Die„Schwerter Zeitung“ erscheint 45 N##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.4 2.—(einschl. 28.2 N## Zeitungsgebühr und 0.44## Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N## Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2832 in Schwerte gedruekte Cageblatt für die Htadt Hchwerte, die Amter Wasthosen Ergste, Kinzigs.„ Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Milimeterzeile(46 mm breit) 6 Jr. Für seramdndl.aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähe. Vei unvorhersarscd Gathtr so Aurik, Gchzisgen, Shich eite., Keu. s 1 15 Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2777 Nr. 142 Schwerte(Ruhr), Mittwoch, 21. Juni 1939 71. Jahrgang Haspthans der engirsch wen. 0 Ein Altimatum Ibn. Sauds Rom, 20. Juni. Die Stellung Ihn Sauds, also der stärksten Persönlichkeit Arabiens, ist im Zusammenhang mit den Vorgängen in Palästina schon mehr als einmal in der internationalen Presse erörtert worden. Man weiß sehr wohl, daß der Herrscher über Nedsched und Hedschas, der das im Laufe der Zeit zugrundegegangene erste Reich der Wahabiten wieder aufrichtete, in keiner Weise englandhörig ist, wie etwa der Herrscher über Transjordanien. Endgültige Klarheit über die Haltung Ihn Sauds hat man allerdings nie erhalten, da sich der König des Hedschas bisher sehr zurückgehalten hat, wenn auch der saudische Kronprinz während seines Sommerbesuches im vergangenen Jahr eine Denkschrift zur Palästina=Frage überreichte, in der eine ganze Anzahl saudischer Forderungen hinsichtlich der Berücksichtigung der Interessen des Hedschas gestellt wurden. Nunmehr dürfte Ibn Saud aber aus seiner Reserve herausgetreten sein, denn das„Giornale d'Italia“ läßt sich aus Kairo von einem Ultimatum berichten, das Emir Feisal, also der zweite Sohn Ihn Sauds und Vizekönig des Hedschas, an den englischen Kolonialminister gerichtet habe. Daß in diesem Zusammenhang die Unterredung des Führers mit dem Abgesandten König Ihn Sauds in italienischen politischen Kreisen starkes Interesse erregt und besondere Beachtung findet, ist selbstverständlich. In der Meldung des„Giornale d'Italia“ heißt es, daß Ibn Saud den Abbruch der Beziehungen zwischen Saudisch=Arabien und England angedroht habe, falls England nicht endlich zu einer raschen und die gerechten Forderungen der Araber befriedigenden Lösung in Palästina komme. Das Blatt berichtet weiter, daß der englische Gesandte von London Instruktionen erhalten habe, sofort eine Audienz beim Emir Feisal herbeizuführen, um die England interessierenden Fragen zu erörtern. Hindus gegen Moslems London, 20. Juni. Zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems ist es am Montag in Cawpore gekommen. Insgesamt wurden 30 Einwohner zum Teil schwer verletzt. Die Hindus hatten eine Prozession durch das Moslemviertel der Stadt veranstaltet, wobei sie von einem wahren Steinhagel empfangen wurden. Um die Ruhe wiederherzustellen, mußte die Polizei das Feuer auf die aufgeregte Menge eröffnen. Ueber die ganze Stadt und Umgebung wurde der Belagerungszustand verhängt. Bereits im Februar war es während zweier Tage zu schweren Kämpfen in Cawpore gekommen, wobei 20 Personen getötet und über 200 verletzt worden waren. Ein Dementi. das keinesist London beschließt, aber Moskau fordert.. Von Seiten des Foreign Office wird entgegen den Meldungen der Londoner Morgenpresse erklärt, daß keinerlei neue Instruktionen an den britischen Botschafter in Moskau, Seeds, gesandt worden seien. Ebensowenig treffe es zu, daß eine Ausdehnung des geplanten Allianzpaktes auf den Fernen Osten beschlossen sei. Mit diesem eigenartigen„Dement!“ versucht man von amtlicher britischer Seite erneut, nachdem einige Londoner Morgenblätter heute allzueifrig aus der Schule geplaudert hatten, den wahren Charakter der Schwierigkeiten in den Moskauer Paktverhandlungen abzustreiten, und gesteht ihn dabei jedoch ungewöllt aufs neue ein. Wir glauben es der obigen Londoner offiziösen Verlautbarung gern, daß in London eine Ausdehung des geplanten Allianz= paktes auf den Fernen Osten nicht beschlossen worden sei. Denn das ist es ja gerade,„wpopor sich England drücken will, was aber Moskau immer wieder verlangt.. dam Jaufenden In London kann man über den tau#rgor. Verhandlungen beschließen, was man will entscheidend ist einzig und geteissgum Moskau als Preis, für seine Beteiligung an der britischen Einkreisungspolitik tischen Unterhändlern bekanntlich nicht wenig: nämlich die klipp und Ilare Geklegung der britischen Hilfeletstung für Sowjetrußland im Falle eines Konfliktes mit Japan. Wie aber will Großbritannien Sowjetrußland im Fernen Osten helfen, wenn es— wie jetzt in Tientsin— nichtein: mal sich selbst helfen kann! Diese peinliche Situation kann man in London auch durch Beschlüsse im Stile einer Vogel=Strauß=Politik nicht aus der Welt schaffen. Verwegene stolze Worte Lord Londonderry fordert in London einen angeblich anderen außenpolitischen Kurs London, 20. Juni. Bei Gelegenheit eines Essens in London sprachen am Montagabend Luftfahrtminister Kingsley Wood und der frühere Lustfahrtminister Lord Londonderry. Während Wood sich bemühte, die britische Luftrüstung zu loben, forderte Londonderry einen anderen„außenpolitischen Kurs“ der Regierung. Er würde es unter anderem begrüßen, wenn die britische Regierung der Welt Englands wirkliche Stärke, seine„enge Verbindung mit Amerika und Frankreich und die Beherrschung starker Stützpunkte in der ganzen Welt“ sagen würde. Er würde es weiter begrüßen, wenn nicht immer gesagt würde, daß England ein glückliches Land sei, sondern daß es entschlossen sei, die Welt nach Grundlin. n zu beherrschen, die es selbst für„richtig und korrekt“ halte. Nach diesen verwegen stolzen Worten, die im übrigen gegen die totalitären. Staaten gemünzt waren, hofft man, wie Lord Londonderry ausführte, daß Deutschland und Italien und alle totalitären Staaten sich bemühen würden, sich freundschaftlich mit England zu stellen,— wenn England eine derartige Anschauung durch seine Regierung vorbringe... Estland- Finnland laden deutschen Generalstabschef ein Berlin, 20. Juni. In Erwiderung der Besuche, die der estnische Genggalstebögheze gageal Reek, und der finnische Armee=Befehlshaber, General Ostermann, vor einiger Zeit beim deutschen Heer gemacht haben, wird der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Art. Halder, einer Einladung der estnischen und finnischen Armee folgen. General Halder wird vom 26. bis 29. Juni Reval besuchen und an verschiedenen Truppenbesichtigungen teilnehmen. Es sind Empfänge durch die höchsten estnischen Persönlichkeiten vorgesehen. Von Reval aus wird sich General Halder nach Helsinki begeben, wo für seinen Besuch ein ähnksches Programm vorgesehen ist. Weitgehende Wünsche der Sowjetunion Finnland soll einige Inseln abtreten Warschau, 20. Juni. Daß Moskau sich in außenpolitischer Hinsicht anscheinend ganz bestimmte Ziele gesetzt hat, über die man in den baltischen Staaten und in Finnland hinreichend Klarheit haben dürfte, geht auch aus einer Information des„Kurjer Warfzawikt“ hervor, der sich berichten läßt, daß in Helsinki zwischen den Sowjetrussen und den Finnen eine weitere Fühlungnahme wegen der Befestigung der Alands=Inseln stattDa das Blatt bisher in diesen Dingen durchaus zuverlässig informiert war, muß man seinen Ausführungen einige Aufmerksamkeit widmen. Der Vertreter der Sowjetunion soll nach dem„Kurjer Warszawski“ nämlich sehr deutliche Vorschläge gemacht haben, aus denen zu entnehmen ist, worauf die Sowjetunion eigentlich hinauswill. Moskau hat nämlich zu verstehen gegeben, daß Finnland eine ganze Inselgruppe an die Sowjetunion abtreten müsse, wenn diese einer Befestigung der Alandsinseln zubilligen solle. Diese Inseln befinden sich im östlichen Teil der Finnischen Bucht. Um Finnland derart weitgehende Forderungen ein wenig schmackhafter zu machen, habe der sowjetrussische Vertreter — immer dem Warschauer Blatt zufolge noch hinzugefügt, daß die Sowjetunion bereit sei, gewisse Grenzberichtigungen zu Gunsten Finnlands in Sowjetkarelien durchzuführen. Scapa Am Sommersonnwendtage 1919 hat die deutsche Flotte, ebenso stolz und ruhmvoll, wie sie drei Jahre vorher vor dem Skagerrak gegen England Siegerin blieb, sich selbst einen Untergang von einziger Größe bereitet. Der 21. Juni, der Tag von Scapa Flow, ist durch den Befehl des Vizeadmirals von Reuter, die Flotte zu versenken, eines der schönsten Ruhmesbläter in der an Heldentaten, Mannsmut und Entschlußkraft so reichen deutschen Geschichte geworden. Diese Tat eine verräterische Handlung, einen Treubruch und eine Schande zu nennen, blieb den Engländern vorbehalten, die sich so viel auf ihre„fairneß" zugute halten, die sie allerdings nie besitzen, sobald sie glauben, ihre sogenannte Weltmachtstellung sei angegriffen. Gerade in den heutigen Tagen der erneuten englischen Einkreisungsbestrebungen können wir die Erinnerung an den stolzen Tag von Scapa Flow nicht besser begehen, als daß wir die Ansprache des Vizeadmirals Sir Sidney R. Fremantle niedriger hängen, die dieser an seinen Gegner, Admiral von Reuter, am Tage nach der Versenkung der deutschen Flotte im Rahmen eines Appells auf dem Achterdeck des Flaggschiffes„Revenge“ gehalten und und die Admiral von Reuter in seinem Erinnerungsbuch „Scapa Flow“ im Wortlaut der Nachwelt überliefert hat: „Admiral von Reuter! Bevor ich Sie als Gefangenen den militärischen Behörden übergebe, möchte ich Ihnen gegenüber meine Entrüstung über Ihre Tat zum Ausdruck bringen. Diese Tat läuft jedem Empfinden für Anstand und Ehre zuwider. Sie ist eine verräterische HandLesen Sie heute: Französischer Dichter erlebt neue Beutschlans Seite 4 Film im Volk Seite 5 Kanaltunnel von England nach Frankreich WORDSET Rteleere frlreeihge Douer o 0 0 Kanelenz: Eng Pafer P Taune Easstergiatt Celaie Moßeteb S 90 öestogee RANKR R 0 nüre 4 Hermelanal. Der in unserer Korg, bazagfelitze Tunnelblan tauchte erstmalig 1505 auf und wurde bereits 1866 als ausführbar erwiesen. 1875—80 waren von Frankreich aus Probebohrungen vorgenommen worden, die ergaben, daß unter dem Meeresgrund(bis 63 Meter tief) eine Kreideschicht von 50 bis 60 Meter Stärke liegt. Diese Schicht ist leicht zu bearbeiten und wasserundurchlässig. Der Tunnel würde etwa 53 Kilometer lang werden. Die Kosten für den Bau sind heute auf etwa vier bis fünf Milliarden Franc veranschlagt. Weltbild(M). Französischer Dank für die Anteilnahme der deutschen Kriegsmarine anläßlich des Unterganges der„Pheniz“ Berlin, 20. Juni. Der Chef des Admiralstabes der französischen Kriegsmarine hat dem Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, für die anläßlich des Unterganges des U.Bootes„Phenit“ übermittelte Anteilnahme telegraphisch seinen Dank ausgesprochen. Polen boykottiert Italien Polnische Organisationen wollen Italien „Frofen“ Posen, 20. Juni. Wie„Dziennik Pozuanskl“ meldet, kommen aus einer Reihe von Ortschaften in ganz Polen Nachrichten, daß die polnischen Organisationen den Boykott italienischer Waren, den Boykott zur Verhinderung von Reisen nach Italien und den wirtschaftlichen Boykott der Italiener proklamiert haben. Das sei, so meint dieses Blatt,„die Antwort der volnischen Oeffentlichkeit auf den beleidigenden Ton der italienischen Presse“. lung, ein Treubruch und eine Schande für die, die sie begingen. Sie haben durch das Setzen der Kriegsflagge und die Versenkung der Schiffe zu einer Zeit, wo der Waffenstillstand volle Geltung hatte, eine Kriegshandlung vollzogen. Man sieht hieraus, daß der Geist des neuen Deutschlands kein anderer ist als der des Alten. Jeder, der das bisher nicht glauben wollte, wird das nun einsehen. Wie Ihre Tat in Ihrem Vaterland aufgefaßt werden wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn Sie aber, Admiral von Reuter, meinten, der Waffenstillstand sei abgelausen, so war das eine durch nichts berechtigte, falsche Annahme. Die Briese waren bereits aus. gesertigt und von mir unterschrieben, die Ihnen nach Anweisung meiner Regierung die Nachricht übermitteln sollten, ob der Friede unterzeichnet sei oder nicht. Wie dürfen Sie glauben, daß ich mit meinem Geschwader zu Uebungen in See gegangen wäre, wenn dieser Tag ein solch kritischer war Wie Deutschland den Krieg mit dem Einfall in Belgien durch ein militärisches Verbrechen begonnen hat, so haben Sie durch ein maritimes Verbrechen den Krieg beendet! Die ehrliebenden Seeleute aller Nationen werden für diese Tat kein Verständnis haben, ausgenommen vielleicht die Ihren. Sie werden jetzt den Militärbehörden übergeben werden, die sich mit Kriegsgefangenen beschäftigen.“ „Ich konnte“, schreibt Admiral von Reuter in seinem Buche weiter,„während der Rede nur mit dem Kopf schütteln. Ich hatte das Gefühl, daß die Rede für den anwesenden Reporter der „Times“ gehalten wurde. Er soll sich, wohl zur Schilderung der Besetzung der deutschen Schiffe, bereits am Sonnabend, dem 21. Juni, an Bord der englischen Schiffe eingefunden haben. Diese Rede unter Entfaltung von militärtschem Pomp sollte natürlich eine Haupt= und Staatsaktion darstellen. Der Engländer schwärm: für solche Schaustellungen. Auf den geistig höher stehenden Deutschen wirken sie abgeschmackt. Uns erschien diese Handlung wie für einen Film gestellt. Sie fiel schon aus dem Rahmen des Komischen heraus und wirkte mitleiderregend. Ich empfand diesen Theatercoup für den gut aussehenden und gewiß auch vornehm denkenden znglischen Admiral als ungemein peinlich und demütigend. antwortete in deutsch an den Dolmetscher gewandt:„Sagen sie Ihrem Admiral, daß ich den Inhalt seiner Rede nicht anerkennen kann und meine Auffassung nicht mit der seinen übereinstimmt. Ich allein trage die Verantwortung. Ich bin überzeugt, daß jeder englische Seeoffizier in meiner Lage ebenso gehandelt hätte, wie ich.“ Stacheierah un der Konzessten Leririsaf Heladen Japaner gehen ausschließlich gegen die Briten vor Tientsin, 20. Juni. Das japanische Oberkomman do in Tientsin hat am Dienstag angeordnet, daß der 50 Kilometer lange Stacheldrahtzaun, der die britische Konzession umgibt, elektrisch geladen wird, um seine Ueberkletterung durch Schmuggler zu verhindern. Damit hat die Lage eine weitere Verschärfung erfahren, zumal gleichzeitig die außerhalb der Konzession lebenden chinesischen Kaufleute beschlossen haben, jegliche Geschäftsverbindung mit der britischen Niederlassung abzubrechen. Dieser Schritt erfolgt als Gegenmaßnahme auf die englische Weigerung, die in der Konzession lagernden drei Millionen Sack Mehl, die für das chinesische Hinterland bestimmt sind, herauszugeben. Die britische Konzession gleich immer mehr einem Heerlager. Das Freiwilligenkorps ist mobilisiert worden, so daß die gesamte Verteidigungsstärke der Niederlassung nunmehr 1000 Mann beträgt. Allenthalben herrscht ein lebhafter Patrouillenverkehr und Panzerwagen durchfahren die Straßen. Die Stimmung ist äußerst nervös, und der Weiterentwicklung der Ereignisse wird mit größter Spannung entgegengesehen, da jederzeit irgendein Zwischenfall eintreten kann, der zwangsläufig eine neue Phase des Fernostkrieges einleiten würde. Das japanische Oberkommando hat im übrigen erneut erklärt, daß sich das Vorgehen der Japaner ausschließlich gegen England richte, das als Agent der Tschiangkaischek=Rezierung in Nordchina die Ruhe und Ordnung störe und die wirtschaftliche Erschließung des Landes verhindere. Sollte England auf das sapanische Vorgehen mit einer Wirtschaftsblockade antworten, so würde sich Japan seiner Verpflichtungen, die englischen Rechte in China zu achten, ledig betrachten Gleichzeitig stellte das Oberkommando Erleichterungen für Staatsangehörige dritter Länder, insbesondere Deutschlands und der Vereinigten Staaten, in Rassicht. Britische MGrs gegen Schwerer Zwischenfall auf dem Jangtse London, 20. Juni. Londoner Blättermeldungen zufolge haben die japanischen Behörden schärfsten Protest gegen einen Zwischenfall eingelegt, der sich auf dem Jangtse in Wuhn am Montag ereignet hat. Nach japanischer Darstellung, so melden die Londoner Blätter, habe das britische Kanonenboot„Scarab“ gewaltsam Lebensmittel in Wuhn an Land gebracht, ohne sich gemäß den japanischen Aufforderungen auf Untersuchung der Ladung einzulassen. Dabei hätte die Besatzung ihre Maschinengewehre auf die Japaner eingestellt. Japanischerseits beruft man sich bei diesem Protest auf ein Abkommen mit den Engländern, demzufolge sich letztere verpflichtet haben, alle Waren vor der Landung den Japanern zur Untersuchung vorzulegen. Englische Maßnahmen in Fernost London, 20. Juni. Wie die Reuter=Agentur aus Tientsin meldet, hat das britische Freiwilligenkorps in der britischen Niederlassung von Tientsin Befehl erhalten, sich„für die sofortige Mobilisierung" bereit zu halten. Außerdem sei das britische Begleitschiff„Sandwich" am Dienstag in Tientsin eingetroffen, gleichzeitig habe das britische Begleitschiff „Lowestoft", das ursprünglich am Mittwoch Tientsin verlassen sollte, Befehl erhalten, in Tientsin zu bleiben. In Singapore traf am Dienstag der Oberkommandierende der britischen ChinaStation, Admiral Sir Percy Noble, ein, um an den am Donnerstag in Singapore beginnenden Militärbesprechungen teilzunehmen. Der Oberkommandierende der französischen Truppen in Indochina, General Martin, wird am Mittwoch erwartet. England fürchtet Reaktion Halisax vor dem Oberhaus London, 20. Juni. Lord Halifax gab am Dienstag im Oberhaus ebenfalls eine Erklärung über den Tientsin=Fall ab und führte dabei u. a. aus, daß über die ursprüngliche Forderung der Auslieferung der vier Chinesen hinaus jetzt auch Fragen allgemeiner Politik aufgeworfen worden seien. Die britische Regierung sei sich völlig im klaren über die Reaktion, die der augenblickliche Streitfall auf die Position der anderen britischen und internationalen Niederlassungen in China haben müsse. Sie stehe in engster Fühlungnahme mit den Regierungen Frankreichs und der Vereinigten Staaten. Tokio, 20. Juni. Ministerpräsident Hiranuma, Kriegsminister Itagaki und Außenminister Arita hielten am Dienstag eine Konferenz ab, in der sie sich mit der Frage um Tientsin und der europäischen Lage beschäftigten. Tokio Asahi Schimbun zufolge ist diese Besprechung notwendig geworden, da„die mit der Lage in Europa getroffenen Maßnahmen einen neuen Fortschritt gemacht haben.