(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. Ki 2.—(einschl. 28.2 1 Zeitungsgebühr und 0.44### Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 A### Bestellgeld. Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 eechtshstel. G. Matkst. 1. Brz. 2570— Vetshteck: Doummd 2un Hehwerter Teimatblatt 77——— Tageblatt für die Htadt Lchwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Lchwerte gedruckte Eageszeitung Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 94# Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4#### Tertanzeigen: Millimeterzeile 20##.0 Für fernmändl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähe, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Nr. 115 Schwerte(Ruhr), Freitag, 19. Mai 1939 Jahrgang Gigäutische Werne der Abwehr Großkampf vor dem Führer, den Reichs- und Gauleitern Karlsruhe, 18. Mai. Der vierte Tag der Inspektionsreise des Führers brachte die längste, aber auch die vielseitigste und eindrucksstärkste Fahrt nicht nur, was den ständig wechselnden Charakter der Landschaft angeht, sondern auch die Vielfalt und Größe der militärischen Bilder. Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Luftwaffe. Hatten die drei ersten Fahrttage der Ueberprüfung der Grenzbefestigungen und der ersten Widerstandslinien in erster Linie gedient, so begann der Führer den Tag mit einer eingehenden Besichtigung der Luftverteidigungszonen, die sich hinter den Linien der Forts und Panzerwerke in großer Tiefe erstrecken. Schon bei der Absahrt des Führers ins Gelände beherrschen die blaugrauen Uniformen der Luftwaffe das Bild. Generaloberst Milch und Generalmajor Bodenschatz melden sich beim Führer. Rasch geht die Fahrt ostwärts in die blütenprangende Hügellandschaft der Saarpfalz hinein. Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf die ersten Flalstände, schwer betonierte Stellungen, die sich dicht geschlossen in voller Frontbreite dahinziehen. Geschützstellungen wechseln mit großartig gegen jede Fliegersicht getarnten Mannschaftsunterkünften, Befehls= und Beobachtungsständen, Gefechtswerken, Sperren und Tankabwehrstellungen. Ein großartiges Bild entsteht mit einem Schlage, als auf Kommando auf allen Bauwerken der Luftverteidigungszone in diesem Raum ein Magnesiumfeuer aufflammt. Die Landschaft, die von einem beherrschenden Hügel aus weithin übersehbar ist, verwandelt sich in Sekundenschnelle in ein ungeheures Panorama großartigster Art. Es ist, als leuchteten Hunderte und aber Hunderte roter Lampen mit einem Schlage auf. So weit das Auge reicht, bis auf die fernsten Hügel und Bergketten, reiht sich ein Magnesiumlicht an das andere. Der Eindruck ist schier überwältigend. Hier ist eine Luftverteidigungszone geschaffen worden, die in doppelter Tiefe des eigentlichen Westwalles nicht nur das Reich vor jedem Luftangriff aus dem Westen beschützt, sondern zugleich noch einmal einen zweiten Westwall auch für den Erdkampf darstellt. Eindrucksvoll zeigt sich dies bei einer Alarmübung der Festungsflak, die von einer Festungsflakabteilung durchgeführt wird. Noch sind die eingesetzten„roten Flugzeuge“ nicht heran, und schon bellen die schweren Flakgeschütze los und erfüllen den Luftraum mit einem geschlossenen Geschoßvorhang. Wehe dem Flugzeug, das in dieses vernichtende Sperrfeuer hineingerät! Die eingesetzten„groken Maschinen“ drehen dann auch rasch ab, um nicht in die Geschoßgarben, die unablässig und dicht nebeneinander, zum Teil sich fünfund sechsfach überdeckend, in die Luft hinaufsagen, zu geraten. Aber die Luftabwehr beschränkt sich ja nicht nur auf den Einsatz der Flaks. Jagdverbände stürzen sich auf den bombentragenden Gegner und zwingen ihn zur Umkehr oder in die tödliche Geschoßgarbe der Flaks hinein, Ballonsperren hindern seinen Flug und bereiten ihm das Los eines unrühmlichen Absturzes. So schützen die Werke der Luftverteidigungssone das deutsche Land. Aber auch gegen jeden überraschenden Erdangriff sind sie bestens gewappnet. Dies demonstriert eine zweite Alarmübung, der die Annahme zugrunde iegt, daß plötzlich feindliche Panzer vor der Luftabwehrzone erscheinen würden, nachdem sie das praktisch ja unmögliche Kunststück doch vollbracht haben sollten, durch den ganzen Westwall durchzustoßen. Nur kurze Zeit dauert es, bis auch diese Starmübung mit dem Resultat endet, daß der eindliche Angriff vor den Pauzerstellungen der Luftzone elend liegen bleibt. Dabei fand diese Uebung in der sogenannten„leichten Zone“ statt. Ihr zugeordnet ist noch eine „schwere Zone“ in großer Tiefenausdehnung. An Zahl übertreffen die Panzerwerke dieser beiden Zonen die Werke der eigentlichen Frontlinie des Westwalles um mehr als das Doppelte. Noch niemals wurde Aehnliches auf der Welt geschaffen! So ist es selbstverständlich, wenn der Eindruck dieser Reise ein immer tieferer, ein immer unauslöschlicher wird, und die Ueberzeugung, daß die Sicherheit des Reiches hier unzerstörbar ist, zu einer ungeheuer beglückenden Gewißheit sich steigert. Wieder wird der Führer, wo immer er auch erscheint, auf das stürmischste umjubelt. Dort, wo Besichtigungen angesetzt sind, drängen sich die Volksgenossen besonders zahlreich. Hier haben sie ja die Gewißheit, den Führer längere Zeit ganz aus der Nähe sehen zu können. Herrlich ist die Disziplin dieser Menschen. Trotz aller Freude und dem unbändigen Wunsch, dem Führer so recht aus Herzensgrund ihre Liebe und Dankbarkeit zeigen zu können, schweigen sie doch sofort, wenn der Führer zu den Karten und Orientierungsblättern tritt, die vorbereitet sind, oder mit Generälen und Offizieren sich bespricht. Erst wenn der Führer langsam wieder zu einem neuen Werk weitergeht, bricht der Jubel wieder brausend los. Gegen Mittag geht die Fahrt wieder westwärts, der lothringischen Grenze zu. Immer dichter werden die Panzerstellungen, (Fortsetzung zweite Seite.). Gra, Slaus Koltit aach Gertin Unterzeichnung des Mailänder Paktes- Mehrere Besprechunger igen au4 Aulaß des Berlin, 17. Mai. In Verfolg des in Mailand gefaßten Beschlusses, der deutsch=italienischen Freundschaft durch einen politischen und militärischen Pakt formellen Ausdruck zu verleihen, wird sich der Kgl. italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano am Samstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Berlin begeben. Graf Ciano wird am Sonntag gegen 11 Uhr im Sonderzug auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen. Am Montagvormittag findet im Botschaftersaal der Neuen Reichskanzlei die feierliche Unterzeichnung des deutsch=italienischen Abkommens durch den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und den italienischen Außenminister Graf Ciano in Gegenwart des deutschen Botschafters in Rom, von Mackensen, und des italienischen Botschafters in Berlin, Attolieo, statt. Ferner sind mehrere Besprechungen und Veranstaltungen vovgesehen. In Begleitung des italienischen Außenministers befinden sich u. a. der Ministerialdirektor für politische Angelegenheiten für Europa beim italienischen Außenministerium, Botschafter Gino Buti, Ministerialdirektor für Allgemeine Angelegenheiten beim italienischen Außenministerium Graf Leonardo Vitetti, der Chef des Protokolls Andrea Geißer Calesia di Vegliasco sowie der stellvertretende Ministerialdirektor für ausländische Presse beim italienischen Ministerium für Volkskultur. Graf Ciano wird ferner von einer Reihe namhafter italienischer Journalisten begleitet sein, die als Gäste des Reichsaußenministers an den Veranstaltungen aus Anlaß des Staatsbesuches tellnehmen. „Italien ist immer bereit“ Ungeheurer Ausbau der italienischen Rüstungen Rom, 17. Mai. Die faschistische und korporative Kammer genehmigte den Heereshaushalt 1939/40. Vorher hatte der Staatssekretär im Kriegsministerium, General Pariani, der Oberbefehlshaber des italienischen Heeres, dessen Schlagkraft und Kriegsbereitschaft eingehend dargelegt und betont, daß die stete Entwicklung auf dem Wege der Vervollkommnung des Heeres mit solcher Entschlossenheit und Methodik durchgeführt werde, daß er mit Sicherheit sagen könne:„Wier sind in jedem Augenblick bereit!“ Auf dem Gebiete der materiellen Vorbereitung durch Verstärkung der Rüstungen, vor allen Dingen der Artillerie, der Luftabwehr und der Motorisierung, seien wesentliche Fortschritte gemacht worden. Die Rüstungsindustrie werde in verhältnismäßig kurzer Zeit ihre bisherige Produktion auf das Viersache steigern. Sehr sorgfaltig sei die Moystoffversorgung betrieben worden. Außerdem richte sich die Wehrmacht heute weitgehend nach den Geboten der Autarkie. Selbstverstandlich konne er hierzu keine Zahlen nennen, doch könne er versichern, daß die Versorgung mit den neuen Maschinengewehren, mit den neuen Mörsern, mit den neuen Tankabwehrgeschützen und Flaks bereits weit vorgeschritten sei. Das Gleiche gelte für die Munitionsversorgung unter Verwendung neuer autarkischer Sprengstoffe sowie für die Tanks, bei denen bald ganz neue Typen eingesetzt würden. Die Artilleriewerkstätten, die Waffen= und Pulverfabriken und aue einschtagigen werte einschiießlich der Kraftwagenwerkstätten verfügten über hochmo. nerne Anlagen.„. 94. Eemis2. Die Uniformfabriken, die chemisch=pharmazeutischen Institute und die Konservenfabriken seien ebenfalls hochmodern eingerichtet. Letztere seien bereits imstande, monatlich sieben Millionen Büchsen Konservenfleisch und eine Million Suppenkonserven herzustellen Weiter erwähnte General Pariani die faschistische Doktrin des Krieges der raschen Entscheidung, die, wie er betonte, starke Kampfmittel zur Brechung des Widerstandes erfordere, aber noch mehr schnelle und bewegliche Truppeneinheiten verlange, um jede Einbruchstelle durch rasche und starle Truppenverschiebungen in die Tiefe auszuwerten. In diesem Zusammenhang teilte er mit, daß die neue aus zwei Infanterieregimentern bestehende Division sich in den entscheidenden Kämpfen in Katalonien nach dem übereinstimmenden Urteil der italienischen Generale glänzend bewährt habe. Der Umban des italienischen Heeres, der seit einem Jahr im Gange sei, werde demnächst abgeschlossen sein, ohne daß in irgend einem Fall durch den Aufbau der aus zwei Regimentern bestehenden Divisionen noch eine Krise entstehen könne. Mit dieser Neuordnung des Heeres verfüge Italien über 64 Infanteriedivisionen, die durch die Versaglieri=Regimenter, den Grenzschutz und die Kavallerie um weiteve 18 Divisionen auf 76 Divisionen erhöht werden. Neben diesen Divisionen des Landheeres stehe die Organisation der faschistischen Miliz, die in die einzelnen Armeekorps leicht eingegliebert Ferner erwähnte General Pariani noch besonders die Verstärkung des Grenzschutzes, die Bildung von zwei Panzerdivisionen und die Aufstellung der Po=Armee. Letztere sei sofort einsetzbar und außerordentlich beweglich. Zum Schluß gedachte Pariani der italienischen Freiwilligen in Spanien, die 7000 Tote gehabt hätten. Er verwies auf die reibungslos abgewickelte Expedition nach Albanien, um unter dem tosenden Beifall der Kammer zusammenfassend festzustellen, daß gerade die letzten Einberufungen von Reservistenjahrgängen die vorbildliche Disziplin und das hohe Pflichtgefühl all derer gezeigt hätten, die unter die Waffen gerufen worden seien. für den Frieden zwischen Deutschland und den nordischen Staaten Vorlin, 16. Mai. In Verfolg der Erklärung des Führers in seiner Reichstagsrede vom 28. April über die Bereitschaft Deutschsands zum Abschluß von Nichtangriffspakten haben Verhaudlungen zwischen der deutschen Regierung und den Regierungen von Estland, Lettland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland wegen Abschlusses solcher Pakte stattgefunden. Die Verhandlungen mit Estlaud und Lettland stehen vor dem Abschluß. Mit Dänemark besteht grundsätzliches Einverständuts über den baldigen Abschluß eines gegenseitigen Nichtangriffspaktes. Mit Schweden, Norwegen und Finuland ist der Gedankenaustausch mit folgen dem Ergebnis beendet: Die schwedische und norwegische Regierung haben der deutschen Regierung aufs neue erklärt, daß ihre Länder sich von Deutschland nicht bedroht fühlen, und daß sie unter Aufrechterhaltung des Prinzips der Neutralität, Integrität und Unabhängigkeit die Absicht haben, mit keinem Land Nichtangriffspakte abzuschließen. Sie halten daher ein Abkommen dieser Art nicht für erforderlich und sind der Reichsregierung übereingekommen, von einer weiteren Verfolgung des Planes Abstand zu nehmen. Zu dem gleichen Ergebnis haben auch die Verhandlungen mit der finnischen Regierung geführt. Erbe— Bankrott von Sochs Jahre lang 200 Dollar pro Gekunde verschrenbet Washingten, A. Mai. Die hemmungslose Ausgabenpolitik der Regierung Roosevelt war Gegenstand schärfster Kritik anläßlich der Jahrestagung der„National Economy League". Verschiedene Redner warnten vor der finanziellen Katastrophe, die unausbleiblich sei, wenn das Doftgit des Haushaltes nicht ausgeglichen werde. Die vorgebrachten Argumente faßte Dr. Carother, der Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Lehigh zu einer für Roosevelt wahrhaft vernichtenden Anklage zusammen. Die Staatsschulden haben die in der Welt beispiellose Höhe von 40 Milliarden Dollar erreicht, d. h. daß auf jede Familie anderthalbtausend Dollar Staatsschulden kommen. In den letzten sechs Jahren hat die Regierung Roosevelt in jeder Sekunde 200 Dollar ausgegeben. Diese riesigen Summen seien, so sagte De. Carother, nur zum geringsten Teil für notwendige Zwecke verwendet. Milliarden über Milliarden aber seien vergeubet worden. Drand an Bord der noch immer ungeklärt Paris, 17. Mai. Handelsminister Chappedelaine gab am Dienstag vor dem Marineausschuß der Kammer lange Erklärungen ab zu den Untersuchungen über den Brand an Bord des Ozeandampfers„Paris“. Er kam zu der Feststellung, daß bei dem gegenwärtigen Stand der Untersuchung jede Antwort auf die Frage, ob es sich um eine Brandstiftung oder einen Unglücksfall gehandelt habe, einfach unmöglich sei. Der Minister bezifferte die Verluste, die Frankreich durch die beiden Großfeuer auf den Ozeandampfern„Lafayette“ und „Paris“ entstanden sind, auf 500 Millionen Franken. Das erste Schiff war nämlich nur mit 125 Millionen, das zweite sogar nur mit 96 Millionen versichert. Ihr tatsächlicher Wert betrug aber 350 und 400 Millionen Franken. Der Führer in der Luftverteidigungszone Gigantische Werke der Abwehr— Großkampf vor dem Führer, den Reichs. und Gauleitern (Fortsetzung von der 1. Seite.) immer zahlreicher die Arbeitslager. Tausende schaffen hier Tag für Tag. Ist hier doch eine besonders wichtige Abwehrzone. Die ganze Landschaft ist erfüllt von unaufhörlicher Arbeit, die nur für die kurze Zeit ruht, die der Führer bei einzelnen Festungswerken verweilt, dann schweigen die Maschinen und die HeilRufe brausen jubelnd empor. Kurz nach 12 Uhr trifft der Führer in einer besonders hervorragenden Riegelstellung ein. Vierfach hintereinander liegen hier Tantfallen ungeheuren Ausmaßes, die sich kilometerweit hinziehen. Steinstufen und Steilabfälle, Sumpfstreifen und Höckerlinien, wuchtige Stahlgürtel, Wassergräben und Minenfelder schützen undurchdringlich und unüberschreitbar das Gebiet. Hier trifft der Führer die Reichsleiter und Gauleiter, die gleichfalls den heutigen Tag im saarpfälzischen Raum auf ihrer Besichtigungsreise durch die Westwallbefestigungen verbringen. Vor den Augen des Führers und der Reichsleiter und Gauleiter spielt sich überraschend ein ungeheuer dramatisches Geschehen ab.„Rote“ Truppen, gestellt von einem Infanterieregiment, haben sich— unter Verzicht auf Tankeinsatz— nach wochenlanger schwerster Artillerievorbereitung bis in die Sperrzone vorgearbeitet. Nun sollen sie unter Benutzung aller nur verfügbaren Mittel einzelne Festungswerke aus der Panzerfront herausbrechen und den Weg nach vorn öffnen. Ohrenbetäubend ist das Krachen und Bersten der Granaten aller Kaliber, ununterbrochen hämmern MG., und das dumpfe Krachen der Handgranaten mischt sich mit dem hellen Bellen der Panzerabwehrkanonen, die hier Zielfeuer auf die angreifenden Stoßtrupps abgeben. aller Wucht drängt„Rot“ nach vorn. Die Sumpfstreifen werden überwunden, auch die Wassergräben werden in schwerstem Feuer überschritten. Aber dann gerät der Angriff schon ins Stocken. Die Verteidigung nebelt sich ein, läßt aber das Vorfeld frei, über das nun unablässig das tödliche Feuer der M G. dahinstreicht. Granattrichter reiht sich an Granattrichter. Hoch steigen Erd= und Wasserfontänen bei jedem neuen Einschlag empor. Tapfer werfen sich die„roten“ Truppen, jede Möglichkeit ausnutzend, nach vorn. Die Besatzungen der vordersten Betonwerke haben inzwischen ihre Panzergewölbe verlassen und werfen sich nun, frisch und ausgeruht und von dem wochenlang auf sie niedergegangenen Vernichtungsfeuer nie im geringsten zermürbt, dem schon erschöpften Gegner entgegen, der nun mit letztem menschlichen Einsatz sich verzweifelt vorankämpft. Er erreicht zwei kleine Werke. Seine Flammenwerfer treten in Aktion. Eine Feuerwoge schießt auf die beiden umkämpften Panzerwerke zu, die tarnenden Sträucher und Büsche im Augenblick in Brand setzend. Aber während noch um diese beiden Objekte, in denen sich jetzt keine Besatzung mehr befindet, der Angriff sich abmüht, treten im Schutze der eigenen Verneblung und, während die Artillerie jetzt Sperrfeuer auf den Gegner legt, die verteidigenden Truppen zum Gegenstoße an und überwältigen den müden und in seinem Feuer ganz zersplitterten Gegner ganz und gründlich. Der Angriff ist abgeschlagen. Die letzten Reste der„roten“ Stoßtrupps flüchten zurück und suchen vergeblich hinter den Tankhindernissen nach Deckung. Noch einmal deckt sie das konzentrische Feuer aller Abwehrwaffen zu— dann ist von dem roten Angriff nichts mehr übrig. Leer liegt wieder das Gelände, übersät mit Granattrichtern, aber fest in der Hand der Verteidigung. Schon eine halbe Stunde später ist der Führer wieder auf der Fahrt. Jetzt gilt die Inspektion der Pfälzer Südgrenze. Obwohl wir nun schon drei Tage lang Stellung um Stellung besuchten, überwältigt doch die Stärke dieses Abschnittes gerade in ganz besonderer Weise. Dicht wie die Bäume des Waldes stehen hier die Werke nebeneinander, oftmals noch nicht einmal zehn Meter voneinander entfernt. Als führe man durch die Straßen einer in den Boden versunkenen Stadt, so kommt einem die Fahrt durch diesen Teil des Westwalles vor. Werk liegt neben Werk, wie in einer Stadt Haus neben Haus liegt. Und vor diesen Werken erstrecken sich die Sperren und die Fallen, Gräben und Mauern, die jeden Panzereinsatz unmöglich machen, in mächtiger Tiefenausdehnung. Eingehend besichtigt der Führer diese gigantischen Anlagen. Schon dunkelt der Abend. Es ist ein wunderbar milder, blütendufterfüllter, fast südlicher Abend, der die Nähe des Rheines schon ahnen läßt. Von eindringlichem Frieden ist alles ringsum erfüllt. Die prachtvollen Buchenwälder leuchten hell im Schein der Abendröte. Noch immer prüft der Führer und inspiziert, beugt sich über Karten und Baupläne, um dem deutschen Volke diesen Frieden, der uns so eindringlich umgibt, zu erhalten. Erst die völlige Dunkelheit beendet die heutige Inspektion. Von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, trifft der Führer schließlich in Karlsruhe ein, das festlich zum Empfange geschmückt ist. Der Zührer in Karteruhe im Kreise von Partel und Wehrmachl Karlsruhe, 18. Mai. Der Führer verbrachte den Mittwochabend in Karlsruhe im Kreise der Reichsleiter und Gauleiter der NSDAP., die anläßlich des Abschlusses ihrer Besichtigungsreise zu den Westbefestigungen Gäste des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, waren. Das mehrstündige Beisammensein mit dem Führer, an dem zahlreiche Generale der Wehrmacht teilnahmen, bildete den Höhepunkt der erlebnisreichen Fahrt der Parteiführerschaft. Zu Beginn des Abends begrüßte Generaloberst von Brauchitsch den Führer mit einer Ansprache, in der er von der engen Verbundenheit von Partei und Wehrmacht sprach, die diese Fahrt der Parteiführerschaft zum Westwall zu einem besonderen inneren Erlebnis habe werden lassen. Die beiden tragenden Säulen des Reiches, Partei und Wehrmacht, seien ausgerichtet nach dem gemeinsamen Vorbild, das soldatisches und politisches Führertum in höchster Vollendung in sich vereine. Der Generaloberst schloß seine kurze Ansprache mit dem Ausdruck des gemeinsamen Gelöbnisses, für alle Zukunft in unerschütterlicher Verbundenheit hinter dem Führer zu stehen. Im Verlaufe des Abends ergriff dann der Führer das Wort zu Ausführungen, in enen er einleitend die Bedeutung des gewaltigen Schutzwalles im Westen umriß. Nach einem Ueberblick über die politische Lage gab er in eindrucksvollen Worten seiner Zuversicht und seinem Glauben an die Unüberwindlichkeit des Reiches Ausdruck. Wie er, so seien Volk, Partei und Wehrmacht von diesem Glauben erfüllt. Der Führer schloß mit einem Sieg=Heil auf die Zukunft des deutschen Volkes, in das die versammelte Führerschaft von Partei und Wehrmacht begeistert einstimmte. * In den Abendstunden des 17. Mai fanden sich am Schluß der Besichtigungsreise durch die Westbefestigungen die Gäste des Oberbefehlshabers des Heeres mit den an der Fahrt beteiligten Offizieren zusammen. Generaloberst von Brauchitsch hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er noch einmal auf den Zweck, den die Besichtigungsfahrt gehabt hätte, einging. Die hohen politischen Führer des deutschen Volkes hätten sich von der geleisteten militärischen Arbeit überzeugen sollen. Sie sollen erfahren, daß der Einsatz an Kraft und Gut unserer Nation. das gewaltige Opfer, das hier gebracht wurde, zweckentsprechend erfolgte. Sie sollten darüber hinaus unser Heer in seiner Arbeit und in seinem Geist sehen. Der Führer und Oberste Befehlshaber inspizierte am Himmelfahrtstage die Verteidigungsanlagen im Raume zwischen Karlsruhe und Kehl. Der Rhein prägt diesem Tag sein Merkmal auf. Auch in den Stunden, in denen der Führer im Schwarzwald weilt, um die Stände schwerster Artillerie zu besichtigen, bleibt der Rhein das beherrschende Moment. Denn diese gewaltigen modernsten Batterien, die hier in den Schwarzwaldhängen, glänzend getarnt, eingebaut sind, dienen ja ausschließlich dem Schutze des deutschesten aller Ströme. Allein schon zahlenmäßig übertreffen die deutschen Befestigungsanlagen dieser vordersten Linie die gegenuberliegenden französischen um ein Vielfaches. Ein einziger Blick beweist überzeugend diese Tatsache. Von jedermann auszufüllen! Die Ergänzungskarten für Angaben über Abstammung und Vorbildung Berlin, 17. Mai. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gibt bekannt: Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Volks= und Berufszählung sind Ergänzungskarten zur Haushaltsliste an die Haushaltungsvorstände verteilt worden. Auch diese„Ergänzungskarte für Angaben über Abstammung und Vorbildung“ ist von jedermann auszufüllen! Diese Ergänzungskarten sind u. a. dazu bestimmt, Unterlagen über die Personen mit Hochschul= und Fachschulvorbildung zu gewinnen, um dadurch das Nachwuchsproblem au Grund zuverlässiger Zahlenangaben in Angriff nehmen zu können. Es liegt daher im Interesse dieser Personenkreise, daß die gestellten Fragen in Spalte 9:„Haben Sie ein Hochschul= oder Fachschulstudium abgeschlossen?