SW. Schunin Seltung alhein vöchenich bogg, Lergzgt u# 43 A4(einschl. Teägerlohn), Pestbezug monatl. J4 2.—(einschl. 292 Zeitungsgebühr und 0.44 3# Postverpackungsgebähr) zuzügl. 36 3 Bestellgeld. ed ue eue- bue u, A Schmerter Weimatblat e(PHutehuss. Pssdiuerte sch serzrt. keianlat Gepiht, sue piast. Eesheiluen dn Selung komn arcd, tel z 216h Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. Nr. 133 Schwerte(Ruhr), Sonnabend, 10. Juni 1939 Schut ee, nrerseemthenllrn Großuoniral=Kurder über die Fiele der deutschen FlonendunPemit Kure Feststellungen zur Kolonialfrage##nia mit wartei Stuttgart, 9. Juni. Die Krönung der Stuttgart, 9. Juni. Die Krönung der diesjährigen Hauptversammlung. Deutschen Auslandsinstituts bildete die große Festsitzung, die am Freitag im großen Hause des württembergischen Staatstheaters stattfand und in deren Mittelpunk die groß angelegte Festrede des Oberbefehlshabers der jungen deutschen Kriegsmarine, des ersten Großadmirals des neuen Deutschen Reiches, Dr. h. c. Raeder, stand. 1111 Der Großadmiral behandelte dann einige auf das Aufgabengebiet der Kriegsmarine bezügliche Fragen. Darunter falle als eine naturgegebene Pflicht die Betreuung des Deutschtums im Auslande, der sich die Kriegsmarine seit Jahrzehnten unterzogen habe. Daneben sei in der Auslandstätigkeit der Kriegsmarine eine politische Aufgabe gestellt, die weit über den militärischen Rahmen hnausgepe, v. Hr. 4ut# Im Folgenden stellte Großadmiral Naeder zwei Gesichtspunkte heraus, die bei der Betrachtung deutscher Seeinteressen richtunggebend seien. Das eine sei der Schutz unseres überseeischen Lebensraums, nämlich der Zutritt zu den Gütern dieser Erde, die allen Völkern zugänglich sein müßten. Der Führer habe deshalb den Ausbau der Kriegsmarine in großem Umfange angeordnet. Als zweite berührte er die volkspolitische Aufgabe der Kriegsmarine, wobei er eingehend schilderte, welch starker Faktor der Besuch des deutschen Kriegsschiffes in fremden Ländern ist. Das Kriegsschiff vermittle ganz besonders stark die heimatliche Atmosphäre, die den deutschen Volksgenossen draußen tief berühre, indem es das Heimatgefühl wecke und gleichzeitig das wahre Gesicht der Heimat zeige. so daß die internationale Pressehetze in eindeutigster Weise Lügen gestraft werde. Zum Schluß ging der Oberbefehlshaber au die deutschen Kolonialforderungen ein. Den Versuch, die Rückgabe des deutschen Kolonialraumes mit allen Mitteln zu hintertreiben, wie dies derzeit geschehe, bezeichnete Großadmiral Raeder als einen Mangel an Fairneß. Auf der anderen häufig mit dem Argument operiert, Deutschland wolle nach Rückgabe seiner Kolonien sofort Stützpunkte und Befestigungen errichten. Demgegenüber fordere Deutschland die selbstverständliche Anerkennung gleichen Rechtes. Frankreichs Seerüstung I4 weitere Kriegsschiffneubauten in Auftrag gegeben Paris, 9. Juni. Nach Mitteilung des Kriegsmarineministeriums hat der Kriegsmarineminister den Auftrag zum Bau von 14 leichten Kriegsschiffen erteilt, die der weiteren Verstärkung der Kriegsflotte dienen sollen. handelt sich um vier Torpedobootszerstörer von etwa 3000 Tonnen Wasserverdrängung mit einer Bestückung von acht 1Zszem= Geschusern und zehn Torpedobootrohren, deren Geschwindigkeit mehr als 40 Knoten erreichen soll, ferner sechs leichte Torpedoboote von etwa 1000 nen, die mit 10=cm=Geschützen und mehreren Torpedorohren bestückt sind, und deren Geschwindigkeit über 30 Knoten liegt, schließlich vier neue Minensuchboote von 600 Tonnen. Fackelspalier zum Ausdruck. Nach einem herzlichen Abschied zwischen dem Prinzregentenpaar und dem Generalfeldmarschall und Frau Göring setzte sich der Zug 22.15 Uhr zur Fahrt nach dem deutsch=jugoslawischen Grenzort Rosenbach unter den Klängen der Fanfaren der Hitler=Jugend in Bewegung. Die deutsche Offiziersabordnung der Legion Condor ist am Freitag vom italienischen König und Kaiser in Privataudienz empfangen worden. Spiel im-Vertenten Köhen ss Ses escebeuerdt unr Mesdent. ul der 81e. Volk davon zu überzeugen, daß Olympia=Winterspiele 1940 in Internationale Olympische Komite hat in den frühen AHezhsugbgne#e die 5. Olympischen Wi Die nochmalige Betrauung des Wintersportortes im herrlichen Werdenerteiten Auktrag an bus Jrd, 1.t2/g, B. Austragung der Spiele im Jahre Gleichzeitig wurden auch die Orte sur dir Austegound. Kanzan 1944 bestimmt. Die Sommerspiele der 2o. Seyzurxeurr r.-—..(gtalien), finden, die Winterspiele im gleichen Jahr in Cortina b'Ampezzo(Ita Immer mehr polnische Zöllner nach Danzig Gesängnisstrafen für Volksdeutsche in Lodz I ten voroefundenen Ge#des### Prinzregent Paul heimgereist Herzlicher Abschied von Generalfeldmarschall Göring Berlin, 9. Juni. Prinzregent Paul und Prinzessin Olga haben am Donnerstagabend ihre Rückreise nach Jugoslawien angetreten. Generalfeldmarschall Göring geleitete mit seiner Gattin die hohen Gäste von Karinhall nach dem Bahnhof Friedrichswalde. In dem kleinen idyllischen Ort am Rande der Schorfheide hatte sich die Bevölkerung auch aus allen umliegenden Dörfern zum Abschied eingefunden. Die Formationen der Partei brachten ihne Berehrung durch ein grandioses Danzig, 9. Juni. Nachdem von Danziger Seite schon seit längerer Zeit nachdrücklich betont worden ist, daß die Zahl der polnischen Zollbeamten, die auf dem Gebiet des Freistaates Danzig herumlaufen, in gar keinem Verhältnis zu ihrem Aufgabenkreis steht, wurden jetzt als„Antwort“ auf den volnischen Mord von Kalthof sogar noch weitere 31 Polen herübergeschickt. Immer zwingender erhebt sich nunmehr die Frage, was diese Vielzahl von Beamten, die bekanntlich dem Kriegsministerium unterstehen, auf Danziger Boden betreibt. Allzu auffällig erscheint hier die Tatsache, daß Polen an seinen eigenen Grenzen nur etwa den zehnten Teil der Zollinspektoren beschäftigt, den es auf Danziger Boden an der deutschen GrenDaß die Aufgaben dieser Leute auf ganz anderem Gebiet liegen müssen, als auf dem der Zollabfertigung, erhellt auch erneut wieder ein Fall. von dem die Danziger Zeitungen berichten. Die beiden polnischen Zollinspektoren Kalinowski und Jostowski waren, wie die Zeitungen von zuständiger Seite erfahren, in Zivilkleidung zur Nickelswalder Weichselfähre an der Straße nach Ostpreußen gefahren. Hier konnte beobachtet werden, wie sie eine augenscheinlich sehr genaue Untersuchung des modernen Mechanismus der Anlege=Schwebebrücke der neuen Dampffähre vornahmen und sich anschließend in einiger Entfernung eifrig Notizen und Aufzeichnungen machten. Die Zeitungen stellen in schärfster Form fest, daß diese und ähnliche Fälle für Danzig geradezu unerträglich geworden sind und dringend der Abhilfe bedürfen. Kattowitz, 9. Juni. Vor dem Bezirksgericht in Lublinitz hatten sich 14 deutsche Volksangebörige aus der Wolwodschoft perzu Zt bertet. worten, die vor kurzer Zeit versucht hatten, über die grüne Grenze nach Deutschland zu gelangen. Sie waren wie Tausende anderer Volksdeutscher vor dem Terror holgischer Banden geflohen, meistens ihr Hab und Gut im Stiche lassend, nur ihr nacktes Leben in Sicherheit zu bringen. Die 14 Volksdeutschen hatten aber das Unglück, beim Grenzübergang von polnischen Häschern gefaßt und verhaftet zu werden. Das Lublinitzer Gericht verurteilte alle 14 Angeklagten zu Gefängnisstrafen von sechs bis acht Monaten und Geldstrafen von 20 bis 40 Zloty. Gleichzeitig verfügte das Gedie Beschlagnahme des bei den Angeklagren vorgefundenen Geldes, das meistens die letzten Sparpfennige dieser Aermsten darstellte. Gefährliche polnische Stimmungsmache „Das deutsche Volk bespottet selbst seine " Armee“ Posen, 9. Juni. Unter den Bemühungen, das Deutsche Reich als in schwersten inneren Kämpfen zerrissen, die deutsche Armee als untauglich und die ostdeutschen Provinzen als polnische Gebiete darzustellen, die nur auf ihre polnischen „Befreier“ warten, ist ein erstaunlicher Versuch des Posener Regierungsorgans„Nowy Kurier" bemerkenswert. Das Blatt bringt eine Artikelserie eines angeblich nach Ostpreußen entsandten Sonderberichterstatters unter der stolzen Ueberschrift: „Auf einst unserem Boden— Die ersten Stunden in Ostpreußen". In diesen Berichten, die das Regierungsblatt noch durch„täglich sich wiederholende Sabotageakte aus allen Teilen des Reiches“ zu ergänzen verspricht, wird dreist erklärt, daß „Militär und Volk zwei feindliche Mächte in Deutschland“(!) seien. Der rasende Informator hat genau gehört, daß die ostpreußische Bevölkerung„vorbeimarschierende Truppenteile bespottet“(1) habe und ähnliche die polnische Angriffslust reizende Dinge mehr. Zu den seltsamen Dingen, die der polnische Berichterstatter in Königsberg erlebt haben will, gehört auch, daß dort alle Menschen auf der Straße angehalten und ununterbrochen nach ihrer Legitimation gefragt würden. Wörtlich heißt es dann:„In Ostpreußen lebt jeder Bürger unter dem Eindruck, daß er heute oder morgen verhaftet oder ins Konzentrationslager geschafft wird.“ Es erübrigt sich, auf diesen Erguß näher einzugehen, er ist nur zu vermerken als ein besonders typisches Beispiel der systematischen polnischen Hetze, die dem polnischen Volk leichtfertig einen Konflikt mit Deutschland als eine ganz gefahrlose und auf jeden Fall verdienstvolle Menschheitsaufgabe darzustellen versucht und damit eine Psychose schafft, die die gefährlichsten Auswirkungen haben kann halten sein solen.„ ach p. Londonee Veterfoall,pieZegoeinmal an die Brust, kommen sich furchtbar human und menschenfreundlei und Wirklichkeit überhaupt schshe s gen nach Moskau fahren? Nach senem tinischen umt dens höchsten Preis feilscht und dabei von einer Vatshurchz=hag guigerehterise haltung ist, die brp, ür Helose Gebaren der Handelspartner geradezu als taktische HalDleses Mostau wil nach Digergigen immer noch nicht auf englische„DiploThrenperten Loct Haltior aick er sich puit 216t6= Lesen Sie heute: 240 Meter schwimmen in der Luft Seite 4. sagenden Worten an Deutschland wandte, nicht von solchen Erwägungen bestimmt worden sein, will man hier nicht aus ganz bestimmten Gründen plötzlich die der Karte spielen, um auf Iedensals sund volche Gedorzergen 6. 6e5 einem Vorgfältiger und Lord Halifar sehr nahevon Ehamberigin, und Lord Halifax, sehr nahe: liegend. Diese Redensarten haben wir schon zu bäufig gehört, als daß sie uns noch erfreuen könnten, außerdem darf man nicht vergessen, daß es zur traditionellen engtesngjicheg Po si hört, zusammen mit der feindlichen, Po#### gegen die stärkste europäische Kontinentalmacht immer zugleich sorgfältig darauf bedacht zu sein. sich für die Schulbfrags, sozusagen ein histo: risches Alibi zu verschaffen. In dieser diplomatischen Kunst waren die Engländer bisher Meister, d. h., solange ihre Politik noch unter dem großen bestimmenden Gesetz des Liberalismus der Vorkriegszeit stand. Heute, wo neue Kräfte Europa bewegen, wo die englische Politik jeder tieferen geistigen Haltung entbehrt und wo sie selbst von einsichtigen Engländern als jeden konstruktiven Schwunges bar und jeder großen Idee entblößt bezeichnet wird, hat allerdings auch dieses meisterhafte Spiel um die Schuldfrage stark an Die Wokte sind die gleichen geblieben. aber die Wirkungen sind heute anders, als man sie sich in London denkt. Man ist sowohl in den Septembertagen, wie in den Märztagen in London bemüht gewesen, immer so zu tun. als ob England in einer äußerst kritischen Weltlage, in einer europäischen Krisenstimmung ersten Ranges, zwangsläufig„für den Frieden“ gehandelt habe, um dann nachher, e se dev. die selbst geschalleve Vanistimmune wieder abreagierte, reichtich un Sonnenbader zu nehmen Auch das darf nicht vergessen werden. England und die offizielle englische Politik setzt mit allen Mitteln und mit einer srutalen Hemnungslosigkeit, die sich scheinbar auch nicht über die striktesten Neutralitätswünsche kleinerer Staaten irgendwelche Skrupel macht, seine Einkreisungspolitik fort. Wenn man sich gleicheeitig um Moskau bemüht. und nebenbei einige Köder in Richtung Berlin auslegt, so muß das einen schlechten Eindruck machen, umso mehr, wenn d' Begleitmusik in der Presse dazu von allem a: In tönt, als von einer wirklichen Verständigungsbereitschaft Englands und von einer objektiven Einsicht in die Belange des Großdeutschen Reiches England macht es sich heute leicht. aber so einfach, wie es aus inneren propagandistischen Gründen und mit wohlberechneter Absicht, auf die„demokratische Weltöffentlichkeit“ zu wirken, die Dinge darstellt, so einfach sind sie nicht, vor allem dann schon nicht, wenn man berechtigte Zweifel an der Ehrlichkeit englischer Worte hegen muß. Leichtsinn beim Schweißen Die Entstehung des Brandes im Warschauer Hauptbahnhof Warschau, 9. Juni. Vom Freitag an ist der normale Zugverkehr auf dem Warschauer Hauptbahnhof wieder ausgenommen worden, wo am 6. Juni das im Rohbau fertiggestellte neue Bahnhofsgebäude durch Brand vernichtet worden ist. Am Donnerstag morgen sind zwei von den vier unterirdischen Bahnsteigen dem Verkehr übergeben worden. Der größte Teil der Züge wurde aber im Laufe des Tages noch auf den wenig leistungsfähigen Vorortbahnhofen abgefertigt. Trotz des hohen kirchlichen Feiertages, den Polen am Donnerstag beging, wurde weiter fleißig an der Aufräumung der zum Teil verschütteten Bahnsteige gearbeitet und alles getan, um weitere Einsturze der stehengebliebenen Mauern und Bauteile zu verhindern. Inzwischen sind auch die Untersuchungen über die Entstehungsursache des Feuers so weit abgeschlossen worden, daß sichere Angaben gemacht werden können. Fünf am Bahnhofsbau beschäftigte Arbeiter der ostoberschlesischen„Friedenshütte“ sind verhaftet worden weil sie sich über die Schutzmaßnahmen leichfectig hinwegsetzten, als sie mit Schweißapparaten an leicht brennbaren Schallisolierschichten arbeiteten und so den Brand herbeiführten. Stabschef Lutze in Meme! Der historische Tag der Standarte Memellwacht“ Memel, 9. Juni. Am Freitag landete Stabshef Lutze. der im Zuge seiner Besichtigungsreise diesmal die Ostland=SA. besucht. in Megel. In rascher Fahrt ging es dann durch die jestlich geschmückte Stadt zum Heumarkt, auf dem die Vereidigung der 5000=SA=Männer stattfand, jener Männer, die ihr Bekenntnis zum Großdeutschen Reich schon vor der Eingliederung des Memellandes durch ihren aktiven Einsatz in der damaligen„Sicherheitsabteilung“ unter Beweis stellten. Die Männer auf dem Heumarkt standen in tiefe Glieder gestaffelt, an ihrer Spitze die Träger der Standarte„Memelwacht". Ehemann ermordet seine Frau Ein Verbrechen von 1923 jetzt vor dem Schwurgericht Bochum, 9. Juni. Vor dem Schwurgericht in Bochum wird gegenwärtig ein Mordfall behandelt, der sich 1923, also vor 16 Jahren, zugetragen hat. In der Küche ihrer Wohnung sand man damals die Ehefrau Franz Litzner mit durchschnittener Kehle vor. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Ehemann Litzner, der auch in Haft genommen wurde, doch mußte er später wieder entlassen werden, da er des Verbrechens nicht überführt werden konnte. Frau Litzner, die als treusorgende fleißige und saubere Hausfrau und Mutter galt, hatte bei ihrem Ehegatten, der dem Trunke ergeben war, ein wahres Martyrium auszustehen. Litzner wird in der Schwurgerichtsverhandlung als ein äußerst brutaler Mann geschildert, der ein intimes Verhältnis mit einer unverheirateten Helene Schlösser in Recklinghausen unterhiekt. Frau Litzner, die unter diesem Verhältnis unsagbar zu leiden hatte, versuchte mehrfach das Mädchen zu veranlassen, von ihrem Mann zu lassen. Sie erfuhr aber schnöde Ablehnung und von ihrem Mann brutalste Mißhandlungen. Ein Zimmer seiner Wohnung hatte Litzner an einen erwerbslosen Kostgänger Bruno Josef vermietet. Gleich bei Aufdeckung der Bluttat schob Litzner die Täterschaft auf diesen Kostgänger, den er am Tage vorher aufgefordert hatte, das Zimmer zu räumen. Seit dem Mordtage ist der Kostgänger spurlos verschwunden. Litzner behauptet, daß zwischen seiner Frau und dem Kostgänger ein intimes Verhältnis bestanden und daß der Kostgänger wohl ein Notzuchtverbrechen an seiner Frau verübt habe, doch haben die ärztlichen Sachverständigen diese Auffassung als völlig gegenstandslos festgestellt. Zuletzt sah man den Kostgänger am Nachmittag des Tattages in Herne. Man ist der Ansicht, daß er nicht mehr lebt und vielleicht auch ein Opfer des Mörders der Frau geworden ist. Einige Zeit nach der Ermordung seiner Frau zog die Helene Schlösser zu dem Angeklagten. Sie heirateten im Winter 1924. Aber auch diese Ehe gestaltete sich unglücklich. Auch die zweite Frau Litzner war fortgesetzten Brutalitäten ausgesetzt. Im Jahre 1928 zog Litzner mit seiner Familie nach Holland, später nach Belgien. Er kehrte 1934 wieder nach Deutschland zurück und nahm nun in Dortmund Wohnung. Nachbarn haben wiederholt gehört, daß sich die Ehegatten mit Mörder beschimpften. Auch auf ihrem Krankenlager im Hospital belastete Frau Litzner ihren Mann bezgl. der Ermordung seiner ersten Frau schwer. Die Kriminalpolizei nahm Ende 1937 die Ermittlungen erneut auf und Litzner wurde wieder in Untersuchungshaft genommen. Die Ermiktlungen der Kriminalpolizei brachten so viel belastendes Material, daß die Staatsanwaltschaft gegen Litzner die Anklage wegen vorsätzlichen Totschlags erhob. In der Schwurgerichtsverhandlung, die nun schon vier Tage dauert und die sich bei dem großen Zeugenaufgebot auf drei Wochen erstrecken wird, hat sich der Kreis schwerwiegender Verdachtsgründe um den Angeklagten außerordentlich verengt. Der Gerichtsvorsitzende hat den Angeklagten wiederholt auf erbehliche Widersprühmerkiam armacht. t M5 58 Shuvertam spien=den=Garnnosen Besorgnisse Halisax' über die Lage in Fernost London, 8. Juni. Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob ihm die kürzlich in Deutschland abgegebenen Erklärungen bekannt seien, daß Großbritannien die Vernichtung des deutschen Handels und aller deutschen Existenzgrundlagen plane, um die volitische und physische Ausrottung des deutschen Volkes zu erzielen, erklärte Ministerpräsident Chamberlain u. a., er habe mit großem Bedauern festgestellt, daß solche Behauptungen weiter erhoben würden. obschon er und Lord Halifax viele pofitive Erklärungen in gegenteiligem Sinne abgegeben hätten. In seiner Rede in der Londoner Albert=Hall am 12. Mai sowie in seiner Unterhausrede am 19. Mai habe er erklärt, daß jede Behauptung, daß England Deutschland zu isolieren wünsche oder der natürlichen und legitimen Ausdehnung seines Handels in Mittel= und Südosteuropa im Wege stehen wolle, oder daß es irgendeine Kombination gegen Deutschland plane mit der Absicht, gegen Deutschland zum Kriege zu schreiten, phantastisch sei. Bei einer außenpolitischen Aussprache im Oberhaus hielt Außenminister Lord Halifax eine Rede, in der zunächst auf die Frage des Kriegsmaterials in Spanien einging und erklärte, daß die italienische Regerung das Recht haben müsse, an Franco Kriegsmaterial zu verkaufen, wenn sie die Absicht dazu hätte. Er glaube nicht, daß irgendein Grund zur Klage über einen Bruch des Abkommens vorliege. Nachdem sich Lord Halifax dann mit der Lage im Fernen Osten befaßt hatte, die, wie er sagte. der Regierung beträchtliche Besorgnisse verursache, erklärte er zu den Verhandlungen mit der Türkei, daß nach dem Abschluß der ersten Stufe der Verhandlungen am 12. Mai weitere Beratungen zwischen den beiden Regierungen stattfinden. Er hoffe, daß er in sehr kurzer Zeit in der Lage sein werde, dem Hause mitzuteilen, daß sie erfolgreich abgeschlossen worden seien. Zu den Verhandlungen mit Sowjetrußland teilte Lord Halifax unter Bezugnahme auf seine Besprechungen mit französischen Ministern in Paris und Genf und dem sowjetrussischen Botschafter in London mit, daß als das Ergebnis dieser Besprechungen gemeinsame englisch=französische Vorschläge der Sowjetregierung unterbreitet worden seien, die nach Ansicht der britischen Regierung in allen Punkten, in denen es Schwierigkeiten gegeben habe, in jeder wichtigen Hinsicht entgegengekommen seien. Der sowjetrussische Außenkommissar habe in einer öffentlichen Erklärung zu diesen Vorschlägen anerkannt daß sie im wesentlichen den Wünschen seiner Regierung entsprächen. Es blieben noch eine oder zwei Schwierigkeiten zu lösen, die hauptsächlichste hiervon sei die Stellung der baltischen Staaten. Er hoffe, Mittel und Wege zu finden, durch die diese Schwierigkeit und irgendwelche anderen Schwierigkeiten gelöst würden. Dann verbreitete sich Lord Halifax noch über die allgemeine Lage und erging sich hierauf in den bekannten Vorwürfen gegen die Methoden der deutschen Außenpolitik. Abschließend erklärte er, er teile nicht die Ansicht derer die einen Krieg für unabwendbar hielten. Es fiele ihm sehr schwer zu glauben, daß mit der sicheren Aussicht auf Widerstand mit den furchtbaren Folgen vor Augen und bei dem Friedenswunsch und der Verhandlungsbereitschaft aller Völker diejenigen, die sich versucht fühlten, einen willkürlichen Krieg zu führen, nicht der Ansicht seien, wenn sie sich einmal von dem guten Willen derjenigen überzeugten, mit denen sie zu tun hätten, daß es klüger und vorteilhafter sei, die Schwierigkeiten, die sich unvermeidlicherweise bei der Verhandlung von Forderungen und unbefriedigenden Notwendigkeiten einer ständig sich wandelnden Welt ergeben, auf dem Verhandlungswege zu lösen. Rom zur Halijax=Rede Rom, 9. Juni. In der Oberhausrede des englischen Außenministers sieht man in Rom einen ersten amtlicherseits erkennbaren Rückschlag der sich endlos hinschleppenden Bemühungen um ein sowjetrussisches Bündnis. Man ist nicht abgeneigt, in ihr ein Anzeichen für eine mögliche Entspannung der internationalen Lage zu erblicken, verweist aber mit allem Nachdruck auf den schroffen inneren Gegensatz, der zwischen den Ausführungen im Oberhaus und den tags zuvor von Chamber= lain im Unterhaus abgegebenen Erklärungen besteht, die nicht anders als die Bereitschaft Englands zu weiterem Nachgeben gegenüber Moskau und damit als systematische Fortsetzung der Einkreisungspolitik gegen Deutschland und Italien ausgelegt werden können. Diese Rollenverteilung zwischen den beiden englischen Staatsmännern sei nicht zum erstenmal zu beobachten und man habe allen Anlaß. eine etwa einsetzende neue Phase der diplomatischen Manöver Londons mit der größten Vorsicht und Wachsamkeit zu verfolgen. Zwar sei jedes Anzeichen für eine wirklichkeitsnahe Betrachtung des wahren Wesens der gegenwärtigen internationalen Auseinandersetzungen zu begrüßen, besonders wenn solche Anzeichen aus London und von amtlicher englischer Seite kommen. Vorerst aber müsse man abwarten, was an ehrlichen Absichten und praktischen Plänen hinter den sieht besorgt auf Mr. Strang Paris, 9. Juni. Die Kommentare der Pariser Blätter am Freitag drehen sich im wesentlichen um die Erfolgsaussichten der Mission Strangs, der