Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechsmal. Bezugspreis wöchentl. 45 N##(einschl. Trägerlohn). Postbezug monatl. R.# 2.—(einschl. 28.2 Nr Zeitungsgebühr und 0.44 R# Postverpackungsgebühr) zuzügl. 36 R# Bestellgeld. Einzelnummer 10###. Druck u. Verlag: Hans Linner, vorm. Carl Braus, Schwerte Geschäftsstelle Gr. Marktstr. 3. Fernr. 2770— Postscheckk.: Dortmund 2852 Selhststelt. Gr. Maurtst. 3. Krwv. 3770— Uetichect: Deurnund 232,# Hchwerter Teimatblatt#. h Schwerte(Kuhe), Mitwoch, den 30. Juni 1937 70. Jahrgang Psedt, en e en fue Häatk. Eerscheinen der Veilung kann auch keinerlei Ausgruch auf Schadenrsatzeober Raczliserunger. 6. Deutschlands Beitrag zur Wenwirtschaft Nr. 150 Dor ernsten Entschelrungen in Fruutreich Paris, 29. Juni. Die Kammer trat am Dienstagnachmittag um 3 Uhr zusammen, um die Erklärung der Regierung entgegenzunehmen. Als Ministerpräsident Chautemps im Parlament erschien, wurde er von seinen Parteifreunden mit Beifall begrüßt. Die Regierungserklärung, die von ihm in der Kammer und von Staatsminister Sarraut im Senat verlesen wurde, besagt Eine Ministerkrise, die die Lage schwierig gestaltet hatte, konnte schnell in Ruhe gelöst werden. Zwei grundlegende Ideen haben seit einem Jahr die gemeinsamen Sorgen der Republikaner beherrscht: der Frieden und der soziale Fortschritt. In den Dienst des einen wie des anderen wird die Regierung ihre ganze Energie stellen. Im Sinne des einmütigen und tiefen Gefühls des französischen Volkes, das kürzlich mit ausdrucksvoller Kraft durch die Stimme seiner Frontkämpfer zum Ausdruck kam, werden wir die Außenpolitik fortsetzen, die leidenschaftlich bestrebt ist, den Frieden mit allen Völkern zu sichern und ihn nur in der Gerechtigkeit, in der Achtung der Unabhängigkeit aller zu sehen. Wir werden gleichzeitig den besonderen Freundschaften Frankreichs treu bleiben und uns bemühen, ständig das Feld der internationalen Zusammenarbeit zu erweitern. Frankreich, das einmütig ist in seinen vaterländischen Gefühlen und sicher seiner selbst wie seiner Freunde, ist ebenfalls entschlossen, sich jeder Drohung zuenthalten und keinerlei Drohung zu dulden. Der Frieden wird nicht durch Verzichte erkauft werden, die nur zum Kriege führen würden. Der Friede kann nur durch den Willen der Völker zustande kommen, die entschlossen sind, ihn zu verteidigen und alle ihre Kräfte in den Dienst des Rechtes zu stellen. Wir werden nichts vernachlässigen in dieser Hinsicht, um die Kräfte, die die Sicherheit des Vaterlandes schützen, auf ihrem Höchststand zu erhalten. Aber wir haben die bestimmte Hoffnung, daß die Anstrengungen zur Entspannung und zum gegenseitigen Verstehen, die wir unermüdlich fortsetzen werden, ihre Früchte tragen werden, und wir richten den herzlichen Aufruf an alle Völker, an alle Regierungen ohne eine Ausnahme, daß ein Regime der wirtschaftlichen Unterstützung und der Beschränkung der Rüstungen endlich die Hoffnung aufkommen lasse auf eine dauerhafte, Zulammen; arbeit zwischen den wieder versohnten Völkern. Nach einem Hinweis auf das innerpolitische und soziale Programm der Regierung, das sich mit dem ihrer Vorgängerin deckt, fährt die Erklärung fort, wichtigste Pflicht der Regierung sei es, unverzüglich energische Maßnahmen zu ergreifen, die den unstatthaften Mißbrauch der Spekulation beseitigen, das Gleichgewicht des Haushaltes herbeiführen und die nationale Wirtschaft beleben sollen. Es handele sich darum, dem Parlament einen umfassenden Plan vorzulegen, der geeignet sei, eine dauerhafte Gesundung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage herbeizuführen, um das unentbehrliche Vertrauen des Landes in sich selbst und seine Zukunft zu stärken. Zu diesem Zweck werde der Finanzminister unverzüglich in der Kammer Gesetzentwürfe einbringen, die von grundlegender Wichtigkeit seien und die der Regierung die für jede Handlung notwendigen Vollmachten erteilten, damit sie schnell und zutschlossen handeln könne, wie es das öffentliche Interesse erfordere,„ aräghent Gamie Anschließend gab Kammerpräsident Herriot die vorliegenden Anfragen zur allgemeinen PoRegierung bekannt, worauf Ministerdent die Vertrauensfrage zur Verschiebung der Aussprache über die vorliegenden Anfragen, worauf die Kammer sofort in die Abstimmung eintrat. Mit 393 gegen 142 Stimmen wurde im Sinne der Regierung die Verschiebung der Anfragen beschlossen. Finanzminister Bonnet brachte darauf die Ermächtigungsvorlage ein. Außerdem wurden von der Regierung zwei Gesetzentwürfe vorgelegt, deren sofortige Behandlung sie ebenfalls wünscht, und von denen der eine die Regelung der Mieten und der andere einen Zahlungsaufschub für Industrielle, Kaufleute und Handwerker vorsieht. Die Regierung Chautemps hatte noch in der Nacht vor Abgabe einer Regierungserklärung eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die von größter Tragweite sind. Nachdem im Kabinettsrat beschlossen worden war, das seinerzeit von der Regierung Blum eingebrachte und vom Senat abgelehnte Ermächtigungsgesetz in erweiterter und wesentlich verschärfter Form wieder auf zunehmen, hat die Regierung, um einer Frankenspekulation während der Aussprache über dieses Gesetz vorzubeugen, beschlossen, die Wertpapier= und Effektenbörsen vom Dienstag ab bis auf weiteres zu schließen. Ein entsprechender Erlaß erschien Dienstag früh im amtlichen Gesetzblatt. In diesem Erlaß wird darauf hingewiesen, daß die Wiedereröffnung der Börsen zu gegebener Zeit vom Finanzminister angeordnet werde. Die Zahlung der vom Dienstag ab in Gold oder Devisen fälligen Handelsschulden kann auf Forderung des Schuldners hin eingestellt werden. Der Zeitpunkt, an dem die Zahlung geforhert werden kann, wird ebenfalls vom Finanzminister bekanntgegeben. Wechsel und Tratten können während des Zahlungsmoratoriums nicht zu test gehen. Der Zinsfuß wird für die Dauer der Zahlungseinstellung der gleiche sein wie der Diskontsatz der Bank von Frankreich. Der Wortlaut des ErmächtigungsGeches Paris, 29. Juni. Das Ermächtigungsgesetz der Regierung Chautemps, das in der Kammer zur Beratung steht, hat folgenden Wortlaut: Die Regierung wird ermächtigt, bis zum 31. August 1937 durch im Ministerrat verabschiedete Verordnungen alle Maßnahmen zu treffen, die die Beeinträchtigung des Staatskredites und die Spekulation bekämpfen sowie die wirtschaftliche Gesundung, die Preisüberwachung, den Ausgleich des Haushalts und des Schatzamtes ohne Währungskontrolle und die Verteidigung des Goldbestandes der Bank von Frankreich bezwecken. Diese Verordnungen werden innerhalb von drei Monaten nach Verkündung vorstehenden ung ootstgyrign Gein der ersten Ergagg rlamentstagung 1937 setzes, aber auf alle Fälle in der ersten Si der außerondentlicher, Parlamentstagung 1957 den Kammern zur Ratifizierung unterbreitet werden. Die Begründung des Gesetzentwurfes lautet: Die Lage des Haushalts, des Schatzamtes und der Währung erheischen sofortige GesundungsNratr aneffahe..,„(3aammech Die russischen Kirchen werden enogültig dem boben gleichgeilucht Warschau, 29. Juni. Nach einer Meldung aus Moskau bereiten die Sowjets einen neuen vernichten den Schlag gegen die Religion vor. Angeblich auf Wunsch der örtlichen Sowjets hat das Innenkommissariat sich entschlossen, im Rahmen des dritten Fünfjahresplanes alle noch vorhandenen. Khr: chen zu schließen. Die Mehrzahl, der„#erchengebäude soll abgetragen und nur ein kleiner Rest profanen Zwecken zugeführt, d. h. in Klubs, Kinos usw., verwandelt werden. Die Vernichtung der noch übrig gebliebenen Kirchen soll aus Gründen der„Sicherheit“ geschehen. Eine alleinige Ausnahme sollen nur wenige Gotteshäuser bilden, gegen deren Zerstörung sich die Sowjetregierung gewandt hat, da sie einen besonders großen geschichtlichen Wert haben oder als architektonische Denkmäler dienen, die mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr erhalten bleiben sollen. Von der neuen Zerstörungswut sind betroffen 2900 Kirchen, 63 Klöster usw. Zu gleicher Zeit wird aus Wladiwostok berichtet, daß soeben die letzte russische Kirche Wladiwostoks(früher Episkopatsresidenz) geschlossen wurde. Das Inventar wurde dem Vollzugsausschuß des Fernen Osten übergeben. ser Ander Relich berapräsident Chautemps die Vertagung dies fragen beantragte, damit über die von gierung einzubringenden Vorlagen dringli ien werden könne. 84e um 15 Chautempe bestieg aufs neue die Tribüne und betonte, daß er unverzüglich einen Kabinettsrat zur Beratung der für die Landwirtschaft erforderlichen Maßnahmen einberufen werde. Er wiederholte dann, daß die Regierung das bisherige Volksfrontprogramm fortsetzen werde. Schließlich stellte der MinisterprästPionier=Landungsübung an der Ostsee Ein Schlauchboot wird zu Wasser gebracht. Aufgenommen bei Ahlbek an der Orsegnözi zeiner Ba## dungsübung des Pionier=Vataillons 2.(2 Die am Montag bei der feierlichen Eröffnung des Berliner Kongresses der Internationalen Handelskammer gehaltenen Ansorachen hatten eine weit über den festlichen Anlaß hinausreichende Bedeutung. Besonders die Erklärungen des Beauftragten für die Durchführung des zweiten Vierjahresplanes, des Generalobersten Ministerpräsident Göring, waren eine an die ganze Welt gerichtete eindringliche Bekundung des deutschen Willens zur Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Wirtschaft, und damit zum friedlichen Zusammenleben aller Völker und Staaten. Wenn man an alle die dunklen Manöver denkt, mit denen gewisse Kreise des Auslandes wie vor versuchen, die Beziehungen der verschiedenen Staaten zu Deutschland zu trüben. an all die vielen Verunglimpfungen des nationalsozialistischen Deutschland und an die böswilligen Mißdeutungen seiner Maßnahmen und Absichten, dann wirkten die Worte des Ministerpräsidenten Göring durch ihre Klarheit. keit und Entschiedenheit besonders stark. Nach den grundsätzlichen Feststellungen vor dem maßgebenden Forum der Wirtschaftsführer aus 40 Ländern mus und wird die Welt endlich erkennen, wie bittes Unrecht man unserem Reiche und seiner Führung bisher getan hat, wenn man glaubte, Deutschland wolle sich mit der rung des zweiten Vierjahresplanes gewaltsam eine Autarkie schaffen, die es vom engmaschigen und fein organisierten Gebilde der Weltwirtschaft loslösen sollte. P 1 4.ste, 624 Schon der Führer und Reichskanzler hat in leiner großen Rede auf dem Residenzplatz in Würzburg mit Nachdruck erklärt, daß das Reich mit dem Ausland noch mehrals bisher Handel treiben und Geschäfte machen wolle, und daß daher die Behauptungen, es wolle sich vom Welthandel zurückziehen, sinnlose Vorwürfe seien. Hermann Göring hat diese grundlegende Feststellung Adolf Hitlers in eingehenden Darlegungen des Charakters und der Aufgaben des deutschen Vierjahresplanes noch erweitert, wobei er nicht nur die bisher im Auslande vorhandenen Fehlurteile über dieses gigantische Werk berichtigte, sondern darüber hinaus auch noch seine positive Bedeutung für den Neuaufbau der durch den Weltkrieg und die internationale Politik der Nachkriegszeit aus der Ordnung geworfenen Weltwirtschaft überzeugend darlegte. Wird man nunmehr glauben, daß die Ankurbelung aller deutschen Wirtschaftskräfte nach einem großzügigen und einheitlichen Plan nicht zuletzt auch im Interesse der Gesamtwirtschaft liegt, und daß die Kräfte, die hier freigemacht, und die Werke, die hier geschaffen werden. auch für die Ankurbelung der Gesamtwirtschaft und des internationalen Güteraustausches von Wert und von Vorteil sein werden? Wird man davon überzeugt sein, daß deutsche Tatkraft, deutsche Organisationskunst, deutsche Technik und deutsches Erfindertum, denen die Menschheit schon so viel Großes verdankt, auch jetzt wieder nicht nur dem deutschen Volke und seinem Staate. sondern darüber hinaus auch allen denen Vorteile bringen werden, die nach wie vor in friedlicher Zusammeggrbeit mit dem Deutschen Resche stehen? Die Beantwortung dieser Fragen wird zeigen. o5 überall der gleiche Wille zur Verständigung und zur Zusammenarbeit vorhanden ist, der in den Eröffnungsreden beim Berliner Kongreß zum Ausdruck Die Offenbeit, mit der Ministerpräsdens Göring den deutschen Standpunkt und die deutschen Erwartungen darlegte, möge zeigen, wie groß unser Vertrauen auf diese Zusammenarbeit und unser Wille auf die Erhaltung des Friedens gerade in unseren von politischen Leidenschaften so sehr erregten Tagen 118 maßnahmen. Das Schatzamt muß bis zum resende Lasten tragen, die es nicht durch Inanspruchnahme des Geldmarktes bewältigen kann. Die Währung ist spekulativem Druck ausgesetzt, der die Gefahr mit sich bringt, den Goldbestand der Währungsbank rasch zu gefährden. Eine derartige Lage kann nicht Dauerzustand werden, ohne die finanzielle Unabhängigkeit, die militärische Sicherheit, die sozialen Errungenschaften und die wirtschaftliche Gesundung Frankreichs in Frage zu stellen. Die Regierung beschließt, sofort einen Plan der Gesundung anzuwenden, der die Verteidigung des Goldbestandes der Bank von Frankreich ohne Währungskontrolle, einen unerbittlichen Kampf gegen die Spekulation und ein streng eingehaltenes Haushaltsgleichgewicht für 1937 vorsieht, und zwar durch geeignete Steuermaßnahmen und eine merkliche Verringerung der Raten des Schatzamtes. Dieses gramm dildet ein zusommenhängender Keine der geplanten Maßnahme, konnte allein genügen. Die Notwendigkeit, sie alle gleichzeitig und unverzüglich anzuwenden, macht eine außergewöhnlich rasche Durchführung notwendig. Im Hinblick auf letztere verlangt die Regierung vom Parlament die erforderlichen Vollmachten. * Der Finanzausschuß der Kammer hat den Ermächtigungsgesetzen twurf der Regierung ohne Abänderungen mit 17:16 Stimmen bei 8 Enthaltungen angenommen. Enthalten haben sich fünf Kommunisten und vrei Sozialdemokraten. Zwischenfall bei der Heuatseröffnung Blum weigert sich, die Regierungserklärung zu verlesen Paris, 29. Juni. Die Eröffnung der Senatssitzung zur Entgegennahme der Regierungserklärung stand im Zeichen eines Zwischenfalles. Der stellvertretende Ministerpräsident Leon Blum weigerte sich, die Regierungserklärung zu verlesen. An seiner Stelle betrat Staatsminister Sarraut die Tribüne und gab dem Senat die Regierungserklärung bekannt. Die Weigerung Blums wird auf einen Briefwechsel zwischen dem Senatspräsidenten Jeanneney und dem Ministerpräsidenten Chautemps zurückgeführt, der eine kürzlich gehaltene Rede des sozialdemokratischen Postministers Lebas(Arbeitsminister im Kabinett Leon Blum) in Roubaix zum Gegenstand hatte. In dieser Rede hatte Lebas eine unehrerbietige Bemerkung gegenüber dem Senat gemacht.— Nach Entgegennahme der Regierungserklärung vertagte sich der Senat auf Mittwoch vormittag. Frankenhandel an der Londoner Borse ausgesetzt London, 29. Juni. Auf Beschluß des Börsenvorstandes in London werden bis auf weiteres keinerlei Geschäfte in französischen Franken getätigt. Die Maßnahmen der französischen Regierung und die Schließung der französischen Börse erregen in London größtes Aufsehen. Die Abendblätter weisen in dicken Ueberschriften auf die Bedeutung und Größe der französischen Krise hin und geben die französischen Berichte über die Finanzkrise in größter Aufmachung wieder. Nähere Einzelheiten fehlen im einzelnen jedoch vorerst noch. Vergnügungspark der Weltausstellung geschossen Pari:, 29. Juni. Am Montag ist eine ganze Abteilung der Pariser Weltausstellung geschlossen worden. Es handelt sich um den Vergnügungspark, wo die Konzessionäre gestern mittag d#.# Betrieb eingestellt haben, um gegen die äußerst schwache Besucherzahl zu protestieren. Sie beschweren sich vor allem darüber, daß die Besucher der Ausstellung, nachdem sie das Eintrittsgeld in Höhe von sechs Franken für die Ausstellung gezahlt haben, gezwungen sind, noch einmal fünf Franken zu zahlen, um den Vergnügungspark betreten zu können. Mit dem Generalkommissar der Ausstellung sind bereits Verhandlungen eingeleitet worden. Der Wirtschaftsister soll sich angeblich den Forderungen der Konzessionäre nicht verschließen und beabsichtigen, die Sondereintrittsgebühr für den Vergnügungspark aufzuheben. Bis zu einem endgültigen Beschluß bleibt es jedoch bei dem Streik. Der Reichskriegsminister in Grau Budapest, 29. Juni. