Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis 45 Nre(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R 2.—(einschl. 28.2 3## Zeitungsgedühr und 0.44### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N## Bestellgeld. Einzelnummer 10####. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 Anzeigenpreise: Für die sechtgespaltene Milimeterzeile(16 mm breit) 5 B Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 Re. Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhorgeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keiner! Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Geschssastel. G. Marishr. a. Hru. 2770—. Vetiback: Darumd 2, 8 Hchwerter Teimasblatt# für die Hladt Hchwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Lchwerte gedruckte Tageszeitung Nr. 128 Schwerte(Ruhr), Montag, 5. Juni 1939 71. Jahrgang die EinnteistrN auf dem Reichstriegertag in Kassel- Nur Solbaten und Männer führen die Nation Emn steizer Lag der allen Solduten Kassel, 4. Juni. Die kurhessische Gauhauptstadt, die Stadt der Reichssoldatentage, erlebt heute den schönsten und stolzesten Tag ihrer ruhmreichen Geschichte. Sie sah den Führer in ihren Mauern. Sie hörte ihn sprechen zu den Soldaten des Weltkrieges, zu den Waffenträgern des Großdeutschen Reiches. Gegen 10 Uhr war der Führer auf dem Flughafen Kassel=Waldau eingetroffen. Seit Anbruch des Tages aber sind bereits die Menschen in Bewegung. Sie füllen alle Straßen und Plätze, die der Führer auf seiner Fahrt berührt. Sie umsäumen in unübersehbarer Zahl die weite schöne Karlswiese, auf der der NS.=Reichskriegerbund aufmarschiert. Ein Meer von Flaggen überflutet die schöne Stadt und gibt ihr ein unendlich farbenprächtiges Aussehen. Groß ist die Freude in den Herzen aller dieser Hunderttausende, die heute den Führer grüßen und ihn hören dürfen. Auf der Karlswiese, die einen ungewöhnlich idealen Aufmarschplatz unmittelbar am Rande der Stadt bildet, sind in gewaltigem Block die ehemaligen Frontkämpfer angetreten. Tausende von Fahnen, die auf rotem Untergrunde das Eiserne Kreuz und das Hakenkreuz tragen, wehen über ihren Häuptern. Es ist ein überwältigendes Bild, alle diese Männer hier zu sehen, die vor mehr als zwei Jahrzehnten ihre Heimat mit ihrem Leben und ihrem Blute verteidigten, von denen jeder einzelne ein unbekannter Soldat ist, der Seite an Seite mit jenem unbekannten SoldaVom Kreistag iserlohn Wir bringen einen ausführlichen Bericht über en Verlauf des Kreistages des Kreises Iserlohn der NSDAP. auf Seite 3, dazu die Ergebnisse er Sportwettkämpfe der SA.=Standarte 259. ten kämpfte, den das Schicksal dazu bestimmte, das deutsche Volk aus Schmach und Niederlage wieder emporzuführen zu einer Größe, wie sie niemand voraussehen konnte. Zahlreiche bekannte ausländische Persönlichkeiten sind anwesend. Man sieht den japanischen Botschafter General Oshima mit sämtlichen Attachés der japanischen Botschaft, den italienischen Militärattaché General Marras, General Rossi, den Präsidenten der italienischen Frontkämpfer: vereinigung, und zahlreiche hohe italienische Offiziere. Ungarn ist vertreten durch den Militärattachs Oberst Dr. Hardy und mehrere führende Männer des ungarischen Frontkämpferverbandes. Als Vertreter Spaniens sieht man den bekannten General Queipo de Llano mit dem Militärattaché Rocamera und mehreren militärischen Begleitern. Bulgarien und die Slowakei haben ihre Militärattachés und ebenfalls Männer der Frontkämpfervereinigung entsandt. Aus Finnland ist eine besonders starke Abordnung erschienen. Auf der Tribüne sieht man 14 finnische Offiziere und Soldaten. Mehr als 200 ehemalige Lockstedter Jäger und Freiwilligenkämpfer werden später am Vorbeimarsch vor dem Führer teilnehmen. Um 10.25 Uhr trifft der Führer auf der Karlswiese ein. Als er die von der Straße zur Wiese führende Treppe herabschreitet, ist er all den Hunderttausenden, die hier versammelt sind, sichtbar. Ein Schrei der Freude, der Begeisterung, des Jubels macht sich Luft. Unaufhörlich klingen die Heilrufe auf und hallen weithin über die Stadt. Die Fahnen werden auf ein Kommando aufgenommen, der Badenweiler Marsch ertönt. Der Führer legt den Weg zur Ehrentribüne unter ununterbrochenen Freudenkundgebungen zurück. Auf der Ehrentrihling gebt die Standarte dos Tührers hoch Die Tribünengäste, die alten Frontsoldaten, die Massen der Zuschauer jubeln dem Führer entgegen. Sprechchöre setzen ein. Zur Ehrung des Führers senkt der NS.=Reichskriegerbund die Fahnen. Die Ehrenkompanien präsentieren. Der Reichskriegerführer Der Reichskriegerführer General der Infanterie ½=Gruppenführer Reinhard eröffnet die Kundgebung und begrüßt den Führer: Mein Führer, Kameraden! Wenn wir heute den Führer Großdeutschlands in unserer Mitte begrüßen dürfen, so hat damit ein Wunsch Erfüllung gefunden, den wir seit Gründung des Dritten Reiches in unserem Herzen tragen. Ich begrüße Sie, mein Führer, in der Mitte Ihrer Frontkameraden und danke Ihnen, daß Sie heute zu uns gekommen sind. Wir sind glücklich und stolz, Ihnen heute ins Auge sehen zu dürfen. Die Männer, die hier vor Ihnen stehen, sind aus allen Deutschlands gekommen. Zum erstenmal sind wir vereint mit den Kameraden aus dem Alpenland und von der Donau, aus Tirol, dem Sudetenland und von den Ufern der Memel. In unser aller Erinnerung lebt noch das gemeinsame Fronterlebnis, an dem Sie, mein Führer, wie wir, teilgenommen haben, und wir sind stolz darauf, daß der Schützengrabengeist im Nationalsozialismus seine FortDen Fraum alter„Deutschen, Ddie Menschen, die die deutsche Sprache sprechen und die deutschen Blutes sind, zu vereinen, sehen wir in Erfüllung gehen. Heute wissen wir, daß die großen Opfer des Weltkrieges nicht umsonst gebracht worden sind. Das, wofür die deutschen Soldaten im Weltkriege ihr Leben gelassen, hat die Erfüllung gefunden, in Ihrer Tat, mein Führer! Dieser Helden zu Beginn unserer Kundgebung in tiefer Dankbarkeit zu gedenken, ist uns Ehrenpflicht. Wir gedenken all der deutschen Soldaten, die ihr Leben für das Vaterland im Weltkrieg gelassen haben. Wir gedenken der Toten der Bewegung und all derer, die im Kampf für Großdeutschland fielen. Wir schließen in dieses Gedenken ein die Tapferen, die in Spanien kämpften und fielen, die Toten auf dem Schlachtschiff„Deutschland“ und die deutschen Flieger, die im Heldenkampf ihren Tod fanden.„„ I, Glam ster 8. Es gibt hier und da zaghafte Gemüter, die ihre Stimme erhoben, als die SA.=Wehrmannschaften geschaffen wurden. Sie sollten— so meinten viele— das Ende des Reichskriegerbundes bedeuten. Die SA.=Wehrmannschaften, Kameraden, dienen der Wehrertüchtigunge unseres Volkes. Sie sollen dafür sorgen, daß die Körper aller deutschen Männer, solange sie wehrpflichtig sind, stahlhart und wehrtüchtig bleiben. Wir werden die SA.=Wehrmannschaften hierin nach unseren Kräften unterstützen. Diese Sonderaufgabe hat der Reichskriegerbund nie besessen. Beide Organisationen sind deshalb auch keine renzunternehmen. Sie werden im Dritten Reich in bester Kameradschaft sich gegenseitigerDer NS.=Reichskriegerbund ist seit Generationen mit Volk und Familie verwurzelt. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Volksbund. Der Bund kann aber nur dann zum Nutzen für Volk und Bewegung geführt werden, wenn seine Führer die Fragen des nationalsozialistischen Staates erkennen und die (Fortsetzung zweite Seite.). 98 Mann mit der„Thetis“ begraben Keine Antwort auf Klopfzeichen- Fragen und Vorwürfe der Presse London, 3. Juni. Das Schicksal der noch in dem in der Bucht von Liverpool auf Grund liegenden U=Bootes„Thetis“ Eingeschlossenen hat sich, einer Bekanntgabe der Bauwerft zufolge, erfüllt. Die Werft Camell Laird gab an Hunderte ängstlich wartender Menschen in Birkenhead die erschütternde Nachricht bekannt, daß keine Hoffnung mehr besteht. Achtundachtzig Mann liegen im U. boot„Thetis“ in der Irischen See begraben. Es wird nicht angenommen, daß noch irgend jemand am Leben ist. Auf die bis in die späten Abendstunden des Freitag wiederholten Klopfzeichen durch Taucher erfolgte keine Antwort mehr. Die Offiziere, Matrosen und Zivilisten sind also wahrscheinlich schon vor der Zeit erstickt oder auch ertrunken, zu der man mit dem Verbrauch der Luft gerechnet hatte. Ein Marineoffizier, der sich an den Rettungsarbeiten beteiligt hatte, erklärte kurz nach Mitternacht, daß alle Rettungsversuche bis kurz vor Tagesanbruch aufgeschoben worden seien. Auch die Aerzte haben den amtlichen Auftrag erhalten, sich zurückzuziehen. Aus diesen Nachrichten schließt man,daß das Unglück, das über eines der modernsten englischen U=Boote hereingebrochen ist, zur größten Katastrophe der Unterwasserschiffahrt geworden ist. Auf der„Thetis" befanden sich insgesamt 94 Mann, von denen sich Freitagmorgen vier durch den Davis=Rettungsapparat in Sicherheit bringen konnten. Zwei weitere sind vermutlich bei dem Versuch, aus dem U=Boot aufzusteigen, umgekommen. Das Boot, das viele Stunden lang bis zu sieben Meter aus dem Wasser herausragte, war Freitag gegen 18 Uhr gegen alle Erwartungen wieder abgesunken. Das Schilk vurschwand inis ein dem der Versuch, es mit Stahlseilen weiter zu heben, durch Zerreißen der Taue mißlang. Die Frage, warum sich nicht alle Insassen mit Hilfe des Davis=Rettungsapparates in Sicherheit bringen konnte, ist in aller Munde. Die vorläufige offizielle Annahme scheint, wie an den Rettungsarbeiten beteiligte Fachleute erklären, die zu sein, daß einer der an Bord Befindlichen, der mit seinem Apparat durch die Rettungsluke entkommen konnte, nicht vorsichtig mit dem Instrument umgegangen ist und in der Luke stecken blieb, wodurch er den Weg für alle anderen verriegelte. Wie Kapitän Oram, der dem U=Boot als erster entkam, erklärte, fand am Freitagmorgen unter den Eingeschlossenen eine dramatische Konferenz statt, auf der beschlossen wurde, daß je ein Zivilist mit einem erfahrenen Matrosen zusammen den Rettungsweg antreten sollten. Die Offiziere und Mannschaften seien übereinstimmend der Ansicht gewesen, daß die Zivilisten sich allein kaum retten könnten. Es sei dann noch beschlossen worden, Kapitän Oram, einen Leutnant und zwei andere erfahrene Seeleute zuerst aufsteigen zu lassen, um die Rettungsarbeiten leiten zu können. 7 Mann mehr an Mehreve bekannte U.Bootsfachleute unter den Verunglückten London, 8. Juni. Wie die Admiralität am Samstagvormittag bekanntgibt, befinden sich an Bord des gesunkenen U=Bootes„Thetis“ steben Manu mehr, als bisher angegeben wurde, so daß sich die Gesamtzahl der in dem verunglückten britischen U.Boot Eingeschlossevon auf un boläutt Unter ihnen bekinden uch eine Reihe bekannter britischer U=Bootsfachleute. Da nun nachträglich noch ein weiterer Angestellter einer Firma in Edinburgh als an Bord des gesunkenen U=Bootes„Thetis“ gemeldet wurde, gelten nun 98 Menschen als verloren. Die Werft Cammel Laird in Birkenhead, die Erbauerin des auf der Abnahmefahrt verunglückten U=Bootes, hat, wie sie am Samstagnachmittag bekanntgab, endgültig jede Hoffnung aufgegeben, noch irgendeinen der Eingeschlossenen lebend retten zu können. Eindruck in London London, 3. Juni. Die Londoner Presse steht völlig im Zeichen der Katastrophe des U=Bootes„Thetis“, so daß andere Ereignisse wenig Beachtung finden. Die dramatischen Berichte werden durch Bilder, die ganze Seiten einnehmen, illustriert. Immer wieder taucht die Frage auf, wie es möglich war, daß alle Rettungsversuche erfolglos blieben, obwohl das Heck des U=Bootes mehrere Meter, und zwar eine beträchtliche Zeit lang, über Wasser ragte. Wie war es möglich, so fragen die Blätter, daß sich nur vier Mann mit dem Davis=Apparat in Sicherheit bringen konnten? Warum konnte kein Loch gebohrt werden, das zumindest die Luftzufuhr gesichert hätte? Alle diese Fragen ziehen sich durch sämtliche Berichte. Die„Daily Mail“ erhebt schon jetzt scharfe Vorwürfe. Zu einem späteren Zeitpunkt, so schreibt das Blatt, müßten viele Fragen beantwortet werden. Die Nation wolle wissen, warum das Unglück über die„Thetis“ hereingebrochen sei. Warum das U=Boot auf seiner ersten Probefahrt in einen Golf fahren mußte, der wegen der vielen Wracks, die auf seinem Grunde lägen, berüchtigt sei? Warum habe man dem Schiff keine Eskorte zur Verfügung gestellt? Weshalb wurde es nicht früher vermißt? Alle diese Fragen erforderten eine strenge Untersuchung und ein rigoroses Urteil. Wilde Gerüchte Schon vorher Schwierigkeiten bei Tauchversuchen? London, 3. Juni. Am Samstag um 17.30 Uhr hat die britische Admiralität ebenso wie die Werft eine kurze amtliche Mitteilung veröffentlicht, in der es heißt, daß keine Hoffnung mehr bestehe, die 98 Mann an Bord des gesunkenen U=Bootes„Thetis" zu retten. Die Vermutungen über das Schicksal der Besatzung und der übrigen Insassen gehen weit auseinander. So wird die Vermutung geäußert, daß die Opfer dieses tragischen Unglücks doch durch Chlorgas getötet worden sind. Es wird sogar die Behauptung aufgestellt, man müsse annehmen, daß sie inzwischen Hungers gestorben sind. Die Bergungsarbeiten werden weiter fortgesetzt. Augenblicklich versucht man, das Schiff mittels besonderer Apparate in eine horizontale Lage zu bringen, um es heben zu können. Ueber die eigentliche Ursache der Katastrophe schwebt man völlig im Dunkel. Sachverständige haben die Vermutung aufgebracht, daß die„Thetis" beim Tauchen aufgefahren ist und daß durch ein Teil der sogenannten Schwimmer verletzt worden sei. Auf diese Weise will man vor allem die eigentümliche Tatsache erklären, daß das Schiff am Freitag so schräg im Wasser lag, daß bei Ebbe das Heck über der Wasseroberfläche zu sehen war. Mittlerweile sind wilde Gerüchte aufgetaucht, die von der Admiralität und auch von der Werft sofort dementiert worden sind. Ehat sich nämlich herausgestellt, daß das U=Boot vor einigen Tagen beim Einlausen in den Hafen einen Kai gerammt hat. Außerdem sollen bei Tauchversuchen am Deck mehrsach Schwierigkeiten aufgetaucht sein. Großes Aufsehen hat außerdem die erst heute bekanntgewordene Tatsache erregt, daß sich auf dem sowieso schon sehr stark besetzten Boot noch acht weitere Sachverständige befanden. Montag, den 3. Der Wrrttautder= FahterPir.. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Entscheidungen aus ganzem Herzen bejahen. Deshalb legen wir besonderen Wert auf engste Zusammenarbeit mit der Daß wir in engster Kameradschaft mit der aktiven Truppe leben müssen, ist selbstverständlich. Aber wir müssen auch in gleicher Weise Kameraden sein gegenüber der Partei und ihren Gliederungen. Der Kameradschaftsführer muß seinen Ortsgruppenleiter überall dort unterstützen, wo dies gewünscht Wir leben in einer herrlichen, großen, aber auch in einer ernsten Zeit. Deutschland ist umgeben von Neid und Mißgunst. Wenn es den Platz unter der Sonne sich erhalten will, dann muß jeder Mann und jede Frau, jeder Junge und jedes Mädel willens sein, für des Vaterlandes Größe und Macht und für den Erhalt des deutschen Volkes alles einzusetzen. Niemand wünscht sich einen Krieg, denn in unser aller Erinnerung lebt noch der Weltkrieg, der vor 25 Jahren begann. Wir Frontsoldaten sind dem Führer von Herzen dankbar, daß er bei all den Taten, die zur Schaffung des Großdeutschen Reiches führten, uns den Frieden erhalten hat. Wenn uns aber von verantwortungslosen Kriegshetzern unser Lebensrecht bestritten wird, dann, mein Führer, sollen Sie wissen, daß Ihre alten Frontkameraden aus dem Weltkriege und die Soldaten, die aus der jungen Wehrmacht entlassen sind und in unseren Reihen stehen, bereit sind, ihr Letztes, ihr Leben, für die Erhaltung von Deutschlands Macht und Größe hinzugeben. In bedingungslosem Vertrauen werden wir Ihrem Befehl, mein Führer, stets folgen. Führer Wieder geht eine Welle der Freude und des Jubels über das Feld, als nun nach den Worten des Reichskriegerführers der Führer selbst das Podium betritt und sich zu den Männern des Reichskriegerbundes wendet, an die jungen Soldaten der deutschen Wehrmacht und an das ganze deutsche Volk. Unter dem Beifall der Massen grüßt der Führer in Vertretung und im Namen des deutschen Volkes die alten Kämpfer. Der Jubel erneuert sich, als der Führer selbst sich als alter Frontkämpfer zu seinen Kameraden bekennt. Laut und anhaltend klingt dem Führer der Beifall der Massen entgegen, als er feststellt, daß er feierlich die Unterschrift unter das Versailler Schanddokument gelöscht hat. Neuer Beifall unterstreicht seine Erklärung, daß vielleicht die sträfliche Vernachlässigung der deutschen Rüstung dem Gegner den Entschluß zum Weltkrieg erleichtert habe. Ernst und feierlich klingen die Worte des Führers, die vom stolzen Vertrauen auf das deutsche Volk sprechen, und stürmisch begrüßen die Hunderttausende die weitere Feststellung des Führers, daß Drohungen dem deutschen Volke nicht imponieren können. In den Beifall, der von den Tribünen ausgeht, mischt sich das Echo aus der weitesten Umgebung des Platzes. Die Schlußworte des Führers wurden mit minutenlangem, stürmischem Beifall ausgenommen. In seiner großen Rede vor den alten Soldaten führte der Führer aus: Meine Kameraden! Es ist zum erstenmal, daß ich an einem Reichskriegertag teilnehme, das erstemal, daß ich zu Euch, ehemalige Soldaten der alten und auch neuen Wehrmacht, spreche! Wenn ich nun heute zu Ihnen, meine Kameraden, spreche, dann erlebe ich in der Erinnerung auch selbst wieder die Gewalt jener Zeit, die nunmehr ein Vierteljahrhundert hinter uns liegt und die besonders die Soldaten des alten beeres einst als die größte ihres eigenen menschlichen Daseins empfunden haben und sie auch jetzt noch immer in ihrem Banne gezwungen hält. Was haben diese fünf Jahre von 1914 bis 1919 an schicksalhaft Großem, Erschütterndem und Erniedrigendem für unser Volk umschlossen? Welches Leid war die Folge unseres Zusammenbruches, in welche Tiefen der Demütigung, Entehrung und Not wurde Deutschland geworfen. Wie gewaltig ist aber auch der Wandel, der das zum Untergang bestimmte Reich am Ende doch noch aus dieser beabsichtigten Vernichtung zurückriß und einem neuen Aufstieg entgegenführte, von dem wir glauben, daß er besser und vor allem dauer, hafter fundiert sein wird als irgendein ähnlicher Vorgang in unserer früheren deutschen Beschichte. Wenn Soldaten zurückkommen, dann pflegen ihre Gedanken und ihre Gespräche zurückzugreifen in die Zeit gemeinsam erlebter Jahre, und die Erinnerung an sie läßt ihnen im Geiste das wieder auferstehen, was einst gemeinsamer Inhalt ihres Lebens war. Wie in den Epochen langer Friedensjahre der alltägliche Dienst in seinen harten Anforderungen an Pflichtbewußtsein und körperliche Leistungsfähigkeit die Summe der Erinnerungen birgt, die bei einem solchen Zusammentreffen dann wieder lebendig werden, so ist es bei uns vor allem die Erinnerung an die größte Zeit, die menschlichem Wesen jemals in der Welt gestellt worden war. Ein Vierteljahrhundert beginnt dann vor unseren Augen zu verblassen, und die Allgewalt des schwersten, aber auch größten Zeitalters unserer Geschichte zwingt uns wieder in ihren Bann. Was immer nun die einzelnen aus dem sorgsam behüteten Schatz dieser ihrer teuren Erinnerungen untereinander auszutauschen vermögen, es wird übertroffen von dem, was diese Zeit im Gesamten für unser Volk bedeutete, so schicksalhaft sie sonst für unser eigenes Leben aewesen sein mag. Für mich als Führer der Nation ergibt sich nun beim prüfenden Nachsinnen vor allem immer wieder eine Frage, die ich als unendlich wichtig nicht nur für unser damaliges Geschick, sondern auch für die richtige Gestaltung unserer Zukunft ansehe, nämlich die Frage der Vermeid= oder Unvermeidbarkeit des damaligen Geschehens. Vor 20 Jahren wurbe eine erbärmliche Staatsführung veranlaßt, unter einem — wie sie wohl glaubte— unwiderstehlichen Zwang ihre Unterschrift unter ein Dokument zu setzen, das Deutschland die Schuld am Kriege als endgültig erwiesen aufzu. bürden versuchte. Wissenschaftliche historische Untersuchungen haben unterdes diese Behauptungen längst als Lüge und Fälschung erwiesen. Ich selbst habe diese wider besseres Wissen geleistete Unterschrift unter das Versailler Diktat feierlich gelöscht und damit auch rein formell der Wahrheit die Ehre gegeben.(Brausender Beifall, stür. mische Heil=Rufe branden empor.) Allein, unabhängig davon muß uns allen eines bewußt sein: Die Schuld am Kriege ist unlösbar verbunden mit der Aufstellung des Kriegszieles. Kein Volk und keine Regierung werden Krieg führen blof um des Krieges willen. Nur im Gehirn perverser jüdischer Literaten kann die Vorstellung Platz greifen, daß irgend jemand aus reiner Lust am Töten oder Blutvergießen zum Kriege schreiten kann. Es war aber nun entscheidend, daß die deutsche Regierung nicht nur vor dem Jahre 1914 kein Kriegsziel besaß, sondern daß sie sogar im Kriege selbst zu keiner irgendwie vernünftigen oder gar präzisen Kriegszieldiktierung zu kommen vermochte. Der Friedensvertrag von Versailles hat demgegenüber aber erkennen lassen, welches die wirklichen Kriegsziele der damaligen britischen und französischen Einkreisungspolitiker gewesen waren. Der Raub der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung aller deutschen Existenz= und damit Lebensgrundlagen, die Beseitigung der deutschen politischen Geltung und Machtstellung, mithin also die gleiche Zielsetzung, wie sie die britischen und französischen Einkreisungspolitiker auch heute besitzen.