u Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 N##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. RK 2.—(einschl. 28.2 N## Zeitungsgebühr und 0.44 N# Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 N### Bestellgeld. Einzelnummer 10##. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 * Schwerter Zeimatblatt: Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 B## Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4## Tertanzeigen: Millimeterzeile 20 9 4 Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung, hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen der Zeitung kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 2770 Tageblatt für die Hiadt Schwerte, die Amter Mesthosen! Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Tageszeilung Nr. 219 Schwerte(Ruhr), Montag, 19. September 1938 71. Jahrgang „* har seinen Plat gewahlr Der Duce rechnet mit dem Mosaikstaat Tschecho=Slowakei ab Curspulsche Luge forderi die Ludikarste Lofung Notwendigkeit der VolksRescherschene Triest, 18. Sept. Russolini in Triest! Ein Tag von strahlendstem Glanze, von hellstem Sonnenschein, ein Tag voll von überschwenglichem Zubel des Volkes empfing Mussolini bei seinem großen Staatsbesuch in Triest. Schon in den frühesten Morgenstunden schob sich eine ungeheure Menschenmenge durch die mit Fahnen und Standarten, mit Prunkteppichen und Spruchbändern reich geschmückte Stadt. Alles drängt dem „Platz der Einigkeit" zu, dem großen Versammkungsplatz, wo zwischen zwei mächtigen Pylonen die hohe Rednertribüne in Form einer Schiffskommandobrücke aufgebaut ist, von welcher Mussolini seine große Rede halten wird. In riesengroßen Buchstaben steht dort das Wort Duce, dieses Wort, das von allen Häusern, von den Bergen der Umgebung der Stadt, vom Kastell hoch über der Stadt und von den Hafenmolen hundertfach Mussolini entgegengrüßt. Stunden vor der Ankunft Mussolinis ist der weite, auf einer Seite nach dem Meere zu offene Platz von einer unübersehbaren Menschenmenge In seiner großen Rede führte Mussolini u. a. aus: Triestiner! Zum vierten Male wende ich mich an Euch, das erste Mal kam ich 1918, als in der Atmosphäre Eurer Stadt und in Eurem Herzen noch sichtbar und fühlbar das große, mit dem Siege vollendete Ereignis mitklang. Zwelmal kehrte ich— 1920 und 1921— zurück, als wir unter den Fragen eines mittelmäßigen und unter einigen Gesichtspunkten schiefen Friedens litten, während die faschistischen Kampfbünde von Triest tatkräftig und heldenhaft Eure Stadt von den allzu vielen Ueberresten des alten Regimes säuberten. Nach vielen Jahren komme ich nun wieder, und schon mit dem ersten Blick konnte ich den großen, gewaltigen Sprung nach vorwärts feststellen und würdigen, den Euer und unser Triest getan hat. Ich bin nicht zu Euch gekommen, um Eure Stimmung wieder zu heben, wie dies feindselige Federfüchse unsinnigerweise drucken ließen, das habt Ihr nicht nötig, denn Ihr seid immer hochgestimmt. Gekommen bin ich, um zu sehen, was Ihr getan habt, und mir darüber ein Bild zu machen, wie der Weg zur Erreichung des Zieles beschleunigt werden kann. Ich bin gekommen, um Euch zu hören und Euch zu sprechen. Was in den letzten 20 Jahren von Euch geworden ist, können die Italiener und die Ausländer feststellen und müssen sie bewundern. Wieder 20 Jahre später, im März 1938, vollzog sich jenes unaufhaltsame Ereignis, das sich schon seit 1879, wie Ihr alle wißt, abgezeichnet hat. Millionen von Menschen haben es gewollt! Kiemand hat sich ihm widersetzt. Für Triest ist kamit eine neue Lage entstanden. Es ist bereit, die damit gestellten neuen Aufgaben anzupacken und zu meistern. Triest weiß, daß die Geographie nicht eine Meinung ist und sich auf lange Sicht an jenen rächt, die sie dafür halten. Triest zählt auf seine Kraft, Triest kann vor den neuen Aufgaben nicht kneifen, kneift nicht und wird niemals kneifen. Die Lösung heißt Gescemnschend Es gibt im Leben der Völker Augenblicke, in denen die Männer, die sie leiten, vor ihrer Perantwortung nicht zurückschrefubern gursen, sondern sie in vollem Umfange übernehmen müssen. Das, was ich Euch jetzt sage, ist nicht nur von der Politik der Achse Rom— Berlin, noch nur von den Freundschaftsgefühlen diktiert, die uns mit den Ungarn, mit den Polen und anderen Nationalitäten in dem Staat, den man den Mosaikstaat Nr. 2 heißen könnte, verbinden. Was ich Guch sage, ist diktiert von einem Verantwortungsgefühl, das ich mehr als italienisch, das ich europäisch nennen möchte. Wenn die von der Geschichte gestellten Probleme einen Grad stürmischer Komplikationen erreicht haben, dann drängt sich die einfachste, logischste und radikalste Lösung auf, die Lösung, die wir Faschisten die totalitäre heißen. Gegenüber dem Problem, das in diesen Tagen die Welt in Atem hält, hat die Lösung nur einen Namen: Volksabstimmungen! (Stärkster Beifall, anhaltende Duee=Duce=Rufe und Sieg=Heil=Rufe.) Volksabstimmungen für alle Nationalitäten, die sie verlangen, für die Nationalitäten, die in jenen Staat hineingezwungen wurden, der die große Tschecho=Slowakei sein wollte und sich heute in seiner ganzen organischen Haltlosigkeit offenbart. Aber es ist noch etwas anderes zu sagen: nämlich, daß in einem bestimmten Augenblick die Ereignisse den rasenden Lauf einer Lawine annehmen, weshalb man schnell haudeln muß, wenn man Unordnungen und Komplikationen vermeiden will. Daß man schnell handeln muß, muß vom englischen Premierminister verstanden worden sein, der sich von London nach München begab, da jede Verzögerung der Lösung nicht nützt, sondern den fatalen Zusammenstoß bestimmt herbeiführt. Diese Lösung beginnt bereits trotz der Kampagne Moskaus in den Herzen der europäischen Völker Raum zu gewinnen. Italien hat seinen Platz gewählt! Wir wünschen ebenso in diesen letzten Stunden, daß eine friedliche Lösung erreicht werde. Wir wünschen, daß, wenn sie nicht möglich ist, der eventuelle Konflikt begrenzt und lokalisiert werde. Wenn das aber nicht eintreten sollte und für oder wider Prag ein Aufmarsch universellen Charakters kommen sollte, dann muß manwissen, daß der Platz Staliens bereits gewählt ist. Rassenfrage und Imperium Was die innere Politik anbelangt, ist die Rassenfrage das Problem der brennenden Aktualität. Auch auf diesem Gebiete werden wir die nötigen Lösungen schaffen. Jene, die glauben machen wollen, daß wir in dieser Frage einen Nachahmungstrieb oder, schlimmer noch, fremden Einflüsterungen folgten, sind arme Narren, von denen wir nicht wissen, ob wir sie verachten oder bemitleiden sollen. Die Rassenfrage ist nicht urplötzlich aufgetaucht, wie jene glauben, die nach ihren Faulenzerträumen immer wieder aus dem Schlaf gerüttelt werden. Das Rassenproblem steht mit der Eroberung des Imperiums im Zusammenhang. Die Geschichte lehrt uns, daß Imperien mit den Waffen erobert, aber mit dem Prestige erhalten werden. Für dieses Prestige ist ein klares und scharfes Rassenbewußtsein erforderlich, das nicht nur Unterschiede, sondern auch die Ueberlegenheit (Superiorität) mit aller Deutlichkeit bejaht. Das Judenproblem ist also nichts anderes, als ein Teil dieser Erscheinungen. Unsere Stellung ist durch diese unbestreitbaren Tatsachen bestimmt worden. Trotz unserer Politik der letzten 16 Jahre ist das Judentum der unversöhnliche Gegner des Faschismus. In Italien hat unsere Politik bei den Juden zu dem geführt, was man heute als einen Wettlauf zur gewaltsamen Inbesitznahme nennen kann oder vielmehr bezeichnen könnte. Immerhin werden die Juden, die italienische Staatsangehörige sind, sofern sie unbestreitbare militärische oder bürgerliche Verdienste gegenüber Italien und dem Regime haben, Verständnis und Gerechtigkeit finden. Für die anderen wird eine Trennungspolitik durchgeführt werden. Schließlich wird die Welt sich vielleicht mehr über unseren Edelmut als über unsere Strenge wundern, es sei denn, daß die Juden jenseits und diesseits der Grenzen und vor allem ihre plötzlich und unerwartet auftauchenden Freunde, die sie von allzu vielen Kanzeln herunter verteidigen, uns zwingen, unsere Wege radikal zu ändern. Nach diesen meinen Worten frage ich Euch, ist auch nur ein einziger italienischen Blutes und italienischen Sinnes unter Euch, der auch nur einen einzigen flüchtigen Augenblick an der Zukunft Eurer Stadt zweifeln könnte?(Begeisterte Zurufe.) Dieser Stadt, die unter dem Symbol des Liktoren=Bündels steht, die Kühnheit, Zähigkeit, Expansion und Macht bedeutet.(Neue stürmische Nein=Rufe.) Trotz räumlicher Ferne ist Rom Euch nah, ist auf Euren Bergen, auf Eurem Meer, ist hier in allen Jahrhunderten, in den verflossenen und den zukünftigen, mit seinem Gesetz, seinen Waffen und seinem König. Jubelrufe umtosen den Duce. Immer wieder wird der Duce von den Beifallsrufen unterbrochen. Während Mussolini spricht, entrollt sich vor ihm auf dem Meere ein prachtvolles Bild. Langsam kommt ein grauer Stahlkoloß nach dem anderen über die blaue Fläche heran. Es sind die Torpedobootsgeschwader, die an der Mole anlegen. Als Mussolini von der Forderung nach Volksabstimmungen spricht, dröhnt ein neuer Beifallssturm auf. Der Satz Mussolinis, daß Italien selbstverständlich auf Seiten jener stehe, die gegen Prag Stellung nehmen, wird von einem brausenden Jubel der Zustimmung begleitet. Die Deutschen rufen Mussolini in diesem Augenblick begeisterte Duee=Heil=, Duce=Heil=Ruse zu. „Sudetendeutsches Freikorps“ Ein Aufruf Konrad Henleins Asch, 17. Sept. Konrad Henlein hat angeordnet, daß am heutigen Tage entlang der Grenze der Heimat das„Sudetendeutsche Freikorps“ aufgestellt wird. Die Führung der Sudetendeutschen Partei erläßt hierzu folgenden Aufruf: SudetendeutschetAm 1. Oktober 1933 wurde das Sudetendeutschtum von Konrad Henlein zur Indetendentchen Heimatsront ausgerasen aus der ehrlichen Absicht, die Lebensrechte des Deutschtums im tschechischen Staate durch einen gerechten Ausgleich mit dem tschechischen Volk sicherzustellen. Fin, Jahre lang hat das Sudetendeutschtum diese Absicht unter Beweis gestellt. Heute muß festgestellt daß alle Bemühungen, diesen Ausgleich in friedlicher Arbeit zu finden, an dem underen Vernichtungswillen der tschechischen Machthaber gescheitert sind. Während wir bemüht waren. im Gndetendeutich im die Bereitschaft zum Zusämmenleben zu stäru, wurde auf der tschechischen Seite der Hab igen alles Deutsche vlaumäbig geschlet. Während weiter die Prager Regierung in Reden, Versprechungen und Verhandlungen in scheinheilig. Weise es.e Parizatiguggesereitsch tum die ten. gegen ster Weise eine Verständigungsbereitschaft vortäuschte, steigerten die tschechischen Parteien den Chausinismus des tschechi Maßlose. Währen! des tichechischen Volkes ins Während die Prager Regierung durch Reden, Versprechungen und belanglose Zugeständnisse die Weltöffentlichkeit planmäßig irrezuführen versuchte, wurde gleichzeitig der rücksichtsloseste Vernichtungskampf gegen die nichttschechischen Völker unter Einsatz aller Mittel des Staates von den Organen der gleichen Regierung und den zielbewußt unterstützten und von ihr geförderten tschechischen Kampfverbänden weitergetragen. Allein, in den letzten Wochen haben die tschechischen Machthaber ihre Maske fallen gelassen. Die Prager Regierung ist gegenüber den bolschewistischhussitischen Elementen des tschechischen Volkes nicht mehr Herr der Lage. Herr Benesch belügt und betrügt auch in diesem Augenblick noch sein Volk über die wahre Situation. Er ist zu feige, vor dem tschechischen Bauern und Arbeiter einen Zusammenbruch seiner Politik einzugestehen. Er sieht seine letzte Hoffnung in einer europkischen Katastrophe. In vollem Bewußtsein der Folgen läßt er bolschewistisch=hussitische Horden in den Uniformen und in Gestalt der haßerfüllten tschechischen Soldateska auf das wehrlose Sudetendeutschtum los. Namenloses Leid ist über unsere sudetendeutsche Heimat gekommen. Zehntausende von Volksgenossen, die nichts anderes gemacht haben, als für ihr Volkstum einzustehen, mußten, um der Vernichtung ihres Lebens oder der Verschleppung als wehrlose Geiseln zu entgehen, über die Grenze flüchten. Millionen aber bleiben der fremden Gewalt ausgeliefert. Der äußerste Notstand ist gegeben. Wir nehmen daher das zu allen Zeiten geübte Notwehr der Völker für uns in Anspruch, wenn wir zu den Waffen greisen und das„Sudetendeutsche Freikorps“ errichten. 566 Stärkster Zustrom zum „Sudetendeutschen Freitorps“ Der Zustrom von Sudetendeutschen zum „Sudetendeutschen Freikorps“ ist so groß, daß Konrad Henlein den Befehl herausgeben mußte, die Stärke jeder der vier Gruppen, in die das Freikorps gegliedert ist, bis auf weitere auf 10000 Mann zu beschränken, so daß die Gesamtzahl des Freikorps vorläufig 40000 Mann beträgt. Dazu erfahren wir: Alle jene sudetendeutschen Männer zwischen 18 und 50 Jahren, die als Flüchtlinge die sudetendeutsche Grenze überschritten haben und in das„Sudetendeutsche Freikorps“ eintreten wollen, haben sich bei den Flüchtlingssammelstellen entlang der Grenze zu melden. Ein Aufruf Henleins Konrab Henlein erläßt folgenden Aufruf: Sudetendeutsche! Noch lastet auf euch die Schreckensherrschaft der hussitisch=holschewistischen Verbrecher in Prag, Mit Maschinengewehren, Tanks und Kanonen versuchen die tschechischen Machthaber, die Freiheit der Sudetendeutschen zu unterdrücken. Unsägliches Leid ist die Folge. Allein, die Stunde der Befreiung naht! Verzagt daher nicht, sondern haltet aus! Leistet Widerstand über Widerstand! Hunderttausende sudetendeutscher Volksgenossen strömen in die Reihen des Freikorps. Sie sind bereit, ihr Blut und ihr Leben für die Befreiung der Heimat vom tschechischen Joch einzusetzen. Das Kommando des Sudetendeutschen Freikorpo. f Bereits 84 000 Flüchtlinge Vererh. Beulsg han Berlin, 18. Gept. Der Flüchtlingsstrom aus Sudetendeutschland ist auch am Sonntag nicht abgeebbt. Immer wieder treffen in fast allen Grenzorten lange Züge von verzweifelten Meuschen ein, meist Frauen, Kinder und Greise, während die Männer, brutal von ihren Familien getrennt, in Gefangenentrausporten in das Innere des Landes geschafft werden. Durch das Anhalten des Flüchtlingsstromes war es in den letzten Tagen notwendig, die in den Grenzorten eingetroffenen Flüchtlinge, nachdem man sie dort versorgt hatte, weiter in das Reich zu transportieren, wo sie in von der NS.=Volkswohlfahrt schnell hergerichteten Lagern von ihr und der gesamten Bevölkerung herzlich aufgenommen und betreut werden. Dabei ergab sich auch in den letzten Tagen keine Möglichkeit, eine unbedingt zuverlässige Zählung der Flüchtlinge vorzunehmen. Diese ist nunmehr am Sonnabend durchgeführt worden. Sie hat ergeben, daß sich bis Sonnabendabend in den endgültigen Lagern, ohne die Grenzdurchgangslager, bereits über 84 000 Flüchtlinge befinden, eine Zahl, die sich infolge des Zuganges am Sonntag noch erhöhen wird. Das sudeten deutsche Flüchtlingshilfswerk und die RS.=Volkswohlfahrt haben Vorsorge getroffen, daß auch den noch jetzt ins Reich strömenden flüchtenden Sudetendeutschen der herzlichste Beistamd des ganzen deutschen Volkes zuteil wird. Semale=Srehung Kruge „Wir sind stark genug, um ganz Europa in einen Krieg hmntenzuzlehen in Prag, 18. Sept. Die Betrachtungen der tschechischen Presse zur augenblicklichen Situation sind außergewöhnlich entschlossen und selbstsicher. Durchweg erfahren die Pläne zur Lösung der sudetendeutschen Frage durch eine Volksabstimmung oder durch eine Abtrennung der deutschen Gebiete eine scharfe Ablehnung. Das„Pravo Lidu“ vom 18. September schreibt:„Es gibt in den westlichen Demokratien Leute, die glauben, daß sie hier in den deutschen Gebieten eine Volksabstimmung zulassen könnten. Sie wissen allerdings auch, daß die tschechoslowakische Armee dieses Gebiet nie freiwillig verlassen würde und versuchen daher vorzuschlagen, es möge in das sudetendeutsche Gebiet eine internationale Polizei entsandt werden. Jeder weiß aber, was das bedeuten würde: den Anschluß an das Deutsche Reich, ein verstümmeltes Böhmen und früher oder später einen Krieg und das Ende der tschecho-slowakischen Selbständigkeit. Wir lassen aber keine internationale Polizei in die Republik. Wir gestatten keinen Anschluß und keine Volksabstimmung. Darüber werden wir weder verhandeln noch überhaupt daran denken. Und wenn wir unerschütterlich hinter unseren Grenzen stehen und auf unserem Recht beharren werden, wird uns die ganze Welt helfen. Vielleicht sind wir nicht stark genug, Deutschland zu schlagen, aber wir sind stark genug, um ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen.“ * Mit diesem Bekenntnis läßt die Tschecho=Glowakei die Maske fallen. Es wird jetzt offen zugegeben, daß man es darauf abAlle Amtswalter und Mitglieder der Sudetendeutschen Partei befolgen weiter die Weisungen, die ihnen durch Rundfunk zugehen. gesehen hat, einen allgemeinen europäischen Konflikt heraufzubeschwören und strupellos Europa in Brand zu stecken. Diese öffentliche Feststellung des Willens,„ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen“, muß gerade in dem Augenblick, in dem alle Staatsmänner bemüht sind, die Lösung der unhaltbar gewordenen Lage in der Tschecho=Slowakei zur Erhaltung des Friedens auf dem einzig möglichen Wege zu suchen, wie eine Brandfackel wirken. Prager Verfügungen illegal! S9P. arbeitet selbstverständlich weiter Asch, 17. Sept. Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: Die Prager Regierung hat Freitag nacht die Einstellung der Tätigkeit der Sudetendeutschen Partei verkündet. Hierzu stellt die Sudetendeutsche Partei fest: 1. Die Prager Verfügung ist illegal. Kein Gesetz bietet auch nur den Schein einer Handhabe dazu, die Tätigkeit der Sudetendeutschen Partei einzustellen. Man könnte daher in Prag auch nicht den Schein der Legalität dadurch wahren, daß man irgendeine Gesetzesstelle zur Begründung der Maßnahme angeführt hätte. Die Illegalität der Prager Regierungsmaßnahme erscheint damit zugegeben. 2. Da die Einstellung illegal ist, ist sie auch rechtsunwirksam. Jede Verfolgung eines Parteimitgliedes wegen weiterer Betätigung im Sinne der Partei kann daher nur ebenfalls illegal sein. 3. Die Einstellung der Parteitätigkeit ist auch faktisch unwirksam, weil sich die politische Organisation des Sudetendeutschtums keine Vorschriften von einer Regierung machen läßt, die sich selbst längst außerhalb der Gesetze gestellt hat. Eschechen weiten Zuchthaurier=erwussten! Abschaum der Menschheit soll auf das Deutschtum losgelassen werden 7 Aufsehenerregende Dokumente wurden gefunden Aussig, 17. Sept. Der Sudetendeutschen Partei sind im richtigen Augenblick außerordentlich aufschlußreiche Dokumente in die Hände gefallen, aus denen einwandfrei hervorgeht, daß für den Fall nationaler Regungen der Sudetendeutschen auch die Gefangenen, die Zuchthäusler, bewaffnet und auf die deutsche Bevölkerung losgelassen werden sollten. Am 6. Juli 1938 schreibt die Transport=Sektion der Kommunistischen Partei der TschechoSlowakei, Station 21: „An Genossen Gefängnisaufseher Emil Ravratil, Benesov u. Ploutenia. Genosse! Sie erhalten hiermit die Waffen für die Gefangenen. Sie sind im gegebenen Augenblick wie verabredet zu bewaffneu und auf Faschisten losz Beständige RW.! Es lebe die die im E=Schreiben bezeichneten zulassen. Verbindur ung halten mit L. von der Sowjet=Moldaurepublik! Sembritzki.“ Am 2. Juli 1938 schreibt die gleiche Stelle: „An Stadtrat Janka, Usti, Chlumska. Genosse! Heute die zweite Sendung. Innerhalb der nächsten drei Wochen folgen die weiteren. Daun habt ihr alles, um losschlagen zu konnen. Rutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokratischen Volksmassen aus! Moskau wird euch mit der besonderen Südwestlichen helfen. Heil Moskau! Sembriht: Am 28. 6. 1938 wird das nachstehende Schreiben an den Genossen Ernst Kirschner gerichtet: „An Genossen Ernst Kirschner, Ustek, Udolnitrida. Genosse! Genosse Z. hat dich bereits über die Sendung verständigt. Die Waffen sind an die Aktivsten der RW. zu verteilen. Strengste Geheimhaltung. Bei Zuspitzung sofort in Aktion treten und die im E=Schreiben bezeichneten faschistischen Führer sofort erledigen. Rutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokratischen Volksmassen! Die Rote Armee wird euch mit ihrer besonderen Südwestlichen helfen. Es lebe die Sowjet=Moldaurepublik! Sembrihs. Gleichzeitig sind der Sudetendeutschen Partei eine Reihe von Zeitungspaketen in die Hände gefallen, die die Adressen tragen: 1. Au Genossen Gefängnisaufseher Emil Robratil, Benesov u. Ploutenia. 2. An Stadtrat Janka, Usti, Chlumska. 3. Au Genossen Ernst Kirschner, Ustek, Udolnitrida. Ferner wurden 250 Karabiner sowjetrussischer herkunft entdeckt und sichergestellt. Die Zeitungspakete sind in Exemplare der Moskauer sswestija“ gehüllt. Ihnen waren gleichzeitig schechisch=sowjetrussische Sprachlehrbücher beiget. Als Beilagen waren den Zeitungen nachiglich gedruckte Aufrufe angefügt, die in blutkünstigsten Tönen dazu auffordern, die Faschiken zu schlagen, wo man sie treffe. Dieser Fund ist so aufschlußreich, daß es kaum zoch eines weiteren Beweises für das Zusan nenspiel zwischen Moskan und Prag bedar damit sein wahres Prag hat Die Welt blickt h labbat ander Uur P. Geficht losiihersentage Hüntenerden enthaut. hiert auf den Hezenoldau, uo ein Staat## wesen, das auf diesen Namen keinen Anst mehr erheben kann, seiner endgültigen Auflösung entgegeneilt. Nichts kann den Bankerott einer Clique von Hochverrätern aufhalten, denen eine haßerfüllte Vergangenheit glaubte Polizeiaufgaben gegenüber großen und gesunden Nationen auferlegen zu können. Ihr gänzlicher Mangel an historischem Wissen und Geschichtsgefühl ließ die Gewaltigen von Versailles auf die advokatorischen Fälschungskunststückchen der Benesch und Konsorten hereinfallen. Dieser Mann, der— wie er sich selbst rühmt— als Hoch= und Landesverräter aufgewachsen war, dessen einzige Qualifikation der abgrundtiefe Haß gegen jenes Volk und jene Kultur war, denen er seine Geistesbildung verdankt und auf denen die wenigen kulturellen Zeugnisse ruhen, die sein Volk aufzuweisen hat, dieser Mann deklamiert heute mit hohlem Pathos Widerstand, weil er weiß, daß für ihn schon das Flugzeug bereit steht, welches ihn rechtzeitig ins Ausland bringen wird. Der Mangel an staatsbildender Kraft, der so oder so immer wieder zum Bankerott jedes staatlichen Selbständigkeitsversuches dieses Volkes geführt hat, ist schon häufig die Ursache unsäglichen Leides und unsäglicher Blutschuld gewesen. Schon immer hat Europa wildgewordene Horden dieses Volkes in seine Schranken weisen müssen. Die ganze Geschichte dieses Volkes ist nichts weiter als eine Kette von Haßausbrüchen, der die Niedermetzelung Unschuldiger folgte, die mit ihm auf einem Raume oder in Nachbarschaft zu leben gezwungen waren. Wir brauchen nur an jene blutigen Vorgänge zu denken, die unter dem Namen Hussitenkriege in die Geschichte eingegangen sind. Eine von theologischen Gesichtspunkten allzu stark beeinflußte Geschichtsschreibung hat uns Hus, den tschechischen Fanatiker, zu einem Vorgänger Luthers umgefälscht. Dieser Professor Hus ersetzte durch nationalen Fanatismus, was ihm an religiöser Genialität fehlte, seine Verbrennung in Konstanz ist nicht eine Folge seiner Ueberzeugungstreue gewesen. Er hat sich nicht hingestellt, wie Luther und sich zu seiner Ansicht mit einem: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“, bekannt. Seine Beteuerungen in Konstanz, daß er mit den Lehren der Kirche in Uebereinstimmung stehe, wobei er jedoch jede Bürgschaft dafür verweigerte, hat eine fatale Aehnlichkeit mit den Deklamationen seiner Nachfahren von heute. Seine Erben waren die Taboriten, deren Programm fast wortwörtlich mit dem der Bolschewiken von heute übereinstimmt. Es bedarf also keiner besonderen Erklärung, warum der Hochverräter Benesch an der Spitze einer Clique von Bolschewistenfreunden steht, und warum er in feigem Herostratentum in den Absturz seines Staates Europa hineinreißen will. Die Besprechungen in London London, 18. Sept. Der französische Ministerläsident Daladier und der französische enminister Bonnet trafen programmaßig im 9.20 Uhr auf dem Flugplatz Croydon bei sondon ein. Sie begaben sich anschließend nach Downing=Street Nr. 10, wo um 11 Uhr die Besprechungen mit Chamberlain und Lord Halifax über die tschechische Frage begannen. Ministerpräsident Daladier und Außenminister sonnet wurden bei ihrer Ankunft auf dem Flugsafen Croydon von dem englischen Premierminiir Chamberlain und von Lord Halivon dem französischen Botschafter in einer Reibe hober ReaterungsNau“- WIIILommen gehelßen. Dalabie, be sich besonders dafür, daß Chamberlain personlich gekommen sei, um ihn zu empfangen, und sagte:„Was für eine großartige Geste ist Ihr Flug nach Deutschland gewesen.