(Ja oder nein)“, in Spalte 10:„Wenn ja, an welcher Hoch= oder Fachschule oder vor welchem Prufungsamt haben Sie die Staats= oder Abschlußprüfung abgelegt?“ vollständig beantwortet werden. Diese Fragen beziehen sich auch auf die gesamte Lehrerschaft, gleichgültig, ob mit Hochschul= oder Seminarvorbildung, bezw. diejenigen Personen, die— ohne den Lehrerberuf gegenwärtig auszuüben— eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen haben. Bei vorliegender Seminarvorbildung ist in Spalte 10 das Seminar mit Ort anzugeben. Sofern Personen, die nicht zur Familie gehören(z. B. Untermieter), diese Angaben auf einer besonderen Ergänzungskarte in verschlossenem Umschlag abgeben wollen, sind die Vordrucke hierzu bei dem Hausbesitzer oder Hauswart, bezw. bei der Gemeindebehörde anzufordern. Mussolini in Alessandria Turin, 18. Mai. Von Turin begab sich Mussolini am Mittwoch mit dem Zuge nach Alessandria. 14 Jahre ist der Duce nicht mehr in dieser Stadt gewesen, begreiflich, daß er auch hier wie ein Triumphator empfangen wurde und zahlreiche Arbeiten, die in der Zwischenzeit geschaffen worden waren, besichtigen konnte Toubou har es tinig Diplomatische Taktiken sollen Gegensätze überbrücken Vondon, 1.. Mai. Das diplomatische Ringen zwischen London und Moskau geht weiter fort. Die Verhandlungen werden auf beiden Seiten mit auffallender Zähigkeit und Hartnäckigkeit geführt. Der Entwurf der britischen Antwort auf die gestern früh hier eingetroffene sowjetrussische Note ist bereits heute im Foreign Office fertiggestellt worden und lag am Mittwoch vormittag dem Kabinett zur Prüfung und Billigung vor. Die Note soll sodann womöglich noch am Mittwoch abend nach Moskau abgehen. Mit geradezu auffallender Eile werden jetzt hier die Verhandlungen mit Moskau weitergetrieben, während sich die Londoner Regierung zur Beantwortung des ersten sowjetrussischen Vorschlages vom 16. April über drei Wochen Zeit ließ, erfolgt die zweite Antwort innerhalb von 48 Stunden. Man will hier so schnell wie möglich aus der Sackgasse herauskommen, in die die britisch=sowjetrussischen Verhandlungen durch die Hartnäckigkeit Moskaus hineingeraten sind. Die sowjetrussische Note stellt die Londoner Regierung vor die Alternative, entweder den sowjetrussischen Tripleallianz=Vorschlag anzunehmen oder die sich daraus ergebenden Konsequenzen eines Abbruches der Verhandlungen in Kauf zu nehmen. Aus naheliegenden innen= und außenpolitischen Gründen will man hier den Abbruch der Verhandlungen unter allen Umständen vermeiden. Die abgehende britische Antwortnote wird, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sich im wesentlichen darauf beschränken, eine Einigung über bestimmte allgemeine Prinzivien vorzuschlagen. Sollten die von der Londoner Regierung in den Vordergrund gestellten allgemeinen Grundsätze von der Moskauer Regierung angenommen werden, so soll die konkrete Durchführung dieser Grundsätze weiteren Verhandlungen überlassen bleiben. Dies ist die taktische Richtlinie, die man jetzt hier in den Verhandlungen mit der Moskauer Regierung einschlägt. Auf diesem Wege hofft man über den toten Punkt hinmegzukommen. Da die Moskauer Regierung die bisherigen britischen Vorschläge rundweg abgelehnt hat, zeigt die neue britische Note ein gewisses Entgegenkommen gegenüber den sowjetrussischen Vorschlägen, ohne jedoch den Plan, einer Tripleallianz anzunehmen. Das neue britische Entgegenkommen scheint sich auf den Ostseeraum zu beziehen, der in der sowjetrussischen Note als eine„Lücke“ in der„britisch=französischen Friedensfront" bezeichnet wurde. Für diese Streitfrage scheint im Foreign Office eine Formel ausgearbeitet worden zu sein, welche die sowjetrussischen Befürchtungen und Bedenken zerstreuen soll. Die britische Antwort will vor allem den Sowjets den Eindruck übermitteln, daß die Befürchtung, Sowjetrußland könne im Kriegsfall allein die Lasten eines Krieges zu tragen haben, unbegründet sei. Die sowjetrussische Beistandsgarantie für Polen und Rumänien soll ausdrücklich an das Inkrafttreten der britisch=französischen Hilfeleistung gebunden werden. Durch ein partielles Entgegenkommen hofft man hier, die Sowjets zu der„Aufgabe ihrer starren Haltung" ven anlassen zu können. Die französische Regierung hat um in London einen Kompromißvorschla# überreicht, der die britisch=sowjetrussischen gensätze überbrücken soll. An den maßgebenden Stellen zeigt man jedoch eine auffallende Zurückhaltung hinsichtlich der Bewertung der französischen Kompromißformel, die offenbat nicht allzu große Befriedigung ausgelöst hat Der französische Kompromißvorschlag soll angeblich darin bestehen, daß der wesentliche Inhalt des französisch=sowjetrussischen Paktes in einer anderen diplomatischen Formulierung als Basis für eine Einigung vorgeschlagen wird. Der französische Vorschlag scheint eine Befürwortung der sowjetrussischen Wünsche zu bedeuten, die in vollem Maße zu berücksichtigen man hier noch immer zögert. Der sowjetrussische Vorschlag zielt, wie jetz bekannt wird, in der realpolitischen Auswirkung auf den Abschluß eines Kominternpaktes zwischen Großbritannien, Frankreich und Sowjetrußlano. In der Form eines Dreimächtepaktes soll eine politisch=ideologische Festlegung der drei Mächte erreicht werden. Derartige Bindungen einzugehen, scheint aber der Londoner Regierung gegenwärtig aus vielen Gründen nicht zweckmäßig zu sein. Während die Opposition geschlossen von der Regierung engste Zusammenarbeit mit Sowjetrußland fordert, werden im Lande Strömungen bemerkbar, die aus innenpolitischen Gründen der Regierung eine allzu enge Bindung mit Sowjetrußland dringend abraten. Kabinettsrat in London Beitische Bemühungen um die Sowjetunion London, 17. Mai. Das Kabinett trat am Mittwoch vormittag zu seiner üblichen Mittwochsitzung zusammen. Man nimmt an, daß sich die Minister mit der gestern vom Auswärtigen Ausschuß gebilligten Antwort auf die sowjetrussische Note beschäftigt haben. Von unterichteter Seite wird mitgeteilt, das „aktive Konsultationen" zwischen Großbritannien und Sowjetrußland auf diplomatischem Wege im Gange seien. Die Verhandlungen würden sowohl in London wie in Moskau geführt. Ueber den Stand der britisch=sowietrussischen Verhandlungen werden jedoch nähere Mitteilungen abgelehnt. Auf Anfrage wird bestätigt, daß die Moskauer Regierung die Londoner Regierung weder über die Tatsache des Fernbleibens Potemkins an der Genfer Tagung unterrichtet habe, noch daß sie irgendwelche Gründe bekanntgegeben habe, die zur Aufgabe des ursprünglichen Planes der vorgesehenen Teilnahme Potemkins an der Genser Tagung geführt haben. Es wird jedoch bestätigt, daß die Vertagung der Genfer Liga vom 15. auf den 22. Mai aus. drücklich zu dem Zwecke erfolgte, um eine Teilnahme Potemkins an der Genfer Tagung und damit ein Zusammentreffen mit Lord Halisan und Außenminister Vonnet zu ermöglichen. Gagaugluck tu Polnischer Lokomotivführer rast mit 90 Kilometer Geschwindigkett burch den Hauptbähnho, Danzig, 18. Mai. Auf dem Gelände des Danziger Hauptbahnhofs, dicht neben der Straßenüberführung am Olivaer Tor, entgleiste am Donnerstagmorgen der D=Zug Warschau— Gdingen, der den Danziger Bahnhof, ohne zu halten, etwa um 7 Uhr früh durchfährt. Die Entgleisung erfolgte bei sehr hoher Geschwindigkeit. Die Lokomotive drehte sich fast 180 Grad um ihre Achse. Die nachfolgenden Wagen stürzten um und schoben sich inund übereinander. Trotzdem hat die Katastrophe merkwürdigerweise unter den Reisenden kein Opfer gefordert. Lediglich der Lokomotivführer und der Heizer des Zuges wurden schwer verletzt. Dem Lokomotivführer wurde ein Arm abgerissen, der Heizer erlitt Rückenquetschungen und Beinverletzungen. Die Reisenden in den umgestürzten Wagen trugen durch den Stoß und durch heruntergefallene Gepäckstücke Verletzungen davon, die glücklicherweise nur unbedeutend waren. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß als Ursache der Katastraphe mit Sicherheit die viel zu große Geschwindigkeit des Zuges anzusehen ist. Der D=Zug fuhr durch den Bahnhof und über die zahlreichen in das Gebiet des Güterbahnhofs führenden Weichen mit einer Stundengeschwindigkeit von 80 bis 90 Kilometer. Das ist eine Geschwindigkeit, mit der kein großer Bahnhof, geschweige denn der sehr stark mit Weichen und Gleiskreuzungen versehene Hauptbahnhof in Danzig durchfahren werden kann. Augenzeugen bemerkten, wie die Maschine in wilden Stößen über die Gleise sprang, ins Schwanken geriet und schließlich entgleiste. Das Danziger Büro der polnischen Eisenbahndirektion in Thorn hält mit der Herausgabe von Meldungen über die Katastrophe auf der polnischen Eisenbahn in Danzig zurück und verweigert deutschen Pressevertretern den Zugang zur Unfallstelle. Die Beamten der polnischen Eisenbahn auf dem Hauptbahnhof in Danzig erklären übereinstimmend, wie sie es auch bei der polizeilichen Vernehmung niedergelegt haben, daß der D=Zug mit ungeheurer Geschwindigkeit den Hauptbahnhof durchrast habe. Eine Erklärung dafür, warum der Zug mit so großer Geschwindigkeit über Weichen und Kreuzungen hinwegraste, läßt sich im Augenblick noch nicht geben. Es sind dem Zuge an sich 20 Kilometer Stundengeschwindigkeit für diese Durchfahrt vorgeschrieben! Durch den Unfall sind sämtliche Gleise nach Zoppot und Gdingen gesperrt. Da die Unfallstätte von zwei Straßenseiten und der über den Bahnkörper führenden Straßenbrücke gut eingesehen werden kann, ist der polnischen Eisenbahn keine Möglichkeit gegeben, den Umfang der Katastrophe geheimzuhalten. Der entgleiste Zug mitsamt dem Tender ist noch an der umstürzenden Lokomotive vorbeigejagt, bis ihn der gleichfalls umstürzende Tender aufhielt. Der hinter dem Tender fahrende Schutzwagen, ein alter Wagen vierter Klasse, ist völlig zerstört und zusammengedrückt worden. Nur die geringe Besetzung des Zuges— er hatte etwa 80 Fahrgäste— erklärt es, daß die Katastrophe keine Opfer unter den Fahrgästen gefordert hat. Neben dem schwerverletzten Lokomotivführer und Heizer haben sich lediglich ein Schlafwagenschaffner und ein Kontrolleur in ärztliche Behandlung begeben. Mit vier Lokomotiven wird versucht, die zertrümmerten Wagen beiseite zu ziehen, um wenigstens ein Gleis freizulegen. Nach dem Stand der Arbeiten zu urteilen, ist jedoch nicht damit zu rechnen, daß vor Freitag auch nur auf einem Gleis der Verkehr wieder ausgenommen werden kann. Der deutsche Durchgangsverkehr auf der Strecke Königsberg—Stettin wird von der Danziger Station Hohenstein aus über Berent nach Gdingen geleitet. Der Vorortverkehr Danzig—Zoppot wird vom Güterbahnhof Danzig, oberhalb der Unfallstelle, aus aufrechterhalten. Keine Ladenzeitverkürzungen Berlin, 18. Mai. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Mit Erlaß vom 1. April 1939 ist die Reichswirtschaftskammer angewiesn worden, dafür Sorge zu tragen, daß Ladenzeitverkürzungen im Einzelhandel nicht mehr vorgenommen werden. Veranlassung dazu gab die erhebliche zusätzliche Beanspruchung, die heute zahlreiche Volksgenossen auf sich nehmen müssen und mit der es sich nicht verträgt, wenn ihnen die an sich schon durch diese Arbeitsbeanspruchung verkürzte Zeit für die Erledigung ihrer Einkäufe noch weiter beschnitten wird. Es wird erwartet, daß der Einzelhandel diesen Maßnahmen vollstes Verständnis entgegenbringt Freitag, den 19. Mai 1939 Schwerter Zeitung Nr 115(Zweites Blatt) Zum Geleit: Die Aehre beugt sich, in welcher Körner sind: die aufrecht steht ist Spreu und fliebet vor dem Wind Gedenktage: 1762 Johann Gottlieb Fichte geb. Wetter: Aussichten für Freitag und Sonnabend: Schwache Winde aus wechselnder Richtung. Wolkig. Ueberwiegend trocken. Temperaturen gering ansteigend. Aimmnerführter Ani„Frreschtik, Die Ausführenden: Das Musikkorps der Flak=Kapelle Iserlohn und der Mos.„Foriuna=Adierbru Tageschronit Silberne Hochzeit. Heute kann die Familie Locomotivführer Friedr. Externbrint und Frau Luise geb. Rubke, Klusenweg 65. die silberne Hochzeit feiern. Unsern herzlichen Glückwunsch!... 8262 hen 10 Silberne Hochzeit. Heute, Freitag, ben 19. Mai, können Herr Friedrich Ravvert und Frau Maria geb. Larosch, Liethstraße, das schöne Fest der Silbernen Hochzeit begehen. Auch unseren herzlichen Glückwunsch! : Vor dem Richter. In seiner letzten Sitzung befaßte sich das Schwerter Amtsgericht mit vier Fällen. Ein junger Radler, der ungewollterweise auf der morgendlichen Fahrt zu seiner Arbeitsstätte zwei Frauen angefahren hatte, wurde von dem Richter verwarnt. Im zweiten Fall stand eine Frau unter dem Verdacht, ihrer Nachbarin eine Geldbörse mit 70 Mark Inhalt gestohlen zu haben. Da der Indizienbeweis nicht lückenlos geführt werden konnte, wurde die Angeklagte freigesprochen.— Dann verurteilte das Gericht einen hiesigen Einwohner, der einem Bekannten gegenüber geäußert habe, er habe bei einem Hagener Juden gekauft zu 50 Mark Geldstrafe, da der betreffende Kaufmann seine arische Abstammuna bis in den 30jährigen Krieg nachweisen konnte.— Der Angeklagte St. hatte einen Strafbefehl über 30 Mark erhalten, weil er überführt worden war, Singvögel gefangen zu haben. Das Gericht kam in einer längeren Verhandlung zu der Ueberzeugung, daß die Grundlagen für die Verhängung des Strafbefehls sich nicht geändert hätten und beließ es bei dem ersten Strafmaß. . Im Prater blühn wieder die Bäume. Im Rahmen des Wunschkonzertes des Reichssenders Köln spielte dieser gestern abend in der Zeit von 19.30—20 Uhr auf Wunsch des BürgerschützenVereins Schwerte das bekannte Lied„Im Prater blühn wieder die Bäume“. Es war sicherlich gedacht als Erinnerung an das verflossene Maskenfest, das unter dieser Parole stand. Sängerehrung. Der Männergesangverein =Sängerbund“ Schwerte, unter seinem Chorleiter: W. Tönsmann, Hagen, veranstaltete am Mittwochabend im Lokal Feit eine Generalprobe für das Konzert, das am Samstaa, den 20. Mai, im„Freischütz" stattfindet. An dieser Veranstaltung wirken neben dem Chor des genannten Vereins, der Werke von Baldemus, Schumann, Silcher, Göbel und Lentz zum Vortrag bringt, Melita Wittenbecher, die bekannte Sängerin des Reichssenders Köln das Musikkorps des Flak=Regiments 24, Iserlohn, unter Leitung von Musikmeister Denzer mit. Nach der Probe hieß Vereinsführer Wilhelm Brauckhoff die Sänger und zahlreiche Vereinsmitglieder herzlich willkommen. Ruhrgausängerführer Karl Schulte, Drüpplinasen, überreichte dem Sänger Heinrich Dahlbüdding für seine 50jährige Zugehörigkeit zum Verein die goldene Medaille des Deutschen Sängerbundes und den Mitgliedern Heinrich Ries und Willi Schmidt für 25jährige Zugehörigkeit die silberne Medaille. Ein gemütliches Beisammensein vereinte anschließend die Jubilare, aktive Mitglieder und Freunde des MGV.„Sängerbund". * Zut Beachtung. Der Städtische Musikbeauftragte, Konzertmeister Letzel, bittet uns darauf hinzuweisen, daß sämtliche Konzertveranstaltungen, auch solche unterhaltender Art mit darauffolgendem Tanz, dem städtischen Musikbeauftragten spätestens 14 Tage vorher gemeldet werden müssen. Gleichzeitia sind 4 Programme einzureichen. . Heute schulfrei. Mit Rücksicht auf die Inanspruchnahme der Lehrer und Schüler bei der Durchführung der Volks=, Berufs= und Betriebszählung 1939 fällt heute, Freitag, den 19. Mai, in allen öffentlichen und privaten Schulen und Bildungsanstalten einschließlich der Hochschulen der Unterricht aus. -.- Unser aktueller Bilderdienst zeigt folgende interessanten Aufnahmen: Mittagspause im Westwall: Die deutschen Freiwilligen vor Genekal Franco: Mussolini bei seiner großen Rede ni Turin: Dr. Goebbels bei der Ufa=Kamerad= schaft. - Zur Ehrentreuzverleihung. Die Verleihungs=Urkunden für das Ehrenkreuz der deutschen Mutter werden als Verleihungstermin den 21. Mai 1939 verzeichnen. Wenn eine Mutter, die das Kreuz erhalten soll, vor diesem Zeitpunkt gestorben ist, soll, nach einer Anordnung des Reichsministers des Innern die Verleihungsurkunde nebst Ehrenkreuz an die Präsidialkanzlei des Führers zurückgesandt werden. Falls der Todestag der 21. Mai oder ein späterer Tag ist, können Verleihungsurkunde und Ehrenkreuz den Angehörigen als Andenken überlassen werden. e- Kreismusikzug Iserlohn der RSDAP. wurde besichtigt. Der Kreismusikzug Iserlohn der RSDAV. wurde durch den GaumusikzugfühDer gestrige„Vatertag“ war wiederum ein Ausflugstag großen Stils. Alle Verkehrsträger hatten Hochbetrieb und durch unsere Stadt fuhrren hunderte von Autos. Der Strom der Ausflügler setzte schon am frühen Morgen ein und war besonders aus Richtung Dortmund äußerst stark. Dank des guten Wetters konnten die Pläne für einen Spaziergang in die Umgebung alle verwirklicht werden. Das besondere lokale Interesse konzentrierte sich auf die Veranstaltungen im„Freischütz". Dort waren am Morgen und am Mittag große Konzerte. Um 7 Uhr erklang vom großen Freischützturm in feierlicher Weise ein Choral. Ab 8 Uhr konzertierte das Musikkorps des l. Flak=Regiments 24 Iserlohn unter Leitung des bewährten Musikmeisters Denzer. In gewohnt überzeugender Weise bot es eine Anzahl stimmungsvollster Weisen. Die Musiker eröffneten das Programm mit der Flieger=Parade von Rath. Es folgte die Festouvertüre von Lortzing. Dann sang der Männergesangverein„Fortuna“ 1894 DortmundAplerbeck unter Leitung von Erich Wortmeier, Hörde. Die gut geschulten Stimmen boten„Wenn alle Brünnlein fließen“ von Heinrichs und„Auf der Lüneburger Heide" Kirchl. Abwechselnd folgten dann Musikstücke und Gesangsvorträge, die von den zahlreichen Besuchern mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Das umfangreiche Konzert dauerte bis gegen 11 Uhr und wurde am Nachmittag ab 16 Uhr fortgesetzt. Zu erwähnen sind aus der Nachmittagsfolge die Trompetensolis des Unteroffiziers Karl Schlichter und die Erstaufführung„O, du mein Deutschland“ von Bathe. * Konzert im Wald Früher Spaziergang am Morgen. Dunstia im Schleier der Frühlingsmorgensonne lag die Stadt. Alle Häuser waren verhangen und die Straßen sauber und unberührt. Die Luft war wie mit Gold gefüllt und vibrierte in jenem Perlmutterglanz, den grüne Buchenhänge, blauer Himmel und der Duft ferner Höhen hervorrufen. Ein sonniger Maitag: Wir wußten, daß im Schwerter Wald traditionsgemäß um 7 Uhr mit dem Choral vom Turm ein Morgenkonzert beginnen würde. Das Aus den Häusern der Stadt stößt die Straße mit langsamem Steigen in die grüne Zone des Vorgeländes. Dort wiegen sich die Halme der Wiesen im Tau, öffnet sich im feuchten Gelände das Veraißmeinnicht, stehen Schaumkraut und Salbei, Wegerich und Brennessel, falsche Veilchen und Schachtelhalme. Breite blühende Kastanien haben ihre weißen Blütendolden aufgesteckt, schlanke Pappeln recken sich ins Blau, Linden verströmen einen süßen Duft und von weit her verheißen die unbeweglichen Buchen und Eichen des Schwerter Waldes einen feierlichen Morgen. Die Straßenbahn bimmelt behutsam vorbei, gefüllt mit einer lustigen Schar junger Menschen. Eine Zieharmonika begleitet eine Melodie. Kopftücher winken und der Sinasang flattert wie ein leuchtendes Band durch die einsame Straße. Konzert. Die Sonne ist früh aufgestanden. Sie hat mit ihrer warmen Hand über die Stirn der Landschaft gestrichen, die Blumen geweckt und die Vöael aufgemuntert. Die Sonnenstrahlen durchstoßen von einem blauen Himmel die hohen Bäume, die in einer grünen Symphonie zusammenstehen: Hundertjährige Eichen, Buchen mit jungem Grün und Trauerweiden. Autos stehen still und ruhen sich aus und festliche Menschen sind gekommen zu einer frohgemuten Stunde. Kann es etwas Schöneres geben, als unter jungem Blattgold des frühlingsfrischen Waldes und vielstimmigem Finkenjubel bei temperamentvoller Musik und freundlicher Gastlichkeit in der Sonne zu sitzen und es sich gut sein zu lassen? Junge Soldaten spielten auf. Sie beherrschen meisterhaft ihre Instrumente und übertragen die eigene innere Fröhlichkeit in das jubelnde klingende Sein. Es war eine echte Fröhlichkeit, die die Besucher umfaßte, ein zufriedener Lebenstrieb, der mit strahlenden Augen einen gesegneten Morgen pries. Dazu reine klare Luft bei wenig Wind. Die Sonne ist warm.— In die Pausen der Musik drängen sich die frischen hellen Stimmen einer geschulten Sängerschar. Konzert im Wald: Herrgott, wir loben. Dich, klinat es aus frohem Sängermund, Herrgott, wir preisen Dich, erschallt die Musik. Blauer Himmel, klarer Sonnenschein, frischgrüner Wald, milde Glorie eines wundersamen Erlebnisses.W 6 Frohlichteir. Die Frühlingsbummler sind gegangen, der Mittaa ist heraufgestiegen, auf der alten Eiche hat die Nachtigall gesungen. Nun ist es Nachmittag. Weiße Wolken schwimmen im blauen Ozean des Himmels, die Straßenbahnen klingeln auf und ab. Die Autos surren durch den Wald und überall sind frohe Wanderer. Junges Volk und behäbige Schritte, Kinderlachen u. macht trische lamtweiche Haut und leises Tuscheln verliebter Leute. Die jungen Soldaten svielen, die Sänger haben die Kehlen frisch geölt. Die emsige Geschäftigkeit der hilfreichen Geister ist noch größer geworden. In starken Händen wandern gefüllte Biergläser durch die Tischreihen. Kaffeetassen klirren, Butter und Brot lockt. Da... wird die stille Fröhlichkeit jäh unterbrochen. Ein Wagen, vollgeladen mit jungen Mädchen und Burschen, hält an der gastlichen Stätte. Mit lautem Singsang ergreifen sie Besitz. Prost— Prost Der Gerstensaft rinnt durch die Kehlen und steigert die Lebenslust, schmiert die Livven. Ein Pferdewagen mit zufriedenen Bauersleuten macht Halt. Das Gitterwerk des Wagens ist mit Grün verkleidet und Sprüche voll männlichen Humors sagen, daß die Insassen sich des„Vatertags“, freuen. Tanz. Aus dem nahen Gebüsch kommt der schwere Duft des Flieders. Auf leisen Sohlen ist die Nacht gekommen. Der sonnige Taa ist hinabgesunken. Schwach leuchten die hellen Lampen im tiefen Dunkel, samten klingt das Saxophon, jubilieren die Geigen, hämmert das Schlagzeua, bannt der Rhythmus die Schritte der jungen Menschen. Nach einem fröhlichen Taa ein heiterer Abend mit Tanz. Wir beobachten: Zwei junge Menschen, Kopf an Kopf, Körper an Körper schreiten durch den Saal, tief ineinanderversunken die Sinne. Die Musik verklingt. Sie gehen hinaus in die Dunkelheit. Während eine quellentiefe Andacht sie umgiebt, schwelgen sie in dem süßen Gefühl trauter Zweisamkeit. Aus der Nähe rauscht der Wald seine ewige Melodie. tis und des Amtsbürgermeisters Hümme eine Besprechung mit den Amtsträgern und,, gräge, rinnen der Parteigliederungen und ange# nen Verbände statt. Es wurde mitgerein.