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg unternahm in den Nachmittagsstunden des Dienstag eine Besichtigungsfahrt nach Gran, wo die noch under dem verstorbenen Ministerpräsidenten Gömbös eingeleiteten großen Ausgrabungen des Arpadenschlosses aus dem 11. Jahrhundert besichtigt wurden. In den Abendstunden kehrte der Minister nach Budapest zurück. Zu Ehren des Generalfeldmarschalls veranstaltete am Abend der ungarische Honvedminister General Noeder ein offizielles Essen, an dem der Ministerpräsident und zahlreiche maßgebende Persönlichkeiten teilnahmen. An das Essen schloß sich ein offizieller Elapfang. Schlichtungsverhandlungen im amerikanischen Staylstreik gescheitert Sabotageakte legen Bethlehem=Stahlwerk lahm Newyork, 29. Juni. Nach Besprechung mit dem Vorsitzenden der Bundesschlichtungsbehörde, Charles Caft, teilte Arbeitsminister Perkins in Washington mit, daß die Regierungsversuche zur Beilegung des Stahlarbeiterstreiks gescheitert seien. Die Möglichkeit weiterer Vermittlungsschritte werde jedoch geprüft. In Johnston(Pennsylvanien) ist die Streiklage seit der Wiederaufnahme des Betriebes in den dortigen Bethlehem=Stahlwerken wieder gespannter. Es kam zu mehrfachen Unruhen. Dabei bewarfen Streikposten 80 mit Arbeitswilligen besetzte Automobile mit Steinen. Im Stahlwerk mußte der Betrieb erneut auf voraussichtlich zwei Wochen eingestellt werden, da die Werke durch zwei Dynamitexplosionen, welche die vom elf Meilen entfernten Staubecken nach dem Stahlwerk führende Wasserleitung beschädigten, von der Wasserzufuhr abgeschnitten würden. England und Frankreich Wotlen ullemn aberwachen Die Seekoutrolle in den spanischen Gewässern— Grundsätzliche deutsch-italienische Bedenken London, 29. Juni. Zn der Sitzung des Hauptausschusses des Richteinmischungsausschusses am Dienstagvormittag wurde ein englischfranzösischer Vorschlag auf Uebernahme der Seekontrolle in den spanischen Gewässern vorgebracht. Der deutsche und der italienische Vertreter erklärten, daß sie ihren Regierungen von dem Vorschlag Kenntnis geben wollten, daß sie aber stärkste grundsätzliche Bedenken gegen eine Art von Ueberwachung hätten, die sich nicht auf dem notwendigen Gleichgewicht aufbaue, das zur unparteiischen Durchführung der Kontrolle unerläßlich sei. Die nächste Sitzung des Ausschusses findet am Freitagvormittag statt. Die amtliche Mitteilung London, 29. Juni. Ueber die Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses am Dienstagvormittag wurde folgende amtiche Mitteilung veröffentlicht: Am heutigen Vormittag, 11 Uhr, fand im englischen Außenamt die 55. Sitzung des Hauptausschusses des Richteinmischungsausschusses statt. Bei Eröffnung der Sitzung gab der italienische Vertreter folgende Erklärung ab:„Die Vertretung des Valencia=Ausschusses in London hat kürzlich eine Pressemitteilung veröffentlicht, die wilde Behauptungen über kürzliche Landungen italienischer Truppen in Spanien enthielt. Nicht zum erstenmal veröffentlichte die fragliche Vertretung durch die Presse ähnliche phantastische Berichte. Es ist nicht meine Aufgabe, irgendeine Meinung über den Gebrauch zu außern, den die Vertretung Valencias von dem ihr zugestandenen diplomatischen Statut macht, doch wünsche ich zu erklären, daß nicht ein einziger italienischer Freiwilliger mein Land nach Spanien verlassen hat, seit ein diesbezügliches Verbot verabredet worden ist. Der Ausschuß befaßte sich sodann mit der Frage des Flottenüberwachungssche mas. Lord Plymouth gab im Namen der englischen Regierung eine Erklärung ab, in der er nach Bezugnahme auf die Entwicklung der Lage seit der letzten Sitzung gewisse Vorschläge zur Wiederherstellung des Flottenüberwachungsschemas vortrug, die die englische und die französische Regierung beschlossen haben, dem Ausschuß vorzulegen. Nach diesen Vorschlägen wären die englische und die französische Regierung bereit, die Verantwortung für die Durchführung des Flottenüberwachungsschemas für die Gesamtheit der Küsten Spaniens zu übernehmen. Sie erklärten sich grundsätzlich mit der Ernennung neutraler Beobachter einverstanden, die auf den Ueberwachungsflotten stationiert werden sollen. Die Vorschläge besagen, daß die englische Regierung die Verantwortung tragen sollte für die Flottenüberwachung derjenigen Teile der spanischen Küste, die sich in den Händen des Valencia=Ausschusses befinden, und daß die französische Regierung und die englische Regierung die Verantwortung für die Ueberwachung derjenigen Abschnitte der spanischen Küsten sich teilen sollten, die jetzt in den Händen von General Franco sind, und zwar in einer Weise, die zwischen den beiden Regierungen zu vereinbaren ist. Bei weitem der größere Teil der zuletzt genannten Küsten würde unvermeidlich der französischen Zone zugeteilt werden. Der belgische, tschechoslowakische, schwedische und sowjetrussische Vertreter begrüßten im Namen ihrer Regierungen die englisch=französischen Vorschläge. Im Verlauf des Gedankenaustausches brachten der deutsche und der italienische Vertreter, indem sie sich bereit erklärten, die englisch=französischen Vorschläge ihren Regierungen zu übermitteln, stärkste grundsätzliche Bedenken gegen jeden Vorschlag zum Ausdruck, der nicht auf dem notwendigen Gleichgewicht derart aufgebaut ist, daß die volle Unparteilichkeit der Ueberwachung sichergestellt werde. Gleichzeitig gaben die beiden Vertreter an, daß ihre jeweiligen Regierungen beschlossen haben, ihre Staatsangehörigen, die augenblicklich als Ueberwachungsbeamte unter dem Ueberwachungsschema beschäftigt sind, anzuweisen, ihre Posten aufzugeben. Beim Abschluß der Aussprache kamen alle Vertreter überein, ihren jeweiligen Regierungen die Vorschläge, die dem Ausschuß von den Regierungen Englands und Frankreichs mit der Bitte um sofortige diesbezügliche Anweisungen vorgelegt waren, zu übermitteln. Der nächste Punkt auf der Tagesordnung war der Plan zur Zurück ziehung nichtspanischer Staatsangehöriger aus Spanien, die an dem augenblicklichen Konflikt beteiligt sind. Lord Plymouth erklärte, daß die englische Regierung sehr besorgt darum sei, daß man in dieser Angelegenheit zum frühestmöglichen Zeitpunkt Fortschritte machen kann. Der französische Vertreter erklärte, daß die französische Regierung, um mit der allgemeinen Maßnahme der Zurückziehung zu beginnen, anregen möchte, daß Vorkehrungen für die Rückkehr aller nichtspanischen Staatsangehörigen aus Spanien, die zurzeit kriegsgefangen oder verwundet wären, getroffen würden. Nach einer weiteren Aussprache kam man über. ein, daß die nächste Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Freitag, vormittags 11 Uhr, abgehalten werden solle, und daß auf dieser Sitzung sowohl die Frage der Seeüberwachung wie der Zurückziehung der am augenblicklichen Konflikt in Spanien beteiligten nichtspanischen Staatsangehörigen beraten werden solle. Kiäfts Ehne Seatschiane und Glatten „Giornale d'Italia“ zu den Londoner Besprechungen Rom, 29. Juni. Zu den Beratungen des Londoner Nichteinmischungsausschusses über die Neugestaltung der Seekontrolle erklärte der Direktor des„Giornale d'Italia“ in einem Leitartikel, die Spanien=Politik aller europäischen Staaten müsse von der Voraussetzung ihren Ausgang nehmen, daß nichts ohne Italien und Deutschland geschehen könne. Wenn sich auch Italien und Deutschland wegen des Fehlens von Garantien und der Solidarität aus dem Kontrollschema zurückziehen mußten, so seien deshalb ihre vitalen Interessen und ihr Mitspracherecht in bezug auf die europäische Spanienpolitik keineswegs erloschen auch nur vermindert worden. Rom und Berlin hätten bereits häufig erklärt und deutlich bewiesen, daß sie in Spanien nichts vorhätten, was im Gegensatz zu den souveränen Rechten der spanischen Nation stünde. Die deutsche und italienische Politik bleibe in bezug auf Spanien wachsam und werde keinesfalls ihre verantwortungsbewußten Funktionen aufgeben. Auch in dieser Hinsicht sei die Achse Rom=Berlin wirksam und kategorisch. Zwischen den beiden Hauptstädten vollziehe sich heute ein aktiver Gebankenaustausch, um für ihre Einstellung eine gemeinsame Linie festzulegen. Die Aktion der beiden Regierungen sei wie die ihrer beiden Londoner Vertreter vollkommen aufeinander abgestimmt. Für Italien und Deutschland, so betont das halbamtliche Blatt, sei es untragbar— und für das Ansehen Europas absurd—, daß der Angriff der Bolschewisten bei dem Fehlen der vereinbarten Reaktion sich letzten Endes so auswirke, daß man Sowjetspanien eine bevorzugte Behandlung zuteil werden lasse. Eine auf Frankreich und England beschränkte Seekontrolle der spanischen Küsten ist offenbar eine neue Gunst= bezeigung für die Bolschewisten und würde eine neue ermutigende Handlung für den Angreifer darstellen. Das französisch=englische Kontrollmonopol auf die spanischen Küsten wäre also, wie der Direktor des„Giornale d'Italia“ abschließend betont, eine neue bedeutende Hilfe für den Versuch, in Spanien ein kommunistisches Monopol zu errichten. Ein solcher Versuch könne nicht die Zustimmung des Teiles von Europa finden, der noch nicht auf die Verteidigung seiner hohen Werte verzichtet hat. Dieser gesunde Teil Europas wende sich gegen die Bedrohung durch einen revolutionären Wahnsinn, der in seinem Ursprungsland bereits Selbstmord begehe, sowie gegen die diesem Wahnsinn da und dort von Regierungen und Parteien in einer plötzlichen Umnachtung der Gemüter gewährte Toleranz. Kommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten Von Reichsminister Dr. Goebbels gegründet Berlin, 29. Juni. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat am Dienstag in den Räumen seines Ministeriums eine Kommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten gegründet. Es nahmen an dieser Gründungssitzung Vertreter der Archive und Bibliotheken von Partei und Staat und führende Vertreter des Rundfunks, des Films, des Schrifttums, der Presse und der Industrie sowie des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland teil. Zweck dieser Kommission ist, wie der Minister in einer richtungweisenden Rede hervorhob, eine umfassende Zentralstelle für die Sammlung aller mit der Geschichte des Dritten Reiches zusammenhängenden Dokumente zu schaffen und Mittel und Wege zu finden, wie diese Dokumente für eine möglichst große Zeitspanne vor dem Verfall bewahrt und damit späteren Generatienen erhalten werden können. Der Minister betonte, daß auf diese Weise der bisherigen Vergeudung der so wertvollen historischen Schätze unserer Zeit Einhalt geboten werden soll. Dr. Goebbels hat mit der Leitung der Kommission den stellvertretenden Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Berndt, beauftragt. Zur Durchführung der praktischen Arbeit, die alsbald aufgenommen werden soll, veranlaßte der Minister die Einsetzung von sechs Sektionen, deren Mitglieder sich aus Sachverständigen der vorgenannten Stellen zusammensetzen. Zu Obmännern der Sektionen hat Reichsminister Dr. Goebbels berufen: Ministerialrat Haegert(graphische Arbeiten), den stellvertretenden Reichssendeleiter Boese(Schallplatten= und Rundfunkwesen), Ministerialrat Berndt(Pressewesen), Regierungsrat Kurzbein(Lichtbildwesen), Ministerialrat Dr. Seeger(Filmwesen) und Ministerialrat Dr. Wismann (Schrifttum) Ministerialrat Berndt erläuterte abschließend die Einzelaufgaben dieser Sektionen, die in den kommenden Wochen auf Grund des Auftrages des Ministers die Grundlagen für ihre Arbeit schaffen sollen. Um die Vereinheitlichung der Beamtenausbildung Ein neuer Schritt Berlin, 29. Juni. Der§ 164 des neuen deutschen Beamtengesetzes gibt der Reichsregierung das Recht, durch Verordnung Vorschriften über die Vorbildung und die Laufbahnen der Beamten zu erlassen. Demzufolge haben die Reichsminister des Innern und der Finanzen unter dem 29. Juni 1937 eine Verordnung über die Ausbildung für den höheren Dienst in der allgemeinen und inneren Verwaltung veröffentlicht. Nachdem der Reichsjustizminister als oberste Justizbehörde durch Verordnung vom 22. Juni 1934 für den gesamten richterlichen Nachwuchs des Reiches ein einheitliches Ausbildungsrecht geschaffen hat, soll nunmehr dasselbe für den Nachwuchs der höheren Beamten der allgemeinen und inneren Verwaltung Deutschlands geschehen und damit ein weiterer bedeutsamer Schritt auf dem Wege der Vereinheitlichung der Beamtenausbildung im Reiche getan werden. Die Verordnung tritt gleichzeitig mit dem deutschen Beamtengesetz am 1. Juli 1937 in Kraft. Der englische Ministerpräsident warnt vor der kommunistischen Zersetzungstätigkeit London, 29. Juni. In der Zeitschrift„Home and Empire“ wendet sich Ministerpräsident Chamberlain scharf gegen die marxistische Opposition und warnt vor den kommunistischen Wühlereien in Politik und Wirtschaft. Die konservative Partei, so erklärt er u. a., müsse die zersetzenden Elemente bekämpfen. Die Politik der Labour=Opposition enthalte eine gefährliche Mischung von bolschewistischen und verantwortungslosen Forderungen. In der Industrie bedeute es eine unmittelbare Gefahr, daß linksradikale Agitatoren Unzufriedenheit zu entfachen versuchten. Sie hätten nur das eine Ziel, die Fabriken zum Stillstand zu bringen und damit ihre revolutionären Absichten zu fördern. Auch in der nationalen müsse man vor den Extremisten auf der Hut sein. Eine schwache Regierung, die versuche, die Außenpolitik lediglich nach den Meinungen eines nebelhaften Internationalismus zu behandeln, öffne dem Kommunismus den Weg. Der Führer und Reichskanzler ompfing am Dienstag unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten peruanischen Gesandten Manuel Ugarteche zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des Abberufungsschreibeus seines Vorgängers Henrique Gildemeister. In Anwesenheit zahlreicher Wasserwirtschaftler aus dem ganzen Reich eröffnete Reichsminister a. D. Dr. Krohne am Dienstagvormittag in der Aula der Technischen Hochschule die Tagung der deutschen Wasserwirtschaft 1937. Sozialstreit weicht dem sozialen Frieden Berlin, 29. Juni. Die Oberversicherungsäm. ter, die als höchste Instanz für Streitigkeiten aus der Sozialversicherung zu entscheiden haben, legen ihren Tätigkeitsbericht über 1936 vor. Auch er ist ein beweiskräftiges Beispiel für den Rückgang von Arbeitsstreitigkeiten. Im Spruchverfahren trat eine Verminderung der Sachen um 20 899 oder 10,97 Prozent auf 169 681 ein. Das stärkste Absinken hat bei der Angestelltenversicherung mit 27,30 Prozent stattgefunden. Bei der Arbeitslosenversicherung betrug der Rückgang der Streitsachen 19,65 Prozent, bei der Invalidenversicherung 15,45 Prozent. Es konnten im Geschäftsjahr 133 299 Sachen oder 78,56 Prozent erledigt werden. Soweit nicht das Spruchverfahren vorgeschrieben ist, ergeben die Entscheidungen der Versicherungsbehörden im Beschlußverfahren. Auch hier ist ein erfreulicher Rückgang festzustellen. Die Zahl der zu bearbeitenden Sachen betrug 30 153. Der Rückgang von 3258 Sachen oder 9,75 Prozent entfiel in der Hauptsache auf die Krankenversicherung. Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsarbeitsminister Franz Seldte zu seinem 55. Geburtstag seine herzlichen Glückwünsche übersandt. Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg legte Dienstag früh am ungarischen Heldendenkmal einen Kranz nieder. Die amerikanischen Schlachtschiffe„Newyork“ „Wyoming“ und„Arkansas“. die seit dem 20. Juni zu Besuch in Deutschland weilten, verließen Dienstag morgen kurz nach 9 Uhr den Reichskriegshafen Kiel. Zahlreiche Barkassen und Boote gaben den Schlachtschiffen das Abschiedsgeleit. Der Führer und Reichskanzler empfing im„Haus des Reichopräsidenten“ den kangdischen Premier= minister Dr. William Lyon Mackenzie King, der auf einer Europareise Deutschland einen Besuch abstattet. Schwerter Zeitung Heionatiobolt Mittwoch, 30. Juni 1937 Nr. 150(Zweites Blatt) Der Erfolg der Arbeitsbeschaffung und damit auch der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung äußert sich bereits in den Reihen der Glücksmänner. Waren unter den 5000, die mit ihren Kästen das Glück ins Land tragen, noch im Winter jüngere Gestalten zu finden, so sind heute fast nur mehr ältere Semester, manche mit ergrauten Vollbärten, unterwegs. Doch die Alten wissen, was Pflichterfüllung heißt und ihr Arbeitstag geht erst zu Ende, wenn ihr Glückskasten leer geworden ist. Es sind stattliche Summen, die unsere Glücksmänner bei Arbeits- und Winterhilfs=Lotterien schon ausbezahlt haben. Zehnmal 10000 RM., achtzig Mal 5000 RM., dreißig Mal 2000 RM. und fünfhundertfünfundzwanzig Mal 1000 RM. wurden schon aus ihren Kästen gezogen und die schöne runde Summe von 500 RM. wurde von 3430 Glücklichen gewonnen. Zählt man nur diese 4075 Haupttreffer zusammen, so ergeben sich über 2¾ Millionen RM., die verteilt worden sind. An mittleren und kleinen Gewinnen wurde sast das Siebenfache, das sind über 18 Millionen RM., ausgespielt. Wenn wir daher unseren Glücksmann aus der Versammlung seiner Käufer heraus rufen hören:„Ein Freilos, eine Mark, fünf Mark...