Münsterisches INTELLIGENZ-Blatt. Churfürstl. Guaden zu Cöllu gnädigstem Privilegig I. Citationes Edistales Henessten Novembris a. c. Morgen um 9. X uhr, soll zu Beckum auf der Gerichtsstuben der Wittwe Dietrichsen Beckmanns kaufet werden. Diejenige so dazukust auch erwa darauf Anspruch haben; werden also hiemit verabladet, auf besiimmten Tag, Zeit und Ort des Endes zu erscheinen. Signatum Beckum den 19. Rovember 1765. Ad Mandarum 19. Judicis Pituls Gograben licke Schuldgläubigere, so etwa Ansprach haben, hiemit zum dritten= und letztenmal enictaliter auf den hten Tag nach Publication dieses um am Gogericht Meest gewönlichermaßen zu erscheinen und ihre Probaroria alsdann zu produciren, lub pcena perpetui lilentrverabladet. Signatum den 20. November 70 Ad Decretum D. Gogravii sütbscripfit F. J. Trost, fubltit. Gerichtschr. Altis Befehl Eines Hochwürdigen Domca* pituls Gograven in Meest, werden sämtliche Schuldgläubigere, so etwa Ansprach und Forderung wider Discutlos Ehelenten Heilers, auch PPhilippen Wüllenkölten, Dorfs und relpectivé Kirspels Greven, und derenselben Gütern haben, hiemit zum zweytenmal eckictaliter auf denhten Tag nach Pahli cation dieses um am Gogericht Meest gewön= fegern Bonefeld dahier zuständig gewesene lichermaßen zu erscheinen und ihre Probaro= Behausung und Garten zu haben vermeinen) ria alsdan zu procuciren verabladet. Signat. hiemit zum erstenmal offener Edictalweise ciden 20. Novemb. 1765. tiret und abgeladen, um ihre Forderungen Ad Decretum D. Gogravi fubfcripfit innerhalb 9 Tagen nach Verkündigung dieF. J. Trost: lubitir. Gerichtschr. ses bey diesem Hochfürstlichen Münsterischen Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Stadtgericht gehörig zu proponiren. Signa* Herrn Stadtsrichtern, Hofrathen,Doc= ium Münster den 22. November 7765. teren Schweling, werden sämtliche Credico- Extpeciali Commillione D. suchicts arbici res(diewelche einige Forderung an die ohn J. H. Wattendorf, Gerichtschr. längst verkaufte, denen Eheleuten Schwerdt II. Sachen, so zu verkaufen. (Fswird hiemit bekannt gemacht, daß heute * Nachmittag, als den 26sten dieses Mo= Zweyunter einem Dach stehende zwischen nats, um 2 Uhr in der Amtmanney des klos# der Wittiben Nägels und Schneideramtspiralisad S. Magdalenam das auf St Mau, verwannten Clute Behausungen auf der ritzstraße zwischen Kramer und Beckeramts= Frauenstraße belegene, dem Vicario Wenning verwandten Lagemans und Tophofs Häu, zuständige Häuser nebst Gehöfde, sollen den sern belegenes Haus(so jetzo vom Tuchsche= ersten dieses Monats, Nachmittagsum 2 rer Berning bewohnet wird) dem Meistbie= Uhr, aus freyer Hand dem Meist= und Letzttenden verkaufen werden soll, die zur Ankau= bietenden verkaufet werden, diejenige, so zu fung Lusi und Mittel haben belieben sich auf Ankaufung dieser Lust und Mittel haben, könbestimmte Zeit einfinden zu lassen. Den 26. nen sich in bemeldten Häusern auf der bestimNovember 1765. ten Zeit und Stunde beliebigst einfinden. W. A. Schmeddinck, Amtmann III. Personen, so ihre Dienste antragen. (inin seiner Kunst wohlerfahrner Gärtner, einer Herrschaft anzukommen. Das Intelli# welcher einige Jahren in Holland in Con=, genz=Comtoir giebt hievon die weitere Nachdition gestanden nunmehro aber dahier an= richt. kommen und ausser Condition ist, sucht bey Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Constantinopel vom 4 Oct. Annapolis, vom r2. Septemb. Manschätzet den Verlust, welchen die Ot= Der Oberster John Baylis, ist vor kurzem tomannischePfortebereits in dem Kriege mit in einem Duel geblieben. Erwardgleich ben den Georgianern gelitten hat, auf 6ocoo. dem ersten Schusse in die Lenden getroffen, Mann. Verschiedene Corps von Truppen, und starb; Stunden darauf. BeydeGegner haben vom Divan Ordre, durch Kleinasien, waren Personen von Verdiensten, welche zu der Armee zu defiliren, welche die Rebel= Hochachtung würdig waren, wenn sienicht len zum Gehorsam bringen sollen. Der die Unbesonnenheit gehabt