# die Mütterehrungsfeiern aus Anlaß der Verlei hung des Ehrenkreuzes am Muttertag 1939(21. Mai) unter Führung der Partei veranstaltet werden. In Westhosen findet die Feierstunde um 15 Uhr im Saale Fritzenkötter statt. Es wird die Jugendaruppe der RS=Frauenschaf mitwirken. Die Männer des NSnn, hama sich zur Verfügung gestellt, um die weiter entfernt wohnenden Mütter mit Kraftwagen abzuholen. An die in Betracht kommenden über 60 Jahre alten Mütter ergehen besondere Einladungen. Die Bevölkerung wird gebeten. an der Feierstunde teilzunehmen. Vorbereitung für den Kreisparteitag. Westhofen. Am Sonnabend, den 21 Mai, findet eine Vorbesichtigung für den diesjährigen Kreisparteitag des Kreises Iserlohn statt. nehmen daran alle uniformierten Politischen Leiter, sowie auch diejenigen, die noch nicht im Besitze einer Unisorm sind, teil. Der Abmarsch nach Schwerte erfolgt vormittags um 8 Uhr in Westhofen von der Ortskrankenkasse und um 8.15 Uhr in Wandhofen vom Gasthof Wille. Bau einer Kläranlage begonnen. Westhofen. Vor kurzer Zeit berichteten wir über den Plan eines großzügigen Ausbaues der Entwässerungskanalisation der Stadt Westhofen. Die Stadtverwaltung hat die Vorarbeiten beschleunigt vorangetrieben. Mit dem Bau der Kläranlage, die auf dem Wiesengelände rechts der Kreisstraße nach Garenfeld zwischen dem unteren Teil der Stahlwerke Brüninghaus und der Ruhr errichtet wird, ist vor einigen Tagen schon begonnen worden. Die Herstellung dieser Kläranlage hat der Ruhrverband übemommen. Sie soll nach dem System einer SickerbeckenKläranlage gebaut werden und drei große Dopvelbecken erhalten. Aus der Polizeimappe. Westhofen. In den letzten zwei Wochen sind bei der hiesigen Polizeibehörde folgende Anzeigen erstattet worden: Zwei Anzeigen wegen Diebstahls, zwei Anzeigen wegen versuchter Einbruchsdiebstähle, eine Anzeige wegen Betruges, vier Anzeigen wegen Verstöße gegen ous Lebensmittelgesetz, zwei Anzeigen wegen Höchstpreisüberschreitungen, eine Anzeige wegen Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz, zwei Anzeigen wegen Verkehrsunfälle und fünf Anzeigen wegen Betriebsunfällen, bei denen ärztliche Hilfe in Anspruch genommn werden mußte, sowie einige Anzeigen wegen verschiedener Uebertretungen. Trotz mehrfacher Hinweise waren mehrere Personen ihrer An= bezw. Abmeldepflicht nicht nachgekommen. Im Silberkranze. Garenfeld. Die Eheleute Bäckermeister und Gastwirt Moritz Söding und Luise geb. Dickhut in Garenfeld begingen das Fest der silbernen Hochzeit. Dem allseits geachteten Paare wurden viele Glückwünsche dargebracht, denen wir die unsrigen herzlichst anschließen. Der hal gewenen? Gewinnauszug 1. Klasse 1. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verbotet Auf jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III rer Kühl und den Obermusikzugführer der Ordensburg Vogelsang besichtigt und geprüft. Auch Gauausbildungsleiter Pa. Schuch war erschienen. Die Ueberprufung des Musikzuges ergab, daß der Zug in Bezug auf Marschieren, Auftreten und Spielen als vorbildlich anzusprechen — 9000 Kinder sollen sich in Südwests## erholen. Die Kinderlandverschickung und die Hitler=Freiplatzspende dienen der Gesundung und Gesunderhaltung unseres Volkes. Im Westfalen=Süd sollen in diesem Jahre allein Kinder im Rahmen der Kinderlandverschickung Erholung finden. Die gewaltigen Aufgaben sind aber nur dann zu bewältigen, wenn alle Volksgenossen nach Kräften mitwirkgngg der, der die Möglichkeit dazu hat, stellt veshalb einen Freiplatz zur Verfügung. wieder eine Großfahrt in ihr Kameradschaftsden organisatorischen bereits begonnen. 2000 westsälische Jungen un Mädel werden zur Kameradschaftsarbeit und zum Ernteeinsatz nach Schlesien fahren. Börsen und Mörkte Dortmunder Getreidemarkt. Dortmund. Erzeugerfestpreise für die Preisgebiete der Propige zIr-gfosggg, B 12 213.—: W 16 216.—: W 18 21Hgag. Bog; gen 70/72 Kg. vom 1. 5. bis 30. 6 1935. K 11 195.—: R 13 197.—: R 15 199.—: R 16 201.—; R 18 203.—: Futterhafer 46/49 Kg. vom 1. 5. bis 31. 5. 1939: H 13 178.—; H 14 180.—; H 15 181.—; H 16 182.—: H 18 184.—: H 19 185.— RM. Futtergerste 59/60 Kg. vom 1. 2. bis 30. 6. 1939: G 10 178.—: G 11 179.—; G 12 181.—: G 13 182.—; G 14 184.— RM. Mehl. Grundpreise für Weizen= und Roggenmehl, Weizen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Weizenmehl, Type 812(Vollmehl) plus 50 Pfg. Frachtausgleich vom. 1. bis 31. 5. 1939: W9 29,20, W 12 29.20(mit Ausnahme des Kreises Meschede), W 12 29,95(nur Kreis Meschede), W 13 29,95, W 16 29,95. W 18 29,95 RM.: Roagenmehl, Typ 997 und 50 Pfa. Frachtausgleich ab 1. 7. 1938. Type 815 und 50 Pfg., Type 1150 minus 50 Pfg.: R11 22.55, R 13 22.75, R 15 22,95, R 16 23.—. R 18 23.15 RM.: Weizenkleie: W 9 11.55, W 12 11,70, W 13 11,75, W 16 11,95, W 18 12,05 RM.; Roggenkleie: R11 10,30, R 13 10.45. R 15 10.55, R 16 10.70. R18 10.80 RM. Amt Westhofen Beratung für Mutter und Kind. Westhofen. Heute, Freitag, pünktlich um 15 Uhr, wird vom Gesundheitsamt des Landkreises Iserlohn im Amtshause in Westhofen eine unter ärztlicher Leitung stehende Beratungsstunde für Mütter mit ihren Säuglingen abgehalten. Die Beratung ist kostenfrei. Mütterehrung am Muttertag. Westhofen. Im Sitzungssaal des Amtshauses sand im Beisein des Ortsaruppenleiters Schol2. Ziehungstag 17. Mai 1939 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50.000 RM. 307191 3 Gewinne zu 5000 RM. 64896 9 Gewinne in 3000 RM. 35866 243340 328689 88 Gevinne zu 1000 RN. 95268 142440 71828 192625 207065 232000 308534 317059 361850 76 Hewinne zu. 500 NM. 11166 14691 24592 25587 32756 36026 40607 55641 62543 65914 66651 67920 73024 79374 169898 170615 183679 220936 251868 285440 292646 302225 311068 364247 371686 388928 318 Gewinne zu 200 RM. 1729 10839 12161 14490 14827 23354 31442 33639 38333 42077 49029 49486 54748 56123 69321 76646 84317 93627 107431 108495 109589 111639 119846 120245 121548 125977 128834 138659 138716 142517 143905 153291 154799 155728 165107 169328 169836 179772 182596 182717 188283 190147 200916 203344 203795 203980 206127 207470 206010 208079 209685 211654 213556 215190 215828 225977 228491 230195 233779 234069 236805 240169 243455 245517 256540 256794 260939 266777 269957 270627 279554 283161 284232 285239 290093 290720 291440 296364 297844 301070 305376 320647 325331 332763 332949 337450 337486 338375 342095 343188 349597 350352 352961 357857 367796 371969 375226 378096 381158 381646 381890 384199 387759 391854 399568 Außerdem wurden 525 Gewinne zu je 100 RM. und 6519 Gewinne zu je 60 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 9 Gewinne in 4000 R M. 17726 292269 331923 15 Gewinne zn 2000 RNk. 118304 171026 884259 336219 365262 66 Hewinne zu 500 RM. 8297 46259 48264 73931 83940 140657 146615 184912 196934 212434 215529 231054 266249 266539 279782 311306 322473 823481 832633 335864 344369 363981 312 Gewinne zu 200 RM. 2662 9470 10107 1101 S1830 Ses anon 43655 A133 j5et Sie 86567 89718 80120 91728 10291s 109973 119819 121523 124241 127226 137659 138168 14566 4075“ j6663 155579 150663 183373 156396 95619 302is 286213 Bggigs Bii 238706 246222 247863 250249 253063 338219 261430 263705 266390 267766 276339 200726 280979 281377 285110 291574 291899 292072 304929 309212 311736 313422 316266 322384 326025 330744 337587 344142 347346 348430 350466 350528 351750 364590 367384 372354 374696 380292 387778 388063 390586 398877 Außerdem wurden 483 Gewinne zu se 100 RM. und 6676 Gewinne zu je 60 RM. gezogen. Die Behung der 2. Klasse 1. Deutsche Reichslotterte hindet am 16. und 17. Juni statt. Kür 89000 Juschäller in Slultgurt Deutsche Fußballelf— Böhmen=Mähren 1:1(1:0) Auch das zweite Uebungsspiel zwischen der Auswahlmannschaft des Reichsprotektorates Böhmen=Mähren und einer deutschen Fußballelf endete mit einem Unentschieden. In der Stuttgarter Adolf=Hitler=Kampfbahn, die mit 25000 Zuschauern nur überraschend schwach besucht war, trennten sich die beiden Mannschaften mit 1:1(1:0) bei einem Eckenverhältnis von 8:2 für die deutsche Auswahl. Unter den Ehrengästen sah man u. a. auch Reichstrainer Herberger und Dr. Nerz, die im Hinblick auf den am Dienstag in Bremen stattfindenden Länderkampf gegen Irland gerade dem Stuttgarter Lehrspiel größten Wert beimaßen. Sie werden sicherlich wie die 25000 Zuschauer von dem guten Zusammenspiel zwischen Edmund Conen und dem Wiener Hahnemann, die allerdings nur 35 bzw. 45 Minuten mitwirkten und dann abtraten, oder aber der famosen Form von Deyhle im Tor, Müsch als Verteidiger, Kupfer und Kitzinger in der Läuferreihe beeindruckt gewesen sein. Die deutsche Mannschaft lieferte bis zur Pause ein sehr gutes, frisches und taktisch famoses Spiel. Vor allem im Innensturm sah man erfreuliche Zusammenarbeit mit Hahnemann, Conen und Gauchel. Nur den glänzenden Abwehrparaden des Prager Torwarts Vechet konnten die Gäste es danken, daß in der ersten Viertelstunde nicht schon ein paar Tore fielen. So blieb es bei einem Treffer, den Hänel(BC Hartha). der in der 35. Minute für Conen einsprang, fünf Minuten vor der Pause auf Vorlage von Hahnemann erspielte. Nach dem Wechsel erschien auch Hahnemann nicht wieder. Seinen Platz nahm dann der Leipziger Baumann ein, der sich nicht recht mit seinen Nebenleuten verstand. Da Gauchel auch mit der Länge des Kampfes Ermüdungserscheinungen verriet, verlor gerade unser Angriff in Wirkung und Linie, obgleich unsere jungen Außensturmer Arlt und Biallas immer freier und sicherer wurden und ihre Schnelligkeit gegenüher der Prager Abwehr eindrucksvoll ausiletten. Eine Drangperiode der Protektoratself, die wieder technisch ganz hervorragend, aber doch nicht schußsicher und beweglich genug wirkte, führte in der 68. Minute durch den Mittelstürmer Bican zum Ausgleich. Der Rest des Kampfes gehörte aber durchweg der„Nachwuchself“, die durch das gute Spiel von Deyhle, Müsch, Kupfer, Biallas und Hänel vor allem eine Reihe von wirklichen Torgelegenheiten herausarbeitete und sechs Ecken erkämpfte, aber keine Tore mehr erzielte, was nicht zuletzt aber auch ein Verdienst der Prager Abwehr war, die in Vechet und dem bereits Mitte der ersten Halbzeit für Boucek einspringenden Mittelläufer Nocier zwei überragende Spieler stellte. Außer ihnen gefiallem noch Bi ###elen in der Prager Elf vor Horak Wacek und nach der Pause auch Mittelstürmer Bican. Fußballsensation in Belgrad Jugoslawien schlägt England 2:1(1:0) Vor 30 000 Zuschauern kam es am Himmelfahrtstag auf dem Platz des Belgrader SK. in Anwesenheit des jugoslawischen Ministerpräsidenten, zahlreicher Regierungsmitglieder und des englischen und italienischen Gesandten zu einer großen Ueberraschung. Die englische Nationalmannschaft wurde in ihrem zweiten Spiel auf dem Festland klar und einwandfrei besiegt. Jugoslawien gewann 2:1(1:0), ein Ergebnis, das durchaus in Ordnung geht, da die Jugoslawen ein ungeheures Tempo vorlegten, das sie auch bis zum Schluß durchhielten. Dabei zeigten sie ein technisch musterhaft flüssiges Zusammenpiel und waren den Briten vor allem an Einsatz weit überlegen. Holländische Fußballgäste Kreis Aachen— Auswahlelf Holl.=Limburg 4:7 Am Himmelfahrtstag weilte in Aachen eine aus Spielern der ersten Klasse zusammengestellte holl.=limburgische Auswahlmannschaft zu Gast, die gegen den Kreis Aachen ein Freundschaftsspiel austrug und verdient mit 4:7(1:4) Toren gewann. Die Aachener Elf, die sich in der Hauptsache auf Kräfte von Rhenania Würselen und stützte, lag schon bei der Pause 1:4 im Rückstand, konnte dann zwar nach der Pause gleichziehen, verlor aber im Endspurt der Gäste schließlich mit 4:7 Treffern. Bei den Holländern schoß Vroomen, der schon in der Nationalmannschaft gestanden hat, als Mittelstürmer die meisten Tore, bei Aachen war Schnitzler der Beste. Schalke spielt in Neuendorf Bevor die Schalker Mannschaft an den Pfingsttagen im schönen Moseltal Erholung von den schweren Spielen der letzten Wochen und neue Kräfte für die bevorstehenden noch größeren Aufgaben sucht, wird der Westfalenmeister zuvor am Deutschen Eck noch einmal zu einem Freundschaftskampf antreten. Am Samstag vor Pfingsten folgt Schalke einer Einladung des Tus Neuendorf, und es ist anzunehmen, daß man sich in Koblenz diese Gelegenheit, einen der ersten Anwärter im Kampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft zu sehen, nicht entgehen läßt. Frankreich schlug Belgien 3:1 Im gut besetzten Heyssel=Stadion in Brüssel wurde am Himmelfahrtstage der Fußball=Länderkampf Belgien— Frankreich ausgetragen. Nach den guten Leistungen der französischen Nationalmannschaft gegen Polen, Ungarn und gegen Italien mußten auch die Belgier das forsche Stürmerspiel der Gäste mit einer 1:3=Niederlage anerkennen. Die Franzosen führten durch den früheren Ungarn Korany und den Ersatzlinksaußen Mathé bereits 2:0, ehe die Belgier durch den Halbrechten Lamoot zum Ehrentor kamen. Kurz vor Schluß glückte den Franzosen wieder durch Korany der Siegtreffer. Trulngerunden unter Po Wiln. Nürburg=Ring im Zeichen des Eifel=Rennens — zum 12. Internatiouf dem Der erste Trainingstag nalen Eifel=Rennen auf dem Nürburg=Ring verlief bei etwas kühlem, aber trockenem Wetter reibungslos und wies durch den großen Besuch einiger tausend Motorsportfreunde auf die Beliebtheit der großen und vielfältigen Prüfungen des kommenden Sonntag hin. Vom Morgen bis zum Nachmittag herrschte auf der idealen Eiselstrecke starker Trainingsbetrieb, der ohne Zwischenfälle abgewickelt wurde. Die besondere Anteilnahme der Fachleute und schauer galt natürlich dem Formelwagen. Leider ist mit den italienischen Alfa= und Maserati=Modellen nicht zu rechnen und da auch Delahaye seine Motore nicht rechtzeitig vom Prüfstand bekommen hat, ist in der Hauptsache wieder mit dem alten, aber ewig jungen Zweikampf Mercedes=Benz— Auto=Union zu rechnen. Die gegenüber dem Vorjahr sehr verbesserten Talbot=Wagen, bei denen vor allem die wie Renne surger, der famose rechte Flügel saubere Durchkonstruktion des Fahrgestells nach Meister Siahe nicht in Gefahr Weiß schlug Offermanns im Titelkampf #neren Zweifel hätte, Offermanns viele der Mit ihrem ausgewählten BerufsboxsportProgramm hatte die Wiener Engelmann=Arena am Mittwochabend einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen. Nicht zuletzt hatte auch das klare Mai=Wetter dazu beigetragen, daß die Ränge fast bis zum letzten Platz ausverkauft waren. Die Kämpfe selbst, die vornehmlich den leichteren Gewichtsklassen vorbehalten waren, hielten im allgemeinen das, was man sich von ihnen versprechen mußte. Das größte Interesse brachte man dem Meisterschaftstreffen zwischen Blaho(Wien)— der seinen Titel freiwillig aufs Spiel gesetzt hatte— und dem Kölner Albert Esser entgegen. Der Wiener, der eine ausgezeichnete Kondition verriet und sich sehr gewissenhaft vorbereitet hatte, konnte in einem temperamentvollen Kampf seinen Titel durch einen verdienten Punktsieg mit Erfolg verteidigen. In den ersten Runden kam Esser eigentlich nie dazu, seine stärkste Waffe, die Rechte, einzusetzen; im Gegenteil. Bald schon hatten dem Kölner die schnellen, beidhändig geschlagenen Haken Blahos so stark zugesetzt, daß er unverkennbare Wirkung verriet. Mit dem Mut, der ihm eigen ist, rettete sich Esser aber über diese kritischen Augenblicke hinweg. um dann seinerseits zum Angriff überzugehen. Blaho hingegen war auf der Hut, nahm die schweren Haken und Geraden auf die Deckung und suchte immer wieder den Nahkampf, in dem er dann erneut Punkte sammelte. In der 8. und 9. Runde kam es dann zu unerhört verbissenem Schlagabtausch, bei dem allerdings meist nur der schnellfüßige Blaho Serien zu Kopf und Körper schlug. Sein Sieg war klar und das Publikum dankte mit stürmischem Beifall ihm, aber auch unserem Exmeister Albert Esser für diesen prächtigen Kampf. Auch Meister Weiß konnte seinen Bantamgewichtstitel mit Erfolg verteidigen. Allerdings hatte der Wiener nicht seinen besten Tag erwischt und brauchte verhältnismäßig viel Anlaufzeit. um Offermanns(Neuß) zu überwinden. Von der vierten Runde' ab beherrschte Weiß seinen Gegner dann mit seinen gefürchteten schnellen beidhändigen Haken vollends, und in der 6. Runde mußte der Rheinländer bis„9“ auf die Bretter. In der 9. Runde kam dann das Ende, als Offermanns auf einen schweren Rechtstreffer an den Seilen niederging. Beim Zählen des Ringrichters flog aus eet Ecke das Handtuch— Weiß war K.=o.=Siehweren Schläge vermeiden konnen, wenn ihn nicht eine Verletzung der linken Augenbraue in der Sicht stark behindert hätte.— Im Schwergewicht kam der Duisburger Werner Selle zu einem schönen Punkterfolg über Jakob Schönrath(Krefeld). Selle, der sehr angriffsfreudig war, beherrschte den Gegner von der 4. Runde ab, konnte den Krefelder trotz schwerer„Brokken“ nicht k.=o. schlagen. Die übrigen Ergebnisse: Remscheid(Solingen) besiegt Joe Albert (Wien) im Ausscheidungskampf zur Bantamgewichtsmeisterschaft n. P.: Leicht: Pospischil (Wien) gegen Hampeis(Wien) unentschieden. em Muster auffällt, werden ebensowenig die kleinen Maserati der süddeutschen ungemeinschaft im Rennen mitsprechen konnen, da ihre Rundenzeiten über 11 Minuten lagen und viel zu hoch sind. Obwohl der erste Tag in der Hauptsache stets Kerzen= und Reifenproben, Vergasereinstellungen und sonstigen Ueberprüfungen der komplizierten Maschinen vorbehalten ist, fiel nach den ersten Eingewöhnungsrunden die Spitzenzeit schon wieder unter die 10=Minuten=Grenze. Die beiden Mercedes=Benz=Fahrer Manfred von Brauchitsch und Richard Seaman, die Spitzenfahrer des letztjährigen Großen Preises von Deutschland, waren es, die mit je 9:8,3 Min.— 137,2 Stdklm. eine Zeit herausfuhren, die im Vorjahr nur von Brauchitsch selbst und Herm. Lang im Training unterboten worden war. Ihnen folgte als bester Fahrer der Auto=Union Tazio Nuvolari mit 10:05,1 Min., eine Zehntelsekunde vor Europameister Rudolf Caracciola (135,7 Stdklm.). Herm. Müller(Auto=Union) und der Motorrad=Europameister Georg Meier (Auto=Union) kamen mit 10:16 bezw. 10:16,2 Min. über die Strecke. Hans Stuck und Ulrich Bilgalke, beide Auto=Union, waren noch etwas langsamer und auch der Sieger von Pau und Tripolis Herm. Lang, konnte am ersten Tag noch nicht die volle Leistungsfähigkeit seiner Maschine einsetzen. Die übrigen Fahrer blieben weit über der 11=Minuten=Grenze. Pünktlich 9 Uhr war die 22,8 Kilometer lange Nordschleife zum Training der Motorradfahrer freigegeben worden. Neben der USA.=Fabrikmannschaft vermißte man noch die beiden Belgier Didier(Sarolea) und Dickwall(Benelli) sowie den Engländer Thomas(Velocette), den Ueberraschungssieger im Hamburger Stadtparkrennen. Mit 11:29,3 Min. 119 Stdklm. fuhr Heiner Fleischmann auf der 350 ccm. Kompressor DKW. nicht nur die schnellste Runde des Tages, sondern übertraf damit auch ganz erheblich die Vorjahrsbestzeit von 11:40,4 Min. Doher Huntksieg für Eder Letzter Sportpalast=Kampftag nur ein Teilerfolg Es war natürlich klar, daß das Interesse des Berliner Publikums für den um ganze fünf Wochen hinausgeschobenen Schlußkampftag im Sportpalast nachgelassen hatte. Im ganzen gesehen hielt der Abend nicht das, was man sich von ihm versprochen hatte. So waren z. B. die einleitenden Kämpfe wenig dazu angetan, die Zuschauer in Stimmung zu bringen. Zunächst erhielt der nach 18 Monaten erstmals wieder im Ring erscheinende frühere Bantamgewichtsmeister Werner Riethdorf(Berlin) einen schmeichelhaften Punktsieg im Leichtgewichtskampf über den Berliner Danetzki nach vier Runden. Wenig sah man auch von unserem Ex=Schwergewichtsmeister Vinzenz Hower(Köln) in dem Sechs=Runden=Treffen gegen den Frankfurter Jost. Bei boxerisch schwachen Leistungen hatte Hower Mühe, zum Schluß ein Unentschieden herauszuholen. Im ersten der beiden Mittelgewichtskämpfe kam der von den Zuschauern lebhaft begrüßte Arno Przybilski zu einem klaren und verdienten Punktsieg über den Italiener de Laurentis(Mailand) über acht Runden. Den besten Eindruck machte in den Vorkämpfen der tapfere Walter Müller(Gera), der gegen den von Meister Eder. nur knapp besiegten Italiener Alessandrini ein schönes Unentschieden herausholen konnte. Nach der Pause kamen unser Weltergewichtsmeister Gustav Eder(Köln) und der für Turiello eingesprungene Kolonialfranzose Osmar Kouidri in den Ring. Der Algerier konnte in diesem ungemein spannenden Kampf unter Beweis stellen, daß der gute Ruf, der ihm durch seine Erfolge über Locatelli, Humery und Rebel voraufging, zu Recht bestand. Wenn er auch an der konzentrierten Kraft des bestens vorbereiteten Eder schließlich scheitern mußte, so zeigte der junge und schnellfüßige Franzose, daß er sein Handwerk versteht. Der Punktsieg unseres Meisters stand indes nie in Frage. Von den ersten Runden ab versuchte Eder seinen Gegner zu stellen. Kouidri aber reagierte so schnell. daß der Kölner zunächst keine Gelegenheit fand, seine Rechte ins Ziel zu schießen. Erst in der sechsten Runde erwischte er Kouidri schwer, doch das Trommelfeuer schwerster rechter Haken überstand er und unter dem Staunen der Zuschauer ging der Franzose, zwar klar angeschlagen, aber grinsend in seine Ecke. Das schwerste war für ihn jedenfalls überstanden, denn in den nächsten Runden leistete er wieder erstaunlich frisch letzten Widerstand, obwohl ihn unser Meister noch verschiedentlich durchschüttelte. Von den Zuschauern wurde der Sieg Gustav Eders sturmisch gefeiert. Deutsche Fußballelf gegen Irland Gauchel als Mittelstürmer Kommenden Dienstag, 23. Mai, erwartet die deutsche Fußball=Nationalmannschaft ihren näch. sten Länderspielgegner: Irland, und zwar in der Weser=Kampfbahn. Unser Aufgebot wird bereits bekannt. Nach dem Stuttgarter übungsspiel hat man sich für nachfolgende Elf entschieden: Jakob; Janes, Streitle; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Hahnemann, Gauchel, Schön, Arlt. Ersatzspieler sind: Flotho(BfL Osnabrück), Müsch(Troisdorf), Jakob(Hannover 96) und Hänel(BE Hartha). Unsere Auswahl für Dortmund wird am 24. Mai im Stadion Rote Erde in Dortmund ausgetragen. Die deutsche Auswahlmannschaft lautet hierfür: Klodt(Schalke 04); Müsch(Troisdorf), Immig(Karlsruher FV); Wollenschläger(Luftw.=SV Richthofen Gera) Nossek(Gleiwitz), Schedler(Ulm); Engelbracht (Hertha BSC), Gellesch(Schalke 04), Lenz(Borussia Dortmund), Schaletzki(Gleiwitz), Urban (Schalke 04). Ersatzspieler: Jürissen(Rot=Weiß Ober hausen) im Tor; Krüger(Westfalia Herne) al Verteidiger): Tibulski(Schalke 04) als Läufer Günther(Rot=Weiß Oberhausen) im Sturm. seiner Klasse. Seine Stallgefährten Petruschk. (116,9) und Hamelehle(111,1) folgten als die Nächstbesten der 350er=Maschinen mit Abstand Wenn auch mit einem Bruchteil langsamer als Fleischmann, so drehten die HalbliterBMW.