(Stürmische Zurufe.) Es gab damals in Deutschland leider Menschen, die den extremen Ankündigungen englischer Zeitungen und englischer Politiker über die notwendige Wegnahme der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die bereits im Frieden bekanntgegeben worden waren, keinen Glauben schenken zu müssen vermeinten. Der Weltkrieg und das Friedensdiktat von Versailles haben die deutsche Nation nun eines anderen belehrt. Was früher scheinbar unverantwortliche Publizisten als Ausgeburt ihrer eigenen Phantasie oder ihres Hasses verkündet hatten, war eben doch das Ziel der britischen Politik gewesen, nämlich der Raub der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung der deutschen Handelsflotte, machtpolitische Entnervung und Zerstörung des Reiches, mithin die politische und körperliche Ausrottung des deutschen Volkes. Dies waren die Ziele der britischen Einkreifungspolitik vor dem Jahre 1914. Und es ist gut, wenn wir uns nun daran erinnern, daß diesen durch das spätere Friedensdiktat von Versailles erhärteten Absichten und Kriegszielen unserer Gegner die damalige deutsche Staatsführung gänzlich ziellos und leider auch willenlos gegenüberstand. So konnte es geschehen, daß nicht nur keine deutsche Kriegszielsetzung vorhanden war, sondern daß auch nicht die notwendigen deutschen Kriegsvorbereitungen selbst im Sinne einer nur wirkungsvsollen Abwehr getroffen worden waren. Und hier liegt vielleicht die schlimmste Schuld Deutschlands am Weltkrieg, nämlich die Schuld, durch eine sträfliche Vernachlässigung der deutschen Rüstung es einer Umwelt geradezu erleichtert zu haben, den Gedanken einer deutschen Vernichtung zu propagieren und am Enbe dann ja auch zu verwirklichen. Unter für uns heute gänzlich unverständlichen Einwänden wurde noch im Jahre 1912 an den so notwendigen Rüstungen gestrichen, mit lächerlichen Beträgen gegeizt, dem widerstrebende aufrechte Soldaten in die Wüste geschickt und dadurch die Ueberzeugung der Gegner gestärkt, einen erfolgreichen Waffengang mit Deutschland vielleicht doch wagen zu können. Daß darüber hinaus auch die reine wehrmäßige Erfassung der deutschen Menschen nur in ungenügendem Ausmaß geschah und damit viele Hunderttausende tauglicher Männer einer Ausbildung verlustig gingen, was sie später in einer kritischen Stunde, als sie doch eingezogen wurden, zu einem hohen Prozentsatz mit ihrem Tode büßen mußten, verstärkt nur dieses Bild einer unzulänglichen Staatsführung, und damit der einzigen wahrhaften Schuld nicht nur am Beginn dieses Krieges, sondern vor allem auch am Ausgang des Kampfes. Wenn nun trotzdem gerade der Weltkrieg für uns Deutsche zur Quelle stolzester Erinnerungen wird, dann nicht im Hinblick auf die viel zu schwache Rüstung, auf die unzulängliche Staatsführung usw., sondern ausschließlich im Hinblick auf das in ihrem inneren Werte so einzigartige Instrument der damaligen deutschen Wehrmacht, des Heeres, der Marine und der späteren Luftwaffe, die zahlenmäßig oft um ein Vielfaches vom Gegner übertroffen, wertmäßig aber niemals erreicht worden waren.(Wieder braust minntenlang stürmischer Beifall empor.) Der Rückblick und die Erinnerung an biese große Zeit muß in uns allen, meine Kameraden, aber eine Ueberzeugung und einen Entschluß festigen: 1. Die Ueberzeugung, daß das deutsche Volk nur mit größtem Stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken kann, und insbesondere auf die Jahre des Weltkrieges. Als Führer der deutschen Nation kann ich daher als ehemaliger Kämpfer in keiner Sekunde zugeben, daß irgend jemand in den Reihen unserer westlichen Gegner das Recht haben könnte, sich alsetwas Besseres zu dünken oder anzugeben, als wir Deutsche es sind! (Stürmische Heil=Rufe und jubelnder Beifall bekräftigen die Worte des Führers.) Ich leide daher auch nicht im geringsten unter irgend einem Minderwertigkeitskomplex. (Der Sturm des Beifalls wiederholt sich aufs neue.) Ich sehe im Gegenteil in der Erinnerung an die vier Jahre Krieg, die ich selber dank einer gnädigen Vorsehung das Glück hatte mitmachen zu dürfen, nur einen Grund zum stolzesten Vertrauen auf mein deutsches Volk und als Soldat auch auf meine eigene Person. (Immer tosender werden die Kundgebungen der alten Soldaten für den Führer.) Diese Jahre machen mich im tiefsten Inneren ebenso friedenswillig in der Erkenntnis der furchtbaren Schrecken des Krieges, als aber auch entschlossen in der Ueberzeugung vom Wert des deutschen Soldaten zur VerteihlVordenarsuf der dem Zührer Nach einer Ehrung des Führers im Rathaus von Kassel nahm der Führer auf dem Friedrichsplatz den Vorbeimarsch der Hunderttausende des Reichskriegerbundes und der Ehrenformationen ab. Schon seit den frühen Morgenstunden war der Friedrichsplatz von dichten Menschenmassen umlagert. Die großen Tribünen gegenüber der Landesbibliothek waren schon Stunden vor Beginn des Vorbeimarsches bis auf den letzten Platz besetzt. Kurz vor 13 Uhr trafen die zahlreichen ausländischen Ehrengäste ein und nahmen auf der Ehrentribüne Platz. Die Spannung der Massen war aufs höchste gestiegen. Heilrufe von der zum Friedrichsplatz führenden Königstraße künden nun an, daß der Führer das Rathaus wieder verlassen hat. Der Jubel der Massen schwillt zum Orkan, als der Führer auf den Friedrichsplatz fährt. Unaufhörlich hallen die Sprechchöre über den weiten Platz. Vor den Ehrentribünen hält der Wagen, und der Führer begibt sich nach Begrüßung durch den Reichskriegerführer Reinhard zu dem vor der Landesbibliothek errichteten, mit goldenem Lorbeer und Fahnentuch umkränzten Podium, um hier den Vorbeimarsch der Hunderttausende ehemaliger Soldaten abzunehmen. Marschmusik erklingt, die Ehrenkompanien der Wehrmacht mit Musikkorps und Spielmannszug rücken an. Die Musik schwenkt kurz vor dem Podium des Führers aus. Lebhafter Beifall der Massen dankt für das wundervolle Manöver. In exaktem Paradeschritt eröffnet oi Ehrenkompanie des Heeres mit den Traditionsfahnen den Vorbeimarsch. Es folgt je eine Ehrenkompanie des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und der Schutzpolizei. Der Jubel der Massen rauscht wieder auf, als eine Ehrenabordnung des Reichsarbeitsdienstes mit im Sonnenlicht blinkendem Spaten am Führer vorbeizieht. In tadelloser Marschordnung folgen je ein Ehrensturm der SA., des RSKK., des NSRK., Ehrenabordnungen der Politischen Leiter, der Technischen Rothilfe, des Reichsluftschutzbundes und ein Ehrensturm Der 3000 Mann starke Marschblock der NS.= Kriegsopferversorgung mit dem Reichskriegsopferführer Oberlindober an der Spitze wird von den Zuschauern mit einem Sonderbeisalt bedacht.„ Lemgen Seiarm u. Die begeisterten Kundgevungen steigern sich, als nun die gewaltigen Marschblöcke des Reichskriegerbundes mit den alten Traditionsfahnen folgen, in ihrer Mitte die Stammfahne des NS.=Reichskriegerbundes, die erste Fahne der ältesten von friverizianischen Füsilieren im Jahre 1786 in Wangerin in Pommern begründeten Kriegerkameradschaft. An ihrer Spitze marschiert der Reichskriegerführer Reinhard. Lebhaft begrüßt werden die Abordnungen der Gaukriegerverbände Alpenland, der Gruppe Donau und Nordost sowie Sudetenland in ihren schmucken Trachten. Die Abordnung des Reichskolonialbundes wird von seinem Bundesführer General Ritter von Epp geführt. Dann will das bunte Bild der Abordnungen der Gaukriegerverbände mit ihren Fahnen und ihrer Musik kein Ende nehmen. Voll Stolz leuchten die Augen der Männer, als sie den Führer sehen, der sie mit erhobener Rechten grüßt. Den Abschluß des mehr als drei Stunden dauernden Vorbeimarsches bildet die H#=Verfügungstruppe. Nach dem Abschluß des Vorbeimarsches begrüßt der Führer die Leiter der ausländischen Delegationen; die zum Reichskriegertag nach Kassel gekommen sind. Der Führer begibt sich nun unter den Jubelstürmen der Bevölkerung mit seiner engsten Begleitung zum Haus des Gauleiters und stattete diesem einen Besuch ab. Anschließend weilte der Führer noch einige Zeit im Hause des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen. gungunserer Rechte. Es imponieren mir daher Drohungen von gar keiner Seite.(Minutenlang buldigen die Hunderttausende dem Führer.) 2. Ich und wir alle haben aus dieser Zeit aber auch den Entschluß zu fassen, die Interessen unseres Reiches und der Nation nicht mehr so sträflich leichtsinnig zu übersehen, wie dies vor dem Jahre 1914 der Fall war.(Die Beifallskundgebungen erneuern und verstärken sich.) Und das will ich Ihnen, meine alten Kame. raden, unn hier versichern: Wenn schon die britische Einkreisungspolitik die gleiche geblieben ist wie vor dem Kriege, dann hat sich aber dafür die deutsche Ab. wehrpolitik gründlich geändert! (Tosender Beifall und minutenlange-Heil=Ruse begleiten die Worte des Führers.) Sie hat sich schon geändert dadurch, daß heute an der Spitze des Reiches nicht mehr ein als Major verklei. deter Zivilist die Geschäfte führt, sondern ein vielleicht manchmal auch Zivilkleider tragender Soldat!(Wieder bricht tosender Beifall los.) Bethmann=Hollwegs gibt es in der deutschen Staatsführung heute nicht mehr.(Der Beifall schwillt immer mehr an.) Ich habe dafür Sorge getragen, daß alles das, was irgendwie mit der Staatsführung etwas zu tun hat, nur ein hundertprozentiger Mann und Soldat sein kann. Sollte ich aber bemerken, daß die Haltung irgendeiner Persönlichkeit einer kritischen Belastung nicht standhält, dann werde ich eine solche Erscheinung von ihrer Stellung augenblicklich en““inen, mag dies sein, wer im. mer.(Die Kunogebungen steigern sich wieder zu einer großartiger“ Ovation.) Das Friedensdiktat von Versailles entstand nicht zufällig. Es war das Ziel jener, die seit Jahren Deutschland einzukreisen versuchten, und die endlich ihr Ziel erreicht hatten. Wir haben nun kein Recht, daran zu zweifeln, daß die gleiche Politik heute nur zum Zweck der Erreichung des gleichen Zieles betrieben wird. Wir haben daher die Pflicht, diese Wahrheit der Nation ungeschminkt zu sagen, und sie auf das äußerste in ihrem Abwehrwillen und in ihrer Abwehrkraft zu stärken. Ich glaube, daß ich damit auch im Sinne jener Kameraden handele, die einst, und damals leider scheinbar zwecklos, für Deutschland ihr Leben hingeben mußten. Wie ich überhaupt glaube, daß nunmehr 25 Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges, 20 Jahre nach dem Vertrag und Diktat von Versailles, die deutsch. Staatsführung und hinter i“ das ganze deutsche Volk zum erstenmal wierer stolz erhobenen Hauptes an die Gräber unserer Helden treten können.(Stürmischer Beifall.) Es ist wenigstens etwas von dem wieder gutgemacht worden, was Schwäche, Ziellosigkeit und Uneinigkeit einst verbrochen batten. Ich erwarte daher, daß deese Politik der Stärkung der beutschen Abwehrkraft gerade von den alten Soldaten nicht nur begrüßt, sondern auf das fanatischste unterstützt wird.(Die Hunderttausenbe stimmen dem Führer auf das freudigste zu.) Diese Politik aber darf nun ihr Ziel nicht darin sehen, vorübergehend stets einen Jahrgang der Zivilisten in Militär zu kleiden, sondern grundsätzlich die ganze Nation soldatisch zu erzieheu und zu einer soldatischen Haltung zu bringen.(Wieder unterbrechen minutenlange Zustimmungskundgebungen die Rebe des FühFers.) Sm Es ist kein Zufall, daß der Nationalsozialismus im großen Kriege gezeugt wurde, denn er ist nichts anderes als die Durchdringung unseres gesamten Lebens mit dem Geist eines wahrhaften Kämpfertums für Volk und Reich. An einem aber wollen wir alle nicht zweifeln: Sowie das deutsche Volk erst eine im Gesamten heroische Führung besitzt, wird es in seiner eigenen Haltung dieser Führung gleichen. Es ist mein unverrückbarer Entschluß, dafür zu sorgen, daß die obersten politischen und militärischen Führer der Nation genau so tapfer denken und handeln, wie es der brave Musketier tun muß, der bedingungslos sein Leben hinzugeben hat und hingibt, wenn der Befehl oder die Not dies erfordern.(Immer aufs neue jubeln die alten Soldaten dem Fühver zu.) Die heroische Führung einer Nation aber liegt stets in jenem Gewissen begründet, das durch die Frage des Seins oder Nichtseineines Volkes seinen Befehl erhält. Wenn nun gerabe ich so zu Ibner, Kameraden, spreche, dann kann ich schon heute vor der ganzen Geschichte jene Berechtigung in Anspruch nehmen, die dem zuteil wird, der nicht nur in Worten redet, sondern sich auch in seinen Haublungen zum gleichen Geist und zur gleichen Gesinnung bekennt. Deshalb aber kann ich auch mehr als irgendein anderer teilhaben an unserer großen Kameradschaft des ewigen deutschen Soldatentums. Und deshalb bin ich glücklich, Sie an Reichskriegertag hier in Kassel als die Repräsentanten dieses Soldatentums begrüßen zu können.(Minutenlang brausen die Heil=Ruse zum Führer empor.) Ueber uns allen liegt die Verklärung der Erinnerung an die größte Zeit unseres Volkes und unseres eigenen Daseins, vor uns allen aber liegt die Erfüllung dessen, um was auch diese Zeit einst, wenn auch unbewußt stritt: Kurz nach 19 Uhr hat der Führer am Sonntag die Stadt des Reichskriegertages mit seiner Begleitung wieder verlassen Großbeutschland! Mit ungeheurem Jubel nehmen die Hunderttausende der alten Soldaten die Worte des Führers auf und bereiten ihm am Schluß eine brausende, ungeheuer eindrucksvolle Huldigung. Der Reichskriegerführer General Reinhard findet begeisterten Widerhall bei den Massen, als er dem Führer und Obersten Befehlshaber bankt. Der Gesang der Lieder der Deutschen beendet die eindrucksvolle Kundgebung. Dann begibe sich der Führer unter den sich immer wiederholenden Freudenkundgebungen der alle Strahen füllenden Menschen in das Kasseler Rathaus Seeteg „Adolf=Hitler=Wett junge SS.=Mann in noch einem Ortsfremt sächlich, er hat da Adolf=Hitler=Wetter. Blicken der Menschen tlingt aus ihren froh lichkeit und Vertraut Festgemeinde, die jed erfüllt. Die Fahnentüchter sern lachen in der E Blau des Himmels ben überhaupt beher der Fahnen, das Gr Blau des wolkenloser dreierlei mußte jeder unter den Frohgesin sich fand: keine Stir ges Wort wurde ge abzielendes Gehabe tragen. Mancher sagt, da wußten Zeit leben, ir und alle Lebensäuß saßt und gewisserma wollen die Rolle d gewiß nie unterschä Tagen wie den bei in den Mauern der lohn dem Unverdor ter Menschentyp, ei Notzeit geläuterter 1 wordener, aus Knec rade das aber ist e unter„Politik“ ver litische Politik. Che sagen, Bauen, Käm erweckte Begriffe, m geschaffen wurde, in VGrandsah So lautete nach des Kreisleiters de Rede der Führertag rings für national und Provaganda, Thießler, zeig Propaganda des D seinen Ausgang n Führers, daß die losigkeit der Vorkrie tigsten Gebiet der meßliche Schuld a damaligen Deutsch burtstagsreden ha zu tun, die eine will. Die bittere des Zweiten Reiche lich wenig verstan erkennen mußte, teuflische Propag Widerstandskraft d hatte und planmä Novembers 1918 eigenen Volke hat Propaganda die Ein Mann wie Er leiter dieses zerbr der das Schandd zeichnete. Der erste Reich Reiches aber ist Anfang der Parte Augenblick geblieb Fünf Au Den fünf verstandenen des neuen Rweltanschauli zugleich dam fälschung der chen Verfälsc und gesunder instmals ein nus Marxis älschung der den, daß sich zleichermaßer zleiche Gefal droht ihr eblicher wie veo tigen. Schli ben, sie brat sind ausgekli dasselbe gesa vird immer veil die Wa kompliziert sach ist, so ei schen schong für diese Bil Nationalsozi den einfacher instinktiv er leitnsalle wei Montag, den S. Juni 1939 chwerter Zeitung“ Nr. 128(Zweites Blatt) re Herlöhn wer Eage in Geichen des Kreistages der AS Jup. Schlaf(Ein Arabsander Popnen. Szepter führte sammelten an vier Punkten der Politik ganz unpolitisch „Adolf=Hitler=Wetter", meint lachend der junge SS.=Mann in der Straßenbahn, der eben noch einem Ortsfremden den Weg erklärte. Tatsächlich, er hat das richtige Wort gefunden. Adolf=Hitler=Wetter. Es leuchtet aus den Blicken der Menschen in den Straßen und es klingt aus ihren frohen Worten. Eine Brüderlichkeit und Vertrautheit wohnt unter dieser Festgemeinde, die jedes Herz mit Glück und Kraft, Die Fahnentüchter an den Masten und Häusern lachen in der Sonne. Makellos wie das Blau des Himmel= rschen zier Ctopz, 3ez, Vorben überhaupt beherrschen die Stadt: das Rot der Fahnen, das Grün der Waldberge und das Blau des wolkenlosen Himmels. Und wiederum dreierlei mußte jedem auffallen, der überhaupt unter den Frohgesinnten zu solchem Gedanken sich fand: keine Stirn lag in Falten, kein heftiges Wort wurde gesprochen, kein auf Wirkung abzielendes Gehaben wurde zur Schau getragen.M Mancher sagt, daß wir in einer unerhört bewußten Zeit leben, in der alle Gefühle analysiert und alle Lebensäußerungen vom Verstand ersaßt und gewissermassen katalogisiert sind. Wir wollen die Rolle des überlegenen Verstandes gewiß nie unterschätzen, aber das, was sich an Tagen wie den beiden verflossenen Kreistagen in den Mauern der schönen alten Stadt Iserlohn dem Unverdorbenen zeigt, ist ein erneuerter Menschentyp, ein gewandelter und durch Notzeit geläuterter und wieder innerlich wordener, aus Knechtschaft erlöster Mensch. Gerade das aber ist es, was wir im neuen Reich unter„Politik“ verstehen, eine eigentlich unpolitische Politik. Charakter, Haltung, Treue, Jasagen, Bauen, Kämpfen— neue uralte, wiedererweckte Begriffe, mit denen das herrliche Reich geschaffen wurde, in dem es möglich ist, daß die Menschen eines Kreises zueinander finden ohne Haßausbrüche und ohne Falsch. Als es endlich so weit war und die Züge aus Hohenlimburg, Letmathe, Menden, Hemer, Westig, Westhosen, Schwerte, Ergste, Kalthof, Sümmern die ersten Teilnehmer im Bahnhof von Iserlohn ausluden, lag eine Zeit angestrengtester Arbeit hinter den Männern, die den Feldzugsplan für den glatten Ablauf und, eig, grf liche Ausgestaltung des Kreistages der Kreis Iserlohn ausgearbeitet und in die Wirklichkeit umgesetzt hatten. Aufmarschpläne, Verpflegungsvoranschläge, Quartier=Disposition, Verkehrsfragen, Programmgestaltung und so weiter sind Dinge, die sich mehr oder weniger dem Auge der breiten Oeffentlichkeit entziehen, die aber gerade eine bis ins Einzelnste gehende Umsicht und peinliche Genauigkeit, vielleicht auch einen größeren Teil Phantasie erfordern, als ohne weiteres offensichtlich ist. Denn nur mit dem Rechenschieber und der Kartothek, also der „Organisation“ schlechthin, bringt man noch keine wirkliche Feier zustande, die mehr ist als ein bloßer Haufen zusammengetrommelter Menschen. Sonnabend 19,30 Uhr. Nach einem Standortkonzert des Kreismusikzuges am Adolf=Hitler= platz, einem Gedenken der Gefallenen der Bewegung am Grabe von Hans Bernsau und schließlich nach einer Tagung der Amtswalter der DAF. im Buchenwäldchen, auf der Kreisleiter Menze und Gauobmann Stein, MdR., zu den Amtswaltern sprachen und neue Fahnen der DAF. geweiht wurden, nach einem Standortkonzert der Wehrmacht schließlich fand sich aus allen Orten des Kreises das Führerkorps der NSDAP. auf der Alexanderhöhe zu einer Tagung ein, deren beide große Reden gewissermaßen das Vorwort und Tor zum Eintritt in den eigentlichen Kreistag am Sonntag bildeten. „Grundsätzliche Aufgaben der innerpolitischen Propaganda“ Sest id esc sc ce e e seinen Ausgang nahm in der Erkenntnis des Führers, daß die Nachlässigkeit und Gedankenlosigkeit der Vorkriegsregierung auf diesem wichtigsten Gebiet der Menschenführung eine unermeßliche Schuld auf die Verantwortlichen des damaligen Deutschland geladen hat. Kaisergeburtstagsreden haben mit Propaganda nichts zu tun, die eine Kunst ist, die verstanden sein will. Die bittere Erkenntnis, daß die Männer des Zweiten Reiches eben von dieser Kunst herzlich wenig verstanden, kam aber erst, als man erkennen mußte, wie eine raffinierte und teuflische Propaganda des Auslandes die Widerstandskraft des deutschen Volkes unterhöhlt hatte und planmäßig den Zusammenbruch des Novembers 1918 herbeigeführt hatte. Auch im eigenen Volke hatten dämonische Mächte durch Propaganda die Katastrophe listig vorbereitet. Ein Mann wie Erzberger war der Propagandaleiter dieses zerbrechenden Reiches, ein Mann, der das Schanddiktat von Versailles unterseichnete... 9 TAskeiter he: Sril Der erste Reichspropaganvaleiter des Dritten Reiches aber ist der Führer. Er war es im Anfang der Partei und ist es seitdem in jedem Augenblick geblieben. Fünf Aufgaben Den fünf großen Aufgaben dieser viel mißverstandenen und mißgedeuteten Propaganda des neuen Reiches geht als oberste und erste die weltanschauliche Umformung des Menschen und zugleich damit der Kampf gegen jede Verfälschung der Idee vorauf. Denn aus einer solchen Verfälschung einer ursprünglich richtigen und gesunden Idee des Nationalismus wurde instmals ein Hurrapatriotismus, aus Sozialisnus Marxismus. So konnte es aus einer Verälschung der ursprünglichen Idee möglich werden, daß sich Pazifisten und Kriegstreiber beide zleichermaßen auf das Christentum beriefen. Die zleiche Gefahr droht jeder Weltanschauung, sie droht ihr ebenso von seiten der Verwissenschaftlicher wie von seiten der Hundertfünfzigprozentigen. Schlicht und wahr muß die Idee bleiben, sie braucht keine intellektuellen Variationen eind ausgeklügelte Theorien. Es wird immer dasselbe gesagt werden müssen, auch die Sprache vird immer einfach und klar bleiben müssen: veil die Wahrheit auf Erden nun einmal nicht kompliziert und„interessant“, sondern ganz einsach ist, so einfach, daß sie von verbildeten Menschen schon gar nicht mehr verstanden wied. Eben für diese Bildungselique aber ist die Sprache des Nationalsozialismus„primitiv“, nicht etwa für den einfachen Mann des Volkes, der längst schon Ustinktiv ersaßte, worum es geht. Der Intellektnalle meint vieleicht, die Politik des neuen Stils darstellt, Machtbefugnisse im Interesse des Eigennutzes auszuwerten.