KAA KIE (10. Fortsetzung.).. verbeugte 5 Ein neuer Tanz begann, und sich auffordernd vor Inge Stackmann. Sie dankte freundlich mit der Entschuldigung, die neue Tanzweis# nich zu verstehen. Heimlich ballte sie die Hände, mußte ihr ; denn immer und überall dieser Mensch auflauern und Aiheund Pa.S ie aegser hent Wese e ece ecte ece ce noch Besuch bekommen?“ :„Sie träumen, Herr Kommissar, und leiden Zwangsvorstellungen; ich werde Herrn Geheimrat hitten, Sie in freundliche Behandlung zu nehmen!“ erso#####e ihm lachend Inge. *„Ist nicht nötig,“ lächelte der Russe dagegen.„Sie werden sehen, ich habe recht und— gewinne das schöne Gegnerin, Maria Androwna enigeht mir nicht.“ : Er machte ihr eine tiefe Verbeugung und wandte sich an Ellinor Eden, die sich den interessanten Sowjetkommisar nicht entgehen läßt und im Tanz mit ihm barch * Dr. Stackmann hat seinen Chef vert mit seiner Frau nun ganz unschuldig vor der Loge * dert mit seiner Frau nun ganz unschuldig vor der Loge hin und her. Aber der Auftrag für einen Wagen ist schon I gegeben, und eben kommt der Boy und winkt. Das Ehepaar schlüpft in die Mäntel, überquert eilenden Schrittes : die Halle und fährt wenige Augenblicke später hinau# aus der Lichtstadt dem Flußufer zu. Nach rascher Fahrt hält der weiße Wagen vor dem Gartentor ihres Hauses. * Aus den oberen Zimmern schimmert ein schwacher Lichtschein durch die herabgelassenen Vorhänge. Als die junge Frau die Terrasse betritt, legen sich zwei Arme um ihren Hals und eine erstickende Stimme flüstert nur immer:„Frau Inge, liebe Frau Ingel“„ #n duhan“ Lowolst! Gott sei Dank, daß Sie glüacn, : Frau Inge zieht das Mädchen ins Zimmer hinein, wo Hans Ritter und der Konsul bei einer Zigarre sitzen. Sie schütteln dem Doktor und seiner Frau die Hände erzählen mit leisen Stimmen, was sie unterwegs erlebt Inge hat Tee bereitet und deckt noch für einen kleinen, kalten Imbiß. Währenddem erzählt Werner Stackmann, i daß Popowitsch in Schanghai sei, und es wird einstimmig i beschlossen, daß Peter Rolfsen schon am kommenden Morgen auf das Schweizer Konsulat gehen und den Generalkonsul zum Vollzug der Trauung zu Stackmanns ins Haus einen—e. bitten sole. *„Sie dürfen sich auf keinen Fau in der Stadt zeigen! bittet Inge das Brautpaar. (Nachdruck verboten.) Dr. Ritter steht fragend zu Janka hinüber.„Kannst Du Dich zu dieser raschen Vermählung entschließen?“ Hans, es ist ja wohl nötig— auch für Deine Sicherheit,“ erwidert das Mädchen und schaut ihn mit einem vertrauensvollen Blick an. Also soll am folgenden Tag nachmittags die Ziviltraung und nachfolgend die kirchliche Einsegung in der Kapelle des Spitals stattfinden. Draußen im Garten zirpen schon die kleinen Vögel in eren erten Morgenfrühe, als sich die Freunde endttInge flüsterte ihrem Mann ein paar Worte zu, und der nict freundlich, nimmt Haus Fut fzpr etnen, urbeter. schwindet, nachdem er auch dem Konsurin feinem Albenszimmer untergebracht hat, mit ihm im Fremdenzimmer des Hauses.„ Frau Inge und Janka sind allein.„Kommen Sie, ruhen Sie sich bei mir noch etwas aus; allein lasse ich Si keinen Augenblick mehr, aus Sorge, es könnte Ihnen Leid geschehen.