Münsterisches INTELLIGENZ-Blatt. Churfürstl. Gnaden zu Cöllngnädigstem Privilegio I. Citationes Edistales (Eswird der aus dem Arrest zu Rheine entwichener Gerd Henrich Lindhaus, von Hopsten, hiemit zum erstenmal offener Edicts Weise abgelüben, peremptorié um am tAten Tag retpective nach Verkündigung und Attixion dieses, wann alsdan ein Gerichtstag, sonst am darauf nächstfolgenden des Morgens um 1o Uhr vor Gericht persönlich zu erscheinen, fort seiner Entweichung halber aus dem Arrest sich rechtsbeständig zuentschuldigen mithin auf denen ihm an Seiten Filci vorzuhaltenden Fragen behörig Red u. Antwort zu geben, und der wider ihm angestellten Fiscalischen Inquisitions=Sachen bis zum Beschluß ab= und auszuwarten, als sonften in seines ungehorsamen Aushleibensfall auf Reproduction dieses und des Fileiferner so rinliches Anrufen wider den vorbesagten Lindhaus der Ordnung nach lta#uiret werden solle was Rechtens Geben Rheine unterm Gerichtsinsiegel unddes AduarüUinterschrift den§. November 1765. J. C. Nierman; Gerichtschr. us Befehl des Hochfürstl. Münsterischen P weltlichen Herrn Hofrichtern werden ad instantiam deren Pennekamps Kindern sämtliche Suldgläubigere, so etwa eine Ansprach an Bürgern Pennekamp seel. in Olfen und dessen nachgelassenen Gütern haben, hiemit zum zweytenmal offener Edictsweise auf den hten Tag nach Publication dieses um am welt 1 lichen Hofgericht gewöhnlichermaßen zuer. Jignatum Münster den 8ten Novemb. r765scheinen, und ihre Probatoria alsdan zu pro= Extpeciali Cummistione D. Judicisaulici duciren, lub peena perpetui lilentir verabladet. F. J. Troit; Not. lublt. fübler. II. Sachen, so zu verkaufen. Zwey unter einem Dach stehende zwischen der Wittiben Nagels und Schneideramts verwannten Clute Behausungen auf der Frauenstraße belegene, dem Vicario Wenning zuständige Häuser nebst Gehöfde; sollen den 27sten dieses Monats, Nachmittags um 2 Uhr, aus freyer Hand dem Meist= und Letztbietenden verkaufet werden diejenige, so zu Ankaufung dieser Lust und Mittel haben können sich in bemeldten Häusern auf der bestimken Zeit und Stunde beliebigst einfinden.“ (Fswird hiemit jedermänniglichen kund gemacht, wie daß am Mittwochen, als den sostenlaufenden Monats Novembris, des Nachmittags um 2 Uhr, ein grosses eingelegtes Kleiderschapf, sodann ein neues einVermischte Neuigkeiten Charlestown, vom 29. August. Es läuft ein Gerüchte, daß Attakullakulla und noch2 andere Chefs der Cherokesen, wie sie von Williamsburg nach Hause gereiset, von den Einwohnern auf den Gränzen von Virginien ermordet worden sind. Wenn dieses wahr seyn sollte, so würden daraus sehr verdrießliche Folgen für alle südliche Colonien auf dem vesten Lande entstehen. Petersburg vom rr. October. Die vor mehr als einem Jahre nach Livor no abgegangene Fregatte, um der rußischen Handlung eine Defnung nach den Staaten Italiens zu machen ist jüngsthin, mit einer reichen auf 6o bis 6stausend Rubel geschätzten Ladung an verschiedenen Waaren, alhier zurück angekommen. Lisabon; vom 16. October. Aus Brasilien ist die unangenehme Nachricht eingelaufen, daß die Portugiesen in Paraguay eine ungemein reiche Diamantengrube eröfnet haben, und Willens sind, eine große Menge von diesen Edelgesteinen nach Europa zu senden. Weil hierdurch der Preiß verselben, den blos ihre Seltenheit bestimmt, gelegtes Cabinett mit 36 Laden, und 2 grofse mit Eisen stark beschlagene Coffres dem Meistbietenden auf allhiesigem Gruetsaal verkaufet werden sollen. Signatum Münster den 18. November 1765. Ex Commiflione 1.D. Alleflornin J. H. Wattendorf, Gerichtschr. Da die Verkäufer deren im 88sten Stück dieses Intellien- Blätts angerühmter Canarienvögel sich dahier nur noch 2 Tage aufhalten werden so wird solches zu dem Ende hierdurch bekannt gemacht, damit dieLiebhabere sich vor der Zeit an ihrem Quartiere beym Beckeramtsverwannten Alfers beliebigst einfinden. von verschiedenen Orten. sehr fallen würde, so ist leicht zu erachten, daß die Königl. Einkünfte, von welchen die brasilianischen Diamanten; wonicht den größten, doch gewiß einen großen Theil ausmachen, einen beträchtlichen Abbruch