“ Die große politische Aufgabe der Propaganda und Aufklärung in einzelnen Fällen, die Vorbereitung notwendiger Maßnahmen der Volksführung z. B. im Falle Wehrhoheit, das Erinnern und Deutlichmachen der errungenen Erfolge und schließlich der Kampf gegen die ewigen Gegner Ichsucht und Dummheit, gegen die Utopisten, die Unmögliches verlangen und ihre Ziele in die Wolken stecken anstatt mit beiden Füßen auf der Erde zu bleiben, bildeten die Schlußpunkte der großangelegten Rede. Der zweite Redner der Führertagung, der allen Parteigenossen des Kreises aus der Kampfzeit lieb gewordene und vom Gauleiter schon verschiedentlich mit Sonderaufgaben betraute Reichsredner Dr. Alfred Beck arbeitete als zentrale Idee die geschichtliche Abwehr= und Kampfstellung des Deutschtums gegen das Dogma heraus. Dem heiligen römischen Reich deutscher Nation, das zwar äußerlich einen großen Raum umspannte und einen großen Glanz entfalt fehlte die leitende Idee, die die völkische Gemeinschaft formt. Die kämpferischen Vorstöße der großen Gestalten der deutschen Geschichte, eines Heinrich IV, eines Ekkehard, eines Luther, Beethoven, Nietzsche usw. wurden immer wieder entkräftet und unwirksam gemacht. Erst der Marsch zur Feldherrnhalle, der aus dem gleichen Kampfgeist entsprang, hat nach tausendjährigen Geschichte des stets auf einen mächtigen Aufschwung folgenden Zersetzungsprozesses und Niederganges das Wunder der deutschen Volkwerdung aus dem Gefühl des gleichen Blutes vollbracht. Die kämpferische und zugleich witzige Art des Pg. Beck, mit der er nun einzelne Probleme des Tages ausgriff und behandelte, weckte immer neuen Beifall. Die ganze abgrundtiefe Lächerlichkeit solcher Menschen, die in einer Zeit wie der heutigen, in der täglich Wunder des völkischen Lebens geschehen, sich mit Kaffeebohnen und Butterfragen und ähnlichem beschäftigen, die sich nicht entblöden, die Geschichte eines Volkes mit der Krämer=Elle zu messen, beleuchtete der Redner mit treffenden kleinen Lichtern. Als nach den Schlußworten des Kreisleiters die Lieder der Nation erklungen waren und die Teilnehmer der Tagung wieder nach allen Orten des Kreises auseinandergingen, nahm jeder von diesem Abend das Gefühl neuer Kraft und den Willen zu restlosem Einsatz mit. Sonmimg Schon um 6 Uhr in der Frühe weckten die Klänge der Musik= und Spielmannszüge, die Fanfaren und Böllerschüsse am Sonntag Iserlohn aus dem Schlaf. Ein strahlender Sonnentag, der vom ersten Augenblick an eine geradezu jubelnde Stimmung der aus allen Himmelsrichtungen nun wieder herbeieilenden KreistagsGemeinde auslöste. Organisatorisch ein Großkampftag. Ueber 10000 Mann der Gliederungen, eine Unzahl von Gästen aller Orte des Kreises füllten die Straßen der Stadt. Der Ordnungsdienst, den Sturmbannführer Brüser vom Standartenstab organisiert hatte, mußte an allen Zufahrtsstraßen und den wichtigen Verkehrspunkten von Anfang bis Ende des Tages rastlos tätig sein. Polizei und RSKK. mit weißen Armbinden, der Nachrichtensturm der SA.=Standarte, der an vielen Punkten der Stadt eigene telesonische Vermittlungsstellen angelegt hatte, hielten die Sache„in Schwung". Am Rande der Hans=Bernsau=Kampfbahn hatte der Sanitätssturm der Standarte sein Sanitätszelt aufgebaut. Dreißig Mann SA., 13 Politische Leiter, 8 Mann vom RSKK., 8 Werkscharmänner und 10 SS.=Männer unterhielten einen ständigen Wach= und Streifendienst. Die Verkehrswege waren festgelegt, die nötigen Absperrungen vorgenommen, die Parkplätze gekennzeichnet, die 28 Feldküchen für 5000 auszugebende EEssensportionen aufgefahren. Nun konnte es „losgehen". Nach dem Wecken durch den SA.=Spielmannsund Musikzug II/259 und den NSKK.=Spielmanns= und Musikzug und den HI.=Fanfarenund Musitzug standen am Anfang des Tages die Ausscheidungskämpfe der SA.=Standarte 259 im Hans=Bernsau=Stadion am Seilersee. Wehrsportliche Mannschaftskämpfe, wie Gepäckmarsch, Schießen, Handgranatenweitwurf, Radfahrstreifen, Orientierungsläufe, Kurz= und Langstreckenläufe. Hindernisläufe, Schwimmen .usw., sportliche Mannschaftskämpfe und Einzelkämpfe ergaben für den Bereich der 4 Sturmbanne der Standarte ein Programm, das den ganzen Vormittag ausfüllte und ein kleines Heer von Wettkampfrichtern in Tätigkeit hielt. Die Kampfbahn war mit einer Lautsprecheranlage ausgerüstet, Ordnungs= und Sanitätsdienst zur Stelle. In der Mitte der Tribüne prangte ein riesiges Hoheitszeichen, flankiert von zwei Pylonen. Auf den Sitzreihen saßen Mann an Mann die zuschauenden Kameraden der Wettkämpfer und die von nah und fern herbeigeeilten Zuschauer. In diesem einzigartigen landschaftlichen Rahmen, zu Füßen der herrlichen Wälder, am Ufer des im Sonnenglast daliegenden Seilersees wickelte sich nun das sportliche Schauspiel ab, dessen Ergebnisse wir im folgenden wiedergeben. Unetr den Ehrengästen sah man in Vertretung des Standortältesten einige höhere Wehrmachtsoffiziere, weiter Vertreter des RAD., der Polizei und Gendarmerie, Gäste des Gaues Düsseldorf, dessen Gauleiter Florian in der Kampfbahn sprechen würde, Politische Leiter der Nachbargaue usw. Während an dieser Stelle der Sport das Szepter fuhrte, sammelten an vier Punkten der Stadt die Musikzüge und Spielmannszüge der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes, der SA und des RSKK. mit Marschmusik eine frohe Schar von Zuhörern um sich, die nicht mit dem Beifall sparten und zum Schluß immer wieder Zugaben erklatschen wollten. So war am Adolf=Hitler=Platz Spielmannszug und Musikzug des RAD. aufmarschiert, in der Siedlung Dröschederfeld spielten SZ. und M3. des Flatregiments 24 auf, die Musik des RSKK. hatte sich an der Wittekindschule aufgebaut und die des Sturmbannes schließlich an der Stennerstraße. Von welchem Geist der Tag erfüllt war, mag eine kleine Episode aus der Siedlung Dröschederfeld erläutern. Dort stand auf dem Wege inmitten der kleinen freundlichen Siedlerhäuschen, die von den Bewohnern in der Notzeit einstmals als Arbeitslose selbst erbaut worden sind, der Musik= und Spielmannszug des Flakregiments 24. Die Sonne meinte es ein wenig zu gut an diesem Tage, und schon war es unter den Siedlern eine ausgemachte Sache, daß „etwas getan“ werden müßte. Zum Lohn für die schmissigen Märsche und Weisen ließen die Siedler ihren„Jungs“ einen kühlen Trunk anrollen. Kulturtagung in der Schauburg Zur gleichen Zeit, als auf der Kampfbahn sich die Männer sportlich tummelten, riesen in der Schauburg die Fanfaren des Bannorchesters Iserlohn zur Kulturtagung, auf der Gauschulungsleiter Pg. Dr. Schwarzschulz sprach. Unter den zahlreichen Ehrengästen war auch der Standortälteste, Oberst Chaubin=Eggersberg, weiter Oberstleutnant von Rabenstein und viele andere Offiziere der Wehrmacht, Polizei, Politische Leiter und Vertreter der Behörden, des Reichsarbeitsdienstes usw. zu dieser Kulturtagung erschienen, die von einer Feier der HJ. und des BDM. und Musikvorträgen des HJ.=Orchesters umrahmt wurde. Der Kreisleiter begrüßte die Feiergemeinde, die sich hier eingefunden hatte. Auf der Mitte der Bühne stand die Büste des Führers, zu beiden Seiten von Jungen und Mädeln der HJ. und des BDM. flankiert, die Chöre sangen und sprachen vor der Rede des Gauschulungsleiters gewissermaßen das Motto zu dieser Feier„Die Welt gehört den Bauenden“ vortrugen. Der Redner griff das Thema auf und sprach von der wahren Einsamkeit, die aber kein„Einhausen“ und Abkapseln sei, von der Verantwortung und Treue, von dem Reich als unserer Aufgabe und Verpflichtung und dem Ziel: Ordnend den europäischen Raum zu gestalten. Gelöbnis und Erhöhung der Gemeinde klang in dem gemeinsamen Lied„Deutschland, heiliges Wort“ mit einer herrlichen Melodie aus. 5000 Portionen Graupen mit Rindfleisch ##ttillten und narklendeten Mächten der Hungrige Mägen wollen gefüllt sein. Die Feldküchen des Schützenregiments warteten schon. 19 Küchen am Seilersee und 9 Küchen auf dem Hof der Oberschule für Jungen teilten in sauberen Papp=Picknäpfen ein„Graupen=mit=Rindfleischmenü“ aus, das sich sehen lassen konnte. Mancher Kapitulant mit besonders großem Hunger bewies, wie vortrefflich das Essen mundete. Auf Mauervorsprüngen, Treppen und Geländern saßen im Hofe der Oberschule die Schmausenden oder standen im Schatten der Bäume in, Gruppen zusammen. Hier waren PL. und Werkscharen, HJ. und B9M. erschienen, während für die SA. das Essen am Seilersee ausgegeben wurde. Eine kleine Ruhepause diente nun vielen in den Mittagsstunden zu einem Rundgang durch die festlich geschmückte Stadt. Um 15 Uhr sammelten sich dann an einzelnen Punkten, auf der Spielwiese, auf dem Schillerplatz, der Artilleriestraße, an der Agonnerkaserne und auf der Baarstraße die Formationen zum Abmarsch auf die Hans=Bernsau=Kampfbahn, wo Gauleiter und Staatsrat Florian, Düsseldorf, auf der öffentlichen Groß=Kundgebung sprechen sollte. Um 16 Uhr füllten über 10000 Menschen, Soldaten, SA.=Männer und Politische Leiter, Männer der Werkscharen, des Arbeitsdienstes, der Freiwilligen Feuerwehr, des Bahnschutzes, der Technischen Nothilfe, des Luftschutzes, RSKK.= Männer, RSFK.=Männer— eine unübersehbare, schnurgerade ausgerichtete Menge— die Kampfbahn. Ein wundervolles Schaubild bot sich den Blicken. Die leuchtenden Farben der Fahnen und Uniformen im Sonnenlicht und die blau=blanken Spaten der Arbeitsmänner, die tadellos liegenden Gewehre der Soldaten— ein Bild von unvorstellbarer Schönheit und Kraft vor dem leuchtend grünen Hintergrund des Seilerwaldes. Der Gauleiter und Staatsrat, begrüßt von Kreisleiter Pg. Hermann Menze, sprach nun und griff vor diesem Block von Männern die Worte auf, die am gleichen Morgen der Führer auf dem Reichskriegertag in Kassel den haßerfuuren und verblendeten Mächten der Einkreisung zugerufen hatte. Wir sind entschlossen, möge kommen, was da wolle! Norbeinnersch Knapp dreiviertel Stunden dauert diese Kundgebung und es beginnt nun der großartige Marsch der Formationen durch die Stadt, dessen Höhepunkt der Vorbeimarsch vor dem Gauleiter auf dem Schillerplatz bildet. Die Musik der Wehrmacht voraus, dann eine Schwadron Kavallerie=Schützen 4, eine Schwadron Krad=Schützen 6, eine Kompanie Panzer=Abwehr 41 und eine Batterie Flack 24, folgen nun in endlosem Zuge SA. und Marine=SA., RSKK., RSFK., PL, Werkscharen, H3., RAD, Feuerlöschpolizei, Postschutz, Reichsluftschutzbund, Deutsches Rotes Kreuz, Technische Nothilfe und schließlich 130 SSMänner der Standarte 69. Der Marsch führt von der Seeuferstraße über die Mendener=, Elisabeth=, Viktoria=, Garten=, Hagener=, Rahmen=, Wermingser=, Friedrich=, Oststraße, den Karnacksweg, die Friedenstraße, Mendener=, Luisenstraße über den Schillerplatz und schließlich zur Unnaerstraße und zu den Auflöseplätzen. Ueberall an den Straßenrändern steht das Spalier der Iserlohner und der Gäste aus dem ganzen Kreise. Immer wieder bezeugen die Zuschauer ihren Beifall, wenn die Formationen im Paradeschritt an der Tribüne vor dem Gauleiter und Staatsrat vorbeidefilieren. Man sieht neben dem Gauleiter den Brigadeführer Jaenke, Hagen, Kreisleiter Menze, Oberführer Heßler, Oberst von Chaubin=Eggersberg, SS.= Standartenführer Frideriet und HI.=Bannführer Kassel. Der Vorbeimarsch beschließt das militärische Schauspiel des Tages. Die Menge zieht hinauf zur Alexanderhöhe, wo in sämtlichen Anlogen ein großes Volksfest bis in die Nacht bei Tanz und Spiel den Tag beschließen. Trachtengruppen aus Hohenlimburg in ihren bunten Kleidern führen Volkstänze vor, die Brden laden ein zum Schießen und zu allerlei Vergnügen. und am Abend um 9 Uhr schließlich sammelt sich noch einmal die festliche Menge, um unter freiem Himmel auf der 989 Meter großen Riesenlein: wand den Film„Kameraden auf See“, eine Monatsschau und einen Kulturfilm anzusehen. Die Gaufilmstelle Westfalen=Süd hat ihren Vorführwagen, ein kleines technisches Wunderwerk, eigens hergeschickt, um einer so großen Zuschauermenge auf dem unteren Platz der Alexanderhöhe dies gemeinsame Erlebnis zu ermöglichen. Die Züge nehmen die Teilnehmer aus dem Landkreis am späten Abend wieder auf, um sie zurückzubringen zur Heimat. Ein großes Erleben hat alle diese Menschen zwei Tage vereint und sie tragen neue Kraft und Gewißheit im Herzen nach Hause, neue Kampfbereitschaft und Einsatzfreudigkeit, mag da kommen, was da wolle. Dr. Die Sieger der SA.=Standarten-Wettkämpfe Wehrmannschaftskampf: Ein Führer, 36 Mann: 1. Sturmbann 1= 494 Punkte; 2. Sturmbann II= 473 Punkte; 3. Sturmbann IV = 477 Punkte; 4. Sturmbann III= 404 Punkte. Radfahrstreife: Ein Führer, 8 Mann: 1. Sturmbann 1= 238 Punkte; 2. Sturmbann III = 229 Punkte; 3. Sturmbann IV= 177 Punkte; 4. Sturmbann II— Ohne Wertung. Mannschafts=Orientierungslauf: Ein Führer, drei Mann: 1. Sturmbann II, Sturm 11/259= 338 Punkte; 2. Sturmbann III, Sturm 22/259= 326 Punkte; 3. Sturmbann IV, Sturm 31/259= 318 Punkte; 4. Sturmbann I, Sturm 4/259= 306 Punkte. 20X½ Runde Hindernisstaffel: 1. Sturmbann II= 11,35,2 Minuten; 2. Sturmbann III = 11,45,8 Minuten; 3. Sturmbann IV= 11,49,0 Minuten; 4. Sturmbann 1= Ohne Wertung. 4X100=m=Staffel: 1. Sturmbann IV= 48,4 Sekunden; 2. Sturmbann IlI= 49,3 Sekunden; 3. Sturmbann II= 52,3 Sekunden. Mannschaftsfünfkampf(Beste Einzelkämpfer): 1. Rosenberg, SA.=Mann, 21/259= 324 Punkte; 2. Eiler, Oberscharführer 22/259= 313 Punkte; 3. Ruberg, Scharführer 22/259= 313 Punkte. 100=m=Lauf: 1. und Sieger: Suren, Rottenführer 22/259= 11,3 Sekunden; 2. Begler, SA.=Mann, 31/259= 11,6 Sekunden; 3. Ulrich, Oberscharführer III/259= 11,9 Sekunden; 3. Hartmann, Rottenführer 12/259= 11,9 Sekunden. Weitsprung: 1. und Sieger: Begler, SA.= Mann 31/259= 6,10 m; 2. Ulrich, Oberscharführer III/259= 5,93 m; 2. Suren, Rottenführer 22/259= 5,93 m; 3. Hartmann, Rottenführer 12/259= 5,90 m. 300=m=Lauf: 1. und Sieger: Schagowsky, SA.=Mann 13/259= 10,2 Minuten; 2. Rosenberg, SA.=Mann 21°259= 10,11 Minuten; 3. Stein, SA.=Mann 2/259= 10,21 Minuten. Hochsprung: 1. und Sieger: Lauvers, Truppführer 12/259= 1,70 m; 2. Peuker, SA.=Mann 6/259= 1,65 m; 3. Nicolai, Scharführer 21/259 = 1,60 m. Speerwerfen: 1. und Sieger: Opfermann, SA.=Mann 23/259 ö 49,50 m; 2. Tarttier, Sturmmann 13/259= 45,00 m; 3. Peuker, SAMann 6/259= 43.20 m. Diskuswerfen: 1. und Sieger: Huber, Sturmmann 13/259= 34,15 m; 2. Peuker, SA.=Mann 6/259= 32,65 m; 3. Ulrich, Oberscharführer III/259= 31,75 m; Handgranatenweitwurf: 1. und Sieger: Trottier, Sturmmann 13/259= 71,00 m; 2. Bärenfänger, SA.=Mann 2/259= 67,00 m; 3. Ulrich, Oberscharführer III/259= 63,00 m. Klasse B: 32—40 Jahre: Deutscher Mehrkampf 100=m=Lauf: 1. Schniewind, Sturmmann 31 259= 12,3 Sekunden; 2. Schwanpaul, Sturmmann 14/259= 12,4 Sekunden; 3. Humpert, SA.=Mann 25/259= 12,8 Sekunden. Weitsprung: 1. Schwarzpaul, Sturmmann 14/259= 5,65 m; 2. Engel, Rottenführer 31 259= 5,45 m; 3. Giesbert, Sturmmann 12/259 = 5,35 m. Kugelstoßen: 1. Nophut, Rottenführer 25/259 = 9,80 m; 2. Humpert, SA.=Mann 25/259= 9,34 m; 3. Schwarzpaul, Sturmmann 14/259= 9,33 m. Handgranatenweitwurf: 1. Lösche, Sturmmann 11/259= 61 m; 2. Humpert, SA.=Mann 25/259= 57 m; 3. Gilsbach, Oberscharführer 11/259= 55 m. 3000=m=Lauf: 1. Ruthmann, Rottenführer 5/259= 10,21 Minuten; 2. Penries, Oberscharführer 14/259= 10,47 Minuten; 3. Stark, Oberscharführer 14/259= 10,52 Minuten Deutscher Mehrkampf. Gesamtergebnis: 1. Schwarzpaul, Sturmmann 14/259= 782 Punkte; 2. Ruthmann, Rottenführer 5/259= 709 Pkt.; 8. Heimann, Scharführer 31/259= 706 Punkte. Einzelwertungen: 1. Schwimmen: 1. Guntermann, Rottenführer 12/259 35 Sekunden; 2. Diskus: 1. Nophut, Rottenführer 25/259= 30,25 m. 3. 400=m=Hindernislauf: 1. Schniewind, Sturmmann 31/259 = 1,21,5 Minuten; 3. Rosenberg, SA.=Mann 21/259= 1,21,5 Minuten. Klasse C: über 40 Jahre: Deutscher Mehrkampf: Gesamtergebnis: 1. Kundt, Rottenführer 35 259= 607 Punkte; 2. Scholl, Truppführer 25 259= 601 Punkte; 3. Lichte, SA.=Mann 35/259 = 547 Punkte. 100=m=Lauf: 1. Boese, Sturmmann 16/259 = 13,5 Sekunden; 2. Echtermann, Truppführer 15/259= 13.8 Sekunden; 3. Tüttelmann, SA.= Mann 16/259= 13,9 Sekunden. Weitsprung: 1. Boese, Sturmmann 16/259— 5,15 m; 2. Schell, Truppführer 25/259= 4,95 m; 3. Kunde, Rottenführer 35/259= 4,75 m. Kugelstoßen: 1. Boese, Sturmann 16/259= 8,92 m; 2. Viebahn, Oberscharführer 16/259= 8,85 m; 3. Schell, Truppführer 251259= 8,80 m. Handgranatenweitwurf: 1. Junker, SA.=Mann 15/259= 57 in; 2. Schell, Truppführer 25/259 = 51 m; 3. Tüttelmann, SA.=Mann 16/259= 49 m. 3000=m=Lauf: 1. Kunde, Rottenführer 35/259 = 11,29,0 Minuten; 2. Haas, Sturmmann 15 259= 12,28,5 Minuten; 3. Lichte, SA.=Mann 35/259= 12,50,0 Minuten. Einzelwertung: Schwimmen 50 m: 1. Schneider, Rottenführer 15/259= 35 Sekunden. Verbraucherhöchstpreise für die Zeit vom 5. Juni bis auf weiteres. Gemüse: Porree(geputzt und beschnitten) 500 Gramm bis 45 Pfg., Rhabarber 1. Sorte 11 Pfg., dito 2. Sorte 9 Pfg., Salat 1. Sorte (Kopf mindestens 200 Gramm) je Kopf 14 Pfg., dito 2. Sorte, mindestens 160 Gramm, 11 Pfg., dito 3. Sorte 8 Pfg., Sommerspinat 1. Sorte500 Gramm 11 Pfg., dito 2. Sorte 8 Pfg., Stielmus 1. Sorte(Freiland) 15 Pfg., dito 2. Sorte 10 Pfg., Suppengrün Bündchen 12 Pfg., Zwiebeln, deutsche, 500 Gramm 16 Pfg., dito ausländische 16 Pfg., Fleischerzwiebeln 14 Pfg., Kohlrabi 1. Sorte 20 Pfg., dito 2. Sorte 15 Pfg., Maiwirsing 1. Sorte 19 Pfg., dito 2. Sorte 17 Pfg., Möhren 1. Sorte Bund 26 Pfg.(Bund zu 10 Stück mindestens 180 Gramm), Möhren 2. Sorte und gelbe Bund 20 Pfg., Tomaten (ausländische) je 500 Gramm bis 55 Pfg.(Ein Bündchen Suppengrün muß mindestens enthalten: Porree, Möhre, Petersilie oder Sellerie oder Kohlrabi. Obst: Ausländische Aepfel und Birnen je 500 Gramm bis 60 Pfg. Betrifft Spargelverkauf: Die Abgabe von Spargel an die Verbraucher darf nur aus den Originalpackungen erfolgen. Was findet die Hausfrau jetzt auf dem Markt? Gemüse: Reichlich- sind Sommerspinat, Radieschen, Rettich, Rhabarber. Ausreichend Wurzelgemüse, Wirsing, Spargel, Treibhausund Freilandkopssalat, Lattich, Meerrettich, Tomaten, Zwiebeln, Lauch, Kresse, Gurken, Sellerie. Mäßig Kohlrabi, Schnittkohl. Obst: Apfelsinen, Bananen, Trockenfrüchte, Zitronen, Nüsse. Milcherzeugnisse: Entrahmte Frischmilch, Buttermilch, Quarg sind reichlich und von hervorragender Güte. Fische: Goldbarsch, Kabeljau, Schellfisch, Seelachs sind ebenso wie deren Filets, grüne Heringe, geräucherte Stückfische und Bücklinge, Lachshringe, Plötzen(Rotaugen), Hechte, Zander, Forellen, Brassen ausreichend vorhanden. Aus der Bewegung Die NS.=Frauenschaft teilt mit: NS.=Frauenwerk, Dienstag, 20 Uhr, Gemeinschaftsabend im„Reiche des Wassers"(großer Saal). BDM. singt und spielt. Wir bitten um rege Beteiligung. NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Schwerte, Gruppe Mitte und Nord. Dienstag, den 6. Juni, 20 Uhr, Gemeinschaftsabend im„Westfälischen Hof“. Die Jugendgruppe nimmt teil. Amt Westhofen Holzen, 4. Juni. Die Ortsgruppe Holzen der RS.=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks veranstaltet am Dienstag, den 6. Juni, 20 Uhr, im Saal der Eintrachtschule einen Gemeinschaftsabend, an dem der neue Mütterdienstfilm vorgeführt wird. Die Kreisabteilungsleiterin für Mütterdienst, Fräulein Schünemann, wird über die Aufgaben des Mütterdienstes einen Vortrag halten. Es wird erwartet, daß alle Mitglieder der NS.