Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 Re(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. 4 2.—(einschl. 28.2 N## Seitungsgebühr und 0.44## Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N## Bestellgeld. Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 essun ee bahe tun a#.. Scheter Beimatbatt:.., Weseene Stadt Lchwerte, die Amter Westhosen Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Eageszen. Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 Pr“ Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 103 Schwerte(Ruhr), Donnerstag, 4. Mai 1939 71. Jahrgang Der rote ktaßennnnt, 0 Völlig überraschender Wechsel in Mosrau Als Nachfolger der stalintreue Volkskommissar Molosow ernannt Die SA.: die Geburtsstätte der deutschenvonksgehensthat! Tr-- Stabschef der SA. Moskau, 3. Mai. Das Präsidium des Obersten Sowjetausschusses hat nach einer Meldung der amtlichen Agentur TASS den Ministerpräsidenten Molotow unter Belassung in seinem bisherigen Amt zum Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten ernannt und Litwinow=Finkelstein„auf eigenen Wunsch" von seinen Amtsgeschäften als Außenkommissar entbunden. der Ein Arteil Lindberghe Fünfjähriger Vorsprung Deutschlands in Flugforschung Newyork, 3. Mai. Oberst Lindbergh, der sich zurzeit in Virginia aufhält, äußerte sich in der Flugversuchsanstalt Langley Field vor Regierungsbeamten und Flugsachverständigen über seine Eindrücke, die er während seines langen Aufenthalts in Europn über den Stand der Flugforschung in den einzelnen Staaten hatte. Lindbergh sagte voraus, wie aus einer Meldung der United Preß hervorgeht, daß die europäischen Mächte, vor allem aber Deutschland, ihren fünfjährigen sprung auf dem Gebiete der Flugforschung beibehalten würden, falls Hieg, eher, Staaten nicht sofort ihre Versuchsanstalten für Luftfahrt erheblich ausbauten.— Bekanntlich wurde Lindbergh vor einiger Zeit von Roosevelt direkt beauftragt, sich um den Stand der Flugforschung in den Vereinigten Staaten zu kümmern. Seine ersten Eindrücke scheinen demnach nicht allzu begeistert gewesen zu sein. Loeb“ auf Formosa Am Donnerstag in Tokio Schanghai, 3. Mai. Das dreimotorige deutsche Flugzeug„Hans Loeb“ unter der Führung des Freiherrn von Gablenz landete nach glattem Flug, von Hongkong kommend, in Taihoku auf Formosa. Dem Flugzeug wurde bei seiner Landung in Taihoku auf Formosa von den städtischen Behörden und der Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil. Nach einer Zwischenlandung in Fukuoka auf Kiuschi, wo der dortige Oberpräsident, der Oberbürgermeister und Vertreter der Luftfahrtverbände einen Empfang zu Ehren des Freiherrn von Gablenz geben werden, wird das Flugzeug am Donnerstag gegen Abend in Tokio erwartet. zur Deutsche Zustimmung Aenderung des Aalands=Abkommens Berlin, 3. Mai. Die deutsche Regierung hat den finnisch=schwedischen Vorschlägen auf eine Abänderung des Aalands=Abkommens im Sinne einer Befestigung der südlichen Aalands=Inseln und der Berechtigung zu gewissen anderen militärischen Verteidigungsmaßnahmen auf den Inseln zugestimmt. Die Neutralität Schwedens und Finnlands im Falle etwaiger kriegerischer Verwicklungen, die den Ostseeraum berühren, ist dabei eine selbstverständliche Voraussetzung. Ebenso selbstverständlich ist, daß die deutsche Haltung gegenüber dem Völkerbund, dem in dem Aglands=Abkommen gewisse Aufgaben zugewiesen waren, dadurch keine Aenderung erährt. schen Provinz Aserbeidschan in ungünstiges Wetter mit Nebel und Sturm. Nur eine Maschine erreichte den türkischen Heimathafen Diarbekir, eine zweite konnte nach Teheran zurückkehren. Zwei weitere Maschinen notlandeten bei Täbris, eine andere bei Ardabil. Die sechste Maschine verunglückte bei der Notlandung in der Nähe von Meschilnschahr und verbrannte, wobei ein Mann der Besatzung getötet wurde. Das siebente Flugzeug stürzte bei Meschilnschahr ab. Auch hierbei gab es einen Toten, während sich zwei Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm retten konnten. Zweite Amtsperiode Lebruns Französisches Parlament am 11. Mai Paris, 3. Mai. In innenpolitischer Hinsicht lenken einige Blätter ihre Aufmerksamkeit auf den 11. Mai, den Tag. an dem der Staatspräsident Lebrun offiziell sein zweites Septennat antreten wird. Verfassungsmäßig muß die Regierung Daladier am 10. Mai dem Staatspräsidenten den Rücktritt einreichen. Der Jour“ betont in diesem Zusammenhang, daß dieser Rücktritt jedoch eine einfache Formalität und daß eine„Regiexuggskrige nicht zu befürchten sei. Das Blatt befaßt sich mit der Frage, ob Daladier, wie man in parlamentarischen und politischen Kreisen zu wissen glaubt, einige Ministerportefeuilles neu verteilen oder gar den einen oder anderen seiner jetzigen Mitarbeiter ausbooten werde, doch hält das Blatt wegen der innen= und außenpolitischen Lage auch diese Möglichkeit für fast ausgeschlossen. Das belgische Kabinett befaßte sich in seiner Sitzung am Dienstag u. a. mit den vor einiger Zeit getroffenen Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze. Landesverteidigungsminnger Denis teilte mit, daß diese Maßnahmen bis auf weiteres aufrechterhalten würden. Von Viktor Lutze, Die wahre Gemeinschaft eines Volkes bedingt eine Weltanschauung. Eine zweite schon muß diese Einheit illusorisch machen. Die SA. aber ist die Geburtsstätte der deutschen Volksgemeinschaft; und daß sie über deren Erhaltung wacht, ist eine Selbstverständlichkeit! „Die neue deutsche Gesellschaftsordnung, die auf der Verneinung der kapitalistischen und auf der Bejahung der blutsmäßig gebundenen völkischen Weltanschauung beruht, findet ihren sichtbarsten Niederschlag in der SA.! Im Gegensatz zum Marxismus kennt der deutsche Sozialismus eine aristokratische Schichtung. Der Vorwurf, daß die Uniformierung der Partei jegliche Unterschiedlichkeit verwische und einer kommunistischen Gleichmacherei nahekomme, ist nur richtig, wenn man ihn von der Warte in Deutschland schon überholter Weltanschauungen betrachtet. Aristokratie im nationalsozialistischen Sinne ist unabhängig von Herkunft, Namen, Besitz und Beruf. Diese Begriffe zu Unterschiedlichkeiten im aristokratischen Sinne zu erheben, hat Klassenbildung und damit Klassenhaß und Standesdünkel im Gefolge., Der SA.-Mann hat sich freigemacht von ihnen! Es ist richtig und auch gewollt, daß die Uniformierung äußere Unterschiede beseitiat. Die Aristokratie als solche aber kommt dadurch erst zu ihrem Recht! Wir fragen nicht: was bist du?. sondern: wie bist du?, nicht: woher kommst du?, sondern: was leistest du für die Gemeinschaft? und nehmen danach die Bewertung des einzelnen vor. Das ist die Aristokratie des deutschen Sozialismus, der in der SA. vorgelebt wird: denn es kommt nicht nur darauf an, Erkenntnisse zu erarbeiten und ihnen vielleicht in der- Literatur ein Denkmal zu setzen. Wesentlicher ist der Mut, aus einer Erkenntnis auch die Nutzanwendung zu ziehen, sie in die Praris umzusetzen. Nur so macht man Geschichte! Die SA. besteht ausschließlich aus ideellen freiwilligen und uneigennützigen Männern, die heute wie früher materielle und ideelle Opfer bringen müssen. Aus Männern, die nie klingenden Lohn bekommen haben, einen solchen auch nicht beanspruchen. Großindustrielle Finanziers und andere Geldgeber— wie es immer so schön hieß— hat die SA. noch nie gehabt, wenn auch ein Teil der geschätzten Weltmeinung heute noch nicht verstehen kann, daß es freiwillige politische Soldaten gibt, die ihren Mantel, ihre Uniform, ihre ganze Ausrüstung aus eigenen, oft kärglichen Mitteln bestritten haben und noch bestreiDer SA.=Mann ist Vorbild im Opfern und in der Härte gegen sich selbst. Nur darum war es auch möglich, daß er über ein Jahrzehnt lang aufrecht, allen Anfeindungen zum Trotz, seinen Weg ging, daß er nicht wankte und schwach wurde in einer Zeit, wo alles Alls der SA.Mann sich 1921 zum erstenmal und 1925 zum zweitenmal gegen alles zum Kampf stellte, hielt man ihn für größenwahnRibbentrop fährt nach Italien Zusammentreffen mit Graf Ciano am Comer See Berlin, 3. Mai. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop wird sich am Donnerstagabend zu einem mehrtägigen privaten Aufenthalt nach Oberitalien begeben.“ Der Reichsaußenminister wird bei dieser Gelegenheit am Comer See mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano zuvomwentriffen. Chauvinismus Schweres Mißgeschick eines türkischen Fluggeschwaders. Teberan, 3. Mai Die sieben türkischen Milikäirflugzeuge, die Teheran anläßlich der Hochkeitsfeiern des Kronprinzen besuchten, gerieten auf dem Rückflug über der nordwestiraniWas die Bedeutung dieses Wortes in übelstem Sinne besagen will, das zeigen die Polen in den letzten Tagen und das zeigten sie besonders an ihrem gestrigen Staatsfeiertag, mit dem der 148. Jahrestag der Verfassung vom 3. Mai 1791 begangen wurde. Ein großes Gepränge gab es nicht. Halbmilitärische Organisationen und Formationen stellten den größten Teil der Militärparade, da Polen den größten Teil seines Militärs mobilisiert an den Grenzen hält Die polnische Republik zeigt sich in einer Kriegsbereitschaft, die gerade in dem Augenblick unangenehm wirkt, da sie ein deutsches Angebot zu einer vernünftigen Regelung der schwebenden Fragen abgelehnt und dafür die Garantie Großbrikanniens eingetauscht hat. Was diesen Eindruck des Unangenehmen noch verstärkt, ist die großsprecherische Hetze und geschwollene Sprache, mit denen Presse und chauvinistische Kreise die Bevölkerung aufzuputschen suchen. So wurden bei der Parade die in den letzten Tagen mehrfach gehörten Rufe nach einer mili; tärischen Besetzung der rein deutschen Stadt Danzig laut man bezeichnete unbekümmert Ostpreußen, Schlesien und den Korridor als zu den vitalsten Juteressen Polens gehöhrend und verlangt die Einverleibung Oberschiesiens bis an Uind warum dieses Geschreis Bedrobt etwa Deutschland Polens Unversehrtheit oder seine lebenswichtigen Interessen? Das deutsche Angepot. Posens Westgrenze zu garankkeren, seine Interessen in der Gewährung eines Freihafens anzuerkennen und das Angebot eines 25 Jahre, dauernden Nichtangriffsvaktes widerlegen diese Behauptungen. Alle diese Bemühungen von deutscher Seite zeigen ganz klar, daß das Reich mit Polen in Frieden und Eintracht zu leben wünscht. Die anmaßenden Forderungen Polens haben auch in England und Frankreich wie eine Bombe eingeschlagen. Man muß zwar über diese Wirkung der volnischen Provokationen anmaßenden Haltung janze Einkreisungspoli: Ausgangspunkt verwundert sein, denn gerade die Pariser und Londoner Presse haben erst mit der Rückendeckung durch die verantwortlichen Kreise des Quai d'Orsay und des Foreign Office Polen zu seiner stuxen„und anmaßenden,„Haltung aufgeputscht. Die ganze tik überhaupt hat ihren in der die Unabhängigkeit Nun tut man in Paris und London überzascht über den Ton, den die polnische Presse anschlägt und versucht sich das Mäntelchen der Unschuld umzuhängen und der Welt weiszumachen, daß weder Paris noch London Warschau keinesw angeregt man die dreisten maß nicht gewollt hat. Wenn Paris und London in diesem Augenblick bremsen, so dürfte hinter dieser plötzlichen Einstellung nicht zuletzt die Angst vor der eigenen Courage stehen. Immer stärker tritt namentlich die Ansicht in den Vordergrund, daß es sich für England und Frankreich nicht lohne, wegen Danzig in einen Krieg einzutreten. So schreibt die„Daily Mail“, da England eine Garantie für Polen übernommen habe, sei das englische Volk an der ganzen Angelegenheit interessiert. Die rivalisierenden Bestrebungen Polens und Deutschlands seien nichtunver: einbar und es würde schwer sein. die Demokratien davon zu überzeugen, daß eine Lösung, durch die die polnischen Wirtschaftsinteressen sichergestellt würden, nicht auf dem Verhandlungswege erreicht werden könnte. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine in gut unterrichteten englischen Kreisen aufgekommene Vermutung, wo die polnischen Forderungen„geboren“ wurden. Diese Vermutung weist nach London zur dortigen polnischen Botschaft, der in den letzten Tagen schon mehrfach ein gefährliches Intrigenspiel nachgewiesen werden konnte. sinnig und irrsinnig. Und als der Führer zu jener Zeit erklärte, daß die Sturmfahne der SA. einstmals die Fahne Deutschlands sein würde, fehlte es nicht an Zeitgenossen, die mitleidig sind wir haben gesiegt! Die Sturmfahne der SA. ist heute die Fahne Deutschlands! Und der SA.=Mann selbst ist der unermüdliche Kämpfer seiner Weltanschauung, eine der stärksten Säulen des Staates. Das war ihre Aufgabe, ist ihre Aufgabe und wird ewig ihre Aufgabe sein! Wir haben einen Wall aufgerichtet, verankert im Glauben, im Opfer und in der Einsatzbereitschaft für die nationalsozialistische, Idee Wir werden diesen Wall verbreitern und erhöhen, und damit Deutschland schützen gegen den Feind des Staates und so unsere hohe Aufgabe erfüllen, nicht nur für Deutschland, sondern zum Nutzen der gesamten Welt gegen den alles zersetzenden, völkerverheerenden Kommunismus. Und wir werden diesen Wall wenn es sein muß— mit unseren Leibern decken und mit unserem Blut zu Granit härten, weil wir wissen, daß auf diesem Wall der erste SA.=Mann Deutschlands steht: unser Führer Adolf Hitler! Wil einem Iila... Reichsaußenminister von Ribbentrop wird sich Donnerstag abend zu einem mehrtägigen privaten Aufenthalt nach Oberitalien begeben. Dabei wird er mit dem italienischen Außenminister am Comer See zusammentreffen. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat dem Inspekteur der Wehrmachtnachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht, Generalmajor Fellgiebel, im Rahmen des Vierjahresplanes den Auftrag erteilt, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die technischen Nachrichtenmittel zu vereinheitlichen. Der Illustrowany Kurjer Codzienny setzt seine Forderung nach Vereinigung Ostpreußens mit Polen fort, während das berüchtigte Kattowitzer Hetzblatt Polonia und die ebenso unverschämte Polska Zachodnia darüber„klagen",„daß Polen 1921 ein schweres Leid bei der Grenzziehung zugefügt worden sei“. Die Polonia bringt eine Karte mit der Korfanty=Linie, die die Einverleibung Oberschlesiens bis an die Oder bei Oppeln vorsieht. Anmißverständliche Sprache Roms Londener Bampfer für Peien Ernste Warnungen an Polen und die westlichen Demokratien Rom, 3. Mai. Wenn die italienische Presse Danzig und der Danziger Frage besondere Beachtung schenkt, wenn die Freie Stadt, die nach der Wiedervereinigung mit dem Reiche strebt, nicht nur vom politischen, sondern auch vom wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkt den Italienern in ausführlichen Schilderungen nabegebracht wird, so ist der Grund zweifelsohne zu suchen in jener unglückseligen, von der gesamten römischen Presse groß aufgemachten Behauptung einer Warschauer Zeitung,„daß Danzig den Krieg“ bedente.„ In Rom hat man seit der Reichstagsreor des Führers die polnische Versteifung aufmerksam verfolgt und nicht verfehlt, auf die Gefahren einer durch nichts und zum allerwenigsten durch die maßvollen deutschen Wünsche gerechtfertigte Haltung aufmerksam zu machen, die auch die traditionelle Frcundschaft, die Italien zu Polen gepflogen habe, mit Füßen zu treten gerignet fei. Mit größtem Bedauern stellt man fest, daß Polen unter dem unheilvollen Einfluß dri englischen Politik sich auf eine Gefahreulinie begebe, für die es selbst verantwortlich sei und die auch das sowictrussische Gepenst heraufbeschwören würde. Denn Polen dürfe sich, wir in zuständigen römischen Kreisen anfdrücklich betont wird, keinem Zweifel darüber hingehen, daß eine deutschpolnische Anseinandetsetzung von Italien nicht als ein„Fait divers“, sondern als eine die gesamte europäische Konstellation berührende Angelegenheit an schen werden müßte. Wenn etwn der polnischen Staatsführung von englischer oder französischer Seite der Floh ins Ohr ersetzt sein follte, daß— ungewisse Verlautbarungen von jenseits der Alpen und des Kanals scheinen darauf hinzuweisen— ma Italien dach noch in der einen oder anderen Form neutralisieren könnte, nnisse die Feststellung des halbamtlichen„Giornale d'Italia“ solche Illusionen ein für allemal zerstörrm. Was frellt das Sprachrohr des italicnischen Außenamtes jest? Nicht mehr und„nicht weniger, als daß Frankreich nach allen vergeblichen Versuchen, Italien von der Achse loszureißen, in einem Wutanfall mit Drohungen übelster Art arbeite, Drohungen, durch die man den einfachen Mann in Italien einschüchtern möchte. Typisch sei die Behauptung des„Journal des Debats“, daß im Ernstfalle Italien an der Seite Deutschlands der„Leidtragende“ sein werde, woil man binnen kürzester Frist das Land in Schutt und Asche legen. könnte. Aber solche Drohungen könnten nicht mehr versangen. Drun Italien sei bis an die Zähne gerüstet und werde zu Lande, zu Wasser und in der Luft, von den noch gar nicht bekannten Mitteln des chemischen Krieges zu schweigen, beweison, daß Frankreich, wenn es hart auf hart gehe, wie auch der Krieg ausgehen möge, leergeblutet fein und nicht mehr die Kraft zum Neuaufbau haben werde. Was deu unparteiischen Boobachter an dieser Pressepolemik, der ein ernsterer Hintergrund zugrunde liegt, besonders interessiert. ist die Schärfe des Tones, die nicht mehr als Ausfluß einer taktischen Erwägung gelten kann, sondern als das Bekenntnis zum entschlossenen Handeln gewertet werden muß. Der neue englische Bosschafter Sir Percy Lorraine, der zur Uebernahme seines Postens in Rom eingctroffen ist, wird sich die scharfe Abfuhr, die die römische Presse den englischen Manövern erteilt, zu Gemüte führen müssen, wenn er überhaupt in Rom eine andere, als nur eine statistische Rolle zu spielen beabsichtigt. Am Mittwoch braucht man nur einen Blick in die römische Presse zu werfen, um sich von der Stimmung und den Ansichten zu überzeugen, die in hiesigen politischen Kreisen über die internationale Lage herrschen. Die Intransigenz des volnischen Außenministers Beck wird übel vermerkt, und der Wettlauf der Bolschewisten mit den sogenanten Demokmtien um das Attenbat auf den Weltfrieden sindet einhellige Verurteilung. Es ist schon kürzlich darauf hingewiesen worden, daß Italien an die Adresse Polens einen freundschaftlichen Rat auf Grund der bisher guten Beziehungen beider Länder zu erteilen sich berechtigt glaubte, sich in Warschau nicht allzu sehr aufs hohe Roß zu setzen und Mäßigung zu üben,„ehe es zu spät ist“. Diese freundschaftliche Warnung ist von einem Teil der polnischen Presse zum Anlaß einer heftigen Polemik gegen Italien genommen worden. Hiergegen macht die römische Presse F.-t. So schreibt„Popolo di Roma“, von Nder grundsätzlich antipolnischen Einstellung, die man Italien zuschreiben wolle, könne keine Rede sein. Abgesehen von dem Rat, Vernunft anzunehmen, finde sich in keinem einzigen italienischen Blatt irgendwie ein * K r i e g s r u f o d e r e i n e u n f r e u n d l i c h e A e u ß e r u n g gegenüber Warschau. Altrarapid=Elektrozug Rom—Mailand in viereinviertel Stunden Mailand, 3. Mai. Auf der Eisenbahnlinie Mailand—Florenz—Rom werden Versuchsfahrten mit einem Ultrarapid=Elektrozug durchgeführt, der bei einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometer die Strecke Rom— Mailand in nur vier Stunden 16 Minuten zurücklegen wird. Wenn die Probefahrten günstige Ergebniffe liefern, soll diese neue Schnellverbindung am 15. Mai aufgenommen werden. Die Schnellzüge zwischen den beiden italienischen Großstädten brauchten bisher sechs Stunden. Die normale Fahrt beträgt sieben bis acht Stranden Pelen sollte im Vertrauen auf die Garantie nicht zu weit gehen Aber die Hetzpresse putscht London, 3. Mai. Das britische Kabinett trat zum zweitenmal in dieser Woche zu einer Sitzung zusammen, um die Antwort auf die letzten sowjetrussischen Gegenvorschläge zu prüfen, vor allem aber, um die weitere Entwicklung der deutsch=volnischen Beziehungen zu erörtern. Die Versteifung der Lage infolge der polnischen Haltung wird hier mit einer gewissen Unruhe unnd Nervosität verfolgt. Die Londoner Presse heuchelt Besorgnis, unterstützt aber Warschau in seiner unsinnigen Politik und gibt sich krampfhafte Mühe,„vitale Interessen Polens an Danzig“ zu konstruieren. Die Vermutung liegt nahe, daß die verbrecherischen Gerüchte von polnischen Protektoratsforderungen über Danzig hier in Loudon geboren worden find, um die englische Oeffentlichkeit auf eine Unterstützung weitgehender polnischer Forderungen festzulegen und damit einen Druck auf die Londoner Regierung ausznüben. Wie weit hierbei die polnische Botschaft mit im Spiele war, bleibt eine offene Frage. Die britische Haltung gegenüber Polen ist von der bekannten Doppelgleisigkeit britischer Politik bestinkmt. Auf der einen Seite hat man Polen vor einigen Wochen mit einem Beistandsversprochen bedacht, auf der anderen Scite aber zeigt man hier nicht allzu viel Neigung, es wegen Danzig und dem Korridor, die ja beide für das britische Interesse bedeutungslos sind, unn zum Acußersten kommen zu laffen. Man beobachtet daher mit einem gewissen, wenn auch noch nicht offen eingestandenen Unbehagen die durch die Agitation der Westdemokratien geforderte Großsprecherei Polens, die der wahren Tatsachenlage einer zwischen zwei großen Staaten eingezwängten kleinen Nation keinerlei realpolitische Rechnung trägt. Man müsse zwischen der offiziellen Stellungnahme der Warschauer Rogierung und den wilden Gerüchten der polnischen Presse unterscheiden, meint die „Times“. Die Warschauer Rogierung scheint nun die Londoner Rogierung über den Standpunkt, den Polen am Freitag in der Rede des Außenministers Beck einnehmen will, unterrichtet zu haben. Der diplomatische Korrespondent der „Times“ berichtet„auf Grund aus Warschau eingetroffeuer Berichte", daß die polnische Regierung ihren Standpnnkt in drei Punkteu zusammenfassen wolle. Wir vermerken diese„Times"=Auslassung mit deren sehr ernstem Hiuweis, daß im Falle ihrer Richtigkeit die polnische Regierung den Führer einer Unehrlichkeit bezichtigt! Laut„Times“ hat Warschau in Londou mitgeteilt: 1. Die pulnische Regierung ist von dem doutschen Vorschlag auf Abschluß eines Richtangriffsvertrages für die Dauer von 25 Jahren offiziell nicht unterrichtet morden. Ebenso hat die polnische Regierung keine Kenntnis von der in der Führerrede erwähnten Garantie für die Slowakei erhalten. 