“ Arita, so beißt es, habe über die Lage in Tientsn berichtet, und auf Grund dieses Berichtes sei sodann über die weitere Behandlung der Europafrage verhandelt worden. Die Zeitung bezeichnet diese Aussprache als besonders nützlich. Im Anschluß an die Konferenz berichtete Arita dem Kaiser über die Gesamtlage, dem sich ein Vortrag des Chefs des Generalstabes Prinz Kanin anschloß. Im Laufe des Tages hatte der Außenminister auch eine Aussprache mit dem britischen Botschafter Craigie. Neuer englische. Vorschlag London, 20. Juni. Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß die Londoner Regierung der japanischen Regierung einen neuen Vorschlag für Verhandlungen über den Tientsinfall übermittelt habe. Eine amtliche Stellungnahme; der japanischen Regierung hierzu liegt noch nicht vor. Der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts hielt am Dienstag wieder eine Sitzung ab, in der Außenminister Lord Halifax über die letzte Entwicklung in der Tientsin=Frage Bericht erstattete. Ferner beschäftigte sich der Ausschuß mit den englisch=franzosisch=sowjetrussischen Paktverhandlungen. Hierzu schreibt der diplomatische Korrespondent von Preß Association, die kritische Lage im Fernen Osten unterstreiche eindringlich die Notwendigkeit, die Drei=Mächte=Paktbesprechungen so bald wie möglich zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen. Die Blätter berichten in großer Aufmachung über eine Verschärfung der Lage in Tientsin. Ziemlich übereinstimmend nimmt die Londoner Presse im Zusammenhang mit den neuen Instruktionen für den Botschafter in Tokio an, daß England zunächst einmal um Klarstellung ersuchen werde, worum es in dem englisch=japanischen Streit gehe, ob es sich hier nur um den lokalen Fall der vier Chinesen in Tientsin handele, oder ob Japan entschlossen sei, die weitergehende Frage der ausländischen Niederlassungen und der ausländischen Mächte in China überhaupt anzugreifen. Darüber hinaus befaßt sich Bartlett in der„News Chroniele“ ausführlich mit den Beratungen des außenpolitischen Kabinettsausschusses über die fernöstliche Lage. Es. sei kein Geheimnis, daß sich die britische Regierung in einer schwierigen Lage befinde. Es gebe kaum Vergeltungsmaßnahmen, wodurch Tientsin wirklich geschützt würde, da Kriegsschiffe nicht anlausen könnten, und weder die Vereinigten Staaten noch Frankreich große Interessen in Tientsin zu verteidigen hätten. Keine Instruktionen für Strang London, 20. Juni. Von unterrichteter Seite wird entgegen Meldungen der Londoner Morgenpresse am Dienstag ausdrücklich erklärt, daß keinerlei neue Instruktionen an den britischen Botschafter in Moskau, Seeds, gesandt worden seien. Wie von unterrichteter Moskauer Seite ver„lautet, wird nach den bis jetzt vorliegenden Informationen vermutlich auch am Dienstag noch keine neue Besprechung zwischen Molotow und den britisch=französischen Unterhändlern zu den schwebenden Paktverhandlungen stattfinden. Man erklärt in hiesigen politischen Kreisen diese Unterbrechung damit, daß seit der letzten Unterredung— die bekanntlich am Freitag voriger Woche stattgefunden hat— die Botschafter Englands und Frankreichs, unterstützt durch den Londoner Unterhändler Strang, sich mit der Ausarbeitung von neuen„Formeln" und Vertragstexten beschäftigen. Eine neue Beratung mit Molotow würde erst dann stattfinden, wenn zu den neuen Formulierungen die Zustimmung der Londoner und der Pariser Regierung vorliegt. Zührer genehinigl die Winnler=Sihmpiare Berchtesgaden, 20. Juni. Der Führer empfing am Dienstag auf dem Obersalzberg den Präsidenten des Deutschen Olympischen Ausschusses, Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Präsidenten des Organisationskomittees für die Fünften Olympischen Winterspiele, Dr. Ritter von Halt, das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, General d. Art. von Reichenau, und Generalsekretär Dr. Diem, sowie den Staatssekretär für Fremdenverkehr Hermann Esser zum Bericht über die einleitenden Vorbereitungsarbeiten für die 5. Olympischen Winterspiele 1940 in Garmisch=Partenkirchen. Der Führer genehmigte die ihm vorgelegten Pläne zum Ausbau der Sportanlagen und das ihm unterbreitete Gesamtprogramm der Olympischen Namensverleihung durch den SA.=Formationen erhalten Namen gefallener Kameraden Berlin, 20. Juni. Der Führer hat für verschiedene Formationen der SA. Namensverleihungen ausgesprochen. In Erinnerung an den Opfertod von SA.=Männern, die während des jahrelangen Ringens vor der Machtübernahme ihre Treue zu der nationalsozialistischen Bewegung mit dem Leben bezahlten, wurde bestimmt: Dem SA.=Sturm 15/43, Standort Duisburg=Neumühl, wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung„St.=Sturm 15/43 — Julius Steininger“ zu führen. Dem SA.= Sturm 14/58, Standort Essen=Stoppenberg, wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung„SA.=Sturm 14/58— Alfred Schroer“ zu führen. Dem SA.=Sturm 3/135, Standort Düsseldorf, wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung„SA.=Sturm 3/135 — Fritz Wetekam" zu führen. Dem SA.= Sturm 2/171, Standort Erkrath, wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung„SA.= Sturm 2/171— Julius Hollmann“ zu führen. Dem SA.=Sturm 14/171, Standort Wuppertal=Heckinghausen, wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung„SA.=Sturm 14/171— Ernst Bich" zu führen. Überschwemmungen in Böhmen Prag, 20. Juni. In den späten Nachmittagsstunden des Montags haben die Regenfälle in Mittelböhmen, die am Sonntag zu großen Ueberschwemmungen geführt haben, zwar ausgesetzt, doch ist das Hochwasser noch nicht wesentlich zurückgegangen. Der Bahnhof Beraun ist von der Stadt vollständig abgeschnitten. Die Eisenbahnstrecke Beraun— Prag ist einigemale von Wasser überflutet und unterbrochen worden. Auch in Mähren hat das Unwetter großen Schaden angerichtet. Den Schaden, den das Hochwasser in Westböhmen, besonders im Beraun=Tal, angerichtet hat, schätzen die tschechischen Blätter als in die Millionen gehend. Ministerpräsident Elias begab sich in das Ueberschwemmungsgebiet und ließ sich über das Ausmaß der Katastrophe berichten. Lunzigein Meer vongarenereugfahnen Feier des 6. Jahrestages der Machtübernahme Danzig, 20. Juni. Am Dienstag, 20. Juni, beging Danzig den sechsten Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung. An diesem Tage wurden vor sechs Jahren erstmalig Nationalsozialisten in die führenden Stellen des Staats durch den Danziger Volkstag berufen, denn die letzten Wahlen im April 1933 hatten eine ganz eindeutige Mehrheit für die NSDAP. ergeben. Im Laufe dieser sechs Jahre hat die Zusammensetzung des Volkstages noch wesentliche Aenderungen erfahren. Der vor nicht allzu langer Zeit von vielen einander befehdenden Parteien beherrschte Volkstag, der früher sehr oft Tummelplatz wüster Ausschreitungen und parlamentarischer Kämpfe war, steht längst unter dem Siegeszeichen des Hakenkreuzes. Dieses Bild wird treffend gekennzeichnet durch die gegenwärtige Mandatsverteilung. Alle 70 deutschen Abgeordneten sind in der Fraktion der NSDAP. zusammengeschlossen, denen die völlig belanglose polnische Minderheit mit zwei Abgeordneten gegenübersteht. Dieses große Einigungswerk in Danzig ist das Verdienst des Gauleiters Albert Forster. Zur Erinnerung an den denkwürdigen 20. Juni 1933 haben sämtliche staatlichen und kommunalen Dienstgebäube sowie die Schulen und übrigen Körperschaften des öffentlichen Rechts geflaggt. Auch alle Privathäuser zeigen reichen Flaggenschmuck. Haftbefehl gegen Danzig, 20. Juni. Der in der vergangenen Woche verhaftete polnische Zollinspektor Lipinski wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter in Danzig zugeführt, um sich nach Abschluß der polizeilichen Ermittlungen wegen der Beschuldigung des versuchten Menschenraubes und der Störung des öffentlichen Friedens zu verantworten. Lipinski hat die ihm zur Last gelegten Taten auch vor dem Richter zugegeben, versucht sie aber zu bemänteln. Er hat aber weiterhin gestanden, die Absicht gehabt zu haben, die beiden Danziger SA.=Männer in voller Uniform nach Gdingen zu schaffen. Die Danziger SA.=Männer hätten sich dort, zumal sie die polnische Sprache nicht beherrschen, in völlig hilfloser Lage befunden. Außerdem wäre gegen sie infolge des Tragens der in Polen verbotenen Uniform sofort ein Strafverfahren anhängig gemacht worden. Darin wird der Versuch des Verbrechens des Menschenraubes erblickt. Die beleidigenden Aeußerungen des Lipinski gegenüber führenden Persönlichkeiten im Reich haben zu einer Störung des öffentlichen Friedens geführt. Der Ermittlungsrichter hat daher den richterlichen Haftbefehl mit dem dringenden Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens und des versuchten Menschenraubes begründet. Lipinski wird sich in den nächsten Wochen vor dem Danziger Gericht zu verantworten haben. Beck in der Sackgasse Neuer Charakter des polnisch=sowjetrussischen Verhältnisses unerwünscht Paris, 20. Juni. Die französische Wochenschrift„Gringoire“ veröffentlicht eine Unterredung mit dem polnischen Außenminister Oberst Beck, die zwar im wesentlichen wenig Neues bringt, jedoch hinsichtlich der Ansichten Becks über das Verhältnis zur Sowjetunion gerade heute im Zeitpunkte krampfhafter englischer Bemühungen im Kreml bemerkenswert ist. Man könnte der Ansicht sein, als sei der polnische Außenminister von den Dingen, die sich in Moskau zutragen, nicht sonderlich erbaut, da er schließlich eine gewisse Beeinflusfung der polnischen Haltung gegenüber der Sowjetunion dadurch befürchtet. Der polnische Außenminister erklärte hinsichtlich der englisch=sowjetrussischen Verhandlungen, daß Polen um nichts gebeten und in dieser Angelegenheit keinerlei Forderungen gestellt habe. Warschau werde jedoch lausend über den Gang der Verhandlungen unterrichtet. Wie die Beziehungen Moskaus zu Warschau zu regulieren seien, wisse Polen am besten. Im übrigen sei das Verhältnis sd, wie es sein solle. Polen treibe einen regen Handel mit der Sowietunion und umgekehrt geschehe dasselbe seitens Moskaus. Die polnischen Beziehungen zur Sowjetunion bezeichnet er als Ausdruck guter Nachbarschaft, wobei er bemerkte, daß letztere vollends genüge. Doch habe Warschau keinerlei Wünsche, diesen Beziehungen einen anderen Charakter zu verleihen. Demnach dürfte es Polen auch unbequem sein, wenn eine automatische Aenderung dieses Charakters infolge der englischen Paktbemühungen mit Moskau eintreten sollte. In den übrigen politischen Fragen Europas vertrat Minister Beck lediglich den bekannten polnischen Standpunkt, und zwar sowohl hinsichtlich der Danziger„Frage" als auch gegenüber dem Deutschen Reich. Entgegen den bestehenden Tatsachen erklärte er zum Schluß, daß sich Polen „weder mit dem einen noch mit dem anderen Block" verbinden wolle. Nichts sei für Polen unangenehmer als die Notwendigkeit einer solchen Wahl. Schwieriges Rechenexempel Ergebnis der polnischen Luftabwehranleihe steht noch immer nicht fest Warschau, 20. Juni. Von amtlicher polnischer Seite wird am Dienstag mitgeteilt, daß die Ergebnisse der bereits im Mai abgeschlossenen Luftabwehranleihe noch immer nicht vorliegen, und daß das von mehreren polnischen Blättern genannte Endergebnis von 389 Mill. Zloty nicht zutrifft. Die endgültigen „Errechnungen“ seien noch gar nicht abgeschlossen, würden aber in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Es dürfte noch niemals in irgendeinem Lande eine Anleihe ausgeschrieben worden sein, bei der die Errechnung der Ergebnisse so viele Wochen in Anspruch genommen hat. Verzicht kommt nicht in Frage! Rumänien und die Frage der Süddobrudscha Bukarest, 20. Juni. Bukarester politische Kreise sind in letzter Zeit durch die Gerüchte beunruhigt worden, daß Rumänien in kürzester Zeit die südliche Dobrudscha an Bulgarien abtreten werde. Dieses Gebiet ist im Rumänischen als„Quadrilater“ bekannt, eigentlich also „Viereck", was ungefähr mit den geographischen Verhältnissen übereinstimmt, wenn man parallel zur heutigen bulgarisch=rumanischen Grenze eine Linie zieht, die an der Donau ungefähr bei Silistra beginnt und zum Schwarzen Meer führt. Dieses Gebiet ist erst 1919 an Rumänien gefallen, und es waren vornehmlich strategische Gründe, die Rumänien zur Besitznahme veranlaßten. Denn beispielsweise die Eisenbahnbrücke, die bei Ceerna=Voda über die Donau führt, und die die wichtigste Strecke Bukarest— Konstanza überhaupt erst ermöglicht hat, lag bei der alten Grenze unter bulgarischem Feuer. Als Rumänien die Süddobrudscha in Besitzt nahm, befanden sich dort so gut wie keine Rumanen, einzelne wenige Ortschaften wie Turtucaia an der Donau ausgenommen. Im nördlichen Teil überwog die türkische Bevölkerung, im südlichen die bulgarische. Außer diesen beiden Völkern waren es Tartaren, Zigeuner und andere Mischvölker, die der Süddobrudscha ihr noch heute bestehendes malerisches Bild gaben. In den vergangenen 20 Jahren hat sich in dieser Bevölkerungszusammensetzung aus mehreren Gründen einiges geändert. Zunächst sind die Türken abgewandert, was von der Türkei planmäßig gefördert wurde. An ihre Stelle wurden rumänische Kolonisten gesetzt. Nun genügte aber der türkische Landbesitz nicht. Wo ein Türke gesessen hatte, konnte noch lange nicht ein Rumäne leben, weil es sich um ausgesprochenen Zwergbesitz handelte, und im Durchschnitt mußten drei bis vier türkische Gütchen zusammengelegt werden, um einem Rumänen ausreichend Land zu bieten. Dadurch hat sich der Hundertsatz der Bulgaren sogar noch etwas erhöht, andererseits sind genug Rumänen ins Land gekommen, und zwar luzedorumänen, die aus Mazedonien kamen, ein besonders guter und harter Schlag, der sich kräftig an seine Aufgabe herangemacht hat und heute gar nicht daran denkt, etwa freiwillig wieder abzuziehen. Selbstverständlich hat Rumänien alles getan, um seinen Besitz sicherzustellen, sei es durch Schulen oder durch die Kirche. So ist die bul* garisch=orthodoxe Kirche nicht anerkannt, die orthodoxen Bulgaren gehören zur rumänischorthodoxen Kirche und müssen sich von rumanischen Pfarrern predigen lassen. Die aufkommende Irredentabewegung der Bulgaren hat die Rumänen besonders hellhörig gemacht. Auf der einen Seite versuchen sie, die bulgarische Volksgruppe an den rumänischen Staat zu binden— dem neuen Parlament wurden bulgarische Abgeordnete zugesellt—, ohne daß man sagen könnte, ob diese Männer Anhang in der Bevölkerung haben(in einem reinen Bauernvolk immer eine schwer zu bestimmende Angelegenheit). Andererseits kam es vor nicht allzu langer Zeit zu einem Zwischenfall, der drüben in Bulgarien die Gemüter hochgehen ließ und die Spannung beträchtlich verschärft hat, als Angehörige rumänischer Staatsangehörigkeit. „auf der Flucht erschossen“ wurden. Die Bulgaren haben das als Abschlachtung bezeichnet, weil diese Menschen sich nichts hätten zu Schulden kommen lassen, als daß sie Bulgaren waren, die ein Auto überfallen hatten und dafür festgenommen worden sind. Meinung steht gegen Meinung, es ist unmöglich zu sagen, wer Recht hat. Auf keinen Fall sieht es danach aus, als ob Rumänien leichten Herzens auf die Süddobrudscha verzichten würde. Eine Denkmalseinweihung in Selistra bot Gelegenheit, das an Ort und Stelle festzustellen. Mit der Waffe in der Hand, versicherte man uns, will Rumanien diesen Teil seines Gebietes verteidigen. Nr. 142(Zweites Blatt) Alittwoch, den 21. Juni 1939 JUNT MITTWOCH Zum Geleit: Das Buch, da alle Heimlichkeit innenliegt, ist der Mensch. Jakob Böhme. Gedenktage: 1919 Admiral v. Reuter versenkt die deutsche Flotte in der Bucht von Scapa Flow. Aus der Arbeit der Ortsgruppe Holzen u. Amtsträger der Gliederungen Wetter: Unbeständig. Die nordwestliche Luftzufuhr, die sich zu Beginn der Woche in Westdeutschland einstellte, ist jetzt durch kräftigen Druckanstieg über Nordeuropa abgebremst worden. Im Bereich verschiedener Teilstörungen über Mitteleuropa kommt es zu stärkerer Bewölkung und gelegentlichen Niederschlägen. 