“ Nach der Begrüßung begaben sich die englischen und die französischen Minister in Kraftwagen nach London. Die Beratungen mit den französischen Minilern, die um 15 Uhr wieder aufgenommen worden waren, wurden um 19.40 Uhr unterbrochen. Die französischen Minister begaben sich auf die französische Botschaft. Die Besprechungen wurden um 21.30 Uhr so 30 Uhr fortgesetzt. In London nur eine Meinung: Volksabstimmung! „Selbstbestimmung bedeutet die friedliche Lösung" London, 18. Sept. Die gesamte Londoner Sonntagspresse beschäftigt sich nur mit der einen Frage: Volksabstimmung in der TschechoSlowakei oder nicht? Selbst die wenigen Blätter, die bisher noch schwankend waren, bejahen diese Frage heute eindeutig, und man kann zum ersten Male feststellen, daß der=Volksabstimmungsgedanke sich so gut wie endgültig durchgesetzt hat, obwohl noch keine Stellungnahme des britischen Kabinetts vorliegt. Die Blätter heben zunächst in großer Auft machung die letzten Berichte über die flüchtenden Sudetendeutschen, den Aufruf Henleins sowie die Unterdrückungsmaßnahmen der Prager Regierung hervor und gehen dann im einzelnen auf das Thema„Volksabstimmung“ ein. So schreibt der diplomatische Korrespondent der offiziösen„Sunday Times“, man könne die Lage in der Tschecho=Slowakei nicht mehr treiben lassen, und es sei verständlich, daß der Plan eines Volksentscheides überall ernstlich erörtert werde. Der„Observer" betont gleichfalls, daß die deutsche Forderung auf Selbstbestimmungsrecht zu einer Volksabstimmung führen müsse. Die Anwendung dieses Grundsatzes würde allerdings bedeuten, daß nicht nur die Sudetendeutschen, sondern auch die Ungarn, die Polen und anderen Minderheiten das gleiche Recht erhalten müßten. Garvin schreibt im Leitartikel des„Observer", bemerkenswerte französische Erklärungen bewiesen, daß Frankreich insgesamt nicht mehr gegen das Plebiszit sei. Adolf Hitler könne auf einer Volksabstimmung für die Sudetendeutschen bestehen: Das sei in diesem Fall gewiß der beste Weg. Großbritannien und das Empire würden gegen die Lehre des Selbstbestimmungsrechtes, die das britische Weltreich oftmals angewandt habe— insbesondere in Irland und Ulster—, nicht kämpfen. Prag sehl eir Versuffung außer neuft Freiheit der Person, des Hauses und Briefgeheimnis aufgehoben sich und ferger von un Lomts Prag, 18. Sept. In der Sitzung der Regierung am Sonnabend wurden für das Gebiet des ganzen Staates auf die Dauer von drei Monaten außerordentliche Maßnahmen beschlossen. Mit diesem Beschluß werden zeitweilig gewisse bürgerliche Rechte, die durch die Verfassungsurkunde garantiert sind, aufgehoben bzw. beschränkt. Das sind insbesondere Eingriffe in die Freiheit der Person, des Hauses und des Briefgeheimnisses, weiter in das Koalitions. und Versammlungsrecht, gegebenenfalls Beschränkungen der Pressezulassung. Weitere Maßnahmen können die Landespräsidenten auf Grund des Gesetzes über außerordentliche Maßnahmen treffen. Die Verordnung trat am Tage ihrer Kundmachung, am 17. September, sofort in Kraft. Während eines Krieges oder wenn im Innern des Staates oder an dessen Grenzen Ereignisse eintreten, die in erhöhtem Maße die Integrität des Staates, seine demokratisch=republikanische Form, die Verfassung oder die öffentliche Ruhe und Ordnung bedrohen, können außerordentliche Verfügungen getroffen werden. Es werden vier Paragraphen der Verfassungsurkunde außer Kraft gesetzt, und zwar die Paragraphen: die Freiheit der Person ist gewährleistet, das Hausrecht ist unverletzlich, die Freiheit der Presse sowie das Recht, ruhig und ohne Waffen zu versammeln Vereine zu bilden, sind gewährleistet, das Briefgeheimnis ist gewährleistet. Die durch das Gesetz zulässigen außerordentlichen Verfügungen können längstens auf die Dauer von drei Monaten angeordnet werden und nur soweit, als sie zum Schutze der Integrität des Staates, seiner republikanischen Form, der Verfassung und zur Erhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung unumgänglich notwendig sind. Zu den außerordentlichen Verfügungen ist ein vom Präsidenten der Republik genehmigter Beschluß der Regierung notwendig. Durch die außerordentlichen Verfügungen werden auch gewisse Bestimmungen des Verfassungsgesetzes über den Schutz der Freiheit der Person, des Hauses sowie des Briefgeheimnisses abgeändert. Werden außerordentliche Verfügungen verhängt, so kann die staatliche Sicherheitsbehörde Ausweisungen aus bestimmten Gebieten oder Konfinierung in bestimmten Gebieten auch außer den im Gesetz vorgeschriebenen Fällen treffen. Bei einer Reihe von Straftaten kann die staatliche Sicherheitsbehörde jederzeit auch ohne gerichtlichen Auftrag Hausdurchsuchungen vornehmen. Die staatliche Sicherheitsbehörde kann die Beschlagnahme und Oeffnung von Briefen sowie anderer Sendungen ohne richterlichen Antrag anordnen. Vereine können einer besonderen behördlichen Aufsicht und besonderen Bedingungen unterworfen werden. Im Zustand der Ausnahmeverfügungen können die staatlichen Sicherheitsbehörden Versamm. lungsverbote erlassen, die Herausgabe und Verbreitung von Zeitschriften kann eingeschränkt, besonderen Bedingungen unterworfen und im Falle äußerster Notwendigkeit eingestellt werden. Den Zeitungen kann Vorzenfur auferlegt werden. Im Zustand der Ausnahmeverfügungen können von der Regierung Ausnahmevorschriften über das Tragen von Waffen und Munition verordnet werden. Dasselbe betrifft Presse= und Meldungswesen. Diesmal wird zum erstenmal seit dem Bestehen des Staates bzw. Inkrafttreten des Gesetzes von der Verhängung außerordentlicher Verfügungen Gebrauch gemacht. Tschecho=Slowakei schließt ihre Grenzen Ausreisesperre für alle Männer im Alter bis zu 50 Jahren Prag, 18. Sept. Obwohl die von Paris gemeldete allgemeine Mobilisierung der TschechoSlowakei dementiert wurde, ist doch die Tatsache festzustellen, daß seit heute früh nach Mitternacht die Ausreise aus der Tschecho=Slowakei für alle Männer bis zum Alter von 50 Jahren ge[perrt ist, ohne daß diese Verfügung verlautfart worden wäre. Aus den Zügen wurden Emtliche Reisenden im Alter unter 50 Sahren entfernt bzw. beim Uebertreten der Grenze angehalten. Sudetendeutsches Presseamt in Prag „Haussuchungen“ bei allen SDP.=Stellen in der Tschecho=Slowakei— Polizeijagd auf Uniformen Asch, 18. Sept. Am Sonnabend besetzte die tschechische Staatspolizei das Presseamt der Sudetendeutschen Partei in Prag. In sämtlichen vier Stockwerken des Gebäudes wurde das Unterste nach oben gekehrt, die Türen, Tische und Schränke mit Gewalt erbrochen und die Räume und Einrichtungen verwüstet. Ein Mitglied der S9P., das namentlich noch nicht feststeht, wurde in den Räumen angetroffen und festgenommen. Sein Schicksal ist unbekannt. Nach der gleichen viehischen Weise gingen auch die Schergen der tschechischen Staatspolizei in den Redaktionsräumen der sudetendeutschen Zeitung „Die Zeit“ gelegentlich einer dort durchgeführten „Haussuchung“ vor. Auch hier wurden Einrichtung und Räume total demoliert. Mitteilungen Prager Blätter besagen, daß am Sonnabend von der tschechischen Staatspolizei derartige„Haussuchungen“ im gesamten Gebiet der Tschecho=Slowakei in den Kanzleien der Sudetendeutschen Partei stattfanden. Der nach vielen Orten unterbrochene Fernsprechverkehr macht es unmöglich, Einzelheiten über dieses neue unerhörte Vorgehen der tschechischen Polizei zu erfahren. Aus zuverlässiger Quelle wird weiter bekannt, Lagd auf die unmöglichsten Kleidungsstücke, u sie nur den Anschein einer Uniform haben, veranstaltet wird. Benesch nur noch von Militärs umgeben Indischer Emigrant aus Berlin Mitarbeiter des tschechischen Rußenministers Dresden, 17. Sept. Hier eingetroffene ausländische Journalisten berichten, daß der engste Mitarbeiter des tschechischen Außenministers Dr. Krofta seit einer Woche der Regierungsrat Dr. Leo Kestenberg sei, der Krofta auf Schritt und Tritt begleite und ohne den er keinerlei Entscheidungen mehr treffe. Kestenberg ist bekanntlich jüdischer Emigrant und war früher Beamter des preußischen Kultusministeriums in Berlin. Er ist insbesondere einer der Hauptförderer der entarteten Kunst gewesen. Der tschechische Staatspräsident Benesch sei nur noch von Militärs umgeben. Auf der Prager Burg klirrten in allen Amtszimmern und Gängen Sporen. Zivilbeamte treffe man kaum noch an. Die Militärs hätten allein das Heft in der Hand. Konrad Heulein in Falkenau Falkenau, 17. Sept. Konrad Henlein stattete am Sonnabend, über Eger kommend, der Stadt Falkenau einen Besuch ab, wo er mit sudetendeutschen Führern und Mitgliedern Fühlung nahm und sich insbesondere über die Vorgänge in Habersbirs Bericht erstatten #eg.— Während des Aufenthaltes Konrad Henleins in Falkenau fand dort gerade die Beisetzung einiger bei den Kämpfen in gefallenen Gendarmen statt, so daß der ganze Ort von Militär und Polizei wimmelte. Konrad Henlein gelang es trotzdem, Falkenau nach einer Stunde wieder zu verlassen. Er begab sich auf reichsdeutsches Gebiet zurück. Sudetendeutsche Massenkundgebung in Dresden Dresden, 18. Sept. Die Sudetendeutsche Partei veranstaltet für die auf reichsdeutschem Boden befindlichen Flüchtlinge am Montag, dem 19. September, um 20.30 Uhr, im Ausstellungspalast zu Dresden eine Massenkundgebung. Auf dieser Kundgebung werden die Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei, Sandner und Dr. Sebekowsky, sprechen. Die Massenkundgebung steht unter der Parole: Unser Kampf um Freiheit und Recht! Sie wird von den Reichssendern Breslau, Leipzig, München, Wien und dem Deutschlandsender übertragen werden, Schwerter Zeitung Heimatblatt Wochenspruch der NSDAP. * soll herrschen, das Beste will auch herrschen! Und wo die Lehre anders lautet, da fehlt es am Besten Friedrich Nietsche Der Fremdenverkehr in Westfalen. Nach der Halbjahresstatistik im Winterhalbjahr(1. 10. 37 bis 31. 3. 38) betrug der Fremdenverkehr in der Provinz Westfalen in 154 erfaßten Fremdenverkehrsorten 384 600 Personen. Darunter befanden sich 8300 Auslandsfremde. Die Zahlen haben sich gegenüber den Gesamtergebnissen im Winterhalbjahr 1936/37 von 342 500 auf 384 600= uri. 10 Prozent und bei den Auslandsfremden von 8100 auf 8300= um 2 Prozent erhöht. * Bausteine für deutsche Kultur. Wir sind ein Volk von 100 Millionen. Ein Viertel davon sind Volksdeutsche, die sich als Staatsbürger fremder Länder für die Erhalung ihres deutschen Schul- und Kulturlebens unablässig einsetzen müssen. Daß es unsere Aufgabe und Pflicht ist, diese Volksdeutschen in ihrem Leben und Ringen zu unterstützen, weiß heute der letzte Deutsche im Reich. Das weiß auch unsere Jugend. Vom 17. bis 30. September wird eine VDA.=Schulsammlung durchgeführt. Jungen und Mädel wollen ihre Verbundenheit mit der deutschen Jugend draußen zeigen. Deutsche, die ihr das Glück habt, im Reiche Adolf Hitlers zu leben spendet und opfert für die, die in der weiten Welt um ihr Deutschtum, um ihre Sprache, ihre Schule und ihre Kultur kämpfen müssen! Gutscheine nicht für Judenläden! Auf Grund einer Anordnung, die der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministerien getrofefn hat, sind jüdische Verkaufsstellen vom 1. Oktober 1938 ab von der Annahme der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette, der Bezugsscheine für Konsummargarine und der kommunalen Wohlfahrtsscheine ausgeschlossen. Als jüdisch gelten die Verkaufsstellen, die in das Verzeichnis der jüdischen Gewerbebetriebe gemäß den Vorschriften der dritten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. Juli 1938 eingetragen sind. * Kriegerwaisen werden unterstützt. Der Reichsarbeitsminister hat die Versorgungsämter ermächtigt, begabten und fleißigen Kriegerwaisen, die nach Vollendung des 21. Lebensjahres und dem Wegfall der Waisenrente im kommenden Wintersemester eine Hoch= oder Fachschule besuchen, oder sich in der Abschlußprüfung befinden, eine einmalige Unterstützung bis zur Höhe von 150 RM. zu gewähren. Voraussetzung für die Bewilligung ist der Bezug einer Erziehungsbeihilfe. Die Unterstützung kann jedoch auch gewährt werden, wenn diese Beihilfe nur deshalb nicht gezahlt wird, weil Hinterbliebenenbezüge aus anderen Quellen anzurechnen sind. Waisen, deren politische Einstellung nicht einwandfrei ist, müssen unberücksichtigt bleiben. * Freiwillige für das Regiment Genekal Göring. Im Herbst 1939 erfolgt die nächste Einstellung von Freiwilligen in das Regiment General Göring(motorisiert), Standort Berlin. Die Freiwilligen werden, soweit sie den Reichsarbeitsdienst noch nicht abgeleistet haben, im April 1939 zur Erfüllung ihrer Arbeitsdienstpflicht herangezogen. Nur sofortige Meldung gibt die Möglichkeit, im Regiment angenommen zu werden. Für jeden wehrfreudigen jungen Deutschen ist es eine Ehre, und Auszeichnung, wenn er im Regiment des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, dienen darf. Die Freiwilligen können entsprechend der Vielseitigkeit des Regiments General Göring als Flakartilleristen. Kradschützen, Kraftfahrer und Reiter Verwendung finden. Einstellungsgesuche mit den notwendigen Sewiegk“ Gsringu richten an Regiment eot### Annahmestelle Berlin=ReiNiaendotf# wen 4. Spandauer Weg 42. * Mütterberatung des Kreisgesundheitsamtes. Die nächste Sprechstunde findet am Dienstag, dem 20. September, um 15,30 Uhr im Kreinberg in Schwerte=Ost statt. Sie wird von Frl. Dr. Schauer abgehalten. Personalnachrichten der öffentlichen Behörden. Der kommissarische Oberschulrat Reimers, bisher Oberstndiendirektor der städtischen Oberschule für Jungen in Dortmund=Hörde, ist zum z.zaust 1938 zum Oberschulrat beim Oberma#lbium, Abteilung für höheres Schulwesen, Münster i. W., ernannt worden.— Dem Oberbuchhalter Knopp, bisher bei der Preußischen Bau= und Finanzdirektion in Berlin, ist gustragsweise die Verwaltung der Landrentmeinernelle bei der Regierungshauptkasse in Arnsberg übertragen worden. Hilfsschüler in Lehrstellen. Erlaß des Reichswirtschaftsministers beschäftigt sich mit der Frage der Behandlung Hutdenin Hintter und uuf Erden Suchsjagd des SA.-Reitersturmes Schwerte=Kalthof Großflugtag in Deilinghofen Montag, 19. September 1938 Nr. 219(Zweites Blatt) Der Zeitungsmann atmet erleichtert auf. Seitdem die Tage kürzer werden und der Herbstwind die Blätter von den Bäumen fegt, ist die„saure Gurkenzeit“ Gott sei Dank für dieses Jahr beendet. Jeden Sonntag mehr häufen sich nun die Veranstaltungen. Sie bringen Arbeit, und das ist gut so.. 8.unt.„ Betrachten wir den gestrigen Sonntag chronistisch: Am Morgen führte der SA.=Reitersturm 5/69 Schwerte=Kalthof seine traditionelle Fuchsjagd durch. Wie man schon in den letzten Jahren feststellen konnte, mehrte sich hierfür das Interesse sowohl bei der Reiterschaft des Ruhrtals als auch bei der Oeffentlichkeit. Bei der gewohnten zuverlässigen Vorarbeit war es nicht vergessen worden, mit Petrus einen Kontrakt auf gutes Wetter abzuschließend, sodaß den SA.= Reitern ein herrlicher Morgen beschieden war: Blauer Himmel und ein kühler, herbstlicher Wind. Das ausgezeichnete Wetter verfehlte seine Wirkung nicht und versetzte alle Teilnehmer der Fuchsjagd in eine tatenfrohe Stimmung. An der Ruhrbrücke in Villigst sammelten sich gegen 9 Uhr zahlreiche Reiter der SA. und Mitglieder des Zucht=, Reit= und Fahrvereins Schwerte und Umgebung. Der Führer des SA.=Reitersturms 5/69 Schwerte=Kalthof, Sturmführer Rahlenbeck, hielt zur Eröffnung der Jagd an die versammelten Reiter eine kurze Ansprache, in der er seiner Freude Ausdruck aab über die ausgezeichnete Beteiligung und wünschte, daß die Fuchsjagd in schönster Harmonie verlaufe. Die Jagd setzte sich dann in Bewegung. Sie führte zunächst der Ruhr entlang. Zwischen Gut Ruhrfeld und dem Reichsbahnausbesserungswerk waren Gräben angelegt und das Gelände so schwierig gestaltet, wie es das ausgezeichnete Können der Reiter erforderte. Hinter Lichtendorf ging es querfeldein und bei Eckey am Tunnel war der Auslauf. Als Jagd= herr ritt Brigadeführer Jähnke, Hagen, als Master Standartenführer Zurhausen und den Fuchs der Turnierreiter Merten. Vor dem Auslauf schickte man den Fuchs„auf Reisen“ und entfesselte dadurch eine wilde, verwegene Jaad um die begehrte Würde des Fuchskönigs. Der neue Reitlehrer des Schwerter Zucht=, Reit= und Fahrvereins, Rudolf Stegmaier, von dem wir am Samstag erzählten, daß er einer der besten westdeutschen Reiter sei. konnte sich nach hartem Kampfe an die erste Stelle setzen und den Fuchsschwanz greifen. Zu diesem ersten Erfolg in Schwerte auch unsern herzlichen Glückwunsch! Möge dieser erfolgreiche Beginn ein gutes Omen für seine Tätigkeit im Ruhrtal sein! Allen Teilnehmern der Fuchsjaad wurden zum Schluß nach altem Brauch die Brüche als Erinnerung überreicht. Im Lokal Eckey traf man sich anschließend zu einer fröhlichen Runde, die von bestem kameradschaftlichen Geist durchpulst war.— Unsere SA.=Reiter vom Sturm 5/69 unter ihrem bewährten Sturmführer Rahlenbeck können diese Veranstaltung auf ihr Erfolgskonto verzeichnen. Soweit die Jagd auf der Erde.— Am Nachmittag fuhren wir kurz hinüber nach Deiling= hofen, um uns einen Ueberblick über das dort durchgeführte Fluaprogramm zu holen, das das NS.=Fliegerkorps, Sturm 1/58 Iserlohn in Zusammenarbeit mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ veranstaltete. Rund 25000 Zuschauer hatten sich auf dem herrlichen Gelände um den Exerzierplatz eingefunden, dazu kamen noch viele Tausende, die das Gelände ringsum besetzt hielten. Dank der vorzüglichen Vorarbeit klappte die Organisation hervorragend. Anund Abmarsch der Massen und der mehreren bundert Kraftwagen vollzog sich reibungslos. Das umfangreiche Programm löste oftmals helle Begeisterung aus. Nur bedauerlich, daß es nicht mit der minutiösen Pünktlichkeit abgewickelt wurde, wie es im Programm angegeben war. Der Tag war wie geschaffen für eine solche Großveranstaltung. Ein blauer Himmel mit schneeigen Federwolken wölbte sich über den Tausenden, während ein etwas böiger Wind nicht zu stören vermochte. Nach Musikdarbietungen hielt Sturmführer Goswin die Begrüßungsansprache. Dann donnerten drei KlemmMaschinen hoch und brauste in einem Begrüßungsflug über die grünen Weiten. Die Segelflugvorführungen, und zwar Gummiseilstarts, Windenstarts und Schleppflug fanden große Aufmerksamkeit. Ihr elegantes, lautloses Schweben erntete mehrfach starken Beifall. Vortreffliche Leistungen zeigte der Weltrekordflieger Auffermann mit seinem Motor=Baby. Nach der stillen Kunst der Segelflieger dröhnten die brummenden Motore durch die Luft. Die Kunstflieger Förster und Helmer gaben überzeugende Proben ihres Könnens. Der bekannte Flieger Erkrath zeigte seine herzbeklemmende Akrobatik beim Doppelfallschirmabsprung. Unter allgemeiner Ueberraschung führte der Fieseler„Storch“ eine Reihe von Starts und Landungen durch. Mit starkem Beifall wurde besonders der deutsche Kunstflugmeister Falderbaum begrüßt. der oftmals in Bodennähe mit blitzartiger Geschwindigkeit über das Feld brauste und mit seinen Kunstflugfiguren einen großartigen Eindruck machte. Die einzelnen Vorführungen wurden durch Lautsprecher gut angesagt, sodaß im Gesamten genommen die einzelnen fliegerischen Leistungen auch vom Laien mit Interesse verfolgt werden konnten. * Beifall für Willy Schneider. Die dritte Veranstaltung für diesen Sonntag besuchten wir im Schwerter„Freischütz". Dort hatte der MGV.„Fortuna“ 1894 Dortmund=Aplerbeck zu einem Herbstkonzert eingeladen. Der große Saal war ausgezeichnet besetzt. Willy Schneider vom Reichssender Köln, begleitet von Kapellmeister Josef Breuer erntete immer wieder langanhaltenden, stürmischen Beifall und mußte sich zu mehreren Zugaben verstehen. Die Orchestergemeinschaft„Musikfreunde" Berghofen befand sich mit ihren ausgezeichneten Kräften in bester Musizierkunst und bot eine bemerkenswerte Leistuna. Der Beifall war herzlich und in jeder Weise verdient. Die Mannen von MGV.„Fortuna“ erwiesen sich als eine disziplinierte Sängerschar von bestem Format. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.: H. K. von Hilfsschülern bei der Vermittlung von Lehrstellen. Es wird darin zum Ausdruck gebracht, daß Jugendliche nicht deswegen allgemein von der Wahl eines Lehrberufes auszuschließen sind, weil sie eine Hilfsschulvorbereitung genossen haben. Auch wenn es sich um Hilfsschüler handele, solle die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit entscheidend sein, die von Fall zu Fall durch Eignungsuntersuchungen bei den Berufsberatungsstellen festgestellt werden soll. * Arbeitseinsatz für Hausierek. Die Arbeitsämter sind angewiesen worden, den Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Wandergewerbes und Stadthausiergewerbes nach Möglichkeit zu fördern. Nach den Berichten vom Frühjahr sei erst eine geringe Zahl der für einen zweckvolleren Arbeitseinsatz in Anspruch genommenen Kräfte eingesetzt. Mit Rücksicht auf den steigenden Bedarf an Arbeitskräften aller Art soll nach der Anordnung der Reichsanstalt dem Einsatz aller in Betracht kommenden Personen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die für einen späteren Einsatz in Aussicht genommenen Kräfte seien laufend zu überprüfen, ob ihre Unterbringung möglich ist. Die Deutsche Arbeitsfront prüft Neuordnung der Hausverwaltungen nach Ausschaltung der Juden. Das Gesetz vom 6. Juli 1938 zur Aenderung der Gewerbeordnung untersagt Juden u. a. auch die gewerbsmäßige Ausübung des Hausverwalterberufes. Die damit erforderlich gewordene Neuordnung obliegt der von der Deutschen Arbeitsfront, Gaufachabteilung Haus und Heim, in Gemeinschaft mit den örtlichen Gliederungen der Fachgruppe„Grundstücks= und Hypothekenmakler“ in der Wirtschaftsgruppe „Vermittlergewerbe“ und den Reichsbund der Haus= und Grundbesitzer eingerichteten Auffangs= und Prüfungsstelle für Hausverwaltungen. Auskunft in der Neuordnung der Hausverwaltungen erteilt die Deutsche Arbeitsfront, Gaufachabteilung Haus und Heim, Bochum, Wiemelhauserstraße 38—42. Sie ersucht ferner, sämtliche Hausverwalterverträge und sonstige Abmachungen, soweit die Hausverwaltung durch Juden ausgeübt wurde oder am 1. Juli 1938 durch Juden erfolgte, umgehend. spätestens aber bis zum 10. Oktober 1938, einzureichen. In Frage hierfür kommen insbesondere Hausverwaltungen gewerbsmäßiger jüdischer Hausverwalter, Verwaltungen privater jüdischer Hausverwalter einschließlich sogenannter Gefälligkeitsverwaltungen, von jüdischen Vermögensverwaltern usw. betriebene Hausverwaltungen und Hausverwaltungen jüdischer RechtsanSEPTEMBER MONTAG Wetter: Zum Geleit: Politik wird viel mehe mit dem Charakter als mit dem Verstande gemacht. Und dem Mutigen gehört die Welt! Goebbels. Gedenktage: 1870: Paris von den Deutschen eingeschlossen. wälte. Aus den einzureichenden Unterlagen müssen Orts= und Straßenbezeichnung der von Juden verwalteten Grundstücke und Namen und genaue Anschrift der Hauseigentümer ersichtlich sein. Es wird darauf hingewiesen, daß die gestellte Frist unter allen Umständen eingehalten werden muß und die Meldung auch für solche Hausverwaltungen zu erfolgen hat. die bereits seit dem 1. Juli 1938 in andere Hände überführt worden sind. Reservisten der Lustwaffe und Marine dienen 4 Monate Parteibeitrag während Militärübung. Wie der Reichsschatzmeister mitteilt, hat sich das Oberkommando der Wehrmacht damit einverstanden erklärt, daß Angehörige der Reserve, Ersatzreserve und Landwehr bei Ableistung des aktiven Wehrdienstes ihre Beiträge weiterbezahlen. Demzufolge hat der Reichsschatzmeister der NSDAP bestimmt, daß Parteigenossen, deren Mitgliedschaft nach Punkt Ill Ziffer 1 seiner Anordnung vom 27. März 1936 ruht, grundsätzlich keine Mitgliedsbeiträge sowie keine Beiträge zur Hilfskasse der NSDAP. zu entrichten haben. Angehörige der Reserve, Ersatzreserve und Landwehr haben jedoch bei aktivem Wehrdienst bis zu acht Wochen ihre Mitgliedsbeiträge und Hilfskassen=Beiträge weiterzubezahlen. Die achtwöchige Frist ist neuerdings auf einen Zeitraum von vier Monaten verlängert, da die Ableistung des Wehrdienstes bei der Luftwaffe und bei der Kriegsmarine für Angehörige der Reserve diesen längeren Zeitraum bedingt. Es wird jedoch, wie der Reichsschatzmeister mitteilt, demnächst eine ergänzende Anordnung zu der Beitragsordnung vom 29. Oktober 1935 veröffentlicht werden, in der bestimmt wird, daß Parteigenossen und Parteianwärter, deren Familien bei Ableistung des Wehrdienstes Familienunterstützung beziehen, grundsätzlich von der Beitragszahlung während dieser Zeit zu befreien sind. Diese Befreiung wird jedoch nur auf Antrag gewährt werden und sich ausschließlich auf den Personenkreis erstrecken, der Familienunterstützung bezieht. Offiziersnachwuchs für die Wasserschutzpolizei Einstellung von Offiziersanwärtern noch zum 1. November. Beim Vorbeimarsch der nationalsozialistischen Kampfformationen vor dem Führer in Nürnberg marschierte zum ersten Mal auch eine Weiterhin trocken. Langsam und stetig ist der Hochdruckkern nach „E. abgewandert und hat auf seinem NW=Abhange im Störungsbereich, der sich nach RE. verlagernden atlantischen Störung einen kräftigen Warmluftstrom bis nach Skandinavien vorstoßen lassen. Dieser brachte im W. und im Küstengebiet zwar Niederschläge. konnte sich aber infolge der großen Trockenheit in der Höhe bei uns nur durch geringe Bewölkungszunahme auswirken. Ueber Großbritannien arbeitet sich bereits wieder Kaltluft nach S. vor. sodaß für die weitere Entwicklung wieder mit unbeständigerem, aber nicht unfreundlichem Wetter gerechnet werden muß. Aussichten für das Industriegebiet. Münsterland und Sauerland für Dienstag: Stärker bewölkt und vereinzelte leichte Schauer. Temperaturen unverändert. Winde auffrischend und vorübergehend auf W. drehend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Uebergang zu W.=Wetterlage. Wegweiser: Lichtsniele„Zur Reichskrone“: „Der Zauber der Bohème“ mit Jan Kiepura und Martha Eggert. Roland=Theater: " Frisco=Expreß“ mit Joel MeCrea. Ruhrtal=Museum: Besuchszeit: Miltwochs und Freitags von 15 bis 18 Uhr, Sonntags von 10—13 Uhr. Gesellschaftsbesuche jederzeit nach vorheriger Anmeldung. Gruppe von Wasserschutzpolizei in ihrer der Marineuniform ähnelnden Dienstkleidung auf. Sie wurde wegen ihrer hervorragenden Marsch= disziplin besonders beifällig ausgenommen. Zum ersten Mal ist damit ein Dienstzweig der Polizei auf dem Reichsparteitag in größerem Verbande in Erscheinung getreten, der über ein vielseitiges und interessantes Aufgabengebiet verfügt. Die Wasserschutzpolizei stellt zum 1. November ds. Is. noch eine Anzahl Offiziersanwärter ein. Für die Offizierslaufbahn kann sich jeder junge Deutsche, der nachstehende Bedingungen erfüllt, bewerben: 1. Besitz des Befähigungszeugnisses zum Seesteuermann auf großer Fahrt(A5). 2. Besitz der Obersekunda=Reife(mittl. Reise), 3. Höchstalter: Vollendetes 26. Lebensjahr am Tage der Einstellung, 4. Ableistung der gesetzlich vorgeschriebenen Wehrpflicht bei der Kriegsmarine, sowie Zuerkennung der Eignung zum ReserveOffizieranwärter der Kriegsmarine, 5. Bestehen der körperlichen und geistigen Eignungsprüfung an der Wasserschutzpolizeischule in Stettin, 6. deutschblütige oder artverwandte Abstammung. 2 7. Unbescholtenheit, 8. Mindestgröße 1,70 Meter, bei besonderer sonstiger Eignung 1,68 Meter, 9. ledig, 10. vor dem Eintritt in die Wehrmacht Zugehörigkeit zur NSDAP. oder einer ihrer Gliederungen. Bewerbungen sind sofort ausschließlich an das Kommando der Schutzpolizei in Stettin zu richten. Dem Bewerbungsgesuch sind beizufügen: Ein handschriftlich selbstverfaßter Lebenslauf und Abschrift des Befähigungszeugnisses zum Seesteuermann auf großer Fahrt oder die Bescheinigung einer Seefahrtschule über das voraussichtliche Bestehen der Seesteuermannsprüfung vor dem Einstellungstermin. * Einwandfreie Butter. Im Anschluß an die Anordnung über die Ausformung von Butter hat die Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft eine weitere Anordnung erlassen, welche die Belieferung der Verbraucher mit ausgeformter einwandfreier Butter betrifft. Ausgeformte Butter darf in einem Hersteller= oder Aussormbetrieb nicht länger als 48 Stunden aufbewahrt werden. Ein Großverteiler muß sie innerhalb 48 Stunden weiterverkaufen. Von Molkereien ausgeformte Butter dürfen Großverteiler nur an Kleinverteiler abgeben. Alle Betriebe, die ausgeformte Butter an Kleinverteiler abgeben, haben die Kleinverteiler mindestens zwei Mal wöchentlich zu beliefern. Bei der Lieferung von Butter an Auffangstellen darf keine ausgeformte Butter verwandt werden. Das Einwicklpapier der ausgeformten Butter wird künftig von den ausformenden Betrieben mit einem Kennzeichen versehen, aus dem der Tag des Ausformens ermittelt werden kann. Das Beimengen von Salz und Farbstoffen durch Groß= und Kleinverteiler ist bei molkereimäßig hergestellter Butter verboten. Die Inkraftsetzung der Anordnung für Oesterreich bleibt vorbehalten. Aus der Bewegung NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Schwerte. Dienstag. 20. September, 20 Uhr: Pflichtabend der Jugendgruppe der Gruppe Ull im Kreinbena“. Bie Orbrutung der Garzahtang Schulden und Außenstände des Handwerks 7 Mahnende Zahlen Das deutsche Handwerk hat an dem wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre an hervorragender Stelle teilgehabt. Es hat nicht nur einen heute gegenüber früher höheren Bestand an privaten Aufträgen zu verzeichnen, sondern es hat sich auch an den Großaufträgen der Wehrhaftmachung, des Straßen= und Hausbaues und dergleichen erfolgreich beteiligen können. Wie kürzlich mitgeteilt werden konnte, ist sein Umsatz von den etwa 9 Milliarden RM. des Jahres 1932 bereits wieder auf 18 bis 20 arden RM. gestiegen: er hat sich in einzelnen Zweigen der Handwerkswirtschaft bereits mehr als verdopvelt.„.,„ Menre Dieser zum Teil recht umfangreiche Mehrumsatz hat im Handwerk keine besonderen Umstellungen hervorgerufen, weil ja im Handwerl als wesentlichstes Merkmal die Arbeit des Meisters und Betriebsinhabers vorherrscht.„In rund einem Drittel aller Handwerksberriebe wird die anfallende Arbeit vom Inhaber selbst mit seinen Familienangehörigen erledigt, sodaß hier z. B. ein Mehrumsatz nicht durch eine vermehrte Zahl von Arbeitskräften erledigt wird. So ist es auch erklärlich, daß sich die Zahl der im Handwerk beschäftigten Volksgenossen nicht ebenfalls verdoppelt hat. Diese Umsatzsteigerung bat aber zu einer beachtenswerten Gesundung der Handwerkswirtschaft geführt: der einzelne Handwerksbetrieb ist heute ebenfalls wieder voll beschäftigt und ist damit wirtschaftlicher, rentabler geworden. Deutlich wird dies aus einer Untersuchung des Statistischen Reichsamtes über die Betriebsstruktur und Kostengestaltung im Handwerk“, die in diesen Tagen veröffentlicht wurde. Diese Untersuchuna beruht auf dem Stand vom 31. Dezember 1935, berücksichtigt also noch nicht die günstige Weiterentwicklung der letzten beiden Jahre. Trotzdem kann man aus ihr interessante Aufschlüsse über die wirtschaftliche Entwicklung und Lage des Handwerks entnehmen. Der Handwerksbetrieb ist im allgemeinen nicht mit großen Geldmitteln ausgestattet, in einigen Zweigen— so z. B. im Friseur= oder im Schuhmacherhandwerk— genügen bereits wenige tausend Reichsmark, zur Verselbständigung. Aus diesen Gründen sind die meisten Handwerkszweige auch auf einen schnellen Umschlag ihrer Erzeugnisse bezw. Leistungen angezwiesen, wenn diese nicht— wie in den beiden genannten Zweigen oder z. B. auch bei den Schneidern, Malern usw.— überhaupt ern auf Bestellung angefertigt werden. Infolge seiner geringen Kapitalversorgung muß daher der Handwerker in dem gleichen Maße, wie seine Kundschaft nicht sofort bezahlt, seinerseits Schulden bei den Lieferanten machen. Bei der ersten Untersuchung, die das Statistische Reichsamt im Jahre 1932 über die Betriebsstruktur des Handwerks durchführte, wurde diese Schwierigkeit besonders deutlich. Es zeigte sich nämlich, daß in den meisten Handwerkszweigen die Lieferantenschulden immer etwas höher waren, als die Außenstände. So betrugen im Jahre 1932: bei den Außenstände Schulden Fleischern 5—12% 7— 9% Bäckern 5—10% 10—20% Malern 25—30% 15—30% Tischlern 15—30% 15—30% Friseuren 3— 5% 10—20% des gesamten Betriebsvermögens. In diesen Ziffern, die wir hier ziemlich willkürlich aus der Fülle der Handwerkszweige herausgegriffen haben. spiegelt sich die ganze Not des Handwerks in jener Zeit. In einzelnen Gruppen des Bau=, des Klempner=, Schuhmacher= und Malerhandwerks überstiegen die Außenstände bei der Kundschaft weit die Hälfte des Betriebskapitals. Und dementsprechend hoch waren seine eigenen Schulden bei den Lieferanten. Wenn man die neue Untersuchung des Statistischen Reichsamtes daraufhin ansieht, dann zeigt sich zunächst einmal, daß allgemein die Außenstände des Handwerks geringer geworden sind— und natürlich auch seine Schulden. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwunges hat sich auch die Barzahlung wieder mehr durch durchgesetzt, woran dann auch das Handwerk seinen Anteil hatte. Am natürlichsten ist es wohl, daß die Dinge. die zum sofortigen Verzehr bestimmt sind oder reine Dienstleistungen auch sofort bezahlt werden, während man für größere Anschaffungen(Hausbau. größere Malerarbeiten, aber auch für einen Anzug. für handwerklich gefertigte Möbel und dergl.) längere Zahlungstermine vereinbart. Trotzdem wird aber die Barzahlung immer das erstrebenswerte Ziel bleiben. Am Anfang 1936 betrugen nach den Erhebungen des Statistischen Reichsamtes die den uno weittragenden Aufgaben stellt an die einzelnen Amtsleitungen die größten Anforderungen. Die Arbeiten auf den Gebieten der Beamtenpolitik, des Beamtenrechts, der Organisation, der Propaganda, der Presse, Schulung, Geldverwaltung und Beamtenselbsthilfe sind schon in den Gauwaltungen ganz gewaltige. Besonders rege waren Schulung und Propaganda. Im Gau Westfalen=Süd fanden in der Zeit vom 1. 10. 37 bis 30. 6. 38 statt: 14 beamtenpolitische Kundgebungen mit 25000 Teilnehmern, 414 Gemeinschaftsabende mit 55 000 Teilnehmern, vier Filmveranstaltungen mit 2600, neun Kameradschaftsabende mit rund 3000 Teilnehmern und 15 Arbeitstagungen mit 2020 Teilnehmern. Dazu kommen Amtswaltersitzungen und andere Besprechungen. Neuerdings werden im Gaugebiet Kameradschaftsläger für Vertrauensmänner durchgeführt, die bereits großen Erfolg gebracht haben. Die Eröffnung der Winterarbeit, insbesondere der Gemeinschoftsabende, wird in einer besonderen Feierstunde Ende Oktober für den ganzen Gau erfolgen. Die Vorbereitungen für die große Eröffnungsfeier und die damit beginnende Winterarbeit sind in vollem Gange. So wird der Reichsbund der deutschen Beamten die ihm zugewiesenen Aufgaben erfüllen; er hat von Anbeginn an, wenn auch in engerem Sinne dem deutschen Beamten, so doch zu allererst dem deutsche Volke und Staat gedient und stets dienen wollen. Hier liegt seine Aufgabe unvermindert und unverändert in Gegenwart und Zukunft. Sort ullt Denl=Gruch? Mahnung an die Schwerter Hausfrauen 7 Gegen den mißverstandenen Ordnungssinn Außenstände Schulden bei den: Betriebe im eig. Grundstück Fleischern 4— Bäckern 2— Maurern 22— Glasern 10— Malern 15— Herrenschneidern 10— Damenschneidern 7— Schuhmachern 5— Tischlern 11— Buchbindern 4Friseuren. —10% — 4% —30% —20% —30% —34% —24% — 6% —25% —12% 0.3% in gemieteten Räumen 12—13% 9—11% 44% 30—40% 30—40% 30—40% 32—46% 16—17% 28—37% 15—24% 1% eigenes Grundstück 5— 10% 7— 9% 15—30% 14—20% 8—16% 14—30% 3—20% 10% 16—18% 6—16% 4— 6% gemietete Räume 15—20% 20—25% 20—30% 30—35% 20—25% 35—40% 37—40% 25—28% 30—34% 20% 16—20% Wie wir schon sagten, sind im allgemeinen die Anteile der Schulden und Außenstände am Gesamtkapital der einzelnen Betriebe jetzt geringer als 1931/32, Es zeigt sich aber auch bei dieser Untersuchung des Statistischen Reichsamtes der Zusammenhang zwischen Außenständen und Schulden: Wo— wie etwa bei den Bäckern, Fleischern, Schuhmachern Buchbindern und Friseuren— nur geringe Außenstände vorhanden sind, da sind auch dementsprechend die Schulden der Betriebe bei ihren Lieferanten niedrig Besonders deutlich wird dies am Friseurhandwerk. Das Handwerk braucht die Barzahlung. Und wenn deshalb auch schon einige Handwerks=Innungen beschlossen haben, künftig nur noch gegen bar zu liefern oder zu verkaufen, dann bedeutet das bestimmt keine Schikane gegenüber der Kunschaft, sondern es ist um der Erhaltung des Handwerks willen notwendig. Wer dem Appell des Handwerks zur Barzahlung Folge leistet des trägt damit zu seinem Teil zur Gesundung des deutschen Handwerks bei, welches seitens der nationalsozialistischen Gesetzgebung eine umfangreiche Förderung erfährt. Hier ist die Stelle, an der die Mitarbeit des Handwerks=Kunden beginnen kann. Die Organisation der deutschen Beamten größte Beamtenorganisation der Welt in unserem Gau Der Reichsbund der deutschen Beamten ist heute die größte Beamtenorganisation der Welt. An die Stelle der vielen selbständigen Beamtenvereine,=verbände usw. der Systemzeit ist eine straff durchgeführte Einheitsorganisation getreten, die im heutigen Staat naturgemäß wesentlich andere Aufgaben zu erfüllen hat, als die früheren Verbände und Gewerkschaften. Die weitaus größte Zahl der im Beamtenverhältnis stehenden Volksgenossen wird vom Reichsbund organisatorisch erfaßt. Die Gliederung des RDB. lehnt sich territorial im wesentlichen an den Organisationsaufbau der Partei an, d. h. die gesamten Beamten werden bezirklich erfaßt in Gauen. Die Gaue gliedern sich wieder in Kreise und die Kreise wieder in Kreisabschnitte. Der Reichswalter des R9B., Parteigenosse Neef, ist zugleich Hauptamtsleiter des Amtes für Beamte der Obersten Reichsleitung. Die Gauwalter und Kreiswalter des RDB. sind personengleich mit den Leitern des Amtes für Beamte im Kreis und Gau. Bei der Vielgestaltigkeit und der starken Unterschiedlichkeit der einzelnen Beamtenfachgruppen ist neben der bezirklichen Gliederung auch eine fachliche Erfassung erforderlich; sie erfolgt in 14 Fachschaften. Wie stark im übrigen die Mitglieder des R9B., das heißt eben die Berufsbeamten, mit der nationalsozialistischen Bewegung heute verbunden. sind, zeigen folgende Zahlen: Von den Mitgliedern des RDB. dürften zur Zeit 300000 Parteigenossen sein(ohne Ostmark), davon 44000 vor der Machtübernahme. Die geringe Zahl der Beamten als Parteigenossen vor der Machtübernahme hat ihre Begründung in der Tatsache, daß unter den fast durchweg links geeichteten Führungen in Reich, Staat und Gemeinden den Peumten die Zugehörigkeit zur zumeist verboten oder doch praktisch Von der Arbeit außerordentlich erschwert oder unmöglich gemacht wurde. Trotzdem sehen wir unter den Beamten 151 Träger des Blutordens und fast 3000 Träger des goldenen Ehrenzeichens. Die Aufgaben des Reichsbundes der deutschen Beamten sind laut Organisationsbuch der NSDAP. folgende: 1. Ausrichtung der Mitglieder auf die Ziele der nationalsozialistischen Weltanschauung und Durchdringung der gesamten Beamtenschaft mit nationalsozialistischem Gedankengut; 2. Erziehung der Beamten für ihre Stellung unter den Volksgenossen als Vollzieher des in der Gesetzgebung und in den Maßnahmen der Regierung zum Ausdruck kommenden Willens des Führers. Gewaltig sind die Sozialeinrichtungen, die der R9B. für seine Mitglieder unterhält. Erwähnt werden: Sterbegeld, Notfallunterstützung, das Tuberkulosenhilfswerk, Beamtenerholungsheime, das Entschuldungswerk, das Beamtenheimstättenwerk, Rat und Auskunft in Wohnungs=, Bau= und Siedlungsfragen sowie Erteilung von Rechtsauskünften und Erstellung von Rechtsgutachten, sei es in allgemeinen beamtenrechtlichen oder auch Beamtenbesoldungsfragen. Auf dem Gebiete der Berufsausbildung leisten die Fachschaften durch Abhaltung von besonderen Lehrgängen Erhebliches. Das zusätzliche fachliche Unterrichtswesen soll im Rahmen der zugewiesenen Aufgaben den Berufskameraden zu einem umfassenden Fachwissen und Fachkönnen verhelfen. Es geht darum, bei ihnen die Arbeitsleistungen zu fördern und dem Volksganzen beste Leistungen zu bieten. Der Ausbau der Einrichtungen zur Förderung der Berufsausbildung der Mitglieder des N9B. ist in vollem und Lösung der umfassen„Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht", ist ein altes, jedem bekanntes Sprichwort und von derselben unumstößlichen Weisheit wie die ewig wiedersehrende Feststellung, die man stets von Neuem machen kann, daß alles Irdische vergänglich ist. Fragt sich nur, wie lange man Scherben, also den besagten zerbrochenen Krug, um sich duldet. Vorher wäre noch die Frage zu klären, wie man die Tatsache der Vergänglichkeit hinnimmt, obwohl doch jedem vernunftbegabten Menschen bewußt sein sollte, daß eben Bruch bei zu Wasser gehenden Krügen eintreten wird oder kann. Stattdessen jedoch führt diese Tatsache im Haushalt stets von Neuem zu unerquicklichen Auftritten, wenn abermals ein Teller vom guten oder täglichen Service ins Jenseits befördert wurde. Das Getöse wirkt elektrisierend und wird augenblicklich von der Hausfrau, wo sich diese auch befinden mag, vernommen. Was dann meist folgt, wiederholt sich tausendfach nach immer gleichen Gesetzen. Der Rest heißt Schweigen. Eine ähnliche Scene. Die Familie sitzt vergnügt um den Kaffeetisch. Köstlicher Kuchenduft kitzelt die Nase. Hans, der Sprößling des Hauses, verlangt nach dem Milchkännchen und... schon ist die„Tülle" abgeschlagen. Aus! Die Stimmung ist restlos hin, vorbei—„und Mars regiert die Stunde!“ Auch dieser Krug zerbrach oder wurde„zerschmissen". Und das wäre also gemeinhin das Ertragen irdischer Vergänglichkeit. Nun käme das Ertragen oder Dulden des Bruches selbst. In allen Küchen der Welt gibt es Teller, Töpfe, Henkel, Gläser, Schüsseln, Tassen, die mindestens schon einmal gekittet sind. Sie haben die Tugend vorbildlicher Treue, einer geradezu rührenden Anhänglichkeit an die Menschen. Sie rücken und weichen einfach nicht mehr von ihnen. Man hat sich längst an ihren deformierten Anblick Anblick gewöhnt. Der Aerger ist lange verrauscht, den einmal ihr Zu=Bruch=Gehen verursachte. Vor 40 oder mehr Jahren vielleicht. So lange liegt das schon zurück. Das Stück wurde nämlich damals angeschafft, als man heiratete, einen Hausstand gründete. Es war ein Stück in die Ausstattung, und so etwas wird selbstverständlich schon aus Pietät und der Erinnerung wegen gehütet. Schon 4 Wochen nach der Hochzeit wurde der Teller angeschlagen. Schrecklich, nicht wahr? Natürlich Meißner oder Berliner könnte man einwerfen! I Gott bewahre, dann wäre das ja letzten Endes ohne weiteres verständlich, nein, ein ganz simpler, solider, braver weißer Steingutteller ist es, der vielleicht bare 20 Pfennig Anschaffungspreis besitzt. Da steht er nun lädiert im Küchenschrank, umsorgt und umhegt wie ein Kranker im Sanatorium und schleppt sein wertloses Dasein weiter durch die Jahrzehnte. Wäre es nicht endlich an der Zeit, daß wir sämtlich einmal unsere Küchen auf derartige nutzlose Bewohner überprüften und uns zugleich darüber klar würden, unsere kostbare Zeit damit hinzubringen, diese keramischen Erzeugnisse überhaupt noch zu kitten? Unsere hochentSecchmten W W We wickelte Industrie liefert heute zu allen Preislagen und in größter Mannigfaltigkeit, in allen nur denkbaren Formen und Mustern Küchengerät aller Art. Und wie ist gerade dieser Wirtschaftszweig im Zeitalter des Kochens mit Elektrizität und mit Gas stets verbessert und vervollkommnet worden! Denken wir an das Jenaer Glas, das nicht mehr im Backofen springt, nur weil es erhitzt wird, oder an die vielen Porzellan= und Steingutfabriken, die beste Ware preiswert und schön zugleich herstellen. Man braucht hier auch nur an die Volksund Bauernkunst zu erinnern. Formgestaltung. Glasur, Brand, Dekor, Farben von größter Anmut. Man braucht sich wirklich nicht mit Bruch zu umgeben. Es ist mißverstandener Ordnungssinn, wertloses zu kitten, wenn in jeder Weise Vollkommenes genug vorhanden ist. Sparsamkeit am falschen Ort. Unverantwortlich aber wird es, wenn man heute noch in Wirtschaften angeschlagenes Glas bekommt, womöglich Bierseidel mit beschädigtem Rand, an dem man sich die Lippen blutig reißen kann. Sträflicher Leichtsinn und schmutziger Geiz des Wirtes ist es, wenn er seine Gäste gesundheitlichen Gefahren aussetzt. Deshalb: Fort mit dem Bruch. Damenmode und Schmetterlingsmord Gewerbliche Verarbeitung von Falterflügeln ist verboten. Aus den an Ueberspanntheiten reichen USA. kommt die Kunde, daß man dort neuerdings zur Dekorierung der Absätze von Damenschuhen Schmetterlingsflügel verwendet! Auch in Deutschland spielte die gewerbliche Verarbeitung von Schmetterlingen zeitweise eine nicht unbedeutende Rolle; das Verschwinden des prächtigen Apollofalters an den meisten seiner ehemaligen deutschen Vorkommen, das Seltenerwerden des ohnehin nie häufigen Segelfalters usw., geht auf die Insekten verarbeitende Ihrem falsch angewendeten Betätigungsdrang hat aber nun, wenigstens soweit es sich um die Verarbeitung in Deutschland vorkommender Schmetterlinge handelt, die Reichsnaturschutzgesetzgebung die Schranken enger gezogen: die Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 verbietet die gewerbliche Verarbeitung aller einheimischen Tagfalter mit Ausnahme der weißflügeligen Weißlingsarten, der einheimischen Schwärmer Ordensbänder und Bärenspinner, des Hirschkäfers, sowie aller Gold= oder Rosenkäfer. Damit hat ein alter, oft geäußerter Wunsch aller Naturfreunde seine endliche Erfüllung gefunden. Was der Rekrut benötigt Wenn es im Herbst zum Truppenteil geht. Auf verschiedene Anfragen hin, was die im Herbst 1938 zur Einstellung kommenden Rekruten zum Truppenteil mitzubringen haben, teilt das Wehrbezirkskommando mit, daß jeder Soldat die unten aufgeführten Gegenstände benötigt: 1 kräftige Bürste für schmutzige Schuhe, 1 Auftragbürste. 