3c Setung ersheimn wichentlich sechtmal. Vezagspreitz veceat, es Ne(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. e 2.—(einschl.—. Zeitungsgebühr und O.44### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 Rr# Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschästsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 in Hchwerte gedruckte pes ben Gegaebe. Anzeigen übernehuses vir keine Gerwähn. Bei mnsechen. Leiaerlei Gewähe, far piaktl. Erscheilnen der Seiung kann auc keiner lei 71. Jahrgang Nr. 119 [Die Achse seg. em eistn....onk Ein geschiäftiiches Ereihite Die japanische Presse im Zeichen des Abschlusses des beutsch=itallenischen Bunonispultes Vorrang vor vor den Bedes englischen sich jetzt den Tokio, 23. Mai. Die gesamte japanische Presse steht völlig unter dem Eindruck der Unterzeichnung des deutsch=italienischen Bündnispaktes. Der feierliche Akt in der Neuen Reichskanzlei wird von den Blättern in größter Aufmachung gemeldet. Die Zeitungen bringen dazu Bilder des Führers, des Duce und der beiden Außenminister. Große Schlagzeilen leiten die eingehenden Schilderungen ein: „Achse jetzt ein eiserner Wall“,„Aufbau der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kampffront vollendet" und„Ein geschichtliches Ereignis". „Ereignis von größter Wichtigkeit“ Deutschland und Italien eine geschlossene Macht Newyork, 23. Mai. Der deutsch=italienische Bündnispakt tat in Amerika eine außerordentlich starke Wirkung. Die Nachrichten von der Unterzeichnung behaupten auch in den Dienstagausgaben noch weit den anderen Meldungen, wie etwa richten über die Veranstaltungen Königsbesuches in Kanada, der Ver. Staaten nähert. New York Times nennt den Pakt„die offenste und weittragendste Allianz in der neueren Zeit“. Seine Bedeutung sei mit der des Vorkriegsdreibundes kaum noch vergleichbar. Selbst wenn der Pakt keinen anderen Zweck erfüllen würde, als den letzten Zweifel an der Solidarität und Festigkeit der Achse zu zerstreuen, müsse er als ein Ereignis von größder Wichtigkeit in dem aufgeregten Europa gewertet werden. Es wäre äußerst dumm, das nicht zu sehen. Von jetzt ab müßten alle andeven Regierungen von der Voraussetzung ausgehen, daß Rom und Berlin als eine einzige Macht handeln werden. Starker Eindruck in Brüssel Brüssel, 28. Mat. Die belgische, Pgese steht ganz unter dem Eindruck des in Berlin besiegelten Paktes. Die Zeitungen berichten in großem Umfang über die Einzelheiten der Unterzeichnung. Daneben treten oft selbst die Begrüßungsaufsätze über die Ankunft der niederländischen Königin zu ihrem Staatsbesuch in den Hintergrund. Der Wortlaut des Vertrages und die Erklärungen Ri bentrops und Cianos werden ausführlich wiedergegeben. Antadelige Politik Burgos, 23. Mai. Die Unterzeichnung des deutsch=italienischen Bündnispaktes wird in Spanien auf das lebhafteste begrüßt und gibt der spanischen Presse erneut Gelegenheit, die unzerstörbare FreundseZeka, eurschennd#em Großdeutschen Reiche und Italien zu unterstreichen, mit denen Spanien durch den Ant kominternpakt verbunden sei.„Diario Vasco“ schreibt, die geradlinige, korrekte und untadelige Politik des Reiches und Italiens stelle den ruhigen und festen Gegenpol dar zu der gewundenen akrobatischen Politik der mokratischen, kapitalistischen Staaten. die Vorbringung von Zweifeln in die Festigkeit der deutsch=itailenischen Beziehungen in Erscheinung getreten waren Zütisches Kesten gegen brischesitenzelsgiket Washington, 23. Mai. Eine Abordnung von 250 Zionistenführern aus 26 Staaten, geführt von dem berüchtigten Hetzrabbiner Wise, erschien im Staatsdepartement und forderte von Außenminister Hull die Unterstützung des zionistischen Widerstandes gegen die neue Wendung in der britischen Palästinapolitik. Wise begründete seine Forderung damit, England wolle die im amerikanisch=britischen Palästinamandat von 1924 garantierten amerikanischen Rechte und Interessen verletzen. Gleichzeitig wurden auch im Abgeordnetenhaus Angriffe auf das Palästinaweißbuch gerichtet. Der Abgeordnete Bender(Ohio) erklärte, England habe durch sein Vorgehen gezeigt, daß seine Versprechen nichts bedeuten. Der Abgeordnete Fish warf England den „schändlichen, schockierenden Bruch des BalfourVersprechens" vor. Leizte Einhladung Unter der Ueberschrift„Letzte Einladung zur Zusammenarbeit" erklärt der Direktor des halbamtlichen Giornale d'Italia, der deutsch=italienische Bündnispakt, der darauf abziele, nicht nur ein Kräftegleichgewicht, sondern auch die Gleichheit der Rechte und der Positionen herbeizuführen, wolle einen Frieden durch Zusammenarbeit erreichen, indem die Knoten ohne das Schwert mit einer entschlossenen Revision der derzeitigen unhaltbaren europäischen Spannungen gelöst werden. in Au4 Seit gestern sei Europa an einem entscheidenden Wendepunkt seiner Geschichte angelangt. Nunmehr erhebe sich die Frage: Werden die beiden westlichen Demokratien, die die Initiative zur Blockbildung ergriffen haben, ihren Einkreisungsblock blindlings bis zum Kriege führen oder werden sie vielmehr unter richtiger Abschätzung der sich gegenüberstehenden Kräfte eine neue, vorsichtigere und großzügigere Politik in Angriff nehmen? Es bestehe nunmehr kein Zweifel darüber, daß der deutsch=italienische Block, zu dem noch die Mittel der befreundeten Staaten hinzukommen, dem Gegenblock der Versgigeg Einz kreisungsliste überlegen sei. Deutschlano und Italien hätten nicht im Sinn, die Initiative der Gewaltanwendung zur Lösung der schwebenden Fragen zu ergreifen. Sie wünschten, daß Europa sich erneuere und endgültig von einem System politischer Ungleichheiten befreit Graf Ciano auf der Heimreise Herzliche Verabschiedung durch Reichsminister von Ribbentrop auf bein Alhalter Bühlhef Warschau ist ernüchtert Warschau, 23. Mai. Der Abschluß des deutschtalienischen Vertrages hat die polnischen Chauvinisten ziemlich aus den Wolken sallen lassen und hinterläßt überall den stärtiten Eindruck. Dieser Eindruck wirkt sich in der Presse in Gestalt spaltenlanger Berichte über den Abschluß des Abkommens und über seinen Inhalt aus. Bezeichnenderweise verzichten aber gerade die der Regierung näherstehenden Glätter auf eine eigene Stellungnahme zu diesem Ereignis, das so ganz den geheimsten polaischen Hoffnungen und Wünschen zuwiderläuft, die selbst in letzter Zeit noch immer durch Berlin, 23. Mai. Nach Beendigung seines zweitägigen Staatsbesuches aus Anlaß der Unterzeichnung des deutsch=italienischen Freundschafts= und Bündnispaktes verließ der Kgl. Italienische Minister des Aeußern Galeazzo Graf Ciano di Cortelazzo mit dem Staatssekretär im italienischen Kriegsministerium und Oberbefehlshaber des italienischen Heeres General Pariani und den Herren seiner Begleitung am Dienstagvormittag um 11 Uhr im Sonderzug wieder die ReichshauptUm 10.50 Uhr wurde Graf Ciano von dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop vom Hotel Adlon abgeholt und zum Anhalter Bahnhof geleitet. Die Berliner Bevölkerung, die dichtgedrängt in den Anfahrtsstraßen wartete, bereitete dem Abgesandten des Duce einen triumphalen Abschteb. Mahndef farit Vor dem Anhalter Bahnhof schritten der italienische Außenminister und der Reichsminister des Auswärtigen mit Italiens Botschafter die Front der in der Saarlandstraße angetretenen Ehrenkompanien ab. Auf dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, die Abschiedsgrüße des FühMit dem Reichsaußenminister hatten sich zur Verabschiedung der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen, Beamte des Auswärtigen Amtes und die Mitglieder des persönlichen Stabes eingefunden. Ferner waren zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und weitere führende Persönlichkeiten von Staat und Wehrmacht anwesend. Von italienischer Seite waren neben dem italienischen Botschafter der Leiter der italienischen Handelsdelegation Botschafter Giannini, Vertreter des Fascio und zahlreiche Mitglieder der italienischen Kolonie erschienen. Außerdem waren der Botschafter Spaniens, sowie die Gesandten von Ungarn, Jugoslawien, Mandschukuo und Albanien zugegen. Nachdem sich Graf Ciano von den deutschen Vertretern mit Handschlag verabschiedet hatte, geleitete Reichsaußenminister von Ribbentrop den italienischen Gast zum Salonwagen und verabschiedete sich auf das herzlichste von Graf Ciano, Armeegeneral Pariani und den Herren ihrer Begleitung. Pünktlich um 11 Uhr verließ der Sonderzug den Anhalter Bahnhof. Mit Graf Ciano hat auch die aus Anlaß des italienischen Staatsbesuches in Berlin weilende italienische Journalistenabordnung die Reichshauptstadt wieder verlassen. Der italienische Außenminister traf am Dienstag um 20.25 Uhr in der Hauptstadt der Bewegung ein, und hatte auf dem Hauptbahnhof, wo er durch die führenden Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht in Bayern begrüßt wurde, 15 Minuten Aufenthalt. In Anwesenheit des Führers gaben der Reichsminister des Auswärtigen und Frau von Ribbentrop am Montagabend in ihrem Hause in Dahlem ein Essen zu Ehren des Kgl. Italienischen Außenministers Graf Ciano, an dem von italienischer Seite General Pariani und die Herren der Begleitung des italienischen Außenministers, ferner Italiens Botschafter in Berlin, Attolico, mit den Mitgliedern der italienischen Botschaft, der Leiter der italienischen Wirtschaftsdelegation Botschafter Giannini sowie Vertreter des Fascio und Angehörige der italienischen Kolonie in Berlin mit ihren Damen teilnahmen. Der Abend, mit dem der Staatsbesuch des italienischen Außenministers Graf Ciano seinen Abschluß findet, war erfüllt von festlicher Stimmung, zu der nicht zuletzt auch die künstlerischen Darbietungen und das farbige Bild der blumengeschmückten Zelte im Garten beitrugen. Der Führer verweilte nach dem Essen noch längere Zeit im Hause des Reichsaußenministers. Aus Anlaß der Unterzeichnung des deutschitalienischen Freundschafts= und Bündnispaktes hat der König von Italien und Albanien, Kaiser von Aethiopien, dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop telegraphisch mitgeteilt, daß er ihm den Annunziaten=Orden verliehen habe. Der italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano hat dem Reichsaußenminister anläßlich eines Frühstücks in der italienischen Botschaft die Insignien des Ordens ausgehändigt werde, das in den internationalen Beziehungen zu einer regelrechten Diktatur der westlichen Demokratien über die sogenannten Diktaturen der Achsenmächte führe und das Recht der beiden Nationen auf ihren Lebensraum ignorieren, ja sogar bestreite: und dagegen an der ungerechtfertigten Verteidigung überflüssiger, von Frankreich und Großbritannien an sich gerissener Räume fest„Italien und Deutschland“, so sagt das Blatt u. a. weiter,„verlangen die Revision des in Versailles geschaffenen Systems, das von London und Paris in den letzten drei Jahren auf die Spitze getrieben wurde. Diese Revision muß auf ihre natürlichen Elemente und in ihren geographischen Rahmen zurückgeführt werden. Dies interessiert in Europa einerseits Deutschland und Italien, sowie andererseits Großbritannien und Frankreich. Es bedarf hierzu weder der Verwicklungen noch der Entstellungen durch große internationale Konferenzen oder durch Einkreisungssysteme, die darauf abzielen, die Verantwortungen auf Nationen abzuwälzen. die nichts mit dem Wesen des Konfliktes zu tun haben und im Interesse ihrer eigenen Freiheit lediglich an einem Kräftegleichgewicht in Europa interessiert sind.“ Dies sei, wie der Direktor des halbamtlichen Blattes abschließend betont, das gesamte nunmehr offiziell gestellte Problem. Der Augenblick seiner Lösung sei gekommen.„Ohne Ungeduld, aber ohne allzugroße Toleranz warten Deutschland und Italien, auf ihr Bündnis„ und auf die Macht ihrer Mittel gestützt, darauf, für welche Lösung sich die beiden westlichen Demokratien entscheiden.“ Frech— aber kleinlaut Polnische Presse phantasiert von Danziger „Provokationen“ Warschau, 23. Mai. Die Mordtat in Kalthof, wo, wie gemeldet, der Danziger Staatsbürger Grübner aus einem polnischen Dienstwagen heraus ohne jeden Anlaß niedergeschossen wurde, nimmt in der polnischen Presse noch einen großen Platz ein. Die Blätter zitieren verschiedene ihnen genehme Stimmen aus dem Lager der Einkreiser, un bei den polnischen Lesern den Eindruck zu erwecken, als ob sich die ganze Welt den polnischen Darstellungen angeschlossen habe und der Danziger Darstellung keinen Glauben schenken wolle. „Gazeta Polska“ behauptet mit größter Dreistigkeit, die Welt sei sich darüber einig, daß die Zwischenfälle in Danzig den„Charakter einer Provokation von deutscher Seite" tragen.„Kurjer Polski“ geht so weit, die Wiedergutmachungsforderung des Danziger Senats als„unverschämt“ zu bezeichnen. Den Gipfel der Unverschämtheit erklimmt das Blatt selbst mit der großsprecherischen Feststellung, „Polen könne nicht zulassen, daß sich eine Atmosphäre des Fiebers und der Provokationen in Danzig zu einem chronischen Krankheitszustand entwickelt.“ Der anmaßenden Feststellung, daß man möglicherweise„zu Zwangsmitteln greifen müßte“, folgt schließlich die kleinlaute Feststellung, daß die polnischen Rechte in Danzig nicht berührt worden sind, daß der Zwischenfall lokalen Charakter trägt und beigelegt wird, und daß Störenfriede diesen Zwischenfall hervorgerufen haben— womit ja nur der polnische Schütze gemeint sein kann... Kabinettssitzung in London London, 23. Mai. Das britische Kabinett trat am Dienstag zu einer Sitzung in der Amtswohnung des Ministerpräsidenten zusammen. Gegenstand der Besprechungen war unter anderem der Gesetzentwurf über die Schaffung eines Munitionsministeriums. Durch die Erledigung dieser Angelegenheiten auf der Sondersitzung des Kabinetts soll ermöglicht werden, daß die am Mittwoch stattfindenden Sitzungen des Kabinetts ganz den Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Sowjetregierung gewidmet werden können. Göring weiht Reichsluftschutz=Schule Man redet den König nicht mit dem Vornamen den Newyork, 23. Mai. Am 8. Juni wind die beiUsche Propaganda in den Vereinigten Staaten ihren Höhepunkt erreichen.— Am 8. Juni empfangen König Georg VI. und die Königin Elisabeth im Garten des britischen Botschaftsgebäudes in Washington 1300 Amerikaner, 1300 glückliche Bürger der freien Demokratie Amerika, die Auserkorenen aus ungezählten Tausenden von Bewerbern, die sich seit Jahr und Tag um die Ehre gerissen haben, vor den britischen Majestäten einen Diener machen zu dürfen. Nux 5000 Amerikanern alles in allem wird die einzigartige Ehre zuteil, dem englischen Königspaar vorgestellt zu werden.— Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, daß die Einladungslisten schon vor Monaten geschlossen werden mußten, weil die britische Botschaft einfach nicht mehr in der Lage war, die täglichen Berge von Anträgen und schriftlichen Gesuchen aus allen Landesteilen zu bewältigen.— Und doch ist es eine ansehnliche Zahl, wenn man bedenkt, daß König Georg und die Königin nur drei Tage in Washington sein werden.— Unter den auserlesenen 1300 der„Garden Party“— alkoholische Getränke werden nicht serviert, sondern nur Erdbeeren mit Sahne— gehören alle Mitglieder des Kabinetts, Staatssekretäre, Oberbundesrichter, leitende Offiziere, Mitglieder der Außenausschüsse beider Häuser, und Vorsitzende von anderen Kongreßkomitees, sowic 400 Gäste von„auswärts“, die„obersten Vierhundert“, der oft irrtümlicherweise als Demokratie bezeichneten amerikanischen Plutokratie Was dem Staatsdepartement in diesen Wochen vor dem denkwürdigen 8. Juni schwerste Kopfzerbrechen und Sorgen bereitet, ist der entsetzliche Gedanke, daß einer der Senatoren oder Abgeordneten einen„faux pas“ begehen könnte.— Die„obersten Vierhundert“ sind ja so „englisch“, daß man sie eigentlich gar nicht zu den Amerikanern rechnen sollte. Aber unter den Volksvertretern gibt es Männer aus dem Mittelwesten, aus dem Westen oder gar aus Texas, die von Viehzucht und Pferden mehr verstehen, als von der geschlifsenen Höflichkeit des Europäers. Für diese ungeschliffenen Söhne der Prärie und Felsengebirge, denen steife Kragen ebenso zuwider sind wie alle Förmlichkeit, hat das Staatsdepartement jetzt genaue Verhaltungsmaßregeln herausgegeben. 1. Der König und die Königin dürfen nicht mit dem Vorzamen angeredet werden. Die korrekte Anrede ist Majestät(bekanntlich reden die meisten Volksvertreter den Präsidenten mit dem Vornamen an). Die Begrüßung des Königs hat, wie es dann weiter heißt, folgendermaßen zu erfolgen: Erste Verbeugung, tief, von den Hüften ausgehend, Arme angelegt, Hacken zusammen und Nacken stei“ aus etwa sechs Fuß(zwei Meter) Entfernung. Zweite Verbeugung, weniger tief aus drei Fuß Entfernung, schweigen.— Den König zuerst reden lassen. Auch die Sache mit der Unterhaltung kann schwierig werden, darum ist es gut, allgemeine und ganz unpersönliche Antworten zu geben.— Es wäre zu sehr taktlos und unpassend zu antworten:„Ja, es ist heiß,— wie halten sie es aus?“ oder:„Macht die feuchte Hitze Sie nicht auch müde?“ Für die Begrüßung der Königin schreiben die Verhaltungsmaßregeln für Männer dieselben Verbeugungen vor: Für Frauen Knickse, die aber nicht unbedingt nötig sind, wenn jemand glaubt, einen Knicks nicht mit seinem„amerikanischen Nationalgefühl“ vereinbaren zu können, auf keinen Fall ist ein Handkuß erlaubt. Auch der Abgang muß gelernt sein.— Verbeugung wie oben, rückwärts von den Majestäten wegschreiten, vorher sich vergewissern, daß kein Stuhl oder sonst jemand im Wege steht, an der Türe noch einmal eine Verbeugung, dann ab.— Das ist nicht viel, wie man sieht, aber immerhin: Washington hat seine Sorgen und hat sie sicherlich nicht ganz ohne Grund.— Wer weiß, ob nicht doch irgendein Außenseiter„amerikanisches Nationalgefühl“ über den Respekt vor englischen Majestäten stellen wird? Horribill dietu! Deutscher Studententag in Totenehrung und Eröffnungskundgebung Würzburg, 23. Mai. Dem Gedenken der Gefallenen galt der weihevolle Auftakt der öffentlichen Veranstaltungen des Großdeutschen Studententages 1939 am Dienstagvormittag. Die Totenehrung vereinigte vor dem Gedenkstein der Deutschen Studentenschaft zu Füßen der Feste Marienberg die Studenten und Studentinnen des Großdeutschen Reiches, die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates und der Wehrmacht. Das gemeinsam gesungene Lied„Ein junges Volk steht auf“ eröffnete die Feier, worauf der Musikreferent der Reichsstudentenschaft Schrot in flammenden Versen das Bekenntnis für die Toten des großen Krieges und der Bewegung, der Toten des Sudetenlandes und der Ostmark erneuerte. Reichsstudentenführer Dr. Scheel legte einen Lorbeerkranz am Langenarckstein nieder. Nach der Totenehrung versammelten sich in den festlich geschmückten Huttensälen die Studenten und Ehrengäste, an ihrer Spitze Ministerpräsident Siebert. Reichsstudentenführer Dr. Scheel eröffnete hierauf den Zweiten Deutschen Studententag des Großdeutschen Reiches. Der bayerische Ministerpräsident Siebert sprach dann über die Sendung der deutschen Studenten im neuen Reich. Der Geist, der einst in den Freiheitskriegen die erste deutsche Burschenschaft beseelte, der einen Körner den Opfertod fürs Vaterland verherrlichen und künden ließ, und vor allem der Gedanke an das größere Reich aller Deutschen lebte in dem echten Studenten von einst, sonst wäre der Tag von Langemarck nicht Wirklichkeit geworden, 200 neue Fahnen übergeben— Berlin, 28. Moi. Höhepunkt und Abschluß des ersten Großzdeutschen Amtsträgerappells des Reichsluftschutzbundes bildete die Einweihung der Reichsluftschutzschule in Wannsee, die der Gründer des Reichsluftschutzbundes, Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwasse, Generalfeldmarschall Göring, in feierlicher Weise vornahm. Dabei wurden von ihm 200 Fahnen geweiht, die die Männer des Reichsluftschutzbundes zu stets hilfsbereitem und uneigennützigem Einsatz für die Gemeinschaft mahnen sollen. Im Verlaufe der feierlichen Uebergabe wurde bekanntgegeben, daß Generalfeldmarschall Göring den Generalleutnant von Roques auf dessen Antrag mit dem heutigen Tage von seinem Amt als Präsident des Reichsluftschutzbundes entbunden habe, daß seine wertvolle Erfahrung dem Reichsluftschutzbund jedoch dadurch bewahrt bleibe, daß Generalleutnant von Roques als Ehrenpräsident enge Fühlung mit der Reichsluftschutzarbeit behalten wird. Zum neuen Präsidenten ernannte der Führer den bisherigen Vizepräsidenten General der Flakartillerie von Schröder. Im Waldgelände vor dem eigentlichen Lehrgebäude und dem Stabsgebäude dieser„Hochschule des Luftschutzes“ in Wannsee hatten die Ehrenbereitschaften aus allen Gauen des Reiches Aufstellung genommen. Frisches Grün und ein Wald wehender Fahnen waren von einer ungetrübten Frühlingssonne überflutet. Führende Männer des Staates, der Partei und der Wehrmacht, vor allem der Luftwaffe, das gesamte Präsidium sowie die Landesgruppenführer, deren Stabsführer, die Ausbildungs= und Werbeleiter und die Sachbearbeiterinnen der 17 Landesgruppen, zahlreiche Bezirksgruppenführer und Ortskreisgruppenführer des RLB. nahmen an der Feier teil. Unter den Ehrengästen sah man u. a. Staatssekretär im Luftfahrtministerium Generaloberst Milch, den Chef des Ministeramtes Generalleutant Bodenschatz, den Korpsführer des NS.=Fliegerkorps General der Flieger Christiansen, Ministerialdirektor Dr. Gritzbach und den Präsidenten des Deutschen RoPräsident General von Schröder ten Kreuzes RSKK.=Obergruppenführer zog von Koburg. Unter dem Jubel der zu Tausenden sich eingefundenen. Bevölkerung längs des Weges am Wannsee traf Generalseldmarschall Göring ein und schritt in Begleitung des Kommandeurs der Reichsluftschutzschule Generalmajor Wecke die Front der Ehrenformationen ab. