Dienst. den 12. 1707. No. 88. Münsterisches INTELLIGENZ-Platt. Elit hrer Churfürstl. Guaden zu Cöllngnädigstem Privilegio I. Citationes Edistales ##n Revilions- und Explorations= Sachen O von Ketteler zu Middelburg modö der Wittiben daselbst contra Credirores ist terminus auf den I8ten November 1765 Nachmittags zwey Uhr auf hiesiger Hochfürstlichen neuen Rathsstuben ad videndum conititui communem agentem,& Advocatum Spublicari documenta tam ad legitimationem Vidug quam ad ftatum bonorum ad effectum eorundem diltractionis& eventualis dationis in 1oJutum taxatorum pertinentia je leque-deluper declarandum mit dem Beysatz angeordnet daß die in perlona oder durch genugsam bevollmächtigte alsdan dabey nicht erscheinen. de Creditores pro tacité confentientibus sollen gehalten werden. Decretum in Contilio den zosten October 1765. (L. S.) Vr. B. H. Bruchaufen. H. M. Mulert. Aus Befehl Sr. Hochwürden, Herrn. Officialen, werden alle und jede Creditoren des Zellern oder Köttern Decker Kirspels S. Lamberti ausser Coesfeld, Bauerschaft Stockum, zum erstenmal auf Donnerstag oder sonst ersten Gerichtstag nach Verkündigung dieses zum Paradeyß hiesiger hohen Cathedral=Kirchen eaictaliter verabladet, um da selbst durch bevollmächtigte Anwaldte zur tü zu proponiren. Signatum Münster den s. gewöhnlichen Gerichtszeit vorlns zuerschei. October 1765. nen und ihre an den ditcutlum habende ooer De Mandato R.Domini Officialis subscripl. machende Ansprach und Forderung daselbst F. Ni. Detten, Cause Act. gewöhnlichermaßen sub pornaperperui silenII. Gerichtliche Notificationes. Illsin Kraft Hochfürstlich=Münsterischen Zum Verkauf solcher Güter ist Donnerstag *# weltlichen Hofgerichts Befehlad instan= der esste curremis Novembris zu Olfen aufm tiem des Renthmeistern Sinderen, und übri= Rathhause des Morgens um 9 Uhr anbegen in actis benennten Erben des seeligen Bür stimmet, dahero die zum Ankauf derenfelgermeistern Pennekamp in Olfen desselben ben Lus und Mittel habende sich zu gemeldzugehörige daselbst belegenesämtliche Immo ter Zeit und Ort einfinden wollen. Sigmarum bil=Stücke denen Meisibietenden previäalti. Werne den aten Novemb. 1765. matione verkaufet werden sollen sowird sol. Deinandato D. Judicis. hiemit dem Publico bekannt gemacht. B.A. Dörsten: Gerichtschr. III. Sachen, so zu verkaufen. Nächstkünftigen Donnerstag, den t#ten * dieses Morgens um 8 Uhr, sollen an dem freyadlichen Gut und Hof Vontropim KirspelAlbachten hinter Meklenbeck gelegen, Pferde, Kühe, Schweine, ungedroschenes Korn, nebst allerley Acker= und Hausgerath dem Meistbietenden gegen baare Zahlung per kaufet werden, weshalben die dazu Lust habende sich daselbst um gemeldte Stunde einfinden können. Signatum Münster auf der Teutsch=Ordens=Commende ad Stum Georgiumn den II. November 1703. F. J. Cochcis; T. O. P.& Verwalter. Zeym Beckeramtsverwandten Alfers dahier an Servatii Thor sind Canarienvögel von besserer Gattung als sie jemalen hier gewesen, gegen billigen Preis zu verkaufen, da sich aber die Verkäufer dahier nicht lange auf halten werden, so wollen die Liebhabere sich daselbst baldigst einfinden. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten Genua, vom 14. Octob. In der Nacht vom ersten vorigen Monats sind in dem Golfo von Venedig, ein Schiff von Ragusa, und eines von Venedig, das erste mit Korn, das andere mit Kaufmannsgütern beladen, und beyde anhero besiimmt; verunglückt; doch ist das Volk von beyden geborgen worden. Florenz, vom r9. October. Am Montage haben die Deputirten der Stadt Siena, und am Dienstage die Deputirten von Livorno bey Sr. Königl. Hoheit, dem Großherzoge, eine Audienz gehabt. Kurz vor derselben ward einer von den letztern der Ritter Farinolo, von einem Schlagflusse geFühret, woran er auf der Stelle in dem Groß. herzogl. Pallaste den Geist aufgab. Die Abgeordneten der Judenschaft dieser Stadt und von Livorno, haben gleichfalls bey unserm Souverain eine Audienz gehabt. Warschau, vom 20. October. Das Gerüchte, daß der gewesene Woywode von Wilda, der