2. Die potnische Regicrung ist nicht in der Lage, Deutschland eine exterritoriale Straße durch den Korridor einzuräumen, dagegen ist die polnische Regierung berrit, Deutschland Zollerleichterungen für den Kraftwagenverkehr durch den Korridor zu #rwähren. 3. Die polnische Regierung wünscht eine Garantie dahin, daß Danzig von Deutsch= land nicht als eine gegen Polen gerichtete Basis benntzt wird. Der judeuhörige„Daily Telegraph“ tritt, wie nicht andeus zu erwarten war, vollkommen für Polen ein und sucht sogar den Dier im Umlauf befindlichen Eenüchten entbegenzutreten, daß London in Warschau zu verstehen gegeben habe, in England bestehe keine Reigung, sich wegen Danzig und den Korridor in einen Krieg hineinreißen zu lassen, dessen Ausgang unersichtlich sei. „Daily Mail“, der die an Größenwahn reichende Ueberheblichkeit der Warschauer Presse auf die Nerven zu gehen scheint, erklärt frank und fori, auch Frankreich sei wie England heute nicht bereit, sich wegen eines Streitfalles um die Sicherung polnischer Wirtschaftsinteressen in einen europäischen Konflikt zu stürzen. Selbst der linksradikale Abgeordnete Bernon Bartlett sieht sich veranlaßt, die polnische Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß Polen im Vertrauen auf die britischen Garantien nicht zu weit gehen dürfe. Es scheint überhaupt so, als ob hier mehr und mehr ein unbehagliches Empfinden Platz greift. Infolge der Polen gewährten Beistandsverpflichtungen liege es allein in der Hand Warschaus, ob das britische Empire in einen Weltkrieg hineingerät, den zu wünschen man hier offensichtlich— auch im Hinblick auf das Rüstungspotential— keinen Anlaß hat. Die Frage, ob die britische Beistands= Garautie für Polen sich auch auf Danzig erstrecke, tauchte bereits nach ihrer Abgabe auf. Die Regierungspresse sucht diese Frage zu beantworten, indem sie auf die Formulierung der britischen Garantie hinweist und festgestellt wird, daß danach der britische Beistand für Polen in Kraft trete, sofern a) die Unabhängigkeit und die territoriale Unversehrtheit Polens bedroht seien, und b) Polen zu einem geschlossenen nationalen Widerstand überzugehen sich gezwungen sehe. Diese Bedingungen müßten gleichzeitig erfüllt sein, bevor die britische Garantie wirksam werde. Dieser grundsätzliche Standpunkt warde jedenfalls auch in der der Regierung nahestehenden Presse damals eingenommen. Die Erinnerung daran legt die Vermutung nahe, daß die Londoner Regierung anscheinend von neuem den bisherigen Standpunkt erwähnt und zum Ausdruck gebracht hat, daß das Wirksamwerden der britischen Beistandsverpflichtung für Polen an die beiden in der Formel genannten Bedingungen gebunden ist. Chamberlain kann nicht antworten London, 3. Mai. Premierminister Chamberlain wurde am Mittwoch wiederum nach dem Stand der Verhandlungen mit der Sowjetunion gefragt. Er erklärte, seinen bisherigen Erklärungen= nichts hinzufügen zu können. Mit der türkischen Regierung stehe die britische Regierung weiter in enger Fühlung. Die Beantwortung der Frage eines Konservativen, ob und welche grundsätzlichen Widerstände gegen die Aushandelung eines glatten Beistandspaktes mit der Sowjetregierung nach dem Vorb##d des französisch=sowjetrussischen Paktes bestünden, lehnte Chamberlain mit dem Bemerken ab, in diesem Stadium diese Frage nicht beantworten zu können. Weiter wurde der Premierminister gefragt, ob man Schritte tue, um die an Rumänien und Griechenland gegebenen Garantien gegenseitig auszugestalten. Unterstaatssekretär Butler verneinte. Ebenso verneinte er auch eine Anfrage, ob man die an Polen gegebene Garantie auf der Basis der Gegenseitigkeit ausbauen wolle. Dehe Velgischer Marristen Künstlich geputschter Kampf gegen das Auslandsdeutschtum Brüssel, 3. Mai. Beinahe die gesamte belgische Presse hat ein im Grunde harmloses Vorkommnis aufgegriffen und aus einem sogenannten„Zwischenfall von Winterslag“ eine Hetze gegen die in Belgien ansassigen Deutschen künstlich entfacht. Die erste Meldung war bezeichnenderweise vom marxistischen „Peuple“ gebracht worden unter der sensationellen Ueberschrift:„Geschützt durch die Konsularagenten Hitlers pronozieren deutsche Staatsangehörige die Bevölkerung von Winterslaa" Das Blatt schrieb u. a.:„Die Ooganisation der Arbeitsfront, die bisher mit mehr oder weniger Vorsicht im Bergwerksgebiet von Limburg vorging, ist umso kühner geworden, als ihre Machenschaften keine Reaktion von seiten der Behörden hervorgerufen haben. Jetzt zögert man nicht mehr, die Uniformen, die im Reich getragen werden, offen zu tragen und selbst die Bevölkerung zu provozieren. Am Sonntagnachmittag hatte die Arbeitsfront eine Versammlung in Winterslag organisiert, und zwar in dem Lokal eines nationalstämischen Scovinzialrates. Rund 300 Personen nahmen daran teil. Oesterreicher und Sudetendeutsche in der Mehrzahl. Diese batten die Uniformen der Henlein=Banden(1— wie in Organen dieses Genres seit Jahren die Trachten der Sudetendeutschen genannt werden. D. Schrftltg.) angezogen deren Hauptmerkmal die weißen Strümpfe sind. Die Deutschen nahmen eine berausfordernde Haltung ein. Kurz vor 5 Uhr trafen zwei Kraftwagen ein. Der eine kam von der deutschen Botschaft in Brüffel, der andere aus Deutschland. In dem Angenblick, in dem die Versammlung zu Endr ginn, drung der Kommandant der Gendarwerie in den Saal ein und rief die Tellnchmer auf, die die Heulein=Unisorm trugen, um ihre Identitätspapiere zu verlangen. In diesem Augenblick kam ein Herr auf den Gendarmen zu und fragte ihn, wer er fei. Nachdem der Gendarmeriekommandant seine Karte Gezeiat batte. erklärte ihm der betrestende Herr: ]„Ich bin der deutsche Konsul.“ In drei Tagen werde er nicht mehr das Recht haben, Identitätskarten hier zu verlangen. Das Blatt begleitet diese„Darstellung" dann mit einem unverschämten Kommentar, der darauf hinausläuft, die„Gefahr“ der Zerreißung Belgiens an die Wand zu malen. Dienstagabend und Mittwochmorgen veröffentlichten mehrere Blätter allerdings eine „Richtigstellung“ von amtlicher belgischer Seite, die die Zeitungen aber nicht verhindert, weiter zu hetzen. Vom Außenministerium wurde folgende Mitteilung an die Presse verteilt: „Seit sieben bis acht Monaten vereinigt sich eine gewisse Anzahl von Deutschen, die den nationalsozialistischen Organisationen angehören, in Winterslag im Lokal des flämischen Nationalverbandes. Am letzten Sonntag befanden sich dort 120 Teilnehmer, darunter Sudetendeutsche. Einige waren in Zivil, andere im Tiroler Kostüm. Von dieser Versammlung unterrichtet, begab sich der Kommandant der Gendermerie in das besagte Lokal, um festzustellen, ob nicht das Gesetz gegen das Tragen von Uniformen verletzt worden sei. Er verlangte die Identitätskarten. In diesem Augenblick trat eines der Mitglieder, der ein Nazichef sein soll, auf den Kommandanten zu und erklärte:„Wenn diese Belästigungen andauern, werde ich den deutschen Konsal in Brüssel benachrichtigen.“ Der Lriter der Deutschen Arbeitsfront in Belgien, Ehlert, hat der„Dernière Heure“ eine Erklärung abgegeben, in der er sagt:„Die Organisation, mit der ich mich beschäftige, und die rein sozialer Natur und unpolitisch ist, hatte ein Arbeitsfest in einem privaten Lokal veranstaltet. Aus reinem Zufall ist der Besitzer dieses Lokals ein flämischer Nationalist. Ein Gendarm trat bei diesem Fest aufgauf dem sich genau sechs Personen in Tiroler Kostüm befanden nämlich drei Männer und drri Frauen, die gekommen waren, um Schulslattlertänze vorzuführen. Ich habe den Gendarmen gefragt, warum er die Namen dieser Leute aufschrieb. Er antwortete nur, daß er die Namen der Uniformträger feststellen müsse. Ich habe beton daß es sich hier um ein Tiroler Kostüm handele das man nicht als Uniform betrachten könne Der Gendarm antwortete nur, daß er Anz weisungen erhalten habe, die er beachten müffe. Ich fügte hinzu, daß ich mich bei meine#n# Konsul beklagen würde, damit sich solche Dinge nicht mehr ereigneten. Wir respektieren die belgische Gastfreundschaft. Der Gauleiter von Westfalen=Nord, Du Meyer, der der Versammlung beiwohnte, wiesogar in seiner Ansprache auf die Pflichten des deutschen Bürgers im Auslandt um und sprach seinen Dank an den belgischen König und an die belgische Regierung aus, die es gestattot haben, daß er vor seinen Landsleut### sprochen könne.“ Trotz dieser Richtigstellungen ist die Angelegenheit weiter derart aufgebauscht worden daß sogar die belgische Regierung sich am Dienstag in ihrer Kabinettssitzung damit ver schäftigte und in der amtlichen Vertautbarung folgende Sätze veröffentlichte, die von deutscher Seite keinesfalls auf die Vorkommnisse in Winterslag bezogen werden können:„Auf Bericht des Innenministers hat der Kabinettsrat die verschiedenen Kundgebungen ausländischer Propaganda in Belgien geprüft. Er hat den Justizminister baauftragt, Maßnahmen zu deren Einschränkung zu treffen.“ Der frühere Gesundheitsminister Wauters darf in einem Leitaufsatz des„Peuple“ erklären, daß die nationalsozialistischen Organisationen in Belgien den Zweck verfolgten, Belgien von innen her zu unterminieren und Zentralen des Aufstandes gegen die Souveränität Belgiens zu schaffen(!). Das Blatt fordert die Ausweisung verschiedener„Naziführer". Die Hintergründe des Falles sind vullkommen klar: Auf Grund eines„Zwischenfalles“, der gar keiner war, hat die belgische Presse und ein Teil der Auslandspresse wieder einmal einen Anlaß gefunden, gegen die Auslandsdeutschen zu letzen. Die Tatsache, daß drei Männer und drei Frauen bei der Feier des 1. Mai Tiroler Trachten trugen, wurde durch eine gerade. haachtune.“ mblung umgewandelt, daß die deutschen Teilnehmer an der 1.=Mai=Feier zum Teil HitlerUnifermen getragen hätten. Der aus einigen, schon lange in Belgien ansässigen Ostmärkern bestehende Deutsche Schuhplattlerverein von Eysden hat also bei einer harmlosen Maifcier „die belgische Sicherheit bedroht“. und ein harm. loser Wortwechsel zwischen dem Leiter der Arbeitsfront und einem belgischen Gendarmen wird als„unerhörte Einmischung" bezeichnet. Das Verhalten der belgischen Presse ist umso seltsamer, als den belgischen Behörden ganz genau belannt ist, daß die Deutschen in Belgien stets die strikteste Loyalität gegenüber dem belgischen Gastgeberland einhalten und sich jeder Einmischung auch zeitlich enthalten, was für zahlreiche andere Ausländer in Belgien keineswegs zutrifft. gusgewiefen Brüssel, 3. Mai. Die belgische Regierung beschloß die Ausweisung des Leiters der Deutschen Arbeitsfront in Belgien, Ehlert. Als Grund für die Ausweisung wird der„Zwischenfall in Winterslag" angegeben, über den bereits berichtet wurde. Man kann die Vermutung nicht von der Hand weisen, daß die belgische Regierung hier offenbar unter den Druck der marxistisch=demokratischen Pressehetze und der Forderungen marxistischer Parlamentarier gehandelt hat. Dies geht auch daraus hervor, daß die Mitteilung von der Ausweisung auf der Pressetribüne der Kammer nicht von einem Regierungsvertreter gemacht wurde, sondern von dem sozialdemokratischen Abgeordneten Pierard, der erklärte, er brauche einen von ihm angekündigten Antrag auf Ausweisung Ehlerts nicht mehr zu stellen. Die gierung habe seine Forderung bereits erfüllt. Ein taktisches Manöver Litanische Klarstellung gegenüber polnischen Tenbenzgerüchten Kowno, 3. Mai. In Verbindung mit dem bevorstehenden Besuch des litauischen Generals Rastikys in Warschau, bei dem es sich nur um eine Höflichkeitsangelegenheit auf polnische Initiative handelt, werden in Kowno die verschiedenartigsten Kombinationen— näheres Zusammengeben der beiden Staaten und eine Garantieerklärung Polens an Litauen und die übrigen baltischen Staaten— aufgestellt. Der litanische Gesandte in Warschau, der augenblicklich in Kowno weilt, soll angeblich sogar konkrete Vorschläge der volnischen Regierung mitgebracht haben, wie Litauen in das Garantienetz hineingezogen werden könnte. In Wirklichkeit laufen seit mehreren Wochen zwischen Litauen und Polen lediglich Verhandlungen über Minderheitenfragen. Irgendwelche weiteve politischen Verhandlungen werden augenblicklich nicht geführt und stehen auch kaum zu erwarten. Seit Ende vergangenen Monats ist nur der kleine Grenzverkehr wieder zugelassen. Da die vielen Gerüchte die nur das Ziel verfolgen, die deutsch=litauischen Beziehungen im gegenwärtigen Stadium der wirtschaftlichen Verhandlungen zu vergiften, auch vom Auslande her in der einen oder anderen Form in der litauischen Presse Aufnahme finden, ist man hier versucht, darin tatsächlich ein taktisches polnisches Manöe ver zu erblicken. an den Führer Berlin, 3. Mai. Der Königlich Ungarische Ministerpräsident hat aus Bruck=Leitha nachstehendes Telegramm an den Führer perichtet: „Im Augenblick, in dem ich nach meinem ersten amtlichen Besuch das Gebiet Großdeutschlands verlasse, möchte ich Euer Exzellenz für die mir zuteil gewordene herzliche Aufnahme meinen aufrichtigsten Dank zum Ausdruck bringen. Es hat mir eine ganz besondere Freude bereitet, mit Euer Exzellenz und der deutschen Reichsregierung im Geiste der herkömmlichen und altbewährten deutsch=ungarischen„Freund: schaft und Vertrauen die personliche Fühlung aufzunehmen und bei dieser Gelegenheit die gewaltigen Leistungen der unermüdlichen und zielbewußten Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Deutschen Reiches erleben zu können. Genehmigen Euer Exzellen den Ausdruck meiner ausgezeichnetrn Hochachtung. Paul Graf Teleki.“ Dor 4 k'a1 1939 Schwerter Zeitung Nr Zweites Blatt AE ###— B.##SAAFANGEN AASLHFISADE— E — ssen Sus Se# IA e M A OONNERSTAG Zum Geleit: Immer vermögen die materiellen Interessen der Menschen so lange am besten zu gedeihen, sie im Schatten heldischer Tugenden blei. Abolf Hitler. Gedenktage: 1911 Ad. Woermann gestorben. Fagens mursahstert eurch Teutschiune! Zum Reichsopfertag des Jugendherbergswerkes Annaberg, nach Schlesien. Die Wetter: Temperaturanstieg. Luftströmung ist heute die gleiche wie stern, nämlich aus Nordost. Die heute zu verzichnende Erwärmung ist kein Effekt einer neuewärmeren Luftmasse, sondern lediglich Wir" d e r Z u s t r a h l u n g v o n d e r S o n n e. E i n a u s ntes Regengebiet liegt heute noch über ganz Süd= und Mittelde##schland, während sich über Restdeutschland„ inckeinfluß geltend machen östen sich die Wolken auf. sodaß die Senne rinas Erwärmung bringen konnte. Mit der Drehung des Windes auf Süd werden in der Folge auch wärmere Luftmassen herangeschafft, sodaß die Temperaturen auch weiterhin steigen werven. Aussichten für Donnerstag: Allmählich auf Süd drehende Winde, wolkig bis heiter, trocken, am Tage weitere Erwärmung. Aussichten für Freitag: Wenig verändert. ahrscheinliche Weiterentwicklung: Zunehr E r w ä r m u n g. onik Jubilar der Arbeit. Auf eine 25jährige Berufstätigkeit konnte gestern der bei den Vereinigten Deutschen Nickelwerken als Schmelzer beschäftigte Arbeitskamerad Martin Nowakowsky, Fleitmannstraße 13, zurückblicken. Der Arbeitsjubilar, der sich allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung erfreut, wurde durch sinnvolle Ehrungen und wertvolle Geschenke erfreut. Auch wir gratulieren herzlich mit dem Wunsche, daß ihm noch viele Jahre exsprieß: lichen Wirkens bei bester Gesundheit beschieven sein mögen! —: Das Gastwirtsgewerbe feiert den 1. Mai. Nachdem durch die aufopferungsvolle anstrengende Tätigkeit der Gastwirtsangestellten die vielen Schwerter Gefolgschaften in schönster Weise den 1. Mai gefeiert haben, vereinen sich die Gastwirte und ihre Angestellten am 8. ebenfalls zu einem Kameradschaftsfest, das der Feier des 1. Mai gilt. Die Veranstaltung wird im„Reiche des Wassers" durchgeführt. Im Dienst der Nächstenliebe. Die SA.= Kapelle unter der Leitung von Obertruppfuhrer Pg. Ertel gab am vergangenen Sonntagmorgen den Insassen des evangelischen Krankenhauses ein Konzert. Die Darbietungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Starker Besuch der Maikirmes. Die Schwerter Maikirmes, die in diesem Jahre ausnahmsweise bereits am vergangenen Samstag begann, erlebte am gestrigen Mittwoch ihren Höhepunkt und Schluß. Schon vom frühen Morgen ab waren zahlreiche Verkaufsstände aufgebaut und am Mittag öffneten sich die Buden Auch auf dem Wilhelmsplatz herrschte recer Kirmestrubel. Infolge des schönen Wetters war ein bemerkenswert starker Besuch festzustellen. Auszeichnung für Schwerter Reichsbahner. Im Rahmen eines Kameradschaftsabends überreichte Reichsbahnoberinspektor Pg. Stockhecke folgenden Reichsbahnern das Treudienstehrenabzeichen für 25jährige Pflichterfüllung: Technischer Reichsbahninspektor Otto Sallermann, Reservelokomotivführer Karl Sander, Reservelokomotivführer Christian Dammeier, Lokomotivführer Paul Mayer, Reservelokomotivführer Hermann Koch und Lokomotivführer Karl Cramer. : Von der Reichsbahn. Der bisherige Leiter des Bahnhofs Schwerte, Reichsbahnamt= mann Heinrich Eucker ist wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nachfolger wurde Reichsbahnoberinspektor Gustav Bartscherer, bisher Wuppertal=Vohwinkel, ernannt.— Der Zugschaffner Franz Schlichthaber beim hiesigen Bahngierarbeit Gustav Kötter wurde unter Rangierarbeiter Gustav Kötter wurde unter Uebernahme in das Beamtenverhältnis zum Rangieraufseher ernannt. :„. Lieserwagen gestohlen. Einer Schwerter Firma wurde in Dortmund auf dem Hindenburgvlatz wo der Wagen für kurze Zeit parkte, ein Auto gestohlen. Die bisherigen Nachforschungen waren ohne Erfolg. Drei Kaninchen gestohlen. In der Nacht zum 30. April wurden einem Kaninchenzüchter in der Moltkestraße drei junge weiße Wiener Zuchttiere gestohlen. Bei dem Täter muß es lich um einen Züchter handeln, der die Eigenschaften der Tiere genau kennt. Er suchte sich c5, fünf Tieren drei heraus und legte auf schlachtreise Tiere kein Gewicht. Bei der Gartenarbeit verunglückt. Einen bedauerlichen Unfall erlitt ein Bürger aus der Altstadt der in seinem Garten mit der Frühfährsbestellung beschäftigt war. Derselbe kam uni einem alitschigen Gartenwege derart unslucklich zu Fall, daß er einen Bruch des recheten Knöchels zu beklagen hat. Ueber 8 Millionen Uebernachtungen wurden im vergangenen Jahr in den deutschen Jugendherbergen gezählt. Das ist eine gewaltige Zahl. Sie beweist, welch großen Raum die Jugendherbergen im Leben der deutschen Jugend einnehves. Die durch die Jugendyerbergen planmäßig möglich gemachten Wanderungen sind die schönsten Erlebnisse jedes Jungen und jeden Mädels. Das Wort„Großfahrt“ hat einen guten Klang und das ganze Jahr hindurch wird gespart, um. an diesem Erlebnis teilnehmen zu können. Die neuen Jugendherbergen sind bodenverwurzelt, passen sich immer der Landschaft an und verkörpern ihr Gepräge. Welches Jungenherz schlägt nicht höher, wenn er einmal in Hamburg auf dem„Hein Godenwind“ sein kann. Hier ist die Jugendherberge auf einem alten Segelschiff, das viele Male die Welt umsegelt hat, untergebracht. Das Schiff liegt an der Ueberseebrücke. An dieser Stelle kommen und gehen die Schiffe nach Südamerika, hier legt das KdF.