1 Bürste zum Glänzen der Schuhe, 1 Dose Schuhcreme(schwarz), 1 Dose Schuhcreme(braun, Luftwaffe). 1 Scheuerbürste, 1 Kleiderbürste, 1 Handwaschbürste, 1 blaue Schürze, 1 Klopfer(Peitsche), Putzlappen, Zahnalas, Zahnbürste Zahnkreme, Seifennapf. Seife, Kamm. Haarbürste, Rasierzeug. 1 Nagelreiniger. 8 gleiche Kleiderbügel. 1 Trainingsanzug(falls vorhanden). 1 Paar Hausschuhe, 1 Brustbeutel, 1 Schere, Nähzeug und Schreibzeug. 1 Bi terdose. 1 Vorhängeschloß, 1 Pappschachtel um Zurückschicken der Zivilkleidung, 1 Eßbesteck. Diese Gegenstände können, sofern sie nicht mitgebracht werden, in der Kantine gekauft werden. Jeder Rekrut erhält zur Beschaffung dieser versönlichen Ausstattung einen einmaligen Zuschuß von 5.— RM. Die mitgebrachte Bekleidung und Leibwäsche muß zurückgesandt werden; es muß deshalb jeder einen kleinen Koffer oder Karton mitbringen. In welchen Raten kann für den KdF.=Wagen gespart werden? Mit der Entgegennahme der Sparkarte und der Bezahlung der Gebühr verpflichtet sich der Sparer, für den Erwerb des KdF.=Wagens wöchentlich mindestens 5.— RM. in Sparmarken zu entrichten. Die Sparmarken sind in allen DAF.= und KdF.=Dienststellen zu haben. Es ist aber auch möglich, in höheren Beträgen. die durch fünf teilbar sind, zu sparen, sodaß entsprechende Mengen von Sparmarken gekauft werden können. Notwendig ist es jedoch, daß wöchentlich gespart wird. Die Sparbeträge sind nach oben begrenzt, auch eine größere Anzahlung kann geleistet werden. Die Erlegung des Gesamtpreises durch den Erwerb einer entsprechenden Anzahl von Sparmarken ist gestattet. Ein Kauf des Wagens gegen Barzahlung. d. h. ohne Ein Ven une Geutschtanee ungetf uberrunnts die Weten Klarer 4:1=Sieg in Chemnitz— Gauchel schoß drei Tore— Prachtvolle Leistungen der Wiener Stürmer— Jakob im Tor trotzte allen Angriffen— Goldbrunner stoppte Polens Angriff— 60 000 sahen ein schönes Spiel Die Hoffnungen der starken polnischen Fußballelf, im fünften Länderkampf mit Deutschland zu ihrem ersten Siege zu kommen, erfüllten sich nicht. In der von einer herrlichen Landschaft umgebenen Chemnitzer Großkampfstätte, die mit dieser internationalen Kraftprobe ihrer Bestimmung übergeben wurde, errang Deutschlands Fußballmannschaft vor 60 000 begeistert mitgehenden Zuschauern und bei prächtig warmem Sommerwetter einen vielbejubelten 4•1=Sieg über die tapfer kämpfende Elf unseres östlichen Nachbarn. Schon bis zur Pause zeigte die deutsche Elf eine leichte Ueberlegenheit, vog, fehlte unserem schön zusammenspielenden AnPri g#e Schußtraft und Sicherheit. Nach dem echsel änderte sich das Bild. Der Neuendorfer Gauchel wurde zwischen Schön und Stroh richtig warm und gut bedient, so daß er schließlich mit drei schönen Toren den Löwenanteil am deutschen Sieg hatte. Nach ihm gefielen in der deutschen Elf vor allem die Schweinfurter Kupfer und Kitzinger, Jakob und der rechte Flügel Hahnemann=Stroh und Schön. Dem Länderkampf voraus ging die offizielle Weihe der neuen Chemnitzer Großkampfbahn durch den Reichssportführer von Tschammer und Osten und den Oberbürgermeister von Chemnitz, SA.=Oberführer Schmidt, die in kurzen Ansprachen auf den Neubau und den Wert des herrlichen Stadions für den sächsischen Sport eingingen. Kurz bevor der Reichssportführer das Wort ergriffen hatte, spendeten die rund 60 000 Zuschauer dem Spielmanns= und Musikzug der SA.=Standarte Feldherrnhalle München begeisterten Beifall für ihre flotte Marschmusik. Zuerst betraten die Polen, die mit großen Siegeshoffnungen in die sächsische Industriestadt gekommen waren, herzlich begrüßt, den schönen Rasen. Die deutsche Mannschaft folgte. gleich hinterher wurden die Nationalhymnen gesungen, und schon rief der Schweizer Unparteiische Wüthrich die Spielführer Münzenberg und Willimowski zur Wahl. Deutschland verlor und mußte die erste Halbzeit gegen eine starke warme Sonne spielen. Die beiden Mannschaften nahmen den Kampf in der angekündigten ungeänderten Aufstellung auf, und zwar: Deutschland Jakob Janes„„ Münzenberg Kupfer Goldbrunner Kitzinger Hahnemann Stroh Gauchel Schön Pesser Wodarz Willimowski Peterek Piontek Piec 1 Dytko Nyc„ Gora Galecki Szepaniak Madeiski Polen Deutschland führte 1:0 bei der Pause Einen überaus schnellen und guten Start hatten beide Mannschaften. Ein deutscher Vorstoß endete bei dem Wiener Halbrechten Stroh, der knapp vorbeiköpfte. Wenig später nur verwirkte Kupfer einen Freistoß, den die Polen aus 25 Meter unheimlich scharf auf Jakobs Tor feuerten. Der lange Regensburger streckte sich, konnte aber das Leder nur zur ersten polnischen Ecke lenken, aus der sich zwar eine recht ernste Situation für uns entwickelte, die aber glücklich im Sande verlief. In der 8. Minute hatte der elegante Dresdener Helmut Schön den Wiener Stroh sein freigespielt, Stroh stand frei, schoß aber knapp vorbei und vergab somit die erste klare Torchance. Münzenberg verschuldete die zweite Ecke, die aber ebenfalls den Polen nichts einbrachte. Dann wurde eine 25=Meter=Bombe von Stroh gehalten. Deutschland erkämpfte sich mehr und mehr eine leichte Ueberlegenheit, konnte aber vor dem gegnerischen Tor mit den schönsten Gelegenheiten nichts anfangen, da unsere Stürmer zu ungenau schossen. In der 26. Minute führte ein schönes Zusammenspiel von Stroh und Gauchel zur ersten deutschen Ecke, die Schön jedoch vorbeischoß. Zwei Minuten später brannte der polnische Halblinke Willimowski durch, aber auf Jakob im deutschen Tor ist Verlaß. Zwar mit äußerster Mühe, aber dennoch sicher lenkte der Regensburger den Ball zur dritten polnischen Ecke, aus der sich gleich die vierte entwickelte. Die Polen legten einen kurzen Zwischenspurt ein, hintereinander retteten die Schweinfurter Läufer in brenzligen Situationen. Großes Glück hatte Jakob in der 31. Minute, als der polnische Rechtsaußen haarscharf vorbeischoß, während er schlecht stand. Dann hieß es plötzlich 1:0 für Deutschland. In der 35. Minute ist es als Schön und Gauchel zum Zuge kommen. Der Neuendorfer wurde zwar behindert, konnte aber im Fallen noch an Madeisti vorbei zum ersten Tor einschießen. Wenig später landete ein prächtiger Schutz Kitzingers an der Latte. Die deutsche Elf war wieder überlegen, unsere Stürmer aber fanden das polnische Tor nicht. 121 durch Peterer Nach dem Wechsel kamen die Polen zunächst stark auf, sie erzwangen eine weitere Ecke. und sogar in der 50. Minute den Ausgleich. Goldbrunner erreichte einen Paßball nicht. Peterek schob sich dazwischen und schoß an Jakob vorbei zum 1:1 ein. Nur zwei Minuten dauerte es, bis sich Deutschland die Führung zurückerkämpft hatte. Nach einer Flanke von rechts spielte sich der technisch vorbildliche Dresdener Schön durch, und sein 20=MeterSchuß führte zum 2:1. Die Polen waren von dem schnellen Wechsel enttäuscht und fielen etwas auseinander. Noch zwei Tore von Sauchel Kitzinger, der mächtig nach vorn drückte, und Schön haben gerade knapp vorbeigeschossen, da hieß es durch Gauchel auf Vorlage von Schön in der 59. Minute etwas überraschend 3:1 für Deutschland. Hahnemann erzwang die erste deutsche Ecke nach dem Wechsel, Stroh traf nur die Latte, als es in der 63. Minute wieder Gauchel ist, der mit langem halbhohen Schuß das vierte und damit sein drittes Tor an diesem Tage erzielt. Damit waren die Polen endgültig geschlagen, sie verteidigten zwar stark und geschickt, verloren vorübergehend für fünf Minuten ihren rechten Läufer Dytco durch eine Kopfverletzung, aber ihre Stürmer waren nicht entschlossen genug, um selbst gute Torchancen auszunutzen. In der 78. Minute erarbeitete sich der gefährliche Halblinke Willimowski eine gute Schußstellung. Jakob lief aber heraus, warf sich in den Schuß und verhinderte so das zweite polnische Tor. Eine fabelhafte Einzelleistung des deutschen Torwarts. Die letzten Minuten des Spielgeschehens gehörten noch den Polen, denen es aber nicht gelang, den zahlenmäßig so klaren Sieg abzuschwächen. Etwas Kritik Die deutsche Elf hat den Sieg leichter errungen, als man es nach den bisherigen Länderkämpfen gegen die Polen, die uns nie sonderlich lagen, erwarten konnte. Unsicherheiten zeigten eigentlich nur die beiden Verteidiger Janes und Münzenberg, von denen vor allem der Aachener etwas langsam wirkte, während Janes von Wodarz=Willimowski, dem glänzenden polnischen Flügel, mehrfach überspielt wurde. In der Läuferreihe erreichte Goldbrunner nicht die Leistungen seiner Nebenleute. Die Polen enttäuschten etwas, vor allem von ihrer Schußkraft hatte man mehr erwartet. Madeiski im Tor, Nyc als Mittelläufer und Willimowsti auf dem linken Flügel waren die stärksten Spieler. Houfsprungweitrerers=Vörd=Ratzene 1,70 Meter!— Sechs von neun Europatiteln an Deutschland! Das günstige Wetter war den ersten Europameisterschaften der Frauen in der Leichtathletik am Sonntag treu geblieben. Das Wiener Prater=Stadion war diesmal von 15 000 Personen ausgezeichnet besucht, und die Stimmung der Zuschauer stieg dank der hervorragenden Leistungen der weltbekannten Athletinnen von Wettbewerb zu Wettbewerb. In erster Linie trug dazu das vorzügliche Abschneiden der deutschen Teilnehmerinnen bei Nach dem verheißungsvollen Auftakt am Samstag, nach dem Deutschland bei nur vier Entscheidungen durch Hermine Schröder im Kugelstoßen und IrmSchulte ii wieder du. Borussia Dortmund hoch geschlagen— Münster verliert in Bochum Herne erkämpft tnappen Sieg Man darf feststellen, daß es heuer in der westfälischen Gauliga recht hoch hergeht und daß Ergebnisse herausspringen, an die kaum gedacht werden konnte. Es ist klar, daß Schalke im Mittelpunkt des Interesses steht und wenn diesmal die Knappen aufspielten und einen starken Gegner sang= und klanglos untergehen ließen, dann wissen sie warum. Borussia Dortmund sollte der erste Gegner sein, an dem Schalke zu beweisen hatte, daß die Mannschaft wieder da ist. Mit vier Ersatzleuten— soweit überhaupt von Ersatz gesprochen werden kann— ließ sich Schalke von Beginn an auf nichts ein. Der „Kreisel" blieb diesmal zu Hause, und mit dem kampfbetonten Spiel gab es dann einen hohen 6:0Sieg! Einen Satz noch zur Schalker Verteidigung. über die viel geschrieben wurde: Sie war besser als ihr Ruf. August Lenz wurde von Tibulski wie ein Schatten begleitet. Wenn der Dortmunder allerdings in unbewachten Augenblicken durchkam, dann gab es vor dem Schalker Tor brenzlige Sekunden. Zwischen den Strategen Szepan und Kuzorra fühlte sich Mecke recht wohl. und er war es auch, der im zweiten Abschnitt alle vier Tore erzielte. Die Münsteraner Preußen, die am Vorsonntag so verheißungsvoll begannen, mußten die erste Niederlage einstecken. VfL. Bochum 48 siegte zwar knapp mit 1•0. doch ist der Sieg vollauf verdient. Hätte der Bochumer Sturm es verstanden, die sich ihm bietenden Torgelegenheiten besser auszunutzen, der Sieg wäre bestimmt höher ausgefallen. So schoß Philipp eine Minute vor dem Ende in freistehender Position— oh Wunder— vier Meter vor dem Tore das Leder hoch darüber. Ein ebenfalls kampfbetontes Spiel gab es in Bielefeld zwischen Arminia Bielefeld, dem Neuling, und Westfalia Herns. Nach dem 2:2 bei der Pause errangen die Treuer das dritte Tor und als der Bielefelder Sturm dann aufkam, war es zu spät. Das bekannte Schlußdreieck der Herner sorgte dafür, daß die Punkte mit nach Herne gingen. Obwohl die Angelegenheit Höntrop noch nicht erledigt ist, griffen die Rothosen in die Punktejagd ein. Schon gleich gab es die erste Niederlage. Die Spielvereinigung Herten, der große Gegner Schalkes, wollte es auch diesmal wissen und kam nach einem durchweg überlegen durchgeführten Spiel zum 2:1=Siege. Da die Spielvereinigung Röhlinghausen keine Mannschaft „auf die Beine“ stellen konnte, mehrere Spieler weilen beim Militär, fiel die Begegnung Arminia Marten— Röhlinghausen aus. Auch am Niederrhein UeberWeichnceh Rot=Weiß Essen gut— Schwarz=Weiß Essen schwach Wie in den benachbarten Gauen, so brachte auch der erste Meisterschaftskampftag in der niederrheinischen Gauliga seine Ueberraschungen. Es gab zwar nur in einem Spiel ein unerwartetes Versagen des Favoriten, doch waren Fortung Düsseldorf und Schwarz=Weiß Essen froh, als sie 2:0 über den Liga=Neuling Westende Hamborn und 4•3 über die unterschätzte Turn Düsseldorf gewonnen hatten. Die schönste Leistung des Tages bot Rot=Weiß Essen, das als Neuling den stark eingeschätzten Spielern von Hamborn 07. die allerdings mit Ersatz antreten mußten, auf 4:0 davonlief und mit 4:1 sicherer Sieger wurde. Auch der VfL. Benrath zeigte sich von seiner besseren Seite und trotzte Duisburg 48/99 ein 111=Unentschieden ab. In Wuppertal blieb der SSV. knapp, aber verdient mit 2:1 über Union Hamborn siegreich. Nach diesem ersten Spieltag hat Fortung, das erst in der letzten Viertelstunde das Tor finden konnte. in der Tahelle die Führung vor Rot=Weiß kennte, in der Tabelle die Führung vor Rot=Weiß:„Einen prachtvollen Kampf gab es im 80=Meteressen, SSV. Wuppertal und Schwarz=Weiß lessen. Hürdenlauf. Drei deutsche Mädel, Spitzweg. Gelius gard Praetz im Weitsprung bereits zwei Europatitel mit Beschlag belegte, wurde der Sonntag zu einer beispiellosen Siegesserie für unsere tüchtigen Frauen. Wohl den eindrucksvollsten Sieg feierte die Bremerin Dora Ratien im Hochsprung mit der neuen phantastischen Weltrekordhöhe von 1.,70 Meter. Gisela Mauermeyer gewann das Diskuswerfen mit 44,88 Meter, Lisa Gelius siegte im Speerwerfen mit 55.58 Meter und schließlich wurde auch die 4mal=100=Meter=Staffel in 46.8 Sek. von uns gewonnen. Die deutschen Erfolge wurden lediglich von der unübertrefflichen Polin Stanislawa Wallasiewicz durchbrochen; die über 200 Meter in 23.8 ihrem Sieg über 100 Meter einen zweiten anreihte. Es wurde am Sonntag sogleich mit den Kämpfen begonnen und nach den drei Vorläufen über 200 Meter stand es fest, daß Wallasiewicz Doppelmeisterin werden würde. Die Polin hatte gleich im ersten Lauf mit 24.2 vor Ida Ehrl mit 24,7 die beste Zeit erzielt. Pech hatte Gisela Vogt, die im zweiten Lauf hinter der Holländerin Koen und der Engländerin Chalmers nur knapp geschlagen in 25,2 Dritte wurde. Saunders=England gewann dagegen den dritten Lauf in der langsameren Zeit von 25,3 vor Käte Krauß und der Schwedin Wretmann. Im Endlauf ging die auf der mittleren Bahn gestartete Polin schon ausgangs der Kurve unwiderstehlich an die Spitze und zerriß ungefähr mit 5 Meter Vorsprung das Zielband. Den zweiten Platz besetzte Käte Krauß in deutscher Rekordzeit von 24,4, womit sie ihre eigene Höchstleistung um zwei Zehntelsekunden unterbot. Um die weiteren Plätze entspann sich ein erbitterter Kampf. Anni Koen rettete den dritten Platz vor Ida Ehr! und den zwei Engländerinnen, deren Ankunft in dieser Reihenfolge nur die Zielrichter erkennen konnten. Europameisterschaften der Leichtathletinnen Im flaggengeschmückten Wiener Praterstadion begannen am Samstag bei schönstem Herbstwetter und Sonnenschein die ersten Leichtathletik=Eurovameisterschaften der Frauen. Deutscher Doppelsieg im Kugelstoßen Sofort nach dem Ausmarsch der Athletinnen begannen die Wettkämpfe mit den sechs Vorläufen über 100 Meter. Die erste Entscheidung fiel dann im Kugelstoßen. Hermine Schröder führte nach den Vorkämpfen mit 13:29 vor Gisela Mauermeyer mit 13.20. Frau Schröder kam im Endkampf nicht mehr an ihre Bestleistung heran, dagegen erzielte Frl. Mauermeyer noch 13.27 und blieb somit nur um zwei Zentimeter geschlagen. Der dritte Platz fiel an die Polin Flakowie mit 12.55 Meter. Die gleiche Leistung vollbrachte Frl. Wessel in der Entscheidung, doch wurde sie auf den vierten Rang gesetzt. Testoni vor Geline Einen prachtvollen Kampf gab es im 80=Meterlad Troisdorf behauptet sich weiter Sensationeller Erfolg des VfL. 99 Köln Schon der zweite Spielsonntag der mittelrheinischen Gauliga hat bewiesen, daß die Verliere# des ersten Spieltages nicht so ohne weiteres ihre Chancen aufgeben. Insbesondere überraschte dies mal der BfL. 99 Köln, dem die Neuendorfer Niederlage eine heilsame Lehre gewesen, nach der angenehmen Seite. Die Kölner hatten gestern ihre neuen Spieler Cay u. Bars eingesetzt und lieferten im übrigen ein Spiel, das alle Erwartungen weit übertraf. Mit dem nicht alltäglichen Ergebnis von 9•0 wurde die Bonner Tura klar und sicher ausgeschaltet, obwohl sie mit erhöhtem Krafteinsatz die Niederlage zu verhindern suchte. Der SV. Troisdorf bewies auch am gestrigen Tage seine ungeheure Kampfkraft. Obwohl er spieltechnisch vielleicht noch manche Mängel aufweist, braucht er vorerst keinen Gegner zu fürchten. Durch einen klaren und sicheren 4:1=Sieg über den Mülheimer SV. hat sich der Neuling die Tabellenspitze erkämpft und wird auch für die nächsten Spieltagstark zu beachten sein. Daß der BfR. Köln in Beuel nicht bestehen würde, kommt nicht unerwartet. Immerhin leistete der Nachwuchs der Kölner den erprobten Beueler Mannen harten Widerstand, denn erst im zweiten Spielabschnitt konnte die Elbernelf zu den entscheidenden Erfolgen kommen. Südwest meldet Favoritensiege Mit vollem Programm führte am Sonntag der Gau Südwest seine Punktespiele durch und verzeichnet in der Hauptsache klare Siege der Favoriten, die sich auf ihre jahrelange Erfahrung aus großen Kämpfen stützen konnten. Eintracht Frankkurt hielt den Lokalrivalen von der Reichsbahn mit 2:0 sicher nieder und hatte keine Mühe, die Schlußangriffe zu stoppen. Der dritte Frankfurter Verein, der FSV, konnte in Ludwigshafen ebenfalls zu einem Siege kommen, der zwar sehr knapp, aber doch sicher war. 2·1 war hier das Ergebnis. Spannend war der Kampf zwischen dem SV Wiesbaden und den Offenbacher Kickers. Die Kurstädter zeigten sich auf eigenem Geläuf nicht von der besten Seite und mußten sich knapp mit 1:2 geschlagen bekennen. Klarer, als es das Ergebnis besagt, siegte Wormatia Worms über den FV Saarbrücken. In jeder Halbzeit ein Tor, und der Sieg war sein. Einen Kantersieg feierte Borussia Neunkirchen über den FK Pirmasens. Die 5:1 kennzeichnen zu deutlich den spielerischen Unterschied. und Westphal standen im Endlauf den Holländerinnen ter Braake und Dorgeest sowie der Italienerin Testoni gegenüber. Gelius erwischte den besten Erfolg und führte noch klar an der vorletzten Hürde, doch beim letzten Hindernis war Testoni auf gleicher Höhe mit der Deutschen und schlug ihre Gegnerin auf der flachen Streck noch um einen Meter. Allerdings mußte Italiens Olympiavierte die bestehende Weltrekordzeit von 11,6 laufen. Hinter der Holländerin ter Braake belegte Westphal den vierten Platz in der gleichen Zeit. Irmgard Practz besiegte Wallasiewicz Der schon vorher erwartete sichere Sieg von Wallasiewicz im Weitsprung wurde der vielseitigen Polin von der Deutschen Irmgard Praetz erfolgreich streitig gemacht. Praetz lag schon im Vorkampf mit einer Weite von 5.73 Meter vor Wallasiewicz mit 5,67 Meter an der Spitze. In der Entscheidung legte die Polin 5,78 Meter vor. aber Praetz erzielte im zweiten Durchgang 5.88 Meter und wurde mit dieser hervorragenden Leistung Europameisterin. Wallasiewicz über 100 Meter unschlagbar Obwohl sofort nach dem Weitsprung der 100Meter=Lauf ausgetragen wurde, kam die widerstandsfähige Polin noch zu einem eindrucksvollen Siege. Aus den sechs Vorläufen und zwei Zwischenläufen hatten sich die drei Deutschen Krauß, Kühnel und Albus, die Holländerin Koen, die Engländerin Saunders und Wallasiewicz für die Entscheidung qualifiziert. Nahezu über drei Viertel der Strecke führte Krauß, aber dann kam Wallasiewicz auf den letzten 20 Meter gewaltig auf und gewann in 11,9. In der Pause zeigten die 300 Turnerinnen des Wiener Turnerbundes sehr beifällig aufgenommene Ausschnitte aus ihrer Vereinsarbeit. Wieder gewann Antonym Großer Preis der Reichshauptstadt in Hoppegarten Die Rennbahn Hovpegarten war am Sonntag das Ziel der Berliner Rennsportgemeinde. Mehr als zehn Sonderzüge, unzählige Omnibusse und Autos brachten immer wieder Tausende von Zuschauern heran. Der Franzose Antonym unter Jockei A. Tucker der Sieger des Braunen Bandes in München, holte sich auch dieses mit 100 000 RM. ausgestattete wertvolle Rennen Deutschlands im Kamof gegen Abendfrieden, dem aus England entsandten Dardanelles 2 und Trollius. Sommerlich warmes Wetter und Sonnenschein verhalfen dem Tag erst recht zum vollen Gelingen. Botschafter von Papen als Hausherr konnte zahlreiche Ehrengäste von Staat, Partei, Wehrmacht und Behörden begrüßen. In den Vorwetten stand Antonom mit mehr als 1300 RM. an der Spitze, aber auch Dardanelles 2, der als zweiter folgte, fand viele Anhänger. Der wuchtige Hengst, der in seinen raumgreifenden Galoppsorüngen gut und gern hätte ein Graditzer sein können, galt gewissermaßen als Gebeimtio. Die Fortsehung der kletsterschaftsspielt. In der Bezirksklasse der Sauerlandstaffel nur drei Uleisterschaftsspiele. Der gestrige Sonntag brachte zum Leidwesen der Fußballfreunde in der Sauerlandstaffel der Bezirksklasse ein stark eingeschränktes Fußhallprogramm. Nur drei von den fünf angesetzten Spielen kamen zum Austrag. während die übrigen zwei aus„zwingenden Gründen“. der Verlegung auf einen späteren Termin anheimfielen. Dagegen setzte die Siegerlandgruppe ihre Spiele programmgemäß fort und auch in den Kreisklassen blieb es bei den angesetzten Meisterschaftstreffen, Daneben füllten noch Freundschaftsspiele das sontnägliche Sportgeschehen aus. Außerdem nahmen auch noch leichtathletische Veranstaltungen einen breiten Raum ein, die man wohl in der Hauptsache als den Schluß der Leichtathletiksaison bezeichnen kann und bei prächtigem Wetter einen in jeder Richtung für alle Beteiligten zufriedenstellenden Verlauf nahmen. Zu wünschen wäre nur noch, daß die kommenden Sonntage nun endlich ein geschlossenes Fußballprogramm ohne Ausfälle und Verlegungen bringen würden. Ohnehin bringen im Laufe der Spielzeit noch manche Sonntage mit ungünstiger Witterung Spielausfälle genug. Darum sollte man die schönen Herbstsonntage planmäßig zur Durchführung der angesetzten Spiele benutzen. Knapper Sieg von Hüsten 09. Die Meisterschaftskämpfe der Bezirksklasse in der Staffel Sauerland nahmen mit zwei Punktespielen ihren Fortgang. Die Begegnung Menden 09 gegen Hüsten 09 brachte für Hüsten den ersten Sieg. Nach dem Spielverlauf wäre ein Unentschieden gerechter gewesen. Lediglich auf das Versagen der Mendener Läuferreihe ist der knappe Sieg des Gastes zurückzuführen. Im allgemeinen lieferten sich beide Mannschaften ein recht verteiltes Spiel. Auf beiden Seiten wurde manche Torchance ausgelassen, da die Sturmreihe im richtigen Augenblick das Schießen vergaß. Mit einer knappen 1:0=Führung konnte Hüsten die erste Halbzeit beenden. Die beiden Bezirksklassen=Neulinge Neheim und Welper lieferten sich bei ihrer gestrigen Begegnung wenigstens in der ersten Halbzeit ein ziemlich gleichwertiges Spiel. Nach dem Wechsel beherrschte der Platzverein die Situation und es gelang ihm, nach schöner Kombination den ersten Treffer zu landen, dem kurz darauf der zweite und Siegestreffer folgte. Welper wollte zwar den Ausgleich mit aller Gewalt erzwingen, aber die sichere Abwehr des Platzvereins ließ einen Erfolg des Gastes nicht zu.