“, so müssen wir nur die nötige Ausdauer haben. Der große Treffer wird auch bei ihm einmal kommen, denn unsere Alten wollen doch auch die Freude haben, Glücksmänner im wahren Sinne des Wortes zu sein der Ostenstraße eine Blutvergiftung zugezogen. Nur durch einen schnellen ärztlichen konnte die Gefahr für Leben und Gesundheit der Unvorsichtigen beseitigt werden. Vom Wetter Bericht der Wetterdienststelle Essen=Mülheim. Vorhersage für Donnerstag: Bei zeilweger Aufheiterung wechselnd bewölkt, noch vereinzelt Gewitterschauer. Voraussichtliche Weiterentwicklung: Noch unbeständig. . Deutsches Rotes Kreuz, Vaterl. FrauenVerein e. V. Donnerstag, den 1. Juli, nachm. 3 Uhr, ist Mutterberatung in Schwerte=Ost, in der Gaststätte Kreinberg. Der Gebietstag der Heimatgebiete Märkisches und Kurkölnisches Sauerland in Verbindung mit dem Kreisheimatfest von Iserlohn Stadt und Land hat im Rahmen der 700=Jahrfeier der Stadt Iserlohn am 3. Juli 1937 folgende Führungen(Autobusfahrten) vorgesehen: 1. Burgberg und Oestrich(Dorfmuseum), Führer: Hauptlehrer Heetmann, Oestrich. 2. Hohensyburg und Schwerte(Museum). Führer: Museumsleiter Spiegel, Schwerte. 3. Felsenmeer— Hönnetal— Menden(Museum). Führer: Lehrer Stratenberg, Hemer=Sundwig. Stud.=Rat Dortmann, Menden. 4. Kohlberg— SGV.=Ehrenmal. Führer: Fabrik. E. Rohländer, Heppingserbach. 5. Rund um den Seilersee. Führer: Mittelschullehrer Fr. Externbrink, Iserlohn. 6. Geolog.=mineralog. Wanderung über Dröschede=Sonderhorst zur Dechenhöhle. Führer Lehrer a. D. Brakensiek, Iserlohn. 7. Hohenlimburg(Schloß, Raffenberg und Museum). Führer: Lehrer I. Bönner, Hohenlimburg. Damit eine ordnungsmäßige Durchführung der Führungen gewährleistet ist, werden alle Volksgenossen, soweit sie sich noch nicht angemeldet haben, gebeten, ihre Anmeldung unverzüglich, spätestens bis zum 1. Juli 1937, an das Kreisgebiet Iserlohn Stadt und Land des Westfälischen Heimatbundes in Iserlohn(Kreishaus) einzureichen. X Die alte Geschichte. Weil es einer kleinen Pirietzung nicht die erforderliche Beachtung schenkte hatte sich ein junges Mädchen aus Frontkämpfer fahren nach Paris. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung veranstaltet Gemeinschaftsfahrten zur Weltausstellung nach Paris, für die bei den Kameradschaften oder direkt an die Gaudienststelle in Dortmund Anmeldungen ergehen können. Fahrten finden statt am 20. Juli ab Köln, am 9. August ab Essen und am 24. August ab Köln. Die Fahrten dauern 8 Tage. Olympia= und Winterhilfswertzeichen 1936 werden ungültig. Die Winter= und Sommer=Olympia=Wertzeichen, sowie die Winterhilfswertzeichen 1936 verlieren mit Ablauf des 30. Juni 1937 ihre Gültigkeit zum Freimachen von Postsendungen. Unverbrauchte Wertzeichen dieser Art werden von den Postanstalten weder umgetauscht noch zurückgenommen. Personalnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Hamm. Als Landgerichtsrat ist versetzt: Oberregierungsrat Georgi bei dem Zuchthaus Marienschloß in Rockenberg nach Dortmund, unter Belassung der bisherigen Amtsbezeichnung und des Diensteinkommens der bisherigen Stelle. Zum Vorsitzenden am Amtssitz und außerdem zum stellv. Vorsitzenden ist ernannt: Amtsgerichtsrat Werner aus Olpe in Attendorn. Zum Notar sind ernannt: die Rechtsanwälte Otto Große=Wilde in Gladbe?'(Westf.), Dr. Heinrich kamp in Schwerte(Ruhr), Otto Eylardi und Hans Grossebüter in Unna. Gestorben: Rechtsanwalt Justizrat Wilh. Ohly in Bielefeld. Gelöscht: die Rechtsanwälte Justizrat Wilhelm Hennecke bei dem Amts= und Landgericht Essen, Bernhard Schulte bei dem Amtsgericht Dortmund=Hörde. Eingetragen: Rechtsanwalt Bernhard Schulte, bisher bei dem Amtsgericht Dortmund=Hörde, bei dem Amtsgericht Dortmund. Personalnachrichten der öffentlichen Behörden. Der Regierung: Ernannt: Regierungskanzlist Gödde zum Regierungs=Büroassistenten.— Beauftragt: Gewerberat Dipl.= Ingenieur Edinger aus Bochum mit der Leitung des Gewerbeaufsichtsamtes in Liegnitz: Gewerberat Glaser aus Sigmaringen mit der Leitung des neu zu bildenden Gewerbeaufsichtsamtes in Soest; Regierungs= und Gewerberat Franke bei der Regierung in Arns. berg mit der Leitung des Gewerbeaufsichtsamtes in Breslau; Gewerberat Dipl.=Ing. Lampe aus Dortmund mit der Leitung des Gewerbeaufsichtsamtes in Osnabrück.— Versetzt: Gewerberat Dipl.=Ing. Schellwald aus Unna an das Gewerbeaussichtsamt in Stettin; Gewerberat Dipl.=Ing. Teichert aus Lüdenscheid an das Gewerbeaufsichtsamt in Hagen; Gewerberat Dipl.=Ing. Krahl aus Arnsberg an das Gewerbeaufsichtsamt in Berlin; Gewerberat Dipl.=Ing. Cronemann aus Iserlohn an das Gewerbeaufsichtsamt in Osnabrück; Gewerberat Dipl.=Ing. Böttcher aus Unna an das Gewerbeaufsichtsamt in Wittenberg; Gewerbeassessor Dr.=Ing. Masch meier aus Bochum an das Gewerbeaufsichts. amt in Dortmund; Gewerbeassessor Dipl.=Ing. Ronicke aus Lüdenscheid an das Gewerbeaufsichtsamt in Düsseldorf; Gewerbeassessor Dr.=Ing. Hoevels aus Dortmund an das Gewerbeaufsichtsamt in Koblenz; Regierungs. afsessor Dr. Becker, bisher beim Landratsamt in Mayen, an das Polizeiamt in Herne; Gewerbekontrolleur Sommer aus Bochum an das neu zu bildende Gewerbeaufsichtsamt in Soest; die Gewerbeoberkontrolleurinnen Schäer aus Dortmund und Wilms aus Iserlohn an das Gewerbeaussichtsamt in Hagen, Coy aus Bochum an das Gewerbeaufsichtsamt in Dortmund, Esser aus Lüdenscheid an das Gewerbeaufsichtsamt in Kiel. Reichsluftschutzbund Gemeindegruppe Schwerte(Ruhr). Schwerte, 30. Juni. An dem am heutigen Mittwoch, dem 30. Juni, 20,15 Uhr in der Aula des Realgymnasiums stattfindenden Ausbildungsabend der 3 Untergruppen von Schwerte=Ost, spricht die Frauensachbearbeiterin der Ortsgruppe Hagen, Frau Aenne Dietri Hagen=Haspe, über die Aufgaben der Frau im zivilen Luftschutz. Es wird erwartet, daß sämtliche Lehrgangsteilnehmer(innen) an dem Ausbildungsabend teilnehmen. Für die Siedlung in Schwerte=Ost ist der Vortrag deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil dort der Selbstschutz lediglich von den Frauen übernommen wird. Tuier mit: Betr. Urlauberfahrt 62/37 vom 27. 8. bis 8. 9. zum Schwarzwald. Das Kreisamt teilt mit, daß obige Fahrt besetzt ist. Anmeldungen können nicht mehr entgegengenommen werden. Neues aus Holzen der Eintrachtschule um 20 Uhr einen GeneralAppell ab. Sämtliche Politischen Leiter, Führer der Gliederungen, sowie Walter und Walterinnen der NS.=Frauenschaft, der DAF. und der NSV. müssen zu diesem Appell erscheinen Die deutsche Frau hört: zum Schwarzen Meer. Ein abenteuerlicher Fahrtenbericht. Im Reichssender Köln: Mittwoch, den 30. Juni. 15 Uhr: Für große und kleine Kinder. Frohliche Musikanten. (Heute musizieren unsere Kinder selbst). den 3. Juli, 10.30 Uhr: Fröh. liches Spiel für unsere Kleinsten. Lieselott= 15,15 Uhr: Der Sommer kommt mit Freuden... Ein sommerliches Singen und Musizieren mit unseren Jungmädeln. Freitag und Frauenturnen. Sonnabend. 8.10 Uhr: Mittwoch und Freitag 9 Uhr: Je eine 10=Minuten=Sendung, die sich meist, an die Hausfrau, manchmal auch an die Allgemeinheit wendet. Holzen, 30. Juni. Mutter und Kind. Für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ finden am Freitag, dem 2. Juli, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr, in der Eintrachtschule Sprechstunden Lünen, 30. Juni. Tödlicher Verkehrsunfall. An der Grenze zwischen Lünen und Alt=Lünen ereignete sich in der Nacht zum Dienstag ein tragischer Unglücksfall, Unverantwortliche Bubenhande hatten große Steine auf die Fahrbahn gelegt, auf die der Lenker Steuer schlug zur Seite und der Kraftwagen stieß gegen einen Baum. Hierbei wurde eine Insassin, eine Frau S. aus Lünen, todlich verletzt. Die anderen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die Polizei erbittet zweckdienliche Mitteilungen, um der Teter, welche die Steine auf die Fahrbahn gele### haben, habhaft zu werden. statt. Holzen, 30. Juni. General=Appell. Am Dienstag, dem 6 Juli, hält die Ortsgruppe Holzen der NSDAP. im Sitzungssaal eer hr J#gend, beshalb muß Die Sorge um die Gesunderhaltung der Jugend unlere vornehmfte Aufgabe sein. Schahendurberach Westhesen Regiments=Schießwettkampf. Westhofen, 30. Juni. Im Rahmen des 909= jährigen Schützenfestes in Westhofen findet ein Kleinkaliber=Schießwettkampf statt, an welchem sich sämtliche Schützen zu beteiligen haben. Jeder Teilnehmer erhält eine Schießkarte, auf welcher die von ihm erreichte Ringzahl eingetragen wird. Nur Schützen, welche im Besitze einer solchen Schießkarte sind, dürfen auf den Vogel schießen. Der Schießwettkampf wird auf den Schießständen des Schützenvereins ausgetragen und zwar am 3., 4., 17., 18., 24. und 25. Juli in der Zeit von 15 Uhr ab an den Samstagen und von 8—12 Uhr an den Sonntagen. Geschossen werden 10 Schuß liegend freihändig auf die 12kreisige Kleinkaliber=Ring= scheibe, 50 Meter Entfernung. Gibt der Schütze mehrere Schießserien ab, so wird die beste Serie auf der Schießkarte eingetragen und für den Wettkampf bewertet. Erzielen mehrere Schützen die gleiche Gesamtringzahl, so liegt das bessere Ergebnis bei der geringeren Zahl der geschossenen Fehler; demnächst der niedrigen Ringe in der Reihenfolge 1, 2, 3 usw. ein Schütze, so müssen mindestens 2 Schützen einer anderen Kompagnie zugegen sein. Der Schießwettkampf hat den Zweck, die besten Schützen des Regimentes und der Kompagnien zu ermitteln und zwar: 1. Sieger des Regimentes, 2. Sieger des Regimentes, 1. Sieger der Kompagnien, 2. Sieger der Kompagnien usw.. 20 Schiten Nehmen von einer Kompagnie 20 Schagen an dem Wettkampf teil, so wird auch noch ein 2.Kompagnie=Sieger und für jede 10 weiteren teilnehmenden Schützen wird der nächstbeste Sieger ermittelt. Eine Kompagnie, welche mit 50 Schützen an dem Wettkampf teilnimmt, würde demnach 5 Sieger nennen dürfen. In derjenigen Kompagnie aber, aus welcher der 1. oder 2. Sieger des Regiments hervorgeht, rückt der nächstbeste Schütze an die Stelle des 1. Siegers der Kompagnie. Die Mitglieder des Stabes, Festausschuß u. Trommlerkorps, bilden zusammen eine weitere Kompagnie im obigen Sinne. Nehmen Schützen von der Versprengten=Kompagnie am Wettkampf teil, so zählen diese ebenfalls zu der letzteren. Die ermittelten Sieger des Regiments und der Kompagnien erhalten Ehrenpreise, welche eine ständige Erinnnerung an das 909jährige Schützenfest darstellen. Der 1. Sieger des Regiments erhält ferner als besondere Ehrung an einem der drei Schützenfesttage von der Kapelle ein Ständchen gebracht. Die Siegerehrung und Preisverteilung findet am Sonnabend, dem 31. Juli nach der Königskrönung im Festzelt an der Kluse statt etee In 4,01 Stunden wurde die Strecke von 290 Schwerte, 30. Juni. Bei besten Witterungsverhältnissen gelangte am letzten Sonntag der unter flug= und geschäftsführender Leitung der Schwerter Reisevereinigung festgelegte gemeinschaftliche Wettbewerb mit der RV. Menden und Umgegend zum Austrag. Mit insgesamt 1004 eingesetzten Tauben weilte der Reisebegleiter zum Zwischenflug(2. Reise) in Gardelegen, eine in der Luftlinie 290 Kilometer messende Strecke bis Schwerte. Ausgestogen wurden 251 Flug= und 18 Poulpreise. Das ideale Flugwetter ermöglichte es, den um 5,30 Uhr in Freiheit gesetzten Tauben, gute Flugleistungen zu erzielen. Durchflog doch die schnellste Luftbotin die fast 300 Kilometer lange Strecke von Gardelegen bis zum heimatlichen Schlag in 4 Stunden: Ankunft um 9,31,23 Uhr. Die erreichte Minuten=Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 1135,1 Meter also etwa 68 Kilometer Stundenleistung. Mit Blitzesschnelle sausten die geflügelten Boten nacheinander auf ihren Schlägen an. Und so rechnete denn die Konstatier= oder Preiszeit bis 10,05,37 Uhr, d. b. bis dahin waren die im Verhältnis zur Zahl der gesetzten Tauben auszufliegenden Preise= 25 Prozent restlos vergriffen. halb der Zeit des Wettbewerbes hatten die Züchter der heimischen Reisevereinigung von ihren eingekorbten 540 Reisetieren als Erfolg Kilometer Luftlinien=Entfernung bewältigt. 130 Wettflug= und 10 Poulpreisträger konstatiert. Bemerkenswert ist, daß unter den 15 ersten Plätzen in der Preisliste die Schwerter Reisevereinigung nicht weniger als elf Mal als Siegerin vertreten ist.— Während mit dem 1. Poulpreis der Züchter Virchow vom Verein„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte bedacht wurde, konnten sich für die Flugpreise der zuerst eingetroffenen 10 Siegertauben folgende Sportfreunde placieren: Fritz Hinkelmann,„Heimatliebe“ Ergste; Virchow,„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; Wilhelm Osthoff,„Ueber Berg u. Tal“ Wanne; Gebr. Fiene l,„Heimatliebe“ Sommerberg; Dieselben; Werner Borggräfe,„Heimkehr Westhofen; Willy Zier,„Heimkehr“ Westhofen; Gebr. Fiene l,„Heimatliebe“ Sommerberg; Eduard Hoffmann,„Blitz“ Schwerte; Gebr. Tönnis„Vereinte Freunde". Bürenbruch. Sämtliche Flüge der 1. und 2. Reise bis zu 300 Kilometer hat die RV. hiermit glücklich unter Dach und Fach gebracht. Die Reihe der Wettflugveranstaltungen wird am kommenden Sonntag mit dem großen Medaillenflug der Landesfachgruppe Westfalen, Kreis 7(umfassend die Reisevereinigungen Aplerbeck, DortmundSüd, Hörde und Schwerte) ab Küstrin, rund len Btometer, fertgeient. In die heiter=beschwingte Sommerzeit hinein paßt das Lustspiel der Bavaria:„Diener lassen bitten“. Dieser Film, für das M hnh i O O Past Bavarte Hanns H. Zerlett das Buch schrieb und die Regie führt, knüpft an eine alte englische Komödie an. Diener machen sich hier während der Abwesenheit der Herrschaft zu Herren des Hauses und laden zum festlichen Ball ein. Allzu große Vornehmheit und allzu gesteigerter Hochmut werden satirisch beleuchtet. Es fehlt aber auch nicht an derber Situationskomik. Die Ueberraschung des Films in schauspielerischer Hinsicht ist Ursula Deinert, die junge, hübsche und hochtalentierte Solotänzerin des Deutschen Opernhauses, die aber auch für den Film prädestiniert erscheint. Sie spielt in diesem Lustspiel die Rolle einer Zose, eine Rolle mit Schwung und Temperament. Sie singt und tanzt und ist sehr nett und ab und zu auch frech. In den weiteren Hauptrollen erleben wir Hans Söhnker u. Rose Stradtner, die u. a. zeigen, wie das Gericht Omlett mit Schuß zubereitet wird, wie es richtig genossen wird, und welche unerwarteten Wirtungen von diesem„Liebestrank" ausgehen.— Weiter wirken erfolgreich mit Fita Benkhoff. Joe Stöckel, Hertha Guthmar, Herbert Hübner, Arthur Schröder, Hansi Arnstadt, Gertrud de Lalsky und Walter Steinbeck. Die schmissige Musik schrieb Leo Leux. Das Lustspiel besitzt das gewisse Etwas, das lachen macht, das wie Sekt prickelt und das dem Publikum, das sich gern aufheitern läßt, gefällt. Ein nettes Beiprogramm mit Kulturfilm und Wochenschau unterhält die Zuschauer auf angenehme Art. Heinz Friedrich Kamecke. Amt Ergste Ergste, 30. Juni. Diebstahl. Dem Arbeiter P. K. wurde aus seinem Hausflur ein Damenfahrrad entwendet. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, kommt als Täter eine Hausangestellte in Frage. Diese hat das Fahrrad genommen und ist damit nach Schwerte und Iserlohn gefahren. Nach ihrer Angabe hat sie vorgehabt, das Rad wieder dort hinzustellen, woher sie es genommen hatten. Aus Furcht vor Strafe ist dieser Plan aber nicht von ihr durchgeführt worden, sondern sie hat das Rad einfach in Drüpplingsen in der Nähe des RAD.