=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks zu diesem Gemeinschaftsabend erscheinen. Einige Zahlen, die zu denken geben. Holzen, 4. Juni. Die Gemeinde Holzen hat über 3000 Einwohner. Im Jahre 1938 wurden 51 Kinder in Holzen geboren. Das ist eine Geburtenziffer von 18 pro Tausend. Die Erhaltung unseres Volkes ist aber erst gewährleistet, wenn die Geburtenzahl 22 pro Tausend beträgt. Um die Bevölkerungszahl in Holzen zu erhalten, müssen in der Gemeinde jährlich mindestens 66 Kinder geboren werden. Der Reichsbund der Kinderreichen kämpft für die Bejahung des Kinderreichtums durch das deutsche Volk, er will Auslese der deutschblütigen, erbgesunden, also vollwertigen kinderreichen Familien. Der RDK. ist der allein anerkannte Zusammenschluß erbtauglicher, deutschblütiger und deutschgesinnter Familien mit 4 oder mehr Kindern. Kinderreiche deutsche Mutter, kinderreicher deutscher Vater, bist du schon Mitglied des ROK., Kreisabschnitt Holzen? Wenn nicht, dann reihe dich noch heute ein in die Front des ROK! MONTAG JUN Zum Geleit: Den Willen aibt Gott den Zwana die Not. Gedenktage: 1826 Komponist Karl Maria v. Weber gest Wetter: Immer noch trocken und warm. Das von den Azoren bis Dänemark reichende Hochdruckgebiet wird weiterhin das Wetter West. deutschlands bestimmen. Der hohe Druck wird zwar im Osten des Reiches etwas abgebaut, auch eine Regenfront liegt heute morgen über Ostpreußen, jedoch wird Westdeutschland davon un beeiflußt bleiben. Aussichten für Montag und Dienstag: Mäßige zwischen Nord und Ost schwankende Winde, heiter bis wolkig, trocken und warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine plötzliche Aenderung. Lehseortestaueenlt=F r: Tagungen der Reisévereinigungen Schwerte, Hörde, Aplerbeck und Dortmund=Süd. Schwerte, 3. Juni. Der Kreisvorsitzende, Sportkamerad Fricke, Berghofen, hatte die Vorstände der Reisevereinigungen von Schwerte, Aplerbeck, Hörde und Dortmund=Süd zu einer Besprechung gerufen. Der Vorsitzende verteilte eine goldene Preismünze an die RV. DortmundSüd(errungen vom Züchter Regener auf Küstrin 1938), ein goldenes Uhranhängsel an die RV. Dortmund=Süd(errungen vom Züchter Regener auf Küstrin 1938), ein goldenes Uhranhängsel an die RV. Schwerte(errungen vom Züchter Ergste, auf Küstrin 1938). Dann wurde über die Gemeinschaftsflüge gesprochen. Die RV. Hörde und Aplerbeck reisten bereits ab Stendal am gestrigen Sonntag zusammen. Schwerte kommt ab Spandau(11. Juni) hinzu und die RV. Dortmund=Süd ab Rehfelde am 18. Juni. Ab Rehfelde haben also alle vier Reisevereinigungen des Kreises 7 Gemeinschaftsflüge. Die Klassensätze sind für Spandau wie folgt: 1 Taube 4 Kl.,°2 Tauben 5 Kl. usw. Klassensätze für Rehfelde: 2 Tauben 6 Kl. usw. Insgesamt 10 Klassen. Die Gesamtleitung der Flüge Spandau, Rehfelde, Küstrin und Schneidemühl hat die Reisevereinigung Schwerte(Ruhr). Auf Küstrstin fliegen wieder alle 4 Reisevereinigungen zusammen eine goldene Preismünze aus. Im übrigen gelten die Wettflugbestimmungen des Vorjahres. Die Einsatzstelle ist in Aplerbeck. Die Einsatzkommission ist wie folgt zusammengestellt: Die RV. Schwerte, Hörde und Dortmund=Süd stellen je 2 Personen. Die restlichen Helfer stellt die RV. Aplerbeck. Die Normalzeit muß in Aplerbeck eingeholt werden. Die Konstatieruhren müssen spätestens zwei Stunden nach Beendigung des Fluges in dem Uhrenabgabelokal der betreffenden RV. abgegeben sein. Auf den vier Flügen werden die Reisebegleiter wi folgt gewechselt: Auf Spandau stellt die RV. Aplerbeck den Reisebegleiter, auf Rehfelde die RV. Schwerte, auf Küstrin die RV. Dortmund=Süd und auf Schneidemühl die RV. Hörde. R c K Siegen, wo in diesen Tagen das Gebirgsfest des Sauerländischen Gebirgsvereins stattfand. Tagesehronik Silberne Hochzeit. Der Reichsbahnzugführer Heinrich Herbold und Frau, Graf Dietrichstraße 9 wohnhaft, feierten gestern den Tag ihrer Silberhochzeit. Wir wünschen dem Jubelpaar viel Glück zum schönen Feste! —: Neue amtliche Fernsprechbücher! Die Ausgabe 1939 des Amtlichen Fernsprechbuches für das niederrheinisch=westfälische Bezirksnetz ist erschienen. Die Deutsche Reichspost bittet die Teilnehmer, die neuen Bücher gegen Rückgabe der zugesandten Benachrichtigungskarten und des alten Fernsprechbuches(Ausgabe 1938) bei den auf den Karten angegebenen Postämtern abzuholen. Diese Lieferung ist unentgeltlich. Auf Antrag oder bei Nichtabholung innerhalb der angegebenen Frist werden die Bücher gegen eine Bestellgebühr von 30 Pfg. für jedes Buch ins Haus gebracht. Bei Mehrbedarf können die Bücher gegen eine Gebühr von 0,55 RM. von der Bezugsstelle„Fernsprechamt Dortmund“ unmittelbar oder durch Vermittlung der Postämter bezogen werden. Wie in den Vorjahren erscheint in etwa 4 bis 6 Wochen ein Berichtigungsblatt. in das auch neue Teilnehmer, die noch nicht im Amtlichen Fernsprechbuch aufgeführt sind, gegen Zahlung der halben Zeilengebühr(3.— RM. für die Zeile) eingetragen werden. Allen Fernsprechteilnehmern wird empfohlen, sogleich nach Empfang des neuen Buches ihre Eintragung zu prüfen und die Berichtigung von Druckfehlern oder die Aufnahme ihres neuen Anschlusses usw. unverzüglich bei ihrem Vermittlungsamt schriftlich zu beantragen.“ Gauleiter Wagner Ehrenbürger von Arnsberg. Heimatwoche zur 700=Jahrfeier. Die Regierungsstadt Arnsberg hatte bei der Erinnerung an die vor 700 Jahren erfolgte Verleihung der Stadtrechte bewußt darauf verzichtet, kostspielige Veranstaltungen, wie etwa einen Festzug, aufzuziehen. Die bitteren Ueberreste der Systemzeit, nämlich eine lastend schwere Verschuldung der Stadt, ließen eine weitere Inanspruchnahme der Mittel für diese Zwecke nicht zu. Darum gestaltete man eine Heimatwoche und wandte sich dabei vornehmlich an die Bevölkerung der Stadt und des Kreises Arnsberg, wobei allerdings auch zahlreiche Kurgäste und fremde Besucher die Gelegenheit der Beteiligung an den Feierlichkeiten benutzten. Die offizielle Stadtfeier wurde am Freitag begangen, als in einer Morgenveranstaltung der Regierungspräsident und für den Deutschen Gemeindetag Dr. Sachse sowie der Kreisleiter der NSDAP., Pg. Feige, zu der festlichen Versammlung zahlreicher Ehrengäste sprachen. Am Nachmittag wurde durch Landrat Dr. Teipel der Grundstein zu einer auf 150 Wohnungen berechneten Siedlung für das schaffende Volk gelegt. Festliche Stadtbeleuchtung, Konzerte und am Sonntag ein großes KdF.=Volksfest sind der Ausklang der Heimatwoche in der Stadt, die vor allem jetzt stolz darauf ist, den Gauleiter Josef Wagner zum Ehrenbürger erklärt zu haben. Die Uebernahme des Ehrenbürgerrechts durch den Gauleiter wurde Freitag verkündet und ein Schreiben verlesen, in dem Josef Wagner herzlich seine aus der Kampfzeit stammende Verbundenheit mit Arnsberg und dem Sauerland bekundet. „Rhein in Flammen“ Bad Godesberg, 1. Juni. Auf der Strecke von Rheinhausen bis Duisburg und Homberg werden am 10. Juni, wenn der Abend sich über die Stätten der Arbeitomild herabgesenkt hat, die Ufer in rotem Flammenschein erglühen. Der Strom spiegelt in seinen Wellen die feurige Lohe und es wird sein, als feiere der eiserne Rhein das Fest seiner Kraft und Größe. Wenn man die Zahl der Besucher in den letzten Jahren jeweils auf 50000 geschätzt hat, so mag dies eher zu niedrig als zu hoch gegriffen sein, denn wer einmal alle die fröhlichen Menschen auf Schiffen, die Mauer der begeisterten Zuschauet an beiden Ufrn der ganzen Beleuchtungsstrecke gesehen hat, der weiß, welche gewaltige Anziehungskraft dem„Rhein in Flammen“ am Nie * Krnund Wien nec ehns Orlrsner, Es ist heute noch nichts mit der EndspielEsarns: Schalte hatte gengu wie Fortzga Düf. ldorf liebe Not mit dem Dresdener SC, wenn auch eine klare spielerische Ueberlegenheit während des ganzen Spieles nicht zu verkennen alke scheint das Berline war. Aber Schalre scheint das Berliner Pflaster nicht zu behagen. Erinnert sei nur an die verzifelten Kämpfe des vergangenen Jahres gegenorn gen den augenblicklichen heutschen Meister, Hannover 96, wo auch das Endspiel eine Wiederholung notwendig machte. Aber am kommenden Sonntag abend werden wir klarer sehen, dann muß aus dem angesetzten zweiten Spiel der Partner für Admira ermittelt sein. Aprovos Admira! Mit echt Wiener Fußballschneid zog sie in das Endspiel ein und wartet nun gelassen auf das nächste Opfer, das es verschlingen zu können glaubt. Und wir sino gewiß, der Gegner, wie er auch heißen mag, wird einen bitteren und schweren Kampf zu bestehen haben. Die Berliner sinb in diesem Jahre zu beneiden. Neben politischen Ereignissen von höchster Bedeutung sind sie auch Zeugen sportlicher Großkämpfe. Gestern sahen sie deren gleich zwei: Das Spiel zwischen Schalke und dem Dresdener SC und den Davis=Pokalkampf Deutschland— England. Am nächsten Sonntag nun die Neuauflage Schalke— Dresden und am 18. Juni das Endspiel. Wäre es da unbescheiden auf die großen, räumigen Plätze des sportliebenden deutschen Westen zu verweisen, die nach Fassungsvermögen und Organisation beste Zeugnisse liefern können? Mit einer dieser Veranstaltungen hatten wir hier immerhin gerechnet! Komrn=zeigle währen Faßemt Der HSV. ohne Höffmann sicher mit 4:1 besiegt Zum Vorschlußrundenkampf zwischen dem Ostmarkneister Admira Wien und dem Meister der Nordmark, Hamburger Sportverein, hatten sich im Frankfurter Sportfeld ungefähr 40000 Zuschauer eingefunden. Der Ostmarkmeister gewann den Kampf dabei zahlenmäßig etwas zu hoch mit 4:1, nachdem er bereits bei der Pause 2:1 vorn lag. Die Wiener bestreiten damit das Endspiel am 18. Juni im Berliner Olympiastadion gegen Schalke 04 oder Dresdener SC. Ohne Zweifel waren die Wiener technisch besser und sie pflegten auch das genauere Zusammenspiel. Beim HSV wirkte sich doch das Fehlen des ausgezeichneten Mittelstürmers Höffmann stark aus und Frido Dörfel konnte ihn nie voll ersetzen. Die Hamburger deckten auch zeitweise schlecht und verschuldeten dadurch die beiden ersten Gegentreffer. Außerdem hatten die Nordmärker in ihrer großen Viertelstunde nach der Pause viel Pech, da der sonst ausgezeichnete Schiedsrichter Rühle(Merseburg) in dieser Zeit zwei klare Elfmeterbälle übersah, die die Wiener verschuldet hatten. Die Hamburger waren damit um die Früchte ihrer gewaltigen Bemühungen gekommen. Die große Hitze beeinträchtigte die Leistungen beider Mannschaften, von denen übrigens die Admira einen sehr guten Start hatte. Gleich nach Beginn arbeiteten die Wiener mehrere Chancen heraus, aber Durspekt verschoß zweimal und Hahnemanns 25=m=Freistoß konnte von Warning noch gerade über die Latte, zur ersten Ecke, gehoben werden. Bis zur Pause blieb dies übrigens die einzige Ecke für die Wiener. Im Hamburger Sturm gab der Halbrechte Jessen gute Vorlagen, aber er hielt sich zu weit zurück und fehlte im entscheidenden Augenblick im Wiener Strafraum. Noack dirigierte das Spiel sehr gut und wurde dabei von dem Rechtsaußen Sikorski ausgezeichnet unterIn der 23. Minute setzte sich Vogl gegen Hamburgs Verteidiger Danek in recht zweifelhafter Weise durch, kam in den Besitz des Balles und gab das Leder zur Mitte, wo Hahnemann und Stoiber den Ball durchließen und dem aünstiger stehengen Durspekt überließen. Der Wiener schoß sofort flach und platiert zum ersten Tor ein Bereits nach weiteren drei Minuten lief Hahnemann mit dem Ball am Fuß fast übers ganze Spielfeld, gab dann an Stoiber ab, der sofort an Schilling verlängerte. Der Linksaußen zögerte nicht und schoß unhaltbar zum 2:6 ein. Die Hamburger griffen jetzt ihrerseits stark an. Sikorski lief mit dem Ball durch, gab an den mitlaufenden Noack, der vom Elfmeterpunkt aus unhaltbar einsandte. Unheimlich hart und placiert setzte der Nordmärker den Ball ins Netz. Das Spiel, das bei äußerst großer Hitze nicht allzu temperamentvoll verlief, brachte bis zur Pause keine weiteren Treffer. Die große Attacke der Hamburger Nach Wiederanpfiff erzielte Admira die zweite Ecke, aber dann kam die große Zeit des HSV. Für eine Viertelstunde lang wurde das Tor der Admira ununterbrochen unter Druck gehalten, die Verteidiger der Hamburger rückten bis zur Mittellinie auf. Im Wiener Strafraum ging es hoch her und den Wienern waren alle Mittel recht, um ihr Tor rein zu halten. Schiedsrichter Rühle drückte beide Augen zu und brachte den HSV so um Tore. Trotz der großen Ueberlegenheit und trotz des Dräugens gelang den Nordmärkern kein Treffer. Allmählich den Kampf aber wieder offen. um in den letzten Minuten noch gut in Fahrt zu kommen. In der 72. Minute führte Hahnemann die endige Entscheidung herbei. Der Nationalstürmer brachte den wegen einer leichten Verletzung nach linksaußen gewechselten Durspekt in Schußstellung, der dann unhaltbar zum dritten Tor einschoß. Die Hamburger antworteten darauf nur mit zwei Ecken, aber die Wiener waren einem vierten Treffer näher, als die Hamburger dem zweiten. Warning konnte einmal einen Prachtschuß von Stoiber noch gerade über die Latte lenken In der 83. Minute wurde das Schicksal der Hamburger mit einem vierten Treffer besiegelt. Wieder spielte sich Hahnemann vom Mittelfeld aus mit dem Ball ins Netz. Beim Sieger gab es keinen schwachen Punkt, während ganz hervorragend Hahnemann gefiel. Der Nationalstürmer war der beste Mann uf dem Platze und zeigte manch verblüffenden infall. Neben ihm kamen Durspekt, Schill Karischka und Platzer am stärksten zur tung. Der Hamburger SB gab einen gleichwertigen Gegner ab, hatte aber vor allem das Pech, seinen besten Stürmer Höffmann zum entscheidenden Kampf nicht zur Verfügung zu haben. 100000 fahen Kampf ohne Entscheidung Schalke führte bereits nach 25 Minuten mit 2:0— Szepan und Kuzorra in großer Form Das große Ringen im zweiten Vorschlußkampf zur Deutschen Fußballmeisterschaft zwischen Schalke 04 und Dresdner SC endete im Berliner Olympiastadion trotz Verlängerung. unentschieden. Die Wiederholung findet bereits am kommenden Sonntag auf dem gleichen Platz statt. Schalke scheint in Berlin wirklich kein Glück mehr zu haben, denn auch im Vorjahr konnten es die Westfalen nicht schaffen. Mit Spannung wurde das Spiel in Berlin erwartet und tatsächlich erlebten die Zuschauer auch ein an technischen Feinheiten, reiches Spiel, das einen dramatischen Verlauf nahm. Die Westfalen hatten einen ausgezeichneten Start und führten bereits nach 25 Minuten 2:0, aber das entmutigte die Sachsen keineswegs und in der zweiten Hälfte schafften sie sogar eine 3:2=Führung. Vor dem großen Kampf standen sich die Gaumannschaften von Brandenburg und eine Berliner Stadtelf gegenüber. 7:2(3:2) blieb die Gauauswahl siegreich. Schon zu Beginn dieses Spiels war der Oberring im Olympiastadion restlos gefüllt. Bei Beginn des Vorschlußkampfes war kaum noch ein Platz im weiten Rund frei und gut 100000 Zuschauer mögen Zeugen des Kampfes geworden sein. Wieder waren zahlreiche Schlachtenbummter nach Berlin geeilt, die die Aussichten ihrer Mannschaften lebhaft und in bester Stimmung erörterten. Mit fünf Minuten Verspätung begann der große Kampf. Mit lebhaftem Beifall überschüttet, eilten die Mannschaften auf das Spielfeld, wo sich Kuzorra und Kreisch dem Schiedsrichter Pfützner(Karlsbad) zur Wahl stellten. Der Westfale gewann, und schnell war der Kampf im Gange. Schön hat Anstoß, aber Richard Hofmann“ verliert den Ball sofort an Kalwitzki. Schalker sind gleich im Bilde, kombinieren ruhig und sicher, haben eine ausgezeichnete Ballbehandlung und besonders Kuzorra und Urban fädeln die ersten Angriffe glänzend ein und werden mehrfach mit Beifall überschüttet. Die offene und leichtsinnige Dresdner Abwehr beschwört bald gefährliche Situationen herauf und in der achten Minute hatte Schalke durch Kalwitzki bereits die erste große Chance, die aber vergeben wurde. Drei Minuten darauf zieht Szepan, der wieder in glänzender Verfassung war, drei Gegner auf sich, paßte dann steil an Kalwitzki, den auch Kreisch nicht halten konnte. Kreß rannte dem Westfalen entgegen, der geistesgegenwärtig über den Gegner den Ball ins Netz hob. Die Schalker führten jetzt ein meisterhaftes Spiel vor und kombinierten glänzend, so daß sie sich die Sympathien der Zuschauer in steigendem Maße errangen. Die Sachsen spielten verkrampft. In der 22 und 24. Minute kam Schön zum Schuß, aber Klodt hielt jedesmal hervorragend. Bereits in der 26. Minute kamen die Westfalen zum zweiten Treffer. Wieder war Szevin der einleitende Spieler. Sein weiter Paß wurde von Kuzorra geschickt angenommen und blitzschnell schoß der Schalker flach und hart in die äußerste Torecke. Das Spiel der Dresdner wirkte schwerfällig, während die Westfalen nach wie vor elegant spielten. Schön verringert auf 2:1 Der DSC setzte jetzt alles auf eine Karte und griff stark an wobei Mittelläufer Dzur fast ganz offensiv spielte und König stark auf den Angriff drückte. Die rechte Flanke der Dresdner vergab aber manche Chance, da sie reichlich nervös wirkte. Richard Hofmann kam auch gegen die schnelle Schalker Abwehr nicht auf, so daß schließlich nur Schön und Kapitän als aktive Kräfte im Dresdner Angriff blieben. Trotzdem kamen die Westfalen durcheinander. In der 35. Minute führte Dzur einen Freistoß aus, Schön erreichte den Ball im Sprung und köpfte elegant in die äußerste rechte Ecke. Der Kampf wurde bärter und die Dresdner drängten. In der 44. Minute wurde Schaffer verletzt und ging vom Platz. Schaffer gelingt der Ausgleich Erst nach fünf Minuten der zweiten Spielhälfte kam Schaffer wieder ins Feld. In der 57. Minute verwandelte Schaffer dann einen Elfmeter zum Ausgleich. Klodt hatte beim Fangen den heranstürmenden Kapitän mit ausgestrecktem Bein angesprungen und verwirkte damit den Strafstoß. Schalke kam nun völlig durcheinander und gestaltete den Kampf sehr hart, aber Dresden hatte keinen FreistoßSpezialisten. Kalwitzki stand einmal ganz frei, fand aber das Tor nicht und ein Abseitstor von Kugler fand keine Anerkennung. In der 75. Minnte brachte dann Kapitän seine Mannschaft sogar in Front. Kugler hatte sich durchgespielt, gab an Schön, der Kapitän einsetzte. Der Linksaußen schoß dann sofort hart ein. Kampfkraft und Einsatz hatten aus einer 0:2= Niederlage eine 3:2=Führung gemacht! Doch dauerte die Freude nicht lange, denn bereits nach zwei Minuten fiel der Ausgleich. Im Mittelfeld hatte Gellesch Schön den Ball abgenommen, flankte zu Kuzorra, der sofort Eppenhoff einsetzte. Kreß konnte die Bombe des Westfalen nicht festhalten und der nachsetzende Kalwitzki besorgte den Rest Bis zum Schluß hatten beide Mannschaften noch Chancen, brachten aber keinen Treffer mehr zustande. Auch in der Verlängerung fiel kein Tor mehr, obwohl Schalle in den ersten zwanzig Minuten stark drängte und Dresden mit seinem Dreimännersturm nur zu gelegentlichen Durchbrüchen kam. Plötzlich zogen die Sachsen wieder los und drängten die Schalker in den letzten zehn Minuten stark zurück, ohne etwas am Ergebnis ändern zu können. Die Mannschaften: Schalke: Klodt; Bornemann, Sontow; Gellesch, Tibulski, Berg: Eppenhoff, Szepan, Kalwitzki, Kuzorra, Urban— Dresdner SC: Kreß; Kreisch, Hempel; König, Dzur, Köckeritz; Kugler, Schaffer, Schön, Hofmann, Kapitän. Etwas Kritik Das dritte Sachsentor wird von den Schalkern angezweifelt. Unser Berichterstatter schildert jedoch den Treffer wie in unserem Bericht. Kapitäns Schuß sprang von der hinteren Eisenstange des Tores zurück, Sontow war sofort zur Stelle und verlängerte den Ball blitzschnell aus dem Tor heraus ins Spielfeld. Daraufhin reklamierte Schalke gegen die Torentscheidung des Karlsbader Schiedsrichters Pfitzner. Zur Kritik läßt sich noch sagen, daß Schalle reifer, mannschaftlich geschlossener und in vorzüglicher Kondition war, während des ganzen Kampfes— mit Ausnahme der ersten dreißig Minuten nach der Pause— leicht überlegen spielte, schneller und wendiger wirkte. Sehr gut die Läuferreihe einschließlich des überaus eifrigen Berg. Im Sturm herrliches Zusammenspiel, leider aber nach der forschen ersten halben Stunde wieder zu verspielt. Eppenhoff paßt nicht in die Mannschaft. Dresden spielte technisch mäßig. Die Mannschaft begann, als wäre sie bereits Deutscher Meister, glaubte kaum das Kämpfen noch nötig zu haben. Ihr fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit in der Abwehr und im Angriff, wo jeder für sich spielte und beide Außen schlecht Platz hielten. Die Abwehr wirkte gegen Schalkes Stürmer geradezu schwerfällig und sträflich offen. Wieder die Austunder Der Belgier Gryjsolle Etappensieger Auf der dritten Etappe der DeutschlandRundfahrt von Cottbus nach dem 2466 km entfernten Breslau feierte der westfälische Radsport große Triumphe. Etappensieger wurde der Deutsche Meister von 1937, Erich Bautz, und das gelbe Trikot eroberte sich sein Landsmann Hermann Siebelhoff. Das Ereignis dieser Etappe war das weite Zurückfallen des bisherigen Spitzenreiters und zweimaligen Etappensiegers Gerrit Schulte(Holland), der diesmal mit seiner Taktik nicht durchdrang. Nicht weniger als fünf Minuten büßte der Holländer ein und muß nun zunächst mit dem zehnten Rang in der Gesamtwertung vorliebnehmen.. Mit dem Rückenwind tretend, legte das Feld vom Start weg ein ungeheures Tempo vor und war schon nach wenigen Kilometern völlig gesprengt. Schulte fuhr auch diesmal wieder recht sorglos und bummelte. Er vertraute auf seine enorme Kraft, die ihm gestatten sollte, auf dem letzten Streckenstück wieder Anschluß zu finden. An der Verpflegungskontrolle Haynau(1573 im) hatte Schulte schon einen Rückstand von Auf dem letzten Teil der Strecke setzte dann die erwartete wilde Jagd ein. Schulte hatte noch immer klaren Rückstand und kurz vor der Anfahrt Breslaus betrug sein Rückstand auf die 20 Mann starke Spitzengruppe noch immer zweieinhalb Minuten. Eine geschlossene Bahnschranke brachte ihm weitere 30 Sekunden Verlust ein, aber vorn wurde energisch gekurbelt und durch die Straßen Breslaus jagte Haus. wald gefolgt von Bautz, dem Belgier Spießens und dem Schweizer Leo Amberg. Göring=Stadion sicherte sich dann Erich Bautz als starker Spurter nach 6:40,13 Stunden vor Franz Spießens, Leo Amberg und Fritz Hauswald den Etappensieg. Schulte hatte auf den letzten Kilometern keine Kraftreserven mehr und fiel wieder zurück, so daß sein Rückstand im Ziel fünf Minuten betrug, die ihm das gelbe Die vierte Etappe führte am Sonntag von Breslau ins Sudetenland nach Reichenberg über insgesamt 2193 km. Große Ueberraschungen aab es auf dieser Etappe, die von Breslau über Waldenburg— Hirschberg— Schreiberhau Gablonz nach Reichenberg führte. Schwere Steigungen im Riesengebirge von 600 m Höhenunterschied mußten überwunden werden und ebenso gefährliche Abfahrten stellten sehr hohe Anforderungen nicht nur an die Fahrer, sondern auch an das Material. Das gelbe Trikot wechselte wieder seinen Besitzer. Siebelhoff sah man schon wenige im hinter Breslau wie er sich vor Magenbeschwerden wand und im Ziel betrug sein Rückstand sast eine halbe Stunde. Die Berge waren für den Schweizer Zimmermann, der zusammen mit dem Belgier Gryssolle und dem Chemnitzer Schild sofort eine große Jagd angezettelt hatte, das Signal zum AnIn Gablonz(206 km) waren Schulte und Midhelkampyie sge, die Jrohz gls woxrgzahrebgre; künstler erwiesen und bei der Talfahrt drei Minuten gutmachten. Gryjsolle und Zimmermann waren aber nicht mehr zu holen. Auf der dicht umlagerten Spurtstrecke in Reichenberg behauptete sich Gryisolle in 6:34,58 Std. knapp vor dem Schweizer Zimmermann, während die beiden Holländer Schulte und Middelkampf in nahezu fünf Minuten Abstand folgten Sport aus dem snenichen W.s11...... Guter Vport um Vonnlag nuch Pfingsten. Neben weiteren Aufstiegsspielen ein auserlesenes Gesellschaftsprogramm.