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes Generalleutnant von Roques führte u. a. aus: Die heutige Einweihung der Reichsluftschutzschule steht unter dem Zeichen: Sechs Jahre RLB., d. h., sechs Jahre Schule und Kleinarbeit, aber auch Großkampf um die Sicherheit von Volk und Reich. Im Namen von mehr als 900000 Amtsträgern in allen Gauen des Reiches und im Namen aller Mitglieder des Reichsluftschutzbun== des hieß der Präsident dann den Generalfeldmarschall an dieser Stätte, der neuen Hochschule des Luftschutzes, herzlich willkommen. Die von Generalfeldmarschall Göring aufgebaute Organisation sei eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes geworden, denn der Reichsluftschutzbund verkörpere in seinen fast 15 Millionen Mitgliedern das wehrbereite Volk der Heimat. Die Weiherede hielt dann Generalfeldmarschall Göring, der im Anschluß daran die Fahnenweihe vornahm. Er berührte zwei neue Fahnen des Reichsluftschutzbundes aus dem Sudetengau und dem Memelland mit dem verschlissenen Tuch der Horst=Wessel=Fahne, die einen Ehrenplatz vor dem Rednerpult innehatte. Mit den Worten„Möge der Geist eines Horst Wessel übergehen auf die Gefolgschaft dieser Fahnen“, weihte Hermann Göring symbolhaft alle im offenen Viereck aufgestellten 200 Fahnen, die, nunmehr enthüllt, auf rotem Grunde den Silbernen Stern mit schwarzem Hakenkreuz zeigen. Der neue Präsident, General der Flakartil= lerie von Schröder, übernahm sein Amt und brachte ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer des Großdeutschen Reiches Adolf Hitler und Generalfeldmarschall Göring aus. Eine Besichtigung der schönen und zweckmäßigen neuen Schule schloß die Weihefeier ab. scheren Engländer schwer verdaubarer Bissen ist. Noch niemals in seiner Geschichthat England derartige Zurechtweisungen entgegennehmen müssen, wie in den letzten Jahren, da seine Abessinienpolitik, Spanienintrigen, Palästinanöte, Mißerfolge mit Schuschnigg=Benesch das Land so schädigten. Und so nimmt die Unterzeichnung des deutsch=italienischen Vertrages in der Dienstagpresse einen großen Raum ein. Die Blätter berichten grämlich und verlegen tuend in langen Berliner Meldungen über das Programm des Tages, wobei die Teilnahme des Führers an dem Unterzeichnungsakt, sowie der Telegrammwechsel zwischen dem Führer und Mussolini und dem Führer und König Viktor Emanuel besonders hervorgehoben werden. Außer den sieben Artikeln des Vertragswerkes werden die Erklärungen der beiden Außenminister Deutschlands und Italiens von der Presse ganz oder auszugsweise wörtlich veröffentlicht. Der Berliner Korrespondent der Times will in dem Bündnis keinen neuen Faktor erblicken können. Die Tatsache, daß man die Unterzeichnung gegenseitiger Verpflichtungen in klarer und eindeutiger Form für notwendig gehalten habe, deute an— meint das Blatt —, daß die gegen Versailles gerichtete Revisionspolitik in ein gefährliches Stadium getreten sei. Im Leitartikel meint das Blatt in echt englischer Naivität, es handele sich eher um eine bemerkenswerte Zeremonie als um ein bemerkenswertes Ereignis. Die beiden Regierungen hätten nur die logische Folge aus einer ganz natürlichen Entwicklung gezogen. Wie nicht anders zu erwarten, entladen sich Gift und Galle der ertappten Einkreisungspolitiker zwischen den Zeilen. Nachdem sie eifrig Kriegspsychose und Kriegsbündnisse gefördert haben, ist es ihnen sehr bitter, daß Deutschland und Italien sich prompt systematisch auf Kriegsgefahren vorbereiten. Der römische Korrespondent des Daily Telegraph meint in komischer Umdrehung der eigenen polnischen Sorgen, zweifellos würden es die Italiener schwerlich begreifen, warum sie morgen für Danzig kämpfen sollten. Das Blatt, an dem die seit 1918 sich auftürmenden Gefahren spurlos vorübergingen, hat den Eindruck zynischen Spottes, wenn Hitler und Mussolini von der heiligen Erbschaft der Zivilisation sprechen, und ist pharisäerhaft empört, daß England nicht mehr als deren Schirmherr gilt. Zwei Autos aufeinandergeprallt Fünf Tote und vier Schwerverletzte Paris, 23. Mai. Ein schweres Verkehrsunglück, das fünf Menschenleben forderte, ereignete sich in dem Pariser Vorort Chateauroux, wo ein Beerdigungsauto mit einem Kraftwagen in voller Fahrt zusammenprallte. Der Autobus, der die Trauergäste beförderte, fing bei diesem Zusammenstoß Feuer. Fünz der Insassen, die sich wegen der erlittenen Verletzungen nicht mehr aus dem Wagen retten konnten, kamen in den Flammen um, während vier weitere Personen schwer verletzt in ein Krankenhaus übergeführt werden mußten. Anbestreitbare Wichtigkeit Bukarest, 23. Mai. Für den starken Eindruck, den der deutsch=italienische Pakt in Rumänien gemacht hat, sind die Aeußerungen der beiden maßgebenden Blätter bezeichnend.„Timpul“ — das Organ des Außenministers Gafenen — veröffentlicht eine kurze, aber offiziell aussehende Notiz, in der es unter anderem heißt, dieser politische Akt, der die deutsch=italienischen Beziehungen schriftlich fortsetze, sei„von unbestreitbarer Wichtigkeit". Der von Adolf Hitler und Mussolini wiederholt geäußerte Friedenswille Deutschlands und Italiens lasse erwarten, daß der Berliner Vertrag selbst ein Friedenswerkzeug sein werde. Roosevelts Liebeswerben um Moskau geschäftig und geschäftlich Washington, 23. Mai. Laut Mitteilung des amerikanischen Wirtschaftsministeriums ist die Ausfuhr aus den Vereinigten Staaten nach der Sowjetunion im Jahre 1938 auf 69691000 Dollar gestiegen und erreichte hiermit den höchsten Stand seit 1931. Das Liebeswerben Roosevelts hat sich also in gewisser Beziehung bezahlt gemacht, da die Ausfuhr im Vergleich zu 1937 um weitere 27 Millionen Dollar gesteigert werden konnte. Die Sowjetunion schneidet materiell allerdings bei diesem Geschäft sehr schlecht ab, ihre Einfuhr nach USA. betrug 1938 nur 24064000 Dollar.— Bombenattentate ohne Ende! Was sagt das„friedliche England“ zu solchen Metboben London, 23. Mai. Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem das auf seine„friedvolle Politik“ so stolze Inselreich kein Bombenattentat erlebt. Wenn sich nicht solche Bombenleger früher einmal vereinzelt in anderen Staaten— meistens östlich der Weichsel— betätigten, könnten sie von den Demokraten leicht den Strahlenkranz des nationalen Märtyrers bekommen oder wenigstens die Bescheinigung, ihr Land in den Geruch unhaltbarer innerer Zustände gebracht zu haben. Natürlich wollen wir England solche Bescheinigungen nicht ausstellen. Wir vermerken nur, daß in der Nacht zum Dienstag wieder auf eine Kaserne in Liverpool ein Bombenanschlag verübt wurde. Von einem Unbekannten wurde eine Gelignitbombe in die Turnhalle der Kaserne geschleudert. Die Bombe explodierte jedoch nicht und konnte durch sofortiges Eingreifen unschädlich gemacht werden. Ueber den Täter hat man keine weiteren Anhaltspunkte, als daß ein Radfahrer sich Zeit der Tat schleunigst vom Tatort entfernte. Der USA=Justizminister Murphy ernannte am Montag den Kommunisten Thomas Amlie zum Abteilungsleiter seines Ministeriums. Ihm werden bestimmte Sonderavigeben(1) übertragen. Deutsche Freiwunge=rehren zuruck „Die deutschen Freiwilligen mit ihren spanischen Kameraden in engster Freundschaft verbunden“ Leon, 23. Mai. Nach der großen Abschiedsparade der deutschen Freiwilligen besuchte der Caudillo die Stadt Leon, deren Bevölkerung ihn bei seinem ersten Besuch begeistert begrüßte. Vom Balkon des Rathauses hielt General Franco eine Ansprache, in der er der Einwohnerschaft der Stadt für den herzlichen Empfang dankte und auf die historische Ueberlieferung hinwies, die zu den größten Anstrengungen und zur unbedingten Einigkeit für alle Zukunft verpflichte. Im Anschluß daran fand ein Festessen statt, an dem außer dem Caudillo die Botschafter von Deutschland und Italien, die Führung der deutschen Freiwilligen sowie mehrere spanische Generale teilnahmen. In seinem Trinkspruch dankte Botschafter v. Stohrer dem Staatschef für sein Erscheinen und versicherte, daß die Spanien jetzt verlassenden Offiziere und Mannschaften der deutschen Legion als unvergeßliche Erinnerung das tiefwurzelnde Gefühl in ihre Heimat nehmen, mit ihren spanischen Kameraden in engster Freundschaft verbunden und dem Generalissimus in Bewunderung und persönlicher Anhänglichkeit für immer zugetan zu sein. Gleichzeitig konnte der Botschafter dem Caudillo die soeben eingetroffene Nachricht übermitteln, daß die zum Abtransport der Freiwilligen in Vigo eingelaufenen Schiffe u. a. 700 Tonnen Weizenmehl, Medikamente sowie Ausrüstung für eine vollständige Kinderabteilung der Polyklinik und eine geburtshilfliche Abteilung mitbringen. Die Spende wird vom Leiter der DAF., Dr. Ley, dem Generalissimus zur Linderung der Not in den von den roten Horden sonst hätte die deutsche Seele in den Zeiten der tiefsten Not den übermütigen Bedrückern nicht einen Helden wie Albert Leo Schlageter entgegenstellen können. Der Ministerpräsident schilderte die Gefahren, die dem Studententum aus dem liberalistischen Grundzug der Zeit vor und nach dem Kriege erwuchsen. Er erinnerte an das geistige Proletariat und die Gefahr, die sich daraus ergab, daß von allen deutschen Studierenden im Jahre 1929/30 nur 2,6 v. H. Söhne von Arbeitern und nur 2/8 v. H. Söhne von unteren Beamten waren. Der Punkt 20 des Parteiprogramms, der jedem fähigen und fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung ermöglichen wolle, findet in diesen Zahlen seine Grundlage und Rechtfertigung. Die deutsche Studentenschaft, so erklärte der Ministerpräsident, war auf dem Wege zum neuen Reich Hüterin der heiligen Glut, die Deutschland heißt, und das muß auch ihre Sendung im neuen Reich bleiben. Der besondere Inhalt dieser Sendung des deutschen Studenten lasse sich in dreifacher Steigerung durch die Worte zum Ausdruck bringen: ein umfassendes Wissen, ein gediegenes Können, ein ganzer Mann.— Wissen heißt die Welt in all ihren Erscheinungen verstehen. Hierfür muß man ein geistiges Auge besitzen und dieses Auge heißt: Weltanschauung. Die nationalsozialistische Weltanschauung, die Weltanschauung des deutschen Studenten, biete beste Gewähr für ein gediegenes Wissen. Ein bloßes Fachwissen führt für sich allein die Gefahr in sich, daß der verwüsteten Gebieten zur Verfügung gestellt. Der Caudillo dankte hocherfreut für diese neue große Spende und bat den Botschafter, an Dr. Ley den Dank zu übermitteln. Nach dem Festessen fand auf der Hauptstraße von Leon ein weiterer Vorbeimarsch der deutschen Freiwilligen vor ihrem Befehlshaber, Generalmajor v. Richthofen, statt. Dem Vorbeimarsch wohnten auf der Ehrentribüne als Gäste die örtlichen Behörden bei. Bereits Montagabend begann der Abtransport der deutschen Freiwilligen mit der Eisenbahn nach Vigo. Dort erfolgte Dienstag die Einschiffung in die fünf Schiffe, von denen das letzte am Donnerstag den Hafen verläßt. Rom, 23. Mai. Die italienischen Spanienkämpfer werden, einer halbamtlichen Meldung zufolge, noch vor Ablauf dieses Monats in die Heimat zurückkehren. Die Legionäre werden sich in Cadiz einschiffen und in Neapel eintreffen. Sieben mongolische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen Tokio, 23. Mai. Im Verlauf von Zusammenstößen westlich des Puir=nor=Sees an der Westgrenze Mandschukuos zwischen erheblich verstärkten außenmongolischen und mandschurischjapanischen Grenztruppen wurden nach einer Meldung aus Hsinking am vergangenen Sonnabend und Montag sieben außenmongolische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Sinn und Blick für die Dinge der Welt sich verengen. Das Wissen muß sichtbar gemacht werden für das Volk, dann bedeutet es Können und Leistung. Auch hierfür ist der Reichsberufswettkampf ein vorzügliches Erziehungsmittel. Ueber allem aber muß der deutsche Student seine Sendung im neuen Reich darin erblicken, ein ganzer Mann zu werden. Zu einem ganzen Mann gehört vor allem auch ein anständiger Charakter. Treue und Pfichterfüllung, Wahrung der eigenen Ehre und Achtung der Ehre aller anständigen Menschen, Opfer= und Einsatzbereitschaft im Dienste des Führers und, nicht zuletzt, Ertüchtigung, Abhärtung und Stählung des Körpers. Der Bündnispakt verdaulich Wie London den 22. Mai hinnimmt] England manövriert sich in eine immer schwierigere Lage London, 23. Mai. Die unbeirrte Formierung der Front des neuen Europas wird mit der bekannten staubigen Mißgunst in London verzeichnet. Angesichts des großen Unterschiedes zwischen dem individualistischen Phlegma in England und der durch Hitler=Mussolini geweckten ungeheuren Volkskraft von Italien und Deutschland sucht die englische Presse nach dem 22. Mai krampfhaft nach einem Halt. Man merkt ihr an, daß die logische Antwort der Ordnungsmächte auf das Europa verratende Einkreisungsspiel ein für die einst so * Mittwoch, den 24. Mal 1939 Nr 119(Zweites Blatt) a Seig egr üche ete d u uene elden-Hal. in Pee äe eeer gattreger g MS MITTWOCH Zum Geleit Die wahre Freundschaft zeigt sich im Versagen zur rechten Zeit, und es gewährt die Liebe gar oft ein schädlich Gut, wenn sie den Willen des Fordernden mehr als sein Glück bedenkt. Goethe. Gedenktage 1848 Annette v. DrosteHülshoff gestorben. Wetter: Noch wärmer! Mit anhaltendem Luftdruckanstieg setzte sich weitgehende Wolkenauflösung durch. Die Sonnenstrahlung, die nun voll zur Geltung gelangt, läßt die Temperaturen über 20 Grad ansteigen. In der Weiterentwicklung ist mit Fortdauer des warmen und trockenen Ostwetters zu rechnen. Wenn es nachts durch Ausstrahlung auch noch recht kühl ist, so besteht doch keine Frostgefahr. Aussichten für das Industriegebiet, Münsterund Sauerland für Mittwoch, den 24. und Donnerstag. den 25. Mai: Bei mäßigen Winden zwischen Nord und Ost meist heiter. Tagestemporaturen über 20 Grad. Nachts kühl. M.“-scheinliche Weiterentwicklung: Beständig. wur sehr schei. un der Rückkehr der Schwerter Kinder aus dem Gau Halle=Merseburg Gestern früh um 6.30 Uhr herrschte im Schwerter Bahnhof ein lebhaftes Treiben. Ein langer Sonderzua brachte die Kinder, die aus den Kreisen Iserlohn und Bochum im Rahmen der Kinderlandverschickung der NSV. vier Wochen lang im Gau Halle=Merseburg Erholung und Kräftigung fanden, zurück. Die freudige Erwartuna. ihre Lieblinge nach wochenlanger Trennung wiederzusehen, hatte die Mütter schon früh den Weg zum Bahnhof beschreiten lassen. So standen sie denn schon kurz nach 6 Uhr Kopf an Kopf auf dem Bahnsteia. ungeduldig in die Fahrtrichtung Ausschau haltend, aus der der Zug kommen mußte. Endlich in der Ferne ein Tücherwinken, und wenige Augenblicke später lagen sich Mütter und Kinder in den Armen. Während die 160 Kinder aus Schwerte und aus der näheren Umgebung und 120 Kinder aus Bochum, die von Schwerter Bealeitern über Dortmund nach ihrer Heimatstadt gebracht wurden, unter fröhlichen Rufen, mit Koffern und Paketen beladen. ausstiegen, fuhr der Sonderzug weiter nach Iserlohn, wo ihn ebenfalls eine große Anzahl Mütter sehnsüchtig erwartete. Trotz der langen Nachtfahrt, die hinter ihnen laa, konnten die Kinder schon auf dem Wege zur elterlichen Wohnung nicht genug erTaurschronit Sie häugen im Kasten. Das Aufgebot haben bestellt: Elektromeister Fritz Emil Jor= dan. Schwerte, und Elisabeth Meininghaus, Westhosen; Bahnunterhaltungsarbeiter Wilhelm Theodor Heinrich Liesenberg, Schwerte, und Ida Gerlach, Hohenlimburg: Anstreicher Gustav Witzel, Schwerte, und Margarete Irmer, geb. Thiessen, Schwerte; Konditormeister Friedrich Wilhelm Heermann, Schwerte. und Elfriede Emmi Dickehage, Westhofen; Hauptwachtmeister Otto Heinrich Gustav Reuper, Soest, und Emma Emilie Saure, Schwerte; Kaufmann Karl Heinrich Seidenstücker, Schwerte, und Wilhelmine Elshoff. Dortmund=Aplerbeck. “ Unfall bei der Gartenarbeit. Vorgestern ereignete sich in einem Garten in Schwerte=Ost ein bedauerlicher Unfall. Die Ehefrau P. kam so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen komplizierten Schienbeinbruch zuzog. Sie fand Aufnahme im Krankenhaus. Werkpause aus Reheim. Der Reichssender Köln veranstaltet am Freitag, dem 26. Mai, eine Werkpause bei den Metallwerken Goeke& Co. in Neheim. Es spielen die Werkkapelle sowie der Mandolinenklub. Außerdem singen der Werkchor und die Frauen=Singgruppe. Die Ansage der Werkvause, die um 12 Uhr beginnt, hat Wilm Böckenholt. * Wettstreit der schönen Künste. Der Wettstreit innerhalb der westfälischen HJ. ist nun abgeschlossen. Sehr zahlreich haben sich die Mitglieder der 5J. und des BDM. beteiligt. Aus der Siegerliste ersehen wir, daß Hildegard Hesse aus Schwerte mit einer Anerkennung bedacht worden ist. : Achtung für die Jugend! Wie der Gauschatzmeister des Gaues Westfalen=Süd bekanntgibt, haben alle Angehörigen der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädel, die bis einschließlich 31. Dezember 1939 18 Jahre alt werden und die bis zum 1. September 1939 4 Jahre der H3.— einschließlich Jungvolk— oder dem B0M— einschließlich Jungmädel— angehören, sofort bei der zuständigen Ortsaruppenleitung der NSDAP. einen Aufnahmeantrag abzuholen, wenn sie in die NSDAP. aufgenommen werden wollen. Erfolgt die Meldung in den nächsten Tagen nicht, ist die Aufnahme unmöglich. Ein Wort an die Kd F.=Fahrer. Die Nachfrage nach KdF.=Fahrten übertrifft in diesem Jahre alle Erwartungen. Wer die Absicht hat, an einer Fahrt teilzunehmen, melde sich zeitig an, um nicht Gefahr zu laufen, wegen Verspätung abgewiesen zu werden. Eine zeitige und ordnungsmäßige Anmeldung erleichtert den Dienststellen, die außerordentlich beansprucht sind, ihre zählen von ihren Erlebnissen am Strande der Saale, in dem vielfach besungenen, stromdurchschnittenen Land der Ebenen und der Berge, der Burgen und Schlösser. Sie erlebten im Weißenfelder Braunkohlenrevier und im Mansfelder Land den Rhythmus der Arbeit sowohl wie das Wachsen und Werden in den fruchtbaren Ackerfluren und stillen Wäldern des Saaletales. Sie lernten die Bewohner des mitten im Reich liegenden Gaues Halle=Mersebura, ihre Sitten und Gebräuche kennen und brachten neben der körperlichen Erholuna Erkenntnisse mit heim, die ihren Blick weiteten und die ihnen für ihr späteres Leben von großem Nutzen sein werden. Heute mittag nun fahren auch die Kinder aus dem Gau Köln=Aachen, die seit dem 18. April in Schwerte weilen, in die Heimat zurück. Es muß geschieden sein, trotzdem auch jetzt wieder eine Anzahl Pflegeeltern darum baten, ihnen ihren kleinen Gast, den sie inzwischen liebgewonnen haben, noch einige Zeit zu belassen. Die Anhänglichkeit der Kinder aber wird den Pflegeeltern der schönste Dank sein für ihren Einsatz an dem großen Werk des Führers für die Gesunderhaltung des Volkes. Arbeit und gestattet, die erforderlichen Vorarbeiten ohne Hast sicher zu erledigen. . Bestandene Gesellenprüfung. Vor dem Gesellenprüfungsausschuß in Iserlohn, unter Leitung des Vorsitzenden Friseurmeisters Julius Schöttler, Schwerte und der Beisitzer Friseurmeister E. Sinn, Iserlohn, Fr. Krefting, Hohenlimbura und Weide, Iserlohn, bestanden folgende Friseurlehrlinge ihre Prüfung mit gutem Erfolg: Elsbeth Bottner(Friseurmeister Schnevper, Iserlohn), Karl Glaser(Lehrmeister Haus Prott, Schwerte), Margarethe Hönnek ster Jul. Reck. Letmathe), Ottilie Kellerhoff (Lehrmeister Julius Schöttler, Schwerte), Karl Meier(Lehrmeister Aug. Schlüter, Westhofen), Otto Schulte=Höppe(Lehrmeister Heetmann, Schwerte), Margarethe Simon(Lehrmeister Otto Duhme, Iserlohn), Hildegard Theile(Lehrmeister Heinr. Graefe. Schwerte).Mit Auszeichnung bestand Irmaard Seckt die Prüfuna(Lehrmeister Fritz Koch, Schwerte=Ost). Der Prüfungsausschuß war mit den gezeigten Arbeiten, die als sehr gute Durchschnittsleistungen zu bezeichnen sind, zufrieden. —. Unser aktueller Bilderdienst zeigt folgende interessante Aufnahmen: Die Magyaren in Frankfurt a. M. 3•0 geschlagen: Die Motorenschlacht auf dem Nürburgring: Polnischer D=Zua in Danzig entgleist: Papst Pius XII. nahm Besitz von der Lateran=Basilika: Radländerkampf im Häusermeer des Berliner Ostens: Unsere Nürburg=Rennfahrer„geschlagen“— aber nur beim Kegeln; Ehrentag der deutschen Mucter; Graf Ciano in Berlin begeistert empfangen. Besondere Kennzeichen: Gelb mit 10 schwarzen Längsstreifen! Sobald es wärmer wird, verläßt ein gefährlicher Feind unserer Ernährungsgrundlage sein Winterquartier: der Kartoffelkäfer. Er bedroht unsere Kartoffeläcker mit Kahlfraß und kann Mißernten verursachen, die in ihren Ausmaßen nicht zu übersehen sind. Die Tatsache, das Südwestfalen als Gefahrengebiet gilt, verpflichtet alle Kartoffelanbauer, auf das Vorkommen dieses Schädlings zu achten. Die 10 schwarzen Längsstreifen auf gelbem Grund lassen den gefährlichen Schädling schnell erkennen. Ausbildungslehrgang für Hebammen. Am 1. Oktober beginnt in der Landesfrauenklinik Paderborn ein achtzehnmonatiger Ausbildungslehrgang für Hebammen. Aufnahmegesuche sind möglichst bald dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen(Verwaltung des Provinzialverbandes) in Münster i. W., Landeshaus, woselbst auch die Aufnahmebedingungen gegen eine Gebühr von 0.50 RM. zu erhalten sind. vorzulegen. Die Bewerberinnen müssen bei Beginn des Lehrganges mindestens 20 Jahre alt sein und sollen das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben. : Wer im Walde raucht, ist ein Verbrecher! Wer einen Wald betritt, denke daran, daß der Wald nicht nur zum Svazierengehen und zur Erholung da ist, sondern daß er Volksaut und eine der wichtiasten Rohstoffauellen des Deutschen Reiches ist, daß er von größter Bedeutung für die Wirtschaft und Ernährung unseres Volkes ist. Darum achte jeder darauf, daß ihm kein Schaden geschieht. Umgang mit Feuer und Rauchen im Wald ist unter allen Umständen zu vermeiden. Wer im Walde raucht, wird als Verbrecher am Volk betrachtet. Seine Strafe wird entsprechend ausfallen. Kuier mit: Alssnüieenlininl 2 Plätze für die KdF.=Urlauberfahrt 35 an den Bodensee frei! Infolge Erkrankung der angemeldeten Teilnehmer sind für die Fahrt UF. 35 an den Bodensee(Aufnahmeort Ueberlingen) vom 28. Juni bis 8. Juli 2 Plätze freigeworden. Der Fahrpreis beträgt je Platz 43,50 RM. Schnellentschlossene Interessenten wollen sich in der KdF.= Dienststelle im neuen Rathaus am Donnerstag oder Freitag in der Zeit von 18—26 Uhr anmelden. Sauglichrenebenmangen der 53. Hauptbannführer Günter Kaufmann von der Reichsjugendführung behandelt in seiner ausführlichen Erläuterung der Dienstpflicht der deutschen Jugend in der HJ. im„Jungen Deutschland“ auch die in der zweiten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die HitlerJugend geregelte Tauglichkeitsfrage. Danach ist für die Feststellung der Tauglichkeit der HI.