hätten, durch ihBassa, welcher selbigecommandirt, hat um ren Zweykampf ihre beyderseitigezahlreiche diese Verstärckung angehalten. Auch soll Familien ins Unglück zu stürzen. ein anderes ansehnliches Corps, unter Com= Weichselstrom, vom 4. Novemb. wando eines Serasquiers, nach Bagdad Es stehet nicht in unserm Vermögen, von aufbrechen. künftigen Dingen den Vorhang abzuziehen; gleichwol ist man in hiesigen Landen durchgängig der Meinung, der Königl. Bruder, Fürsi Poniatowski welcher als ausserordent licher Minister des Königs nach Wien abgegangen um Sr. Majestät Throngelangung und Krönung beyden Kaiserl. und Kaiserl. Königl. Majestäten förmlich zu notificiren, habe über dieß noch einen besondern Auftrag an dem Kaiserl. Königl. Hofe im Namen des Königs zu vollziehen. Damit wir aber über unsern Bezirk nicht hinausschreiten nochuns mit unzeitiger Voreilung beschuldigen; so wollen wir unsern brinneifrigen Wunsch der höheren Fügung anheim gesteller seyn lassen. London, vom z. November. Das Absterben des Herzogs von Cumberland hat hier um so viel mehr eine allgemeine Betrübniß verursachet, da man hoffen konte, durch Vermittelung dieses Prinzen, welcher einen großen Einfluß in öffentliche Angelegenheiten hatte, alles was bisher der innerlichen Ruhe dieses Reichs hinderlich gewesen auf die anständigste Weise in kurzem aus dem Wege geräumet zu sehen. Se. Majestät, der König, wurden durch die Nachricht von diesem Todesfalle, welche Ihnen der Graf von Albemarle überbrachte, auf das empfind. lichste gerühret. Sie hatten sich kaum eine Stunde zuvor mit dem höchstseeligen Herzog wegen wichtiger Staatsangelegenheiten unterredet. Der Tod dieses Prinzen war so schleunig, daß ein Leibschneider; welchen Se. Königl. Hoheit hatten rufen lassen, so eben bey dem Austritte aus dem Zimmer dieses Fürsten, den Fall welchen derselbe that, hörete. Der Leibschneider und ein Page, der sich vor der Thüre befand, liefen sofort in das Zimmer, und hielten Se. Königl. Hoheit so lange unter den Armen, bis Dero Leibchirurgus herbey kam welcher Ihnen die Ader an dem einen Arme öfnete, woraus aber nicht ein Tropfen Blut sloß. Als er hierauf dem höchstseeligen Herzoge an dem andern Arme zur Ader ließ, lief das Blut sehr schnell; Ihre Königl. Hoheit gaben aber noch vor Verbindung der Ader Ihren Geist auf. Warschau, vom6. Novemb. Die den zosten October angefangene und heute weiter fortgesetzte Relationsgerichte, sind die ersten; welche seit einer Zeit von 12 Jahren wieder gehalten werden, indem bisher eine Ceremonielstreitigkeit deren Haltung verhindert hat. An dem ersten Tage ihrer Eröfnung hielt der Chursächsische Cabinetsminister auch Ritter des weissen Adlerordens, der Herr von Hoven, welchen der Herzog Ernst Johan von Curland von der Würde eines Curländischen Landhofmeisters entsetzet hat, eine nachdrückliche Rede; wormer dem Könige für die Zusammenberufung dieser Ge richte allerunterthänigsten Dank abstattete, und die Sache des Curländischen Adels zu Allerhöchstderoselben Gerechtigkeit empfohl. Man ist begierig den weitern Fortgang dieses wichtigen Processes zu vernehmen. London, vom 8. November. DieAdmiralität hat eine neue Einrichtung getroffen, welcher nach man sich vermögend siehet, in kurzer Zeit 5o Kriegsschiffe in See zu stellen, ohne jenen Schiffen, so in Commission sind. Unserer Regierung will der Aufenthalt von 20000 Mann französischer Kriegesvölker nicht gefallen, die längst an dem Canal hin, unserer mittäglichen Küsten gegenüber einquartieret liegen. Stuttgard, vom g. November. In unsers gnädigsten Herzogs Landen wird der Anbau der weissen Maulbeerbäume, zur Nahrung der Seidenwürmer, noch mit vielem Erfolge fortgesetzet. Insonderheit hat die hiesige Baumschule einen großen Ueberfluß von allerhand Gattungen weisser Maul= beerbäume. Die in diesem Jahre durch die verbesserte Einrichtung undAufsicht des kudwigsburger Waisenhauses sehr glücklich aus gefallene Zucht der Seidenwürmer, wird endlich das bey vielen