Fürst Radzivil, sich jetzt zu Dreßden befinde, und von da nach Wien und Paris abgehen werde; wird durch mehre Nachrichten bestätiget. Weichselstrom, vom 22. Octob. Die bisher zu Elbing gestandene rußische Magazine sind vorgestern nach Graudenz abgeführet worden. Kaum waren die darin befindlich gewesene Effecten zum Elbinger Thorehinausgebracht, so warf ein starker Sturmwind alle ledige Magazine über den Haufen. Man sagt, daß die nunmeyr zur Bedeckung derselben zu Graudenz stehende rußische Truppen in der künftigen Wocheuber Smolensk nach Rußland zurückkehren; und die übrigen Russen nach Warschau marschiren sollen. Utrecht, vom 22. October. ZuAmsterdam soll über England die wichtige Nachricht eingelaufen seyn: daß die Holländer sich der Stadt Candy auf der Insul Ceylon bemeisiert, und den König samt seinem Hofstaat vertrieben hätten. Da aber bey der Ostindischen Handlungscompagnie noch kein Bericht von einer so großen Eraugniß eingegangen ist, so beruhet dieses Gerüchte noch auf nähere Bestättigung, obschon angegeben wird, daß Briefe untermegsten Februar. und roten März von der Küste von Coromandel meldeten: daß der Gouverneur von Eckessey; welcher sich der Besatzung und des Pallastes von Candy 2c. bemächtiget; und schon die Aemter in diesem Königreich ausgetheilet habe. Wetzlar, vom 29.October. In dieser Gegend vermehret sich die Werbung noch immer, obwol zeithero die Anzahl der Kaiserl. Königl.Preußischen und Königl Dänischen Werbers groß gewesen. Vor einigen Tagen ist ein Kaiserl. Werbcommando über 30 Mann stark, von dem Sachsen=Hild= burghausischen Regiment in hiesiger Stadt angelangt, ein gleiches auch in denen Städten Friedberg und Gelnhausen von des Kaisers und Palavicini Regiment angekommen, und aller Orten wimmelt es gleichsam von lauter Werber. Vergangene Woche paßirte hier gleichfalls mit einer ziemlichen Anzahl Commandirten, der in Herzoglich Braunschweigischen Diensten stehender Capitain Nolhak, von welchen selbiger auch einigehier gelassen, und hierauf mit denen übrigen seine Reise weiter nach Friedberg und dortigen Gegenden fortgesetzet, um seine Werbung zu erweitern; so, wie man vernimmt, wird selbi. ger, nachdem er seine detaschirke Posten wird reguliret haben, wiederum nach Höxter und Holzmünden an der Weser, alwo er seinen Sammelplatzhat, zurückkehren. London, vom 29. Octob. Der zwischen den vorigen und den wirklichen Ministern bestehende politise Zwist gewinnet immer mehr und mehr Nahrungskräften. JedePartey rüstet sich zum voraus, bey den künktigen Parlaments= Sitzungen wehrhaft gegen die andere zu Felde zu ziehen. Der Herzog von Bedford; der Stifter des letzten Friedenstractats, wird besonders mit seiner ihm eigenen Beredsamkeit an der Spitze der abgesetzten Minister auftreten, und derselben Aufführung mit so ledhaften Farben vorsiellen, daß ihre Rechtfertigung dabey hervorleuchten muß. Richt minder wird manauf dieser Seite sich aus voller Brusi gegen die Absichten aufwerfen, welche die neuen Minister hegen, einige von ihren Vorfahren getroffene Einrichtungen entweder in eine andere Gestalt einzukleiden, oder dann gänz. lich abzuschaffen. Dieser Hader setzet gleichwol den Hof nicht in die mindeste Verlegenheit, und ist man durchgängig der gesicherten Meinung, daß die wirklichen Minister und ihre patriotischen Gesinnungen bey dem Parlamente das Uebergewicht erhalten werden. Der Königl. Portugiesische gevollmächtigte Minister, Herr Mello, erhielt am ezsten einige Depeschen von seinem Hofe, deren Inhalt er sofort dem Herrn Staatssecretaire, General Conway, eröfnete. Man will, daß darin der von dem Portugiesischen Ministeris ergangene Verbot gegen die heimliche Ausführung der Gold= und Silbermünzen aus Portugal, zugleich aber auch einige neue Freyheiten für die englischen Handelsleute angezeiget werden. Unser Hof, heißt es ferner, sey entschloffen, zur Vertheidigung der Portugiesischen Stadt und Vestung Mazagar, auf der Küste der Barbarey,, im Fall gesicherteNachrichten einlaufen würden, daß das vor dieselbe