=Schiff fest. Eine Stunde an Bord des„Hein Godenwind“ zeigt unendlich viel mehr von der Bedeutung Hamburgs als eine noch so gut gehörte Geographiestunde oder als ein noch so nett geschriebener Aufsatz. So vermittelt der„Hein Godenwind“ das wirkliche Erleben Hamburgs. Machen wir jetzt einen gewairigen Sprung über Deutschland hinweg nach Berchtesgaden. Hier liegt die Adolf=Hitler=Jugendherberge, die ganz und gar im Baustil Oberbayerns errichtet wurde. Von den Fenstern im Tagesraum und von der Terrasse sieht man zum Obersalzberg. Viele Male ist der Führer schon in dieser Jugendherberge gewesen, um unter der deutschen Iugend zu sein. So vermittelt auch die Adolf=Hitler=Jugendherbergen in Berchtesgaden das, was die Jugend in Berchtesgaden sucht, nämlich die innerste Verbundenheit zur Wahlheimat des Püthrers. Und wieder machen wir einen großen Sprung zum umbtig, n,—eesten. Die Jugendherberge liegt auf einem Berg, den Freiheis#ampfer seinerzeit blutig erstürmten. Von gem. rei: ten Freisitz blickt man über das weite L.o sierland, zu den Stätten, an welchen 1921 sich blutige Kämpfe um Deutschen Boden abspielten. So ist diese Jugendherberge wieder Symbol ihrer Landschaft. Auch Westfalens Jugendherbergen können es mit denen im Reich aufnehmen. Wenn wir an die Freusburg und Burg Bilstein denken, so sind hier alte Ritterburgen ausgebaut, die bei aller Romantik den modernen Anforderungen entsprechen. Oder unsere Jugendherbergen in Detmold und Tecklenburg, die erst in den letzten u macht frische samtweiche Haut Jahren entstanden sind und als Neubauten der Gesinnung der Jugend Rechnung tragen. Es wurde einmal das Ziel aufgestellt, Jugendherbergen im Tagesmarsch von einander entfernt zu errichten. Noch ist dieses Ziel nicht erreicht; noch fehlen an vielen Stellen Jugendherbergen, die schon länger bestehenden müssen verbessert werden. Für die Vollendung dieser Pläne ist der Reichsopfer= und Werbetag am 6. und 7. Mai 1939 bestimmt. Jede Spende ist ein Baustein für neue Jugendherbergen. Jede Jugendherberge ist ein Kraftquell für die Jugend, die einmal Deutschlands Zukunft gestalten soll. 220 Morgen Flachs in der Kreisbauernschaft Der seitens der Regierung gestellten Forderung den Flachsanbau wieder ein zuführen Zurzeit werden insgesamt 220 Morgen Flachs Rurzel werden insgesamt 220 Morgen Flachs angebaut. Gauleiter Josef Wagner sprach in Paris. Bochum. In weit größerem Umfange als bisher feierte auch das Auslandsdeutschtum in dieem Jahre des Triumphes deutscher Geschichte den Nationalen Feiertag des deutschen 80 Reichsredner weilten in den europäischen Ländern, um den dort lebenden Volksgenossen das Erlebzis der Heimot zu Hatigefprach Gau. deutschen Jo#sgenossen in Lulis sprach Gauleiter Josef Waaner. Weitere 10 000 RM. Rücklage für HJ.=Heimbau. Menden. Die Stadt hat die bereits vorhaudene Rücklage für den Bau eines Hitler=JugendHeimes um weitere 10000 RM. erhöht. Damit erreichen die verfügbaren Baumittel im Laufe dieses Jahres die stattliche Summe von 191 000 RM. Diese Zahl beweist, daß Menden gewillt e. Menden erhöhte den Beitrag für IS.-Erholungs= läger. Menden. Die Hitler=Jugend, Bann Iserloh hatte darum gebeten, eine Erhöhung des trages der Stadt Menden für Erholungsläger der Hitleriugend um 15 Pfenzia pre Jigornig Bevölkerung vorzunehmen. Die Staotverwal tung hat diesem untrag entsprochen. Statt bisher 2000 RM. wird infolgedessen im neuen Haushaltsjahr der HJ. für die Erholungsläger eine Summe von RM. 4 500 zur Verfügung ae stellt. 50000 Reichsmark als Sozialfonds. Unna. Aus Anlaß des Jubiläums der Messing=Werke hat sich die Betriebsführung des Werkes entschlossen, für eine noch zu gründende Unterstützungskaue den Betrag von 50000 RM. zur Verfügung zu stellen und aus dem Betriebsver. Aus dem Leben der Schule. Der Lehrer Kurt Schmoll aus Brilon ist von der Regierung in Arnsberg an die hiesige Bismarckschule versetzt worden. Redler=Pech. Der Lehrling Karl W. kam gestern nachmittag, als er von der Dammstraße in den Klusenweg einbiegen wollte, mit seinem fahrrad zu Fall und zog sich einen Bluterguß im rechten Knie zu Wegen Unterschlagung festgenommen. Die Schwerter Kriminalpolizei nahm einen hiesige Angestellten fest, der bei seiner Firma fortgese###t Unterschlagungen begangen hat. und diese durch falsche Buchungen deckte. Der Verhaftete wurde dem Untersuchungsrichter in Hagen vorgeführt, der Haftbefehl erlassen hat. Fahrraddiebstahl. Wie erst jetzt bekannt wird wurde in der Nacht vom 28. auf den 29. April im Grüntal vor einer dortigen Wirtschaft ein guterhaltenes Herrenfahrrad der Marke „Hansa“ gestohlen. Der Besitzer hatte das Rad nur kurze Zeit vor der Wirtschaft stehen lassen. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. - Für 9.90 RM. zur Reichsnährstandsausstel9.90 RM. einschließlich Verwaltungskosten die Fahrt nach Leipzia und die Rückfahrt bestreiten. Die Quartierpreise sind einheitlich und betragen 2.90 RM. einschl. Frühstück für Privatquartiere und 1.40 RM. ohne Frühstück für Gruppenquartiere. Anmeldung für den Sonderzug hat rechtzeitig zu erfolgen und zwar beim Ortsbauernführer oder der Kreisbauernschaft, wo auch alles Nähere zu erfahren ist. *- Jeder Schaffende soll Urlaub nehmen. Jeder Schaffende soll sich frei von den Sorgen des Alltaas erholen und zu neuer Arbeit stärken. Das gilt besonders für alle, die sich bisher nicht entschließen konnten, ihren Urlaub außerhalb des Hauses zu verbringen„Kraft durch Freude“ bietet unzählige Möglichkeiten zu einer wirklichen Entspannung fern vom Kleinkram des Alltaas. Es gilt, hier mit Vorurteilen zu brechen und sich den vielen anderen anzuschließen, die mit„Kraft durch Freude“ für billiges Geld Erholung finden. . Eine neue Volkskartei. Der Reichsminister des Innern hat die Errichtung einer Volkskartei verordnet. Durch diese Verordnung werden die Volksgenossen verpflichtet, die ihnen später von den Meldebehörden zugehenden Karteikarten wahrheitsgemäß auszufüllen. Nach de sen sind Fragen nach den Einkommens= und Verdarüber Auskunft, oder Untermieter in einem wiederkehrenden Erabungen überflüssig gemacht oder doch erleichtert werden. Bei diesen Erfassungen handelt es sich beispielsweise um die Erfassung der impfund schulpflichtigen Kinder, Erfassung zur Hitler=Jugend, zum Reichsarbeitsdienst, zum Wehrdienst usw. Die auf der Volkskarteikarte gestellten Fragen sollen den Inhalt der Karteikarte des politischen Meldewesens ergänzen, die bisher im wesentlichen nur die Personalien der Einwohner enthielten. Die Ausgabe der karte an die Bevölkerung wird erst nach Abschluß der Volks=, Berufs= und Betriebszählung, also voraussichtlich nicht vor Ende Mai, stattfinden. Vier neue südwestfälische Musterbetriebe. Auf der feierlichen Tagung der Reichsarbeitskammer in Berlin wurden durch den Führer 99 deutsche Betriebe als„Nationalsozialistische Musterbetriebe“ ausgezeichnet. Unter ihnen befinden sich auch vier südwestfälische Betriebe, denen die Goldene Fahne der Deutschen Arbeitsfront verliehen wurde. Zu den bisherigen Musterbetrieben, die alle bestätigt wurden, sind nach dem zweiten Leistungskampf folgende neu ernannte Musterbetriebe hinzugekommen: Bochumer Anzeiger, Verlag Laupenmühlen& Dietrichs, Bochum, Betriebsführer: W. Laupenmühlen, Betriebsobmann: K. Busch: Hoesch=AG., Schachtanlage Kaiserstuhl ll. Dortmund. Betriebsführer: K. Klemme Bertiebsobmann: K. Wolf: Röhren= u. Schweißwerk, vorm. G. Kuntze GmbH., Herne, Betriebsführer: Dr. E. Wolf. Betriebsobmann: K. Gohlke: Westfalenbank Aktiengesellschaft, Bochum, Betriebsführer: Dr. C. Moskopp. Betriebsobmann: P. Martens. Amt Westhofen Sprechstunden für„Mutter und Holzen. Für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ finden morgen. Freitag, den 5. Mai, in der Zeit von 15—17 Uhr Sprechstunden in der Eintrachtschule statt. Aus der Umgebung 1000 Handwerkslehrlinge wurden freigesprochen Dortmund. In Dortmund wurden in einer Feierstunde 1000 Handwerkslehrlinge GroßDortmunds freigesprochen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befand sich auch Kreisleiter Hesseldieck mit Kreisobmann Poganatz und Kreishandwerkswalter Cleff. 155 weitere Werkswohnungen. Hagen. Im Gau Westfalen=Süd ist das Problem des Wohnungsmangels nach der Machtübernahme mit besonderer Tatkraft worden. Einen erheblichen Beitrag zur Behebung des Notstandes hat die Deutsche Arbeitsfront durch ihren unermüdlichen Einsatz für den Bau von Werkswohnungen geliefert. fangreiche Zahl der bereits mit Erfolg führten Projekte wird sich in kürzester Frist um 155 weitere Werkswohnungen erhöhen, die die zum Hoesch=Konzern gehörende Schmiedag in Hagen zur Förderung der Werks= und Bemrievsgemeinschaft herstellen lätzt. Heute beginnt unser neuer großer Zirkusroman von A. H. Kober:„Lorenzo und da# Müdber dese mögen auszugleichen. Die Summe ist als Grundstock für ein Vermögen gedacht, aus dem Gefolgschaftsmitglieder in kranken Tagen und im Alter unterstützt werden. Diese Ankündigung löste bei allen Werksangehörigen herzliche Dankesbezeugungen aus. Schöner Erfolg der SS.=Verfügungstruppe Unno Unna. Beim Reichsgepäckmarsch der SS. belegte der Nachrichtensturmbann der SS.=Versiiaungstruppe Unna den 3. Platz in der Klasse. (Verfügungstruppen). Schon der Marschu#### war schwer. Noch schwerer waren die Hindernisse. Aber Unnas Mannschaft hielt sich tapfer: der dritte Platz unter den ausgezeichneren Mannschaften ist ein stolzer Erfola. Der erste Tausender. Unna. Hier wurde der Glücksmann zum Glücksboten für ein junges Mädel. Das Mädel erstand ein Los und traute seinen Augen nicht, als ihm anstatt des oft auftauchenden Vörtchen „Nichts“ die Bezeichnung„„Eintausent, entgegenleuchtete. Bare tausend Reichsmark waren ihr zugeflogen durch einen glücklichen Griff. Kampf der Tuberkulose. Hamm. Im Jahre 1938 wurden in Hamm 4200 Reihenuntersuchungen zur Bekämpfung der Tuberkulose durchgeführt. Das Bestreben läuft darauf hinaus, nach und nach die ganze Bevölkerung und möglichst noch in diesem Jahre die gesamte SA. und die HJ. auf diese Weise zu untersuchen. Die Zahl der Reihenuntersuchungen wird sich in diesem Jahre auf etwa 7000 belaufen. In Zusammenarbeit mit der RSV. konnten im letzten Jahre 80 tuberkulös gefährdete Volksgenossen in Erholungsfürsorge geschickt perden. Ladenschluß in den südwestfälischen Landgemeinden Die vom Reichsarbeitsminister den höheren Verwaltungsbehörden erteilte Ermächtigung, in Gebieten mit überwiegend ländlicher Bevölkewährend der Zeit der Feldbestellung und der Ernte den Ladenschluß der offenen Verkaufsstellen nach besonderen Richtlinien festzusetzen, ist, da sie bis zum 31. März 1939 befristet war, jetzt erneuert worden. Es bleibt demnach dabei, daß offene Verkaufsstellen in Orten mit weniger als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung in den Monaten April bis einschließlich September bis 21 Uhr geöffnet sein dürfen. Bekanntlich sollen die unteren Verwaltungsbehörden feststellen, ob die Voraussetzung. — das Vorhandensein einer überwiegend ländlichen Bevölkerung—. erfüllt ist. Für Orte mit mehr als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung soll im Einzelfall die Notwendigkeit einer Ausnahme von den allgemeinen Vorschriften geprüft werden. Durch die Verlängerung der Verkaufszeiten darf bekanntlich die nach der Arbeitszeitordnung zulässige. tägliche Arbeitszeit der Angestellten nicht berührt werden. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur bis 19 Uhr beschäftigt werden.... Die von den höheren Verwaltungs.„ ausgesprochenen Ausnahmegenehmigunge ind allgemeiner Natur und beziehen sich stets auf bestimmte Orte oder Landstriche. Den Gewerbeaufsichtsämtern steht dagegen nach einem Erlaß# des Reichsarbeitsministers vom 16. Dezember 1938 das Recht zu, Ausnahmen von den Vorschriften über den werktäglichen Ladenschluß für einzelne Betriebe zu erteilen. Nationalsozialismus un Körperschaftsführung Das Fuhrerprinzip in Lotterie und Lotterei Ein wenig erfreuliches Kapitel in der Geschichte des Lotteriewesens bildet die Einführung der Klassenlotterie in Oesterreich während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Veraleich mit Zuständen, wie sie damals geherrscht haben, wird die Entwicklung erst deutlich, die zu einer einwandfreien und gut organisierten Lotterie notwendig war, wie sie heute die Deutsche Reichslotterie darstellt. Ohne Zweifel war die Absicht, die zur Einrichtung einer großen Lotterie im Jahre 1721 führte eine gute, sollte der Gewinn doch der„Orientalischen Compagnie“ zufließen, einer Gesellschaft, die den gesamten Handel Oesterreichs mit den Balkanländern betrieb. Da es an Erfahrung für die Durchführung von Lotterien mangelte, die ganze Verwaltung in der Hand eines gewissenlosen Abenteurers lag und Mißwirtschaft wie Korruption blühten, wirkte sich das Unternehmen zu einer gewaltigen Katastrophe aus. Es wurde nichts dadurch gebessert, daß zur Rettung der ersten Lotterie unter Garantie des Staates bald darauf— eine zweite veranstaltet wurde, die gleichfalls ein sämmerliches Ende fand. Von Anfang an waren viel zu hohe Versprechungen gemacht worden: Die Lotterie sollte bei vierteljährlichen Ziehungen 25 Jahre lang dauern: auf die zu Beginn einzuzahlenden 80 Millionen Gulden sollten bis zum Schluß 117 Millionen an Gewinnen ausgezahlt werden, wobei man noch unerklärlicherweise mit einem hohen Reinertrag der Lotterie rechnete. Bei der zweiten Lotterie wiederholten sich alle Mißstände der ersten: sie mußte schon nach 10 Monaten öffentlich ihre Zahlungsunfähigkeit erklären. Nun wurden einige Reformen vorgenommen und zur Sicherstellung der Ansprüche der kleinen Spieler— eine dritte Lotterie veranstaltet, über deren Ergebnis nichts bekannt geworden ist, die aber anscheinend auch Konkurs machte, da man sich bald darauf zu neuen Reformen genötigt sah. Die langwierige Liquidation der übernommenen Verpflichtungen ist ein trübes Kapitel in der alten österreichischen Finanzgeschichte. . Die Gründe dieses kläglichen Zusammenbruchs lagen, wie erwähnt, in einer weitverzweigten Mißwirtschaft, zu der jedoch in nicht gerinnem Maße auch das Geldbedürfnis des Wiener Hofes beigetragen hat. Es steht fest, daß Karl VI. häufig Zuwendungen aus dem Lotteriefonds erhalten hat, die nicht tragbar waren. Eine historische Quelle behauptet sogar, er habe 1730 eine Summe von 2¼ Millionen Gulden der Lotterie entnommen, doch ist an der Zuverlässigkeit dieser Angabe zu zweifeln. Es ist jedoch erwiesen, daß er, wie eine andere Quelle verrät,„mit Lotteriegeldern und Papieren als mit deren propren Gut in vielerlen Weege frey disponiert hat.“— Im Gegensatz zu solcher Lotteriewirtschaft wies mit Uebernahme in staatliche Hand(1794) die preußische Lotterie eine genaue Rechnungsweise auf. Mit Recht erwarb sie sich das Vertrauen, das ihrer Nachfolgerin heute alle deutschen Lotteriespieler entgegenbringen. Die braunen Glücksmänner brachten Glück. Hemer. Mit dem 1. Mai haben sich auch wieder die braunen Glücksmänner eingefunden. Es konnte schon wieder eine ganze Reihe von kleineren und größeren Gewinnen, verteilt werden. Ein Siedler aus Hemer, der sein Glück versuchte, zog gleich einen Gewinn von 500.— RM. Der Nationalsozialismus mit seinem Grundsatz autoritärer Körperschaftsführung hat auch auf die vielen Vereine umwälzend gewirkt. An die Stelle des Vorstandes und der Mitgliederversammlung ist zwar nicht unumschränkt, aber doch weitgreifend der Vereinsführer getreten. Das hat, weil ja die vom Führerprinzip noch unberührten Bestimmungen des BGB. noch gelten, vielfach Schwierigkeiten verursacht. Die Frage, ob ein Verein bei der Einführung des Führerprinzips unter allen Umständen seine Satzung ändern muß, ist bestritten. Um aber völlig gesichert zu sein, ist es jedem Verein dringend zu empfehlen, seine Satzung zu ändern, wenn er das Führerprinzip einführen will. Nach § 40 BGB. kann das Führerprinziv sowohl bei rechtsfähigen als bei nicht rechtsfähigen Vereinen durchgeführt werden. Erforderlich ist aber beim rechtsfähigen Verein die Eintragung der Aenderung ins Vereinsregister. Zu beschließen ist die Satzungsänderung nach den Bestimmungen der alten Satzung. Anzumelden ist die Aenderung entweder noch vom alten Vorstand oder vom neuen Vereinsführer. Für den Umfang der Befugnisse des Vereinsführers sind wieder in erster Linie die Satzungsbestimmungen maßgebend. Doch läßt sich die Mitgliederversammlung auch nach der Einführung des Führerprinzips nicht völlig ausschalten, weil das BGB. für gewisse Fälle die Einberufung der Mitgliederversammlung vorschreibt. So ist nach§ 36 die Versammlung immer einzuberufen, wenn das Interesse des Vereins es erfordert, auch wenn dies in der Satzung nicht ausdrücklich vorgesehen ist; ferner dann, wenn der durch die Satzung bestimmte Teil oder in Ermangelung einer derartigen Vorschrift der zehnte Teil der Mitglieder die Berufung schriftlich unter Angabe des Zweckes und der Gründe verlangt(§ 37. Abs. 1). Der Verein kann auch nach§ 41 durch Beschluß der Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Zu dem Beschluß ist eine Mehrheit von drei Vierteilen der erschienenen Mitglieder erforderlich, wenn nicht die Satzung ein anderes bestimmt. Das Recht der Auflösung des Vereins kann nicht dem Vereinsführer allein übertragen werden. Die Satzungen enthalten zweckmäßig stets Bestimmungen darüber, inwieweit der Vereinsführer in Geldangelegenheiten den Mitgliedern verantwortlich ist. In der Regel wird der Vereinsführer einem bewährten Mitglied die Kassengeschäfte übertragen. Die Satzungen sollen auch bestimmen, daß von Zeit zu Zeit die Kasse einer Revision zu unterziehen und dem Kassenwart oder dem Vereinsführer nach ordentlichem Befund Entlastung zu erteilen ist. Aber auch dann, wenn die Satzungen hierüber keine Bestimmungen enthalten, ist der Vereinsführer dem Verein für seine Tätigkeit Rechenschaft schuldig, ganz gleichgültig, ob das Führerprinziv herrscht oder nicht, ob der Vereinsführer gewählt oder durch eine vorgesetzte Person ernannt worden ist. Soweit das B6B. die Ausübung von Befugnissen nicht bestimmten Organen überträgt, insbesondere der Mitgliederversammlung, können alle Vereinsangelegenheiten durch die Satzungen dem Vereinsführer übertragen werden. So ist es möglich, ihm allein die Aufnahme neuer Mitglieder vorzubehalten. Auch kann ihm allein die Vereinsangelegenheiten Verhängung von Strafen überlassen werden. Natürlich müssen sich die Strafen in den Grenzen der Satzung oder, wenn die Satzung darüber nichts sagt, in angemessenen Grenzen halten. Ein Kapitel für sich ist das durch dis Satzung dem Vereinsführer übertragene Rechts des Ausschlusses von Mitgliedern. Eine Reihe von Satzungen hat heute folgende Bestimmung:„Der Ausschluß eines Mitgliedes wird vom Führer des Vereins ausgesprochen und ist endgültig.“ Hiermit wird dem Vereinsführer eine weitgehende und die Mitglieder unmittelbar berührende Machtbefugnis eingeräumt. Man könnte aus der Fassung„endgültig“ den Schluß ziehen, daß mit dem Ausspruch des Vereinsführers alles erledigt und der Rechtsweg überhaupt ausgeschlossen sei. Eine derartige Auslegung geht aber zu weit. Durch die Fassung„endgültig“ soll lediglich zum Ausdruck gebracht werden, daß der Führer innerhalb des Vereins allein entscheidet unter dem Ausschluß der Mitgliederversammlung oder eines anderen Organs. Falls aber die Entscheidung eine offenbare Unbilligkeit für das Mitglied bedeutet, so bleibt insoweit der Rechtsweg nach wie vor zulässig. Man muß nämlich immer davon ausgehen, daß der Gesetzgeber die Bestimmungen des BGB. nicht geändert hat und darum das Führerprinziv auch nur im Rahmen der bestehenden Gesetze durchgeführt wissen will. Für die Praxis allerdings wird die Offenhaltung des Rechtsweges keine große Bedeutung mehr erlangen. Was unter einer„offenbaren Unbilligkeit" zu verstehen ist, erfährt man aus einem Urteil des Reichsgerichts in Zivilsachen— Bd. 107, S. 386 ff—. Es muß sich hiernach schon um eine Lebensfrage für das ausgeschlossene Mitglied handeln, so daß also der Ausschluß die Existenz des Betroffenen in erheblichem Maße gefährdet. Das ist aber bei den meisten Vereinen nicht der Fall. Die gesetzliche Vertretung des Vereins geschieht durch den Vorstand, der im Sinne des Führerprinzips aus dem Vereinsführer bestehen kann. In den Satzungen wird das manchmal falsch zum Ausdruck gebracht, so daß die Eintragung in das Vereinsregister abgelehnt werden muß. Zu beanstanden sind z. B. folgende Wendungen:„Vorstand im Sinne des§ 26 BGB. ist der Vereinsführer, bei seiner Behinderung sein Stellvertreter" oder„Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch den Vereinsführer, bei Behinderung durch seinen Stellvertreter". Derartige Satzungsbestimmungen sind dritten Personen gegenüber zu undeutlich, weil daraus nicht zu entnehmen ist, wer denn im Behinderungsfalle für den Vereinsführer zu handeln hat. Das Landgericht in Essen hat deshalb mit Recht die Eintragungsfähigkeit einer solchen unbestimmten Vorschrift verneint. Die Person des Stellvertreters muß für jeden Dritten zweifelsfrei erkennbar sein. Auf die Entscheidung wird im übrigen verwiesen: siehe Jur. Woch. 1934. S. 2800. Es bleibt jedem Verein überlassen, ob er das Führervrinziv annehmen will oder nicht. Der Staat kann aber die Einführung bei allen Vereinen verlangen, die sich die Erfüllung kultureller oder sonstiger für die Allgemeinheit lebensnotwendiger Aufaaben zum Ziele gesetzt haben. In der angeführten Entscheidung des Landgerichts Essen heißt es: Der Staat kann nicht dulden, daß sich auf den für die Gesamtentwicklung des deutschen Volkes bedeutsamen Lebensgebieten ein anderer Geist ausbreitet, als dersenige, den der Führer des Reiches zur Erhaltung und Erstarkung des Staates für notwendig erachtet.