=Kompressormaschinen von Kraus(118,7) und Gall(118,6) doch sehr ausgeglichene Runden, während Lommel(Breslau) mit der DKW. als bester Privatfahrer 113,3 Stdklm. schaffte Nun gegen Polen Deutsche Davispokalmannschaft in Warschan Nach dem überlegenen 5:0=Sieg über die Schweiz in Wien muß Deutschland in der zweiten Runde des diesjährigen Davispokalwettbewerbs gegen Polen in Warschau spielen. Die Begegnung findet vom Freitag bis zum Sonntag statt und wird von uns in der gleichen Besetzung bestritten, mit der die Schweiz bezwungen wurde. Roderich Menzel und Henner Henkel werden demnach im Einzel antreten, während im Doppel Henkellv. Metaxa unsere Vertreter sind. Für die Polen spielen Graf Baworowski, Hebda und Tloczynski. sicherer Sieger .. aber Krewer kampffreudigster Fahrer in Köln=Riehl Das Jubiläumsjahr der Radrennbahn in Köln=Riehl— die traditionsreiche Kampfstätte der Dauerfahrer besteht nun seit 50 Jahren— wurde am Himmelfahrtstage mit den Steherrennen um den„Goldpokal vom Rhein" über zweimal 50 Kilometer eröffnet. Leider beeinflußte ein gegen Mittag niedergehender Regenschauer den Besuch ungünstig; immerhin: es erschienen trotzdem gut 5000 Besucher die im Verlaufe der drei Rennstunden wiederholt Gelegenheit hatten, Paul Krewer, dem ältesten Teilnehmer des Rennens, für seine kämpferisch großartige Leistung zu applaudieren. Gesamtsieger des Rennens um den„Goldpokal vom Rhein“ wurde Weltmeister Erich Metze, der in beiden 50=Kilometer=Läufen sein überragendes Können klar unter Beweis stellte. Zu Beginn eines jeden Laufes wurde er zwar von Toni Merkens„geprüft", aber diese Prüfung bestand der Dortmunder glänzend. Wenn er sich auch zwischendurch einige„Schwimmerchen“ leistete, er war stets im Bilde, wenn es galt, die Spitze zu erobern oder zu verteidigen. Siebelhoff und Küster überrundeten das Feld Das große Rundstreckenrennen um die Dortmunder Kampfbahn Rote Erde für Berufsstraßenfahrer verfehlte am Donnerstag seine Werbung nicht. Prächtig in Form waren der Einheimische Siebelhoff und Küster(Köln), die schon zu Beginn des Rennens einen Ausreißversuch unternahmen, bei dem aber vorerst nur Siebelhoff Glück hatte. Küster ließ sich jedoch nicht entmutigen. Nach dem 50. Kilometer löste er sich wieder aus dem Gros des Feldes und jagte Siebelhoff nach, den er auch trotz eines Sturzes eingangs der Zielgeraden noch einholte. Im Spurt war ihm der Dortmunder überlegen. Kropp(Aachen) mit knappem Vorsprung Vor einer vieltausendköpfigen Zuschauermenge wurde am Himmelfahrtstage zum zweiten Male der„Grotze Preis von Velbert" durch zessiart Ueber 250 Fahrer aus Westdenzschlan, tellten sich dem Starter. Die Positionslampfe waren in beiden Klassen hart umstriten unt erst in der letzten Runde schälte sich eine Spitzengruppe heraus, aus der schließlich Jakob Kropp(Aachen) als Sieger hervorging. Idkowiak verläßt Westfalia Herne Der von Castrop 02 stammende Stürmer Idkowiak, der ein Jahr lang bei München 1860 wirkte und in der letzten Saison für Westfalia Herne spielte, hat nunmehr seinen Verein verlassen. Wo Idkowiak demnachst spielen wird. ist noch unbekannt. Bei Westfalia Herne wirkte im Spiel gegen SC Germania übrigens erstmalig der frühere Germania=Stürmer Behrendt mit, der für Westfalia eine wesentliche Verstärkung bedeutet und für die nächste Saison spielberechtigt ist. Behrendt wird dann als Rechtsaußen eingesetzt. Sroßer=Etsotg der so. Westsurensichtl. Relordbeteitigung aus ganz Westfalen. Hüttenverein Das kleine Städtchen Herdecke an den Ruhr, das in den nächsten Wochen die 200=Jahrfeier der Stadterhebung in seiner 1000jährigen Geschichte begeht, hatte am Himmelfahrtstage seinen großen Tag. Aus allen Teilen des Gaues Westfalen waren die besten Leichtathleten herbeigeströmt, um sich an der großen Westfalenstaffel Hohensyburg—Herdecke zu beteiligen. Diese bereits um 13. Male durchgeführte Leichtathletikveranstaltung hatte mit rund 1500 Teilnehmern einen Rekord zu verzeichnen, wie man es kaum erwartet hatte. Dies ist aber auch ein Beweis dafür, daß die Westfalenstaffel, wie Kreisführer Faust in seiner Begrüßungsansprache hervorhob. immer mehr Anklang findet. Die rührige Turn= und Sportgemeinde Herdecke hatte alles getan, um einen reibungslosen Ablauf der Staffeln sicherzustellen. Daß die vorgesehenen Zeiten aber nicht eingehalten werden konnten lag lediglich an der großen Beteiligung von 45 Pimpfenmannschaften, die weit mehr Zeit beanspruchte, als man vorgesehen hatte. Den Auftakt bildete der Sternlauf sämtlicher Teilnehmer zum Sportplatz Bleichstein, wo nach Begrüßungsansprachen des Vereinsführers von Gerdecke 63 und stellvertretenden Kreisführers Leisiner sowie von Bürgermeister Elsemann Kreisführer aust in einer kernigen Ansprache die 13. Westfalenstafsel eröffnete. Durch Lautsprecher wurden die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer durch den Kreisfachwart für Leichtathletik, Hermann Lukas, Hagen, über den jeweiligen Stand der einzelnen Läufe und der übrigen Konkurrenzen auf dem laufenden gehalten. Mit einiger Verspätung. die durch die verzögerte Ankunft einiger namhafter Mannschaften verursacht worden war, begannen die Staffelläufe der Jüngsten auf dem Sportplatz Bleichstein. Daran schloß sich die 4 mal 100 m Staffel der Männer über 32 Jahre. die eine Beteiligung von vier Vereinen aufzuweisen hatte. Der Polizeisportverein Recklinghausen konnte hier den ersten Platz vor Eintracht Hagen mit großem Vorsprung belegen. Dann kam der erste Lauf auf der Strecke zur Durchführung. Zunächst kam die Jugend zu Wort. Insgesamt 14 Mannschaften stellten sich dem Starter. Der VfL Bochum 48 hatte den besseren Durchschnitt und gewann auch verdient vor dem VfL Hagen, während Turnklub Gelsenkirchen und BS6 Hüttenverein Hörde dichtauf folgten. Die C=Klasse mit sechs Mannschaften verfügte über sehr gutes Läufermaterial. Schalke 96 gewann hier recht sicher vor Hagen 1860 und dem T V Schwertet: heide. In der B=Klasse gab es einen aufregenden Kampf zwilchen dem VfL Hagen und Spiel und Sport Menden 09. Der 10. Hagener Läufer, der ein ausgezeichneter Sprinter ist. bekam den Stab mit kleinem Rückstand und holte in prächtigem Stil ungefähr 10 m auf. Der 11. Länse- Gmalel:: 7 15, M#ardings wieder an BoDer Sport am Himmelfahrtstag. Am Himmelfahrtstage gab es nur verhältnismäßig wenig Fußballgesellschaftsspiele. Aus dem allgemeinen heraus steht das Treffen zwischen Eiserfeld 06 und Arminia Marten, das 4:4 endete. Marten war bis auf zwei Mann komplett und zeigte einen sehr guten Fußball. Die Elf hatte auch im Feldspiel einige klare Vorteile, mußte sich aber dennoch strecken, um das Spiel unentschieden zu gestalten. Wie stark Eiserfeld war, geht schon daraus hervor, daß sie immer 2 Tore im voraus lagen. Als stärkstes Bollwerk der Gäste erwies sich die Hintermannschamt mit Kronsbeim im Tor. Die Eiserfelder hatten ihre Stärke in dem ausgezeichneten Mittelstürmer Zeuner. In der 5. und 20. Minute ging Eiserfeld durch den Rechtsaußen Utsch und den Mittelstürmer Zeuner in Front. Der Ausgleich kam aber durch wundervolle Schüsse des Mittelstürmers Lieber. Nach dem Wechsel war es wieder Zeuner, der seine Mannschaft in Führung brachte und auch durch den Linksaußen Hartmann ein viertes Tor anreihen konnte. Runmehr ging Marten ganz aus sich heraus und erzielte aus einem Gedränge heraus den dritten und 5 Minuten vor Schluß durch den Linksaußen Zorhick das Ausgleichstor. Der Kampf war sehr hart, hielt sich aber im Rahmen des Erlaubten Der TV Eversberg führte am Himmelfahrtstage Pokalspiele durch, an denen sich neben dem Gastgeber noch Olsberg, Herdringen und Oeventrop beteiligten. Die erste Runde brachte folgende Ergebnisse: SpV Elleringhausen 31— TV Olsberg 5:1 SpV Herdringen— Sportgemeinde Oeventrop 0:1 Im Spiel zwischen Herdringen und Oeventrov gelang es Oeventrov. durch ein Mißverständnis der Verteidigung eine Minute vor Schluß das siegbringende Tor zu erzielen. Im Endspiel standen sich dann Elleringhausen und Oeventrop gegenüber, das die Elleringhauser glatt mit 3:0 gewinnen konten. Beim Stande von 2:0 verschoß Oeventrov einen Elfmeter. Elleringhausen war aber die bessere Mannschaft und konnte den Pokal verdient an sich bringen Gesellschaftsspiele Postsport Hagen— Postsport Dortmund BfB Reichsb. Brügge— Germ. Hagen=Eilpe Tus Herscheid— SpBa Plettenberg 11 Res. RSV Eiserfeld 68— Arminia Marten BV Netphen— Spö Dreistiefenbach Tad Altenhagen— BsL Schwerte Eintracht Siegen— Burg Herborn SpV Gernsdorf— Germania Salchendorf SpSp Menden 99— SpP Rünte Bannspiele der Jugend Fußball: Bann 264 Arusberg— Bann 135 andball: DSC Hagen(Bann 135)— *# Spelin 5:•2 3:2 1:7 4•4 3:4 5:5 0:0 2:3 3:5 Dortmund gewinnt in der den ein, doch war es dann Schewe, der unwiderstehlich davonzog und seine Mannschaft wieder in Front brachte. Die letzten drei Läufer vom VfL Hagen liefen auf der Bahn und schließlich fiel der Endsieg mit ungefähr 30 m vor Menden 09 an die Hagener. Die größte Beachtung fand naturgemäß der Start der =Klasse. Es war vorauszusehen, daß der Hüttenverein Dortmund und Eintracht Dortmund nur für den Endsieg in Frage kamen. Den Vorsprung der Eintrachtler konnte der bekannte Läufer Bienhold vom Hüttenverein glatt aufholen gegen Kallweit von Eintracht Dortmund. Bis zum Schluß gaben die Leute vom Hüttenverein auch die Führung nicht mehr ab und hatten am Ziel einen Vorsprung von fast 80 m. Den dritten Platz belegte noch der RAD XX Dortmund. Selbst so gute Mannschaften wie der OsV Hörde und der Luftwaffensportverein Güterslohn konnten sich hier nicht zur Geltung bringen. Legge lief auf der 1000 m Strecke für den VfL Bochum zwar ein fabelhaftes Rennen u. holte glatt 120 m Rückstand auf. doch genügte es nicht mehr. um entscheidend in den Gang der Ereignisse einzugreifen. Der Nachmittag war ausgefüllt mit Einzelkämpfen, wo vor allem die Läufe die Hauptanziehungskraft ausübten. Bei der großen Beteiligung waren hier Vorläufe bezw. Vorkämpfe nötig. um das Feld etwas zu sieben. Für den 100 m Endlauf qualifizierten sich Maller (RE Iserlohn). Henkemeyer(VfL Bochum). Rademacher (BfL Hagen) und Mikoleit(Tklb. Gelsenkirchen), die auch in dieser Reihenfolge einliefen. Die 200 m Endausscheidung sah den Hagener VfLer Schäfer in der guten Zeit von 23.7 in Front. während Gemming (Edelstahlwerke Dortmund) mit 24.0 Sek. an zweiter Stelle landete. Die 400 m belegten die beiden Schalker Deckert und Merten vor Mettenbörger(Hagen 1860). Die 800 m brachte Makowiak(Hüttenv. Dortmund) sicher nach Hause. Im 1500 m Lauf siegte der bekannte Läufer Legge von VfL Bochum in einem scharfen Kampf gegen Fischer von der SA=Standarte Hamm. Wille(Menden 09) kam hier auf den vierten Rang. Im 5000 m Lauf zeigte Bartscher von Lüdenscheid 08. daß er sich stark verbessert hat. Der Gütersloher Vollmer hatte alle Mühe, seinen Verfolger abzuschütteln, der aber mit nur 3 Sekunden Rückstand durchs Ziel gehen konnte. Die 4 mal 100 m Staffel war den VfL'ern aus Hagen nicht zu nehmen. Menden 09 kam hier nur auf den zweiten Platz. Die Olymvische Staffel sicherte sich nur äußerst knapp der Hüttenverein Dortmund vor dem Luftwaffensportverein Gütersloh. Im Speerwerfen stellte Rote Erde Iserkohn den Sieger. Kipp kam auf 58.88 m und ließ Reinhold(Lüdenscheid 08) und Korzikowlk Eintracht Dortmund), die beide auf 30.80 m kamen. klaf hinter sich. Im Kugelstoßen warf Knoll(Polizei Recklinahausen) eine Weite s von 13.06 m. während Richter(RE Iserlohn) nur auf 11,99 m kam. Den vierten Platz belegte Seimetz(Menden 09) mit einem Zentimeter Vorsprung vor Emmert (RE Iserlohn), dem sich Reinert von Jahn Schwerterheide mit einem Wurf von 11.69 m anschloß. 2o enting(Bann 143) 1:5 18:5 Ein tragisches Geschick verursachte das Ausscheiden des Ofs Altena aus der Bezirksklüsse. Nachdem in der Staffel Siegerland der Bezirksklasse nunmehr die Meisterschaftsspiele restlos beendet sind, verlohnt es sich wohl, einmal Rückschau zu halten über die abgelaufene Saison. Hervorstechendste Merkmale sind hier, daß einerseits die Siegener Sportfreunde ganz überlegen die Staffelmeisterschaft an sich bringen konnten, während auf der anderen Seite der VfB Altena durch ein tragisches Geschick zum Ausscheiden aus der Bezirksklasse gezwungen wurde. Dabei war die Mannschaft der Alteaner garnicht einmal so schlecht, wie dies die einzelnen erzielten Ergebnisse deutlich beweisen. Den Ursachen, woran es gelegen hat, daß die Elf nach einjährigem Gastspiel in der Bezirksklasse in der nächsten Saison wieder in der 1. Kreisklasse von vorne anfangen muß, nachzuforschen, ist nicht unsere Aufgabe. Wir wollen nur einmal die einzelnen beteiligten Mannschaften der Siegerlandstaffel etwas unter die Lupe nehmen und ihr Können gegeneinander abwägen. Dabei kommt man zu der Feststellung, daß früher so starke Mannschaften wie Klafeld Geisweid und auch Eiserfeld 06 nicht die Rolle zu spielen vermochten, die man ihnen bei Beginn der Meisterschaft zugetraut hate. Es mag für den BfB Aktena ein kleiner Trost sein, daß auch der zweite Neuling Eintracht Siegen das Geschick nicht abzuwenden vermochte und gleichfalls versuchen muß. sich wieder einen Platz an der Sonne zu erkämpfen. Beiden Mannschaften ist nur anzuraten, nicht durch das Ausscheiden aus der Bezirksklasse nun den Kopf hängen zu lassen, sondern mit frischem Mut an die neue Aufgabe heranzugehen. Durch die Herausnahme von Hagen 72 und dem DSC Hagen aus der Siegener und Ueberführung in die Sauerlandstaffel war das Feld der Mitbewerber in der Siegerlandstaffel auf neun Vereine verringert, von denen nach der Spielordnung zwei Mannschaften absteigen mußten. während in der Sauerlandstaffel bei elf beteiligten Mannschaften insgesamt drei dazu verurteilt waren, den Gang in die 1. Kreisklasse anzutreten. Die Siegener Sportfreunde konnten mit großem Vorsprung der Staffelmeisterschaft entgegensteuern, denn keine einzige Mannschaft vermochte der ausgezeichneten Elf eine Niederlage beizubringen, wenn auch die Ergebnisse hin und wieder etwas knapp für den Meister ausfielen.. Wir denken dabei an die Begegnung in Klafeld Geisweid und an den einzigen Punktverlust, den die Meistermannschaft in Weidenau am 12. Februar durch das erzielte Unentschieden von 2:2 erlitt. Das ausgezeichnete Torverhältnis stellt den Vereinigten aus Siegen ein glänzendes Zeugnis ihres schußgewaltigen Sturmes aus, denn im Durchschnitt wurden in jedem Sviel vier Tore erzielt. Auch haben die Siegener von allen beteiligten Mannschaften dieser Stafel das niedrigste Torverhältnis, auch ein Beweis dafür, daß die Hintermannschaft auf der Höhe ist. Mit weitem Abstand folgt der VfB Weidenau an der zweiten Tabellenstelle, der aber nicht im entferntesten an das großartige Können des Staffelsiegers herankam. Zwar führten sich die Weidenauer bei Beginn sofort mit einem zahlenmäßig hohen Siege, allerdings über den Neuling Siegen, dem späteren Abstiegskandidaten, gut ein, doch wurde dieser Eindruck durch die hintereinander folgenden unentschieden ausgelaufenen und verloren gegangenen Begegnungen etwas getrübt. Erst nach dem glänzenden Achtungserfolg über die Siegener Sportfreunde ging es wieder merklich bergauf. Bis dahin hatte man aber schon die nötigen Punkte gesammelt, um wenigstens hinter dem Staffelsieger rangieren zu können. Interessant ist allerdings, daß sowohl die Weidenauer wie auch Tus Eiringhausen, an dritter Tabellenstelle auf Grund des besseren Torverhältnisses vor Olpe liegend. im Kampf mit den Neulingen aus Altena bezw. Siegen wichtige Punkte lassen mußten. Eiringhausen hatte einen ganz guten Start und zeigte auch bis zum ersten Treffen gegen die Siegener Sportfreunde ein ganz annehmbares Konnen. Diese erste Niederlage scheint den Eiringhausern wohl etwas in die Glieder gefahren zu sein, denn prompt verloren sie hintereinander ihre Begegnungen gegen Eiserfeld, Altena und Weidenau= und konnten zwischendurch lediglich das Treffen gegen Altenseelbach torlos. gestalten. Im großen und ganzen war ihre Spielstarte recht unterschiedlich, denn ausgerechnet gegen nicht besonders starke Gegner mußte man Punkteinbußen hinnehmen. Das erzielte Torverhältnis langte aber immerhin noch, um sich bei gleicher Punktzahl vor Olpe an die dritte Stelle zu setzen. Für die Spielvereinigung Olpe war der Beginn nicht gerade sehr erhebend. denn ausgerechnet gegen den später zum Abstieg verurteilten Neuling aus Siegen kam man über ein 2:2 nicht hinaus. Beachtlich war im weiteren Verlauf der Meisterschaftsspiele das verdiente Unentschieden auf dem gefährlichen Weidenauer Gelände. Nach Beendigung der Meisterschaftssaison standen den sechs errungenen Siegen ebenso viele Niederlagen gegenüber. Insgesamt viermal trennte man sich mit einem Unentschieden. Für das 2:2 in Siegen gegen die Einteachtler in der ersten Serie nahm man allerdings im Rückspiel zu Hause bittere Revanche, wie überhaupt auffällt, daß die Olper auf vertrautem Gelände einen achtbaren Gegner abgaben. In Olpe. das war allgemein bekannt, hingen die Punkte sehr hoch. Nach den knappen Erfolgen gegen den VfB Altena in Altena hatte man anscheinend das Rennen vorzeitig aufgesteckt, denn es gab nur noch Niederlagen. Gegen Altenseelbach wurden die Punkte im Rückkampf kampflos gewonnen. Die Spielvereinigung Altenseelbach selbst kämpfte mit wechselnden Erfolgen; neben zahlenmäßig hohen Siegen mußte man auch ebenso hohe Niederlagen einstecken. Verschiedentlich war auch etwas Pech dabei, daß man bei sechs.unentschieden ausgelaufenne Begegnungen nicht den Siegestreffer anbringen konnte. Immerhin genügten aber die Pluspunkte, um sich noch ein weiteres Jahr in der Bezirksklasse zu halten. Die früher so gefürchtete Spielvereinigung Klafeld Geisweid konnte in der abgelaufenen Meisterschaftssaison nicht so recht befriedigen. Zeitweise war die Mannschaft arg in Nöten und verdankte es nur ihrem guten Torverhältnis, daß man diesmal noch mit einem blauen Auge davonkam und der Abstieg nicht Tatsache wurde. Wohl verstand es der Sturm genügend Tore zu treten, doch zeigte die Hintermannschaft bedenkliche Schwächen. Der Start war wenig verheißungsvoll, denn gegen Altena verlor man glatt, um sich gegen den künftigen Staffelmeister aus Siegen daheim recht ehrenvoll aus der Affäre zu ziehen. Die Siegener kamen nur zu einem recht mageren 1:0Erfolg. Das Rückspiel jedoch ging reichlich hoch an die Sportfreunde. Kurz vorher mußte der BfB Altena in Klafeld eine gleich hohe Niederlage hinnehmen, womit der schlechte Eindruck aus dem Spiel der ersten Serie mehr als wettgemacht wurde. Die Mannschaft des BfB Weidenau scheint den Klafeldern gelegen zu haben, denn im Hinspiel konnte man in Weidenau ein verdientes Unentschieden buchen, um im Rückspiel in einem torreichen Treffen ganz knapp zu unterliegen. Beide Begegnungen gegen Eiringhausen konnten zu keinem Siege ausgewertet werden. Die Altenseelbacher mußten sich in der ersten Serie mit einem Unentschieden zufrieden geben und wurden sogar im Rückkampf erbarmungslos niederegekantert, als es für die Klafelder schon brenzlich wurde. RSV Eiserfeld 06 hatte lange Zeit hindurch das Schlußlicht der Tabelle gebildet, so daß nur noch wenig Hoffnung bestand, sich den Verbleib in der Bezirksklasse zu sichern. Nicht eine einzige Begegnung in der ersten Serie wurd gewonnen und nur drei magere Unentschieden gegen Altenseelbach. Altena und Eintracht Siegen brachten die drei ersten Punkte. Sämtliche Auseinandersetzungen mit den vorgenannten Vereinen nahmen auch im Rückkampf einen unentschiedenen Ausgang. Am Schluß war man heilfroh, daß das Torverhältnis eine Kleinigkeit bessre war als das des BfB Altena. In der neuen Saison wird man allerdings schon mehr zeigen müssen, denn sonst könnte der Abstieg bittere Wirklichkeit werden. Ueber den VfB Altena ist eingangs schon das wesentlichste berichtet worden. Bis zum Schluß hatte man die Hoffnungen noch nicht aufgegeben. Das Glück war aber gegen sie, denn am entscheidenden Sonntag gewannen die Eiserfelder ganz wider Erwarten in Olpe, wo bekanntlich nur schwer Punkte zu holen waren, klar. Da half auch der Sieg der Altenaer daheim über Eintracht Siegen nichts mehr. Der Rechenschieber entschied schließlich das Schicksal des BfB Altena. Die Pluspunkte für Eintracht Siegen resultierten aus drei gewonnenen Treffen gegen Altena, Altenseelbach und ausgerechnet gegen Eiringhausen und aus fünf unentschiedenen Begegnungen mit Olpe. Eiserfeld im Hin= und Rückspiel, Weidenau und Klafeld Geisweid. Interessant ist das Torverhältnis der Eintrachtler, die genau die doppelte Anzahl von Gegentoren hinnkhmen mußten wie sie selbst erzielen konnten. Der besseren Uebersicht halber lassen wir nachstehend noch einmal die amtliche Schlußtabelle folgen: BC Sportfreunde Siegen 16 PfB Weidenau Tus Eiringhausen SpVg Olpe SpVg Altenseelbach SpVg Klafeld Geisweid RSV Eiserfeld 06 BfB Altena BE Eintracht Witten e e l r u l l d A h e t a l u n. Riesen im deutschen Wald Wunderbar der Anblick eines Baumriesen, der den Stürmen von Jahrhunderten trotzte und alle Fährnisse überstand. Bei Ivenack in Mecklenburg steht so ein Riese, eine Eiche, die 31 Meter hoch ist und einen Umfang von zwölf Meter besitzt. Rund 1300 Jahre ist sie alt. Einige Konkurrenz macht ihm die stärste deutsche Buche bei Klein=Glievitz im Kreise Waren, die einen Umfang von 9.60 Meter erreicht.— Diese Riesen haben sicher eine Menge erlebt! Eins ist an ihnen vorübergegangen: der durch Leichtfertigkeit des Menschen hervorgerufene Waldbrand! Mit den Gefahren der Natur wird ein kräftiger Baum immer fertig, hilflos ist er aber gegen den Unverstand der Menschen, im Wald zu rauchen oder Feuer anzuzünden. Wer aus Dummheit oder Leichtsinn den deutschen Wald bedroht, hat keine Entschuldigung zu erwarten. Rauchen im Walde ist immer gefährlich, die Bäume sind wehrlos, ein verkohlter Stamm ist zu nichts mehr nütze. Leistungsprüfungen in Hamm Hamm. Aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Vereins zur Förderung der Zucht und der Pferde im Gau Arnsberg mit seinem Sitz in Hamm, eines der ältesten Rennvereine Deutschlands überhaupt, bringt der Provinzialverband westfälischer Zucht=, Reit= und Fahrvereine am 1. und 2. Juli 1939 in Hamm sein 12. Provinzialturnier zur Durchführung. Diese Provinzial=Leistungsprüfungen, die einen Ueberblick über den augenblicklichen Stand der Leistungsfähigkeit des westfälischen Warmblutpferdes geben sollen, sind seit langem wieder mal nach der zentral in Westfalen gelegenen Stadt Hamm verlegt worden. Auch das diesjährige Provinzial=Turnier soll einen umfassenden Ueberblick geben über die in den Vereinen geleistete Arbeit, nachdem das im vorigen Jahr für Warnsdorf vorgesehene Turnier aus veterinärpolizeilichen Gründen nicht durchgeführt werden konnte. Die Turnierleitung liegt in Händen des„Provinzial=Verbandes westfälischer Zucht=, Reit= und Fahrvereine", Münster i. W., Engelstr. 43. Die Pferde gingen durch Schreckensfahrt eines Fünfjährigen Baumholder. Hier kletterte ein fünfjähriger Junge auf ein Fuhrwerk, das unbeaufsichtigt auf der Straße stand. Der Junge nahm die Peitsche und schlug auf die beiden Pferde ein, die plötzlich durchgingen. In wildem Galopp raste das Gespann durch die Straßen. Vergeblich versuchten Passanten, die scheu gewordenen Tiere aufzuhalten. Der Schreckensfahrt wurde schließlich durch einen Gartenzaun ein Ende bereitet, den die Pferde umrannten. Während erheblicher Sachschaden angerichtet wurde und auch die Tiere verletzt wurden, blieb es für den Knirps, der hilflos auf dem Wagen hin und her geschleudert wurde, bei dem Schrecken. 