am Sonntag oder Montag, wahrscheinlich im Flugzeug, die Reise nach Moskau antreten und den Sowjets eine neue Auflage der französisch=britischen Einkreisungsvorschlage überbringen soll. Allerdings lassen die Blätter beträchtliche Zweifel darüber durchblicken, ob die neue Formel, die die Schwierigkeiten der sowjetrussischen Garantieforderung für die baltischen Staaten umgehen soll. tatsächlich die Fortsetzung der Verhandlungen mit Sowjetrußzland erlauben wird. Die Blätter betonen überdies, daß diese Formel noch nicht einmal endgültig ausgearbeitet ist, sondern zur Zeit noch Gegenstand eifriger Prüfungen im englischen Außenamt und im Quai d’Orsay ist. In den Blättern herrscht durchaus keine einheitliche Auffassung über die Zweckmäßigkeit der von der englischen Regierung ins Auge gefaßten Kompromißformel, wonach England den Sowjets in der baltischen Frage dadurch entgegenkommen will, daß die schon in dem englisch=volnischen Pakt enthaltene Klausel der„Verteidigung der vitalen Interessen“ auch auf die sowjetrussischen Forderungen Anwendung finden wird. Das„Journal“ findet diese Kombination höchst gefährlich. Die französische Regierung werde genau prüfen müssen, inwiefern sie die britischen Vorschläge annehmen könnte, bzw. ihrerseits den Wortlaut abändern müßte. Auch der„Matin“ glaubt zu wissen, daß die französische Regierung über die neue englische Formel nicht besonders erbaut sei. Der Außenpolitiker des dem Quai d'Orsay nahestehenden„Petit Parisien" befaßt sich mit unverhüllter Besorgnis mit den Informationen aus Sowjetrußzland, wonach die Sowjetregierung sich zur Stunde jedem Pakt und jeder Verpflichtung gegenüber irgendeinem Land widersetze. Moskau werde, wie es heiße, verschiedene Variationen vorschlagen, aber keine unterzeichnen, da es überzeugt sei, daß die Zeit für Sowjetrußland arbeite und daß eine abwartende Haltung ihm den Vorteil belassen würde. die Rolle eines Schiedsrichters über die europäischen Dinge zu spielen. Der Außenpolitiker des rechtsstehenden „Jour“ erklärt, es sei kein Gedanke, daß die Sowjetrussen der Ansicht seien, daß Lord Halisax persönlich nach Moskau kommen müsse. Das Blatt will sogar voraussagen, daß die „Anmaßzung“ Moskaus in der nächsten Zeit weiter steigen würde. Britisch=türkische Militärbesprechungen Istanbul, 9. Juni. Mitte der nächsten Woche wird in der Türkei das Eintreffen einer aus allen Wehrmachtteilen zusammengesetzten britichen Militärmission erwartet. Die in der Türkei gewesenen Waffenattachés, die die türkische Militärmission nach London begleitet haben, kehren zu dem Zwecke nach Ankara zurück um an den türkisch=englischen Militärverhandlungen teilzunehmen. Die türkische Mission bleibt noch etwa drei Wochen in London. Die Aufenthaltsdauer der englischen Mission, die sich zu den Parallelverhandlungen nach Ankara begibt, ist noch nicht bekannt. Türkei und Einkreisung Istanbul, 9. Juni. Ueber die in Ankara in Gang befindlichen französisch=türkischen Verhandlungen erfährt man, daß sie vor dem Abschluß stehen. Spätestens Anfang nächster Woche wird eine gemeinsame Erklärung erwartet, die sich ungefähr mit der englisch=türkischen Erklärung vom 12. Mai über gemeinsame Hilfeleistung bei einem Mittelmeerkonflikt decken wird. Die Verhandlungen über die Angliederung des Hatay=Landes an die Türkei stehen in Zusammenhang damit und befinden sich auch vor dem Abschluß. Die französische Zeitung„Stambul“ meldet, daß gestern der französische Botschafter mit dem türkischen Außenminister eine Unterredung hatte, die der endgültigen Festsetzung des Wortlautes des französisch=türkischen Abkommens galt. Auch der sozialdemokratische„Populaire“ betont, daß man in sowjetrussischen Kreisen die Entsendung Strangs nach Moskau nur mit gemischter Freude aufgenommen habe, denn die Sowjetrussen hätten mehr erwartet, nämlich einen Besuch Lord Halisax', wenn nicht gar Chamberlains. Englischer Kredit für die Türkei Istanbul, 9. Juni. Die Zeitungen berichten aus London über einen neuen englischen Kredit in Höhe von 15 Millionen Pfund Sterling für Rüftungszwecke der Türkei. Falls englische Fabriken die türkischen Bestellungen nicht voll ausführen könnten, sei die Weitergabe von Aufträgen an belgische und holländische Fabriken vorgesehen. Der 9. Jahrestag der Rückkehr König Carols in sein Land wurde am Donnerstag unter großen Feierlichkeiten begangen. Im Mittelpunkt stand eine Huldigung der Jugend im Stadion, bei der der König vor etwa 30.000 Zuschauern eine Ansprache hielt. Reichsminister Dr. Frick empfing im großen Festsaal der Pester Redoute die deutsche Kolonie, die unter Führung des Gesandten von Erdmannsdorff fast vollzählig erschienen war. Ein von Oberleutnant Suter gelenktes Schweizer Militärflugzeug, das vom Flugplatz Altrhein nach Dübendorf gebracht werden sollte, stürzte bei dem Versuch, im Gleitflug niederzugehen, ab. Es schlug auf einen Felsen und zertrümmerte. Der Pilot kam dabei ums Leben. Worten des englischen Außenministers vorhan. den sei Eine solche Klarheit darüber könne nur durch Taten geschaffen werden So bemerkenswert die Steklungnahme von Lord Halisaz im Oberhaus auch sein möge, so bedeute sie zunächst nur, daß sich London alle Türen offenhalten wolle, eine Stellungnahme die im Augenblick der Entsendung des Herrn Strang nach Moskau mehr auf den Kreml berechnet. als an Europa gerichtet sei. Neue Kompromißformel gefunden? Schwere Bedenken gegen die Garantiewünsche Meskaus? London, 9. Juni. In der Frage der Ver handlungen mit Sowjetrußzland glauben die Londoner Blätter, daß es der britischen Regierung jetzt gelungen sei, eine Formei zun Behebung der Hauptschwierigkeit zu finden. nämlich der Frage der Garantie der drei baltischen Nachbarstaaten Sowjetrußzlands. So meint der diplomatische Korrespondent der„Times“ ziemlich widerspruchsvoll, die britische Regierung achte den Wunsch der baltischen Staaten, daß sie nicht garantiert werden möchten und sie arbeite jetzt ure Formeln aus, durch die jede dieser drei Mächte im zukünftigen Abkommen Hilfe gegen jeden direkten oder indirekten Angriff erhalten würde. Weiter schreibt der Korrespondent dann bezüglich der Reise Strangs nach Moskau, auf sowjetrussischer Seite habe man ohne Zweife gehofft, daß ein britischer Minister nach Moskau kommen werde „Daily Expreß“, setzt seinen Kampf gegen das Bündnis mit Sowjetrußland fort. Warum bestehe, so fragt das Blatt, heute Sowjetrutzland darauf, daß die Unabhängigkeit von Staaten garantiert werden sollte, die dies nicht wünschten? Die Erklärung sei sehr einfach. Sowietrußland fürchte, daß es, wenn die Unabhängigkeit dieser Länder zerstört werde. selbst von Deutschland bedroht werden könne. Vor fünf Jahren habe sich unter anderem England verpflichtet. die Unabhangigkeit Oesterreichs zu garantieren, und zwar obgleich die Bewohne: dieses Landes selbst die politische Vereinigung mit Deutschland wünschten. Heute verlange Sowjetrußland das gleiche von den sogenannten demokratischen Mächten in bezug auf die baltischen Staaten Mit anderen Worten, falls Estland. Lettland und Finnland wünschen sollten, politische Allianzen mit Deutschland abzuschließen, dann werde man sich diesen Allianzen auf Grund der„Gefährdung des Friedens Europas“ und vor allem der Sicherheit Sowjetrußlands mit Waffengewalt widersetzen müssen. Kabinettskrise durch„Thetis“ London, 9. Juni. Die„Thetis“=Katastrophe wird, so meldet„Daily Herald“, ihren Abschluß mit dem Rücktritt des Ersten Lords der Admiralität, Lord Stanhope, finden. „Sein Ausscheiden aus der Regierung werde soforr nach dem Abschluß der Untersuchung über das Unglück stattfinden. Man könne dessen sicher sein, daß mit dem Wechsel auf dem Posten des Ersten Lords der Admiralität auch andere Wechsel im Kabinett erfolgen würden, denn einflußreiche Kreise drängten auf Chamberlain, daß er„jüngere Männer“ auf bestimmte wichtige Posten setzen solle. König Eduard in Washington 76 Abgeordnete irischer Abstammung ziehen sich vorläufig von den Washingtoner Veranstaltungen zurück Newyork, 9. Juni. Obwohl der Führer der Irischen Republikanischen Armee, Sean Rufsell, der in Detroit vor der Ankunft des Königspaares verhaftet wurde, gegen eine Kaution wieder freigelassen worden ist, dauert die Wut der 76 Mitglieder irischer Abstammung über die Verhaftung unvermindert an. Die Kongreßgruppe erklärte, Roosevelt habe versprochen, den„Fall Russell" zu untersuchen. Sie werde den Bescheid Roosevelts abwarten, ehe sie sich entscheide, ob sie dem offiziellen Kongreßempfang für das Königspaar beiwohnen werde.„Herald Tribune" berichtet in diesem Zusammenhang, der irische Gesandte Brennau habe sich beim Diplomatenempfang des Königspaares im Weißen Hause durch einen Legationssekretär vertreten lassen. Bei dem Staatsbankett im Weißen Hause wurden Trinksprüche gewechselt, in denen die englisch=amerikanische Freundschaft gerühmt wurde. Iüdischer Bombenauschlag Jerusalem, 9. Juni. Am mohammedanischen Sonntag, an dem die Araber ihre gefangenen Angehörigen besuchen dürfen und auch in großer Zahl in den Gefängnissen erschienen, wurde eine Jüdin in mohammedanischer Verkleidung am Eingang des Zentralgefängnisses von Jernsalem gefunden und verhaftet. Sie trug in einem Korb eine Zeitbombe, die gerade noch rechtzeitig unschädlich gemacht werden konnte. Kabinettskrise behoben Einigung über neuen Finanzminister erzielt Amsterdam, 9. Juni. Wie in politischen Kreisen des Haag verlautet, ist die Gefahr einer Kabinettskrise„oben. Zwischen Ministerpräsident Coliin und dem römisch=katholischen Kabinettsflügel wird eine Einigung erfolgen. Als neuer Finanzminister wird der Staatsminister de Geer genannt, der bereits 1921 bis 1923 und 1926 bis 1933 Finanzminister war. De Geer gehört parteimäßig der Christlichhistorischen Union an. Er gilt als Anhänger einer konservativen Finanzpolitik und als Gegner aller inflationistischen Tendenzen. Im Zusammenhang damit hat sich der Kurs des Gutden, der während der letzten Krise abgeschwächt war, wieder befestigt. In der Zeit vom 10. bis 29. Juni d. den im Deutschen Nationaltheater zu Weimar die diesjährigen„Weimarer Festspiele der deutschen Jugend" statt. Sie werden in vier Veranstaltungsreihen durchgeführt werden. Sohnabend, den 10. Juni 1939 „Schwerter Zeitung Nr. 133(Zweites Blatt) Aus und A W arsen Srusresre(h I Zum Geleit: Das Leben ist nur dem an steten Wonnen reich, der frohbewußt es sich und andern lebt zugleich Rückert. Gedenktage: 1190 Kaiser Friedrich Barbarossa gestorben. Steuer- Miete- Luftschutz Jahreshauptversammlung des Schwerter Hausund Grundbesitzer=Vereins e. V. Zur Jahresmitgliederversammlung hatte der Wetter: Immer noch trocken und wieder wärmer. Die Schönwetterperiode, die in Westdeutschland jetzt länger als 3 Wochen besteht, ist noch nicht abgeschlossen. Gestern und heute strömten kältere Lustmassen aus nördlicher Richtung in unser Gebiet, die Abkühlung betrug im Durchschnitt 10 Grad. Während am Mittwoch um 17 Uhr am Flughafen Essen 30,6 Grad gemessen wurden, betrug die Temperatur am heutigen Freitag zur gleichen Zeit 17 Grad. Die eingeströmte Kaltluft hat in unserem Bezirk nirgends Gewitter oder Niederschläge ausgelöst. Es muß noch für einige Tage mit Anhalten der Trockenperiode gerechnet werden. Aussichten für Sonnabend und Sonntag und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Zunächst noch keine durchgreifende Aenderung. Tageschronik Aus der„Legion Condor" kehrte ein Schwerter, Helmut Wiesemann, nach der Teilnahme am spanischen Freiheitskampf zurück. Die Kameraden des Legionärs aus dem Schwerter Rad=Sport=Club laden zu einer Wiedersehensfeier mit Helmut Wiesemann bei Preising, Hüsingstraße, ein. Erste und zweite Preise in Leipzig. Auf der Reichsnährstandsausstellung in Leipzig konnte die Milchversorgungsgenossenschaft e. G. m. b. H. für Stadt= und Landkreis Iserlohn folgende Preise erringen: erster Preis für Rohmilch, zweite Preise für erhitzte Vollmilch, Deutsche Markenbutter, Speisequarg, Speisequarg 20°ig. Mütterehrung der RS.=Frauenschaft. Im Rahmen eines Gemeinschaftsnachmittages veranstaltete die RS.=Frauenschaft Schwerte=Ost in der Gaststätte„Kreinberg“ eine eindrucksvolle Ehrung der älteren, kinderreichen Mütter. Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Walter sprach ein kurzes Grußwort. Sie hieß insbesondere die kinderreichen Mütter, die man mit Wagen von ihren Wohnungen abgeholt hatte, herzlich willkommen. Heute, so betonte sie, nehme die Mutter wieder einen Ehrenplatz in Deutschland ein. Sichtbarer Ausdruck dieser Hochachtung sei das vom Führer verliehene Ehrenkreuz, welches jede Mutter mit Stolz tragen kann. Bei Kaffee und Kuchen verlebten die Mütter im Kreise der Frauenschaftsmitglieder einige frohe, inhaltsreiche Stunden. Eine Jungmädelgruppe musizierte, sang und tanzte. Eben erfreuten einige Frauenschaftsmitglieder mit Liedervorträgen. RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk. Am Dienstag, den 13. Juni, nachmittags, veranstaltet die Ortsgruppe West im„Reiche des Wassers“ ein Kaffeetrinken für die alten Mütter. . Für den Kreis Iserlohn erhielt von der Regierung in Arnsberg der Lehrer Bemmer den Auftrag, den Sport= und Turnunterricht an den Schulen zu überwachen. Vom 1. Juli ab hat Lehrer Bemmer diese Aufgabe bereits übernommen. Neue Eilzüge an Sonn= und Feiertagen. Schon ab 4. Juni verkehrt an Sonn= und Feiertagen der Eilzug 69, ab Köln 18.25 Uhr, an Hagen 19.51 Uhr, über. Schwerte nach Hamm weiter. Der Zug fährt von Schwerte um 20.15 Uhr weiter nach Unna und Hamm, wo er um 20.45 Uhr eintrifft. Auch ein Gegenzug verkehrt an Sonn= und Feiertagen, der Eilzug 74: ab Hamm 21,55 Uhr, an Schwerte 22.27 Uhr. Der Zug hat in Hagen Anschluß nach Wuppertal. Wer will Seidenraupen halten? Interessenten erhalten Unterstützung. In zahlreichen Gemeinden wurden in den vergangenen Jahren Maulbeeren gepflanzt, die nunmehr so weit herangewachsen sind, daß an ihre Nutzung durch Seidenbau gedacht weiden kann. Interessenten, die in Zukunft diese von den Gemeinden geschaffenen Maulbeerkulturen zum Zwecke des Seidenbaues übernehmen wollen, wird empfohlen, vor Beginn eigener Zuchten an einem Kursus in einer von der Reichsfachgruppe anerkannten Beispielrauperei teilzunehmen. Die Kurse beginnen Anfang Juli und werden fortlausend bis Ende August durchgeführt. Dem einzelnen wird empfohlen, wenigstens 6 Tage in einer Beispielrauperei tätig zu sein. wo er zu diesem Zeitpunkt den gesamten Entwicklungsgang des Seidenspinners und alle für den Haus= und Grundbesitzerverein Schwerte e. V. in das Hotel„Schwerter Hof“ geladen. Auf der Tagesordnung stand neben dem Kassenbericht ein Vortrag des Geschäftsführers des Verbandes der Haus= und Grundbesitzer=Vereine im Ruhrbezirk, Dr. Düppe, aus Essen. Die zahlreich erschienenen Mitglieder folgten mit großer Anteilnahme den Ausführungen von Dr. Düppe, der sich im ersten Teil seines Vortrages mit der Grundsteuerform vom 1. April 1938 und ihrer jellt zur übersehenden praktischen Anwendung befaßte und sich im zweiten Teil dann mit Fragen der Preisüberwachung und Preisbildung bei Grundstücken beschäftigte. Besonders eingehend sprach der Redner über die mit dem 11. April 1939 erlassenen GrundsteuerBilligkeitsrichtlinien und wies darauf hin, daß Anträge für einen Erlaß bei mittlerem Neuhausbesitz bis zum 15. Juli zu stellen seien. Auch Korrekturen des Einheitswertes eines Grundstücks könnten auf Antrag vorgenommen werden, was aber natürlich für diejenigen unvorteilhaft sei, die später noch noch einmal mit dem Verkauf ihres Grundstückes rechnen könnten. In rung des betr. Grundbesitzes nie mehr zu rechnen sei, rate er zu einer Korrektur. Ebenfalls die Frage der Mieterhöhung berührte Dr. Düppe und wies mit Nachdruck darauf hin, daß Mieterhöhungen in jedem Falle der Genehmigung auf dem Wege über die Stadt vom Landratsamt bedürfen. In seiner Schlußansprache unterstrich der Vereinsführer Graumann noch einmal, daß die genauen Unterlagen über die Auslagen bei Anträgen für Mieterhöhung bereitzuhalten seien und verlas im Folgenden einen Artikel des Völkischen Beobachters, in dem die Fiktion vom Haus= und Grundbesitzer als„reichem Mann“ zerstört und geklärt wurde. Außerdem wies er auf die notwendige Anschaffung der 12 vorgeschriebenen Luftschutzgeräte hin. Nach dem Kassenbericht wurde Entlastung erteilt. Die Namen von 9 neu aufgenommenen Mitgliedern wurden verlesen. Nach Schluß der Sitzung besprachen die Vereinsmitglieder noch in kameradschaftlichem Kreise einzelne Fragen der Praxis untereinander. Wir rufen die südwestfälischen Foteamateure „Durch Rundfunk immer im Bilde“.— Der große 20000 RM.=Wettbewerb. Seit einigen Wochen springt den Foto=Amamateuren immer wieder die Parole ins Auge „Durch Rundsunk“ immer im Bilde“.— Großer Fotowettbewerb der Reichsrundfunkkammer. Wer sich inzwischen bei seinem Foto= oder Rundsunkhändler den Wettbewerbsprospekt verschafft hat, konnte feststellen, daß es sich um einen der bedeutendsten und für den Fotoamateur erfolgversprechendsten Wettbewerb handelt. Die große Anzahl wertvoller Preise ist wohl verlockend genug, um jeden rundfunkhörenden Fotoamateur zu bewegen, seinen Auslöser zu betätigen. Zu den Reichspreisen von 1000.— RM., 750.— RM. und 500.— RM., einem Schmalfilmausnahmegerät mit Zubehör, einer Leica=Kamera kommen noch 39 Gaupreise von je 200.— RM., 39 Preise von je 100.— Reichsmark, 39 Preise von je 50.— RM., sowie eine große Anzahl kleinerer Preise. Einsendeschluß: 15. Juni. Inzwischen gingen bereits zahlreiche Einsendungen bei der Landesleitung der Reichsrundfunkkammer in Bochum ein. Eine flüchtige Durchsicht dieser Aufnahmen läßt es jedoch angebracht erscheinen, über Sinn und Zweck des Fotowettbewerbes noch einiges zu sagen, zumal der Einsendeschluß erst auf den 15. Juni 1939 festgesetzt ist. Sofern Einsender Wert auf Rücksendung der Bilder legen, kann diese erfolgen, wenn Rückporto beigesügt ist. Es wird jedoch gebeten, möglichst davon Abstand zu nehmen, da alle Bilder zu evtl. späterer Verwendung gegen Honorar bei der Reichsrundsunkkammer verbleiben sollen. Die Aufnahmen müssen in der Große 9 mal 12 auf weißem Papier hochglänzend kopiert sein. Es ist dabei vollkommen gleichgültig, ob die Aufnahme eine Originalkopie ist oder eine Vergrößerung; wichtig und Voraussetzung für eine günstige Bewertung ist, was die Aufnahmetechnik anbelangt, die Reproduktionsfähigkeit der Aufnahme. Die Bilder müssen also so gestochen scharf sein, daß sie sich mühelos auf große Formate vergrößern lassen, ohne daß dann eine störende Unschärfe eintritt. Ebenso notwendig ist es, daß das Positiv wie auch das Negativ vollkommen frei von kleinen Materialfehlern sind, die bei Vergrößerungen erst recht störend hervortreten würden. Besonders wirtungsvoll für den Pressedruck und als Vergrößerungen sind solche Aufnahmen, die zahlreiche, jedoch nicht zu starke Kontraste ausweisen. Die Aufnahmen werden daher an Reiz gewinnen, wenn sie nicht zu flau sind, d. h., wenn ihre Gesamtwirkung nicht grau in grau ist. Rundfunkhörend.... Zu den darzustellenden Aufgaben giot der Prospekt nähere Erläuterungen und auch die Rundsunkpresse lausend ausführliche Beiträge. Es ist jedoch bei allen Aufnahmen sorgfältigst zu beachten, daß der Sinn des Wettbewerbs, das deutsche Volk am Lautsprecher— also rundsunkhörend— zu zeigen, nicht versälscht wird. Bereits aus der Haltung, der Stellung und dem Gesicht des Hörers soll ersichtlich sein, daß er wirklich hört und vielleicht sogar, was er hört. Es ist durchaus kein Beweis dafür, daß ein im Bild gezeigter Volksgenosse gerade eine Sendung hört, nur weil er die Hand am Einstellknopf des Empfängers hat, weil er etwa in seiner Rundsunkzeitschrift blättert oder gar in seiner Rundfunkzeitschrift blättert oder gar in einem Buche liest. Denkbar ist jedoch eine Aufnahme, bei der der Hörer eine Oper im Textbuch mitliest. Jede Aufnahme muß also eine wirklich lebensvolle Szene zeigen, in der sich das Erleben eines Augenblicks, die Freude und das Miterleben durch den Rundfunk widerspiegeln. jedoch täglich Zuwiderhandlungen vor. In den letzten Tagen wurden mehrere Fahrer und Insassen von Kraftwagen angezeigt, die das Gelände sogar mit ihren Wagen befahren und im hohen Grase gelagert hatten. Da die wiederholten Warnungen nicht wirken, wird künftig in jedem Falle Strafanzeige erfolgen. Ein Abend dem Kolonialgedanken gewidmet. Westhofen. Am Freitag, den 16. Juni, veranstaltet die hiesige Ortsgruppe der RSDAP. in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe des Reichskolonialbundes im Saale der Wirtschaft Fritzenkötter einen Kultur= und Unterhaltungsabend. In Filmvorführungen wird an diesem Abend besonders der Kolonialgedanke zum Ausdruck kommen. Jedem Siedler seine Scholle. Westhofen. Vor einigen Tagen fand im Gasthof Schürmann an der Ruhrbrücke eine Zusammenkunft der Siedlungslustigen statt, die sich für eine Eigenheimsiedlung am Garenfelder Hang zwischen der Ortschaft Garenfeld und dem Ruhrtal interessieren. Die dort bereits vorhandene Siedlung soll in großzügiger Weise weitergeführt werden. Die Erschienenen erhielten eingehende Aufklärung über alle Fragen, die mit der Errichtung einer Eigenheimsiedlung zusammenhängen. Ferner wurde eine Auslosung der bereits aufgeteilten und vermessenen Baugrundstücke vorgenommen, sodaß jetzt über 20 Siedlungswerber genau wissen, welche Scholle in Zukunft ihnen gehören soll. Mit Zuversicht und Hoffnung werden die erbgesunden, schaffensfreudigen Menschen hier an die Arbeit gehen. Nach den Vorarbeiten zu rechnen, dürfte mit den Ausschachtungen in kurzer Zeit begonnen werden können. Unfall im Steinbruch. Unfall. Beim Loswinden von Steinen schlug einem Steinbrucharbeiter ein Felsstück in den Rücken und verletzte ihn erheblich, sodaß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Seidenbauer in Betracht kommenden Arbeiten kennenlernt. Interessenten, die bei einem Besuch der Beispielraupereien gezwungen sind, außerhalb ihres Wohnortes zu übernachten, können auf Antrag eine Beihilse von 3.