76612: M M2s, Aussichten für Donnerstag: Bei mäßigen östlichen Winden stärker bewölkt und vereinzelt etwas Regen. Die Temperaturen bleiben im wesentlichen unverändert. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbeständig. : Der Krebs ist heilbar. Zu den„Im Reiche des Wassers" versammelten Frauen sämtlicher Ortsgruppen der Schwerter NS.=Frauenschaft sprach Chefarzt Dr. Goecke über das Thema „Was weißt Du vom Krebs und seiner Heilung?“ Krebs ist heilbar und seine Behandlung kann in allen Fällen erfolgreich durchgeführt werden, in denen der Patient früh genug zum Arzt gekommen ist. An jedem Einzelnen liegt es, den ersten Schritt zur Früherkennung zu tun. Bisher suchten 33 der Krebskranken den Arzt verspätet oder zu spät auf. Die Behandlung wird heute in den meisten Fällen erfolgreich durch Bestrahlung durchgeführt, während nur in schwereren Fällen Operation nötig ist. Alle überkommenen Vorstellungen über eine Infektionsgefahr beim Krebs sind nicht richtig. Man ist heute auf dem Gebiet der Krebsforschung sehr viel weiter gekommen, wenn auch noch die letzten Ursachen nicht festgestellt werden konnten. Im Anfchluß an seinen Vortrag verteilte Dr. Goecke eine Aufklärungsschrift des Westfälischen Vereins für Krebs= und Lupusbekämpfung, die die Anhaltspunkte für die Beobachtung des Körpers auf Warn= und Gefahrenzeichen enthält. Schalker Jugend in Schwerte. Die Reichsbahnsportgemeinschaft Schwerte brachte jetzt eine Verhandlung mit dem FC. Schalke 04 zum Abschluß. Danach erscheint am letzten Junisonntag die 1. Jugend von Schalke 04 auf der Reichsbahn=Kampfbahn in Schwerte=Ost. —. Luftpostgebühren nach Böhmen und Mähren. Für Briefsendungen und Zeitungen nach dem Protektorat Böhmen und Mähren werden vom 17. Juni 1939 an dieselben Luftpostgebühren erhoben, wie im innerdeutschen Dienst, nämlich für Briefsendungen für je 20 Gramm 5 Pfg. und für Luftpostzeitungen für jedes Kilogramm 60 Pfg. : Telegramme nach Spanien. Die Deutsche Reichspost nimmt Telegramme nach Spanien, der Spanischen Zone von Marokko und den Kanarischen Inseln, sowie im Durchgang durch Spanien wieder uneingeschränkt an. Privattelegramme nach diesen Gebieten können wieder in geheimer(verabredeter oder chiffrierter) Sprache abgesaßt werden. Amt Westhofen Freitag Filmabend. Holzen. Am Freitag, dem 23. Juni, veranstaltet die Ortsgruppe Holzen der NSDAP. in Verbindung mit der Gaufilmstelle um 20 Uhr bei Hosang einen Filmabend. Vorgeführt wird der spannende Kriminalfilm mit Willy Birgel „Der Fall Deruga". Außerdem läuft ein reichhaltiges Beiprogramm. Karten sind im Vorverkauf bei den bekannten Stellen und beim Filmstellenleiter Kaeselitz erhältlich. Mütterberatung des Kreisgesundheitsamtes. Westhofen. Die nächste Wiegestunde für SäugUnge findet am Donnerstag, dem 22. Juni 1939 in Geisecke um 2,30 Uhr im Gemeindehaus und in Lichtendorf um 4 Uhr in der Wirtschaft Wiemhoff statt. Sie wird von der Kreisgesundheitspflegerin abgehalten. Dienstappell der Politischen Leiter Holzen. Die Ortsgruppe Holzen der NSDAP. hielt im Saale der Eintrachtschule für die Porttischen Leiter und Amtsträger der Gliederungen einen Dienstappell ab. Ortsgruppenleiter Rudolf Grothstück sprach Begrüßungsworte und nahm dann zu den einzelnen Fragen, die zur Erörterung standen, Stellung. Parteigenosse Grothstück wies zunächst darauf hin, daß die Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes für kinderreiche Mütter bis zum 25. Juni ds. Is. mit den erforderlichen Unterlagen einzureichen sind. Die Antragsformulare werden den kinderreichen Müttern der Gemeinde durch die Blockleiter der Partei zugestellt. Für die Verleihung kommen alle erbgesunden Mütter mit vier und mehr lebend geborenen Kindern in Frage. Die RS.=Frauen, schaft und der Reichsbund der Kind, werden die Mütter bei der Stellung des antrages und Beschaffung der Unterlagen gern behilfZur Sicherung der diesjährigen Ernte sollen die Blockleiter der Ortsgruppe Hilfskräfte ausfindig machen, die bereit sind, bei der Einbringung der Ernte zu helfen. Im Kampf gegen den Kartoffelkäfer forderte der Ortsgruppenleiter besonders auch die Gartenbesitzer auf, stets wachsam zu sein und ihre Kartoffelfelder regelmäßig nach Käfern und Larven abzusuchen. Der letzte Fund in Altenhundem mahne dringend zur Den ehrenamtlich für die N63. täüigen, Par. tei= und Volksgenossen Bäcker, Bücker, berg, Friedrichs, Gämlich, Hokamp, Sprabe, Weichbrodt und Zimmermann, sowie den Partei= und Volksgenossinnen, Hellweg und Postler wurden für vorbildliche Mitarbeit am Aufbau des Vaterlandes im Namen der Kreisleitung Ehrenurkunden überreicht. Der Amtsleiter der NSV., Bäcker, sprach ihnen seinen Dank für ihre Arbeit mit der Bitte um weitere tatkräftige Unterstützung aus. Parteigenosse Bäcker verabschiedete sich gleichzeitig von der Kassenwalterin der NSV., Röllecke, und richtete an sie herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für ihre langjährige wertvolle Mitarbeit im Dienste der NS.=Volkswohlfahrt. Organisationsleiter Weiß unterrichtete die Amtsträger über die Aufgaben des Personalamtsleiters und machte sie mit den Bedingungen bekannt, die zur Erlangung des parteiamtlichen Dienstausweises nach den neuesten Bestimmungen zu erfüllen sind. In stimmungen kommt der Führungsanspruch der Partei und die maßgebende Stellung des Hoheitsträgers im politischen Leben der Gemeinde klar zum Ausdruck. Zur Durchführung der Sammlung für den „Volksbund für das Deutschtum im Ausland“ am kommenden Sonnabend und Sonntag hält die Ortsgruppe am Donnerstag eine Besprechung ab. Der Ortsgruppenleiter machte darauf aufmerksam, daß die Partei mit Wirkung vom 1. Mai ds. Is. für neue Mitglieder wieder geöffnet ist. Das nächste Uebungsschießen Politischen Leiter findet am 9. Juli auf vem Schießstand bei Roolf statt. Beim letzten Uebungsschießen gewann der Parteigenosse Schöpping die Ehrenscheibe. Da die kürzlich vom Propagandaamt veranstaltete Grubenbesichtigungsfahrt bei allen Teilnehmern großen Anklang gefunden hat, ist für den Herbst eine zweite Fahrt geplant. Der Mangel an Arbeitskräften nimmt zu Der Arbeitseinsatz im Landesarbeitsamisbezirk Westialen zöggrungen ir der Fertigstellung d Die Arbeitslage hat sich im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen infolge des ständig zunehmenden Mangels an Arbeitskräften weiter verschärft. Wenn es auch den Arbeitsämtern gelang, durch Rückführung berufsfremd beschäftigter Arbeiter und durch Einsatz von bisher nicht oder nicht mehr erwerbstätiger Volksgenossen den Betrieben noch eine Arzak., Nr: beitskräfte zuzuweisen, so steht doch gebot in keinem Verhältnis mehr zum Bedarf der Wirtschaft. Die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze ist dementsprechend in allen Wirtschaftszweigen weiter gestiegen. Innerhalb der Saisonaußenberufe war der Arbeitsanfall in der Landwirtschaft und damit der Bedarf an Arbeitskräften außergewöhnlich hoch. Von den Arbeitsämtern wurden alle verfügbaren Arbeitskräfte der Landwirtschaft zugewiesen, ohne daß es gelang, den Bedarf zu decken. Die Industrie der Steine und Erden ist in allen Zweigen voll beschäftigt. Eine weitere Produktionssteigerung wird erschwert durch den auch hier bestehenden Arbeitermangel, der sich besonders bei den Ziegeleien störend bemerkbar macht. Die Steinbruchbetriebe klagen ebenfalls über Schwierigkeiten bei der rechtzeitigen Durchführung der Aufträge. Aeußerst angespannt ist die Arbeitslage im Baugewerbe. Wegen des Kräftemangels traten vielfach Verzogerungen in der Fertigstellung der Bauten ein. Im Bergbau und in der Eisenindustrie ist eine Veränderung der Arbeitslage gegenüber dem Vormonat nicht eingetreten. Auch hier besteht ein erhehlicher ungedeckter Bedarf an Arbeitskräften, dessen Deckung äußerst schwierig ist, da alle verfügbaren männlichen Reserven bereits in den Vormonaten den Betrieben zugewiesen worden sind. Bei der Eisenindustrie haben sich daher weitere Betriebe zum Teil auf die Beschäftigung von Frauen umgestellt. Innerhalb der Konsumgüterindustrien nahmen die Zuckerwaren= und Keksfabriken noch weibliche Arbeitskräfte auf. Weitere Einstellungen von Frauen erfolgten mit Beginn der Saison bei den Konservenfabriken. Den Anforderungen von Arbeitskräften für das Bekleidungsgewerbe, insbesondere für die Maßschneidereien, konnte nur zum Teil entsprochen werden, obwohl auch nicht voll einsatzfähige Schneider eingesetzt wurden. Sehr schwierig ist weiterhin die Beschaffung von weiblichen Arbeitskräften für die Wäscheindustrie. Bei den Angestelltenberufen erstreckten sich die Anforderungen vornehmlich wieder auf jüngere Büroangestellte und auf technische Angestellte, die nur noch in Einzelfällen zugewiesen werden konnten. Hierzu können von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 km um Koblenz und Niederlahnstein und außerdem von Aachen, Bochum, Bleialf, Dortmund, Duisburg, Kempen, Essen, Hagen (Westf.), Jünkerath, Saarbrücken, Saarlautern, Wesel, Zweibrücken und Xanten Sonntagsrückfahrkarten(auch Blanko) noch Koblenz oder Niederlahnstein ausgegeben werden, die wie folgt gelten: Zur Hinfahrt vom 24. 6.(Sonnabend) 0 Uhr bis 25. 6.(Sonntag) 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 24. 6. 12 Uhr bis zum 27. 6. 1939 (Dienstag) 24 Uhr(Beendigung der Rückfahrt). Am 27. 6. 1939 sind die Karten nur dann zur Rückfahrt gültig, wenn sie auf der Rückseie von der Festleitung abgestempelt sind. Am 5., 8., 9., 12., 15. und 16. Juli 1939 werden in Castrop=Rauxel wie in den Vorjahren Freilichtspiele veranstaltet, die um 20 Uhr beginnen. Aus diesem Anlaß sind Sonntagsrückfahrkarten oder Blanko=Sonntagskarten nuch Castrop=Rauxel auf eine Höchstentfernung von 50 km ausgegeben, die wie folgt gelten: 1.) am 5. und 12. Juli(Mittwoch) von 12 bis 24 Uhr(Antritt der Rückreise), 2.) am 8., 9., 15. und 16. Juli zur Hinreise von Sonnabend 12 Uhr bis zum Sonntag 24 Uhr(Beendigung der Hinreise) und zur Rückreise von Sonnabend 12 Uhr bis zum Montag 24 Uhr(Beendigung der Rückreise). Zu den Rennen in Dortmund am 12. Juli, 2. August, 6. September und 11. Oktober 1939 sind Sonntagsrückfahrkarten nach Dortmund Modellflotte kommt= nach Westfalen=Süd. Auf einer Werbefahrt des Modellflottenverbandes des Reichsbundes deutscher Seegeltung in Potsdam kommt die Flotte auch in den Gau Westfalen=Süd. Die Schiffsmodellflotte traf jetzt in Rinteln an der Weser ein und unternimmt von dort einen kurzen Abstecher in den Gau Weser=Ems, wo sie am 19. Juni Osnabrück einen dreitägigen Besuch abstattete. Von Osnabrück geht die Fahrt nach Münster und dann abschließend in den Gau Westsaren-Sud nach Dortmund. Amt Ergste Sommer=Sonnenwende in Ergste. Ergste. Die Sommer=Sonnenwendfeier der drtsgruppe Ergste findet am Mittwoch, den 21. uni d. J., 22 Uhr, in der August=Haßler=Straße segenüber vom Bahnhof Ergste statt. Zu diesen feierstunden sind alle Volksgenossen und Volkssenossinnen herzlichst eingeladen. Die Gliederunsen und Verbände der RSDAV. treten um 21 Uhr vor dem Lokal Pütter an, von wo dann der Abmarsch zur Feuerstelle geht. Filmveranstaltung. Ergste. Am kommenden Donnerstag, den 22. Juni d. J., zeigt die Gaufilmstelle der NSDAP. im Lokal Hengstenberg in Ergste den Tonfilm der„Fall der Ruga.“ Kartoffelkäfersuchaktionen. Ergste. Auf Veranlassung des KartoffelkäferAbwehrdienstes findet das Absuchen der Kartoffelfelder durch die Bevölkerung nicht wie bisher um 17 Uhr, sondern bereits um 1 Uhr statt, da die Erfahrungen gezeigt haben, daß die Kartoffelkäfer am besten bis 4 Uhr nachmittags gesehen werden können. Die Suchtage bleiben dieselben. Der nächste Suchtag für die Bevölkerung ist der kommende Dienstag, 27. Juni 1939. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Bevölkerung keinen schriftlichen Bescheid von der Vorverlegung der Suchaktion erhält und daß ein Nichterscheinen Bestrafung nach sich zieht. Wehrabzeichenträger. Ergste. Die erste Wiederholungsübung 1939 für die SA.=Wehrabzeichenträger im Standortbereich Ergste=Villigst hat am Sonntag, den 11. d. M. stattgefunden. Alle die Wehrabzeichenträger, die aus beruflichen oder sonstigen Gründen an dieser Wiederholungsübung nicht teilnehmen konnten, werden hiermit aufgefordert, an der Wiederholung dieser Uebung am Sonnabend, den 24. d. M., teilzunehmen. Die Wehrabzeichenträger treten pünktlich um 15 Uhr bei der Wirtschaft Hiddemann in Ergste an. Mitzubringen sind das Leistungsbuch, bzw. die Urkunde, und Turnzeug für den 1500=Meter=Geländelauf. Eine nochmalige Aufforderung ergeht nicht mehr, wer somit weiter im Besitz seines Wehrabzeichens bleiben will, ist gehalten, zu dieser einmaligen Wiederholungsübung zu erscheinen. Weitere Ferienson verzüge ausverkaust Fer O 69/169 von Köln,Wuppertal und Düsseldorf nach Saßnitz am 26. 7. 1939; Fer W 8/108 von Hagen, Düsseldorf nach Stuttgart am 26. 7. 1939; Fer O 43/143 von Köln, Wuppertal und Düsseldorf nach Warnemünde am 27. 7. 1939; Fer No 23 von Köln, Wuppertal nach Nordbeich am 27. 7.1939;„ Saan, O 42 von Hagen nach Salzvurg, Smtfelden am 27. 7. 1939:. uuach Gal 8.8 O 44 von Düsseldorf nach Entzourg, Suutselben am 30. 7. 1939; Esunts u.4 " Fer H 237 von Düsseldorf, wuppertat nach Hamburg am 28. 7. 1939; Fer O 45/145 von Köln, Wuppertal und Düsseldorf nach Warnemünde am 29. 7. 1939; Fer Er 3/103 von Köln, Düsseldorf nach Erfurt am 29. 7. 1939; tg nich Gase Fer Ba 16 von Hagen, Wupprun uay wasel am 29. 7. 1999;„, Wughents uun6 Fer H 37 von Koln, Wupperin nuch Hamburg am 29. 7. 1939; Fer O 47/147 von Köln, Wuppertal und Düsseldorf nach Kiel am 30. 7. 1939. Sonniggtrügktahrtauten aus besonderem Anlaßz Vom 24. bis 26. Juni 1939 feiern die Angehörigen des ehem. Rheinischen Fußartillerie=Regiments Nr. 8 zusammen mit dem TraditionsRegiment Nr. 70 in Niederlahnstein die 75. Wiederkehr des Gründungstages des Regiments. Mit„Kraft durch Freude" nach Bremen. Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ führt am 1. Juli eine Sonderzugfahrt nach Bremen zum Stapellauf eines Panzerkreuzers durch. Der Zug fährt am 1. Juli vormittags ab Dortmund. Vorgesehen ist auch ein Mittagessen in Bremen, Abendessen, Uebernachtung und Frühstück in Bremen und am 2. Juli eine Seefahrt in Richtung Nordseeinseln. Der Preis der Fahrt mit sämtlichen Leistungen beträgt 14,50 RM. Treffen der westfäl. Kriegsblinden Am 2. Juli in Gelsenkirchen=Buer. Unter dem Protektorat des Gauleiters des Gaues Westfalen=Nord, Reichsstatthalters und Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Dr. Alfred Meyer, findet am Sonntag, dem 2. Juli d. I., vormittags 11 Uhr, in der Schauburg in Gelsenkirchen=Buer ein großes Treffen aller westfälischen Kriegsblinden statt. Mit diesem Treffen ist eine öffentliche Kundgebung verbunden, auf der Gauleiter Dr. Meyer zu den erblindeten Soldaten des Weltkrieges sprechen wird. Nach der Begrüßung durch den Landesobmann und Gaustellenleiter, Parteigenossen Scharra, Gelsenkirchen=Buer, spricht der Kriegsblinde, Oberlehrer Fritz Gerling, Soest, über das Thema: „Feldgraue bezwingen ihr Schicksal". Der Zweck der Kundgebung besteht darin, den Geist der Front in der heranwachsenden Generation wachzuhalten und ihr zu zeigen, daß das harte Schicksal der Kriegserblindung durch einen noch härteren Willen bezwungen worden ist. Von den 165 Kameraden der Provinz Westfalen sind die meisten heute beruflich tätig. Aber über 60 Kameraden müssen leider, weil sie außer ihrer Erblindung noch andere schwere Schädigungen davongetragen haben, ohne berufliche Tätigkeit bleiben. Wie hart dieses schwere Los ist, vermag nur der Kundige zu ermessen. Aehnlich wie in Westfalen liegen auch die Verhältnisse im Reich, wo heute noch 3800 Kriegsblinde leben. Die NS.