“ Zu solchen staatsbedeutsamen Vereinen gehören in erster Linie die wehrpolitischen und sportlichen Vereine. Trrur dem Fuhrer und Der Dienst des Beamten ist ein Ehrendienst Es war einmal in alten Zeiten ein Herr von Sowicso. Schon von Geburt aus gehörte er zur höheren Gesellschaft und war deshalb nich damaliger Meinung zu Höherem bestimmt. Das Studium machte ihm zwar einige Schwierigkeiten, aber mit Nachhilfe und unter Wiederholung einiger Klassen gelangte auch er zum Ziel. Nach vielen Semestern versuchte er, eine Prüfung zu bestehen, was aber micht gelang. Da begab er sich zu einem berühmten Arzt für Gehirnkrankheiten und bat ihn, sein Gehirn zu untersuchen und es auf einen besseren Stand zu bringen. Der Arzt nahm ihm das Gehirn aus dem Kopf und bestellte den Herrn von Sowieso nach 14 Tagen wieder zu sich. Als dieser nach der abgelaufenen Zeit und auch später sich nicht wieder sehen ließ, ersuchte ihn der Arzt, sein Gehirn bei ihm abzuholen. Der Herr von Sowieso erklärte ihm jedoch, die Sache sei nicht so eilig, er brauche das Gehirn nicht mehr, denn er sei Beamter, er sei Landrat geworden. Diese Geschichte wurde vor Jahren in einer Gesellschaft erzählt, als man erfuhr, daß Beamte am Tisch saßen. Man wollte damit sagen, daß zum Beamten jeder Hohlkopf gerade gut genug sei. Heute kann nur der Beste Beamter werden. Die allgemeinen persönlichen Voraussetzungen für die Einstellung als Beamter sind in der Verordnung über die Vorbildung und die Laufbahnen der deutschen Beamten vom 28. Februar 1939 enthalten. Neben den Anforderungen in rassischer, staatsrechtlicher, politischer, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Beziehung ist gerade die persönliche Eignung und charakterliche Haltung von größter Bedeutung. Sie entspricht dem Auslese= und Leistungsprinzip der nationalsozialistischen Weltanschauung. die den Persönlichkeitswert wieder zur Geltung gebracht hat. Vor allem muß der Bewerber charakterlich die Fähigkeit besitzen, dem Führer unerschütterliche Treue bis zum Tode zu halten gehorsam zu sein, größte Verschwiegenheit zu üben, jedem Bestechungsversuch zu widerstreben, größte Opferbereitschaft zu zeigen, seine Arbeitskraft ganz für Staat und Dienst einzusetzen und ein Vorhild, höchster Pflichterfüllung zu sein. Allgemeine Grundsätze über das zu fordernde Naß der Vor= und Fachbildung regeln die in vieser Beziehung zu stellenden Anforderungen. So. müssen die Bewerber für den einfachen Tiennt eine deutsche Volksschule mit hinreichendem Erfoig besucht haben und für technische Stellen die fachlichen Kenntnisse besitzen. Zum Eintritt in den mittleren Dienst wird gefordert, daß die Bewerber die Volksschule mit gutem Erfolg besucht haben und die für die Stelle geforderte handwerksmäßige, technische oder sonstige Fachbildung nachweisen. Für den gehobenen Dienst wird in der Regel der Besitz des Abschlußzengnisses einer anerkannten vollausgestalteten Mittelschule oder eines znerkannten Aufbauzuges an einer Volksschule verlangt. Daneben sind auch Bewerber zugelassen, die das Zeugnis des erfolgreichen Besuches von sechs Klassen einer öffentlichen oder staatlich anerkannten höheren Lehranstalt oder von 4 Klassen einer solchen in Aufbauform, oder das Zeugnis eines erfolgreichen Besuches einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Handelsschule mit zweijährigem Lehrgang oder höheren Handelsschule oder das Zeugnis über die Abschlußprüfung II einer Wehrmachtsfachschule oder ein gleichwertiges einer Fachschule des RAD. oder der Polizei besitzen. Die Bewerber für den höheren Dienst müssen das Reifezeugnis einer höheren Lehranstalt haben und ihre weitere wissenschaftliche Ausbildung an einer Universität nachweisen. Ein Beamter des einfachen Dienstes kann im Wege des Aufstiegs bei Eignung und nach bestandener Prüfung in den mittleren Dienst gelangen, ein Beamter des mittleren Dienstes zum Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst zugelassen werden. Das Berufsethos des deutschen Beamten ist wieder der Leitstern seines ganzen Lebens geworden. Das Beamtenverhältnis ist ein öffentlich=rechtliches Dienst= und Treueverhältnis zum Führer und zum Reich. Es wird in der Regel mit dem Ziele begründet, den Beamten lebenslänglich mit dem Staate zu verbinden. Berufsaufgabe des Beamten ist es, den Willen des nationalsozialistischen Staates zu vollstrecken. Deshalb muß der Beamte mit den Grundsätzen der nationalsozialistischen Staatsführung= und dem Geistesgut der NSDAP. vertraut sein. Der nationalsozialistische Staat erkennt das Berufsbeamtentum an. Er erblickt in einer von nationalsozialistischer Weltanschauung durchdrungenen und mit dem Führer in Treue verbundenen Beamtenschaft, welche im deutschen Volke wurzelt, die Grundlage für eine geordnete Staatsführung. Es ist heute eine Ehre, deutscher Beamter zu sein und mitzumarschieren in den Reihen der Zivilsoldaten des Führers. Wer sich zum Beamtendienst berusen fühlt muß sich klar darüber sein, daß über allem die vorbildliche Pflichterfüllung steht und daß das bequeme pedantische Leben einer verflossenen Schreiberkaste wie so vieles andere der Vergangenheit angehört. Das hohe und hehre Gefühl. Diener des deutschen Volkes zu sein und an den gewaltigen Aufgaben der Staatsführung mitzuarbeiten, wird den Beamten beseelen und ihn erkennen lassen, daß sein Beruf keine gewinnbringende Beschäftigung darstellt, sondern Ehrendienst am deutschen Volke bedeutet. Die jungen Kameraden, denen das Glück zuteil wird, in die Beamtenlaufbahn ausgenommen zu werden, sind damit Anwärter im nationalsozialistischen Beamtenkorps geworden. Treuer Dienst auch in den kleinsten Dingen Leistungsbericht des Deutschen Frauenwerks im Monat März. Mit gleichbleibender Treue und Einsatzbereitschaft arbeiten die Mitglieder des Deutschen Frauenwerks auch im Monat März. Für die NSV. wurden gearbeitet: 639 Teile Kinderwäsche, 278 Teile Bettwäsche, 336 vollständige Säuglingsgarnituren, 33 Frauenkleider, 43 Paar Strümpfe: 318 Frauenhemden wurden zugeschnitten, 1 vollständiges Kinderbett wurde gearbeitet. Weiter erhielt zur Linderung der Not die RSV. 481 Kilodosen selbsteingekochtes Fleisch, Wurst und Gemüse. Es konnten 419 Freistellen für erholungsbedürftige Volksgenossen besorgt, 65 Anträge der NSV. bearbeitet werden. An Spenden gingen ein: 146 Lebensmittelpakete sowie 3224 Stück Eier. Sodann wurden 1701 Mittagessen für Wöchnerinnen und Kranke, 2611 Essen für Kinder gekocht, dazu 428 Hausbesuche gemacht. Für die Verleihung des Ehrenkreuzes für kinderreiche Mütter mußten 12 889 Anträge bearbeitet werden, wozu sich ebenfalls die Mitglieder des Deutschen Frauenwerks bereitfanden. In gewohnter Pflichterfüllung waren außerdem die Frauen in großer Anzahl tätia beim Einholen der Eintopfspende, Pfundsammlungen, in Hilfsstellen Mutter und Kind, beim Ausschmücken der Säle und Verkauf von Karten. Die vom Deutschen Frauenwerk geforderte Nachbarschaftshilfe hat einen sehr erfreulichen Erfolg zu verzeichnen, und zwar haben 858 Frauen(genau doppelt so viel wie im Vormonat) helfend eingegriffen, wo gerade die Not es erforderte, sei es in Krankheitsfällen eines Familienmitgliedes oder in Fällen, wo eine erholungsbedürftige Mutter von der NSB. verschickt wurde. Gern und freudig setzen sich die Frauen vom Deutschen Frauenwerk ein und versorgen die Kinder und den Haushalt. Neue Wege der Begabtenförderung Erfolaversprechende Anregung der Hagener Hitlerjugend. Hagen. Die hervorragenden Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes haben das Problem der Begabtenförderung erneut in den Vordergrund gerückt. In richtiger Erkenntnis des großen Verlustes, den die Gemeinschaft durch das Verkümmern wirklicher Talente erleidet, hat die Stand. ortführung der Hitler=Jugend in Hagen den such unternommen, dieses wichtige Problem vor sich aus einer Lösung näherzubringen. Mit großer Zähigkeit und unter Mißachtung aller Fehlschläge wurde alles darangesetzt, den gefaßten Plan zur Wirklichkeit werden zu lassen. Im Vordergrund der Arbeit standen zu, nächst die Bemühungen, besonders begabten Volksschülern den Besuch einer höheren Schule zu ermöglichen, wenn die materiellen Voraussetzungen dafür nicht vorliegen. Die Arbeiten sind zu einem gewissen Abschluß getommen und dem Eifer, mit dem man sich ans Werk gemacht hat, ist der Erfolg nicht versagt geblieben. In Gemeinschaftsarbeit mit dem RS.=Lehrerbund der Stadtverwaltung und dem Arbeitsamt sowie durch die besondere Unterstützung des Wer, kes durch den Kreisleiter der NSDAP. wurden die Schulabgänge der vierten Grundschultlassen der Hagener Volksschulen nach einer Vorauslese durch die Klassenleiter einer Untersuchung aus ihre Begabung unterzogen. Unter Berücksichtigung aller heute zur Auslese notwendigen Gesichtspunkte und nach eingehender Rücksprache mu den Eltern selbst wurden aus insgesamt 2037 Fällen etwa 30 Jungen und Mädel ausgelesen. denen die Möglichkeit zum freien Besuch der höheren Schule und sonstige Unterstützung und Förderung notfalls geboten werden. Die getroffene Auslese hat tlar bewiesen daß sich unter den Volksschülern, denen aus finanziellen Gründen der Besuch einer höheren Schule verwehrt bleibt, eine ganze Anzahl hervorragender Talente befindet, deren Förderung die schönsten Erfolge erwarten läßt. Mit diesem Versuch hat die Hagener HJ. gezeigt, daß auch die Jugend in der Lage ist, wertvolle Beiträge zur Lösung mancher Fragen zu geben, die für die Zukunft des deutschen Volkes wichtig und entscheidend sind. Es bleibt zu wünschen, daß dieser Versuch weitesten Kreisen Anregung zu weiteren Versuchen in dieser Hinsicht geben möge. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des deutschen Gartenbaues. Auf der 3. Reichsgartenschau in Stuttgart wird die volkswirtschaftliche Bedeutung des deutschen Gartenbaues betont in den Vordergrund gestellt. Mit voller Begründung, denn nach einer Darstellung des Reichsnährstandes beträgt der jährliche Erzeugungswert des Erwerbsgartenbaues in Großdeutschland heute 2 Milliarden Reichsmark. Hiermit übertrifft der Gartenbau sogar die Herstellungswerte mancher lebenswichtiger Industriezweige. Verglichen mit der Landwirtschaft liefert der Gartenbau wertmäßig den siebenden bis sechsten Teil ihrer Gesamterzeugung. Dabei ist hervorzuheben, daß die gärtnerisch genutzte Fläche nur etwa 3 v. H. der landwirtschaftlichen Nutzfläche umfaßt; die gleiche Fläche, die bei landwirtschaftlicher Nutzung einer Vollfamilie Lebensraum bietet, sichert gärnterisch genutzt 6 Vollfamilien ein ausreichendes Auskommen. Trotz der geringen Anbaufläche sind im Gartenbau mit allen seinen Zweigen und in der Verarbeitungsindustrie rund 1¾ Millionen Menschen tätig. Die Bemühungen des Gartenbaues,„auf gleicher Fläche mehr und Besseres zu leisten“, werden auf der Reichsgartenschau mit allen Mitteln unterstützt. Daß es im Rahmen der Erzeugungsschlacht bisher schon gelungen ist, die Leistungen erheblich zu steigern, wird durch folgende Verbrauchsziffern nachgewiesen. Der Anteil der Eigenerzeugung am Gesamtverbrauch hat sich bei Obst von 79 v. H.(1929/33) auf 86. v. H.(1934/37), und bei Gemüse von 89 v. H. auf 93 v. H. erhöht. Dieser Erfolg ist um so größer zu veranschlagen, weil entsprechend den verbesserten Einkommensverhältnissen auch der Verbrauch gestiegen ist: während im Jahre 1935 je Vollperson an gärtnerischen Erzeugnissen— Gemüse, Obst, Sützmost. Nüsse— nur 88 Kg. verbraucht wurden, stieg diese Verbrauchsziffer im Jahre 1938 auf 103 Kg.„ Pertm An den Ertragsleistungen des Gartenbauet sind aber nicht nur die Erwerbs= und Berufsgärtner beteiligt. Sie werden ergänzt durch die Erträge aus Millionen von Kleingärten, im eigenen Besitztum von Selbstversorgern, Hausund Siedlergärten in allen Größen. Die Tatsache, daß heute von 17.5 Millionen Haushaltungen im Altreich rund 5,5 Millionen einen eigenen Garten bearbeiten und aus ihm ein zusätzliches Einkommen in Gestalt von Gemüse und Obst selbst herauswirtschaften, kennzeichnet am besten, was das Kleingartenwesen für unsere Ernährungswirtschaft bedeutet. Unter diese Gruppe der Selbstversorger in Gartenerzeugnissen fallen auch diejenigen landwirtschaftlichen Betriebe, die sich mit erwerbsmäßigem Anbau nicht befassen. Für die Obstversorgung bedeutet aber die Landwirtschaft eine große wirtschaftliche Stütze, stehen doch rund 50 v. H. aller Obstbäume in Bauerngärten. Für den Kleingärtner, der auf sich selbst angewiesen ist und seine Kenntnisse erweitern will. bietet die Reichsgartenschau viele praktische Vorbilder. An erster Stelle sind die in 4 Häusern untergebrachten Lehrschauen des Reichsna kandes zu nennen, mit zugehörigem Freila###elände. Hier werden die Gebiete des Ba#2 schulwesens, des Obstbaues, des Gemüse= 1.d Samenbaues und des Blumen= und Zierpflanzenbaues eingehend behandelt. Die Lehrschau Obstbau bevorzugt, den süddeutschen Verhältnissen entsprechend, die Bildung der Hochstammkrone und des Mitteltriebes. Es wird gezeigt. wie nach altbewährten Verfahren ausgelichtet wird usw., auch der aus der Schweiz übernommene„Oeschbergschnitt“, der die Schädlingsbe kämpfung und die Aberntung erleichtern son, wird vorgeführt. In der Lehrschau Gemü bau können u. a. Kulturfolgen mit Zwischenkulturen beobachtet werden: die Reichssorten d bisher zugelassenen Gemüse werden angebaut, um sie mit anderen vergleichen zu können. Auch der Treibgemüsebau ist mit Fruchtfolgen betei ligt. Ferner interessiert noch besonders der Musterarbeitsschuppen mit ebenso musterhafte Geräten, mit Mitteln zur Schädlingsbekämp fung, die Verwendung von Handelsdünger usw., über die in der Industriausstellung und in „Ladenstraße" Nachschau gehalten werden; Auch die Blumen= und Zierpflanzenschau ist, lehrreich in ihrer wechselnden Bepflanzung. eingehendem Studium der Lehrschauen w man die im Ausstellungsgelände errichteten Siedlungs= und Wochenendhäuser. sowie gerichteten Dauergärten mit um so größerem Interesse besichtigen. Fritz Engelbart. Aet Une Ahell Devisenprozeß in Münster Freispruch mangels Beweises Münster. Vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Münster hatten sich die Brüder Karl und Franz Seibel aus Lippstadt wegen Beihilfe zum Devisenvergehen des Juden Walter Stein, der im September v. J. mit rd. 350000 RM. ins Ausland floh, zu verantworten. Diesen hohen Barbetrag hatte sich der Jude durch den Verkauf eines Paketes Aktien der Anneliese Portland=Cementwerke verschafft. Käufer waren die Brüder Seibel, die dem Juden den Betrag in bar ausgezahlt hatten. Die Anklage ging davon aus, daß die Brüder Seibel durch die Zahlung dieses enormen Barbetrages dem Juden die Flucht erst ermöglicht hätten und warf ihnen vor, um die Tat gewußt und diese gebilligt zu haben. Nach sechstägiger Verhandlung sprach das Gericht die Angeklagten frei. Die Kosten des Verfahrens fallen der Reichskasse zur Last. Es erging der Beschluß, daß der gegen die Brüder Seibel erlassene Haftbefehl aufgehoben wird. In der Urteilsbegründung bemerkte der Gerichtsvorsitzende einleitend, daß das Gericht sich bemüht habe, eine Klärung des ganzen Sachverhaltes herbeizuführen. Es sei jedoch nicht möglich gewesen, alle Beweismittel auszuschöpfen, und so sei die Klärung nur zum Teil gelungen, zumal der Haupttäter, der Jude Walter Stein, nicht habe vernommen werden können Die Barzahlung der Wertpapiere sei von vornherein und zu einem Zeitpunkt vereinbart worden, als noch niemand an eine Flucht der Inden. nicht einmal diese selbst, gedacht hätte. Auch die Verkoppelung der Wertpapiere mit dem Verkauf der Aktien könne unter Berücksichtigung aller Umstände die Angeklagten nicht entscheidend belasten. Die Frage; ob den Angeklagten die Straftat zuzutrauen sei, habe das Gericht verneint. Die in der Verhandlung zur Sprache gekommenen Steuerhinterziehungen hätten mit der Frage nichts zu tun, ob die Angeklagten um die Flucht der Inden wissen konnten. Sie seien in hohem Grade verwerflich, und es sei anzunehmen, daß sie hierfür die gerechte Strafe treffe. Im übrigen aber seien die Angeklagten, die nicht Geschäftsleute, sondern Bauern seien, nicht schlecht beleumdet. Den Angeklagten habe alles in allem eine vorsätzliche Handlung nicht nachgewiesen werden können, wenn auch eine Reihe von Verdachtsmomenten bestehen geblieben sei. Sie hätten dagegen zweifellos fahrlässig gehandelt, denn bei einiger Aufmerksamkeit hätten sie die Folgen ihres Handeln erkennen können. Da es aber eine fahrlässige Beihilfe im Rechtssinne nicht gebe— jedenfalls sei sie nicht strafbar—, hätten die Angeklagten mangels Beweise freigesprochen werden müssen. 6 Monate Gefängnis für gemeinen Tierquäler Paderborn, Das Paderborner Schöffengericht verurteilte den 25jährigen Albert Raiczitis wegen Tierquälerei zu sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte war bei einem Bauer in Altenmellrich im Kreise Lippstadt als Melker beschäftigt. Im Februar d. J. verließ er ohne Grund seinen Dienst. Als der Bauer dann später in den Stall kam, mußte er die Feststellung machen, daß der Bursche sechs von 18 wertvollen Milchkühen die Schwänze durchbrochen hatte. Besonders häßlich kennzeichnete das Gericht, daß der Angeklagte die Rache an dem Bauern auf diesem verwerflichen Wege suchte und sich an wehrlosen Tieren vergriff. 14jähriger Junge vom elektrischen Strom getötet Krefeld. Am Montagnachmittag wurde im Stadtteil Uerdingen ein 14jähriger Junge, dessen Eltern sich für zwei Tage auswärts befanden, tot im Bett aufgefunden. Der Junge benutzte das Schlafzimmer der Eltern und hatte hier an einer nur stromführenden Steckdose ein Radiogerät anschließen wollen. Anstatt daß der Junge das Stromkabel in die Steckdose einführte, hat er die Bananenstecker von der Antenne und der Erde in die Steckdose gesteckt und ist dabei vom Strom getötet worden. Der hinzugerufene Arzt stellte fest, daß die Leiche an der Hand und der Brust Brandwunden hatte und noch unter Strom stand. Heiser dre Tnn, marschieren auf Großaufmarsch und Landestreffen des Deutschen Roten Kreuzes in Düsseldorf Düsseldorf. Am Sonntag, 7. Mai, findet in Düsseldorf erstmalig nach der Neugliederung des Deutschen Roten Kreuzes ein Großaufmarsch statt, der von der Landesstelle 6 des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt wird. An dem Großtreffen nehmen rund 10000 Helfer des DRK(Deutschen Roten Kreuzes) aus den Bereitschaften der Gaue Düsseldorf, KölnAachen, Essen, Westfalen=Süd, Westfalen=Nord und aus einem Teil des Gaues Weser=Ems teil. Die 10000 DRK.=Helfer werden in den Vormittagsstunden des Sonntags,— z. T. mit Sonderzügen— aus dem Bereich der Landesstelle 6, die gebietlich den Wehrkreis 6 umfaßt, in ihren schmucken Uniformen in Düsseldorf eintreffen, um hier ein machtvolles Bekenntnis zu Gedanken des Deutschen Roten Kreuzes abzulegen. Der Aufmarsch auf dem Maifeld wird vor 11 Uhr beendet sein. Unterdes finden von 9.30 bis 10.30 Uhr auf den Oberkasseler Rheinwiesen unterhalb der Josef=Goebbels=Herberge Vorführungen einer feldmarschmäßigen DRK.=Lehrbereitschaft aus Düsseldorf statt, die in dieser Form erstmalig gezeigt wird. Auch das für den Rheinrettungsdienst kürzlich in Bau gestellte neue Rettungsboot„Uhle 2“ des DRK. wird zur Stelle sein. Zu den Fahnen auf den Rheinwiesen wird das freundliche Hell der spalierstehenden uniformierten DRK.=Helferinnen und der weiblichen Ehrenbereitschaft ein freundliches Bild geben. Angesichts der engen Zusammenarbeit des DRK. mit den Feldscheren der HJ. nimmt ein Ehrenzug der HJ. Aufstellung. Nach den Vorführungen begibt sich der geschäftsführende Präsident des DRK.=/=Brigadeführer Dr. Grawitz, mit seiner Begleitung zum Maifeld, um hier zu seinen Männern zu sprechen. Anschließend marschieren die 10.000 DRK.=Helfer unter Musik am Rhein vorbei über den Hindenburgwall zur Königsallee, wo Gauleiter Florian, der geschäftsführende Präsident des DRK. und ein Vertreter der Wehrmacht in Anwesenheit der Ehrengäste den Vorbeimarsch abnehmen. Durch diesen wollen die Männer des DRK. aus Rheinland=Westfalen nach der durchgeführten Reorganisation ihren Dank abstatten für die großzügige Förderung ihrer Ziele durch die Partei und die Wehrmacht. Vor dem Vorbeimarsch, etwa gegen 11.30 Uhr, ist das Führerkorps der Partei und des DRK., an der Spitze Gauleiter Florian, Reichsstatthalter und DRK.=Generalhauptführer Dr. Meyer=Münster und der geschäftsführende Präsident des DRK., ½-Brigadeführer Dr. Grawitz sowie führende Persönlichkeiten der Wehrmacht und der Behörden aus Rheinland und Westfalen und eine große Zahl weiterer Ehrengäste im festlich geschmückten ApolloTheater versammelt, wo der geschäftsführende Präsident Dr. Grawitz grundsätzliche Ausführungen über die Neugestaltung des DRK. machen wird.„ Nachmittags werden im Zoologischen Garten und im Garten der Städtischen Tonhalle die DRK.