— RM. durch die Reichsfachgruppe Seidenbauer erhalten. Mitteilungen über die nächstgelegene Beispielrauperei wie auch über den Seidenbau selbst erteilt die Reichssachgruppe Seidenbauer e. V., Berlin W 50, Neue Ansbacherstraße 9, die auch die Anmeldungen zu den Kursen entgegennimmt. Amt Westhofen Roch ein Reichsautobahnlager wird errichtet. Holzen. Außerdem in Westhofen am oberen Hellweg errichteten und bereits belegten Reichsautobahnlager wird gegenwärtig auf dem Gelände nördlich des Westhellweges in Holzen unweit des Bergerhofes eine zweite, aus mustergültig eingerichteten Baracken bestehende Unterkunft für einige hundert Arbeiter der Reichsautobahn geschaffen. In Kürze werden auch hier die Pioniere der Reichsautobahn einziehen. Das Straßenbild ist schöner geworden. Westhofen. Der größte Teil der Arbeiten der Begradigung und Erbreiterung der Bahnhofstraße ist jetzt beendet. Wo früher Mauern mit Eisenzäunen und verunstaltende Ecken stellenweise bis weit auf die Bürgersteige ragten, sind jetzt schöne, niedrige, mit Natursteinen verkleidete Mauern errichtet, die mit den Grün= und Blumenaupflanzungen bei manchen Häusern das Aeußere erst jetzt vorteilhaft herausstellen. Der ganze Straßenzug hat jetzt eine einheitliche und begradigte Linie. Ebenso sind die Bürgersteige an beiden Seiten der Straße mit Platten belegt und überall neue Bordsteine gesetzt worden. Ein verkehrssicheres Gehen ist jetzt auf der ganzen Strecke bis zum Bahnhof möglich. Ueber die Beseitigung des schweren, Gefahrenzustandes an der Kreuzung Bahnhof— Hindenburgstraße— Niederstraße— Hohlweg wurde bereits früher berichtet. Durch den Abbruch der drei Besitzungen Herfen, Neubauer und Schmitz ist an dieser Stelle eine gute Uebersicht geschaffen worden. Um das Straßenbild auch hier noch besser zu gestalten, sind Verhandlungen eingeleitet worden, damit noch ein Teil des Hauses Wever abgebrochen und das Gebäude weiter hinter die Baufluchtlinie zurückversetzt wird. Politische Leiter zur Wiederholungsübung. Westhofen. Heute, Sonnabend, beginnend um 17 Uhr, und morgen, Sonntag, beginnend um 8 Uhr, werden sich die Politischen Leiter der NSDAP. und Angehörigen der Gliederungen und angeschlossenen Verbände(Sportabzeichenträger) auf dem Schießstand an der Bahnhofstraße den Wiederholungsübungen für das SA.= Wehrabzeichen unterziehen. Zum Schutze des Wassergewinnungsgeländes. Westhofen. Um das für die Wassergewinnung wichtige Gelände längs der Ruhr vor Verunreinigungen und Beschädigungen zu schützen, ist das Betreten dieser Flächen verboten worden. Trotz Einfriedigungen und Warnungstafeln kommen Ein Film vom Kreistag Iserlohn. Im Auftrage der Kreisleitung der NSDAP. Iserlohn wurden die Ereignisse des Kreistages durch den Kreisfilmstellenleiter im Film festgehalten. Ans dem Aufnahmematerial wird nunmehr ein Reportagefilm zusammengestellt, der das Erlebnis der beiden Tage für die Zukunft festhält. Alle Volksgenossen werden dadurch die Gelegenheit haben, den Kreistag der später nachzuerleben. Mit dem Film ist gleichzeitig ein wertvolles historisches Dokument geschffen worden. Meisterhausfrauen. Die Kurse für Meisterhausfrauen erfreuen sich von Jahr zu Jahr eines regeren Zuspruchs. Sowohl in Bochum, als auch in Dortmund und Siegen sind die neuen Lehrgänge gut besetzt. Die Teilnehmerinnen haben freudig ihre Arbeit aufgenommen in dem Bewußtsein, daß es sich um mehr denn um eine Bereicherung der eigenen Kenntnisse handelt, als vielmehr kraft dieser Kenntnisse dem Volksganzen dienlich sein zu können. „Kraft durch Freude" auf dem Westfalentag in Minden. An er Ausgestaltung des Westsalentages, der in der Zeit vom 7. bis 9. Juli in Minden stattfindet, ist auch„Kraft durch Freude" beteiligt. Es ist ein großes KdF.=Singen unter Leitung des KdF.=Reichssingeleiters Hannemann, Berlin, vorgesehen. Bei dem großen Festzug werden auch KdF.-Gruppen vertreten sein. Für das KdF.=Fest sind besondere Ueberraschungen vorgesehen. Es kommt ein schlüsselfertiges KleinEigenheim zur Verlosung. Börsen und Märkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 9. Juni. Auftrieb: 441 Stück Großvieh: 731 Kälber: 62 Schafe: 4991 Schweine. Bezahlt wurden für 50 ka Lebendgewicht in RM: Ochsen: a) 46½/.— Bullen: 44—44½: 0) 40½; — Kühe: a) 43—44½: b) 30—40½: e) 33—34½.— Färsen: a) 455: b) 41½) c) 36½. Kälber: a1) 75—78: a2) 61—63: b) 57: c) 45 bis 48: d) 36—38.— Lämmer und Hammel: a) 50: 49—50: c) 40—44: d) 40—44.— Schafe: a) 42.— Schweine: a) 58½: b1) 57½: b2) 56½: c) 52½: d). e). f) 49½; Sauen a) 57½: b) 569. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt: Schafe flott. Hagener Schlachtviehmarkt. Hagen. 9. Juni. Auftrieb: 208 Stück Großvieh: 347 Kälber: 15 Schafe: 1510 Schweine. Bezahlt wurden für 50 ka Lebendgewicht in RM: Ochsen: a) 43 1/2—46 5: b) 42½.— Bullen: a) 43 bis 44½: b) 40½: c) 35½.— Kühe: a) 43 bis 449: b) 36 1/—40|: c) 30—34½: d) 25.— Färsen: a) 45½: b) 41½: c) 36 5: d) 25.— Kälber: a) 63: b) 51—57: c) 42—48: d) 33—38.— Beste jüngere Stallmasthammel 48.— Schafe: a) 40—42: e) 26.— Schweine: a) 58%: b1) 57%: b2) 56½: e) 52½: d) 49½; Sauen a) 57%= b) 515: Eber 51½: Altschneider 56½.— Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Zco Ttteler sehtonneltu Der Euft Von Dr. Hans=Adolf Ebing“ Vierzehnter September 1938. Zweihundertundsechsundvierzig Meter lang schiebt sich ein silbergrauer Riese langsam aus der Halle der Zeppelinreederei zu Friedrichshafen am Bodensee. Eine gigantische Zigarre, in deren Bauch ein 41,2 Meter hoher Kirchturm Platz fände. Der ganze ausgefahrene Schiffskörper reicht über eine Länge von zweieinhalb hintereinander gelegenen Fußballplätzen. In mächtigen schwarzen Antiqualettern liest man auf dem Bug:„Graf Zeppelin“ und weiter hinten auf den Flanken des Giganten: D— 28 130. Das neueste, größte und modernste Zeppelinluftschiff des Deutschen Reiches und der Welt, tritt seine Jungfernfahrt an. Wie ein Phönix aus der Asche erhebt sich die stolze deutsche Luftschiffahrt nach dem Schicksalsschlag von Lakehurst zu neuer Größe. Das, was sich hinter der Außenhaut des Riesen den Blicken der Aufschauenden und Winkenden tief unten verbirgt, ist ein Wunderwerk. Ein lebendiger Organismus von automatisch reagierenden Apparaturen, Meßinstrumenten, Motoren, Dynamos, Elektrizitätsstationen und Funkeinrichtungen, eine Wasserfabrik, Reparaturwerkstätten und... Behaglich in der Ecke des Rauchsalons in seinen Sessel gelehnt sitzt ein Herr und schaut durch die großen Fenster zu den sanft vorübergleitenden Ufern des Bodensees hinab. Drunten ziehen die Hafenmolen von Lindau vorbei. Gedämpft brummen die Motoren zu ihm herein. Keine leiseste Schwankung verrät, daß er sich hoch durch die Luft bewegt, daß draußen ein starker Wind weht und er mit einem Schiff regelrecht durch die Luft„schwimmt". Da tönt der Gong, der zum Mittagessen ruft. Durch die Bar, drei kleine Treppenstufen hinauf geht der Weg in den Speisesaal, in dem sich an festlich gedeckten Tischen schon die Mitreisenden versammelt haben. Feinstes Porzellan, geschliffene Kelche, Blumen. Es wird ein delikates Menü der elektrischen Bordküche gereicht, zu dem man einen Tropfen alten Rheinwein oder spritzigen Mosel trinkt. Geschäftig eilen die Stewards, keine noch so entlegene Fremdsprache bringt sie in Verlegenheit. Es ist undenkbar, fast unwirklich, dies alles. Aus gehobener Stimmung setzt man nach dem Essen im Schreib= und Lesesaal ein Grußtelegramm nach Hause auf, das über die Bordfunkstation in den Aether hinausgeht. In der Kabine erfrischt man sich vor dem Spiegel am Waschtisch und tritt dann in angeregter Unterhaltung den verabredeten Bordbummel vorüber an den Aussichtsfenstern der Promenadendecks an. * Hundertundzwanzig deutsche Luftschiffe sind so seit der Gründung der einstigen„Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt“ in Stuttgart 1898 durch den Grafen Zeppelin und dem ersten Flug 1900 über dem Bodensee aus den Werkstätten der Zeppelin=Reederei hinausgezogen. Während des Krieges bestellte die Marine einmal zehn Schiffe, die nicht vollendet werden konnten. So erklärt es sich, daß das letzte Schiff die Nummer 130 trägt. 40000 Passagiere hatten die deutschen Luftschiffe schon bei Ausbruch des Weltkrieges befördert, zu einer Zeit, als die Flugzeug=Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte. Dann kam der Krieg. Die Welt hielt den Atem an, als deutsche Luftschiffe an den Fronten, über den Meeren, ja sogar tief über Feindesland erschienen. Der Schrecken, der den Feindmächten durch die scheinbar unbeschränkten Möglichkeiten deutscher Ingenieurkunst in die Glieder fuhr, war nicht gering. Natürlich entdeckte man bald, daß die großen Zielscheiben leicht verletzlich waren. Trotzdem hat die von Fregattenkapitän Strasser, dem„lieben Gott" oder auch einfach„Pieter“, wie ihn seine Kameraden nannten, geschaffene deutsche Marineluftschiffwaffe nicht weniger als 1148 Aufklärungsfahrten und 200 Angriffe erfolgreich durchgeführt. Die deutschen Küsten blieben vom feindlichen Feuer verschont, der deutsche Admiralstab war von den Bewegungen der englischen Flotte stets aufs beste unterrichtet. Pieter Strafser fiel noch in der letzten Minute des Krieges am 5. August 1918 über der englischen Küste an Bord seines neuestens Luftschiffes L 70, zehn Jahre auf den Tag genau nach der Katastrophe von Echterdingen, als die Hoffnungen des Grafen Zeppelin ein Raub der Flammen wurden. Seitdem hat mancher Sturm die Nasen deutscher Zeppeline umweht, ohne ihnen etwas anhaben zu können. Die Welt zerbrach sich über das deutsche Rezept den Kopf: wieso ging es in Deutschland glatt, fuhren deutsche Luftschiffe in regelmäßigem Post= und Passagierverkehr über den Nord= und Südatlantik und hatten schon 2 Millionen Kilometer Strecke mit ihren Schiffen pünktlich nach Fahrplanzeiten bezwungen? Wieso kam es, daß man selbst mit reicheren Hilfsquellen, Helium, Material= und Menschenüberfluß kein Glück mit der Luftschiffahrt hatte? Das Rätsel ist leicht gelöst. Das Herz der deutschen Zeppeline war eben von gesunder und starker Konstitution. Dieses Herz aber sind die Männer, die deutsche Luftschiffe fahren, seis als Kapitän, seis als Maschinist, Motorenpersonal, Elektropersonal, Funker, Navigationsoffiziere usw. Sie alle, zum Teil schon seit der Vorkriegszeit„vom Bau", bilden eine verschworene und wie ein Präzisionsinstrument von Zeiß genau und pünktlich arbeitende Gemeinschaft, die uns eben so leicht keiner nachmacht. Sonst wären auch die Leistungen der deutschen Luftschiffahrt nie zu erklären. In den Ruhepausen des Fahrbetriebs— wie nach dem Unglück von Lakehurst, wie in der Zeit nach dem Kriege, als durch das Versailler Diktat alle deutschen Luftschiffhallen, Zeppeline und Werftanlagen vernichtet wurden — haben diese Männer, ganz gleich wohin das Schicksal den Einzelnen verschlug, an ihren Arbeitsplätzen immer nur auf den Augenblick geharrt und gelauert, wo der Brief aus Friedrichshafen sie zum Luftschiff zurückrief. Für jeden einzelnen von ihnen legt die Leitung der Reederei die Hand ins Feuer. Was alles kann ein Zeppelin durch die Luft tragen? Wir sehen auf der nebenstehenden nung eine Veranschaulichung der Nutzlast, didas Luftschiff„Hindenburg" zu tragen vermochte, das die gleichen Ausmaße hatte wie der jetzt fertiggestellte neue„Graf Zeppelin“ 23 130. Man muß jeden Fahrgast für eine Fahrt nach Südamerika mit etwa 300 kg ansetzen, denn zu seinen 20 kg Freigepäck kommen alle die Dinge, die für ihn an Bord sein müssen: Bett, Stuhl, Anteil an Tisch, Waschraum, Wäsche, Silber, Porzellan, Proviant, Getränke, Waschwasser. Allein an Porzellan und Glas hatte der alte kleine„Graf Zeppelin“ L3 127, der nur mit 20 Passagieren gegenüber den 72 Passagieren des „Hindenburg“ fuhr, 110 kg an Bord. Einschränkungen in der Bequemlichkeit für die Passagiere gibt es nicht. Aber wir sehen aus unserer Zeichnung auch, daß noch 3000 kg Frachtgut, 1000 kg Briefpost, 5 Tonnen Wasser, 1 Kapitän, 6 Offiziere, 3 Funkoffiziere, 1 Arzt, 9 Steurer= und Zellenpfleger, 3 Ingenieure, 15—18 Maschinisten, 3 Mann Küchenpersonal und 6 Mann Bedienungspersonal im„Hindenburg" Platz hatten. * Was ist Helium?, 1868 entdeckte der Astronom Janssen im Spektrum der Sonne einen Streifen, der auf das Vorkommen eines noch unbekannten Elementes schließen ließ. Man nannte dies unbekannte Element nach dem griechischen Namen für die Sonne„Helios“ Helium. 1894 fand man das Sonnenelement auch auf der Erde in Form von Gasbläschen, die in dem Mineral Cleveit eingeschlossen waren. 1908 war man soweit, daß man Helium in flüssigem Zustand und 1926 auch in festem Zustand herstellen konnte. Dabei lag die Schwierigkeit darin, daß zur Reinigung des Heliums von den beigemischten Gasen eine dem absoluten Nullpunkt nahe Temperatur nötig ist. Helium ist unbrennbar und wesentlich leichter als Luft. Sein spezifisches Gewicht beträgt für 1 Liter 0,178 g, während es für Wasserstoff nur 0,09 g beträgt, gegenüber dem spezifischen Gewicht von 1 Liter Luft 1,293 g. Ein Kubikmeter Wasserstoff trägt ungefähr 1.2 kg und ein Kubikmeter Helium nur 1 kg. Also ein für die Luftschiffahrt nicht unerheblicher Nachteil, der allerdings durch die Unbrennbarkeit des Gases mehr als ausgeglichen wird. Das Vorkommen des Gases Helium auf der Erde ist sehr gering. In der Luft ist es zu einem Bruchteil von 1/200 000tel enthalten. Die Herstellung ist außerordentlich schwierig und kostspielig, obwohl sie durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Auch in Thermalquellen hat man Helium gefunden, aber auch nur einen Prozentsatz, der eine Ausbeute nicht lohnt. Allein die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind mit dem kostbaren Gas reich versehen. In einigen Quellen von Erdgasen fanden sich Vorkommen im Gemisch mit Methan und Aethan, von dem sie durch Abkühlung leicht getrennt werden können. Solche Heliumquellen gibt es in den Staaten in Texas, Kansas, Utah und Kolorado. Es ergab sich für die Anwendung des Heliums in der Luftschiffahrt nun eine ernste Schwierigkeit. Bein Wasserstoffluftschiff hatte man mit abnehmender Last, also nach einer gewissen Strecke, wenn soundsoviel Tonnen Benzin oder Dieselöl durch die Motoren verbraucht waren, den Ausgleich dadurch hergestellt, daß man Wasserstoff in die Luft abließ, damit nicht der Auftrieb des Gases gegenüber der verminderten Last zu groß würde und das Luftschiff zu hoch stiege, sich dabei infolge des verminderten Luftdruckes in größeren Höhen übermäßig ausdehnte. Helium ist zu teuer, als datz man es einfach ablassen könnte. Deutsche Ingenieure haben nun eine Lösung dadurch gefunden, daß man die Verbrennungsgase der Motoren durch eine Apparatur schickt, in der der Wassergehalt der Auspuffgase niedergeschlagen wird, so daß immer das gleiche Gewicht im Luftschiff bleibt, und man kein Gas mehr abzublasen braucht. Man vergegenwärtige sich einmal; ein Riese von 240 Metern Länge, 40 Metern Höhe, mit schweren Dieselmotoren, vielen Tonnen Treibstoff, Wasser, Fracht und Menschenlast, mit einem allen Stürmen des Ozeans trotzenden Metallgerüst, an dem die Motorengondeln mit ihren Tonnen Gewicht, die Führer= und— die Passagiergondel hängen— und doch leichter als Luft. Wie ist das möglich? L3 130, der neue„Graf Zeppelin“ hat einen Schiffskörper, der aus 16 Hauptringen mit Ringverspannung und 32 verspannungslosen Hilfsringen besteht. Die Ringe sind aus Duraluminium und haben einen im Verhältnis zur Tragfähigkeit sehr geringen Querschnitt. Die Festigkeit erreicht man in der Hauptsache durch die Drahtverspannungen innerhalb des Gerüstes. Dieses ganze„federleichte Gerüst“, das in der Lage ist, einem Sturm von jeder beliebigen Windstärke standzuhalten, ist mit einer Stoffbespannung von Baumwolle überzogen, die mit einem Speziallack hart und mit pulverisierten Aluminium für die Sonnenbestrahlung silbern gemacht ist, damit nicht etwa eine zu große Erhitzung eintritt. Die Gaszellen hängen innerhalb dieser Zeppelinhülle am Gerüst und bestehen aus sogenannter Goldschlägerhaut. *) Eine ausführliche und mit vielen Bildern ausgestattete Schilderung der Geschichte der deutschen Luftschiffahrt ist von Kapitän von Schiller im Bibliographischen Institut erschienen. Graf Zeppelin“ Die Nutzlast des 2 (Bei der bildlichen Darstellung der Personen bedeutet 1 Mann in der Regel=9) 65t Treibstoff 6t Oel S. J5 3 8860 un Lebenamitcel 3000 kg Frachtgut 1000 kg Briefpost Wasser AK K Inkt 3 Funk- 1 Arat 9 Steurer und Offiziere Zellenptleger #.-89##. Wed Sellounge #.#.#.##. 72 Fahrgäste, die mit 7,2 k Gewicht anzusetzen sind, da Antell an Tisch, Bett, Porzellan usw. dem Körpergewicht zugerechnet werden muß Wohnungen, wie sie sein sollen! Die liberalistische Wohnungsbaupolitik hat zwar den privaten Hauseigentümer, der als Hauswirt stets um sein Haus und seine Mieter gleicherweise besorgt war, immer seltener werden lassen und schließlich fast den gesamten Hausbesitz in eine Situation hineinmanövriert, in der hinter Zinslasten und Steuersorgen die Sorge um die Instandhaltung des Hauses und erst recht um das Wohl des einzelnen Mieters swangsläufig weit zurücktreten mußte. Wenn in dieser Zeit viele Hausbesitzer bewußt, aber auch manche Hauseigentümer mit schwerem Herzen ihre Häuser verfallen ließen oder vernachlässigen mußten und damit den Widerstend der Mieter hervorriefen, so haben aber auch andererseits die durch die Mieterschutzgesetgebung in ihrem Besitz zum Teil zu sicher geword nen Mieter selbst nicht immer das Verständnio für die pflegliche Behandlung ihrer Wohnung aufgebracht, was im Interesse des Hauses hätte verlangt werden können. Hier muß sich der grundlegende Wandel vollziehen, der vom Gesetzg=ber durch die Ausräumung rechtlicher Streitpunkte nur vorbereitet werden konnte. Was früher der private Hauseigentümer und Hauswirt als selbstverständliche Pflicht im Interesse seines Hauses und seiner Mieter betrachtete, nämlich die Auswahl der Mieter und gegebenenfalls die Ausmerzung störender Elemente aus der Hausgemeinschaft, muß unter den jetzigen veränderten Verhältnissen von der für die Menschenführung allein zuständigen Partei und den von ihr verantwortlich gemachten Gliederungen und Verbänden erreicht werden. Vorarbeiten in dieser Richtung hat das Amt Haus und Heim in der Deutschen Arbeitsfront bereits geleistet. Erstmalig führt jetzt die Abteilung Haus und Heim in einer Gauwaltung eine Wohnungsprüfungs= und Betreuungsarbeit durch. In einer Stadt sind von der Gemeinnützigen Baugesellschaft„Neue Heimat“ neue Wohnungsbauten errichtet worden bzw. werden noch errichtet. Durch früher gemachte Erfahrungen ist festgestellt worden, daß der im letzten Jahrzehnt hier geschaffene Neubauwohnraum meist infolge mangelnder hauswirtschaftlicher Voraussetzungen der Hausfrau nach einer erschreckend kurzen Zeit heruntergewirtschaftet und zum Elendsquartier gestempelt wurde. Es fehlte an den Voraussetzungen für die pflegliche Behandlung der Wohnräume und der Einrichtungs= gegenstände, an der zweckmäßigen Beheizung und Lüftung der Wohnung sowie der zweckdienlichen Verhütung der Ungeziefergefahr. Wesentlich machte sich auch der Mangel an Geschmackbildung bemerkbar und die Unkenntnis zweckmäßiger und preiswerter Werkstoffe, ferner der Mißklang zwischen Einkommen und Festsetzung des Lebensstandards. Für die Prüfungs= und Betreuungsarbeit, die die Gauabteilung„Haus und Heim" durchführt, werden zunächst acht Orts=Frauenwalterinnen, neun Orts=Fachgruppenwalterinnen, Hausgehilfen, 30 Hilfszellenleiterinnen„Mutter und Kind“ und vier RSB.=Volkspflegerinnen eingesetzt. Jede einzelne vor der Zutetlung einer Neubauwohnung stehende Familie wird von der jeweils beauftragten Walterin in ihrer bisherigen Wohnung besucht und geht von diesem Tage an in die ständige Betreuung der Walterin über. Die Prüferin hat das bisherige Heim der betreffenden Familie auf ihren Zustand zu untersuchen und bildet sich ein Urteil darüber, ob die bisherige Verfassung der alten Wohnung die Zuteilung der fraglichen Neubauwohnung zuläht. Die Prüfungs= und Betreuungsarbeit gliedert sich in folgende Vorgänge: 1. Prüfung der Bewerber durch Hausbesuche und Festhaltung der Eindrücke auf eigens zu diesem Zweck erstellten Formblättern. 2. Einreichung dieser Berichte zur Weiterbehandlung an die Abteilung „Haus und Heim“ zwecks Vornahme des Ausleseverfahrens. 3. Eintragung des Eignungsvermerks und Weitergabe an das Heimstättenamt der DAF. zwecks Zuteilung der Wohnungen. 4. Organisation von hauswirtschaftlichen Kursen zur Schulung derjenigen Hausfrauen, welche die entsprechenden Voraussetzungen für die Zuteilung einer Wohnung nicht erfüllen. In den Kursen werden folgende Gebiete behandelt: a) Wohnungspflege(z. B. Behandlung verschiedener Arten von Fußböden), b) Wohnungshygiene(Ungeziefergefahr), e) Heimgestaltung, d) zweckmäßige Anlage des Einkommens. 5. Ueberprüfung des Erfolges dieser Schulungsmaßnahmen in Zeitabständen von einem Vierteljahr Der Nachrichtendienst bein Kreistag Als am vergangenen Sonntag die braunen Kolonnen der SA. durch Iserlohn marschierten, ist wohl den Volksgenossen, die am Straßenrand dem Zuge zusahen, aufgefallen, daß einige SA.