=Kriegsopferversorgung, Fachabteilung Bund erblindeter Krieger, nimmt sich der Betreuung aller Kameraden an und hilft ihnen, die restlich verbliebenen Kräfte ganz in den Dienst der großen Aufbauarbeit unseres Führers zu stellen. Dortmunder Studenten in der Landwirtschaft. Die Dortmunder Studenten haben sich in dem bisherigen freiwilligen Einsatz des Ernte= und des Landdienstes gut bewährt. Ihre und ihre Arbeit war zahlenmäßig im Verhältnis zu ihrer kleinen Hörerschaft wohl mit die beste im ganzen Altreich. Auch in diesem Jahre, da alle jungen Semester sich pflichtmäßig vier Wochen zur Erntehilfe melden, hoben, Dortmunder Studenten der Hochschule u. Eegrerbildung bereit erklärt, freiwillig zwei Wochen länger zu arbeiten.(Landdiensteinsatz). Dar kreis Sendung ere SoA! Von Dr. Dr. Friedrich Lange. Die staatlichen Veränderungen in Mitteleuropa beherrschen die Meinung der Welt. Das Werden und Wachsen des Großdeutschen Reiches, Ungarns und auch Polens haben die allgemeine Aufmerksamkeit derart gefesselt, daß die Neuordnung der Staatsgrenzen, die tischen Verlagerungen und ihre wirtschaftlichen Folgen und Möglichkeiten überall in breitester Front beobachtet und erörtert werden. Europa ist durch dieses Schauspiel gebannt, und das Deutschtum als aktivster und erfolgreichster Mitwirkender in erster Linie. Allein die Großartigkeit dieser sichtbaren Wandlung darf gerade unser Volk nicht über jene Kräfte täuschen, die diese Veränderung erst ermöglicht haben. Die Engländer irren, wenn sie die Neuordnung Mitteleuropas für ein Nachspiel des Vorkriegsimperialismus halten, eine Nachwirkung jenes 19. Jahrhunderts, in dem sie selbst noch zutiefst stecken. Was wir erleben, ist mehr als ein staatliches Wachsen, ist in Wahrheit ein Aufbruch sittlicher Kräfte aus den tiefsten Quellen unseres irdischen Seins, des Volkstums. Volk ist mehr als Staat: „Staaten kommen und gehen, Völker aber sind für die Ewigkeit geschaffen.“ Deutscher Staat und deutsches Volk decken sich auch heute nicht. Rund 20 Millionen Blutsgenossen von uns leben außerhalb der schützenden Grenzen unseres Dritten Reiches— und werden— ein Blick auf die Sprachenkarte zeigt es! — großen Teiles niemals unserem Reich angehören können. Jeder fünfte Deutsche hat fremde Staatszugehörigkeit! Diese Volksgenossen draußen müßen in ihrer Eigenart hart, oft bitter hart leiden und sind in so vielen Fällen einfach Objekt fremder Willkür. Dagegen einzuschreiten, hat das Reich sehr wohl als seine Aufgabe erkannt und bemüht sich auch, im Rahmen des Möglichen für den Scheitz deutscher Art einzutreten. Allein diese Möglichkeiten sind im Gebiet gegnerischer Mächte beschränkt, und auch vom Grundsätzlichen her muß der Staat auf einer anderen Ebene Volkstumskampf ist Frontkampf, und an den Fronten härten sich die Besten. Diese Fronten gilt es geistig und seelisch zu stärken. Das kann nicht durch„Mitleid" oder aus Stimmungsüberschwang geschehen, sondern nur durch dauernden zähen Einsatz nach großen Gesichtspunkten, wie sie der BDA. mit seiner Erfahrung und seinen persönlichen Bindungen für die Deutschen in fremden Staaten untereinander besitzt. Nur die Organisation gibt diese Stärke; ihr sich einzugliedern, ist der gegebene Dienst des Binnendeutschen für die Brüder und Schwestern draußen. Wie verleumden heute in Amerika feindliche Kriegsprofitler alles Deutsche in der Welt, wie gießen sie einen Kübel Lügen nach dem anderen über unser Volkstum aus! Wie kann da der Srstaltung=den bei Unfällen Berlin, 20. Juni. Der Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat eine Anordnung über die Erstattung von Verdienstausfall bei Unfällen im Luftschutzdienst erlassen. Danach können den Luftschutzdienstpflichtigen bei Unfällen, die sie im Luftschutzdienst erleiden, außer den gesetzlichen Leistungen auf Grund der Reichsversicherungsordnung zum Ausgleich für einen eingetretenen Verdienstausfall Beihilfen gewährt werden. Voraussetzung ist, daß dem Betroffenen ohne diese der Verdienstausfall unter Berücksichtigung seiner gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse billigerweise nicht zugemutet werden kann. Die Beihilfen werden nur bis zur Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit oder bis zum tatsächlichen Beginn einer Rentenzahlung gewährt. Sie betragen im Höchstfalle 75 v. H. des durch den Unfall verursachten Verdienstausfalles. Auf die Beihilfen besteht kein Rechtsanspruch. Anträge auf Beihilfengewährung sind an das Versorgungsamt 1 in Berlin zu richten. Eine weitere Anordnung des ReichsluftfahrtDeutsche Volksgenosse fremder Staatszugehörigkeit in Nordamerika, Kanada und verschiedenen Staaten Südamerikas davor bewahrt werden, an Volkstum und Heimat irre zu werden und sich auch im Alltag durchzusetzen? Nur durch die planmäßige Arbeit einer großen Körperschaft, die— frei von politischen Bindungen und Aufgaben— den Erdball umspannt. Deutsches Licht zu den Deutschen in der Finsternis zu bringen, das Wissen um das neue Werden im Dritten Reich unter unseren Blutsgenossen fremder Staatszugehörigkeit zu verbreiten und ihnen die Gewißheit einer unlöslichen Schicksalsgemeinschaft aller hundert Millionen Deutschen zu geben, ist die Sendung des BDA. Er kündet deutsche Art, er gibt ihnen Zuversicht und Kraft in ihrem Daseinskampf und uns im Binnenland das Bewußtsein immer neuer Einsatzpflicht. Er schlingt das Band um alles, was heute noch deutsch ist und deutsch bleiben will. Solche Sendung verpflichtet: den BDA. zu ihrer restlosen Erfüllung, das Deutschtum im Reich zur Mithilfe mit Kopf und Herz und Opfer! Gerdtenstausfall im Luftschutz ministers regelt im Einvernehmen mit dem Reichsgesundheitsamt das Verhalten von ansteckungsfähigen Tuberkulösen und Bazillenträgern bei Ausbildungsveranstaltungen und Uebungen im Luftschutz. Anstekkungsfähige Lungentuberkulöse, die Massenstreuer von Bazillen sind, dürfen bei Luftschutzübungen Luftschutzräume nicht betreten. Alle übrigen ansteckungsfähigen Lungentuberkulösen sind auf Antrag durch den Leiter der Uebung von der Verpflichtung zum Aufsuchen der Luftschutzräume zu befreien. Bazillenausscheider von Erregern des Typhus, Paratyphus oder der Ruhr dürfen sich bei Luftschutzübungen nur kurzdauernd in Luftschutzräumen aufhalten. Die Gesundheitsämter und die Tuberkulosefürsorgestellen stellen den betreffenden Personen Bescheinigungen über ihre Krankheit oder ihren Zustand aus Zur Luftschutzdienstpflicht herangezogene Personen dürfen an Ausbildungsveranstaltungen oder Uebungen im Luftschutz nicht teilnehmen, solange sie an einer der genannten Krankheiten erkrankt sind. Crutreichah der Schuhugeur arbeiten. Unendlich viel hängt deshalb davon ab, ob die verfolgten Deutschen draußen das Gefühl behalten, daß auch jenseits der staatlichen„Zuständigkeiten“ in allen Staaten mit deutscher Bevölkerung das ganze deutsche Hundert=Millionen=Volk an ihrem eigenen Schicksal Anteil nimmt und ihr Leid als unser aller Leid, ihre Freude als Freude aller Deutschen empfunden wird. Der Einsatz hierfür geht über staatliche Aufgabe hinaus. Ständiger Sammelpunkt diefer Volkstumsarbeit ist der Volksbund für das Deutschtum im Ausland. Ihm zu helfen ist sittliches Gebot aller Deutschen im sicheren Reich. Der Aufschwung unserer Staatsmacht im Herzen Europas darf uns für den Volkstumskampf jenseits der Grenzen nicht den Blick perspektivisch unterbauen. An den Volkstumsfronten entscheidet es sich oft, wie ein Volk von anderen Nationen eingeschätzt wird. Wer seine Vorposten draußen einfach als Verlust abbuchte, würde selber bei den Gegnern an Achtung verlieren. Welcher fremde Staat hätte Reigung, mit einem Volk zusammenzugehen, das sogar seine eigenen Blutszugehörigen im Stiche läßt? Berlin, 20. Juni. Auch an die Schuljugend ergeht der Aufruf zum landwirtschaftlichen Hilfsdienst. Damit die Kräfte erfolgreich zur Verfügung gestellt werden, hat der Reichserziehungsminister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister und dem Reichsernährungsminister Richtlinien erlassen. Der Einsatz der Schuljugend erfolgt in erster Linie in den Ferien. In den ländlichen Volksschulen ist bei der Feriengestaltung schon weitgehend den Erfordernissen der Landwirtschaft Rechnung getragen. Soweit in einzelnen Fällen trotzdem eine Verlängerung der Ferien notwendig wird, werden die Regierungspräsidenten für Preußen und die Unterrichtsverwaltungen für die übrigen Länder ermächtigt, die Gesamtdauer der Sommer= und Herbstferien der betreffenden Orte für die Schüler der vier oberen Klassen um eine Woche zu verlängern. Besondere Anordnungen gelten für die Schuljugend der Städte. Um den Unterrichtsausfall so niedrig wie möglich zu gestalten, darf die Feeienordnung erforderlichenfalls in geringem Ausmaße, z. B. durch Verkürzung der Sommerferien und Verlängerung der Herbstferien, verändert werden. Der Einsatz erfolgt auf Anforderung des Arbeitsamtes und wird durch die HI. geregelt und betreut. Der Einsatz außerhalb der Ferien darf nur in dringenden Notfällen erfolgen, wenn andere Hilfsmittel erschöpft sind. Hierfür gelten folgende Richtlinien: Die Hilfeleistung der Schüler und Schülerinnen der Schulen in den Städten wird von den Arbeitsämtern angefordert. Damit die Arbeitsämter die Einberufung möglichst gleichmäßig und rasch auf die Schulen verteilen können, sind die Schulleiter verpflichtet, Verzeichnisse über die für den Einsatz in Frage kommenden Schüler und Schülerinnen zu führen. Schüler und Schülerinnen, die für die landwirtschaftliche Arbeit körperlich nicht geeignet erscheinen, oder für die durch den Unterrichtsausfall schwerwiegende schulische Schäden zu erwarten sind, dürfen nicht beurlaubt werden. Bei der Hilfeleistung ist zwischen Einzeleinsatz und Klasseneinsatz zu unterscheiden. Der Einzeleinsatz soll sich auf die Fälle beschränken, in denen Schüler und Schülerinnen im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern oder Verwandten helfen wollen. Durch planvollen Einsatz muß vermieden werden, daß einzelne Schulen und Schüler überlastet, andere zu wenig herangezogen werden. Die Beurlaubung vom Unterricht darf für jeden Schüler grundsätzlich höchstens anderthalb Unterrichtswochen umfassen. Der Klasseneinsatz beschränkt sich auf die höheren und Mittelschulen, und zwar dürfen die Klassen 5 und 6 der Mittelschulen und der höheren Schulen, sowie die Klasse 7 der letzteren unter Aufsicht eines Lehrers geschlossen eingesetzt werden. Die Klasse# soll grundsätzlich nicht während der Unterrichtszeit herangezogen werden; es wird jedoch erwartet, daß sie sich während der Ferien weitgehend zur Verfügung stellt. Die Schuljugend wird nur für Arbeiten eingesetzt, die nach Art und Dauer dem Lebensalter und den Kräften der Schüler und Schülerinnen entsprechen. Städtische Schuljugend unter 14 Jahren soll im allgemeinen nicht zur landwirtschaftlichen Hilfsarbeit herangezogen werden. Die Hilfeleistung der Jugendlichen ist von der Zustimmung der Erziehungsberechtigten abhängig zu machen. Es wird aber selbstverständlich erwartet, daß diese ihre Zustimmung nur in wohlbegründeten Ausnahmefällen versagen. Den zur Landwirtschaftshilfe eingesetzten Schülern und Schülerinnen über 14 Jahren wird arundsätzlich der Tariflohn gezahlt. die Ernte vor Brandgefahr Berlin, 20. Juni. Der Reichsführer und Chef der deutschen Polizei stellt in einem Erlaß, der angesichts der beginnenden Erntearbeiten besondere Beachtung verlangt, fest, daß trotz der vorjährigen, von der Reichsarbeitsgemeinschaft„Schadenverhütung" im Einvernehmen mit der Polizei durchgeführten Aufklärungsaktion immer noch Leichtsinn und Fahrlässigkeit die deutsche Ernte gefährden. Die Revisionen der polizeilichen Hilfsorgane, der sogenannten hauptamtlichen Brandschauer, haben ergeben, daß zu den häufigsten Mißständen, die den Erntebestand gefährden, immer noch in erster Linie das verbotswidrige Rauchen auf Dresch= und Lagerplätzen, weiter das Verbrennen der Spreu in der Nähe von Getreidevorräten, vor allem aber der schlechte Zustand und brandgefährliche Betrieb von Kraftmaschinen gehören. Auch ist es gedankenlos, Getreideschober in unmittelbarer Nähe von Feldscheunen, die schon große Getreidevorräte enthalten, oder in unmittelbarer Nähe von ausgedehnten Waldungen aufzustellen. Weiter haben die Revisionen häufig Kraftmaschinen, deren mangelhafter Zustand eine ständige Brandursache bedeutet, mitten im Getreide stehend angetroffen. In einem einzigen Kreise mußten 1000 geflickte Sicherungen an Erntemaschinen beschlagnahmt werden, in einem anderen mußten 90 v. H. aller Motoren oder Zubehörteile wegen Gefährdung der Ernte beanstandet werden. Der Reichsführer( und Chef der deutschen Polizei ordnet daher bis zum Beginn der Ernte eine Ueberprüfung aller bei der Ernte benutzten Kraftmaschinen und ständige Kontrolle der Dresch= und Lagerplätze auf Einhaltung der feuerpolizeilichen Bestimmungen an. Verstöße gegen die feuerpolizeilichen Bestimmungen seien strengstens zu ahnden, da in Anbetracht der wiederholten Aufklärungsaktionen Milde nicht mehr am Platze sei. Französischer Dichter erlebt das neue Deutschland Von Alphonse de Chäteaubriant Wer ist Alphonse de Chäteaubriant? Dieser Dichter einer neuen Romantik in Frankreich kam mit heißem Herzen nach Deutschland. Er wanderte in 14 Monaten durch deutsche Gaue, deutsche Städte und Landschaften, horchte mit feinem Ohr auf die Stimmen der Stille deutscher Wälder und suchte nach dem Schlüssel, um die schwere Pforte zur Seele des neuen Deutschland zu öffnen. Und sie tat sich dem Ehrlichen auf.„Es geht um Frankreich“, sagt er an einer Stelle seines Buches„La Gerbe des Forces", das als „Geballte Kraft“ in deutscher Uebersetzung im Verlage G. Braun in Karlsruhe erschien, geleitet von einem Dankeswort Hans Friedrich Bluncks. Chäteaubriant ist Dichter, die Gewalt seiner Sprache, selbst noch in der Uebersetzung, ist großartig. Nur in einer solchen Sprache lassen sich die subtilen und geheimen Gedanken sagen, die uns selbst als Deutsche eine packende Vorstellung von der Größe unserer Zeit, des Führers und seiner Erneuerung der deutschen Fähigkeit zum Glauben eröffnen. Nicht die äußere Leistung dient Chäteaubriant zur Erkenntnis des Nationalsozialismus, sondern immer und allein nur der Mensch. Visionär mit den Augen des Dichters geschaut, ist z. B. sein Bild, das er von einer Großkundgebung Dr. Fricks zum Gautag in Koblenz entwirft, wo 120000 Männer im Gleichschritt ihm zum Veranschaulichen dieser einzigartigen neuen Einordnung und Disziplinierung der„neuen Gesellschaft“ dienen, in deren Gleichschritt die Franzosen aber nur unter den flatternden Fahnen „einen verkappten Kriegstanz“ sehen. Und dann zeichnet Chäteaubriant mit wenigen Pastellstrichen seiner treffsicheren Sprache, abseits von den 120000 marschierenden Männern,„das Leben in Deutschland, das jeder noch im eigenen Rosengärtlein unbefangen lebt.