=Kapellen-konzertieren. Nach BeBeendigung der Veranstaltungen fährt der geschäftsführende Präsident zur Vereidigung der Schwesternschaft in die Städt. Krankenanstalten und anschließend zur Landesführerschule des DRK. nach Hoffnungstal. De Veirtes=Schwurhschlachterr. Er fälschte Stempel und Postquittungen Düsseldorf. Vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf erschienen 16 Angeklagte wegen Vergehens gegen das Fleischbeschauungsgesetz und Schlachtsteuerhinterziehung Schlachtsteuerhehlerei oder Beihilfe dazu. Der 43jährige Jude Fritz Udewald aus Beverungen im Kreise Höxter hatte mit dem 48jährigen Hubert Löhrmann aus Hiddinsel in Westfalen vereinbart, dem letzteren Schweine zur Schweineschlachtung zuführen zu lassen. Um den Abnehmern der geschlachteten Schweine vorzutäuschen. es handele sich um tierärztlich untersuchte ordnungsmäßig geschlachtete Tiere, für die die Schlachtsteuer in Höhe von je 8 RM. bezahlt war, hatte der Jude einen falschen Stempel anfertigen lassen, mit dem die schwarzgeschlachteten Tiere gestempelt wurden. Nach diesen Vereinbarungen suchte dann der Jude eine Reihe von Bauern in Rheinland und Westfalen auf und kaufte im ganzen 60 Schweine, die schwarzgeschlachtet wurden. Ein Teil der Tiere wurde zu dem 62jährigen Joseph Uckelmann in Röder bei Hiddingsel mit dem Auto des 38jährigen Heinrich Dietz aus Wuppertal gebracht. An der Ueberbringung und Abschlachtung der Tiere war in vielen Fällen der 28 Jahre alte Paul Branse aus Nothecke bei Münster i. W. beteiligt. Udewald hatte außer diesen Straftaten eine Postquittung gefälscht und drei Personen um Beträge von 10 bis 30 RM. betrogen. Bei sieben der Angeklagten konnte auf Grund der Beweisaufnahme eine Schuld nicht restlos erwiesen werden; sie wurden mangels Beweises freigesprochen. Bei vier anderen wäre eine einen Monat Gefängnis übersteigende Strafe nicht verhängt worden, weshalb gegen sie das Verfahren auf Grund der Amnestie vom April 1938 eingestellt wurde. Die übrigen Angeklagten wurden überführt und erhielten folgende Strasen: Dietz 2200 RM. Geldstrafe, 1600 RM. Wertersatz und Einziehung seines„Autos; Branse 2500 RM. Geldstrafe und 223##.#. Wertersatz: Uckelmann 3000 RM. Geldstrafe und 4050 RM. Wertersatz; Löhrmann acht Monate Gefängnis, 3000 RM. Geldstrafe und 9000 RM. Wertersatz: Udewald zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis, 3000 RM. Geldstrafe und 9000 RM. Wertersatz. Betrunkener Fahrer fährt in Fußgängergruppe— Ein Toter, mehrere Verletzte Bad Oeynhausen. Am Abend des 1. Mai kurz vor 10 Uhr ereignete sich in der Gemeinde Geohfeld unweit der Kreuzung der Straßen Löhne—Oeynhausen und Werste—Wittel ein furchtbares Verkehrsunglück. Auf der stark belebten Straße befand sich auch die Familie des Schuhmachermeisters Schlattmeier, um eine Tochter zur Bahn zu bringen. Aus der Richtung. Werrebrücke nahte plötzlich ein großer Kraftwagen, der in scharfem Tempo und unbeleuchtet die Brücke passierte und dann die Kreuzung überquerte. Der Zickzackkurs ließ bereits erkennen, daß der Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verloren hatte. Einigen Fußgängern gelang es, sich durch einen Sprung zur Seite in SicherSchwereSahne für Schwurgfuhrt auf achtzehn Monate Gefängnis Erhöhung der Strafe von elf au Nachen. Am 4. September vergangenen Jahres spielte sich in Kohlscheid bei Aachen ein aufregendes Ercignis ab. Es war am Mittag des Kirmestages, als ein Kraftwagen in wilder Fahrt durch den Ort jagte. Polizeibeamte, die das Auto auhalten wollten, mußten schleunigst zur Seite springen, um ihr Leben zu retten. Eine Frau wurde umgefahren, ein beherzter Polizeibeamter, der aufs linke Trittbrett gesprungen war, wurde achtzig Meter weit mitgeschleift. Dann raste das Auto nach Bardenberg fort. Ueber Würselen und Haaren kam es schließlich nach Richterich zurück, von wo aus die wilde Fahrt ihren Anfang genommen hatte. Hier versuchte ein Gendarmeriebeamter vergebens, den Wagen durch Pistolenschüsse zum Halten zu bringen. Erst als ein zweiter Beamter mit einem Kraftwagen die Verfolgung aufnahm und gleichfalls die Pistole zog, hielt das verfolgte Auto, da ein Mitfahrer den Schaltschlüssel gezogen hatte. Die Insassen wurden festgenommen. Die Blutprobe ergab bei dem Fahrer, dem 31jährigen Johann R. aus Richterich, 1,2 vom Tausend Alkoholgehalt, was einer erheblichen Betrunkenheit entspricht. Er hatte tüchtig Kirmes gefeiert und wollte schließlich seinen Freunden zeigen, was für ein außerordentlich tüchtiger Kraftfahrer er sei. Hierbei entführte er ein vor einer Wirtschaft stehendes, nicht abgeschlossenes Auto und begann mit diesem dann die wilde Schwarzfahrt. Das Schöffengericht Aachen verurteilte ihn im Februar d. J. zu elf Monaten Auf Berufung der Staatsanwaktschaft hob die Zweite Große Strafkammer des Landgerichts Aachen das erstinstanzliche Urteil auf und setzte die Strafe wegen Beamtennötigung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Fahrerflucht und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis fest. Das Gericht erklärte, daß das Verschulden des Angeklagten so schwer sei, daß nicht der geringste Milderungsgrund Berücksichtigung finden könne. heit zu bringen. Die Familie Schlattmeier aber wurde von dem Wagen erfaßt. Der 60 Jahre alte Vater wurde auf die linke Straßenseite geschleudert und war auf der Stelle tot Frau Schlattmeier blieb mit einem schweren Schadelbruch auf der Fahrbahn liegen, die Tochter trug ebenfalls Kopfverletzungen davon. Ein junges Mädchen wurde zur Seite geschleudert, kam aber mit dem Schrecken davon. Ohne sich um die Verletzten zu kümmern, fuhr der Kraftwagenführer der Dorfmitte zu; dabei geriet er von der Fahrbahn und brachte weitere Fußgänger in Gefahr. In der Nähe der Wirtschaft Wullbrand hielt der Unglückswagen an, dessen Kotflügel schwere Spuren des Zusammenstoßes trugen. Hier wurde der betrunkene Fahrer von der Polizei festgenommen und zur Blutprobe zum Arzt gebracht. Frau Schlattmeier liegt in bedenklichem Zustande im Oeynhausener Krankenhaus. Dortmunder Zeitung stellte ihr Erscheinen ein Dortmund. Die seit 110 Jahren bestehende „Dortmunder Zeitung“ hat infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten am 29. April ihr Erscheinen eingestellt. Ueber das Vermögen der Firma Dortmunder Zeitung Otto Fischer und über das Vermögen der Dortmunder Verlagsund Druckerei=Gesellschaft Otto Fischer u. Söhne G. m. h. H. ist das Konkursverfahren eröffnet vordehr. Sittlichkeitsverbrechen aufgeklärt Täter festgenommen Gladbeck. Wie berichtet, wurde vor einigen Tagen an einem 12jährigen Mädchen in Gladbeck von drei jungen Burschen ein Sittlichkeitsverbrechen verübt. Der Polizei ist es jetzt gelungen, die Burschen festzunehmen und das Verbrechen aufzuklären. Einer der drei Burschen, der mit der Tat nichts zu tun hat. ist bereits wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die beiden anderen haben in den letzten Monaten in Bottrop mehrere solcher Straftaten, auch an älteren Mädchen, zum Teil sogar unter Bedrohung mit der Schußwafse. begangen. Die überfallenen Mädchen haben nicht in allen Fällen eine Anzeige erstattet. Die Kriminalpolizei bittet diese Mädchen. unverzüglich bei der Kriminalinspektion in Bottrop zu erscheinen, damit die von den Festgenommenen bereits eingestandenen Straftaten abgeschlossen werden können. Vier Ueberfälle auf Mädchen in den Monaten Januar und Februar dieses Jahres haben die Burschen schon eingestanden es besteht aber die Annahme, daß sie noch mehr auf dem Kerbholz haben. Vergehen gegen gesetz Ein Nachspiel einer schweren Bluttat Frankfurt a. M. Im Dezember v. J. stand der 20jährige Karl Hofmann aus Burgsolme vor dem Limburger Schwurgericht unter der Anklage, die 15jährige Erna Schnautz in dem Lahnort Oberbiel durch Schüsse in die Schläfe ermordet zu haben. Der Angeklagte, der zum Tode verurteilt, später aber zu zehn Jahren Zuchthaus begnadigt wurde, war sonntags in der Gastwirtschaft der Eltern des ermordeten Mädchens tätig gewesen und hatte sich in das Mädchen verliebt. Er glaubte alsbald Grund zur Eifersucht zu haben, fuhr nach Frankfurt a. M., um sich eine Mauserpistole zu beschaffen, schoß diese in einem Steinbruch bei Oberbiel am anderen Tage ein und führte die Tat nachts im elterlichen Hause der Getöteten aus. Nach der Tat sprang er aus dem Fenster und brachte sich zwei Streifschüsse am Kopf bei. Dieser Vorgang hatte jetzt noch ein Nachspiel vor dem Schöffengericht in Frankfurt a M. Die Verhandlung richtete sich gegen den 40jährigen Waffenhändler, der Hofmann die Pistole verkauft hatte, ohne sich zu überzeugen. daß H. einen Waffenschein oder einen Waffenbezugsausweis besaß. Wie der Angeklagte behauptete, habe ihm H. erklärt, er sei beim Militär in Gießen. Wie sich erwies, führte der Angeklagte auch sein Waffenbuch unrichtig. und zwar stimmte seine Eintragung über der Ankauf der Waffe und auch bezüglich des Verkaufes an den Mörder nicht. Der Waffenhändler war bereits 1935 wegen Vergehengegen das Waffengesetz mit einer Geldstraft belegt worden, weil er eine Schußwaffe an einen Kunden verkaufte, der keinen Waffenschein besaß. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten 350 RM. Geldstrafe. Das Gericht ging aber über die beantragte Strafe hinaus und erkannte auf einen Monat Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe. Die Tat könne nur mit einer Freiheitsstrafe gesühnt werden, weil der Angeschuldigte schon einschlägig vorbestraft sei, Die Brüder Grimm stammen aus Bergen Frankfurt a. M. Der Frankfurt benachbarte Marktflecken Bergen=Enkheim darf sich rühmen, der Stammort unserer in Hanau geborenen Märchenerzähler Jakob und Wilhelm Grimm zu sein. Grimm=Forscher wie Denhard, Dunkker und Knetsch hatten bereits auf die Herkunft der Familie Grimm aus Bergen verwiesen. Jetzt konnte auch, wie in den„Heimatkundlichen Bildern und Tatsachen“ dargelegt wird, die Ahnen= und Stammtafel der Familie Grimm zur Ergähzung der Familiengeschichte ausführlich dargestellt werden. Die Ahnentafel der Brüder Grimm und ihrer Geschwister zeigt den Zusammenhang der Hanau=Steinauer Beamtenfamilie mit der Berger Familie Grimm. Diese ist noch heute in Bergen und im Hanauer Land verbreitet. Ausgerissener Fürsorgezögling in Köln aufgegriffen Köln. Die Kölner Kriminalpolizei nahm einen 17jährigen Burschen fest, der sich bettelnd in den Kölner Gaststätten umhertrieb. In seinen Taschen wurden verschiedene Zettel gefunden, die er dem Publikum zur Anregung der Gebefreudigkeit vorlegte und auf denen geschrieben stand, daß er taubstumm sei und um ein Almosen bitte. Er wurde als ein aus einer Fürsorgeanstalt in Westfalen geflüchteter Fürsorgezögling ermittelt, der bei der Polizei seine Sprache recht bald wiederfand. Zigaretten im Werte von 3000 RM. gestohlen Köln. In der Nacht zum Mittwoch drangen bisher noch unbekannte Diebe in ein Zigarettenlager in der Kölner Altstadt ein und stahlen Zigaretten im Werte von 3000 RM.— In der gleichen Nacht zertrümmerten Einbrecher die Schaufensterscheibe eines Juweliergeschäfts und entwendeten aus der Auslage Ringe im Werte von 750 RM. Schwere Bluttat in Saarlautern Saarlautern. Als sich am Montag drei 17= jährige junge Männer auf dem Heimwege befanden, begegneten sie drei unbekannten Männern. Es kam zu einem Wortwechsel mit dem 17jährigen Wilhelm Strauß, in dessen Verlauf dieser einen tödlichen Stich in die Schlagadet des linken Oberschenkels erhielt. Der Schwerverletzte starb bereits auf dem Wege zum Kran. kenhaus. Die sofortige Verfolgung der Täter führte zu der Festnahme des 30jährigen Schitlowfki, der die Tat eingestanden hat. Leichter Unfall des Düsseldorfer Ober= bürgermeisters Solingen. An einer gefährlichen Straßen kreuzung im Aufderhöher Bezirk kam es zwie schen einem Autobus und einem Personenkraftwagen zu einem leichten Zusammenstoß. der glücklicherweise nur mit einem Sachschaden endete. Der Insasse des Personenkraftwagens war der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Dr. Otto. Vermutlich ist der Zusammenstoß auf die Glätte der Straße zurückzuführen Cund=Eug Ugocher=Ofrl. Ein Ziekus-Romau von A. H. Kober Urbeberrechtsschutz Central=Bureau 1 Der Pförtner des Krankenhauses in Sofia lachte, daß ihm die Tränen in den großen weizen Vollbart liefen, las nochmals die Papiere des Mannes durch, fand sie wirklich in Ordnung, öffnete also das Tor und ließ den Mann heraus, der nach seinem Ausweis„Tierbändiger Lorenzo, geheilt entlassen" war. Natürlich brachen auch die Leute, die in diesem Augenblick gerade am Krankenhaus vorbeigingen, in helles Gelächter aus. Es war ja aber auch ein groteskes Bild: der riesenhafte Kerl mit blondem Haar und wild gewachsenem Bart, als alter Römer kostümiert, in einer weißen Tunika, mit goldenen Stiefeln, einem Goldhelm, mit nackten Beinen und Armen,— während ein eisiger Herbstwind vom Witoschberg her durch die kahle Allee blies. Lorenzo schritt mächtig aus. Er hatte sich den kürzesten Weg zum deutschen Konsulat genau beschreiben lassen. Aber er konnte. doch nicht verhindern, daß Straßenjungen und andere Neugierige ihm nachliesen, so daß er schließlich mit einem johlenden Gefolge beim Konsulat ankam. Die Beamten sahen auf den Lärm hin aus den Fenstern, und Lorenzo wurde, als er bescheiden eintrat, nicht gerade freundlich empfangen. Er machte eine stumme Verbeugung und übergab sofort dem nächststehenden Herrn seinen Paß. „Weshalb kommen Sie denn in dieser phantastischen Aufmachung?“ meinte der Beamte, mährend er den Paß zu durchblättern aufing. „Weil ich nichts anderes anzuziehen habe!“ erwiderte Lorenzo laut und grob, mit einer tiefen Stimme.„Wissen Sie denn nicht, daß ich hier vor zehn Wochen Pech gehabt habe?" fuhr er ruhiger, gleichsam entschuldigend, fort.„Ich wurde während der Vorstellung im Zirkus von den Löwen gepackt, ins Krankenhaus gebracht, und da habe ich nun zehn Wochen gelegen. Der Zirks ist weitergereist, und ich stehe allein hier, ohne Kleider, ohne Geld...“ „A, ja“, besann sich der Beamte,„ich war ja selbst im Zirkus dabei. Schrecklich war das, wie die Bestien über Sie herfielen. Sagen Sie: Wie kommt das denn eigentlich?“ „Wie das eben so kommt... Keiner weiß es vorher! Löwen sind eben Löwen!“ Lorenzo sagte das so rauh, daß der Beamte nicht weiter fragte, sondern meinte:„Und nun wollen Sie hier von uns Geld haben, was?“ „Darum möchte ich bitten!“ Der Beamte verschwand mit Lorenzos Paß im Hintergrunde, blätterte ihn langsam durch, zeigte ihn anderen Herren, ging schließlich in ein Nebenzimmer und blieb dort so lange, daß der Tierbändiger sich setzte und nervös an den Fingern seiner Riesentatzen herumspielte. Endlich trat der Beamte mit dem Paß wieder ein. „Das ist nun so eine Sache mit Ihnen“, sagte er langsam.„Zwar haben Sie einen deutschen Paß, aber da stehen mehr Fragezeichen drin als sonst etwas. Geboren 1894— Fragezeichen — in Schleswig— Fragezeichen— ansässig: nirgends— reist mit Ehefrau... Ja, was ist denn das nun alles?“ Lorenzo erhob sich, schüchtern wie ein Schüler, aber dann verfinsterte sich sein Gesicht, so daß es hinter dem struppigen Krankenhausbart erschreckend aussah.„Das ist bei Artisten nun mal so!“ brummte er.„Ansässig sind sie nirgends. Wann und wo und von welchen Eltern ich geboren wurde, weiß ich auch nicht genau. Ich bin Lehrling bei einem Berliner Dresseur gewesen, der mir erzählt hat, daß ich in Schleswig 1894 geboren sei. In Berlin bin ich auch drei Jahre lang zur Schule gegangen... Mehr weiß ich nicht! Aber ich meine: Wenn ich einen Paß habe, dann sollte doch alles in Ordnung sein?" Aber der Konsulatsbeamte schien anderer Meinung zu sein.„Haben Sie denn wirklich kein Geld?“ fragte er.„Keine Wertsachen— keine Uhr zum Beispiel? Eine Uhr hat doch jeder Mensch!“ „Ja! Ich habe natürlich auch eine Uhr— eine goldene sogar! Und Ringe— echte Brillantringe!" „Na, also!“ „Aber die nehme ich nicht mit in den Löwenkäfig!“ brüllte Lorenzo, dem nun die Geduld ausging.„Uhr und Schmucksachen habe ich abgelegt, als ich zu meiner Arbeit ging, und dann verunglückte ich, wie ich Ihnen schon einmal sagte!“ „Mein Gott! Regen Sie sich doch nicht so auf, mein Lieber! Bitte, setzen Sie sich! Aufregung ist doch sicher nicht gut für Sie... Also hier sind zwanzig Lewa, die Ihnen der Herr Konsul aushändigen läßt, damit Sie Ihre allernotwendigsten Bedürfnisse bestreiten können. Bitte, quittieren Sie mir hier! Und dann können Sie vielleicht an Verwandte oder Bekannte telegraphieren?“ Lorenzo dachte nach, dann schüttelte er den Kopf. „Aber Ihre Frau?“ meinte der Beamte. Lorenzo winkte ab, wurde etwas rot. „Ist sie denn weitergereist, trotz Ihres Unglücksfalles?“ fragte der Beamte plötzlich, als hätte er eine wichtige Spur entdeckt. „Ach, das stimmt ja gar nicht mehr, das da in dem Paß—!“ wehrte Lorenzo ärgerlich ab. „Aber Sie können an die Artistenloge nach Berlin telegraphieren— einfach„Artistenloge Berlin“— und dort melden Sie, daß Sie mir Reisegeld vorschießen sollen. Denn geschenkt will ich es nicht haben!“ Der Beamte notierte die Adresse. Lorenzo bedankte sich nochmals für die zwanzig Lewa, empfahl, sofort zu drahten, damit er morgen früh schon Bescheid haben könne und wandte sich zur Tür. Aber der Beamte rief ihn nochmals zurück. „Ich muß bei der Loge doch nach Dompteur Lorenzo fragen?“ meinte er.„In Ihrem Paß steht Karl Nelke,— aber das ist wohl bloß Ihr bürgerlicher Name?“ Der Römer nickte:„Natürlich Lorenzo— Lorenzo!“ und ging weg. * Lorenzo lief auf den„Lausemarkt" zu, um sich zunächst einmal einen alten Zivilanzug zu kaufen. Unterwegs fiel ihm ein: Wo war Hele? Hele, dies Mädel, nach dem er verrückt war, seit Jahren, und das er vor zehn Wochen im Zirkus International wiedergetroffen hatte? Und da war dieser verdammte Zwischenfall gekommen! Zehn Wochen Krankenhaus... Und inzwischen war Hele weitergewandert mit diesem Zirkus, in dem so viele Männer nach ihr närrisch waren! Wo konnte er Hele jetzt finden?— Wie konnte er zu Hele kommen? Der Gedanke kam ihm nicht mehr aus dem Kopf. Es hämmerte da drinnen ünunterbrochen: Hele— Hele— Hele. Mit einem Male wachte Lorenzo auf. Um ihn herum standen braune Kerle, Jungen und auch Frauen, und lachten, wieherten, johlten. Er war in das Zigennerviertel geraten und erregte in seiner römischen Tracht wildeste Heiterkeit. Wissend, daß diese Gesellschaft ebenso feige wie frech war, ballte er die Fäuste, um zwischen den Hausen zu gehen. Aber plötzlich regneten in einer kleinen Entfernung Münzen auf das Pflaster, und im Nu hatte sich die Bande von Lorenzo abgewandt und balgte sich um die Stotinki. Auf Lorenzo kam eine Dame zu, elegant gekleidet, zierlich, aber mit einer recht energischen Stimme:„Sie sind der verunglückte Löwendompteur, mein Herr? Darf ich Sie in meinem Wagen aus dieser ungastlichen Gegend entführen?" „Sie wartete seine Antwort gar nicht erst ab, sondern öffnete die Tür eines kleinen Autos und ließ ihn einsteigen, setzte sich an das Steuer und fuhr los. Nach wenigen Minuten hielt sie wieder. Es, war— wie Lorenzo erkannte— in dem eleganten Viertel zwischen dem Grand Hotel und der Kathedrale.„Wo ist Ihr Hotel?" fragte sie. Und Lorenzo sah erst jetzt, wie schön sie war: dunkel in Haar und Teint, mit wundervollen braunen Augen, einer griechisch edlen Nase, einem feingeschwungenen roten Mund. „Ich habe noch kein Hotel,— ich bin eben erst aus dem Krankenhause entlassen“, antwortete er und wies dabei auf sein Kostüm.„Ich wollte mir gerade einen vernünftigen Anzug kaufen!“ „Sie armer Mensch! Ich fahre Sie natürlich gleich zu Gontscheff. Es ist das beste Geschäft für Herrenkleidung!" Und ehe Lorenzo Einspruch erheben konnte, waren sie schon wieder in Fahrt.„Aber— aber — aber— ich habe gar kein Geld für teure Sachen, gnädige Frau"! stotterte Lorenzo, sein ganzes Bulgarisch zusammenreißend, als sie bei Goutscheff ausstiegen. Sie sah ihn einen Augenblick an.„Aber das macht ja nichts!“ lachte sie dann.„Ich lege für Sie aus. Kommen Sie nur!“ Wie im Traume ging Lorenzo hinter der schönen Unbekannten in den Laden, in dem sofort Verkäufer diensteifrig herbeieilten. „Dieser Herr wünscht einen schönen Anzug, auch einen Mantel, einen Hut, Schuhe— eine ganze Ausstattung!“ sagte die Dame, auf Lorenzo weisend. Und er wurde sogleich in eine Kabine geführt, die im Handumdrehen mit allen Kleidungsstücken, die ein Herr sich nur wünschen kann, gefüllt war. Lorenzo standen die Haare zu Berge. Was sollte das kosten? Am Ende war diese energische Dame eine Angestellte dieses Geschäftes, eine Kundenfängerin? Indessen fand er sich nach wenigen Minuten schon fix und fertig angekleidet, von der feinsten Unterwäsche bis zum hocheleganten Mantel, und wurde in den Laden zurückgeleitet zu einem großen Spiegel, neben dem die Dame saß. Sie musterte ihren Schützling durch eine goldene Lorgnette.„Ich finde, in der Hüfte könnte der Mantel besser ansitzen“, kritisierte sie. „Bitte, Herr Gontscheff, sehen Sie selbst einmal her! Er hat doch eine so herrliche Figur, daß man das auch im Mantel zur Geltung kommen lassen muß!" Dabei blickte sie bewundernd und mit einer liebevollen Zärtlichkeit auf Lorenzos Gestalt. Und Herr Gontscheff rief seinen Zuschneider herbei, um ihm die Aenderungen nach den Wünschen der gnädigen Frau anzugeben.„Nach welchem Hotel darf ich die Sachen schicken, mein Herr?“ wandte er sich dann zu Lorenzo. „Wenn ich vielleicht gleich darauf warten könnte.“ meinte Lorenzo verlegen. „Natürlich, natürlich, mein Herr! Eine Viertelstunde vielleicht... Bitte, nehmen Sie inzwischen Platz! Oder wollen Sie noch etwas aussuchen?“ Lorenzo ging suchend im Laden umher, obwohl er gar nicht daran denken konnte, noch etwas zu kaufen. Er wollte nur überlegen, wie er aus dieser peinlichen Situation herauskommen könnte. Wenn es zum Beispiel jetzt ans Zahlen ginge und er bekennen müßte, daß er nur zwanzig Lewa besäße, und die auch nur geborgt...! Da kam auch schon der geänderte Mantel. Lorenzo mußte ihn noch einmal überziehen und sich begutachten lassen. „Jetzt sitzt er vortrefflich!“ meinte die Dame und klatsche wie ein Kind in die Hände. Lorenzo machte Miene, zu zahlen, er wurde blutrot dabei. „Alles schon erledigt, mein Herr!" wehrte Herr Goutscheff ab, wies mit einer Verbeugung auf die Dame und geleitete mit vielen Dankesbezeigungen die beiden zur Tür hinaus. Lorenzo ergriff die Hand der Dame, um ihr zu danken. Sie wehrte lächelnd ab.