= Stürme mancherlei Gerät mit sich führten. Viele kannten den einen dieser Stürme schon, hatte er doch durch seinen Einsatz zum Gelingen mancher großen Veranstaltung in den letzten Monaten beigetragen. Es war der Nachrichtensturm 259, der mit einem Fernsprech= und einem Blinkzug am Propagandamarsch teilnahm. Anstrengende Arbeit hatten Führer und Männer hinter sich, hatte doch Oberführer Heßler dem Nachrichtensturm 259 den gesamten Nachrichtendienst für den Kreistag übertragen. Schon in den Tagen vor dem Aufmarsch hatte der Oberführer mit dem Sturmführer das Fernsprechnetz testgelegt, das am Kreistag benötigt wurde. Das Hauptquartier der Aufmarschleitung in der Dienststelle Stennerstraße sollte eine Vermittlung erhalten. Zur reibungslosen Abfertigung der mit Sonderzügen an= und abfahrenden Menschenmassen wurden auf den Bahnhöfen Sprechstellen angelegt und der Streifendienst auf der Polizeiwache an das Fernsprechnetz der SA. angeschlossen. Von der Dienststelle führte eine direkte Leitung zum Seilersee, wo eine zweite Vermittlung eingerichtet wurde. Außer der Tribüne und dem Sanitätszelt waren hier noch verschiedene Kontrollpunkte angeschlossen, sodaß es der Leitung der Standartenwettkämpfe möglich war, die zahlreichen Zuschauer laufend über den Stand des Gepäckmarsches oder des Orientierungslaufes zu unterrichten. Am Nachmittag meldeten Sprechstellen an den Anmarschstraßen das Anrücken der verschiedenen Formationen und trugen damit zur schnellen Aufstellung der Verbände in der„HansVernsau=Kampfbahn" bei. Dieses große Fernsprechnetz mußte z. T. schon um 6 Uhr früh betriebsfertig sein. Die Reichspost hatte bereitwillig einige Reserveleitungen in der Stadt zur Verfügung gestellt, die nun vom Sturm teilweise in das Stadtnetz eingeschaltet wurden. Alle übrigen Leitungen wurden mit schwerem bzw. leichtem Feldkabel gebaut. Schon um 7 Uhr konnte der Sturmführer dem Oberführer die Fertigstellung des gesamten Netzes melden. Nun begann der Betrieb, der natürlich außerordentlich stark war und sehr hohe Anforderungen an die Männer stellte, die teilweise schon seit 3,30 Uhr im Dienst waren. Die nach Beendigung der Standartenwettkämpfe freiwerdenden Leitungen mußten sofort abgebaut werden, um möglichst viele Männer zur Teilnahme am Propagandamarsch freizubekommen. Nach Beendigung der Kundgebung nahmen dann die Männer, trotz der Anstrengungen, die sie hinter sich hatten, pflichtbewußt ihr schweres Gerät auf und marschierten im strammen Schritt durch die Stadt und an ihren Führern vorbei. Aber nicht alle konnten mitmachen. Ein Trupp mußte zurückbleiben, um die noch bestehenden Leitungen und Vermittlungen abzubauen. Mit einem frohen Lied rückte der Sturm nach dem Vorbeimarsch zur Dienststelle, wo der Sturmführer mit einer kurzen, soldatischen Ansprache den großen Tag beschloß. Das Gerät wurde abgegeben und die Männer gingen nach Hause in dem stolzen Bewußtsein, daß alles geklappt hatte und daß auch jeder von ihnen einen Anteil am Gelingen des großen Aufmarsches hatte. Du aber, junger Deutscher, der Du heute noch außerhalb unserer Reihen stohst und der Du in der Nachrichtentrunpe des Heeres oder der Luftwaffe dienen willst, melde Dich zum Ermorb des Nachrichtenscheines und zur sonstigen Nachrichtenausbildung auf der Dienststelle des Nachrichtensturmes 259, Iserlohn, Stennerstraße. Is. (Meldungen zum Nachrichtenschein der SA. nehmen ferner entaegen: für Letmathe: Frunnführer Nagrähs, Grüne. Hanntstraße 123, für Hemer: Oberscharführer Weyer, Hemer, Hindenburgstraße 58). Werdenden Müttern wird geholfen Hilfsstellen von„Mutter und Kind“ in allen aller Der Muttertag mit der Verleihung der Ehrenkreuze an kinderreiche Mütter hat uns allen erneut klar vor Augen gestellt, welche Anerkennung und welchen Dank das deutsche Volk den Müttern schuldet, die in unermüdlicher Hingabe für ihre Kinder und damit für Deutschlands Zukunft sorgen. Wollen wir diesen Dank sinnfällig zum Ausdruck bringen, so genügt es nicht, daß wir einmal im Jahre am Muttertag der Mütter voller Dankbarkeit gedenken, sondern wir haben die unbedingte Pflicht, allen Müttern zur Seite zu stehen, die als Hüterinnen und Tragerinnen des Familienlebens ihre Kräfte verbrauchen für Familie und Volk. Diese Pflicht erfüllen wir im Hilfswerk„Mutter und Kind“ in der NSV. Besondere Gruppen von Müttern. Die Hilfsstellen„Mutter und Kind“ in den Ortsgruppenamtsleitungen der NSV. sind die Stellen, in denen Mütter Rat, Hilse und Unterstützung finden, wenn sie mit ihren Aufgaben vorübergehend nicht fertig werden. Wir bemühen uns, allen Müttern zu helfen, die in leiblicher, geistiger oder seelischer Not sich befinden, mit Maßnahmen wirtschaftlicher oder gesundheitsfördernder Art. Bestimmte Gruppen von Müttern aber treten immer wieder hervor, die auf Grund äußerer Verhältnisse unseres besonderen Schutzes bedürfen; das sind: die überlasteten kinderreichen Mütter, die erholungsbedürftigen, durch Krankheit oder Wochenbett geschwächten Mütter, die erwerbstätigen Mütter, die neben ihren häuslichen Aufgaben für den Unterhalt der Familie mitarbeiten müssen, die alleinstehenden, eheverlassenen, geschiedenen und verwitweten Mütter und auch die ledigen Mütter, die verantwortungsbewußt alles tun, um ihren Kindern zu gesunder Fortentwicklung zu helfen. Besonders aber soll unsere Hilfe zugute kommen den Müttern, die ein Kind sie stehen im Mittelpunkt unserer fürsorgerischen Arbeit. Wir wissen, daß alle Fürsorge für das Kind bei der Mutter beginnen muß— nicht in Ang und Sorge, sondern in stolzer Freude sollen deutsche Mütter der Geburt eines Kindes entgegensehen, das ist das Ziel, das uns für Arbeit gesetzt ist. Dieses Ziel aber können wir nur erreichen, wenn jede Mutter, die junges Leben in sich trägt, sich sicher und geborgen im Schutze der deutschen Volksgemeinschaft weiß. Frühzeitig... Unsere Betreuungsarbeit kann nur dann von weitgehendem Erfolg begleitet sein, wenn werdende Mütter frühzeitig, das heißt, in den ersten Monaten der Schwangerschaft, erfaßt werden, nur dann vermag eine gute Vorsorge, die jede Möglichkeit der Selbsthilfe mit einschalti, den Eintrilt eines)ungeg, Häeignungenv hor Welt so vorbereiten, daß Schab####n.. Loa Mutter und Kind, soweit menschenmöglich, vermieden werden. Das müssen die jungen Mütter wissen, und darum müssen die Partei= und Volksgenossen, die kraft ihres Amtes in die Familien hineinkommen und mit deren schicksal vertraut werden, die Blockleiter der Partei, die Blockwalter der RSV. und der die Block= und Zellenleiterinnen der NS.= Frauenschaft, die Betriebsvertrauensfrauen vom Frauenamt der DAF., immer wieder yinweisen Ortsgruppen.— Vertrauliche Behandlung Nöte. auf die Einrichtung der Hilfsstellen„Mutter und Kind“. Fast in jeder Ortsgruppe im Gau WestfalenSüd besteht eine solche Hilfsquelle— meist untergebracht im Ortsgruppenamt der NSV. Ein= bis zweimal wöchentlich finden Sprechstunden statt, die geleitet werden von den Ortssachbearbeiterinnen von„Mutter und Kind". Die NS.=Frauenschaft hat besonders geeignete Frauen für diesen wichtigen Dienst in der NS.= Volkswohlfahrt abgestellt. Fast alle sind sie selbst Frauen und Mütter. Sie verfügen über eine große Lebenserfahrung und werden ständig fachlich geschult, um auch in schwierigen Fragen die rechten Wege weisen zu können. Betreuung— nicht Bevormundung. In der Betreuungsarbeit geht es nun nicht etwa darum, den Müttern alle Sorgen abzunehmen und diese auf andere Schultern zu legen, das ist nicht möglich und würde auch nicht den Grundsätzen nationalsozialistischer Wohlfahrtspflege entsprechen, die ja davon ausgeht, durch zusätzliche Hilfe alle Kräfte der Selbsthilfe mobil zu machen. Es geht darum, mit den Müttern sammen alle Wege und Möglichkeiten der Vorsorge zu besprechen und ihre Durchführung zu ermöglichen: Versorgung des Haushaltes und der Kinder in der Zeit des Wochenbettes, Einsatz einer Hilfe für die Zeit, in der die Mütter ihren häuslichen Pflichten nicht selbst nachkommen können, geeignete Unterbringungen alleinstehender Mütter, Ausrüstung für das Neugeborene, Beschaffung einer Lagerstatt und dergleichen mehr. Ratschläge in Bezug auf Versicherungsansprüche und gesetzliche Schutzvorschriften sind zu erteilen. Nendr.n.. * Dekalee.-#reise eind Ha##-eise Wir haben folgende Neuordnung des Zahlungsplanes vorgenommen: Die Warenpreise sind bis auf wenige preisgebundene und Markenartikel gesenkt worden. Bei Inanspruchnahme der bekannten Zahtungserleichterung(5 Monatsraten) berechnen wir in Jukunft 5% Rufschlag auf die gesenkten Preise. Bei Sroßeinkäufen wie Möbel, Einrichtungen usw. erfolgen besondere Abmachungen. Alle Dorteile des Barkaufs gelten nunmehr auch bei der Defaka, denn die Defaka-Preise sind Bar-Preise. Was die Defaka im übrigen bietet an Auswahl, Qualität und gediegener Verarbeitung, davon wollen Sie sich bitte im Hause selbst überzeugen., K I DEUTSCHES FAMILIEN-KAUFHAUS GMBH Dortmund, Hansastraße 5 Anruf: 35254, 35255 u. 35256 Um solchen Hilfsmaßnahmen die richtige Grundlage zu geben, ist seit kurzem im Gau Westfalen=Süd die Möglichkeit einer unentgeltlichen ärztlichen Beratung werdender Mütter gegeben. Aerzte des Amtes für Volksgesundheit üben diese Beratung aus, spezielle Untersuchungen finden nicht statt, sind solche nötig, werden die Mütter an ihren Hausarzt oder an ihre Hebamme verwiesen. Besprochen werden Fragen der allgemeinen Lebensführung, Ernährung und sonstige für Mütter in dieser Lage wichtige Fragen. Sind gesundheitsfördernde Maßnahmen notwendig, Ernährungsbeihilfe, besondere Nährmittel, Erholungsfürsorge, so werden diese eingeleitet und umgehend durchgeführt. Je frühzeitiger ihre Durchführung erfolgt, um so mehr besteht die Möglichkeit einer günstigen Beeinflussung der Gesundheitslage von Mutter und Kind. Jede Mutter will das Beste für ihr Kind, nur wissen viele Mütter nicht, was das Beste für ihr Kind ist. Hier hat der Arzt die Mutter zu unterrichten, zu stützen und zu belehren. Ganz in der Stille ist dieses schöne Werk der Fürsorge für werdende Mütter in Zusammenarbeit des Amtes für Volkswohlfahrt mit dem Amt für Volksgesundheit entstanden. Es arbeitet auch ganz in der Stille und sichert dadurch jeder Mutter eine absolut vertrauliche Behandlung ihrer Sorgen und Nöte. Wissen aber müssen von diesem Werk alle Mütter, die es angeht,— dafür haben wir zu sorgen. Unsere Buchecke Schulungsbrief Juni 1939. Die Folge 5 des Schulungsbrieses hatte es mit dem Recht zu tun, das das Leben des Volksgenossen in der Volksgemeinschaft ordnet: „Staatsbürgertum aus Recht und Pflicht" belehrt über die staatsrechtliche Stellung des einzelnen im nationalsozialistischen Staat. Auch diese Folge bringt eine reiche und reife Fülle von Kenntnissen und Erkenntnissen. Auch in ihr wird das Wort durch Bildbeigaben wirksam verdeutlicht und unterstrichen.— Im Juni sind 20 Jahre vergangen seit jenem unseligen Juni 1919 in Versailles. Das Stammbuchblatt, das der Führer in seiner Rede vor dem Reichstag im April diesem Tag geschrieben hat, bildet ein Blatt auch dieses Schulungsbrieses.— Ein Auszug aus Alfred Rosenbergs Rede im Sportpalast im Mai skizziert den„Weltkampf der Ideen“ und zeigt, wie himmelweit voneinander verschieden, in ihren Ausgangspunkten wie in ihren Folgen, auch in staatsrechtlichen Fragen die völkische Revolution von der französischen vor 150 Jahren ist, auf deren überlebten Ideen die westlichen Demokratin noch fußen.— Auf das Kernproblem aller Staatlichkeit, das ein rassisches ist, führt uns Reichsminister Dr. Frick zu, indem er, der an der Gestaltung der Nürnberger Gesetze wesentlichen Anteil hat, uns verstehen lehrt, was diese Gesetze bedeuten, daß die Notwendigkeit des Schutzes deutschen Blutes und deutscher Ehre zu diesem Reichsbürgergesetz geführt hat.— Ungemein klar entwickelt sodann Dr. Hans Fabricius:„Staatsbürgertum aus Recht und Pflicht“.— Wer die Bedeutung der Judenfrage noch immer nicht begriffen hat, dem raten wir dringend, sehr aufmerksam den letzten großen Aufsatz dieser Folge zu lesen: bürgertum ohne völkische Verpflichtungen bedeutet nationalen Untergang und soziales Chaos“. Und zwar weist der Verfasser, Professor Gerhard Kittel, dies höchst eindrucksvoll an einem wahrhaft klassischen Beispiel nach, am ersten Römischen Imperium und seiner Zersetzung durch das Judentum. Kreuz und quer durch Deutschland. Der vielfältig sich offenbarenden Schönheit deutscher Landschaft in Hochgebirge und Niederung, Stadt und Land, wendet sich mit künstlerisch vollendeten Photos das neue Heft„Ewiges Deutschland“ zu. Bilder und Beiträge aus dem Arbeitsleben der Senner und Flößer in bunter Folge mit filmartigen Montagen aus einer Zellwollfabrik und kleinen Geschichten von Will Vesper, Waggerl, Strobl, ein Artikel„Furniere, ein beispielhaftes Problem des deutschen Kulturwandelns" und viele praktische Anregungen für die Hausfrau, dazu der Rechenschaftsbericht„Hier bleibt Dein Opfer“ machen das Heft zu der im besten Sinne bekannten und schon unentbehrlich gewordenen Hauszeitschrift des deutschen Volkes, volkstümlich auch schon durch den Preis von 10 Pfennigen. E. Landjahrjungen bauen ein Freibad. Die Jungen im Landjahrlager Horn schaffen sich unter fachmännischer Anleitung selbst ein Schwimm= und Planschbad. Die Gemeinde Horn hat entgegenkommenderweise das Gelände zur Verfügung gestellt. Das Wasser soll durch ein Pumpwerk aus der nahen Aa in das Schwimmbecken gepumpt werden. Mit den Jungen vom Landjahr wird die Hitler=Jugend, deren neues Heim direkt in der Nähe liegt, ihre Freude an dem Schwimmbad haben. „„„ e Ahelttulk! Bacsthaus Wegen Verschiage Mordprozeß vor dem Saarbrücker Schwurgericht Fünf Zielstreckenflüge nach Bonn Närrischer Störenfried Fünf Monate Gefängnis und Verhaftung Padervorn. Vom Paderborner Schöffengericht wurde der 28 Jahre alte Wilhelm Pörtner aus Lippstadt wegen gefährlicher Körperverletzung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde, damit der Strafe und der Quittung für das freche Verhalten des Angeklagten vor Gericht der nötige Nachdruck nicht fehle. sofort Haftbefehl erlassen Der Angeklagte hatte in der Nacht zum Fastnachtssonntag in einem Lippstädter Festlokal eine Rauferei angezettelt, in deren Verlauf er sogar einer weiblichen Teilnehmerin mit einem Stuhlbein über den Kopf schlug. Seine vor der Bierbank so gern gerühmte und gefürchtete Kraft wollte er aber vor dem Schöffengericht umsoweniger wahr haben, als er sich auch noch wegen eines zweiten Schlages verantworten mußte, den er dem Wirt versetzte, als dieser ihn an die Luft gesetzt hatte. Er lauerte ihm vor der Haustür auf und versetzte ihm einen so heftigen Schlag mit einer Zaunlatte gegen den Kopf. daß dieser 11 Stunden besinnungslos war. Und diesen Schlag— so versuchte er dem Gericht klar zu machen— wollte er„nur“ gegen die Tür(!) geführt haben. Daß er die Frau geschlagen habe leugnete er strikte ab. Und als er dann erst noch den Strafantrag des Staatsanwaltes über fünf Monate Gefängnis hörte, wurde er frech und hatte nichts weiter zu sagen, als daß er Berufung einlegen werde. Das hatte er aber nicht besser gewußt, denn schnell bedachte er sich und erklärte sich zur Annahme der Strafe sogleich bereit als er durch den Gerichtsspruch erfahren mußte, daß man solche Rowdys noch zu bändigen weiß. Sein Wimmern um Milde war nun reichlich zu spät. und der Vorsitzende teilte ihr lediglich mit, daß er zunächst die Strafe bis zum letzten Tage zu verbüßen habe, ehe er entlassen werde. Hotelgast im Bett verbrannt Als verkohlte Leiche geborgen Herford. Morgens bemerkte man in dem Hotel„Haus der Väter“ in Herford Feuer. Die sofort alarmierte Feuerwehr stellte fest, daß eines der Hotelzimmer ausgebrannt war und daß sich das Feuer schon durch die Wand in das Nachbarzimmer gefressen hatte. In dem ausgebrannten Zimmer wurde ein Hotelgast als vollkommen verkohlte Leiche aufgesunden. Man nimmt an, daß der Gast im Bett geraucht hat und darüber eingelchlafen ist. Opfer des nassen Elements Herford. Dem nassen Element fiel der siebenjährige Sohn der Familie Gast zum Opfer, die erst vor kurzem von Herford verzog. Der kleine Gast hatte sich mit einem Gefährten zur Weser in Minden begeben und ist offenbar beim Spiel in den Strom gefallen. Seine Leiche ist inzwischen gefunden worden. Die Leiche des zweiten Jungen. der ohne Zweifel vom gleichen Schicksal ereilt wurde, konnte noch nicht aufgefunden werden. Witten. Am Mittwoch ging ein 19 Jahre alter Mann aus Bochum beim Baden in der Ruhr unter. Ein in seiner Begleitung befindlicher Mitarbeiter konnte ihn mit Hilfe anderer Personen bergen. Der hinzugezogene Arzt stellte Herzschlag fest. Unter den Lastzug geraten Herford. Auf der Umgehungsstraße wurde ein Radfahrer vom Tode ereilt. Der Radfahrer, der die Straße unweit Schötmar benutzte, die dem allgemeinen Verkehr noch nicht freigegeben ist, geriet unter einen Herforder Lastzug, der Material zu befördern hatte. Der Tod trat auf der Stelle ein. Dreimal brannte es in Möbelfabriken Löhne i. W. Zu einem seltsamen Zusammentreffen kam es in verschiedenen Ortschaften des ravensbergischen Möbellandes. In dem Spänebunker einer Gohfelder Fabrik entstand ein Brand, der von zwei Löschzügen der Nachbarschaft gelöscht werden konnte. In Enger erklang in den Abendstunden die Sirene. als auf dem Lagerplatz eines Holzwerkes Altmaterial Feuer gefangen hatte. In Elverdissen konnte man im letzten Augenblick ein Großfeuer verhüten, als in einem Spritzraum Zellulosebestände Feuer gefangen hatten. In allen drei Fällen konnte größerer Schaden verhütet werden. Jetzt 7 Tote auf Altenbögge. Während in der Nacht zum Dienstag der Hauer Karl Gothe seinen Verletzungen erlegen war und sich damit die Zahl der Todesopfer der Schlagwetterexplosion auf der Schachtanlage„Königsborn 3=4“ auf fünf erhöhte, sind nun zwei weitere Bergknappen ihren schweren Verletzungen im Unnaer Krankenhaus erlegen, so daß nun sieben Tote zu beklagen sind Im Laufe des gestrigen Tages hatte sich der Zustand des Lehrhauers Liska so stark verschlechtert daß der Tod bald eintrat Liska wai jedig Trotz der eifrigen Bemübungen der Aerzte war es weiter nicht möglich den schwerverletzten Schießmeisten Wilhelm Markgraf aus Bönen zu retten Am Mittwoch erlöste ihn der Tod von seinen Schmerzen. Der Verstorbene war vorheiratet. Streichhölzer in Kindeshand Hohenwepel(Kr. Warburg). Ein Großfeuer vernichtete am ersten Ostertage dieses Jahres Scheune und Stallung des Bauern B in Hobenwepel. Der dem Volksvermögen dadurch Saarbrücken. Vor dem Saarbrücker Schwurgericht hatte sich der 34 Jahre alte und nicht weniger als zwölfmal vorbestrafte Alois Stutz wegen Mordes zu verantworten. Obwohl der Staatsanwalt Raubmord und auf Verhängung der Todesstrafe plädierte, verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen Totschlags zu zehn Jahren Zuchthaus und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche ab Stutz hatte nach seiner Aussage mit der 22jahrigen A M. ein Verhältnis, aus dem auch ein Kind bervorgegangen war. Sie lebten bereits seit vier Jahren zusammen. Der jetzt ermordete Adolf Braun, der selber schon 26 Vorstrafen hat gehörte zu den Bekannten des Stutz. Er machte den Versuch. Stutz die M. auszuspannen. Als diese einmal bei Braun Zuflucht suchte veranlaßte er sie. gegen Stutz Strafantrag wegen Zuhälterei zu stellen. Stutz wurde freigesprochen weil die M. sich inzwischen anders besonnen hatte und erklärte sie sei die Braut des Stutz und sie wollten heiraten. Nach der Haftentlassung hatte Stutz schon Drohungen gegen Braun ausgesprochen. weil dieser ihm die Suppe eingebrockt hatte. Inzwischen war die M zu Braun gezogen. Stutz kam jedoch öfters zu Besuch bis ihm drei Tage vor der Tat das Haus verboten wurde. Am Vorabend der Tat begab sich Stutz in das der Braunschen Wohnung benachbarte Haus. Er überkletterte eine Hofmauer um von dort aus zu beobachten, was in der Wohnung von Braun vor sich ginge. Er will gehört haben. wie die M heftige Auseinandersetzungen wegen seiner Person mit Braun hatte und wie Braun der M zurief:„Morgen früh gehst du boch und der Stenz und das Kind kommt in die Fürsorge". Trotzdem er sehr erregt gewesen sei. habe er nichts unternommen, sondern er habe gegen 2 Uhr morgens nach Hause gehen wollen Er sei jedoch an der Mauer eingeschlasen und erst wach geworden, als er sein Kind habe rufen hören. Dann habe er ein Messer in die eine Hand und einen Backstein in die andere genommen habe das Fenster mit dem Stein eingeschlagen und sei in die Wohnung eingestiegen Die M. flüchtete, während sich Stutz auf Braun stürzte und diesem mehrere Stiche versetzte, darunter einen an der Hals=, schlagader, der den Tod des Braun zur Folge hatte. Mordversuch am Onkel Der Täter flüchtete Kirchen a. d. Sieg. Der Kaufmann Gerhard Jung aus Kirchen verübte auf der Straße zwischen Kirchen und Siegen in der Nähe von Euteneuen in einem fahrenden Personenkraftwagen mit geladener Pistole einen Mordanschlag auf seinen Onkel. der von diesem abgewehrt werden konnte. Der Täter ist dann unter Zurücklassung seiner Pistole in Richtung Siegen geflüchtet. Jung ist 24 Jahre alt und wohnte in Kirchen a. d. Sieg Seine Größe beträgt 1.75 bis 1,80 Meter. Die körperlichen Merkmale sind: schlanke Gestalt längliches Gesicht mit etwas vorstebenden Backenknochen, blasse Gesichtsfarbe, dunkelblonde bis schwarze Haare. gradlinige spitze Nase. er trug graugestreiftes Hemd und graue Hose. Die Bevölkerung wird um zweckdienliche Angaben an die Polizeibehörde in Kirchen oder an jede andere Polizeidienststelle gebeten. Segelfliegerlager Bönninghardt. Der Segelflugwettbewerb der RSFK.=Gruppe Niederrhein scheint zum Ausklang klar. Leistungsklar war auch der Donnerstag, obschon die berüchtigten Zirrruswölkchen wieder wie ein Silverschleier über der Bönninghardt lagen und den Bewerbern ihren mühsamen Kampf um jeden Meter Höhe erschwerten oder gar unmöglich machten, so daß viele mit einer bescheidenen Kurve auf dem Barogramm landen mußten. Doch so manche kämpften sich verbissen durch alle Schwierigkeiten. Es wurde ein eindrucksvoller Beweis, daß eiserner Wille und das Können mehr wert sind als der Typ der Maschinen, die schließlich etwa doch nur eine Voraussetzung für die Leistung ist. Viete beachtliche Zielstreckenflüge wurden mit dem schwachen Nord= und Nordost durchgeführt. Fünf Maschinen kamen bis nach Bonn und landeten nach 100 Kilometer auf dem Flughafen Hangelar. Es waren dies Starke=Mülheim(Ruhr) auf„Rhönadler“ Franke=Krefeld auf„Condor". Urban=Gelsenkirchen mit der „Mü 13“. Förster=Köln auf„Handrik 3“ und Pehlke=Mörs auf„Rhönbussard". Der Kölner Schürmann flog seinen„Rhönadler“ 25 Kilometer in seine Heimat Westhofen bei Köln. Heinz Weimer=Essen mit der„Rheinland“ und Herbert Tuliszka=Duisburg auf dem„Kranich“ landeten nach rd. 40 Kilometer in Düsseldorf. und soweit kam auch noch der Aachener Student Meier zu Bentrup. der sich durch die mißlichen Verhältnisse nicht klein kriegen ließ, spät am Abend noch auf Strecke ging und bewies, daß eisernes Durchhalten das Kriterium des Fliegens ist. Die„Babies" der KonkurrenzGruppe B hatten es noch schwerer. und auch bei ihnen sah man einen nicht zu brechenden Einsatz. Paul Rentmeister vom Sturm 1067 Essen, der am Vortage mit 1910 Meter die bisher größte Startüberhöhung des gesamten Wettbewerbs und aller Maschinen auf seiner „D=12=400“ schaffte, kam erneut zu einer beachtlichen Höhe und schwebte schließlich als der letzte vor der Halle aus. Er führt nun überlegen in der Konkurrenz seiner Klasse. Fünfjähriges Kind vom Automaten erschlagen Düsseldorf. Ein fünfjähriges Kind spielte an einem in der Münsterstraße stehenden Warenautomaten. Als es dabei an dem Griff des Apparates zog. schlug dieser um und begrub das Kind unter sich. Fußgänger, die das Unglück sahen, befreiten das Kind sofort aus seiner schrecklichen Lage und veranlaßten seine Ueberführung ins Krankenhaus. Die inneren Verletzungen des unglücklichen Kindes führten jedoch bereits auf dem Wege dorthin zum Tod. 4000 RM. unterschlagen und durchgebracht Koblenz. Ein 19jähriger Bursche aus Koblenz, der im Betrieb seines Vaters beschäftigt war, lieferte längere Zeit hindurch bei einer hiesigen Firma Waren ab. Eine mangelhafte Kontrolle ermöglichte es dem leichtsinnigen jungen Mann, die Lieferscheine zu fälschen und höhere Beträge für nicht gelieferte Waren einzusetzen. Den Mehrbetrag steckte der Betrüger in die eigene Tasche. Auf diese Weise ergaunerte er rund 4000 RM., die er in leichtsinniger Gesellschaft verjubelte. Der hoffnungsvolle Bursche wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei Arbeiter von glühender Asche überschüttet Weisweiler. In dem Werk der Braunkohlen AG.