“ Als vor etwas über 100 Jahren sich die Herzen der deutschen und der französischen Romantik in einem Jugendsturm einander zuneigten, hatte Frau von Stael ihrem Vaterland das Gemälde „De l'Allemagne“ geschenkt. Dieses Buch eines tieferen Begreifens der Urkräfte des Nachbarvolkes hat in der Geschichte beider Nationen einen Ehrenplatz. Damals konnte es geschehen, daß das esprit=geschulte und auf die große Tradition der romantischen Logik stolze Paris, diese TurnierRitter der dialektischen Salons, diese geschliffenen Wortkünstler und Verehrer ästhetischer Formen, dem dunklen und rätselhaften Deutschen Hoffmann zuflogen, dem Dichter der erregenden und verschwimmenden nächtlichen Schatten. Etwas mehr als ein Jahrhundert schicksalsschwerer Zeit für beide Völker, Zeiten des Mißverstehens und der Verdüsterung des nachbarlichen Bildes, sind vergangen. Und im Giebelzimmer eines alten Turmes auf dem Wall der Feste Altenburg über Bamberg sitzt sinnend ein anderes Kind des Landes Racines— im gleichen Raum, in dem E. T. A. Hoffmann einst über seine Feder gebeugt, herrliche, immer wechselnde, Gesichte hatte: Alphonse de Ehateaubriant. „Es geht um Frankreich“, sagt er nach vielen Gesprächen mit führenden deutschen Staatsmännern und ebenso auch mit schlichten Kindern des Volkes, nach vielen Wanderungen durch Schulen und Ordensburgen, durch Stätten nationalsozialistischer Erziehungskunst und Kultur. Es geht um Frankreich, das in dieser elften Stunde der Gefahr für seine uralte stolze Geschichte und seine verehrungswürdige Tradition sich nicht der ausgestreckten Hand dieses neuen Deutschland in Verblendung erwehren darf. Wir stehen mit dem französischen Freunde unter dem Standbild des Bamberger Reiters, in dem er den„deutschen Geist“ ebenso erblickt wie er in jener steingebildeten Königin am Portal von Chartres den Geist keines Vokkes verkörpert sieht Wir legen das Buch mit seinen ergriffenen Worten vom Führer, mit seinen Warnungen an das geliebte Frankreich zur Abkehr vom bolschewistischen Chaos mit einem tiefen Atemzug der Hoffnung aus der Hand, daß dieser Geist des Verstehens in der Geschichte unserer beiden Völker doch schließlich den Sieg davontragen muß. Wir freuen uns, unseren Lesern jetzt einige Proben dieses Buches geben zu können, für die wir vom Verlage Braun das Sonderabdrucksrecht erworben haben. Dr. Hans=Adolf Ebing. Tiefer Aus welchem Grunde entschloß ich mich, nach Deutschland zu fahren? Warum eigentlich bin ich dorthin gegangen? Wenn ich mich daraufhin genau prüfe, dann muß ich gestehen, daß ich einer brennenden Notwendigkeit gehorchte, nämlich der, in einem lebendigen Volk unserer Zeit doch noch ein wenig mehr zu finden als nur Gründe, um am Menschen zu verzweifeln. Nicht eher wird Europa zu seiner inneren Befriedung kommen, ehe nicht der Brandherd der Feindseligkeiten, der noch immer zwischen Frankreich und Deutschland schwelt, restlos gelöscht wird. Diese Ueberzeugung trieb mich an! Mit meinen eigenen Augen wollte ich in das Geheimnis germanischen Denkens eindringen und wollte sehen, wie die französischen Wahrheiten jenseits des Rheines aussehen; ob die Schwierigkeit, die Verschiedenheit des französischen und deutschen Geistes durch eine Uebereinkunft jemals aus der Welt zu schaffen, in dem einen wie im anderen Lager nur auf einfachen Hindernissen in der Politik und der hergebrachten Meinung beruht, oder ob sie viel tiefer als ein gewöhnlicher Konflikt auf irgendeiner unabänderlichen Absicht— wie man meinen könnte— auf dem Fluch des Ewigen sich gründet. Ich gehöre keiner politischer. Partei an; ich habe niemals über irgendeiner Partei das Banner wehen sehen, auf dessen reinem Linnen die reinen Zeichen stehen, die ich ersehne. Aber ich liebe Frankreich aus klaren und starken Gründen. Besonders seit ich Deutschlank kenne, liebe ich es in einem solchen Maß, daß er mir erlaubt ist, ohne alle falsche Scham über die Ursachen zu sprechen, die mich hindern, es ganz so zu lieben, wie es meinem Empfinden entspräche. Das wahre Frankreich, dem ich mich mit allen Kräften meines Lebens verbunden fühle, ist keine „französische Formel“, es ist auch kein vager Begriff, der politischen Universalklubs seine Entstehung verdankt, sondern es ist ein lebendiges Frankreich! Auch heute noch ein Frankreich, dessen Haar man zwischen die zehn Finger fassen möchte, um das Gesicht darin zu vergraben und es zu küssen. Und auch ohne diese Hingabe eines Liebenden!... Allein zu wissen, was Frankreich istl... Es wissen!... Es war zu Beginn des Weltkrieges 1914, als ich in Charleroi eingerückt war. Dort fand ich zwei Kriegsgewehre, die nebeneinander auf der Erde lagen; das eine war französischer, das andere deutscher Herkunft. An diesem Tag sah ich, wie jedes von beiden in seiner Art beschaffen war. Nach und nach habe ich noch tiefere Erkennt nisse darüber gewonnen. Vor einigen Jahren, als ich zum erstenmal in meinem Leben in die Nieder=Bretagne fuhr. Ich ließ ein Frankreich hinter mir, das einer großen Wüste glich. Einer Wüste, in der es keinen Racine und keinen Molière mehr gab. Sie waren aus dem Leben der Menschen verbannt; nur auf kümmerlichen Schmieren waren sie geduldet. In jener äußersten Ecke der Halbinsel aber wohnte ein heiteres Völkchen, noch frisch wie ein Quell; seine Seele lebte noch unberührt von dem üblen Abklatsch der Druckerschwärze der pro= oder antirepublikanischen Presse— und da fühlte ich mich in innerstem Herzen gestärk. durch einen neuen Grund zur Hoffnung. (Fortsetzung folgt.) Siin in Nere Lui Peofusten Ker#ek Rilln# Es ist eine ganz merkwürdige Atmospäre in dem langgestreckten Haus gegenüber den großen Ateliers der Ufastadt Babelsberg, das die Schneideräume beherbergt. Hier, weiß man, erhalten die Filme ihr endgültiges Gesicht, hier wird Szene gegen Szene abgewogen und zuweilen muß die Schere aus irgendwelchen dramaturgischen Gründen erbarmungslos wegschneiden, was möglicherweise ein paar Stunden mühevoller Arbeit gekostet hat, und den Einsatz vieler Menschen im Atalier. Hier erst gewinnt man die letzte, entscheidende Uebersicht über das ganze Werk und muß danach handeln. Aus einer der vieren Türen kommt Professor Karl Ritter. Sein neuer großer Spielfilm„Kadetten", zu dem er in diesen Tagen die letzten Aufnahmen gemacht hat, befindet sich anscheinend schon im Schnitt. Doch Professor Karl Ritter widerspricht: Nicht um den Kadetten=Film handelt es sich hier, sondern um den großen Dokumentarfilm:„Im Kampf gegen den Weltfeind"— Karl Ritter geht mit uns noch einmal zurück in den Schneideraum, in dem Ritters Mitarbeiter Berndt von Tyszka, seit Wochen tätig ist, dem Film vom Heldenkampf unserer Freiwilligen in Spanien letzte Form zu geben, wie sie Karl Ritter beschlossen hat. Was hier in den hochgestapelten runden Blechbüchsen an Bildmaterial zu vielen tausenden von Metern sich angesammelt hat, sind keine Bildstreifen, wie sie sonst aus der üblichen Atelierarbeit entstehen, sondern alles Originalaufnahmen aus Spanien. Heinz Ritter, Eberhard von der Heyden und Walter Herich haben sie ii den vordersten Frontlinien aufgenommen. Es ist ein unerhörtes Material darunter, erjählt Professor Karl Ritter, wir haben überall gedreht, wo überhaupt deutsche Freiwillige in Spanien eingesetzt wurden. Hier haben wir die Aufnahmen, die unsere Seeflieger=Abteilung zeigen, die auf Mallorca stationiert war und eigentlich einen richtigen Kaperkrieg führte und hier diese ganzen Büchsen enthalten die Bilder Films:„Im Kampf gegen den Weltfeind“, die Paul Hartmann und Rolf Wernicke sprechen. Herbert Windt komponiert die Musik, soweit der Film nicht realistischen Ton braucht. H. H. Fürr Mien Anordnung von Dr. Goebbels.— Die Aufgaben der Industrie. Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte eine Reihe von Wiener Theatern, die zum Teil schon umgebaut find und zum Teil noch umgebaut werden sollen, sowie die Anlagen und das Gelände der Wien=Film=Gesellschaft m. b. H. auf dem Rosenhügel. Durch Generaldirektor Hirt ließ er sich über die beabsichtigten Erweiterungsbauten unterrichten. Er bestimmte, daß diese dringend notwendigen Arbeiten mit größtmöglicher Beschleunigung erledigt werden sollen. Durch diese Entscheidung kommt deutlich zum Ausdruck, daß auf dem Gebiete des Films die gleiche Dezentralisation angestrebt wird, der das deutsche Theater zum großen Teil seinen heutigen hohen Satnd verdankt. Das Theater hat in Deutschland ja seit langer Zeit seinen Namen an die verschiedensten Stätten besonderer KulFilm ja viel zu lang sein würde und zweieinhalbtausend Meter sind nun einmal vorgeschrieben. Wieder kommen neue Aufnahmen aus der Kopieranstalt— es sind dies die Bilder von dem Empfang unserer Freiwilligen in Hamburg, die zusammen mit den Aufnahmen von der großen Parade vor dem Führer den Abschluß des Dokumentarfilms bilden sollen. Karl Ritter erzählt von der Fülle gewaltiger Eindrücke, die er bei seinem mehrwöchigen Aufenthalt in Spanien im Frühjahr gewann. Damals ging es schon um die Entscheidung und Ritter hat als alter Kriegsflieger selbst manches Bombenflugzeug bestiegen, um mit der Kamera Aufnahmen von den verschiedenen Unternehmungen zu machen. Es wundert uns auch gar nicht, daß Professor Karl Ritter bereits an einen zweiten Film über unsere Freiwilligen in Spanien denkt, an einen Film, der ähnlich wie Urlaub auf Ehrenwort oder Pourle mérite an verschiedenen Einzelschicksalen zeigen soll, was die Legion Condor geleistet und erlebt hat in ihrem Kampf gegen den Weltfeind. Ritter will in diesem Film, in den er all das, von der letzten großen Offensive, die dann zum Zusammenbruch des Gegners führte. Dort stehen die Aufnahmen, die uns die Arbeit der Flak und der ungemein erfolgreichen Jagdflieger zeigen. Es ist schade, daß man von allem nur einen kleinen Teil zeigen kann, weil anders der was er selbst gesehen und gehört hat, filmisch verarbeitet, das ergänzende Bild zu dem jetzt entstehenden Film liefern. Werner Beumelburg schreibt die einleitenden und erläuternden Worte zum ersten Teil des Zahl im Jahre 1937/38 mit 430 Millionen Besuchern fast verdoppelt hatte. Die Zahl der Filmtheater im Altreich, die diese Besuchermassen aufzunehmen hatten, betrug 1932/33 insgesamt 5054, heute zählen wir 5302 Filmtheater. Schon aus diesen beiden Zahlen ist auch ersichtlich, wie stark die wirtschaftliche Gesundung auch auf diesem Gebiet gewesen ist. Tatsächlich trägt sich die deutsche Filmproduktion mit Gewinn selbst und kann schon innerhalb des Reiches amortisiert werden. Es handelt sich dabei um ganz gewaltige Summen. Die Einnahmen betrugen 1932/33 150 Millionen RM.; 1938/39 aber dürften sie die Höhe von etwa 375 Millionen RM. erreichen. Damit steht die deutsche Filmindustrie rein wirtschaftlich mit in der führenden Spitzengruppe der deutschen industriellen Produktion. Bisher ist es aber nicht möglich gewesen, sämtliche Filme, die in Deutschland abgesetzt werden können, nun auch tatsächlich in Deutschland herzustellen. Wenn es möglich wäre, pausenlos und ohne den geringsten Leerlauf in kurpflege im ganzen Reich geknüpft: Berlin, München, Wien, Hamburg, Dresden und Weimar sind nur einige unter ihnen. Anders war es im Film. Solange der Film ein Geschäftsunternehmen war, und lediglich als Industrie galt, trieb die Entwicklung immer mehr zu einer völligen Zentralisation, u. Berlin drohte eine Art Wasserkopf der Filmindustrie zu werden. Es wurde dabei aber übersehen, daß die Entwicklung nicht einmal der Filmindustrie selbst und nicht einmal der geschäftlichen Seite des Films auf die Dauer Rechnung trug. Allerdings hat seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus auch die Filmwirtschaft einen Aufschwung genommen, wie ihn selbst die kühnsten Optimisten kaum erwartet hätten. Die Zahlen, mit denen die Filmwirtschaft rechnet, haben ungewöhnliche Ausmaße. Man muß sich vergegenwärtigen, daß allein im Altreich 1932/33 238 Millionen Menschen die deutAufnahmen Ufa, Scherl=Kl. schen Filmtheater besuchten, und daß sich diese sämtlichen zur Verfügung stehenden Ateliers das ganze Jahr hindurch Filme zu drehen, so könnten wir zur Zeit in Berlin, Wien und München jährlich insgesamt 125 Filme herstellen. Tatsächlich konnten im vergangenen Jahre insgesamt nur 89 Filme gedreht werden, wobei u. a. die Tobis beispielsweise die Deutschland=Hatle zu Hilfe nehmen mußte um ihr Programm durchführen zu können. Diesen 30 FilIn Gegenwart des Generalfeldmarschalls Göring und seiner Gattin erlebte der Spanien= Film Karl Ritters„Der Kampf gegen den Weltfeind“ im Ufa=Palast am Zoo seine Uraufführung. Neben dem Generalfeldmarschall sah man Generaloberst Keitel, Generaloberst Milch, Reichsminister Lammers, Staatsminister Meißner und in Begleitung des Generalfeldmarschalls Göring und Frau Göring Staatssekretär Körner, Generalmajor Bodenschatz und Ministerialdirektor Staatsrat Gritzbach. Außerdem sah man die jetzt in Berlin zu Gast weilenden spanischen Offiziere. Hohe Prädikate für den neuen Ritter=Film. Der von Professor Karl Ritter geschaffene große Dokumentar=Film„Im Kampf gegen den Weltfeind“(Deutsche Freiwillige in Spanien), der vom Einsatz der Legion Condor handelt, erlebt seine festliche Uraufführung am Donnerstag, dem 15. Juni 1939, im UfaPalast am Zoo. Der Film hat die Prädikate „staatspolitisch wertvoll“ und„volksbildend“ erhalten. Er wurde als Lehrfilm anerkannt, ist jugendfrei und für alle hohen Feiertage zugelassen. MINRRRRRRmmcn men stand eine Nachfrage von 160 bis 180 Filmen gegenüber, für die der deutsche Filmmarkt aufnahmefähig war. Man sieht also, welche Ausbaumöglichkeiten die deutsche Filmindustrie allein im Inlande noch hat, wenn ihr nur die technischen Grundvoraussetzungen eingeräumt wriben. Mit Nachdrua ist deshalv der Bau von Ateliers in Angriff genommen worden. In Berlin bauen Ufa und Tobis, für München sind eine Reihe von neuen Ateliers, sowie eine Halle für Monumentalaufnahmen projektiert, die in Deutschland bisher unbekannte Ausmaße zeigen wird. Und jetzt wird auf Grund der Entscheidung des Reichsministers Dr. Goebbels auch in Wien mit größter Beschleunigung der Bau neuer Ateliers durchgeführt werden. Vor der wirtschaftlichen Notwendigkeit steht aber selbstverständlich das künstlerische Ziel. Hier wird sich die ideale Konkurrenz, die durch die Dezentralisation ganz von selbst kommen wird, zweifellos segensreich auswirken. In Wien werden andere Filme gedreht werden als in Berlin, und dort wieder andere als in München. Der kulturelle Reichtum, der aus der Verschiedenartigkeit der deutschen Stämme kommt, wird auch im Film zunehmend zur Geltung gebracht werden. Schon jetzt sind in Wien Filme Entstehen, die zweifellos den Namen Wiens als eines der deutschen Filmzentren festigen werden. Aber auch der filmische Nachwuchs und der filmschaffende Künstler überhaupt wird nicht mehr wie bisher zwangsweise nach Berlin gedrängt werden müssen. Diesen„Drang nach Berlin“ hatte bisher auch gerade der große Bühnenschauspieler. Denn vom Theater weg zog es ihn auch zum Film. Gleichzeitig für Theater und Film wirken konnte der Künstler aber nur in Berlin. Mit dem Ausbau von München und Wien wird das nun anders werden. Der theaterschaffende Künstler wird in Zukunft auch dort bleiben können, so daß also auch das Theater dieser Städte durch die filmische Entwicklung bereichert wird. Nicht allein in Wien, sondern das gesamte Reich wird so aus dieser Entscheidung Nutzen ziehen. Kommmen Sitnen „Die Frau ohne Vergangenheit“. Die Hauptrollen des neuen Films der Märkischen=Panorama=Schneider=Südost„Die Frau ohne Vergangenheit" sind mit Sybille Schmitz, Albrecht Schoenhals und Maria von Tasnady besetzt. Der Film schildert in packender Form nach einer Novelle von Curt. I. Braun das Phänomen des Gedächtnisverlustes. Das Drehbuch schrieben Charles Klein und G. H. Petersson. Spielleiter ist Nunzio Malasomma. Produktionsfirma ist die Euphono=Film GmbH. „Ehe in Dosen“. Neben Leny Marenbach, Johannes Riemann, Grete Weiser, Ralph Arthur Roberts, Hilde Weißner und Hilde Hildebrand wurden für das neueneue Filmlustspiel der Märkischen, rama=Schneider=Südost„Ehe in Dosen(nach dem im ganzen Reich mit außergewöhnlich großem Erfolge aufgeführten gleichnamigen Bühnenstück) weiter folgende Darsteller verpflichtet: Rudolf Platte, Erich Fiedler, Willi Arthur Schröder, Gerhard Dammann, Ellen Hille, Angelo Ferrari, Maria Seidler, Erno René und Ireue Pfeiffer. Regie führt Johannes Meyer. Das Drehbuch stammt von Rudolf F. Klein und Johannes Meyer. An der Kamera: Oskar Schnirch. Die Musir besorgte Franz Grothe. Bauten: Alfred Bütow und Heinrich Beisenherz. Als Herstellerfirma zeichnet Cine=Allianz unter der Produktionsleitung von Ernst Garden. Drei unter vorläufigen Arbeitstiteln in Vorbereitung befindliche bzw. fertiggestellte UfaFilme erhielten nunmehr ihre endgültigen Titel: Der von Georg Jacoby inszenierte Kriminalfilm „Schuß im Rampenlicht" heißt jetzt„De Vorhang fällt“; der neue Zarah=LeanderFilm, der bisher unter dem Arbeitstitel„Aufschub für Brenton“ angekündigt' wurde, erhielt den Titel„Lied der Wüste“ und der von Carl Boese inszenierte Film„Fogg bringt ein Mädchen mit", dessen Hauptrollen Ilse Werner und Hans Stüwe spielen, heißt nunmehr„Dret Keithssender kon. und Deutschlandsender Vom 22. bis 24. Juni 1939 Vonnerrinh 22. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Ohne Sorgen, jeder Morgen. 9.30: Was ziehe ich an? 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen, Wiederholung(Blatt 6). 10.30: Sendepause. 11.45: Schule und Garten. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Musik am Mittag. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung der Musik am Mittag. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.90: Sendevause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Kleine Chronik großer Geister. Dichter=Anekdoten. 17.10: Chorgesang aus unseren Gauen. 18.00: Junge Welt. Berichte und Erzahlungen. 18.20: Meister des Reiseberichts. Maskerade im afrikanischen Busch. 18.30: Enrico Caruso singt! 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die Nev.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Fortsetzung der RSV.= Stunde. 21.00: Zwiegespräch zwischen Dr. Seibert u. Pg. Zimmermann vom„Völkischen, Beobachter", Berlin, üb.„Presse und Ausland". 21.10: Meister der Operette. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Orchesterkonzert. 23.25: Volks= u. Unterhaltungsmusik. 24.00—3.00: Zu Tanz und Unterhaltung. Deutschland(2. Halbzeit). 21.15: Kammermusik. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Städtebild Dublin. 22.40:„Kieler Woche“. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Nachtmusik. Freitas 23. Juni 19.00: Musik zum Feierabend. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Heitere Unterhaltungsmusik. 21.00: Schwarzschwanenreich. Oper in 3 Akten von Siegfried Wagner. 22.00: Nachrichten. 22.15 bis 22.40: Nachrichten in englischer Sprache. 23.45: Musik von Schallplatten. 24.00—3.00: Nachtmusik. Deutschlandsender Reichssender Köln Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen, Liederblatt 6. 10.30: Sendepause. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Hausmusik. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10:„Sonnenwende". 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Zeitgenössische Klaviermusik. 18.45:„Vater und Sohn“. Erzählung. 19.00: Großdeutschlandfahrt 1939 19.15: Dies und Das. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Die Kapelle Emanuel Rambour spielt. Dazwischen aus Oslo: Fußballkampf Norwegen. gegen 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 7.00: Wetter— Nachrichten. 7.15: Brunnenkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Unser Würzgärtlein. 9.45: Nachrichten. 10.00: Mundorgel und Schifferklavier. Eine kleine schwäbische Stadt versorgt d. Welt damit. 10.30: Falsches und richtiges Training. 10.45: Sendepause. 11.45: Heilkräuter im Bauerngarten. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Zur Unterhaltung. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Die Werkpause beim Bergmann in Obernkirchen. 15.90: Sendehause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Der Erzähler. Der Doppelgänger. 17.15: Aufnahmen vom Niederbergischen Musikfest in Langenberg. 17.50: Musik von Schallplatten. 18.00: Das Recht des Alltags. 18.15: Der Brief. Friedrich Hebbel schreibt. 18.30: Der Vater und sein erstes Kind. 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Mundorgel und Schifferklavier. 10.30: Falsches und richtiges Training. 10.45: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Klavierwerke. 15.30: Kinderspiele— so oder so! Hörszenen. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Der große Nachtgesang. Trampfahrten durch Südamerika. 18.15: Kammermusik. 19.00: Vom Wochenblatt zur Weltzeitung. Das Werden des Völkischen Beobachters. 19.15: Sang und Klang. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Die Stunde für den Reservisten. 21.15: Musikalische Kurzweil. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Großdeutschlandfahrt 1939 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.40: Kieler Woche“ 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Abendkonzert. Samstag 24. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Brunnenkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Wohl bekomms. 9.15: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45: Nachrichten. 10.00; Die Dorfverschönerung. Ein heiteres Spiel. 10.30: Sendepause. 11.45: Gesundes Landvolk 11.55: Wetterbericht— Markt= berichte d. Reichsnährstandes. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Nachrichten. 14.10: Wochenendkonzert. 15.30: Mädel singen und erzählen. 16.00: Bunter Nachmittag. 18.00: Eine Viertelstunde Sport. 18.15: Besuch vor Morgengrauen. Kriminalist. Scherz. 18.50: Mutter singt: Sonnenvögele, fliege aus. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Volksmusik. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Musik von Schallplatten. 20.30: Leichte Unterhaltungsmusik aus Belgin. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Nachtmusik und Tanz. 24.00: Nacht= und Tanzmusik. 2.00—3.00: Nachtmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenrut Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrich ten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Wilhelm Frhr. von Tegethoff, ein deutscher Admiral. Hörspiel. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Kleines Unterhaltungskonzert. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. Dazwischen: Berichte von der Großdeutschlandfahrt 1939. 18.00: Musik aus Dresden. 19.00: Sport der Woche. 19.15: Die Flakartillerie=Schule in Rerik. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Buntes Unterhaltungskonzert. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.40:„Kieler Woche“. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht 23.00—24.00: Und morgen is Sonntag. Frantreiche Freßie Telkageuffure Der Fall Humbert- Der Geldschrank mit den Millionen= Eine Welt auf Kredit handen. Es bedurfte nur noch einiger Formalitäten. Aber diese Formalitäten zogen sich wieder hin. Man führte mit mysteriösen Büros in den USA. eine gewaltige Korrespondenz. Inzwischen aber wurden weitere Bankkredite eingeräumt. Niemand wollte den Humberts zeigen, daß er etwa nicht Vertrauen zu ihrem Testament hätte. Die Humberts waren inzwischen große Unternehmer geworden. Man hatte unter Beteiligung der gesamten Familie Daurignac Schlösser und Güter, Wälder und Jagden gekauft. Die Theaterloge der„großen Therese" war ein gesellschaftlicher Mittelpunkt, bis es eines Tages einem kleinen Gläubiger zu dumm wurde. 20 Jahre hatte er nun kreditiert. Jetzt wollte er sein Geld. Er beantragte die Oeffnung des Geldschrankes, die Klarstellung der ganzen Affäre. Und damit platzte das Ei. Die Behörden konnten sich der Flut der nun plötzlich anschwellenden Anfragen nicht entziehen. Sie mußten ein Untersuchungsverfahren einleiten, das insofern schneller vom Fleck kam, als auf einmal die gesamte Familie Humbert und Daurignac eilige Reisen zu machen hatte— jedes Mitglied nach einer anderen Himmelsrichtung. Nun gab es kein Halten mehr. Man öffnete den Schrank. Statt der 100 Millionen Franken, die er enthalten sollte, fand man dort nur eine alte Zeitung, ein Bändchen Gedichte— verfaßt von Frederico Humbert— darunter eines„Die wahren Reichen") und einen Hosenknopf, von dem man nicht weiß, wie er in den Schrank kam. So schnell wie man vorher kreditiert hatte, gingen nun die Steckbriefe in das Land— und in das Ausland hinaus. Ein Daurignac nach dem anderen, ein Humbert nach dem anderen Humbert wanderte hinter die Gitter. Bankdirektoren begingen Selbstmord. Firmen waren ruiniert. Spekulanten hatten alles verloren. Ein endloser Skandal war ausgelöst. Aber dann wurden alle Beteiligten zu verhältnismäßig niedrigen Gefängnisstrafen verurteilt. Und aus dem Gefängnis zog sie nachher als vorbestrafte Kleinbürger in die Vergessenheit. Wir sagten vorhin, daß alle Daurignacs mitmachten. Das stimmt nicht ganz. Louis Daurignac war ein kluger, fleißiger, netter Mann, der seinem Handwerk nachging, auch als die ganze andere Familie halb Frankreich in die Tasche steckte. Er konnte auch als Witwer ohne Kinder seiner alten Schwester Therese sein Vermögen vermachen, um ihren Lebensabend zu sichern, ihr— der Letzten der Familie Humbert=Daurignac „Sellmene gespenst ven Heihwrer Folgenschwerer Sturz bei der Flucht— Wachhunde wurden mit Würstchen beruhigt Ist denn Therese Humbert noch nicht tot? Ist sie noch nicht eingereiht in die Ahnenliste der Beteiligten an dieser tollsten und größten Kredat=Betrugsaffäre Frankreichs aus dem Beginn dieses Jahrhunderts? Jeder hielt sie für tot, genau so wie ihre Brüder und Schwestern und ihre übrigen Anverwandten gestorben waren. Aber nun erfährt man durch eine amtliche Veröffentlichung, daß ein gewisser Louis Daurignac, seines Zeichens Thermometermacher und Barometer=Fabrikant, seiner Schwester Therese Humbert einige tausend Franken hinterlassen habe— Geld genug jedenfalls um einer 80jährigen Frau einen gesicherten Lebensabend zu bereiten. Und mit der Nennung dieses Namens stehen wie Gespenster alle die Gestalten wieder auf, die zur Zeit der„großen Therese“ Paris unsicher machten,— damals, als der Betrugsfall Humbert Europa undAmerika gleichermaßen in Spannung hielt. Die Mädchen der Familie Daurignac hatten nicht nur eine schöne Larve, sondern auch einen erheblichen Lebenshunger und außerdem den Drang, sich recht groß zu tun. Als eines Tages der Frederic Humbert um die Hand der schönen Therese anhielt, konnte er auf eine reiche Verwandtschaft, auf einen Papa, der Staatsbeamter war und auf einige andere bemerkenswerte Fmilienmitglieder hinweisen. Therese aber brachte viel mehr mit— wenigstens, wenn man ihr Glauben schenkte. Da waren nämlich in Amerika zwei Gebrüder Crawford gewesen, die die Familie Daurignac und besonders die Mädchen Daurignac sehr schätzten und liebten. In ihrem Testament hatten diese Brüder nun verfügt, daß die Schwestern Daurignac den gesamten Reichtum erben sollten.— Und dieser Reichtum bestand aus rund 100 Millionen Franken. Das war Geld, das war Reichtum. Man mußte nur die Auszahlung noch abwarten. Aber vorerst brauchte man schon nicht mehr zu bezahlen. Die Lieferanten nahmen Ueberpreise, aber kreditierten! Hatte man je einem sicheren Kunden kreditiert? Man bedenke doch, 100 Millionen Franken! Lief einem da nicht das Wasser im Munde zusammen? Doch die Sache zog sich hin. Eines Tages kam der Geldschrank mit den Schätzen an. Er war gewaltig und schwer. Aber die Schlüssel sollte ein Rechtsanwalt aus Amerika mit über das große Wasser bringen. Der Rechtsanwalt kam nicht, statt dessen jedoch wurde von zwei angeblichen Vettern der Gebrüder Crawford eine Nichtigkeitserklärung gegen das Testament beantragt. Den Lieferanten sank das Herz bis in die Schuhe. Doch Therese Humbert tröstete alle, die es hören wollten. Der Prozeß konnte nicht verloren gehen. Das Testament war vorAls kürzlich zwei Kriminalbeamte ihren Streifendienst auf der vornehmsten Geschäftsstraße von San Franzisco verrichteten, fiel ihnen ein elegant gekleideter Mann auf, der sich dadurch verdächtig machte, daß er sich— während er direkt auf ein Juweliergeschäft zuging— immer wieder vorsichtig umblickte. Die Beamten warteten, bis er das Geschäft betreten hatte, dann folgten sie ihm. Kaum aber hatten sie die Tür geöffnet, als der Verdächtige die Schmucksachen, die er auf der Ladentafel ausgebreitet hatte, zusammenraffte und die Flucht ergriff. Ein tolle Jagd nach dem Flüchtigen begann. Immer größer wurde der Abstand zwischen ihm und den beiden Verfolgern, als er das Pech hatte mitten im Lauf hinzustürzen. Im nächsten Augenblick wurde er von Passanten ergriffen und den beiden inzwischen hinzugekommenden Kriminalbeamten übergeben. Die Polizei stellte an Hand der Fingerabdrücke schnell fest, daß man einen guten Fang gemacht hatte: der Verhaftete war ein vor fünf Jahren aus dem Zuchthaus entlassener Sträfling, der damals unter dem Namen„Teufel von New Jersey" bekannt war und wegen tollkühner Masseneinbrüche verurteilt worden war. Aber die größte Ueberraschung, die in Hollywood wie eine Bombe einschlug, stand noch bevor. Als man die in Venice bei Hollywood gelegene Wohnung des Verbrechers einer Untersuchung unterzog, fand man kostbare Schmucksachen sowie Pelze und teure Photoapparate. Bei der Prüfung der aufgefundenen Diebesbeute stellte man fest, daß man mit dem Mann endlich das„Vollmondgespenst von Hollywood“ zur Strecke gebracht hatte, das seit fünf Jahren der Schrecken der ganzen Stadt gewesen war. Die geheimnisvollen Einbrüche, von denen meist die unermeßlich reichen Bewohner der Hollywooder Vorstadt Bevery Hills heimgesucht wurden, setzten genau vor fünf Jahren in einer Vollmondnacht ein. Von dieser Nacht an wurde jedesmal, wenn Vollmond war, ein neuer Einbruch begangen. Die Beute des Einbrechers, den man das„Vollmondgespenst von Hollywood“ oder auch den„Phantomdieb“ getauft hatte, war stets sehr groß. Niemals aber gelang es, auch nur die geringste Spur des nächtlichen Eindringslings festzustellen. Auch Fingerabdrücke fehlten. Obwohl in den Vollmondnächten jedesmal der Vorort Bevery Hills von Polizei und Detektiven förmlich belagert war, ließ sich der Geheimnisvolle nicht stören. Fünf volle Jähre lang trieb er sein Unwesen. Mehr als 60 schwere Einbrüche, die ihm jedesmal überreiche Beute gebracht haben, kommen auf das Konto des Verbrechers. Wie die Polizei ausgerechnet hat, betrug die Gesamtbeute schätzungsweise drei Millionen Dollar, die sich aus Schmucksachen, Bargeld und Photoapparaten zusammensetzten. Nur ein einziges Mal bekam einer der Bestohlenen den gefährlichen Verbrecher zu sehen. Bei ihrer nächtlichen Heimkehr in die Wohnung fand sich die Gattin eines Filmproduzenten plötzlich einem fremden Mann gegenüber, der eine schwarze Gesichtsmaske sowie schwarze Gummihandschuhe und Gummischuhe trug. Die Frau war durch die unerwartete Begegnung wie gelähmt, so daß sie außerstande war, um Hilfe zu rufen, zumal sie der Verbrecher mit einer Pistole bedrohte. Ehe die Frau sich noch von ihrem Schrecken erholt hatte, war der Einbrecher in der Nacht verschwunden. Eine Frage machte der Polizei viel Kopfzerbrechen: selbst in den Häusern, in denen scharfe Hunde waren, konnte er ungestört seinem verbrecherischen Gewerbe nachgehen. Es war die ganzen Jahre hindurch unverständlich gewesen, wie es das„Vollmondgespenst von Hollywood“ fertigbrachte, die Hunde zu beruhigen, daß sie ihn, einen Fremden, in Ruhe ließen. Erst die Verhaftung des Verbrechers löste auch dieses Rätsel; bei seinen Einbrüchen hatte er stets eine größere Anzahl von Würstchen mit, die er den Hunden vorwarf. Dadurch gelang es ihm in jedem Falle, die Hunde zu beruhigen. Die Verhaftung des Verbrechers hat nun endlich, nach fünf Jahren, dem Treiben dieses Menschen ein Ende gesetzt. In Zukunft werden die Vollmondnächte für die Filmstadt nicht mehr die Schrecken haben wie bisher denn es ist damit zu rechnen, daß das„Vollmondgespenst“ für viele Jahre unschädlich gemacht wird. Neun Tage in der Hecke Aus einer Ortschaft bei Rantes war vor neun Tagen eine ältere Frau spurlos verschwunden. Man unternahm eine umfassende Suche, die aber erst am neunten Tage zu einem Erfolg führte. Man entdeckte die Frau mit einem Fuß in der Gabel eines niedrigen Bau. mes in einer Hecke mit dem Kopf nach unten hängend. Sie hatte zur Abkürzung eines Weges die Hecke übersteigen wollen, war ausgerutscht und mit dem Fuß hängen geblieben. Do sie sehr schwach war, gelang es ihr nicht, sich aus ihrer üblen Lage zu befreien. Ihre sehr schwachen Hilferufe verhallten ungehört. Es ist sehr fraglich, ob es gelingt, die vollkommen erschöpfte Frau am Leben zu erhalten. Helelkihssummaus gTothie Roman von Baronin Margarete von Sass Urheberrechtsschutz: Central-Bureau „Würden Sie nach Westend ziehen?" „Warum nicht!?“ „Zeigen Sie mir, bitte, Ihr Buch.“ Sie gab es zögernd. ist erst ein Zeugnis drin, und das ist nicht glänzend.“ Die Stellenvermittlerin, die mit Lilli und Eva sprach, sah mit gerunzelter Stirn zu Hans hin. „Das ist nichts“, sagte sie mit einem Blick auf das Mädchen.„Die kann ich Ihnen nicht empfehlen. Sie hat in einer Kneipe gedient.“ Lilli wurde aufmerksam.„Was hat das zu sagen daß das Mädchen in einer Kneipe gedient hat? Deswegen kann es doch gut und brav sein.“ „Das eine Zeugnis, das sie hat, ist schlecht.“ Hans trat zu Lilli. Er hielt das Buch des Mädchens noch in der Hand.„Was meinst du, Lilli, würde es mit dem Mädchen gehen? Es hat noch nie in einem herrschaftlichen Hause gedient.