= Lagers im Walde zurückgelassen. Hier ist das Rad von einem bisher noch nicht ermittelten fremden Manne abmontiert und fortgeschafft worden. Ob diese Person mit der Täterin zusammenzubringen ist, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben. Personen, die über den Verbleib des unbekannten Mannes, der angegeben hat, das Rad bei der Polizeiverwaltung abzugeben, nähere Angaben machen werden gebeten dieses umgehend der Ortspolizeibehörde Ergste mitzuteilen. Ergste, 30. Juni. Nachdasselung des Rindviehs. Die durchgeführten polizeilichen Kontrollen haben ergeben, daß sich immer noch Tiere auf den Weiden und in den Ställen befinden, die mit Dasselbeulen befallen sind. Eine Nachdasselung der Tiere hat umgehend zu erfolgen. Die letzte Kontrolle wird in den nächsten Wochen durchgeführt. Ergste, 30. Juni. Genehmigte Haushaltspläne. Die Haushaltspläne der Gemeinden Berchum, Ergste und Hennen haben ihre Genehmigung durch den Herrn Landrat in Iserlohn gefunden. Die Pläne liegen nun in der Zeit vom 1. 7. bis 7. 7. ds. Is. zu jedermanns Einsicht wie folgt auf: Für die Gemeinde Berchum: In der Wohnung des Bürgermeisters Borgmann in Berchum; für die Gemeinde Ergste: Im Amtshaus in Ergste (Zimmer Nr. 2); für die Gemeinde Hennen: Auf der Amtsnebenstelle in Hennen während der Dienststunden. Berchum, 30. Juni. Die Kriegerkameradschaft Berchum hielt auch ihr diesjähriges Waldfest wieder bei dem Kameraden Fehr auf dem Lichtenböcken ab. Zahlreich hatten sich die Volksgenossen und=genossinnen bei dem schönen Sommerwetter unter den schattigen Bäumen auf der Besitzung Fehr eingefunden. Für die Kinderbelustigung war reichlich gesorgt. Die fleißige Kapelle Busch, Hohenlimburg sorgte für die musikalische Unterhaltung. Gegen Abend zog man im geschlossenen Zuge zum Vereinswirt Pelzing. Aus der Umgebung Dortmund, 30. Juni. Erzieher im Lager. Die Reichswaltung des NSLB. veranstaltet in diesem Jahr zum ersten Mal im großeren Umfang Ferienaustauschlager der deutschen Erzieher. Die Gauwaltung WestfalenSüd stellt hierzu das„Haus Dortteund“ zur Verfügung. In dieses Erziehungslager entsendet u. a. der Gau Mecklenburg vom 20. Juli bis 2. August 14 Erzieher. Dortmund. 30. Juni. 281 Volkswohnungen wurden gebaut. Die RuhrLippe=Siedlungsgesellschaft m. b. H. und die „Heim und Schule, beide Tochtergesellschaften der Westfälischen Heimstätte, errichteten in Tortmund 281 Volkswohnungen. Sie leisteten damit einen beachtlichen Beitrag zur Volkswohnungs=Aktion, den dem minderbemittelten Volksgenossen ein gesundes und billiges Heim sichern soll. Feuerwehr dem ErtrinHohenlimburg, 30. Juni. rettet ein Pferd vor, 9 ken. Auf dem Gute Böckelühr bei Hohenlimburg stürzte ein r##rtvolles Pferd des Gutsbesitzers in einen tiefen mit Wasser gefüllten Graben. Das Tier war dem Ertrinken nahe. als die Hagener Berufsfeuerwehr eintraf und sachkundig das Tier aus seiner schlimmen Lage befreite. Holzwickede, 30. Juni. Zum Dr. phil. promoviert. Der Kandidat der Philosophie, Josef Gödde. Sohn des Reichsbahnlokomotivsführers Kaspar Gödde, Dorfstraße wohnhaft, promovierte an der Universitat Greifswald zum Dr. phil. Holzwickede, 30. Juni. Folgenschwerer Unfall im Bahnhof. Im Bahnhof Holzwickede ist es zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Zwischen den Einfahrgeleisen des südlichen Bahnhofs wurde der Oberschaffner Gehr.en aus Meschede in schwerverletztem Zustande aufgefunden. Neben anderen schweren Verletzungen hatte der Verunglückte einen doppelten Schädelbruch erlitten. Er wurde nach Anlegung eines Notverbandes durch einen sofort herbeigerufenen Arzt besinnungslos ins Krankenhaus geschafft. Es konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden wie es zu diesem Unfall gekommen ist. Wahrscheinlich ist G. aber bei der Einfahrt in den Bahnhof aus dem Packwagen gestürzt, in dem er sich als begleitender Zugführer befand. Holzwickede, 30. Juni. Von Arbeitslosen frei. Holzwickede, das in der Zeit der Krise eine besonders hohe Arbeitslosenzahl aufwies, ist in dieser Woche frei geworden von Arbeitslosen. Menden, 30. Juni. Kind verbrüht und gestorben. Ein bedauerlicher Unglücksfall trug sich, lt. Is. Kr.=Anz., am Wochenende in einem Hause an der Urbeckerstraße zu. Das kaum einjährige Kind der Eheleute T. ergriff unglücklicherweise eine auf dem Tisch stehende Kaffeekanne und zog diese an sich. Dabei schüttete es den kochend heißen Inhalt der Kanne über sich. Das Kind erlitt schwere Brandwunden an den Beinen, die seine Ueberführung ins Marienhospital notwendig machten. Dort ist es seinen erlittenen Verletzungen erlegen. Menden, 29. Juni. Tödlicher Verkehrsunfall. Vorgestern morgen gegen 9.30 Uhr fuhr der 31jährige Motorradfahrer Erwin M. aus Dortmund in Richtung Menden —Sümmern. Auf der Kreisstraße(an der Eiche), kam der 30jährige Fußganger Josef Vieler vom Rombrock aus einem Feldweg und wollte die Kreisstraße überqueren. V. wurde von em Motorradfahrer überfahren und schwer verletzt. Der Motorradfahrer erlitt einen Schädel- und Oberkieferbruch. Das Sanitätsauto brachte beide Schwerverletzte zum Mendener Krankenhaus. Die Gendarmerie nahm den Tatbestand auf. Vieler ist gegen 12 Uhr seinen Verletzungen erlegen. Soest, 30. Juni. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonnabendmittag an der Kreuzung Arnsberger Straße— Ringstraße. Ein von der Möhne kommender Horch=Wagen stieß mit einem die Ringstraße fahrenden Personenwagen zusammen. Der Zusammenprall war so heftig, daß der Personenwagen zertrümmert wurde. Von den Insassen wurden zwei Personen leichter und eine schwer verletzt. Bei der Schwerverletzten handelt es sich um eine Frau aus Münster. Sie wurde mit einem Beckenbruch ins Marienhospital eingeliefert. Die Insassen des Horchwagens, der nur leicht beschädigt wurde, kamen mit dem Schrecken davon. Großes KdF.=Sommerfest in Soest. Soest, 29. Juni. Unter obigem Motto veranstaltet die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Gau Westfalen=Sud, am 31. Juli und 1. August 1937 in Soest ein großes „KdF“.=Sommerfest. In einer Besprechung, an der alle maßgebenden Kreise beteiligt waren, wurde das Programm in groben Umrissen festgelegt. Der Samstagabend bringt ein festliches Zusammensein aller Besucher. Der Sonntag beginnt mit einem großen Wecken durch Musikkapellen. Anschließend zieht die Stadtwache auf. während die SA.=Reiterspiele in der Deutschlandhalle durchgeführt werden. Am Nachmittag treten die Singgrupgen aus den verschiedensten Orten unserer Heimat auf...64f4 gaft hua Sen Die NS.=Gemeinschaft„Krüft durch Freube wird zu diesem frohen Feste Sonderzüge nach Soest durchführen, an denen Urlauber aus dem ganzen Reich teilnehmen werden. Suderwich, 30. Juni. Zwei tödliche Grubenunfälle. Auf der Zeche„König Ludwig IV/V“ ereigneten sich am Samstagvormittag zwei tödliche Unfälle. Der Hilfszimmerhauer Paul Schreier geriet am Laufband zwischen Umkehrrolle und Gummiband und wurde getötet. Außerdem brachen im Flöz Dickebank=Unterbank auf den Hauer Weber aus Erkenschwick Kohlenmassen nieder. Der Knappe erstickte, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Später barg man ihn als Leiche. Kamen, 29. Juni. Tödlicher Unglücksfall. Auf der Schachtanlage„Grillo“ der Essener Bergwerk.=AG. erlitt der Hauer Gustav Kollmann im Untertagebetrieb während der Nachtschicht zum Samstag einen schweren Unfall. Der Schwerverletzte wurde sofort in das Unnaer Krankenhaus überführt, wo er kurz darauf an den schweren Folgen verstarb. Herne, 30. Juni. Jungbergleute an die See. Für die 60 Bergjungleute der Anlernwerkstätte von„Friedrich der Große“ in Herne wurde die Zeit ihrer Ferien zu einer neibenden Erinnerung, denn sie war mit einer Erholungsreise an die See angefüllt. Im Fischerdorf Greetfiel hatten sie ihr Zeltlager aufgeschlagen, um für einige Wochen sich statt im Kohlenstaub im Dünensand zu bewegen. Witten, 30. Juni. Bergmanns=Frauen in Erholung. Das von der Hibernia=AG. für kranke und kinderreicher Frauen errichtete Erholungsheim bei Esborn bei Witten wurde jetzt weiter ausgebaut und auch mit einem Freibad versehen. Laufend finden Bergmannsfrauen hier in diesem schmucken Heim in mehrwöchigen Kuren neue Kraft. Arnsberg, 30. Juni. KdF.=Urlauber im Kreis Arnsberg. Am Sonnabend traf in Arnsberg die erste KdF.=Urlauberfahrt ein. Der Sonderzug brachte 300 Arbeitskameraden aus dem Gau Weser=Ems für eine achttägige Erholungszeit im Kreis Arnsberg. Nordbögge, 30. Juni. Verwarnungen. In den letzten Tagen wurden wieder mehrfach gebührenpflichtige Verwarnungen auf der Provinzialstraße erteilt. Es wird nochmals darauf .:* zmtlich, Fahrzeuge die von Bauarbeiten Nur für den Annigrernug„ dir Straße, bis zum Hochstgewicht für Fahrzeuge bis zu 2.0 Tonnen freigegeben. Siegen, 30. Juni. Geflügelzüchter helfen am Vierjahresplan. Die Lanjung 1937 der Westfälischen findet am 4. Juli in Siegen lagung steht im Zeichen der Mitwirkung der deutschen Geflugelzuchter an der Durchführung des Vierjahresplanes, für die der Landesfachgruppenvorsitzende Wende einen umfangreichen Arbeitsplan aufgestellt hat. Erwitte, 30. Juni. Schulung in Erwitte. Die Reichsbetriebsgemeinschaft„Verkehr und öffentliche Betriebe“ führt im Auftrag des Hauptschulungsamtes der NSDAP. vom 21. Juni bis 3. Juli auf der Reichsschulungsburg Erwitte einen Gemeinschaftslehrgang für Gefolgschaftsführer, Personaldezernenten und Gefolgschaftsmitglieder der Reichs= und Staatsverwaltungen und=Betriebe durch. Persönlichkeiten des Staates und der Bewegung, u. a. der Sondertreuhänder für den öffentlichen Dienst, Staatsrat Dr. Melcher, die Reichsamtsleiter Dr. Wagner und Mende sowie Reichs=Betriebs=Gemeinschaftsleiter Körner über sozial= und arbeitsrechtliche Fragen. Warstein, 30. Juni. Kriegerwitwen in Erholung. Im Erholungsheim in Warstein befinden sich zurzeit 60 erholungsbedürftige Kriegerwitwen und Mütter. Dieser Tage unternahmen die Kriegerwitwen eine Rundfahrt durch das Astengebiet, besuchten Winterberg und besichtigten eine Fuchsfarm. Düsseldorf. 29. Juni. 30 000 Kd F.=Fahrer am Sonntag in Düsseldorf. Am Sonntag weilten unter Benutzung von 24 Sonderzügen und 46 Autobussen 30000 KdF.=Fahrer auf der Düsseldorfer Ausstellung„Schaffendes Volk“. Der Gau Westfalen=Süd war mit 15 Sonderzügen und einer Anzahl Omnibussen verteten. Lengenbeck, 30. Juni. Der Führer als Pate. Die Familie Josef Willecke in Lengenbeck wurde das 13. Kind geboren. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat die Ehrenpatenschaft und eine schöne Gabe überwiesen. hingewiesen, daß für samtliche Straße wegen Ausführung von an der Reichsautobahn gesperrt ist. Anliegeverkehr ist die Straße den sich hier am letzten Samssagnachmittag die Gauamtsleiter und Kreisleiter aus dem Gau Westfalen=Süd der NSDAP. zu einer Arbeitstagung im„Wittgensteiner Hof“ zusammen. Stellvertretender Gauleiter Vetter eröffnete die Tagung und betonte, daß er diesmal die Stadt Berleburg im Kreise Wittgenstein gewählt habe, um den Teilnehmern Gelegenheit zu geben, das herrliche Wittgensteiner Ländchen mit seinen unvergleichlichen Naturschönheiten kennenzulernen.— Nach Erledigung verschiedener interner Fragen organisatorischer Art berichtete Parteigenosse Vetter eingehend über die letzte Gauleitertagung in Berlin, auf der der Führer grundsätzliche Ausführungen gemacht habe. Anschließend wies er noch darauf hin, daß der Gau Westfalen=Süd im kommenden Herbst eine dreitägige Fahrt der alten Kampfer unternehmen werde, wozu Näheres rechtzeitig bekanntgegeben würde. Alsdann sprach die Frauenschaftsleiterin, Frau Bruckner, über den Stand der Arbeit der NS.=Frauenschaft in unserem Gaugebiet. Aus dem interessanten Bericht war u. a. zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl heute bereits über 100000 betrage. Die Sprecherin verstand es. in anschaulicher Weise ein Bild von den mannigfachen Aufgaben der NS.=Frauenschaft zu geben. Die Ausführungen waren von starkem Beifall begleitet, Am Schluß der Tagung nahm Gaupresseamtsleiter Parteigenosse Lobbert noch kurz das Wort zum Thema: Aufgabengebiet des Gaupresseamtes. Er bat abschließend die Anwesenden, durch eifrige Mitarbeit innerhalb der einzelnen Aemter mit dazu beizutragen, daß auch der NS.=Gaudienst immer mehr ausgebaut werden könnne. Nach der Tagung besichtigten die Teilnehmer das mustergültige Müttererholungsheim der NSV. in Beddelhausen. Verbessert die Urlaubszeiten Aufruf Dr. Leys. NSG. In diesen Wochen haben in allen Gauen die Anmeldungen zu den„Kraft durch Freude"=Reisen 1937 eingesetzt, sie gehen schon heute über den Stand des Vorjahres um die gleiche Zeit weit hinaus. Diese Reisen stellen einen ganz bedeutenden Faktor zur Förderung der Volksgesundheit und zur Erhaltung der Arbeitskraft dar. Wenn wir darum kämpfen, daß der deutsche Arbeiter einen ausreichenden Urlaub erhält, so hat er nicht nur ein Recht auf die von uns geschaffenen Erholungsreisen, sondern auch die Pflicht zur Teilnahme! Betriebsführer! Verbessert die Urlaubszeiten, wo sie nicht ausreichend sind. Ein Volk, das so große Aufgaben hat wie das deutsche, braucht Kraft, um sie zu bewältigen. Urlaub ist heute keine Vergünstigung mehr, sondern stellt eine Notwendigkeit dar; denn eine nervenstarke schaffensfreudige Gefolgschaft ist der größte Wert eines Betriebes! Dr. Ley. Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront. Führertagung im Gau Westfalen=Süd RSG. Verleburg. 30. Juni. Auf Einladung des stellvertretenden Gauleiters Vetter fanTechnische Erziehung und Vierjahresplan Reichsfachgruppenleiter Schenck Dortmund sprach. NSG. Dortmund, 30. Juni. Vom 25. bis 27. Juni 1937 fand im Hause der Deutschen Erziehung in Bayreuth eine Arbeitstagung der Gaufachgruppenleiter für Höhere Technische Lehranstalten statt, die die einheitliche Ausrichtung und nationalsozialistische Formund der technischen Erziehung zum Ziele hatte. Aus allen Gauen des Reiches fanden sich die Sachbearbeiter und maßgebenden Persönlichkeiten der Partei und des Staates in einer vorbildlichen Kameradschaft zusammen, um die Aufgaben des Ingenieurs im Rahmen des Vierjahresplanes und Ziel und Weg der technischen Erziehung klar herauszustellen. Reichshauptstellenleiter Parteigen. Stricker eröffnete die Arbeitstagung und überbrachte die Grüße des Reichswalters Parteigenossen Wächtler. Der Leiter der Reichsfachgruppe. Dipl.= Ing. Schenck, Dortmund, sprach über die Notwendigkeit der Einheit der technischen Erziehung und über die Neugestaltung des Ausbildungsganges des Ingenieur=Erziehers. In einer Reihe von Kurzberichten wurde die besondere Eigenart der Lehranstalten für Maschinenwesen und Elektrotechnik, für Hoch= und Tiefbau, für die Textilindustrie, für den Bergbau, für angewandte Kunst und für die Seeschiffahrt angezeigt. Reichssieger vor dem Mikrophon NSG. Siegen, 30. Juni. Der Reichssender Köln besuchte die Reichssieger und Reichsbesten des Reichsberufswettkampfes 1937 im Gau Westfalen=Süd, den Schüler der Kulturbauschule in Siegen, Puth, und seine Mannschaft, die einmal vor dem Mikrophon erklären sollten, womit sie sich diese Auszeichnung verdienen konnten. SA.