„Zukunft" trug sich am Donnerstag ein schweres Unglück zu. Zwei Arbeiter wurden von glühender Brikettasche überschüttet und erlitten schwere Verbrennungen. Während der eine der beiden Männer nach wenigen Stunden verstarb, mußte der zweite mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gautag der Westmark Trier. Die alteste Stadt des Reiches. Trier, steht in diesen Tagen im Zeichen des Gautages der Westmark Die Stadt hat ihr farbenprächtigstes Kleid angelegt, um alle Gäste festlich zu empfangen aber auch die vielen Städte und Orte des weiten Gaugebietes haben sich festlich geschmückt um auch auf diese Weise sinnfällig zu bekunden, daß das Volk des deutschen Westens einmütig hinter dem Willen des Führers steht Mit der Flaggenhissung vor der Porta Nigra und einem anschließenden Empfang der Ehrengäste fand am Donnerstag der Gautag seinen Anfang Den Höhepunkt des Tages bildete die Grundsteinlegung für die Trierer Hochschule für Lehrerbildung die der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Pa Rust selbst vornahm Kuh mit Heuwagen in die Mosel gestürzt und ertrunken Trier. Einen schweren Verlust erlitt ein biesiger Landwirt, als er mit einem mit Heu beladenen Fuhrwerk auf der Moseluferstraß; an der Fähre stand. Der Landwirt ließ die dem Wagen vorgespannte wertvolle Kuh einige Augenblicke außer acht: die Kub wollte. vom Durst getrieben, den steilen Fährweg zur Mo sel hinunter. Der schwerbeladene Wagen kam sofort in schnellen Gang und drückte die Kut in den Strom wo sie in kurzer Zeit ertrank da der Wagen sie mit in die Tiefe zog. Feriensonderzüge nach Jugoslawien Reiseprogramm der jugoslawischen Kolonie des Ruhrgebietes Essen. Seit Jahren veranstaltet die jugoslawische Kolonie des rheinisch=westfälischen Industriegebietes allsommerlich Feriensonderzugjahrten von Westdeutschland nach Jugoslawien. Diese Fahrten erfreuen sich nicht allein bei den jugoslawischen Landsleuten selbst, sondern auch bei den zahlreichen reichsdeutschen Mitreisenden steigender Beliebtheit Insbesondere iber tritt mehr und mehr die Tatsache in Erscheinung, daß diese Sonderzugfahrten von Land zu Land ein geeignetes Mittel des gegenseitigen Kennenlernens sind und zur Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen von Volk zu Volk einen beachtenswerten Beitrag liefern. Der Jugoslawische Nationale Zentralverband in Deutschland. Sitz Essen, der seit Jahren die Feriensonderfahrten der jugoslawischen Kolonie des Ruhrgebietes mit wachsendem Erfolg durchführt hat auch für diesen Sommer wiederum in Verbindung mit dem Lloyd=Reisebüro Essen ein Sonderzugprogramm ausgearbeitet, das mit einer 50prozentigen Fahrpreisermäßigung Ferienreisen nach Jugoslawien ermöglicht. Eine entsprechende Eintragung im Reisepaß vorausgesetzt, wird eine gleiche Fahrpreisermäßigung auch in Jugoslawien selbst gewährt. erwachsene Schaden betragt rund 20000 RM. Es stellte sich bald heraus, daß der vierjährige Sohn des Besitzers mit Streichhölzern gespielt und das Feuer angelegt hatte. Der Vater des Kindes mußte sich wegen fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht verantworten wurde aber freigesprochen weil ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er fahrlässig insofern gehandelt hatte, daß er die Streichhölzer in Kindeshand kommen ließ Immerbin zeigt dieser Fall deutlich, daß Streichhölzer das gefährlichste Spielzeug in Kindesband sind und alle Erwachsenen streng darauf achten müssen, daß sie nicht durch Fahrlässigkeit Kindern solche zugänglich machen. Tod durch Verbrühen Wattenscheid. Am Dienstag hat sich in einem Hause der Helenenstraße ein ein Jahr altes Kind einen brennendbeißen Pudding der zur Abkühlung auf der Fensterbank stand über den rechten Arm gegossen und sich hierbei starke Verbrühungen zugezogen Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, wo es am anderen Tage den erlittenen Verletzungen erlag. Trauer bei den in Wuppertal versammelten Mundartdichtern Wuppertal. In die Reihe der zum Wettstreit um den„Goldenen Spatz“ von Wuppertal versammelten Mundartdichtern wurde durch den Tod eine tiefe Lücke gerissen. Bei Beginn der Lesungen erlag der sudetendeutsche Mundartdichter Prof. Kreibich, der 75 Jahre alt ist einem Schlaganfall. Kreibich wurde am 16. Mai 1863 als Sohn eines Arztes in Algersdorf in Bensen(Nordböhmen) geboren. Er besuchte das Gymnasium in Böhmisch=Leipa, ging später zu den Universitäten nach Innsbruck und Prag und studierte dort Medizin und Philosophie. Von 1892—94 war er Hilfslehrer an der Deutschen Die Ausgangsstation der diesjährigen Ferienfahrten der jugoslawischen Kolonie des Ruhrgebietes ist Dortmund die Endstation Laibach(Liubtjana) in Jugoslawien. Einsteigestationen sind Dortmund Herne. Wanne=Eickel. Gelsenkirchen Hbf. Essen=Altenessen, Oberhausen Hbf., Duisburg Hbf., Düsseldorf Hbf., Köln Hbf. Bonn. Die Zugstrecke führt über München—Salzburg—Villach. Der erste Zug verläßt am 2. August mittags das Ruhrgebiet und trifft am 3. August mittags in Laibach Liubljana) ein. Die Rückfahrt des August=Sonderzuges erfolgt nach vier Wochen am 29 August mittags in Laibach Ankunft im Ruhrgebiet um 30 August mittags. — Der zweite Sonderzug Ruhrgebiet-Jugoslawien fährt am 1. September ab und kehrt nach dreiwöchigem Aufenthalt am 25 September zurück; diese zweite Fahrt wird unter Umständen lediglich als Gesellschaftsfahrt mit entsprechender Ermäßigung durchgeführt. Anmeldungen zu beiden Zügen(auch Anfragen und Anträge bezüglich der Devisenbeschaffung) sind zu richten an Zentralverbandsleiter Pavet Bolha Essen=Stoppenberg Am Freistein 142(Fernruf Essen 34 816). oder an das Lloydt=Reisebüro Essen Haus der Technik am Hauptbahnhof(Fernruf Essen 50041). Staatsrealschule in Pilsen. Von 1894—96 wirkte er als Professor an der Deutschen Landesreatschule in Preßnitz und von 1900—1919 an der Ersten Deutschen Staatsrealschule in Prag. Im Herbst des Jahres 1919 ließ er sich nach Außig versetzen und lehrte dort bis 1927, wo er zu dieser Zeit in den Rubestand trat. Rbein=Seeichist„Oberbauser! Duisburg. Durch den Oberbürgermeister Gelberg=Oberhausen wurde das neue RheinSeeschiff der Firma Haniel, das bei einer Länge von 80 Meter und einer Breite von 11.50 Meter in Fachkreisen als das bestausgerüftete Schiff des Ostseedienstes gilt, auf den Namen„Oberhausen“ getauft. Das Schiff wird später im Spanienverkehr eingesetzt werden. Es hat eine Besatzung von 16 Mann und ist mit zwei Viertaktdieselmotoren ausgerüstet. In wenigen Tagen wird die„Oberhausen" ihre erste Fahrt rheinabwärts nach Königsberg und dann nach Finnland antreten. Die Nase aus dem Gesicht geschnitten Gießen. In dem Ort Reiskirchen ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, von dem ein vier Jahres altes Kind betroffen wurde Während der Vater des Kindes in der Scheune arbeitete, spielte das Kind, wobei es mutmäßlich an den Stiel der an der Wand hängenden Sense kam. Die Sense fiel herab, und zwar so unglücklich, daß die Klinge dem bedauernswerten Kinde über das Gesicht fiel und den Weichteil der Nase bis auf einen kleinen Hautsetzen aus dem Gesicht schnitt. Das Kind wurde sofort in ärztliche Behandlung gebracht. Man hofft, daß es der ärztlichen Kunst gelingen wird, durch sofort angewandte Maßnahmen die Nase wieder zum Anbeilen zu bringen Numunten und dus Rein, Das Wirtschaftsabkommen eine Bürgschaft für den Frieden An des Eustom tinserer Gichorheit müft Bukarest, 9. Juni. Am Freitagvormittag trat das neue rumänische Abgeordnetenhaus zu seiner ersten ordentlichen Sitzung zusammen. Es wählte zu seinem Präsidenten durch Zuruf einstimmig den früheren Ministerpräsidenten Vaida=Voevod, der in seinen Dankesworten die Abgeordneten aufforderte, unter dem neuen Regime im Zeichen der Einheit und Einigkeit tatkräftig die Regierung zu unterstützen. Dann nahm Außenminister Gaseneu das Wort zu Erklärungen über die außenpolitische Lage. Er streifte zunächst die Eindrücke seiner letzten Auslandsreise, wobei er u. a. nochmals seinen Dank aussprach„für die warme und aufrichtige Aufnahme“, die er in Berlin gesunden habe. Ueberall, wo er die Politik Rumäniens erläutert habe, sei er sich bewußt geworden, daß, wer es wage, auch in stürmischen Zeiten Frieden zu säen, Frieden ernten werde. Mit Befriedigung habe er erkannt, daß die Einheit und Unabhängigkeit Rumäniens überall als ein Prinzip der Ordnung und des Friedens angesehen werden. Nachdem Außenminister Gasenen dann die Stellung der kleineren Staaten inmitten der heutigen politischen Unruhe Europas und ihre Möglichkeiten, zu deren Beseitigung beizutragen, gestreift hatte, erörterte er auch den Begriff„Lebensraum" in Parallele zu kürzlich auch in London gegebenen Definitionen Rumänien habe, so erklärte er, sein Verständnis für die Wirklichkeiten durch den Abschluß der Wirtschaftsabkommen bewiesen. Der Raum innerhalb seiner Grenzen bleibe jedoch nur den Aufgaben der rumänischen Nation vorbehalten. Die Minderheitenfrage in Rumänien, so betonte der Minister, habe zwar Auswirkungen auf die Beziehungen der Staaten, werde jedoch nicht als eine Territorial= frage angesehen. Diese Feststellung könne die gründliche Lösung der Minderheitenfrage innerhalb der rumänischen Grenzen nur erleichtern. Das Minderheitenstatut vom vergangenen Herbst enthalte Rumäniens aufrichtigste Absichten und seinen entscheidenen Willen, allen Bürgern des Landes Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Die rumänische Regierung sei bereit, eine freundschaftliche und loyale Verständigung mit den benachbarten Staaten einzugehen. Unsere Sicherheit stützt sich vor allem auf uns selbst, fuhr Gafencu u. a. weiter fort. Nachdem er die Entschlossenheit Rumäniens hervorgehoben hatte, die Unabhängigkeit des Landes unter Umständen mit der Waffe zu verteidigen, erwähnte er die Erklärungen Frankreichs und Englands, die man mit aller Anerkennung entgegengenommen haber# mänien beachte den Grundsatz, keine venachbarte Großmacht gegen eine andere zu unterstützen, um nicht Gelegenheit zu einem Konslikt an seinen Grenzen oder auf rumänischen Gebiet zu geben. Vom Balkanbunn glau man, daß er eine immer größere Bedeutung haben werde. In das Shstem unserer Sicherheit mussen wir auch die Wirtschaftsabkommen einschließen. die wir mit verschiedenen Mächten abgeschlossen haben, erklärte Gafencu zum Schluß. Das Abkommen mit Deutschland ist eine Bürgschaft von unleugbarer Wichtigkeit für die friedlichen und wohlwollenden Absichten zwischen dem Reich und unserem Land. Damit dieses Abkommen die erwarteten und für die Wirtschaft der beiden Länder so wichtigen Früchte trägt, bedarf es einer langen Friedensperiode und Beziehungen vertrauensvoller Zusammenarbeit. Der Arbeitsund Außenhandelsplan, der in diesem Abkommen enthalten ist, kann ein Glied in der Verbindung der Wirtschaftsverständigung sein, die vielleicht einmal die europäischen Länder verbinden wird. Die mit Frankreich und Großbritannien abgeschlossenen Wirtschaftsabkommen stellen unseren Platz in der Wirtschaft sicher. Schließlich möchte ich erklären, wie günstig eine lange Periode der Ruhe und Verständigung für die natürliche Entwicklung unserer Beziehungen zu Italien sein kann. Ingoslawischer Rückblick Belgrad, 9. Juni. Die führenden Belgrader Blätter nehmen anläßlich der Rückkehr des Prinzregentenpaares nach Jugoslawien noch einmal in herzlichen Worten zum Staatsbesuch in der Reichshauptstadt Stellung. So schreibt die„Politika", daß der Besuch alle Erwartungen übertroffen habe. Dies gelte sowohl für die große und ausgesuchte Herzlichkeit, mit der der Führer sowie das ganze deutsche Volk ihre hohen Gäste empfangen hätten, als auch für die erzielten Ergebnisse der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und die Stabilisierung der Verhältnisse in diesen Teilen Europas. Auch von jugoslawischer Seite würde alles getan werden. um die gegenseitigen Beziebungen zu stützen und zu festigen, die auf der Achtung der beiderseitigen Lebensinteressen begründet seien. Beide Völker wollten in Frieden und Freundschaft leben, worauf sie schon die Natur hinweise. Nach einer Wiederholung der wichtigsten Stellen aus den zwischen dem Führer und dem Prinzregenten Paul gewechselten Trinksprüchen sowie der amtlichen Schlußverlautbarung faßt die„Politika" die Bedeutung des Staatsbesuches in die Worte zusammen: „Die jugoslawisch=deutschen Beziehungen wurden auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet erfüllt. Der europäische Frieden wurde in Uebereinstimmung mit den traditionellen Linien der jugoslawischen Politik gestärkt, die sich auch weiterhin strikte jeder Einmischung in die Probleme der Großmächte enthalten wird. Die Beziehungen Jugoslawiens zu dem einen oder anderen Partner des deutsch=italienischen Militärbündnisses gründen sich auf der Nachbarschaft und auf den unvermeidbaren natürlichen Geboten der Zusammenarbeit und beiderseitigen Unabhängigkeit.“ Türnen, Spiel und Sserl Hapun Fie. Englans dis Frends denl London verweigert die Auslieferung japanfeindlicher Terroristen Peking, 9. Juni. Nach Mitteilung amtlicher japanischer Stellen ist bis Donnerstag mittag nicht ein einziger der innerhalb der britischen Konzession verhafteten chinesischen Ter:oristen an die japanischen Behörden ausgeliefert worden, obwohl diese Auslieferungen schon für Mittwoch mittag in Aussicht gestellt worden waren. Wie verlautet, hat man den britischen Behörden nunmehr bis Freitag mittag Zeit gegeben, um den japanischen Forderungen nachzukommen und endlich der weiteren Asylgewährung an japanfeindliche Elemente und Terroristen ein Ende zu bereiten. Nach Ablauf dieser Frist sind von japanischer Seite einschneiden de Maßnahmen zu erwarten. Die zapanischen Firmen und Bewohner der ausländischen Konzessionen verlassen bereits die internationalen Niederlassungen, und Tausende von Tonnen Waren aller Art werden von den Ladekais und aus den Lagerhäusern im Konzessionsgebiet abtransportiert. Keine britische Stützung Plötzlicher Fall der Tschiangkaischek=Währung Peking, 9. Juni. Die sogen. gesetzliche Währung der Tschiangkaischek=Regierung ist infolge eines gefaßten Beschlusses der britischen Banken. die weitere Stützung dieser Währung aufzugeben schon in kürzester Zeit ungeheuer gesunken. Die Wertminderung beträgt innerhalb 24 Stunden fast 25 Proz. Es gehen Gerüchte, daß gewisse Kreise, darunter auch Mitglieder der Tschiangkaischek=Regierung riesige Gewinne erzielten, indem sie vorzeitige Informationen für sich ausnutzten. In Pekinger politischen Kreisen ist man der Meinung, Endland habe den Beschluß, die weitere Stützung der chinesischen Währung aufzugeben, auf Grund der Tatsache gefaßt, daß die Friedensbewegung im nationalistischen China rasche Fortschritte mache. Frau überfahren und getötet Unter der Wirkung des Alkohols Emmerich, 9. Juni. Nach einem Gemeine schaftsabend der NS.=Frauenschaft wouren sich in Emmerich drei Frauen zu ihren Wohnungen nach Elten begeben. Die 52jährige Frau dan Rossum, Mutter mehrerer Kinder, wurde auf der Reichsstraße plötzlich von einem Kraftwagen von hinten angefahren und zu Boden geschleudert. Die hierbei erlittenen Verletzungen führten den Tod auf der Stelle herbei. Nach den polizeilichen Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer, der durch kein entgegenkommendes oder nachfolgendes Fahrzeug behindert wurde, um den 32jährigen Alfons Schwarte aus Ahlen i. W., der bei seiner Vernehmung stark nach Alkohol roch. Nach Entnahme einer Blutprobe wurde er dem Amtsrichter zugeführt, der Haftbefehl erließ. Der Fahrer ist schon einmal wegen eines Verkehrsverstoßes unter Alkoholeinfluß vorbestraft. Brand in einer Druckerei Sechs Arbeiter an Gasvergiftung gestorben Paris, 9. Juni. In der Druckerei einer großen Pariser Wochenzeitung in Chatelandreu in der Nähe von Saint Brieuc brach am Mittwoch abend Feuer aus. Obgleich die Feuerwehr schon nach kurzer Zeit Herr des Feuers wurde, gelang es ihr nicht, ein danebenliegendes Lager von Schwefelsäure vor dem Uebergreifen der Flammeo zu schützen, so daß die großen Säureflaschen explodierten. 14 Arbeiter erlitten durch die ausströmenden Gase Vergiflungen, sechs von ihnen sind in der Nacht zum Donnerstag bereits gestorben. B'L. nimmt an der Avlerbecker Pokalwoche tell VfL. Schwerte 1.— Sportv. Wambel 1. Anläßlich des 30jährigen Bestehens hat der Sportclub Aplerbeck 09 eine Fußball=Pokalwoche aufgezogen, an welcher auch der VfL. mit der 1. Fußball=Mannschaft teilnimmt. Zum ersten Vorrundenspiel haben sich die Schwerter im heutigen Sonnabend=Abendspiel auf dem herrlichen Fußballgelände des Aplerbecker Stadions einem völlig unbekannten Gegner und zwar dem Sportverein Dortmund=Wambel zu stellen. Die Wambeler geben in der Dortmunder Gruppe einen spielstarken Gegner ab und werden es nicht an dem erforderlichen Eiser fehlen lassen, der technisch reiseren Spielweise des VfL. Schwert beizukommen. Beide Parteien werden alles versuchen, durch einen Sieg in die Zwischenrunde zu kommen, um dann noch die Möglichkeit zu haben, an dem Endspiel teilzunehmen. Spielerisch geben wir den VfL.ern ein Plus, jedoch nur unter der Voraussetzung, wenn man den Gegner ernst nimmt und nicht schon vorher glaubt, den Sieg in der Tasche zu haben. Die Schwerter stellen zu diesem Spiel eine Vertretung in den Kampf, zu welcher man das volle Vertrauen haben kann. Hossen wir daher das beste. Eine Siegmeldung bedeutet die Teilnahme am Zwischenrundenspiel und zwar am kommenden Mittwoch gegen den Sieger aus dem Treffsen Sportverein Holzwickede— Hörder Hüttenverein. Schwerte 06 Lehrmannschaft— BfL. Schwerte Lehrmannschaft. Schon bereits am Sonntagvormittag stehen sich diese beiden Lokalgegner gegenüber. Der Ausgang dieses Spieles ist offen. 2. Reichssieger im Schießen. Der Reichsschießwettkampf der Hitler=Jugend fand in den vergangenen Tagen bei seiner dritten Austragung zum ersten Mal in Goslar statt. Von den 27 teilnehmenden Gebieten, die jeweils eine Mannschaft von 10 Jungen zum Wettkampf stellten, konnte das Gebiet Westfalen den 2. Mannschaftssieg erringen. Von 2400 möglichen Ringen schossen die Vertreter der westfälischen Hitler=Jugend 2066 und wurden damit nur knapp mit 14 Ringen von der Vertretung des Gebietes Baden, die als Sieger aus dem Kampf hervorging, geschlagen. Zum Pistolenwettkampf der Stäbe waren Fünfer=Mannschaften zu stellen. Hier siegte die eRichsjugendführung vor Baden. An 3. Stelle lag auch bei diesem Wettkampf wieder die Mannschaft der westfälischen Hitler=Jugend. Unsere Jungen werden sich über ihren Erfolg in Goslar freuen, und er wird ihnen zugleich Ansporn sein, sich weiter zu schulen, bei den Wettkämpfen im kommenden Jahr nach Möglichkeit noch besser abschneiden zu können. * Gebietsmeisterschaften im Radfahren. Die HJ.=Gebietsmeisterschaften im Radfahren finden auf der Bahn am 18. Juni in Bochum statt, während die Meisterschaften auf der Straße am 25. Juni in Bieleseld ausgetragen werden. teilte auf der Abschlußsitzung des len Olumpischen Komitees in London mit, daß Finnland gemäß den Auregungen des JOK und nach dem deutschen Beispiel von 1936 den Fakkellauf von Olympia nach Berlin, und von dert nach Helsinki durchführen werde. Das JOK gab über die Beschlußfassung vezüglich der Vergebung der Olympischen Spiele ein Kommuniqué heraus, in dem es heißt: „Nachdem das Schweizerische Komitee das FCK unterrichtet hat, daß es ihm unmöglich sei, die 5. Olympischen Winterspiele 1940 gemäß dem Programm zu organisieren, dem es früher zugestimmt hatte, sah sich das Id#r zu tiefen Bedauern genötigt die Winterspiele 1940 einer anderen Stadt anzuvertrauen. Nach sorgfältigem Studium der Möglichkeiten, die Winterspiele binnen einer Vorbereitungsfrist von nur acht Monaten zu organisieren, zog es alle gemachten Angebote in Erwägung und kam zu dem Entschluß, daß Garmischzee geeiechen bereit sein würde, die Olympisahn Sp##n im##bruar des nächsten Jahres durchzufuhren.“ Kursisten gewinnen 7:1 Schönes Spiel in Merheim gegen P'L Donnerstag abend hatte Herberger seine Schützlinge, die er augenblicklich in einem Fußballkursus in Duisburg betreut, zu einem Spiel gegen den Kölner VfL 99 aufgeboten. Nur gut Durch die Sonne geblendet Rees, 9. Juni. In der Bergerfurther Kurve auf der Reeser Landstraße wurde der Reeser Uhrmachermeister Müller auf der Fahrt nach Wesel so stark von der Sonne geblendet, daß er mit seinem Kraftwagen in voller Geschwindigkeit gegen einen Baum fuhr. Während der Fahrer selbst mit geringfügigen Verletzungen davonkam, wurde sein 82jähriger Vater durch die Splitter der Windschutzch###oe so schwer verletzt, daß er nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der schwerbeschädigte Wagen mußte abgeschleppt werden. Mit einem Blick... Der englische Premierminister Chamberberlain und der Außenminister Lord Halisax haben am Donnerstag vor den parlamentarischen Körperschaften Großbritanniens sich zu dem gegenwärtigen deutsch=englischen Verhältnis geäußert. Prinzregent Paul und Prinzessin Olga haben die Rückreise nach Jugoslawien angetreten. Die gefährliche polnische Stimmungs. mache nimmt immer grotebkere Formen an. 0 Zuschauer wurden in Merheim Zeuge eines schnellen Spieles, in dem die Kursisten zeitweise ausgezeichnete Leistungen boten un auch einen vollauf verdienten Sieg davontrugen, der aber etwas zu hoch ausfiel. Nach einem abwechslungsreich verlaufenen Jugendspiel nahmen die KurDeutscher Polizist ermordet Feige Tat im Protektoratsgebiet Prag, 9. Juni. In der Nacht zum Donnerstag ereignete sich in Kladnow bei Prag ein schwerer Zwischenfall. Ein deutscher Polizeiwachtmeister wurde von unbekannten Tätern erschossen. Ueber den Ueberfall, der aus dem Hinterhalt erfolgte, ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Die Protektoratsbehörden haben Sofortmaßnahmen verfügt, die eine Wiederholung derartiger Vorfälle ausschließen. Gebietsoffenes Schwimmfest in Werne a. L. In Werne a. d. L. veranstaltet die Gebietsführung Westsalen am kommenden Sonntag ein Schwimmsest, an dem sich Mannschaften aus dem ganzen Gebietsbereich beteiligen können. Selbstverständlich werden die Leistungen der einzelnen Schwimmer und Schwimmerinnen bei diesem Wettkampf ausschlaggebend sein für Ausstellung der Wettkampfmannschaften des Gebietes Westfalen bei den Reichsjugendmeisterschaften, die in Chemnitz zur Durchführung kommen. Die Wettkämpfe werden wie folgt ausgetragen: für Jungen über 200 Meter Kraul, 200 Meter Brust und 100 Meter Rücken, für Mädel über 100 Meter Kraul, 200 Meter Brust und 100 Meter Rücken. gt.s. Die Schwimmer führen außervem zwei Staffeln durch, eine Kraulstafsel über 4 mal 100 Meter und eine Lagenstaffel über 100, 200 und 400 Meter. Der letztgenannte Wettkampf wird auch von den Mädeln ausgetragen. Von besonderem Interesse sind die Ausscheidungsspiele um die Gebietsmeisterschaften im Wasserball, die im Rahmen dieser Schwimmwettkämpfe zur Durchführung kommen. 