= Arzt verantwortlich, dem hierdurch eine hohe staatspolitische Verantwortung übertragen wurde. Jeder Jugendliche untersteht während der gesamten Zeit seiner Dienstpflicht dem ärztlichen Schutz, Die Tauglichkeitsanforderungen an die allgemeine HJ. dürften etwa den bisherigen Richtlinien der HJ. entsprechen. Als tauglich wären danach alle körperlich und geistig voll leistungsfähigen und seelisch gesunden Jugendlichen zu bezeichnen, die allen Anforderungen des Dienstes in der allgemeinen HJ. gewachsen sind. Als bedinat tauglich kämen in Betracht Jugendliche, die nicht an allem Dienst teilnehmen können. Sie müssen körperlich so weit in Ordnung sein, daß sie Dienstkleidung tragen und am Heimabend und Innendienst teilnehmen können. Im übrigen wird der Arzt bestimmen, von welchem Dienst ein solcher Jugendlicher im einzelnen zu befreien ist. Entsprechende Eintragungen des Arztes werden in einem vorgesehenen Gesundheitsvaß erfolgen. Untauglich wären 2. B. Schwachsinnige. charakterlich Minderwertige und solche mit schweren Mißbildungen und ernsten Nerven=, inneren und chirurgischen Erkrankungen, auch mit ekelerregenden Krankheiten und ansteckenden Hautkrankheiten. Bedinat tauglich könnten Jugendliche mit bestimmten körverlichen Fehlern, mit allgemeiner Schwäche, Krankheitsanfälligkeit, Herzfehlern, erheblichen Sehstörungen sein. Zurückstellung sei an sich auch möglich, wenn der Jugendliche nach dem Urteil des Schulleiters sonst die schulischen Anforderungen nicht erfüllen kann. Grundsätzlich ständen aber Jugenddienst und Schuldienst aleichberechtigt nebeneinander. Wenn also 2. B. von einem geistig nicht überdurchschnittlich Befähigten ein humanistisches Gymnasium besucht wird, obschon er seinen Anlagen nach ein ausgezeichneter Schlosser werden könnte; so wäre einer Befreiung von der Jugenddienstpflicht stattzugeben. Die, abgesehen von der zur bliebenen körperlichen Entwicklung noch hende Möglichkeit der Zurückstellung in Einzelfällen auf Antrag sei eine Kannbestimmuna, bei der dafür gesorgt werden könne, daß sie nicht von trägen Elementen oder Drückebergern ausgenutzt 85. Nachtflüge nach Köln. Die Deutsche Luftbansa veranstaltet außer Sonntags, jedoch auch am Pfingstmontag, verbilligte Flüge mit Start um 19.15 Uhr und 21.20 Uhr von Dortmund nach Köln. Es ist eine Flugpreisermäßigung von 50% eingeräumt worden, sodaß dadurch vielen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben ist, sich ihre Heimat aus dem Flugzeug anzusehen. Ein Flug an sich ist schon ein Erlebnis, das unvergeßliche Eindrücke zu bieten vermag. Der Flug um 21.20 Uhr ab Dortmund nach Köln ist bereits schon ein Nachtflug und bietet noch ganz besondere Reize. Wie unbeschreiblich schön ist das Naturschauspiel eines Mondaufganges in klarer Nacht. Hoch glitzern die Sterne in selten gesehener Pracht. Unten aber blitzen tausend Lichter der Industriestädte auf, die sich in endloser Kette in fast allen Farben wie eine glühende Perlenschnur über die Städte hinwegzieben, der lodernde Feuerschein der Hüttenwerke. Ueber Dortmund, das von ungezählten Lichtern glänzt, nimmt die dreimotorige Junkers Ju 52 Kurs auf Köln. Im gleichen Tempo von 240 Stundenkilometern zieht das Flugzeug majestätisch seine Bahn. Ein breites, helles Band schlängelt sich durch das Gewirr der Lichterketten. Der Rhein wird überflogen und Köln grüßt im Glanz der Lichter und Farben. Im sanften Gleitflug setzt die Ju 52 zur dung an, die Scheinwerser des Flugzeuges hellen auf und schon rollt das Flugzeug über den Flugplatz. Kaum 20 Minuten dauert dieser schöne Flug von Dortmund nach Köln. Auskunft und Platzbelegung durch die Flugleitung der Deutschen Lufthansa Dortmund. Industriewerk läßt besonders tüchtige Lehrlinge studieren. Goldsaal der Westfalenhalle in Dortmund vereinigte sich die Gefolgschaft C. H. Jucho mit ihren Angehörigen zu einem Werksgemeinschaftsabend. Der Betriebsführer wies bei dieser Gelegenheit auf die von der Firma durchgeführten sozialen Maßnahmen hin, durch die die Arbeitsfreudigkeit der Gefolgschaft stark gehoben wurde. Interessieren dürfte, daß die Firma künftig besonders tüchtigen Lehrlingen ein kostenloses Studium an einer höheren technischen Lehranstalt geben wird. Der Grundgedanke ist, junge Arbeitskameraden, denen die Mittel zu einem Studium fehlen, ihrer Begabung entsprechend zu fördern. Gewinnbeteiligung für Gefolgschaftsmitglieder. Betriebsführer Schneider von der Firma H. u. F. Schneider in Nuttlar nahm seine 50jährige Zugehörigkeit zum Betrieb und das 70jährige Bestehen des Werkes zum Anlaß, der sozialen Kasse der Gefolaschaft eine beträchtliche Summe zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig nannte er die Gewinnbeteiligung jedes Gefolgschaftsmitgliedes, deren Höhe sich nach dem Dienstalter im Betrieb richtet. Die Darlegungen des Betriebsführers wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. Was bringt das Siegener Gebirgsfest? Tausende Augen sind auf Siegen gerichtet. Hunderte von Hände bereiten schon das große Gebirgsfest vor, das der Sauerländische Gediras=Verein hier am 3. und 4. Juni zu feiern gedentt.,.II2ihn b% Unter den zahlreichen Ehrengauen, die ihr Erscheinen zugesagt haben, befindet sich auch der Leiter des Westfälischen Heimatbundes, Landeshauptmann Kolbow, der jahrelang im Siegerland tätig war, ehe er auf den jetzt von ihm bekleideten Posten berufen wurde und der fast auf keinem Gebirgsfeste des SGV. der letzten Jahre fehlte. Westfalens Landeshauptmann wird auch bei der Großkundgebung auf dem wunderschönen Marktplatz der Stadt Siegen neben Kreisleiter Preußer, der zugleich den verhinderten stellvertr. Gauleiter Oberbür= germeister Vetter vertritt, und Oberbürgermeister Eißner sprechen, während der Gesamtvereinsführer des SGV. Vizepräsident des Oberpräsidiums der Rheinprovinz Dellenbusch zum Schluß die Wimvelweihe vornehmen wird. Im Festzuge werden auch Siegerländer Trachtenaruppen zu sehen sein. Nach der Kundgebung der Wanderer des Sauerlandes, Siegerlandes und Beraischen Landes marschiert der Zug unter Vorantritt Hunderter von SGV.=Wimpeln zu den Anlagen der Eintracht, wo ein großes Volksfest den Abschluß der ereignisreichen Siegener Arbeits= und Festtage bildet. Die Reichsbahn hat Vorsorge getroffen, daß am Sonntaa, dem 4. Juni morgens ein verstärkter und beschleunigter Zugverkehr auf der Strecke Hagen— Siegen und abends für die Rückfahrt allen Anforderungen, die der erwartete Massenbesuch des Gebirgsfestes in Siegen an sie stellt, entspricht. Ueber diese Züge wie über deren Fahrpreisermäßigungen gibt jede SGV.=Abteilung nähere Auskunft. Außerdem gibt die Reichsbahn ab Samstag(3. 6.) früh 5 Uhr bis Montag abends 24 Uhr geltende Sonntagskarten auf allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 km von Siegen innerhalb Westfalens und des rechtsrheinischen Gebietes zwischen Sieg und Lippe einschl. Köln aus. Mit jedem Tage, der die kurze Zeitspanne bis zu den Siegener Festtagen verkürzt, steigt die Spannung und Erwartung aller Wander=, Heimat= und Naturfreunde. Die Führung des S6V. tagt Der Führerrat des Sauerländischen Gebirgsvereins war im Kohlberghaus zu seiner Frühjahrssitzung versammelt. Zu Beginn der umfangreichen Tagung gedachte der Führer des Gesamtvereins, Vizepräsident des Oberpräsidiums der Rheinprovinz, K. E. Dellenbusch, Koblenz, des am Himmelfahrtstag verstorbenen Bezirksführers von Niederberg und Führerratsmitgliedes Oberstudiendirektor Dr. Pfennig. Hilden, der sich besonders um den Aufschwung der Wanderbewegung im Bergischen Land verdient gemacht hat. In seinem Bericht über den Stand der Vereinssache hob der Vereinsführer besonders die Gründung von 8 neuen Abteilungen und die Gewinnung von 1258 neuen Mitgliedern im Jahre 1938 hervor, zu denen bisher 1939 weitere 3 Zweigvereine gekommen seien. Eine Reihe von Kreisen hat auf Anregung des Landrats Dr. Teipel, Arnsberg, hin Kreisbeauftragte für den Verkehr mit den in Frage kommenden SGV.=Abteilungen bestimmt. Fast durchweg ist ein erfreulicher Aufschwung zu verzeichnen, wie überhaupt die manigfachen Vereinsaufgaben viel zielbewußter und planmäßiger durchgeführt wurden als früher. Aus dem Bericht des Hauptgeschäftsführers Schult, Iserlohn, ging hervor, daß die Bezirke Astenberg, Hunau=Wilzenberg, Wittgenstein, Mittellenne und das Bergische Land seit 1933 ihre Mitgliederzahlen mehr als verdo peln konnten, der Bezirk Mittelruhr erreichte fast die doppelte Höhe. Als besonders wertvoll hat sich die Zusammenarbeit mit der Tagespresse herausgestellt, die der heimat= und volkstumswichtigen Arbeit des SGV. weitgehendstes Verständnis entgegenbringt. Hauptwanderwart Dr. Poth, Menden, wies auf den besonderen Wert der Lehrgänge für die Fachwarte hin und forderte allerorten stärksten Einsatz für die Anregung des Vereinsführers, den Wonnemonat zum Wandermonat Ctälrsch ius Saulerlaub Pfingsteinsatz der westfälischen Hitler=Jugend In den Pfingsttagen von Sonnabend den 27. Mai, bis Montag, den 29. Mai 1939, findet der Pfingsteinsatz der Westfälischen Hitler=Jugend in den Bannen 137(Oberruhr), 145 (Grenzland), 227(Olpe), 261(Weißes Venn) und 385(Warburg) statt, an dem sich alle Banne, Jungbanne und Untergaue beteiligen. Wir fahren Pfingsten in die Grenzbanne und ins Sauerland, um unsere Kameraden, die dort in der Hitler=Jugend und im BDM. ihren Dienst tun, kennenzulernen. In jedes Dorf wird eine Fahrtengruppe gelegt. Von den Jungen und Mädeln werden dann Dorfabende, Sportnachmittage und offene Singen durchgeführt. Es soll dadurch zwischen der Dorfbevölkerung und der Hitler=Jugend, die aus allen Teilen Deutschlands stammt, ein kameradschaftliches Verhältnis hergestellt werden. Während die einzelnen Einsatzgruppen Sonntag mit den Bewohnern der Dörfer zusammen sein werden, treffen sich alle Gruppen am Montag an einem Ort in jedem Bann. Dort werden auf einer großen Abschlußkundgebung führende Männer der Bewegung zu den Jungen und Mädeln sprechen. Auch die Iserlohner Hitler=Jugend wird an diesem Pfingsteinsatz“ der Westfälischen HitlerJugend 1939 beteiligt sein. So werden vom deutschen Jungvolk verschiedene Fahrtengruppen nach Brilon geschickt. Die Pimpfe des Jungbannes 136 werden die Dörfer Olsberg, Assinghausen, Grönebach belegen. Die Jungen werden hier von der Bevölkerung in Privatquartieren untergebracht. Zur Abschlußkundgebung, die für die Iserlohner Pimpfe in Brilon stattfindet, werden außerdem noch andere Marscheinheiten aus dem Gebiet Westfalen zugezogen. Montag tritt dann die HJ. den Rückmarsch in ihre Heimatstandorte wieder an. Es ist dies nicht der erste Pfingsteinsatz, den das Gebiet Westfalen durchführt. Bereits im vergangenen Jahre waren Fahrtengruppen aus dem ganzen Gebiet auf Fahrt in den Grenzbannen. Der Sinn dieser Fahrten ist, der Jugend des Grenzlandes zu zeigen, daß mit ihnen Hunderttausende von Jungen und Mädeln in Westfalen und darüber hinaus im Reich marschieren. Dieser Sinn gibt dem Grenzland=Trefsen der westfälischen HJ. die politische BedeuDankbar für diesen helfenden Einsatz der nationalsozialistischen Jugend Westfalens wartet die Bevölkerung die Ankunft der jungen politischen Führer aus den Bannen und Jungbannen. In allen Dörfern sind die Privatquartiere hergerichtet. Im Grünschmuck an den Häusern und auf den Straßen bringen die Dorfbewohner die herzliche Anteilnahme zum Ausdruck, die sie der Arbeit der Hitler=Jugend entgegenbringen.„Mit diesen Jungen marschiert der nationalsozialistische Geist". Die Menschen an der Grenze und in den Wäldern des Sauerlandes, die bei der Ankunft der Fahrtengruppen die Pflugschar ruhen lassen, in den Mooren den Stichspaten aus der Hand legen und die Betriebstore der großen Spinnereien und Webereien hinter sich schließen, spüren an diesem Tag am unmittelbarsten die innere Kraft und die politische Ueberzeugung, die von den jungen nationalsozialistischen Kämpfern ausgeht. Stundenlang sitzen Hitler=Jungen und Pimpfe mit der Bevölkerung und vor allem mit der Dorfjugend zusammen. Wieviel Fragen und Zweifel mögen die Jungen und Mädel wohl durch ihre frische und unbekümmerte Art bei diesen Menschen lösen helfen, bei den Menschen, die in ihrer Abgeschlossenheit weniger Anteil an dem großen politischen Geschehen unserer Tage haben. Und wenn dann die straffen Einheiten durch die Straßen marschieren, löst sich der starre Ausdruck auf den gefurchten Gesichtern, da werden sie spüren, was heute 6 Millionen Jungen und Mädel im Reich erfüllt. Wo mögen diese Männer und Frauen wohl schon mal eine solche disziplinierte junge Mannschaft gesehen haben, wo die mitreißenden Lieder oder die Klänge der gellenden Fanfaren gehört haben? Wo erlebten sie eine mustergültige Sportstunde der Pimpfe oder einen frohen Dorfabend im Kreise der Jugend mit gemeinsamen Liedern, Stegreifspielen, Chören und Kanons? Das alles werden die 3000 westfälischen Jungen und Mädel inszenieren, die in diesen Pfingsttagen auf den Straßen und unter der Dorflinde der einsamen Dörfer des Sauerlandes und an der Grenze ihren Einsatz beweisen. zu erheben. Ueber die verschiedenen Umlegungen von Hauptwanderstrecken berichtete Hauptwegewart Rektor Hammer, Hagen. Hauptdietwart Oberstudiendirektor Grabowski, Wuppertal=Elberfeld stellte besonders heraus, daß die Dietarbeit der Gebirgs= und Wandervereine vom Erwandern der Nutur her angepackt werden müsse. Der Redner knüpfte daran reiche Anregungen für die Durchführung gut gelungener Vereinsabende. Im Kampf gegen die Verschandelung der Natur forderte der Natur= und Heimatschutzobmann W. Münker, Hilchenbach, kraftverkehrsfreie Naturinseln im Bergland. Nach dem Bericht des Schneelaufwarts W. Krahn, Dortmund, der sich über die Bildung von Skigilden und Skitouristik verbreitete, kam für den Finanzausschuß Ingenieur Edelmann, Wuppertal, zu Wort, um die Abrechnung und die Bilanz des Jahres 1938 zu erläutern. Einem Vereinsvermögen von rund 339000.— RM. stehen Schulden in Höhe von 99000.— RM. gegenüber. Ueber das bevorstehende Gebirgsfest und die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung in Siegen gab der Vereinsführer einige wichtige Mitteilungen bekannt, so u. a. seinen Vorschlag, als Festort für 1940 Iserlohn zu bestimmen, indessen die große Jubelfeier des SGV. aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens 1941 in Arnsberg würdig begangen werden soll, also dort, wo die Wiege des SGV. stand und von dem aus Forstrat Ehmsen um 1890 herum die ersten Fäden zur Bildung des heutigen Vereins spann. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß bis zu der Jubeltagung auch der letzte Ort des Sauerlandes, Siegerlandes und Bergischen Landes durch Bildung einer Abteilung des SGV. Anschluß an den Verein gefunden haben müsse, der hier das Alleinwegezeichenrecht besitzt und dem vom Deutschen Wanderführer die Betreuung des Wanderns übertragen wurde. Der Deutsche - Werk der Gemeinschaft Im Gau Westfalen=Süd 376000 Im Rahmen der Aufbauarbeit des Großdeutschen Reiches sind die Aufgaben der NSV. größer und umfangreicher geworden. In den neu zum Reich gekommenen Gebieten sind erhebliche soziale und gesundheitliche Schäven zu heilen. Sehen wir nun einmal über den Kreis und über den Gau hinaus in den Großdeutschen Lebensraum, so können wir stolz darauf sein, wie überall die NSV. und besonders nicht nur durch ihre vielen Millionen Mitglieder sondern auch mit Hilfe wesentlicher Mittel aus dem Winterhilfswerk die große Helferin ist. Das Bestehende jedoch reicht bei weitem nicht aus, die gewaltigen Zukunftsaufgaben zu bewältigen; darum sollen noch Tausende von Einrichtungen und Heime, wie Kindergärten, Müttererholungsheime, Jugenderholungsheime, Mütterberatungsstellen, Hilfsstellen„Mutter und Kind“ und Schwesternstationen, in Großdeutschland geschaffen werden. An diesem gewaltigen Werk kann jeder Volksgenosse mitarbeiten und den Dank an den Führer dadurch abstatsen, daß er als Mitglied der NSV. an diesem großen Werk der Gemeinschaft mitschafft. Im Gau Westfalen=Süd sind bis heute von 2 606 890 Einwohnern bis Ende März 1939 376020 Einwohner der NSV. als Mitglied beigetreten. Das sind 14,42 Prozent der Bevölkerung oder 55,31 Prozent der Haushaltungen im Gau. Der Gau Westfalen=Süd marschiert in der Reichsstatistik mit diesem Platz an 19. Stelle. Wenn man berücksichtigt, daß sich im Laufe der Jahre die Einkommens=Verhältnisse bei vielen Familien grundlegend geändert haben, so ist es eine selbstverständliche Pflicht, daß die Volksgenossen, die vor Jahren noch nicht das Glück hatten, wieder tätig sein zu dürfen, die Mitgliedschaft der NSV. erwerben, denn auch in der wirtschaftlich weniger aunstia gestellten Kreisen. wehr gegen die Franzosen usw. zusammenhängen, eher sprechen, da es sich nicht mehr um Staatsgeheimnisse handelt. Hand in Hand mi den Organisationen der schwarzen Reichswehr eine Cadre=Armee zu schaffen, arbeiteten die einzelnen Sabotagegruppen, von denen die erste und bekannteste die von Albert Leo Schlageter geführte ist. Ich war von Schlageter als Verteidiger bestellt worden... Und nun enthüllen die Aufzeichnungen des 1934 verstorbenen Verteidigers von Albert Leo Schlageter, des Rechtsanwalts Dr. Ludwig Bräutigam, die schreiende Ungerechtigkeit jener Tage. Die Aufzeichnungen sind als Erstveröffentlichung in der Mai=Folge von„Westermanns Monatsheften“ erschienen. Pflanzenjagd am Kilimandjato# „Ich photographiere in Farben“, so heißt eine mit farbigen Wiedergaben versehene Plauderei, die ebenso unterhaltsam wie belehrend allerlei Erfahrungen eines Laien an Laien mitteilt. Der Beitrag erscheint im Juniheft von Velhagen& Klasinas Monatsheften. Andere farbig bebilderte Aufsätze des Heftes gelten dem niedersächsischen Maler Adolf Wissel, und dem Geschäftsbuch der berühmten Modekünstlerin im vorrevolutionären Paris.„Nahrungsmittel als Bakterienträger“ heißt das Thema, das Dr. Friedrich Hoder behandelt. Ueber„Weltjudentum und Rassenmischung in der römischen Kaiserzeit" schreibt der Tübinger Prof. Dr. Gerhard Kittel. Mit psychologischem Scharfsinn plaudert der Heidelberger Prof. Dr. Heinrich Zimmer über Kartenspiele als Sinnbilder. H. J. Schlieben schildert, unterstützt von eigenen Aufnahmen, seine Abenteuer als Pflanzenjäger auf dem Kilimandjaro. Außer den beiden Novellen von Gerhard Schumann und Hans Eberhard von Besser enthält das Heft den Anfang des großen Romans„Herbst auf Herrenhöfen" von Gertrud von den Brincken. Kunstbeilagen in Farben= und Tiefdruck. Rundschau über neue Bücher, neues Kunstgewerbe, Theater, Musik usw. vervollständigen den Inhalt des reichen Heftes. Hermann Göring Ehrenpate beim 12. Kind! Ministerpräsident Hermann Görina hat die Ehrenpatenschaft bei dem 12. Kind des Lehrers Albert Gunkel, Bochum, übernommen. In dem von Hermann Görina persönlich unterzeichneten Schreiben heißt es:„Auf Ihren Antrag habe ich mich gern entschlossen, die Ehrenpatenschaft bei Ihrer Tochter Siarid Elisabeth zu übernehmen und Ihnen zu gestatten, mich als Taufzeugen in das Kirchenbuch eintragen zu lassen.“ Vorbildliches Gefolgschaftshaus wurde übergeben. In Witten wurde das neue Gefolgschaftshaus der Firma F. W. Moll Söhne, Witten, feierlich seiner Bestimmung übergeben. Nichts fehlt an diesem Haus, bei dem in besonderem Maße der Gedanke Pate gestanden hat: Für die Schaffenden ist das Beste gerade gut genug. Ein Kleinkaliberschießstand und eine Schwimmanlage ergänzen die Gebäude zu einem schönen und geschlossenen Werk für die Schaffenden des Betriebes. Kreisobmann Beilke überbrachte die Grüße des verhinderten Gauobmanns Stein. Wandertag in Hirschberg soll vom SGV. entsprechend beschickt werden. Die ergiebige Aussprache mit den einzelnen Bezirksführern und Fachwarten erhärtete die Tatsache: Der Sauerländische Gebirgsverein ist unter rechter Führung auf dem rechten Wege; seine Marschrichtung geht eindeutig vorwärts und aufwärts; sein Ziel ist die Bildung einer verschworenen Wandergemeinschaft im Dienst des Volksganzen! Unsere Buchecke Meine Erlebnisse im Ruhrkampf. Der wichtigste Abschnitt des Ruhrkampfes war nicht der passive, sondern der aktive Widerstand. Heute kann man von diesen Dingen, die mit den Fragen der schwarzen Reichswehr, der Vorbereitung dieses Aufmarsches der ReichsSauts uud Gitler sallen Dortmund gibt ein Beispiel Ueberall in Dortmund sind tätige Hände am denn die Gitter waren in den Mauern so tief Werk und bestrebt, die Stadt schöner und freund= verankert, als sollten sie bis in alle Ewigkeit barinnen bleiben.„ 42 In den nächsten Tagen wird die Aktion weiter durchgeführt. Nicht lange wird es mehr währen, dann ist das letzte der von den Hauseigentümern zum Abbruch freigegebenen Gitter gefallen.“ unseres Gaues sind bereits viele Volksgenossen Mitglied der NSV. geworden und haben so tatkräftigen Anteil an der segensreichen Arbeit der NSV. In verschiedenen Kreisen der Bevölkerung taucht vereinzelt immer wieder die Frage auf, was denn mit den Summen geschieht, die das WHW. bezw. die NSV. erhält, bezw. wo denn die Opfersummen eigentlich bleiben. Diese Zweifler leiden gewissermaßen unter einem ständigen Alpdruck, es könnte etwas Unrechtes mit diesen Geldern geschehen. Es könnten beispielsweise Kanonen davon gekauft werden Wie mögen sie erstaunt sein über unser freimütiges Geständnis, daß unsere NSV. bezw. das WHW. „Kanonen“, besitzt, nämlich Gulaschkanonen. Man vermag ihre Spuren, gerade im vergangenen Jahre und während des letzten Winterhilfswerkes, bis ins das letzte Dorf der durch Adolf Hitler befreiten deutschen Ostmark zu verfoigen. bis in das Sudetenland und zu der notleidenden Bevölkerung in Böhmen und Mähren, ferner in das Memelgebiet, wie vor Jahren in allen Gauen des Altreiches, wo Schäden der Vergangenheit wiedergutzumachen waren. Dort fließen die Opfer unseres Volkes hin, dort hat das ganze Volk mitgeholfen, Not u. Elend zu bannen und deutsche Menschen seelisch und körperlich wieder aufzurichten. Für uns alle entsteht hieraus die heilige Verpflichtung, auch die kommende Generation zu kampf= und opferbereiten Menschen zu erziehen. Es ist darum mehr als nur eine bloße Aufforderung, daß jeder schaffende deutsche Mann und jede schaffende deutsche Frau dieser Organisation I als ständiges Mitglied angehören müssen. Das schönste Geschenk für den Führer wird = sein, wenn alle Volksgenossen geschlossen in der n NSV. stehen, und diese Pflicht wird jeder daru“ um umso freudiger erfüllen licher zu gestalten. Herrliche Grünflachen, die einst hinter schäbigem Mauerwerk verborgen waren, wurden neu entdeckt und der Oeffentlichkeit erschlossen. Man ging daran, die vorsintflutlichen Eisengitter zu entfernen, ohne die man sich früher eine Parkanlage nicht denken konnte. Zahlreiche Hausbesitzer fanden, daß diese Maßnahme wirklich nachahmenswert sei und legten ihre Vorgärten frei. Viel, sehr viel könnte man darüber berichten, wie amtliche Stellen, also Behörden, und private Initiative sich bemühen, ihren Beitrag zur Verschönerung Dortmunds zu leisten. Immer weniger werden diejenigen, die heute noch glauben, sie könnten die Gemeinschaft dadurch beleidigen, indem sie ihren Haus= und Grundbesitz verkommen lassen oder ihn ängstlich mit eisernen und auch steinernen Hürden umgeben, weil sich sonst vielleicht ein des Weges kommende Volksgenosse an einer herrlichen Anlage erfreuen könnte. Nun ist man wieder einen Schritt vorwärts gekommen. Im Ortsaruppenbereich DortmundWest, in dem bereits mehrere Straßenzüge völlig entaittert worden sind, setzte unter der Leitung des Einsatzstabes der NSDAP. eine von dem SA.=Sturm 1/98 und der Technischen Rothilfe durchgeführte Aktion ein, in deren Verlauf über 60 Vorgartengitter fallen. Der Anfang wurde in der Alexanderstraße gemacht, die bisher noch, obwohl sich vor jedem Haus ein Vorgarten befindet und sich auf beiden Bürgersteigen eine gutgewachsene Reihe Rot= und Weißdorn hinzieht, einen wenig erfreulichen Anblick bot. Wohin man auch schaute, waren Mauerwerk und Eisengitter zu sehen, die den Eindruck erweckten, als gelte es hier besonders Wertvolles vor bösen Menschen zu schützen. Den SA.