— Das angesetzte Spiel Schwelm gegen Milspe wurde verlegt, da in Schwelm Kirmes stattfand.— Die Meisterschaftsbegegnung FC Union Hagen=Haspe gegen TRV Hagen 72 wurde nur als Gesellschaftsspiel gewertet, da der Schiedsrichter ausgeblieben war. Während in der ersten Halbzeit Hagen 72 stark überlegen war, aber die Torchancen nicht auszunutzen vermochte, wurde das Spiel in der zweiten Hälfte sehr hart, was die zwei verhängten Elfmeter rechtfertigt, die beide verwandelt werden konnten. Ker; nar Schluß kann Haspe durch ein weiteres Ter FE Union H.=s:— F•73 Hagen 72 2:1(Ges.=Sp.) SpSp Menden 09— SpSp Hüsten 09 1:2 Fm Schwelm 06— Tus Milspe verlegt Tus Neheim— SpVa Masna= 2:0 Sportfreunde Siegen weiter in Front. Die vier Meisterschaftstreffen in der Staffel Siegerland verliefen im großen und ganzen den Erwartungen gemäß. Die SpVg Klafeld unterlag nur ganz knapp den BE Sportfreunden Siegen. Bereits in der ersten Spielhälfte stand der Ausgang des Treffens fest. Es ist verwunderlich, daß die Sportfreunde Siegen in diesem Treffen mit einem so mageren Ergebnis die beiden Punkte dennoch an sich bringen konnten.— Eine gleichwertige Partie lieferten sich RSV Eiserfeld und die SpV Altenseelbach, die mit 1:1 ihren Abschluß fand. während Altenseelbach in der ersten Halbzeit zwar noch mit 1:0 in Fü#rung lag. Die Punkteteilung ist dem Spielverlauf rach als gerecht anzusehen.— Gleichfalls eine Punkteteilung nahmen BE Eintracht Siegen und die SoVg Olve vor. die zum ersten Male in die Meisterschaftskämpfe eingriff. Die Eintrachtler hätten in der zweiten Halbzeit fast schon den Sieg in der Tasche gehabt, denn sie führten mit 2:0 das Spiel an. aber Olpe drehte mächtig auf und es gelang ihm. nach guten Stürmerleistungen einen 2:2=Stand und damit den Schlußstand des Spieles zu erzielen.— Am gespanntesten war man natürlich in der Staffel Siegerland auf den Ausgang des Treffens zwischen VfB Altena. dem einzigen Sauerlendgertreter in dieser Gruppe. und dem favorinerten Bft Weidenau. Wiederum zeigte Altena seinen Siegerländer Sportfreunden, daß im Sauerland ein auter Fußball gespielt wird. Gegen die starken Weidenauer hätte man zumindest eine Niederlage erwartet. aber der Platzverein vermochte den Weidenauern ein ziemlich ausgeglichenes Spiel vorzuführen. Weidenau te in der ersten Spielhälfte in Führung gehen. und versuchte durch dauernde Stürmerangriffe die Spanne zu erweitern. aber Altena war wachsam und der vorzüglich arbeitende Torwart verhinderte jeden Erfola. In der letzten Spielhälfte drängte Altena sehr stark und durch einen wundervollen Kopfball wurde der Ausgleich erzielt. Der Schluß sah auf beiden Seiten ein verteiltes Spiel und die Abwehr ließ weder bei dem einen noch bei dem anderen einen weiteren Torerfolg zu. SpVg Klafeld— BÖ Sportfr. Siegen RSV Eiserfeld— SpV Altenseelbach BE Eintracht Siegen— SpBg Olpe BfB Altena— BfB Weidenau 0:1 1:1 2:2 1:1 Tus Fröndenberg am Kommen. In der Gruppe Iserlohn des Kreises Lenne=Volme gab es nur ein kleines Meisterschaftsprogramm. Drei Begegnungen waren zu erledigen. Das Lokaltreffen Sportgem. 11 Grüne gegen Rote Erde Iserlohn konnte der Platzverein für sich entscheiden. Mit 2:0 lag er in der ersten Spielhälfte in Führung. Im weiteren Verlauf gelang es ihm mit einem Tor den harterkämpften Sieg sicherzustellen.— Die angesetzte Begegnung Sundwig gegen Rot=Weiß Iserlohn wurde wegen des GroßFlugtages auf einen anderen Termin verlegt.— Tus Fröndenberg zeigte sich gegen BfB Westhofen einmal von einer besseren Seite. 6•0 wurde der Gast geschlagen und dieses Ergebnis besagt, daß die Fröndenberger am Kommen sind. Sportg. 1911 Grüne— RE Iserlohn 3:2 SpV Sundwig— Rot=Weiß Iserlohn verlegt Tus Fröndenberg—. BfB Westhofen 6:0 Reichsbahn Brügge macht einen guten Stort. In der Gruppe Lüdenscheid fand nur ein Spiel statt, und zwar Reichsbahn Brügge gegen Thd. Werdohl, das den Platzverein mit 411 siegreich sah. Der Sieg stand allerdings in der ersten Halbzeit noch garnicht so fest, denn mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Erst die zweite Halbzeit sah dann die Reichsbahn in Front und konnte nach guten Aktionen das Spiel klar gewonnen werden. Reichsb. Brügge— Thd Werdohl 4:1 Arnsberg siegt weiter. Die Gruppe Unterruhr der 1. Kreisklasse brachte im allgemeinen erwartete Ergebnisse. Unentschieden trennten sich TV Warstein gegen VfR Oeventrop.— Der SpV Arnsberg 09 konnte seinem Sieg am vergangenen Sonntag einen weiteren gegen TS6 Sundern hinzufügen. Mit 3:1(1:0) blieb er überlegener Sieger.— Bruchhausen war im Spiel gegen TSE Wickede in seinen Leistungen besser und konnte mit 311 verdient die Punkte an sich bringen.— Die Gruppe Oberruhr brachte ebenfalls keine großen Ueberraschungen. Torlos endete die Begegnung Niedermarsberg gegen Brilon und die Punkteteilung zeigt, daß beide Mannschaften gleichwertige Leistungen im Spiele brachten.— Elleringhausen konnte gegenüber seinem Gegner Tus Meschede die wichtigen Punkte erzwingen und Bestwig verlor gegen Eversberg. Gruppe Unterruhr: TV Warstein— VfR Oeventrop 1:1 SpV Arnsberg 09— TS6 Sundern 3:1 TSV Bruchhausen— TSG Wickede 3:1 Gruppe Oberruhr: BfB Niedermarsberg— SpV Brilon 20 0:0 TV Eintr. 01 Heinrichsthal— VfL Fleckenberg ausg. SpV 31 Elleringhausen— Tus Meschede 2:0 SpV 07 Bestwig— TV 1888 Eversberg 2:4 Germania Salchendorf weiter siegreich. Die fünf angesetzten Treffen in der Gruppe Nord des Kreises Siegerland verliefen ohne jede Sensation. Germania Salchendorf, der Neuling in der Gruppe Nord, bewies mit seinem 2:0=Sieg über Tus Kaan Marien= born, daß er in dieser Gruppe ein achtbarer Gegner ist. — Altenhundem mußte sich gegen BfB Meggen beugen. Erst im letzten Spieldrittel konnte Meggen den siegreichen Treffer einsenden.— Die SpVg Bürbach triumphierte über den SpV Dreistiefenbach klar mit 4:2. Aber erst die zweite Halbzeit brachte eine Wendung für den Platzverein. den die Gäste führten vor der Pause mit 2:1. Die Spielvereinigung konnte aber nach dem Wechsel noch drei Tore einsenden und kam dadurch in Führung, die sie bis zum Schluß hielt.— Tus Ferndorf unterlag gegen BfR Siegen knapp mit 3:4.— BV Netphen konnte einen einwandfreien Sieg über SpV Attendorn 04 erzielen.— Schon vor der Pause führten die Platzbesitzer mit 1:0.— In der Grupve Süd überfuhr SpV Feudingen den SpSp Freudenberg mit 4:1. Erst die zweite Spielhälfte brachte hier die Entscheidung. denn mit 2:1 ging es in die Pause.— Das gleiche Ergebnis brachte Adler Burbach gegen VfB Wahlbach zustande. Auch hier fiel die Entscheidung erst nach dem Wechsel.— Trupbach gegen TV Eisern trennten sich ebenfalls mit 4:1. Auch hier wurde erst in der zweiten Halbzeit nach einem 1:1=Halbzeitstand der Platzverein sicherer Sieger. Gruppe Nord: Germ. Salchendorf— Tus Kaan Marienborn 2:0 VfL Altenhundem—. VfB Meogen 2:3 SpVg Bürbach— SpV Deistiefenbach 4:2 Tus Ferndorf—. BfR Siegen 324 BV Netphen— SpV Attendorn 04 2:0 Gruppe Süd: SpV Feudingen— SySy Freudenbero 4:1 Fr Hesselbach— SvV Zeppenfeld 2? Adler Burbach— VfB Wahlbach 4:1 SpB Trupbach— TV Eisern 421 Gruppe Siegerland Wilgersdorf— XV Struthütten 0:5 Fußball=Gesellschaftsspiele. DSC Hagen— Union Gelsenkirchen 5:3 Handbau Hagen, 19. Sept. Auch im Handball wurden am gestrigen Sonntag die Punktekämpfe fortgesetzt. Harte Kämpfe wurden in der Gauklasse geliefert, wo der FE Schalke 04 die Westfalia Somborn mit 5:11 überfuhr. Bei der Pause führten die Schalker bereits mit 6:3.— TV Einigkeit Jöllenbeck holte sich einen sicheren 9:6=Sieg über TV Spenge.— Unentschieden trennten sich Hüttenverein Dortmund und Tus Holsterhausen.— In den Staffeln 8 und 9 wurden ebenfalls zum großen Teil die Spiele ausgetragen.— T9 Delstern schlug Reichsbahn Hagen mit 13:9. während SpV Arnsberg 09 dem TV Jahn Dellwig mit 5:9 unterlag.— Tus Eilpe triumphierte über Postsport Hagen mit 8:3.— Sportbund Werdohl unterlag ganz knapt gegen TV Letmathe mit 7:8, ein Sieg der Letmather, der etwas überraschend anmutet.— Tus Mühlenrahmede mußte gegen Tus Hohenlimburg=Nahmer die Seael streichen. Der Gast zeigte großes Können und war von Anfang an glatt überlegen, so daß das Ergebnis durchaus dem Spielverlauf entspricht.— Auch TV Hilchenbach wiederholte gegen TV Eichen seinen vorsonntäglichen Sieg. Mit nicht weniger als 15:9 Toren mußte der TB Eichen die große Ueberlegenheit des Platzvereins anerkennen.— Daß in Siegen schwer zu siegen ist, mußten auch die Sportfreunde Lüdenscheid 08 erfahren. Gegen TV Siegen verloren sie mit 12:7, doch hatten sie sich in der ersten Halbzeit noch recht tapfer gehalten.— Das Treffen TV AdH Weidenau gegen Rot=Weiß Iserloht wurde auf einen anderen Zeitpunkt verlegt. Saatlafe Westfalia Somborn— FE Schalke 04 5:11 TV Einigkeit Jöllenbeck— TV Spenge 9:6 Hüttenverein Dortmund— Tus Holsterhausen 5:5 Staffel 7: Sportgem. Henrichshütte— TSc Herdecke 63 16:5 VTV Vorhalle 79— TRV Hagen 72 11:5 Staffel 8: Eintr. Hagen— MSV Arnsberg ausg. TV Delstern— Reichsb. Hagen 13•9 SpV Arnsberg 09— Jahn Dellwig 5:9 Tus Eilpe— Postsport Hagen 8:3 Staffel 9: Sportb. Werdohl— TV Letmathe 7•8 Tus Mühlenrahmede— Tus Hohenl.=Nahmer 6:11 TV Hilchenbach— TV Eichen 15:9 TV Siegen— Sportfr. Lüdenscheid 08 12:7 TV Ads Weidenau— Rot=Weiß Iserlohn verlegt 3. hagener Herbststaffel. Ein voller Erfolg.— In der Klasse A und D muß DSE Hagen die Wanderpreise abgeben.— Tad Friesen=Haspe endgültiger Gewinner des Herausforderungspreises der Hagener Zeitung. Bei herrlichem Spätsommerwetter fand am gestrigen Sonntagvormittag zum 3. Male die Hagener Herbststaffel durch die Straßen der Innenstadt statt, die mehr noch als in den vergangenen Jahren eine starke Beteiligung heimischer und auswärtiger Vereine aufzuweisen hatte. Auch hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, die mit gespanntem Interesse die einzelnen Staffelläufe verfolgte. Besonders stark war in diesem Jahre die Beteiligung der Sportdienstgruppen des Deutschen Jungvolks, die mit 10 Mannschaften antraten, und der Hitlerjugend in der Klasse D, die ebenfalls mit 10 Mannschaften am Start erschien. Durchweg wurden bessere Zeiten gelaufen als im Vorjahr. Die Staffelmannschaften des DSC Hagen hatten in diesem Jahre einen starken Leistungsrückgang aufzuweisen und mußten ihre Wanderpreise abgeben. In der Klasse B konnte Tad Friesen Haspe zum dritten Mal die Staffel gewinnen und gelangte damit endgültig in den Besitz des Wanderpreises der Hagener Zeitung. Die über 2 Runden gehende Strecke sah die Friesener Mannschaft vor Eintracht Wehringhausen stets klar in Führung. In der C=Klasse gelang es dem TV Dahl nicht, seinen Wanderpreis ein 3. Mal zu verteidigen. In diesem Jahre ging er in den Besitz von VfL Hohenlimburg=Wesselbach über In der Hauntklasse G= 3 Runden, in der der DSC Hagen. reis zu verteidigen hatte, zeigte der Be. I von 1846 sein großes Können. Vom Start weg bis zum Schluß der Runden blieb er stets in Führung und konnte damit seine Staffel unangefochten durchs Ziel bringen, dicht gefolgt von BfL Hagen. während die Mannschaft des DSC Hagen weit abgeschlagen das Zielband passierte. Nach der Siegerverkündung durch den Kreisführer Faust nahm Oberbürgermeister Vetter die Ueberreichung der Wanderpreise vor und würdigte in einer kurzen Ansprache an die vor dem Stadttheater angetretenen Staffelmannschaften die Bedeutung der körperlichen Ertüchtigung, wobei er mitteilte, daß die Stadt Hagen für die nächstjährige Veranstaltung einen der bedeutsamen Hagener Herbststaffel entsprechenden Wanderpreis zur Verfügung stellen werde.— Mit einem SiegHeil auf den Führer schloß die auch in diesem Jahre wohlgelungene 3. Hagener Herbststaffel. Der große Leichtathletik-Dreikampf Zwischen Klärk und Wuppertal. Wiederum knappe Niederlage der märkischen Leicht=, athleten.— Die Wuppertaler Frauen siegen hoch. Die Wiederholung des leichtathletischen Kreiskampfes zwischen Mark und Wuppertal, die man als eine Art Revanchekampf ansehen konnte, war abermals für die Wuppertaler erfolgreich. Die märkischen Männer zeigten in diesm Kampf zwar ziemlich gleichwertige Leistungen und lagen auch bis zu den letzten Uebungen in Front. Die Entscheidung zu ihren Angunsten fiel im Kampf beim Hammerwerfen, wo die drei ersten Plätze verloren gingen. Dadurch konnte Wuppertal mit äußerst knappem Vorsprung von 188:179 Punkten das Treffen in der Tschammer=Osten=Kampfbahn in Boelerheide am gestrigen Sonntag für sich entscheiden. Der Kampf der Frauen zeigte die Wuppertaler Sportlerinnen den märkischen hoch überlegen. Mit nicht weniger als 62:29 Punkten mußten die Einheimischen das große leichtathletische Können der Barmer Kameradinnen anerkennen. Allerdings fehlte bei den märkischen Frauen Frl. Holtze, die infolge Krankheit an den Kämpfen nicht teilnehmen konnte und sicherlich das Endeesultat anders gestaltet hätte. une flashuugn.reroht Unaufhörliche Deutschenjagd- Sudetendeutsche standrechtlich erschossen- Mordserie ohne Ende Landeshut, 17. Sept. In dem Landeshuter Flüchtlingsdurchgangslager sind bis jetzt etwa 900 sudetendeutsche Flüchtlinge eingetroffen, überwiegend junge Männer, die sich so der Eingliederung in die Tschechenarmee entzogen haben. Unter den am Sonnabendvormittag hier eingetroffenen Flüchtlingen befand sich ein fudetendeutsches Fabrikantenehepaar aus Langenau bei Hohenelbe, deren Garnbleiche die Tschechen zu einem Munitionslager eingerichtet haben. Der Fabrikantenfrau. die Reichsdeutsche ist, wurde von den Tschechen angedroht, daß sie gehängt werden würde. Erschießungen in Eger Eger, 17. Sept. In Eger fand am Freitag eine Sitzung des Standgerichts unter Vorsitz des Tschechen Dusanek statt. Als zweiter Vorsitzender fungierte ein Tscheche namens Dittelbach, als Beisitzer u. a. Gerichtsrat Zuber aus Eger. Den Verhafteien wurde nahegelegt, Aufruse zu unterzeichnen, die angeblich zur Beruhigung der Bevölkerung im Grenzgebiet beitragen sollen. Dafür wurden ihnen Haftvergünstigungen, gegebenenfalls sogar Freilassung in Aussicht gestellt. Bei einbrechender Dämmerung wurde im Hof der Infanteriekaserne in Eger eine Reihe von Salven gehört. Soldaten der Kaserne slowakischer Nationalität teilten mit, daß vier Sudetendeutsche als Deserteure erschossen worden seien, nachdem das Militärgericht sie zum Tode verurteilt habe. Die Leichen wurden noch nachts bei„Bleibt stark und bewahrt eure Nerven!“ Aufruf der und Fraktionen der Sudetendeutschen Karpathodeutschen Partei volit tion des Sudetendeutschtums Prag, 17. Sept. Der Vorsitzende der Fraktionen der Sudetendeutschen und Karpathodeutschen Partei hat einen Aufruf an das gesamte Sudetendeutschtum erlassen. Der lufruf hat folgenden Wortlaut: Unter politischem Druck kurzsichtiger Elemente, die immer noch nicht begreifen, vor welch schwerwiegenden Entscheidungen in diesen ernsten Krisentagen Europa steht, hat es die Regierung für zweckmäßig erachtet, die Tätigkeit der politischen Voitsorganisation einzustellen. meiner Parlamentsfrakdurch die Parteieinstellung nicht beirren. Bleibt innerlich was Ihr seid und wartet ab, bis Adolf Hitler und Chamberlain ihr schickfalhaftes Gespräch beendet haben. Ob Partei und Organisation in der Tschecho=Slowakei besteht oder nicht, ist heute nicht mehr entscheidend. Entscheidend ist für uns nur noch das weitere Schicksal des Sudetendeutschtums in unferer Heimat. Bis zur Entscheidung über dieses Schicksal bleibt stark und bewahrt Eure Nerven. Gott istmit uns. gez. Abg. Ernst Kundt, Vorsitzender des Parlamentarischen Klubs der Abgeordneten und Senatoren der Sudetendeutschen Partei und Karpathodeutschen Partei. Sudetendeutscher ermordet Eger, 17. Sept. Wie auf Grund einer amtlichen Prager Meldung verzeichnet, mußte der sudetendeutsche Musiker Pfortner im Feuer einer Tschechenpatrouille sein Leben lassen. Man erfährt jetzt authentische Einzelheiten: Der fudetendeutsche Ordner Johann Pfortner aus Schlappenhof bei Eger wurde in der Nacht zum Sonnabend von einer tschechischen Patrouille aus seinem Hause geholt mit der Angabe, er werde als Amtswalter der S9P. in das Gefängnis nach Prag transportiert werden. Kurz nach Verlassen der Ortschaft wurde Pfortner aufgefordert, einige Schritte vorzugehen. Im nächsten Augenblick krachten mehrere Stäicsteschisse Acheichete mehreren anderen Sudetendeutschen beobachtet. Jetzt weiß man auch, warum amtliche Stellen in Prag es heute morgen so eilig hatten, den Fall Pfortner in ihrer Darstellung bekanntzugeben! Konrad Henlein war in Eger Fast die gesamte Führung der SDP. in Sudetendeutschland Eger, 17 Sept. Kourad Heulein stattete Frei. tag in den frühen Nachmittagsstunden inkognite der Stadt Eger einen Besuch ab. Er wurde dabei von zwei Abgeordneten der SDP. begleitet. Es gelang Konrad Henlein trotz der scharfen Beder Stadt auf Nebenwegen unerkannt in das Stadtinnere zu gelangen. Er besichtigte zunächst von außen die noch von der Polizei besetzten Hotels Welzl und Viktoria, den letzten Hauptder SDP., besuchte dann eine Reihe von Verletzten und hielt mit Amtowaltern der S9P. aus Eger und dem Egerland Besprechungen ab. Am späten Nachmittag verließ Konrad Heulein die Stadt Eger wieder in unbekannter Richtung. Die marxistische und tschechische Presse hat die unverschämte Verleumdung verbreitet, daß die in Prag verbliebenen sudetendeutschen Abgeordneten Ernst Kundt, Dr. Haus Neuwirth und Dr. Gustav Peters geflohen seien. Der Vertreter eines deutschen Blattes hatte Gelegenheit, den Abgeordneten Kundt am Freitagabend zu sprechen, der ihm ebenso wie die Abgeordneten Dr. Peters und Dr. Neuwirth erklärte, daß er unter gar keinen Umständen daran dächte Prag zu verlassen. Auf die Frage, wie er über die Auflösung der Sudetendeutschen Partei denke, erklärte der Ab###rdnetz, daß dieser Beschluß der Regierung eine gesetzliche Grundlage habe, de das Parteien= Auflösungsgesetz am 31. Dezember 1937 abgelaufen lei und seine Verlängerung im Verfassungsrechtlichen Ausschuß des Parlaments verhindert worden sei. Abgeordneter Kundt wies weiter darauf hin, daß die Tschecho=Slowakei sich bis zum Augenblick noch als„demokratischer Staat“ betrachte. Daher hätten Beschlüsse der Regierung keine Gesetzeskraft: vor allem müßte die Auflösung der SOP. ohne Rechtswirksamkeit sein. Auf die Frage, warum er sich in der Hauptstadt Prag aushalte, erklärte Abgeordneter Kundt, daß er es für seine Pflicht halte, die Interessen der übrigen ½ Million Deutschen, die im geschlossenen tschechischen Sprachgebiet wohnen, solange wahrzunehmen, bis ihn Gewalt daran hindere. Die Arbeit werde ihm von der Regierung äußerst erschwert; es sei ihm z. B. bis heute noch nicht einmal eine telephonische Verbindung mit seiner Frau und seinen drei Kindern gestattet worden.„Ich denke nicht daran. Prag zu verlassen, sondern verbleibe, was auch immer die tschecho=slowakische Regierung beschließen möge.“ Kundt erklärte dann, daß Europa sich von der Rechtsunwirksamkeit der Beschlüsse der Prager Regierung werde überzeugen müssen. Es gehe jetzt allerdings auch nicht darum, ob Parteien bestehen oder nicht bestehen, sondern es gehe darum, ob den Menschen, denen Recht gebührt, auch Recht zuteil wird. Freche tschechische Herausforderung Hakenkreuzfahne vom deutschen Diplomatenauto heruntergerissen— Tschechischer„Offizier" bedroht Mitglieder der Prager deutschen Gesandtschaft mit dem Revolver Berlin, 17. Sept. Wie der„V. B.“ aus Eger meldet, hat sich die tschechische Soldateska eine neue freche Herausforderung geleistet. Auf einer Autofahrt von Prag nach Eger, auf der sich der Vertreter des„V. B.“ in Begleitung der beiden Mitglieder der deutschen Gesandtschaft in Prag, des Presseattachés Dr. Greggey und des Attachés Botz, besand, wurde der Wagen von einer tschechtschen Feldwache angehalten und die deutsche Hoheitsfahne unter wüsten Beschimpfungen abgerissen. Dies geschah, obwohl das Auto als iplomatenwagen gekennzeichnet war und die beiden Mitglieder der Gesandtschaft sofort ihre Ausweise vorwiesen. An Der skandalöse Zwischenfall trug sich, wie der Vertreter des„V. B.