8 Mannschaften haben sich für die Teilnahme qualifiziert, und zwar treten am Sonntag der Bann Iserlohn gegen den Hamm, der Bann Bochum gegen den Bann Gladbeck und der Bann Ludenscheid gegen den Bann Recklinghausen an. Außerdem trägt der Bann Lüdinghausen gleichzeitig seine Bann= und Untergaumeisterschaften im Schwimmen aus. Bei der Gebietsführung liegen bereits über 100 Meldungen für dieses Schwimmfest vor, und ein Blick in die Teilnehmerliste zeigt, daß die besten westfälischen Jugendschwimmer sich hier zum Prüfungswettkampf stellen. Die Kämpfe, die einen interessanten Verlauf zu nehmen versprechen, beginnen um 15 Uhr, während die beide zuerst genannt Wasserballspiele bereits um 12,30 bezw. 1 Uhr ausgetragen werden. Aus den Vorjahren sind uns die guten Leistungen unserer westfälischen Jugendschwimmer noch zur Genüge bekannt, sodaß wir auch am Sonntag mit guten sportlichen Leistungen unserer Jugendschwimmer und=schwimmerinnen rechnen können. Olympia— Berlin— Helsinki Olympischer Fackel=Staffellauf Der Vertreter des Finnischen Organisations. kamitees der Spiele von Helsinki im Jahre 1940 sisten den Hauptkampf mit folgender Mannschaft auf: Zimmer(Kurhessen Kassel): Bach (Fortuna Düsseldorf), Schmidt(FSV Saarbrücken): Wollenschläger(Mes Gigegge (Rot=Weiß Essen), Mengel(Turu Biallas(Duisburg 48/99). Gunter(Rot=Weiß Oberhausen), Liesen(Hamborn 07), Klingler (Daxlanden), Gärtner(Olympia Borch). Der VfL 99 erschien mit: Backhaus; Rohmann, Moog 2; Tollmann, Moog 1. Kuckertz: Leinen, Rehkessel, Werheit, Mars. Anfang. Die Kursisten benötigten einige Zeit ehe sie sich zurechtfanden, aber dann lief ihr Spiel zeitweise glänzend. Das kurze, genaue Paßspiel des Sturmes war vorbildlich und besonders der schnelle und gewandte Linksaußen Gärtner und der junge Mittelstürmer Liesen— der übrigens noch Jugendlicher ist und als solcher ein ausgezeichneter Leichtathlet— gefielen ausgezeichnet. Massenankunft in Wien Umbenhauer weiterhin in Führung Langhoff Etappensieger Die Teilnehmer der Großdeutschlandfahrt trafen bei ihrem Einzug in die Ostmark am Freitag nicht gerade gutes Wetter an. Unmittelbar nach dem Start zur 8. Etappe in Passau ging ein heftiger Gewitterregen nieder und 150 km vor dem Ziel geriet das Feld dann in einen Landregen, der bis kurz vor Wien unerwünschter Begleiter war. In Wien gab es eine Missenankunft und aus dem Spurt ging vor zahlreichen Zuschauern inmitten der von einer Radfahrer=Kompanie freigehaltenen Durchfahrt der Bielefelder Langhoff, der bisher vom Glück nicht besonders bevorzugt war, als klarer Sieger hervor. in Kürze Matti Järvinen an 75 m Bei hochsommerlicher Witterung gab es beim Fronleichnams=Sportfest in Helsinki ausgezeichnete Leistungen. Matti Järvinen, der in diesem Jahre schon einige Mal bewiesen hat, daß er zur richtigen Zeit in Form gekommen ist, warf den Speer 74,79 m weit. Sieger im Hochsprung wurde der Finne Kalima mit 1,93 m. teressantes Rennen entwickelte sich auf der 5000m=Strecke Der Finne Pekuri gewann schließlich in 14:21.6 Min. vor dem Polen Kusbeinst (14:29/8 Min.), der noch im Endspurt Tuominen (Finnland) auf den dritten Platz verdängen konnte. Hamburger SS spielt in Wien Schneller als erwartet, kommt es zu einer neuen Begegnung zwischen den Gaumeistern und Vorschlußrundengegnern Admira Wien und Hamburger Sportverein. Das Freundast: Wrie Krdst berzieg amn 23 Juni in Wien itt. um 29. Juni stelen sich die Hanseaten erneut an der Donau vor, diesmal gegen vcapid Wien. Hasselberg vor Schorn und Purann Zum Münchener Fliegerpreis, an dem sich die schnellsten Amateurbahnfahrer beteiligten, hatten sich auf der Amorbahn bei sommerlicher Hitze noch rund 2000 Zuschauer eingesunden. Für den Endkampf des Fliegerpreises qualifizierten sich die beiden letztjährigen deutschen Meister Hasselberg und Schorn, der schnelle Berliner Purann und der auf der heimischen Bahn beachtlich starke Hörmann(München). In den sechs entscheidenden Zweierläufen schlug Hasselberg alle Gegner und wurde überlegener Gesamtsieger. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Liuner. Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. V./39: 1517. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ¾10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Sonst nach schriftlicher oder sernmündlicher Anmeldung. uU F— G DORTMUND Als Schutz gegen Sonnenbrand empfehlen wir unser reichhaltiges Lager In Hautereme und Hautöl Deutscher Marken-Firmen Gott dem Allmächtigen Vater hat es gefallen, heute morgen 5 Uhr unsere innigstgeliebte, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wwe. Iad Phadehialhf geb. Althoff nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, sanft und gottergeben im 56. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Ergste, Berchum, Oestrich, den 9. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Montag, dem 12. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Trauerteier eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. □ Ihre Vermählung geben bekannt Willi Heermann Emmi Heermann Schwerte Hüsingstr. 29 ged. Ockehage 10. Juni 1939 Westhofen Westf. Eickhoffstr. 2 1334 Bürger-Schützen-Verein e. V. Schwerte Schützentag am Sonntag, 2. Juli,„Im Reiche des Wassers“. Promenadenkonzert, Festzug, Konzert u. Fanz Nusik: Eliegerhorstkommandantur Dortmund Sonnabend, den 10. Juni. Sonntag, den 11. Juni und Mittwoch, den 14. Juni ab 16 Uhr auf den Schießständen des Schützenhofes Austragung der Vereinsmeisterschaften. Restlose Beteiligung aller Schützen wird erwartet. Sonntag, den 11. Juni, außerdem Uebungsschießen der 2. Komp. Der Vereinsführer. Elektr. Kühlschränke, Herde Kocher, Bügeleisen in jeder Größe zu Fabrikpreisen, auch auf Teilzahlung sofort lieferbar. Alfred Heinz, Hervorragende Hellertolge bei Gicke Ischias Rheuma Neuzeltlieh eingerichtetes Inhalatorlum Badeselt von 7—12 und 14—18 Uhr nfEI Badeverwaltung. Unna-Könlgebern. Sol- und Thermalbad König.— Gras-Verkauf. Mittwoch, den 14. Juni, nachm. 5 Uhr soll das Gras in den Flößwiesen des Gutes Haus-Ruhr verkauft werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Haus-Ruhr, den 10. Juni 1939. 1991 Gräfl. v. Wedel'sche Rentel. Kotferempfänger Autoempfänger Schelllglatten Rauis M.nl Pernrest 2606 amm Kino ehränke zu gäggtigen Zahlungebedinguggen Tintenkull jetzt nur noch Mk. 5.85 vorrätig bei Hans Linner vorm. Carl Braus Sicher sund mild wirkt Darmol. Es fördert die Gesundheit. Ob Sie eine Blutreinigungskur machen oder ihren Körper richtig entschlacken wollen, in jedem Fall wird ihnen Darmol heiten. Es schmeckt ausnezeichnet! In Apoth. u. Drog. RM-74, 1.39 die Schokolads für die gute Verdauung 2 Für die heiße Jahreszeit ein B Kühlschrank von Radio=Gendrong Teleion 2709 Autoemplänger, Schallplatten. Bekanntmachung! Zinsnachlaßanträge für Hauszinssteuerhypotheken aus Anlaß der Heranziehung des älteren Neuhausbesitzes zur Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1939 sind bis spätestens zum 15. Juli 1939 einzureichen. Später eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß nur solche Anträge berücksichtigt werden können, bei denen die Unrentabilität des Grundstücks nachgewiesen ist. 1303 Schwerte, den 6. Juni 1939. Der Bürgermeister. Junge Arbeiterinnen werden für leichte Arbeit noch eingestellt. Tütenfabrik Alfred Scheidt Nuhstraße 30. Uebernehme mit 2t Lieferwagen mit Anhänger Fahrten im Güternahverkehr Franz Jakob Dammhorst, Ruf 2437.(1221 Wanzen vernichtet seit 26 Jahren unter schriftlicher Garantie geruchlos und unauffällig. Man verlange Offerte und kostenlosen Besuch. Kammerjäger Friederichs Letmathe Rut Iserlohn 2870. Kirchendienst für Sonntag, den 11. Juni: Johanneskirche: 8 Uhr Ohlia. Evanal. Krankenhaus: 8.30 Uhr: Millard. Geisecke= Lichtendorf: 9.30 Uhr: Ohlig. St. Viktorkirche: 9.30 Uhe Millard. St. Viktorkirche: 11.15 Uhr: Kindergottesdienst. omn 0 5 99 Sa•. D 3 SSggs S Sa5 70— 9 2 S# 0 95 S 988S 85 9 5.* * O* S 3 2. J. 9 BSsac S n 9S SE## SRSS 93 #9 3 T Aus fernen Zonen Hunde gegen Opium. In den chinesischen Häfen, in denen erfahrungsgemäß Opium verladen wird, werden neuerdings von der Polizei Hunde zur Aufspürung der verbotenen Rauschgifte eingesetzt. Die Hunde haben eine sehr feine Witterung und führen ihre Herren mit derselben untrüglichen Sicherheit wie ihre gegen Verbrecher eingesetzten Artgenossen auf die Spur von Opium, Haschisch und Kokain. Die Polizeibehörden haben mit der neuen Methode bereits die besten Erfolge erzielt. Die erste Fischereination der Erde— Japan. In allen seinen Teilen meerverbunden, darf es nicht wundernehmen, daß Japan heute die erste Fischereination der Welt ist. Die natürlichen Bedingungen des japanischen 5 Insel= und Meeresraums für die Seefischerei sind außer: gewöhnlich günstig. Nicht nur in den Gewässern um AltJapan und die neuen Reichsgebiete, vor allem Korea, sondern auch in den außerjapanischen Seefischereigebieten i Kamtschatkas, Sibiriens und selbst in der Südsee werfen : japanische Fischer ihre Netze aus, nicht immer gern gesehene Gäste! Das wesentliche Merkmal der japanischen Fischerei ist wohl das, daß auch die Hochseefischerei vorwiegend Volksfischerei und nicht Industriefang ist. Denn s von zahllosen kleinen Hafenplätzen und Fangstationen ziehen die japanischen Fischer aus in kleinen, häufig geFrechlichen Fahrzeugen mit einer Bemannung, unter der 5 Frauen nicht fehlen, die sich mit dem gleichen Mut dem : gefährlichen Beruf widmen wie ihre Männer. Die volksBeilt Laraus: Pedeutzung der japanischen Sefischerei erhellt vuruus, daß die Fänge z. B. 1929 rund 4½ Miuionen : Tonnen betrugen. Da der Weltfang für das gleiche : Jahr mit 10,5 Millionen Tonnen angegeben wird, hat Jayan als erste Fischereination an der Gesamtweltausbeute einen mehr als 40prozentigen Anteil. Die Beute wird meist im Lande selbst verzehrt. Das Volk ist seit : alters her an den Seefisch als Volksnahrungsmittel in ders oute Fischoründe e. Fenlgandse, Besw ders zun Fischgründe liegen an der Inlandsee und an der Nordostkuste von Hondo, vor allem aber an den Küsten ; von Hokkaido und den Kurilen. Menschen von geringerer Bedeutung zu sein scheinen, als die Luftelektrizität, die elektrische Ladung der Luft. Man; hat auch versucht, die ungleichmäßige Verteilung der Geburten und Todesfälle auf die verschiedenen Tageszeiten durch die Luftelektrizität zu erklären. Die näheren Zusammenhänge ließen sich jedoch noch nicht mit Sicherheit; ermitteln. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß es für die: Untersuchung des Einflusses der Luftelektrizität auf die Lebensvorgänge eine besseres Objekt gibt, als den Menschen. Dieses Versuchsobjekt ist der Hafer. Es hat sich einwandfrei ergeben, daß die Wirksamkeit des in den Spitzen: der Haferkeimlinge enthaltenen Wuchsstoffes stark von den elektrischen Eigenschaften der Luft abhängig ist. Küchengeheimnisse Gesottene und gebackene Rauchfische. Geräucherte Fische, wie Flundern, Schellfisch, Makrele, Aal, Bückling, sind in gedämpfter, gebratener oder gebackener Zubereitung ein vorzüglich schmeckendes; warmes Gericht. Durch das Sieden in kochendem Wasser: quillt der Fisch auf, das Fleisch wird saftig und locker, und auch bereits hartgewordene Räucherfische lassen sich wieder trefflich verarbeiten. Gesottener Rauchfisch wird etwa 10 Minuten lang in: siedendes Wasser gelegt, er darf darin aber nur ziehen, nicht mehr kochen. Das Wasser darf auch nicht gesalzen werden. Den so hergerichteten Fisch reicht man mit einer Senftunke und Kartoffeln. Gebratenen Rauchfisch quillt man zuerst in heißem Wasser auf und überbrät ihn dann, nachdem er gut abgetropft ist, mit der Haut in zerlassener Butter, Speisefett oder feinem Oel. Hierzu reicht man Salzkartoffeln und einen milden Krautsalat. Gebackene Rauchfische. Die Fische werden in Stücke geteilt, Schwanzflosse und Mittelgräte entfernt und mit gekochten, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln in eine mit Butter ausgestrichene Form geschichtet. Dann bereitet man eine Bechamel= oder holländische Tunke, übergießt damit das hergestellte Gericht, streut geriebenen Parmesankäse darüber, setzt reichlich Butterflöckchen auf und läßt das Gericht eine halbe Stunde lang im Bratofen backen. Rauchfische in Teighülle. Nachdem der Fisch gesotten wurde, teilt man größere Exemplare in die Hälfte, während kleinere Fische ganz bleiben. Die Haut wird abgezogen, der Fisch in einem Ausbackteig gewälzt und in der Pfanne mit reichlich Butter oder Fett goldgelb gebacken. Statt des Ausbackteiges kann man den Fisch auch mit feinem Oel bestreichen und in geriebener Semmel wälzen, die man mit etwas Kartoffelmehl vermischt hat. Harte Nüsse e „. Tabak und Temperatur. Bei Rauchern nimmt oft die Körpertemperatur an Fingern und Zehen um einige Grad ; ab, während sich Blutdruck und Pulsschläge erhöhen. Diese Erscheinung hängt nach neueren Untersuchungen mit der Wirkung des Tabaks auf das sympathische Nervensystem zusammen, das u. a. die Hauttemperatur ; u n d d e n B l u t k r e i s l a u f r e g e l t. Gesundheit und Musikinstrument. Während zur Erlernung eines Musikinstrumentes, wie Klavier oder Vio; line, gewöhnlich nur Lust und musikalische Begabung aus; s c h l a g g e b e n d s i n d, b e d a r f e s n a c h U n t e r s u c h u n g e n v o n Dr. Friedrichs bei Blasinstrumenten auch gesundheitlicher Rücksichten. Mit Ausnahme von Flöte und Saxo: phon soll deshalb niemand vor Abschluß seiner Körperbildung ein Blasinstrument erlernen, da vor allem die Lunge durch die vorzeitige schwere Belastung empfindlich geschädigt werden kann. Besonders stellen Oboe und : Fagott die größten Anforderungen an Herz und Atmungsorgane. In Musikerkreisen ist es daher weitverErstzste Ansicht, daß die Spieler von Oboe und hugott— infolge des ständigen Luftüberschusses,— körs perliche Sonderheiten bekommen, die durch die Blasdrucks wirkung auf den Kopf und die behinderte Atmungsmöglichkeit entstehen. Friedrichs regt daher eine vorzeitige ärztliche Untersuchung für Musikerlehrlinge an, um Miß: griffe und oft auch ein verpsuschtes Leben, an denen nur : das ungeeignete Instrument die Schuld trägt, zu verLustelektrizität und Wohlbefinden. Oft hört man die 5 Frage, bei welchem Wetter sich der Mensch am wohlsten fühle. Die Frage wird nicht so leicht zu beantworten sein,.. ganze i. 2546 Sum 2. Srmz. 2.0 ur. 2opr. u- be:. Modtrinder.:51. Mutrinm vr. 2.uv. 1. br.1.2u. 213222.—.4 Geheimnisvoll. Verschwiegenheit— Besinnung— Opferflamme— Schand= fleck— Wachskerze— Kloster— Amundsen— Regeldetrie— Kurier— Fußsoldat— Immortelle— Fliederbusch— Kostenpunkt— Gefallen— Staffelstein. Jedes dieser Wörter birgt in sich ein kleines anderes Wort Hat man die Kapselwörter richtig gefunden, so nennen deren Anfangsbuchstaben einen deutschen Märtyrer. Magisches Quadrat. 0— 0— a— d—d—*—* — e— 4— 1—1— n— 7— 0— 0— 0—0— 1— 1—* — f— f— f— 1— t. Die vorstehenden Buchstaben sind, in nebenstehende Figur so einzusetzen, daß waagerecht und senkrecht gleichlautende Wörter von folgender Bedeutung entstehen: 1. Kurort in der Schweiz, 2. Wintersportgerät, 3. Fremdwort für Zahn, 4. Erntegerät, 5. Lebensabend. 383850 7 * #24 Frre Sre EEH laug 4*. KEAAAAA (4. Fortsetzung.) Martin Hößli, Dr. Ritters treuer Diener, geht die Treppen hinunter und begegnet einem Chinesen in weitem, seidenem Kimono.... 424 Snm hen Heiliger Strohsack, den solltest zu voch rennen! denkt er und schüttelt den Kopf. Dann öffnet er die Garage, sieht seinen Wagen nach, putzt und schmiert daran und bringt ihn vor das hintere Tor. Vom Kellner läßt er sich den Proviantkorb füllen, verstaut noch einige Flaschen schweren Weins unter dem Sitz und bringt das leichte Gepäck seines Herrn an Ort und Stelle. So, für vierzehn Tage ist gesorgt.“ brummt er vor sich hin.„Nun bin ich nur gespannt, was dabei herauskommt!“ Inzwischen ist der Chinese nach oben geeilt und klopft an eine Tür. Dr. Ritter öffnet, und Rolfsen, der in dem weiten Mantel steckt, setzt sich lachend auf einen Stuhl. „Für zwölf Stunden sind wir sicher. Hans Ritter; das hat geklappt. Kai Lun hat dem Russen etwas in den Tee getan, er wird bis morgen mittag schlafen. Inzwischen können wir uns aus dem Staube machen. Der Expreß nach ; P e k i n g g e h t e r s t ü b e r m o r g e n w e i t e r, u n d d a s g a n z e N e s t hier sitzt bestimmt voller Spione.“. „Das wird wohl so sein;“ stimmt Hans Ritter bei, ;„ich habe deshalb vorgesorgt. Unten steht mein Auto zur Abfahrt bereit. Sie, Rolfsen geben meinem Diener Ihre ! Fahrkarte und fahren statt sener mit mir und Janka Kowolsk. Wir nehmen den Weg quer übers Gebirge und treffen uns wieder mit Stackmanns in Schanghai. Dort i lasse ich mich mit Janka auf dem Schweizer Konsulat trauen. Anders ist sie nicht zu retten.“ 1 Der Konsul schüttelt den Kopf:„Ritter tappen Sie da : nicht in ein Abenteuer hinein, das Sie am Ende bereuen? * Sie wissen doch gar nicht, wer das Mädchen ist!“ „Nein ich weiß nicht, wer sie ist, aber ich muß sie retten, verstehen Sie?— Ich muß einfach, mag daraus werden ; was will.“ Peter streckte dem Freunde die Hand hin:„Ich werde Sie begleiten, mag auch daraus werden, was will.“ : Der Konsul zieht sich nun Martins Fahreranzug an, : stülpt die Ledermütze über den Kopf und lacht:„Passen Sie I auf, Ritter, das gibt einen richtigen Schwabenstreich!“ Hans Ritter hat ebenfalls seinen Mantel angezogen und sieht bedächtig zwei Revolver nach.„Für alle Fälle,“ eri klärt er,„Sie haben den Ihrigen doch auch?“ Fertig zur Abfahrt gerüstet gehen die beiden über den 1 Gang und klopfen bei Stackmanns. Der Arzt öffnet und “ legt den Finger auf die Lippen. Janka schlief noch immer. * Durchsichtig schmal und blaß schimmert das zarte Gesicht im Dämmern. Der Fluchtplan wurde nun dem Ehepaar erläutert, und ebenso wurde besprochen, wie sich Stacki manns gegenüber dem Russen verhalten sollten. Rolfsen “ mahnt immer wieder:„So freundlich wie möglich und ganz arglos. Sie wissen nichts, gar nichts, als daß ich mit Dr. e(Nachbrucd verbeten.) Ritter nach Novo Sibirsk gefahren bin. Wir werden ja: bald seine Spürhunde auf dem Halse haben. Ihnen geschieht nichts, haben Sie keine Sorge. Dr. Ritters Diener fährt in meinem Abteil mit Ihnen weiter, und der setzt den Herrn Popowitsch an die Luft, wenn er unverschämt: wird. Aber jetzt muß sich Fräulein Kowolsk fertig machen: Es ist das beste, sie behält Männerkleidung an, das täuscht am sichersten. Kommen Sie, Dr. Ritter, einstweilen verständigen wir den Hoteldirektor. Janka Kowolsk soll allein: an den hinteren Ausgang kommen.“ Mit festem Händedruck verabschiedeten sich die beiden von dem Ehepaar, und der Arzt geleitet sie vor die Tür.: Frau Inge ging nach dem Ruhebett hinüber, vorher: aber trat sie noch ans Fenster und schaute zu dem sternübersäten Nachthimmel hinauf. Ein heißes Gebet stieg aus ihrem Herzen zum Lenker alles Lebens um eine glückliche: Fahrt für die Flüchtlinge. Dann rief sie die Schlafende leise an. „Janka, Sie müssen sich fertig machen. Konsul Rolfsen: und Dr. Ritter bringen Sie im Auto nach Schanghai. Dort: sehen wir uns wieder, dann sind Sie mein Gast. Gott behüte Sie und Ihre Begleiter!" Nun schlüpft Janka wieder in den weiten, dunklen: Mantel und drückt sich den Hut ins Gesicht. Eine rasche,: innige Umarmung, ein ersticktes Tankeswort, und die Tür schließt sich hinter der hohen schlanken Gestalt. Werner Stackmann ist zurückgekehrt. Er hat den Arm: um seine junge Frau gelegt und schaut mit ihr auf die Straße hinunter. Da schießt auch schon der hellgraue Wagen um die Ecke und verschwindet in der Dunkelheit. „Glaubst du, daß die Flucht gelingt?“ fragt die: Doktorin leise. „Gott gebe es; es wäre jammerschade um die zwei braven, wackeren Männer!“ erwiderte mit einem Seufzer: Dr. Stackmann. Müde von all der Aufregung, sucht das Ehepaar sein Lager auf. Sie sind beide mitten im Lande der Schrecken: und Wunder, und noch in die tiesen Träume hinein: leuchten die beiden grellen Scheinwerfer des flüchtigen Kraftwagens. Zwölf Stunden Vorsprung!... Viertes Kapitel. Erst spät am nächsten Morgen kamen Stackmanns zum: Frühstück in die Halle. Der brave Martin Hößli war: schon da und lehnte mit einer Zeitung in der Hand an der Tür. Er tat, als kenne er das Ehepaar überhaupt nicht.„„ „Möchtest du ausgehen, Inge?“ fragte Dr. Stackmann die junge Frau. — „Nein, Werner, es wird das beste sein, wenn wir e nicht viel zum Vorschein kommen; ich lege mich nachher s wieder zu Bett und habe Kopsweh.“ .. Oben in ihrem Zimmer machte Frau Inge das Gemi. in Ordnung, denn am späten Abend sollte der Expreß ; weitergehen. :. Um keinen Verdacht zu erregen, nahmen Stackmanns das Mittagessen im Speisesaal ein. Popowitsch war noch nicht da, aber unfern der Tür saß der Schweizer Riese : und verspeiste in aller Ruhe einen Gang nach dem anderen. " D a s W e t t e r w a r k ü h l u n d k l a r, u n d i n d e n v i e l e n W a n d 1 spiegeln gleißten die Sonnenpfeile auf, tanzten über die gedeckten Tische und spiegelten sich in Silber und Kristall. : K a u m w a r d e r K a f f e e g e t r u n k e n, s o e i l t e I n g e w i e d e r i n ihr Zimmer. Aus dem Fahrstuhl tretend, merkte sie, wie ein Schatten im dämmernden Gang verschwand. Rasch eilte sie hinüber, aber in dem sauber hergerichteten Raum : war nichts Auffälliges zu entdecken. Alles stand und lag ; so, wie sie es verlassen hatte. Eben wollte sie zurück nach der Halle gehen, wo ihr Mann seine Zigarre rauchte und Zeitungen las, da trat freundlich lächelnd der Russe auf * sie zu und fragte, wo sie denn die drei Herren gelassen ; habe. Inge gab sich innerlich einen Ruck. Hier konnte nur Kaltblütigkeit helfen. Sie lächelte den Kommissar ebenso freundlich an, und erzählte mit dem gleichgültigsten : Gesicht von der Welt, daß der Konsul plötzlich seinen Reiseplan aufgegeben habe und mit Herrn Dr. Ritter im Auto nach Novo Sibirsk gefahren sei. "„Ach, das ist aber schade!“ bedauerte Herr Popowitsch. :„Fährt Monsieur Ritter selbst?“ ic sadh seinen rau Inge tapfer weigz, ver hatte, soviel ich—., seinen Chauffeur bei sich. Die beiden Herren : w o l l t e n, w i e i c h h o r t e, i m I n n e r n v o n S i b i r i e n w i c h t i g e Geschäfte machen. Ein verschlagenes Lächeln spielte da um den Mund des Russen.„Aber Madame, denken Sie, niemand macht * Ende September mehr Geschäfte in Sibirien; ich glaube, : Sie wollen mich zum besten halten.“ ghie sauhaus nicht, mein Herr“, versetzte sie mit gut ge„eerten. Erstaunen.„Sie kennen Konsul Rolfsen und " Dr. Ritter nicht; was die sich in den Kopf gesetzt haben, e d a s f ü h r e n s i e a u c h d u r c h, t r o t z W i n t e r u n d K ä l t e.“ Sie grüßte liebenwsürdig und wollte an ihm vorüber gum Fahrstuhl gehen. Popowitsch aber ließ nicht locker = und fuhr mit hinunter. Der Toktor fragte ihn ebenso " harmlos, warum er gestern abend sich nicht zu ihnen gesetzt habe. Er schlug ihn lachend auf die Schulter:„Wo haben Sie denn gesteckt?“ : Das Gesicht des Kommissars wurde bleich vor Wut; er brachte nur ein verbissenes Lächeln zu Wege und entschuldigte sich mit„kleinen galanten Abenteuern“. "„Dann wissen Sie vielleicht noch gar nicht, daß : die schöne Russin aus Kai Luns Teehaus verschwunden ist?“ fuhr der Komimssar mit lauernden Blicken fort.