eingerissene Vorurchel es sey daben nichts zu gewinnen, völlig ausrotten. Niederelbe, vom ro. Novemb. Nach dem Inhalt eines Schreibens aus Thoren, soll der Königl.Preußisches#er zu Warschau die Zollastaire auf das iebh teste betreiben. Dieser Herr soll auch in den letzten Conferenzen erkläret haben: daß SeKönigl.Preußische Majestät entschlossen waren, den Zoll zu Marienwärder unverzüglich wieder herzustellen, wofern nicht die Zölle in Pohlnisch=Preussen sowol, als in Großpohlen, aufgehoben würden. Dem Vernehmen nach soll der Fürst Radziill zu Prag eingetroffen, und daselbst die nun von Sr. pohlnischen Majestät angelobte Widerrufung des auf letzterm Convocationsreichstage ergangenen Schlusses zu erwarten enschlossen seyn, kraft dessen Se. Durchl. nebst der bereits erfolgten Einziehung Ihrer Güter, bey der Wiedererscheinung in Pohlen arretiret, und, gegen einen jährlichen Unterhalt von 4otausend Floren, auf der Ihnen selbst zuständigen Vestung Styck hätten verwahret werden sollen. Paris, vom rI. Novemb. Unser Herr Erzbischof wurde in voriger Woche in einer mit 8 Pferden bespannten Carosse des Dauphins nach Fontainebleau geholet; woerz Tage bey diesem Prinzen zugebracht, den zwar das Fieber noch nicht verlassen hatjedoch sol es sich nun zur Besserung aulassen, so daß man hoffet, Se. Königl. Hoheit werden bald wieder in dem Stande seyn nach Versailles zurückkehren zu können. Nichts destoweniger sind doch 2 Staatsrath versammlungen zu Feutainebleaus einer auf den r8ten und der andere auf den 2sten dieses angesagt. Von Thionville wird gemeldet, daß das daselhst in Garnison liegende Dragönerregiment des Dauphins am 4ten dieses in der Hauptkircke ein feyerliches Hochamt halten lassen, um von dem Hinimel die Wiedergenesung dieses Prinzen zu erbitten, und daß die Dragoner gedachten Regiments unter sich ein besonderes Fasten an diesem Tage gehalten und die meiste ihren Sold unter die Armen ausgetheilet. Hanau, vom 15. Rovember. In der Nacht vomroten auf den irten dieses ist sowol hier, als auch an andern Orten ein sehr merkwürdiges Luftzeichen zu verschie denenmalen gesehen worden, welches vonLeu ten, die es in Augenschein genommen haben, folgender Gestalt beschrieben wird: Zwischen r und 2 Uhr enstand bey heiterm Himmel in der mittägigen Gegend auf einmal eine feurige Kugel, in der Größe einer mittelmäßigen Bombe welche gegenAbend fuhr, und so hell leuchtete, daß man ganz bequem dabey hätte lesen können. Als sich selbige wieder an ihre vorige Stelle zurück gezogen, verwandelte sie sich in einen halben Mond, der sich nach und nach in einen langen, vorne spitz und hinten breiten feurigen Strich gegen Mittag zu ause dehnete und ungefähr nach einer halben Stunde verschwand. Um 3 Viertel auf 3 Uhr kam gegen Abend abermal eine feurige Kugel zum Vorschein; welche gegen Mittag fuhr, und daselbst verschwand. Gegen-5 Uhr fuhr ein dicker Klumpen Feuer, welcher sich den Augen einiger Zuschaur wie eine feurige Ruthe darstellte von Mittag gegen Abend, der sich hernach in die Länge zog, und eine Kette, oder, wie einige behaupten, welche diese letztere Erscheinung so wie sie bey Höchst gesehen worden, beschreiben, eine Schlange formirte. Man füget noch hinzu, daß selbige einige Augenblicke darauf sich in eine Kugel verwandelt, die eine unzählige Menge kleinen Sternchen ausgespiehen hätte. Münster den 23 Rovembr. Am rs dieses ist der Herr Hofrath Schweling, welcher wegen lange Jahren hindurch und sonderlich während letzteren Krieg als Bürgermeister dieser Stadt geleisteten treuen Diensten sich alle Meriten erworben, zum Weltlichen Richtern der hiesigen Stadt zur allgemeinen Freude der gesambten Bürgerschafft gnädigst hinwieder angeordnet. Am selbigen Tag geruheten Ihre Churfl. Gnaden zu Cölln 2c. unser gnädigster Fürst und Herr den Hrn. Rath und Referendarium Lindenkampff zu Höchst= Dero Münstrischen Hofrathen, sodan den. Herrn Doctorn Vagedes zu Höchst=Dero Rath und Referendgrium gnädigst zu ernennen.