=Mann Puth verbreitete sich eingehend und verständlich über sein Projekt. Die Pläne des Reichssiegers wurden von der Behörde angefordert, die ihre Ausführung bereits Das zweite Projekt, durch das die Kulturbauschule Siegen im Mannschaftswettkampf Sieger des Reichsberufswettkampfes wurde, sieht eine Kultivierungsarbeit bei Anzhausen vor. Der Entwurf wurde auf Veranlassung des Kreiskulturbauamtes gemacht. Elf angehende Kulturbautechniker haben ihn fertiggestellt. Jeder bekam das Ressort, in dem er am meisten leistet. Der Entwurf wurde vom Bewertungsausschuß für außerordentlich wertvoll erklärt und ein Teil der Pläne wird in diesem Herbst Wirklichkeit werden. Hauptamtsleiter Hilgenfeld in Soest Höhepunkt der Tagung der Freien Schwestern. NSG. Soest, 30. Juni. Am Samstagmorgen traf Hauptamtsleiter Hilgenfeldt auf der Reichstagung der freien Schwestern in Soest ein und erörterte in längeren Ausführungen die Grundlagen, die für die Organisation des Reichsbundes der freien Schwestern und zur Vereinheitlichung der Schwesternschaft geschafsen werden sollen. Der nationalsozialistischen Totalitätsauffassung muß auch das Schwesternwesen untergeordnet werden, mit Einschluß der besonderen Aufgaben der Schwestern im Bereitschaftsdienst für die Gemeinschaft. Die richtungsweisende Rede des Hauptamtsleiters bildete den Höhepunkt der Reichstagung. Am Nachmittag wurden die Tagungsteilnehmer durch die Stadt Hamm empfangen und mit den Einrichtungen des Kurbades bekannt gemacht. Der Sonntag diente einer großen Sauerlandfahrt nach Warstein, wo das Gau=Müttererholungsheim besichtigt wurde. Jugoslavien Reiseziel einer Wirtschaftskundlichen Studienfahrt der DAF. RSG. Jugoslavien ist noch ein junger Staat Zu Ende des Weltkrieges entstand dieses staatliche Gebilde im Südosten Europas als Zusammenfassung des überaus größten Teiles der südslavischen Stämme. Seine Gesamtbodenfläche von annähernd 250000 alm wird von 14 Millionen Menschen bewohnt. Stark gegensätzlich ist die jugoslavische Landschaft gestaltet. Die Adria bildet die südwestliche Grenze des Landes. Der schmale adriatische Küstensaum, der durch unzählige Buchten, Kanäle und Inseln zergliedert wird, trägt mittelmeerisches Gepräge. Weit ausgedehnte Weinberge und=Gärten, Olivenhaine, Feigen= und Mandelkulturen u. a. m. machen diesen Küstenstreifen zu einem Gebiet von ungemeiner landschaftlicher Schönheit. Jugoslavien ist— wie die meisten Staaten in Südost— ein rohstoffreiches Land. Der fruchtbare Ackerboden liefert reichen Ertrag an Mais. Weizen, Gerste, Roggen, Wein, Tabak usw. Aber auch mit Bodenschätzen ist Jugoslavien reich gesegnet. Braunkohle, Eisen= und Kupfererze, Bauxit, Blei, Gold, Steinkohle usw. werden dort gewonnen. Deutschland steht mit Jugoslavien in einem regen Warenaustausch, der sich besonders in den letzten 3 Jahren stark entwickelt hat. Jugosla= vien als Rohstoffland und Deutschland als Industriestaat sind typische Ergänzungsländer. Deutschland steht heute als Lieferant und Abnehmer an erster Stelle im Außenhandel Jugoslaviens. Einen wesentlichen Faktor im jugoslavischen Wirtschafts= und Kulturleben spielen die 600000 Deutschen, die seit Jahrhunderten im heutigen Jugoslavien angesiedelt sind. Erstmalig findet in diesem Jahre, und zwar in der Zeit vom 4. bis 20. Juli 1937, eine wirtschaftskundliche Studienfahrt der Deutschen Arbeitsfront nach Jugoslavien statt. Diese Studienfahrt soll mit dazu beitragen. die durch die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Deutschland und Jugoslavien angebahnte enge Zusammenarbeit noch weiter zu fördern und zu vertiefen. Der Preis dieser Fahrt beträgt 260.— Reichsmark von München bis München. Teilnahmeberechtigt an dieser Studienfahrt ist jedes Mitglied der Deutschen Arbeitsfront. Anmeldungen und Anfragen für die Fahrt sind zu richten an die Deutsche Arbeitsfront. Amt für Berufserziehung und Betriebsführung. Weitere wirtschaftskundliche Studienfahrten in die Balkanländer finden statt: 5. bis 19. 8. 1937 nach Rumänien, Preis 250.— RM. von Dresden bis Dresden; 28. 8. bis 9. 9. 1937 nach Oesterreich, Preis RM. von München bis München; 9. bis 2. 10. 1937 nach Ungarn. Preis RM. von Passau bis Passau. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an die Deutsche Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung und Betriebsführung, Abteilung Vb. Berlin=Zehlendorf. Teltower Damm 87/91. 195.— 180. 19. Nur brei Pfennig täglich Und Du fehlst auch noch? NSG. Drei Pfennig, welch' geringe Summe! Und während Du, lieber Volksgenosse, beim Lesen der Zeitung diese Zeilen liest, da steckst Du Dir eine Zigarette an, und schon sind mehr als drei Pfennig in die Luft getan. Drei Pfennig! Das sind kaum so viel, wie früher Bettler an Eurer Tür erhielten. Du glaubtest, eine gute Tat für die„ärmsten Menschen“ der Landstraße getan zu haben, und schon an der nächsten Straßenecke wurden die so leicht gegebenen und so leicht„verdienten" Bettlerpfennige in Alkohol umgesetzt. Nur drei Pfennig am Tage! Gewiß, kaum der Rede und des Aufhebens wert! Doch— wenn die NS.=Volkswohlfahrt Euch bittet: Tretet ein in die NSV.!", dann werden womöglich heute noch ärgerlich die Türen zugeschlagen, da wird gar ein Brief als Antwort geschrieben, der wenig von sozialem Gefühl verrät, da findet der eine die, der andere jene Entschuldigung für die Ablehnung. Und doch handelt es sich auch hier nur um die drei Pfennig am Tag, um eine einzige Zigarette, um den Bruchteil einer Zigarre. Der Führer sagte einmal:„Die NSV. ist das soziale Gewissen der Nation!“ Für jeden anständigen Deutschen, der fest in urbeit und Brot steht, müßte es selbstverständlich nationale Pflicht sein, die Arbeit der NS.=Volkswohlfahrt durch die Mitgliedschaft zu unterstützen. Deshalb: Volksgenossen, tretet ein in die NS.=Volkswohlfahrt! Nur drei Pfennig am Tag, und Ihr helft der NSV. die schweren Aufgaben erfüllen, die jetzt im Sommerhalbjahr zusammengefaßt sind in dem Hilfswerk„Mutter und Kind“ und dem „Erholungswerk des deutschen Volkes“. Die erbgesunde und hilfswürdige Familie muß unterstützt werden. Die Hilfe für Mutter und Kind sichert die Zukunft der Nation. Es vom Ferienfahrten für Handwerkslehrlinge. NSG. Während 1936 die Handwerkslehrlinge ihren Urlaub im Zeltlager der HJ. zubrachten, soll in diesem Jahre der Urlaub durch Ferienfahrten ausgefüllt werden. sind folgende Fahrten vorgesehen: Ostpreußenfahrt: Dauer 16 Tage, 20. Juli bis 4. August. 47 RM.: Holsteinfahrt: Dauer 16 Tage, vom 20. Juli bis 4. August, 37 RM.: Nordseefahrt: Dauer 14 Tage. vom 5. bis 18. August, 32 RM.:„„ Hochlandfahrt: Dauer 14 Tage, vom 5. bis 18. August. 45 RM.: Frankenfahrt: Dauer 12 Tage, vom 21. Juli bis 1. August. 32 RM.; Frankenfahrt: Dauer 12 Tage. vom 21. Juli bis 1. August, 32 RM.; Rheinlandfahrt: Dauer 11 Tage, vom 21. Juli bis 1. August. 22 RM.: Sauerlandfahrt: Dauer 11 Tage. vom 20. bis 30. August, 19 RM. 4 "" ule Ahert ne idollische schöne Waldstraße, auf. ber## T5#c.K,r.K,S Aunee der Fihennuner Eine idollische schöne Waldstraße, auf der ich vendere, wenig begangen und wenig befabren. 365 setze mich binter den Straßengraben, an den Waldgand, um ein Weilchen zu ruhen. Da kommt ein schönes, blitzend neues Auto gemächlich gefahren, zwei glücklich lachende Menschen darin. Gerade vor mir wirft der Fahrer etwas aus dem Wagen, es rollt nicht weit von mir über den Waldboden, bleibt liegen— und raucht. O. nichts weiter, nur ein Zigarrenstummel— er raucht und glimmt ruhig weiter. Weil im Straßengraben Wasser steht, sebe ich rubig bin und beobachte weiter.„ B Nicht lange, und die braunen, trockenen Nadeln rings um den Stummel werden schwarz und beginnen zu glimmen. Erst ist's ein kleiner, talergroßer Fleck— bald ist's ein handtellergroßes Stück. Ein kleines Stückchen Reisig fängt an zu glühen, es knackt und kracht ganz leise, noch ist es keine Flamme. Aber jetzt fängt ein grüner Zweig an der schwachen Glut Feuer. kleine Stichflammen fahren aus den Nadeln, im Nu brennt der ganze Zweig und ringsum alles Reisig. Jetzt steh' ich auf und schöpfe mit meinem Trinkbecher Wasser, mache dem ganzen Feuereauber ein Ende. Nur 40 Minuten hat es gedauert, kein Mensch außer mir weit und breit, lange noch kommt niemand vorbei— nur Zufall, daß ich gerade dort sab und sab, was geschah.g=s, 821 Jeder Hausbrand vernichtet im Durchschnitt drei Balken; das sind drei Bäume, und drei Bäume sind je 60—80 verlorene Jahre des Wachstums und der Pflege. Waldbrände aber? Sie verursachen unermeßlichen und unersetzbaren Schaden! Bonn. Am Samstag und Sonntag fand in der Beethovenstadt die 12. Tagung des„Vereins für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande" zusammen mit dem 10. Lehrgang des gleichnamigen Universitäts=Instituts statt. Mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Westdeutschland hatten sich eingefunden, um aus dem Munde berufener Fachleute neue Erkenntnisse rheinischer Volkskunde und Geschichte vermittelt zu bekommen.," 8 In der Jahreshauptversammlung des Vereins berichtete Professor Bach=Bonn über die Arbeit des von dem Verein unterstützten Instituts. Mundart= und Flurnamenforschung, das rheinische Wörterbuch, Mitarbeit am deutschen Volkskunde=Atlas. Sammlung von Volkssagen. Erzählungen und Liedern deuten den weiten Rahmen an, in dem sich die vielseitige Arbeit des von Professor Steinbach geleiteten Instituts bewegt. Aus den Vorträgen seien drei wegen ihrer auch den Laien interessierenden Themen herausgegriffen. Professor Textor=Bonn sprach über die Entfestigungen und planmäßigen Verwüstungen deutscher Gebiete durch die Franzosen im 17. Jahrhundert, die in der Rheinpolitik Frankreichs der letzten Jahrzehnte nur ihre historische Fortsetzung fanden. Dr. Bodens=Bonn berichtete über die Sammlung von Volkserzählungen der bodenständigen Landbevölkerung, ein völkisches Kulturgut, um das man sich seit den Forschungen der Gebrüder Grimm jahrzehntelang überhaupt nicht gekümmert hat. Schallplatten des„Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten zur Zeit Adolf Hitlers“, jener Sammlung von Schallplatten, die dem Führer von der deutschen Beamtenschaft zu seinem letzten Geburtstag geschenkt wurden, erläuterten den Vortrag. Dr. BrevohlGelsenkirchen gab in seinem Vortrag„Das Ruhrgebiet und die Binnenwanderung, volkskundlich gesehen“ ein Bild von den neuen Forschungen über die Zusammensetzung der Bevölkerung des rheinischwestfälischen Industriegebietes, von der verschiedenen Haltung und Eigenart der Zuwanderer aus verschiedenen deutschen Landschaften und von dem Werden eines ganz neuen Volkstums, eben dem des Ruhrgebiets. Ueber den Umgang mit Aerzten Der selige Baron Knigge— so oft erwähnt und so wenig gelesen— würde heute seinem Buch über den„Umgang mit Menschen“ ein besonderes Kapitel über den Amgang mit Aerzten hinzufügen können. Es zeigt sich nämlich, daß manche Volksgenossen durch zu starke Anforderungen an die Zeit der Aerzte ihren leidenden Mitmenschen die ärztliche Hilfe schmälern. auf die nach der neuen Reichsärzteordnung alle Glieder des Volkes Anspruch haben. Aus Aerztekreisen werden zur Abstellung bestehender Mängel folgende Ratschläge erteilt. die der allgemeinen Beachtung wert sind: 1. Suche den Arzt bei leichteren Erkrankungen in seiner Sprechstunde auf, so daß Hausbesuche auf die wirklich ernsten Krankheitsfälle beschränkt bleiben. 224 16. 2. Vergiß nie den Krankenschein oder reiche ihn im Notfall sofort nach. Ohne Krankenschein ist der Arzt nicht berechtigt. Verordnungen auf Kosten der Kasse auszustellen. Der Arzt braucht dringend den Krankenschein für die Abrechnung. 3. Suche den Arzt vormittags möglichst schon am Anfang der Sprechstunde auf. Du selbst brauchst dann meistens nicht lange zu warten, erleichterst dem Arzt die Arbeit und nimmst dadurch Rücksicht auf andere Volksgenossen, die erst später in die Sprechkunde kommen kömnen. g.34eer 10 4. Notwendige Besuche melde bis spatestens Uhr vormittags an(nicht Zettel in den Briefkasten werfen). Bestelle Hausbesuche nur durch Erwachsene und gib dem Arzt zugleich die Krankheitserscheinung bekannt, wie z. B. Fieber, Halsschmerzen. Leibschmerzen Hw.„.,. g 4 intell. Denke daran, daß der Arzt seine Besuche einteilen muß. Die Erledigung nach 10 Uhr angemeldeter Besuche kann nicht mit Sicherheit erwartet werden. Deshalb rufe den Hausarzt rechtzeitig und nicht erst in höchster Dringlichkeit. 5. Für den Sonntagsdienst beachte folgendes: a) Nimm den Arzt während des Sonntagsdienstes nur in dringenden Fällen in Anspruch. b) Warte bei unklaren Erkrankungen nicht erst bis Samstag mittag oder Sonntag, sondern rufe rechtzeitig deinen Hausarzt, zumal wenn die Erkrankung schon einige Tage besteht. Blutige Zigennerschlacht Paderborn. Aus der Gegend Fürstenberg= Wünnenberg kommend hatten sich dieser Tage zahlreiche Zigeuner auf einem Lagerplatz in der nure von Ringestein zusammengefunden, wo sie es sich nach ihrer Art„wohnlich" machten. Abends gab es in einer Wirtschaft eine lustige Zecherei, bei der das bunt zusammengewürfelte Volk miteinander in Streit geriet. Mit Brotmessern und Rasierklingen gingen die Männer aufeinander los. Aus dem Wirtshaus vertrieben, setzte die Bande den Krieg am Lagerplatz fort. Viele Lagerinsassen wurden dabei verletzt, darunter drei besonders schwer. Polizei und Gendarmerie waren schnell zur Stelle; sie konnten aber nur noch die Folgen der wüsten Schlägerei beseitigen. Betrunkene und Schwerverletzte lagen wirr durcheinander; die Haupträdelsführer mit den Leichtverletzten waren schleunigst in den nahen Wald geflüchtet. Bei der Vernehmung der Zigeuner wollte keiner den anderen kennen, bis sich herausstellte, daß sie zum größten Teil aus Dortmund, aus der gleichen Straße und sogar aus dem gleichen Hause stammten. Wie wir hören, werden die Behörden in der nächsten Zeit gegen die Zigeunerplage besonders scharf vorgehen, damit Ruhe und Ordnung auf den Landstraßen gesichert bleibt. Jüdin verhaftet Hamm. Die Jüdin Lina Meyer, die in dem hiesigen Korsettgeschäft W. G. Neumann, Hitlerplatz, als Geschäftsführerin tätig ist, hat sich in typisch jüdischer Weise abfällig über die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik geäußert, unwahre Behauptungen aufgestellt und obendrein noch deutsche Volksgenossen beleidigt. Sie wurde von der Staatspolizei verhaftet und dem Richter vorgeführt. Schachturnier in Bochum Bochum. Vom 3. Juli bis 10. Juli wird in Bochum ein interessanter Schachkampf stattfinden. Hier erhält Ahues=Königsberg der eine langwierige Krankheit überstanden hat, Gelegenheit für einen letzten Schliff für das Turnier um die„Meisterschaft von Deutschland“ in Bad Oeynhausen, die er auch schon einmal besessen hat. Favorit für Bochum ist der Düsseldorfer Engels. In Kieninger, der sich in Stadtprozelten die Spielberechtigung für Oeynhausen erkämpfte, dem in Braunschweig ansässigen Essener Lange und in Rogmann=Bochum sowie dessen engeren Landsleuten Josteit, Hain, Hans Herrmann, I. Herrmann und dem kampflustigen Ludwig Herrmann, der sich in Bad Saarow im Trainingslager unter Schlage auszeichnete, stecken aber die Spieler, die erst geschlagen sein wollen. Freiballonwettbewerb um den Kirdorf=Pokal Frau hatte etwa 1000 RM. zwischen der Wäsche versteckt in einer Schublade aufbewahrt. Davon wußte aber auch ihr kaum 20 Jahre alter Neffe Werner, den sie schon oft zum Einkaufen geschickt hatte und der dann immer die vielen Geldscheine mit großen Augen betrachtete. Als ihm zum Karneval das nötige Geld fehlte, überlegte er mit seinem schon reichlich vorbestraften Freund, was zu machen sei. Hierbei fiel ihm das Geld der Tante ein und der„erfahrene“ Freund hatte sogleich seinen Plan gefaßt. Werner mußte die Schlüssel der Tante besorgen und während diese auf dem Kirchgang war, stahl man ihr nicht nur das gesamte Bargeld von 1000 RM., sondern auch noch eine Geldbörse mit 2 RM. und einen goldenen Ring. Beim Durchbringen des Geldes half dann noch ein Dritter, und als die Kriminalpolizei die Täter ermittelte, war das Geld bis auf den letzten Heller durchgebracht. Werner und sein Freund hatten sich nun vor Gericht zu verantworten. Einen Milderungsgrund sah das Gericht in der Leichtsinnigkeit der Tante, die die große Summe in der Kommode aufbewahrt hatte, statt sie zur sicheren und zinsgebenden Bank zu tragen. Immerhin bezeichnete das Gericht das Verhalten der Diebe als eine bodenlose Gemeinheit und so wurde Werner zu acht Monaten und sein Freund zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Zuchthaus für einen rückfälligen Betrüger Düsseldorf. Die Düsseldorfer Große Strafkammer verurteilte den 25jährigen Fritz Poburski wegen Betruges und Diebstahls im Rückfall zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 15 Monaten. P., der trotz seiner Jugend bereits zwölfmal erheblich vorbestraft ist, hatte sich unter dem Vorwand, er wolle sich etwas ausstaffieren, da er ein möbliertes Zimmer mieten wollte, von einem Freund einen Mantel und eine Uhr erschwindelt. Die Geschichte mit dem möblierten Zimmer war nur ein Märchen, und die geliehenen Sachen hatte P. schleunigst versetzt. Als er auf der Toilette einer Wirtschaft bemerkte, daß ein Gast, der betrunken war, seine Geldbörse fallen ließ, hob er die Börse, die 40 RM. enthielt, auf und steckte sie in seine Tasche. Er besaß noch die Frechheit, den rechtmäßigen Inhaber der Börse, der die Sache zurückverlangte, frech den Kirdorf=Pokal auszuschimpfen und verschwand. Er wurde kurz Gelsenkirchen. Der Start zum diesjährigen darauf von der Kriminalpolizei im Zuchthaus, Freiballonwettbewerb um den Emil=Kirdorf=Po= wo er eine neue Strafe verbüßte, wiedergefunkal erfolgt wiederum von dem Ruhrlandfüllplatz den. Für die Schwindeleien mit den Sagen#— der Ortsgruppe Gelsenkirchen des REFK., und Freundes und der Geldbörse hatte er sic nan Grunde wurden Levy mildernde Umstände zugebilligt. Treffen des ehem. Res.