„Leider kann ich Sie nun nicht weiter mitnehmen, Lorenzo“, sagte sie,„es ist Mittagszeit, und ich werde zu Hause erwartet... Wenn Sie mich noch einmal wiedersehen wollen: ich bin jeden Nachmittag gegen vier Uhr in der Neuen Kathedrale... Und ich heiße Nadeschda— das heißt„Hoffnung", abgekürzt: Nadja—„kleine Hoffnung"...“ Sie rief ihm das schon aus einiger Entfernung zu, nickte kurz. Und dann war sie mit ihrem Wagen verschwunden. Lorenzo starrte noch eine Weile in die Gegend, dann ging er zum nächsten Schaufenster, das einen Spiegel hatte, und betrachtete sich darin. Seine Kleidung gefiel ihm wirklich. Aber dann erschrak er plötzlich. Wie sah sein seit Wochen unrasiertes Gesicht aus! Verwildert. wie bei einem Banditen! Er lief sofort in den nächsten Barbierladen. Er beobachtete mit freudiger Anteilnahme im Spiegel, wie die entstellenden Bartstoppeln abfielen und darunter allmählich wieder sein richtiges Gesicht zum Vorschein kam, jugendlich straff und kräftig,— das energische, kantige Kinn,— der Mund mit den schmalen, dicht schließenden Lippen,— die gerade, starke Nase, — die hohe, glatte Stirn. Und als das letzte Barthaar gefallen war und der Barbier sich mit Schere, Kamm und wohlriechenden Essenzen an die Zurichtung des hellblonden Haupthaares machte, schien es Lorenzo, als wiche aus seinen blauen Augen der letzte traurige Schimmer der Krankenhaushaft und der sieghafte Glanz strahle wieder darin auf... Mit einem Male ging es ihm im Kopf herum: Nadja, Nadja— Hele, Hele... Und immer schneller, immer verrückter: Nadja— Hele— Nadja— Hele... Als er zahlte, den Laden verließ, durch die Straße ging,— es wurde nicht besser. Die Bilder der beiden Frauen rasten durch sein Gehirn. Er sah sie lächeln— die hellblonde Hele, die schwarze Bulgarin: ausgelassen und lustig die eine,— melancholisch, seltsam lockend die andere"... Ob er am Ende noch krank war? Noch etwas von dieser verdammten Blutvergiftung im Körper hatte? Löwenkrallen geben immer Blutvergiftung, und seine sechs Löwen hatten ihn mit Krallen und Zähnen nicht so schlecht bearbeitet! Ein paar Dutzend Löcher, Wunden, Risse auf dem Rücken, auf der Brust, zwischen den Rippen,— damit hatte man ihn ins Krankenhaus gebracht. Kein Arzt hatte geglaubt, daß er durchkäme. Und nun war er doch wieder auf den Beinen. Wieder der alte, starke. frische Lorenzo! Das war aber eine ganz natürliche Sache. Heimweh, Sehnsucht nach Hele,— und dazwischen diese hübsche bulgarische Frau... Er nahm sich zusammen und ging in ein gutes Hotel. Er hatte ein leichtes Gefühl des Unbehagens. Hochstaplergeschichten fielen ihm ein.— Aber sofort beruhigte er sich. Morgen vormittag würde er auf dem Konsulat jareichlich Geld kriegen. Das Zimmer war sehr groß und schön ausgestattet. Lorenzo war überrascht, er hatte bisher sein Leben nur in engen Wohnwagen verbracht. Früher, als er noch Raubtierwärter war, mußte er in einem ganz kleinen Verschlau im Käfigwagen schlafen,— das fiel ihm ein, während er jetzt seinen Mantel ablegte, sich in einen weichen Sessel setzte. Aber nun war er ja Dompteur,— dasselbe, was damals sein Lehrmeister gewesen war... Als Lorenzo gegen Abend das Hotel verlassen wollte, hielt der Manager ihn zurück. „Ich würde dem Herrn raten, jetzt nicht auszugehen, sondern den Abend in unserem Restaurant zu verbringen. Es sind jetzt ungemütliche Zeiten in Sofia...“ Lorenzo sah ihn erstannt an. Der Manager senkte seine Stimme zum Flüstern:„Die Regierung Stambulijski wackelt— überall kriselt es— hier ein Bombenattentat, dort ein Revolverattentat— und Stambulijsti, der das natürlich weiß, verschärft seine Maßnahmen. Die Polizei ist dauernd in Bereitschaft ... kurz: es ist besser, abends zu Hause zu bleiben, mein Herr!“ Lorenzo ließ sich raten, setzte sich in das Hotelrestaurant, trank eine kleine Flasche bulgarischen Wein. lauschte dem Balalaikaspiel der russischen Kapelle, die aus ehemaligen russischen Offizieren bestand, und legte sich früh ins Bett. Als er am nächsten Morgen erwachte, war sein erster Gedanke: das Kursbuch! Er bestellte es telefonisch im Hotelbüro. Er mußte doch ausrechnen, wieviel Fahrgeld er eigentlich gebrauchen würde, wieviel er beim Konsulat fordern sollte! Das Kursbuch kam. Lorenzo begann darin zu blättern. Herr des Himmels! Was sollte er eigentlich suchen? Er wußte ja gar nicht, wo Hele jetzt war! Er dachte nach. Das einzige, was dabei herauskam, war, daß der Zirkusdirektor damals, vor zehn Wochen, geplant hatte, nach Wien heraufzuziehen. Also in Wien konnte Hela jetzt sein. Lorenzo blätterte„Sofia— Wien". adbeerte die Kilometer, berechnete Fahrpreise... Aber — fiel ihm ein— der Zirkus mußte ja schon längst wieder über Wien hinaus sein. Er nahm sich also einfach eine runde Summe vor: tausend Lewa. Er zog sich an, frühstückte zwischendurch. Um zehn Uhr trat er in das Konsulatsgebäude ein. Kurz nach ein Uhr mittags ging ein Zug nach Oesterreich zu, den könnte er bequem schaffen. „Ah, Herr Lorenzo!“ Lorenzo erschrak bei dem eigentümlichen hümischen Klang dieser Anrede. „Es gibt kein Geld!“ tönte es sofort hinterher— scharf, eiskalt. Lorenzo ließ sich auf einen Stuhl fallen. Alles drehte sich um ihn. Und da war der Beamte schon ganz dicht neben ihm.„Warnen dringend! Wahrscheinlich Schwindler! Tierbändiger Lorenzo in Berlin!" zischte er Lorenzo in die Ohren. Lorenzo fuhr hoch, hob die Hand. „Bitte, so lautet das Telegramm der Artistenloge!“ rief der Beamte und hielt ihm die Depesche unter die Nase. Lorenzo las. Zuerst taumelten die Buchstaben, aber dann wurde es ganz klar:„Warnen dringend— wahrscheinlich Schwindler— Tierbändiger Lorenzo in Berlin...“ Der Beamte stand wartend neben ihm— mit dem triumphierenden Lächeln, das Beamte haben, wenn sie einen Betrug entlarvt zu haben wähnen. Endlich bewegten sich Lorenzos Lippen:„Ich bin Lorenzo!— Ich— Lorenzo!“ schrie er und stürzte zur Tür hinaus. Der Beamte sah ihm kopfschüttelnd nach. Gewöhnlich benahmen sich diese Bettelbrüder ganz anders. Lorenzo rannte durch Sofia. Durch breite Alleen, winzige Gäßchen,— über den bunten Teppichmarkt an der Moschee,— durch die Straße der Kupferschmiede,— am Schloß vorbei,— durch das Zigeunerlager... Und dann stand er plötzlich vor der Neuen Kathedrale, starrte auf die Goldkuppeln, die über dem weißen Marmor glänzten, daß es ihm in die Augen stach. Er hörte ein Uhr vier schlagen, und er trat in die Kirche ein. Die unheimliche Stille legte sich lähmend au ihn. Als er endlich wagte, den Kopf hoch zu heben, sah er hoch oben in den Kuppeln herrliche Bilder. Im Mittelpunkt stand##n weißgekleidetes Jesuskind. Noch nie hatt: Lorenze ein so schönes Kind gesehen. In seinen dunklen Augen war eine magische Kraft, durch die er gebannt wurde. Ein kleines Geräusch, das hart in die Stille fiel, ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Er blickte durch die große, leere Kirche und sah: ganz hinten, in einer Nische, die wie eine vergoldete Muschel aussah, erhob sich ein Mensch von den Knien, der einzige Mensch in dieser riesenhaften Mormorstille: Nadja. Lorenzo erkannte sie sofort, obwohl sie ihm nicht das Gesicht zuwandte und anders gekleidet war als gestern: in einen eng anliegenden schwarzen Samtmantel. Jetzt knickste sie noch einmal kurz gegen den goldgleißenden Altar, bekreuzigte sich, wandte sich um und kam auf Lorenzo zu.„Guten Tag, Lorenzo!“, sagte sie ohne jede Ueberraschung und streckte ihm die Hand hin.„Es geht Ihnen nicht gut?“ fragte sie, während sie nebeneinander die Kathedrale verließen. Ihre Stimme war sanft, friedlich, fast feierlich. Wußte sie schon um sein Unglück? „Es geht mir schlecht!“ sagte Lorenzo geradeheraus.„Ich habe sein Geld bekommen!“ Er wurde rot und drehte schnell den Kopf zur Seite. „Oh— es muß schrecklich sein, kein Geld zu haben!“ sagte Nadja, wie ein Kind, das Armut nur aus Erzählungen kennt. (Fortsetzung folgt.) Beoiser Kriegsheyer bleiden Objektivitäht in den Pariser Blättern ris, 3. Mai. Obgleich am Dienstagabend m Quai d'Orsay erklärt wurde, daß von Zsischer Seite Polen keinerlei Winke worden seien, wie es sich gegenüber itschland zu verhalten habe, fährt die franPresse foxt, die Polen weiterhin ufzufordern, den deutschen Vorschlägen gegenüber„fest“ zu bleiben. Die Pariser Blätter zitieren darüber hinaus mit geheuheiter Objektivität alle Warschauer Meldungen, nach denen Beck eine„Gegenoffensive“ gegen das Reich zu starten beabsichtige und ein polnisches Protektorat über die deutsche Stadt Danzig fordern wolle. Man verzeichnet zwar am Rande auch den Protest der deutschen Oeffentlichkeit gegen aber zugleich gibt man wiederum den britischen Stimmen breitesten Raum. Uebrigens versucht man gleichzeitig Rumänien einzuflüstern, die mit Polen noch enger zu knüpfen, um polnische Position stärker erscheinen zu Daneben blickt man in Paris fernerbin nach London und läßt sich über den Stand der englisch=sowjetrussischen Verhandlungen optimistische Berichte geben. So berichtet der Londoner Vertreter des„Matin“, es sei zwar noch kein volles Einverständnis zwischen England und der Sowjetunion erreicht, aber die Verhandlungen seien„auf gutem Wege“ London solle die Sowjetunion aufgefordert haben, die Garantie Frankreichs und Englands für Polen und Rumänien sowie Griechenland durch seinen Beitritt zu verstärken und die bekanntlich gegenüber dem Bolschewismus zurückhaltend eingestellten baltischen Staaten einschließlich Finnland zu„garantieren“ Aber die Sowjets bestehen ihrerseits darauf. daß Frankreich. England und die Sowjetunion eine Dreier=Allianz schlössen. Die Sowjets sollen ausdrücklich darauf bestanden haben, daß der Abschluß einer solchen Allianz als eine Conditio sine aua non angesehen werde. Der„Jour“ meint, die englischsowjetrussischen Verhandlungen würden wohl kaum vor dem 15. Mai abgeschlossen werden. An diesem Tage treffen sich nämlich Lord Halifax und Litwinow=Finkelstein in Genf gelegentlich der Sitzung der Genfer Liga. Ferner läßt es sich die Pariser Presse angelegen sein, die USA mehr oder weniger ausdrücklich aufzufordern, raschestens eine Umgestaltung des Neutralitätsgesetzes vorzunehmen in der Richtung, daß es sich für die Demokratien im Ernstfalle eindeutig günstig auswirke. Man unterstreicht dabei lebhaft die Vorschläge des Senators Pittman und spricht sich dafür aus, daß in einer Neufassung des Neutralitätsgesetzes der amerikanische Präsident entgegen den bisherigen Bestimmungen genauestens zu unterscheiden in der Lage sein, müsse, wem gegenüber ein Verbot für die Lieferung von Waffen und Rohstoffen zu gelten habe. Befremdende jugoslawische Stimme Belgrad, 3. Mai. Die jugoslawische Presse berichtet ausführlich über die jüngsten Wandlungen der polnischen Politik. Der Warschauer Vertreter der Politika gibt auch die polnischen Ansprüche wieder, die Deutschland gegenüber erhoben werden, und berichtet u. a., daß nach Warschauer Ansicht die Errichtung eines polnischen Protektorats über Danzig auch dadurch gerechtfertigt sei, daß„Polen im Interesse des allgemeinen : Friedens keine Streitfrage aus dem ihm nach dem Weltkriege in Ostpreußen und deutschen Teil Schlesiens zugefügten Unrecht" gemacht habe. Daß eine so törichte Auffassung in einem Belgrader Blatt kritiklos verbreitet wird, muß mit lebhaftem Befremden vermerkt werden. Sollte keiner der für den Inhalt dieser Zeitung verantwortlichen Journalisten etwas von den Volksabstimmungen gehört haben, die in Ostpreußen die völlige Haltlosigkeit der polnischen Forderungen und in Oberschlesien ein Stimmenverhältnis für Deutschland ergaben, das bei der Festsetzung der Grenze in zahlreichen Fällen im Interesse Poiens beiseitegeschoben wurde? In diesem Zusammenhang meldet die Politika weiter, daß die diplomatischen Fühlungnahmen zwischen Warschau und Moskau neu belebt worden seien. Polen wolle seine Beziehungen zu Sowjetrußland„der jetzigen Lage anpassen“, in der die Möglichkeit einer Verständigung größer als je sei. Angurn=Erwurtel Zudengesetz vom Abgeordnetenhaus verabschiedet Budapest, 3. Mai. Nach der Rückkehr des ungarischen Ministerpräsidenten und seines Außenministers vom offiziellen Besuch in Berlin wendet sich das öffentliche Interesse Ungarns wieder stärker den bevorstehenden innerpolitischen Ereignissen zu, die im Zeichen der Ausschreibung von Neuwahlen stehen. In den Straßen Budapests prangen die Wahlplakate der Regierungspartei. Die Reueinteilung der Wahlbezirke ist schon abgeschlossen und auch im Amtsblatt bereits veröffentlicht. Donnerstag wird dann das Handschreiben des Reichsverwesers über die Auflösung des Abgeordnetenhauses verlesen. Das Abgeordnetenhaus hat sein vorgesehenes Arbeitsprogramm beendet. Das Judengesetz ist heute endlich endgültig verabschiedet worden. Die ungarische Oeffentlichkeit hatte von dem langatmigen Gerede in den vielen Monaten der parlamentarischen Erörterung dieses Gesetzes mit Recht die Nase voll. Denn was sich das Abgeordneten= und vor allem das Oberhaus an Lobhudeleien für die ungarischen Juden leistete, wurde in der ganzen nationalen Oeffentlichkeit allgemein als ebenso geschmacklos wie unwürdig empfunden. In ungarischen parlamentarischen Kreisen erwartet man die Wahlausschreibung für die Provinz frühestens für die beiden Pfingst= feiertage. In Budapest sollen die Wahlen eine Woche später stattfinden, so daß das neugewählte Haus noch vor dem 1. Juli, dem Beginn der parlamentarischen Sommerferien, zusammentreten und der Regierung das Vertrauen aussprechen könnte. Mit begreiflicher Spannung erwartet die politisch interessierte ungarische Oeffentlichkeit die Bekanntgabe der offiziellen Kandidatenlisten der Regierungspartei. Denn aus ihrer Zusammensetzung glaubt man bereits Schlüsse für den zukünftigen politischen Kurs ziehen zu können. Die Kombinationen über die Färbung dieses Kurses gehen weit auseinander. Nach Erwartung der liberalen Opposition werde die Regierung angeblich bestrebt sein, die rechtsradikalen Strömungen in den Reiben ihrer Partei weitgehend zu neutralisieren. Wenn daran vielleicht auch einiges richtig sein mag, so steht jedenfalls außer Zweisel, daß die Neuwahlen eine Konsolidierung und Verbreiterung der Basis der Regierungspartei und damit alle Voraussetzungen für einen nationalen Kurs der gemäßigten Rechten bringen werden.„ Ein großer Wayisieg der Regierung ist ebenfalls zu erwarten. Denn das neue Wahlgesetz sichert für den, der wählen läßt, schon deshalb einen Vorsprung, weil es eine seltsame Mischung von Listen= und Einzelwahl bringt. Hinzu kommt noch die Wahlgeometrie, die vom Junenminister im Verordnungswege ausgearbeitet wird und der für die Regierungspartei als stärkste Listenpartei vorteilhafte Umstand, daß Einzelwahlen nur im ländlichen Bezirk stattfinden, während in der Hauptstadt und allen größeren Städten nur Listen gewählt werden können. Französische Zwangsaushebung Italiener betroffen Rom, 3. Mai. Das französische„Journal Official“ hat am 16. April eine Verordnung veröffentlicht, wonach die in Frankreich lebenden Ausländer der Zwangsaushebung für den Ernstfall unterworfen sind. Die gesamte italienische Presse protestiert gegen eine Maßnahme, die„120000 Italiener“ zwinge, im Kriegsfalle gegen Italien zu kämpfen. Gewiß ist man sich in Rom darüber klar, daß unter diesen Italienern viele Emigranten sind, die das faschistische Italien nicht lieben und es sogar bekämpfen, aber die lagtäglich an der italienisch=französischen Grenze eintreffenden Züge bringen viele Italiener heim, die wegen der neuen französischen Maßnahmen die ihnen gebotene„Gastfreundschaft“ der„lateinischen Schwester" nicht länger in Anspruch nehmen wollen. Mit Recht spricht daher die italienische Presse, die überdies den Bruch des Asylrechtes brandmarkt, von einem Raub von 120000 italienischen Soldaten. holen zu müssen, obwohl fast die ganze Welt heute von diesem irrsinnigen Produkt hemmungsloser Chauvinisten abgerückt ist. Das Blatt ergeht sich dann in völlig absurden geschichtlichen Phantasien, die nachweisen sollen, daß für die preußischen Stände die polnische„Kultur“. die polnische„Freiheit“ (welche?) und die polnische„Rechtsachtung“ immer eine große Anziehungskraft gehabt Wenn schon diese Ausführungen nicht mehr ernst genommen werden können und sich niemand dabei eines Lächelus erwehren kann, so können die weiteren, völlig verrannten Forderungen des Blattes nur humoristisch genommen werden, denn der Mangel an geschichtlichen Kenntnissen der aus jeder Zeile zutage tritt, übertrifft selbst Roosevelts Unkenntnis der europäischen Landtarte, obwohl er bei einem Lande, das in Europa die meisten Analphabeten stellt, auch nicht gerade überrascht. Jogu in Istanbul Die türkische Regierung bezahlt das„Hofstaat". Theater Istanbul, 3. Mai. Ein Sonderzug mit dem Exkönig Zogu von Albanien und einem aus 70 Personen bestehenden„Hofstaat“ ist in Istanbul eingetroffen. Der Sonderzug bestand aus 10 Wagen, darunter drei Gepackwagen. In zwei Wagen hatte eine Anzahl ehemaliger albanischer Minister und Politiker Unterkunft gefunden. Der Istanbuler Bahnhof und seine Umgebung. vor dem sich in den Abendstunden einige tausend Albanier angesammelt hatten, wurde später von der Polizei geraumt und abgesperrt. Für Zogu und seine mit Allüren von Halbweltdamen begabten Schwestern wurden drei Stockwerke des größten Istaubuler Hotels des „Pera=Palast“, eingeräumt. Die türkische Regierung hat es erstaunlicherweise für nützlich befunden, die nicht geringen Kosten dieser overettenhaft wirkenden Hofschranzerei zu tragen. In zwei benachbarten Hotels mußten außerdem noch 50 Zimmer frei gemacht werden. Eine gleichzeitig eingetroffene Autokolonne umjaßt 30 Wagen. Unter ihnen befinden sich auch einige Lastkraftwagen, die das umfangreiche Gepäck des ehemaligen Königs und die geraubten Wertsachen transportieren.„ 6 Dank der getroffenen Ponzeimaßnahmen vollzog sich der Einzug der albanischen Emigranten völlig lautlos und unter strengstem " B a r h e r= E r r s c h i e s p u n g s k a r t k k Wann bekommt Spanien sein Gold zurück?-„Journal“ enthüllt Deutsche Buchausstellung in Rom, 3. Mai. In den Räumen des Mercato ii Traiana wurde am Mittwoch die alle Gebiete des deutschen Schrifttums umfassende erste Große deutsche Buchausstellung in Rom feierlich eröffnet. Die Ausstellung, die Unter dem Ehrenschutz von Mackensen steht, betont neben der politischen die kulturelle Verbundenheit der beiden Achsenmächte und hebt im Rahmen des neuesten politischen, schöngeistigen und wissenschaftlichen Schriftkums Goethe und Dante als diejenigen Gestalten hervor, die gegenseitig zum Jubeoriff der beiden Kulturen geworden sind. Neben den aus den Archiven der preußischen und dayerischen Staatsbibliothek zusammengekragenen deutschen Dante=UebertraBUngen sind auf der Ausstellung auch die in unseren Tagen erstandenen Dichtungen, die das neue Deutschland und das neue Italien besingen, vertreten. Kalifornien wurden schwere Erdstöße verspürt. In der Universität von Berkeley wurde durch die Schwere der Erschütterung der Seismograph zerstört. Drei Erdstöße erschütterten das Geschäftsviertel von Los Angeles schwer. Paris, 3. Mai. Die französisch=spanischen Beziehungen sind nicht nur schwer belastet dürch die Haltung, die Frankreich während des Bürgerkrieges zugunsten der Sowjetspanier eingenommen hat. Selbst wenn in Burgos die Neigung bestehen sollte, unter diese fatale französische Vergangenheit einen Strich zu ziehen, wäre eine solche Absicht vollig illusorisch gemacht durch das Verhalten, das Frankreich den gegenwärtig zur Diskussion stehenden französisch=spanischen Problemen gegenüber zeigt. Gemeint ist hier in erster Linie die Weigenung der französischen Regierung. Spanien das Gold. das Kriegsmaterial und andere Werte zurückzuerstatten, die von den Roten nach Frankreich verschleppt worden waren. Wie man weiß, war diese Rückerstattung in jenes Vertragswerk einbezogen worden, das der tranzösische Senator Berard währen seiner mehrfachen Missionen in Spanien mit dem spanischen Außenminister Jordana abschloß. und das die Grundlage für ein normales spanisch=französisches Verhältnis darstellen sollte. ist aber schon zwei lange Monate her, und außer der Rückerstattung von einigen Frachtdampfern und Fischerbooten is: bisher alles beim alten geblieben.