“ Sie geht dem Mädchen voran in kyr Seiegfewage, legt einen zartweißen Schlafanzug zurecht, gied. sser ein und tut alle die kleinen Dienste, die man nur den nächsten und liebsten Menschen erweist. Janka hat ihr Kleid abgelegt und läßt sich das frische Wasser über Orposchrauge., Tacken rinnen. Figruger di. ihre schweren, rostbraunen Zöpfe, die ihr vin aber die Hüften reichen. Ehe sie in den Schlafanzug schlüpft, immt e eine bstradtsie sch auf dem niederen, breiten ihr Kissen, dann strea, sie jich un, demn niederen, breiten Bett wohlig aus. Leise ist Frau Inge wieder eingetreten und beugt sich über das Mädchen, ihr eine gute Nacht Janta hzat die Hand Froan Inges sen mnd, i7ae. Sprechen an.„Wissen Sie, was mir heute der Russe juger: versuchte Inge ihr zu helfen, und erzählt, wie der KomIn Janias Wangen steigt unter den fragenden Büicken eine feine Röte.„Popowitsch hat recht gesagt, ich bin Großfürstin Maria, eine Nichte des letzten Zaren; meine monatelang als Gast zu der Großtante Luise von Baden ul die Bechooy... ae vum 8. Inge Stackmann horcht auf. Das arso gichetg. Rätsels Lösung? Darum die Jagd des kommissars auf dieses vielleicht letzte Glied des russischen Herrscherhauses. Und mit furchtbarer Deutlichkeit steigt die Gefahr vor ihren Angen au in der die beiden Menschen schweben, so lange#.1g,# anc Gesichtskreis des Russen entschwunden sind. Beive Hände des Mädchens nimmt da die junge Frau in die ihren: „Armes Kind, was müssen Sie durchgemacht und gelitten S#FT * SSg 8 S 55 g T #. 5& SE S 9 S 9725E S 21 S SGSS U 9 5 US „g 33 S 2 # 0 S.5 RE B##großenEin 5550 E E 2.9.55 S SOES Sg 2-—„EEg S S S FSEE Sau öR.0— * s SS3E * Oggh S SOSBOSESSPLHESHEE E B5SSBSSBBL ERRES SGEUDR 95 8#%s S SREE r SPONSGTUP*#„* öc"3; ESA PSEEeE EgMEb7 53 F„AR #S%5, SOSSSDDDES so Er En5AE SpMFEE - SpEHE“ ugSxSSDSES DELSESES ES LS S 5888112 SVGn Sn haben!“ Dann richtet sie sich auf und fragt mit einem kleinen Lächeln:„Hoheit, weiß Hans Ritter Ihr Ge: heimnis?“ Maria lächelt schmerzlich=traurig und schüttelt den Kopf.„Morgen werde ich es ihm sagen, und ihm die ; freie Wahl lassen, er darf meinetwegen nicht in Gefahr kommen.“ „Dr. Hans Ritter ist kein Mann, der vor irgendeiner Gefahr zurückschreckt", erwidert Inge Stackmann,„aber : lieben Sie ihn denn?“ Ein Leuchten steigt bei dieser Frage in die Augen des Mädchens und gibt Antwort, noch ehe der Mund ; e i n e i n f a c h e s, s c h l i c h t e s„ J a“ s p r i c h t. M a r i a s c h l i n g t i h r e Arme um den Hals Inges und ein Tränenstrom bricht aus ihren Augen:„Ach Inge, Sie wissen nicht, was es heißt, endlich eine Heimat zu finden, nach Jahren des ! Grauens und der Furcht, endlich Ruhe zu finden nach der : J a g d ü b e r B e r g u n d T a l u m s e i n a r m s e l i g b i ß c h e n L e b e n : und sein reines Frauentum. Nicht Vater und Mutter habe ich mehr, keine Geschwister, kein Vaterland— wirst du mich abweisen, Inge, wenn ich jetzt bitte: Sei du mir Schwester und Mutter zugleich, du hast mich armes, heimat: l o s e s M e n s c h e n k i n d a n s H e r z g e n o m m e n, n u n l a ß i h m l auch den Platz an diesem guten, mütterlichen Herzen!“ : Innig bittend hatte Maria der jungen Frau bei diesen : Worten in die Augen gesehen. Voll inniger Liebe beugte sich Inge herab und küßte das Mädchen herzlich auf den mund. Zart und liebevoll nimmt sie die Schluchzende in ; ihre Arme und streicht ihr beruhigend übers Haar. :„Nicht weinen, Schwesterlein, nicht weinen! Du bist bei uns in sicherer Hut, und morgen ist Hochzeit, und in sechs Wochen sitzest du im lieben deutschen Land am : eigenen Herd.