— Auch Gauligisten im Rennen. Iserlohn und Lüdenscheid im Zeichen der SA-Sportkämpfe. Der erste Sonntag im Monat Juni, der Sonntag nach Pfingsten, brachte ein recht gutes Sportprogramm. Das herrlichste Sommerwetter tat sein übriges dazu, um dieses Programm reibungslos zur Durchführung zu bringen. Schon der Samstag brachte eine Reihe interessanter Gesellschaftsspiele. Vereine aus der 2. Kreisklasse maßen ihre Kräfte mit Vertretern aus der 1. Kreisklasse. während sich die 1. Kreisklasse Bezirksligisten verpflichtet hatte. Schließlich sah man unter den Freundschaftsspielen noch bekannte Namen wie VfL Benrath. Troisdorf 05, Borussia Dortmund. Preußen Bochum und Hamborn 07. Daß diese Namen für einen auserlesenen Sport Sorge tragen würden, war vorauszusehen. Es ist sehr anzuerkennen, daß die Vereine des füdwestfälischen Bezirks keine Mühe und Kosten scheuten, so hervorragende Mannschaften zu Gesellschaftsspielen zu verpflichten, nachdem doch erst an den Pfingsttagen eine Reihe prominentre Mannschaften in Westfalen zu Gast war. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß der Fußballsport in Südwestfalen zurzeit in hoher Blüte steht. Die Vereine messen ihre Kräfte an einem klassenhöheren Verein, um das nötige Rüstzeug zu sammeln für die kommenden Meisterschaftsspiele der neuen Saison. Die alte Wahrheit, daß man nur in einem Spiel gegen spielstärkere Vereine gewinnen kann, scheint sich auch in Südwestfalen zu verwirklichen. Dieses Bestreben der Vereine ist sehr zu begrüßen. Neben dem Fußball kam aber auch die Leichtathletik zu Wort. Das Augenmerk richtete sich hier besonders nach Lüdenscheid und Iserlohn. In Lüdenscheid veranstaltete die SA=Standarte 131 große leichtathletische Wettkämpfe auf der Kampfbahn Nattenberg, während die SA=Standarte 259 in Iserlohn im Hans=Bernsau=Stadion große leichtathletische Wettkämpfezum Austrag brachte. Sportfreunde Siegen verlieren das zweite Spiel. In der Gruppe 1 der Aufstiegspiele in die Gauliga konnte Gelsenguß Gelsenkirchen zu Hause überraschenderweise den BC Sportfreunde Siegen mit 4•0 niederhalten. In der Pause stand es bereits 2:0 für Gelsenkirchen. Gelsenguß rückt somit an die zweite Tabellenstelle und hat noch Aussicht, aufzusteigen. Falls MBV Linden im letzten Spiel gegen Siegen verlieren sollte, besteht für Gelsenkirchen noch die Möglichkeit zum Aufstieg. Gelsenguß Gelsenkirchen—. BE Sportfr. Siegen 4:3 MBV Linden 3 1 2 0 5•3 4:2 Geslenguß Gelsenkirchen 4 1 2 1 6:3 4•4 BC Sportfr. Siegen 3 1 0 2 2:7 224 Erste Niederlage von BiB Bielefeld. In der Gruppe 2 kommt die Niederlage des BfB Bielefeld in Münster etwas überraschend. Bielefeld verlor gegen den SC Münster 08 mit 7:2. Schon in der Pause führten die Platzbesitzer mit 4:1. Bielefeld hat allerdings nichts zu verlieren. Münster rückt durch seinen Sieg an die dritte Tabellenstelle. SC Münster 08 BfB Bielefeld SpSv Hüsten 09 SC Münster 08 BfB Bielefeld 5 4 0 5 2 1 5 1 2 7•2 1 12:11 8:2 2 8:8 5:5 2 12:16 4:6 mede sichert sich zwei wichtige Punkte. In der Gruppe 3 um den Aufstieg in die Bezirksklasse standen sich am gestrigen Sonntag lediglich die Vereine Tus Meschede und SpV Arnsberg 09 gegenüber. Meschede konnte sich in diesem Spiel nach hartem Kampfe zwei wichtige Punkte sichern. Meschede ist durch diesen Sieg mit Germania Boelerheide punktegleich geworden, ist aber im Torverhältnis etwas schlechter. Meschede hat sich durch dieses Spiel den Aufstieg so gut wie gesichert, denn Herbede müßte schon haushoch gewinnen, um ein besseres Torverhältnis zu erzielen. Meschede war in der ersten Halbzeit etwas überlegen. Hauptsächlich in der Ballbehandlung war der Platzverein schneller. Meschede konnte bis zur Pause durch den Halbrechten und Halblinken schon zwei Tore vorlegen. Nach dem Wechsel war der SvV Arnsberg zeitweilig tonangebend. Schließlich konnte der Linksaußen von 09 zum ersten Gegentor einsenden. Aber Meschede hatte mehr Glück und konnte noch ein drittes Tor erzielen. Etwa eine Viertelstunde vor Schluß war Arnsberg nach einmal erfelgreich und konnte das Ergebnis auf 3:2 erhöhen. Tus Meschede— SpV Arnsberg 99 332 MSA Richthosen weiter in Front. Wie zu erwarten war, konnte der MSA Richthofen zu Hause auch sein drittes Spiel gewinnen und damit weiter die Spitze der Tabelle halten. Das Ergehnis ist zwar etmas knapo, doch genügt es für die wichtigen beiden Punkte. An dem Ergebnis der Tabelle ändert dieses Spiel nicht viel. Richthafen führt weiterhin die Spitze mit 6:0 Punkten vor RSV Lüdenscheid=Höh mit 4•2 Punkten. MSA Richthosen Siegen— BV Netphen 3:2 Von den Fußball=Gesellschaftsspielen wollen wir besonders das Spiel Sp. Ba. Plettenbera 11— Bornsa Hortmund 1: 6(0: 4). erwähnen. Vor etwa 1400 Zuschauern fand die Begegnung statt. Die Borussen waren komplett angetreten. Man sah sogar zum erstenmal wieder den Halblinken Janowski, der vom Militär zurück ist. Die Borussen waren in der ersten Halbzeit klar überlegen. Lenz schoß allein fünf Tore. Anglücklicherweise verschuldete der Mittelläufer Wirth von Plettenberg ein Selbsttor. Wirth wollte fast von der Mittellinie den Ball zurückgeben, schoß jedoch zu fest und der Ball ging ins Tor.— Nach dem Wechsel kam Plettenberg ganz groß auf und war fast ebenbürtig. Wenige Minuten nach der Halbzeit fiel für Plettenberg das Ehrentor, das der Rechtsaußen Kern erzielte. Ein Tor für Plettenberg wurde vom Schiedsrichter nicht gewertet. Die besten Spieler bei Plettenberg waren der Linksaußen und der Mittelstürmer Meier. Schöne Leistungen vollbrachten auch innerhalb der Gesellschaftsspiele RSV Eiserfeld 06, der zu Hause gegen Troisdorf 05 mit 6:1 gewinnen konnte. Auch die SpVg Klafeld Geisweid bezwang den gleichen Verein mit 5:0. In einem Lokalspiel besiegte der VfR Siegen die BC Eintracht Siegen mit 3:1.— Eine schöne Leistung vollbrachte auch der SpSp Menden 09. der gegen Hamborn 07 ein sehr schmeichelhaftes 3:3 erzielen konnte. SpVg Plettenberg 11— Vor. Dortmund(Sa.) 1:6 Sportr. 33 Gevelsberg— Witten 07(Sa.) ausaef. BSG Villosa Hagen— DE Kückelhausen(Sa.) 10:2 RSV Eiserfeld 08— Troisdorf 05(Sa.) 6:1 TSC Grem. Eilpe— Vor. Dortmund Res.(So.) ausg SvVg Plettenberg 11 N.— FE Witten 92(So.) 3:8 TRV Hagen 72— BfL Hamm 94 7•2 Sportb. Jahn Werdohl— Neheim 08 4:6 Klafeld=Geisweid— Troisdorf 05(So.) 5:0 VfL Wetter 10— Tus H.=Eppenhausen 4•4# DSE Hagen— BfL Benrath ASSV Letmathe 98— BfL Schwerte 1•2 Reichsb. Brügge— Spög Olpe ausges. Sportfr. Lüdenscheid 08— Tus Eiringh.(Sa.) 1:2 VfB Hagen 31— Tad Altenhagen 3•4 SpV Hattingen 64— Preußen Bochum(Sa.) 3:1 BSG Henrichshütte— MBV Linden(Sa.) 4:4 SpV Sprockhövel— SpVg Welper(Sa.) 1:2 SpV Landhausen— Sportg. Grüne(So.) ausg. BV Lendrinasen— DSC Hagen Res.(So.) 5:3 SpV Sundwig 11— Rot=Weiß Iserlohn(Sa.) 1:6 RE Iserlohn— Tura Essen(So.) 3:4 6fL Volmarstein— Tura Altenvoerde 2:2 VfL Hohenlimburg=W.— Hagen=Boele 10:2 BfR Siegen— BE Eintr. Siegen 331 BfB Wilnsdorf— TV Eisern ausges. TV Struthütten— SV Zeppenfeld 9:4 SpV Attendorn 04— Finnentrov 5:3 Sus Niederschelden=G.— SB Langenau 1:3 Tura Wuppertal— FE Schwelm 06(Pokal) 3:2 Niederndorf— Trupbach 09 5:3 Tus Oberbrügge— BfB Reichsb. Brügge 0:3 Handbau Auch der Handballsport des Sonntags brachte die gewünschten Ergebnisse. In dem Aufstieg in die Gauliga siegten die beiden Favoriten TV AdH Weidenau und MSV Preußen Hamm erwartungsgemäß. Der MSV Preußen hatte zu Hause gegen die Polizisten aus Recklanghausen anzutreten. Es kam zu einem harten Kampf. aus dem der MSV Hamm ganz knapp mit 5:4 als Sieaer hervorging. Ueberzeugender konnte der TV Ads Weidenau gegen den TV Delstern gewinnen. Mit 15:8 mußten sich die Delsteraner geschlagen bekennen. In der Pause stand das Spiel allerdings noch knapp 7:6 für den Platzverein. Delstern spielte in der ersten Hälfte ziemlich gleichwertig, ließ sich aber nach dem Wechsel das Heft aus der Hand nehmen. Die Aufstiegshoffnungen dürften wohl für den TV Delstern hiermit begraben sein. Die Reihenfolge in der Tabelle hat sich durch die Spiele nicht geändert. Der Stand nach den gestrigen Spielen ist folgender: MSV Preuße nHamm— Polizei Recklinghausen 5:4 TV AdH Weidenau— TV Delstern 15:8 „ An Gesellschaftsspielen fanden ebenfalls interessante Begegnungen statt. Zu erwähnen ist vor aslem das Spiel des Sportr. 33 Gevelsberg gegen die SAGruppe Westfalen Gevelsberg konnte das Spiel mit 17:9 gewinnen. In der Pause stand es noch 6:6. In der ersten Halbzeit war das Spiel ziemlich verteist, das Sviel stand sogar zeitweise im Zeichen der SM-Mannschaft Nach dem Wechsel fiel die SA aber völlig auseinander. Der Svortring hatte erstmalig die Spieler Rademacher aus Hagen und Adameck von Lintfarth eingesetzt.— Der Hüttenverein Dortmund konnte die. BSG Henrichshütte in einem Freundschaftsspiel mit 19:5 bezwingen, mährend es in der Pause schon 7:3 für den Hüttenlverein stand. Handball=Gesellschaftespiele * Germ. Altena— BSc Henkel Düsseldorf(Sa.) ausg. TRV Hagen 72— Reichsbahn Hagen 7:6 Sportr. 33 Gevelsb.—SA=Gruppe Westfalen 17:9 Tus H.=Eilpe— Jahn Werdohl ausges. Germania Eilpe— Vor. Dortmund(Sa.) 9:9 Tog Milspe 74— Sportr. 33 Gevel.b. N.(Sa.) 9:10 Eintracht Annen— 2B Jahn Annen(Sa.) 725 TV Silschede— Eintr. Jahn Gevelsberg(Sa.) 5:8 ZV Silschede— Sportunion Hagen 19 838 BS6 Heurichshütte— BSS Hüttenv. Dortm. 5:19 FX Schwelm 06— Blau=Gelb Wuppertal(Stadtmeisterschaft ausgefallen Ausscheidungskämpfe der PH-Stunducle 25). 309 Wettkämpfer am Start.— Suren läuft 100 m in 11,3 Sek.— Fußball Rote Erde Iserlohn gegen Tura Essen 3:4(1:2) Im Rahmen des Kreistages in Iserlohn wurden am Sonntagvormittag bei herrlichstem Sonnenschein in der Hans=Bernsau=Kampfbahn die Sportwettkämpfe der SAStandarte 259 ausgetragen. Rund 300 Wettkämpfer stellten sich den Kampfrichtern. Der Wettkampfstart wurde durch SA=Oberführer Heßler eröffnet, der einen kurzen Appell an die Teilnehmer richtete und sie aufforderte. in ritterlichem Kampfe ihr Letztes einzusetzen. In rascher Folge wickelten sich die einzelnen Konkurrenzen ab, in denen sich die Mannschaften schwere Positionskämpfe lieferten. Die gezeigten Leistungen konnten befriedigen. Hervorzuheben ist die glänzende Zeit für 100 m in 11.3 Sek., die von Rottenführer Suren(Sturm 22) erzielt wurde. Auch in den anderen Konkurrenzen wurden beachtliche Zeiten und Weiten erreicht. Die Hitze stellte hohe Anforderungen und beeinflußte natürlich die Leistungen. Zwei Spiele umrahmten die Wettkämpfe. Im Handball standen sich eine Auswahlelf der Standarte 259 und die Bezirksklassen=Mannschaft der SvVg Hohenlimburg gegenüber. Nach einer Halbzeitführung von 5:2 mußten sich die Hohenlimburger knapp mit 8:6 geschlagen bekennen.— Im Fußball waren Rote Erde Iserlohn und Tura Essen gepaart. Rote Erde lieferte der Bezirksklal: sen=Mannschaft einen ebenbürtigen Kampf und wurde unglücklich 3:4(1:2) geschlagen. Die letzte Viertelstunde wurde Essen vollkommen eingeschnürt und nur mit Mühe konnte der Ausgleich verhindert werden. Tura Essen wußte nur die erste Halbzeit zu überzeugen, bei Rote Erde ließ der Spielverlauf zu wünschen übrig.— Die Organisation war mustergültig. Auch diesmal lag die Verpflegung der SA=Männer wieder in den Händen der Wehrmacht. Die Ergebnisse: Wehrsportliche Mannschaftskämpfe Wehrmannschaftskampf(1 Führer, 36 Mann): 1. Sturmbann I 494 Punkte; 2. Sturmbann II 473 Punkte; 3. Sturmbann IV 447 P.; 5. Sturmbann III 404 P. Radfahrstreise(1 Führer, 8 Mann): 1. Sturmbann I 238 P.; 2. Sturmbann III 229 P.; 3. Sturmbann IV. 177 V. 4. Sturmbann II ohne Wertung. Mannschafts=Orientierungslauf(1 Führer, 3 Mann): 1. Sturmbann II(Sturm 11) 338 P.; 2. Sturmbann##I (Sturm 22) 326 P.: 3. Sturmbann IV(Sturm 31) 318 P., 4. Sturmbann I(Sturm 4) 306 P.,„ 20 mal ½ Runde Hindernisstaffel: 1. Sturmbann U 11:35.2 Min.; 2. Sturmbann III 11:45,8 Min.; 3. Sturmbann IV 112490 Min. 4.6 4 mal 100m Staffel: 1. Sturmbann IV in 48.4 Sek.; 2. Sturmbann III in 49.3 Sek.; 3. Sturmbann II 52.3 Sek. Deutscher Mehrkampf Klasse A: 1. Bechler(Sturm 31) 831 P.; 2. Ulrich Sturmbann III) 823 P.; 3. Hartmann (Sturm 12) 824 P. Klasse B: 1. Schwarzpaul(Sturm 14) 782 P.; 2. Ruthmann(Sturm 5) 709 P.; 3. Heimann (Sturm 31) 706 P. Klasse C: 1. Kundt(Sturm 35) 607 P.: 2. Scholl(Sturm 25) 601 P.; 3 Lichte(Sturm 35) 547 Punkte. Einzelkämpfe: 100 m: 1. Suren(Sturm 22) 11,3 Sek. Weitsprung: 1. Begler(Sturm 31) 6.10 m. Hochsprung: 1. Lauvers(Sturm 12) 1.70 m. Speerwurf: 1. Opfermann(Sturm 23) 45.50 m. Diskus: 1. Huber(Sturm 13) 34.15 m. 3000 m Lauf: 1. Schagowsky(Sturm 13) 10.2 Min., 2. Rosenberg(Sturm 21) 10,11 iMn., 3. Stein(Sturm 2) 10,21 Min. Handgranatenwurf: 1. Trottier(Sturm 13) 71 m. Kugelstoßen: 1. Hartmann(Sturm 12) 11.86 m. Ausscheidungskämpfe der Pil=Brandärte 131 in Lübenscheib. SA=Standarte gegen Polizeisportverein Essen 777.— 600 SA=Männer am Start.— Gute Einzelleistungen. Am 3. und 4. Juni fanden auf der Kampfbahn Nattenberg die Ausscheidungskämpfe der SA=Standarte 131 in Lüdenscheid statt. Eingeleitet wurden die Kämpfe am Sonnabend in der Alten Schützenhalle durch einen Boxkampf zwischen der SA=Standarte 131 und dem Polizeisportverein Essen, der einen unentschiedenen Ausgang nahm. Die Wettkämpfe standen unter der Leitung von SA=Standartenführer Kirchhoff. Von herrlichem Werter begünstigt meldeten sich 600 SA=Männer dem Kampfrichter. Die sportlichen Leistungen waren trotz der Hitze als sehr gut anzusprechen. Hervorzuheben ist der Hanogranatenweitwurf des SA=Mannes Matig vom Sturm 28 mit 73 m. Auch der 100 m Lauf des Rottenführers Husemann vom Sturm 2 mit 11 Sek. ist besonders zu erwähnen. Im Weitsprung war der Rottenführer Kirchhaff(Sturm 14) mit 6.48 m der Beste. Den 44 mLauf sicherte sich SA=Mann Haarmann(Sturm 12) mit 52 Sek. Sieger im Wehrmannschaftskampf(1 Führer, 36 Mann) wurde Sturm 14 mit 239.7 Punkten vor dem Sturm 1. Den Mannschafts=Orientierungslauf holte sich der Sturm 25 mit 390 Punkten vor dem Sturm 4 mit 389 P. Im Deutschen Mehrkampf Klasse A siegte Brüller(Sturm 12) mit 855 Punkten vor Martig(Sturm 28) mit 791 P. In der Klasse B belegte Jaboki(St. 23) mit 271 P. vor Hauschild(St. 12) mit 693 P. den ersten Platz. In der Klasse C(über 40 Jahre) wurde Erster Demand vom Sturm 15 mit 608 P. vor Sauerländer (St 15) mit 447 P. Im Kugelstoßen Klasse A(6 Mann) erreichte der Sturm 23 mit 9.99 m den besten Durchschnitt. Den 100 m Mannschaftslauf sicherte sich der Sturmbann II mit einem Durchschnitt von 12.5 Sek. Im 3000 m Mannschaftslauf belegte der Sturmbann II mit einer Zeit von 10:38.1 Min. den ersten Platz. * Wie wir erfahren, beabsichtlicht der RV„Wanderer“. Hemer, in diesem Jahre von weiteren Rennveranstaltungen auf der Sauerlandbahn Abstand zu nehmen. Der Verein will sich dagegen mehr dem Straßenrennsport und Wanderfahrten widmen. Der Straßenpreis von Hemer, der am 6. August zum Austrag gelangen soll, wird voraussichtlich wieder auf der Hönnetalrundstrecke zum Austrag gelangen. Brauchitsch ehrt SpanienUebergabe der goldenen und silbernen Ehrentreuge Döberitz, 3. Juni. Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch besichtigte Samstag vormittag im Lager der Legion Condor auf dem Truppenübungsplatz Döberitz im Beisein zahlreicher Generale des Heeres die Freiwilligen des Heeres, die am Kampf in Spanien gegen den Bolschewismus teilgenommen haben. Nach einer Ansprache überreichte Generaloberst von Brauchitsch die vom Führer verliehenen Goldenen und Silbernen Ehrenkreuze an die Tapfersten der Freiwilligen. „Mit dem den deutschen Soldaten von der. ganzen Welt nachgerühmten Schneid“, so sagte Generaloberst von Brauchitsch wörtlich,„mit Umsicht und Geschick habt ihr eure Aufgaben angefaßt und damit angeknüpft an die beste soldatische Ueberlieferung des großen Krieges. Dieses hier feststellen zu können, ist mir eine besondere Genugtuung und Freude. Seid euch stets bewußt, daß solche Leistungen nur vollbracht werden konnten von Soldaten. die ganze Kerle sind die vor allen Dingen eines im Leibe haben: Manneszucht! Jede Lockerung der Disziplin müßte das deutsche Ansehen schwer schädigen. Ihr habt diese Probe bestanden. Die Anerkennung und der Dank Spaniens sind euch nicht versagt geblieben. Zahlreich sind die Auszeichnungen, lobenden Tagesbefehle und Anerkennungen höherer spanischer Fuhrer. Als Oberbefehlshaver des Heeres spreche ich euch meine Anerkennung und meinen Dank aus. Ihr habt euch in Spanien, wie ich es erwartet habe, als deutsche Soldaten erwiesen. Ich und mit mir das Heer sind stolz auf das, was ihr in Spanien geleistet habt. Ich habe daher angeordnet, daß das Andenken an die Leistungen der Freiwilligen des Heeres sich in Spanien durch Uebergabe der Tradition der dort eingesetzt gewesenen Truppenverbände und Nachrichtentruppen an das Panzer=LehrRegiment und an die Nachrichten=Lehr= und Versuchsabteilung im Heere erhalten bleibt. Ich übergebe diesen beiden Truppenteilen hiermit diese Tradition und erwarte, daß sie sich ihrer stets würdig erweisen.“ Der Oberbefehlshaber des Heeres schloß seine Ansprache unter Hinweis auf die für alle Soldaten Großdeutschlands geltende Parole:„Alles für Deutschland und für unseren Führer“, und mit einem Siegheil auf den Obersten Befehlshaber. Im Anschluß daran übergab Generaloberst von Brauchitsch den mit dem Goldenen oder Silbernen Ehrenkreuze ausgezeichneten Heeresangehörigen diese Auszeichnungen, während die mit dem Bronzenen Ehrenkreuz ausgezeichneten Soldaten dieses durch ihre Kommandeure ausgehändigt erhalten. Im Verlauf seiner Ausprache gab Generaloberst v. Brauchitsch och bekannt, daß der ehemalige Feldwebel Kübler, ein DeutschSpanier, der von der bolschewistischen Revolution in Spanien überrascht wurde und später in den Reihen der Freiwilligen des Heeres Dienst tat, mit Wirkung vom 1. Juni dieses Jahres als besondere Anerkennung für sein tapferes und umsichtiges Verhalten den Charakter eines Leutnants erhalten hat. Mit dem Mikrophon in Spanien Berlin, 3. Juni. Der Deutsche Rundfunk bringt am Montag, dem 5. Juni, eine Sondersendung unter dem Titel„Tagebuch des Sieges, Berichte aus der letzten Zeit der Freiwilligenlegion Condor". Diese Sendung wird von 19.15 Uhr bis 20 Uhr vom Deutschlandsender gebracht, von 20.30 Uhr bis 21.15 Uhr vom Reichssender Köln. Landesverräter Berlin, 3. Juni. Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der am 11. März 1939 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 50jährige Franz Krain aus Altstedt. Kreis Leobschütz, ist heute hingerichtet worden. Krain. der in einer öffentlichen Verwaltung einen Vertrauensposten bekleidete, wurde von einem im Spionagedienst eines fremden Staates stehenden ausländischen Berufsgenossen aufgesucht und ließ sich dazu überreden, für Geldzuwendungen dienstliche Druckschriften zunächst unverfänglicher Art herauszugeben. Nachdem sich Krain in die Hand des ausländischen Nachrichtendienstes gegeben hatte, ließ der fremde Agent die Maske fallen und trat mit Forderungen nach Geheimmaterial hervor. Krain hat aus Sucht nach Gewinn, den er dann regelmäßig vertrank, diesem Ansinnen entsprochen. Dreifacher Mord in Stettin Stettin, 3. Juni. Am Freitag vergiftete hier ein 45jähriger Bügler seine 21jährige Ehefrau, seine beiden Kinder im Alter von einem und zwei Jahren und sich selbst durch Gas. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Lawinenunglück im Juni Drei Tei r in den Tiroler Bergen Innsbruck, 3. Juni. Eine Gruppe von sechs Urlaubsgästen stieg am Donnerstag von Grins bei Landeck zur Augsburger Hütte auf. Drei von ihnen wurden auf dem Rückweg, eine Viertelstunde unterhalb der Augsburger Hütte, von einer Lawine überrascht und verschüttet. Obwohl man sofort mit den Rettungsversüchen begann, konnten die Verunglückten einige Zeit später nur noch als Leichen geborgen werden. Bei den ums Leben gekommenen Toukisten handelt es sich um die Versicherungsangestellte Maria Weiß aus München, um den Pfarrer Hermann Milde aus Opladen und um den Eisendreber Walter Gleisberg ans den. Schichzurir des Bäulziger Scaats Ablehnung dienstlichen und privaten Verkehrs mit kompromittierten polnischen Beamten Danzig, 3. Juni. Die Pressestelle des Senats teilt mit: Der Präsident des Senats Greiser übersandte am Samstag, 3. Juni 1939, dem polnischen Vertreter der Republik Polen in Danzig eine Note, die als abschließende Stellungnahme der Danziger Regierung zum Fall Kalthof betrachtet werden muß. Die Note hat folgenden Wortlaut: „Herr Minister! Ich bin bisher ohne Antwort auf mein Schreiben vom 16. vorigen Monats über die Grenzzwischenfälle an der Ließau=Tczewer(Dirschauer) Brücke und vom 24. vorigen Monats, betreffend Grenzzwischenfälle bei Ließau und bei Kohling sowie gegen weitere Grenzüberschreitungen und Ueberfliegens der Danziger Grenze. Ebenso habe ich bis jetzt keine befriedigende Antwort auf meine an Sie gerichteten Schreiben vom 21. und 24. vorigen Monats wegen der Ermordung des Danziger Fleischermeisters Max Grübnau erhalten. Der Sachverhalt der Ermordung des Fleischermeisters Max Grübnau ist durch die polizeilichen Ermittlungen einwandfrei festgestellt. Ueber das Verl lten der drei volnischen Beamten, Herrn Begationsrat Perkowski, Herrn Rat Dr. Sziller und Herrn Zollinspektor Swida, muß ich zur Vermeidung eines unfruchtbaren Notenwechsels weitere Erörterungen ablehnen. Ich hatte erwartet, daß die polnische Regierung zum mindesten einen Ausdruck des Bedauerns wegen des Falles Grünspan und des Benehmens ihrer drei Beamten finden würde. Ich hatte weiter die Erwartung ausgesprochen, daß die Regierung der Republik Polen die drei kompromittierten Beamten von ihrem Posten aübroce.