“ berichtet, folgendermaßen zu: „Wir waren in den Morgenstunden von Prag abgefahren, um uns durch eigenen Augenschein von den Zuständen in der Gegend von Eger zu überzeugen. Die Landstraße trug das von vielen AugenzeugenBerichten schon bekannte Bild der Tage des 21. Mai. Kurz vor Lubenz befand sich neben der Landstraße eine Feldwache zum Schutze einer Strakensperre. Zahlreiche Soldaten standen dort mit äufgepflanztem Bajonett. Als unser Wagen, der das bekannte CD. des Diplomatischen Korps trägt, sich der Sperre näherte, wurden wir nit vorgehaltenen Waffen angehalten. Die beiden besandtschaftsmitglieder zeigten sogleich ihre vom Prager Außenministerium ausgestellten Diplomatenausweise. Dies machte auf die Tschechen keinerlei Eindruck. Ein Soldat riß mit vor Wut entstelltem Gesicht, trotz unseres lebhaften Protestes, die Fasche. vom Wagen und seckte sie in die Der befehlshabende Leutnant, der erst auf unser energisches Verlangen vor uns erschien, forderte uns in anmaßendem Tone auf. ihm sofort unter Bewachung zur nächsten Gendarmeriestation zu folgen. Wir weigerten uns jedoch, die Fahrt zur Station ohne Mitnahme der abgerissenen Fahne fortzusetzen. Auch auf der Wache behielt der Offizier seinen herrischen Ton bei und verschärfte die Situation durch sein ungebührliches Benehmen. Die Lage wurde bedrohlich, als der Offizier sich nicht scheute, zur Pistole zu greifen, nachdem Herr Gregory die deutsche Fahne wieder an sich genommen hatte. Es war nur dem Dazwischentreten des anwesenden Gendarmeriekapitäns zu verdanken, daß das Schlimmste verhütet wurde.“ „De ieor unser drusches Veil Die sozialdemokratischen Arbeiter der Tschecho=Slowakei für Deutschland Außig, 17. Sept. In den Bezirken Außig, Brüx, Reichenberg, Gablonz und Warnsdorf haben Sonnabend große Teile der deutschen Sozialdemokraten und ihrer Jugendorganisation folgende Entschließung gefaßt, die als vervielfältigtes Flugblatt von Hand zu Hand geht und größtes Aufsehen hervorgerufen hat: Genossen! Wir Funktionäre und Mitglieder der Deutschen Sozialdemokratischen Partei in der Tschecho=Slowakei erklären in dieser Stunde höchster Not unserer Heimat. daß wir unseren deutschen Volksgenossen über alle Klassenschranken und bisherigen Gegensätze hinweg die Hand reichen wollen in dem festen Willen, uns in der Stunde der Gefahr der Stimme des Blutes nicht zu versagen und mit ihnen gemeinsam um die Freiheit unserer Heimat und unser Selbstbestimmungsrecht zu kämpfen. Wir sind als Deutsche geboren, und schon das erste Wort, das an unserer Wiege herzlich die Mutter zu uns sprach, war deutsch. Wir haben als deutsche Soldaten in der Armee Oesterreich= Ungarns Schulter an Schulter mit unseren Kameraden aus dem Reich im Felde gestanden und wissen, daß in ihrer Brust das gleiche Herz schlägt wie in der unsrigen, daß ihr Leid das unsere war und ihre Freude die unsrige. Mit heißem Herzen haben wir deutschen Sozialdemokraten uns deshalb im Jahre 1919 mit Oesterreich freudig für den Anschluß an das Deutsche Reich bekannt. Das Schicksal hat es damals anders gewollt. Wir haben dann 20 Jahre lang unser Ideal darin gesehen, dem werktätigen deutschen Menschen in der Tschecho=Slowakei sein Lebensrecht und seinen Lebensraum zu sichern und ehrlich darum gerungen. im Sinne der Völkerversöhnung eine Gemeinschaft aller Schaffenden in der tschecho=slowakischen Republik zum Wohle des Landes herzustellen. Genossen! Ihr wißt alle, wie schwer uns die Erfüllung dieser Aufgabe gemacht worden ist und wie gering auf Seiten der tschechischen Chauvinisten aber auch auf Seiten unserer tschechischen Genossen das Verständnis für unser Volkstum und unsere Sprache war. Zu der gleichen Zeit, in der immer wieder auf unseren Parteitagen die tschechischen Genossen von der Solidarität aller Werktätigen sprachen und uns ihrer brüderlichen Gefühle versicherten, nahm uns das Tschechentum Arbeitsplatz um Arbeitsplatz, mußte Werkstor um Werkstor geschlossen werden, weil man es in Prag so wollte, weil wir durch Hunger auf die Knie und zur Aufgabe unseres Volkstums gezwungen werden sollten. Man behandelte uns nicht als gleichberechtigte Bürger der Republik, die auch wir mit unserem Blute zu verteidigen bereit waren, sondern als geduldete Fremdlinge auf unserem eigenen Heimatboden. Einige von uns wurden nach Jahren des Elends und der Not schwach. Die Mehrzahl der deutschen Werktätigen aber blieb Heimat und Sprache treu. Als das Jahr 1933 mit dem Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland kam, wurden wir als Antifaschisten zu schärfften Gegnern dieses Reiches. Inzwischen ist viel Wasser die Moldau und die Elbe hinuntergeflossen. Drüben im Reiche vollzog sich eine Entwicklung, die wir zwar nur aus er Ferne beobachten konnten, die aber viele von uns nachdenklich machte. Ihr wißt, daß wir oft darüber gesprochen haben, es manchen heißen Meinungsstreit darüber gab. Als ehrliche deutsche Arbeiter müssen wir aber heute zugeben, daß im Deutschen Reich zumindest die Arbeitslosigkeit beseitigt ist und die soziale Lage der Werktätigen einen Stand erreicht hat, den auch wir hoch nerkennen müssen. Heute ist unsere Heimat in höchster Not. Ein Kampf ist entbrannt, den wir schon lange kommen sahen und der heute alle Völker unserer Republik erfaßt hat. In diesem Kampf kann heute keiner von uns mehr abseits stehen. Jetzt heißt es, sich zu entscheiden, Stellung zu beziehen. Genossen! Wir sind der Meinung, daß in diesem Augenbliek die Entscheidung für jeden deutschen Arbeiter ###atten F. Folgt darum nicht pehe den##. chen Parolen ehrgeiziger Streber, die für einen Ministersessel in Prag unser aller Zukunft aufs Spiel zu setzen bereit sind. Bekennt euch mit uns um unseres Landes und unserer Kinder Zukunft willen als werktätige Deutsche feierlich zu Volk und Heimat und— wie vor 20 Jahren— zum großen gemeinsamen Reich aller Deutschen mit unserer alten Parole: Für Frieden, Freiheit, Arbeit und Brot! Es lebe unser deutsches Volk! Die Parkel=hutft den Fiüchtlingen Die Gauämter für Volksgesundheit zur ärztlichen Betreung eingesetzt Berlin, 17. Sept. Die Nationalsozialistische Parteikoxxespondenz meldet: Die NSDAP. hat in den letzten Tagen umfassende Vorkehrungen zur Betreuung der vor dem tschechischen Terror geflüchteten Volksgenossen getroffen. In den Gauen Schlesien, Sachsen, Bayerische Ostmark, Oberdonau, Niederdonau und Wien sind von der NS.=Volkswohlfahrt Hunderte von Flüchlingssammellagern errichtet worden. Bereits in der Nacht von Freitag auf Sonnabend sind von der Partei insgesamt über 13.000 Flüchtlinge betreut worden(der übrige Teil der Flüchtlinge hat sich mit Hilfe von Verwandten und Bekannten selbst versorgt). Allein im Gau Sachsen waren z. B. am Sonnabendmorgen bereits 53 Flüchtlingslager voll belegt. Die Zahl der provisorischen Flüchtlingslager wächst dabei von Stunde zu Stunde. Im Laufe des Sonnabends sind in den Gauen im Innern des Reiches, 2. B. in Tbüringen und Halle=Merseburg, zusätzliche Lager zur Entlastung der an der Grenze liegenden Unterbringungsstätten eingerichtet worden. Für die Lager sind von der RSV. sofort Feldküchen, Lebensmittel, Decken, Kleider und Wäsche bereitgestellt worden. Bei der Betreuung der Lager hilft die ganze Partei mit ihren Gliederungen, insbesondere die RS.=Frauenschaft, in aufopfernder Weise, um den Flüchtlingen den Aufenthalt nach den schweren Erlebnissen möglichst zu erleichtern. Reichsärzteführer Hauptdienststellenleiter Dr. Wagner hat die zuständigen Gauämter für Volksgesundheit angewiesen, die sofortige ärztliche Betreuung der Lager vorzunehmen. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, der den gesamten Einsatz der RSV. leitet, hat dafür Sorge getragen, daß die Frauen und Kinder umgehend in RSV.=Mükterheimen untergebracht werden. Der Leiter des Hauptamtes für Beamte der RSDAP., Reschebeamtenführer Reek, hat der NSV. ein großes Beamtenerholungsheim zud Belegung mit Flüchtlingen zur Verfügung geHauptomte leiter Hilgenfeldt und Reichsfrauenin Scholz=Klink werden am Sonntag zahlreiche Lagerbesichtigungen und weitere Dispoktionen für die Betreuung der Flüchtlinge durch die Partei treffen. Wierwarr in Prag Auflösung oder Einstellung der SDP. Prag, 17. Sept. Welcher Wirrwarr bereite bei den leitenden Prager Amtsstellen herrscht, zeigt folgender Vorfall: Das amtliche Tschecho=Slowa= tische Preßbüro gab am Freitag um 19.05 Uhr die Meldung aus, daß die Sudetendeutsche Partei auf Beschluß der Regierung aufgelöst worden sei. Eine Stunde später hat der in Prag weilende sudetendeutsche Abgeordnete Kundt in verschiedenen Interviews mit Nachrichtenbüros und Zeitungen ausdrücklich festgestellt, daß die Regierung seit dem 31. Dezember 1937 gar keine verfassungsmäßige Handhabe mehr zur Auflösung von Parteien besitze. weil das entsprechende Gesetz mit dem Jahre 1937 abgelaufen und nicht verlängert worden lei. Daraufhin gab das amtliche Tschecho=Slowa= kische Preßbüro nachts eine Berichtigung der eigenen Meldung aus. nach der die Sudetendeutsche Partei nicht aufgelöst, sondern eingestellt wurde. Das bedeutet, daß sie juristisch fortbesteht, aber ihr jede Tätigkeit untersagt ist. Ferner verlieren die Abgeordneten einer aufgelösten Partei ihre Mandate, während die Abgeordneten einer eingestellten Partei in ihrem Besitz bleiben. „Graf Zeppelin“ auf Probefahrt 24 Stunden über den deutschen Gauen Friedrichshafen, 17. Sept. Nach den ersten, in allen Teilen gut gelungenen Probefahrt hat das neue Luftschiff„Graf Zeppelin“ heute morgen um 8.03 Uhr seine zweite Probefahrt angetreten. Unter Führung Dr. Eckeners wird „Graf Zeppelin“ auf der etwa 24 Stunden dauernden Fahrt die deutschen Gaue besuchen. Außer der Besatzung nehmen leitende Ingenieure des Luftschiffbaues sowie Angehörige der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und des Reichsluftfahrtministeriums an der Fahrt teil. 7.37 Uhr erfolgte bei leichtem Nordostwind die Ausfahrt. Am Ankermast wurde das Schiff genau in Windrichtung gedreht. Nachdem die Verankerung der Bugspitze vom Mast gelöst war, hob sich das Luftschiff majestätisch in sein Element. Die Motoren setzten ein und„Graf Zeppelin“ verließ in nördlicher Richtung seinen heimatlichen Hafen. Am Sonntagvormittag wird auf dem Löwenthaler Flugplatz die Landung erfolgen. An Bord des„Graf Zeppelin" befinden sich insgesamt 85 Personen, darunter auch die Abnahmekommission unter Leitung von Stabsingenieur Hoffmann. Außerdem nimmt an der Probefahrt Professor Dickmann mit mehreren Mitarbeitern der Drahtlos=Telegraphischen und Luftelektrischen Versuchsstation Gräfelfing teil. Die Rückkehr des Luftschiffes erfolgt voraussichtlich Sonntag früh um 8 Uhr. Das Luftschiff hat während eines dreistündigen Kreuzens über der Stadt und dem Bodensee Versuche und Messungen durchgeführt. Gegen Mittag verließ das Luftschiff seinen heimatlichen Hafen in Richtung Stuttgart. Am Sonnabend um 12.15 Uhr wurde das neue Zeppelinluftschiff über Stuttgart gesichtet. Es zog eine große Schleife über der Stadt und überflog den Friedhof, auf dem sich die letzte Ruhestätte des Grafen Zeppelin befindet. Dann setzte das Luftschiff seine Reise in nördlicher Richtung fort. Auf seiner Deutschlandfahrt stattete der neue „Graf Zeppelin“ dem Rhein=Main=Gebiet einen Besuch ab. Um 13.15 Uhr wurde das Luftschiff im Süden der Stadt Frankfurt gesichtet. Es war ein herrlicher Anblick, das stolze Luftschiff, das sich klar und deutlich am Himmel abhob, in majestätischer Ruhe über die Stadt ziehen zu sehen. Die Freude und der Stolz der Bevölkerung über das herrliche Luftschiff drückte sich in lauten Heilrufen aus, mit denen sie„Graf Zeppelin“ bei seiner Fahrt über die Stadt begleitete. Das Luftschiff traf am Sonnabendnachmittag gegen 17 Uhr von Potsdam kommend über der Reichshauptstadt ein. Etwa 10 Minuten später zog das stolze Luftschiff, das sehr tief flog, und trotz des diesigen Wetters sehr gut zu erkennen war, einige Schleifen über der Innenstadt und dem Regierungsviertel und kurvte dann nach den westlichen Vororten. Das Luftschiff wurde von der Berliner Bevölkerung auf das herzlichste begrüßt. Nach einem halbstündigen Aufenthalt über Berlin verschwand es endgültig in der Richtung nach dem Westen. „Graf Zeppelin“ glatt gelandet nach 26stündiger Fahrt Friedrichshafen, 18. Sept. Das Luftschift „Graf Zeppelin“ ist Sonntagvormittag um 10.17 Uhr auf dem Flugplatz Löwental glatt gelandet. Eine große Zuschauermenge hatte sich schon in den frühen Morgenstunden eingekunden. Die Marine=H3. der Reichs=Seesportschule Manzell, RSKK. und motorisierte Polizei versahen den Absperr= und Straßendienst, der sich bei der begeisterten Zuschauermenge schwierig gestaltete. Die zweite große 26stündige Fahrt des Luftschiffes über die deutschen Gaue ist wiederum in allen Teilen gut gelungen. „Graf Zeppelin“ war bereits um 7 Uhr über Freudenstadt und um 7.50 Uhr über Friedingen an der Donau gekreuzt. Die Landung verzögerte sich infolge des starken Bodennebels. Der Stellvertreter des Führers besuchte am Sonntag einige Lager sudetendeutscher Flüchtlinge in der Bayrischen Ostmark. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat sich nach Ostgreußen begeben, um im Anschluß an einen bagugufenthalt in der Johannisburger bes 1. A.=R. teinl Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B Nr. 80 bezw. Lot. A Nr. 337 ist am 14. 9. 1938 eingetragen, daß durch Gesellschafterbeschluß vom 30. 12. 1937 die Firma Bertram& Leutert, G. m. v. H., in Schwerte, in die Firma Bertram& Leutert, offene HHandelsgesellschaft in Schwerte, auf Grund des Gesetzes vom 5. 7. 1934— 24. 6. 1937 ohne Liquidation mit Wirkung vom fl. 1. 1938 umgewandelt ist. Gesellschafter sind a) Buchdrucker Hermann Bertram in Schwerte, b) Ehefrau Reinhold Leutert, Luise geb. Bertram in Schwoerte. Amtsgericht Schwekte. Verdahkelanze in Rollen, 100 cm und 125 cm breit vorrätig bei Hans Linner vormals Carl Braus Papier- und Schreibwarenhandlung Große Marktstraße 3—5 1 ahierama u. 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Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß gemäß§ 1 der Kreissatzung alle im Landkreis Iserlohn beschäftigten Gärtnerlehrlinge uund Gärtnergehilfen männlichen Geschlechts verpflichtet sind, die Kreisfortbildungsschule für Gärtner in Letmathe an den festgesetzten Tagen und Stunden zu besuchen. Der Unterricht beginnt in diesem Jahre am Montag. dem 3. Oktober 1938, um 14,30 Uhr, in den Räumen der Landwirtschaftsschule in Letmathe. Die Unternehmer gärtnerischer Betriebe haben die zum Besuche der Fortbildungsschule Verpflichteten zum regelmäßigen und pünktlichen Besuch anzuhalten, ihnen die zum Schulbesuch erforderliche Zeit zu gewähren und sie rechtzeitig von der Arbeit zu entlassen, damit sie pünktlich zum Unterricht erscheinen können. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Allen außerhalb des Landkreises Iserlohn wohnhaften Gärtnerlehrlingen und Gehilfen ist es gestattet, bei Zahlung eines entsprechenden Schulgedes an dem Unterricht der Gärtnerfortbidungsschule teilzunehmen. nen Altstoffe(Schrott, Altmetakl. Altgummt usw.) innerhalb dieser Frist zur Verwertung weitergeliefert sein. Durch diese Maßnahme ist eine einheitliche Ausrichtung aller Autoverwertungsbetriebe erreicht und Vorsorge getroffen worden, daß die noch hier und da in diesem Gewerbe bestehenden unschönen Lagerplätze im Interesse des Stadtbildes verschwinden. Andererseits wird durch diese getroffene Anordnung im Rahmen des Vierjahresplanes ein schnellerer Absatz der bei der Autoverwertung anfallenden Alt= und Abfallstoffe sichergestellt und verhindert, daß die für die deutsche Volkswirtschaft wichtigen Altmaterialien durch unnötig langes Lagern verrotten. Alle Betriebe und Personen, die sich gewerbsmäßia(haupt= oder nebenberuflich) mit der Zerlegung von Kraftfahrzeugen befassen, haben sich bei der eingangs genannten Fachgruppe(Fachabteilung Autoverwertungsbetriebe), Berlin SW. 68. Markgrafenstraße 87, zu melden. Bror aud Vror ht Wwriertel! Ungeheuerer Unterschied der einzelnen Brotsorten— Friedrich Wilhelm I. führte das Kommißbrot ein Srägen der Gerhsauswähr Gute Aussichten für Former- Ratschlag für Schwerter Eltern Wir halten es für notwendig, viele junge Volksgenossen und ihre Eltern auf Berufsaussichten aufmerksam zu machen, die ihnen sonst vielleicht entgangen wären. Damit glauben wir den einzelnen Menschen und der gesamten Arbeits= und Volkswirtschaft den besten Dienst zu leisten. Bei diesen Bestrebungen können wir uns wiederum auf die Arbeiten des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung stützen, die in der interessanten Reihe„Der Nachwuchsbedarf der Berufe“ veröffentlicht werden. Dort heißt es beispielsweise über den Formerberuf, daß er in den nächsten Jahren sehr aufnahmefähig ist für schulentlassene, geistig und körperlich gesunde Jungen, die Freude daran haben, unförmigen Massen Gestalt zu geben. Sie haben die Möglichkeit, sowohl die Grundelemente für Riesenmaschinen und Maschinenteile zu schaffen als auch die kleinsten und zierlichsten Gußstücke herauszustellen, die die Feinmechanik, der Automobil= und Flugzeugbau benötigen. Was gibt es nun im einzelnen in den Formereien und Gießereien für Berufsmöglichkeiten? Nach den amtlichen Feststellungen werden die einschlägigen Berufe in Former, Gießer und Schmelzer eingeteilt. Dabei ist der Formerberuf besonders vielseitig, da wir allein 54 Berufsbezeichnungen zählen können, die sich nach dem Material und dem späteren Gußstück richten. Wichtig ist noch die Unterscheidung in Handformer und Maschinenformer. In der Praxis ist es so, daß die Handformerei als Grundberuf für den Former angesehen wird, der zu den hochqualifizierten Metallarbeitern mit langjähriger Ausbildung und Erfahrung gehört. Er braucht zum Beispiel ein feines Gefühl für seine Formmasse und für den verschiedenartigen metallischen Rohstoff. Anders sieht es beim Maschinenformer aus, der kein so feines Materialgefühl benötigt und meistens zum angelernten Arbeiter gehört. In ähnlicher Weise genügt in vielen Fällen im Gießer= und Schmelzerberuf der angelernte Arbeiter, wobei die verantwortungsvollen Posten an den Oefen selbstverständlich mit gelernten Arbeitskräften besetzt werden, die Oberschmelzer oder Schmelzmeister werden können. Welche Voraussetzungen muß ein junger Mensch im allgemeinen erfüllen, wenn er Lust und Liebe zum Former= und Gießerberuf mitbringt, also Former, Schmelzer oder Gießer werden will? Zunächst müssen an den jungen Handformer hohe Anforderungen gestellt werden, er soll gut rechnen können und ein gutes Raumvorstellungsvermögen besitzen. Weiterhin sind gewisse chemische und physikalische Grundkenntnisse erwünscht, weil der künftige Former mit flüssigem Metall, Gasen und Dämpfen viel zu tun haben wird. Deshalb ist es wichtig zu betonen, daß nur begabte Jungen mit technischem Verständnis im Formerberuf vorwärts kommen werden. An charakterlichen Eigenschaften dürfen schließlich Gewissenhaftigkeit, die Fähigkeit selbständig zu arbeiten sowie persönlicher Mut nicht fehlen. In einer Lehrzeit von etwa drei Jahren soll aus dem Lehrling ein tüchtiger Former werden, der natürlich in erster Linie die Formtechnik beherrschen muß, aber auch einfache Schlosser und Tischlerarbeiten können soll. Damit ist nun die Ausbildung keineswegs abgeschlossen, sondern kann auf den Formerfachschulen fortgesetzt werden. Erfreulicherweise haben viele Betriehsführer ihren besten Former den Besuch dieser Fachschulen erleichtert, um sie später als Meister im Betriebe anzusetzen. In einigen Fällen ist es für den Former auch zweckmäßig, auf einer Maschinenbauschule weiterzulernen. Manchmal wird es dann möglich sein, dem tüchtigen Former einen Berufsweg zum Ingenieur oder sogar zum Betriebsleiter zu ebnen. Im Gießereiberuf gibt es vor allem drei Gruppen: Eisengießer, Stahlgießer und Metallgießer. Soweit die Arbeit des Formens und Gießens nicht im Doppelberuf vom gleichen Arbeitskameraden geleistet wird, braucht der angelernte Gießer etwa drei bis sieben Monate zur Beherrschung seines Arbeitsgebietes. Neben einer körperlichen Beweglichkeit werden im Gießereiberuf große Körperkräfte verlangt, sodaß er„Beruf der starken Männer“ genannt wird. Auch für die Gießer gibt es einige Fachschulen, auf denen nach einem Lehrgang das Meisterexamen gemacht werden kann. Dann bieten sich Arbeits= und Aufstiegsmöglichkeiten als Vorarbeiter, Schmelz=, Gieß= oder Werkmeister. Aus den genauen Statistiken, die über den Nachwuchsbedarf der einzelnen Berufe berechnet werden, geht hervor, daß im Former= und Gießerhandwerk mehr Lehr= und Anlernstellen vorhanden sind, als Lehrlinge. Diese günstige Lage für die jungen Menschen und Eltern wird noch schätzungsweise bis 1941 anhalten, weil bis zu dieser Zeit der Fehlbedarf aus den Krisenjahren gedeckt werden muß. Von diesem Jahre an beginnt der„normale" Nachwuchsbedarf, sodaß besonders bei den Formern für lange Zeit sehr gute Berufsaussichten bestehen. Keine„Autoschlachthöfe“ mehr Der Reichswirtschaftsminister hat mit Erlaß vom 12. Juli 1938 den Leiter der Fachgruppe Alt= und Abfallstoffe der Wirtschaftsgruppe Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel ermächtigt, eine Anordnung zu erlassen, nach welcher alle Betriebe und Personen, die sich gewerbsmäßig mit der Zerlegung von Kraftfahrzeugen befassen, in ihre Geschäftsbezeichnung die Ausdrücke„Autoverwerter",„Autoverwertung", oder„Autoverwertungsbetrieb" bis spätestens 31. Dezember 1938 aufzunehmen haben. Die Verwendung anderer Ausdrücke, wie„Autoschlachthof“ oder„Autofriedhof", ist nach dem 31. Dezember 1938 nicht mehr zulässig. Darüber hinaus müssen die zur Zerlegung angekauften Kraftfahrzeuge innerhalb einer Frist von drei Monaten— gerechnet vom Zeitpunkt des Ankaufes— zerlegt und die hierbei „Hilde, spring' doch schnell zum Bäcker'rum und hol' noch ein halbes Brot!