“ : Und diese lieben tröstenden Worte lassen Marias Tränen versiegen und machen einem großen, seligen Hoffen Platz, das sie leise in das Land der glücklichen Träume i bringt, während die junge Frau an ihrer Seite immer wieder aufschreckt. Das Mädchen schlief lange schon, treu behütet von Inges Augen, die keinen Schlaf finden konnten. Sie hatte : die Hände gefaltet, und ein heißes Gebet stieg aus ihrem ; H e r z e n a u f, d a s d e m G l ü c k u n d F r i e d e n d e r F r e u n d i n g a l t. Zehntes Kapitel. s. Die Uhr im Arbeitszimmer Dr. Stackmanns schlug die dritte Nachmittagsstunde. Maria, schon für die Konsulatstrauung angekleidet, saß in einem schlichten, königsblauen Seidenkleide, das ihre feinen Formen vorteilhaft zur Geltung brachte, an dem kleinen, runden Tisch in der tiefen Fensternische. Vor ihr lag die helle Ledertasche, die sie seither immer bei sich getragen hatte. : Hans Ritter sah in dem eleganten, schwarzen Anzug ; g r ö ß e r a u s a l s s o n s t. E r h a t t e s i c h s e i n e r B r a u t g e g e n über gesetzt und schaute sie erwartungsvoll an, aber mit keinem Worte versuchte er, sie zum Reden zu bringen. Sonnenstäubchen tanzten zwischen den beiden hin und ; her, und vom Garten herein klang leiser Vogelsang. ai Parias Hand grif nach der Tasche und entnahm ihr ein stuctes, weißes Papier, das einen verschlungenen s Namenszug unter einer eingepreßten Krone trug. Noch : ein kurzes Zögern, dann hob sie entschlossen den Kopf und sah#dem Manne, dessen Ramen sie in einer Stunde tragen sollte, prüfend in die Augen. :„Hans, wenn du mich zu deiner Frau machst, bist du s vielleicht in steter Gefahr, denn ich bin nicht Janka Kowolst. Ich gebe dir jetzt dein Wort zurück, du sollst durch nichts gebunden sein, wenn du nun hörst, daß ich s nicht nur eine vertriebene russische Aristokratin bin, wie i du vielleicht vermutest, sondern daß ich dem Zarenhause angshöre, dessen Glieder alle von den Sowjets glühend Fchaßt und ohne Gnade vernichtet werden." : Damit reichte sie Hans Ritter das Papier mit der i Geburtsurkunde der Großfürstin Maria Androwna. . Der junge Mann war einen Schritt zurückgetreten und schaute in den weißen Bogen, der leise in seinen Händen zitterte. Er sah nicht den angstvoll fragenden Blick, den Strahl grenzenloser Liebe, der ihn aus den Augen des Mädchens traf. Aber— es war nur ein Augenblick der Ueberraschung— kann hatte sich Hans Ritter wieder gefaßt. Er gab seiner Braut einen freundlichernsten Blick zurück. „Der Frau, die ich einsam und verfolgt im fremden Lande traf, habe ich meine Hand und mein Herz geboten, mein Wort gilt heute noch ebenso, wenn Fürstin Maria sich entschließen kann, eine einfache Frau Ritter zu werden. Gefahren haben wir nicht mehr zu fürchten, denn in fünf Tagen geht die„Hansa“ in See und bringt uns bis Genua. Und in meiner Heimat bist du sicher vor aller Verfolgung.“ Er faßte nach diesen Worten die Hände des Mädchens und zog sie an seine Lippen. Und über Maria kommt unter dem Druck dieser warmen, festen Männerhände ein Gefühl köstlichen Geborgenseins. Leise wird an die Tür gepocht, und die Hausfrau tritt ein.„Der Herr Generalkonsul und sein Sekretär— die Herren warten.