“ „Macht ja gar nichts aus. Wenn es nur anstellig und willig ist.“ „Das Zeugnis— lesen Sie das Zeugnis, gnädige Frau. Ich möchte nicht, daß Sie schlechte Erfahrungen machen!“ Lilli wehrte ab. Wozu sollte sie das lesen? Da konnte man viel hineinschreiben. Sie trat zu dem Mädchen, das ihr irgendwie einen sympathischen Eindruck machte. „Also, würden Sie nach Westend ziehen?“ „Gern, gnädige Frau!“ „Sie müßten unter Leitung unserer alten Haushälterin arbeiten. Wäre Ihnen das auch recht?“ Auch damit erklärte sie sich einverstanden. „Dann wollen wir fest abmachen“, sagte Lilli. Die Vermittlerin schien das Geschäft sehr ungern zu machen.„Gnädige Frau hätten noch ein anderes Mädchen, das besser in Ihr Haus paßt, gefunden." Lilli sah mit einem fragenden Blick zu Hans auf. Er nickte ihr bloß zu. Das hieß so viel als: Nimm sie schon! Während die Vermittlerin die Eintragung machte, ließ Lilli nochmals einen prüfenden Blick über das Mädchen gleiten. Es hatte ein gutes, offenes Gesicht mit hellen Augen, die aber eben recht traurig in die Welt blickten. Man konnte schon Vertrauen zu ihr haben. Nur in der Kleidung war es recht herunter. „Was ist über den Lohn ausgemacht?“ fragte die Vermittlerin. „Vierzig Mark im Monat“, sagte Lilli,„und freie Kleidung.“ Das Mädchen warf ihr einen dankbaren Blick zu. Die Vermittlerin schüttelte den Kopf. Wie man für so eine Kraft so hohen Lohn und noch dazu Kleidung geben konnte, das erschien ihr unbegreiflich.„Antrittstermin?“ fragte sie kurz. „Wenn es der gnädigen Frau recht ist, ziehe ich sofort zu, ich bin eben ohne Stellung.“ Eva war es recht.—„Kommen Sie morgen vormittag.“ Eva zog Lilli beiseite.„Du, ich glaube, die hat kein Geld, aber für ihren Umzug nach Westend wird sie doch etwas gebrauchen.“ Lilli nickte.„So wird's wohl sein.“ Sie zahlte die Vermittlungsgebühr. Beim Verlassen des Lokals sprach sie noch einmal das Mädchen an. Ob es Bescheid wüßte, wie man nach Westend fahren müßte. „Ja, gnädige Frau, ich bin Berlinerin und weiß hier in der Stadt und in der Umgegend gut Bescheid.“ Lilli sah sie an.„Haben Sie auch das Geld für die Fahrt?“ fragte sie leise. Das Mädchen wurde rot. An Lilli vorbeisehend, sagte es: „Ich bin seit zwei Monaten ohne Stellung.“ Lilli steckte ihr einen Zwanzigmarkschein in die Hand und empfing einen dankbaren Blick dafür. Daß sie dem Mädchen helfen konnte, machte sie froh, Darüber vergaß sie auch den Verdruß über Oskars Heimlichkeit. Sie dachte nur daran, daß es in ihrem Hause durch den Einzug des Mädchens lebendiger werden würde. Das würde auch Oskar freuen. „Wohin nun?“ fragte Eva. Es war noch so früh am Tage. Lilli wäre am liebsten nach Hause gefahren. Sie sagte es und sah dabei zu Hans auf. „Was wollen wir nun beginnen? Eva muß natürlich mit.“ „Sehr gern, Lilli“, sagte Hans. Eva protestierte.„Ich denke nicht daran,— heute wird gebummelt, und zwar möglichst ausgiebig. Gestern ist Oskar um acht Uhr nach Hause gekommen, heute machst du es ebenso. Um fünf Uhr rufen wir ihn an, daß du später kommft. 4 18 Lpr, ux Sei# Lilli war nicht sehr dafür, sich gleich für Oskars Zuspätkommen zu revanchieren. Aber gegen einen kleinen Bummel hatte sie nichts mehr einzuwenden. Sie gingen zur Leipziger Straße. Die Auslagen in den großen Schaufenstern lockten. Die Dekorationen deuteten schon auf das nahe Weihnachtsfest hin. „Jetzt möchte man kaufen“, sagte Eva. Lilli griff den Wunsch auf.„Wollen wir doch, Eva.“ Eva sah sie mit hochgezogenen Brauen an Lilli lachte.„Sag nur nicht, daß du kein Geld hast. Ich bin reichlich versorgt damit. Bitte, verfüge über mich" Sie betraten ein großes Geschäft, das trotz derMittagsstunde, in der es gewöhnlich ohne rechten Betrieb war, von Menschen wimmelte. Man hatte Mühe, an die Auslagen und später, wenn man gekauft hate, an die Kassen heranzukommen. Eva blieb überall stehen und kaufte Kleinigkeiten, die Lilli bezahlte. Hans war das sehr peinlich; außerdem glaubte er zu bemerken, daß Lilli das Herumtippeln in dem großen Geschäft müde machte. Sie hatte ihm einmal gesagt, daß sie eine Abneigung gegen diese Art Läden hatte. „Gehen wir doch“, schlug er vor. „Schon?“ meinte Eva.„Es ist doch so nett hier. Warum kaufst du denn nichts, Lilli?“ Lilli zog die Schultern hoch. Was sollte sie kaufen? Was sie Oskar zu schenken beabsichtigte, fand sie hier nicht. „Für das Mädchen und für Jettchen“, half Eva nach. Lillis Gesicht hellte sich auf. Ja, ganz recht, das wollte sie machen. „Hilfst du mir, Hans?“ Es beglückte ihn, daß sie ihn darum fragte. Was hätte er lieber getan, als ihr bei jeder Sache zu helfen! Er hatte, seitdem er Lilli im täglichen Zusammensein näher gekommen war, eine große Verehrung für sie. Vordem hatte er sie nicht so hoch geschätzt. Daß sie gutmütig und kameradschaftlich war, das hatte er stets anerkannt, aber mehr nicht. In allen anderen Dingen schien sie durchaus Durchschnittsfrau zu sein. Daß das nicht der Fall war, wußte er heute. Er hatte einsehen gelernt, daß sie ein ernster, wertvoller, innerlicher Mensch war. Ihre Auffassung vom Leben war ernst und tief. Ihre Güte und Hilfsbereitschaft gegen Arme war wundervoll. Galt es, einem anderen eine Freude zu machen, so ergriff sie die Gelegenheit dazu mit Begeisterung. So ließ sie auch der Einkauf für Jettchen und das Mädchen ihre Müdigkeit ganz vergessen. Sie kaufte Stoffe, Wäsche und Hauskleider. Es machte Hans Spaß, wenn sie beim Auswählen der Sachen ihn um Rat fragte. Eva, der diese Einkäufe langweilig waren, hatte sich von ihnen getrennt, sie wollte ihre eigenen Wege gehen und sich später mit ihnen am Ausgang treffen. Lilli war wie im Rausch, so freute sie das Kaufen für andere. Nur bedauerte sie im stillen, daß Oskar nicht bei ihr war. Die Vorfreude ihres ersten gemeinsamen Weihnachtsfestes hätte sie zu gern mit ihm geteilt. Sie empfand es auf einmal als Unrecht, daß sie hier mit Hans die Einkäufe besorgte. Als sie an dem Lager vorüberging, das Weihnachtsschmuck feilhielt und Hans sie fragte, ob sie nicht davon kaufen wollte, lehnte sie ab. Nein, Weihnachtsschmuck für ihren ersten Tannenbaum, den mußte sie mit Oskar zusammen aussuchen. Man war beladen mit Paketen, als man sich endlich wieder zusammenfand. Es war halb fünf Uhr. Herrgott, wie lange hatte man sich aufgehalten! Lilli wäre am liebsten gleich gegangen. Um halb sechs Uhr kam Oskar nach Hause. „Gestern ist er um acht Uhr gekommen“, sagte Eva,„da hat er dich warten lassen, heute läßt du ihn warten.“ Lilli dachte nicht daran, ihn warten zu lassen. Sie bestand darauf, zu gehen. Hans fragte, ob er sie begleiten solle. Sie lehnte es ab.„Besorg' mir ein Auto, dann komm ich schon mit meinen Paketen glatt und gut nach Hause.“ Hans hatte bald einen Wagen erwischt, und als Lilli mit ihren Paketen darin untergebracht war, verabschiedete man sich. „Sage Oskar nichts davon, daß ich dir verraten habe, daß er bei der Jente gewesen ist", warnte Eva. Nein, nein, sie wollte es gewiß nicht. Hans wollte die Tür des Wagens schließen. „Kommß du morgen, Hans?“ „Natürkich, Lilli.“ Sie reichte ihm noch einmal die Hand. Oskar war schon zu Hause, als Lilli eintraf. Jettchen mußte den Chauffeur entlohnen und die Pakete hereinbringen. „Ich habe alles Geld ausgegeben“, sagte Lilli lächelnd.., Mes. I. L. B.. „Wofür denn?“ fragte Oskar, ihr die Pelzjacke abnehmend. „Für Weihnachtsgeschenke. Ach, und müde habe ich mich gelaufen.“ „Wo warst du denn?“ „In der Stadt.“ Jettchen kam mit einem Arm voll Paketen herein.„Das hast du alles allein eingekauft?" fragte Oskar erstaunt. „Nein, nicht allein, Hans hat mir geholfen.“ „Natürlich, Hans!“ Oskars Gesicht bekam einen finsteren Ausdruck. Sie gingen ins Wohnzimmer.„Ich habe auch ein Mädchen gemietet“, sagte Lilli. „So—, hat Hans dabei auch assistiert?" „Ja, aber warum fragst du so merkwürdig?“ Sie sah zu ihm auf. „Meine Frage ist nicht so merkwürdig wie deine Art, Hans zu allen möglichen und unmöglichen Dingen heranzuziehen.“ „Oh. Hans ist mir so gern gefällig!“ Oskar lachte kurz auf.„Das glaub' ich gern! Aber ich muß dich bitten, es nach Möglichkeit einzuschränken, Gefälligkeiten von ihm zu beanspruchen.“ „Ich beanspruche von Hans, außer daß er hier täglich zu mir kommt, keine Gefälligkeiten. Eva hat ihn gebeten, uns heute zu begleiten.“ „War sie denn mit?“ „Ja, natürlich, ich hatte sie doch darum gebeten.“ „Ihre Begleitung hätte ja auch genügt, warum war Hans mit?“ „Es war gut, daß er mit war; er hat mir bei den Einkäufen geholfen, und das Mädchen hat eigentlich auch der Hans gefunden. Ich hätte es im Kontor bestimmt übersehen.“ Oskar zog die Schultern.—„Wäre am Ende auch kein Schaden gewesen.“ Lilli litt unter seiner Mißstimmung. Sie verdarb ihr die gute Laune, in die sie die Einkäufe für Weihnachten versetzt hatten. „Ich ginge auch lieber mit dir; aber du hast doch nie Zeit für mich. Heute habe ich dich sehr vermißt." „Wirklich?“— Oskars Mund verzog sich zu einem spöttischen Lachen. „Du scheinst das nicht zu glauben, Oskar." Sie legte ihm die Hände auf die Schultern und sah ihm in die Augen.—„Oskar, was ich dir sage, kannst du mir glauben; ich mache dir nichts vor, noch verschweige ich dir etwas.“ Er wurde unter ihrem Blick verlegen, und das hielt sie davon ab, ihm den Vorwurf zu machen, daß er ihr gestern den Besuch bei der Jente verschwiegen hatte. Gewiß war es ihm peinlich gewesen, davon zu sprechen. „Oskar. ich habe es längst gemerkt, daß dir die täglichen Besuche von Hans nicht recht sind; ich will ihn bitten, sie einzustellen.“ ] Er wollte dagegensprechen. „Nein, nein, Oskar, nun laß mich machen; zwischen uns darf nichts Störendes sein.“— Sie wandte sich ab, um im Zimmer auf und nieder zu gehen. Oskar sah schweigend vor sich hin. Endlich sagte er:„Ich gebe zu, Lilli, daß ich eifersüchtig bin, Lilli, aber das darf dich doch nicht kränken.“ Sie blieb stehen und sah ihn an. „Wie soll ich das anders auffassen als Kränkung? Eifersucht ist ein Mangel an Vertrauen.“ Oskar trat erschreckt zu ihr. Ihre Hände fassend, bat er:„Um Gottes willen, Lilli, faß das nicht so auf. Ich bin eifersüchtig, weil ich dich liebe, weil ich mit keinem anderen Menschen deine Nähe, deine Liebe teilen möchte. Versuch doch zu verstehen, wie ich empfinde: wenn Hans hier bei dir sitzt, dann genießt er deine Fürsorge, das ist ja auch selbstverständlich. Durch euer tägliches Beisammensein lernt ihr euch besser kennen, und dadurch vertieft sich die Sympathie, die ihr füreinander empfindet, von Tag zu Tag mehr. Das ist ja auch schön aber ich gestehe es dir ganz offen: mich erfüllt es mit Neid. Ich bin eben——“ Sie ließ ihn nicht ausreedn. Ihre Arme um seinen Hals legend, sagte sie:„Du bist eben ein Neidhammelchen; aber es ist gut, daß ich es nun weiß. Hans wird gebeten, dies Haus nicht mehr zu betreten, damit Schluß.“ Sie drückte ihre Lippen auf seine.„Bist du nun zufrieden?" „Noch nicht ganz. Erst sag’ mir mal, wie du es mit Hans machen willst.“ „Ganz einfach, ich sage ihm, daß du eifersüchtig bist“, scherzte sie „Mach' keine Geschichten, Lilli!“ Sie lachte:„Siehst du, nun hast du wieder Angst." „Wovor Angst?“ „Vor der Blamage.“ „Ach, Unsinn, ich möchte den Mann sehen, der anders empfände.“ „Na, also, dann hör' zu, ob es so geht: Ich sage ihm, daß ich mich nicht mehr fürchte, weil jetzt das Mädchen im Hause ist.“ „Das ginge. Aber wirst du dich auch wirklich ruhiger fühlen?" Sie zog die Augenbrauen hoch.„Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wenn nicht, mußt du eben hierbleiben.“ „Ach, wie gern täte ich das; am liebsten ließe ich dich nicht eine Stunde allein!" Jettchen kam ins Zimmer, um zu melden, daß das Essen bereit sei. „Frau Jettchen, ich habe ein Mädchen gemietet. „Nanu, wo haben Sie das denn so schnell hergekriegt?“ „Aus einem Mietkontor“ Die Alte schüttelte den Kopf.—„Wer weiß, wie die sein wird.“ „Ich hoffe, gut, Jettchen. Was sie nicht versteht, bringen Sie ihr bei.“ Jettchen war nicht entzückt über diesen Familienzuwachs. „Man wird nur Aerger damit haben. Die Arbeit schafft' ich doch bisher mit Hilfe einer Aufwartefrau sehr gut und hätte sie weiter geschafft.“ „Es ist aber besser, Sie haben eine feste Hilfe“, sagte Oskar. Jettchen lag nichts daran. Man ging ins Speisezimmer. Ehe Jettchen in die Küche ging, um die Suppe zu holen, fragte sie Lilli:„Was ist es für ein Mädchen, und wo kommt es her?“ „Es macht einen sehr netten Eindruck. Ich denke. es wird Ihnen auch gefallen. Das Mädel ist Berlinerin. Das ist so ziemlich das einzige, was ich von ihm weiß. Ich habe aber die Adresse, wo es wohnt, aufgeschrieben.“ Jettchen schütetlte wieder den Kopf und ging hinaus. Oskar sah ihr mit einem gutmütigen Lächeln nach.„Neuerungen jeder Art haßt sie“, sagte er. Lilli ging ins Wohnzimmer, um aus ihrem Handtäschchen die Karte zu holen. auf der die Adresse des Mädchens stand. Sie kam damit zurück, als Jettchen die Suppe auffüllte. „Also, unsere neue Hausgenossin heißt Klara Lohmann und wohnt in der Kurfürstenstraße 5, Hof, eine Treppe, bei Schimeck.“ Jettchens Gesicht wurde aschfahl, ihre Hand zitterte. Oskar bemerkte es und fragte, ob ihr nicht wohl sei. „Mir ist nichts, gar nichts.“ „Daß sie das mit dem Mädel so aufregen würde, hätte ich nie geglaubt“, sagte Oskar, als sie das Zimmer verlassen hatte. „Ich denke, darum brauchen wir uns nicht zu sorgen, sie wird sich bald an diese Neuerung gewöhnt haben.“... Nun kam Hans Loth nicht mehr täglich zu Lilli. Sie hatte ihn darum gebeten, fortzubleiben. „Warum schickst du mich fort?“ hatte er sie gefragt. Lillis Gesicht färbte sich dunkelrot. Sollte sie sagen, was sie sich zurechtgelegt: daß nun das Mädchen im Hause wäre, sei der Grund. Es wäre eine Lüge. Die Anwesenheit des Mädchens gab ihr keine Ruhe. Sie fühlte deutlich. in den langen Stunden des Alleinseins würde sich die Furcht doch wieder an sie heranschleichen.„Ich muß sehen, ruhig zu werden“, sagte sie leise. Er sah ihr in die Augen und wußte warum er gehen mußte. Oskars Ruhe sollte nicht gestört werden. Er küßte ihr die Hand und sagte:„Habe Dank, Lilli, diese Tage, die ich in deiner Nähe verbringen durfte, kommen niemals wieder.“ Nach seinem Fortgehen war Grabesstille im Hause. Lilli stand am Fenster ihres Zimmers und sah in den trüben Tag. Ihr war zumute, als hätte sie Unersetzliches verloren. Sie sagte es später Oskar, daß ihr der Abschied von Hans sehr schwer geworden sei. „Er ist mir ein so lieber, lieber Freund geworden", gestand sie ihrem Manne,„was ich erst so recht deutlich empfand, als er von mir ging.“„„„„* Oskar sah sie betroffen an.„Ihr werdet ja auch weiter gute Freunde bleiben, dies soll doch keine Trennung für ewig sein.“ Lilli lächelte schmerzlich.„Ja, ja“, sagte sie, ihren Schmerz tapfer bezwingend,„es mußte ja mal aufhören mit den täglichen Besuchen.“ Oskar erzählte.„Dupré war heute bei mir in der Fabrik.“ „Was wollte er?“ fragte Lilli. „Nichts Besonderes. Er hatte in der Gegend zu tun und kam eben herein. Ob wir heute abend nicht auf ein Stündchen zu ihnen kommen wollten, fragte er.“ Lilli sah ihren Mann an.„Ich weiß nicht recht, hättest du Lust?“ MNorm nich' „Nun, dann wollen wir gehen. Ich werde Lotte telephonisch Bescheid sagen, daß wir zu ihnen kommen werden.“ Im Wagen sagte Lilli zu Oskar:„Ich habe Lotte gar nicht gefragt, ob sie allein sind.“ „Wäre es dir unangenehm, wenn sie Gäste hätte?“ „Ja, ich fühle mich heute nicht so recht aufgelegt, mit fremden Menschen zusammen zu sein.“ Oskar faßte nach ihrer Hand und, sie leise drückend, fragte er:„Kommt das von deinem Trennungsschmerz?" Sie versuchte, ihm die Hand zu entziehen, aber er hielt sie fest und drückte seine Lippen darauf.„Sei nicht böse, Lilli, und auch nicht mehr traurig. Nächsten Sonntag haben wir Loths zum Mittagessen. Ich lade sie alle drei persönlich dazu ein. Dann siehst du deinen Freund wieder, den du so rührend in diesen Wochen bemuttert hast.“ Sie lächelte. „Na, Gott sei Dank, nun lachst du doch wieder, das ist ermutigend“, sagte er, seinen Arm hinter ihren Rücken schiebend und sie so haltend. Sie schmiegte ihre Wange an seine Schulter. Oskar hatte das Gefühl unendlicher Dankbarkeit, daß diese junge schöne Frau ihm gehörte. Er beugte sich nieder und küßte ihren Mund. Lilli schloß die Augen und preßte ihre Hände um seinen Arm. „Meine Lilli“, flüsterte er,„mein alles.