=Männern und Kameraden der Technischen Nothilfe machte es sichtliche Freude, hier Hand anlegen zu dürfen bei der Beseitigung des unnützen Zeuges. Ein Stab nach dem anderen wurde aus dem Mauerwerk gelöst. Bald konnten die Männer unter dem Hallo der zahlreichen Zuschauer, die alle ihrer Befriedigung über diese Aktion Ausdruck gaben, das erste Eisenaitter auf dem Bürgersteig niederlegen. An einer anderen Stelle wieder war ein Kamerad damit beschäftigt, die Stäbe mit einer Eisensäge durchzufeilen, und noch woanders hielt einer einen Schrottmeißel, während ein anderer mit einem schweren Vorhammer kräftig zuschlug. Fleißig wurde geschafft, und als die Dunkelheit hereinbrach, waren zahlreiche Vorgärten entaittert. Ortsgruppenleiter Twittenhoff, SA.= Sturmführer Balzer und Hauptbereitschaftsführer Sellquist konnten sich davon überzeugen, daß SA. und Technische Nothilfe ganze Arbeit geleistet hatten. Und die war nicht leicht gewesen, Reichsehrentag der Lebensretter Die südwestfälischen Inhaber der Rettungsmedaille fahren am 10. und 11. Juni 1939 nach Hannover. Der satzungsgemäß alle 2 Jahre stattfindende Bundestag und Reichsehrentag der im Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille zusammengeschlossenen Lebensretter findet am 10. und 11. Juni 1939 in Hannover statt. Die Vorbereitungen zu den einzelnen Veranstaltungen sind in vollem Gange, die Stadt Hannover hat sich bereit erklärt, die verschiedenen, groß aufgezogenen Veranstaltungen nach besten Kräften zu fördern und zu unterstützen. Der unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Hermann Görina stehende Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille umfaßt alle deutschen Lei#nsretter, denen für ihre wackere und selb#se Rettungstat eine deutsche oder ausländische L.:= tungsmedaille am Bande bzw. die Erinnerungsmedaille verliehen oder aber eine regierungsamtliche Belobigung ausgesprochen wurde. Neben der Aufgabe des Reichsbundes, den Rettungsgedanken immer tiefer im deutschen Volke zu verankern und insbesondere die deutsche Jugend zu Rettungstaten anzuspornen, liegt dem Reichsbund die Sorge und Unterstützung bei Rettungstaten verunglückter Lebensretter und eine Pflege wahrer Kameradschaft ob, wie sie unter all' den Männern und Frauen, die ihr Leben für das Leben eines Volksgenossen einzusetzen bereit waren, selbstverständlich ist. Dem Reichsbund gehören als Mitglieder bzw. Ehrenmitglieder prominente Mitglieder der Reichsregierung, wie Reichsminister Dr. Lammers, der Chef der Reichskanzlei, Staatssekretär Pfundtner von Reichsinnenministerium, Großadmiral Dr. Raeder, an. Etwa 2000 Kameradinnen und Kameraden aus allen Berufen heraus haben sich im Reichsbund zu treuer Kameradschaft zusammengefunden. An alle Lebensretter ergeht der dringende Appell, sich den Bestrebungen des Reichsbundes anzuschließen und sich beim Gaukameradschaftsführer Westfalen=Lippe des Reichsbundes der Inhaber der Rettungsmedaille e. V., Dr. Fritz Trarel, Dortmund, Märkischestraße 56/58, zu melden. Moos Warten auf Artauo Wie weit ist in Westfalen=Süd das Jugendschutzgesetz verwirklicht worden? Zum 1. Mai des vergangenen Jahres belohnte der Führer seine Jugend für ihre Einsatzbereitschaft im Leistungskampf des deutschen Volkes durch den Erlaß des Jugendschutzgesetzes. Klar und eindeutig kam hier wieder der Wille der Bewegung zum Ausdruck, das Streben der deutichen Jugend nach immer größerer Vervollkommnung ihrer beruflichen Fähigkeit zu belohnen und gleichzeitig denen ein unerbittliches Halt zuzurufen, die da glaubten, diesen IdeaAsmus schnode ausnutzen zu können. Das Gesetz trat mit dem 1. Januar dieses Jahres in Kraft: die Vorschriften über den Urlaub jedoch schon mit dem Tage der Verkündung. Hiernach stand allen Jugendlichen im vergangenen Jahre folgender Mindesturlaub für Jugendliche unter 16 Jahren“, 15 Werktage für Jugendliche unter 18 Jahren" 12 Werktage bei Teilnahme an einem Lager oder einer Fahrt der HJ. für alle Jugendlichen......„,.18 Werktage Es war aufschlußreich, auf Grund der Angaben der Jugendlichen beim diesjährigen Berufswettkampf festzustellen, wieweit das Jugendschutzgesetz vom deutschen Betriebsführer in Bezug auf den Urlaub verwirklicht ist. Es wurden im Gau zusammengestellt die Angaben von 43 924 Jungen und 18.636 Mädeln. Von diesen hatten(in*6): a) keinen Urlaubsanspruch......8-4% b) ungenügenden Urlaub 20,676 c) ausreichenden Urlaub von 12 bezw. 15 Tagen... 57,6% 5) Urlaub von 18 Tagen und mehr 13.4%6 Um festzustellen, in welcher Art von Betrieben die Urlaubsgewährung bis heute noch am rückständigsten ist, wurde ein Vergleich zwischen den Betrieben des Handwerks und der Industrie vorgenommen: Industrie Handwerk a) keinen Urlaubsanspruch 7 F 11,426 b) ungenügenden Urlaub 15,8% 32,226 c) ausreichenden Urlaub von 12 bezw. 15 Tagen 62,225 46 75 d) Urlaub von 18 Tagen und mehr.... 15 F 10,426 Hieraus geht einwandfrei hervor, daß dort, wo unsere Jungen und Mädel durch Amtswalter der DAF., Betriebsjugendwalter und Betriebzjugendwalterinnen betreut werden, die Urlaubsgewährung wesentlich weniger zu wünschen übrig läßt, als dort, wo dieses nicht der Fall ist, also vor allen Dingen in den Kleinbetrieben. Bezeichnend hierfür sind die Ergebnisse aus dem Nahrungsmittelgewerbe, das in dieser Statistik besonders schlecht abschneidet; a) keinen Urlaubsanspruch..... 10,4 b) ungenügenden Urlaub 51,0 c) ausreichenden Urlaub von 12 bezw. 15 Tagen d) Urlaub von 18 Tagen und mehr 6,175 Lehrreich war weiterhin die Feststellung, daß die Urlaubsgewährung in den beiden oberen Jahrgängen besser ist, als in den beiden unteren, was darauf schließen läßt, daß die älteren im Vergleich zu den jüngeren ihre berechtigten Ansprüche nachdrücklicher vertreten: Männern und rund 1000 Frauen als Teiknehmer im Gau Westfalen=Süd zu rechnen. Mit Recht darf über den Sportappell der Betriebe gesagt werden, daß er in erster Linie mit dazu beiträgt, den Gedanken„Ein Volk in Leibesübungen“ praktisch zu verwirklichen. Gesunde Kinder ein tüchtiges Geschlecht Reihenuntersuchungen der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen. Eine gute, gleichbleibende Gesundheit ist entscheidend von den Einflüssen im Kindesalter abhängia. Die in den letzten Jahren durchgeführten sogenannten Reihenuntersuchungen an Erwachsenen und Jugendlichen haben immer wieder gezeigt, daß von den Aerzten vielerlei körverliche Mängel und Krankheitsanlagen festgestellt wurden, die schon im Kindesalter als sogenannte Frühschäden hätten beseitigt werden können, ohne erst zu späteren Krankheiten zu führen. Rechtzeitiges Vorbeugen ist besser als heilen! Diese Erkenntnis war der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen für Kaufmannsgehilfen und weibliche Angestellten in. Vorjahre Veranlassung zum weiteren Ausbau ihrer Gesundheitsführung. Nach einer im Jahre 1938 mit dem Hauptams für Volksgesundheit der NSDAP. getroffenen Vereinbarung werden von 1938 ab Jahr für Jahr regelmäßig ärztliche Untersuchungen der Kinder durchgeführt. In diesem Jahr werden die Kinder der Jahrgänge 1931 und 1935 der in den beiden genannten Berufskrankenkassen versicherten Mitglieder untersucht. Zweck der Untersuchungen, die von Aerzten, die beim Amt für Volksgesundheit zugelassen sind, durchgeführt werden, ist, im Kindesalter noch überwindbare Frühschäden und Krankheitsanlagen festzustellen. Selbstverständlich wird man sich nicht mit der Feststellung begnügen, sondern in nachfolgender Gesundheitsvorsorge die Untersuchten im Bedarfsfalle ärztlich behandeln, die Eltern beraten und vor allen Dingen dann auch die betroffenen Kinder in die Kinderheime der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen zu sechswöchigen Kurgängen einweisen. Auch diese Maßnahme der Gesundheitsführung, die regelmäßige Durchführung der ärztlichen Untersuchungen für die Kinder, dient der Erstarkung und Festigung der Gesundheit unserer Jugend. In diesem Jahr werden wiederum 20 000 Kinder der ärztlichen Untersuchung zugeführt und im Bedarfsfalle in nachfolgende Behandlung genommen. Die Untersuchungen sind für die Mitglieder der Berufskrankenkassen kostenlos. Jahrgang 1923/24, Jungen Madel Jahrg. 1921/22 u. 20 Jungen Mädel a) keinen Urlaubsanspruch. b) ungenügenden Urlaub c) ausreichenden Urlaub von 12 bezw. 15 Tagen d) Urlaub von 18 Tagen und mehr Abschließend läßt sich sagen, die Urlaubsgewährung in ihrer Gesamtheit ist auch heute noch unzureichend, stellt jedoch gegenüber dem Jahre 1937 eine wesentliche Besserung dar. Dort, wo der Urlaub im vergangenen Jahre nicht im erforderlichen Maße gewährt worden ist, werden Partei und Staat dafür sorgen, daß die in Frage kommenden Betriebsführer unnachsichtlich zur Rechenschaft gezogen und darüber hinaus auf das nachdrücklichste auf die Einhaltung des 5% 14% 68% 13% 13,88% 15,35% 63,20% 7,57% 9% 20,12% 24% 35,29% 50% 34,19% 17% 10,10% Jugendurlaubs hingewiesen werden. Dieses trifft für alle Arten von Kleinbetrieben zu, deren Ueberwachung zwar ungeheuer schwierig ist, aber dennoch durchgeführt wird. Bei der Aufklärungsarbeit wird man sich auch besonders an die jüngeren Kameraden und Kameradinnen wenden müssen, die aus verständlichen menschlichen Hemmungen heraus in dem ersten oder zweiten Berufsjahr es versäumen, rechtzeitig über ihre Urlaubsgewährung zu berichten. 590 Veirikor=demn=Sperlappen Sportlicher Wettkampf im Gau Westfalen=Süd Mit dem Sportappell der Betriebe wird die wportliche Aktivierung aller Schaffenden in den Betrieben angestrebt. Genau wie beim Leistungskampf der deutschen Betriebe wird auch durch diesen Wettbewerb zweifelles zwischen den einzelnen Betrieben ein Streben nach Höchleistung eintreten und damit eine solch große Erfassung von Volksgenossen auf dem Gebiet der Leibesübungen erfolgen, wie es bisher durch keine andere Maßnahme erreicht werden konnte. Mit diesem Sportappell wird eine vollkommen neue Richtung auf dem Gebiet des sportlichen Wettkampfes eingeschlagen, es wird jährlich eine Leistungsschau abgehalten, die nicht nur die Massen aktivieren wird, sondern auch von Jahr zu Jahr ein Bild der Entwicklung des körperlichen Zustandes der Schaffenden vermittelt, wie es weder durch eine Untersuchung noch durch eine Musterung aufgezeigt werden kann. Wie beim Reichsberufswettkampf aller Schaffenden lassen sich aus den Ergebnissen die vielfältigsten Schlüsse ziehen sowie Erkenntnisse sammeln über die körperliche Erfassung aller Schaffenden. Die Ergebnisse des sportlichen Leistungsappells wird man nach beruflicher, gebietlicher, politischer und sportlicher Seite auswerten können. Sie werden somit einen der wichtigsten Faktoren für die Gesundheitsführung darstellen.„ In diesem Jahr wiro der Sportappell der Betriebe für Männer und Frauen mit getrennter Bewertung durchgeführt. Der Teil!„Wettbewerb des guten Willens" bezweckt, wie der Wabenrätsel 1 Je Die Wörter beginnen bei den Pfeilen und And im Sinne des Uhrzeigers zu lesen. Sie bedeuten: 1. Raubtier, 2. Baumaterial, 8. Kartenspiel, 4. Nordseeinsel, 5. Naturerscheizung, 6. schneller Gang, 7. Göttin der Kunst, Hirschart, 9. Vergrößerungsglas, 10. Ziersogel, 11. Nährmutter, 12. Stadt in Westfalen, 3. Flußdamm, 14. Haustier, 15. Wieselart, K. anderes Wort für Richtschnur. Scherzrätsel. Wer Was ist zweimal in fünf enthalten, Jedoch in zwölf stets einmal nurt er von euch gut rechnen kann, ige mir recht schnell mal an: Rätsel. Ein jedes Dörflein Doch suchs vergebens du's in München und in Wien. Silbenrätsel. a— al— ar— au— ba— be— be— bel — brin— bruck— bul— del— di— die— al— erb— ge— ge— ge— ge— horn — 1— in— inns— ker— le— lon— mark— ne— ue— Ne— nel— nenn— now — rin— min— se— sol— son— sie— stan— sie— sung— ta— te— ton— tros — tun— tur— ve— wohl— wol— zuk— zun. Aus den vorstehenden 54 Silben sind 22 Wörter zu bilden, in deren Anfängen die einzelnen Silben eines Sinnspruchs enthalten sind. Die zu bildenden Wörter haben folgende Bedeutung: 1. Mündungsarm der Oder, 2. Hänsssrät, 3. Bestandteil einer Kerze, 4 luher Vorname, 5. Seevogel, 6. Ausdruck beim Skisport, 7. Leutseligkeit, 8. Rüge, 9. Teil der Scheune, 10. Stadt in Oesterreich, 11. Schotenfrucht, 12. Land im Meer, 13. Signalinstrument, 14. Teil des Leiterwagens, 15. Kopfteil, 16. Stadt in Italien, 17. Gesundung, 18. türkischer Name von Konstantinopel, 19. Delikateßfisch, 20. Fluß in Sachsen, 21. Süßstoff, 22. Bergdurchstich. Scharade. Die Eins schafft unser täglich Brot, Hat aber auch gar bitt're Not, mit dem Feinde kam ins Land, rch einen Zug schon abgewandt. Die DurDie Zwei und Drei bringt zwar Gefahr, Bereitet blut'gen Mord sogar, Und doch entfernt sie oft allein, Was Schmerzen schuf und arge Pein. Das Ganze ist ein kluger Mann, Der dir genau bestimmen kann, Wenn du ein reicher Erbe bist, Wie groß dein Grundbesitz wohl is. Mütter aus Westfalen=Südna Einweihung eines neuen Müttererholungsheimes unseres Gaues Hort der Gesundheit Name schon sagt, daß überhaupt einmal alle in eine unmittelbare Beziehung zur körperlichen Ertüchtigung gebracht werden. Die männlichen Teilnehmer werden in zwei Altersklassen eingeteilt: Altersklassen A über 18 Jahre bis zum vollendeten 35. Jahre, Altersklasse B über 35 Jahre bis zum vollendeten 55. Jahre, die Teilnehmerinnen ab 21. Jahre bis zum vollendeten 30. Jahre,„ 8— W7 5 02 Im Teil nl soulen die sportlichen Leistungen ihre Bewertung finden. Der dritten Bewertung liegt die Betriebssportgemeinschaft zu Grunde. Es soll damit der Betrieb belohnt werden, der durch eine Betriebssportgemeinschaft das ganze Jahr die körperliche Ertuchtigung der Gefolgschaftsmitglieder durchführt, gegenüber dem Betrieb, der, ohne eine Betriebssportgemeinschaft zu haben, sich nur einmal an dem Sportappell beteiligt..„ Damit die Betriebe unter möglichst gleichen Bedingungen an dem Sportappell teilnehmen können, werden sie entsprechend der Gefolgschaftsstärke in 5 Klassen eingeteilt. Die Einführung des Sportappells hat schon im vergangenen Jahr einen ungemein großen Widerhall im Gau Westfalen=Süd gefunden. Ueber 50.000 Männer beteiligten sich von 255 südwestfälischen Betrieben am vorjährigen Betriebssportappell. In diesem Jahr wird das Ergebnis zweifellos wesentlich gesteigert werden. Soweit die in diesen Tagen schon eingehenden Voranmeldungen der Betriebe erkennen lassen, ist mit einer Beteiligung von 350 Betrieben und über 100 000 Viele tausend Blüten, Bäume in zartem Grün, Frühlingssonne, Fahnen über Fahnen, alles zusammen gibt einen schönen Rahmen für die Einweihung des neuen Müttererholungsheimes der NSV. in Baden=Baden. Auf dem Friesenberg gelegen, inmitten eines herrlichen Parkes, hat die NSV. des Gaues WestzatenSüd ein neues Müttererholungsheim errichtet, das dem gesunden Leben dienen soll, denn hier sollen jährlich viele Tausende von Müttern aus unserem Gau neue Lebenskraft und neue Lebensfreude finden. Vom Müttererholungsheim aus hat man einen herrlichen Blick auf BadenBaden, auf die gegenüberliegenden Berge. Mit dieser Einrichtung übergibt die NS.=Volkswohlfahrt des Gaues Westfalen=Süd der Gemeinschaft zu den bisher bestehenden Heimen in Warstein, Scherfede und Beddelhausen ihr viertes Müttererholungsheim. Wir können wohl sagen, daß dieses Müttererholungsheim mit zu den schönsten Heimen gezählt werden darf, die die NSV. im Deutschen Reich besitzt. Aus einem einst hochyerrschaftlichen Gebaude wurde eine Stätte geschaffen, in der Mütter aus unserem Gau an Leib und Seele gesunden sollen. Dieses neue Müttererholungsheim wurde nun vor einigen Tagen seiner Bestimmung üübergeben. Zur Einweihung des Heimes waren der stellvertretende Gauleiter Vetter, der Gaupropagandaleiter, Pg. Brust, Gauorganisationsleiter Feige Gaupersonalamtsleiter Stahl, einige Kreisleiter aus dem Gau Westfalen=Süd, sowie sämtliche Kreisamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt unseres Gaues, Vertreter der Stadtverwaltung Baden=Baden, der Bäder= und Kurverwaltung und der Wehrmacht erschienen. Gauamtsleiter Hütwohl begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und entbot besonders dem stellvertretenden Gauleiter Vetter und dem Vertreter der Reichsleitung, Amtsleiter Althaus, seinen Gruß. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Gau Westfalen=Süd im schönen Lande Baden nunmehr eine Einrichtung übergeben kann, die den Müttern und Frauen des Gaues Westfalen=Süd zugute komme. Wenn früher diese Stadt nur wenigen Bevorzugten gehört habe, so könnten heute von allen deutschen Volksgenossen die Segen und Kraft spendenden Einrichtungen der Bäderstadt benutzt werden, vor allem auch von den Trägerinnen des Lebens, unseren Müttern. Architekt Härke(Baden), dem die Bauleitung und Raumgestaltung des Heimes übertragen worden war, übergab mit besten Glückwünschen dem stellvertretenden Gauleiter den Schlüssel des Heimes. Stellvertretender Gauleiter Vetter wies in seiner Weiherede besonders darauf hin, daß diese Tat auch politisch besprochen werden müsse, denn alles, was der Nationalsozialismus tue, Wasiches Wögelrüte —!—!—"—"— 1— 3— 10 ind in die vorstehende Fiaur so einzustellen, naß die einzelnen Flügel der Bedeutung ergeven: zirk, 2. Geesät ein, 4. Kürter wit songerte getier, 3. erfrischendes Badeort in OberösterGetränk aus reich. Buchstabenrätsel. 1. Mit„G“ es in der Schweiz Als Stadt zu schauen it; Mit„E“ dann ein Gewurz, Zum Rindfleisch gern man's iht. 2. Hängst einer italien'schen Stadt Schlusse du ein Zeichen an, Go wird ein großer Affe draus, Wie nennt sich der, mein Freund? sag' an. Scherzfragen. 1. Welches Wort wird kleiner, wenn man eine 2 Was Auft und hat keine Fühe, und but Arme, aber keine Hände? 8. Womit hört die Nacht auf und füngt der Tag ank sei politisch, und auch dieses Heim sei ein Teil der nationalsozialistischen Politik. Parteigenosse Vetter stellte dann die großen Taten des Nationalsozialismus im Rahmen des Winterhilfswerkes und des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ heraus, die Vorbild für den vom Führer ins Leben gerufenen deutschen Sozialismus seien. Auch für die Mütter des Gaues Westfalen=Süd sei es wohl das schönste Erlebnis, einmal andere Gaue kennenzulernen, und er glaube nicht, daß hier eine der Mütter wieder aus diesem Heim herausgehe, die schwächer geworden sei. Der stellvertretende Gauleiter stattete dem Gauamtsleiter Pg. Hütwohl für diese neue Einrichtung der NSV. seinen besonderen Dank ab, ebenso dem Gauleiter und Reichsstatthalter Wagner des Gaues Baden für das gezeigte Interesse und für die erwiesene Gastlichkeit und sprach auch allen am Werk Beteiligten seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. Dann steigt zum ersten Male im Müttererholungsheim Baden=Baden der NS.=Volkswohlfahrt des Gaues Westfalen=Süd die Flagge des Reiches am Mast empor. Wie ein Bekenntnis war es, als die Jungschwestern sangen„Nichts kann uns rauben. Liebe und Glauben zu unserem Land“. Im Auftrage des Hauptamtsleiters Hilgenfeldt überbrachte Amtsleiter Althaus dessen Grüße und Wünsche und beglückwünschte den Gau Westfalen=Süd zu dieser neuen Einrichtung. Die Arbeit an unseren Müttern und Kindern sei das Herzstück der NSV.=Arbeit schlechthin. Er schloß mit dem Wunsche, daß aus diesem Hause, wie auch schon aus so vielen tausend anderen Einrichtungen der NSV., der Kraftquell fließen möge, der unsere Mütter in die Lage versetze, sich ihrer großen Aufgabe zu widmen, wie es der Führer verlange. Zum Abschluß der Feierstunde sprach Kreisleiter Diesenbacher(Rastatt), der im Auftrage des Gauleiters und Reichsstatthalters Wagner herzliche Grüße übermittelte. Das neue Heim möge ein Hort der Gesundung der Mütter des Gaues Westfalen=Süd werden. Dieses Heim bietet jetzt 26 erholungsbedürftigen Müttern Unterkunft, doch wird bereits auf dem benachbarten Grundstück ein zweites Gebäude umgebaut, sodaß später hier 50 Mütter aufgenommen werden können. Die Einrichtungen der NSV. sind Bürgen nationalsozialistischer Tat und mögen viele Mütter aus unserem Gau in diesem neuen Heim Kraft und Erholung finden, damit sie froh und gesund zurückfahren und wieder mit neuer Freude in ihren Familien schaffen können, denn NSV.=Arbeit ist Arbeit am Leben des Volkes und der Nation. W. H. Logogriph. Jedes sieht's mit frohem Sinn Sich im Lenz erschließen, Und wie eine Königin Wird es laut gepriesen. Tritt ein Silbenpaar hinein, Kann man es verspeisen; Auch ein Mädchen kann es sein. Rat, wie mag es heißen? Auflösungen aus voriger Rummer: Rösselsprung: Das stete Grübeln: h könnte— ich hätte—“ Pflügt eine unuchtbare Stätte: Nur dem klaren„Ich vill“ und„ich kann“ wird's gelingen eich krucht selbst auf hartem Grund zu erzwingen. ldelheid Stier.„„„„ Silbenrätsel: 1. Nansen, z. Unte, 5. Roland, 4. Drammen, 5. Uri, 6. Rudolf, 7. Celle, 8. Harald, 9. Breisgau, 10. Imme, 1. Talar, 12. Tarif, 13. Eugen, 14. Rega, 15. Nahum, 16. Jran, 17. Sedan, 18. Kola.— Nur durch Bitternis kann man Freude finden. Namenrätsel: Rosamunde, Othello, Boccaccio, Elektra, Rübezahl, Troubadour, Stradella, Coriolan, Halka. Undine, Margarethe, Abn=Hassan, Naila, Norma.— Robert Schumann.„ Logogripy: Beei— Bett. Streichrätsel: Wunde, Wanda, Poft, Viper, Miene, Leier, Klippe, Culm, Lehne, Haue, Knopf.— Das Beilchen. Daumen, 2. Kreuzworträtsel: a) Tod, 8. Alter, 10. Beet, 11. Ode, 12. Ahr, 18. Ares, 14. Leine, 15. Zer, 16. Roland;— b) 2. Aster, 3. Udet, 4. Norden, 5. Tabarz, 7. Diesel, 9. Lehrer, 11. Orion, 13. Aera. Ein Buchstabe weniger:(W)elfe, Paviain), Vatlt)e, B=eer, N Rasit), Reckse), Tee(r).— Wintergewitter. Inhaltsreich:„Durch Weisheit u ein Haus gebaut und durch Verstand — „ e A h e l t t t u l r! Homsophalte und Tierhenrunde Abschluß der 100. Hauptversammlung des Deutschen Jentral= vereins homöopathischer Aerzte Das Anglück lauert überall Andernach. Am Montagabend geriet hier ein Berliner Personenkraftwagen beim Ueberholen eines Lastkraftwagens ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen den Lastzug. Die Insassen des Wagens, Vater und Sohn, konnten erst mit vieler Mühe aus dem zusammengedrückten Wagen befreit werden. Mit schweren Verletzungen wurden sie dem Krankenhaus zugeführt. Kaub. In der Montagnacht rannten auf der Rheinuferstraße zwischen Kaub und St. Goarshausen zwei Motorräder gegeneinander. Der Fahrer eines Kraftrades wurde auf der Stelle getötet, während der andere schwere Verletzungen davontrug. Mayen. In der Nähe des Eifelortes Waldesch verlor ein 19jähriger junger Mann aus Mayen auf einer abschüssigen Straße die Gewalt über sein Fahrrad, rannte gegen einen Baum und zog sich dabei so schwere Kopfverletzungen zu, daß er kurz darauf starb. Mayen. Auf der Straße nach Kürrenberg stürzte ein Motorradfahrer. Der im Beiwagen sitzende Vater wurde auf der Stelle getötet, während der Fahrer selbst mit schweren Verletzungen in bedenklichem Zustand dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Duisburg. Eine mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter ausgezeichnete Frau stolperte beim Ueberqueren der Straßenbahnschienen und wurde von der Straßenbahn erfaßt. Auf dem Wege zum Krankenhaus starb sie an den Folgen der bei dem Unglück erlittenen Verletzungen. Aachen. Auf furchtbare Weise kam aus Haaren ein dreijähriges Mädchen zu Tode. Sein Spielkamerad, ein vierjähriger Junge, hatte seinen Eltern Streichhölzer entwendet, und nun vergnügten sich die beiden Kinder damit, kleine Feuerchen zu machen. Plötzlich wurden die Kleider des Mädchens von den Flammen erfaßt. Einer Feuersäule gleich lief das bedauernswerte Geschöpf nach Hause, brach aber bald zusammen. Hilfe war zwar bald zur Stelle, aber das Kind hatte bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß es bald nach der Ueberführung in ein Krankenhaus starb. Glücksmann erhielt die„Goldene Kordel“. 