Münsterisches INTELLIGENZ-Blatt. Ulit Ihrer Churfürskl. Gnaden zu Cöllurgnädigstem Privilegio I. Citationes Edistales Doctoren Schweling, werden sämtliche Crediroren(diewelche einige Forderung an die ohnlängst verkaufte, dem hiesigen Schwerdfegern Bonefeld zuständig gewesene Behausung und arten zu haben vermeinen) zum zten und letztenmal offener Edictalweifecitiret und abgeladen, um ihre Forderungen innerhalb neun Tagen nach Publication dieses bey dem Münsterischen Stadtgerichte s geibiß zu proponiren, als sonsten nach dessen Umlauf ihnen ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle. Signatum Münster den 19. Decemb. 1765. Ex speciali Commillione D. Judicis urbici J. H. Wartendorf; Gerichtschr. Demnach ad inltintiam der gnädigen Frau. en Erbdrostinnen von Droste zu Vischering, gebohrne von Raesfeld, der Schulte Heyming, Kirspels Darfeld, Bauerschaft Hennewig, zur Dilcussion gezogen, und desfalls Citario edictalis prima erkannt als werden alle und jede Creditores, so einigeAnsprach und Forderung an des Schulten Heymings Haab und Gütern haben, oder zu haben vermeinen, hiedurch zum erstenmal offener Edictalweise auf den hten Tag nach Publication dieses, oder den ersten Gerichtstag darnach verabladet, um ihre Anforderungen vorzubringen. Signarum Coesfeld den ihten Deceniber 1763. Ad Mandarum D. Gogravil. A. Hülskötter, Actuar II. Sachen; so zu verkaufen. (Eswird hiemit bekannt gemacht, daß den 4ten künftigen Monats Januarii Vormittagsum neun Uhr, am hiesigen bey dem neuen Platz belegenen Zeughaus einiges im guten Stande befindliches Bettzeug, als 213 Stück Madratzen, 2r3 Pfühlen, rro wollene Decken, und 280 Paar Leinen Laken dem Neistbietenden gegen baare Zahlung verkaufet werden sollen. Retolutum im Geheimen Rath den 23. December 1765. C. B. Müniterman III. Verzeichniß deren Schildwirthen in denen Dörfern enborg Borchorst, Leer und Ochtrup. # Dorf Epe. Johann Bernd Dinkelborg in dem Stern. Wittib Nacke, im weißen Pferd. Anton Meinertz; in der Stadt Münster. Joh. Henr. Brefeld, im doppelten Adler. Joh. Herm. Nacke, im rothen Hirsch. Wigbolt Nienborg Wittib Wilmes, in der Krone. Joh. Henr. Loring, in der weißen Schwan. Herm. Mollmann, in den Sternen. Wittib Wibbels, im weißen Pferd. Gerd Henr. Nacke, im rothen Hirsch. Dorf Borchorst. Bernd Henr. Wessels, das weiße Pferd. Joh. Wilm Hoebing, den schwarzen Roß. Bernd Henr. Hageböcke, den doppelten Adler Joh. Herm. Grootman, das weiße PferdBernd Diderich Amersbeck, die Rose, Wittib Jeßing; den Hirsch. Wittib Lohman; die Krone. Henr. Tenboem, den Baum. Franz Eyerhof, die gekrönte Spoele. * Wigbolt Ochtrup. Joh. Franz Stroink, im rothen Hirst Joh. Herm. Schuhmacher, im Stern. Posthalter Eyling, im weißen Pferd. Wittib Johann Bernd Zurhorst aufm Wall, in der Krone. * Dorf Leer. Joh. Henr. Vißing, im weißen Pferd. Joh. Herm. Schucking, im schwarz. Adler. Caspar Probsting; in dem Stern. Vermischte Neuigkeiten Madrit, vom 19. November. Vermöge eines Königl.(Befehls, werden die Feyerlichkeiten wegen Vermählung des Prinzen von Asturien, dessen 8tes Geburtsfest am rzten in dem Escurial mit aller Pracht begangen wurde, deu rsten Decemb. ihren Anfang nehmen. Vorgestern feyerte man auch das Geburtsfest der Infantin, Herzogin von Savoyen. Rom, vom 23. Novemb. Der älteste Sohn des englischen Thronprätendenten; der Prinz Stuart, hat bey Sr. Päbstl. Heiligekeit um Erlaubniß angehalten, hieher zurückzukommen. Es ist ihm selbige auch verstattet, wovon er durch einen von seinem Bruder, dem Cardinal von York, abgesendeten Expressen, Nachricht erhalten hat. Er hat zwar auch Se. Heiligkeit ersuvon verschiedenen Orten. chet, daß die von der Apostolischen Kammer seinem Herrn Vater ausbezahlete Pension, nach dessen Ableben ihm zugestanden werden mögte; weil aber von dem letztverstorbenen Pabste selbige bereits dem Cardinal von York