„ Nach wie vor ruht das spanische Golo in den Tresoren französischer Banken, die spanischen Geschütze und der ungeheure spanische Wagenpark, der sich seit der Flut der Rotspanier an der französischen Pyrenäengrenze befindet, verrosten unter freiem Himmel, allen Unbilden des Wetters ausgesetzt. Grone Werte gehen auf diese Weise dem spanischen Volk, das gerade jetzt zu seinem Wiederaufbauwerk alles bitter notwendig hat, verloren. Aber Frankreich rührt sich nicht! Der neue spanische Botschafter in Paris, Lezquerica, setzt sich mit aller Kraft für die Einhaltung dieser französischen Verpflichtungen ein. Tagtäglich wandert eine Note nach der anderen von der spanischen Botschaft zum Quai d’Orsay. Der Botschafter selbst hat alle Augenblicke Unterredungen mit Außenminister Bonnet und ist auch bereits mehrfach beim franzößischen Staatspräsidenten Lebrun in dieser Angelegenheit vorsteuig geworden Aber man erklärt ihm mit freundlichen Mienen, duß sich alles schon arrangieren werde. Das ist alles. Das„Journal“, das heute in einem Artikel in einem Anfall von Offenherzigkeit auf die Unhaltbarkeit dieses Zustandes(lies: die französische Verschleppungstaktik) hinweist, erzählt folgendes charakteristische Zwiegespräch zwischen Lezauerica und Lebrun. Kürzlich waren im Elysee etwa versammelt, die über das unzösisch=spanische Verhältnis diskutierten. Der Prasident ver publik richtete an den spanischen Botschafter das Wort und fragte:„Werden uns beid ihre Flüchtlinge wieder a. men Der Botschafter antwortete sofort:„Wir weiden sie wieder zurücknehmen, Herr Prasident, zur gleichen Zeit wie unser Gold, unsere Waffen und unsere Wagenparks zurückgegeben werden.“ Diese Antwort des spanischen Porscrätee läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Mai verweigert Spanien das, worauf es ein verbrieftes Racht hat, beklagz, 5g, Besgzähung seits über die schwere Last, er auferlegtl Das bereits zitierte franzäsische gehalst habe, als es, gedrängt von marxistenfreundlichen Komplexen, der geschlagenen roten Armee die Grenze oifnete und mn den Sowjetspaniern auch deren Kriegsgera. und Verkehrsmittel in sein Gebiet aufnahm. Warum, so fragt das„Journal“ verzweifelt, hat Frankreich nicht wie Portugal gehandelt das schon im Jahre 1936 seine Greuze fest verschlossen hatte? Das Blatt richtet einen dringenden Appell an den Quai d’Orsay, doch endlich klar zu sehen und der französisch=spanischen Spannung durch die Erfüllung dieser Abmachungen das Wasser abzugraben. Es warnt weiter die franzosische Politik daoor, in der Praxis die gleiche Haltung einzunehmen wie während des Bürgerkrieges. Ferner weist das Blatt darauf hin, daß es in der französischen Regierung Kreise gebe, bei denen die bolschewistische Aktivität eine gewisse Willfährigkeit findet, und es fordert den Quai d’Orsav auf, derartigen Einflüssen keinen Raum zu geben. Staatsfeiertag mit Deutscheuhetze Danzig= und Ostpreußen=Rufe bei der Warschauer Parade shenten nahm sie der„Keinisterpräsident nbenne;„ nahm, sie der Ministerpräsident Skladkowski und im Auftrage oes Ehess der polnischen Wehrmacht Marschall RydzSmigly ab. In ihrem außeren Rahmen blieb die Parade hinter früheren Darbietungen dieser Art erheblich zurück. Technische Abteilungen wurden nur in beschränktem Umfange gezeigt. Dafür beteiligten sich aber an der Parade zahlreiche halbmilitärische Formationen und Organisarionen, auch weibliche Organiiatigig zag Publikum im allSo zurückhaltend sich das Phrikunk.im allgemeinen angesichts der vorbeimarschierenden Truppen verhielt, so wurden doch von einzelnen Gruppen von Irregeleiteten immer wieder Rufe laut, die die Armee aufforderten, nach Danzig und Ostpreußen zu marschieren. Daß es sich, Fierkr.####en bestellte und oxganisse:#### handelte, geht aus der Tatsache vervor, daß bereits am Vortage in Warschau davon die Rede war, daß solche Rufe bei der Parade laut werden würden. Das berüchtigte Hetzblatt Polonia nimmt den Nationalfeiertag zum Anlaß, um karte mit der sogenannten Korfanty=Linie vom Jahre 1921 zu veröffentlichen, die die Einverleibung Oberschlesiens bis an die Oder bei Oppeln vorsieht, und die offizielle Polska Zachodnia versteigt sich in ihrem heutigen Leitartikel zu der Behauptung, daß„heute niemand bestreiten könnte, daß mit der Grenzziehung von 1921 Polen ein schweres Leid und der Saomotigen gesschen Politiker, darf natürlich der Woiwore Granicht fehlen. Er hielt in der Nacht zum 3. Mai bei einem Appell des Aufständtschenverbandes, dessen Ehrenyorsitzuger er ist. auf dem Ring in Kattowitz eine neve, in der er davon phantasierte, daß Polen noch viele Gebiete senseits der Grenze gehörten. Diese Worte lösten bei den verhetzten Zuhorern den Zeu Iöe:=-Unsere Grenze lleat bei Oppeln an Illustrowanny Eurjer Codzienni(Illustrier= ter Krakauer Kurier) erhebt erneut die Forderung der Vereinigung Ostpreußens mit Polen zu einer„unzerreißharen, Einheit“. Polen habe, so schreibt das Biatt, aus die Forderungen Deutschlands die Antwort Nein und Niemals erteilt und die Forderung erhohen. die polnischen„Rechte“ in Danzig zu verrstigen. Damit werde aber nicht die Frage##er#ol: nischen Staatsraison an der Ostsee erschouft. Polen müsse überall in vollem Umfange Rechte für sich fordern, wo diese Rechte seit ewigen Zeiten ihm gebören(?!). Polen müsse die Regelung der Frage Ostpreußen fordern, das vistorisch, geographisch und wirtschaftlich stärksens mit Polen verbunden sei(?!). In Erhärtung dieser mehr als unverschämten Forderung glaubt das Blatt dann den doch ergab sich durch die Zoll= und Deviseng! fertigung ein zweistündiger Aufenthalt, der durch die Bestandsaufnahme der reichen Barmittel verursacht wurde, die die Reisenden mit sich führten. Nachdem Zogu und seine Kamarilla sich nicht mehr länger in Griechenland aufhalten konnten, wurde ihnen von der Türkei vorläufig auf unbestimmte Zeit Asylrecht eingeräumt. Man nimmt an, daß der frühere albanische König sich zunächst in Istanbul niederlassen wird. In sich zunächst in Istanhul niede den nächsten Tagen will er nach Antara reisen, um mit der türkischen Regierung die nötigen Verhandlungen hierüber zu pflegen. Teleki wieder in Budapest „Wir gewinnen das sichere Gefühl des Vertrauens Budapest, 3. Mai. Ministerpräsident Gral Teleki und Außenminister Graf Csaky sind am Mittwochvormittag von ihrem offiziellen Berliner Besuch nach Budapest zurückgekehrt. Auf dem festlich geschmückten Bahnhof hatten sich die Mitglieder der Regierung sowie eine große Anzahl führender Persönlichkeiten des Militärs und des öffentlichen Lebens eingefunden. Ebenso wie bei der Abreise waren auch diesmal beim Empfang- der italienische Gesandte, Graf Binci, und der deutsche Geschäftsträger Legationsrat Graf Strachwitz erschienen. Ministerpräsident Teleki wies in einer kurzen Ansprache auf den außerordentlich herzlichen Empfang in Berlin sowie auf die Atmosphäre der Freundschaft und des Vertrauens hin, unter der die Begegnungen mit dem Führer und den maßgebenden Persönlichkeiten in der Reichshauptstadt standen. Wörtlich stellte er dann fest:„Wir haben bei unseren Berliner Besprechungen das sichere Gefühl des Vertrauens gewonnen, das uns bestärkt in unserer Arbeit, an der weiteren Vertiefung und Engergestal: tung der Beziehungen zwischen Deutschlano und Ungarn fortzufahren, sowie weiterzuarbeiten am Frieden Mitteleuropas und am Glück seiner Völker.“ Cperk und Spiel Fortung fliegt nach Zum Rückspiel gegen Viktoria Stolp am kommenden Sonntag, 7. Mai, wird Fortuna Düsseldorf die 1800 Kilometer lange Strecke mit dem Sonderflugzeug zurücklegen. So ist es möglich, die Reise am Sonntagmorgen anzutreten und am Abend wieder in Düsseldorf zu sein. Räche Krauß tritt ab Unsere langjährige Meisterläuferin Käthe Krauß(Dresden) hat erklärt, daß sie in diesem Jahre voraussichtlich nicht mehr an den Start gehen wird. Käthe Krauß will sich ganz ihrer Aufgabe als Frauensportwartin widmen und dem Nachwuchs Gelegenheit geben, den Weg zur Spitzenklasse zu finden. Turnier in Rom vor dem Höhepunkt Beim Internationalen Reitturnier in Ronhat Italien am Mittwoch den ersten Erfolg buchen können, nachdem bisher sämtliche erste Preise von Deutschen und einmal von Belgiern nach dem Ausland entführt worden waren. Nach einem spannenden Stechen war es der volkstümliche Nasello italico unter Major lipponi, der den ersten Preis erzielte vor Adigrat(Oberstlt. Bettoni) sowie den beiden deutschen Pferden Oberst 2(Rittm. Brinckmannd und Erle mit Obtt. Perl=Mückenberger. Moderner Sieg-Laschenschun rot RoSchevro, mit weißer Blese Flexslble Paar In vielen modernen Farben vorrällg. Cuba-Absatz Nanchen-bentsltte Nanchen-den. Sentelatin Blatt und 8tag. Capemariemchen, schwerz Lockte der m. rot gerniert, Poat In ret, bleu und weiß Roßchevro Peat Pasr 10.00 Weeckendschuhe für Herten, in hellbraun Boxcalf und grau Elkleder, Sport-Halbschuhe zur Hert. braun, Boxcalt, Derby, Preßtalten, Rahmenarbeit besonders blegsam gearbeitet, Paar DORTMUND Wer treu geschafft bis ihm die Kraft gebricht und liebend stirbt, ja den vergißt man nicht. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen heute morgen 835 Uhr meine liebe Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fradadetu! Barseeh Berta geb. Schwartze im Alter von 57 jahren nach langem schwerem mit Geduld ertragenem Leiden im Vertrauen auf unseren Erlöser, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bittet: Gustav Burbeck Schwerte-Ruhr, Schlageterstr. 9, Erie bei Buer, Oberhausen, Ergste, Nachrodt, Altena, Duisburg, Aplerbeck, Münster, den 3. Mai 1939. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Mai, nachmittags 4 Uhr vom evgl. Krankenhaus aus statt. „KRUSOL beseitlat##dikal den OTzwurm ocht Möbein tundervetten Olanz I. Westhofen: Fach-Drog. W. Engels SEL Zimmer für Ehepaar sofort gesucht. Sichere Zahler. Offerten unter Nr. 1007 an die Geschäftsst d. Ztg. Peabentbrat mit oder ohne Wohnung fort zu vermieten. 1009 Kreitz. Schwerte, Bahnhofstraße 13. -AIS BIKT in fahrbarem Zustand, billig zu verkaufen. Offerten unter Nr. 100 an die„Schwerter Zeitung". Briefpapiere, Drehbleistifte, Markenstifte für das Büro Schreibwarenhandlung Linner vormals Carl Braus ( Wolt-Adolf Die glückliche Geburt eines Stammhalters zeigen in großer Freude an Anwraltsassessor Fritz Middelmann und Frau Lisa geb. Tondok Schwerte, den 2. Mai 1939 Deutsche Reienslottelie „* zur Erneuerung der Lose für die 7. Klasse! Kauflose noch vorrätig. Schrelbwarenhandlung Hans Linner vormals Carl Braus Große Marktstraße 3—5. KCRCDN Gur.(Losste##r- lirk! Jetzt wieder mit echtem Balsam=Terpentinöl, daher so mild und erfrischend im Geruch. Dose für 63 Pfg. reicht wochenlang Erhältl. bei M. Mehlhose, Drogerie, Adolf=Hitler=Platz Turnenf Shiel und Ererl Eröffnung der leichtathletischen Bahnsaison im Lenne=Volme=Kreis. Unterkreis 4 Iserlohn=Schwerte. Die Leichtathleten des heimischen Kreises eröffnen am Sonntag, den 21. Mai, mit einem großen Bahnstaffeltag, verbunden mit Mehrund Einzelwettkämpfen ihre diesjährige Saison. Unterkreisfachwart Josef Oeke. Hennen, übertrug die Ausrichtung des großen Kampfnachmittags der„Reichsbahn=Sportgemeinschaft" Schwerte. Die Räumlichkeiten der Gaststätte Kreinberg stehen als Umkleide=Gelegenheiten zur Verfügung. Folgende Wettkämpfe sind ausgeschrieben: Männer: 4 mal 400 Meter. Schwedenstaffel 100. 200, 300, 400 Meter. 3 mal 1000 Meter. 10 mal ½ Runde. Offene Kämpfe: 110 Meter Hürden. 7500 Meter. Stabhochsprung. Dreisprung. Hammerwerfen. Kämpfe für den unbekannten Sportsmann: 200 Meter. 1000 Meter. 3000 Meter. Weitsprung. Kugelstoßen. Frauen: Stafseln. 4 mal 100 Meter.— Offene Kämpfe: 100 Meter, Kugelstoßen, Hochsprung. Kämpfe für die unbekannte Sportlerin: 100 Meter, Weitsprung. Hochsprung. Dreikampf, Männer: 100=MeterLauf. Kugelstoßen. Weitsprung. Allgemeine Klasse: Alle bis zum 31. August geborenen. Jungmannen: Alle vom 1. 1. 1918 bis zum 31. August 1920 geborenen. Altersklasse 1: Jahrgang 1907 und älter. Altersklasse II: Jahrgang 1899 und älter. Altersklasse III: Jahrgang 1889 und älter. Frauen: Allgemeine Klasse: Jahrgang 1922 und älter. Altersklasse: Jahrgang 1909 und älter. Sämtliche Kämpfe werden nach der 1000Punkte=Wertung gewertet. Mindestens ein Drittel der Teilnehmer sind Sieger. Sportliche Auszeichnung. Der am 2. Februar 1925 geborene Karl=Heinz Harde, Angehöriger des Deutschen Jungvolks, der als Mitglied der freiwilligen Sportdienstgruppe des Turnvereins„Grüne Eiche" 1896 Bürenbruch seine turnsportlichen Fähigkeiten schon mehrfach unter Beweis stellen konnte und bereits neben dem DI.=Leistungsabzeichen den Reichsschwimmschein I erwarb, bestand jetzt in der Städtischen Badeanstalt in Iserlohn die Prüfung im 45=Minuten=Schwimmen und errang somit den Reichsschwimmschein II. Dem siegreichen Jungsportler wurde eine vom Jugendführer des Deutschen Reiches unterschriebene Urkunde verliehen. Vereinheitlichung der technischen Nachrichtenmittel Berlin, 3. Mai. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring hat dem Inspekteur der Wehrmachtsnachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht, Generalmajor Fellgiebel, im Rahmen des Vierjahresplanes den Auftrag erteilt, alle Maßnahmen zu ergreifen, welche auf dem Gebiet der technischen Nachrichtenmittel für eine einheitliche Ausrichtung aller beteiligten Dienststellen und Organisationen von Staat, Partei und Wirtschaft erforderlich geworden sind. Durch den raschen Fortschritt der Technik und durch die erhöhten Anforderungen von Behörden, Wirtschaft und Privaten sind auf nachrichtentechnischem Gebiet derartige Belastungen der Industrie aufgetreten, daß eine klare Zusammenfassung aller Aufgaben und Zustandigkeiten immer mehr und mehr Da auf diesem Gebiet der Technik die Entwicklung noch nicht zu dem Abschluß gekommen ist, wie ihn z. B. das Kraftfahrwesen aufzeigt, soll der freien Entwicklung zunächst bis zu einem gewissen Grade freie Bahn gelassen werden. Es sollen aber schon jetzt dort, wo Typenbeschränkungen und weitgehende Normungen möglich sind, zur Entlastung der Industrie Vereinheitlichungen vorgenommen werden, die eine Rationalisterung der Produktion im Sinne des Vierjahresplanes zum Ziele haben.„.„ Hsenn m. Die zum Teil gewaltig angewachsenen Bedürfnisse der für die Erzeugung von Nachrichtenmitteln in Frage kommenden Elektroindustrie, auch der Rundfunkindustrie, werden nunmehr durch den Sonderbeauftragten einem solchen Ausgleich zugeführt, daß auch diese Industrie in die Lage versetzt wird, ohne zu große Belastungen in jedem Falle Höchstleistungen zu vollbringen, der auf Grund der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten kann. Die Hebung der Exportfähigkeit der Industrie wird hiermit zwangsläusig erreicht. Chamberlain im Unterhaus London, 3. Mai. Ministerpräsident Chamberlain schnitt am Mittwoch im Unterhaus bei Beantwortung einer Anfrage auch die Frage des Hinfälligwerdens des deutsch=englischen Flottenvertrages an. Dabei unterließ er es allerdings, auf die Gründe der Beendigung dieses Abkommens, dem durch das Verhalten Englands der Boden entzogen wurde, einzugeben. Auf eine Zwischenfrage erklärte der Premierminister weiter, daß er es nicht für notwendig erachte, den britischen Botschafter in Berlin nach London zu berufen, um über die Aufhebung des Vertrages zu berichten. Auf eine weitere Frage, ob die Regierung die Aufforderung des Führers annehme, über einen weiteren Vertrag zu verhandeln, erwiderte Chamberlain, die britische Regierung erwäge, welche Antwort sie geben wolle. Chamberlain erklärte auf Anfrage,„daß leinerlei Begründungen irgendwelcher Art für den Vorwurf vorlägen. rung zu einer Politik lands übergegangen sei“(2). Hauses erklärte der Premierminister, daß die britische Regierung bereit sein werde, Vorschläge für einen Austausch gegenseitiger Zusicherungen mit der deutschen Regierung zu erwagen. Weiter sagte Chamberlain, daß das, was Roosevelt vorgeschlagen und der Führer angeboten habe, mehr der Austausch von Zusicherungen des Nichtangriffes sei als eine Garantie auf gegenseitiger Grundlage, wie sie kürzlich von der britischen Regierung Polen gegenüber abgegeben worden sei. Wie wenig die amerikanische Oeffentlichkeit die Kriegshetze des Präsidenten Roosevelt billigt, geht auch daraus hervor, daß der eigene Sohn Roosevelts die Politik seines Vaters immer wieder verurteilt. Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl BrausVerantwortlicher Hauptschriftleiter: Herman Kresse. Schwerte(Ruhr). Verantwortlich den gesamten Textteil: Hermann KreiseSchwerte. Verantwortlich für den teil: Hans Linner Schwerte„#. 157. 3. Zt. ist Preisliste 11 gültig. D=A. III./99: 0 Sprechstunden der Schriftleitung täglich 8—9.30. Uhr. außerdem Mittwochs von Uhr. Sonst nach vorheriger schriftl. Anmeldn 58SSgag 85 STegsa STTTOEEE POS•TgE Sns Buntes Allersei Musikhochschule für Pfeifer. Das Kunstpfeisen will, wie jede andere Art musikalischer Betätigung, auch gelernt sein. In Los Angeles verfiel deshalb Miß Woodward auf den Gedanken, eine eigene Schule für Kunstpfeiser einzurichten. Sie hofft auf diese Weise, manchem arbeitse losen, aber pfeifbegabten Statisten der Filmkolonie zur : Entwicklung seines Talents zu verhelfen. „ E i s b e r g a l s K o l o n i a l w a r e n l a d e n. E s i s t n o c h n i c h t lange her, da wurde an der Küste von Neufundland ein * E i s b e r g a n g e t r i e b e n, d e r e i n e W o c h e l a n g d o r t, w o e r gestrandet war, liegenblieb, und es dadurch den armen in der Nähe wohnenden Fischern ermöglichte, in aller Ruhe die Ladung zu löschen. Ladung? Ja, dieser freund“ l i c h e E i s b e r g e r w i e s s i c h n ä m l i c h a l s e i n s c h w i m m e n d e r * K o l o n i a l w a r e n l a d e n, d e r g a n z e B a l l e n v o n R e i s, K a k a o, Zucker, Kaffee, Konserven usw. mit sich führte. Ja, auch ein photographischer Apparat, Gewehre und Munition : k a m e n z u m V o r s c h e i n. E i n e b e h ö r d l i c h e i n g e l e i t e t e U n t e r * s u c h u n g s t e l l t e d a n n f e s t, d a ß e s s i c h u m e i n e s e i t 1 9 2 0 lassene Lagerstätte einer dänischen Expedition handelte, die ihre Forschungen auf Grönland plötzlich abbrechen : mußte. Sämtliche angetriebenen Sachen waren in tadel; losem Zustande. Das Museum der Gummiknüppel. Ein Sammler eigener Art ist Erland Fenn Clark in Leamington(England). Er hat nämlich in seinem Haus eine Sammlung ; von mehr als dreihundert Polizeigummiknüppeln aus allen Ländern der Erde angelegt. Einige dieser Knüppel “ s i n d m i t e b e n s o v i e l e n K e r b e n v e r s e h e n, w i e s i e b e i U n ruhen Demonstranten niedergeschlagen haben. Das Gemälde auf dem Schiffssegel. In Chicago gelangte ein Bild, das die Kreuzigung darstellt, zur Aus: stellung. Es soll 25 Jahre lang auf einem Speicher ge: s t a n d e n h a b e n u n d d a s g r ö ß t e G e m ä l d e d e r W e l t s e i n. Das riesige Bild ist fast 60 Meter breit und 12 Meter hoch und läßt 5000 Figuren deutlich erkennen. Der Maler, s ein polnischer Künstler namens Jan Styka, hat an diesem : gewaltigen Bild in Rom und Palästina 32 Jahre gearbeitet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 225 000 Dollars. Das Gemälde wurde bereits im Jahre 1911 nach : Amerika gebracht und ausgestellt, um dann aber wieder “ s o r g f ä l t i g a u f b e w a h r t z u w e r d e n. D i e L e i n w a n d, d i e d e r Maler benutzte, war ursprünglich für ein Schiffssegel besimmt. Edisons glucklichste Zeiten. Als der weltberuhmte Erfinder kurz vor seinem 74. Geburtstag auch einmal die Frage vorgelegt bekam, was ihm in seinem langen Leben das höchste Glücksgefühl geschenkt habe, erwiderte er ohne * l a n g e s B e s i n n e n:„ D r e i Z e i t e n g i b t e s i n m e i n e m L e b e n, * in denen ich mich sehr glücklich gefühlt habe. Das war, als ich auf einer Bahnstation in Ohio als zwölfjähriger Junge Zeitungen verkaufte, als ich heiratete, und als ich zum erstenmal Vater wurde und ein kleines Wesen hatte, für das ich arbeiten konnte. Im übrigen, muß ich sagen, daß mir meine Arbeit das größte Glük geschenkt hat. In meinen Laboratorien und Werkstätten habe ich meine glück* lichsten Stunden zugebracht.“ anstellen, entspringen vielmehr dem Bedürfnis, den Pelz von allerlei Schmutz und Hautabsonderungen zu reinigen. Störche fressen Wollhandkrabben, Ran tötet die Wollhandkrabbe, wo man sie findet. Sie stort ven Fischfang, sie vertilgt die Köder, sie zerschneidet und zerreißt die Netze. Und nun ist ihr im Storch ein neuer, und wie es scheint, recht gefährlicher Gegner erstanden. Beim Beringen von Störchen hat man nämlich in einem Storchennest auf Giesensand an der Elbe Fraßreste von nicht weniger als 20 mittelgroßen Wollhandkrabben gefunden. Hiermit dürfte zum erstenmal der einwandfreie Beweis erbracht sein, daß der Storch die gefährliche Wollhandkrabbe frißt, und daß die Räuber einen nicht geringen Teil seiner Nahrung auszumachen scheinen. Dies ist ein Grund mehr, den Schutz der Störche, wenigstens in Norddeutschland, noch energischer zu betreiben als bisher. daß der berühmte Koch Ludwigs XIV., Vadel, ein sehr ehrgeiziger Herr war? Als er bei einer Hoftafel aus Versehen nur eine unzureichende Menge Fisch hergerichtet hatte, vermeinte er, diese Schande nicht überleben zu dürfen. Er tötete sich durch einen Dolchstich. daß, um ein Kilo Papier zu erzeugen, die Papierfabrik 1500 bis 3000 Liter Wasser verbraucht? daß in einem großen Londoner Kino während der Wintermonate außer den üblichen Fundstücken 1000 Paar Handschuhe und 200 Paar Strümpfe gefunden wurden? Merkwürdig ist es, daß auch viele Herren= und Damenschuhe stehengeblieben waren. daß die Gläubigen der Dschainas(einer Hindusekte) kein lebendes Wesen töten dürfen? Deshalb führen die Mönche dieser Sekte stets einen Seidenbesen mit sich und kehren den Weg, um ja kein kleines Tier zu zertreten. daß während der Hochzeit auf Korea die Braut schweigend und unbeweglich auf einem erhöhten Platz sitzen muß? Der Bräutigam ist bei der Feier, die drei Tage dauert, nicht anwesend, er steht auf dem höchsten Berg und betet für die Familie. daß die Zahl der Eisberge, die in jedem Jahr bis an die Südspitze der Neufundlandbank, also bis an die Hauptseeverkehrsstraße, gelangen, ungefähr 200 beträgt? Harte Rüsse Silbenkreuzworträtsel. 