“ Ihr fragender Blick streift dabei das Gesicht der Braut. Maria nickt ihr zu und geht am Arme Hans Ritters aus dem Zimmer. Frau Inge schließt die Tür ab, gibt noch rasch in der Küche einen Befehl und folgt dem Paar ins Musikzimmer. Dort sind die Herren schon versammelt. Der Generalkon=; sul nimmt aus Hans Ritters Hand die Papiere, um sie zu prüfen. Ein Blick ungläubigen Staunens trifft dabei 1 die Braut. Er verneigt sich tief und fragt:„Hoheit besehlen?“ Maria reicht ihm freundlich die Hand:„Ich befehle nicht, ich bitte!“ Einige kurze Worte des Beamten, die Eidesformel; zweimal ein laut gesprochenes„Ja“, die Ziviltrauung ist beendet. Mit fester Hand setzt Hans Ritter seinen Namen unter das amtliche Dokument und reicht die Feder seiner Frau. Und... Maria Ritter... stand es in festen, klaren Buchstaben neben seiner Unterschrift. Als Zeugen unterschrieben Rolfsen und Dr. Stackmann. Man küßt der jungen Frau glückwünschend die Hand, dann bat Frau Dr. Stackmann zu einem kleinen Imbiß auf die Terrasse. Während die Herren noch bei einer Zigarre saßen, verschwanden die beiden Frauen hinter dem schweren, bunten Kelim. Jetzt wandte sich der schweizerische Geschäftsträger seinem jungen Freund zu und sah ihn zweifelnd an: „Menschenskind, haben Sie da nicht etwas übereilt gehandelt? Erstens sind Sie auch drüben in steter Lebensgefahr. Sie wissen doch, wenn die Rußkis irgend etwas vom Hause Romanow aufspüren, wird Jagd gemacht bis zur Vernichtung. Und dann Ihre Mutter! Was sagt wohl die stolze Hamburger Senatortochter zu einer Schwiegertochter, die Sie aus einem Teehaus in Harbin geholt haben? Man weiß ja überall, und es ist ein offenes Geheimnis, daß viele russische Aristokratinnen Zuflucht in chinesischen Tee= und Freudenhäusern gesucht haben, um ihren Verfolgern zu entgehen.“ Hans Ritter drehte sich um, hatte sich dort der schwere Vorhang nicht bewegt? Dann wandte er sich aber dem alten Freunde zu und entgegnete:„Von Ihnen, Herr Generalkonsul und Ihrem Herrn Sekretär brauche ich wohl kaum das Ehrenwort zu fordern, daß Sie sich über die Persönlichkeit meiner Frau in keiner Weise äußern. Und dann... haben Sie vielleicht Maria Androwna in die Augen gesehen. So sehen keine Frauenaugen aus, die sich verkauft haben und in den Abgrund der Verworfenheit blickten.“— (Fortsetzung folgt.) Kantare anes Detetoe. 8: Von Jo Hanns Rösler. 1 Auf Deiontg u—d mon a.s(achdruck verboten.) Auf Telellio muß ulan gelernt haben. Das geht nicht so hudriwudri wie das Brezelbacken. Zum Detektiv gehört mehr. Sonst möchten ja alle Leute Detektiv werden, das Monokel im Auge, die kurze Pfeife im Mund, den Vollbart in der Tasche und den Revolver in der Hand. Das wäre ein Leben! Nein, so ein Detektiv ist ein ernster Kopfarbeiter, er kalkuliert, er organisiert, er kombiniert, er rechnet und berechnet, er denkt und bedenkt, er schaut hin und er schaut her, nichts überläßt er dem Zufall, ; denn nur so, nur so allein, macht er seine große Karriere. 1 James Holmes war der größte Detektiv seiner Zeit. : Er machte sich seinen Namen in jungen Jahren durch den Fall der Fürstin Franzmannhansmann. Der Fürstin waren im Roxphotel in Paris kostbare Perlen gestohlen worden, aber ehe die Uhr sich noch einmal um sich selbst gedreht hatte, klopfte es an die Tür, und James Holms ; t r a t e i n.„ J a m e s H o l m e s, D e t e k t i v“, s a g t e e r. Die Fürstin empfing ihn mit offenen Armen:„Helfen Sie mir!“ „Ich habe Ihnen schon geholfen, gnädige Frau!“ „Wie? Was? Wann? Wo?“ James Holmes verneigte sich höflich.