beygeleget worden, so haben Se. Heiligkeit ihm zur Antwort ertheilen lassen, daß er sich wegen dieses Puncts mit seinem Bruder vergleichen möge. Petersburg vom 1s. Novemb. Der Curier; welchen der Großbrittannische Minister, Ritter Macartney, neulich nach England abgefertiget hatte, um den zwischen unserm und dem Großbrittannischen Hofe geschlossenen Commerztractat dahin zu bringen, ist zurück gekommen, und hat Sr. Großbrittannischen Majestät Ratifica= tion zu bemeldetem Tractate mitgebracht. Florenz, vom23. Novemb. Auf Befehl des Großherzogs, unsers Souverains, haben alle toscanische Kriegsschiffe und andere Fahrzeuge ihre Flaggen verändert. An die bey auswärtigen Höfen residirende Ministers sind Curiere mit neuen Beglaubigungsschreiben abgefertiget, auch ihnen der Befehl ertheilet worden, Sr. Königl. Hoheit Antritt der Regierung dieses Großherzogthums, feyerlich bey gedachten Höfen bekannt zu machen. Der tripolitanische Envoye hält sich noch zu Livorno auf. Er hoffet nächstens nähere Verhaltungsbefehle wegen Erneuerung des Friedens zwischen unserm Großherzoge und dem Staate von Tripoli zu erhalten. Genua, vom 23. Novemb. Der französische Commandant, und unser Vicegerent auf Corsica, stehen mit dem Haupte der Mißvergnügten noch in Unterhandlung. Man schmeichelt sich; durch die Vermittelung des Französischen Hofes, vor das erste, wenigstens einen Waffenstillstand zu erhalten, in welcher Zeit dann an einem dauerhaften Vergleich gearbeitet werden könne. Auszug eines Schreibens aus Pohlen, vom 2. December. Einige unserer letzten Nachrichten aus Constantinopel melden, daß man in dem Ministerio der Pforte eine baldige Veränderung vermuthe. Der Großvezier habe zwar viele gute Eigenschaften und besitze die Gunst des Großsultans; aber eben dieses erwecke ihm viele Reider, von denen er beschuldiget werde, daß er von auswärtigen Mächten sich durch Geschenke, zu Gesinnungen; die der Pforte nicht anders als nachtheilig seyn kön ten, verleiten liesse. Das Ansehen seiner Gegner ist groß, daß endlich der Großsulkan für rathsam halten dürfte, ihn von Hofe zu entfernen. London, vom 3. Decemb. Nach Plymouth ist Befehl ergangen; die Ausrüstung der allda auf dem Stapelliegenden Kriegsschiffe, des Magnificent, von 74; des Boyne, von 70, und des Tritent, von 64 Canonen, dergestalt zu beschleunigen, daß diese Schiffe zu Anfange des nächstkommenDen Ju n See laufen können. Zu Chatam werden auch fünf Kriegsschifse ausgerüsiet, welche die Escadre des Admirals Burnaby in Westindien verstärken sollen. aligemein seauch fund, dochausnichtpölig esce e sces ese heghchnge en Krieg verwickelt werden mögten. Man will zugleich versichern, daß sich unser Hof in diesem Falle auf den gewissen Beystand zwoer andern Mächteverlassen könne. vom 4.Decemb. Von dem vor dem Relationsgerichte ob hwebende Processe des curla.: e i begeHerzig Ernst Johann, ist in Verfolg des bereits gemeldeten anzuführen, daß Kenzno artendesvorigenmto nats, diese Sache wieder im Gerichte zum S##ge gekommenist. Denrbten u.aösten redeten noch die Hei zogl. Sachwalter, und stelleten weiter vor, daß die Convocations= und Krönungsreichstagsconsitutionen den Herzog Ernst Johann mit Aufhebung alles dessen, was bis dahin geschehen wäre, für wahren und rechtmäßigen Herzoge kläret und bestätiget, auch enstlich anbefohlen hätten, daß alle und jede ihm huldigen u gehorsamen sollten; welches Se. jetzt alor schied n rmahnungsbefehle an die noch Ungehorsame wiederholet hätten; folglich die gegenwärtige Ankläger zlichabzuweisenund nicht eherze hören, als bis sie den Herzog Ernst Johann gehul919, andturen Gehorsam und Freuebezekhätten sondern sie wären auch, weil sie den Herzog auf einem uarechtmäßigen Landhätteg, hiehervorgeladen, undda des zogs K. gevöllig vorgenracht und ausgefüh ret worden, exemplarisch nach Verschrikt der Gesetze zu bestrafen. Hiermit