15 000 RM. Gewinne aus einer Hand Herford. Der erste Glücksmann, der im Gau Westfalen=Nord mit der„Goldenen Kordel" ausgezeichnet wurde, ist der Glücksmann Otto Zimmermann, im Herforder und Salzuflener Land unter dem Scherznamen„Nietenheinrich“ bekannt und beliebt. Dieser„Glücksmann Nr. 319“ konnte in diesen Tagen das 100 000ste 50=Pfg.=Los an den Mann bringen, eine Losmenge, die einem Gewicht von 35 Zentner entspricht. Los an Los gereiht würde man eine Entfernung von 16 Kilometer erreichen. Genau 50000 RM. angelte der wackere Glücksmann danach aus den Börsen seiner Volksgenossen und half so mit am Werk des Führers. Daß aber der Volksmund sehr wohlmeinend dem Glücksmann den Namen„Nietenheinrich“ verlieh, beweist die Tatsache, daß 15000 RM. Gewinne aus seiner Glückskiste gezogen wurden, darunter allein siebenmal der„Fünfhunderter". Tagaus, tagein sieht man ihn unterwegs, früher sogar vom Morgen bis zum Abend. Heute, da jedermann wieder seinen Arbeitsplatz hat, geht er seiner glückbringenden Beschäftigung nach Feierabend und an Sonntagen nach. Autounglück forderte ein Opfer Beckum. In der Nacht zum Sonntag fuhr auf der Autobahnstrecke Beckum—Wiedenbrück kurz hinter Oelde ein Lastkraftwagen einer Mülheimer Speditionsfirma mit Anhänger eine zwei Meter hohe Böschung hinab. Der Wagen und der Anhänger überschlugen sich. Während der Fahrer des Lastzuges mit geringen Verletzungen davonkam, wurde der in der Schlafkabine ruhende Beifahrer Werner Großmann aus Mülheim=Ruhr von der nachstürzenden Last erdrückt. Der Unfall soll darauf zurückzuführen sein, daß der Fahrer des Lastzuges von einem entgegenkommenden Personenkraftwagen geblendet worden sein will. Folgenschweres Verkehrsunglück Paderborn. An einem auf der leicht abschüssigen Jühengasse am Marienplatz in Paderborn stehenden schweren Lastzug mit Anhänger lösten sich plötzlich die Bremsen und der Zug begann sich in Bewegung zu setzen. Der Kraftfahrer, ein 20jähriger junger Mann aus Saarbrücken, erkannte die Gefahr, die dem Fußgänger= und dem Fahrzeugverkehr drohte, und versuchte in der schmalen Gasse die Tür des Wagens zu öffnen und in den Wagen zu gelangen. Dabei wurde er jedoch durch den in Bewegung befindlichen Zug behindert, so daß er schließlich zwischen Lastzug und Hausmauer geriet. Er erlitt so schwere Quetschungen, daß er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Der Lastzug fuhr über die Straße hinweg den abschüssigen Marienplatz hinunter in einige parkende Personen= und Lieferwagen, die zum Teil stark beschädigt wurden. Ein zweites Todesopfer zum Briloner Verkehrsunglück Iserlohn. Wie bereits berichtet, ereignete sich in der Näbe von Brilon am vergangenen DonWiesbaden. Die Jubiläumstagung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Aerzte in Wiesbaden war getragen von dem Willen, zusammen mit der Schulmedizin zum Wohle des Volksganzen zu wirken. Die langen Kämpfe zwischen Homöopathie und Schulmedizin sind beendet, die Gegensätze sind beseitigt, jeder Teil hat seine Eigenarten und bewahrt sie. Das betonte der Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins, Professor Dr. Rabe(Berlin), wie auch andere Redner der Tagung, das kam auch darin zum Ausdruck, daß Vertreter der Schulmedizin auf der Homöopathentagung sprachen. Die letzten Referate beschäftigten sich mit dem Wert und der Wirkung einzelner homöopathischer Mittel. So teilte Dr. Schwarzhaupt=Köln in seinem Vortrag mit, daß die StraphantusTinktur auf Grund toxikosogischer Erfahrung und Prüfung ein wertvolles Mittel für den homöopathischen Arzt bei der Herzbehandlung geworden ist. Dr. Willmar Schwabe in Leipzig hat umfassende Arbeiten mit einem neuen Präparat, Kalmia latifolia, durchgeführt und dabei, wie er auf der Tagung berichtete, den Nachweis erbracht, daß Kalmia eine ausgesprochene Herzwirkung besitzt und das Zentralnervensystem beeinflußt. Dr. Ritter(Rostock) teilte die neuesten Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen mit Ergotin, einem aus brandigem Korn(Mutterkorn) gewonnenen Heilmittel, mit und nannte drei große Anwendungsgebiete: das Zentralnervensystem, den Verdauungskanal und das Gefäßsystem. Dr. Münch (Frankfurt) hat über die Ursachen der Migräne Untersuchungen angestellt und ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Er vertrat auf der Tagung den Standpunkt, daß die Wissenschaft die Zusammenhänge hier noch ungenügend geklärt habe. Die homöopathische Behandlung bekämpft nicht nur den eigentlichen migränen Zustand, sondern sie sucht die funktionellen und konstitutionellen Ursachen der Migräne zu beeinflussen und trifft erst auf Grund der Erkenntnis des Gesamtleidens ihre Arzneiwahl. Ueber die Bedeutung der modernen Diätetik sprach Professor Dr. Heupke aus Frankfurt am Main, dabei betonte er die zunehmende Wichtigkeit, die neuerdings der Diät beigemessen wird. Die Begründung der modernen Diätetik sah Professor Heupke in einer wachsenden Einsicht in die inneren Krankheitsvorgänge. Er empfahl bei Stoffwechselkrankheiten sogenannte halbe Fasttage, an denen der Mensch lediglich Obst, Milch und Obstsaft zu sich nehmen soll. Dadurch wird Herz, Leber und Niere entlastet und die Zufuhr von säurebildenden Stoffen vermieden. Als wichtigsten Faktor bezeichnet er den dadurch veränderten Mineralbestandteil der Nahrung. Die Herabsetzung der Salzzufuhr auf den 20. bis 30. Teil der normalen Kost führt zu einer Entwässerung des Organismus, die sich ganz besonders bei Kreislaufstörungen, Stauungen und Herzleiden empfiehlt. Dr. Templeton aus London ging auf die Wichtigkeit der Arzneiwahl ein und zeigte an Beispielen, welche Symptome bei bestimmten Erkrankungen für die Wahl des richtigen Mittels ausschlaggebend sind. Ueber die Bedeutung der Homöopathie in der Tierheilkunde sprach Dr. Thienel=Fürstenfeldbruck, der Vorsitzende der Studiengesellschaft für tierärztliche Homöopathie. Er konnte dabei auf die bedeutenden Erfolge der Homöopathie in der Tierheilkunde hinweisen. So hat sich gerade in jüngster Zeit das Schlangengift Lachesis in solchen Fällen oft bewährt, wo andere Mittel versagten. Hochfiebernde Tiere (Geburtsrauschbrand, Blutvergiftungen, Entzündungen) konnten in 24 Stunden geheilt und damit vor Notschlachtungen bewahrt werden. Von 2000 behandelten Rindern konnten 1500 gerettet werden. Eine bisher als unheilbar geltende seuchenhafte Euterentzündung an Schafen wurde ebenfalls homöopathisch behandelt und führte zu einem verblüffenden Erfolg. Von 153 erkrankten Tieren wurden 139 geheilt, 11 Tiere verloren die Euter, wurden aber sonst gesund und nur drei Tiere gingen ein. Bei einer fieberhaften Erkrankung nach dem Kalben wurden unter Anwendung von Lachesis von 894 Kühen und Stuten 733 gerettet. Gerade auf diesem Gebiet ist noch ein weites Arbeitsfeld, mit dem der Deutsche Zentralverein in dem nun bginnenden zweiten Jahrhundert seines Bestehens sich beschäftigen wird. Die nächste Tagung des Deutschen Zentralvereins homoöpathischer Aerzte findet 1940 im Rahmen einer internationalen homöopathischen Tagung in Köln statt. dig zusammenbrach, ist die Waffe(es handen sich um eine Mehrladepistole) auf einer nahegelegenen Schuttabladestelle von Kindern gefunden worden und dann in seine Hände gelangt. Der Stall wurde von der Polizei versiegelt und der Täter dem Polizeigefängnis zu. geführt. Die weiteren Ermittlungen zur restlosen Klärung der Tat sind noch im Gange. Betrunkener Radler tödlich überfahren Lintfort. Auf der Adolf=Hitler=Straße in Lintfort wollte ein Kraftwagen einen in Richtung Kamp fahrenden Radler überholen, der wie sich nachher herausstellte, betrunken war. Der Radfahrer fuhr dem ihn überholenden Kraftwagen in die linke Seite und kam dabei zu Fall. Der Mann, der durch seine Trunkenheit den Verkehrsunfall selbst verschuldet hatte, erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Stunden im Rheinberger Krankenhaus verschied. Musikpädagogischer Lehrgang in Köln Köln. In der Zeit vom 21. bis 27. Mai findet in Köln wiederum ein musikpädagogischer Lehrgang statt, dessen Veranstalter die Schulmusikabteilung der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln und der NS.=Lehrerbund, Gau Köln=Aachen, sind. Angegliedert ist dieser Woche, die eine umfangreiche Behandlung musikerzieherischer Fragen in der Schule vorsieht, eine musikpädagogische Ausstellung, die in der Rheinischen Musikschule untergebracht ist. Traurige Nachricht zum Muttertag Bad Kreuznach. Eine traurige Nachricht erhielt eine Mutter, die von ihrem Wohnort an der holländischen Grenze nach Waldalgesheim zu einer Hochzeit gekommen war. Ihr 19jähriger Sohn wollte ihr zum Muttertag eine elektrische Waschmaschine schenken. Beim Ausprobieren der Maschine entstand durch Verwechslung der Kabel Kurzschluß. Der junge Mann wurde durch einen elektrischen Schlag auf der Stelle getötet. Er war der einzige Ernährer seiner Mutter. 76jähriger tödlich verunglückt— Beim Aufspringen auf die fahrende Straßenbahn W.=Elberfeld. Am Sonntagvormittag versuchte an der Straßenbahnhaltestelle Nevigeser Straße=Sportplatz ein 76 Jahre alter Mann auf eine fahrende Straßenbahn zu springen. Hierbei rutschte er aus und geriet unter den Anhänger, der ihn ein Stück mitschleifte. Der Verunglückte, der aus Oberhausen=Osterfeld stammt, erlitt so schwere Verletzungen, daß er am Nachmittag im Krankenhaus starb. wird der Torf gestochen Lübbecke i. W. Wenn man von der Höhe des Wiehengebirges seine Augen über das Lübbecker und Mindener Land schweifen läßt, sieht man im Tal weite Moorflächen, auf denen jetzt fleißige Menschen arbeiten. Sie stechen den Torf. Es gibt hier zwischen Lübbecke und Minden viele hundert Morgen Torfmoor. In manchen Gegenden ist noch keine Parzelle gestochen, und es soll gar Bauern geben, die Moorparzellen haben, ohne es zu wissen. Als vor vielen Jahrzehnten das Moorland verteilt wurde, wollte es niemand haben, weil man seinen Wert nicht kannte. Heute gewinnt man zunächst den Torf und wenn der Torf in zwei Partien mit einem Zwischenraum von einigen Jahren abgetragen ist, werden aus den früheren Moorparzellen beste Heuwiesen. Die eigentliche Zeit des Torfstechens ist der Mai. Da ziehen die Bauern schon in aller Frühe mit Schaufeln, Torfmessern, Schiebkarren und Matten ins Moor. Bald sieht man überall die weißleuchtenden, von der Sonne gebleichten Strohmatten oder„Hütten“ aufgerichtet, die den Torfarbeitern während der Mahlzeit sowie bei allzu heißer Sonne und bei Regenschauern Schutz bieten. Die Torfbank wird zunächst mit dem Torfmesser durch Einschnitte in einzelne Törfe aufgeteilt und dann beginnt die Arbeit des„Stechens“. Je nach Spatenbreite werden zwei oder auch mehrere Törfe gleichzeitig an die Oberfläche gehoben. Auf Schiebkarren werden sie zu einer Sammelstelle gebracht und hier nach einem besonderen System zum Trocknen aufgeschichtet. Zwei Törfe liegen auf dem Boden, zwei kommen quer darüber, dann wieder zwei in Längsrichtung. Das Gebilde heißt„Pottring". Später, wenn die Törfe an der einen Seite trocken sind, wird eine Umschichtung vorgenommen. Man baut dann ein Gebilde aus vier Pottringen und nennt das„Ring". Mancherorts wird nach einiger Zeit noch ein sogenannter„Ummerring“ aufgebaut, der aus drei Ringen, das sind 72 Törfe, besteht. Manche Bauern machen im Sommer noch einen zweiten Torfstich. Nach dem Stechen lagert der Torf vier bis sechs Wochen draußen. Wenn er trocken ist, wird er eingefahren. Im Gegensatz zu früher gewinnen die meisten Torfbauern ihren Torf nur für den Eigenbedarf. Man hält mit Torf den Herd den ganzen Tag über warm und auch unter dem Futterkessel ist Torf gut zu verwenden. Früher und vor allem in der Kriegszeit lieferten die Lübbecker und Mindener Moor=Bauern den Torf auch in die Städte, besonders die Behörden waren Großabnehmer, so daß mancher Bauern nebenher jährlich an 100 Taler aus dem Moor zog. Schone Kleidung und Wasche Schonende Behandlung von Kleidung, Schuhzeug— und Wäsche bringt erhebliche Ersparnisse. Es gilt ja wohl bei allen als selbstverständlich, daß man seine besten Sachen nicht auch im Beruf oder bei der Arbeit trägt, sondern sie ausschließlich für die Sonntage oder zu besonderen Anlässen vorbehält. Wie die Schaffenden bei ihrer Arbeit entsprechende Arbeitskleidung tragen, sollten die Hausfrauen in der Küche bei ihrer Hausarbeit stets mit einer großen, ihr Kleid vor Schmutz und Flekken schützenden Schürze angetan sein. Für den Büroangestellten ist ein Kittel oder eine abgelegte Joppe für seine Berufsarbeit am zweckmäßigsten, damit sein Straßenanzug, namentlich die Aermel vor dem vorzeitigen Verschleiß bewahrt werden. Anzug oder Kleid müssen. bevor man sie in den Schrank hängt, gelüftet und tüchtig ausgebürstet werden. Hierbei wird manchmal auch die Beseitigung von Schmutz oder Flecken notwendig sein. Will man eine größere Säuberung bei waschechten Stoffen vornehmen, soll man nach dem Waschen das Wasser gut ausdrücken, nicht aber auswringen, um dann nach dem Trocknen zwischen einem Frottiertuch das Bügeln von links vorzunehmen. Nicht waschbare Stoffe dagegen bürstet man vorsichtig mit einem Aufguß von Quillayarinde oder starkem Salzwasser ab. Unschön sehen Glanzstellen an Anzügen oder Kleidern aus. Sie zu entfernen, ist eine einfache Sache, indem man die betreffenden Stelnerstag ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Personenwagen aus Iserlohn gegen einen Baum fuhr. Dabei wurde der Fahrer auf der Stelle getötet. Einer der drei Verletzten, ein Fabrikant B. aus Iserlohn, ist jetzt an den Folgen des Unfalls verstorben. Kiepenträgerfest am Niedershein Breyell(Niederrhein). Das erste Kiepenträgerfest, das vom Bund der Heimatfreunde Breyells vorbereitet worden war, wurde zu einem vollen Erfolg. Die Festteilnehmer sammelten sich auf dem Horst=Wessel=Platz und unter den Klängen einer Musikkapelle ging es dann in der alten Kiepenträgertracht zu dem Ritzbruch, wo u. a. eine Ansprache in dem alten Kiepenträgerlatein, dem„Henese Fleck“ gehalten wurde, die allerdings gleich auch verdolmetscht wurde. Der Bund der Heimatfreunde verfolgt mit diesem neu belebten Brauchtum den Zweck, den„Henese Fleck“, die alte Krämersprache der weit bekannten Breyellen mit einem feuchten Tuch belegt und darüber unter wiederholtem Lüften des Tuches hinweg plättet. Man braucht sich auch nicht länger über Schmutzränder an Kragen aufzuregen, da man sie leicht durch entsprechende Behandlung entfernen kann. Man bürstet sie mit einer Panamarindelösung oder einem Gemisch von einem Teil Salmiakgeist in neun Teilen Wasser solange, bis ein weißes. Tuch sauber bleibt, mit dem man die Stelle nachreibt. Nicht minder großen Wert sollte man auf die Instandhaltung der Schuhe und Stiefel legen. Hart gewordenes Leder wird wieder geschmeidig und weich, wenn man es mit warmem Wasser säubert und in feuchtem Zustande mit Rizinusöl einreibt. Um Sohlen und Absätze eine vielfach verlängerte Haltbarkeit zu verleihen, bestreiche man sie, nach vorherigem gründlichen Reinigen mit lauwarmem Wasser und sorgfältigem Trocknen, mit gewöhnlichem Schreinerleim unter Zusatz einiger Körner Chromsaures Kali und trockne sie in leichter Ofenwärme, jedoch darf man sie nicht der Sonne aussetzen. Hellgraue Filzhüte reinigt man schnell durch Abbürsten mit einem aus Magnesia und Wasser hergestellten Gemisch, das man nach dem Trocknen abklopft, worauf man sauber nachbürstet. Wer in dieser oder ähnlicher Weise auf die Instandhaltung seiner Garderobe sieht, wird seine geringe Mühe und Ordnungsliebe durch reichliche Ersparnisse gelohnt finden. ler Kiepenträger, neu aufleben zu lassen. Auch ein Wörterbuch dieser Sprache ist bereits in Vorbereitung. Es wurde einstimmig beschlossen, das Kiepenträgerfest von nun ab alljährlich als Heimatfest zu feiern. leichtfertiger Schießerei Duisburg. Leichtfertiger Umgang mit der Schußwaffe forderte wieder ein junges Menschenleben. Am Weidenweg wudren ohne Wissen der Eltern des öfteren von noch schulpflichtigen Jungen Schießereien in einem Stall veranstaltet. Ein im gleichen Hause wohnender 22 Jahre alter Matrose fand sich auch zu diesem gefährlichen Spiel ein und mit dem Ruf: „Hände hoch!“ legte er die Schußwaffe auf einen 13 Jahre alten Schüler an. Plötzlich löste sich der Schuß und traf den Jungen in den Kopf. Der unglückliche Schütze brachte sein Opfer, das laut um Hilfe schrie, ins Haus. Als man im Krankenhaus eintraf, war der Junge bereits tot. Nach den Angaben des Täters, der nach dem unglücklichen Schuß seelisch vollstän Königin Ailhelmina zum Staatsbesach in Brüssel eingetroffen Brüssel, 23. Mai. Königin Wilhelmina von Holland traf Dienstagnachmittag mit einem Sonderzug zu einem Staatsbesuch in der belgischen Hauptstadt ein. Sie wurde von König Leopold am Bahnhof feierlich empfangen. In Begleitung der Königin befanden sich mehrere hohe holländische Beamte, u. a. Außenminister Patiin. Auf dem Bahnhofsvorplatz hatte man einen Triumphbogen errichtet, die Häuser waren mit den belgischen und den holländischen Farben geschmückt. Die Neuge begrüßte die beiden Monarchen mit teundlichen Zurufen. Im Anschluß an die Fahrt durch die Straßen Brüssels empfing Königin Wilhelmina im Schlosse von Brüssel das Diplomatische Korps. Der Besuch der Königin dauert drei Tage. In der belgischen Kammer wurde anläßlich des Staatsbesuches eine Adresse verlesen, in der die freundschaftlichen Gefühle des belgischen Volkes gegenüber Holland zum Ausdruck gebracht werden. Die Botschaft schließt mit dem Wunsche, daß die Tage des Staatsbesuches dauerhafte Gewinne für das Wohlergehen, die Größe und die Sicherheit der beiden Nationen bringen möchten. Der Sohn des Staatsanwalts als Doppelmörder In Tennessee wurde von der Polizei der 22 Jahre alte Robert Burgunder, der Sohn eines Staatsanwalts, verhaftet. Er wurde seit mehreren Tagen als Mörder von zwei Autohändlern gesucht. Bemerkenswert ist, daß der Vater sich selbst der Mitschuld insofern anklagt, als er behauptet, er habe den Sohn zu sehr in die Kriminalakten hineinschauen lassen, so daß sich ein„Verbrechenskomplex" bei dem Sohn entwickelte. Die Händler waren kurz vor ihrer Ermordung bei dem Staatsanwalt gewesen, um ihm ein Auto zum Kauf anzubieten. Der Sohn folgte ihnen in einem anderen Auto, hielt den Wagen an, schoß die Händler nieder und entfloh, nachdem er sie beraubt hatte. Obwohl er mit raffiniertester Sorgfalt alle Spuren verwischt hatte, wurde seine Täterschaft rasch festgestellt und der Steckbrief erlassen. Gerzehtts=Cäntin in Bärte Seltsame Reaktionen auf das deutsch=italienische Bündnis Kultusminister Ciric bei Reichsminister Dr. Goebbels Berlin, 23. Mai. Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Dienstagnachmittag den jugoslawischen Kultusminister Ciric, in dessen Begleitung sich Ministerialdirektor Jankowie befand. In angeregter Unterhaltung wurden zahlreiche Fragen der deutsch=jugoslawischen Kulturbeziehungen besprochen. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat den der Wehrmacht beim Einmarsch durch Böhmen und Mähren zugeteilten Verbänden der Ordnungspolizei und der=Verfügungstruppe nach ihrem Ausscheiden aus seinem Befehlsbereich seinen Dank und seine Anerkennung für die gemeinsam mit der Wehrmacht dem Vaterlande geleisteten Dienste ausgesprochen. Am Montag haben sich in den Vereinigten Staaten nicht weniger als acht Flugzeugunfälle einschließlich des bereits gemeldeten Unglücks am Hamilton=Observatorium bei San José in Kalifornien ereignet. 16 Personen wurden dabei getötet und sechs verletzt. In sieben Fällen handelt es sich um Privatflugzeuge. Die Begegnung zwischen dem jugoslawischen Außenminister Cincar Markowitsch und dem rumänischen Außenminister Gafeneu auf der Donau wurde am Montag abgeschlossen. Paris, 23. Mai. Wenn man die Pariser Blätter aller Schattierungen durchblättert, kann man ein leichtes Schmunzeln nicht unterdrücken. Offenbar auf einen Wink von oben hin bemühen sich die Zeitungen krampfhaft, das abgeschlossene deutsch=italienische Bundnis als möglichst unbedeutend hinzustellen. Sie können aber nicht umhin, zwischen den Zeilen diesem für Europa entscheidenden Ereignis den Wert beizumessen, der ihm zukommt. Daraus resultieren natürlich allerlei Widersprüche, die ganz amüsant zu lesen sind. Das Schmunzeln verwandelt sich aber in Erstaunen, ja in Erschrecken, wenn man dann weiter sieht, daß auch der doch gewiß eindeutige und klare Vertrag zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland die meisten Pariser Journalisten nicht abgehalten hat, die Feder in das leider so häufig gebrauchte Faß zu tauchen, das die trübste Tinte Argt. Man kann diese dummen Redensarten und Phrasen, diese blöden Kombinationen und taktlosen Anzapfungen Italiens nicht einfach mit der längst überholten Taktik abtun, zwischen Deutschland und Italien dadurch einen Keil zu treiben oder das Achsenverhältnis zu trüben, daß man beispielsweise auf die für den Geist des Vertrages und die Schicksalsgemeinschaft beider Nationen völlig belanglose Tatsache hinweist, daß Deutschland 80 Millionen, Italien aber nur 40 Millionen Menschen hat. Gewiß spielt diese Taktik in den überflüssigen Pressekombinationen hiesiger Blätter immer noch eine Rolle. Aber daß man nicht einsehen will, daß sie völlig verfehlt ist, daß sie nicht einmal jene Wirkungen hervorruft, die man sich in gewissen politischen Kreisen an der Seine anscheinend davon verspricht, das zeugt von einer Mentalität, über die man immer wieder erschrickt. Es muß als Tatsache hingenommen werden, daß es in Paris noch viele Politiker gibt, die einfach unfähig sind, nur etwas von der Dynamik der beiden jungen, aufstrebenden Ordnungsnationen Europas zu verstehen. Bei dieser Unfähigkeit spielen selbstverständlich gewisse — eingestandene oder uneingestandene— Ueberlegungen eine Rolle, die für die eigene Politik nicht gerade sehr schmeichelhaft sein dürften und auch kaum dazu beitragen, das Selbstvertrauen zu heben.