=Inf.=Rgts. 64 Düsseldorf. Die Angehörigen des ehem. ResInf.=Rgts. 64(1. Garde Res.=Div.) aus Rheinland und Westfalen treffen sich gelegentlich des Gardetages am 11. Juli 1937, vormittags 11 Uhr, im Standquartier„Handelshof“ in Düsseldorf, Graf=Adolf=Straße 56, zur Begrüßung der Berliner Kameraden. Die Bitte um Teilnahme ergeht auch an alle Frontsoldaten, die bisher nicht ermittelt werden konnten. Zwei Tote bei einem Autounglück Wesel. Auf der Fernverkehrsstraße 8 Wesel— Holland fuhr im Dierfordter Wald der Wagen des Bürgermeister Marschalk von Haarlem in Holland in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Aus dem völlig zertrümmerten Fahrzeug wurden die drei Insassen, der Bürgermeister, der den Wagen selbst gesteuert hatte, seine Frau und der Fahrer lebensgefährlich verletzt herausgezogen. Frau Marschaltk starb noch auf dem Transport zum Krankenhaus. Auch der Fahrer ist mittlerweile seinen Verletzungen erlegen. Ein nachfolgender holländischer Wagen, der sogleich den bewußtlosen Fahrer mit in die Stadt nahm, stieß zu allem Unglück auf dem Hansaring in Höhe des Zollamtes noch mit einem anderen Wagen zusammen. Hier entstand jedoch nur ein Sachschaden. 20. Provinzial=Pferde=Ausstellung in Köln Köln. Vom 2. bis 4. Juli 1937 findet ir Köln=Deutz auf dem Messegelände die 20. Provinzial-Pferde=Ausstellung der Landesbauernschaft Rheinland statt. Rund 600 Pferde, Spitzenleistungen der rheinischen Kaltblutzucht, werden im friedlichen Wettbewerb erneus die Leistungsfähigkeit und die breite bodenständige Grundlage der rheinischen Kaltblutzucht unter Beweis stellen. Verbraucherhöchstpreise für Gemüse und Erdbeeren Bonn. Mit Billigung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz als Preisbildungsstelle werden vom Gartenbauwirtschaftsverband Rheinland ab Mittwoch, 30. 6. 1937, folgende Verbraucherhöchstpreise für Gemüse und Erdbeeren für das Gebiet der gesamten Rheinprovinz bis auf weiteres festgesetzt: I Kohlrabi weiß 8 Pfg. pro Stück, Kohlrabi blau 10 Pfg. pro Stück, Blumenkohl 50 Pfg. pre Stück, Kopfsalat 10 Pfg. pro Stück, Möhren 13 Pfg. pro Gebund, 25 Pfg. pro zwei Gebund, Wirsing 10 Pfg. pro ½ Klg., Spitzkohl 10 Pfg pro ½ Klg., Weißkohl 10 Pfg. pro ¼ Klg., Rotkohl 15 Pfg. pro ½ Klg., Markerbsen A 30 Pfg. pro ½ Klg., Strauchbohnen(Treibware) 40 Pfg. pro ½ Klg., dicke Bohnen 15 Pfg. pro ½ Klg., Spinat 15 Pfg. pro ½ Klg., Erdbeeren 30 Pfg pro ½ Klg. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß vorstehende Preise sich nur auf die erste Güteklasse beziehen und daß mindere Qualitäten selbstverständlich niedriger im Preise liegen müssen. Die Verbraucher wollen dieses bei ihren Einkäufen beachten. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß die Preise in der Nähe der Erzeugergebiete niedriger liegen können. zwar am kommenden Sonntag, 4. Juli. Es sind zehn Ballone für den Wettbewerb gemeldet. Der Start ist auf 10 Uhr vormittags festgesetzt. Wenn man das Geld nicht zur Sparkasse trägt. Duisburg. Ein Lehrbeispiel, wie es kommen kann, wenn man glaubt seine Ersparnisse zu Hause besser aufzubewahren als auf der Sparkasse, zeigt folgende Begebenheit. Eine ältere Sprichwert em=Gesundhensverater * 91 W„sere Syre=chweisheit nichts nan 00. „Wer die Rinde verdirbt. tötet das Mark“. d. b. wer die Gesundheit des Körpers untergräbt, zerKört auch die Seele. Dieser Spruch ist einer von den vielen Hunderten, in denen unsere Vorfahren ihre Erfahrungen über Gesundheit und Krankheit niedergelegt haben. Mit den Sprichwörtern über Ebe Vererbung und Erziehung gehören sie zu jenen Aussprüchen altdeutscher Weisheitslehre, die gerade für unsere Zeit, die ein erbgesundes Geschlecht heranziehen will, wieder stark an Bedeutung gewinnen.„Wer gesund ist, der weiß nicht, wie reich er is“,„Gesundheit geht für Silber und Gold“.„Wer nicht gesund. lebt schlimmer als ein Hund“. lauter Sprüche, die eindringlich auf die Bedeutung der Gesundheit als des Menschen köstlichstes Gut hinweisen. Daher ist es Pflicht, auf die Gesundheit zu achten und sie nicht gedankenlos und leichtsinnig zu zerstören. Für die Jugend im Vollgefühl ihrer Kraft gilt das Sprichwort:„Gesundheit ist ein unbewußter Reichtum“. Sie denkt nicht daran, daß verlorene Gesundheit schwerer wiegt als der Verlust irgendeines Gegenstandes. Diesen kann man wieder ersetzen, aber:„Gesundheit kann man nicht beim Krämer kaufen". So will das Sprichwort die Jugend auf jenes Maßhalten in der Lebensführung hinweisen. Nicht als ob die Jugend nun ängstlich die Lebensweise alter Leute nachahmen sollte. Daß unsere Spruchweisheit nichts von Menschen wissen will. die allzu ängstlich um ihre Gesundheit besorgt sind und daher nie zum rechten Lebensgenuß kommen, zeigen deutlich folgende Sprichwörter:„Gesundheit und ein heiterer Sinn führen leicht durchs Leben hin". Ja, ein heiteres Gemüt ist geradezu eine Vorbedingung für die Gesundheit. Immer wieder betont das Sprichwort die Notwendigkeit, daß bei allem Ernst des Lebens doch die Freude nicht zu kurz kommen darf:„Wo Freude ist, da ist Gesundheit und Leben".„Fröhlichkeit ist gut vor Krankheit",„Ein fröhlich Herz arzneiet wohl“. „Fröhlich Gemüt gibt gesundes Geblüt“.„Ein fröhlich Herz macht rote Wangen“. Ein alter Spruch meint:„Daß die Leute so kurz leben, das macht. daß sie so wenig fröhlich sein". Und schlecht kommen die melancholischen Leute weg, denn„Melancholische Leute sind lebendig begraben und stinken, ebe sie tot sind". Jedoch muß sich dieser Fröhlichkeit auch wieder Ruhe und Stille zugesellen:„Doktor Maß, Doktor Stille und Doktor Frohmann sind die größten Aerzte“, sagt das Sprichwort und gibt dem gesunden Empfinden Ausdruck, das jedes Uebermaß verurteilt.„Den Bauch verhatscheln, heißt nach dem Kirchhof watscheln“. ein Sprichwort, das die Neigung unserer Vorfahren zeigt, auch Ernstes in eine heitere Form zu kleiden. vor der Strafkammer zu verantworten, die ihm angesichts der Vorstrafen mildernde Umstände nicht mehr zubilligte und die oben erwähnte Zuchthausstrafe verhängte. Steuersteckbrief und Vermögensbeschlagnahme Düsseldorf. Gegen den nachstehend aufgeführten Steuerpflichtigen ist ein Steuersteckbrief erlassen worden: Wollwarengroßhändler Gustav Bornheim, zuletzt wohnhaft in Düsseldorf, Moltkestraße 6, zur Zeit in Holland. Geschuldete Reichssteuerflucht 8234,89 RM.(Restbetrag) nebst Zuschlag. Steuersteckbrief des Finanzamtes Düsseldorf=Nord vom 3. Juni 1937. Es ergeht hiermit die Aufforderung, den oben genannten Steuerpflichtigen, falls er im Inland betroffen wird, vorläufig festzunehmen und ihn unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgte, vorzuführen. 18 Monate Gefängnis für jüdischen Rasseschänder Düsseldorf. Die Düsseldorfer Große Strafkammer verurteilte unter Zubilligung mildernder Umstände den Juden Eduard Levy wegen Rassenschande zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten und drei Jahren Ehrverlust. Levy hatte Anfang dieses Jahres eine Frau aus Ratingen kennengelernt, und da die Frau in hatte er ihr mit Lebensmitteln und Geld geholfen. Dabei kam es zwischen den beiden zu unerlaubten Beziehungen. Der Vertreter der Anklage war der Ansicht, daß der Angeklagte die Notlage der Frau ausgenutzt hatte und beantragte eine Zuchthausstrafe von 18 Monaten. Dagegen war das Gericht auf Grund der Beweisaufnahme der Ansicht, daß die Frau den Angeklagten zu der Lat verleitet hat. Aus diesem Kalte Nächte in der Eifel die mit in den Junitagen einsetzt, bringt ein mehr oder minder starkes Absinken der Temperatur. Namentlich in den Nächten wird es in den Höhenlagen um diese Zeit merklich kühl. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß auch in den letzten Nächten das Thermometer stark herunterging und sich in beängstigender Weise dem Rullpunkt näherte. In einigen Gebieten der Eifel stellte man in den Nächten zum Samstag und Sonntag nur ein bis zwei Grad über dem Gefrierpunkt fest. Im Gegensatz zu dieser merklichen Kühle während der Nacht herrscht tagsüber eine sonnenreiche, sommerliche Witterung, so daß die Arbeiten in der Heuernte sich verhältnismäßig schnell abwickeln. Ehetragödie auf offener Straße Hagen. Am Sonntagmorgen ereignete sich auf der Frankfurter Straße in Hagen ein aufsehenerregender Vorfall. Ein Mann aus DortmundHörde brachte seiner 37jährigen Ehefrau, mit der er sich in Scheidung befindet, auf der Straße mit einem Schlachtmesser drei Stiche in den Rücken bei. Die Frau, die ebenfalls aus Dortmund stammt, weilte bei ihrer Schwester in Hagen und war im Begriff, in der Frankfurter Straße eine Wohnung zu mieten. Der Mann hat sie bereits von Hörde verfolgt, wie man annimmt in der Absicht, die Frau zu töten. Das Messer, mit dem der Täter die Tat ausführte, war neu, also besonders für die Tat gekauft worden. Nach der Tat schnitt sich der Mann, ehe Passanten ihn daran hindern konnten, die Pulsadern der linken Hand durch. Die verletzte Frau mußte ins Marienhospital gebracht werden. Ein Stich hatte die Lunge getroffen, jedoch besteht bei ihr keine direkte Lebensgefahr. Der Mann wurde ebenfalls dem Marienhospital zugeführt. Sicer Uoer Rtehtt Von Schlafwandlern und Mondsüchtigen Was weiß man denn über Mondsucht anderes. als daß der davon Befallene bei Vollmond auf Dächern herumsteigt und, wenn man ihn mit seinem Namen anruft, erwachen und dabei verunglücken kann? Jedenfalls werden bei den „Somnambulen“(zusammengesetzt aus den lateinischen Worten„somnus“, gleich Schlaf, und „ambulo“, gleich ich wandle) Fähigkeiten wach, welche der Mensch im Wachzustände nicht besitzt. Manche Somnambulen können in diesem Zustande z. B. auf Dachrinnen klettern und auf ihnen entlanggehen, da sie, ohne klares Bewußtsein, die Gefahr nicht sehen, sich ihrer jedenfalls nicht klar bewußt und daher auch nicht in jene ängstliche Erregung versetzt werden, welche dem klar Sehenden Schwindelgefühl verursachen und ihn dadurch zum Absturz bringen würde. Damit hängt zusammen, daß man einen Nachtwandler in gefährlicher Lage nicht durch Anruf wecken darf. Auch die ungewöhnlichen Leistungen der Somnambulen auf geistigem Gebiet, z. B. das Hellsehen das Beherrschen längst verlernter, fremder Sprachen, die Telepathie, d. h. das Fernfühlen, usw. sind dadurch zu erklären, daß die Bewußtseinstätigkeit auf bestimmte kleine Gebiete durch das Unterbewußtsein zusammengedrängt wird. Nach dem Erwachen bleibt meist keine Erinnerung an das somnambule Erlebnis. Wir aber wollen uns hier nicht mit diesen Nebenerscheinungen des Somnambulismus, wie Hellsehen usw. befassen, sondern mit dem, was bei den im Schlaf Wandelnden in Erscheinung tritt nicht, ob ich Mann oder Weib, zunsch oder Tier bin———“ Ein Bericht, der den Zustand des Mondsüchtigen schildert:„Ich erwachte in der Nacht, setzte mich im Bett auf und wußte nicht, was mit mir los ist. Ich konnte nicht mit Bewußtsein denken, sondern war vollständig denkunfähig. Weder wußte ich, wo ich bin, noch was mit mir vorgeht, ich konnte mich an gar nichts erinnern. Ich wußte nicht, ob ich Mann oder Weib bin, Mensch oder Tier. und starrte nur fortwährend ins Nebenzimmer auf einen Lichtpunkt. Das war das einzige, was mir einleuchtete. An diesen hielt ich mich, um Klarheit zu bekommen. Ich sagte immer zu mir selbst: Was, was denn? Wo, wie und warum? Weiter ging mein Denkvermögen nicht. Auf diesen Lichtpunkt starrte ich immer, weil ich unbewußt dachte, von dort aus Klarheit zu bekommen, weil sonst alles finster war. Es dauerte sehr lange, bis ich durch das Licht unterscheiden lernte, was es beleuchtete. Es war von einer Straßenlaterne, also wahrscheinlich vor Mitternacht, und jene Laterne beleuchtete ein Stückchen Wand im Nebenzimmer. Nachdem ich mir sehr lange„Was? Was?“ vorgesagt und beständig auf den Lichtpunkt gestarrt hatte. lernte ich allmählich unterscheiden, was das Licht beleuchtete, z. B. erkennen: Das dort ist ein Stückchen Lampenlicht! Wieder nach einiger Zeit: Das ist meine Lampe! Hierauf erinnerte ich mich an meine Wohnung, und erst dann an alles andere. Als ich örtlich die Umrisse alle erfaßt hatte, kehrte auch das Bewußtsein wieder, daß ich eine Frau und verheiratet sei...“ Ein Jugenderlebnis Ganghofers Von Schriftstellern, die sich mit dem Monde so vertraulich standen, soll hier einer nach dem Wortlaut seiner Aufzeichnung angeführt werden, der einen eigenen Anfall von Mondsucht schildert— Ludwig Ganghofer in seinem„Lebenslauf eines Optimisten“:„In einer Nacht erwachte ich. Mich fror. Aber graue Dämmerung war um mich her und viele Sterne funkelten über mir. Ich saß auf dem Schindeldach der Kegelbahn. Auf den Boden hinunter war's kein großer Sprung. Aber die Kieselsteine des Seminargartens zerstachen mir die nackten Sohlen. Und als ich ins Haus wollte, fand ich das Tor verschlossen. Gott Jesus, wo bin ich denn nur herausgekommen? Irgendwo fand ich ein offenes Fenster und kletterte hinein ins Haus. Und. lautlos hinauf in den Schlassaal. Neben meinem Bette stand das Fenster geöffnet... und da draußen, glaube ich, war ein Blitzableiter.— Den ganzen Tag zermarterte ich mein Hirn, um einen Weg zu finden, auf dem ich der Angst vor diesem Fürchterlichen entrinnen könnte. Ich wagte mich keinem Menschen anzuvertrauen— aus Furcht vor dem Spott der anderen, aus Furcht, ich weiß nimmer, was ich alles fürchtete. Und am Abend nahm ich von Mutters Garnknäueln einen mit hinauf ins Bett, knüpfte mir zwei doppelte Zwirne um die Handgelenke und band die Enden um die Knäufe der Bettlade. In der Nacht, als ich wieder wandern wollte, spürte ich den Zug von Mutters Fäden und erwachte. Dann kam es nimmer. Ich war geheilt.“ Schlafwandler als Mörder Im folgenden einige Fälle, aus denen die, wie man sehen kann, immerhin mögliche Gefährlichkeit der anscheinend so harmlosen Mondsucht hervorgeht: Ein Mönch von düsterem Wesen und als Schlafwandler bekannt, begab sich eines Abends in das Zimmer seines Priors, der zufällig noch nicht im Bett lag, sondern am Arbeitstische saß. Der Mönch hatte ein Messer in der Hand, die Augen offen und ging geraden Weges auf das Bett des Priors los, ohne diesen und das breunende Licht im Zimmer zu bemerken. Er tastete nach dessen Körper im Bett, stach dreimal das Messer in dasselbe und kehrte mit befriedigter Miene in seine Zelle zurück, deren Tür er zumachte. Am anderen Morgen erzählte er dem entsetzten Prior, daß er geträumt habe, dieser habe seine Mutter getötet und deren blutiger Schatten sei ihm erschienen, um ihn zur Nache aufzufordern Er habe sich aufgerafft und den Prior erdolcht. Bald darauf bol er. in Schweiß gebadet, in seinem Bett erwacht und habe Gott gedankt, daß es nur ein schrecklicher Traum gewesen sei. Der Mönch war nun seinerseits entsetzt, als ihm der Prior erzählte, was vorgefallen war. Ein Schustergeselle, seit langer Zeit von Eifersucht geplagt, stieg schlafwandelnd über das Dach zu seiner Geliebten, erstach sie und kehrte wieder ins Bett zurück. Ein Nachtwandler in Neapel erdolchte seine Frau auf Grund einer Traumvorstellung, daß sie ihm untreu sei. Im Anschluß an diese Fälle, die wohl deutlich genug dartun, wie wenig Herr seiner Handlungen ein Nachtwandler sein kann und in welchem Maße er imstande ist, Handlungen vorzunehmen, die sich seinem Bewußtsein so nachher wie vorher entziehen, sei noch darauf hingewiesen, daß ein Schlafwandler auch produktive Nachtarbeiten, sogenannte„somnambule Elukubrationen“ vollbringen kann; ein Schriftsteller z. B. kann im Schlaf ein Manuskript schreiben, ein Mathematiker sogar ein schwieriges Rechenexempel lösen. ein Maler ein Bild malen, ohne von seiner Tätigkeit zu wissen. Erstaunt steht der Erwachte dann vor dem nächtlichen Werk als vor einem Rätsel: seine Handschrift, sein Pinselstrich — und dennoch keine Erinnerung an die Arbeit! So ganz ausgeschlossen ist es vielleicht nicht, daß wir die greifbaren Dinge mit denselben Blicken abzumessen in der Lage wären, mit denen wir gewohnt sind, die abstrakten Dinge abzuschätzen und daß wir andererseits diese mit— um modern zu reden:„Infra=Augen“ erblicken können, denn daß hinter dem Wahrnehmbaren noch eine Folge von unendlichen Hintergründen harrt, das lehrt uns der Weltenraum mit seinen unsichtbaren Räumen. Der Mond, dieser Fremdling aus dem Kosmos, mag sich zum Vermittler berufen dünken: aber ob er ein guter Vermittler ist, ist eine Frage, die