“ Und dann stehen die Hilde oder der Heinz im Bäckerladen und verlangen ein halbes Brot — eben Bäckerbrot, denn Brot ist ja Brot, nur daß es vielleicht bei dem einen Bäcker etwas anders schmeckt als bei dem andern. Dieser Vorgang wiederholt sich fast täglich in jeder der rund 17 Millionen Haushaltungen Deutschlands. Vielleicht holt die Mutter auch selbst das Brot, in sehr vielen Fällen sind es jedoch die Kinder, die auf diesen Gang geschickt werden, weil ja hier nichts falsch zu machen ist. Brot ist Brot, so meinen die meisten Frauen— und wollen nicht glauben, daß gerade hier sehr viel gesündigt wird, was sich hinterher in manniafaltigen Formen bemerkbar macht. Und dabei besteht zwischen den zahlreichen Brotsorten, die der Bäcker anbieten kann, oft ein ungeheurer Unterschied, sodaß es sich schon lohnen würde, wenn die Hausfrau bei der Auswahl des Brotes die gleiche Sorafalt walten lassen würde wie bei der Zusammenstellung des wöchentlichen Küchenzettel. Wenn wir diese Behauptung näher beweisen wollen, dann müssen wir schon einmal etwas weiter ausholen. Das Getreidekorn, aus dem ja Mehl und Brot hergestellt werden, enthält vor allem Eiweißstoffe, Fett, Mineralien, Zellulose und andere wertvolle Stoffe, die der menschliche Körper für den Aufbau braucht. Und alle diese Stoffe sitzen— wie bei den meisten Fruchtarten— fast alle dicht unter der Schale, während das Innere des Getreidekorns aus einem für die menschliche Ernährung mehr oder weniger wertlosen Mehlkern besteht. Bei der Vermahlung des Korns wird nun die Schale entfernt, sodaß bei„besonders feinen", d. h. weißen Mehlen fast nur der weiße Mehlkern übrigbleibt, was z. B. auf die Weizenmehl=Type 502 zutrifft(die allerdings beim Backen einen besonders feinen Kuchen gab). Die„höhere Ausmahlung" besteht nur darin, daß mehr Schalenbestandteile in das Mehl hineingenommen wermen werden, die in ihrer Gesamtbezeichnung als „Kleie“ für die Ernährung so unersetzlich wichtig sind. Wenn wir einmal annehmen, daß wir nur Weizenfeinbrot essen würden, dann würden wir also ein Brot essen, welches uns zwar den Magen füllt, das der Körper aber als unbrauchbar wieder abgibt. Umgekehrt würde der Körper— wenn wir nur Vollkornbrot essen— alle die zahlreichen wichtigen Aufbaustoffe erhalten, die im Getreidekorn dicht unter der Schale sitzen. Man stelle sich nur einmal vor, daß schon bei dem gewöhnlichen". Bäckerbrot 40% der Eiweißstoffe, 60% des Fettes, 86%/0 der Zellulose, ferner 67% der Mineralstoffe durch die„Kleie" ausgeschieden worden sind, also den Körper entzogen werden. Zum Ausgleich für diesen— für uns ja nicht bemerkbaren— Verlust an Aufbaustoffen müssen wir mehr Gemüse und andere vitaminhaltige Kost zu uns nehmen, was naturgemäß den Haushaltsetat der Hausfrau nicht unerheblich belastet. Wenn an sich dies schon eine einfache Rechenaufgabe für alle die Hausfrauen ist, die mit dem Pfennia rechnen müssen— und wer müßte das nicht?—, so haben wir hier doch noch ein schönes Beispiel an unserer Wehrmacht und ihrem Kommißbrot. Eingeführt wurde das Kommißbrot vor nunmehr über 200 Jahren von dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm l., in dessen Armee auch ein„gewisser“ Steuben diente, der einige Jahrzehnte später als der General Steuben im Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten von Nordamerika gegen Englang die amerikanischen Truppen kommandierte. Seine Soldaten erhielten damals ein wundervolles Weißbrot aus dem guten amerikanischen Weizen, trotzdem ging ihr Gesundheitszustand und damit ihre Schlagkraft ständig zurück. Dies wurde erst anders, als aus Preußen das von General Steuben angeforderte Rezept für Kommißbrot angekommen war. Man kann heute mit Fug und Recht behaupten, daß das preußische Kommißbrot den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg hat gewinnen helfen. Es ist aber bezeichnend für die deutsche Einstellung, daß man heute ein Gesundheitsbrot unter dem Namen„Graham=Brot“ kaufen kann, welches besonders für Diätzwecke verschrieben wird und doch nichts anderes darstellt als ein nach dem alten preußischen Rezept hergestelltes Vollkornbrot aus Weizen. Und erst kürzlich ist von Seiten der Heeresverwaltung erklärt worden, daß immer noch das gute alte Kommißbrot die Grundlage der soldattschen Ernährung darstelle. So stehen die Dinge um unser tägliches Brot. Und dadurch, daß wir viel Kuchen, Brötchen und ein möglichst helles Brot essen wollen, entziehen wir uns selber täglich und stündlich wertvolle Nährstoffe. Und wir büßen das mit so unendlich vielen Zahnkranken(wie oft haben wir uns schon über die guten Zähne von alten Leuten gewundert?), ja— mit einer größeren Anfälligkeit für Krankheiten überhaupt. Die Musterungsoffiziere der Wehrmacht können hiervon ein besonderes Liedchen singen, denn sie sehen ja bei den Musterungen, wie der tatsächliche Gesundheitszustand unserer Jugend ist. Und wie bedenklich diese Entwicklung ist, sehen wir u. a. daran, daß nicht nur der Weizenmehlverbrauch in der letzten Zeit weitaus stärker angestiegen ist als der Roggenmehlverbrauch, sondern auch daran, daß wir von Jahr zu Jahr mehr Fein= und Mischbrot gegessen haben als das eigentlich gesündere Vollkornbrot bzw. Schwarzbrot. Das soll jedoch nun nicht so verstanden sein, daß wir sofort ab morgen nur noch Vollkornbrot oder Schwarzbrot essen. Der Magen würde das gar nicht einmal sofort bewältigen können — aber wenn wir öfter einmal auch ein Schwarzbrot kaufen, dann ist nicht nur uns und unserem Wirtschaftsgeld, sondern auch der Gesamtheit damit gedient. Herst Antfulle Verhaten? Leichtsinn raubt Menschen 7 Appell an alle Volksgenossen Wasser auf Carbid: Ein Heizer hatte im Kesselraum seines Dampfers Carbidlampen in Ordnung gebracht und schüttete den abfallenden Carbidstaub in den Aschentrog. Dann wusch er sich die Hände und goß das Waschwasser ebenfalls in den Trog. Sofort entzündeten sich die entstehenden Gase. Der Heizer mußte seine Unvorsichtigkeit mit umfangreichen Verbrennungen an Gesicht und Händen büßen. Petroleumkanne explodiert: Ein Matrose übergoß beim Feuermachen das Holz mit Petroleum und stellte die noch etwa 2 Liter enthaltene Kanne in der Nähe des Ofens auf einen Schemel. Beim Feuermachen schlug aus dem Ofen eine Stichflamme hervor, durch die die Hin 4K vesenealle Petroleumkanne zum Explodieren gebracht wurde. Der Matrose stand im Augenblick in Flammen und sprang, um sich zu retten, über Bord. Er erlitt Verbrennungen an beiden Händen und Armen und im Gesicht. Die Leiter rutschte aus: Zum Einsetzen eines Scherstockes hatten zwei Matrosen Leitern gegen das feste Herft ihres Kahnes gelehnt, um den Scherstock sicher in seinen Auflage lagern zu können. Gegen Abrutschen auf dem Holzboden des Schiffsraums waren die Leitern durch Eisenspitzen gesichert, dagegen hatten sie an den oberen Enden an dem schräg verlaufenden Deck des Herftes keinen festen Halt. Die eine Leiter rutschte ab, der Matrose stürzte rücklings in den Raum und erlitt einen tödlichen Schädelbruch. Der unbeachtete Holzsplitter: Ein Stauereiarbeiter verletzte sich am linken Zeigefinger durch einen Holzsplitter. Der unerheblichen Wunde wurde wieder einmal keine Bedeutung beigelegt. Erst als Finger und Arm anschwollen, suchte der Verletzte einen Arzt auf, der ihn sofort einem Krankenhaus überwies. Schon bei der Aufnahme wurde eine allgemeine Blutvergiftung des ganzen Körpers festgestellt, an dessen Folgen der Verletzte starb. Amt Westhofen Mütterberatung des Kreisgesundheitsamtes. Die nächste Sprechstunde findet am Donnerstag. dem 22. September, in Geisecke um 14,30 Uhr im Gemeindehaus und um 16 Uhr in Lichtendorf. Wirtschaft Wiemhoff, statt. Sie wird von Herrn Kreismedizinalrat Dr. Noeldechen abgehalten. der SD! Druck u. Verlag Hans Linner vorm. Carl Braus. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Hermann Kresfe, Schwerte(Ruhr). Verantwortlich für den gesamten Texteil: Hermann Kresse Schwerte(Ruhr). Für den Anzeigenteil: Han in uiste 11 gültig. D.=A. Vrul a 8: 1553. „Immer noch Lunghase?“ Er lachte wieder, in verfinsterte sich sein Gesicht:„Aber Sie havielleicht recht, man kann ja hier auf alles aßt sein. Draußen am Kloster liegt ein kleines Gasthaus, so eine Art Waldschenke, ich sah es im Vorübergehen! Wollen Sie mich da erwanten?“ Sie besann sich:„Ja, ich weiß schon, die alte Försterei, ist auch noch in einen Teil der Ruine hineingebaut, im Sommer gehen die Heiligenfelder hin, Kaffee trinken. Nun, jetzt wird keiner da sein.“ „Nein, jetzt bestimmt nicht, aber heute nachmittag kommen sie. Möricke hat mir erzählt, die ganze Klique kommt zum Zusehen.“ „Ach!“—— Er fühlte, wie sie zusammenzuckte, nahm ihre Hand und preßte sie:„Lassen Sie sie kommen, Liska. Ich wollte eigentlich absperren lassen, hatte im Rathaus dementsprechende Winke gegeben, ich werde es abbestellen, alle sollen sie kommen, möglichst viel und möglichst dicht heran und dann— sollen sie ihre Antwort haben, für das, was heute morgen geschah!“ „Ach, Professor! Sie mit hinein in diesen Klatsch— nein——“ „Sie sollen ihre Antwort haben,“ wiederholte der Mann.„Ich selbst werde sie ihnen geben.“ Seine Stimme klang hart. * Klaus Eschwege war vom Rathaus nicht heimgegangen. Er hatte nur ein Gefühl noch: Fort von allen Menschen, niemanden sehen oder hören jetzt. on die Wälder war er gelaufen, wie so oft schon, wenn es innerlich etwas zu überwinden galt, wohin er schritt, er wußte es selber kaum. Das war das Ende. Jetzt blieb nur noch eins: Gehen. Irgendwohin, in die Freiheit draußen. Was er sich unter dieser Freiheit dachte, war ihm im Augenblick selbst nicht klar. Erst allmählich kam eine Art Ruhe über ihn. Er schritt langsamer aus. Seine Gedanken gingen in stilleren Bal) Frecheit!— Er tachte hart auf. Leicht gesagt! Was heißt Freiheit? Alles hinwerfen, Amt und Arbeit und Haus und Frau und Kinder. Fortlaufen, wohin und für was? Stand da noch irgendwo ein Ziel, irgend etwas, für das es sich lohnte, ein Leben einzusetzen und Leben zu opfern? Er wußte im Augenblick, daß es Leben opfern hieß, wenn er fortging, daß die Frau nicht darüber fortkommen würde, niemals!—— Und dann die Kinder—— der Junge, der schon immer mit so fremden suchenden Augen zwischen Vater und Mutter gesessen in der letzten Zeit, sein Junge, der Lutz, sein Stolz und seine Freude! Von dem fortlaufen? Er setzte sich auf einen Stein am Wege, preßte die Hände zwischen die Knie und starrte vor sich hin. Zurück also, jawohl, zurück! Vielleicht war's auch,not, um—— der—— der anderen willen, um Liska Holls willen, damit sie nicht noch weiter mit Schmutz nach ihr werfen konnten, damit sie sahen, daß sie schuldlos war. Damit es Grete sah. Und wenn sie es sah, was dann? Er lachte bitter auf. Gab es ein Zurück? Aeußerlich vielleicht, aber auch innerlich— zur Seele? Nein! schrie es in ihm auf, zu einer Frau, die das getan—— nein! Er stand auf und ging langsam weiter. Es war wohl doch an der Zeit, an seine Pflicht zu denken. Schließlich hatte man noch immer sein Amt, hatte die Stadt zu vertreten bei der großen Sache, die heute vor sich ging, die dieser armen kleinen Stadt vielleicht eine Zukunft erschloß, die Zukunft, von der er einmal geträumt mit einem jungen Mädel, die er an seiner Seite hatte bauen wollen. Er zog die Uhr— schon bald zwei—— da hieß es sich beeilen, bald fingen sie im Kloster an zu graben. Wo war er überhaupt? Er musterte die Gegend, irgendwo lag doch hier herum die Ruine? Ja, richtig, die breite Schneise hier herunter und dann um den Felsen nach links. Ging man erst noch einmal heim? Nein, dazu war es zu spät. Ueberhaupt! Als ob er noch ein Heim hätte! Langsam und müde begann er bergab zu steigen. Irgendetwas in mir ist tot—— dachte er—— heute bin ich alt geworden! Und bin noch nicht einmal vierzig Jahre. Dann blieb er plötzlich stehen, ein erstickter Laut rang sich über seine Lippen, seine Augen wurden groß und starr und sahen in ein anderes ebenso starres Augenpaar: er stand Liska Holl gegenüber. Ein paar Minuten schwiegen sie beide, dann glitt ein hartes Lächeln über des Mädchens Gesicht:„Merkwürdiges Zusammentreffen! Haben wir uns dazu vielleicht verabredet, Herr Bürgermeister?“ „Ach, Liska, Sie können lachen! Vielleicht ist es noch das beste, daß man lacht!“ „Ja, ich kann lachen! Kann ich's noch?“ Sie schrie auf, sank auf der kleinen Bank zusammen, auf der sie gesessen, und schlug die Hände vor's Gesicht. Er stand vor ihr und sah auf sie nieder, in seinem Herzen wallte es heiß empor. Aber nein, es durfte nicht sein. Er sagte langsam und müde: „Es war nicht meine Schuld, Lie.“ Als könnte es nicht anders sein, gebrauchte er den alten Namen.„Könnte ich es wieder gut machen, ich würde es tun. Aber eins— wenn es dir eine Genugtuung gibt,— es ist alles aus.“ „Was ist aus?“ Sie ließ die Hände sinken und sah zu ihm empor. Er antwortete nicht gleich, dann sagte er leise: „Daß ich bei ihr bleibe, du wirst es verstehen, es sind ja die Kinder da, nicht wahr? Lutz, der Junge, mein Junge“— wieder strahlte sein Auge auf—„ich muß bei ihm bleiben, damit auch bei — ihr. Aber innerlich ist alles entzwei!“ Ein dumpfes Stöhnen rang sich über seine Lippen. Da legte sie leise ihre Hand auf die seine:„Es wird wieder ganz werden, es muß wieder ganz werden!“ Er zuckte die Achseln:„Ich weiß nicht, wie.“ Sie sagte fest:„Und es wird sich doch ein Weg auftun, schneller vielleicht und leichter, als wir heute denken. Was war denn der Grund des Ganzen? Liebe doch nur, Liebe, die fürchtet zu verlieren, Liebe zu dir.“ „Das sagst du, Lie? Das kannst du sagen, nach dem, was sie dir angetan?“ „Und warum wurde es mir angetan?“ Sie sah ihn fest an mit großen klaren Augen:„Wirklich ganz ohne deine Schuld? Ach, ich weiß, daß wir Frauen hellsehend werden, wenn wir für unsere Liebe fürchten müssen, und Klatsch und Tratsch war da, und nun liegt daheim eine kranke Frau, und der Mann“— sie brach ab. „Sprich nur aus!“. Er fiel rasch ein:„Der Mann läuft in den Hessischen Hof, um seine Jugendliebe wiederzusehen, die einzige Liebe seines Lebens, denn daß du es warst und bist und bleiben wirst, das weiß ich heute auch.“ „Klaus, das ist ja gar nicht wahr! Nein, laß“— sie wehrte ab, als er auffahren wollte—„Es ist ganz bestimmt nicht wahr. Du hast sehr gut gelebt mit deiner Frau und auch mit deinen Kindern. Du wirst es wieder tun.„Einzige Liebe“, ich habe es auch mal gedacht und habe es doch überwunden,— lange schon.“ „Weil ein anderer—— weil dieser?“ „Bitte, kein Wort mehr!“ Fremd und kalt klangen ihre Worte. Aber dann, mit demselben fernverlorenen Blick sprach sie weiter:„Ja, ich habe dich einmal geliebt, Klaus Eschwege. Sie machte mit der Hand eine Bewegung in die Runde:„Hier hat es einmal angefangen, so mag es denn hier auch zu Ende gehen. Ich habe geglaubt, ich müßte sterben, als du hingingst und die andere nahmst. Ich bin nicht gestorben. Ich fand meine Arbeit, war glücklich darin und stolz und froh, wie Du es in der deinen auch gewesen bist.“ „Bis ich dich wiederfand und— sah, was ich verloren!“ Er griff nach ihrer Hand, und wieder lohte in seinen Augen alle Leidenschaft empor. Aber sie schob ihn zurück und sagte:„Lassen wir das, aus ist aus, Klaus Eschwege, und jetzt erst recht, gerade weil sie deine Kinder hat.“ Und dann in einen völlig neuen Ton verfallend:„Jetzt liegt anderes vor, denke ich! Denn andere Träume unserer Jugend wollen Wahrheit werden, vielleicht noch Stunden, und wir haben ihn wieder, den verlorenen Quell.“ „Und wenn wir ihn wieder haben?“ Er zuckte die Achseln.„Was ist schon dran? Was dann?“ „Dann——“ und nun stand sie vor ihm und legte beide Hände auf seine Schultern. Ihre Augen sahen groß und strahlend in die seinen. „Dann wird Klaus Eschwege das Werk fortsetzen, an dem der verrückte Apotheker zugrunde ging, und wird seine Stadt zu einer Zukunft führen, und wird darüber vergessen, was sich ihm heute entgegenstellte. Klaus——“ sie rüttelte ihn— „er springt ja nicht nur im Erdengrunde, der Helleborn, es trägt ihn jeder tief im eigenen Herzen, und wenn er auch vergraben liegt in Eigensucht und Herzenshärte und Alltäglichkeit, man muß nur zu ihm wollen, und er springt, der helle, der heilende, der heilige Born—“. „Bloß meiner niemals mehr!“ „Der deine auch,“ sie sprach es fest und bestimmt. Er antwortete nicht. Wieder blieb es eine Weile still zwischen ihnen, dann sagte sie:„Es hat alles so kommen sollen, wie es kam, Klaus, ich weiß es längst, es mußte sein.“ „Aber—— das letzte heute— das mußte nicht sein, das war eine——“ Sie ließ ihn nicht ausreden:„Nichts war es, nichts als der Groll einer Frau, die liebt und die für ihre Liebe zittert. Sie hat mir zurückgegeben in ihrem Herzen, was ich ihr einst vor Jahren zuerst gab. Sie wird überwinden, wie ich überwunden habe. Geh zu ihr, Klaus Eschwege, du wirst auch diesen Weg noch finden, auch hier den Weg zu der verlorenen Quelle.“ „Dann müßte etwas ganz besonderes geschehen,“ er sah finster drein. „Es wird geschehen,“ sagte Liska Holl.„Vielleicht schneller, als wir alle denken.“ Da nahm er ihre Hand und küßte sie, und wortlos gingen sie auseinander. Die kleine Waldschenke lag einsam und still. Liska sah sich suchend nach einem Platz um, als lauter Zuruf an ihr Ohr klang.„Fräulein Holl, hierher!“ Es war Möricke, der ihr zuwinkte. Er führte sie in eine der kleinen Gaststuben, wo schon der Frühstückstisch gedeckt war.“ „Ich habe Sie erwartet,“ sagte der Redakteur, „der Professor erzählte mir, daß Sie vorausgegangen.“ Daß er selbst schon gehört hatte, was sich am Vormittag vor dem Eschwegehaus zugetragen, und daß Werner ihn geschickt hatte, ihr über die einsame Stunde fortzuhelfen, verriet er nicht; sie fühlte aber die Fürsorge, die hier gewaltet, doch heraus und drückte leise seine Hand. „Ich habe Ihnen nämlich noch allerhand mitzuteilen,“ fuhr er fort, während sie sich niederließen.„Wissen Sie schon, daß Hauck gekommen ist, aus Frankfurt?“ „Hauck?“ Sie sah ihn verständnislos an. „Unbekannte Größe was? Nun, wenn auch für Sie, für die Wirtschaft nicht. Hauck und Brand, die große Chemische Fabrik. Wenn wir heute wirklich den alten Brunnen finden, wenn das Wasser gut ist, stellt er sich dahinter mit seinen Geldern. O, Fräulein Holl, dann wird es erst die richtige große Sache! Dann——“ seine Stimme wurde sieghaft laut——„Dann ist der verrückte Apotheker, dann ist auch seine Enkelin gerechtfertigt und gerächt. Stoßen wir darauf an, Liska Holl.“ Ihre Gläser klangen zusammen. „Und nun sehen Sie hinaus,“ sagte Möricke, und wies auf den Weg, der sich draußen von der Stadt her den Berg hinaufschlängelte,„alles schwarz, die halbe Stadt unterwegs. Sonst liegen die guten Leutchen um diese Zeit in der Sofaecke und halten Mittagsschläfchen, heute müssen sie dabei sein. Die Damen natürlich voran. Schau, da kommt ja auch der Herr Musikdirektor, will wahrscheinlich sein Gaudium haben, wenn die Sache so schief geht, wie er es prophezeit hat. Er wird sich irren.“ Sie stimmte in sein Lachen nicht mit zin, sie sah hinaus und sagte:„Und seine Tochter ist neben ihm.“ Ein leiser Schauer lief über sie hin. Sie war nicht furchtsam, aber was da herankroch, war wieder die Gemeinheit; was wollte, was plante sie? Wie aus weiter Ferne hörte sie Mörickes Stimme:„Eigentlich wollten wir alles absperren lassen, aber Professor Werner meinte dann doch: „Es muß alles ran, je mehr und je näher, desto besser.“ Scheint noch etwas Besonderes vorzuhaben, der Professor. Sehen Sie mäl, da kommen die Gymnasiasten, Lutz Eschwege natürlich voran. Der Herr Bürgermeister ist schon oben, ich sah ihn vorhin raufgehen, war heute im Rathaus ein bißchen zerfahren, scheint sich aber jetzt beruhigt zu haben, war wohl in Sorge um seine Frau. „Ja, wahrscheinlich,“ sagte Liska Holl. Sie horchte nach draußen:„War das nicht eine Hupe?“ „Selbstverständlich, der Professor kommt, er holt uns ab, machen wir uns bereit.“ Er stand auf und half ihr in das Jackett, und dann stand Will Werner auf der Schwelle:„Also auf, Liska Holl, nun ist es soweit!“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, zog er ihren Arm unter den seinen, und so, Seite an Seite, gingen sie durch die Reihen der Neugierigen den letzten Rest des Weges zur Ruine hinauf. * Groß und schweigsam lag das Kloster im Wald. Versunkene Mauern zwischen Moos und Buschwerk, Reste eines alten Kreuzganges um einen grünen verwachsenen Hof, den Totenhof von ehedem. Hier und da ein verwitterter Leichenstein an die Mauer gelehnt, in verschwommenen Linien kaum noch erkennbar die Figur eines Abtes. Nach Norden die Kirche, das Schiff nur noch in Umrissen vorhanden, der Chor aber wohlerhalten. Ein paar Seitenkapellen daneben, in der einen die Reste verblaßter Fresken, Bilder aus der Heiligengeschichte. Gestalten in den Gewändern frühesten Mittelalters. Verfallenes Mauerwerk und Geröll rundum, Pfeiler, Säulen, Kapitelle, Chorschranken. Die Studenten und die Arbeiter hatten gut vorgeschafft. Der Raum im Chor war von allem Gerümpel und Unkraut befreit. Disteln und Dornen waren gefallen, man sah den klaren Sand und allerhand Mauerwerk, das daraus hertorlugte und in der Erde verankert schien. Ein paar Treppenstufen, die in die Tiefe führten, hatte man bereits wieder freigelegt. Es war in der Tat halb Heiligenfeld gekommen, um dem großen Schauspiel zuzusehen. Ueberall drängten sich Männer und Frauen. Wie im Traum sah Liska Holl allerhand bekannte Gesichter rechts und links. Dort Käthe Rensch, die ihr lachend zuwinkte. Frau Rektor Dahse trug den Kopf sehr hoch und tuschelte mit Alma Diesebrecht. Und da, Lene Busch und ihr Vater, sie drängten sich nach vorn. Wie im Traum sah sie Hans Klaudius, der ihr die Hand entgegenstreckte, vernahm allerhand Namen von Menschen, die ihr vorgestellt wurden. Herr Hauck aus Frankfurt rechnete es sich zur besonderen Ehre an, Fräulein Holl kennenzulernen, der man doch eigentlich dies hier alles verdanke. Dann war Klaus Es wege da, sehr ruhig, sehr gefaßt, ganz und gar k.r Herr Bürgermeister, der einen berühmten Gast nach Brauch und Herkommen begrüßt und in wohlgesetzter Rede hinweist auf die Bedeutung dieses Tages, die Bedeutung, die er vielleicht für die Zukunft der Stadt haben würde. Mit einem Male war auch Herr Busch da, sehe würdevoll und selbstbewußt, und bat, Herrn Professor begrüßen, seine Tochter vorstellen und auch noch ein paar Worte zur Sache sagen zu dürfen. Er hätte sich ja schon sehr eingehend damit beschäftigt. Daß er all das sagte, ohne daß er oder daß seine Tochter die Frau an Will Werners Seite auch nur mit einem Blick beachteten, ließ diese Frau über sich hingehen, auch wie im Traum. Aber mitten in dies Träumen hinein hörte sie plötzlich Will Werners hellklingende Stimme: „Sehr liebenswürdig, Herc Musikdirektor, aber vorher erlauben Sie wohl, daß ich Ihnen und Ihrem Fräulein Tochter und allen Gästen hier,“ er wandte sich in die Runde,„eine Sache bekannt mache, die mir sehr am Herzen liegt. Meine Herrschaften“— er erhob seine Stimme—„ich möchte das gerade hier an dieser Stelle tun, und Sie werden empfinden, warum. Ich möchte Ihnen meine treue Arbeitskameradin, möchte Ihnen fräulein Liska Holl hiermit vorstellen als meine raut.“ Und zugleich war ein Flüstern an ihrem Ohr: „Keine Widerrede jetzt, es ist meine Antwort, spielen Sie Ihre Rolle.“ Sie spielte sie gut, sie ließ sich gratulieren und beglückwünschen, sogar von Anna Dahse und Frau Giesebrecht. Sie hörte Klaus Eschweges leises:„Also doch!“ und fühlte zugleich auch, daß sein„Alles Gute“ vielleicht mit das aufrichtigste war, was in diesem Augenblick gesagt wurde. Sie nahm sogar Lene Buschs Hand, als diese mit einem süßen Lächeln meinte:„Aber das hat sich doch kein Mensch denken können! Davon hat ja niemand etwas gewußt.“ Sie dachte nur: Wenn du ahntest, wie wenig ich selber davon wußte. Und dann klang wieder Will Werners helle Stimme:„Aber nun, meine Herren, an die Arbeit, liebe Liska, da sind deine Apparate" Er trat auf eine erhöhte Stelle im Kirchenschiff und hieß die Versammlung sich im Umkreis aufstellen:„Ehe wir beginnen, noch einen kurzen Ueberblick.