5 dem Tierreich Warum lausen sich die Affen? Die Affenkäfige in den Zoologischen Gärten pflegen überall den Zustrom der Neugierigen anzulocken, die belustigt zusehen, wie die Tiere gegenseitig mit großer Sorgfalt ihren Pelz, absuchen. Gewöhnlich glaubt man, daß sie dabei der Flöhe habhaft werden wollen, die ihnen lästig fallen. Wie Direktor Stone vom New=Yorker Zoologischen Garten indessen versichert, ist diese Ansicht irrig. Nach ihm sollen die Affen sehr selten von Flöhen belästigt werden, und wenn sich einmal eins dieser unbeliebten Tiere bemerkbar macht, so wird es sehr bald von ihnen gefangen. Die belustigenden Nachforschungen, die sie mit sich oder ihren Genossen Von links nach rechts: 1. Stadt in Abessinien, 4. berühmter Mathematiker, 5. weiblicher Vorname, 7. männlicher Vorname, 8. Stadt in der Türkei, 10. Vogel, 12. Säugetier(Schafkamel), 13. Hafenstadt in Bulgarien, 14. Gefäß, 16. Papstkrone, 18. griechischer Kriegsgott, 19. Farbe, 21. Insektenlarve, 22. Stammbaumlehre. Von oben nach unten: 1. Raubvogel, 2. Oper von Verdi, 3. Stadt in der Schweiz, 4. tierischer Körperteil, 6. Pampashase, 7. Stelzvogel, 8. italienischer Geigenbauer, 9. spanische Provinz, 11. Stadt am Ganges, 15. römischer Kaiser, 17. Teil d. Mittelmeers, 18. Scheidegruß, 20. Erzählung, 21. Zauberkunst. (Auflösung des Rätsels in der nächsten Rummer.) K —8½ Pr Sre oman-und Unterhaltungs-Beilage (12. Fortsetzung.) „Hallo, Kathrin, wie geht's?“ rief er. Und„Hallo, Pieter, wie geht's?“ gab sie zurück. Ja, die beiden waren bereits so weit, daß sie Pieter und Kathrin zueinander sagten, obschon es nicht mehr als eine Freundschaft zwischen ihnen gab, eine Freundschaft unter Landsleuten, die sich ganz selbstverständlich in der fremden Stadt auf fremder Erde entwickelt hatte. Kathrins Gedanken waren demnach eigentlich ein wenig voreilig; bislang hatte de Vries kein Wort von Liebe zu ihr gesagt, ja nicht einmal die leiseste Andeutung gemacht. Aber er hatte allerhand durchblicken lassen, und Kathrin hatte manches herausgehört, was nicht unbedingt zur Höflichkeit gehörte, die ein Mann einer jungen Dame schuldig war. So ganz unberechtigt und übereilt war es wohl doch nicht, wenn sie sich jetzt schon fragte, ob es ihr * G l ü c k w ä r e, F r a u d e V r i e s z u w e r d e n... *„Ich habe mir ein Programm für heute ausgedacht, Kathrin—“ sagte de Vries lächelnd,„hoffentlich ist's 1 Ihnen recht. Also zuerst fahren wir zum Bulevar Baralt hinunter und trinken einen Cobler zur Abkühlung, dann * gehen wir zum Abendessen in die Bar„Florida“, nachher gehen wir ins Kino und nach dem Kino fahren wir ein wenig spazieren:.. Recht so?“ *„Ja, fein“, rief Kathrin begeistert. Es war ihr leicht und froh zumute wie einem Kind. Doch war sie nicht ein Gschund unteun) wöhnt und hätte sich bloß gewundert, wenn er nicht mehr. so zu ihr gewesen wäre. Nun führte de Vries sie in die Bar, und wiederum wurden sie von aller Welt gemustert, wie jedesmal, wenn: die beiden ein Lokal oder ein Magazin betraten. Kathrin: fühlte sich geschmeichelt; früher war sie nicht so sehr beSie nahmen auf hohen Stühlen vor der Theke Platz.: Und der Barkeeper mit dem weißen Käppchen verbeugte: sich vor ihnen, was er sonst niemals tat. „Zwei Cobler!“ forderte de Vries. Der Keeper dienerte, als handle es sich um eine Flasche Sekt zu; zwanzig Dollar, und machte sich eilig daran, die Cobler zu mischen.... g1. Samim 15. Draußen wurden indessen die Schatten länger, und kurz darauf war es dunkel, das heißt, der Himmel war: dunkel, weil die Sonne fort war, der Bulevar aber erstrahlte beinahe taghell im künstlichen Licht. Kathrin und de Vries tranken ihre Gläser leer und verließen die Bar.. Maigg.: Sie fuhren wie immer in die Bar„Florioa“. Als Herr Jürgensen den großen weißen Wagen vor dem Eingang sichtete, rannte er hinaus und kam gerade; zurecht, um der Miß die Hand zur Hilfe zu bieten. Er; hatte sie inzwischen längst untergebracht; es war dieselbe, und froh zumute wie einem Kind. Doch war sie nicht ein hatte sie inzwischen längst untergebracht; es war Kind mit ihren unbeschwerten einundzwanzig Jahren; die ihm Martin damals bei der Weihnachtsfeier gezeigt Oann gingen die beiden hinaus; sie wirkte direkt zier= hattef Ja sein Martin hatte in allem einen guten halte! Ju, sein Mallin halle in allem einen guten Geschmack! Jawohl! A, Eina 223 6 Herr Jürgensen geleitete die Gaste hinein und zu dem Tisch im Hof, der durch einen glücklichen Zufall frei geblieben war. Dabei rieb er in einem fort seine feisten: Hände und lachte mit dem ganzen Gesicht.: „Was machen die beiden im Urwald, die Oelsucher, Herr Wirt— was gehört inzwischen?“ fragte de Vries lässig, während er sich hinsetzte und zur Karte griff. Er; fragte etwa so, wie sich ein Prinz nach seinen Untertanen: erkundigen mag... 8 6ns474s 136en 45. In Herrn Jürgensens Baoygesicht zogen iruoe Wolken auf, und zwar schneller, als das Lachen daraus: verschwand, so daß es zu einer kummervollen Grimasse: wurde. „Nein, Mister“, sagte er traurig. Und Kathrin bemerkte, daß er beim Weggehen die: Schultern hängen ließ, als ob ihn der Kummer niederbruck.....„Jarimen ein undeDa krampfte sich etwas in ihr zusummen, ein unbestimmter seltsamer Schmerz durchfuhr sie, den sie nicht erklären konnte, und eine ganze Weile antwortete sie gezwungen auf das Geschwätz ihres Begleiters. Geschwätz? Ja, sie empfand seine Reden mit einemmal so, sie war verstimmt, ein Schatten lag über ihrer: ebenso galant wie am ersten Tage. Aber Ertzjrge.. ts besonderes darin; sie war schon ver Frohlichter. bsnsees cmmsen am Dann gingen die beiden hinaus, sie wirlle biten gierr : lich neben dem breitschultrigen, hochgewachsenen Mann, * obwohl sie für ein Mädchen keineswegs klein war. Er half ihr in den Kraftwagen, um den eine Schar ### kleiner brauner Jungen neugierig herumlungerte, und ehe er losfuhr, warf er ein paar Quartillos unter die Jungen, “ d i e s i c h f r e u d i g k r e i s c h e n d d a r a u f s t ü r z t e n u n d s i c h d a r u m „Hohol“ lachte de Vries, indem er den ersten Gang : einsetzte und den Wagen sanft anziehen ließ. : Und Kathrin lachte mit. Was hatte Pieter de Vries doch für nette Einfälle— ja, und was war das heute für ! ein Tag, lauter Freude, wie würde dieser Tag zu Ende : gehen? Mit einem Uebermaß von Glück—, es konnte nicht Eie fuhren durch die Stadt, in der der festliche Pochenendbetrieb herrschte..14 pach. Gatrin ge : Glück— Glück und Fröhlichkeit, bachte Rarorin felig, * und ihre Augen glänzten so lustig, daß sie den Bettler vor dem„Zentrum der Jugend“ übersah und daß sie überhaupt nichts von dem bemerkte, was es trotz der Feieri stimmung und dem grell brandenden Licht der Abendsonne ; an Traurigem und Düsterem zu sehen gab... * Vor der Rotarybar hielt de Vries, sprang aus dem : Wagen und reichte Kathrin die Hand zum Aussteigen. Ja, er war noch ebenso galant wie am ersten Tage. Aber Kathrin sah nicht.——, darin; sie war schon S S 5s S 353 * S S 3 9 T SEE s S S5s S LcSS 2 SpgxSé SSgOEES OFS%UEE • B•.— #SSSES-BSESRS. SR SESSSR S#ErLSODSE sBöEEET 60 8bESE EUS „ESLHTRA HH5SSLLEB EELOGEOEBETBBSSEB S#8 S 3 So5 * GSSpgEmE 6 innSHEES S. SxJSg E O•S 158EU Doch dann begann die Musik zu spielen, ringsum : gab es Gelächter, der Chile=Wein, den de Vries bestellt : hatte, tat das übrige, Kathrin überwand schnell die seltsame Mißstimmung und taute wieder auf. Ja, sie wurde #tt lustiger und lebhafter als zuvor. : De Vries schrieb dies dem spritzigen Wein zu. : Nach dem Essen gingen sie zum Kino hinüber, das in derselben Straße lag. Den Wagen ließ de Vries unter Herrn Jürgensens Obhut vor der Bar stehen. : Kathrin und de Vries hatten Balkonplätze. Unten im : H o f s a ß e n C a b a l l e r o s m i t S t r o h h ü t e n, d i e, v o n o b e n g e sehen, an Sonnenblumen erinnerten, und Senhoritas, die Spitzentücher über dem schwarzen Haar trugen und un: entwegt hübsche Fächer in ihren schmalen braunen Händen ; hin und her schwangen. Ueber dem Kino spannte sich der sternenbestickte samtblaue Nachthimmel. :. Und auf der Leinwand schmachtete, litt, sang, redete und küßte Lupe Velez, der Liebling von Venezuela, das Vorbild all der Schönen unten im Hof. : Die feurigen Lieder, das zarte Liebesspiel, die schmüle : Hitze, die Wohlgerüche der Senhoritas und der tropische Sternenhimmel über allem erzeugten eine schwere Süßigteit, der sich auch Kathrin nicht entziehen konnte. Sie : wurde, wie alle, davon umsponnen und lehnte sich an die : Schulter ihres Begleiters. .„Der spürte den sanften Druck, wartete eine Weile und st.eichelte dann Kathrins Hand, die auf ihrem Knie lag. * Da merkte er, wie sie ihn ansah, und erwiderte ihren Blick „Nach Schluß der Vorstellung ging Kathrin neben de Vties die Calle del Comercio hinunter zum Wagen. : Aber um sie war keine Straße mit Lärm und Menschen, und ; u n t e r i h r e n F ü ß e n w a r k e i n A s p h a l t, n e i n, e s w a r e i n e blumige Wiese, über die sie ging, und es war nicht Nacht, sondern heller, lichter Sonnentag. Die Blumen im Gras ; a b e r w a r e n S t e r n e, u n d ü b e r d e r S o n n e s p a n n t e s i c h e i n * d r e i f a r b i g e r B o g e n a m b l a u e n H i m m e l, u n d i n i h r l o d e r t e ein Feuer. doch es schmerzte nicht. Ja, sie war wie im Traum, obgleich sie mit offenen Augen durch die Calle del : Comercio ging. Ihr Blut war glühend und schwer; sie war verliebt.. Und dann saß sie neben de Vries auf dem roten Polster, und der Wagen raste hinaus aus der Stadt in : die sternenhelle warme Tropennacht. #.„Die Straße war schwarz wie ein glattgewalztes Bano aus Kohle. Ringsum auf grauem sandigen Grund standen magere Dornbüsche, Kakteen, Agaven und ver: einzelte Palmen. ] Der laue Fahrtwind strich vorbei. Einmal wandte sich Kathrin um, da traf ihr Blick das : K r e u z d e s S ü d e n s a m H i m m e l. : Plötzlich stellte de Vries den Motor ab, das surrende Geräusch verstummte, der Wagen lief sich aus und stand dunn still. : Da riß de Vries Kathin an sich und küßte sie. " Sie wehrte sich nicht, sie erwiderte zögernd seine Küsse, sie war wie berauscht, mit geschlossenen Augen lag sie im Arm des Mannes und dachte an nichts und zugleich ; an vieles, aber die Gedanken entglitten ihr, sie war wie Kein Wort wurde gesprochen, sie lösten sich voneinander, de Vries ließ den Motor anspringen und fuhr in rasendem Tempo weiter. bewegt, nichts sein Gescht von der Seite, es war unbeweg., aichts von dem Sturm war darauf geblieben. : Was mochte er denken? : Oh, sie hatte es gewußt und hatte es erwartet! Ich liebe ihn, sagte sie sich, das muß Liebe sein! Sie sah ihn lunge an; ihr Blick war voll Zärtlichkeit. Ja, sie konnte i aus dem Vollen verschwenden, alles an ihr war unerschlossen und unberührt... .. Die Straße, das schwarze Band, führte in weitem Dogen an einsamen, stillen Häusern vorbei zur Stadt zu; r ü c k. L i c h t e r g l ä n z t e n a u f, d e r w e i ß e W a g e n j a g t e w i e s ein Spuk durch Maracaibo, und mit einemmal stand er vor Weasen Spadde Kathrin stieg aus, de Vries gab ihr die Hand und sagte:„Morgen können wir uns leider nicht sehen,: Kathrin... Muß einen Besuch bei einem Freund an der Ribera von Alta Gracia machen— da komm ich erst spät zurück!“ „Ja“, sagte sie und schluckte tapfer die Enttäuschung; hinunter. Der Ausklang dieses glücklichen Tages war; nicht so, wie sie ihn sich vorgestellt und erträumt hatte. Es fehlte etwas, ja, alles hätte anders ausgehen müssen, sie wußte aber selbst nicht wie... Ein Händedruck und ein: paar laute Worte, keine Steigerung und nichts, das war; kein richtiges Ende und keine Krönung für einen solchen Tag... 1 In der Sala wurde Kathrin von Miß Miller emp: angen. 99 „Kind“, fragte die sußliche Stimme voller Neugier, „war's schön?“ Und Kathrin konnte keine Antwort darauf geben. Es: war schön— ja, aber jetzt war sie enttäuscht, weil alles ins Alltägliche hinabgeglitten war.„Morgen können wir uns leider nicht sehen...“. Der Sonntag verging langweilig, er war endlos, es; war, als ob die langsam kriechenden Stunden, kaum waren sie vergangen, wieder zurückkehrten. Tom und die anderen aus dem Büro ließen sich nicht mehr blicken;; Kathrin hatte sich aus deren Kreis ausgeschlossen, seit sie; in ihrer Freizeit fast ständig mit de Vries zusammen war.. Aber am Montag, am Montag um eins stand der: weiße Wagen vor dem Prachtportal des Tigrepalastes. Und de Vries saß am Steuer und winkte Kathrin zu, als sie aus der Halle trat. Da war alles verflogen und vergessen, da war sie ur; plötzlich wieder erfüllt von Freude und Glück. Einen Tag hatte er sie allein gelassen, aber jetzt war er hier, was war) dagegen dieser eine Tag? Diesmal fuhren sie zur Abwechslung zum Hotel: „Nueva Espana“. Hier war es ganz anders als drüben in der Bar „Florida“. Wenn auch der Besitzer des„Nueva Espana"; ein Spanier war, so waren doch die Gäste fast ausschließlich Venezolaner: Reiche Viehzüchter oder Kaffee= und Zuckerrohrpflanzer, die mit ihren Frauen und Töchtern heruntergekommen waren nach der Stadt, um sich von der: primitiven Abgeschiedenheit ihrer Haziendas zu erholenund eine Zeitlang ein städtisches Herrenleben in einem Fünfstockwerk=Hotel zu führen. Die Senhoras waren meist ein wenig in die Breite gegangen und verblüht und daher aufgetakelt und zurechtgemacht, die Senhoritas aber waren dunkelhaarige, zartbraune Schönheiten, knospende Orchideen ihres wilden! Landes. Es wurde so laut und lebhaft gesprochen in diesem Speisesaal, daß jeder die Pläne und Wünsche und andere Einzelheiten aus dem Leben eines jeden kennenlernen.: konnte, wenn er Lust hatte, zuzuhören. Geheimnisse schien: es nicht zu geben bei den Gästen des„Nueva Espana"..., Kathrin und de Vries amüsierten sich im stillen darüber, und ganz unwillkürlich dämpften sie selber beim: Reden ihre Stimmen. Sie sprachen über Curacao, über gemeinsame Bekannte auf der Insel und auch über die Raffinerie der Tigre Oil... „Wirklich ein Glück für die Tigre“, meinte de Vries, „diese Insel Curacao könnte wahrhaftig nicht besser liegen — wenn man bedenkt, innerhalb vierundzwanzig Stunden bringt die Tigre ihr Oel vom Bohrturm hinüber zur; Raffinerie— einfach kolossal... Sagen Sie, Kathrin,; produziert die Tigre immer noch in solchem Umfang?"] „Das glaub' ich“, entgegnete Kathrin stolz, als wäre: die Tigre Company ihr Eigentum,„wir wollen jetzt sogar. noch mehr Bohrland erwerben. Ein ganz modernes Tank= schiff ist auch erst vor kurzem in Dienst gestellt worden...“ * (Fortsetzung folgt.) Das Rokoko=Alpenveilchen Von George Galweit. (Nachdruck verboten) Im vergangenen Jahr, so etwa um diese Zeit herum, hatte ich wieder einmal Geburtstag. Es war einer von jener besonders unbeliebten Sorte mit einer Null am Ende. An diesem Tage stand ich lange Zeit allein vor einem Spiegel und tat das, was alle Menschen vor dem Eintritt in ein neues Jahrzehnt tun: Ich suchte nach neuen Fältchen und etwa inzwischen ergrauten Härchen. Mitten in diese angestrengte Tätigkeit hinein klingelte es. Das Mädchen Maria kam und meldete:„Die Frau Großmama!“ Sofort öffnete sich die Tür zum zweitenmal, und schon war die Gtotzmama mit flinken kleinen Schritten da. „Mein lieber, lieber Junge!“ rief sie schon von der Tür aus.„Erschrick bitte nicht, ich gehe gleich wieder. Ich komme so früh, weil ich dich nicht mit deinem Freund stören wollte.“ Dann schloß sie mich in die Arme, beglückwünschte mich mehrmals, schob mich wieder fort und betrachtete mich kritisch.„Gut siehst du aus!“ lautete ihr endgültiges Urteil. „Findest du?“ fragte ich mißtrauisch. „Bestimmt! Und schau, was ich dir mitgebracht habe!“ Dabei wickelte sie etwas Unförmiges aus, was nach einem Blumentopf aussah. Es stellte sich heraus, daß es tatsächlich einer war. „Was für ein hübsches Alpenveilchen!“ sagte ich erfreut. „Ein Rokoko=Alpenveilchen!“ erwiderte die alte Dame mit besonderer Betonung. Daraufhin besah ich mir die Pflanze genauer. Sie sah aus, wie alle Alpenveilchen nun einmal aussehen. Ueber und über mit zarten rosa Blüten versehen.„Wieso Rokoko?“ fragte ich schließlich. „Aber Junge! Siehst du nicht diese entzückenden Kräuselchen an den Blüten? Das ist Rokoko. Ist es nicht allerliebst?“ Ich weiß nicht warum, aber ich mußte in diesem Augenblick— ich wage es kaum auszusprechen— an die modernen Damen=Kombinations denken—. Die Kräuselchen an dem Alpenveilchen sahen genau so aus. „Du mußt es in ein Zimmer stellen, wo es weder zu warm noch zu kalt ist", riß mich Großmama aus diesen unpassenden Gedanken.„Am besten gießt du es auch selbst. Weder zu naß noch zu trocken, hörst du!“ Ich versprach, das Alpenveilchen zu behüten wie ein Kind. Es bekam seinen Platz auf der Veranda, wo es weder zu warm noch zu kalt war, neben dem Käfig des Wellensittich=Ehepaares Tobias und Helene. Tobias war ; s o f o r t e n t z ü c k t. S o b a l d e r s e i n B a u e r v e r l a s s e n d u r f t e, setzte er sich auf den Rand des Töpfchens und zupfte begeistert an dem Rokoko von Großmamas Alpenveilchen. : Alle Ermahnungen nützten nichts, es blieb sein Lieblingsplatz. Jedesmal, wenn Großmama mich danach besuchte, ; g a l t i h r e e r s t e F r a g e d e m A l p e n v e i l c h e n. S i e b l i e b e n t z ü c k t ; d a v o r s t e h e n u n d b e t r a c h t e t e e s l a n g e. E i n m a l b o t i c h i h r an, es ihr zurückzuschenken, aber sie lehnte es entsetzt ab. : D a s A l p e n v e i l c h e n b l i e b b e i m i r. Im Sommer begann es plötzlich krank zu werden. Täglich wechselte ich dreimal den Platz, einmal über1 schwemmte ich es, ein anderes Mal blieb es drei Tage : l a n g u n b e g o s s e n. E s h a l f a l l e s n i c h t s, d a s A l p e n v e i l c h e n gänkelte weitr. Eines Tages besaß es keine einzige Blüte mehr. : Selbst Tobias hatte an dem Alpenveilchen ohne Rokoko : kein Interesse mehr und wechselte zu den Geranien hinüber. Im Oktober starb das Rokoko=Alpenveilchen. Der Rest war eine leblose Zwiebel, die durch nichts zu neuem; Leben zu erwecken war. Als sich der Tag meines diesjährigen Geburtstages näherte, kam mir schon sehr früh die Ahnung, daß Groß=; mama kommen würde. Also jagte ich Maria los, ein: Alpenveilchen zu besorgen. „Aber achten Sie mir auch ja darauf, daß es ein Rokoko=Alpenveilchen ist!“ schärfste ich ihr nachdrück=: lich ein. Nach vier Stunden kam sie erschöpft zurück. Sie hatte eins bekommen. Tobias schrie und kreischte in den höchsten: Tönen, als ich es ihm brachte. Einen kurzen Vormittag: lang war er mal nett zu seiner Frau. Punkt 3 Uhr nachmittags ertönte die Klingel. Die Großmama. Nach den notwendigen Zeremonien— diesmal brachte sie silberne Manschettenknöpfe ohne Rokoko— führte sie ihr Weg auf die Veranda. Gedankenversunken blieb sie vor den zahllosen Blüten des neuen Alpenveilchens stehen. „Jetzt ist es ein ganzes Jahr alt!“ sagte die liebe alte Dame mit leiser Rührung in der Stimme.„Dabei! ist es schöner denn je!“ Plötzlich drehte sie sich mit jenem Temperament um, das ich immer wieder an ihr bewun= dere.„Du solltest eine Geschichte über dieses reizende Rokoko=Alpenveilchen schreiben!“ sagte sie. Es klang wie: ein Befehl.: Vorläufer des Opernguckers (Nachdruck verboten.) Das moderne Opernglas soll aus dem Zielspiegel, dem Pollomoskop, d. h. Kriegsgucker, entstanden sein, den der durch seine Mondforschungen berühmt gewordene Astronom Johann Hevel im Jahre 1637 in Danzig erfunden hat, um es den Kämpfern zu ermöglichen, über Wälle und Mauern hinwegzusehen, ohne selbst gesehen zu werden. Man nannte das Instrument damals kurzerhand Wallgucker. Am Okular=Ende steht ein metallener Planspiegel, hierauf folgen im Rohr drei Augengläser, und, fast am Ende, das Objektivglas, während ganz am Ende ein Metallspiegel, wiederum im halben rechten Winkel, liegt. Das Instrument stellte also eine Vereinigung der früher an manchen Häusern üblichen„Fensterspione“ dar, mit denen man in der„guten alten Zeit“ das Leben auf der Straße beobachtete, ohne selbst gesehen zu werden. Das alte Opernglas, das aus diesem Wallgucker hervorging, war noch nicht das scharfe und vervollkommnete Doppelfernrohr, mit dem wir heute die Vorgänge auf der Bühne beobachten, sondern ein kurzes einfaches Fernrohr, dessen Röhre über das Objektivglas hinaus verlängert und dort seitlich ausgeschnitten war. Vor diesem seitlichen Ausschnitt stand im halben rechten Winkel ein Spiegel. Wer sich damals des Opernguckers bediente, tat es meist, um seinen Nachbarn zu beobachten; aber er richtete das Rohr nicht, was der Anstand ja verbot, auf deren Person, sondern nach einer ganz anderen Stelle des Theaters, da ja der schrägstehende Spiegel die Bilder von allen Seiten, oben oder unten, brachte. Mit diesem Operngucker konnten sich unsere sehr an das Dekorum gewöhnten Altvorderen bei allen öffentlichen Zusammenkünften umsehen, ohne daß jemand gewahr wurde, wohin man sah. An Rat gebrach es nie einem Mann, der vor= und: rückwärts schauen kann.: Sptiere::