„ngr Ich beehre mich, Ihnen mirzureiten, vaß ich meine Erwartungen aufrechterhalte. Da ich zudem meinen Dienststellen und Beamten nicht zumuten kann, weiterhin dienstlich oder gesellschaftlich mit den genannten polnischen Herren zu verkehren, habe ich die dem Senat unmittelbar und mittelbar unterstellten Beamen angewiesen, jeden dienstlichen und privaten Verkehr mit Herrn Perkowski, Herrn Dr. Sziller und Herrn Swida abzubrechen.“ Danzigs deutsche Kultur Gaukulturwoche bezeugt das Wesen der Stadt Danzig, 3. Juni. In der Zeit vom 13. bis 18. Juni findet in Danzig die bereits zur Tradition gewordene jährliche Gaukulturwoche statt. Diese alle Zweige deutscher Kultur in Danzig erfassende Veranstaltung gehört mit zu den unwiderlegbaren Beweisen dafür, daß Danzig eine urdeutsche Stadt ist. Dafür, daß sie es stets bleiben wird, garantiert die nationalsozialistische deutsche Bevölkerung Dauzigs. Im Mittelpunkt der diesjahrigen Gaukulturwoche sieht die erstmalige Verleihung des Kulturpreises des Gaues Danzig der NSDAP. durch Gauleiter Forster. Die Gaukulturwoche gliedert sich in den Tag der bildenden Kunst mit der Ausstellung„Kunst der Hansestädte“, den Tag des deutschen Schrifttums und des Rundfunks mit Dichterlesungen von Hans Friedrich Blunck, Ansprachen von Min.= Dirigent Alfred Ingemar Berndt und Reichsamtsleiter Hagemeyer. Es folgt der Tag der Musik mit zeitgenössischer Orgelmusik auf der wundervollen Riesenorgel von St. Marien und die Aufführung der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven unter der Stabführung des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Prof. Dr. Peter Raabe, und Vorführungen der gesamten Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses Berlin. Am 18. Juni findet bei einer Kulturkundgebung die Verkündung des Kulturpreises statt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft Reichsminister Dr. Goebbels'. Peiizeegen=Huul in Peisrum Kranzniederlegung am Grabe Friedrichs des Großen Berlin, 3. Juni. Seine Königliche Hoheit Prinzregent Paul von Jugoslawien empfing Samstag um 10.30 Uhr den Obert bürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert im Schloß Bellevue und trug sich bei dieser Gelegenheit in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. Unmittelbar im Anschluß an den Besuch des Berliner Oberbürgermeisters fuhren Prinzregent Paul und Prinzessin Olga von Jugoslawien mit ihrem Gefolge nach Potsdam, um die dortigen historischen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und an der Gruft Friedrichs des Großen in der Garnisonkirche einen Kranz niederzulegen. Der Weg der Wagenkolonne führte über die festlich geschmückte Ost=West=Achse, die Heerstraße, dann an der Havel entlang über Wannsee an der herrlichen Pfaueninsel vorbei über die Glienicker Brücke nach Potsdam. Ueberall, wo das Prinzenpaar von der Bevölkerung erkannt wurde, bereitete diese den hohen Gästen stürmische Ovationen. Vor der Garnisonkirche wurden die Kgl. Hoheiten Prinzregent Paul und Prinzessin Olga von Gauleiter Stürtz empfangen. Der Prinzessin wurde ein Blumengebinde überreicht. Beim Betreten der historischen Kirche ertönten von der Emvore feierliche Klänge. Geleitet von Heerespfarrer Doerina, betrat sodann Prinzregent Paul die Gruft, wo er am Sarge Friedrichs des Großen einen herrlichen, aus weißen Blüten gewundenen Kranz mit den Farben Jugoslawiens und der Inschrift „Paul“ niederlegte. In kurzen Worten gab anschließend Pfarrer Doering eine geschichtliche Darstellung der Vergangenheit der Garnisonkirche. Als erste Gäste näch dem verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Führer Adolf Hitler trugen sich die Kgl. Hoheiten in das Goldene Buch der Garnisonkirche ein. Unter dem Jubel der Potsdamer Bevölkerung führte sodann die Fahrt nach dem Park von Sanssouci, dessen ganze Schönheit sich an diesem sonnigen Frühlingstag den Gästen offenbarte. Beim Betreten des Schlosses wurden die Gäste des Führers von dem Direktor der staatlichen Schlösser, Dr. Gall, begrüßt, der anschließend den Kgl. Hoheiten die Baugeschichte des Schlosses Sanssouci erläuterte und mit lebendigen Worten die große Vergangenheit dieser Räume aus den Zeiten Friedrichs des Großen schilderte und seinen Gästen auch die Bildergalerie des Schlosses zeigte. Daran schloß sich eine Führung durch die Wohn= und Arbeitsräume Friedrichs des Großen an. Anschließend waren Prinzregent Paul und Prinzessin Olga Gäste des Reichsministers des Auswärtigen und Frau von Ribbentrops. „Außergewöhnlich „Telegraaf“ über den Verlauf des Staats. besuches in Berlin Amsterdam, 2. Juni. Der Staatsbesuch des jugoslawischen Prinzregenten in Berlin findet in der holländischen Presse große Beachtung. Der„Telegraaf“ schreibt, der Besuch sei gekennzeichnet durch den überaus eindrucksvollen äußeren Rahmen und durch außergewöhnliche Herzlichkeit, die besonders im Verlaufe des Essens zum Ausdruck gekommen sei, das der Führer zu Ehren seiner hohen Gäste gab. Das Blatt gibt dann eine eingehende Schilderung von der imposanten Parade und von der Begeisterung der Bevölkerung Berlins. „ichten=Spekulant Manton Der Bundedrichter ließ sich Entscheidungen teuer bezahlen Newyork, 3. Juni. Der Korruptionsskandal, in den der zehnthöchste Gerichtsbeamte Amerikas, Gerichtspräsident Manton vom Bundesappellationsgericht in Newyork, verwickelt ist, nimmt immer mehr Ausmaße an, die selbst im korrupten Gerichtssystem der Ver. Saaten alles bisher Dagewesene übertreffen. Immer wieder wird hier klar, daß es immer wieder der Jude ist, der jede Gelegenheit ausnutzt, um sich über Ethik, Moral und Gesetze hinwegzusetzen. Sind doch alle Personen, die bei dem Verhör vor dem Bundesgericht genannt wurden und die Manton Schmiergelder in einer Gesamthöhe von mehreren Millionen Dollar bezahlten, um die Rechtsprechung in ihrem Sinne zu beugen, jüdische Geschäftsleute. Daß Manton für das unangenehme Wort Schmiergelder die um nichts weniger eindeutige Umschreibung gebraucht:„Sie gewährten den von mir verwalteten Firmen Anleihen“, sei am Rande bemerkt. Ein paar Zahlen mögen viese Tarsachen erläutern. Von dem Filmmagnaten Harry Warner, bekanntlich ein Spezialist antideutscher Hetzfilme, in dessen Gesellschaft der ältene Sohn des Präsidenten James Ro Direktorenposten einnimmt, erhielt Manton eine Viertelmillion, von Louis Lewy, dem Rechtsbeistand der American Tobacco, ebenfalls eine Viertelmillion, von Nathan Levy, dem Generaldirektor der Kings=Brauerei, dem Autofabrikanten Joe ans, dem Rechtsanwalt Weingarten den Tbeaterdieeider Deumann und der jüdischen Anzeigenfirma Lord and Thomas 161000, sowie von Samuel Ungerleider 240000 Dollar. Dazu kommt noch, daß Manton durch zweifelhafte Börsenspekulationen mit Unterstützung jüdischer Börsenjobber sein Vermögen um 500000 Dollar vermehrte. Bei dieser Einstellung Mantons nimmt es nicht wunder, daß der„vorbildliche“ Gerichtspräsident in jedem Rechtsfall, der ihm zur Entscheidung vorgelegt wurde— oft handelte es sich um Millionenprozesse— derjenigen Partei recht gab, die ihm entweder einen großen Teil der strittigen Summe aushändigte oder seinen Gesellschaften oder der Firma seines Sohnes Aufträge erteilte. Auf diese Weise brachte der „Richter= Spekulan!“ Manton Kessel, Teppiche und ähnliche Artikel seines umfangreichen aWrenlagers bei einer großen Anzahl Newyorker Hotels an den Mann. Der Gesamtwert dieser„Umsätze" beziffert sich ebenfalls auf mehrere 100000 Dollar. Erdmassen begraben ein Dorf Verheerende Folgen der Regenkatastrophe in Oberitalien Mailand, 4. Juni. Die Regengüsse und das Hochwasser, das in den letzten Tagen die nördlichen Apenninenhänge und die Ebene der Emilia heimgesucht hatte, wirken sich weiter in gewaltigen Erdbewegungen aus. So hat sich eine ungeheure Erdlawine bei Montefiorino südlich von Modena von den Hängen des Monte Cantiere losgelöst, die sich langsam, aber unaufhaltsam in das Tal des Dragone vorschiebt. Die Zerstörungen und Verwüstungen dieser Steinlawine erwecken den Eindruck eines verheeren den Erdbebeus. In Maesta bei Cigni mußten 30 Häuser wegan Einsturz gefahr geräumt werden. Auf den Gebirgshöhen wurde eine Erdgasleitung zerstört und ein Teil der Straße vernichtet. Von einer Straßenbrücke ist nicht eine Spur übriggeblieben. 50 Familien sind obdachlos geworden. In Prignano hat ein Erdrutsch drei Häuser und das Postgebäude vollkommen zerstört. Bei Tontola in der Gegend von Forli wurde eine Ortschaft vollständig unter den Erdmassen begraben. Die Straße von Predappio nach Premilcuore ist auf einer Strecke von über einem Kilometer unterbrochen worden. Zum Glück konnten 28 Familien noch rechtzeitig zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert wrden. Die Schäden, die allein an den Straßen im Gebiete von Pesaro angerichtet wurden, belaufen sich auf über vier Millionen Lire. Bauen als Kulturgestaltung Reichsleiter Rosenberg auf der Tagung des Hauptamtes für Technik auf der Plassenburg Kulmbach, 3. Juni. Auf der Tagung des Hauptamtes für Technik, die dieser Tage auf der Plassenburg stattfindet, sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg am Samstag über das Thema„Bauen als Kulturgestaltung". Dabei führte er u. a. aus: Bei einem Ueberblick über die Tätigkeit aller Berufe im nationalsozialistischen Reiche können wir die eine entscheidende Feststellung machen. daß sie alle eine innere Umformung in bezug auf ihre Aufgabe, aber auch in ihrer ganzen inneren Haltung durchzumachen haben. Manche dieser Neuformungen bedeuten dabei einen Versuch zur Wiederherstellung eines früheren Ansehens, das dank mancher Vertreter dieser Berufe in den letzten Jahrzehnten schwere Einbuße erlitten hat. Jede Tat des Bauens, jede Tat der gesamten Technik ist entweder ein Stück Kultur oder ein Stück Unkultur, und es liegt in der Hand des Menschen und einer Zeitepoche, sich Werken einer höchsten Kunst zu verewigen. Da Erfindungen und Entdeckungen neue Probleme zeitigen und neues Bauen fordern, so muß eben dieses neue Bauen angesichts einer allgemeinen Neuordnung unseres Lebens auch einem neuen Stilwillen eingefügt werven. Die Sünden der Väter können nicht in wenigen Jahren gutgemacht werden. Die falschen Warenhauspaläste und die öden Straßenkreuzungen der Großstädte, die man anmaßend Plätze nennt, können nicht in einigen zehnten überall neuer Gestaltung weichen, aber eine große Anzahl von Beispielen soll zeigen, welch ein Unterschied eeischnrg Haus uute, S an. Technik und Technt und letzten Endes zwischen Weltanschauung und WeltanschauDie Ehrfurcht vor der großen Bergamgenheit und der harte Wille zur Erkämpfung einer ebenso großen Zurunft, verbunden mit der Weltanschauung des 20. Jahrhunderts, das erscheint uns als jene Bindung, die alle Berufe heute mit neuen schöpfeeischen Antrieben erfüllen rann. Ein Geschenk Dr. Dietrichs für Außenminister Arita Tokio, 3. Juni. Vor der Abreise der deutschen Pressedelegation von Japan nach Amerika wurde der Leiter der Schriftleiterdelegation, Hauptschriftleiter Winkelnkemper, von Außenminister Arita empfangen. Dabei überreichte er dem japanischen Außenminister als Geschenk des Reichspressechefs Dr. Dietrich zum Dank für die Aufnahme der Schriftleiterdelegation in Japan eine in Silber gefaßte Ber#steinschale. Alfieri in Wien Berlin, 3. Juni. Der italienische Minister für Volkskultur, Alfieri, trifft als Gast des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, am Sonntag, den 4. Juni, in Wien ein, wo er an den Veranstaltungen der Reichstheaterfestwoche teilnimmt. Minister Alfiert wird an einer Tagung der Leiter der Reichspropagandaämter teilnehmen. die Reichsminister Dr. Goebbels nach Wien einberufen hat. In Zukunft werden der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und der italienische Minister für Volkskultur im Rahmen ihrer seit langem bestehenden Zusammenarbeit in Fragen der Presse, Kultur und Propaganda regelmäßig solche Zusammerkünfte veranstalten. Fußgänger, etwas schneller! Korpsführer Hühnlein zur Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge. Anläßlich der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftsahrzeuge wendet sich Koxpsküh. rer Hühnlein in der Zeitschrift„RSKR.=Mann“ an alle Verkehrsteilnehmer mit beachtlichen Ermahnungen. Als ersten Grundsatz fordert der Korpsführer unbednigte Verkehrsdisziplin. Das Korps selbst habe einen großen Teil seiner Arbeit darauf verwendet, einen Stamm disziplinierter Kraftfahrer zu schaffen, die beispielgebend auf alle anderen wirken sollen. Der RSKK.=Verkehrserziehungsdienst habe im Einvernehmen mit der Polizei auch die Schulung der nichtkraftfahrenden Straßenbenutzer in die Hand genommen. Der NSKK.=Verkehrshilfsdienst werde, ständig weiter fortschreitend, über 80000 Straßen ausgedehnt. Wenn vom Kraftfahrer äußerste Verkehrsdisziplin gefordert werde, so dürsten die anderen Straßenbenutzer nicht glauben, daß sie sich disziplinlos verhalten könnten. Der Fahrdamm zum Beispiel sei kein Tummelplatz für Fußgänger. Wenn die Fußgänger beim Ueberqueren einer belebten Straße in Zukunft ebenfolls etwas schneller gehen wollten, nachdem andererseits die Kraftfahrer nun die Geschwindigkeit senten müßten. könnte, so meint der Korpsführer, eigentlich eine Hauptgefahrenquelle aus geschaltet werden. Auch der Radfahrer habe sich in die Verkehrsdisziplin einzuordnen, und ebenso müsse natürlich der Fuhrwerkslenker dieses Gebot beachten. Von den Männern des RSKK. und des DDAC. verlangt der Korpsführer peinliche Einhaltung der Neuordnung und eiserne Selbstdisziplin als Revolution in der Kopfschuppen- Bekämpfung: Me Packung von 50 Rpfg. an im Depot: Drogerie Heppe Brandursache: Spielen der Kinder Wertvolles Volksvermögen wurde vernichtet Immer wieder muß daran erinnert werden, daß der deutsche Wald wertvolles Volksvermögen darstellt, für dessen Schutz sich jeder nach • K r ä f t e n e i n s e t z e n m u ß. J e t z t b r a n n t e i n A s s i n g= hausen im Kreis Brilon eine Fichtenschonung. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, daß der wertvollere anschließende Hochwald nicht mitvernichtet wurde. Hier waren es leichtsinnige Kinder, die an der Fichtenschonung mit Feuer spielten, wodurch die Schonung Feuer fing. Wenn auch zum Glück der Wind aus der Richtung des Hochwaldes kam und das Feuer sich nicht nach dieser Seite durchfraß, sondern alsbald bemerkt und tatkräftig bekämpft werden konnte, sodaß„nur einige Morgen“ dem Element zum Opfer fielen, so hätte genau so gut der Wind umgekehrt stehen können, und der wertvolle anschließende Hochwald wäre unrettbar verloren gewesen. Wenn auch der Schaden verhältnismäßig gering ist, so soll aber doch die Tatsache dieses jüngsten Waldbrandes Veranlassung sein, einmal mehr auf die Waldbrandgefahren hinzuweisen. Die Waldbrandgefahr besteht den ganzen Sommer hindurch, sobald einige Tage kein Regen gefallen ist; sie ist aber jetzt in den Frühlingsmonaten ganz besonders groß. Fällt z. B. ein glühender Zigarettenstummel in das jetzt so dürre Gras, in trockenes Heidekraut oder Abfallholz. so genügt ein kleiner Windstoß, um diese Stoffe aufflammen zu lassen. Welches Ausmaß solche Waldbrände annehmen können, zeigen beispielsweise die riesigen Waldbrände des Vorjahres, von denen die am Müritzsee und in der Stettiner Gegend noch in Erinnerung sein dürften. Trotz Aufbietung von Militär, Polizei, SA., SS., RAD. und Technischer Nothilfe konnten diese Brände erst nach mehreren Tagen gelöscht werden. Millionen deutschen Volksvermögens wurden vernichtet. Wie kann man nun Waldbrände verhüten? Am sichersten dadurch, daß man die gesetzlichen Bestimmungen genauestens beachtet. Also im Walde nicht rauchen! Keine brennenden und glimmenden Gegenstände wegwerfen! Strikteste Beachtung des Gebotes, im Walde oder in gefährlicher Nähe des Waldes niemals Feuer anzuzünden. Eltern haften für den Schaden, den ihre Kinder verursachen. Jeder helfe mit, den Gemeinschaftsgedanken auch hier zu verwirklichen. 5400 Kinder fahren in Erholung Die Jugenderholungspflege der ASV. in Westfalen=Süd Wie sie sich freuen, daß sie verreisen dürfen! Vielen Hunderttausenden von Kindern hat die NSV. im Gau Westfalen=Süd mit ihrer Landverschickung und Heimentsendung bereits unvergeßlich schöne Ferienwochen beschert. Bereits jetzt ist schon jedes 4. Schulkind zur Erholung durch die NSV. weggewesen. Im Juni führt die Kinderheimentsendung 33 Transporte durch. Davon sind 16 Ausreisen. Sie bringen 780 Kinder zur Erholung in die gaueigenen Heime. 17 Transporte bringen 700 Kinder, die ihren Heimaufenthalt beenden, in die Heimat zurück. Auch in der Kinderlandverschickung herrscht jetzt Hochbetrieb. Im Juni werden 4700 Kinder in 6 Sonderzügen in andere Gaue entsandt, und zwar am 2. 6. von Unna nach Thüringen 750 Kinder, am 3. 6. von Herne nach Weser=Ems 840 Kinder, am 3. 6. von Bochum nach Weser=Ems 875 Kinder, am 6. 6. von Soest nach Kurhessen 174 Kinder, am 8. 6. von Siegen nach Württemberg 250 Kinder, am 8. 6. von Lüdenscheid nach Wurttemberg 320 Kinder, am 19. 6. von Wanne=Eickel nach MagdeburgAnhalt 690 Kinder, am 30. 6. von Dortmund nach Thüringen 715 Kinder. Weiter kehren 3 Sonderzüge mit 1900 Kindern, die in Württemberg, Kurhessen u. Magdeburg=Anhalt zur Erholung seit Anfang Mai weilten, zurück. Im Gau Westfalen=Süd werden ausgenommen aus den Gauen Magdeburg=Anhalt, Koblenz=Trier und Essen 3 Sonderzüge mit 1600 Kindern, die in 13 Kreise unseres Gaugebietes untergebracht werden. Die Modellflotte kommt zu uns Wanderausstellung des Rds. besucht Westfalen=Süd. Bochum, 3. Juni. Der Reichsbund deutscher Seegeltung hat erst vor kurzem eine Wanderausstellung fertiggestellt, die sich in neun Gruppen aufteilt, die sich aus Kartendarstellungen, Texttafeln und Bildtafeln zusammensetzen und inhaltlich die Themen„Völker und Meere“, „Seefahrt ist not",„Seegeltung— Weltgeltung",„Binnenwasserstraßen— Lebensadern der Nation",„Schaffende Deutsche in Uebersee“, „Deutsche Forscher in aller Welt“,„Die Betreuung der Auslandsdeutschen",„Industrie schafft Weltverbindungen" und„Deutsche Ein= und Ausfuhr" behandeln. Diese erst kürzlich der Oeffentlichkeit zugänglich gemachte Wanderausstellung soll nunmehr aus Anlaß der Anwesenheit der Modellflotte des RdS. in der Gaustadt ebenfalls am 22. Juni nach Münster kommen und dort aufgebaut werden. Von hier aus soll dann die Wanderausstellung in weitere Städte des Gaues WestfalenNord und später auch in die Städte des Gaues Westfalen=Süd ziehen. Es soll überall in reichem Maße Gelegenheit gegeben werden, diese im Dienste der deutschen See= und Weltgeltung stehende große Ausstellung in ihrer gesamten Auswirkung kennenzulernen. „Gesundheit— Dein höchstes Gut“. Die Wanderausstellung jetzt in Hagen. Hagen, 2. Juni. Die Wanderausstellung„Gesundheit— Dein höchstes Gut" weilt bis zum 5. Juni in Hagen auf dem Emilienplatz. Sie ist in der Zeit von 9—21 Uhr der Oeffentlichkeit zugänglich. In den neuen großen Räumen der Wagenburg werden den Besuchern in einer ebenso interessanten wie al'gemein verständlichen Darstellung all die Gefahren vor Augen geführt, die die Gesundheit des einzelnen und damit des ganzen Volkes bedrohen. Ebenso anschaulich aber werden die Möglichkeiten gezeigt, durch vernünftige Lebensführung und rechtzeitige Behandlung diesen Gefahren zu begegnen und sich Gesundheit, Lebensfreude und Arbeitskraft zu erhalten. Drei Morgen Mais für das WHW. Hagen, 3. Juni. In Hagen=Vorhalle ist dem Ernährungshilfswerk ein etwa drei Morgen großes Stück Land zum Maianbau zur Verfügung gestellt worden. Bauern haben das Land kostenlos bearbeitet. BDM.=Mädel haben den Mais in die Löcher gesetzt, die von einem Bauern mit der Kartoffelsetzmaschine gemacht waren. Durch diese Gemeinschaftsarbeit wird dem Ernährungshilfswerk eine ansehnliche Menge Kraftfutter zur Verfügung gestellt werden können 907 Sänglingsausstattungen für die NSB. Hemdchen für die Kleinsten. Dortmund, 3. Juni. Im Kreis Dortmund setzten sich die Mitglieder des Deutschen Frauenwerks sehr rührig für die RSV.=Arbeit ein. Es konnten im Monat März 207 fertige Säuglsingsausstattungen, 120 Hemdchen und 60 Liggen abgeliefert werden; 150 Hemdchen wurden von den Mitgliedern zugeschnitten zum Selbstnähen für die Mütter. An Wöchnerinnen wurden 73 fertige Säuglingsausstattungen, 76 Lebensmittelpakete und Milchscheine ausgegeben, dazu für 29 Wöchnerinnen je 10 Tage, also 290 Mittagessen, gekocht. Außerdem wurden noch 38 Pflegestellen für Ferienkinder geworben. Schwarzhören ist sehr teuer. Dortmund, 3. Juni. Im Vierteljahr Januar bis März 1939 wurden im Reichspostdirektionsbezirk Dortmund, zu dem auch Olpe gehört, 145 Schwarzhörer gerichtlich verfolgt und 96 rechtskräftig verurteilt, davon 5 zu Gefängnisstrafen von 2 Tagen bis zu einem Monat und 91 zu Geldstrafen von 3.— bis 150.