endigte sich der ganze Vortrag, und die Gerichte wurden bis zum esten November ausgesetzee. kondon, vom 6. Decemb. Gestern war unter den Ministern des Königs über die Angelegenheiten der America= nischen Colonien große Conferenz. Die nach jenen Landen Handlung treibenden Kauflenteunterreden sich sehr öfters von den Mittelen, wie derselben wieder aufgeholfen werden konne; die Zuckerpflanzungen auf den Inseln nehmen gar merklich ab, so, daß der des Zuckes und Rum bald steigen wird, Bahingegen der Commißionen von den Colonien für unsere Fabriquen von Tag zu Tag weniger wverden. Der Aufstand der Negres, im Dienst der Engländer an der Honduras=Bay, ist glücklich gedämpfet, und das Holzfällen hat,daselbst wieder seinen Fortgang. Fontainebleau, vom 7. Decemb. Der Zustand des Herrn Dauphins ist seit einiger Zeit fast der nemliche. Vorgesternempfanden Se, Königl. Hoheit einige Beschwerung auf der Brust. Gestern war das Fieber gelino, und der Auswurf leicht. Die vergangene Nacht ist ziemlich ruhig gewesen, und haben Höchstbieselben sieben Stunden, zu unterbrochenen malen, geschlafen. Wien, vom7. December. Es kann dermalen mit Zuverläßigkeit gemeldet werden, daß die Vermählung Ihrer Königl. Koheit, der Erzherzogin Maria Chri= siina, gebohren den Isten May 1742, mit des Prinzen Albert von Sachsen Königl. Hoheit, gebohren den irten Julii 1738, bey dem Kaiser lKönigl. Hofe festgestellet und desfals alles wirklich berichtiger sey. Das höchste Beylager soll; wie man sagt, im künftigen Frühling vollzogen, und die VermählungsFeyerlichkeiten in dem=Meilen von hier entlegenen Kaiserl. Lusischlosse Laxenburg gehalten werden, von da alsdann die höchsten Herrschaften Sich nach Preßburg erheben, und allda residiren werden. Königsberg, vom9. Decemb. Am verwichenen Donnerstage, als den sten dieses, wurde man des Abends um z ein halb Uhr, über unserer Stadt am Himmel einer hellleuchtenden Kugel gewahr, die von Morgen ihren Lauf gerade gegen Abend nehm. Die Grösse der Kugel war ohngefähr 6 Zoll im Durchschnitt, und je mehr sie sich dem Falle näherte, je heller sie wurde, bis sie 1 endlich im Knall einer schwach geladenen Pistole, verschwand. Die ganze Erscheinung## währete nur einige Augenblicke. Niederrheinstrom, vom 9.Dec. Wann denen Nachrichten der SchweitzerZeitungen Glauben beyzumessen; so haben die Deputirten der Generalstaaten sichendlich mit dem Pfälzischen Minister, Hrn. Cornet, über einen abgefaßten Vergleichs=Entwurf vereinbaret, welchemnach die zwischen der Republik und Chur=Pfalz obwaltende Streitigkeiten, sowol in Betreff des Darlehns, als Dero Forderungen an die Seemächte zugleich beygelegt werden sollen; des Endes sind folgende Einrichtungenigetroffen worden: Es treten Ihro Churfürstl. Durchl alle Dero Forderungen an die Interessenten ab, undenstatten für die annoch überbleibende Summe 6s.von roo, welche der Banquier Tobias Boas, in 6=monatlichen Terminen abzuführen über sich genommen, dagegen bis gänzlicher Tilgung dieser Schuld, die Einkünfte von dem Marggrafthum von Berg op Zoom zum Unterpfand hat. Der preußische Minister, Herr von Thulemneyer, übergabe denen Generalstaaten ein Memorial, des Inhalts: Daß, da ein gewisser, Namens Ravens, welcher während dem letzten Succeßions=Krieg für die Völker der Republik Lieferungen gethan verstorben, und ben König, seinen Herrn, zum Erben seiner auf 300000 Fl. sich belaufenden Forderungen an die Republik, eingesetzt; so hofften Se. Majestät, Ihro Hochmögenden würden sich hierin der Genügleistung nicht entziehen wollen, sondern vielmehr dieses Geschäfte berichtigen. London, vom ro.Decemb. Gestern geschahe hieselbst das Unglück, daß an dem Orte des letzten Brandes eine Mauer einstürzte, 8 Personen erschlug, und mehrere beschädigte. NB. Wegen einfallen H. H. Feyertägen werden künftigen Freytag keine Intell. Blätter ausgegeben werden.