„Sie hat Ihnen zuletzt gesungen. Das Ehepaar machte sehr gleichgultige Gesichter und erzählte, daß das Mädchen nach einigen Liedern fortgegangen sei. aundiateer len Sie denn nicht essen, Monsieurk“ erku.ige sich liebenswürdig Frau Inge.„Heute abend : werden wir uns ja als Reisegefahrten wieder treffen; indessen auf Wiedersehen. Sie reichte dem Russen freundlich die Hand. In den Augen des Kommissars sprüht ein gefähr; l i c h e s F e u e r a u f. E r n i m m t d i e f e i n e F r a u e n h a n d i n : seine dunkel behaarten Tatzen, daß sie wie in einem Schraubstock gefangen ist, und küßt sie wiederholt. Frau Dr. Sulmann zuckte dabei zusammen wie unter einem körperlichen Schmerz. Rasch verabschiedet sich das Ehe: paar und fährt nach oben. Kaum in ihrem Zimmer angelangt, gießt sich die junge Frau eine Kanne Wasser übe. vie gekußte Stelle. :„ A h p f u i, W e r n e r, d i e B e r ü h r u n g d i e s e s M e n s c h e n : wirkt wie die eines häßlichen Reptils! Wenn wir ihn doch nur erst los wären! Ich bin auch ganz sicher, daß er vorher hier in unserem Zimmer war und spionierte. "„Aber Liebste, nur Kaltblütigkeit kann uns und den Flüchtenden nützen; das bedenke. So lange wir Popowitsch beschäftigen, ist er den anderen nicht auf den Fersen. Er sucht irgendetwas von uns zu erfahren; wir müssen uns eben so lange seine Aufdringlichkeit gefallen lassen. Wird er frech, so weißt du, daß wir Dr. Ritters Diener in der Nähe haben. Vor allem wird nun meine kleine! Frau noch ein paar Stunden ruhen, und ich setze mich dicht daneben.": Er nahm den Kopf der jungen Frau in seine warmen, behutsamen Hände und küßte sie innig auf den Mund. Dann bettete er sie weich, hüllte sie in eine warme Decke, und bald war Inge fest eingeschlafen, beide Hände um: ihres Mannes Rechte verschlungen. Der junge Arzt saß treu wachend neben ihr. Einmal glaubte er Schritte draußen zu hören, die leise vor der Tür halt machten; dann entfernten sie sich wieder. Aller= dings war er nicht unbesorgt, wie er sich vor seiner: Frau gab. „Der Teufel soll diesen Halunken holen!“ murmelte er zwischen den Zähnen. Nun kamen wieder Schritte auf; die Tür zu, diese wurde einen Spalt breit geöffnet und: ein Zettel hereingeworfen. Der Arzt hob ihn auf und las:„Vorsicht, Tschekaspione! Sorgen Sie sich um nichts, werde alles, auch Gepäck, besorgen. Achtung auf die Frau.; Martin.“ Der Arzt zerriß das Blatt und verbrannte es an seinem Taschenfeuerzeug. 4 Allmählich wurde es Zeit, sich fertigzumachen. Frau: Inge war erwacht und schlüpfte in die Reisekleider. Die; letzten Kleinigkeiten wurden in den Koffern verstaut; da kamen auch schon die Träger und luden sich das Gepäck auf. Durch die Halle unten flutete die Unruhe vieler abreisender Gäste: Eine Reihe von Rikschas drängte sich vor; dem Haustor, und wie im Traume fand sich das Ehepaar in dem breiten, wohlbekannten Bahnwagen wieder. Im Nebenabteil saß ein breitschultriger Riese, streifte sie kaum: mit einem Blick und schaute zum Fenster hinaus.; Werner Stackmann nickte seiner Frau unmerklich zu, und Inge seufzte erleichtert auf, denn schon erschien der Kommissar im Wagen und ging schnurstracks auf das: Abteil neben Stackmanns zu. Ein wütender Blick traf den Schweizer. Der zog ruhig seine Platzkarte mit der Nummer hervor, und Popowitsch mußte abziehen, nachdem er sich auf russisch tüchtig ausgeflucht hatte. Nur einige kurze Minuten noch zeigte sich das Bild der großen Bahnhofshalle mit ihrem babylonischen Sprachengewirr und den gestikulierenden Menschen; dann glitt der Zug immer rascher in die Herbstnacht hinaus. Die Betten waren schon für die Nacht gerichtet, aber Frau j Inge stand noch immer am Fenster und schaute auf die Lichter der verschwindenden Stadt. Der Arzt war nach dem Speisewagen gegangen, um Tee zu bestellen. Da traf von hinten her ein heißer Atem den Nacken der jungen Frau. Rasch drehte sie sich um und sah gerade in die tückischen Augen des Russen, die begehrlich flackerten.„Madame, denken Sie an Janka, das schöne Russenmädchen?“ fragte er leise. Inge war empört über diese zudringliche Vertraulichkeit. Aber sie dachte an die Mahnung ihres Mannes, setzte ein sehr gleichgültiges Gesicht auf und sagte mit kühler Nachlässigkeit:„Ich verstehe Sie nicht, Monsieur, Russenmädchen?... Ach...“ fügte sie dann lachend hinzu,„Sie meinen die Sängerin aus dem Teehaus? Der haben gewiß Sie, Herr Kommissar, zu tief in die Augen gesehen? Ich erinnere mich, als wir fortgingen, standen Sie im Gang bei dem Wirt.“ Popowitsch wurde unsicher, dann trat er noch näher an Frau Inge heran. Aber plötzlich wurde er sehr unsanft beiseite geschoben. Er zuckte zusammen und stieß einen Schmerzensruf aus. Die breite Gestalt Martin Hößlis verbeugte sich bedauernd und ging an ihm vorüber. Eben kam der junge Arzt zurück, man wechselte einige Redensarten und verabschiedete sich, Wütend begab sich der Russe in den Speisewagen und trank ein Glas nach dem anderen. Er ballte die Fäuste und murmelte zwischen den Zähnen:„Ich fange dich doch noch, Maria Androwna! Dann freue dich, mein Täubchen, mich wirst du nicht erstechen!“—— (Fortsetzung folgt.) 0 O 33-32s." g uag 55 55 5 89 2 * eb g h 6 S. S•S.8 ##g. SH"gE g. GEEET S 8 5 S 5.8200 Der Kobold und der Kakadu. Von Walter Persich. Nachdruck verboten.) Karl Pamperin war ganz ordentlich zur Welt gekommen. Nachdem aber dieser natürliche Vorgang beendet war, setzte sogleich die Absonderlichkeit des runden Knäbleins ein. Das Kind nahm ständig zu, es war geradezu erschreckend. Es wurde immer runder, in einer überraschend kompakten Weise. Es begann mit sieben Monaten zu laufen und ließ sich weder durch die Tatsache stören, daß die Beine sogleich eine erhebliche Krümmung annahmen, noch dadurch, daß er dauernd auf seine niedliche, gestupste Nase plumpste. Weniger schnell ging sein geistiges Wachstum vor sich. Mit sieben Jahren hatte er die Größe eines dreijährigen Kindes, schleppte mit kurzen, runden Beinen und kurzen Armen auf dem runden Rücken einen Ranzen zur Schule und wurde gewaltig gehänselt ob seiner Seltsamkeit. Der Kobold!— schrien die Mädchen, und die Jungen, die zu stolz waren, dasselbe zu sagen, nannten ihn grob und gemütlich Karl Dickwurst. Kaum hatte Karl Pamperin die Schule verlassen, kaum begannen die Eltern Pläne zu schmieden, was dieses Monstrum eines jungen Mannes beginnen werde im Leben— immer noch nicht größer als ein achtjähriges Kind und von Ansehen mit einem Kugelkopf auf einem Kugelleib, und der wieder ruhte auf Kugelbeinen—, als sie auf einer Ausflugsfahrt mit einem Autobus tödlich verunglückten. Karl saß in der Wohnung, die dunkler und dunkler ward. Der Sommerabend hauchte ins offene Fenster. Auf den Straßen, die er nicht sehen konnte— denn er war ja niedriger als die Fensterbank—, blinzelten die Laternen. Müde wurde er, untröstlich im Alleinsein. Er begann zum ersten Male in seinem Leben zu weinen, und dabei schlief er auf seinem Kinderstuhl ein. Der lärmende Ruf eines Polizisten weckte ihn. Der frische Himmel hing vor dem Fenster, und der Uniformierte staunte erschreckt auf dieses Wesen, das eben über seine Knie hinausragte und die Geschichte des Unglücks seiner Eltern zusammenstotterte. Karl besaß einen Freund. Der Kohlenkellerinhaber Frederik fing ihn auf, als er die sonnenbeschienenen, von blitzenden Splittern verzauberten Stufen herunterpurzelte, bis an den Rand seines Schädels erfüllt vom unverständigen Schicksal. „Karl“, sagte der Mann,„du hast mir oft dein Herz ausgeschüttet. Karl, du weißt, ich habe nichts vom Leben. Wenn du willst, ziehe ich mit in deine Wohnung, so schön habe ich's seit zehn Jahren nicht gehabt, und was der Keller bringt, das ist geteilt. Wir können davon leben, wenn wir im Sommer mit Flaschen handeln. Und Jakob ist auch einverstanden!" Jakob— seltsamer Kontrast eines schneeweißen, an den Schläfen errötenden Kakadus in dieser Umgebung aus Briketts, Nußkohle, Koks, den öligen Flächen der Steinkohlen— Jakob schrie schon lange aus einem rostigen Käfig: „Eins— zwei— drei— hurra!“, hakte erregt die Tür auf und krabbelte eilig auf die Schulter des Kleinen. So lebten die beiden Leute, der Kohlenonkel, der Kobold. Jeder hatte seine Aufgabe. Der Kleine die Wohnung, an der er putzte, und der Große das Geschäft, und beim Flaschenhandel, den sie begannen, umherziehend mit einem kleinen Karren, konnte Karl heftig mitmachen. Leider konnte Jakob nicht mitfahren. Er saß schreiend und ungeduldig auf seiner Stange, wenn Karl von den Stadtfahrten heimkehrte, um das Essen zu bereiten. Dann aber wurde ihm die Tür geöffnet. Er hatte Platz in der ganzen Küche und sprang mit ein paar ungeschickten Flügelschlagen auf des Kobolds Schulter. Der sprach bei allen Verrichtungen mit dem Vogel, lehrte ihn zählen— an Gegenständen— flötete ihm Lieder vor, die etwas verzerrt aus dem Papageienschnabel zurückklangen, und gab ihm zum Knabbern weiches Gebäck. Wer war mehr sein Freund: der schwarze Mann aus dem Keller oder der weiße australische Kakadu? Dieser Kakadu muß es gewesen sein, der Karl veranlaßte, die Wohnung und den Flaschenhandel zu verlassen. Frederik wurde zuweilen von Ausbrüchen seines : Leides gepackt. Er rannte dann in eine Kneipe, schlug sich voll mit Alkohol, schleppte sich durch die Straßen, bis er wieder nüchtern genug war, um die nächste Bierstube zu„ entdecken. Wieder einmal war Karl vergeblich unterwegs, um den Freund von seiner„Tour“ zurückzuholen, die stets. Tage dauerte, ohne ihn gefunden zu haben. Er betrat: traurig die Küche, aus der ihm der Dunst des warmgestellten Essens entgegenschlug, und darum war das Fenster geöffnet, und sogleich sah er, daß Jakob dorthinaus seinen. Weg genommen hatte. Die Käfigtür war zurückgeschoben.: Ein Kakadu fliegt schlecht. So fliegt er wohl auch nicht weit, vielleicht war er im Baum vor dem Hause.— Karl schleppte einen Stuhl aus Fenster, stieg hinauf. Aber= es war schon so dunkel geworden, daß er den nächsten und: übernächsten Baum nur überblicken konnte. Er mußte auch noch auf die Fensterbank klettern. Er rief, flötete— und— er erhielt Antwort„Eins— zwei— drei— hurra...!". Und„Eins— zwei— drei— hurra!“ schrie Karl, und: Tränen kamen in seine Augen. Doch Frederik kam nicht, der Vogel statterte ust um Ast höher.„Eins— zwei— drei— hurra!“, dann nahm er einen großen Schwung und— streifte die ausgestreckte Hand des Kleinen. Der wollte den unsicher Fliegenden packen, beugte sich noch weiter vor. Beim nächsten Schwung des Kakadus faßte er unterm Flügelschlag schon die hornige Kralle— und stürzte abwärts—, in einen kreisenden Tunnel. Auf flatterte Freund Jakob:„Eins— zwei— drei— hurra!". Der große Schlag hatte alles Bewußtsein des Kobolds ausgelöscht. Er lag vor dem Hause— noch kleiner, als man ihn kannte. 3 Jakob fand langsam seinen Herrn, er krabbelte wiegend auf dem Körper umher, schlug mit den Flügeln, zupfte ihn am Ohr, strich mit zärtlicher Bewegung denSchnabel über die Haut des Gesichts, und als es ihm gar zu bunt wurde, biß er ins Ohrläppchen— vergebens. Erst Frederik mußte im Morgendämmern kommen, um beide auf den Straßensteinen zu finden. Seine Augen wurden klar. Er rannte mit großer Schnelle zum Schuppen, die Karre zu holen, und kam schon zehn Minuten später im Krankenhaus an. „Nein, Mann— das ist ja wild! Den habt ihr sicher: selbst aus dem Fenster geschmissen— und was soll der Vogel?“„„ Ja, der Vogel war mitgefahren ias Kruntenhaus, und bevor der Kohlenhändler verhaftet wurde, konnte er nur: noch so viel erklären, daß man Jakob neben dem Bett des: Gestürzten aufstellte, da andere Kranke einverstanden waren. 4 Das Leben saß fest in diesem verungluckten Korper,: die Kopfwunde mußte vernäht werden, die Beine wurden: geschient— er erwachte nach dreizehn bewußtlosen Tagen. „Eins— zwei— drei— hurra!“ schrie Jakob im Augenblick und Karl lächelte und schlief nun drei Stunden: bis in klare Wachheit. Das absonderliche Leben des Kobolds Karl Pamperin war gerettet, Frederik durfte nach der Protokollierung des Unglücks zu ihm kommen und holte ihn nach einem Vierteljahr gleich in einem Wägelchen mit Gummirädern ab—. die Fußknöchel konnten den Körper nicht mehr tragen, er mußte immer fahren. Mit schlenkernden Bewegungen treibt er die Kurbel, wenn ihn der Freund nicht— wie: meistens— vorwärtsschiebt. Man hört es auch, wenn der Wagen mit dem Bewegungslosen in Frederiks Laden steht. Sobald der Vogel schreit, läßt er die Kohlenschaufel ruhen, und blickt zu seinem Schützling: „Sag mal, Karl— darf ich mir eben ein Glas Vier= rüberholen? Du weißt, ich bleibe nie wieder in einer Kneipe sitzen— nee, nee, ich tu's nicht, aber hin und wieder muß ich eben meinen Tropfen haben. Darf ich also—: dauert nur fünf Minuten!" Dann stapft er, die Hände in den Hosentaschen, zur Treppe, guckt sich nochmals um— die breite, zu kurze Hand des Kobolds krault den Kamm des Vogels. 2 Er läuft, läuft sehr schnell über die Straße zur Kneipe. An der offenen Tür ruft er hinein, was er haben will; man bringt ihm das Glas, und bis er es hat, läßt er den Kellereingang nicht aus den Augen, in der gräßlichen: Furcht, es könne den Zweien dort schon wieder etwas geschehen... KERASTEnder Reh und Deutschlandsender Vom 11. bis 14. Juni 1939 Sonnlag 11. Juni Reichssender Köln 6.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand. 8.05: Ein besinnliches Wort. 8.15: Sonntägliche Musik. 9.00: Dem Heiteren erscheint die Welt auch heiter. Morgenteier. 9.30: Musik am Sonntagmor= gen. 11.00: Eine Viertelstunde bildende Kunst. 11.15: Das Kaiser=Quartett. Allegro, Adagio, Menuett. 11.30: Der lustige Rätselfunk. 12.00: Musik am Mittag. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.10: Fortsetzung der Musik am Mittag. 14.00: Melodein aus Köln am Rhein,.. Wre 6. 15.30: Für große u. kleine Kinder: Mit den Kindern Hand in Hand ins Märchen= und Blumenland! 16.00: Für jeden etwas. 17.20: Bildnisse deutscher Komponisten: Richard Wagner. 17.30: Jugendsinfonie C=dur von Richard Wagner. 18.00: Von Bauern und Arbeit. 18.30: Wo bist du, Kamerad? Rundfunkappell alter Frontsoldaten. 19.00: Der Sonntag im Rundfunkbericht. 19.20: Sportvorbericht. 19.30: Die Volksliederstunde des Reichssenders Köln. 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Anno dazumal. Heitere Melodien von gestern und vorgestern. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35: Nacht= und Tanzmusik. 24.00—2.00: Nachtkonzert. Deutschlandsender 6.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetterbericht Anschl.: Kleine Melodie. 8.20: Eine Woche unterm Und Sonntag aufs Land! Sonntagmorgen ohne Dazwischen: Berichte v. Wiener Höhenstraßenrennen. 15.00: Schöne Stimmen. 15.30: Der verlorene Geldbeutel. Märchenspiel. 16.00: Konzert des Kleinen Rundfunkorchesters. Dazwischen: Kurze Berichte von der Kurischen Nehrung. 18.00:„Der Wundergarten". 18.80: Musikalische Kurzweil. 19.30: Deutschland=Sportecho. 19.50: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.00: Richard=Strauß=Konzert. (Zum 75. Geburtstag.) 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Tanz am Sonntag. 8.30: 9.00: Sorg 10.00: sals 10.40: mit 11.15: 11.30: 13.15: egen. Die Prüfungen d. Schickmachen uns härter. Joseph Haydn: Sinfonie dem Paukenwirbel. Deutsch. Seewetterbericht. Richard=Strauß=Konzert. Musik zum Mittag. Mentag 12. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45: Nachrichten. 10.00: Das blaue Licht. 10.30: Sendepause. 11.45: Maschinen helfen dem Bauer. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Die Werkpause d. Reichssenders Köln in Verbindung mit der DAF. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Schloßkonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 15.30: Für große und kleine Kinder. Hurra! Kasperle ist wieder da! 16.00: Musik am Nachmittag. Darin 17.00—17.15: Das gute Buch. 18.00: Wir suchen u. sammeln. 18.10: Eine Viertelstunde Sport. 18.25: Die„Fünf fidelen Musikanten", spielen. 19.00: Richard=Strauß=Konzert. Darin: 22.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 21.30: Wenn die Soldaten... 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35: Neues vom Film. 22.50—24.00: Tanzmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Vögelchen, Mäuschen und Bratwurst. Märchenspiel. 10.30: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Adalbert Lutter spielt. 15.40: Verstehen Frauen wirklich nichts von Technik? Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeilgeschehen. 18.00: Von Woche zu Woche. Berichte aus deutschen Gauen. 19.00: Großdeutschlandfahrt 1939 19.15: Mit Fiedel und Laute. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: 7. Schuricht=Konzert. In der Pause von 21.10 bis 21.20: Anekdoten u. Geschichten um große Musiker. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Nachtkonzert. Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Froher Klang zur Arbeitspause. 9.30: Wo spielen unsere Kinder, wenn die Sonne lockt? 9.45: Nachrichten. 10.00: Suomi: Land zwisch. Norden und Osten. Horszenen einer finnischen Reise. 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.45: Heim—. Garten— Landschaft. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Nachmittagskonzert. Darin 17.00—17.10: Der Erzähler. Ans Ohr nehmen. 17.50: Ewiger Sinn— ewige Zeichen! 18.00: Land Italia. 2. Folge: Unteritalien und Sizilien. 18.40: Chorgesang aus unseren Gauen. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die NSV.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrich Sprache. 20.30: Tanzabend. Darin 21.00—21.20: Westdeutsche Wochenschau. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35—24.00: Unterhaltung und Tanz. 15.15: Kinderliedersingen. Lieder aus Böhmen. 15.40: Mein Kumpel. Erzählg. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Herhören. Pimpfe! 18.00: Schönes Deutschland! 18.30: Die Reichstheatertage in Wien. 19.00: Großdeutschlandfahrt 1939 19.15: Bilder aus der großen Stadt. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Politische Zeitungsschau. 20.30: Musikalische Kurzweil. 21.00: Orchesterkonzert. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00: Musik aus Dresden 23.50—24.00: Kleine Melodie. ichten in englischer Siendlug 13. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.00: Die Sonne zieht um das Frische Haff. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. Mnwech 14. Juni Reichssender Köln 6.00: Morgenlied Morgenruf Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten—. Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Frühkonzert. 7.00—7.15: Nachrichten— Wetter. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Vom gesunden Leben. 9.45: Nachrichten. 10.00: Wartburg. Szenen aus der Geschichte einer Burg. 10.30: Sendepause. 11.45: Lehren der Reichsnährstandsausstellung. 11.55: Wetterbericht, Marktbericht des Reichsnährstandes. 12.00: Die Werkpause d. Reichssenders Köln in Verbindung mit der DAF. 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Musik am Mittag. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rheinz. 15.00: Wir treiben Familienforschung. 15.20: Musik von Schallplatten. 15.30: Für große u. kleine Kinder: Unterm Holderbusch. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00—17.15: Der Erzähler: Die Wunderlampe. 18.00: Ein Spiel v. Ritter Falstaff aus dem Schauspiel„König Heinrich IV.“ von Shakespeare. 18.30: Kleines Konzert. 19.00: Politische Zeitungsschau. 19.15: Musik am Feierabend. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Westfalenfahrt der„Alten Garde". Uebertrag. d. Feierstunde aus der Oetkerhalle in Bielefeld. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache.., 46(bi 22.35: Johannes Strauß wielt Chopin. 23.15—24.00: Musik aus Wien. —Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00:„Freude, schöner Götterfunken" 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Glückwünsche. 13.00: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei!.„ 9— 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Emil Roosz spielt. 15.40: Wo können und sollen unsere Kinder spielen? Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Bei den Aufklärungsfliegern. 19.00: Großdeutschlandfahrt 1939 19.15: Oskar Joost spielt... und Fredy Schulz singt. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 20.15: Aus der Chronik d. Gasthofs„Zu den drei Linden“ 21.00: Die Krebskrankheit und ihre Bekämpfung. 21.15: Zur Unterhaltung. 22.00: Tages= Wetter= und Sportnachrichten Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch Seewetterbericht. 23.00—24.00: Musik aus Wien. Schuffe in der Er wass Tunk suche den Mörder Villareal!