— RM. Ein mutiger Pimpf. Bochum, 3. Juni. In Bochum=Dahlhausen stürzte ein dreijähriges Kind durch einen schadhaften Deckel in einen Kanalschacht. Auf die Hilferufe des Kindes eilte ein in der Nähe weilender 12jähriger Pimpf herbei, warf sich auf die Erde und hielt das Kind solange fest, bis Erwachsene ihm helfen konnten. Durch das entschlossene Eingreifen des Pimpfes wurde dem Kinde das Leben gerettet. Westfälische Saatgutzüchter in Mecklenburg. Bochum, 3. Juni. Am 31. Mai trafen 70 westfälische Saatgutzüchter und=vermehrer in Mecklenburg ein, um eine Besichtigungsreise durch Mecklenburg zu unternehmen. Zunächst wird der Saatzuchtbetrieb Dr. Lembke auf der Insel Poel besucht. Sodann werden westfälische Neubauernsiedlungen in Mecklenburg besichtigt. Außerdem sollen noch die Versuchsfelder der Landesbauernschaft Mecklenburg in Augenschein genommen werden. Ferienzeit für Schuhmacher. Altena, 3. Juni. Nunmehr hat auch die Schuhmacherinnung des Kreises Altena=Lüden= scheid beschlossen, eine allgemeine Ferienzeit einzulegen. Die Ferien sind für die Zeit vom 7. bis zum 14. August festgelegt worden. Die Bevölkerung ist gebeten worden, für diese Maßnahme das nötige Verständnis aufzubringen und sich entsprechend einzurichten. Der erste Dorffilm des Siegerlandes. Siegen, 3. Juni. In Niederschelden wurde unter dem Titel„Dörfliches Leben 1939“ der erste Dorffilm des Siegerlandes gedreht. Bei dem Gemeinschaftsgeist der Dorfbewohner gingen die Filmarbeiten flott vonstatten. Alt und jung hatte sich nach dem vorgesehenen Plan eingefunden. Sieben Stunden dauerten die Aufnahmen. Sie werden demnächst in einem Dorfgemeinschaftsabend zu sehen sein. Zahnärztliche Betreuung der Schulkinder im Kreis Olpe. Olpe, 3. Juni. Auf Veranlassung des Landrats des Kreises Olpe wurden innerhalb des Kreises Untersuchungen über den gesundheitlichen Zustand von Mund und Zähnen der Schulkinder angestellt. Es wurde festgestellt, daß bei nur 20 Prozent der Kinder die Zähne in Ordnung sind. Zur Beseitigung dieses Uebelstandes sollen durchgreisende Maßnahmen getroffen werden. Es ist vorgesehen, unter Beteiligung mehrerer interessierter Stellen eine ambulnate Schulzahnpflege mit einem Arzt und eniem entsprechenden Instrumentenwagen bereitzustellen. An den Hilfsmaßnahmen beteiligt sich auch die NSV. NS.=Frauenschaft auf der Ordensburg. Herscheid, 3. Juni. Die Ortsgruppe Herscheid der NS.=Frauenschaft führt am 7. Juni eine Fahrt zur Ordensburg Vogelsang durch Die Reisekosten sind sehr gering, sodaß die Beteiligung an der Fahrt weitesten Kreisen möglich ist. Wie man Fische kocht und brät Dortmund, 3. Juni. In Westfalen=Süd ist in diesen Tagen die erste Fischküche in Dortmund eröffnet worden. Gerade im dichtbevölkerten Industriegebiet verspricht man sich den größten Erfolg. Bei der Eröffnungsfeier, auf der u. a. Geschäftsführer Parteigenosse Schwaedtke(Berlin) und Parteigenosse Moog(Bonn) sowie als Vertreterin des Deutschen Frauenwerks, Frau Natorp, sprachen, konnte man sich von der schönen, zweckmäßigen Einrichtung der Küche und dem großen Können der Lehrküchenleitexin überzeugen. Was unter Mithilfe von Frauen des Deutschen Frauenwerkes an warmen und kalten Fischgerichten in der ansprechendsten Weise hergerichtet und als„Probeinbiß“ gereicht wurde, konnte den verwöhntesten Geschmack befriedigen und den größten Fischgegner bekehren. Schon heute liegen über 100 Anmeldungen zur Teilnahme an Fisch=Kurzkursen vor. Wirksamer als durch Worte wird hier die Praxis unserer Frauen überzeugen, wie viele für ihre Wirtschaftsführung vorteilhafte Möglichkeiten ihnen der erhöhte Fischverbrauch zu bieten hat. Kommende Filme Sein 65. Film. Dr. Johannes Guter inszeniert als seinen 65. Film den neuen Ufa=Film„Zwölf Minuten nach zwölf“, für den(nach einer Idee von Günther Rosoll) O. B. Wendler und Georg Zoch das Drehbuch schrieben. Die Hauptrollen des Films, dessen Stoff alle Voraussetzungen eines typischen Kriminallustspiels erfüllt, spielen: Geraldine Katt, Ursula Herking, René Deltgen, Rudolf Plattte, Karl Raddatz, Paul Henckels und Paul Bildt. Außenaufnahmen bei Passau. „Fogg bringt ein Mädchen mit“, so heißt ein neuer Ufa=Film, den Carl Boese in der Herstellungsgruppe von Theobald inszeniert und dessen Hauptrollen von Ilse Werner und Han Stüwe dargestellt werden. An der Kamera steht Werner Bohne. In diesen Tagen wurde bereits in der Gegend von Passau mit den Außenaufnahmen zu dem neuen Film begonnen. „Ehe in Dosen“. Der neue Film der Märkischen PanoramaSchneider=Südost:„Ehe in Dosen“ ist in den Hauptrollen mit Leny Marenbach, Johannes Riemann, Grete Weiser, Ralph Arthur Robert, Hilde Weißner u. Hilde Hildebrand besetzt. Lulierrtzag der Kleinderteiler Eine Anordnung Nummer 40 der Hauptvereinigung der deutschen Milch= und Fettwirtschaft, bestimmt, daß die Butterkleinverteiler, Butter, soweit sie molkereimäßig hergestellt ist, nur von einem Lieferanten(Molkerei oder Großverteiler) beziehen. Der zuständige Milch= und Fettwirtschaftsverband kann auf Antrag gestatten, daß ein Kleinverteiler von einer Molkerei und einem Großverteiler seine Butter bezieht. Der Kleinverteiler kann nur unter seinen bisherigen Lieferanten auswählen. Hierbei hat er die unter den gegebenen Möglichkeiten frachtgünstigste Lieferbeziehung zu berücksichtigen. Die vom Kleinverteiler getroffene Wahl bedarf der Genehmigung des für den Kleinverteiler zuständigen Milchund Fettwirtschaftsverbandes. Im Fall der Ablehnung weist der Milch= und Fettwirtschaftsverband gleichzeitig einen anderen Lieferanten nach. Alle Butterkleinverteiler haben bis zum 1. Juni 1939 ihrem zuständigen Milch= und Fettwirtschaftsverband auf Formblättern, die beim Milch= und Fettwirtschaftsverband erhältlich sind, zu melden: a) die Betriebe, von welchen sie bisher Butter bezogen haben, b) die Buttermenge, welche wöchentlich auf Grund der Kontingentierungsbestimmungen von den einzelnen Betrieben bisher bezogen wurde, c) die Molkerei oder den Großverteiler, von welchem sie ab 1. November 1939 ihre Butter beziehen wollen, d) die Zahl der auf Grund der Haushaltungsnachweise in der Kundenliste am 4. Juni 1939 eingetragenen Personen, e) die je Kopf dieser Kunden in der Woche vom 5. bis 11. Juni 1939 entfallende Buttermenge, die Angaben zu Abs. 1 Ziffer b sind durch Vorlage der Rechnungen der letzten vier Wochen zu belegen. Falls diese nicht mehr zu beschaffen sind, können an ihre Stelle entsprechende Bescheinigungen der Lieferanten treten. Die Butterkleinverteiler haben der Molkerei oder dem Großverteiler, von dem sie ab 1. November 1939 ihre Butter beziehen wollen, dies unter Angabe des wöchentlichen Gesamtbutterbezuges bis zum 1. Juli 1939 zu melden. Die Molkereien und Großverteiler können grundsätzlich nur so viel Kleinverteiler übernehmen, als sie mit ihrem bisherigen wöchentlichen Absatzkontingent an Kleinverteiler versorgen können. Die Betriebe, die hiernach einen Kleinverteiler zurückweisen müssen, haben dieses dem Kleinverteiler und dem Milch= und Fettwirtschaftsverband unverzüglich mitzuteilen. Dieser Kleinverteiler hat dann binnen einer Woche einen anderen Lieferanten zu wählen. Findet er bis zum 1. August 1939 keinen Lieferanten, so hat er dies unverzüglich dem Milchund Fettwirtschaftsverband zu melden, der ihm dann einen Lieferanten zuweist. Bei Molkereien oder Großverteilern, die auf Grund dieser Anordnung nicht mehr ihre bisherigen Absatzmengen bei Kleinverteilern erreichen, wird das Kontingent entsprechend gekürzt. Die Molkereien und Großverteiler haben bis zum 15. Juni 1939 eine Liste der Kleinverteiler, die ab 1. November 1939 von ihnen Butter beziehen wollen, ihrem zuständigen Milch= und Fettwirtschaftsverband einzureichen. In der Liste ist das wöchentliche Kontingent der einzelnen Kleinverteiler anzugeben. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Dr. HansAdolf Ebina, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Dr. Hans=Adolf Ebing, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte (Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. V./39: 1517. Sprechstunden der Schriftleitung täglich von ¾10 bis ½11 Uhr außer Sonnabend. Sonst P„, Une Aheltttul. Erhebende Trauerfeier für die Toten der Zeche Königsborn Hamm. Noch sind die schicksalsschweren Tage der Schlagwetterexplosion auf der Schachtanlage Radbod in lebendiger Erinnerung, da kam die Kunde von einem weiteren Unglück in der Hammer Bergbauindustrie. Durch eine Schlagwetterexplosion auf der Schachtanlage 3=4 der Zeche Königsborn in Altenbögge wurden vor einigen Tagen 10 wackere Knappen schwer verletzt. Vier von ihnen sind ihren Verletzungen bereits erlegen. Für diese gefallenen Helden der Arbeit fand auf der Schachtanlage Königsborn eine eindrucksvolle Trauerfeier statt. In seiner Ansprache hob Gefolgschaftsführer Assessor von Bardeleben hervor, daß zwar ein hartes Schicksal eine tiefe Lücke in die Arbeitsgemeinschaft geschlagen habe, aber in dem Schmerz hätten sie doch das stolze Bewußtsein, daß die Kameraden als Soldaten der Arbeit für Deutschland ihr Leben verloren haben. Gerade die Besten hole der Tod immer fort. Im Namen des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley drückte Gauobmann Stein der DAF., Gau Westfalen=Süd, den Angehörigen der verunglückten Knappen sein herzlichstes Beileid aus. Ein gewerbsmäßiger Wilderer Münster. Wenn bei gewerbs= und gewohnheitsmäßiger Wilderei ein besonders schwerer Fall vorliegt, hat der Wilderer Zuchthaus zu erwarten. Das hatte der Staatsanwalt in dem Prozeß gegen den Alfons H. aus Ascheberg jedenfalls beantragt, denn schwer genug lag der Fall sicherlich. Seit der Zeit, daß H. in ase ese che echce echeie Jagden eine Beute von 30 und mehr Stück eingebracht hatten. Man hatte H. immer schon im Verdacht gehabt, denn er war als alter Wilderer bekannt, der auch schon wegen Wilddiebereien im Gefängnis gesessen hatte, aber man hatte ihn bis Ende des vorigen Jahres nicht überführen können. Dazu kam, daß die Bevölkerung Angst vor ihm hatte und die Gendarmerie nicht entsprechend bei ihren Nachforschungen unterstützte. Am 22. Deezmber v. J. aber ist er durch seine Hunde verraten worden. An diesem Tage war er wieder auf die Jagd gezogen und hatte seinen Dobermann und seinen Terrier mitgenommen. Diese hatten denn auch bald einen Bock gestellt, wurden aber dabei von den Revierjägern erschossen. H. hörte die Schüsse, dachte sich sein Teil und verzog sich schleunigst nach Hause. Die Beamten verfolgten aber seine Spur, die in dem frischen Schnee deutlich zu erkennen war, und die geradeswegs in seinen Hof führte. Später nahm man eine Haussuchung bei ihm vor und fand dabei ein kleines Lager an Jagdwaffen, Munition und Jagdgeräten. H. leugnete zuerst alles frech ab, bequemte sich aber doch im Laufe seiner Untersuchungshaft, zuzugeben, daß er sieben Rehböcke, zwei Iltisse, zehn Hasen, 15 Kaninchen und 25 Fasanen erlegt hatte. Vor der ersten Großen Strafkammer wollte er dieses Geständnis zwar wieder einschränken, insbesondere gab er an, er sei am 22. Dezember, als seine Hunde erschossen worden waren, nur in den Wald gezogen um ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Diese naive Einlassung glaubte die Strafkammer ihm natürlich nicht, wenn sie ihn auch nicht— wie es der Staatsanwalt beantragt hatte— für zweieinhalb Jahre ins Zuchthaus schickte, sondern es mit einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren bewenden ließ. 400 Kücken erstickt Wiehl. In einem Wiehl benachbarten Dorfe wurden durch schwelende Torfstreu, die aus bisher nicht geklärter Ursache in Brand geraten war, 400 Kücken, die sich in einem Aufzuchtstall befanden, vernichtet. Die Rauchentwicklung war erst bemerkt worden, als die kleinen Tiere schon tot waren. Selosterwußisem gehen Lundstacht! Darre: In der Ernährungsfrage wie ein Mann zusammenstehen Leipzig, 4. Juni. Anläßlich der Eröffnung der diesjährigen Reichsnährstandsausstellung hielt Reichsminister Darré eine Rede, in der er zunächst die großen Erfolge der Erzeugungsschlacht aufzeigte, um dann eingehend u. a. auch das Problem der Landflucht und die Möglichkeiten der Ueberwindung zu behandeln. Er sagte hierzu u. a.: Wir müssen aber auch erkennen, daß die Gesamtzahl der Arbeitskräfte unseres Volkes in den nächsten Jahrzehnten zu gering ist, um alle die Aufgaben zu bewältigen, die wir in der Landwirtschaft vielleicht für notwendig halten. Die Gesamtzahl der 16= bis 25= jährigen, also der Altersklassen, die besonders für die ländlichen Wirtschaften als ledige Hilfskräfte in Frage kommen, wird in den nächsten 20 Jahren in jedem Jahre um 4 bis 5 Millionen niedriger sein als in den 20 Jahren, die hinter uns liegen. Es ist dies einfach die Folge des außerordentlich starken Geburtenrückganges in der Kriegs= und Nachkriegszeit. Die Zahl der Geburten reicht in Deutschland zur Bestandserhaltung des Volkes nicht aus. Eine endgültige Ueberwindung des Mangels an Arbeitskräften in unserer Volkswirtschaft wird es deshalb erst dann geben, wenn das gesamte Volk noch mehr als bisher die auch heute noch nicht völlig überwundene materialistische Einstellung zur Frage des Kindes ablegt und durch eine neue nationalsozialistische Haltung und den Willen zum Kinde ersetzt. Die Meisterung dieser seelischen Aufgabe ist die Voraussetzung der Erreichung des völkischen Zieles. Dieser seelischen Aufgabe soll auch die Förderung der Leibesübungen auf dem Lande dienen. Das ist der tiefere Sinn des seit der Reichsnährstandsausstellung in München ausgenommenen Brauches, auch immer einen Ausschnitt aus der Arbeit der Reichsschule des Reichsnährstandes Burg Neuhaus zu zeigen. Es ist die Aufgabe der Leibesübungen, unser Landvolk und vor allem die Landjugend körperlich und seelisch mehr und mehr zu einer neuen, das Leben und die Zukunft bejahenden, selbstbewußten bäuerlichen Haltung zu erziehen. Denn die Landflucht wird nicht dadurch überwunden, daß man die Stadt und ihre Methoden auf das Land verpflanzt, sondern dadurch, daß man dem Menschen auf dem Lande wieder die Sicherheit zu sich selber gibt und so die geistige Seuche der Stadtsucht immunisiert. Es wäre ein Irrsinn zu glauben, daß die Stadt oder die Industrie aus unserem Volksleben fortzudenken wären oder gar auch nur ihre Berechtigung zu bestreiten. Aber es ist nicht notwendig, daß das Landvolk als Lebensquelle des Volkes an der Stadt und an der Industrie stirbt. Wir müssen der vielfach veräußerlichten Fassade eines städtischen Lebensideals ein starkes, stolzes, sicheres, bäuerliches Selbstbewußtsein gegenüberstellen. Nur wer die Würde des ländlichen Lebens wieder anzuerkennen bereit ist, wird erwarten dürfen, daß das Landvolk sich seines Wertes bewußt wird. Damit erst ist die Voraussetzung geschaffen, um der Stadtsucht entgegenzutreten. Die von mir genannten Zahlen über den Nachwuchs an Arbeitskräften lehren uns, daß auch in weiter Zukunft eine weitgehende Technisierung der Landarbeit notwendig sein wird. Wir müssen bei der Technisierung der Landarbeit den Vorsprung einholen, den der gewerbliche und städtische Sektor unserer Wirtschaft gegenwärtig natürlicherweise noch aufweist. Es wird Aufgabe des gesamten Volkes und der gesamten Volkswirtschaft sein, im Interesse der Volksernährung diese Technisierung der landwirtschaftlichen Erzeugung, die die Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahrzehnte unmöglich machte, soweit wie möglich zu erleichtern. Es handelt sich dabei nicht um eine landwirtschaftliche Aufgabe allein. Die Landwirtschaft kann auch ohne Erzeugungsschlacht bestehen. Wir brauchen jedoch zur Erhaltung des deutschen Volkes ein gesundes Landvolk und eine wachsende Inlandserzeugung an Nahrungsmitteln. Aus diesem volkswirtschaftlichen Grunde muß daher auch das ganze Volk mithelfen, die Aufgabe zu meistern. Auch der Ausbau unserer Handelsbeziehungen zu Südosteuropa macht diese Anstrengungen in keiner Weise überflüssig. Es gibt nicht nur eine politische Einkreisung, mit der Deutschland zu rechnen hat, sondern ebenso auch eine wirtschaftliche Einkreisung, die nicht weniger ernst zu nehmen ist. Ebenso wie die politische Einkreisung brauchen wir aber auch diese wirtschaftlichen Einkreisungsversuche nicht zu fürchten. Ich habe keinen Zweifel, daß das deutsche Volk auch in der Ernährungsfrage in Stadt und Land zusammenstehen wird wie ein Mann, um dem Führer zu helfen, den Ring der Einkreisungsmächte zu durchbrechen. Lirde wurde wencher Huß Monate Gefängnis wegen versuchten Aachen. Vor dem Schwurgericht Aachen stand ein 54jähriger Mann aus Marienburg unter Anklage des versuchten Totschlages. Der Mann hatte in der Silvesternacht gegen 2 Uhr früh seine frühere Geliebte in einem Lokal in Frelenberg mit dem Messer schwer verletzt. Er war hinter die ahnungslose Frau getreten und hatte ihr mit einer Bewegung, die von den übrigen Gästen zuerst als harmlose Liebkosung aufgefaßt worden war, einen Schnitt über den ganzen Hals gemacht. Obgleich das Messer sehr scharf gewesen war und die Wunde stark blutete, waren glücklicherweise keine lebensgefährlichen Organe getroffen worden. So konnte die Verletzte schon nach vierzehn Tagen als geheilt aus dem Krankenhaus Geilenkirchen entlassen werden. Die Beweisaufnahme enthüllte die HinterFeuer im Siegerländer Der größte Waldbrand seit 30 Jahren— Wehrmacht und Arbeitsdienst zur Bekämpfung der Feuersbrunst eingesetzt Siegen. Am Freitagmittag loderte in der Gemarkung Eiserfeld bei Siegen von neuem der Waldbrand auf, der dort am Tage vorher ausgebrochen war und erheblichen Umfang angenommen hatte. Die Flammen waren bis zum Abend gelöscht worden. Trotzdem aber ließ man während der Nacht zum Freitag eine Brandwache zurück, die bis zum frühen Morgen hier und da noch kleine Brände bekämpfen mußte, die durch den herrschenden Wind immer wieder verursacht wurden. In den Mittagsstunden des Freitags setzte dann die hier ut d da noch schwelende Glut von neuem ein Stück Wald in Brand. Die Belegschaft der in unmittelbarer Nähe der Brandstätte befindlichen Grube„Eisenzecher=Zug“ versuchte gemeinsam mit der Feuerwehr und der Eiserfelder Bürgerschaft das Feuer, das inzwischen eine noch größere Ausdehnung als am Vortag angenommen hatte, zu löschen. Auch die älteren Jahrgänge der Eiserfelder Schulen, sowie die Belegschaften der Eiserfelder Betriebe wurden zur Bekämpfung des Brandes herangezogen. In Anbetracht des ausgetrockneten Bodens in dem Niederwald und des starken Windes erschien dieser umfangreiche Bekämpsungseinsatz als nicht ausreichend. Es wurden daher die in Siegen liegenden Truppen und die ebenfalls dort stationierten Gruppen des Reichsarbeitsdienstes um Hilfe gebeten. Die Wehrmacht entsandte sofort sämtliche zur Verfügung stehenden Mannschaften, und der Reichsarbeitsdienst beorderte vier in der Umgebung von Trier befindliche Läger zur Hilfeleistung. Sämtliche Hilfsmannschaften wurden mit Kraftwagen zur Brandstelle befördert. Inzwischen hatten die Flammen auch einen großen 20jährigen Fichtenbestand erfaßt, der vernichtet wurde. Erst nach stundenlangen Bemühungen gelang es, des in rasender Schnelligkeit um sich greifenden Brandes Herr zu werden. Der Schaden ist außerordentlich hoch. Es handelt sich um den größten Waldbrand, der die Siegerländer Waldungen in den letzten 30 Jahren heimgesucht hat. Während der Nacht zum Samstag und und am Morgen dieses Tages waren die Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes noch immer als Brandwache in dem von dem Feuer gefährdeten Gelände tätig gründe dieser Tat. Das Motiv war Eifersucht gewesen. Der leicht aufbrausende, schnell erregte Mann hatte über ein Jahr lang bei der Frau, einer 44jährigen Witwe, in Kost und Logis gewohnt. Es war zu engeren Beziehungen gekommen, und der Angeklagte hatte sich Hoffnungen auf einen neuen Hausstand gemacht. Als dann im Oktober vergangenen Jahres neue Logisgäste einzogen, sah er sich diesen gegenüber, die zahlungskräftiger waren. in den Hintergrund gedrängt. Er machte der Witwe Eifersuchtsszenen, die diese schließlich mit einer Ohrfeige beantwortete. Zur selben Stunde verließ er ihr Haus. Er konnte aber das warme Nest nicht vergessen und suchte sich der Frau wieder zu nähern. Dabei erlitt er wieder eine Abfuhr. Dauernd strich er zwischen seinem neuen Wohnort Marienberg und Frelenberg umher und suchte mit der Frau in den Wirtschaften zusammenzukommen, um sich aussöhnen zu können. Als das nichts wurde, schlug die alte Liebe in Haß um. Wiederholt drohte er ihr, den Hals abzuschneiden. Auch am Silvesterabend war er auf der Suche nach der Witwe durch die Lokale gezogen. Schließlich kam sie in das gleiche Lokal, in dem er schon saß. Ohne daß jemand etwas ahnte, kam es dann zur Tat. Der psychiatrische Sachverständige erklärte. daß es sich bei dem Angeklagten um einen schnell erregbaren Menschen handele, der den Alkohol liebe. Die Tat sei unter der Einwirkung einer schweren, durch die Enttäuschung der abgewiesenen Liebe entstandenen seelischen Depression und des genossenen Alkohols geschehen Er habe unter erheblich verminderter Zurechnungsfähigkeit gehandelt, so daß ihm § 51 Abs. 2 zuzubilligen sei. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten unter Berücksichtigung dieses Paragraphen wegen versuchten Totschlags zu 15 Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde betont, daß er vorsätzlich habe töten wollen, aber ohne Ueberlegung gehandelt habe. Liege nicht§ 51 Abs. 2 vor, so wäre bei der brutalen Art der Ausführung, die einen erheblichen verbrecherischen Willen verrate, eine weit schwerere Zuchthausstrafe am Platze gewesen Zuchthaus für einen Gauner Bielefeld. Die Bielefelder Strafkammer befaßte sich mit den zahlreichen Betrügereien des erst 24 Jahre alten Fritz Hesse aus Bielefeld, der allerhand noble Passionen, aber keine Lust zu geregelter Arbeit hatte. Am wohlsten fühlte er sich in der Rolle des Hochstaplers und so betrog er eine ganze Reihe von Autohauderern um die Leihgebühr für gepumpte Kraftwagen, weiter Gastwirte und Zimmervermieter um das Kostgeld. Ein anderes„Geschäft" bestand darin. daß er sich in Radiohandlungen die besten räte aussuchte, die er nie bezahlte, aber schnell zu Geld machte. Dazu ließ er sich verschiedene Diebstähle zuschulden kommen und schließlich versuchte er es auch noch mit einer Heiratsschwindelei, die ihm 20 RM. einbrachte. Die Strafkammer brachte zum Ausdruck, daß der Heiratsschwindel als eine der gemeinsten Betrugsarten anzusehen und der Angeklagte als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zu behandeln ist. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Großfeuer Bramsche. In einem abgeholzten Gelände brach nachmittags plötzlich Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß in kurzer Zeit eine Fläche von 20 Morgen bisher forstwirtschaftlich genutzten Geländes in Flammen stand. Das Feuer griff auch auf ein Wohn= und Wirtschaftsgebäude über. Das Gebäude wurde mit sämtlichem Inventar ein Raub der Flammen. Mehrere Kälber und Schweine erlitten so schwere Brandverletzungen, daß sie notgeschlachtet werden mußten. Der Brand konnte schließlich auf seinen Herd beschränkt werden, ein größerer Teil von Kiefern= und Grubenhol; ist dem Feuer zum Opfer gefallen. Raubüberfall gesühnt Hohe Zuchthausstrafe und Sicherungsverwahrung Duisburg. Am 4. Dezember 1936 wurden in Meiderich zwei Kassenboten der Firma Epa, die sich mit 3000 RM. auf dem Wege zur Post befanden, von mehreren Räubern, die sich durch schwarze Masken unkenntlich gemacht hatten. überfallen und beraubt. Während einer der Räuber die Ueberfallenen mit der Pistole in Schach hielt, flüchtete der andere auf einem Fahrrad mit dem Koffer, in dem sich das Geld befand. Lange Zeit hielten die Burschen dicht. In betrunkenem Zustande brüstete sich einer einmal mit seinen„Heldentaten“, und die Polizei hatte ihn und auch bald seine Komplizen am Wickel. Bei zwei von ihnen handelt es sich um gewohnheitsmäßige Verbrecher. Jetzt hatten sich die drei Räuber vor dem Duisburger Schwurgericht zu verantworten. Die beiden Haupttäter erhielten je acht Jahre Zuchthaus. zehn Jahre Ehrverlust und nach Verbüßung der Zuchthausstrafe Sicherungsverwahrung. Der dritte weniger beteiligte Angeklagte wurde zu zweieinviertel Jahren Gefängnis verurteilt. Ladendiebin vor Gericht Remscheid. Eine 63jährige Frau aus Köln, die bereits mehrfach als Ladendiebin bestraft wurde, hatte sich jetzt vor dem Schöffengericht in Remscheid zu verantworten. In mehreren Geschäften wandte die raffinierte Frau ihren Trick mit Erfolg an, bis sie ertappt wurde. Sie ließ sich eine Unmenge Strümpfe zum Aussuchen vorlegen, suchte einige aus und gab an, daß sie sie am Abend abholen lassen werde. Die Strümpfe wurden aber nicht abgeholt, nur stellten die Geschäfte fest, daß eine Anzahl der Strümpfe fehlte, die die Frau in geschickter Weise in ihrer Handtasche hatte verschwinden lassen. Das hohe Alter bewahrte die Frau, die in wirtschaftlich guten Verhältnissen lebt, vor dem Zuchthaus. Wegen Rückfalldiebstahls in fünf Fällen setzte das Schöffengericht Remscheid eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis fest. 1000 RM. aus der Tasche gestohlen Die Diebin zu vier Monaten Gefängnis verurteilt Koblenz. In einem Koblenzer Nachtlokal machte ein junger Mann die Bekanntschaft eines jungen Mädchens. Als der Mann in animierter Stimmung Runden spendierte, hatte er bald eine lustige Schmarotzergesellschaft um sich. Das junge Mädchen benutzte die Gelegenheit, dem fremden Gast rund 1000 RM. in Banknoten aus der Tasche zu stehlen. Als der Mann den Verlust bemerkte, war das. Mädchen bereits verschwunden, doch konnte er es noch im Hofe erwischen, wo es die Banknoten verstecken wollte. Als der Mann die Diebin zur Rede stellte, wurde er plötzlich von hinten angegriffen und mit schweren Boxhieben in das Lokal zurückgetrieben. Erst als der Mann die Polizei herbeiholte, konnte er wieder in den Besitz des gestohlenen Geldes gelangen. Die Diebin wurde jetzt zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Kleine Wunde führt zum Tod Montabaur(Westerwald). Der Arbeiter Anton Jung' aus Oberelbert(Westerwald) hatte bei der Arbeit eine leichte Verletzung erlitten. die er aber unbeachtet ließ. Nach einiger Zeit trat ein Starrkrampf ein, der den Tod des Mannes zur Folge hatte. USe ToceUde Roman von Rudolf Urheberrechtsschutz Central=Bureau, Bertin SD 68 Dann verließ Ibrahim, der Mekkapilger, noch einmal sein Haus und schritt, ein Schatten der Nacht, durch finstere Vorstadtgassen zum nahen Meer. Die weißen Schaumkämme leuchteten im Dunkel. Hier lagen und landeten die Boote der Tabakschmuggler. In dem flachen Uferwasser konnten ihnen die draußen kreuzenden Zollkutter nicht folgen. Lichter über dem Meer meldeten, ob bestochene Beamte an Bord waren, oder warnten, wenn Europäer im Dienst des Verwaltungsrats des Osmanischen Schuld zur Kontrolle mitfuhren. Heute lief die Backschischkette lückenlos. Wie die Katzen entkletterte eine undeutliche kurdische Räuberbande dem langen Kaik, in dem der Tabak aus dem heimlichen Hauptlager am anatolischen Ufer unter dem Schutz der Nacht nach Europa zurückkehrte und durch der Hände Kette nach Stalbul hinein verschwand. Der Tütündschi Takkers verhandelte inzwischen leise und eindringlich mit dem barbeinigen, wildäugigen Führer der Horde.„Also morgen vier Stunden vor Sonnenmittagshöhedrüben nahe der Bahn in der Grotte von Kartal Dagh. Ich brauche nur dich. Das übrige besorgen die Zigeuner." „Herr— der Staub unter deinen Schuhsohlen gehorcht!“ So wie in und um Konstantinopel von allen beherrschenden Höhen die Kasernen Abdul Hamids dräuten, so ragten oben in Pero aus den Dächermassen die diplomatischen Festungen Europas, die Botschaften und Gesandtschaften. Von der Russischen Botschaft eilte zu Fuß der Fürst Tschawadse, Stabsrittmeister bei den Petersburger reitenden Gardegrenadieren, die paar Schritte bis zu dem Hotel Thotfalussy nebenan. Der zum Russen gewordene Asiate warf in Paul Buddenhaus] Zimmer oben die weiße Schirmmütze erregt auf den Tisch.„Sie kennen doch den Orient, Pawel Germanowitsch!“ rief er. „Wer kennt ihn aus?“ „..: und sitzen da seelenruhig beim Frühstück und erledigen Ihre Korrespondenz...? Nach den Vorfällen dieser Nacht!“ „Was ist denn heute nacht passiert?“ „Ein Mordversuch nach dem andern!“ „So? Auf wen denn?" Die Rechte zog die Taschenuhr heraus. Ein flüchtiger Blick. „Herrgott: Ich muß gleich fort.“ „Heilige Dreifaltigkeit: auf Sie! Unser Spion meldet es mir.“ Paul Buddenhaus studierte belustigt einen eben mit dem Zeigefinger aufgerissenen parfümierten, matt perlmutterfarbenen Brief:„Hüten Sie sich: Man will Sie vergiften! schreibt da in bestem Pensionsfranzösisch eine große Unbekannte! Nun— die schöne Frau in dem Palais Lamba am Bosporus sorgt sich viel zu sehr um mich.“ „Wer vom Orient ißt, der stirbt daran!“ sagte der Weltmann von der Newa in einem seltsamen Ton, als sprächen aus ihm seine Vorfahren, die Raubritter der Kaukasusberge. „... dann müßte ich seit zwei Jahren tot sein! So lange bin ich jetzt in Vorderasien und Umgegend tätig!“ Paul Buddenhaus schrieb eilig weiter.— Drüben an der kleinasiatischen Küste klaffte die hohen, gestrüppbewachsenen Felshänge des Aidesberg bei einer einsamen Eingangswölbung sprießte Feigenbaum= und Lorbeergrün. Nahebei kräuselte sich bläulicher Lagerrauch aus schwarzen Zigeunerzelten; eine Horde der kupferfarbenen Heiden lungerte vor dem wundertätigen Berginnern. Vor ihnen hockte ein wilder, einäugiger Kerl der Levante in rotem Kopftuch und roter Leibbinde über schmierigem weißem Leinen. Das zerlumpte Geschöpf griff in die Tasche seiner Hängehosen. Ein Haufen Zwanzigfrancstücke glitzert plötzlich wie durch Zauberei auf seinem bräunlichen Handteller. Wie Pechfackeln glühten unter dem schwarzen Stirnhaar bei dem Anblick des Märchenschatzes die Raubtieraugen der Zigeuner. Die goldenen Lockvögel verschwanden wieder in der weiten Hose. Der Vater des Goldes sprach leise, heiser herrisch auf die Roßtäuscher, Kesselflicker und Quacksalber um ihn ein und wies dabei immer wieder auf den Schienenstrang hinab, der da unten längs des tiefen Blaus des Sees zu einem hohen Küstenvorsprung emporkroch. Und dann war plötzlich nichts mehr da als der Wind und rote Kaktusblüten...“ Und in dem Zimmer des Hotels Thotfalussy an der Großen Straße drüben in Konstantinopel trocknete sich Henri Mayer Rappaport, der feiste Sohn des Boulevards, die Schweißtropfen von der Glatze.„Im Interesse der Eisenbahn= Studiengesellschaft fordere ich Sie, Herr Buddenhaus, als unseren Angestellten auf, nicht das viele Geld, das wir in Sie gesteckt haben, durch eine leichtsinnige Expedition zu einer neuen Geliebten in Kleinasien zu verpulvern. Ab— mein Teurer— wir arbeiten hier als Pioniere der Großen Nation, nicht für die kleinen Frauen, sondern für die großen Affären. Erhalten Sie sich diesen Geschäften! Es ist irgendeine unbekannte, aber gefährliche Macht gegen Sie am Werk...“ „Weder unbekannt noch gefährlich.“ Paul Buddenhaus schloß seine Briefe.„Wohin? Ich trage meine Korrespondenz immer selbst auf die Russische Post. Auf Wiedersehen in fünf Minuten!"— Drüben in Kleinasien stand auf dem Seitenstrang einer kleinen Station auf der Küstenhöhe eine Reihe offener Güterwagen. Davor pickten ein paar Hühner. Eine lange Schlange glitt durch agavenüberwuchertes Byzantinergemäuer aus Belisars letzten Tagen. Kein Mensch weilte ringsum unter der schon heiß brennenden Sonne... Im Hotel Thotfalussy warteten die beiden— der Kaukasier und der Pariser— seit einer Viertelstunde auf die Rückkehr des Deutschrussen. „Ich werde einmal nachsehen, wo er bleibt.“ Der Fürst Tschawadse trat vor das Hotel. Er wechselte unten unauffällig ein paar Worte mit dem draußen zwischen seinen Wichsschachteln und Bürsten hockenden Stiefelputzer Kumani und wandte sich stirnrunzelnd zu dem ihm gefolgten Mann der Pariser großen Affären. „Buddenhaus ist zu Fuß nach dem Hafen hinunter. Nicht langsam, wie ein Efendi geht, sondern im Laufschritt eines Lastträgers mitten durch die Große Straße.“ In dieser großen Straße von Pera lehnte vor seinem offenen Antiquitätenlädchen der Tütündschi Takkers, der einstige Tabakhändler und jetzige Tabakschmuggler. Keine Falte in dem stillen, freundlichen Antlitz des alten Junggesellen bewegte sich unter dem grauen Bart, als er den Deutschrussen Buddenhaus mit Siebenmeilenstiefeln an sich vorbeieilen sah. Er verschloß seine Bude und steckte ein paar Reliquien zu sich, wie man sie einer so kunstsinnigen Exzellenza wie Palamidi Lamba vor den Augen der Dienerschaft anbieten konnte, und sagte, als er vor dem Levantiner stand, zwischen der Anpreisung seiner gefälschten Kostbarkeiten, ganz leise und beiläufig:„Er ist unterwegs!" Und drüben, vor dem Hotel Thotfalussy, keuchte der dicke Rappaport:„Herr Buddenhaus ist unser Junger Mann. Er gehört der„Asiatischen Studiengesellschaft.“ Soll ich die sauren Ersparnisse Frankreichs, die in ihm stecken, vor den Aktionären auf Verlustkonto buchen? Wir müssen ihn unten in Galata abfangen.“ Der Landauer des Finanzmanns harrte vor dem Hotel und rasselte in gestrecktem Trab mit ihm und dem Fürsten die Große Straße hinab. Schneller flog Kumani, der Stiefelputzer, die steile Stufentreppe abwärts in den Turmbau von Babel am Galata=Kai... Dort hatte sich eben der kleine Schaufeldampfer nach Haidar Pascha von dem alten Europa gelöst und paddelte behaglich auf offenem Wasser dem fernen asiatischen Ufer zu. Mayer Rappaport in seiner haltenden Karosse faltete erschüttert die fetten Finger. „Da steht er auf Deck, die Hände in den Hosentaschen, und segelt verliebt wie ein Troubadour schon wieder nach Asien hinüber. Dieser Mensch will sterben.“— Die Eisenbahnstation dort neben dem Landungssteg des Dampfers war so klein wie die ganze, nur sieben deutsche Meilen lange Küstenbahn selbst und beinahe menschenleer, obwohl der Zug schon wartend in der Sonnenglut stand. Der Bahnhofsvorsteher, ein Grieche mit Purpurfes, geleitete den frankäischen Efendi persönlich zu dem Salonwagen 1. Klasse ganz vorn, gleich hinter dem Packwagen. Es saß nur ein blasser, etwa neunjähriger, europäisch gekleideter Armenierknabe darin. Seine dicke Wärterin hatte diesen Sohn irgendeines reichen Villenbesitzers in einem der kleinen Strandbäder vorsorglich auf einem Fensterplatz untergebracht und war denn selbst zurück, nach der 3 Klasse, gewatschelt. Paul Budbenhaus schlug ein Bein über das andere und drehte sich eine russische Zigarette. Der Zug rührte sich nicht. Ein paar zerlumpte, braune Kerle, die ihn müßig, ohne erkennbaren Zweck, umlagerten, schlichen lautlos auf bloßen Sohlen herbei, als der Efendi in der ersten Klasse seinen Zigarettenrest aus dem Fenster warf, und hoben schweigend den Stummel auf, um ihn zu Ende zu rauchen, und drüben auf der, sonnenflimmernden weißen Straßenschlange wirbelte ein Staubwölkchen hinter einem wie besessen in der Richtung nach dem fernen Seitengleise mit den Gemüsewaggons galoppierenden bräunlichen Elefreiter. Dort träumte, ebenso wie hier unten die Station Haidar Pascha, die hochgelegene Haltestelle der Eisenbahn, im Dornröschenschlaf. Aus den zackigen Schaufeln der Kaktusstauden, die dicht an die Schienen heranwucherten, tauchten wie scheue Schakale zuweilen eine Sekunde mit schwarzem Straffhaar die Kupferköpfe der Zigeuner. Flüsternd zu ihnen, im Hocken unter den dicken Lederblättern, der Einäugige mit dem Gold im Hosensack. „Seht ihr die Wagen mit Krautköpfen auf dem Nebengleise? Die Beamten sind immer zu träge, die Bremsen bei ihnen anzuziehen. Sie legen einfach ein paar Feldsteine vor die beiden vordersten Räder, damit die Wagen nicht ins Rollen kommen. Heute auch!“ Drüben, in der Station Haidar Pascha, gähnte Paul Buddenhaus in seinem immer noch still in der Sonne brütenden Wagen 1. Klasse. Er stieg noch einmal auf den Bahnsteig hinaus, um sich die Beine zu vertreten. Er bummelte gedankenlos den haltenden Zug entlang. Hinter dem Salonwagen kam der christliche Wagen dritter Klasse, dann folgte ein Harem auf Rädern: der mit ganz kleinen hölzernen Klappfenstern vergitterte Wagen für die Türkinnen. Den Schluß machte ein Wagen 2. Klasse für die besseren Einheimischen und die bescheideneren Europäer. Paul Buddenhaus schlenderte achtlos daran vorbei, machte kehrt, schritt zurück. Sein Blick streifte zerstreut den Wagen und blieb jäh an einem offenen Abteilfenster hängen. In dessen Rahmen schimmerte ein goldblonder Kopf. Diesen Kopf kannte er. Er trat stürmisch an den Wagen heran. Imme Reyck schreckte auf und starrte Buddenhaus mit ihren großen blauen Augen an. Er nickte begeistert. „Das ist ja großartig, daß wir uns hier treffen!" Er klinkte die Tür auf und stieg ein. Einfach und herzlich:„Guten Morgen, Fräulein Reyck!" In dem Abteil war niemand außer ihnen beiden. Paul Buddenhaus setzte sich seelenvergnügt neben das junge Mädchen und musterte ihr waidgerechtes Aeußeres: eine Plüschkappe auf dem Blondhaar, aus großknöpfigem braunem Loden, trotz der Hitze, Jacke, Hose; wildlederne Gamaschen, derb genagelte Schuhe. Er drückte ihr kräftig die Hand.„Ja— was machen denn die Wölfe?“ „Die müssen warten.“ Denken Sie, das ist mir doch wahrhaftig noch nie passiert: Ich hab' heute früh mich richtig verschlafen!" Eine ganze feine Röte färbte dabei einen Augenblick ihre Wangen. Der junge Mann neben ihr machte ein sehr ernstes, teilnehmendes Gesicht. Nur in den Augen war ein belustigtes und frohes Blinzeln: Ach, Kind, du kannst dich ja gar nicht verstellen! Du wirst ja noch rot, wenn du schwindelst. „Ja— richtig verschlafen! Wie ich aufwachte, war mein Bruder gerade schon im Abmarsch begriffen. Er konnte nicht warten. Er hat wenigstens mein Gewehr mitgenommen. Nun fahr' ich eben hinterher.“ „Wir beide. Der Zufall meint es wirklich gut mit mir. Ein Glück nur, daß ich Sie noch rechtzeitig entdeckt hab'!“ „Ich hab' Sie vorhin schon den Zug entlang nach vorne gehen sehen.“ „... und mich nicht angehalten?“ „Ja— soll ich Ihnen etwa nachlaufen?“ sagte Imme erbittert.„Wenn Sie Ihre Augen Gott weiß wo haben? Ich hab' groß und breit am Fenster gesessen!“ Und den Kopf im Genick: „Ueberhaupt— Sie haben ja erste Klasse. Ihr Salonwagen ist gleich vorn der allererste hinter der Lokomotive.“ Beide sahen sich ärgerlich an und mußten lachen und rückten enger zusammen. Draußen begann der griechische Stationsvorsteher ein heftiges Glockengebimmel. Die Lokomotive übte sich im Pfeifen. Die Staubwolke des Eselreiters auf der Landstraße hatte sich der fernen, hochgelegenen Eisenbahnhaltestelle genähert. Er hemmte, steil aufwärts, den Galopp. Oben, im Schatten des graugrünen Kaktusdickichts, sahen schwarze Augen das verabredete Zeichen: Er sitzt im Zug. Vorn, im ersten Wagen der Efendi Ein letzter entschlossener Pfiff, und der Zug begann langsam von Haidar Pascha aus zu rollen— durch Tabakfelder und Maulbeerhaine, an Seidenspinnereien und Kreuzfahrerburgen vorbei, an Apostelstätten und Sultansgräbern, und immer zur Rechten tiefblau das ewige Meer. Durch sein Brandungsrauschen drinnen im Abteil des langsam dampfenden Zuges Paul Buddenhaus' Stimme:„Das ist mir gestern den ganzen Abend nicht aus dem Kopf gegangen, was Sie mir gesagt haben, Fräulein Reyck. Gewiß: Ich bin von deutschem Blut und deutschen Eltern. Ich trage einen deutschen Namen. In meiner Familie daheim wird nur deutsch gesprochen. Ich bin ein Deutscher.“ „Na— dazu braucht man Sie nur anzusehn!“ „Aber Deutscher und Deutschland— das ist doch ein Unterschied— wenigstens für einen Deutschrussen. Deutschland ist doch so klein. Rußland ist riesig.“ „Das Kamel draußen ist ja auch bedeutend größer als der Mann, der es führt!“ sagte Imme.„Wenn es bloß darauf ankäme...“ „hm— nun ja... Rußland bietet für einen fixen jungen Ker! Ellbogenfreiheit von Eydtkuhnen bis zur Chinesischen Mauer. In Deutschland ist er wie ein gesalzener Strömling in der Tonne. Er kann sich nicht rühren.“ „Sehen Sie doch, wie bei uns in Deutschland alles vorwärtsgeht! Im Sturmschritt in den letzten Jahren. Da können sich Ihre Kosaken und Kalmücken dagegen verstecken.— Warum schauen Sie mich denn so an?“ „Ihre Augen sind so schön, wenn Sie sich so begeistern! Da werden sie immer blauer... immer blauer...“ „Immer blauer...“, machte das junge Mädchen den Anklang von Russisch=Deutsch nach. „Es handelt sich jetzt nicht um meine Augenfarbe, sondern um Ihre Stellung zu Deutschland!“ „Ich habe gar keine. Ich kenne Deutschland ja kaum.“ „Waren Sie denn niemals dort?“ „Oh— oft! In Geschäften! Aber was sieht ein Fremder in Geschäften von Deutschland? Sie sind eigentlich die erste deutsche Frau, die ich wirklich kennenlerne!“ Paul Buddenhaus' Worte kamen langsam.„In Ihnen kommt mir Deutschland in einer anderen Gestalt entgegen, und ich muß sagen: Die gefällt mir riesig!“ „Meinetwegen betrachten Sie mich als deutsches Muster ohne Wert!“. Imme schaute seitwärts durch das Fenster, von wo nichts zu sehen war als blauer Himmel und blaue See. „Wenn's nur was hilft und Sie zu uns bekehrt!“ „Was soll ich denn tun?" rief der junge Deutschrusse plötzlich zornig.„Gott weist jedem Menschen auf dieser Welt seinen Platz an. Meine Heimat ist die Welt!“ „Gerade durch diesen Unsinn verraten Sie, wie sehr Sie ein Deutscher sind...“ „Fräulein Imme...“ „Ja! Das sage ich Ihnen ins Gesicht! Ein deutsches Mädchen!“ „Dann haben wir uns eigentlich nichts zu sagen!“ „Wir können ja auch schweigen, bis wir in Ismid sind!" Beide schauten sich hitzig und erbittert an.„Wenn wir da oben sind, haben wir ohnedies schon den halben Weg! Gott sei Dank! Das ist ja gräßlich mit Ihnen!“ In dem hochgelegenen nächsten Stationshaus stand der Vorsteher vor dem Morseapparat am laufenden Band, draußen briet der menschenleere Bahnsteig in der Glutsonne. Niemand schaute nach den weitab auf dem Seitenstrang stehenden Gemüsewaggons. Aus dem Kaktusgestachel dicht daneben huschte es hin und her. Die Steine vor dem ersten Räderpaar der Wagenreihe flogen weg! Sechs nackte braune Zigeunerschultern stemmten sich gegen die Kanten der offenen Güterwagen und schoben. Ruckweise setzte sich die rollende Last in Bewegung und folgte abwärts, immer noch schneckenlangsam, der eigenen Schwere. Ein einäugiger Hafenkerl in rotem Kopftuch sprang nach der Weiche drüben. Ein Griff am Hebel. Fort. Sonne über Kaktuswildnis. Stille. Durch die Stille hörte der Stationsvorsteher ein sonderbares Geräusch. Es war das Klirren von Pufferscheiben und dazu das Dröhnen von immer rascher sich drehenden Rädern. Er stürzte hinaus. Er stieß einen Schreckensschrei aus. Da glitten Waggons im Leuchten grüner Krautköpfe vorbei— gottlob auf totem Strang dem Prellbock an dessen Ende zu. Nein: Ein Blick nach dem Stellwerk der Weiche. Ein zweiter Schrei: Das Herzstück war verschoben! Der Stationsvorsteher rannte hilflos hinter den Güterwagen her. Die liefen jetzt schon flinker. Sie schlüpften rasselnd auf das Hauptgleis hinüber. Dort begann sich das Schienenpaar vor ihnen stark zu senken. Schneller, immer schneller, wie durchgehende Pferde, schoß die Wagenkette berab... „Ach— wenn ich Ihnen bloß einmal die Wahrheit sagen könnte!“ schrie Imme. „Sie tun es ja die ganze Zeit!“ Paul Buddenhaus warf zornig die russische Zigarette aus dem Fenster des geschäftig rollenden Zuges. „Das ist noch viel zu wenig. Ihnen gehörte der Kopf noch ganz anders gewaschen.“ „Nun— wozu die Mühe— Fräulein Imme?“ „Weil es schade um Sie ist...“ „Oh— wirklich?" Der junge Mann richtete sich in freudig lächelnder Ueberraschung auf. „Halten Sie etwas von mir?“ Imme Reyck hielt seinen stählernen grauen, fest auf sie gerichteten Blick nicht aus.„Ja: viel,“ sagte sie langfam.„Sonst würde ich mich doch nicht so wütend über Sie ärgern. Ach— lachen Sie doch nicht sol; Herrgott— warum sitzen wir denn auf einmal auf dem Boden..?“ „Was kracht denn so...?“ „Der Wagen hält! Herr Buddenhaus, hören Sie um Gottes willen vorn das Geschrei!“ Paul Buddenhaus war aufgesprungen. Er rüttelte.„Gottlob: die Karre steht schief, aber die Tür geht auf.“ (Fortsetzung folgt.)