10 000 RM. veruntreut Schwerte. Bei Werries verunglückte nachts ein Lehrjunge mit einem Motorrad. Im Laufe der Untersuchungen ergab sich, daß der Lehrsunge zusammen mit zwei anderen Angestellten ihres Betriebes ihren Betriebsführer, einen Kaufmann aus Rhynern, seit Jahren bestohlen haben. Es handelt sich vorzugsweise um Butter, Eier und Käse. Der Kaufmann schätzt den Gesamtverlust, den er durch seine ungetreuen Angestellten erlitten hat, auf rund 10000 RM. * Bochumer Schauspiel gastiert an der Universität Münster Bochum. Die Universität Münster hat das Bochumer Schauspiel eingeladen, mit Goethes Schäferspiel„Die Laune des Verliebten", das anläßlich der Gründung der Westfälischen Schauspielschule zur Uraufführung gebracht wurde, innerhalb der sommerlichen Festveranstaltungen der Universität zu gastieren. Die Aufführung soll im Hof der Universität Münster stattfinden und mit den Aufführungen von Musikwerken aus der gleichen Zeit verbunden werden. Das Gastspiel wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Juni stattfinden. Klaus Nettsträter dirigiert das Sudetendeutsche Philharmonische Orchester Bochum. Anläßlich des Tages der Deutschen Kunst gastiert das Sudetendeutsche Pihlharmo= nische Orchester am 15. und 16. Juli mit zwei Konzerten unter seinem früheren Leiter, dem jetzigen Bochumer Generalmusikdirektor, Klaus Nettsträter, in München. Zwei Brände in einer Nacht Hattingen(Ruhr). Wenige Stunden hintereinander entstanden in der alten Ruhrstadt Hattingen zwei Brände, die nicht unerheblichen Schaden anrichteten und bei denen jedesmal die Feuerlöschpolizei eingreifen mußte. Das erste Schadenfeuer entstand in dem Kirchmeierschen Hause auf der Hüttenstraße, wo die vierte Etage in Flammen stand und der Dachboden. Hier war der Sachschaden nicht unbedeutend. — Das zweite Feuer brach drei Stunden später in einem Kohlenschuppen am Hattinger Güterbahnhof aus. In diesem Falle brannte der Schuppen vollständig nieder. Nemuntir, Baren und Beitomaste Streiflicher von den Reichsmusiktagen in Düsseldorf Düsseldorf. Der erste Kammermusikabend und das zweite Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage in Düsseldorf gaben, ihrer Bestimmung gemäß unabhängig von Stilrichtung und Alter des einzelnen Komponisten allein das echte Können zu fördern, ein eindrucksvolles Bild von der Reichhaltigkeit der verschiedenartig künstlerischen Bestrebungen und Persönlichkeiten im gegenwärtigen deutschen Musikleben. Von Kammermusikwerken, die im kleinen Haus der Städt. Bühnen durch die Bläservereinigung des deutschen Opernhauses in Berlin und des Stroß=Quartetts, sowie von Kammersänger Arno Schellenberg und Professor Raucheisen dargeboten wurden, spürt ein uraufgeführtes Bläserquintett von Franz Woedl mit gemütvoller Empfindung den klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten der Instrumente nach, während Hugo Rasch in acht ausgewählten Liedern an die große Tradition des romantischen Liedschaffens pietätvoll anknüpft und der Ostmärker Egon Kornauth den klassisch=romantischen Kammermusikstil in der Form des Streichquartetts mit persönlichem Ausdruckswillen pflegt. Auch im zweiten Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage, das am Dienstag abend in der gutbesetzten Tonhalle stattfand, traten zunächst die zwischen romantischer Ueberlieferung und neueren Formbestrebungen vermittelnden Kräfte hervor, wie in dem einleitenden Adagio und Scherzo von Gustav Schlemm und dem improvisatorisch gelockerten Konzert für Oboe und Orchester(Werk 68) von Erich Anders. in dem sich Baptist Schlee als Solist auszeichnete. Die bedeutsamen Gegenkräfte einer an der Barockmusik geschulten Ausdrucksweise brachte dann die Uraufführung eines Konzerts für Saiteninstrumente von dem Intentanten des Gothaer Landestheater Otto Wartisch zu eindringlicher Geltung. Aus der Form des Concerto großo erwachsen, stellt sich das dreisätzige Werk in seinem letzten Teil als eine bewußte Huldigung an Bach dar. Die klarlinige Bewegungsfreude der schnellen Sätze, die einen getragenen umschließen, fanden besonders bei der zahlreichen anwesenden Jugend lebhaften Widerhall. Aus deren Reihen ist der junge Komponist Cesar Bresgen hervorgegangen, dessen Mayenkonzert für konzertantes Klavier und kleines Orchester einige alte Volkslieder und Naturmotive unterhaltsam variierte. Hermann Drews erspielte sich mit dem poesievollen Klavierpart einen persönlichen Erfolg. Ganz in die Bezirke einer sinfonisch nur locker verkleideten Volksmusik führten die abschließenden Hamburger Humoresken für Orchester von Hans Uldall, deren derbe Lustigkeit einen Wiederholungserfolg auslöste. Die Durchführung des ansprechenden Abends war dem Städt. Orchester Essen übertragen worden, das unter der anfeuernden klaren Leitung Albert Bittners sich selbst und den Komponisten starken Beifall erspielte. Mit Faben unter einer Deue Wegen Devisenvergehens verurteilt— Er hatte„keine gelesen". Aachen. Was es auf sich hat, wenn man sich mit Juden einläßt, dafür mußte eine heilsame Lehre ein bisher noch unbestrafter 58jähriger Aachener entgegennehmen, der sich jetzt mit zwei Juden vor dem Schöffengericht in Aachen zu verantworten hatte. Der Aachener pflegte schon einmal einen Ausflug in die benachbarten belgischen Orte zu machen. In einer Gaststätte wurde er eines Tages von dem Besitzer, einem Holländer, angesprochen, ob er nicht behilflich sein wolle, einem„Prediger“, der Aachen besuchen wolle, den richtigen Weg zur Grenze zurück zu zeigen. Als„Sicherung“ erhielt er den abgerissenen Teil einer Ansichtskarte der Gaststätte, während der„Prediger“ den anderen Teil als Ausweis dann vorlegen sollte.„Ich habe damals keine Zeitung gelesen“ so erklärte der Angeklagte wörtlich in der Verhandlung, und das scheint auch zu stimmen, denn sonst wäre ihm sofort verdächtig gewesen, daß man ihn mit den von dem Gaststättenbesitzer vorgebrachten Mätzchen in eine illegale Menschenschmugglerorganisation einreihen wollte. Tatsächlich kam es auch so, denn eines Tages tauchten bei ihm zwei Juden auf, und deponierten bei dem Aachener unter Nennung des verabredeten Losungswortes„Armand“, schon mal größere Geldbeträge.„Armand“ selbst tauchte auch eines Tages auf und entpuppte sich als der 26jährige Amsterdamer Ghettojude Moses Belinfant der eine Reise zu seinen in Köln wohnenden Schwiegereltern durch Verdienst beim illegalen Menschenschmuggel verdienen wollte. Von einem Kölner Juden Leo Israel Simons erhielt er 1600 RM, die für den Schmuggel von sechs Juden bestimmt sein sollte. Darunter befand sich auch die Kölner Jüdin Edith Sarah Bier, die aber über die Grenze entweichen konnte, während Belinfante und Simons erwischt wurden. Bei dem Aachener waren 1240 RM deponiert worden, die dieser später an einen Ausländer gegeben hatte, nachdem er 15 RM als„Provision" abgezogen hatte. Weitere 1200 RM konnten noch sichersollten. Darunter befand sich auch die Kölner verurteilte den Aachener wegen vorsätzlichem Devisenvergehens zu sechs Wochen Gefängnis und 1000 RM Geldstrafe. Der Jude Moses Belinfante erhielt wegen Beihilfe zum versuchten Devisenvergehen sieben Wochen Gefängnis und 800 RM Geldstrafe, während der Jude Simons zu zwei Wochen Gefängnis und 500 RM Geldstrafe verurteilt wurde. 710 Jahre Kommerner Aus der Nordeifel. Zu den malerischsten Bauwerken des am Rande der Nordeifel gelegenen Ortes Kommern gehört die gleichnamige Burg, die nach den chronistischen Aufzeichnungen erstmalig im Jahre 1129 erwähnt wird, in diesem Jahre also auf ein 710jähriges Bestehen zurückblicken kann. Im Laufe der Jahrhunderte hat sie durch bauliche Veränderungen und durch die parkartige Ausgestaltung ihrer engeren Umgebung manches von ihrem früheren burgartigen Charakter eingebüßt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß ihre Geschichte mit der Geschichte der Ortes Kommern aufs engste verbunden ist. Die Burg Kommern gehörte früher zu den Besitzungen der Grafen von Armeberg, deren Stammschloß auf dem Aremberg(Kreis Ahrweiler) stand. Das Geschlecht derer von Aremberg wurde im Jahre 1644 von Kaiser Ferdinand III. in den Herzogsstand erhoben. Im Jahre 1798 fand die reichsfreie Herrschaft der Aremberger auf Burg Kommern ihr Ende. Provision erst nach Abschluß fällig Köln. Ein Darlehnsvermittler hatte in Erfahrung gebracht, daß eine Frau ein Darlehn von 20000 RM. suchte. Er wandte sich an eine Versicherungsgesellschaft, die sich bereiterklärte, dieses Darlehn unter bestimmten Voraussetzungen zu gewähren. Für diese Tätigkeit beanspruchte der Vermittler= eine Provisionsgebühr. Dieses war jedoch von der Gesellschaft abgelehnt worden, da es nicht zum Abschluß des Darlehnsvertrages gekommen war, weil der Geldsucherin die Rückzahlungs= und anderen Bedingungen nicht zusagten. Nach§ 652 BGB. ist es Voraussetzung für den Anspruch auf Maklerlohn, daß der Darlehnsvertrag tatsächlich zustande kommt und das Darlehn wirklich hingegeben worden ist. Allerdings konnte die Fälligkeit einer Provision auch für den Fall verabredet werden, daß der Darlehnsvertrag nicht zum Abschluß gelangt ist. Dies sei aber üblicherweise nicht der Fall und sei auch hier nicht vereinbart worden. 9100 RM. veruntreut Düsseldorf. Die mit der Führung der laufenden Geschäfte der Spar= und Darlehnskasse in Hackenbroich bei Neuß beauftragte Ehefrau Peter Becker hatte von Anfang Januar 1936 bis Ende 1938 nach und nach von Sparern eingezahlte Gelder nicht in die Kasse gelegt, in anderen Fällen höhere Geldbeträge zwecks Zahlung laufender Rechnungen aus der Kasse entnommen, aber die Rechnungen nicht bezahlt, dann hatte sie auf von ihrem Vorgesetzten bereits unterschriebenen Blankoschecks verschiedene Summen eingetragen, das Geld abgehoben und wie die übrigen Beträge für sich verwendet. Als die Sache entdeckt wurde, hatte sie 9100 RM veruntreut. Sie erschien deshalb vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf, wo sie geständig war und zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis und 1000 RM Geldstrafe verurteilt wurde. Sicherungsverwahrung für unverbesserlichen Betrüger Düsseldorf. Das Düsseldorfer Schöffengericht verurteilte den 56jährigen Wienand Langen wegen Betrugs im Rückfall zu zwei Jahren Zuchthaus und ordnete die Sicherungsverwahrung an, da er bereits wegen Diebstahls, Unterschlagungen und Betrugs im ganzen zwanzigmal vorbestraft ist. Langen, ein Gewohnheitsverbrecher, hatte, obwohl er völlig zahlungsunfähig war und bereits den Offenbarungseid geleistet hatte, für 220 RM Oel, angeblich für seinen Lieferwagen gekauft und Wechsel in Zahlung gegeben. Die Wechsel platzten und die Pfändung blieb fruchtlos. Das Oel hatte er sofort nach Lieferung schleunigst weiterverkauft. Von der Lokomotive getötet Das gerichtliche Nachspiel Köln. Gegen 7 Uhr morgens am 5. Januar ds. Is. wollte ein Kohlenfuhrwerk hinter dem Bahnhof Kalscheuren über die Gleise fahren. Die Schranken waren nicht geschlossen. Eine von Kierberg kommende Rangierlokomotive bemerkte bei dem diesigen Wetter das Fuhrwerk nicht und erfaßte es. Lenker und Pferd wurden auf der Stelle getötet, der Wagen gänzlich zertrümmert. Der Schrankenwärter wurde in Haft genommen, die Ermitlungen später auch gegen einen Beamten der Station Kalscheuren aufgenommen. Beide standen wegen fahrlässiger Tötung vor dem Verkehrsschöffengericht Köln. Der Schrankenwärter ließ sich dahin ein, er wäre kurz vor 7 Uhr in seine Bude gegangen, weil die sonst um 6,28 Uhr fällige Lokomotive noch nicht durchgefahren war, also, wie manchmal, ausgefallen sei. Der Stationsbeamte erklärte, die Lokomotive habe am 5. Januar Verspätung gehabt. Um 6,45 Uhr sei von Kirberg das Läutesignal über deren Abfahrt ertönt. Dies habe der Schrankenwärter hören müssen. Außerdem habe er zwei Minuten vor der Durchfahrt das Einfahrtsignal gegeben, das bei der geringen Entfernung von 100 Meter der Schrankenwärter habe sehen müssen. Das Gericht gründete sein Urteil auf die Aussagen eines Sachverständigen. Der Schrankenwärter habe sich in erster Linie nach dem Fahrplan zu richten, alles andere, wie Abläuten, Einfahrtsignal seien nur Hilfsmittel für ihn. Pflicht des Schrankenwärters sei es, sich durch Rückfrage auf der Station zu erkundigen, wo ein fälliger Zug sich befinde. Der Stationsbeamte hätte den Schrankenwärter noch eigens verständigen müssen, aber diese Unterlassung sei nicht ursächlich für den Unfall. Der Schrankenwärter wurde zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, der Stationsbeamte freigesprochen. Wenn Kinder auf der Straße Ball spielen Köln. Die Unsitte, daß Kinder auf der Straße Ball spielen, hat wieder einmal ein Todesopfer gefordert. Ein sechsjähriger Knabe hatte auf der Vitalisstraße am Rande der Fahrbahn Ball gespielt, wobei er plötzlich von einem Autobus angefahren wurde. Die schweren Verletzungen, die das Kind davongetragen hatte, führten bald darauf seinen Tod herbei. Eltern, laßt euch diesen traurigen Vorfall wieder zur Mahnung dienen, die Kinder nachdrücklichst anzuhalten, nicht auf der Fahrbahn zu spielen. Petri=Heil Siegburg. Zwei Berufsfischer aus Bergheim im Siegkreis hatten beim Fischfang in der Siegmündung letzter Tage besonderes Glück. Zu ihrem größten Erstaunen fanden sie im Netz einen 17 Pfund schweren Salm. Seit langen Jahren ist ein solch stattlicher Fisch nicht mehr in der Sieg gefangen worden, und man kann sich vorstellen, wie die glücklichen Petrijünger beneidet wurden. Ehrenpatenschaften der Stadtverwaltung Aachen für Kinder kinderreicher Familien Aachen. Die Stadtverwaltung Aachen wird in Zukunft für jedes vierte und weitere Kind aller lebenstüchtigen, in geordneten Verhältnissen lebenden, politisch einwandfreien Familien eine Ehrenpatenschaft und damit eine Betreuung des Patenkindes bis zum Eintritt der Großjährigkeit oder bis zum Abschluß seines Studiums übernehmen. Die Verwaltung behält sich vor, auch bei anderen Kindern einer Familie die Patenschaft zu übernehmen, wenn die Voraussetzungen dafür besonders günstig liegen, auch wenn in einer solchen Familie weniger als vier Kinder vorhanden sind. Die ersten Ehrenpatenschaftskinder sollen aus dem seit dem 1. 1. 1939 in Aachen geborenen Nachwuchs genommen werden. Die Aufwendungen für sie und ihre Nachfolger fließen aus einem dafür bei den Stadt gebildeten und alljährlich aus dem Haushalt gespeisten Fonds. Eigenartiger Motorradunfall Wesel. Zu einem eigenartigen Motorradunfall kam es auf der Brüner Landstraße bei Wesel.— Ein Reh, das über den Fahrdamm wechseln wollte, lief direkt in das Motorrad Der Fahrer, der 36 Jahre alte Buchhalter Neuhöfer aus Brünen, trug schwere Verletzungen davon, denen er inzwischen erlegen ist. Er hinterläßt Frau und fünf Kinder. Mörder Bos wird auf seinen Geisteszustand beobachtet Münster. Wie berichtet, ermordete am 2. April der holländische Staatsangehörige Peter Bos seinen Landsmann Jakob van Damen in dem Dorf Vellern bei Beckum, wo beide in der Landwirtschaft beschäftigt waren. Mittäter war der 22jährige Holländer Peter Kuiper. Der Haupttäter Bos befindet sich zurzeit zur Beobachtung seines Geisteszustandes in der Beobachtungsabteilung des Zuchthauses in Münster. Wie, die von der deutschen und holländischen Kriminalpolizei in Deutschland und land durchgeführten Ermittlungen inzwischen ergeben haben, haben sich die von Bos gemachten Angaben, in Holland vier weitere Leqneriea bei Bonnet 17. Mai. Außenminister Bonnet mpfing den spanischen Botschafter in Paris, lautet, hat sich der Außenminister besonders über eine Reihe von Fragen ausgesprochen, die mit der Zurückerstattung des„neutralisierten“ spanischen Kriegsmaterials zusammenhängen. aus politischen Kreisen verlautet, soll die spanische Regierung beabsichtigen, demeine Kommission nach Frankreich zu entsenden, die mit den französischen Behörden die Rückerstattung des spanischen Kriegsmaterials durchsprechen soll. Es sollen vereits Maßnahmen getroffen sein, um dem Vorsitzenden dieser Kommission bereits von Mittwoch ab die Möglichkeit zu geben, mit den französischen Militärbehörden in Bayonne Fühlung zu nehmen. Eisen für Bauvorhaben Berlin, 17. Mai. Der Generalbevollmächtigte für die Regelung der Bauwirtschaft, Geieralinspektor Dr. ing. Todt, hat in einem Merkblatt Nr. 3 das aus den Rohstofkontingenten zu deckende„Eisen für Bauvorhaben“ nach der Zweckbestimmung und den Sorten abgegrenzt. Gleichzeitig ist der Umfang der Kontingentpflicht der Kontingentträger für Eisen festgelegt worden. Zahlreiche Beispiele erläutern und ergänzen die allgemeinen Angaben. Das Merkblatt ist in der Fachpresse veröffentlicht. Daladiers Verordnung über Landesverteidigungsgeheimnisse Paris, 17. Mai. Ministerpräsident Daladier hat, wie Havas meldet, an die Präfekten und Kommandanten der Militärregionen ein Rundschreiben gerichtet, das die Durchführungsbestimungen einer Verordnung enthält, die jede Verbreitung von Nachrichten der Landesverteidigung verbieten, soweit sie nicht von der Regierung veröffentlicht worden sind. Danach sind als Landesverteidigungsgeheimnisse zu betrachten alle Nachrichten, durch die man sich ein Gesamtbild über die militärische Vorbereitung machen kann. Einzelheiten über Mobilmachungsbestimmungen, über geheime oder nicht geheime Landesverteidigungspläne, sämtliche Forschungen und Versuche, in Bau befindliches neues Material, die Veröffentlichung von Zeitungsartikeln, ar denen man sich ein Gesamtbild über den Stand der Landesverteidigung machen könnte, und schließlich auch Presseschauen, in denen die vassive Verteidigung behandelt wird. über Danzig Pariser Sonderberichterstatter ist erstaunt über die„unerwartete Ruhe“. Paris, 17. Mai. Der vom Paris Soir auf Grund der alarmierenden Nachrichten der demokratischen Presse eiligst nach Danzig entsandte Sonderberichterstatter Henri Danjou veröffentlichte am Dienstag Ausführungen über die„unerwartete Ruhe“, die er in der Freien Stadt im Gegensatz zu den Meldungen vorgefunden habe, wonach Danzig bereits mehr oder weniger im Kriegszustand sei. Der Berichterstatter verweist u. a. auf den ruhigen Verlauf einiger SA=Aufmärsche und betont, daß hierdurch all die falschen Nachrichten, die die Stadt schon als im Betagerungszustand beschrieben hätten, auf ihr richtiges Maß zurückgeführt würden. Im Zusammenhang mit einigen kleinen Zwischenfällen und mit der angeblichen Verstärkung der Danziger Polizei betont der Berichterstatter, man dürfe nicht dramatisieren, umsomehr, als die Polen über eine Million Soldaten(1?) an den Grenzen des Freistaates verfügten, und außerdem die strategischen Punkte und die Brücken besetzt hielten. 9Mai. Zu schweren Zwischenfällen kam k. in einer größeren Strumpffabrik in Perpignan. Ein Spanier, der schon seit längerer Zeit im Verdacht des Diebkahls stand, wurde dabei überrascht, als er wieder größere Mengen Strümpfe stehlen wollte. Er wurde sofort entlassen. Kurz vor Fabrikschluß erschien er jedoch wieder am Arbeitsplatz, bedrohte die Belegschaft mit einem Revolver und steckte aus Rache die Zellulosevorräte in Brand Ein Werksangehöriger, der den Brandstifter an weiteren Missetaten hindern wollte, wurde von diesem durch mehrere Revolverschüsse schwer verletzt. Der Fabrikbesitzer, der sich zwischen die beiden werfen wollte, wurde ebenfalls von einer Revolverkugel getroffen und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Eine junge Arbeiterin, die sich nicht rechtzeitig aus dem brennenden Fabrikgebäude hatte retten können, erlitt lebensgefährliche Brandverletzungen. Als Polizei und Feuerwehr nach langen Versuchen in das Gebäude eindringen konnten, fand man den Brandstifter tot auf. Er hatte sich das Leben genommen. „Annütze Geldverschwendung Ein scharfer Vorstoß gegen den englischen Königsbesuch im Repräsentantenhaus Washington, 17. Mai. Der demokratische Abgeordnete Sweeney(Ohio) bezeichnete in einer Rede vor dem Repräsentantenhaus den Besuch des englischen Königspaares kurz und bündig als unnütze Geldverschwendung. Swenney schätzt die Kosten dieses Besuches einschl. der Ausgaben für die geplante Militärparade und dem Ausfall an Arbeitsstunden der Beamten aller Ministerien, die zur Besichtigung der Parade dienstfrei bekommen sollen. auf insgesamt mindestens 300 000 Dollar. Es sei nicht einzusehen, warum man diese Summe dur Unterhaltung eines Königs und einer Königin ausgeben solle, deren Land den Vereinigten Staaten fünf Milliarden Dollar schulde. Gegenüber dem Vorstoß Sweeneys erklärte man im Staatsdepartement, daß die Kosten des Königsbesuches nur 15000 Dollar betrügen. Wien, 18. Mai. Staatsrat Professor Dr. Freiherr von Freytagb:Poghghmer sprach über„Großdeutschlanos Kechbanspruch auf kolonialen Raum“. Er behandelte den deutschen Kolonialanspruch under ghr, Der im punkt des Rechtes und der Chre. Trl im Versailler Vertrag Deutschland ausgenötigte Verzicht sei rechtsungültig, da die zugssagte uu# parteiische Prüfung der kolonialen Aufpruche nicht erfolgt sei. Desgleichen erwachse aus der unbewiesenen und unbeweisbaren Kolonial= schuldlüge ein Anspruch auf Wiedgrgutng, chung, der nur durch Rückgabe der erfüllt werden könne. Endlich sei zu berücksichtigen, daß durch den offenkundigen Bankerott des Mandatssystems jede Rechtsverfügung der Fortnahme der Kolonien zusammengebroDie Stadt Wien veranstaltete am Mittwochmittag zu Ehren des Ritter von Epp und anläßlich der heit der italienischen Delegation zum Großdeutschen Kolonialtag einen Empfang im Rathaus. Wichtige Reuregelung für die Zulassung zum Hochschulstudium Berlin, 18. Mai. Wie durch die Presse bereits gemeldet wurde, hatte der Reichserziebungsminister im Sommer des vergangenen Jahres reichseinbeiticheg Hchigm## ohne ordentliche Reifeprüfung erlassen und Weg eröffnet, durch Ablegung einer Begabtenprüfung oder einer Sonderreifeprüfung zum Hochschulstudium zu gelangen. Diese Bestimmungen hat der Reichserziehungsminister nunmehr auf die Ostmark und das Sudetenland ausgedehnt, so daß sie jetzt für das gesamte Großdeutsche Reich gelten. Darüber hinaus aber hat der Reichserziehungsminister nunmehr eine wichtige Neuregelung getroffen, die festlegt, daß künftig besonders befähigte Fachschulabsolventen bestimmter Fachrichtungen, welche die Abschlußprüfung an einer Fachschule mindestens mit„gut" bestehen, ohne besondere Reifeprüfung zum Hochschulstudium zugelassen werden. Die näheren Bestimmungen sind im Reichsministerialamtsblatt„Deutsche Wissel Erziehung und Volksbildung“ 1939 veröffentlicht und können durch den Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf., Berlin SW. 68, Zimmerstraße 88, bezogen werden. Frünzenscher Verschlag für den„allerletzten Moment“ Paris, 17. Mai. Das Hin und Her in den sowjetrussisch=englischen Verhandlungen verursacht nach wie vor in allen französischen politischen Kreisen einen großen Wirbel von Spannungen und Meinungsverschiedenheiten. Am Quai d'Orsay widmet man dem sowjetrussischen Problem ebenso großes Interesse wie in der französischen Presse. Bonnet hatte eine Unterredung mit dem britischen Botschafter Phipps, die sich zum Teil auf den bevorstehenden Besuch von Lord Halifax, mehr noch aber auf die Verhandlungen England— Frankreich—Sowjetrußzland bezogen Es ist in Paris in gewissen scharfmacherischen Kreisen ein immer stärkeres Bemühen zu bemerken, Frankreich aus seiner bisherigen Reserviertheit herauszumanöverieren, und mittels eines Kompromißplanes in die englisch=sowjetrussischen Schwierigkeiten gewissermaßen als einen rettenden Engel einzuschalten. Damit würde zu dem bisherigen billischen und sowjetrussischen Paktprojekt, die zu zahlreichen Gegenvorschlägen geführt haben, ein drittes französisches Projekt kommen.