“— Ein gefährliches Gerücht Gibt es eine richtende Hand, eine Gerechtigkeit, die auch dann wirkt, wenn den Menschen der Schuldige entging? Es gibt Menschen, die an eine sich selbst vollziehende gesetzmäßige und im Ablauf der Welt liegende Gerechtigkeit glauben, nicht an Paragraphen gebunden, aber durch den Zufall und das in jedem wohnende Schicksal bestimmt. Wenn man die Geschichte Jeff Meers hört, möchte man daran zweifeln. Das Schicksal trieb hier jedenfalls ein grausames Spiel und zerschlug einen Menschen, sein Glück, seine Liebe— nur weil er sich als rächende Hand in den Gang der ihm zu langsam arbeitenden Justiz einschaltete. An einem Märzmorgen waren in der Bank von El Paso vier Männer erschienen. Diese Männer waren offenbar bei Nacht über die mexikanische Grenze nach USA. gelangt, um die Bank von El Paso zu plündern. Denn es handelte sich um alte mexikanische Banditen. Der alte William Meers, nun seit zwanzig Jahren Wächter an der El Paso Trust and Banking Company, erkannte sofort. um was es ging. Er war nie ängstlich gewesen. Also begann er, sich mit den Banditen zu schießen. Er leerte die Kammern seiner Pistolen. Aber seine Hand war wohl nicht mehr sicher genug. Er verletzte zwar einen Banditen. Im übrigen aber konnte er zwei Tatsachen nicht verhindern, einmal, daß die Banditen mit 40000 Dollar, der Löhnung für einen Bahnbau, entkamen und dann— daß er selbst getroffen wurde und einige Augenblicke nach der Flucht der Banditen seinen Geist aufgab. Er war gestorben in der Verteidigung der Werte der Bank, in deren Dienst er zwanzig Jahre gestanden hatte. Jeff Meers, der Sohn des alten Wächters, den in der Nähe arbeitete, war durch die Schüsse“ alarmiert worden und kam gerade noch rechtzeitig genug, um dem Vater, die Augen zuzudrücken. In aller Stille legte Jeff einen Eid ab, daß er seinen alten Vater rächen werde. Er hatte erfahren, daß der Anführer der Bande, der berüchtigte Manuel Villareal, seinen Vater niederstreckte. Mochte die Polizei auf beiden Seiten der Grenze die anderen Banditen suchen er wollte Villareal finden und niederschießen, wie dieser seinen Vater erschossen hatte. Und dann arbeitete Jeff seine eigenen Jagdpläne aus. Er traute der mexikanischen Polizei in den Grenzgebieten nichts zu. Sonst hätte Villareal schon längst zur Strecke gebracht worden sein müssen. Schließlich hatte dieser Teufel von einem Banditen nicht weniger als zwanzig Morde auf dem Gewissen— nicht gerechnet diejenigen, von denen die Welt nichts wußte. Nacht für Nacht überschritt Jeff jetzt die Grenze, um bald hier, bald dort in einem Grenzort nach Villareal zu suchen. Er trug einen langen Mantel bei diesen Wanderungen, um sich gegen die eisigen nächtlichen Winde zu schützen. In seinen Taschen steckten zwei mächtige Pistolen, immer gebrauchsfertig, Tag für Tag kontrolliert. So wanderte Jeff sieben Jahre hindurch über die Grenze nach Mexiko hinüber, um bei Tagesgrauen wieder zurück zu sein und seiner Arbeit nachzugehen. Villareal mußte wirklich ein geschickter Mann sein, der sich allen Zugriffen der Polizei und den Nachforschungen des Rächers so vollendet zu entziehen wußte. Die nächtlichen Geheimwanderungen hinderten Jeff nicht, eine kleine Romanze anzuspinnen, die endlich zu einer Heirat führte. Aber die Rache bedeutete für Jeff mehr als die Liebe. Er wanderte auch als verheirateter Mann Nacht für Nacht nach Mexiko hinüber. Er mußte ihn finden. Er mußte ihn erledigen. Er mußte die Rechnung glatt machen. Eines Tages— also nach sieben Jahren vergeblicher Nachtwanderungen— ging ein Gerücht um, Villareal sei in dem Grenzort Juarez aufgetaucht. Er habe dort eine Art Bar einegrichtet und wolle sich offenbar zur Ruhe set e Jeff prüfte an diesem Tag seine Waffen besonders genau und ging nach Juarez. Er stieß die Tür zu der Bar, die man ihm bezeichnet hatte, auf— dort stand der Mann mit den Zügen des Villareal hinter dem Schenktisch Sieben Kugeln schickte ihm Jeff in Leib. Für jedes Jahr eine Kugel. Aber ehe der Sterbende sein Leben ganz ausgehaucht hatte, war Jeff schon von der Polizei verhaftet. Nun erst erfuhr Jeff, daß der Tote gar nicht Villareal war, sondern ein ganz anderer, ein Unschuldiger. Aber Villareal hatte gehört, daß Jeff ihn töten wolle. Er wußte von der Aehnlichkeit des Schenkwirtes mit seinem Aeußeren. Also hatte er selbst das Gerücht in die Welt gesetzt, er sei in Juarez. Jeff bekam zwanzig Jahre Gefängnis. Seine Frau setzte nach sechs Jahren die Freilassung durch. Doch 24 Stunden später reichte sie die Scheidung ein, nachdem Jeff ihr versichert hatte, er werde wieder seine Wanderungen nach Mexiko aufnehmen. Heute ist Jeff Meers ein alter, gebrochener und müder Mann. der alles verlor. Wir wollen nur noch erwähnen, daß vor einigen Wochen Villareal von der Polizei bei einem Handgemenge erschossen wurde. Also nicht einmal die Rache blieb für Jeff... Allzu viel ist ungesund Der„reiche Onkel aus Amerika“. Arm wie eine Kirchenmaus gestorben Sang= und klanglos ist dieser Tage in einem serbischen Dorf der reichste Mann der dortigen Gegend zu Grabe getragen worden. Die Gemeinde mußte sein Begräbnis bezahlen, denn als er starb, war er arm wie eine Kirchenmaus, so arm; wie er vor vielen, vielen Jahren nach Amerika auswanderte. Dort waren damals einem arbeitsfreudigen Menschen noch Gelegenheiten geboten. es zu etwas zu bringen. Und da der Auswanderer keine Arbeit scheute, solide lebte und sehr sparsam war, brachte er es bald zu einem kleinen Vermögen, das es ihm gestattete, als Händler von Ort zu Ort zu ziehen und so im Laufe der Jahre 35.000 Dollar zu erwerben. Mit diesem Vermögen kehrte der Auswanderer vor zehn Jahren in seine Heimat zurück. Er liebte die Heimat und hatte sie auch drüben im fremden Land nie vergessen. Er hatte eigentlich nur fleißig gearbeitet, weil es sein Herzenswunsch war, als reicher Mann in die Heimat zurückzukehren. um dort seinen alten Freunden viel Gutes antun zu können. Leider ist aber auch allzu viel Hilfsbereitschaft nicht immer gut, und so kam es, daß die Bauern der Gegend jedesmal, wenn in ihrer Familie ein Kind geboren worden war, sich an den„reichen Onkel aus Amerika wandten und ihn baten. Taufpate zu sein. Solchem Verlangen konnte der alte Mann nicht widerstehen, und so versah er sein Patenamt, indem er aus vollen Händen gab. Er ahnte nicht, daß die Anträge. Taufpate zu sein, kein Ende nehmen würden. Erst waren es ein rundes Dutzend, dann 20, 50, schließlich 100, 200, 500, 1000 und zuletzt mehr als 1300 Kinder, denen der Alte ein Patengeschenk vermachen mußte. Im ersten Fall hatte er sich nobel gezeigt. im zweiten auch, und da er gerecht sein wollte, stiftete er immer den gleichen Geldbetrag, und so kam es eines Tages, daß seine 35000 Dollar restlos aufgebraucht waren. Der „reiche Onkel aus Amerika“ existierte in Wirklichkeit nicht mehr. Er mußte von den Almosen leben, die die Eltern seiner Patenkinder für ihn aufbrachten. So verließ er nun die Welt arm, wie er einst in sie gekommen war. Der Glückshund aus Tibet Eine englische Aerztin hat mehrere tibetanische Terriers gezüchtet, die nunmehr, wie aus London berichtet wird, der neueste Modeschrei für Hundeliebhaber werden sollen. Es handelt sich um Tierchen, die nur 34 Zentimeter lang sind und in Tibet von den dortigen Einwohnern als Glücksbringer angesehen werden. Bisher wurde angstlich verhindert, daß diese Terrierart über Tibet hinaus Verbreitung fand. Aber die Aerztin, die längere Zeit in Tibet weitte, ist durch die Dankbarkeit eines Tibetaners. dem sie durch eine Operation das Leben rettete, in den Besitz eines solchen Hündchens gelangt. Sie hat es mit nach England genommen und dort mit dem ihr geschenkten Terrierpaar Zuchtversuche angestellt. die zu dem Erfolg geführt haben, daß sie nun schon über mehr als zwei Dutzend dieser tibetanischen Terriers verfügt. Zufall... oder? Der Vertreter einer Firma für Sicherheitsschlösser hielt in einer englischen Ortschaft eine Werberede über Sicherungsmaßnahmen gegen Einbruch. Als die Versammlung zu Ende war, wurde zum allgemeinen Entsetzen festgestellt. daß unterdessen Einbrecher dem Versammlungslokal einen gründlichen Besuch abgestattet hatten, bei dem vieles, was nicht niet= und nagelfest war, mitgenommen wurde. Dee Saut Ee Gacter Roman von Rudolf Stratz Arbeberrechtsschutz Central=Bureau, Berlin StD * 13 „Der Heilige sei unser Zeuge!“ sprach er feierlich.„Komm!" Gerade um die Ecke wölbte die Kirche des heiligen Johannes Prodromos ihre Zwiebelkuppel. Auf Goldgrund gleißte in Kerzenglast das wilde Haupt des Täufers in der Bilderwand zwischen der Chorhalle und dem heiligen Tisch der Innenmuschel. Der Levantiner und die Levantinerin traten ein, sahen sich scheu um, knieten vor dem Gemälde des Wundertäters. „Bei dem heiligen Johannes, dem Vorläufer: Ich schwöre!“ murmelte Lamba.„Ich schwöre, den Russen Buddenhaus zu schonen!“ „Ich schwöre, über alles, was ich weiß, zu schweigen!“ Das Ehepaar bekreuzigte sich dreimal. Es beugte sich vor und küßte den Boden. Palamidi und seine Gattin erhoben sich. Sie schritt rasch durch den für Frauen freigegebenen Vorderraum des byzantinischen Gotteshauses dem Vorhof zu. Am Ausgang drehte sie in weicher Wehmut einer büßenden Magdalena noch einmal das schöne, längliche Haupt zu ihrem Mann. „Wohin? Meine Seele hat jetzt Frieden. Nach dem Bosporus zurück.“ Vor der ganz nahe türkischen Postanstalt bei der russischen Postanstalt, wohin sich die schöne Madame Lamba wandte, saßen, neben Geldwechslern, in einer Reihe die öffentlichen Schreiber. Charis blieb vor einem Graubart stehen. „Kannst du französisch schreiben? So schreibe: Wenn Sie Ihr Leben retten wollen...“ Der Alte hörte und malte die Buchstaben,„... so seien Sie heute, wenn die Sonne sinkt, auf der Gartenstraße des Palais am Bosporus. Ich erwarte Sie! Ich bin mit einem Verbrecher verheiratet. Nun— Gott gibt jedem sein Teil. Ich flehe zu Gott, daß Sie kommen, in Angst und Verzweiflung...“ Um diese Morgenstunde pflegten vor den Gasthäusern Peras die Fremdenführer herumzulungern und auf ihre Kunden zu warten. Und da erhob sich schon unter der Torwölbung des„Byzantinischen Hofes“ ehrerbietig beim Nahen der Kyria ein äußerst behäbiger Mensch mit Franz=Josef=Bartstreifen unter dem roten Fes. Charis winkte den Dragoman Prucha heran. „Kennen Sie den Russen Buddenhaus? Gut! Haben Sie Gelegenheit, ihm heute unauffällig diesen Brief in die Hand zu drücken?“ „Der Brief wird heute Mittag in den Häuden des Herrn Buddenhaus sein! Wie? Nur ein einziges Goldstück von der reichen Exzellenza?... Gott ist doch die Dreifaltigkeit!... So! Mein Kompliment! Untertänigster Sklave Eurer Herrlichkeit.“ Die schöne Madame Lamba atmete erlöst auf. Sie schritt weiter. Ihr Mann stand noch drüben im Vorhof der Kirche Johannis des Täufers. Er wartete, bis der Vater Dmitri, der allbeliebte Hausfreund der Levante, nach beendeter Liturgie heraustrat. „Mein Gewissen drückt mich, Papa!“ „Sprich, mein Sohn“ „Wenn ich jemandem gelobe, eine schlechte Tat zu verhindern, und ich kann nicht mehr rechtzeitig denjenigen zurückhalten, der diese Tat begehen will— sündige ich dann?“ Die großen grauen Augen des Priesters ruhten prüfend auf dem Levantiner.„Hast du, als du schwurst, gewußt, daß du den Uebeltäter nicht mehr erreichen würdest?“ „Nein, Vater!“ log Lamba lächelnd. „Dann hast du nicht gesündigt!“ Ein halbes Goldpfundstück für Weihkerzen vor dem Bild der Mutter Gottes in die Hand des Popen. Palamidi Lamba lief, befriedigt wie nach einem guten Handelsgeschäft, in sein Palais zurück. „Anspannen!“ befahl er schon von weitem dem bunten Tortroß und widerrief im selben Atem:„Laßt!“ Er drehte um. Er eilte zu Fuß nach Pera hinein. Er murmelte im Selbstgespräch, in blinder Angst und Hast: Kein Aufsehen jetzt in der Stadt der hunderttausend Augen und Ohren! Ich muß unscheinbar auf dem Küstendampfer hinaus nach Ortaköi fahren. Lamba lief, in Sorge, den Dampfer unten zu versäumen, und blieb plötzlich regungslos stehen, wie eine Wachsfigur. Nur der ewige Wind des Bosporus bewegte seine Kleider. Es war keine Luftspiegelung: Dort, auf der anderen Seite der Straße, kam sie ihm wirklich entgegen, groß, schlank, blond, kühn. Sie ging an der Seite ihres Bruders. Der blondbärtige, still durch den Zwicker blickende Doktor Reyck hatte das straffe Gleichmaß eines gedienten Soldaten am Leibe, und seine Schwester hielt mit ihm elastisch gleichen Schritt und Tritt. Das Geschwisterpaar marschierte, ohne den Levantiner zu bemerken. Imme wandte jetzt lachend den frischen, hübschen Kopf über die Schulter rückwärts und unterhielt sich auf deutsch mit den beiden türkischen Offizieren hinter ihr, von denen der eine, der kleine Hagere, mit dem Einglas in dem humoristischen, bartlosen Gesicht, der Rittmeister Brökers von den preußischen Husaren und der andere, der verwitterte Graukopf mit dem Schnauzbart, der alte Schweizer Landsknecht Caibel Wespi waren. Das sonntägliche schwere Seidenkleid und der schwarze Hut hoben noch ihr strahlendes Blond. In der schwarz behandschuhten Rechten hielt sie ein schwarzes Buch. Lamba erkannte: Das war ein Gebetbuch. Ofefnbar feierten diese Deutschen und die sonstigen ihnen verwandten Nationen heute ein Glaubensfest. In der lutherischen Kirche oben sah er Imme mit ihren Begleitern verschwinden, gerade noch rechtzeitig, ehe die Turmglocke den Gottesdienst zu Himmelfahrt einläutete. Atemlos stand er draußen in der hellen Sonne. Und setzte sich dann in den Mauerschatten des Derwischklosters nebenan und wartete. Aus dem Derwischkloster schauten bärtige Köpfe unter kaffeebraunen Zuckerhüten auf den europäisch gekleideten Efendi im roten Fes, der da wie ein Eseltreiber auf einem Steinblock unter einem Feigenbaum saß. Jetzt atmete er auf und erhob sich. Die Türen der Kirche öffneten sich von innen. Der Gottesdienst war zu Ende. Ein Häuflein Nordeuropa quoll hinaus in die Sonne des Südens. Deutsche, Skandinavier, Holländer, Schweizer, Balten von der russischen Botschaft. Kaiserswerther Diakonissen. Herren und Damen. Viele türkische Uniformen der deutschen Offiziere. Sie standen dienstlich stramm. Hüte lüfteten sich. Klein, stämmig, beweglich, die Brille vor den schwachsichtigen Augen, ein Stück deutscher Wille und Verstand, bestieg, goldstrotzend als General des Südens, Freiherr von der Goltz=Pascha, der Erneuerer des osmanischen Heeres, seine Equipage. Lamba drängte sich durch die deutsche Kolonie von Kaufleuten, Ingenieueren. Aerzten am Goldenen Horn. Er erspähte einen Augenblick, wo Imme allein stand und stellte sich neben sie. „Ich muß Sie sprechen!“ raunte er heiser. Das junge Mädchen schaute ihn schweigend an und ging zwei Schritte weiter. Er verfolgte sie. „Oder fürchten Sie sich vor mir?“ murmelte er. „Das Fürchten ist bei uns nicht Mode“, sagte Imme auf französisch, wie er. „Aber hier in Konstantinopel hat man zuweilen Grund dazu! Gerade in diesen Tagen! Haben Sie gehört?“ Heiß und leise Lambas Stimme:„Die Ausländer flüchten!" „Weiß ich längst!“ „Und Sie..3“ „Ich fürchte mich nicht fürs Vaterland!“ „Sie kommen in Gefahr!“ „Ach— mich stiehlt keiner!“ „Sie brauchen Schutz...“ „Wozu hab' ich'nen Bruder?... Gedienter Flügelmann! Vizefeldwebel der Reserve daheim...“ „Auch er ist bedroht... „Wozu haben wir unsere Landsleute hier? Rings um uns steht alles voll von Deutschen!" „Alle Deutschen— alle Europäer— laufen in solchen Zeiten Gefahr. Sie sind arm!“ „Na, und—?“ „Ich war es auch...“ „Den Fehler haben Sie, scheint's, abgelegt.“ „Auch Sie können reich werden...“ „Danke! Ich habe gar kein Bedürfnis.“ „Sie können den herrlichsten Schmuck haben — die teuersten Kleider— die prächtigsten Schlösser und Gärten...“ „Das müssen Sie alles einer Haremsdame erzählen, aber nicht mir.“ „Sie können in Paris leben...“ „Mit den Franzosen können Sie mich jagen! Ich bin eine gute Deutsche!" „Sie können in Ihrem Heimatdorf mit vollen Händen Gold unter die Armen streuen und Ihrem Vater ein vierstöckiges Haus bauen..“ „Der hat längst seine Oberförsterei.“ „Sie können ihm den Paschatitel kaufen...“ „Papa als Pascha?“ Imme mußte lachen. „Sie können Ihre Schwestern mit Diamanten behängen— und Perlen auf das Haupt Ihrer Mutter häufen, wenn Sie die Seufzer Ihres Knechts erhören, dem die Fata Morgang eine Frau wie Sie vorzauberte!“ „Nee— nu reißt mir der Geduldsfaden!" Imme stemmte die Hände in die Hüften.„Was, um's Himmels willen, wollen Sie denn eigentlich. Sie haben doch ine Frau!“ „Nicht von ihr rede ich!“ „Sogar'ne wunderschöne! Ich kenn' sie doch vom Sehen. Ganz Konstantinopel kennt sie! Na, also—“ „Jene und ich— wir sind beide Sünder vor Gott!“ Der Levantiner stellte sich aufgeregt Imme in den Weg.„Nach den Dogmen meiner Kirche löst Ehebruch eine Ehe. Wenn der Patriarch von Konstantinopel und seine zwölf Metropoliten Beweise verlangen— wahrlich: Es gibt sehr viele Zeugen wider mich und sie.“ „Verschonen Sie mich mit Ihrem Liebesleben... Und damit, bitte, Schluß!" „Ich will bereuen! Ich will zum heiligen Basilios schwören, daß ich meinen Lebenswandel hinter mich werfen werde wie einen beschmutzten und zerrissenen Mantel. Ich werde von der heiligen Synode meine Ehe scheiden lassen... Es wird viel Geld kosten!“ „Meinetwegen... Leben Sie wohl!“ „Ich kann es zahlen. Ich bin reich. Ich lege meine Schätze in den Staub Ihrer Sohlen, wenn Sie-—“ „Ich hab' Sie mit einer wahren Engelsgeduld angehört— bloß, damit die Geschichte ein für allemal ein Ende hat...“ Imme schüttelte den Kopf.„Mein Gott, beherrschen Sie sich doch ein bißchen! Warum falten Sie denn die Hände?" „Ihr Sklave betet für Sie...“ „Sie sehen ja aus wie der Tod! Man könnte sich vor Ihnen fürchten!" „Ihr Schatten möchte vor Ihnen niederknien...“ „Das fehlte gerade noch!“ und bei dem Gekreuzigten, den wir beide verehren...“ Lamba riß verzweifelt aus seinem Kragenausschnitt ein goldenes Kruzifix, das er an einem Kettchen auf der bloßen Brust trug, und krampfte es zwischen seinen zitternden Fingern. „Mein Gott, schreien Sie doch nicht so!“ „Bei der heiligen. Dreifaltigkeit, ich beschwöre Sie 2. „Na—'raus damit! Was denn?" „Kehren Sie heute nicht mehr nach Ortaköi zurück!“ „Nicht nach Ortaköi?“ „Nein— nein!“ „Warum denn nicht?“ „Gott schickt mir zuweilen Gesichte!" keuchte Palamidi.„Ich sehe über die Sonnenhöhe der Stunde hinaus! Ich sehe, wo bis zum Abend die Schatten länger werden— immer länger.“ „Was für Schatten?“ „Immer länger.. immer länger...“ „Das klingt ja ganz grauslich!“ „Betreten Sie ein Dorf, vor dem eine Pestleiche liegt?“ stöhnte Palamidi.„So meiden Sie heute Ortaköi! Bleiben Sie über Nacht in Pera— bei irgend einer befreundeten Familie.“ „Fällt mir nicht im Traum ein!" „... damit ich Sie dort am Abend treffen und weiter mit Ihnen reden kann!" „Nein! Damit hat's jetzt geschnappt! Schlagen Sie sich ein für allemal den Unsinn aus dem Kopfl“ Imme Reyck wandte sich ab. Ein frisches Lächeln übersonnte ihr hübsches Gesicht. Sie kümmerte sich um den Levantiner nicht mehr. Sie ging einem jungen Europäer entgegen, aus dessen rötlichblondem Stoppelkopf zwei stahlgraue Augen suchend über das Menschenhäuflein Luthers schweiften. Sie winkte kameradschaftlich mit der Rechten. „Wo stecken Sie denn nur die ganze Zeit. Herr Buddenhaus?“ „Baron Eberhard, der Kurländer von unserer Botschaft, hielt mich fest, Fräulein Reyck.“ Die beiden schüttelten sich die Hände und schauten sich an und mußten verstohlen lachen, daß Sie sich vor den Leuten wieder„Sie“ und „Herr" und„Fräulein" nannten. Palamidi Lamba stand unbeachtet abseits neben den weißen Flügelhauben der Diakonissen. Er lächelte ein Lächeln vom Bosporus. Dann wieder ein Zucken ratloser Verzweiflung um die Lippen. Er stiefelte leise, mit Katzenschritten, die Straße des Meisters der Packknechte nach Pera hinab. „In zwei Stunden hat der Sultan Glück!" sagte Paul Buddenhaus zu Imme.„Da lernt er mich kennen!“ Der junge Deutschrusse hielt Immes Finger in den seinen.„Ich muß jetzt weg. Fräulein Reyck. Der Müßiggang im Orient. von dem man immer redet, hat was Rastloses an sich. Wenigstens bei mir. Aber wenn ich vom Sultan in Gnaden entlassen bin, dann mach' ich mir zur Belohnung’ne vergnügte Stunde! Ahnen Sie, wo?“ Imme lachte nur. „Dann komme ich zu einem Glas Tee bei Ihnen vorbei. Sie sind doch draußen in Ihrer Idylle?“ „Ja, natürlich“, sagte Imme Reyck.„Ich liefere jetzt nur meinen Bruder zu seinem Frühschoppen in der„Teutonia“ ab und fahre dann selber gleich hinaus nach Ortaköi.“ Eine Insel ehrenfesten Deutschtums in der Fremde— das war die Gesellschaft„Teutonia“ in Pera. Einfach wie bei irgendeinem Verein daheim. Eine Kegelbahn. Bayrisches Bier. Hinter den Gläsern einer Frühschoppenrunde deutsche Aerzte, Techniker. Touristen. Offiziere. Deutsche Kaufleute und Kenner des Orients. Bedächtig einer der deutschen Buchhändler zu seinem blondbärtigen Nachbarn:„Sie sind ein haldes Jahr im Land, Herr Doktor Reyck, und wollen daher die Türkei reformieren! Das will anfangs jeder, der herkommt. Dem krivbelt's in den Fingern, in den Schmutz und in die Unordnung hineinzusehen... Ich halte seit anderthalb Jahrzehnten mein Geschäft in der Großen Straße und fange allmählich an, zu begreifen, daß die Türkei die Türkei ist. Jetzt, nach einem halben Menschenalter am Bosporus, ist mir die Türkei ein Buch mit sieben Siegeln, wie am Ende jedem“ fuhr dr Buchhändler fort.„Ebensosehr ein Buch n 1 sieben Siegeln wie am ersten Tag.“ „Hallo, Mann! Sie suche ich!“ Ein kraftiger Handschlag von hinten auf Dr. Eduard Reycks Schulter. Der Privatgelehrte stand auf. Er rückte sich den Zwicker vor den Augen zurecht, die so blau waren wie die seiner Schwester.„Her: Buddenhaus—! Wo kommen Sie her? Ich hätte Sie gerne hier eingeführt..“ „Oh— ich führe mich selber ein! Ich gereiche jedem Kreis zur Zierde!“ Der junge Deutschrusse faßte den Reichsdeutschen wie einen alten Bekannten unter den Arm und führte ihn vertraulich abseits.„Wissen Sie. daß ich Ihre Zukunft hier unter meinem Rock eingeknöpft trage?“ „Sie sind nervös? Nun ja— wenn man in der nächsten Stunde Abdul Hamid in die Augen sieht...“ „Der Gute raubt mir meine Ruhe nicht!“ Buddenhaus setzte sich. Wie? Ein Glas Bier? Gern! Mein Vater braut ja selber welches. Wasserdünn und bekömmlich für unsere Kosaken und schwäbischen Kolonisten an der Wolga... Diesen Schluck auf Ihr erfolgreiches Mitarbeiten in unserer Asiatischen Studiengesellschaft. Herr Doktor.“ „Na, erlauben Sie mal—!“ „Sie können Ihr Glück einfach nicht mit Füßen treten!“ Paul Buddenhaus wischte sich den Schnurrbart.„Das ist ein Mann sich selber schuldig. Oder wollen Sie als Greis, nach einem verfehlten Leben, sich noch die Silberlocken raufen: Hätte ich damals——?“ „Hören Sie...“ „Gleich nach dem huldvollen Nicken dieses Großmoguls drüben können wir loslegen. Die Glöckchen klingen an unsern Gäulen!“ „Warum sind Sie nur so merkwürdig aufgeregt?" „Nun— ich bin ein lebhafter Mensch! Ich habe Ihnen das Große Los schon einmal angeboten, Herr Doktorl“ „Und ich habe schon einmal dankend nein gesagt, Herr Buddenhaus.“ „Belieben Sie: Warum?“ Stählern blickten drüben die Augen.„Auch das habe ich Ihnen nicht verschwiegen: Weil ich ein Deutscher bin und nur Deutschland dienen will.“ „Wie wollen Sie europäische Interessen voneinander trennen?“ „Sie sind von deutschem Blut und dienen Rußland!“ „Europa ist eine große Familie!" „Dann leider eine sehr uneinige!“ sagte Dr. Reyck.„Kein Mensch wird behaupten können, daß die Franzosen uns Deutsche lieben! Nun — seit dem letzten Türkenkrieg nähert sich Rußland mehr diesen unsern Nachbarn im Westen. Nur die Furcht vor Bismarck und Moltke hält es noch von einem offenen Bündnis gegen uns zurück...“ „Lassen wir doch die Politik!“ Paul Buddenhaus zündete sich eine neue Zigarette an. „Dasselbe Bündnis wiederholt sich im kleinen bei eurer Asiatischen Studiengesellschaft! Zum Kuckuck, was hat denn ein ehrlicher Deutscher wie ich da verloren?“ „Aber alles—!“ Der junge Deutschrusse sprang heftig auf.„Erbarmen Sie sich: Ruhm, Erfolg. Geld!... Hand aufs Herz: Haben Sie denn etwas gegen mich?“ „Nicht das geringste...“ „Nun— ich T'ache Ihnen da einen Antrag Ich komme mit de.n Blumenstrauß in der Hand wie ein reicher Freier... Denken Sie. ein solcher Freier käme zu Ihrem Fräulein Schwester. Würde sie, wenn alles andere in Ordnung ist, ernsthaft daran Anstoß nehmen, daß er für den Zaren arbeitet— statt für Bismarck?“ „Wie ich Imme kenne— ganz gewiß.“ „Aber das ist ja eine Sünde! Wer ihr so etwas in den Kopf gesetzt hat, gehört ja nach Sibirien!“ „Ich glaube, daß mein Vater sich nicht bei euch zur Zwangsarbeit in den Bergwerken melden wird, sondern lieber in seiner Oberförsterei in Thüringen bleibt. Dort haben meine Eltern mich von Kindesbeinen an durch und durch deutsch erzogen. Ich danke es ihnen heute noch. Und die Imme auch!“ „Aber als erwachsener Mensch im Ausland muß sie sich doch umsehen und sich selber sagen——“ „Beruhigen Sie sich Das Mädel ist deutsch bis in die Knochen— und bleibt's. Das weiß ich als ihr Bruder. Die kann gar nicht mehr anders. Und— offen gestanden— sie würde dabei ja auch ihr Bestes verlieren!" (Fortsetzung folgt.)