leiden mögten. Genua, vom 20. October. Eshatte eine geraume Zeit das Ansehen, als ware es den corsischen Schiffen gemeint, in dem Ligustischen Meere Lustfahrten anzustellen, und den Genuesern mit dreister Stirneden Trotz zu bieten. Bald erblickte man ihre Flaggen in dem östlichen, bald im westlie chen Theile; dann erfrecheten sie sich, sich unserer Rhede zu näheren, und gleich darauf waren sie wieder verschwunden. Um dieser Wirbelfahrt Gränze zu setzen ließ die Regierung eine von unsern beyden Galeeren auslaufen, welche sodan in den hiesigen Gewässern mit so gutem Rutzen gecreutet hat daß die corsischen Fahrzeuge dadurch schüchtern geworden, und keinesmehr zum Vorschein gekommen ist. Es scheinet auch, daß man nicht sobald fernerweitere Streifereyen von diesen Freybeutern zu befahren, und ist daher vor gedachte Galeere in vergangener Woche wieder in hiesigen Haven eingelaufen. Der Königl. Spanische Schatzmeister alhier hat vierzig mit Geld befrachtete Maulefel abgefertigt, welche ihren Wegnach Tirol richten. Dieser Schatzwird, wie wir hören, von dem Madrider nach dem Wiener Hofe übermacht. Livorno, vom 2r. October. Der Congreß der Mißvergnügten auf Corsica, worauf man die von dem französischen Commandanten, Grafen von Marbeuf, mit Bewilligung seines Hofes und der Republik Genua, vorzuschlagende Vergleichspuncte untersuchen wird, ist bis künftigen November ausgesetzet worden. Man sagt, daß selbige hauptsächlich darin bestehen, daß die Republik den Corsen das Innere des Reichs, gegen einen jährlichen Tribut gänzlich überlassen, für sich aber die an der See belegenen Städte und Haven behalten solle. Stockholm, vom 24. October. Der Wechselmackler Zacho ist mit einer Summevon 40000 Reichsthlr. durchgegangen.Man hoffet ihn aber wieder zu ertappen; weil er eine sogrose Summe von Bancotransportzetteln ausserhalb Landes gegen klingende Münze nicht leicht verwechseln kann,ohne erkannt zuwerden. Mayland, vom 2z. October. Es gehet die Rede, daß Se. Durchl. der Herzog von Modena, den Titul eines Erzherzods bekommen, und zu gleicher Zeit Dero Nichte, die Prinzeßin Beatrix, zur Erzherzogin werde erhoben werden. Placenz, vom 26. October. Gesternist unser Erzbischof, Monsignor Christiani, ein Prälat von grossen und seltenen Eigenschaften, zum grösten Leidwesen dieser Stadt, Todes verfahren. Salzburg vom 28. October. Am Sonntage den sosten dieses, Mittags zwischen ein Viertel über ir gegen halb 12 Uhr, fiel neben der St. Francisci de Paula Kirche, auf der Gestätten, gegen den Ursuliner=Klosterfrauen über, ein Stein, von etwa 60 bis 70 Centnern schwer, welcher sich von dem sogenannten Mönchberg abgeschälet auf das Fuchsreiter= und Bergelmössner Mus, zerschmetterte beyde Häuser, und tödtete auf die allerelendigste Art fünf Menschen Acht erbärmlich zugerichtete Personen, welche schwerlich davon kommen werden, liegen in dem St. Johannis Hospital. Man vermisset noch etliche Personen, welche vielleicht unter dem grossen etwan7o Centner schweren Stein, der das Kellergewölbe durchgeschlagen, und in den Keller gefallen, zu finden seyn werden. Würde dieser grausame Fall den arsten, als am Fesitage Ursulä, geschehen seyn, so hätten Se. Hochfürstl. Gnaden, unser gnädigster Landesfürst und Herr 2c. nebst dem ganzen Hofstaat und andern Personen, in grosse Gefahr gerathen können, weil Höchst dieselben gesonnen waren; das Fest bey den Ursulineren zu begehen. Constanz, vom z. Novemb. Es verlautet, daß der berühmte Arzt zu Genf, Herr Tronchin, nach Frankreich gefordert worden sey, um einen gewissen grossen Prinzen, dessen Gesundheitsumstände nicht von den schmeichelhaftesten seyn sollen, zu pflegen. London, voms. Novemb. Am zten ward der Körper Sr. Königl. Hoheit, des Herzogs von Cumberland, eröfnet, und befunden, daß sein Tod durch das Zerspringen einer Ader im Kopfesey verursachet worden. Durch das Ableben dieses Prin zen werden dessen Einkünfte von 1g000 Pf. Sterl. welche er jährlich aus den 80000 Pf. die zum Unterhalt des Königl. Hauses bestimmet sind, gezogen hat, nebst den 25000 Pf., welche ihm das Parlament, in Ansehung seiner, bey der Rebellion