— Der französische Plan soll, da er, wie verlautet, „präzisierter und abgegrenzter als der englische Vorschlag“ sei, geeignet sein, dem sowjetrussischen Standpunkt hinsichtlich der Wechselseitigkeit eventueller Paktverpflichtungen sehr entgegenzukommen. Einzelheiten über dieses französische Projekt sind noch nicht bekannt. „Oeuvre“ glaubt hier etwas mehr zu wissen als die anderen, wenn es schreibt, daß der französische Plan wahrscheinlich den Arschluß reiner militärischer Abmachungen zwischen England, Frankreich nud der Sowjetunion für den„allerletzten Moment" vorsehe. Der Umstand, daß Frankreich also geneigt scheint, selbst die Initiative zu ergreifen, um die langatmigen englisch=sowjetrussischen handlungen irgendwie unter Dach und Fach zu bringen, hat natürlich in der französische. Presse Diskussionen ausgelöst über die Zweckmäßigkeit eines solchen Schrittes,„Dabei ist festzustellen, daß die Kriegstreite#### und die Sowjetfreunde der verschiedensten Schattie lunven selbstverständlich den Quai POrsay, mit s#. len Kräften auf einen solchen dorg Vrwarerstoßen wollen. Halifax' Reiseplan London, 18. Mai. Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß der Reiseplan Lord Halisax' nach Genf nun endgültig festgelegt worden ist, daß sich der Außenminister am Samstagvormittag 9 Uhr im Zuge von London nach Paris begibt, wo er unmittelbar nach seiner Ankunft nachmittags Besprechungen mit Daladier und Bonnet haben wird. Lord Halifax wird von dem Leiter der mitteleuropäischen Abteilung im Foreion Offiee, William Strang, begleitet sein Lute n, Krpss inihnkehren. getst sicis WE: zel lhergedu PRVRSUTENT Der kombinierte Anzug.— Sportlich gearbeiteter Sakko aus einem strapazierfähigen modefarbenen Chewiot, dazu passend eine dunkelbraune GabardineHose mit moderner Bundverarbeitung. 50.— Der zweiteilige Anzug.— Sportlicher Sakko mu autgesetzten laschen, kuckengurt und Gummizug, dazu lange Hose. Das Material ein leichter poröser Freskostoff in mode oder hellgrau... 72.— Berthund, Palisastrabe 3 Anruf: 35254, 35255 u. 35256 Hier steht doch das Angebot von Otto Mess! 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Schon vor fünf Jahren wurde durch den Reichssportführer in Schnepfenthal eine Turnhalle„Guts Muths“ geweiht. In diesem Jahre feiern die Turner und Sportler in aller Welt den 100. Todestag des Deutschen Guts Muths und des Schweden Per Henrik Ling. Beide nehmen einen besonderen Platz in der Geschichte der Leibesübungen ihrer Länder ein. Der Aeltere ist Johann Christoph Friedrich Guts Muths, der, am 9. August 1759 in Quedlinburg geboren, den größten Teil seines Ledens in der Stille eines Landerziehungsheimes in Schnepfenthal bei Gotha verbrachte. Er war nicht der große Organisator des Turnens, wie m das später wurde, der noch mehr in die ite gewirkt hat und das Turnen durch die Kraft seines revolutionären Geistes zu einer nationalen Schule für alle Deutschen erhob. Aber wenn man hört, wie Guts Muths sich schon 1809 beklagt, daß er sich vor dem schwarm interessierter Besucher kaum retten konnte, und man weiterhin weiß, daß die Schüler dieses Landerziehungsheimes aus aller Welt kamten, und wieder die Früchte der hier genossenen Erziehung in alle Welt trugen, so ist es nicht verwunderlich, wenn Guts Muths ein Beispiel zur Nacheiferung wurde. Wie weit er aber tatsächlich über Schnepfenthal hinaus Bedeutung erlangte, ist ihm selbst nur teilweise bewußt gewesen. Besonders in den nordischen Ländern, zumal in Dänemark, hat das Turnen unter dem Eindruck seiner Schriften Boden gefaßt. Bis Bern und in das damalige Rußland hinein hat Guts Muths gewirkt. Auch der schwedische Turnvater Per Henrik Ling wurde mit dem System Guts Muths bekannt, das sein Lebenswerk beeinflußte. Zu Ehren von Ling kommen im Jahre seines 100. Todestages Vertreter von 29 Nationen der Kulturwelt in Stockholm zur Lingiade zusammen. Viel schlichter und stiller ist das Gedenken, mit dem Deutschlands Sportführung in Schnepfenthal die Bedeutung Guts Muths für die deutschen Leibesübungen ehren wird. Fohann=Cheisteph Frierrich Eals Mathe Zn seinem 100. Codestage am 21. Mai Turn= und Sportplätze, Turnvereine und Turnhallen und viele Straßen tragen in Deutschland den Namen Guts Muths, eines Mannes, der am 9. August 1759 in Quedlinburg im Harz geboren wurde. Von der alten Kaiserstadt, die sich mit Stolz die Gründerstadt des ersten Reiches nennt, führte sein Weg nach Schnepfenthal im Thüringer Wald. Hier hat er über ein halbes Jahrhundert an der berühmten Salzmann'schen Erziehungsanstalt gewirkt und so oft ehrenvolle Rufe auch an den inzwischen bekanntgewordenen Pädagogen ergingen, hat er sich doch niemals von seinem Werk getrennt. Im benachbarten Ibenhain ist er dann am 21. Mai 1839 im Alter von 80 Jahren nach einem arbeitsreichen und gesegneten Leben gestorben. Noch bewahren diese Orte zahlreiche Einnerungen an diesen Mann. Sein Geburtshaus in Quedlinburg(Pölle 39) ist zwar in Privatbesitz, aber bereits seit 1871 mit einer Erinnerungstafel versehen, die der Berliner Turnlehrerverein anbringen ließ. 1904 wurde das von Professor Richard Anders, ebenfalls einem Quedlinburger, geschaffene Guts Muths Denkmal enthüllt, das ihn mit seinem Lieblingsschüler, dem berühmten Geographen Karl Ritter, zeigt. Daneben bewahren die frühere Oberrealschule und eine Turnhalle in seiner Vaterstadt die Erinnerung an diesen Vorkämpfer der Leibesübungen, an dessen Wohnhaus in Schnepfenthal deutsche Turner 1861 eine Tafel anbringen ließen, in der er als„Begründer der deutschen Turnkunst" bezeichnet wird. Ein schlichter Gedenkstein auf dem Friedhof der Erziehungsanstalt zu Schnepfenthal bezeichnet die Stätte, wo ein großer Deutscher ruht, dessen Gedanken seiner Zeit wett vorauseilten. Sechsundzwanziajährige, wurde Guts Muths nach Schnepfenthal berufen, eine hohe Auszeichnung für den noch unbekannten Pädagogen und eine verantwortungsvolle Aufgabe, die er in über 50jähriger Tätigkeit zu seiner Lebensarbeit gestaltete. Als Frucht siebenjähriger Erfahrungen erschien 1793 seine„Gymnastik für die Jugend“ mit dem Motto:„Ihr lehrt Religion, Ihr lehrt sie Bürgerpflicht, auf ihres Körpers Wohl und Bildung seht Ihr nicht.“ Drei Jahre später folgte sein grundlegendes Buch„Spiele zur Uebung und Erholung des Körpers und Geistes“ unter dem Leitwort„Ihr könnt fröhlich sein und scherzen, doch verscherzt die Unschuld nicht" und 1817 sein„Tagebuch für die Söhne des Vaterlandes“, aus dem„ein anderer Klana, ein Widerhall der Jahre 1814 und 1815“ zu uns tönt. Von seinen übrigen Schriften(die aufzuzählen hier der Platz fehlt, so gewaltig war die Arbeitsleistung dieses großen Erziehers) muß noch sein „Lehrbuch der Schwimmkunst“ aus dem Jahre 1789 genannt werden. Schon diese flüchtige Aufzählung zeigt aber, wie umfassend das Lebenswerk dieses Mannes war, dessen Einfluß weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinausging. Bis ins hohe Alter blieb er den Leibesübungen treu. Bei seinem 50jährigen Amtsjubiläum sah man ihn mit den jungen Zöglingen turnen, der Achtziajährige gab noch Turnskunden!.... Jter Sinner kur g. Guts Muths war ein echter Sinner der Turnkunst. Was er schrieb, beruht auf eigenen Erfahrungen und Betrachtungen, sowie einem gewissenhaften Studium. Darum wirken auch heute noch seine Schriften trotz zeitbedingter Weitschweifigkeiten lebendig und gegenwartsnah. Sein klassischer Anspruch„Man treibe Gmnastik, um zu leben, aber leben nicht, um Gymnastik zu treiben", faßt in kurzen Worten zugleich Ziel und Begrenzung zusammen. In seiner„Gymnastik ist Arbeit. im Gewande jugendlicher Freude". Arbeit, weil ihr Zweck keineswegs im unedlem Zeitvertreibe zu suchen, sondern in Veredlung des Körpers zu sehen ist. Sie soll erscheinen im Gewande jugendlicher Freude, weil diese so recht das heitere Klima ist, in welchem die Jugend am besten gedeiht.„Für Guts Muths gehören mit den aymnastischen Uebungen untrennbar die Spiele zusammen, über die er u. a. schreibt: Spiele sind Belustigungen zur Erholung, geschöpft aus der Wirksamkeit und verabredeten Form unserer Tätigkeit. Spiele sind Blumenbänder, durch welche man die Jugend an sich fesselt!“ Neben den Wanderungen betrachtet er auch Baden und Schwimmen als eins der wertvollsten Mittel auf dem Gebiete der Körvererziehung. Bekannt sind seine Worte in der Vorrede zur„Schimmkunst“ mit der Forderung:„Das Schwimmen muß bei uns ein Hauptstück der Erziehung werden. Bisher ist das Ertrinken Mode gewesen, weil das Schwimmen nicht Mode ist. So frage ich denn nochmals und dringender an: Soll denn das Schwimmen nicht auch bei uns Mode werden? Als ein echter Vaterlandsfreund, wie ihn auch Jahn nach einem Besuch in Schnepfenthal nannte, erwies er sich in diesen Worten:„Solange Deutschland im Herzen Europas liegt, muß jeder Deutsche gerüstet sein, das Vaterland und die Seinigen zu schützen. Jeder Jüngling ist ein angehender Wehrmann, ein Krieger, wenn es sein muß. Die vaterländische Erziehung kommt nicht aus ohne eine gediegene Körverbeherrschung, und der einzelne Mensch wird in dem rechten Turnen einen Quell der Lebensfreude finden.“ Nichts Schöneres aber können wir in seinen Werken wohl finden, als dieses Bekenntnis zu Deutschland:„Du sollst lieben Dein Volk wie Dich selbst, denn es trug Dich seit Deiner Erscheinung hienieden. auf kräftigem Arme: es gab Dir Sicherheit: es arbeitete für Deine körverliche Erhaltung: es gab Dir geistige Bildung: es betrachtete Dich als jüngerer Bruder der großen Familie und nahm sich Deiner an. Darum sollst Du alle Glieder Deines Volkes als Brüder betrachten... So ersteht das Bild eines Mannes vor uns. den wir als Wiederbegründer der deutschen Gymnastik vor Jahn als Turnlehrer und Turnschriftsteller von hohen Graden feiern. Anläßlich der Turnhallenweihe in Schnepfenthal hat der Reichssportführer von Tschammer und Osten am 27. Mai 1934 das Leben und Wirken von Guts Muths wie folgt anerkannt:„Möge in der weiteren Enwicklung der deutschen Leibesübungen im neuen Staate die Quelle Guts Muths nie versiegen. Guts Muths und Jahn, beide nebeneinander, nicht hintereinander als zwei Generationen von Erzvater und Vater, sondern als Gleichberechtigte auf dem Boden schen Leibesübungen.“ Den Geist seines Wirkens aber charakterisiert trefflich sein Wort:„Nicht wurzeln, wo wir stehen, nein weiterschreiten!“ Sport in Kürze Dreiländerkampf Holland=Belgien=Luxemburg im Turnen wird Pfingsten in (Holland) durchgeführt. Die luxemburgische Mannschaft besteht aus dem Landesmeister Kugler, weiter aus Romersa, Logelin, Haupert. Del Boccio, Klein und Wengler. Am 30. Juli feiert der Luxemburgische Turnverband das Fest der 100jährigen Unabhängigkeit Luxemburgs. Mehr als 2000 Turner und Turnerinnen werden in der Hauptstadt zusammenkommen und durch einen Festzug und Massenvorführungen im großen Stadion ihre Anhänglichkeit zur Heimat bekunden. Nach den letzten statistischen Erhebungen zählt der jugoslawische Sokolverband in 25 Gauen 2231 Vereine mit 297941 Am stärksten ist mit 128.000 die Sokoljugend. Die Männer sind auf über 127000 angewachsen. Die Aktiven, Männer, Frauen und Jugend, den mit 151000 angegeben. Die laufende Akbeit wird von 4320 Turnwarten und 1630 Turnwartinnen geleistet. Der Sokol verfügt über 320 Turnhallen und 270 Turnplätze. Druck u. Verlaa Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Hermann Kresse, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Textteil: Hermann Kresse. Schwerte. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hans Linner: Schwerte(Ruhr). 8. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D.=A. Iv./39: 1523. Sprechstunden der Schriftleituna täglich 8—9.30 Uhr außerdem Mittwochs von 15Uhr. Sonst nach vorheriger schriftl. Anmeldu en WM u u spuug i se ite gun ut u M We Wi M e M M i Mn Wun J. g Wuae d s W Wa un i Wug eNeee ug u Pa Wcut u u Wi ganc Wt an uhi ue u Winn u t ig uuolg Wzuchee W W u bat u Wiee(Wnn nng uoc uoa r U W u M V M un ne uit Wu im Wn uog D Mu W uc u nch un G u e u P M Dhnal ala sc g u sug c uut uhzu Suu uir u Wuug Mus ne n u sic Wii c Mu gun W M u. W Wu 110 n gu P Mu a Mpi Mune c Me Whp W un Juo Bunachan Wht o e W Wue n sun usgidm i M ou W G tix dopo Wu Priun Ws# ssch W W S Wcu i M e un Wh Wue uun sso uuugbu W Wue Mnn Wuet di W W snbulch hung un uot uscug, Mue und W unc u s iba uospval 1 uude a uuhil woict i Wt uush u Wsucch ig W M t gun Whung da Wune ig gun zom We Pn hc u u e W Wtin u U du u 1 S M uoa ce Sa Muttg gug un icc— 8 M Sc fuun e nbag u N un u bosnng gun pnach M M bciung usbubbing W M aplebun III u P Mpu bunttun ut uoc Wildich uoppispnibun Uud d ui i M M W uu ung ehpangun u gug gun abc Soo— u Mic ut ct zau faog noa A un Mun nghung s W n cce uofoa e Wt ur Wphnng sog hog W e une uut Wulng uh i igtun gu gun uih i WMuut Puiin gnazung noa nd u Mu iccin W ne M u gh Wciu cou abc 1 W Mg in W W Wn n Wcsomt Wut abc Si Mee a ui aa sulun u Nug i M u n ucl Gu uin# 100 i M t uud uee mn W ucisi#— Wuci spuzbun M ud ue — e n Mnun N h Wihhi un i el M scatu M uu u sucgung Sute Mung u M gun funne a W guc usquom W g Mu zug W Wig un uir uuetsb sayc Mu Mthan r du s u uicpine A St gun uidunte uunig Wh n ng W und usbundig un oa iu i se Wtuhnn Su S ii cute n a Munig gun Moinng uag W uuc gun sugeg u W uo inch Ppeglpoch un uhiolg usbocs gun gzog S u Wu uungng W M ee un gun rohunzan A Weci Mn## „#ac nd iun h hohlß aic un(pi ern Tc Wiu— uu „u oh ne tiu Sus. W e u i WM S u n u du uc Wpan u h lncc tr Ssat 1 S u uutc“ Tu Mucr Poicizun uun luh wn“ Wa out i i uuzct Wut Wu ind a uusblsia M nk fuuc nuc“ M Pn iu Sping Si u c Wen Whingobur u Mstuu uen Nu Wich W u nia gun u u s usclc i unze“ „ M aan uut uohls WMun u i cu Wiuun pnane M Hou nil WW Wm Wschhn S uu i n ise 1|1 09" u ue ou u l— Nuc“ hg dgi M uut pg“ „usllj sun nc Unic de gun M W ut uc unn ne utun W im, un steht es der Fäulnis unserer Säfte; es ist ein fester Körper, folglich schwächt es den Magen nicht, wie die Suppen, und der westphälische Bonpournickel hat noch den eigenen Vorzug, daß er unter allen bekannten Brodarten die gesundeste ist. Das Getreide dazu ist immer Roggen, welcher vorher mit Sauerteil angesetzt, stark geknetet, in 20 bis 30pfündige Brode abgeteilt, 8 bis 10 Stunden im Ofen erhalten, wohl ausgebacken und dadurch so geschmackvoll, stärkend, labend,— zubereitet wird, daß jeder daran gewöhnte Magen andere zar(ere, aus gesiebtem Mehr bereitete Brodirten, wie z. B. das sächsische HausbackenBrod, verachtet. Jede Nation hat einen eigenen Magen: denn so wenig wir das steinharte Brot der Norweger vertragen, welches 30 Jahre alt werden kann, ohne zu verderben, und aus Gerste und Haber besteht, so wenig würde der Sachse vielleicht das westphälische Brod delikat finden. Die Türken backen ihr Brot nur halb gar, und dennoch gibt es ihnen Stärke, weil sie einen Magen dazu mitbringen. Diese Verschiedenheit ist ein Wink für die Freunde der Gesundheit, sich dasjenige Brod zu wählen, welches ihnen am besten bekommt. Für zarte Menschen und das Kind ist der Zwieback das beste Brod“. Das sind die Ausführungen, die der Arzt und Prediger Bährens über das Brot in seinem umfassenden„Hilfsbuch für die Freunde der Gesundheit und des langen Lebens" macht. Die Angelegenheit des Pumpernickels ist ihm aber so wichtig gewesen, daß er zur Ostermesse 1798 noch ein besonderes Schriftchen unter dem Titel „Ueber das westphälische Grobbrod genannt Pumpernickel“ herausgibt. Dieses Büchlein, 31 Seiten stark, ist gedruckt und verlegt von H. Blothe& Co., Dortmund und Leipzig. Den Namen Pumpernickel erklärt der Verfasser, wie man es noch heute allgemein tut(S. 10)„Man behauptet, daß dieses Brod den Namen Pumpernickel von einem durch Westphalen reisenden Franzosen, welcher Brod gefordert, erhalten habe. Sobald er es gesehen, sei es ihm zu schlecht vorgekommen, und habe gesagt: C'est von vour Nickel, welches der Name seines Pferdes war.“ 116 An dieser Stelle spricht er noch ausrlicher als wie oben angegeben über die estellung des Pumpernickels. Er sagt ite 10 ff.:„Die Bereitung des Brodes folgende: Guter Roggen wird auf der ihle geschrotet oder gröblich gemahlen, eauf mit heißem Wasser oder etwas nigem Sauerteig 12 Stunden hindurch tellt. Der Teig wird locker und schwillt f, sein Geruch und Geschmack verräth as Lebhaftes, Stechendes, Geistiges mit ure vermischtes und Gasartiges. Dann tet man diesen gegohrnen Teig mit uem Teige wohl durch einander. Diese imischung bringt mit Beihülfe einer geden Wärme den letzteren geschwind hin, daß er selbst in eine ähnliche Gähng geräth, die aber nicht so vollkommen als die erstere. Die Wirkung dieser ihrung besteht darin, daß der neue Teig ttheilt und lockerer gemacht und viel is hineingebracht wird, welches wegen iner, durch die Zähigkeit und Konsistenz ses Teiges unmöglich gemachten Entndung, kleine Hölen derin bewirkt. Der if solche Art zubereitete Teig wird in —30—40pfündige Brode abgestochen id, nach Beschaffenheit der Größe der rode, 8—12 Stunden gebacken. Das Gas ird nun von der Hitze noch mehr ausgeehnt, und man erhält ein lockeres, schmackiftes Brod“. In dem Heftchen wird auch darauf hinwiesen, daß man solches Grobbrot schon ei den ältesten Völkern gebacken habe. Kan nannte dieses Brot Kleien=, Kraftnd Schwarzbrot. Der Pumpernickel soll uch das Brot gewesen sein, das die alten leutschen kannten und aßen. Der Pumernickel gilt als Beweis dafür, daß man Westfalen am längsten die alten deuthen Sitten beibehalten hat. Dr. Bährens eht sogar soweit, daß er mit Fr. Hofnann der Meinung ist, daß der westfäliche Charakter der Gleichförmigkeit auf den benuß des Pumpernickels zurückzuführen ei:„Von dem Großen Fr. Hofmann habe ch einmal irgendwo gelesen, daß er den Scharfsinn und die Festigkeit des Charakers der Westphälinger dem Genusse des Schwarzbrods(welches er sehr gut kannte) zuschreibt, weil es den Grund zu jener bleichförmigkeit und chleichartigseit aller festen und flüssigen Theile rege, wodurch Wallungen und Alterationen der Säfte, unordentlicher Umlauf des Nervengeistes, und selbst Unordnungen in den organischen Theilen verhütet würden. Daß die Nahrungsmittel auf den Charakter einer Nation Einfluß haben, ist zu allen Zeiten von den Philosophen zugegeben worden, und man müßte in der That sehr geringe Begriffe von dem Einfluß unserer Säfte in die Beschaffenheit und den Gang der Seelenwirkungen haben, wenn man daran zweifeln wollte.“ Der Verfasser behauptet in diesem Schriftchen in längeren Auseinandersetzungen, daß der Pumpernickel nahrhafter und leichter verdaulich sei, als alles andere Brot, als das sächsische und französische Brot, sodaß er zusammenfassend Seite 25 sagen kann:„Das westphälische Grobbrod verdiente also in der Tat eins der ersten medizinischen Nahrungsmittel genannt zu werden; denn außer seiner leicht verdaulichen, stark nährenden Eigenschaft entladet es den Körper von dem überflüssigen Wasserstoff, indem es, wegen seines geistigen Bestandtheils die Ausdünstung befördert, schützt vor der Fäulnis, erquickt, labt, ersetzt schnell den Verlust der Kräfte, hebt den schwachen Puls, vermehrt die Lebhaftigkeit des Herzschlags und verhindert Verstopfungen“. Schließlich empfiehlt er noch ein BrotBier, das aus dem Pumpernickel gewonnen werden soll:„Aus dem Pumpernickel wird ohne sonderliche Mühe ein sehr gesundes Brodbier zubereitet, dessen Einführung bei der Kostbarkeit und der ungesunden Beschaffenheit der meisten, vorzüglich warmen Getränke nicht genug empfohlen werden kann.“ In diesem Zusammenhang gibt er noch genau an, wie dieses Brodbier zubereitet werden muß. Er schließt mit dem Wunsche:„Möchten die Hausväter bald diesen Trunk in ihrem Hause einführen, und ihn mit oder ohne Milch, und kalt, auch ihren Kindern geben lassen! Möchten die den Wohlstand und die Gesundheit erschöpfenden Getränke der Ueppigkeit, Thee, Kaffee und Chokolade— dadurch verdrängt und die verkannte Ehre in der Benutzung unserer einheimischen Produkte wieder erworben werden, dann würden wir stark seyn, wie unsere Väter waren!“ Dieser Wunsch von Pfarrer Dr. med. Bährens ist nicht in Erfüllung gegangen. Wohl essen wir in Westfalen Pumpernickel noch, aber das von ihm empfohlene Pumpernickel=Bier hat sich nicht eingebürgert. Hofrat Bährens der Lobredner des Pumpernickels. Dem Pfarrer und Arzt Bährens lag vor allem die Volksgesundheit am Herzen. Auf vielen Gebieten hat er sein Wissen unters Volk gebracht und sich vor allem für eine gesunde Ernährung eingesetzt. Pumpernickel. Im Jahrgang 1784 des von P. A. Weddigen herausgegebenen„Westfälischen Magazins“ findet sich folgendes treffende Urteil über das deftige westfälische Schwarzbrot:„Das edelste Produkt Westfalens ist gewiß der sehr nahrhafte und zur Arbeit stärkende Pumpernickel, ein Brodt, welches allgemein zu sein verdient. Die ganze Fülle der Kornkräfte begreift dieses wohlschmeckende Brodt in sich. ist gar und hat seine besten Säfte nicht im Rauche verloren wie anderes Brodt. Irrig hält man es für grob, weil es nur geschroten Korn ist. Dies ist freilich wahr, allein die Spitzen und Angeln des Korns kommen nicht hinzu, und in der übrigen Hülse des Korns sind Kräfte, die dem Mehle nichts nachgeben. Die Art, dasselbe zu backen erlaubt auch nicht, daß der beste Geist davon fliege, denn der Backofen wird gewöhnlich erst nach 24 Stunden wieder geöffnet. Auch ist dieses Brot nichts weniger als wegen seiner Grobheit unverdaulich. Was Unkenner und Ausländer grob und unverdaulich nennen, ist seine nahrhafte Kraft, und die ganze Sache beruhet nur darauf, daß man sich mit wenigem begnügen lasse. Denn ein Pfund Pumpernickel gewährt so viel Nahrung wie fünf bis sechs Pfund weiß Brodt. Schade, daß dieses nicht durch ganz Deutschland eingeführet wird. Entnommen dem„Süderland" von Ferd. Schmidt. 