“—— Wie am Abend vorher im „Hessischen Hof“ dem kleinen Kreise, malte er jetzt dem großen noch einmal die Gestalt des alten Klosters und das Leben darin. Man schritt die Ruine ab. Wie unter eines Zauberers Hand erstand unter Will Werners Worten längst verschollenes Leben neu. Das Refektorium der Mönche, der Speisesaal, noch standen die Umfassungsmauern, noch sah man die Wölbung, die ein einziger Pfeiler trug. Auf erhöhtem Sitz hatte der Abt seinen Platz gehabt, während das Mahl verzehrt wurde in tiefstem Schweigen. Die schmalen Fenster deren Spuren man dort noch sah, hatten zum Schlafraum gehört, dem Dormitorium. Was für Träume waren dahinter geträumt worden! Der Küchenraum: noch sah man den riesigen Kamin, in dem das offene Herdfeuer geglüht, und hier das Haus für die Laienbrüder, für des Klosters Gäste, für die, die gekommen waren, vom Helleborn zu trinken, in seinen Wassern zu baden. „Denn es muß auch ein Badehaus hier gewesen sein,“ erklang Will Werners Stimme:„Ich nehme an, daß das Wasser aus der Krypta hinausgeleitet wurde in den Garten, und in der heute ausgetrockneten Steinrinne bergab ging. Die Försterei, in der wir heute waren, hat wohl als Baderaum gedient. Darum— suchen wir die Krypta, suchen wir den verlorenen Quell!“ Sie kehrten zur Kirchenruine zurück. Ein Kreis wurde gezogen, auf dem Mauerwerk rundum gruppierten sich die Zuschauer, Lutz Eschwege stand neben seinem Vater in der vordersten Reihe. Und Klaus Eschwege hielt seine Hand und dachte: Er ist mein, und daß er mein ist und mein bleibt, und daß ich seine Hand halten kann ohne Reue und Gewissensbisse, ich danke es ihr. Ein warmer Blick flog hinüber zu dem Mädchen, das mit gespannter Aufmerksamkeit der Arbeit der Gräber folgte. Hochauf flogen die Sandschollen. Da, ein Schrei aus allen Kehlen. Pfeiler, dick und ungefüge, gradlinig die einen, zu Säulenbündeln geschlossen die anderen, stiegen empor aus dem Sand, die Pfeiler der alten Krypta. Immer tiefer schürfte der Spaten. Aus jahrhundertelang verschüttetem Grund wuchs die älteste Zelle des Klosters heraus, schon sah man ihre Mauern, aus Feldstein geschichtet und fest gefügt. „Vorsicht!“ sagte der Professor, und langsam und bedächtig hob man Sandschicht auf-Sandschicht empor. Mauerwerk wuchs, eine Rundung schälte sich heraus. Ein neuer Schrei ging durch die Menge:„Der Brunnen, der alte Brunnen, die Quellenfassung!“ Sie war es, ein Becken, eine Treppe, die hinunterführte, tauchten auf. Lutz, der sich vorgedrängt hatte, beugte sich weit über den Rand. Hellauf flammte sein Jungengesicht, er schrie es mit jubelnden Lippen:„Wasser— da kommt je Wasser. er fließt wieder, der Helleborn.“ (Schluß folgt.) Aue Wesie rutschiune Gernig Verwirrnaft sem Versprechen Aufhebung aller einschränkenden Bestimmungen für Roggenbrot Stiche aus Angst vor Strafe gorn(Kr. Lippstadt). Ermittlungen ergaben, der Franz Lumma, der mehrere Wochen in Anröchte bei einem Bauern im Dienst stand, ein Motorrad gestohlen hatte. Nach dem Diebstahl zigeunerte er im Kreise Lippstadt umher. Das nuv konnte alsbald sichergestellt werden, während er selbst zunächst verschollen bliev. Nunmehr aber wurde er bei einem seiner Bekannten in Berenbrock von der Polizei gefunden und verhaftet. Als der Gendarmeriebeamte zur Festnahme erschien, brachte sich Lumma mehrere Stiche in die Bauchgegend bei. Er wollte damit offenbar einer Gefängnisstrafe ausweichen, die er aber nach der Entlassung aus dem Krankenhause, in das er im Sanitätswagen nach Lippstadt eingeliefert wurde, doch wohl abbrummen muß. einer Verbrecherlaufbahn Münster. Die Große Strafkammer in Münster verurteilte den Angeklagten Wilhelm Caspers aus Ostenfelde unter Einbeziehung einer von der Strafkammer in Bielefeld gegen ihn verhängten Zuchthausstrafe von drei Jahren zu einer Gesamtzuchthausstrafe von sechs Jahren und zu zehn Jahren Ehrverlust; außerdem wurde gegen ihn die Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Damit enbete eine Verbrecherlaufbahn, die der heute 30 Jahre alte Angeklagte bereits mit 18 Jahren begann, um dann nacheinander Verbrechen am laufenden Band zu begehen. Er begann mit kleineren Straftaten, blieb dann einige Jahre, wohl unter dem günstigen Einfluß seiner vor zwei Jahren gestorvenen Frau straffrei, um dann ab 1936 weiter Verbrechen auf Verbrechen zu begehen, so daß die Bielefelder Strafkammer schon die Verhängung der Sicherungsverwahrung erwogen hatte. Caspers hat 28 Vorstrafen hinter sich. Auch jetzt hatte er sich wieder wegen Betrügereien und Diebstähle zu verantworten. Er ist ein gerissener Gauner, der es versteht, die Leute hinters Licht zu führen. So ergaunerte er sich bei einem Schneider einen Anzug, dann ein Fahrrad, behielt den Erlös aus dem ihm übertragenen Verkauf eines Kraftwagens für sich, bestahl seine Tante um Schmucksachen und Bargeld, betrog einen Jungen um eine Uhr und versuchte, das Pferd eines erkrankten Bauern, bei dem er auf Gründ einer Anzeige eine Stellung erhalten hatte, auf eigene Rechnung zu verkaufen. Zuchthaus für einen Unhold sich. Bielefeld. Vor der Jugendschutzkammer beim Bielefelder Landgericht hatte sich der 35 Jahre alte Erich Müther aus Gütersloh wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu verantwor#n. Der Angeklagte beunruhigte lange Zeit hindurch die Bevölkerung. Fast jede Woche fuhr er mit seinem Motorrade nach Bielefeld und zeigte in den Anlagen der Anstalt Bethel Frauen und Mädchen, in zwei Fällen auch Kindern, in schamverletzender Weise. Da der Angeklagte schon zweimal einschlägig vorbestraft ist, lagen bei ihm die Voraussetzungen des§ 20 a vor, wonach er als gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher anzusehen ist. Dieser Auffassung war neben dem Staatsanwalt und dem Gericht auch der medizinische Sachverständige. Die Jugendschutzkammer lehnte zwar die beantragte Anordnung der Entmannung und Sicherungsverwahrung ab, verurteilte M. aber wegen Erregung öffentlichen Aergernisses als gefährlichen Sittlichkeitsverbrecher nach§ 20 a zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Zuchthaus für Zuhälter Bielefeld. Die Bielefelder Kriminalpolizei hat in der Bekämpfung des Zuhälterunwesens in der letzten Zeit gute Erfolge erzielt und die Gerichte soreen durch Verhängung exemplarischer Strafen vafur, daß die uvten Unterweltsgestalten mehr und mehr verschwinden. Nachdem erst kürzlich mehrere Zuhälter in Bielefeld zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt worden sind, hatten sich jetzt vor der Großen Strafkammer wieder drei Personen wegen Zuhälterei zu verantworten. Der 40jährige Martin Dahlbeck aus Vlotho, der lange Zeit seinen Lebensunterhalt zum größten Teil aus dem schmutzigen Gewerbe seiner Frau bestritt, wurde zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Weiter wurde gegen ihn die Sicherungsverwahrung angeordnet.— Eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten und drei Jahre Ehrverlust wurden gegen einen anderen Zuhälter, den 29 Jahre alten Alfons Aschenbrenner aus Bielefeld, verhängt. Der 28jährige Jack Sauer aus Bielefeld erhielt wegen des gleichen Verbrechens unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis. Gegen eine Reihe weiterer Zuhälter schwebt die Voruntersuchung. Tragischer Tod eines Zugführers Dortmund. Auf der Eisenbahnstrecke Dortmund—Hörde—Aplerbeck trug sich ein bedauerlicher Unfall zu. Unweit des Bahnhofs Hörde hielt ein Güterzug und wartete auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof. Als der 60 Jahre alte Zugführer den Zug verließ und die Schienen auf dem Wege zum Fernsprecher überschreiten wollte, wurde er von der Lokomotive eines vorbeifahrenden Personenzuges erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Unglückliche trug schwere Kopf= und Rückenverletzungen davon und starb bereits auf dem Transport ins Krankenhaus. Schweres Schadenfeuer Die gesamten Erntevorräte vernichtet Bersenbrück. Im Wohnhaus eines landwirtschaftlichen Anwesens in Nortrup entstand ein Brand, der sich mit großer Geschwindigkeit ausbreitete, so daß sich die schlafenden Bewohner nur mit einem Teil ihrer Habe retten konnten. Der Stall konnte von den Feuerwehren vor den Flammen geschützt werden, während das Wohnhaus vollständig ein Raub der Flammen wurde. Die gesamten Erntevorräte wurden vernichtet. Auch fast das gesamte Inventar wurde ein Raub der Flammen. Wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt Wuppertal. Das Wuppertaler Schwurgericht verurteilte in den späten Abendstunden des Freitags den 38 Jahre alten Oswald Steinmetz, der am 2. Oktober 1934 seine Ehefrau durch ein Sprengstoffverbrechen ums Leben gebracht hatte, wegen Mordes in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Von Steinmetz wurde das Verbrechen in besonders raffinierter Weise ausgeführt. In den Badeofen seiner Wohnung hatte er einen Sprengkörper gelegt mit der Berechnung, daß der Ofen bei der Benutzung durch seine Frau explodieren und die Sprengstücke ihren Tod herbeiführen würden. Seine teuflische Absicht wurde erreicht. Der Angeklagte wollte sich der Frau entledigen, um eine neue Ehe eingehen zu können. In der Verhandlung suchte der Angeklagte zu seiner Entlastung auf die Ermordete den Verdacht der ehelichen Untreue zu lenken. Durch die Beweisaufnahme ergaben sich jedoch hierfür keinerlei Beweise. In der Urteilsbegründung kam der Vorsitzende zu der Feststellung, daß hier ein Verbrechen vorliege, das sowohl in seiner Planung als auch in seiner Ausführung einen Höhepunkt menschlicher Bestialität und Gemeinheit darstelle. Ein überaus wertvolles Menschenleben sei vernichtet worden, um dem Angeklagten, der ein Doppelleben geführt habe, den Weg zu einer zweiten Ehe zu ebnen. In den Nahefelsen verstiegen und hilflos hängen geblieben Kirn. Bei Martinstein wollten vier Berliner einen steilen Felsen an der Nahe erklettern. Sie mußten aber bald einsehen, daß das Unternehmen schwieriger war als sie glaubten. Während drei zurückkehrten, ließ sich der vierte von seinem Vorhaben nicht abbringen und kletterte weiter in die Höhe. In der Mitte des Felsens kam er jedoch nicht mehr weiter und er konnte auch nicht mehr zurück. Hilflos hing er an der Felswand und rief um Hilfe. Seine Kameraden holten aus einem nahen Ort einen Mann herbei, der mit Seilen von einer anderen Seite her den Felsen bestieg. Von oben ließ er dann ein Seil herab und so gelang es, den Mann wieder in Sicherheit zu bringen. Berlin, 17. Sept. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat in der Rede, die er auf dem Reichsparteitag vor der Deutschen Arbeitsfront gehalten hat, die Auflockerung verschiedener Anordnungen auf getreidewirtschaftlichem Gebiet, die im vergangenen Wirtschaftsjahr durch die damals bestehende Versorgungslage bedingt waren, angekündigt. In Durchführung dieses Entschlusses hat der Reichsnährstand durch die Hauptvereinigung der Deutschen Getreide= und Futtermittelwirtschaft am 16. September die erforderlichen Anordnungen erlassen. Die ausgezeichnete diesjährige Roggenernte macht es in Verbindung mit den im Vorjahr angesammelten Vorräten möglich, ein helleres Roggenmehl(Type 815) auf den Markt zu bringen. Daneben bleiben die alten Roggenmehltypen bestehen, so daß den verschiedenen Geschmacksrichtungen nach hellerem oder dunklerem Roggenbrot in vollem Umfange Rechnung getragen werden kann. Durch die geringere Ausmahlung des Roggens wird der Anfall an Kleie erheblich gesteigert, und hierdurch die Futtermittelversorgung gebessert. Beim Roggenmehl fällt ferner erstens die bisherige dreiprozentige Beimischung von Kartoffelstarkemehl fort; zweitens wird die Beimischung von Aufschlußmitteln, die auch früher schon üblich war, von 3 auf 2 Prozent ermäßigt. Da auch das Verbot, Frischbrot zu verkaufen, aufgehoben werden wird, fallen für das Roggenbrot, das stets die hauptsächlichste Brotnahrung für das deutsche Volk darstellt. alle einschränkenden Bestimmungen wieder fort. Diese Berücksichtigung der Verbraucheransprüche ist voll vertretbar, ohne daß damit gegen die vom Führer ausgesprochene Forderung, auch weiterhin sparsam mit dem Volksgut„Brotgetreide" umzugehen, verstoßen wäre. Beim Weizenmehl fällt von jetzt ab die bisherige Beimischung von 7 Prozent Maismehl fort mit der Maßgabe, daß vom 1. Oktober ab 4 Prozent Kartoffelstärkemehl beigemischt werden. Hierdurch wird die Beschaffenheit eines echten Weizengebäcks, insbesondere seine helle Farbe, nicht beeinträchtigt, aber für die Verwertung der großen Vorräte von Stärkemehl aus der letzten Rekordernte an Kartoffeln die volkswirtschaftlich notwendige Absatzmöglichkeit geschaffen. Die Brotpreise erfahren, wie von Generalfeldmarschall Göring verkündet, trotz besserer Beschaffenheit keine Aenderung. Durch eine weitere Anordnung werden die Mühlen verpflichtet, den vierten Teil ihres Getreidepflichtlagers in Form von Mehl zu unterhalten, um damit eine Entlastung der Getreidesilos zu erzielen. Die Mühlen können diese Mehlpflichtlager außerhalb der festgesetzten Vermahlungsquoten herstellen. Aus den gleichen Lagergründen werden auch die Backbetriebe verpflichtet, einen Mehlvorrat von vier Wochen zu unterhalten. eine Vorratshaltung, die bei der Mehrzahl der Betriebe von jeher üblich war. Um die durch das Mehlpflichtlager der Backbetriebe entstehende gesteigerte Nachfrage zu befriedigen, ist die Weizenvermahlungsquote im Monat September um 1 Prozent erhöht worden; der Roggenmehlmarkt ist zur Zeit so hinreichend beschickt, daß eine gleiche Maßnahme in der Roggenmüllerei nicht erforderlich ist. Srutsche Rereregeireiererne 1030 15 v. H. mehr als im Vorjahre Berlin, 18. Sept. Schon nach den ersten Meldungen der amtlichen Berichterstatter zu Anfang Juli war im alten Reichsgebiet mit einer Getreideernte(ohne Mais) von 23.43 Mill. Tonnen zu rechnen, also etwa 1,2 Mill. Tonnen mehr als im Vorjahr. Da eine Schätzung zu diesem Termin als Schätzung auf dem Halm allgemein große Schwierigkeiten bereitet, die sich infolge des Entwicklungsrückstandes des Getreides in diesem Jahre noch besonders erhöhten, und da ferner, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, das JuliWetter von entscheidender Bedeutung für die Ernte ist, wurde von einer Bekanntgabe dieser ersten begreiflicherweise noch unsicheren Schätzungen zunächst abgesehen. Infolge des ausgezeichneten Witterungsverlaufes im Juli reifte das Getreide unter ganz besonders günstigen Bedingungen aus. Demgemäß fielen die Schätzungen, die zu Anfang August von den 10 000 über das ganze Reich verteilten Berichterstattern eingingen, noch günstiger als zu Anfang Juli aus. Nach dem vom Statistischen Reichsamt in„Wirtschaft und Statistik“ Nr. 17 veröffentlichten Ergebnis der Getreidevorschätzung zu Anfang August waren 24,51 Mill. Tonnen zu erwarten. Und dabei war schon damals mit einer weiteren Erhöhung der Ernte zu rechnen, da nach allgemeiner Erfahrung bei trockenem Juliwetter die Getreideernte unterschätzt zu werden pflegt. Bis zur Augustmitte setzte sich das herrliche trockene und warme Juliwetter im gesamten Reichs„Garft Catdutey,; der Resureiführer gebiet fort. Das Getreide konnte daher beschleunigt geborgen werden, so daß mit Beginn der Schlechtwetterperiode in der zweiten Augusthälfte der größte Teil des Getreides schon eingebracht war. Lediglich in Süddeutschland, in Schlesien und im Rheinland standen zu Ende August noch etwas größere Getreidebestände auf dem Felde. In den übrigen Gebieten aber war das Brotgetreide restlos, das Sommergetreide— dessen Bergung dort allerdings auch etwas beeinträchtigt worden ist— so gut wie ganz geborgen. Den jetzt vorliegenden Schätzungen zu Anfang September liegen ausreichende Druschproben zugrunde. Sie ergaben durchweg höhere Ergebnisse als zu Anfang August angenommen worden war. Demgemäß fielen die nun weitgehend auf Druschproben beruhenden und damit schon recht zuverlässigen Septemberschätzungen der Berichterstatter allgemein noch erheblich günstiger aus als in den Vormonaten. Auf Grund der Schätzungen der Berichterstatter zu Anfang September berechnet sich nunmehr die Getreideernte(ohne Mais) im Deutschen Reich, ohne Oesterreich, auf 25,7 Millionen Tonnen; das sind etwa 1,2 Millionen Tonnen mehr als auf Grund der Erntevorschätzung zu Anfang August und sogar 2,3 Millionen Tonnen mehr als auf Grund der Meldungen zu Anfang Juli zu erwarten war. Unter Zugrundelegung der für Ende Juni ermittelten Anbauflächen und unter Einbeziehung von Körnermais, für den allerdings genaue Schätzungen der Berichterstatter noch nicht vorliegen, wären nach den zu Anfang September abgegebenen Schätzungen im Deutschen Reich(ohne Oesterreich) 25,9 Mill. Tonnen Getreide zu erZuchthaus für einen Heiratsschwindler Minden. Vor dem Dresdener Schöffengericht hatte sich der am 30. März 1897 in Minden i. W. geborene Friedrich August Röhrmann wegen Diebstahls sowie versuchten und vollendeten Rückfallbetruges zu verantworten. Der schon mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte sich durch die unglaublichsten Lügenmärchen das Vertrauen mehrerer Mädchen erschlichen und sie dann aufs schamloseste hintergangen. In den beiden ersten Fällen blieb es beim Versuch. Ein Mädchen in Köln wurde mißtrauisch, als der Angeklagte, der sich als vermögender Fuhrgeschäftsinhaber ausgegeben hatte, einen Liebesbrief dazu benutzte, um ein Darlehen zu erhalten. In Dresden scheiterte der Betrüger, als er sich bei der Wirtin einer Frau 200 RM. zu erschwindeln versuchte. Um so mehr fiel ein Mädchen auf ihn herein, das an den„Erbhofbauer“ mit großem Vermögen glaubte, sich nach einer Woche mit ihm verlobte und dem„Bräutigam“ dann mit 870 RM. aus einer„vorübergehenden Geldverlegenheit“ half. Das Mädchen wurde noch einen Photoapparat los und seine Mutter einen Brillantring, den sie dem Angeklagten zur Verlobung schenkte. Wenig später war der Angeklagte in Hannovex, wo er als„vermögender Kaufmann und Villenbesitzer“ das nächste Opfer fand. Auch diesmal versprach der Angeklagte die Ehe mit dem Erfolg, daß er bald 300 RM. als„Darlehen“ in Besitz hatte. Wieder ergaunerte er sich einen Photoapparat und außerdem einen Geldbetrag von 110 RM., den er stahl, als er eine Nacht bei den Eltern des Mädchens zu Besuch weilte. In Bad Harzburg lüftete der Angeklagte bei einer Zecherei das„Geheimnis“, daß er der russische„Fürst Suwaroff“ sei und erzählte Wunderdinge über seine Laufbahn als Kosakenführer. Diese angebliche Episode ließ ihn in der Achtung der anwesenden Tafelrunde so steigen, daß ein neues Darlehen heraussprang. Den letzten Streich vollführte der Angeklagte in Leipzig, wo er ein Mädchen zur Hergabe von 20 RM. veranlaßte. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Röhrmann zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten, 300 RM. Geldstrafe und vier Jahren Ehrverlust. falsche„Sippenforscher“ Gerissener Betrüger hinter Schloß und Riegel Koblenz. Ein verheirateter Mann aus Güls bei Koblenz machte die Bekanntschaft eines Namensvetters aus Berlin, der sich ernstlich mit der Familienforschung befaßte. Der Betrüger aus Güls täuschte nun den Sippenforscher mit allerlei wichtig erscheinenden Angaben, ließ sich von ihm mehrere Tage bewirten und pumpte ihn schließlich um einen Geldbetrag an. Dann ging er in das nächste Lokal, aß und trank gut und verschwand, ohne seine Zeche zu bezahlen. Heimlich hatte er sich in Berlin die Namen der weitverzweigten Familie notiert und reiste nun von Stadt zu Stadt, um all den„lieben Verwandten“ einen Besuch abzustatten. Fast überall wurde der „Onkel Adolf“, der nach seinen Angaben viel Zeit und Geld für die Familienforschung opferte, herzlich aufgenommen und gerne händigte man ihm in„momentaner Verlegenheit“ auf sein Verlangen kleinere Darlehen aus, die er zur Weiterfahrt zu den anderen Vettern und Basen benötigte. Das ihm leichtfertig geschenkte Vertrauen ermöglichte ihm, ein herrliches Leben zu führen. Als die Schwindelbombe platzte, liefen massenweise die Strafanzeigen ein. Ein Dutzend Hotelbesitzer hatte Anklage wegen Zechprellerei erhoben. Onkel Adolf, dem die Betrügereien seitens der Namensvettern bedauerlicherweise allzu leicht gemacht worden waren, wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. S Neue Anlernwerkstätte auf„Consolidation“ Gelsenkirchen. Durch den Umbau des alten Verwaltungsgebäudes ist auf der Schachtanlage 2/7 der Bergwerksgesellschaft„Consolidation“ eine neue Anlernwerkstätte eingerichtet worden, die zur Nachwuchsschulung bestens eingerichtet ist und in ihrer zweckmäßigen und schönen Ausgestaltung auch den Bestrebungen des Amtes „Schönheit der Arbeit“ entspricht. Demnach wird das Vorjahrsergebnis um rund 3,6 Mill. Tonnen(— 15,6 v. H.) und das Ergebnis im langjährigen Mittel um rd. 3 Mill. Tonnen übertroffen. Selbst das Ergebnis der bisher größten deutschen Getreideernte des Jahres 1933(etwa 25 Mill. Tonnen) wird um fast 1 Mill. Tonnen übertroffen. Die endgültige Feststellung der Getreideernte findet etwa Mitte Januar 1939 statt. Nach den bisherigen Erfahrungen ist mit einer weiteren Berichtigung nach oben zu rechnen, so daß die endgültige Getreideernte im alten Reichsgebiet eher noch über 26 Millionen Tonnen hinausgehen dürfte. Auch für Oesterreich, dessen Berichterstattung noch etwas von der Organisation im Altreich abweicht, wird über recht gunstige Ernteaussichten berichtet. Die österreichische Getreideernte wird nach dem Stand zu Anfang August(ohne Mais. dessen Ertrag schätzungsweise mit 300 000 Tonnen angenommen werden kann) auf 1,8 Millionen Tonnen beziffert gegen 1,65 Millionen Tonnen im Jahre 1937, also 7,9 v. H. mehr. Die gesamte diesjährige Getreideernte im Reich einschließlich Oesterreich(mit Mais) kann demnach auf rund 28 Millionen Tonnen beziffert werden. das ist 3.8 Millionen Tonnen(plus 15,1 v. H.) mehr als im gleichen Gebiet im Vorjahre. Unter Einschluß der am Ende des Wirtschaftsjahres vorhandenen Uebergangsmengen in Höhe von mindestens 3 Millionen Tonnen stehen im Wirtschaftsjahr 1938/39 allein aus der heimischen Getreideernte 31 Millionen Tonnen zur Verfügung. In dieser Zahl sind die schwimmenden und rollenden Mengen nicht enthalten; ferner fehlen die Vorräte der behelfsmäßigen und sonstigen durch die laufende amtliche Erhebung nicht erfaßten Lagerräume. Die Vorräte sind somit tatsächlich noch höher, als sie in der amtlichen Statistik ausgewiesen werden. Nimmt man im Deutschen Reich einschließlich Oesterreich einen durchschnittlichen Getreidebedarf einschließlich Aussaat und Schwund von 25 bis 26 Millionen Tonnen an, so reicht die diesjährige heimische Ernte— ohne Berücksichtigung schon getätigter und zukünftiger Einfuhren— nicht nur aus, um den Bedarf der gesamten Bevölkerung und der Tierbestände zu decken, sondern es werden sich darüber hinaus die Vorräte am Ende des Wirtschaftsjahres 1939/40 von etwa 3 Millienen Tonnen auf 5 bis 6 Millionen Tonnen erhöhen, sich also— wie schon gesagt ohne Berücksichtigung der Einfuhren— rund verdoppeln.