„Ich bringe die Perlen zurück“, sagte er,„es gelang mir, den Dieb zu fassen— eine Bedingung muß jedoch erfüllt werden: der : Name des Täters bleibt unbekannt.“ sis escien ertüche den Bunich uenr Geschut gern. und James Holmes Ruhm verbreitete sich blitzartig über : a l l e E r d t e i l e. D e r F a l l e r r e g t e u m s o g r ö ß e r e s A u f s e h e n, als man niemals erfuhr, auf welche Weise und von wem die Perlen gestohlen worden waren, eine offene Tür, durch vie die tollsten Vermutungen ein und aus gingen. Man : sprach von einem Mitglied der besten Gesellschaft, später ; von einer berühmten Schauspielerin, der Detektiv aber heimnisposle“ Fragen beharrlich, und verzeinent- Kauhont. heimnisvoue Schweigen wurde beredt für seinen Ruhm. So wurde James Holmes bald der Held auler großen : Sensationsfälle, die Knaben träumten von seinen Taten und die Mädchen hätten selbst eines Einbrechers harte Land nicht gefürchtet, wußten sie sich doch auch unbewacht unter seinem Schutz. „Und brachte sie der Fürstin?“, fragte der Besucher. „O nein— ich ließ das Grammophon stehen, wo es: stand, ging in die Halle zurück und meldete mich als: neuer Gast an. Als Beruf schrieb ich: Detektiv. Als ich dann zwölf Stunden später der Fürstin die Perlen zurückbrachte und man mich nach dem Dieb fragte, verweigerte: ich, eine Zusage vortäuschend, die Aussage.": Der Reporter traute seinen Ohren nicht.„Sie verdanken also Ihren großen Erfolg nur einem Zufall?" James Holmes nickte:„Der erste große Erfolg, junger: Freund, ist immer Zufall! Und dann: der Erfolg ist ein: guter Vater— er hat viele, viele Kinder!" Nichts hat in der Welt Bestand, Was da kommt, muß scheiden; Und so reichen sich die Hand Immer Freud’ und Leiden. agen des Mädchens traf. Aber— es war nur ein Augen= Fallersleben. c e s es e s ers ms. ae s aesse „# Als James Holmes nach vielen Jahren längst seinen sutschen Bart an den Nagel gehängt hatte und eine Aus; k u n f t e i f ü r s c h n e l l e u n d d i s k r e t e F ä l l e e r ö f f n e t e, w o e r * nicht mehr so weit laufen mußte, sondern alle Verdachtsmomente, Beweise und Gegenbeweise schön sauber in einer geordneten Karthotek bequem zur Hand hatte, kam s eines Tages ein Reporter zu ihm, der die berühmtesten : K r i m i n a l f ä l l e d e s l e t z t e n J a h r h u n d e r t s s a m m e l t e. „Wie entdeckten Sie eigentlich Ihre Begabung, James Holmes?“ ::„Ein Zufall, junger Freund!“ ..„Arheiteten Sie schon lange in Ihrem Beruf, als sich der beruymte Fall der Fürstin Franzmannhansmann ereignete?“ :: James Holmes lächelte:„Nein!„Dieser Fall war mein ; erster Fall! Ich war damals weder Detektiv= noch dachte ich daran, einer zu werden. Offen gestanden, ich glaubte, Detektive gebe es nur im Film wie Hexen im Märchen. : Ich war damals Vertreter einer Grammophonfabrik und, ; da diese neue Erfindung gerade von Amerika herüberkam, beauftragte mich meine Firma, in das größte und vornehmste Hotel zu gehen und dort meinen Apparat vor; zuführen. Als ich mit dem unhandlichen, umfangreichen * Trichterapparat die Halle betrat, war gerade der Diebstahl des kostbaren Kolliers bekanntgeworden, und kein 1 Mensch hatte Augen für mein Kommen und meine Erz findung. Ich lief daher durch den Gang, der in die * Zimmer führte, und stellte meine Maschine auf einen Tisch. ] Ich war so ungeschickt, dabei eine Vase umzustoßen. Die Vase zerbrach. Auf dem Boden lag die Perlenkette, die : der Dieb darin verborgen hatte, bis er Gelegenheit fand, * sie unbemerkt aus dem Hotel zu bringen. Ich steckte die Kette ein und...