„„„ Die Fehlschlage seit dem Abschluß des Versailler Vertrages, die Zerreißung des Genfer Bündnisnetzes, das verlorene Spiel mit Spanien und viele andere politische Mißerfolge sind es, die in Paris zu einer Ressentiment anwachsen, für das Italien seit dem Abschluß des Bündnispaktes anscheinend als Sündenbock gewisser verärgerter politischer Spießer Frankreichs dienen muß. Dieser bemitleidenswerte Geisteszustand treibt besonders seltsame Blüten. D'Ormessen stimmt im„Figaro“ geradezu ein Klagelied an. Er schreibt, wenn der Systemgeist des Europa von Versailles den genau ausgeglichenen Grad seiner Beziehungen bewahrt haben würde, würde Italien der am meisten beachtete Staat sein. Dieser Satz ist die Quintessenz aller Betrachtungen. In Paris trauert man einem endguttig verlorenen Bundesgenossen nach, den man fälschlicherweise immer wieder in die eigenen Kalkulationen einbezog, den man aber nach dem Kriege in einer Art behandelte, die nur mit der völligen Vernunftlosigkeit der Machthaber von Versailles gedeutet werden kann. Man hat in Paris nicht einen Finger gerührt, um die berechtigten Ansprüche Italiens zu befriedigen, man hat nichts getan, um dem Partner von einst den Weg zu seinem Lebensraum zu ebnen, aber man weiß heute trotz all dieser schweren Fehler der französischen Politik nichts anderes, als daß man Italien mit kindischen Vorwürfen kommt und es mit allerlei Anspielungen zu beleidigen versucht. Winkurischse Trauerfeier i Voldrum Der Führer beim Staatsakt für den verstorbenen General Graf von der Schulenburg Brauchitsch hielt die Gedenkrede Potsdam, 23. Mai. Der große Staatsikt aus Anlaß des Begräbnisses für den veriwigten General der Kavallerie a. D.=Ober= „ruppenführer Friedrich Graf von der Schusenburg am Dienstag im historischen Lustgarten der Soldatenstadt Potsdam gestaltete sich in Anwesenheit des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht zu einer außerordentlich würdigen und eindrucksvollen militärischen Trauerfeier. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, würdigte in seiner Gedächtnisansprache die Verdienste des zur Großen Armee abberufenen alten Soldaten und nationalsozialistischen Kämpfers. Mit dem Führer und den Hinterbliebenen, darunter dem Polizeivizepräsidenten von Berlin, von der Schulenberg, dem Sohn des Verstorbenen, nahmen an dem Staatsakt u. a. teil: Generalfeldmarschall Göring, Reichsaußenminister von Ribbentrop, die Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und des Heeres, Großadmiral Raeder und Generaloberst von Brauchitsch. Ein herrlicher Früylingstag wölbte sich über der Soldatenstadt Potsdam, die völlig Im Zeichen dieses Ereignisses stand. Sämtliche öffentlichen Gebäude und Privathäuser hatten auf Halbmast geflaggt. In den Straßen, durch die der Trauerzug kommen mußte, stand die Bebölkerung in dichten Reihen unter ehrfürchtigem Schweigen Spalier. Ungezählte Tausende umlagerten, soweit sie am Staatsakt selbst infolge Platzmangels nicht mehr teilnehmen konnten, in weitem Umkreis den Lustgarten. Hier hatten zur Trauerparade ein Bakaillon des Inf.=Regt. 9, drei Bataillone des Art.=Regt. 23, eine Kavallerieschwadron und eine Kompanie der#=Verfügungstruppe in Paradeuniform Aufstellung genommen. Ferner war hinter den Plätzen der Trauergäste eine Abordnung ohne Waffen sämtlicher Truppenverbände Potsdams angetreten. Von der Aufbahrungshalle in der Kaserne des Regiments Garde=du=Corps, an dessen Spitze der Verstorbene als letzter Vorkriegskommandeur gestanden hatte, bewegte sich dann die Trauerparade unter gedämpften Marschklängen und feierlichem Glockengeläut durch die Straßen von Potsdam, voran ein Musikkorps und eine Ehrenkompanie des Inf.Regt. Nr. 9. Zwei Stabsoffiziere trugen das Ordenskissen. Flankiert von zwölf Stabsoffizieren folgte die Lafette mit dem Sarg, den die Reichskriegsflagge deckte. Den Abschluß bildete wieder eine Ehrenkompanie des Regiments. In ergriffenem Schweigen grüßte die Bevölkerung den Toten. Im Lustgarten wurde der Sarg vor dem Denkmal des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. aufgebahrt. Sechs Stabsoffiziere übernahmen die Ehrenwache. Um 12.30 Uhr trifft der Führer ein. An der Bittschriftenlinde begrüßt ihn der Gauleiter des Gaues Mark Brandenburg, Stürtz. Dann erklingen helle Kommandos. Der Kommandant von Potsdam, Generalmajor Hartmann, meldet dem Führer die unter präsentiertem Gewehr angetretene Trauerparade. Dann tritt der Führer mit seiner Begleitung vor den Sarg und ehrt unter tiefem Schweigen mit dem deutschen Gruß seinen toten Mitkämpfer. Runmehr nimmt der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, das Wort zu seiner Gedächtnisrede....## Als Generaloberst von Brauchitsch seine Rede beendet hatte, legt der Führer den von 12 Unteroffizieren getragenen Kranz am Sarge nieder. Die Fahnen senken sich, das Lied vom guten Kameraden erklingt. Gleichzeitig rollt dumpf der Trauersalut der Batterie über den weiten Platz. P. M“erhef-hist. Nacheinander legen nun die Overbefehlshaber der Luftwaffe, des Heeres und der Marine sowie die anderen Vertreter der Wehrmacht, des Staates, der Partei ihre Kränze nieder. Dan schreitet der Führer, während das Trompeterkorps den Parademarsch des Regiments Garde=du=Corps gedämpft erklingen laßt, zu den Angehörigen des Verstorbenen, um ihnen sein Beileid auszudrücken. Noch einmal grüßt der Führer den toten Mitkämpfer und verläßt dann mit seiner Begleitung den Lustgarten. Anschließend erfolgte die feierliche Ueberführung der sterblichen Hülle Graf von der Schulenburgs durch die Straßen von Potsdam am Bornstedter Feld vorüber in seine mecklenburgische Heimat. Das ist nicht nur läppisch, das deutet auch auf einen Mangel an realpolitischem Sinn, aber auch an Takt und Erziehung hin, den man nur bedauern kann. Man muß sich auch fragen, ob die Leitactikler die Kraft und militärische Macht des faschistischen Italien heute wirklich so unterschätzen, wie sie es in ihren Blättern aus Wut und Enttäuschung über die eigenen Fehler wahrhaben mochten. Das wäre nicht nur bedauerlich, das wäre sogar unverzeihlich! 15 Millionen stehen schon bereit Gewaltiger Schutz der Heimat— Jeder Einsatzfähige muß helfen Berlin, 23. Mai. In seiner Rede an die Amtsträger des Reichsluftschutzbundes, die von den 2000 angetretenen Männern begeistert aufgenommen wurde, wies Generalfeldmarschall Göring darauf hin, daß das hervorragendste Kennzeichen des Reichsluftschutzes die Selbst. hilfe sei.„Dem Luftschutz zu dienen ist Pflicht an Führer und Volk.“ Dann sprach der Generalfeldmarschall über die viele Kleinarbeit, die Opferbereitschaft und Hingabe, die zur Erfüllung der gestellten Aufgaben nötig war und ist. Viel sei erreicht worden, aber es solle dabei nicht stehengeblieben werden. Die Maßnahmen zur Entrümpelung der Böden sind lebenswichtig, daher ist eine ständige Ueberprüfung der Böden notwendig. Die Papptafeln oder Stoffe für Verdunkelung der Fenster werden oft achtlos beiseite gelegt. Deshalb muß immer dafür gesorgt werden, daß diese Dinge jederzeit instand und brauchbar sind. Das gilt auch von den Volksgasmasken, die von der anderen großen Selbstschutzgemeinschaft des deutschen Volkes, der NSV., vertrieben werden. Der Luftschutzwart muß darüber wachen, daß die Gasmasken vorhanden und richtig gelagert sind, daß sie in Ordnung bleiben und nicht verloren gehen. Dann appellierte der Generalfeldmarschall an die deutsche Frau, mit tätig zu sein im Dienste des Luftschutzes. Wenn die Männer einmal an die Front gerufen werden sollten, so müßten in der Heimat die Vorbereitungen für den Selbstschutz und die Auswahl der Menschen, die in den Pflichtenkreis des Luftschutzes eintreten, getroffen sein. Deshalb sei es notwendig, das Amtsträgerkorps des Reichsluftschutzbundes in der Ausbildung auf das höchste zu steigern und die Selbstschutzkräfte aufs beste zu schulen. Aus diesen Gründen ist die Reichsluftschutzschule entstanden..5.94 Nr: S 4.21 Es war eine Notwenoigteit, eine Schule der Luftschutzarbeit für die Luftschutzaufgaben zu errichten. Neben dem aktiven Schutz des Schwertes muß der passive Schutz treten. Nur dann können wir durchhalten, sollte es einmal zum Aeußersten kommen. Der Kämpfer draußen muß wissen, daß alles vorbereitet ist, wenn seiner Heimat unmittelbar aus der Luft Verderben droht, und daß sich genügend Kräfte finden, die in die Abwehr der Heimat eintreten. Er muß darüber beruhigt sein, daß seine Lieben zu Hause in guter Obhut sind; er muß wissen, daß daheim alles bis zum Letzten getan ist, um ein Höchstmaß an Schutz zu gewähren.„Nehmt diese Aufgabe nie zu leicht und glaube keiner im deutschen Volk, daß Luftschutz eine Spielerei sei und nicht notwendig wäre!" „Wir hoffen, daß der Ernstfall für den Luftschutz nicht eintreten wird. Denn wir wollen und wünschen den Frieden, aber nicht als Phrase, wie heute das Wort„Frieden“ so häusig im Munde geführt wird. Jetzt steht wieder eine starke Nation inmitten Europas, und in unlösbarer enger Verbundenheit mit ihr steht eine zweite starke Nation; beide Völker jung, beide Völker gewillt, ihre Lebensrechte unter allen Umständen zu vertreten und aufrechtzuerhalten.“ Unter stürmischem Beifall fuhr der Generalfeldmarschall in seiner Rede weiter fort:„Das, was gestern abgeschlossen wurde, ist nicht ein Bündnis im Stile vergangener Pakte und vergangener Allianzen. Was gestern gezeichnet wurde, ist eine Schicksalsgemeinschaft für alle Zeiten. Möge dieses große Ereignis von gestern mit dazu beitragen, den Frieden zu bewahren!" Zum Schluß seiner Rede sprach der Generalfeldmarschall allen versammelten Gauwaltern und Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes und damit allen freiwilligen Helfern und Helferinnen aus dem ganzen Großdeutschen Reich seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. In weigen zenten In ihren Betrachtungen zum deutsch=italienischen Bündnisvertrag halten sich die schweizerischen Zeitungen im wesentlichen an die Gedankengänge der Pariser Informationspresse, was zur Genüge charakterisiert. König Boris empfing am Montag unter Führu.g des deutschen Gesandten Freiherrn von Richthofen eine Abordnung der deutschen Hochschullehrer, wobei der Rektor der Berliner Universität, Professor Dr. Hoppe, König Boris die Ernennung zum Ehrendoktor der Medizin der Universität Berlin überreichte. Der bayerische Ministerpräsident und Frau Siebert luden zum Auftakt des deutschen Studententags in Würzburg die Ehrengäste des deutschen Studententages die Spitzen von Partei und Staat und das Führerkorps des deutschen Studententums zu einem Konzert mit anschließendem Tee auf die Feste Marienberg. Spert und Eplel Unentschieden gegen Irland 85 009 in Bremen vom 1:1(1:0) etwas enttäuscht Es ist also unserer Fußball=Nationalmann= schaft im dritten Länderspiel gegen Irland am Dienstagabend in Bremen nicht gelungen, die schwere Niederlage vor drei Jahren in Dubtin durch einen Sieg auszugleichen. Der Kamy in der mit 35000 Zuschauern bis auf den letz ten Platz besetzten Bremer Kampfbahn endet unentschieden 1:1. Zur Pause hatte Deutsch land durch ein wundervolles Tor von Helmu Schön noch 1:0 geführt, doch wurde in der zwei ten Halbzeit dieser knappe Vorsprung dur: den irischen ihan ausge glichen. Irlands Spielfucker Tunne datte die Wal und ließ Deutschland gegen die schon tief st. hende Sonne spielen. Die erste Hälfte bracht einen anregenden und schnellen Kampf. Unser Elf zeigte ein sauberes und flaches Zusammen spiel, das allerdings vor dem Tor des Gegner zu engmaschig wurde. Die Iren spielten rech hoch, aber zweckmäßig und waren vor allem mit ihren Köpfen den hohen Bällen immer näher als die Deutschen. Ihre Angriffe wurden stets mit größter Wucht vorgetragen und waren meist 55#sch#rlich. Dies umso mehr, als Rohde # nicht der ideale Mittelläufer war und Streitle viele Fehler machte. Schon wenige Minuten nach Beginn traf Hahnemann mit wuchtigem Schlag nur die Querlatte. Dann kam Irland zu zwei klaren Torgelegenheiten. Bei einem schnellen Angriff von Bradshaw ließ Jakob den Ball fallen, warf sich aber im letzten Augenblick noch schützend vor dem anstürmenden Dunne auf das Leder. Einen weiteren kraftvollen Schuß konnte der Regensburger eben noch um den Pfosten drehen. Auf der anderen Seite konnte Gauchel nach Zusammenarbeit mit Lehner und Schön einen scharfen Schuß loslassen. Riesiges Pech haben die Gäste, als Rohde und Dunne zusammenprallen. Der Schiedsrichter gibt Freistoß für Deutschland, aber Dunne bleibt liegen und muß schließlich vom Platz getragen werden. Irland hat bis zur Pause also nur 10 Mann. Das deutsche Spiel beginnt nun die Oberhand zu gewinnen. In der 38. Minute fällt dann auch der Führungstreffer. Kupfer läuft mit dem Ball über den halben Platz, gibt hoch zu Gauchel, der zur Mitte köpft, wo Schön freistehend mit mächtigem Schlag die Kugel flach in die linke Ecke des irischen Tores jagt. Der Verlauf der zweiten Hälfte ist für die Zuschauer eine große Enttäuschung. Irland kam mit zehn Spielern wieder und während dieser Zeit hat Gauchel zweimal die große Gelegenheit, den deutschen Vorsprung zu erhöhen. In der 15. Minute der zweiten Halbzeit fällt dann der Ausgleichstreffer. Der irische Linksaußen Fallon gibt eine hohe weite Vorlage in den deutschen Strafraum, und ehe sich die Abwehr formieren kann. ist Bradshaw zur Stelle, der das Leder einköpft. Das Spiel verliert jetzt immer mehr an Zusammenhang, zumal Helmut Schön verletzt wird, in die Sturmmitte geht und Gauchel den Posten des Vermittlers einnimmt. Deutschland gewann 3:2 Henkel schlug Baworowski ohne Satzverlußt Nach fünftägiger Dauer— ein Novum in der Geschichte der Davispokalkämpfe— konnte am Dienstag endlich das Treffen Deutschland— Polen in Warschau mit einem 3:2=Sieg Deutschlands beendet werden. Heinrich Henkel scheint wirklich seine alte Form wiedergefunden zu haben und da diesmal das Publikum sich durchaus diszipliniert verhielt, dauerte der letzte Satz des am Montag abgebrochenen Spieles Henkel— Baworowski nur ganze 25 Minuten, bis der Pole 63 geschlagen war. Henkel ließ seinen Gegner zunächst bis auf 3:1 davonziehen. machte dann aber Ernst und gewann fünf Spiele hintereinander, damit den Satz und Sien füir Deutschland. 1939 Vorschlußrunde der Männer im Hiound Rückspiel Nach Feststellung der vier Gruppensieger im Kampf um die deutsche Handballmeisterschaft der Männer hat das Reichsfachamt Handbal die Paarung für die Vorschlußrunde vorgenommen. Die Teilnehmer des für den 2. Juli vorgesehenen Endspiels werden in der Vorschluß runde im Hin= und Rücksviel nach Punkten ernittelt. Als erster Spieltag wurde der 11. Juni estgesetzt. Es spielen. Poste SB Mänchen— Dren Leipoige Lintforter SC— Hindenburg Minden. Am 18. Juni werden dann die Rückspiele in Leipzig bezw. Minden ausgetragen. Sollte sich Punktgleichheit ergeben, so steht noch der 26. Juni als weiterer Spieltag für ein Entscheidungstreffen zur Verfügung. Gehmert schon 1,94 Meter Unsre Hochspringer=Elite in Rostock Die BSG Heinkelwerke führte in Rostock ein Sportfest durch, das durch die Teilnahme einiger unserer besten Hochspringer besonderes Interesse fand. Den Sieg holte sich Gehmert mir der ausgezeichneten Leistung von 1,94 m. die umso mehr Beachtung findet, als sich Gehmert in diesem Winter auf den Rollsprung umgestellt hat und bei nunmehr schon 1,94 m im Laufe der Saison sicherlich noch auf größere Höhen kommen wird. Weinkötz wurde Zweiter mit 1,90 m vor Langhoff, der auf die gleiche Höhe kam. Da die Sprunganlage ziemlich weich war, lassen die guten Leistungen für die Zukunft das Beste erhoffen. Sport in Kürze Fortuna Düsseldorf in Wien Pokalmeister Rapid Wien hat zum Austalt seiner Jubiläumswoche für den 4. Juni Fortung Düsseldorf nach Wien verpflichtet. Fortuna ist damit an die Stelle des unsprunglich vorgesehenen Dresdner SC getreten. Westfalia Herne— V=R Gleiwitz 5:2 Der Schlesienmeister V=R Gleiwitz spielte am Montag nach seinem Meisterschaftsspiel gegen Schalke in Herne gegen Westfalia und unterlag vor 3000 Zuschauern recht klar. Man muß berücksichtigen, daß Gleiwitz mehrere Spieler ersetzen mußte. Der FE Schalle##### wird am 27. August anläßlich der Sportplatzweihe in Halle i. W. voraussichtlich gegen eine Bielefelder Auswa"(mannschaft antreten. SV es Beuel und Homberger StI die sich in der 3 Hauptrunde um den Tschammer=Pokal unentschieden trennten, begegnen nunmehr am 4. Juni in Homberg. Am Karlsbader Fußballturnier am 3. und 4. Juni nehmen neben dem Veranstalter Sparta=Karlsbad noch Spt Asch SpVa Fürth und St. Pauli Hamburg teil Dieses Zeichen bürgt und tadellosen Sitz. für allererste Qualität S SchagenOberhemden, Sporthemden Schlafanzüge, Nachthemden sind Spitzenleistungen und genießen besten Ruf. Alleinverkauf im Spezlalgeschäft W. 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Eine freundliche Belehrung des Zuschauers einer journalistischen Methode dürfte schneller aus Ziel führen. Der folgende urtitel befaßt sich mit der Punktwertung beim Boxen. Die Frage, ob vielleicht ein „öffentliches Punkten“ Fehlerquellen der Kampfrichter vermeidet, wird verneint. Auch das öffentliche Punkten wird nie erreichen, was ja gerade erstrebt wird, nämlich die Zuschauer die Meinung zu nehmen, daß falsch gewertet. Die ganze Untersuchung endet schließlich da, wo sie begonnen hat, daß nämlich in dem Vertrauensverhältnis des Zuschauers zu den Kampfrichtern immer noch die beste Lösung liegt. Die ersten Regeln der modernen Boxgeschichte bestanden eigentlich nur aus Stichworten, auch der Weltverband der Amateure (F3BA) begnügte sich zunächst mit allgemeinen Richtlien. Als die Boxsportler das Boxen aber dann zu einer Kunst machten, also die Nurkeiler langsam ins Hintertreffen gerieten, ist immer wieder das Thema angeschnitten worden, wie am besten und sichersten ein Punktsieger ermittelt werden kann. Tatsache ist jedenfalls, daß heute noch in allen Ländern die Boxkämpfe nach verschiedenen Auffassungen beurteilt werden. Die Kämpfe um die Eurovameisterschaften der Amateurboxer brachten erneut den Beweis. Immerhin wurde auf dem F3BA=Kongreß, im vergangenen Sommer in Berlin, beschlossen, alle Kampfrichter aus der Liste zu streichen, die nicht nach den F3BA=Regeln werten. Schon der Beschluß dürfte als Fortschritt zu werten sein. Trotzdem nun in Deutschland streng nach den Regeln gewertet wird, will auch hier die Kritik an den Punktrichtern nicht verschwinden. Es wird daher gut sein, die Aufgabe der Punktrichter zu klären. Drei Punktrichter gehören bei einem Boxkampf zum„Punktgericht", das Fachamt Boxen im RSRL. ist durch die Veranstaltungsaufsicht vertreten. An je einer Seite nimmt ein Punktrichter Platz, an der vierten Seite die Veranstaltungsaufsicht". Die Punktrichter haben, wie schon der Name sagt, während des Lampfes Punkte zu notieren. Punkte gibt es in erster Linie für Treffer mit der Einschränkung, daß nicht jeder von den Zuschauern gesehene Treffer ein Treffer im Sinne der Regeln ist. Es werden nur solche Treffer gewertet, die ungehindert landen, die mit der richtigen Stelle der Faust gelandet werden und die die erlebte Stelle beim Gegner treffen. Punkte aibt es außerdem für Nahkampf(hier werden Einzeltreffer nicht gewertet, Härte, Angriff, Taktik, Verteidigung, einige davon logischerweise erst nach der Runde. Ein wichtiger Faktor wird von den Zuschauern oft vergessen: der Punktrichter darf nur die Treffer werten, die er gesehen hat, er muß also das Auftreffen sehen, da er ja sonst nicht beurteilen kann, ob der Schlaa vorschriftsmäßig war. Mit dieser Feststellung ist schon angedeutet, daß ein Punktrichter von einem Kämpfer sehr wenig Punkte sehen kann, obwohl dieser offensichtlich mehr Treffer anbringen konnte. Das liegt meist an dem Kämpfer selbst. Es gibt viele Kämpfer, die sich mit Vorliebe stets nach einer Richtung hin aufstellen. Mehrere Gründe können dazu zwingen: die stete Augenverbindung mit dem Sekundanten, um bestimmten Personen im Saal stets die Vorderfront zu zeigen, bei viel„Empsang" im Ring auch die„andere“ Seite, im Freiluftring gibt die Sonnenseite den Ausschlag, in kleinen Städten manchmal auch die schiefe Ebene des Rinas auf der Bühne. Bei dieser einseitigen Aufstellung und womöglich noch einseitigen Schlägen wird einer der Punktrichter bestimmt nicht viel sehen können. Diese Tatsache sollten sich vor allem unsere Aktiven merken, denn der Punktrichter darf„geahnte" Treffer nicht werten. In diesem Zusammenhang dürften auch die„gehörten“ Treffer interessieren. Fast immer handelt es sich hier um Schläge, die auf die Deckung gingen, mit der Innenhand gelandet werden oder nicht ungehindert durchkamen, also um unvorschriftsmäßige Treffer, die nicht gewertet werden dürfen. In Berlin begann der Kampf gegen die „Meinungsverschiedenheiten“, mit praktischen Versuchen. Zunächst wurde der Vorschlag in die Tat umgesetzt, das Punktergebnis mit 5 Punktrichtern festzustellen. Dabei wurden, um den internationalen Regeln gerecht zu werden, zwei Punktzettel bei der Wertung nicht berücksichtigt, und zwar die Zettel, die einen der Kämpfer am besten und am schlechtesten bewerteten. Das System wurde fallen gelassen, es wurde zur nicht gewollten Anerkennung der zaghaften„Unentschieden=Punktrichter". Später kamen Besprechungsabende, an denen die beteiligten Kampfrichter teilnahmen. Alle gegenteiligen Meinungen wurden besprochen, aber auch das gab keinen Fortschritt, weil die Punktrichter bei ihren Meinungen blieben und irgendwelche Fehler auf den Punktzetteln nicht zu finden waren. Schließlich wurde noch die Schreibarbeit des Punkters als Störenfried angesehen. Und damit hatte man nicht unrecht, denn beim Heruntersehen auf den Punktzettel konnte der Punkter sehr viel verpassen. Um auf diese Schreibarbeit verzichten zu können, wurden Punktuhren vorgeschlagen, ähnlich der bekannten Billarduhren. Viele Systeme wurden erprobt, aber die ideale Punktuhr ist heute noch nicht gefunden. Auf alle Fälle aber könnte eine genaue Punktuhr ein getreuer Helfer des Punktrichters sein. Als letzten Ausweg glauben einige, daß das öffentliche Punkten jeden Zweifler bekehren kann. Zur Vorbereitung des öffentlichen Punkten sollten die elektrischen Lampen dienen, etwa in der Art, wie sie von den Ringern benutzt werden. Der Plan war, nach jeder Runde drei Lampen aufleuchten zu lassen, rote oder grüne, je nachdem, ob der Kämpfer in der„grünen“ oder in der„roten“ Ecke die Meinung eines Punktrichters hatte. Bei zwei„grünen" Lampen hatte nach den Regeln der Mann in der „grünen“. Ecke die Runde, bei zwei„roten" umgekehrt. Unentschieden sollte eventuell durch weiße Lampen gekennzeichnet werden. Die Eigenart der Punktrechnerei konnte es aber dazu bringen, daß während eines Kampfes nach jeder Runde zwei„grüne" Lampen brennen konnten, während die Gesamtausrechnung schließlich doch einen Sieg des Mannes in der„roten“ Ecke ergab. Die Erklärung hierzu würde zu weit führen, es ist aber so. Damit war auch das Schicksal der Lampen für den Boxsport geklärt, sie sind nicht zu gebrauchen. Sinngemäß verhält es sich mit Arzneitafeln irgendwelcher Art. Uebrig bleibt nur noch, daß jeder Punktrichter eine große, von allen Zuschauern gesehene Punktuhr erhält, und hier die gewerteten Treffer öffentlich anzeigt. Wer die Punktbestimmungen kennt, muß davon überzeugt sein, daß diese Uhren nur Wasser auf die Mühlen der Unzufriedenen bedeuten können. Die Zuschauer werden nicht verstehen, daß beispielsweise in vielen Nahkämpfen überhaupt keine Punkte gegeben werden können: daß ein längerer(volkstümlich„schwerer") Niederschlag nur zwei Hilfspunkte rechnet, die durch zwei Schläge ohne besonderen Nachdruck(lasch meinen die Zuschauer), allerdings vorschriftsmäßige, wieder eingeholt sind; daß manchmal vorschriftsmäßige Treffer von einem Punktrichter nicht gewertet werden: daß Ausweichen manchmal auch Taktik ist, und blindes Stürmen nicht immer als Angriff zu werten ist. Nach Rundenschluß gibt der Punktrichter die restlichen Punkte für Kampfesführung. Lag vielleicht der Kämpfer beim Schlußgong noch in Front, so kann durch die nach dem Gona gegebenen Punkte noch der Kämpfer„B“ die meisten Punkte erhalten. Hier dürften die Zuschauer eher Gunst annehmen und die Partei des Kämpfers„A“ erhält leicht Veranlassung zu lauten Vermutungen. Aber auch wenn es keine„Parteien“ für den einen oder anderen Kämpfer gibt, die Sympathie für einen der Kämpfer veranlaßt die Zuschauer ebenso oft zu Trugschlässen. Das Publikum geht immer mit den Kleinen. Es liebt David=Siege über Goliath, Anfänger=Siege über Senioren, es hat am liebsten, wenn der Nachwuchsborer den Meister enthront. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß auch das öffentliche Punkten niemals die Situation klären kann. Man muß eben zum Punktrichter Vertrauen haben. Wenn die drei Punktrichter nach jedem Kampf ihre Meinung abgeben, dann tun sie das in der Regel als ehrliche Sportleute, unbeeinflußt von Sympathie und Partei. Handelt es sich doch darüber hinaus bei den Punktrichtern stets um Männer, die längere Zeit im Boxsport wirken und die auch durch ihre Vorbildung in den Kampfrichterkursen auf ihr Amt vorbereitet sind. 20 Jahre Turnen und Sport in Zugostavien Vertreter der jugoslawischen Regierung. die an einem Festakt zur Gründung einer deutschjugoslawischen Gesellschaft teilnahmen, der als Mitglied des Ehrenpräsidiums der Reichssportführer angehört, besuchten die Anlagen des Reichssportfeldes. Zu den Möglichkeiten einer stärkeren gemeinsamen Zusammenarbeit beider Nationen, die das Ziel der neuen Deutsch=Jugoslawischen Gesellschaft ist, gehört unzweiselhaft der Sport, der in Jugoslawien ein eigentümliches Gepräge hat. Jugoslawien gehört zu den Ländern, die sich in Europa verhältnismäßig spät in den internationalen Sportverkehr einschalteten, das aber in den letzten Jahren auf fast allen Gebieten erhebliche Erfolge verzeichnen konnte. So erschienen vor 4 Jahren die jugoslawischen Tennisspieler wie Meteore am internationalen Sporthimmel, und sie haben ihre Spitzenstellung halten können. Langsam geht es in der Leichtathletik auswärts. Fehlende Geldmittel, Sportanlagen und Lehrkräfte waren bisher noch starke Hemmnisse. Im Fußball geht es ebenfalls auswärts. Im Länderkampf gegen Deutschland gab es ein Unentschieden und Englands Länderelf wurde kürzlich sogar geschlagen. Eine überraschende Leistung für Jugoslawiens Fußballsport, der sich auf über 700 Vereine mit 45000 aktiven Fußballspielern stützen kann. Erstanden nach dem Weltkrieg mit einer Staatsbevölkerung, die vorwiegend serbisch und kroatisch spricht, war der organisatorische Aufbau eines nationalen Sportlebens sehr schwierig. Es bestanden Turn= und Sportvereine mit eigener Tradition— so sind vor allen Dingen die kroatischen, slovenischen und südslawischen Sokoln zu nennen. Unter König Alexander wurde nun die staatliche Sportorganisation ins Leben gerufen. Alle Turnverbände, gleich welcher Tendenz, wurden aufgelöst und als Sokolverband des Königsreiches Jugoslawien neu zusammengefaßt. Sie stellen heute die größte Sportorganisation des Landes dar. Ueber die sportlichen Belange hinaus darf im Sokol aber auch eine wesentliche nationale Erziehungsgemeinschaft des modernen jugoslawischen Lebens anerkannt werden. Das kommt im Petrinischen FünfJahresplan ganz klar zum Ausdruck. Der Petrinische Fünf=Jahresplan. Ein eigenartiges Unternehmen stellt der Petrinische Fünf=Jahresplan des jugoslawischen Sokol dar. Er soll ein Geschenk an den König Peter II. sein. Durch großartige Anstrengungen der Einzelmitglieder wie der Gemeinschaften sollen allgemein wichtige völkische Fragen und Erfordernisse im Rahmen eines nationalen Aufbauwerkes gelöst werden. Ziel und Richtung dieses Planes wurden in einem Manifest am 6. September 1936 festgelegt. Die Aufgaben greifen entscheidend in das gesamte kulturelle, wirtschaftliche und volkspolitische Leben ein. Beendet sollen die Anstrengungen des Fünf=Jahresplanes am 6. September 1941 werden. dem 18. Geburtstag des Königs. An diesem Tage werden 100000 Sokoln aufmarschieren. Der Plan selbst richtet sich in seiner Aufbauarbeit im wesentlichen auf das Land. Er stellt ein ganzes System von Aufgaben dar, die alle durch ein Gelübde feierlichst übernommen wurden. Unter vielem anderen ist jede Sokoleinheit verpflichtet, eine Stiftung zu schaffen, die ein Objekt von allgemeinem Nutzen für die Bevölkerung darstellt, z. B. Schulen, Gärten, Brücken, Brunnen, Wege. An diesem Beispiel wird klar, wie weit über den sportlichen Bereich die Arbeit des Sokol als der größten Sportgemeinschaft Jugoflaviens hinausgeht. Zwei wichtige Gesetze. Die Staatsführung Jugoslawiens hat sich schon frühzeitig führend und bestimmend der Leibesübungen angenommen. So besteht im 7. Jahre ein Ministerium für körperliche Ertüchtigung mit einem Sportminister an der Spitze. Weiter gibt es zwei wichtige Gesetze, die das Ziel sichern, die systematische Durchführung der Leibeserziehung der jugoslawischen Jugend zu gewährleisten. Das eine war das Gesetz über die Gründung des Sokolverbandes, das andere ist das Gesetz über die Sportpflicht der Jugend. Im Rahmen der positiven Beiträge des Staates wurde im September 1938 eine Hochschule für Leibesübungen in Belgrad eröffnet, wo großzügig auch der Bau von modernen Stadien in Angriff genommen wird. So wird in Belgrad bis 1941 ein repräsentatives Stadion, das für große Paraden der Militärs und zur Durchführung von Sokolfesten und anderen großen Volksfesten bestimmt ist, fertiggestellt. Dieses Stadion soll durch das 11. Sokolfest zu Ehren der Volljährigkeitserklärung und der Thronbesteigung König Peters II. eingeweiht werden. Daneben wird Belgrad ein neuzeitliches Sportstadion erhalten, das alle Einrichtungen für sämtliche Olympische Sportarten enthalten soll. Für 1948 soll Jugosla= wien sich dann für die Olympischen Spiele bewerben. Vom 26. bis 28. Mai 1939: 1. Große Reichstagung der Führerinnen des RSRL. in der Ostmark. Zum ersten Male legt die Reichsfrauenwartin des NSRL. eine Führerinnen=Tagung in den Gau Ostmark, um eine enge Zusammenarbeit mit den österreichischen Kameradinnen herzustellen. Die herrlich gelegene Gausportschule in Schielleiten wird zu der Tagung die Gaufrauenwartinnen, RSRL.=Lehrerinnen, die Gausachbearbeiterinnen und Gauobmänner für Frauenturnen und die Kreisfrauenwartinnen der Ostmark beherbergen. Außer fachlichen und erzieherischen Fragen des NSRL., zu deren Erörterung auch Frau Professor Dr. Streicher, Wien, in einem Vortrag wesentliches beitragen wird, stehen selbstverständlich die Probleme des Südostraumes und das österreichische Volkstum im Mittelpunkt. Einen großen Raum der Besprechungen wird die Fest= und Feiergestaltung im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen einnehmen. Es wird aus dieser großen Tagung ein neuer Antrieb für die so wichtige Frauenarbeit im NSRL. erwachsen. Das letzte Protektoratsmannschaft am Mittwoch in Dortmund Die Prager Fußballspieler beenden ihre „Lehrreise" in Deutschland am Mittwoch mit dem vierten Spiel gegen eine deutsche Auswahl in Dortmund Die Prager geben ohne Zweifel einen guten Lehrmeister ab, da sie besonders stark in technischen Feinheiten sind. Die beiden ersten Kämpfe in Berlin und Stuttgart gegen deutsche Auswahlmannschaften, die sich zum größten Teil aus jungen Nachwuchsspielern zusammensetzten, endeten unentschieden und erst das dritte Spiel am Sonntag in Berlin brachte den Pragern eine derbe 711=Abfuhr. Nun darf man nicht vergessen, daß die Ostmarkauswahl überaus stark aufgestellt war und einer früheren österreichischen Nationalmannschaft, gleichigm. Auf der Kampfbahn„Rote 105 kräften zusammensetzt, die sich erst einspielen müssen. Die beursche Auswahl sieht dabei folgendermaßen aus: Klodt(Schalke 04); Müsch(SSV Troisdorf 05), Immig(Karlsruher FV); (Lustwaffen=SV Richthofen Gesztz„MRotef (Reichsbahn Gleiwitz); Schüdler,(u. zewerg 94); Engelbracht(Hertha=VSe), (Schalke 04), Lenz(Borussia Dortmund) Schaletzki(V=R Gleiwitz). Urban(Schalke 04). Pachiverträge für Sportplätze Pachtverträge für Sportplätze. Durch das neue Grundsteuergesetz ist die Grundsteuer wesentlich erhöht worden. Dadurch ist teilweise eine unhaltbare Belastung der gepachteten Sportplätze eingetreten. Der tatsächliche Pachtentgelt, bestehend aus Pachtzins zuzüglich Grundsteuer, erhöht sich in vielen Fällen auf das Vielfache des früheren Standes. Das Reichssportamt hat sich nun mit dem Reichskommissar für die Preisbildung in Verbindung gesetzt, damit die für die gepachteten Sportplätze in den genannten Fällen entstandenen Schwierigkeiten beseitigt werden. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat in dieser Angelegenheit nunmehr entschieden, das jeder Verpächter einer besonderen Ausnahmegenehmigung der örtlichen Preisbildungsstelle bedarf, um in den genannten Fällen die Steuererhöhung auf den Pächter abwälzen zu können. Der Preiskommissar stützt sich in der Begründung dieser Entscheidung auf folgende Erwä gung: „Die von einem Pächter übernommene Verpflichtung, die auf das Pachtgrundstück entfallenden Steuern an Stelle des an sich steuerpflichtigen Vermieters zu tragen, stellt einen Teil der Pachtzinsvereinbarung dar. Jede Erhöhung der Steuer bedeutet daher praktisch für den Pächter eine Pachtzinserhöhung. Da aber durch die Preisstopverordnung Pachtzinserhöhungen in jeder Form untersagt, kann also auch die Zahlung von Steuererhöhungen, die nach dem 30. 11. 1936 eingetreten sind oder in Zukunft noch eintreten, vom Pächter ohne besondere Genehmigung nicht verlangt werden. Voraussetzung für die Erteilung der nahmegenehmigung ist, daß die Pacht wegen des bisherigen Steuernachlasses entsprechend niedrig festgesetzt war. Die Genehmigung kann infolgedessen auch nur insoweit erteilt werden, als dabei der sachlich angemessene Pachtzins nicht überschritten wird.“ Die Vereine sind also in den oben genannten Fällen nur dann zur Tragung der erhöhten Steuer verpflichtet, wenn der Verpächter die erforderliche Ausnahmegenehmigung der örtlichen Preisbildungsstelle beibringen kann. Gegebenenfalls sind die örtlichen Preisbildungsstellen auf die obigen Ausführungen des Preiskommissars hinzuweisen. 1— Druck u. Verlaa Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Hermann Kresse Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Hermann Kresse. Schwerte. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte„„Ruh). 8. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. IV./39: 1525. Sprechstunden der Schriftleitung täglich vom 8—9.30 Uhr. außerdem Mittwochs von 15—17 Uhr. Sonst nach vorheriger schriftl. Anmeldung KURAsrender Koh und Deutschlandsender Vom 25. bis 27. Mai 1939 Vonnerstag 25. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Ohne Sorgen, jeder Morgen! 9.30: Wie lebt und schafft die japanische Frau? 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen. 10.30: Sendepause. 11.45: Bäume in der Schule. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert. 18.00: Nachrichten, Glückwünsche 13.15: Beliebte Kapellen spielen. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodien aus Köln a. Rh. 15.00: Sendepause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Heija der frische Mai. 18.00: Fröhliche Reise. 18.20: Der Brief.— Friedrich der Große schreibt. 18.30: Gitarrenklänge. 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Stalin läßt Dollarnoten drucken. 19.15: Volkstümliche Abendmusik 19.15: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Fortsetzung der volkstümlichen Abendmusik. 21.15: Das Karussell, Maikirmes=Schau in Wort u. Ton. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.85: Das Klavierkonzert. 22.55: Volks= und Unterhaltungsmusik, 24.00—3.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen d. d. Seewarte 13.00: Glückwunsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Hausmusik. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Meine erste höchst sonderliche Begegnung. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Junges Schaffen in der dramatischen Kunst. 18.35: Das deutsche Lied. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Verklungene Stimmen. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 90.15: Große Deutsche: Robert Koch. 20.45: Orchesterkonzert. 22.00: Tages=, Wetter und Sportnachrichten. 22.20: Deutscher Studeutentag 1939 in Würzburg. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00: Werke von Modeste Mus28.50—24.00: Kleine Melodie. Freitas 26. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens. 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Wir besuchen die erste fahrbare Müterschule im Kreise Monschau. 9.45: Nachrichten. 10.00: Revolution im Kornfeld. 10.30: Achtung! Verkehrskontrolle. 10.45: Sendepause. 11.45: Ein Hof im Sauerland. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln. 13.00: Nachrichten, Glückwünsche 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodien aus Köln a. Rh. 15.00: Sendepause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Der Erzähler: Das Grabmal, 17.15: Im Jahresring: Sommer ist ins Land gekommen. 18.00: Wunder Natur: Tiere unserer Heimat als Jäger. 18.15: Das Recht des Alltags. 18.30: Musik von Schallplatten. 18.40: Eine treue Lebensgefärtin: Charlotte von Schiller. 19.00: Die NSV=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Abendkonzert des Rundfunkorchesters. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.85: Tanz und Unterhaltung. 24.00—8.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Der Flug ist das Leben wert! 10.30: Achtung!— Verkehrskontrolle! 10.45: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen d. d. Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 18.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Maria Caroni singt. 15.30: Die Blockflöte. 16.00: Zwei Stunden im Rythmus der Freude. 18.00: Ozeanfahrt ohne Ziel. 18.20:„Volk ohne Führung— Das Ende des Zweiten Reiches“. 18.35: Schwedische Musik. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Frohe Weisen. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Skandale um die Musik. 22.00: Tages=, Wetter und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Mit Musik da woll'n wir lustig sein. Samstag 27. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens. 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Wohl bekomm's. 9.15: Fröhliches Spiel für die Kleinsten. 9.45: Nachrichten. 10.00: Sendepause. 11.45: Ein Besuch im Landdienstlager in Kaarst am Niederrhein. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten, Glückwünsche 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. Sportvorschau. 14.10: Wochenendkonzert. 15.30: Danziger Jungmädel erzählen. 16.00: Die Spieldos'. 17.30: Eine Viertelstunde Sport 17.45: Virtuose Klaviermusik. 18.10: Aus dem Stegreif. 18.40: Adalbert Lutter spielt. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Neue Mandolinenmusik. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Volksliederstunde. 21.00: Musik aus neuen Tonfilmen. 21.30: Fröhliche Kurzweil. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 24.00: Spätmusik. 2.00—3.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen d. d. Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Heinz Huppertz spielt— Herbert Ernst Groh singt. 16.00: Sperlings Bunte Buhne. 18.00: Musik von Joseph Haydn 19.00: Sport der Woche. 19.15: Bunte Auslese. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Unterhaltungskonzert. 22.00: Tages=, Wetter und Sportnachrichten. 22.20—22.40: Schlußkundgobung des„Deutschen Studententag 1939“ in Würzburg. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 18 Sie natürlich, selbstsicher, offen?— Wie verhält sich der Aeugstliche? Wir Deutschen können stolz darauf sein, daß der Welt das Rüstzeug für das Studium des Menschen vorwiegend von der deutschen Wissenschaft geliefert worden ist. Die Gesamtwissenschaft vom Menschen wird in Deutschland aufgebaut. Zu ihr gehört unter anderem die bedeutsame Lehre von den körperlichen Grundformen und den ihr zugeordneten Spielarten des Temperaments und des Charakters, die Typenwissenschaft also, zu thr die Erb=Charakterkunde, die Rassenseelenlehre, die Drüsen= und Hirnforschung, die Wissenschaft vom Ausdruck unter Einschluß der Lehre vom seelischen Ausdruck der Handschrift und die Analyse des Gebarens. Diese Stichworte stehen an den Richtungstafeln der Wege zur Menschenkenntnis. Konrad Dürre gab nun in seinem überaus aufschlußreichen Buch„Wege zur Menschenkenntnis“(Verlag für Standesamtswesen, Berlin, G. m. b. H.) sehr beachtenswerte Richtungstafeln für die einzuschlagenden Marschrouten. Wir bringen aus dem packenden Werkchen ein Kapitel.„Das Gebaren verrät den Menschen", schreibt der Verfasser.„Die Teile des Körpers, die ein Angriff am gefährlichsten trifft, sind der Hals, der Nacken und der Unterleib. Sobald wir uns bedroht fühlen, krümmen wir den Rücken, ziehen die Schultern hoch, decken den Hals durch das Kinn und ziehen auch den Unterleib ein. Es gibt Menschen, und dazu gehören die Erregbaren, die sich in ihrem Selbstgefühl durch andere beständig bedroht fühlen. Sie zeigen die Urgebärde der Verteidigung als Dauerhaltung und sind auf den ersten Blick an ihr zu erkennen. Sie versteifen sich mit angezogenen Gliedmaßen, stehen meist da mit gesenktem Kopf und verpreßtem Munde, ihr Gesicht hat etwas Maskenhaftes, Leeres, ihr Blick geht an uns vorbei, häufig schräg nach unten. Will eine natürliche Regung aufkommen, so wird sie dennoch durch inneren Widerspruch umgeformt, und so entsteht das„schiefe" Lächeln. Sie sind auch an ihrem großschrittigen, schlaksigen Gang erkennbar und an der Art und Weise, wie sie einem die Hand geben. Sie ziehen ihre Hand, ohne warmen Kontakt mit unserer Handfläche zu suchen, etwas frostig, schnell zurück. Oft sind ihre Finger etwas feucht, wenn sie sprechen, so sprechen sie stockend, tonschwach, monoton und am Gesprächspartner vorbei. Deutlich beobachtet man an solchen Menschen auch gewisse Fluchtreaktionen. Ganz anders verhält sich der Natürliche, Selbstsichere, Offene. Er denkt nicht an Abwehr und an Flucht, er exponiert seinen Hals, keinen Kopf und seine Schultern frei. Seine Augen, mit denen er uns ruhig anschaut, haben ene pupillarische Sicherheit, die Bismarck von ra Menschen verlangte. Brust und Bauch werden nicht durch Arme und Hände abgedeckt, es besteht auch keine Tendenz zum heimlichen Fäusteballen, wie beim reizbaren Menschen. Seinen Bewegungen fehlt alles Plötzliche und Abgerissene, und der Ablauf der Bewegungen erfolgt ohne Hast. Tiere haben einen untrüglichen Instinkt für die Aeußerungen natürlicher Selbstsicherheit, und sie fühlen die Ueberlegenheit einer solchen Persönlichkeit. Sehr gut läßt sich der Aengstlich=Unoffene erkennen. Ihm fehlt die pupillarische Sicherheit, er weicht mit den Augen aus, seine Augen wandern herum, er beobachtet besorgt von der Seite und beobachtet mit gesenkter Kopfhaltung. Seine Aengstlichkeit geht nicht nur aus gewissen Anzeichen, daß er gerne fliehen möchte, hervor, z. B. an Kopfwendungen zur Tür, am Platznehmen auf dem Rand des Stuhles, an kleinen Schritten, die eine schnelle Richtungsänderung gestatten, sondern auch aus der oben skizzierten Abwehrhaltung(Hochziehen der Schultern, Anwinkeln des Kinnes, Einziehen der Brust, Krümmen des Rückens). Es verraten ihn auch bestimmte Verlegenheitsgesten: er versucht z. B. unter allerlei Vorwänden den Mund, aber auch andere Teile des Gesichts zu verdecken. Mimisch reagiert er nicht unmittelbar, auf den Reiz scheint stets etwas wie Ueberlegung zu erfolgen, und darum können die mimischen Reaktionen auch nicht ganz echt wirken. Es gibt auch unoffene Menschen, die gar nicht ängstlich sind, sondern angriffslustig. Ihre feindselige Absicht möchten sie aber verbergen. Das merkt man an gewissen Spannungen im Genick. Die geballten Hände werden in die Tasche gesteckt oder auf den Rücken gelegt. Der Mund wird zusammengepreßt, das Auge, das uns heimlich beobachtet, ist wie beim Zielen etwas verengt. Es sollen dabei senkrechte Falten auf der Stirn erscheinen. Leicht verrät sich auch der Heuchler, dem es große Schwierigkeiten macht, unseren geraden Blick auszuhalten. Weil er sich aber dieser Schwierigkeit bewußt ist, so versucht er immer wieder, unser Auge zu suchen. Dabei geht aber der natürliche Lidschlag verloren, und sein Blick bekommt etwas Forciertes.— Ein sehr unangenehmer Typ ist der überheblich=eitle Mensch, der durch Herabsetzung anderer seine Bedeutung unter Beweis stellen muß. An ihm beobachtet man wegwerfende Handbewegungen, spöttisches=Lächeln, Blicke über die Achsel, schauspielerische Blicke nach oben, als wenn er sagen wollte:„Ach, du lieber Gott.