von 174 in Schottland, geleisteten Dienste beygelegt hatte„ zu den Fonds zum Unterhalt des Königl. Hauses gefüget werden. Man redet sehr verschieden von der testamentarischen Disposition Sr. Königl. Hoheit. Einigeversichern,, daß Dieselben bereits vor Dero letzten Feldzug in Deutsch= land ein Testament gemacht, und wie Sie voriges Jahr wegen einer aufgebrochenen Wunde, die Selbige in der Schlacht bey Dettingen empfangen hatten, Sich zu Neumar ket unter der Hand der Wundärzte befunden, ein weitläuftiges Codicill demselben beygefügt haben, worin Sie vor allen Dero Domestiquen reichlich bedacht haben. Was aber die Verlassenschaft anbelangt, welche weyl. der König Georg II. diesem Prinzen vermacht hat, welche in einem grossen Fond in der Bank von England bestehet, so versichert man,daß selbige auf die Prinzeßin Amalia, als die längstlebende fallen werde. Paris, vom s. November. Die Berichte aus Fontainebleau von dem Gesundheitszustande Sr. Königl. Hoheit des Dauphins,lauten nicht wie man sie wünscht und melden unter andern, daß der Hof einen Courier nach Geneve an den berühmten Hrn. Tronchin abgefertiget habe, damit selbiger überkomme, und über die Krankheit Sr. Königl. Hoheit consuliret werden könne. Die Aerzte des Hofes sowol als die Medicinische Facultät, sind über das Vertrauen, welches der Hof in den Herrn Tronchin setzet, sehr mißvergnügt. Niederelbe, vom s. Novemb. Es gehet durchgängig die Rede, daß der Königl. Schwedische Minister im Nieder. sächsischen Kreise, Herr Oberster Zögevon Manteuffel, von seinem Hofe zurück berufen sch. Am zosten ist eines von den Handelshäusern zu Hamburg gebrochen, und machet dieses Falliment an der Börse desto mehr Redens, weil man vermuthete, dieses Haus hätte Millionen im Vermögen. Amsterdam, vom 8. November. Bey uns erignet sich dermalen nichts, so der Neugier vorgelegt werden dörfte. Inzwischen unterhalten wir uns mit dem,was uns zuweilen aus anderen Landen in politischen oder sonstigen Angelegenheiten zugeschicket wird. England hat das für sich daß es ihm an Schleuderern nicht ermangelt, die fast alles durchziehen, was das Ministerium betreibet. So sehr es sich auch bestrebet, um den mit den Höfen von Versailles und Madrid obwaltenden Streitigkeiten eine geschickte Wendung zu geben, so hat sich dannoch ein Satyrischer Kopf einfallen lassen, unlängst in die sogenannt St. James Chronike einzurücken, daß das Schitf welches mit den Canadabillets und den Manillischen Ranzions= geldern erwartet worden, unweit den Dünen gescheitert, sey. Nürnberg, vom9. Novemb. Das gestern von Wien allhier erwartete Postamtspaquet ist zwischen Bauckersdorf und Sigartskirchen im Wiener Walde von dreyen Strassenräubern samt dem Felleisen, hinweggenommen worden. Münster, vom 18.Rovemb. Es hat dem Allerhöchsten gefallen, gestern als am ryten dieses, den Herrn, Hrn.Franz Arnold, des H. R. R. Grafen von Merveld, Freyherrn zu Lembeck, Herrn zu Westerwinkel, Wolbeck, Huckesdieck, Embte und Cöppel, 2c. Sr. Churfürstl. Gnaden zu Cölln, Bischofen zu Münster, Geheimer und Land. rath, auch Drosten des Amts Wolbeck, aus dieser Zeitlichkeit in die Ewigkeit abzurufen. Nächst verflossenen Mitwochen, als den rztendieses des Abends, wurde zum höchsten Leidwesen der ganzen Stadt, besonders der Armen und Rothleidenden, durch einen seeligen Tod von dieser Welt abgefordert, weyland der Wohlgebohrner, Hochgelehrter Herr Diethrich Henrich Vagedes Zeit Lebens Hochfürstlicher Münsterischer Hofrath und weltlicher Richter der Stadt Münster. Er hat wegen des besondern Justitzeifers, der klugen und fertigen Anordnung im Policeywesen, und geführter Obsorge für die Verpflegung der gemeinen Stadtsarmen,welche dadurch von dem Betteln und Müßiggang zur Arbeit angehalten worden; den Namen eines großen Mannes und eines Vaters der „Armen verdienet, den ihm die ganze Stadt beyleget, und die Nachwelt bestättigen wird. Diese Imelligenz-Blätter werden Wöchentlich zweymal, als am Dienstag und Freytag bey dem hierzu privilegürten Verlegeren Anton Wilhelm Aschendorff ausgegehen. Die Zahlung geschicht Jährlich mit 2 Rthlr. in gutem Gelde.