man in Anbetracht der Mondsucht— bezweifeln möchte. Banknoten, die niemand stehlen KannEine Handvoll Schicksale in Geldscheinen Das Museum der Bank von England zeigt gegenwärtig eine Sammlung von Banknoten, an die sich merkwürdige Begebenheiten und Schicksale knüpfen. Unter ihnen befindet sich ein Geldschein, der zweifellos der wertvollste in der ganzen Welt ist, und es erscheint merkwürdig genug, daß man ihn überhaupt öffentlich ausstellt und damit der Gefahr, gestohlen zu werden, aussetzt. Aber diese Banknote schützt sich selbst gegen Diebstahl. Sie lautet nämlich auf eine Million Pfund— und ihr Dieb würde mit ihr weniger Freude erleben, als wenn er einen Penny gestohlen hätte. Wer würde ihm diesen Schein wechseln, von dem es überhaupt nur vier gibt? Einen besitzt die Bank von England, die anderen drei gehören Londoner Bankiers. Immerhin überkommt jedem, der sich diesem teuersten Papier der Welt gegenübersieht, ein peinliches Gruseln. Nicht minder interessant ist eine Fünfpfundnote, die ein englischer Kapitän vor 80 Jahren in Kapstadt erhielt. Als er sie näher betrachtete, fand er eine Reihe von Schriftzeichen, die ein englischer Matrose zwischen die Druckbuchstaben gemalt hatte. Er berichtete darin, daß er vor 5 Jahren in die Gefangenschaft eines nordafrikanischen Stammes geraten sei. Die englischen Behörden unternahmen sofort Nachforschungen, und einige Monate später konnte der Matrose gerettet werden. Seine Botschaft war mit der Banknote durch arabische Händler von Nordafrika bis nach Kapstadt gelangt. Unter zahlreichen Banknoten, die mit allerlei zarter Poesie und sinnigen Sprüchen verziert wurden, befindet sich auch eine, die eine Liebeserklärung gewissermaßen„ins Blaue" enthält. Ein junger Mann aus Birmingham suchte auf ihr in wohlgesetzten Worten nach einer Lebensgefährtin, die er treu und innig zu lieben versprach. Drei Jahre lang wanderte die Banknote um die halbe Welt, dann kehrte sie nach England zurück, wo sich schließlich eine reiche, junge Witwe des liebebedürftigen Junggesellen erbarmte, die Banknote an die darauf angegebene Adresse zurücksandte und ihm ihre eigene mitteilte. Eine glückliche Ehe war das Resultat. Auch originelle Fälschungen befinden sich unter den Schaustücken dieser Banknotensammlung. Es sind solche darunter, denen man auf den ersten Blick anmerkt, daß die staatliche Notendruckerei nichts mit ihnen zu schaffen hat. Aber es gibt auch manche, die durch viele Hände gingen, ehe sie als falsch erkannt wurden. Zu ihnen gehört eine Zehndollar=Note, die eines Tages einem Bankkassierer in Washington unter die Finger kam. Er ahnte nichts Böses, als er— aus reiner Langeweile — den Schein näher betrachtete und die darauf gedruckten Inschriften zu lesen begann. Plötzlich aber fand er, deutlich lesbar gedruckt, den Satz:„Dieses Geld ist falsch. Wer es annimmt ist ein Esel.“ Man forschte sofort nach und verhaftete bald einen jungen Kunstmaler, der ohne weiteres gestand, den Schein hergestellt zu haben. Er habe ihn, so verteidigte er sich, zu seinem eigenen Vergnügen angefertigt, um die Unaufmerksamkeit der Menschen zu prüfen. Außerdem habe er ja jeden vor der Annahme gewarnt. Indessen war die Note durch: unzählige Hände gegangen, ohne Argwohn zu““ erregen. Ungeklärt blieb bis heute das Geheimnis der sogenannten„Geister=Banknote“, die ebenfalls im Museum der Banknoten ausgestellt wird. Vor mehreren Jahren wurde eine neue Ausgabe von englischen Banknoten in den Verkehr gebracht. Sieben Monate danach fand man eine Note dieser Ausgabe, die statt der Aufschrift„Bank of England“ die Worte „Bank of Irland" trug. Aber seltsamerweise war diese Note ohne jeden Zweifel echt! Die Untersuchung ergab, daß sie in der Bank von England gedruckt worden war. Wie das Wort „Irland“ auf die Druckplatte kam, darüber zerbrechen sich die Beamten der Bank noch heute die Köpfe. Die kühnste Frau Australiens Sie holte sich ihre Perlen selbst vom Meeresgrund Als Miß Maud Benderson in Sydney dieser Tage heiratete, waren alle australischen Zeitungen noch einmal voll von den Abenteuern dieser„kühnsten Frau Australiens“. Maud Benderson ist nämlich seit Jahren als die beste und erfolgreichste Perlentaucherin der Südsee bekannt. Sie besitzt das kostbarste Perlenkollier der Welt— aber sie hat jede einzelne Perle dieser Kette selbst vom Grunde des Meeres heraufgeholt. In den ersten Jahren ihrer Laufbahn arbeitete Miß Benderson im Dienst einer Gesellschaft, die zahlreiche Perlentaucher beschäftigte. Da sie Glück hatte und eine ansehnliche Beute machen konnte, machte sie sich schließlich selbständig, erwarb eine eigene Segeljacht und fuhr, begleitet von 1 Arzt und 3 Matrosen, durch das Inselgewirr des Korallenmeeres. Ihre Kühnheit übertraf selbst die Verwegenheit der einheimischen Perlentaucher. Sie wagte sich in Tiefen, die jeder andere wegen der Haifischgefahr ängstlich vermied. Im Taucheranzug stieg sie auf den Grund des Meeres herab, und in vielen gefährlichen Kämpfen mit Haifischen und anderen Meerestieren rettete sie sich durch den sicheren Gebrauch ihres scharfen Maleaienkris, der sie auf ihren unterseeischen Spaziergängen begleitete. Ein besonders aufregendes Abenteuer hatte die Taucherin mit einem Polypen zu bestehen. Sie arbeitete gerade auf einem mit Schlamm und Sand bedeckten Wrack, zwanzig Meter unter der Wasserfläche. Plötzlich sah sie durch das Fenster ihres Taucherhelms einen riesigen Polypen. Seine gewaltigen Fangarme schossen blitzschnell auf das Mädchen zu und umfaßten ihren Körper. Nachdem die Taucherin ihren lähmenden Schrecken überwunden hatte, trennte sie mit einem raschen Hieb ihres Messers zwei der Fangarme von ihrem Körper. Aber sofort legten sich zwei andere fest und würgend um sie. Da zog sie mit letzter Kraft an der Signalleine. Die Matrosen auf dem Boot zogen sie hoch und sahen entsetzt, wie an ihrem leblosen Körper ein großer Polyp hing. Sie stürzten sich mit Messern und Aexten auf das Meeresungeheuer und töteten es— gerade rechtzeitig genug, um seinem Opfer das Leben zu retten. Seit diesem Abenteuer hat Maud Benderson das Perlentauchen aufgegeben. Sie hat sich mit dem Besitzer einer großen Schaffarm verheiratet und ist froh, daß ihr gefährlicher Beruf nun ein Ende hat. Zu ihrer Trauung aber trug sie ihr Perlenkollier, das einen Wert von etwa 100000 Pfund besitzt. Das Räuchen i Uer gander Von K. R. Neubert Zum Jahrmarkt war Matthias in die Kreisstadt gekommen. Seit Hedwig hier eine Stellung hatte konnten sie sich nicht mehr so oft sehen. Auf jedes Wiedersehen mußte man hoffen und warten wie auf die Sonne in Regentagen. Oder wie auf einen Jahrmarkt. Am Nachmittag traf er Hedwig. Sie sah hübsch aus und hatte neue Sachen an, in denen sie wie ein fremdes Fräulein wirkte. Doch die leise Fremdheit ihrer Erscheinung zog ihn nur noch mehr an. Die Freude, sie zu sehen, füllte ein Herz ganz aus, und so war er nur einen lugenblick enttäuscht, daß sie nicht allein war, sondern die Kinder ihrer Herrschaft mitgebracht hatte. Fröhlich, wie ihn dieses Wiedersehen stimmte, freundete er sich rasch mit den Kindern an. Fröhlich durchzogen sie die Festwiese. Hedwig nahm in dem Gedränge das Mädchen an die Hand und ging vor Matthias her, der den Knaben neben sich hatte. Zärtlich blickte er Hedwig nach, wie sie mit dem Kinde dahinging, und manchmal drehte sie sich um, und sein froher Blick traf sie. Dann lächelte sie verwirrt. Es war nicht das Lächeln von früher; etwas Verlegenes, Unruhiges war in diesem Lächeln, eine Spur von Angst. Er merkte es nicht. Glücklich trieb er im Strom des Jahrmarktes. Natürlich fuhr er mit den Kindern Karussell, und sie drehten am Glücksrad und gewannen Süßigkeiten. Einzelne Buden strahlten schon im Kerzenlicht, da gingen sie in die Stadt zurück, um die Kinder nach Hause zu bringen. Jetzt schritten die Kinder mit den Luftballons, die Matthias ihnen gekauft, vor ibnen ber, und er folgte mit bedwig. In dem kleinen Park wollte er auf sie warten. Stundo dauern“, neben ihrem Hause „Es kann aber eine lagte sie und sah ihn etwas ängstlich an.„Und hoffentlich geht es auch——“ Ganz leise hatte sie den letzten Satz gesprochen, schon im Gehen, und er sah ihr ein wenig erschrocken nach, bis sie mit den Kindern und den wehenden Luftballons im Hausflur verschwand. Sie kam schon nach einer halben Stunde. Sie hatte den Mantel nicht zugeknöpft und auch keinen Hut auf. Und ihr Gesicht——„Hedwig!“ sagte er bestürzt. „Ich kann nicht mehr fort.“ Mit gesenktem Kopf stand sie vor ihm.„Wir haben Besuch bekommen. Da muß ich bei Tisch helfen.“ „Ich hab mich so gefreut!“ sagte er leise. Die ganze Freude war nun fort. Aber da er sah, daß sie Tränen in den Augen hatte, wollte er ihr den Abschied nicht schwerer machen.„Na, dann fahre ich eben heim!“ seufzte er. „Aber einen Kuß mußt du mir noch geben.“ Sie nickte. Er sah sich um, ob sie allein waren. Sie gingen einige Schritte, bis sie an dem Busch waren, da küßte er sie. Als er ging, rief sie plötzlich hinter ihm her: „Matthias!“. Es war wie ein Hilferuf. Er wollte zurückeilen, da winkte sie, wandte sich um und lief schnell fort. Er sah ihr noch nach, wie sie in der Dämmerung des Parkes entschwand. Der Zug war schon abgefahren als Matthias auf dem Bahnhof ankam. Der nächste und letzte sing erst in drei Stunden. Darum kehrte Matis auf den Jahrmarkt zurück. Er wollte ein silbernes Kettchen für Hedwig kaufen und es ihr zuschicken. Dieser Gedanke machte ihn ein Weilchen froh, aber als er das Kettchen gekauft hatte und nun ziellos über die Festwiese wanderte. pürte er seine ganze Verlassenheit. Ein Mädchenlachen riß ihn aus seinem Schauen. Jäh wandte er sich um, aber das Lachen war schon verschollen im Gedudel der Drehorgel, im Kreisen der Karussells, im Lärm der Ausruferstimmen. Hedwig, dachte er. Es war ihr Lachen gewesen. Er begann sie hastig zu suchen. Er drängte sich durch die Menge. Manchmal glaubte er sie schon entdeckt zu haben, dann war es ein anderes Mädchen. und er atmete auf. Vielleicht hatte er sich auch vorhin nur getäuscht. Aber schließlich sah er sie. Hedwig stand in einer amerikanischen Luftschaukel. Der Besitzer kassierte noch. Gleich würde er zum Bremshebel gehen und freie Fahrt geben. Schon versuchten einige Ungeduldige ihre Gondeln in Schwingung zu bringen. Da rief Hedwig:„Ach. Gustav, mein Täschchen!“ Und aus der Menge kam ein junger Mann und nahm ihr das Täschchen ab. Keinen Blick wandte Matthias von Hedwig Lachend, mit heißem Gesicht stand sie in der Gondel. Der Schein der vielen Lampen lag auf ihrem Gesicht. Matthias sah ihr entflammtes, glückliches Lächeln. Aber es galt nicht ihm, sondern dem jungen Mann, den sie Gustav gerufen hatte. Plötzlich schwand ihr Lächeln. Ihr Gesicht bekam etwas Maskenhaftes. Es sah aus. als ob sie etwas rufen wollte, ihre Lippen bewegten sich, sie machte eine Bewegung zu Gustav, schwankte in der immer noch schaukelnden Gondel, hielt sich krampfhaft fest, bis ihr Kopf vornübersank, als wäre sie ohnmächtig geworden. Langsam fiel sie zusammen Aus der Menge ertönten Geschreie. Der Mann setzte sofort die Bremsvorrichtung in Tätigkeit, die Gondeln schlugen polternd auf dem Holzboden auf, verloren ihren Schwung, blieben stehen. Der junge Mann war hinaufgelaufen. Hedwig lag zusammengesunken da. Der junge Mann und der Besitzer hoben sie aus der Gondel und trugen sie zur Seite. Jemand rief nach einem Arzt, aber Hedwig schlug schon die Augen auf. Sie versuchte sich aufzurichten und blickte sich verstört um. Aber Matthias war nicht mehr da „Mir ist schon wieder gut!“ sagte sie, und von Gustav noch ein wenig gestützt, stand sie nun auf. Sie lachte schon wieder. Matthias war nicht da. Sie hatte ihn wohl nur in ihrer Einbildung gesehen. Matthias lief zum Bahnhof. Immer noch sah er das atembeklemmende Bild, wie Hedwig in der schwebenden Gondel langsam zusammenbrach. Hatte er nicht kurz vorher den wilden Wunsch gehabt, sie möge herausstürzen? Und dann hatte er doch in Angst und Entsetzen ihren Namen hinausgeschrien. Hingelaufen zu ihr aber war der andere... Als Matthias im Zuge saß, kam die ganze Traurigkeit über ihn. Er wußte, daß er Hedwig verloren hatte. Irgendwo flammte noch der Jahrmarkt mit seinen tausend Lichtern Matthias' Kopf schmerzte. Er öffnete das Fenster. Plötzlich fiel ihm das Kettchen ein, das er für bedwig gekauft. Er holte es aus seiner Tasche und warf es in die dunkle Nacht hinaus. Dee Führer an die Nuiversität Göllingen Göttingen, 29. Juni. Der Rektor der Universität Göttingen, Professor Dr. Neumann, hatte an den Führer ein Begrüßungstelegramm gerichtet und im Namen der Universität vollen Einsatz gelobt. Die Antwort des Führers lautet: „An den Rektor der Universitat Göttingen. Der Göttinger Universität spreche ich für die mir von ihrer 200=Jahr=Feier telegraphisch übermittelten Grüße meinen herzlichen Dank aus. Ich erwidere sie mit besten Wünschen für die weitere Arbeit auf Ihrer altbewährten Hochschule im Dienste Deutschland— Finnland 2:0 *# an::#hr endmen und ließ der und der Wissenschaft. Swvu F1 10 Jahre Arbeitsgerichtsbarkelt Jubiläum am 1. Juli gesetz vom 23. Dezember 1926 am 1. Juli endgültig in Kraft trat. Das Gesetz schuf für das ganze Reich einheitliche Arbeitsgerichtsbehörden, so daß seit seinem Inkraftireten die ordentlichen Gerichte nur noch in Ausnahmefällen in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten tätg Fud.„, Meit uue G.. Amtsgerichtsrat Wawretzto weist aus Anlaß des Jubiläums im„Deutschen Justizbeamten" u a. darauf hin, daß das Arbeitsrecht im Zeitpunk: des Inkrafttretens des Gesetzes im Zeichen des Klassenkampfes und Kollektivismus stand. Die nationalsozialistische Staatsführung, die eine umwälzende Neugestaltung des materiellen Arbeitsrechtes brachte, verfügte eine entsprechende Aenderung des arbeitsrechtlichen Verfahrens. Der Fortfall von Aufgaben hat zu einer Verringerung der Tätigkeit der Arbeitsgerichte geführt. Hinzu kommt, daß durch die Wiedereingliederung von Millionen von Menschen in den Arbeitsprozeß nach der Machtübernahme die soziale Befriedigung so stieg, das eine Verringerung arbeitsrechtlicher Streitigkeiten auch hierdurch die Folge war. Ferner hat die vermittelnde und aufklärende Tätigkeit der DAF., insbesondere ihre Rechtsberatungsstellen, sowie die Arbeit der Reichstreuhänder zu einer solchen beigetragen. Dennoch bleiben die Arbeitsgerichte ein wichtiges Glied im sozialen Aufbau als entscheidende Stellen bei Zweifelsfragen für den einzelnen auch grundsätzlicher Art. Dabei ist bezeichnend, daß das Arbeitsgerichtsgesetz bestimmt, daß während des ganzen Verfahrens eine gütliche Erledigung angestrebt werden soll. Die Juvalidenversicherung soll auf den Stand der Angestelltenversicherung kommen Berlin, 29. Juni. Auf der Reichstagung des Sozialamtes der Dalff. in Würzburg erklärte Pg. Dr. Funke, die Veränderung der Einkommensverhältnisse habe dazu geführt, daß heute zahlreiche Bezieher von terversichert sind. Neue müßten daher aufgestockt werden. Das Ziel müsse sein, die Invalidenversicherung nach und nach auf den Stand der Angestelltenversicherung zu heben. Der Ausscheidungskampf zur Buhrgr## neisterschaft am Dienstagabend in Helsing####. gen Finnland wurde für unsere Nationalelf keineswegs eine leichte Sache. 