“— Immer hat er etwas Gönnerhaft=Nachsichtiges, er kreuzt die Arme, stützt seine Hüften, schlägt die Beine häufig übereinander. Der Schwächlich=Eitle ist mehr Poseur, er tastet an sich herum, betrachtet aufmerksam seine Hände, lächelt süßlich. Das Gegenteil vom Eitlen ist der Blasierte, der es nicht nötig hat, nach dem Beifall anderer zu haschen und sich ständig durch Seitenblicke davon überzeugt, ob er auch gewirkt hat. Alle seine Bewegungen sind beabsichtigt lässig und übertrieben langsam. Resigniert senkt er die Mundwinkel, zieht die Schultern hoch und öffnet kraftlos die feingepflegten Hände.. Konrad Dürre ist uns bekannt geworden durch seinen kurzgefaßten, aber sehr übersichtlich gegliederten„Erbbiologischen und Rassenhygienischen Wegweiser für jedermann"(Alfred Metzner Verlag, Berlin), der in vielen Auflagen erschien und überall eine gute Aufnahme fand. Wer eine wissenschaftliche, aber trotzdem durchaus gemeinverständliche Darstellung der schwierigen rassen= und erbbiologischen Fragen wünscht, findet in diesem ebenso handlichen wie preiswerten Buch, das z. B. auch die hochinteressanten Mendelschen Gesetze ausführlich behandelt, die gewünschte Belehrung. Unfsieen- Einfere unezteinsrin Vienen, eine Hose und ein Stationsvorsteher— Eine Ameise verursacht Die Newyorker Versicherungsgesellschaften sind außerordentlich vorsichtig. Sie sammeln nicht nur alle erreichbaren Daten über Unfälle besonderer Art, die sich irgendwo in der Welt ereigneten, sondern bemühten sich auch, durch wissenschaftliche Experten die Hintergründe dieser Unfälle früher oder später klarzustellen. Aber mitunter ist es vollkommen ausgeschlossen, eine natürliche Erklärung zu finden. Das Schicksal spielt mitunter böse Streiche, die von keiner Statistik mehr erfaßt werden können. In diese Gruppe fallen die unglaublichsten Unfälle, von denen hier die Rede sein soll. Eines Abends war Howard im Begriff, mit seinem Auto nach Lindon im Staate Utah zurückzufahren. Die Nacht war schön und kühl. Aber irgendwie mußte Harper auf einmal das Bewußtsein verloren haben oder aber vielleicht ein Nickerchen gemacht haben. Denn er raste plötzlich mit seinem Auto gegen einen elektrischen Lichtmast, der umfiel, wobei die Drähte ineinandergerieten, so daß ein Kurzschluß entstand. Auf der in der Nähe liegenden Kraftstation begann infolge des Kurzschlusses ein Feuer. Das Feuer sprang auf Petroleumdämpfe über, die in einem Raum frei geworden waren. Die Kraftstation flog in die Luft. In ganz Lindon erlosch das Licht. Die Einwohner von Lindon und die Feuerwehr bemühten sich, den Brand zu löschen. Man suchte auch die Ursache der ganzen Zwischenfälle, richtete den Mast auf und stellte einen Anschluß an eine Lichtverbindung zu einem anderen Kraftwerk her. Nachdem alles in Ordnung war, wollte Howard Harper mit seinem Auto wieder abfahren. Aber er hatte offenbar übersehen, daß der Wagen im Rückwärtsgang stand. Das Auto fuhr rückwärts, rannte den Lichtmast noch einmal um. Die Drähte bekamen wieder Kurzschluß. In Lindon brannten in den nächsten drei Stunden vier Häuser nieder. Der andere höchst merkwürdige Unfall, der aus den Akten der amerikanischen Versicherungen ersichtlich wird, spielt in Europa und ereignete sich auf einer Bahnlinie nach Budapest. Ein Bienenzüchter mit Namen Anton Kertesz hatte einige Bienen aus einem scheinbar erkrankten Stock in eine Flasche gesperrt, um die Tiere in Budapest in der Landwirtschaftdabteilung untersuchen zu lassen. Die Flasche mit den Bienen hatte er unter die Bank gestellt.— Plötzlich machten sich die Bienen frei und krochen dem armen Anton Kertesz in der Hose an den Beinen hoch. Er wurde unruhig und ersuchte plötzlich die beiden im Abteil anwesenden Damen, schnellstens den Raum zu verlassen. Er ging dann dazu über, sich seiner Hose zu entledigen, um diese aus dem Fenster heraus zu schütteln. Aber offenbar gefiel einer Biene der kalte Luftzug außerhalb des Abteils nicht. Sie piekte Anton in die Hand. Dieser ließ mit einem Schmerzensschrei die Hose fahren. Diese Hose tat einen großen Flug und schlang sich einem Bahnhofsvorsteher einer Station, an der man eben vorüberkam, um den Hals. Dieser arme Mann wurde erheblich zerstochen. Als der Zug in Budapest einlief, erschienen zwei kräftige Männer bei Anton im Abteil und teilten ihm mit, sie kämen von einer Schneideranstalt und wollten ihm eine neue Hose anmessen. Anton, der mit einer Zeitung seine untere Körperhälfte bedeckte, fühlte sich in der nächsten Sekunde in eine Zwangsjacke gesteckt und in ein Irrenhaus abtransportiert. Erst zwei Tage später konnte er einem Arzt beibringen, daß wirklich sein Gehirn in Ordnung sei. Der einzige Wirrwarr, der überhaupt in der Affäre zu finden sei, liege bei den Bienen. Nun eine bunte Auslese von merkwürdigen und unglaublichen Unfällen aller Art: Im Staate Maine in den USA wollte ein Photoberichterstatter von einem Ballon aus Aufnahmen vornehmen. Aber der Ballon ging mit dem Berichterstatter durch. Ballon und Mann wurden von einem Pastor in der amerikanischen Provinz durch drei Gewehrschüsse heruntergeholt. Mit einigen Beulen kam der Photograph davon. Bei Unadilla machte eine rote Ameise für einige Tage von sich reden. Dieses Insekt kroch nämlich in eine Signalstation hinein, verbiß sich in zwei Drähte und erzeugte einen Kurzschluß, so daß auf einmal das grüne SignalLicht rot aufleuchtete. Nur mit großer Mühe konnte ein Zugunfall vermieden werden. In Northumberland wollte eine Frau ihren Sohn über das Knie legen, um ihn zu verdreschen. Aber als die Frau den Arm hochhob und zum Schlag ausholte, konnte sie die Hand plötzlich nicht mehr herunterbringen. Der Arm hatte sich im Gelenk ausgekugelt. Der unbestraft gebliebene Sprößling mußte zu seinen Verwunderung sogar den Arzt herbeiholen. 17 Durch den Agenten Spadoni bekam Lorenzo plötzlich ein glänzendes Engagementsangebot: vom Zirkus Schumann in Kopenhagen, wo durch Erkrankung einer großen Nummer Platz für eine Attraktion geworden war. Lorenzo einigte sich mit dem Direktor des Zirkus Olympia dahin, daß er ihm tausend Mark Konventionalstrafe zahlte und dafür nach Ablauf einer Woche schon nach Kopenhagen abreisen durfte. * Anders Selling und Nadja saßen im D=Zug Berlin—Kopenhagen. Dort sollte Gelling das Geld ausgezahlt bekommen, das ihm— wider Erwarten— aus seinen zusammengebrochenen Unternehmungen noch zufiel. In den ersten Stunden nach ihrem fluchtartigen Weggang vom Zirkus Olympia war Selling sehr erregt gewesen, weil er fürchtete, Lorenzo könnte Nadja verfolgen. Jetzt aber war er ruhiger, er glaubte ihren Versicherungen. daß Lorenzo kein Anrecht auf sie habe. Zum erstenmal seit vielen Wochen strahlte in seinem gramdurchfurchten Gesicht ein fröhliches Lachen auf, als der Zug den Trajekt verließ und auf dänischem Boden war. „Anders Selling fährt wieder ins Leben hinein—!“ meinte Nadja lächelnd. „In ein neues Leben!“ berichtigte er.„Das frühere Leben des Millionärs Selling ist unwiederbringlich dahin, Nadja!“ „Wie auch das frühere Leben der Revolutionärin Nadja Tontscheff!“ Er drückte ihr die Hand:„Und zwei vom Schicksal Geschlagene fanden sich zusammen— bleiben zusammen?“ Er hatte die letzten Worte wie eine Frage ausgesprochen. Sie nickte bejahend. Anders Selling war glücklich.... Sie nahmen im Hotel Royal Wohnung, und gleich am nächsten Vormittag suchte Selling den notar auf, der seine Angelegenheit zu regeln hatte. Es ergab sich, daß Selling fünfundsiebzig. tausend Schwedenkronen zu beanspruchen hatte. Sie waren aber noch nicht angewiesen. Man mußte also warten. „Für Bulgarien wären fünfundsiebzigtausend Schwedenkronen wohl ein ganz ansehnliches Kapital?“ meinte Selling zu Nadja, während sie durch einen Park spazierten. Sie nickte lebhaft:„Und in Bulgarien gibt es noch viel Neuland für industrielle Unternehmungen! Der Aufbau einer modernen InduKtrie in Bulgarien ist nationale Pflicht!“ „Nadja Selling könnte also durch positive Arbeit in ihrer Heimat das vollenden, was Nadja Tontscheff einst wollte: Dienst am Vaterlande!" Den ganzen Nachmittag verbrachten sie mit der Ueberlegung ihrer bulgarischen Projekte. Nadja gab eine genaue Darstellung der Wirtschaftslage in den verschiedenen Provinzen, und Selling glaubte danach schon Anhaltspunkte für aussichtsreiche Unternehmungen feststellen zu können. Den Abend wollten sie in einem Theater verbringen. Sie suchten auf einen Anschlagtafel nach einer Vorstellung, die ihnen zusagte. Plötzlich erbleichte Nadja. Sie wies auf das Plakat des Zirkus Schumann.„Voranzeige! Am 16. d. M.: Der große Lorenzo!“ stand da. Das war übermorgen! Selling war ganz gefaßt.„Du fährst heute nacht nach Berlin und wartest dort auf mich!“ sagte er. Nadja überlegte eine Weile.„Nein!“ entschied sie dann.„Ich bleibe hier. Wenn Lorenzo noch eine Auseinandersetzung mit mir will, dann soll sie hier jetzt stattfinden!“ Als Lorenzo mit seinen Löwen und mit Hele am Nachmittag vor seinem Auftreten in Kopenhagen eintraf, fand er sofort einen Anlaß, sich zu ärgern. Neben ihm war nämlich als Attraktion des Zirkus Schumann eine andere Nummer groß plakatiert:„The great Radigo— der König aller Zauberer". Das Bild zeigte einen Mann mit teuflischem Spitzbart, schwarzen Locken und dämonischen Augen. „Hätte ich das gewußt, hätte ich nicht angenommen!“ murrte Lorenzo. Man ist immer noch nicht vorsichtig genug! Kennst du die Nummer, Hele?“ Sie verneinte. „Wer ist Radigo?“ fuhr er im Zirkusbüro, wo er sein Eintreffen meldete, den Sekretär an. „Ein Illusionist— sehr gute Nummer neu für überall!“ antwortete der Mann, verwundert über Lorenzos groben Ton.„Wenn Sie ihn sehen wollen— er sitzt in der KanAine— wie immer!“ Natürlich ging Lorenzo gleich in die Kansine. Nur ein Tisch war besetzt, mit drei Skat pielenden Männern. Sie blickten mißtrauisch auf den Eintretenden. Mit einem Male sprang einer der Spieler auf: Radecke! Stürmisch umarmte er Lorenzo und Hele:„Hier müssen wir uns wiedersehen? Und wie! Glücklich vereint endlich, ihr beiden!“ Er umarmte sie immer wieder, zwischendurch zum Büsett rufend:„Gekt! Sekt! Drei Pullen zur Begrüung!“ „Radecke— was machst du denn hier?“ konnte Lorenzo endlich fragen, als er sich aus der Umklammerung des Alten gelöst hatte. „Was ich hier mache? Sensationsnummer, mein Lieber!“ „Du bist The great Radigo?“ rief Hele. „Richtig geraten, kluges Vögelchen! Ich der große Radigo, der König aller Zauberer!“ Er schenkte den Sekt ein.„Prost also! Es lebe, was wir lieben!“ Sie stießen an. Der alte Komödiant schlürfte genießerisch. Ueber seine zahllosen Runzeln und Falten spielten leuchtend Strahlen innigster Lebensfreude.„Sehr ihr, Kinder, neunundsechzig Jahre bin ich nun— die alten Knochen wollen nicht mehr so leicht über die Landstraße— deshalb hab ich mich umgestellt. Auf Zauberei, Illusion— das zieht immer. Die Welt will Hokuspokus sehen! Und sie wird von mir prompt bedient: Ich klebe mir abends meinen Mephistobart an, stülpe die schwarzen Locken auf und zersäge in jeder Vorstellung eine Jungfrau... Das ist eine ruhige und rentable Sache. Prost also!“ In der Tat hatte„The great Radigo“ in der Vorstellung starken Erfolg. Er verrichtete seine Arbeit aber auch mit allen Schikanen des erfahrenen Zirkusmannes. Lorenzo, der nach ihm auftrat, mußte sich anstrengen, um noch stärkeren Beifall zu bekommen. Er arbeitete elegant und liebenswürdig leicht— im Smoking, ohne Waffe, und deshalb wirkte es besonders aufregend, als der mächtigste seiner Löwen, Pascha, ihn anfiel und er ihn erst nach einigen höchst kritischen und spannenden Minuten wieder zur Ruhe brachte. „Donnerwetter!" lobte Radecke, der neben Hele im Parkett saß.„War das nun Trick oder wirklich Ernst?“ „Trick“, sagte Hele.„Das sah ich auf den ersten Blick.“ „Dann hast du allerhand gelernt, Mädel, und verstehst von Löwen mehr als ich alter Dachs mit meiner fünfzigjährigen Zirkuserfahrung.“ „Ich habe auch gutes Verständnis für die Löwen! Frag nur Lorenzo! Er hat mich schon manchmal gelobt!“ sagte sie ärgerlich, in ihrem Stolz gekrankt. Radecke rückte seine Brille zurecht, musterte Hele. Sie gefiel ihm besser als vor einem Jahr in Südamerika. Dort hatte sie noch etwas Puppenhaftes, Leeres, dabei Geziertes und Anmaßendes gehabt. Jetzt aber— in einem lichtblauen Kostüm, das ausgezeichnet zu ihrem Blond stand— war sie wirklich eine reise, reizvolle Frau.„Na, und sonst?“ fragte er. Sie sah ihn verständnislos an. „Ich meine: Ihr seid glücklich— ihr liebt euch? Mein Gott, was hat der arme Kerl unter Selling, dem glücklichen Rivalen, gelitten!“ Hat er?“ unterbrach sie schnell. Radecke schlug die Hände zusammen.„Du hättest ihn sehen sollen— damals auf dem Dampfer: Wie ein Verrückter gebärdete er sich. Verrückt nach dir! Das könntest du doch wohl auch wissen!— Schließlich ist er doch deinetwegen in Sofia unter Lorenzos Löwen gegangen— und beinahe gefressen worden.. Du warst doch immer seine große Liebe!“ „Aber er war mit Nadja sehr glücklich!“ „Und du mit Selling?“ Sie schwieg. Er sah sie fragend an. Schließlich zuckte sie die Achseln:„Das ist ja nun alles längst vorbei!“ „Na, eben—, das meine ich ja! Und nun, da alle Hindernisse und Mißverständnisse aus dem Wege geräumt sind——“ „Ich weiß nur eins: Daß Lorenzo seine Tiere über alles liebt!“ schnitt Hele seinen Redestrom ab, drehte sich von ihm weg und starrte in die Manege hinunter. Der König aller Zauberer schüttelte seinen grauen Kopf:„Verrückte Menschheit heutzutage!“ Dann zupfte er Hele am Arm. Sie wandte ihr Gesicht wieder zu ihm.„Ich will dir nur das eine sagen, Hele!" flüsterte er. „Lorenzo ist ein Träumer... Pack ihn an, Rüttle ihn... Du— als die Frau, die er liebt— muß ihn am wirklichen Leben festhalten! Sonst verträumt er gänzlich— schläft ein— oder——“ „Oder—?“ Radecke zögerte einen Augenblick.„Oder es gibt eine Katastrophe!“ vollendete er dann sehr hnell und verließ seinen Platz. * Lorenzo hatte mit seinem Auftreten Kopenhagen im Sturm erobert. Aber er hielt sich diesmal allen Einladungen und öffentlichen Ehrungen gegenüber gänzlich zurück. Die Zirkusdirektion war damit nicht ohne weiteres einverstanden und machte ihm Vorhaltungen. Er berief sich— schroff— auf seinen Vertrag, in dem eine Reklametätigkeit nicht vorgesehen war.„Ich bringe das Publikum durch meine Arbeit in den Zirkus— das ist meine einzige Reklame, aber auch die beste! Denn meine Löwennummer ist die beste!“ „Der Kerl ist größenwahnsiunig!“ meinte der Oberrezisseur. Bald aber glaubten die Zirkusleute den Grund für Lorenzos Hochmut herauszuhaben. Es sickerte nämlich durch, daß Mister Mondorf, Amerikas größter Agent, auf Kopenhagen in Anmarsch sei, um Lorenzo für ein ganzes Jahr für USA. zu einer bisher noch nie dagewesenen Gage zu buchen. „Stimmt denn das, was hier alle Leute sich erzählen, daß Mondorf dich holen will?“ fragte Hele.„6. Jescht „Kann wohl stimmen“, antwortete er wichlhin. „Das ist keine Antwort, Lorenzo! Für mich wenigstens nicht! Entweder bleiben wir zusammen— dann muß ich auch über deine nächsten Engagements Bescheid wissen, oder wir bleiben nicht zusammen— dann kannst du es mir gleich sagen!“ Sie sagte das— im Wohnwagen, während des Mittagessens— mit sehr energischer Stimme, ihre starken,klaren Augen fest auf ihn richtend. Aber er wich ihrem Blick aus, zog die Stirn in Falten, so daß die Augen in den Höhlen verschwanden, schob seinen Teller beiseite und ging brummend aus dem Wagen. Das ging nun schon seit Tagen so. Hele wurde nicht klug daraus. Es war, als sei in sein Inneres ein schwerer Stein gefallen und verschließe nun auch die letzte Tür, die noch zu den Menschen offengestanden hatte. Hele glaubte zu wissen, wann diese Abschließung erfolgt war, wie mit einem Ruck— nämlich als Lorenzo die Krise seiner Verwundung überstanden hatte und mit ihr im Zug nach Gleiwitz saß. Mit ihr, Hele, die ihn doch gesundgepflegt hatte... Dachte er immer noch an Nadja? Oder kam er nicht darüber hinweg, daß sie, Hele, Sellings Geliebte gewesen war? Sie konnte es nicht ergründen. Sie sah nur, spürte schmerzlich, wie er sich von ihr zurückhielt, sich gegen sie abschloß. Allen Zirkusleuten fiel Lorenzos Sturheit und Starrheit auf. Alle beklagten sich darüber, daß er grob, schroff, rauhbeinig sei. Und durchweg erklärte man sich diesen in Menschenschen und Menschenfeindschaft zutage tretenden Eigensinn als Hochmut des Stars. Der alte Radecke jedoch hatte eine andere Meinung.„Wenn ein Dompteur nach außen hin sich besonders hart und rauh gibt, dann ist etwas in ihm in Unordnung, erweicht oder im Flusse“, sagte er zu Hele und fügte immer wieder hinzu:„Paß auf, Mädel!“ Nadjas Gewohnheit, während der Vorstellung in Lorenzos Garderobe zu sitzen, durfte Hele nicht übernehmen.„Es ist nicht nötig!“ hatte er kurz abgewinkt. Aber seine Arbeit konnte sie in allen Phasen beobachten: Wie er die Tiere aus den Wagen holte, durch das Laufgitter in den Zentralkäfig trieb, darin mit ihnen arbeitete und sie dann wieder in ihre Wagen zurückbrachte. Dies war der eigentlich schwierige und gefährliche Abschnitt: Es galt, die erhitzten und aktionsfreudigen Löwen schnell und glatt durch den engen, niedrigen Laufgang zu jagen, während vorn in der Manege der Zentralkäfig schon abgebaut wurde. Wenn die Tiere— was zuweilen vorkam, in ihrem Spieldrang wieder rückwärts zum Zirkus strebten, dann mußte Lorenzo mit seinem Körper ihnen den Weg versperren, der ja nun nicht mehr durch Gitterstäbe verschlossen war. Großer Geschicklichkeit und Umsicht bedurfte es auch, um die durcheinandertobenden Tiere so zu entwirren, daß jedes richtig in sein abgetrenntes Einzelabteil kam, das es für die Nacht beziehen mußte. Hele sah diesem aufregenden Vorgang zu. Sie nahm jeden Handgriff, jeden Zuruf Lorenzos in sich auf. Sie lernte. Jetzt rasselte das letzte Wagenbrett nieder. Die Nachtruhe der Löwen begann. Lorenzo wischte sich mit dem Handtuch den Schweiß vom Nacken und warf es Hele zu.„Denkst du noch oft daran?“ fragte er unvermittelt. „Ich—? An was?“ „Nun— es war nicht recht von mir... Ich wollte dir nicht weh tun— dich nicht beleidigen, Hele...“ „Aber wann denn? Womit denn?“ „Als ich damals fragte, ob ich dich auch kausen sollte— wie Selling...“ Er riß ihr schnell noch mal das Handtuch weg, warf es über seinen Kopf und knallte die Garderobentür zu, ehe Hele etwas sagen oder fragen konnte. Sie mußte heute sehr lange mit dem Abendessen auf ihn warten. Als er endlich kam— länger als eine Stunde hatte er in der Garberobe gesessen—, sagte er kurz:„Morgen früh werden wir wieder probieren— die persische Szene!“ Hele hätte am liebsten laut aufgejubelt. Die Arbeit kam ihr wie eine Erlösung. Auch Lorenzo mußte es so ähnlich empfinden, denn er besprach mit ihr die Vorbereitungen und die Einzelheiten der beabsichtigten Probe. „Kann ich schon im Räsig poobieven, Lorezo?“ fragte Hele. islen jei 0 ihr so b versbrechen. en sehen!“ brummte er, und das Rang hold wie dem Kinde ein WoihnachtsAm nächsten Morgen wurde alles wieder umgeworfen— durch einen Brief, den der Postbote brachte. Nadja schrieb an Lorenzo:„Lorenzo! Ich bin in Kopenhagen mit Anders Selling. Ich will mich nicht vor Dir verstecken, nachdem ich aus Deinem Wagen geflohen bin. Wenn Du noch glaubst, mit mir eine Abrechnung halten zu müssen, dann bin ich dazu bereit. Ich habe Dir nichts weiter zu sagen als Dank für das Vergangene und Glückauf für das Kommende!“ Zuerst knallte Lorenzo den Brief auf den Tisch. Dann nahm er ihn wieder auf und warf ihn Hele zu. Weshalb? Wozu? Sie guckte hinein, zuckte die Achseln. Was ging sie seine verflossene Liebschaft an?„Was wirst du also tun?“ „Was soll ich tun?“ „Kann ich dir nicht sagen!“ Sie wollte zum Wagen hinaus. Er hielt sie zurück.„Was würdest du tun, wenn Selling dir das geschrieben hätte?“ „Aber er hat es nicht getan! Und daran siehst du, daß es mit Selling und mir ganz anders war— was man nicht so ernst nimmt: eine Spielerei oder ein Geschäft.. Jeden= falls ist bei uns alles glatt aufgegangen— ohne Rest, ohne Aufregung, ohne Schmerz.“ „Glatt aufgegangen— ohne Aufregung?“ wiederholte er. Das schien ihn mehr zu interessieren als Nadjas Brief. Er stellte sich vor Hele hin, nahm ihre Hände hoch, sah ihr in die Augen:„Ohne Schmerz?“ wiederholte er. Sie nickte. Er ließ sie los, setzte sich wieder an den Tisch, sichtlich beruhigt, erleichtert. Hele machte sich am Wäscheschrank zu schaffen. Es wurde ganz still in dem kleinen Raum. Lorenzo starrte abwechselnd auf Nadjas Brief — auf die Wagenwände— zur Tür. Dann stieß er sie auf. Grelle Morgensonne strahlte herein. Man hörte Pferde wiehern, Raubtiere brüllen. Hele wußte: Jetzt kämpfte der Mann mit seiner Erinnerung. Radeckes Mahnung fiel ihr ein. Sie spürte, sie mußte Lorenzo einen Stoß geben.„Du wirst ihr also schreiben—?“ fragte sie plötzlich in die Stille hinein. Und schon hatte sie ihm Papier, Tinte und Feder auf den Tisch gestellt. Er nickte, guckte in Nadjas Brief und schrieb ihren letzten Satz ab: Ich habe Dir nichts weiter zu sagen als Dank für das Vergangene und Glückauf für das Kommende.— Er schrieb schnell, er las es Hele vor, laut und rasch, schloß seilig den Umschlag, und eilig ging er aus dem Wagen. Würde er den Brief auch abschicken? dachte bee. Er ging geradeswegs ins Buro, holte sich eine Briefmarke und brachte den Brief selbst zum nächsten Postbriefkasten. Anders Selling hatte seine fünfundsiebzigtausend Kronen richtig ausgezahlt bekommen. Sein Plan, mit diesem Kapital nach Bulgarien zu gehen, stand fest. Mit Nadja hatte er sich verlobt. Ihre Hochzeit wollten sie bald nach der Ankunft in Nadjas Heimat begehen. Hier in Kopenhagen hatten sie nur noch auf einige Informationen zu warten, die der bulgarische Generalkonsul für sie einholte. Dann konnte die Reise losgehen. Anders Selling war glücklich, nicht jugendlich jauchzend, sondern durchleuchtet von einem ruhigen, gleichmäßigen Glücksgefühl, das seiner Gestalt wieder die vornehm=überlegene Haltung, seinem markanten Kopf mit den blauen Augen und den silberweißen Schläfen Schönheit und Würde verlieh. Was er einst als Jüngling an Juana de Lopez verloren, das hatte er nun als Mann an Nadja wiedergewonnen. A Nadja fühlte sich an Seuings Seite glültlich, geborgen. Der Gedanke, bald wieder in ihre geliebte Heimat zurückzukommen, beseligte sie Anders Selling fand sie schöner denn je. Sie wußte, daß ihre Schönheit sich voll entfalten würde, wenn sie wieder in ihrem heimatlichen Boden verwurzelt war. Die Erinnerung an Lorenzo beschattete zuweilen ihre Fröhlichkeit. Es war ihr dann, als habe sie einem großen Jungen weh getan, und aus einer solchen Stimmung heraus hatte sie an Lorenzo geschrieben. Selling ließ sie natürlich gewähren. Er achtete ihre Erinnerungen feinfühlig. Aber er hielt Nadjas Brief für überflüssig und war von vornherein sicher, daß Lorenzo ihn nicht beantworten würde. Er hatte— insgeheim— sich nach Lorenzo und Hele erkundigt und erfahren, daß sie zusammen lebten und arbeiteten. Er hielt Lorenzo durchaus nicht für einen„großen guten Jungen“, sondern für einen sehr reifen, in sich völlig gefestigten Mann, und er kannte Hele gut genug: als eine ernste, lebenskluge, richtig sehende, anpackende und schaffende Frau, die Lorenzo sehr wohl die treue Helferin und Gefährtin sein könnte, die er wohl suchte... (Schluß folgt)