“ ess ane i ant ians ens mensms Also doch?— Ob, nein! (Nachdruck verboten.) Aus Amerika kommt die Nachricht, daß der Biologe; Dr. W. Franklin Dove ein Einhorn gezüchtet habe. Also doch! Es gibt Einhörner. Immer wieder ist die Nachricht von fremdartigen,: fabelhaften Tieren durch die Welt gegangen. Selbst der alte Hagenbeck glaubte, daß es im Innern Afrikas noch riesige Saurier gebe, sie warten nur auf ihre Entdeckung. Der Schriftsteller A. Conan Doyle, Schöpfer des Sherlock: Holmes, glaubte an die riesenhaften Saurier im Innern= des unbekannten Südamerika. Aber die Saurier ließen sich nicht sehen und versteckten sich im Innern der Kontinente wie die Tatzelwürmer in den Alpen.: Frühere Jahrhunderte glaubten an das Einhorn. Aus den Märchenbüchern ist die Gestalt des Einhorns bekannt. Das Tier hat etwa Pferdegröße und auf dem Kopfe wächst: ein schlankes, leicht gedrehtes, riesiges Horn. Das tapfere: Schneiderlein hatte einen erschrecklichen Kampf mit diesem Ungetüm. Aber das Tier raste mit seinem Horn in einen Baumstamm, blieb drin stecken, und das tapfere Schneider: lein besiegte das Fabelwesen. Die Apotheker des Mittelalters verkauften Einhornpulver, in Mörsern zerstampfte Hörner der Tiere, gegen körperliche und seelische Nöte aller Art, von Hühneraugen; bis Liebeskummer. Mißtrauische Kunden ließen sich die: Hörner vor dem Zerstampfen zeigen, in der Tat, die Hörner waren echt. Jetzt glaubten auch die Gelehrten des Mittelalters an Einhörner. Erst viel später haben Zoo=; logen nachgewiesen, daß die„Einhörner“ Zähne des Narwals sind, die dem Tiere wehrhaft aus dem Maule wachsen. Von dieser Sorte haben die Narwale in der Tat nur einen Zahn, der andere verkümmert im Wachstum.„: Mit den Einhörnern wurde es still in der Neuzeit. Jetzt bringt Amerika im Jahre 1936 die Nachricht von der Züchtung des Einhorns. Das moderne Einhorn brüllt wie: ein Bulle, frißt Heu, sieht auch sonst den Rindern ähnlich,: aber das eine Horn, es wirft alle modernen Zweifler um. Das eine Horn des Bullen ist keine erbliche Züchtung, sondern nur eine Mißbildung. Solche Mißbildungen hat: man auch schon auf unserem Kontinente erlebt, und zwar: bei Ziegen. Man konnte solchen Mißbildungen sogar mit einem Kunstgriff nachhelfen. Das ist aber keine Züchtung einer neuen Art, sondern ein einmaliger Wuchs bei einem: einzelnen Individuum. Diese Mißbildungen geraten nicht; nur den Menschen, sondern auch der Natur. Rehe wachsen; heran, die statt der Geweihe Spieße tragen. Diese „Spießer“ nennt der Jäger„Mörder“, weil sie jeden: Kampf bestehen. Unter den Hasen sind die Mißbildungen; noch häufiger. Hasen mit einem mittleren Auge, statt zweier Augen, hat man schon geschossen, auch Hasen mit fünf Beinen, ja, sogar mit zwei Köpfen. Aber diese Miß: geburten laufen in der Natur nicht zahlreich herum, und: selbst die Exemplare in den Naturalienkabinetten aus der Zeit Jean Pauls sind nicht alle echt. Mancher Sammler und Präparator hat künstlich nachgeholfen, um seine: Sammlung sehenswerter zu machen. 3 So ist auch das amerikanische Einhorn zu verstehen. Das sagenhafte Einhorn existiert nicht und ist auch nicht neu gezüchtet worden. Eine Mißbildung ist auf dem Kopfe; des Bullen gewachsen. Seine Söhne und Enkel werden: wieder zwei Hörner tragen. Herbert Paatz. m K