117 en c mh Mcmco zh Banzung Do uu e au inr Gu Di n Wucchhh Sunt 130 Mhnrusmnt W i u M S un uchhug upfic uog sun nc g Wo Wutg un uu W ci ai“ M u uet tbuueng uog W W W Wo gu Wg W M d Wsug e Wu ur sic Wh ub ffc gun Juig iinsct unt u u ahg u o inn luhe M h ch W ueilunc ie#ol vi 1 deic WM uc ut uur dunisvi uc un uh tuh dutog noa logng a0a M gu uheg uke uc gun uuc Suci M A hng u n uc ng p Wu Putche gun Mutc a zal gun c#ac Wchi gun i uunshla S u########ih g0 sso(ava 9 Miu 1 zu n 1 ue## hn Wu ur e ul gun o ud u d uue unce doten u W nunnn uu c u ucilae g u N u unc uhn i gut Zochuaß c M M gun Jcunt c uoce S ue unt g Lahine anc Spn W eruh mhn gun iim zi ue u uutne oan a W Mue Png Mcu ci Mt Wan Wng M( n Mn icuung We n So ur## iu gfpgssb Gi cm gin uautog non n uuut S uchine i uuzue c We Su Wie uoc e#un g ui Wiu Winug uun 10n hnd#gb Ppiigue uc D u Weich uac M W i u n n u igu u M W U uht u Au W u 2 si W#n gun uohna ne zcpin Wei M Ac W y uhnu u n c## n ocel as sin udlpviu ne biquilsno c nc gun uu uung unt lhoc fnng uod fhtunn uchoc #olsich Gumon gun ucunca u W ac nn oc M(pou Mizanzou u uie abc zahopa zom urne t uici sin Nu c hi Mh uuncg D Pi u Pizapuu in hnd un e „a oh 21c 1 W uugt ne e u Wit uhut ip lpi Di#uu ue u W n ich nc g. h „g i sog gun“ W uci uuzng n te sopjem ahnil c Wigunng ahva u i Wu ucun M M za### u pe wn gun eub#a Wg pnant opog a non Wi ugla sun uduec M Sttg Wbunc uog un htnc W in n dec Jcne Lelnach u u Wunig Wa cuW## in f## f b c n Sunt Mstzeahl ul izung u W n i u n —#g wishalzue gun giic os'sno#ppag Avinig noa Ner Wn pii M(5 M M W W W tsnd ushom e un S W 1 W Piu M be S Wu Stuge Wg We Nudgbniich Wiun c r Sue W chhog gun M n M M u sipung s wbcc. Me ugzeß un Mi uu i#3 anu gun usabc un bur u i it nn Mc uspin 11 55 Ueavc aup ahnW u ui Mh Pulng og Miee W u f n Wciehoia Mue a Wesepan ueg p wutng Wust# uug W W unn u n ine Wickut fa n M n W W M ug Poag off uu WM iscuopah u Mc ( sung Mhzung Wupunng Wiag chote and gluen n spag N Wue Mn tnn W M uu ur png Wuuen## M 1. p A W M 77318 0e spilagussgn(6 huheg i cuA u( Me W h p u un ns:.6| 9 u Wuu Sii ud Mc i o uu u t uu Wuuupcg Wudmpag u c M Wue uupdg gun uz un i ue ic. c u W Wubung Wub ung##il hu Nu gu sc ii M W n p Mn uuue (5 a u ip Mnn uog an i uie t h u M e ua 1 os anlom Jugni an W c Jug unc Wuncn uag W M N uahn S ug g c waht un Wu e u P un cha Mrue M h M u gu t 1 uu M„iii reg i chu Mck Wcchi gun M Suust Wscine W W W Me Weelng sin ubtag mi Hou aznoh sun 2 M ug zanm Pi i Me Sispue hnk Meet M ueug gun udc Muee ne uht 2i umz Gurch Kaus, zunt Sleg Aus der Vergangenheit unserer Heimat von F. Hué. Mehr konnte der Bauer nicht sagen. Eine fahle Blässe entstellte mit einem Mal ein Gesicht, die Knie wankten unter ihm, vor seinen Augen drehte sich alles im Kreise, verschwommene Gestalten,— er machte krampfhafte Anstrengungen, den begonnenen Satz zu vollenden,—— umsonst. Urplötzlich, als wenn ihn der Blitz gefällt, sank er nieder und ein schwarzer Blutstrom brach aus seinem Munde. „O weh, der wackere Junge“, sagte der Erzbischof.„Bruder Anselmus, bemühe Dich von Deinem Tier herunter und sieh zu, ob ihm zu helfen ist.“ Der Pater, der wahrscheinlich in der Heilkunde Erfahrungen gesammelt, gehorchte augenblicklich, während die übrigen zu einer raschen Beratung und die soeben vernommene Warung zurücktraten. Alle rieten Engelbert zur Vorsicht und Rückkehr. Er jedoch verwarf alle Bedenken. „Nein, ich traue es Friedrich nicht zu“, schnitt er alle Bedenken ab.„Er ist mein Vetter und ist in Frieden und Freundschaft von mir geschieden.“ „Er hat böse Ratgeber“. „Wenn auch,— mein Leben ruht in Gottes Hand. Seiner Leitung vertraue ich mich an!— Nun, Bruder Anselmus, wie steht es mit dem armen Schelm?" „Gefährlich gerade nicht. Doch bedarf er sorgsamer Pflege und mehrwöchentlicher Ruhe. Der junge Mensch muß starke Entbehrungen erduldet haben.“ „Hm, so will ich Dir was sagen. Hier in der Nähe, dort die Schlucht herauf, wohnt ein Bauer, der mich kennt, Walter von der Hube. Bei meinem Vater diente er früher als Schildknappe. Zu ihm schaffe den Kranken, Du und dort der Hubert. Sag dem alten Walter, ich ließ ihn grüßen und bitten, er solle diesen jungen Menschen pflegen um meinetwillen. Und damit es ihm an nicht gebricht, so reiche ihm diesen Bentel,— er enthält die Sawarttergroschen.— 111 Und am selben Abend noch hauchte Engelbert unter Mörderhänden seinen reichbegabten Geist aus. Er hatte Richwins Warnung nicht beachtet und war in sein Verderben gerannt. Heribert von Rinlerode riß ihn aus dem Sattel, Jordan, des Grafen Knecht, zerschmetterte sein Haupt, Ridenkotter, ein anderer Isenberger Dienstmann, bohrte ihm das Messer ins Herz. Einer trennt ihm die Hand vom Rumpfe, ein zweiter läßt seine blinde Wut an dem zuckenden Leichnam aus. Nur einer hat bei dem schmählich Ermordeten ausgehalten, ein junger Edelknecht, der totwund in seinem Blute auf dem Moose liegt.— Die Mörder entfliehen, die entflohene Dienerschaft kehrt aus ihren Schlupfwinkeln im Walde zurück und findet entsetzt den mit 47 Wunden bedeckten Körper des Gebieters. Und wie man noch berät, wie man die teure Hülle berge, zieht ein Fuhrmann mit einer leeren Karre des Weges. Eiligst lädt man den Toten auf und schafft ihn nach Schwelm. Wie ein Blitz durchzuckte die Kunde der gräßlichen Freveltat ganz Deutschland. Sie zeitigte für die Missetäter die schrecklichsten Folgen. Bei seiner Berechnung hatte Friedrich von Isenberg zwei Dinge außer Acht gelassen,— die Wucht der öffentlichen Meinung und die feige Selbstsucht der Verbündeten. Es war in Deutschland schon viel dagewesen, aber die rohe Niedermetzelung des höchsten Prälaten, des lichen Mannes, wie Engelbert, erregte doch noch Aufsehen. Das gemeine Volk, das er stets begünstigt, deklagte ihn, die Geistlichkeit verteidigte ihn, der Dichter(Walten von der Vogelweide) verherrlichte ihn. Man versetzte ihn sogar unter die Heiligen, denn, so erzählt die Sage,„viele Wunder geschahen alsbald“ beim Anblick seines Leichnams. Die Acht und der Bann wurden über die Mörder verhängt, und eine Fehde 5) Westhofen, Kirchspiel Syburg mit Garenfeld, aus dem Kirchspiel Schwerte: Holzen und Wandhofen. 5. Landesherrliche Burgen: Schwerte, Syburg, Westhofen. 6. Adelige Häuser: a) im Gericht Schwerte Rutenborn, Villigst, Wandhofen, b) im Gericht Westhofen: Husen und Ruhr. 7. Landesherrliche Mühlen: eine bei Schwerte. Es versteht sich von selbst, daß die adeligen Häuser richterdienstfrei waren. Auch die Bewohner der Stadt Schwerte und der Freiheit Westhofen waren ebenfalls richterdienstfrei. Wir bemerken abschließend, daß es immerhin möglich ist, daß beim Abschreiben des handschriftlichen Registers ein Leseversehen vorgekommen ist, obwohl das Abschreiben möglichst sorgfältig geschah. Wenn wir noch kurz auf die Namen eingehen, die wir in unserem Verzeichnis fanden, so müssen wir zunächst zwei Gruppen unterscheiden: 1. Namen, die ausgesprochene Hofesnamen sind, die als solche dann Familiennamen geworden sind. 2. Solche Namen, die ursprünglich Personennamen waren und durch die Personen, die auf einen Kotten zogen oder vielleicht erst einen Kotten neu anlegten und besiedelten und somit zum Kottennamen wurden. Westerhoff, Grevenhoff, Overberg, Strackhof, Lüninghaus, Lehnhof waren ursprünglich Hofesnamen, sind dann zu Personennamen geworden. Es ist beachtlich, daß auch die Bauerschaftsnamen zu Personennamen geworden sind. So finden wir auch die Namen Geisecke, Holtze, Holthausen, Lichtendorf usw. als Familien= namen. Der Name zur Redden war ohne Zweifel ursprünglich der Name eines Kotten oder eines Hofes, der ebenfalls zum Familiennamen geworden ist. Bei den anderen Namen, die offensichtlich Personennahmen ursprünglich bedeuten, wie Schroer, Rademacher, Adrian, Linneweber, müssen wir in unserer Liste an Namen für Kotten denken, denn die Richterdienstpflicht lastete nicht auf der einzelnen Person, sondern jedesmal auf dem einzelnen Kotten. Vielfach können uns aber auch solche Namen bei unserer Familienforschung richtungweisend sein, da es sich ja hier um Namen handelt, die auf eine vor 200 Jahren und noch weiter, zurück führen. Eine solche Liste, wie wir sie hier veröffentlicht haben, hat natürlich für denjenigen den größten Wert, der in Schwerte und Westhofen gut Bescheid weiß und schon tiefer in die Geschichte des Arttes Schwerte—Westhofen eingedrungen ist. Es bewahrheitet sich auch hier das Worte „Wer viel hat, dem wird viel gegeben.“ Ein Lobredner des Pumpernickels Ein Gedenkblatt für Hofrat Bährens In dem Buch„Der Arzt für alle Menschen“, dessen erste Auflage(1. Band) zur Ostermesse 1797 erschien, und das den Dr. med. und Pfarrer in Schwerte I. C. F. Bährens(F 1833) als Verfasser hat, wird das Brot als bestes Rahrungsmittel gepeiefen und der Pumpernickel als die gesundeste von allen Brotarten bezeichnet. Die Stelle, wo dies in dem genannten Buch ausgeführt wird, ist so eigenartig, daß sie unsere besondere Beachtung findet. Es heißt dort(S. 439 fl): „Unser europätsches Brod, wenn es wohl zubereitet, gut ausgedacken und von guter Frucht gemacht ist, enthält unstreitig alles, was zur Stärkung und Ernährung der Menschen erforderlich ist. Sein erquickender Geruch(womit Demokritus drei Tage lang das Leben gefristet haben soll) hat mehr Erquickendes, als alle Gewürze Indiens. Es zergeht leicht im Wasser, und eben so leicht verdaut es der Magen; Menschen und Tiere mästet es schnell; bei Wasser, Brod und Ruhe werden die Gefangenen schnell fett, und alles, was vom Brode zubereitet wird, sind die stärkendsten und nahrhaftesten Gerichte. Brod neigt sich zur Säure, folglich wider113 dieblung, Surken und Kieinkierhe, die Jpngen darin verwickeln. Auch Entenzucht, Hallung und Fütterung der Mehrzahl aller Fälle von im Nebenbetrieb werden Zucht, Mast und Eiererzeugung nebeneinander betrieben, sie sich daher ergänzen. Mehr als beim viuy zu hier die Wirtschaftlichkeit von äußeren ümständen abhängig, denn die Ente ist entspreihrem höheren Körvergewicht sehr gefräßig stellt mengenmäßig hohe Futteransprüche, nur dann Verdienstaussichten ermöglichen, wenn wenigstens in der warmen Jahreszeit der Hauptteil des Futters im freien Weidegang und auf dem Wasser gefunden werden kann. Andernfalls kann bei geschickter Ausnutzung sonst unverwertbarer Küchen= und Gartenabfälle die Entenhaltung wohl lohnend sein, wenn man sich auf einen ganz kleinen Stamm beschränkt. SteWiesen und Gewässer ausreichend zur Verfügung, kommt man im Sommer mit einer einmaligen Fütterung täglich aus: an diese muß man Enten aber von Anfang an gewöhnen, damit oft weit herumstreifende Tiere sich dem und Stall nicht entfremden. So wichtig somit das Wasser zur Verbillaung der Fütterung ist, begünstigt es auch im Zuchtbetrieb die Befruchtung, die bei Enten sowieso nie so sicher wie bei Hühnern ist. Auch im kleinsten Rahmen wird man daher den Teren einen kleinen Wasserplatz schaffen. Ohne ihn werden namentlich die weißen Enten schnell in ihrem Außeren unansehnlich. Es bedarf dazu keinerlei massiver Bau: eine Bodenvertiefung wird einfach mit Dachvappe abgedichtet, besser noch mit einer etwa 20 cm dicken Lage Lehm, der schnell undurchF Jandm, Blüderdienste 14 Einfacher Entenstall mit selbst herzustellendem Wasserbecken. lässig wird. Dabei gibt man dem Wasserbecken möglichst schräge Böschungen(Bild). An den Stall stellen Enten nur geringe Ansprüche. Er soll zwar wenigstens unten zugfrei sein. Verglaste Fenster erübrigen sich und können durch einen Rahmen mit Drahtgeflecht ersetzt werden, der im Winter bei strengerer Kälte durch einen Vorhang aus Sackleinen abgedichtet wird. Trotz ihrer Wetterhärte ist die Ente gegen Bodennässe sehr empfindlich. Besser als Betonboden ist solcher aus Lehm oder Asphalt. Für stets trockene Streu im Schlafstall und in den Nestern muß man sorgen. Die Wassergefäße werden stets in recht weite Untersätze gestellt, damit die Streu beim Trinken nicht so leicht naß wird. Die ebenerdigen Nester können recht einfach sein. Die Abtrennung derselben untereinander durch Reisigwände sagt den Tieren sehr zu. Sie sollen schattia bis dunkel liegen. Da Enten nachts schreckhaft sind, gibt man dem Stall einen recht ruhigen Platz, wo Störungen durch Hunde u. g. nicht vorkommen. Wenn es das Wetter eben erlaubt, entweichen die Enten dem Gehege der vier Wände. Ein einfaches Schleppdach aus Reisig oder Schilf bietet den Tieren dann auch im Freien Schutz vor Niederschlägen. Während der Legezeit pflegt man die Enten wohl bis etwa 10 Uhr morgens beim Stall zu halten, um legen zu verhüten. Ein kleines Gehege, 1 m hoch, genügt. In ihm sollte auch das Regendach seinen Platz haben(Bild). Wenn wir auch Entenrassen haben, etwa die leichten indischen Laufenten, die es an Legeleistung(bis zu 200 Eiern im Jahr) mit guten Hühnern aufnehmen, ist doch die Fleischgewinnung meist ebenso wichtig, zumal auch die schwereren Enten, etwa Peking, Anlesbura, Rounen, mit 100 und mehr Eiern meist recht gute Leger sind. Bei der Mast unterscheiden wir die grünen, Zehnwochenenten und die ausgewachsenen Mastenten. Erstere(Kücken) werden bei Fernhaltung vom Wasser und 5= bis 6maliger täglicher Fütterung von abwechslungsreichem, leichtverdaulichen, stärkereichen Futter in längstens 12 Wochen auf 5—6 Pfd. Gewicht gebracht. Die ausgewachsenen Tungenten können aber auch etwa 5 Monate alt, zur Mast gestellt werden. ebenso überzählige Zuchtenten. Ihnen wird der freie Auslauf demn eingeschränkt, auch die ständige Schwimmgele##enheit, und reichlich mit Kartoffeln, Kleie und Möhren gefüttert, wodurch sich je nach Rasse Grwichte bis 5 ka erzielen lassen. Im allgemeinen überwintert man nur den Zuchtstamm, wobei man auf 10 Enten * Erpel rechnet. In der Kleinhaltung empfiehlt sich sogar das Verhältnis 1:3. Vielfach ist es in der Legezeit üblich, täglich abwechselnd nur einen Erpel mit den Enten ins Freie zu lassen, den anderen eingesperrt zu halten. Zur Erzielung einer guten Leistungehöhe läßt man wohl auch ein paar Jungenten über Bedarf durchwintern, wählt dann nach der nächste Legeveriode die besten als Zuchttiere aus und schlachtet die unkauglichen nach kurzer Mast noch vor der Mauser ab. Karl Ritsch. Jedem Taubenpaar zwei In jeder Nistzelle des Taubenschlages sollen zwei Rester stehen, damit das Paar zur zweiten Brut schreiten kann, wenn im ersten noch halbflugge Junatiere liegen. Zwischen beiden Restern befindet sich eine etwa 20 em hohe Trennungswand, damit die Jungen die brütenden nicht belästigen können. Ein aleich hohes Brett sol die Zelle nach vorn abschließen. Als Rester benutzt man am besten die aus Holzstoft gefersiaten oder auch die aus einem Holzstück gedrehken Ristschalen. Als Restmaterial suchen sich die Lauben kurzes Stroh oder Reiser zusammen. Hin und wieder muß man aber doch nachsehen, was alles eingetragen wird. Die unmöglichsten Sachen sind ja schon gefunden worden! Da bemüht sich ein Täuber, aus langen Bindfäden, aus Wollresten, aus Holzwolle oder aus irgendwo gefundenen Zaaren ein Rest zu bauen, wie leicht aber können sich seine Täudin oder auch dann später die Junden darin verwilleim Auch Drahtstücke oder verrostete Nägel sind nicht gerade geeignet, das Kinderbett zu Solche Dinge entferne man aus den Restern, eine Handvoll Sägespäne streut man ein und leat zu dem eingetragenen Nistmaterial— wenn man sie bekommen kann— einige Tabakrippen dazu. Dadurch wird das Ungeziefer von einem Besuch abgehalten, auch das Einstreuen von etwas Tabakstaub kann empfohlen werden. Nach dem Schlüpfen soll man alle acht bis zehn Tage das Rest erneuern. Im Schlaa muß jetzt veinliche Sauberkeit herrschen, damit man den kleinen, flinken Plagegeistern unserer Tauben eneraisch zu Leibe gehen kann. Eine Spritze mir Kreolin= oder dreiprozentiger Lysollösung behaat ihnen ganz bestimmt nicht. Jungtauben, die jetzt schlüpfen, entwickeln sich in der Regel sehr gut, so daß man sie möglichst fliegen lassen soll, um sie im nächsten Jahr zur Zucht einzustellen. Wenn man es einrichten kann, so bringt man die Junatiere in einem anderen Schlag unter, damit die Alttiere im Zuchtschlag unter sich bleiben. Der Rassezüchter wird Junatiere mit Farb= oder Zeichnungsfehlern bald schlachten, um Ueberfüllung zu vermeiden. W. Bernd. Beschaffenheit des Kaninchenfutters Wer an seinen Kaninchen rechte Freude erleben will, achte darauf, daß nicht nur die Stall=, sondern auch die Futterverhältnisse einen guten Gesundheitszustand der Tiere gewährleisten. Es ist durchaus falsch, die Kaninchen als sog.„Allesfresser" zu bezeichnen, die genügend gefüttert sind, wenn man ihnen die Küchenabfälle gibt. Nein, etwas anspruchsvoller ist das Kaninchen schon, und je besser die Futtergaben sind, um so dankbarer wird das Tier sein. Keine angefaulten Kohlblätter und Gemüseabfälle verfüttern, diese sind nur in frischem Zustand zu verabreichen, ebenso darf Grünfutter nur frisch verfüttert werden. Lieber etwas weniger, aber einmal mehr füttern. Weichfutter darf nur in sauberen Futtergeschirren— am besten glasierte Tonschüsseln— gegeben werden, wobei zu beachten ist, daß gerade im Sommer dieses Futter leicht säuert. Nasses Grünfutter wird zweckmäßigerweise mit Heu vermengt gegeben, da die Tiere zu nasses Grünfutter sehr gierig aufnehmen, was zu Verdauungsstörungen führen kann. Angefaulte Futtersorten dürfen unter keinen Umständen gegeben werden, da derartiges Futter zu schweren Gesundheitsstörungen führen muß. Rauhfutter gibt man mit Grünfutter in die Raufe, um die Verschmutzung des Futters zu verhindern. Jetzt ist es an der Zeit, Grünfutter für den Winter zu silieren, damit man in der grünfutterarmen Zeit genügend eiweißhaltige Futterstoffe zur=Verfügung hat. Kaninchenfutter muß stets sauber und einwandfrei sein, nicht zu reichlich füttern, lieber einmal mehr. Für frisches Wasser hat der Kaninchenhalter ebenfalls Sorge zu tragen. Besonders empfindlich sind Angorakaninchen, die dementsprechend gefüttert werden müssen. kochia sipho und als Selbstklimmer Die Rerter. hortensie, Hydrangea vetiolaris. Divl.=Gartenbauinspektor Heinz Pohl, Berlin. Man soll die Gartenfrüchte großhacken! Das Großhacken der Gartenfrüchte ist eine alte Gärtnerreael, und man muß sich eigentlich wundern, daß diese so bewährte Regel noch in manchem Garten außer acht gelassen wird. Durch das Hacken wird ja das Unkraut vernichtet, der Boden feucht und locker gehalten und das Wachstum der Pflanzen aufs Beste gefördert. Biüderwense 14. oder Dreieckbepflanzung der Gemüsebeete. Quadrat= oder Viereckbepflanzung fördert das Hacken der Pflanzen. anerdinas ist das sachgemäße Behacken der Gartenbeete. Auch muß man bei den langsam keimenden Karotten und Petersiliensämereien zur Reihenmarkierung schnellwachsende Salatsamen zwischen nreuen diese keimen schneller und ermöglichen bereitt das erste Behacken dieser Beete, wenn Standsämereien noch gar nicht zu sehen Hierdurch wird der verkrustete Boden gelocken und die Unkrautkeime rechtzeitig vernichtet. Beim Auspflanzen der jungen Gemüsesetz linge ist die Quadratvflanzung der Vexhand und Querhacken der Beete bedeutend bequemer ist und sämtliche auf dem Beete stehen den Unkrautpflanzen mit vernichtet werden können. Leichter und schneller aeht die mit den neuen Ziehhacken, als mit den altmodischen Schlaghacken. Die Hackarbeit erfolgt anbesten bei trockenem Wetter und bereits dann. wenn die Unkrautpflänzchen noch klein sind Die abgehackten Unkräuter liegen und vertrocknen. Sobald dann der Boden wieder verkrustet ist und sich neues Unkraut zeigt, wird das Durchhacken der Gemüsebeete wiederholt, bis dann schließlich die Pflanzen so groß geworden sind. daß man mit der Hacke nicht mehr dazwischen kommen kann. Wir unterscheiden nun dreierlei Hackarbeit, und zwar: 1 Flaches Hacken zur Vernichtung des Unkrautes. 2. Tieferes Hacken zur Durchlüftung und Lockerung des Bodens. 3. Das Anhäufel, von Bohnen, Kartoffeln, Kraut, Blumento### usw. Der gehackte Boden ist nicht nur unkrautrein, sondern er bietet auch den besten Schut gegen die Wasserverdunstung. Gartenmeister Karl Erwia. Der Gergr au iueoWol. 135 Teilnehmer waren im Reichsentscheid Die schönsten Schlingen für den hausgarten Eine Anregung für alle Gartenfreunde. Möglichst naturnahe, bodenständige Gartenbilder zu schaffen, ist das Ziel unserer heutigen Gartengestaltung, und hierzu können unsere Klimmer und Ranker mit der ganzen Vielgestaltigkeit in Form und Farbe einen guten Teil beitragen. Jede Mauer= und Wandfläche, jeder Zaun bietet hier Pflanzmöglichkeiten. Der Grund für die verhältnismäßig geringe Verwendung der Kletterpflanzen dürfte wohl in der überholten Ansicht liegen, daß die Klimmer feuchte Hauswände schaffen oder daß berankte Bäume absterben. Das Gegenteil ist im ersteren Falle oft genau bewiesen, im anderen Falle könnte es sich höchstens um jüngere Gehölze handeln. Aber ist es denn wirklich ein so großer Schaden, wenn ein Baum oder Strauch unter den weißlich=rosa Blütenmassen des sich frei entwickelnden Schlingknöterichs, dem gelb=roten Fruchtbehang des Baumwürgers oder den mächtigen Ranken der deutschen Waldrebe zu Grunde geht? Den ganz ängstlichen und zarten Gemütern bietet aber die Masse der mittel= und schwachwüchsigen Schlinger eine reichhaltige Auswahl. Die langen, duftenden, braunvioletten Blütentrauben der Akebie sind prächtige Baumranker, ohne ihnen gefährlich zu werden, sie finden aber auch an Säulen und Bogengängen Verwendung. Die vielen Formen der Clematis(Waldreoe, läßt man im Steingarten durch Latschenkiefern, Zwergtannen oder Zwergwacholder ranken. Bietet aber nur ein kleiner Garten wenig Platz zur Entfaltung der Kletterpflanzen, dann schaffen Rankgerüste, kleine einläufige Pergolen und Wandspaliere noch genügend Pflanzmöglichkeiten. Einfache Wandspaliere am Haus werden am besten an Mauerhaken aufgehängt und mitsamt der Berankung bei nötigwerdenden Fassadenarbeiten ausgehängt und zurückgebogen. Als Pflanzmaterial für schattige Wandsvatiere tommen in Frage Ampelopsis aconitifolia, AristoDer Bergbau gehört zu den Wettkampfgruppen, die ähnlich wie Textil, Bekleidung, Steine und Erden ihre Wettkampforte außerhalb der Stadt Köln suchen mußte. Die Wahl fiel auf Betriebe im Wurmrevier, im Braunkohlenbezirk der Kreise Bergheim und Euskirchen des Gaues Köln=Aachen. Der Erdölbergbau, der in diesem 6. Reichsberufswettkampf zum ersten Male im RBWK. ist, ließ die praktischen Arbeiten in Nienhagen durchführen.. Bei den Erwachsenen hat sich die Zahl der Teilnehmer gegenüber 1938 um rund 100 v. H. verdoppelt. Auch die Jugendlichen haben sich in beträchtlich stärkerem Maße beteiligt, von 45 000 Bergjungmännern nahmen diesmal 30.000 an den Ortswettkampfen teil. Für die Teilnayme am Kölner Reichsentscheid hatten sich schließlich aus den Bergbaugebieten des ganzen Reiches 45 Berajungmänner, 13 Beraschüler und 77 erwachsene Bergleute qualifiziert. Besonders erfreulich war die Teilnahme der männlichen Erwachsenen in der Erdölbergbau, die zum ersten Male im Reichsberufswettkampf standen. Fast licher in dieser Fachgruppe tätigen Arbeiter haben an diesem Wettkampf teilgenommen. Unter den Teilnehmern, die zu den gemeinsamen Veranstaltungen, unter anderem Theorie und Weltanschauung und Sport, nach Köln kamen, befinden sich auch Reichssieger aus früheren Kämpfen, darunter der Reichssieger von 1937 und ein Wettkämpfer aus dem Gau Schlesien, der schon zum dritten Male zum Endkampf antrat. Sonderwertung für den Bergbau. Wegen der großen Dringlichkeit der Nachwuchsfrage wurde für den Berabau im diesjährigen Berufswettkampf zum ersten Male ein Spezialauswertungsformular ausgegeben.