“ In dies Glücksgefühl fiel jäh ein anderes, eins, das ihm die Brust beengte. Was hatte die Jente gesagt? Das Unheil lauert darauf, Ihnen Ihr Liebstes zu nehmen. O Gott, nur das nicht! Alles sollte ihm das Schicksal nehmen, nur nicht seine Frau. Lilli richtete sich in seinem Arm auf. „Was ist dir?“ fragte sie erschreckt. „Nichts, nichts, Lilli.“ Sie sah in sein Gesicht.„Doch, du stöhnst so schwer auf, du bist ja auch ganz blaß. Sag doch, was ist, bist du krank?" (Fortsetzung folgt.) Türnen, Epiel und Eder. VfL. Schwerte. BfL. Res.— Tb. Leckingsen 1. 2:1. Knapp, aber sicher, konnte BfL.s Reserve die 1. Mannschaft des Turnerbundes Leckingsen niederhatten. Die VfL.er hatten insofern einen Nachteil, als man gezwungen war, den Kampf mit nur 10 Spielern auszutragen, aber dennoch schaffte man eine geschlossene Einheit und konnte den Gästen ein sogar zeitweise überlegenes Spiel zeigen. Zwei schöne Tore waren die Ausbeute eines erfolgreichen Zusammenspieles, während man es auf der Gegenseite nur zu einem Treffer brachte. Alle Anstrengungen der Lecking= ser, das Ausgleichstor zu erzielen, waren vergebens, und als verdiente Sieger konnten VfL.s Reservisten das Spielfeld verlassen. SC. Aplerbeck 09 2.— VfL. Lehrmannschaft 3:0. VfL.s Lehrmannschaft hatte in Aplerbeck einen schweren Stand. Die stärkere Mannschaft des Gastgebers ließ nicht einen Moment locker und man brachte es denn auch nach hartem Kampf fertig, sich einen 3:0=Sieg zu sichern. Das verdiente Ehrentor war den BfL.ern nicht vergönnt, mit 3:0 blieben die Gäste auf der Strecke. Holzwickede 2. Jhd.— BfL. 2. Jgd. 1:1. Ein harter, aber dennoch fairer Jugendkampf. Die beiden Mannschaften trennten sich nach wechselreichem Spiel mit einem Unentschieden. VfL. 1. Pimpfe— Dortmund 95 1. Pimpfe 5:0. Die sieggewohnten VfL.er Pimpfe ließen auch im Spiel gegen Dortmund 95 keinen Wunsch offen. Während des ganzen Spieles waren die CfL.er tonangebend und siegten nach Belieben. Norwegen und mark Die Nordlandreise der deutschen Fußballer Das so ereignisreiche Fußballjahr 1938/39 findet seinen Abschluß mit der schon traditionellen Nordlandreise einer deutschen Ländermannschaft. Wurde in den vergangenen Jahren durchweg gegen Norwegen und Schweden gespielt, so sind diesmal Norwegen und Dänemark die Gegner. Daran anschließend gibt es noch ein drittes Treffen mit Estland. Oslo am Donnerstag, Kopenhagen am Sonntag und Reval am Donnerstag nächster Woche, sind die Kampfstätten, auf denen Deutschlands Fußballelf zu neuen Erfolgen kommen will. Das erste Spiel in Oslo wird uns vor eine recht schwere Aufgabe stellen. Die Norweger sind ein starker Gegner, der uns schon manche unliebsame Ueberraschung bereitete. Es spielen: Klodt(Schalke 04); Janes(Fortuna Düsseldorf), Schmaus(Vienna Wien); Kupfer (Schweinfurt 05), Goldbrunner(Bayern München), Kitzinger(Schweinfurt 05); Lehner (Schwaben Augsburg), Gellesch(Schalke 04), Schon(Dresdener SC), Schaletzki(V=R Gleiwitz), Urban(Schalke 04). Nicht minder schwierig ist die am Sonntag in Kopenhagen fällige neunte Begegnung mit den Danen.— Es treten an: Klodt(Schalke 04); Janes(Fortuna Düsseldorf), Streitle(Bayern München); Kupfer (Schweinfurt 05), Rohde(Eimsbüttel), Kitzinger (Schweinfurt 05); Biallas(Duisburg 48/99), Hahnemann(Admira Wien), Conen(Stuttgarter Kickers), Gauchel(Tus Neuendorf), Arlt (Niesaer SV). auf und brachten den Ausreißern weitere Minuten ein. In Düsseldorf, nach dem 110. Kilometer betrug der Vorsprung schon 18 Minuten. Fast 1500 K.s an Prämien fielen Siebelhoff und Diederichs auf ihrer Alleinfahrt zu. Seidel fiel in Wattenscheid zurück und verlor acht Minuten gegen den Spitzenreiter. Weitere 18 Min. später gelangte das Hauptfeld unter Führung von Hüpfeld und Schild ans Ziel. Nach einstündiger Pause wurde das Feld im strömenden Regen auf die zweite Teilstrecke geschickt. Der Belgier Gryssolle unternahm mit Hupfeld einen Vorstoß und konnte bis zum Ziel in Bielefeld in prächtiger Fahrt fast zwei Minuten gewinnen. Die Verfolger wurde durch einen tenen Massensturz vor Bielefeld abermals zereissen. Trauriger Mut durch Münster. Normalerweise waren der Johann N. aus Greven und der Heinz K. aus Dortmund wohl ganz bescheidene Volksgenossen, die sich bisher auch noch nichts hatten zuschulden kommen lassen. Im April dieses Jahres aber hatten sie in Hembergen einmal ordentlich gezecht, und da zeigte sich denn doch, daß die Einwirkung des Alkohols eine niedrige und gemeine Gesinnung erzeugen konnte. Auf dem Nachhauseweg riß nämlich der N. auf dem Emsdettener Damm ein Kruzifix um, warf es auf die Straße, wobei ihm der K. behilflich war. Dann zerstörte er das Kruzifix, indem er den Kopf der Christusfigur abriß und in den Straßengraben schleuderte. Damit hatte er seinen traurigen Alkoholmut aber noch nicht genug ausgetobt, er verunglimpfte das Kreuz darüber hinaus noch in der übelsten Weise. Das hielt ihn aber nicht davon ab, am anderen Morgen in die Kirche zu gehen, da seine Familie religiös war, und er in heuchlerischer Gesinnung die gleiche Haltung an den Tag legen wollte. Vor dem Schöffengericht wollte er die Sache nun so hinstellen, als ob er sinnlos betrunken gewesen sei und sich an nichts mehr erinnern könne. Das wurde ihm aber nicht geglaubt, da er bereits auf das erste am Wege stehende Kreuz geklettert war, und nur von K. davon abgehalten worden war, auch dieses in der gröblichsten Weise zu verunglimpfen. Der noch jugendliche K. legte ein Geständnis ab und gab zu, daß der N., der nicht kirchlich gesinnt sei, einen Streich habe anzetteln wollen, bei dem er ihm schließlich geholfen habe. Das Schöffengericht ging bei dem N. noch über den Autrag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte ihn zu sechs Wochen Gefängnis, während der K., der erst 17 Jahre alt ist, dazu den Wer will keine Kartoffel mehr? Der achte nur nicht auf den Kartoffelkäfer. Sachverhalt offen dargelegt hatte, auch dem N. nur behilflich gewesen war, mit einer Geldstrafe von 30 RM. davonkam. Das Gericht geißelte in der Urteilsbegründung in scharfen Worten die gemeine Gesinnung, die aus der Tat spreche. Die religiöse Einstellung stehe sicherlich jedem frei, aber wenn der Angeklagte sich an einem Gegenstand, der einer großen Anzahl von Volksgenossen wert und heilig sei, vergriffen habe, so müsse dies empfindlich bestraft werden. Zwei Tote bei einem Kraftwagenunfall Seidel und Diederichs als Prämien=Jäger Zwei=Etappen=Tag der Großdeutschlandfahrt Gleich zwei Etappen hatten die Deutschlandfahrer am Dienstag auf der Strecke Köln— Dortmund— Bielefeld über insgesamt 337 km zu bestreiten, davon die zweite ab Dortmund im strömenden Regen, so daß sich die Ankunft der Fahrer in Bielefeld um mehr als eine Stunde verzögerte. In Dortmund traf Diederichs mit acht Minuten Vorsprung vor Seidel ein, der zehn Minuten vor dem ubrigen Feld lag. In Bielefeld ging der Belgier Gryisolle mit 2½ Min. Abstand vor Langhoff und Wierinckx durchs Ziel. Es ergab sich fast das gleiche Bild, wie im Jahre 1938, als sich Siebelhoff und Schild ihren bekannten Husarenstreich leisteten. Zwei geschlossene Bahnschranken hielten das Hauptfeld Lingen. In Lingen ereignete sich auf der Fernverkehrsstraße 70 ein schwerer Autounfall, der zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten forderte. Der 33 Jahre alte Kaufmann Karl Gottschalk aus Lingen befuhr die Fernverkehrsstraße in Richtung Meppen. Bei der Pavierhülsenfabrik Lingen stieß der Kraftwagen gegen einen Baum auf der linken Straßenseite. Der vordere Teil der linken Seite des Wagens wurde vollkommen eingedrückt. Dem Fahrer Gottschalk wurde bei dem starken Anprall der Brustkorb eingedrückt. Er war auf der Stelle tot. Im Krankenhaus Lingen ist der bei dem Unfall schwer verletzte v. Kampen nach sechs Stunden verstorben. Ein dritter Insasse des Wagens erlitt einen schweren Oberschenkelbruch und Kieferverletzungen, während ein vierter Mitfahrer mit leichten Verletzungen davonkam. Die glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an Ernst Lewe und Frau Gerda geb. Diehl Schwerte, den 20. Juni 1939. 1363 Büro= und Geschäfts-Artikel Aktendeckel Schnellhefter Ordner Briefkörbe Papierkörbe Briefwaagen Schreibzeuge aus Holz Schreibunterlagen Unterschriftsmappen Stempelträger Bücherstützen Löscher Locher Anfeuchter Papierscheren Kalenderuntersätze Heftmaschinen Hans Linner vormals Carl Braus Bürobedarf und Schreibwarengeschäft Große Marktstraße 3—5. Carl Trog, Schwerte * liefert schnellstens HANS LINNER vormals Carl Braus Papier= und Schreibwarenhandlung Große Marktstraße 3—5 Kinderliebes 16 Jahre, sucht Stellung in gutem Hause. Offerten unter Nr. 1367 an die Geschäftsstelle dieser Ztg. wo man Sonne, LuR und Wasser genieGen kann. Hoffentlich trägt der Wettergott zu großen Badefreuden bei wir fun es wieder in recht erfreulicher Weise. Wir bringen nämlich auswahlreich und preiswert alles Neue und Kleidsame, was es für die Schönheit am Badestrand gibt. Fesche Badekleidung heißt sie willkommen im Hausder Mode und der guten Qualitäten, bei sarm: Dortmund Der Sochumer=Eutlenereprezep Verhaftung der jetzigen Bochum. Der Bochumer Gattenmordprozeß hat in den letzten Tagen erneut starke Belastungen für den Angeklagten Litzner wie auch für seine zweite Frau ergeben, die ebenfalls bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft war, aber im April 1939 wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Frau Litzner hatte bekanntlich nach abermaligen Mißhandlungen durch ihren Mann zwei Nachbarinnen gegenüber im Zustand einer gewissen Nervenzerrüttung einen eingehenden Bericht über den Hergang der am Nachmittag des 5. November 1923 in der Wohnung des Angeklagten an der ersten Frau Litzners verübten Mordtat gegeben, wobei sie sich selbst der Beihilfe zu der Tat bezichtigte. In ihrer nunmehrigen eingehenden Vernehmung vor dem Schwurgericht erklärte sie, daß sowohl sie als auch Litzner an der Tat unbeteiligt seien. Sie habe sich am 5. November 1923 in Utrecht in Holland aufgehalten und sei erst am 9. November nach Recklinghausen zurückgekehrt. Wenn die beiden Frauen behaupteten, sie hätte ihnen gegenüber ihren Mann und sich selbst des Mordes bezichtigt, so beruhe das auf Unwahrheit. Sie, wie auch ihr Mann, so behauptet Frau Litzner, seien an der Tat völlig unschuldig. Der Staatsanwalt benannte aber als Zeugen einen Hilfspolizeibeamten, der nach der Entdeckung des Mordes vor dem Hause Auguststraße 28 in Herne am 5. November 1923 Dienst getan hat und der auf der Haustreppe eine junge Frau traf, die ihm erzählte, sie wohne in Recklinghausen=Süd und kenne das Ehepaar Litzner. Der Hilfspolizeibeamte wohnte in der Bismarckstraße in Herne in einem Hause, in dem nach einem Jahre auch Litzner mit seiner Frau des Angeklagten zweiten Frau Wohnung nahm. Als er die Frau Litzner dort zum ersten Male sah, sei ihm plötzlich die Erinnerung gekommen, daß sie die Frau war, die er am Nachmittag des 5. November 1923 auf der Treppe des Hauses Auguststr. 26 gesehen und gesprochen hatte. Da ihm aber damals und auch bis in die letzte Zeit hinein der Zusammenhang der jungen Frau mit der Tat nicht bekannt gewesen sei, habe er diesem Wiedererkennen keine Bedeutung beigemessen. Als er aber durch die Zeitungsberichte erfuhr, daß in dem Verfahren die zweite Frau Litzner als Mittäterin in Verdacht stehe, habe er sofort bei der Polizei Meldung gemacht. Der Zeuge blieb auch in der Verhandlung mit aller Bestimmtheit bei seiner Wahrnehmung, die die Behauptung der Frau Litzner, sie sei am 5. Novem ber 1923 in Holland und nicht in Herne gewesen, schwer erschüttern mußte. Im Laufe der Verhandlung, in der es zu außerordentlich starken Widersprüchen in den Aussagen der Frau Litzner kam, ließ der Staatsanwalt Frau Litzner wegen dringenden Verdachts der Mittäterschaft verhaften. Am Samstag fand eine Ortsbesichtigung im Hause Auguststr. 28 in Herne h il# Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus, Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adol Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. V./39: 1517. Sprechstunden der Schriftleitung täglich vor ½10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Son# nach schriftlicher oder fernmündlicher Anmeldung Bedeutung Kreuzworträtsel. er einzelnen Wörter a) von links nach rechts: 1 Werkstoff, 7 Feldbahnwagen, 8 belgischer Badeort, 9 Künstler, 11 Herdentier der Lappen, 12 Papstname, 15 fliegerischer Vorgang, 17 fremdländischer Vogel, 18 männlicher Vorname, 19 Flächeninhalt; b) von oben nach unten: 2 das Unausweichliche, 3 nordamerikanischer Bundesstaat, 4 Teil des Schiffes, 5 deutscher Geschwaderführer im Weltkrieg, 6 Nebenfluß der Seine, 8 erzieherische Haltung, 10 fremder Gottesname, 13 englischer Adeistitel, 14 Erfinder auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik, 16 portugiesischer Teil Vorderindiens Wechselrätsel. Mit R ist es ein reicher Mann, Von vorn und hinten gleich gestaltet: Mit Z ist's eigentlich veraltet, doch wendet man's noch immer an Erdkundliches Silbenrätsel. ar— au— au— ba— bar— ber— breit — brus— ce— chi— dad— damm— du— e.— eh— ei— el— fa— fels — fen— göh— heim— hon— il— le— li— li— lo— na— nams!— nau — ne— ne— neu— ni— nois— non— ras— ren— ren— rest— rho — rif— sack— ßen— stein— te— tri— u— ve— wei. Aus vorstehenden 51 Silben sind 19 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen Sinnspruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Berg im Böhmer Wald, 2. Insel im Züricher See(Grabstätte Huttens), 3. südamerikanischer Freistaat, 4. mittelamerikanischer Freistaat, 5 Stadt an der Saale, 6. Berg im Himalaja, 7. Bad in Hessen, 8. Kreisstadt in Niederschlesien, 9. Berg im Kaukasus, 10. Staat in USA., 11. Stadt in der Neumark, 12. Hafenstadt in Spanien am Mittelmeer, 13. Stadt an der Moselmündung, 14. britische Antilleninsel, 15. kanarische Insel, 16. Gebirge in Syrien, 17. Fluß in Südtirol, 18. franzosischer Strom, 19. Seebad auf Rügen. Telegrammrätsel. ———..— Genußmittel —...— männlicher Vorname ——..—— bestimmte Aufgabe —...— Geldmittel —...— Beleuchtungsmittel —..—— männlicher Vorname Punkte und Striche stehen an Stelle von Buchstaben. Sind die angedeuteten Wörter gefunden und die auf die Punkte entfallenden Buchstaben verbunden, so ergeben diese eine beliebte Einrichtung der Eisenbahn. Gleichklang. Schlagen und geschlagen werden Ist mein hartes Los auf Erden Rätsel. in Vogel ist es, klein und zierlich, er unsre Gärten froh belebt, nd vor dir dreist, doch stets manierlich. m Winter seinen Zoll erhebt.„“ war singt er nicht, doch geht er unermüdlich on früh bis spät auf die Insektenjagd, rum, lebt er mit Kollegen auch nicht friedlich, r doch dem Land= und Forstmann sehr behagt. un merke auf: Ein einzig Zeichen vor ihn hin, so wird er plötzlich klein, ein Auge kann ihn kaum erreichen, so ganz erstaunlich schrumpft er ein. er erst die Lüfte stolz durchflogen. segnügt sich mit der Erde nun, doch bleibt sein Fleiß uns auch gewogen:. Lie einst der Vogel, will der Kerf nicht ruhn! r weiht sich nützlichen Geschäften Ind dient dem Forstmann und dem Wald har treulich mit vereinten Kräften. sch wette, du errätst ihn bald! Rösselsprung. Fehlaufgave. L. Hinzufügung der Silbe„ter“ alt weite in jedem Worte sollen aus nachfolgenen vierzehn Silben sieben Wörter gebilde serden, deren Anfangsbuchstaben, richtig gerdnet, eine Frühlingsblume nennen. Wie tuten die sieben Wörter und wie die Früh. ngsblume? — biß— ech— en— gift— mit— nach— sacht— nat— nat— ot— pe— stich— tum. uflösungen aus voriger Nummer Buchstabentausch: Keller, Hase, Ewer, eiste, Dohne, Retter, Kanne, Maser, Natte Stuhl, Kurde, Herz— Lawinensturz. Dab—a2 matt. a) 1..... Kd5—66: L55—07 matt; b) 1..... beliebig; 2. Lb' uch amp woit.## uudd Kreuzworträrsel: von unts nug sechts: 1. Kohlenstoff, 6. Romanow, 9. Por, 1. Uta, 13. Gas, 14. Stier, 15. Staub, 16. dee, 17. Dee, 19. Udo, 22. Wachtel, 23. Kaliornien; von oben nach unten: 1. Klopstock, . Lot, 3. Naht, 4. Ton, 5. Fußboden, 7. Hotel, ). Baude, 10. Lie, 11. Urd, 12. Ase, 13. Gau, 8. Echo, 20 Kai, 21. Ren.„ Fehlaufgabe: Arsenal, Pasewalt, breeda, Isegrim, Lisene, Sausewind, Chassepot, Hanseat, Inserat, Causerie, Kasein, Eselet, Kassereith.— Aprilschicken. Streich' was zu viel: Midas Ervin Pacht Lende Ferne Saturn.— Das Erwachen der Natur.(Das Fettgedruckte ist zu treichen!)„ Buchstabenratsel: Aal, Por, Kum, Ilz, Leo, Weh, Elm Tay, Typ, Elz, Rom— Aprilwetter. Anagramm: Genie. Pyramidenrätsel: 1. a, 2. Bad. 5. Bande. 4 Einband. 5 Weinbrand Bilderrätsel: Die Reue ist der Mai der Angenden.