vorgerückt seyn sollende CorpsMohren von 25000 Mann seine feindliche Unternehmungen wirklich fortgesetzet, unverweilt die nöthigen Hülfsvölker einstweilen aus Gibraltar und so fort aus hiesigen Landen dahin anmarschiren zu lassen. Es will verlauten, daß ausser dem hier be reits befindlichen Bothschafter des Hofes zu Wien, dem Herrn Grafen von Seylern, auch ein ausserordentlicher Ambassadeur Sr. Majestät des römischen Kaisirs, an unserm Hofe ankomen werde. Indessen muß man noch mehrere Bestätigung dieser Neuigkeit erwarten. Durch die letztern Nachrichten aus America wird die Besorgniß verschiedener dasigen Provinzen, mit den Wilden in einen neuen Krieg verwickelt zu werden, bestätiget. Dieser Vorfall würde den dasigen englischen Pflanzstädten sehr nachtheilig seyn. Die Commißionen nach den großbritannischen Inseln in America, welche sonst zu dieser Jahreszeit ungemein häufig und wichtig waren, sind jetzt nur mittelmäßig. Man schreibt dieses der Errichtung verschiedener Manufacturen zu, welche von den Colonisten, um die vorhin aus England dahin eingeführte Waa ren entbehren zu können, vor kurzem angelegt sind. Fuldasirom, vom zr. Octob. In den Hessencasselschen Landen werden die nöthigen Anstalten getroffen, um die Remontepferde für die Cavallerie herbeyzuschaf fen. Ob aber das Gerücht, welches sich seit kurzem verbreitet als dörften die HessencasselschenTruppen vielleicht von neuenm großbritannischen Sold genommen werden, gegründet sey, solches muß der Zeit zur Aufklärung anheim gestellet werden. Paris, vom r. November. Mansagt, daß unser Hof beschlossen habe, einen Minister an den Großherzog von Toscana zu senden und dabey die Etiquette die gegen gekrönte Häupter gebräuchlich ist, zu beobachten. Man zweifelt nicht, daß die Höfe zu Wien und London diesem Vorgangefolgen werden, und daß in Zukunft von Ihrentwegen keine Minister, als mit dem Character von Ambassadeur oder Envoye Extr. zu Florenz residiren werden. Ueber die Diebesbande, welche bey Montauban ohnlängst aufgehoben worden; haben sich verschiedene Gerichte die Jurisdiction anmassen wollen. Allein der König hat, um ihrem langweiligen Streite ein Ende zu wachen den Hern Dechse SOchckalste bot der Provinz, zum Advocaten Dero Rathesernannt, und ihm aufgetragen, diesen Bösewichtern das Urtheil zu sprechen, und sie an den Marktagen executiren zu lassen. Es sitzen von selbigen 8o Personen gefangen; und überroo Personen, beyderley Geschlechts sind mit der Flucht entkommen, welchen nun auf das fleißigste nachgespüret wird. Sie haben ihre Mordthaten und Strassenräubereyen in das sechste Jahr getrieben, ohne daß man eher als itzt ihrer habhaft werden könen Utrecht, vom 2 Rovember. Von Buul, in der Meyerey Herzogenbusch, wird berichtet, daß der dortige Prediger, des Abends von einer Bande von 19 Dieben, in seinem Hause sey überfallen worden, welche ihn und seine Dienstmägde gebunden; den Wein im Keller ausgetrunken, alles was sie im Hause gefunden und fortbringen können, geraubet, und bey ihrem Abschiede noch die Fenster eingeschlagen hätten. Man hat von den Thätern noch keinen entdecken konnen. Rotterdam, vom 5. Nov. Am 2ten dieses entstund hier ein heftiges Ungewitter, mit Donner, Blitz und Hagel vergesellschaftet, welches jedoch nicht lange anhielte. Der Blitz schlug in eine Mühle an der Rotte, nahe an dem Hause zu Krooswik, wodurch selbige in kurzer Zeit bis auf den Grund abbrannte. Auch vernimmt man; daß zu Delft der Thurm auf der neuen Kirch beschädiget worden. Zu Paapson hinter Delft, und bey Schiedam hat dieses Gewitter gleichfalls einigen Schaden verursachet. Münster, vom 12. Novemb. Ihro Churfürstl. Gnaden, unser gnädigster Fürst und Herr, haben nunmehr Dero Lustschloß Ahausen verlassen und die hiesige Residenz bezogen; Höchstdieselbe sind den hten dieses gegen Abend zur grösten Freude sämtlicher Einwohner dieser Stadt, unter dreymaliger Abfeuerung der Canonen und stetem Vivatrufen der unter Gewehr paradirenden Burgerschaft bey vollkommnen Wolseyn dahier angelangt.