“ dieser Auswertung aeht es vor allem auch um die Beantwortung der Frage nach den Gründen der Berufswahl, wobei versönliche Neigung, wirtschaftliche Notwendigkeit und Manael an anderweitigen Arbeits= und Ausbildungsgelegenheiten aufgezählt sind. Außerdem wird nach dem väterlichen Beruf gefragt, um festzustellen, in welchem Ausmaß noch heute im Bergbau traditionelle Berufsgebundenheit besteht oder welche soziale Stellung die Väter des bergbaulichen Nachwuchses überhaupt einnehmen. Und die Siegerförderung? Die Siegerförderung im Berabau kann heute bereits auf eine Anzahl schöner Erfolge zurückblicken. Die Reichssieger der Jugendlichen besuchen fach hundertprozentig die Beraschule. Sie stehen nunmehr kurz vor dem Steigerexamen oder haben es bereits hinter sich gebracht. Dem Gausieger von 1937 des Gaues Westfalen=Süd wurde auf Grund seiner Leistungen der Besuch der Bergvorschule erlassen. Er bestand die Beraaufnahmeprüfung in der Beraschule Bochum und machte dann Ostern d. I. mit Erfolg sein Steigerrramen. Bemerkenswert ist auch der Berufsweg des zweimaligen Reichssiegers Neumann der Fachgruppe„Braunkohle“ aus dem Gau Mark Brandenburg, der nach Ableistung seiner Militärdienstzeit im Oktober 1939 durch die Deutsche Arbeitsfront Gelegenheit erhält, mit Hilfe der Vorstudienförderung den Weg zum Beradiplomingenieur einzuschlagen. Reichssieger von 1938 1940 einen monatlichen Zuschuß von 120.— RM. leistet. Der Berabau steht gegenwärtig in Unterhandlungen mit der entsprechenden Wirtschaftsgruppe zum weiteren Ausbau der Begabtenförderung. Es ist das Ziel des Fachamtsleiters, Parteigenossen Stein, einmal jeden Sieger im RBWK. vom Kreissieger aufwärts durch die Förderungsmaßnahmen erfassen zu lassen. Der Reichsberufswettkampf hat für die Einführung einer planmäßigen Ausbildung des bergbaulichen Nachwuchses, die bis 1933 nur einzelt anzutreffen war, hervorragend gewirkt. Vor allem hat man das Interesse sämtlicher Bergbaubetriebe auf die Wichtigkeit der Lehrwerkstätten hingelenkt. Reichsjugendführung, das Fachamt Bergbau und das Jugendamt der, DAF. bemühen sich bereits seit 1934/35, einen Lehrvertrag für den Bergbaunachwuchs zu bekommen. Neuordnung der Erwachsenenbildung Das Deutsche Volksbildungswerk ihr Träger- Eine Gauarbeitsgemeinschaft in Westsalen=Stie Partei, Staat und Gemeinde sind an den Aufgaben der Erwachsenenbildung, die die geistigen und politisch=weltanschaulichen Erkenntnisse der deutschen Volksgenonen erweitern und vertiefen und sie zu eigenem geistigen und künstlerischem Schaffen in ihrer Freizeit anleiten soll, gleicherweise interessiert. Die an der Erwachsenenbildung beteiligten Stellen haben nunmehr, um die notwendige Zusammenarbeit innerhalb dieses wichtigen Aufgabengebietes herbeizuführen und sicherzustellen, im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Richtlinien für die organisierte Neugestaltung der Erwachsenenbildung vereinbart und gleichzeitig eine Reichsarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung begründet. Der StellvertreGarnn% 12 Ker abnebrabgres Beubioeller en beoht ent Maueröchee sehhst. 1 1 S r s i u s e 8. ter des Führers bestimmt die Parteidienststellen. die in seinem Auftrage an der Reichsarbeitsgemeinschaft teilnehmen. Die Vertreter von Staat und Gemeinden werden durch den Reichserziehungsminister im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister namhaft gemacht. Der Leiter des Amtes, Deutsches Volksbildungswerk, in der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freube wurde mit der Führung der laufenden Geschäfte beaustragt.„..4 Tt.2t 4. Alleiniger, von Partei und Staar unerkannter Träger der Erwachsenenbildungsarbeit ist in Zukunft das Deutsche Volksbildungswerk, das hierzu auf Grund seiner bisherigen Leistungen berufen ist. Die noch vereinzelt außerhalb seiner Organisation stehenden Bildungseinrichtunaen für Erwachsene werden von ihm in Zukunft betreut. Die genannten Richtlinien sehen vor allem den Ausbau der Volksbildung die an die Stelle der ehemaligen Volkshochschulen getreten sind, zu leistungsfähigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung vor. Der Leiter der Volksbildungsstätte beruft Beauftragte der zuständigen Parteidienststellen der NSDAP, des Gemeindeleiters, Vertreter der Behörden sowie Einzelpersönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Beiräten, die ihn bei der Erfüllung seiner Aufgaben beraten. In jedem Gaugebiet wird ferner, der Reichsarbeitsgemeinschaft entsprechend, eine Gauarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung gegründet, der Vertreter der an der Erwachsenenbildungsarbeit beteiligten Parteidienststellen, der Gemeinden und der staatlichen Schulverwaltung angehören. Die Richtlinien stellen so einen wesentlichen Beitrag zur Zusammenfassung aller Kräfte auf einem wichtigen Gebiet der Bildungsarbeit dar. das ehedem unter einer verhänanisvollen Zersplitterung litt. Es wird ein Instrument geschaffen, das, nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausgerichtet, die Gewähr für den systematischen und organisatorischen Aufbau der wachsenenbildung im Dienst der Volksgemeinschaft dietet. .. uno dud dlae ce.. err Ein Zirkus-Roman von A. 4. Rober Anstumatsgant eunutbann 13 Sie wußte keine Antwort darauf, wurde verlegen und war berzlich froh, als Lorenzo dazukam und lachend erklärte, daß seine Frau früher„privat“— das heißt: eine seßhafte Bürgerin— gewesen sei. Schade— dachten die Zirkusleute— schade, daß diese schöne Frau nicht vom Fach ist! Wie gut könnte sie dann Lorenzo assistieren! Sie würde eine wundervolle Figur im Löwenkäfig abgeben! Das sagten wohlmeinende Kollegen auch dem Lorenzo. Er wehrte zuerst lachend ab, aber dann überlegte er: Die Idee war gar nicht so schlecht... Nadja saß in seiner Garderobe und sah zu, wie er sich ankleidete und schminkte. Er wurde ein ganz anderer Mensch. Nicht bloß eine äußerliche Verwandlung ging mit ihm vor, sondern auch eine wesenhafte: Er ließ die Unterhaltung einschlafen— sprach kein Wort mehr— hörte ihre Fragen nicht— dachte ganz in sich hinein— flüsterte zuweilen vor sich hin, seine Augen bekamen einen anderen, ganz eigentümlichen, ekstatischen Glanz. Als er ihr dann die Hand gab und zu den Käfigwagen ging, war ihr das wie ein Abschied fürs Leben. Als er nach seiner Arbeit, die Nadja von den Artistenplätzen aus angesehen hatte, wieder in die Garderobe kam, blutete er an der linken Hand. Nadja schrie entsetzt auf. Er preßte die Hand auf die Wunde.„Nicht schlimm!" beruhigte er.„Lauf zum Stallmeister und hol' Verbandszeug!“ Nach wenigen Minuten war sie damit zur Stelle. Sie reinigten und verbanden die Rißwunde.„Risse von Raubtieren sind immer gefährlich, weil die Tiere oft winzige Fleischreste daran haben und dadurch leicht eine Infektion entstehen kann", erklärte er.„Man muß aufpassen". „Aber wann ist das denn passiert?“ „Als Bosko beim letzten Trick über meinen Arm hinwegsprang, kam er zu tief und streifte mich.“ „Davon habe ich doch nichts bemerkt!" „Du sollst dir überhaupt die Tiere mal näher ansehen— dich für sie interessieren, meine Kleinel“ Dabei lächelte er, aber es war ein merkwürdiges, hintergründiges Lächeln... Die nächsten Tage verbrachte Lorenzo fast gänzlich bei seinen Tieren. Nadja langweilte sich, und sie verhehlte es ihm nicht. Er zuckte die Achseln:„Die Tiere sind mein Beruf, meine Existenz, mein Leben, ich muß mich ihnen widmen. Sieh mal, Nadja: Ich verdiene jetzt tausend Frank täglich— das ist viel Geld. Aber was wird, wenn ich einmal verunglücke und keine Ersparnisse habe?" Nadja dachte eine Weile nach.„Du hast recht", sagte sie dann.„Aber was hast du von deinem Leben, wenn du Tag und Nacht bei den Löwen sitzt und Geld anhäufst? Es gibt so viel Schönes auf der Welt: Natur und Kunst— hier in Brüssel besonders. Was hast du von Brüssel, von Paris, von der ganzen Welt, Lorenzo?“ Er umfaßte sie zärtlich:„Meine Löwen— und dich, Nadja! Das genügt mir!“ „Aber zuerst: die Löwen!“ lächelte sie. Er zuckte die Achseln.„Sie sind nun mal meine Lebensarbeit... Aber“, fuhr er mit stärkerer Stimme fort,„laß uns nicht länger über solche unnützen Dinge schwätzen, Nadja! Wie wäre es, wenn du dir die Langeweile mit ein bißchen Hauskram vertriebest?“ „Wie meinst du das?“ unterbrach sie, ihn groß ansehend. „Ich meine: wir wohnen immer noch im Hotel... Alle anderen Artisten haben ihre Zimmer, die sie möbliert mieten, und die Frauen— alle Artistenfrauen sind sehr tüchtig — machen die Wirtschaft: kochen, bessern Kleider aus und so weiter... Ich weiß ja nicht, ob du davon überhaupt etwas verstehst. Nadja?“ Sie nickte:„Natürlich! Ich habe doch auch in Sofia meinen Haushalt führen müssen!“ „Also— dann würde es dir doch auch Spaß machen, hier als„Madame Lorenzo“ zu wirtschaften?“ Er umfaßte sie fröhlich und küßte sie. Sie sagte zu, erbat aber ein paar Tage Zeit, damit sie sich inzwischen umgucken könnte, wie die anderen Artistenfrauen ihre Wirtschaft führten. In der Vorstellung ereignete sich ein Unglück: eine Ohne=Sattel=Reiterin brach beim Sprung auf ihr Pferd einen Knöchel, war erledigt. Die Nummer wurde vom Programm gestrichen, ausgezahlt und legte sich ins Krankenhaus. „Ich will als Ersatz das Kugelmädchen Hele engagieren“, meinte der Direktor am nächsten Vormittag zu Lorenzo.„Reiterei habe ich sowieso genug im Programm, und die Kugelsache ist neu für Brüssel. Sie kennen die Nummer doch von Südamerika, Lorenzo?"* „Sie ist sehr gut", bestätigte Nelke.„Im übrigen wußte ich nicht, daß sie schon wieder arbeitet.“ „Sie liegt in Kopenhagen still und bietet sich in den Fachblättern an— ich werde also telegraphisch abschließen“, meinte der Direktor. Daß Hele, das Mädchen in der goldenen Kugel, ins Engagement komme, hatte sich im Zirkus sofort herumgesprochen. Man wußte auch schon, daß sie als Manager den ehemaligen Eigentümer des verkrachten Zirkus International habe, einen komischen Kauz, der immer noch nicht vergessen konnte, daß er einmal der Millionär Anders Selling gewesen war und zwischen Größenwahn und Ungeschicklichkeit in seinen neuen, ärmlichen Verhältnissen hin und her schwankte. Die Stimmung den beiden gegenüber war nicht gerade freundlich, weil überall erzählt wurde, daß durch Sellings Uebermut und Heles Verschwendungssucht der Zirkus International, die Arbeitsstätte zahlreicher Zirkusleute, zusammengebrochen war. Lorenzo erzählte Nadja von der in Aussicht stehenden neuen Programmnummer, während sie— auf ihren Wunsch— eine Gemäldegalerie durchschritten. Sie zeigte sich interessiert für die Neuigkeit, lenkte aber die Unterhaltung bald wieder auf die herrlichen Bilder ab, die sie vor sich hatten. Leider mußte sie feststellen, daß Lorenzo dafür wenig Verständnis hatte. Manche Motive freilich fesselten ihn: vor Tierdarstellungen blieb er sogar stehen und betrachtete sie genau. Im allgemeinen aber begriff er Nadjas Freude an dieser ungeheuren Sammlung von Malereien der verschiedensten Arten nicht. Sie sagte sich selber, daß Nelke, ein im bürgerlichen Sinne völlig ungebildeter Mensch, erst zum Kunstverständnis erzogen werden müßte, und manchmal machte er so treffende Bemerkungen, daß sie überzeugt war, man könnte ihn bilden. Aber dann versteifte er sich wieder derartig auf Tiere und Tierisches, daß sie erschrak ob dieser Einseitigkeit. Jetzt standen sie vor einem Löwenbild. Lorenzo, begeistert, sprach auf Nadja ein, suchte ihr alle Schönheiten und Eigenartigen des Tieres zu erkkären, und dabei deutete er es eigentlich menschlich. Nadja ging willig auf seine Ausführungen ein. Sie wollte durchaus auf seinem Wege zu ihm dringen, wenn ihm ihrer noch ungangbar war. Aber sie kam nicht weit: für sie war das Tier etwas Artfremdes, sie verstand Lorenzo in dieser Tierliebe nicht... Aus dem Hotel waren sie immer noch nicht ausgezogen. Nadja hatte mit Artistenfrauen gesprochen, sich ihre Zimmer angesehen, und das hatte ihre Lust zu einem solchen Artistenheim keineswegs gesteigert. Das waren durchweg sehr anständige, überaus fleißige, saubere, tugendhafte Hausfrauen, aber völlig bedürfnislos, ein einförmiges, nur beständig um Arbeit kreisendes Leben führend, vor dem es Nadja graute. Lorenzo hatte auch in den letzten Tagen nicht mehr auf den Wohnungswechsel gedrängt, und so hatte Nadja die Hoffnung, es werde alles bleiben wie bisher. In zehn Tagen war ja auch der Vertrag in Brüssel abgelaufen, und es ging nach der nächsten Stadt: nach Wien. ... Heles Einzug in den Zirkus vollzog sich unauffällig. Eines Mittags, als es im Hause ganz still war, traten Selling und Hele— in eleganten Reisekleidern, mit kleinem, schönem Handgepäck— in das Büro, meldeten sich an und gaben ihre Papiere ab. Selling drückte einem Diener zehn Franken in die Hand und bat ihn, für die Ueberführung der Requisiten vom Bahnhof zum Zirkus zu sorgen. Der Diener war über das hohe Trinkgeld hocherfreut. Hele aber flüsterte Selling zu: „Viel zu viel! Du mußt dich endlich an die neuen Verhältnisse gewöhnen!" Selling winkte ab:„Ich habe ja immerhin noch ein paar Tausender...“ Mit einem Male brach er ab, wies auf ein großes Plakat von Lorenzo:„Der ist hier? Wären wir doch nicht in dies Engagement gegangen!“ „Wir können uns die Engagements nicht aussuchen!“ meinte Hele energisch.„Laß uns nun Unterkunft suchen, damit wir endlich unter Dach und Fach kommen!“ Sie ließen sich vom Sekretär die Wohnungsliste geben und schrieben einige Adressen heraus. Selling war an den Schläfen ergraut. Er war abgemagert, dürr, klapprig, seine Bewegungen waren müde. Er hatte schreckliche Wochen hinter sich. Restlos war durch den Finanzkrach sein Millionenunternehmen vernichtet worden. Ein paar Tage lang hatte Anders Selling einen erbitterten. aufreibenden Kampf mit Zahlen, Bilanzen, Büchern und Menschen geführt. Vergeblich! Nichts— außer ein paar tausend Kronen— verblieb ihm, und er mußte heftigste Vorwürfe einstecken von seinem Bruder Sven, von dem alten Axelrod, von allen Geschäftsfreunden: daß er sich eigensinnig allen ihren Aufforderungen zur schleunigen Rückkehr verschlossen hätte, mit seinem närrischen Zirkuskram in Amerika geblieben wäre. „Ich bin ein armer Mann... Wenn du jetzt von mir gehen willst, dann tu es! Ich werde dir keinen Vorwurf daraus machen!“ So hatte er zu Hele gesagt, als er wußte: Alles war vorbei. Hele hatte geantwortet:„Nein! Ich bleibe bei dir. Anders Selling! Habe ich die guten Tage mit dir geteilt, so will ich auch die schlechten mit dir teilen.“ Ein bißchen freilich hatte Hele auch aus Angst so gesprochen: Sie wußte, daß sie sich durch ihr Verhalten in Südamerika viele Feinde unter den Zirkusleuten gemacht hatte und daß ihr das vielleicht die Engagementsabschlüsse erschweren könnte. So waren sie also übereingekommen: Hele sollte wieder mit ihrer Wunderkugel arbeiten, und Selling sollte sie als Manager begleiten... Die Wohnungssuche war für Selling qualvoll. Was waren das für primitive Buden, in die er da ziehen sollte! Und wenn er fragte, ob es Warmwasserversorgung oder Bad gäbe, dann lachten die Leute schallend. Er bestimmte Hele schließlich, in einem Gasthof Unterkunft zu nehmen. ... Lorenzo arbeitete als letzte Nummer vor der Pause. Und so ergab es sich, daß sie sich gleich am Abend ihres Auftretens auf dem Zirkushof in die Arme liefen. Er kam von seiner Arbeit, sie wollte in die Manege, um den Aufbau ihres Apparates zu beaufsichtigen. Sie blieb vor ihm stehen:„Na— großer Lorenzo? Gratuliere—.“ „Danke— kleine Hele! Bist du ja jetzt wieder — Soll ich dich nun mal kaufen— wie einst ein seiner Herr in Wien?“ Er erschrak selbst, als er es ausgesprochen hatte. Aber Hele blieb ganz ruhig.„Du irrst dich, großer Lorenzo!“ sagte sie, den Bademantel fester um sich ziehend.„Aber vielleicht lernst du mich auch noch einmal kennen!" Ihr Auftreten war ein voller Erfolg. Mit Spannung verfolgte das Publikum, wie die große goldene Kugel ohne jede sichtbare Hilfe die hohe Spirale hinaufrollte, applaudierte lebhaft, als sie sich oben öffnete und die blonde Hele lächelnd herausstieg, beobachtete interessiert, wie die Kugel dann den noch schwierigeren Weg abwärts nahm. Nadja sah sich das Debüt an. Sie fand Hele älter geworden, nicht häßlicher, im Gegenteil: reifer, ernster, bei allem Lächeln, als sei aus einem Spielzeug ein wirklicher Mensch geworden. Nadja sah auch Anders Selling. Er stand am Manegenrand und dirigierte die Diener beim Abbau des Apparates. Der Smoking= anzug war ihm etwas zu weit, die Nase erschien in dem mageren Gesicht übergroß. Er sollte sich wieder einen Schnurrbart stehen lassen, dachte Nadja. Die ganze Figur hatte etwas Zerknittertes. „Der Mann ist fertig!“ meinte Lorenzo leichthin, als sie nachher in seiner Garderobe darüber sprachen. Aber Nadia vergegenwärtigte sich in diesem Augenblick Sellings Augen, sie hatten immer noch einen starken Glanz. Der Mann ist herunter, aber er wird wieder hochkommen, dachte sie ... Ausgerechnet in den allerletzten Tagen des Brüsseler Gastspiels wurde Lorenzo nervös, erregt.„Weshalb haben wir immer noch kein richtiges Artistenzimmer, wie sich's gehört?“ fuhr er Nadja an. „Selling und Hele wohnen doch auch im Hotell“ erwiderte sie. „Aber wie! An Hele kannst du dir ein Beispiel nehmen! Sie wirtschaftet— sie kocht...“ Nadja sah ihn erstaunt an:„Weißt du so genau in Heles Haushalt Bescheid?“ „Jeder weiß es— alle Zirkusleute!“ brummte er und ging zu seinen Löwen. Er war mißmutig. Zunächst ärgerte er sich darüber, daß er sich Hele gegenüber zu einer Bosheit hatte hinreißen lassen. Das war nicht anständig gewesen! Hele aber benahm sich anständig. Daß sie diesen verrückten Selling nicht verlassen hatte, daß sie arbeitete, und gut arbeitete, daß sie bescheiden und tüchtig wirtschaftete wie eine echte Zirkusfrau— das war anständig. Ihre Mutter war gestorben, hatte er gehört, damit war auch die böse Macht von ihr genommen, die immer nur„Geld! Geld! Geld!“ geschrien hatte. Gute Grundeigenschaften schienen nun in Hele aufzukommen... Aber Lorenzo hatte noch einen anderen Grund zur Unzufriedenheit, zur Unruhe. Er fürchtete, daß er allmählich bei Nadja verweichlichen könnte. Er fühlte bei ihr solche Geborgenheit— es war alles so bestrickend und beglückend: Nadjas Liebe, Nadjas Schönheit, das Wohlleben in dem vornehmen Hotel, die weiche, sanfte Glückseligkeit... Er liebte das alles, er empfand ja, nach seiner harten und grauen Jugend, zum erstenmal diese schöne, warme Welt. Aber er war Dompteur! Das hieß, er mußte in seinem innersten Kern von kristallener Härte und Klarheit bleiben... ... Der Zirkusdirektor ließ Herrn Selling kommen.„Es tut mir leid, Herr Selling, ich muß den Vertrag mit Ihrer Kugelnummer lösen!“ „Aber weshalb denn? Sie hat doch starken Erfolg? Sie ist eine erstklassige Nummer... Ich verbitte mir jede abfällige Bemerkung!" stieß Selling heraus, am ganzen Körper zitternd. Der Direktor klopfte ihm beruhigend auf die Schulter:„Darüber— über die Güte der Nummer— ist kein Wort zu verlieren, Mister Selling. Aber da ist etwas anderes! Nämlich: Ich finde hier in den neuesten Fachblättern sehr heftige Angriffe auf Sie und Hele wegen ihres Zirkus International. Da schildern Artisten, die bei Ihnen engagiert waren, wie sie durch Ihre Unkenntnis und Heles Verschwendungssucht um ihr Brot gekommen sind..“ „Bitte!“ unterbrach Selling.„Das ist glatte Lüge! Es gibt nicht einen Zirkusmenschen, den ich nicht voll ausgezahlt hätte! Und wenn noch temand eine Forderung haben sollte so erkläre ich mich bereit, sie sofort zu erfüllen!“ Er schrie es, und seine Augen glühten. „Dann tun Sie das, bitte!“ schnitt der Direktor ab und gab ihm die Blätter.„Antworten Sie auf diese Vorwürfe öffentlich! Bringen Sie in Ordnung, was etwa noch in Ordnung zu bringen ist! Aber bei mir kann die Kugelnummer vorläufig nicht in Engagement bleiben, das verbieten mir die Satzungen des Internationalen Direktorenverbandes.“ Hele nahm die Hiobsbotschaft gefaßt auf. „Wir haben ein gutes Gewissen“, sagte sie zu dem noch immer maßlos erregten Selling, „und wir werden diesen Verleumdern schon die Mäuler stopfen!" Sang= und klanglos verschwand Heles Kugelnummer aus dem Brüsseler Zirkus... Nadja atmete auf, als sie davon hörte. Es war ihr, als sei mit Hele eine Gefahr an ihr vorübergegangen. Auch Lorenzo war wieder freundlicher, und so klang das Gastspiel in Brüssel harmonisch aus. * Wien, im vollen Frühlingsschmuck, zeigte sich von seiner schönsten Seite, als Lorenzo und Nadja eintrafen. In einer fröhlichen, farbenfreudigen Parade wurde der berühmte Dompteur vom Bahnhof durch die Hauptstraßen zum Praterzirkus geleitet, wo gleich eine Begrüßungsfeier mit zahllosen Pressevertretern und geladenen Gästen stattfand. Das Debüt in der Abendvorstellung wurde ein sensationeller Erfolg. Alles war rauschend, jubelnd in dieser Stadt, und in einem jubelnden Zusammenklingen fanden sich auch Nadja und Lorenzo wieder. Als sie eines Nachts aus der Vorstellung kamen und Lorenzo ein Auto anrufen wollte, das sie zum Hotel bringen sollte, wehrte Nadja ab:„Komm— laß uns zu Fuß gehen! Ich habe eine Ueberraschung für dich!“ Sie zog ihn mit sich, in eine Seitenstraße. Nach kurzer Zeit schon blieb Nadja vor einem großen Miethause stehen, nahm einen Schlüssel aus ihrer Tasche, schloß auf— ging voran, die erste Stiege hinauf— schloß wieder auf— schubste Lorenzo hinein— knipste Licht an.„Hier werden wir nun also von jetzt an hausen!“ erklärte sie endlich.„Als echte Artisten... Hoffentlich gefällt es dir?“ Lorenzo stand wie angewurzelt. Dann schloß er lachend Nadja in seine mächtigen Arme. „Das hast du aber fein gemacht! Und in aller Heimlichkeit! Wie hast du das bloß angestellt?“ Sie berichtete, wie sie tagelang nach einer Wohnung in der Nähe des Zirkus gesucht und endlich dies hier gefunden hätte. Heute nachmittag— während er bei seinen Löwen war— hatte sie im Hotel abgerechnet und das Gepäck herüberbringen lassen. Für die Küche hatte sie eine ganze Ausstattung besorgt, und nun konnten sie zum erstenmal essen, was Nadja gekocht hatte! Es schmeckte Lorenzo vortrefflich, und er lobte sie über alle Maßen. „Ich wollte mich doch nicht durch Hele beschämen lassen!“ lachte sie. „Das brauchst du auch wirklich nicht! Besser kann keine Artistenfrau kochen... Und dann beginnt wieder ein ganz neues Leben für uns!“ Er rief es übermütig und lohnte ihr die gelungene Ueberraschung mit vielen Küssen... Einige Tage später gab es im Zirkus einen merkwürdigen Zwischenfall. Während Lorenzos Löwen in den Zentralkäfig getrieben wurden, erhob sich in der Loge ein Herr, ging schnell auf die Manege zu— ganz dicht an das Gitter heran, um die Löwen darin genau zu betrachten... Glücklicherweise konnte ein herbeistürzender Diener den Neugierigen zurückstoßen, ebe eines der Tiere durch die Stäbe geschlager hatte. Unmittelbar darauf betrat Lorenzo den Käfig und begann seine Arbeit, während einige Herren den— augenscheinlich kranken— Mann in die Loge zurückholten. Inmitten einer Gesellschaft junger Herren blieb er dort sitzen und verfolgte Lorenzos Vorführung mit außerster Spannung. Er war klein, gekrümmt, sein Haar war schlohweiß, sein Gesicht bestand aus zahllosen Falten, sein Hals, seine Hände waren erschreckend mager. Er mußte steinalt sein und schwer leidend, denn die anderen Herren waren ängstlich um ihn besorgt. Lorenzo vernahm erst nach seiner Arbeit vom Oberregisseur, was sich vor seinem Auftreten ereignet hatte. Die Angelegenheit inter. essierte ihn nicht sonderlich. (Fortsetzung folgt.)