15 000 Finnen die Kampfstätte inmitten der Stadt bis auf die letzte Sichtmöglichkeit und standen wie ein Mann hinter ihrer Elf. Aber die Deutschen siegten nach Kampf mit 2•0(1.0), Lehner schoß schon wenige Minuten nach Spielbeginn die Führung heraus und Arban machte eine gute Viertelstunde nach der Pause das 220. Die Finnen hatten sich für ihren sebten Länderkampf gegen Deutschland etwas vorgenommen. Ausgeruht nahmen sie gegen unsere von den Meisterschaftsspielen doch etwas mitgenommenen Spieler den Kampf auf. In der ersten Hälfte standen aber Janes und Münzenberg wie eine Mauer im finnischen Sturm und Drang und gaben den Siegeshoffnungen der Finnen keinen Raum. Auch nach dem Wechsel der Seiten ließen die Nordländer noch nicht locker, doch dann kam die deutsche Kombinationsmaschine auf Touren und Finnland in Not. Mit ausgezeichnetem Deckungsspiel, in dem sich vor allem der hellblonde Lathi hervortat, stemmten sich aber nun die Finnen gegen die deutsche Ueberlegenheit und hielten das achtbare 0:2. N Danswent und tng rem Taterpzerg Stürmer nicht allzuviel Raum. Lehner schoß unserer nach ihrung heraus, und ehsel schaifte Achen Deutschsend: Jakob Janes Münzenberg Kupfer Goldbrunner Kitzinger Lehner Gellesch Siffling Szepan Urban Lintamo Grönlund Larva Weckström Taipalo Kilpi„. Oksanen. Lathi Lindback Karjagin Halme Flanland: Deutschland hatte seine stärkste Elf aufgeboten, gegen die Dänemark noch in Breslau mit 0:8 unter die Räder gekommen war. Aber die Finnen schreckte das nicht. Sie hatten sich gerade für das Spiel gegen Deutschland etwas vorgenommen und waren frisch. Sie wußten, daß die deutschen Spieler eine schwere Meisterschaftssaison hinter sich hatten und den Schalkern das Berliner Endspiel noch in den Gliedern lag. So stellten sie sich von vornherein auf Kampf bis zum Biegen und Brechen ein. Und wir müssen feststellen: Finulands Elf war äußerst kampfstark. Das 2:0 ist schon richtig und will auch die eiserne Energie der Finnen, mit der sie gegen das spielerische Uebergewicht der Deutschen anrannten, wahrhaben. Immerhin, der Sieg unserer Elf war in Ordnung und durchaus verdient. Die Finnen zeigten alles, was sie können und das ist nicht wenig. Doch gegen die eiserne Münzenberg war auch ihr Siegeswille nicht die starke Waffe, um eine Bresche zu schlagen. Auf der anderen Seite verstand auch die finnische Deckung wenigen Minuten schon die eine Viertelstunde nach dem Gegen die Sonne leitete Deutschland das Spiel ein. Unsere Elf ließ keinen Augenblick Zweifel aufkommen, daß sie den Sieg entführen würde und hatte schon bald eine Ueberlegenheit herausgespielt. Fünf Minuten waren gespielt, da wanertte eine blitzsaubere Vorlage von Siffling hinaus auf den rechten Flügel, Lehner zauderte nicht lange.e Kernschuß und schon führte Deutschland 1:0. Doch die Finnen machten unverdrossen weiter. Das 0:1 störte sie nicht. Vor allem der schnelle rechte Flügelstürmer Taipale machte sich immer wieder auf und davon und die deutsche Deckung mußte ordentlich aufpassen. Sie tat das gründlich und Jakob hatte nicht allzu oft einzugreifen. Drunter und drüber ging es aber kurz vor dem Wechsel. Im finnischen Sturm und Drang warf sich Jakob in die falsche Ecke, der Ausgleich schien nahe, doch da rettete nes in letzter Sekunde auf der Linte. Eine feine Nach dem Wechsel waren immer noch die Finnen da und strebten mit Macht nach einer Verbesserung des Ergebnisses. Mehr und mehr gerieten sie aber in das Netz der deutschen Kombinationen. in denen sie hin und her hetzten und schließlich doch müde wurden. Nun spielte unsere Elf ihr Spiel und in der 14. Minute stand es 2•0. Wieder hatte Siffling den richtigen Blick, spielte sein an Urban ab und der Schalker Linksaußen besann sich nicht lange, schoß knallhart aus 15 Meter und wieder hatte es im Finnentor eingeschlagen. Das war der Sieg! Wohl machte Siffling nun selbst noch ein Tor, das aber vom dänischen Schiedsrichter Remke wegen eines Regelverstoßes nicht anerkannt wurde. Immer noch versuchten die finnischen Stürmer, die überragende deutsche Deckung zu durchbrechen ihre 15000 Landsleute standen wie ein Mann hinter ihnen, doch es war nichts zu machen. Junge Emigraulen kerrorisieren Krankenhäuser Achtjährige Messerhelden Parts, 29. Juni. Frankreich, zur Zeit bekanntlich das gelobte Land einer bestimmten Sorte von Emigranten, erlebt im Zusammenhang mit dem Vorrücken der nationalspanischen Truppen abermals eine Welle von hereinströmenden fragwürdigen Elementen, über deren Betragen schon seit langerer Zeit besonders lebhafte Klage geführt wird. Nunmehr macht sich auch eine an Rußland gemahnende Kinderplage übel bewerkdar. In das Krankenhaus von Larochaix sind z. in der vergangenen Woche 15 junge rotspanische Flüchtlinge von 10 bis 15 Jahren aus Sautender eingeliefert worden. Sie zeigten sich von der übelsten Seite, gröhlten revolutionäre Lieder und bewarfen die im Krankenhaus Dienst tuenden Nonnen und Krankenschwestern mit gemeinen Schimpfworten. Mehrmals hatte schon die D“ zur Wiederherstellung der Ordnung ein wurden die roten Kleine Kritik Wie gesagt: ein verdienter Sieg. Keine deutsche Elf in Hochform, aber ein grundsolides Spiel. Hier und da etwas müde Züge, das kann aber nicht überraschen. Unsere beste Elf war für Helsinki gerade gut genug. Ein Experiment hätte ins Auge gehen können.— Jakob der zuverlässige Schlußmann, Janes und Münzenberg eine Klassedeckung. Hervorragend aufbauende und unermüdlich zerstörende Läufer. Vorne Urban, Gellesch und auch Lehner recht stark. Szepan körperlich etwas mitgenommen, aber der bekannte umsichtige Spieler. Siffling zu überhastet. Der ganze Angriff spielte mitunter etwas reichlich konsequent sein engmaschiges Spiel und das machte den Finnen die Zerstörung leichter. Immerhin aber eine gute Leistung. Flüchtlingsgäste handgreiflich und schlugen mit der Faust, mit Stiefeln und Gürteln auf die Nonnen und Krankenschwestern, um dann auf dem Wege durch die Fenster zu flüchten. Sie stiegen über den Zaun und machten die Straßen der Stadt unsicher, bis die Polizei sie verfolgte und sie wieder in das gastfreundliche Krankenhaus einlieferte, wo sie künftig unter„shapiger Bewachung von französischen Polizzg# stehen werden. Einer der Zöglinge setzre den Polizeibeamten tätlichen Widerstand entgegen. Auch unter den 60 durchschnittlich achtjährigen(!) Pflegebefohlenen aus dem Lande befinden sich Rädelsführer, die verlangten, wieder nach Hause befördert zu werden, und zu flüchten versuchten, wobei sie die aufsichtführenden Lehrerinnen mit dem Tischmesser bedrohten. Die Polizei ist hier ebenfalls herbeigerufen worden, um 15 der achtjährigen Unbezähmbaren herauszusuchen und in mannliche Obhut zu bringen. Um die Autobahn Berlin—kom Der Führer empfängt den italienischen Senater Puricelli zur Besprechung Berlin, 29. Juni. Das dem Führer im Dezember vorigen Jahres und Januar dieses Jahres durch Herrn Senator Puricelli vorgetragene Projekt einer Autobahn Rom— Innsbruck—München, welches mit dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen besprochen wurde, ist auf italienischer Seite nunmehr geprüft worden. Es ist mit einem baldigen Baubeginn auf italienischer Seite zu rechnen. Die Unterhandlungen mit Oesterreich sind soweit gediehen, daß von österreichischen Ingenienren nunmehr untersucht wird, welche Linienführung von Innebruck dur bestrhezgishene die zweckmäßigste für die dserlen###hen Erkehrsverhältnisse erscheint. Der Führer hat in diesen Tagen Herrn, Senator Puricelli in Begleitung des Geurunspertors für das deutsche Straßenwesen empfangen. Er hat dabei sein goßes Interesse an wersen Plane bekundet. Von deutscher Geitz.e möglich sein, den deut chen Anteil dieser gopen Straßenachse Berlin—Rom, die Berlin—München—Reichsgrenze, bis zu der 1041 vorgesehenen Weltaussteuung in Rom fertigzustellen. Ordensverleihungen an führende italienische Offiziere und Staatsmänner Berlin, 29. Juni. Der Führer und Reichskanzler hat in Anerkennung ihner die deutsch=italientschen Beziehungen dem Marschall Badoglio, den Generälen Pariani und Valle, dem Admiral Cavagnari, dem Staatsminister Graf Volpi und dem Staatssekretär Ricei das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler, ferner dem Divisionsgeneral Villa Santa, dem Ehrengouverneur Corni, dem Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister Dr. Pirelli und dem Vorsitzenden des Faschistischen Industriea##c verbandes, Cianetti, das Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler mit dem Stern verliehen. König Carol fährt nach Krakau Der Bischof soll nicht die Feierlichkeiten beeinträchtigen Warschau, 29. Juni. Am Dienstagabend gab König Carol, der von den Truppenbesichtigungen zurückgekehrt ist, zu Ehren des polnischen Staatspräsidenten ein Essen im Lazienski=Schloß. Mittwoch trifft der rumänische König zu einem zweitägigen Aufenthalt in Krakau ein, wo er seinen Besuch in Polen abschließen wird. Im Mittelpunkt des Krakauer Besuches steht eine Kranzniederlegung am Sarge des Marschalls Pilsudski. Wie von halbamtlicher Seite verlautet, wird das Krakauer Programm keinerlei Einschränkung infolge der durch den Krakauer Erzbischof, Fürst Sapieha, eigenmächtig vorgenommenen Ueberführung des PilsudskiSarges aus der St.=Leonhard=Kapelle in der Wawel=Kathedrale in die Gruft unter dem Turm erfahren. König Carol wird den Kranz am Sarge des Marschalls Pilsudski in der Gruft der Silbernen Glocken niederlegen die übrigen Gruften und die Sarkophage der polnischen Könige und der polnischen Nationalhelden besuchen. An den in Krakau vorgesehenen wird der päpstliche Nuntius teilnehmen, der auch bei dem Festessen im Wawel=Schloß anwesend sein wird. „Gazetta Polska“ veröffentlicht ein großes Bild, das König Carol im Gespräch mit dem päpstlichen Runtius während eines Empfanges im Warschauer Königsschloß zeigt. Im übrigen scheint der Konflikt des Krakauer Erzbischofs mit der polnischen Regierung die zuständigen Stellen zu veranlassen, für einen um so glanzvolleren Verlauf des Krakauer Besuches des Konigs Carol Sorge zu tragen. Unn auch der Erzbolschewik Anschlicht? Neue Verhaftungen in der tartarischen Somseirenebil? Warschau, 29. Juni. Die Polnische Telegraphenagentur meldet aus Moskau, daß dort Gerüchte über die Verhaftung Unschlichts verbreitet sind, der Mitglied des Vollzugsausschusses der Sowjetunion ist. Unschlicht ein alter Kommunist und Revolutionär, der 1919 Mitglied des Revolutionsrates des 16. Armeekorps war, das gegen Polen kämpfte. war er stellvertretender Chef der berüchtigten Tscheka und zuletzt außer der oben angeführten Eigenschaft stellvertretender Vorsitzender der Ossoaviachim. Gemeinsam mit dem roten Henker Dscherschinski war er Mitglied der kommunistischen Sowjetregierung, die Tuchatschewski im Verlaufe des polnisch=bolschewistischen Krieges 1920 in Bialyostok ausrufen ließ. Ebenso ist der Volkskommissar für Finanzen der tartarischen Sowjetrepublik, Magdjejew, als „Feind des Volkes“ verhaftet worden. Das gleiche Schicksal wurde dem tartarischen Volkskommissar für Industrie, Ganiejew, zuteil. Magdjesew wird beschuldigt, in seiner Politik„aus nationalistischen Grunden“ seine tartarischen Landsleute unter Benachteiligung der Russen begünstigt zu haben. Aus Anlaß des Kongresses der SHK. fand Dienstag nachmittag in sämtlichen Festräumen des Berliner Rathauses für die Delegierten des Kongresses und ihre Damen— insgesamt etwa 1600— aus 40 Nationen ein festlicher Empfang statt. Die nationalen Rundfunksender melden, daß nationalspanische Kriegsschiffe am Dienstagmorgen die Mittelmeerküste zwischen Sagunto und Valencia beschossen haben. Die dort angelegten Küstenbefestigungen seien teilweise zerstört worden. Das bolschewistische Kriegsschiff Dedalo sei getroffen wor Tpiel und Cherl Rewyork erkennt Louis nicht an Wie der Korrespondent der größten französischen Sportzeitung meldet, nimmt die Newyorker Boxkommission in der Frage der Anerkennung von Joe Louis als Weltmeister die gleiche Haltung ein wie die IBU. in Paris. Als einzige der vielen amerikanischen Boxbehörden lehnt sie es ab, dem Neger einen Titel zuzuerkennen, der eigentlich Max Schmeling gehört. Ein Zeichen, daß es in doch noch Sportbehörden gibt, die auch eine sportliche Einstellung haben. Verworren wird die Angelegenheit erst in wenigen Wochen, wenn am August in London der neue Weltmeister aus dem Kampfe Schmeling— Farr ermittelt isn. Sport in Kürze Hornberger Lief 19.4 Bei einer lokalen Leichtathletik=Veranstaltung in Dillingen(Saar) gab es auch zwei Einladungsläufe über 100 und 200 Meter, die durch vir Leilnahme des Deutschen Meisters Hornberger ein besonderes Gepräge hatten. Hornberzer gewann glatt und erzielte mit 10.4 Sekunden die Jahresbestzeit. Auch seine 21.7 Sekunden über 200 Meter wurden in diesem Jahre in Deutschland noch nicht erreicht. Neue Meldungen für Wuppertal Beim internationalen Sportfest in Wuopertal am 2. Juli starten im 80=Meter=Hürdenlauf der Frauen Steuer, Eckert(Deutschland), Burke, Odam (England), ter Braake und Doorgeest(Holland), im Diskuswerfen Gisela Mauermeyer, über 100 Meter Burke, Coen(Holland) und Freytag. Bei den Männern u. a. Pellin(Italien), van Runst(Belgien), Medinger(Luremburg). Raff und Schönrock über 5000 Meter, Finlav(England), Caldano(Italien), Welscher und Kumpmann über und Tierraccini(Italien), Powel(Enelgg##n# hard(England) und Schaumburg über 30 Mll!. BfL Köln 1893 endgültig! Köln hat einen neuen Groß=Verein. Der Kölner SC 99. einer der Pioniere des westdeutschen Fußballsports, hat sich mit dem CsR Köln zum BfL Köln 1899 zusammengeschlossen. Beide Vereine baben in ihrer Generalversammlung dem schon seit einigen Wochen gefaßten Beschluß der Vereinsführer mit großer Mehrheit zugestimmt. Man geht am Mittelrhein einen gesunden Weg, die Leistungen der Vereine, und vor allem auch ihre Lebensfähigkeit, zu fördern. Der neue Großverein mit seinen zahlreichen Mitgliedern und der schönen Platzanlage im Weidenvescher Park dürfte schon in der nächsten Saison eine Rolle im mittelrheinischen Fußballsport svielen. Die deutschen Auto=Nennfahrer in Newvork Die deutschen Autorennfahrer Bernd Rosemeyer. Ernst von Delius. Rudolf Caracciola sowie der Engländer Seaman sind zusammen mit Dr. Porsche und ihren Begleitern am Montag mit der„Bremen“ in Newyork eingetroffen. Die Fahrer begaben sich noch am gleichen Tage geschlossen zum Roosevelt=Field und besichtigten die Bahn, auf der sie schon am Dienstag das Training aufnahmen. Deutschland— Däuemark im Radsport Der erste Radländerkampf Deutschlands auf der Bahn in diesem Jahre führt unsere Amateure am 11. Juli in Leipzig mit Dänemark zusammen. Die Mannschaften kämpfen hier gleichzeitig um den vom Dänischen Radsportverband gestifteten Herausforderungspreis, der bisher von jeder Nation zweimal gewonnen wurde. Gekämpft wird in den vier olympischen Disziplinen, und zwar stehen ein 1000Meter=Malfahren, 1000=Meter=Zeitfahren mit behendem Start. 2000=Meter=Zweisitzerfahren und ein 4000=Meter=Mannschaftsverfolgungsrennen auf dem Programm. Dänemark hat seine Fahrer bereits namhaft gemacht. Es starten: H. Nielsen, K. Gene. A. Voß. A. W. Pedersen, Helge Jakobsen und V. Brask=Andersen. Schön zur Extraklasse aufgerückt Der Führer des Deutschen Radfahrer=Verbandes hat die schon auf drei Fahrer zusammengeschmolzene Extraklasse unserer Dauerfahrer ergänzt. Der Wiesbadener Schön wurde eingereiht und so setzt sich nun die Extraklasse aus Metze. Lohmann. Krewer und. Schön zusammen. Silde Sperling ausgeschieden In jedem Turnier sind den Ueberraschungen Tür und Tor offen. Auch die Allengland=Meisterschaften in Wimbledon machen da keine Ausnahme. Am Dienstag tat sich wieder allerlei: Hilde Sperling und Antta Lizana schieden aus... Mit 900 Stundenkilometer in die Tiefe Eine geradezu phantastische Geschwindigkeit erzielte ein amerikanischer Marineflieger bei Farmingdale mit einem neuartigen Tiefdecker. dessen Vorhandensein bisber streng geheimgehalten worden war. Im Verlaufe eines Sturzfluges aus 5000 Meter Höhe soll die Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 960 Stundenkilometer erreicht haben, wobei der 1100 PS starke Motor übrigens auf vollen Touren lief. Bisher gibt es zwar noch keine Weltrekorde für Vertikal=Flüge. aber immerhin ist es eine Leistung. mit fast 1000 Kilometer Stundengeschwindigkeit durch das Weltall zu brausen. Bassens-gsticte 1. Peir de Moutlherv: 1. Ninus(A. Rabbe): 2. Dame Motlen: 3. Winie Winkle. Sieg 44. Platz 21, 29.— 2. Prix Motrico: 1. Roi Chevalier(Hervé); 2. Cor Fleuri: 3. Mounette. Sieg 101. Platz 23. 14, 35.— 3. Prix du Peca: 1. Chatterie(Besson): 2. Falirette; 3. Bas Empire. Sieg 44. Platz 18. 25, 18.— 4. Grand=Croß=Conntry Miltteire de France: 1. Skiff(M. Mathet): 2. Frisquette 11: 3. Abnherr(Lt. W. Hasse) Sieg 35 Platz 16. 21. 30. — 5. Peix Ossian: 1. Jeu d’Enfer(A. Dupuit): 2. Cornet: 3. Vardon. Sieg 19. Platz 11. 12.— 6. Prix de Fresnay: 1. Mousseline Fine(A. Cheret): 2. Mordicus: 3. Inspecteur. Sieg 147. 46, 30. 42. Rheumatismus, Sicht Blutarmut, Mattigkeit, Nervosität schlechte und fehlerhafte Blutbeschaffenheit . Bestes Kurgetränk bei Zucker= und Nierenleiden, Arterienverkalkung Zu Haustrinkkuren Seit mehr als 200 Jahren hervorragend bewährt und ärztlich empfohlen Der Brunnen ist wohlschmeckend und erfrischend Lauchstädter Brunnen ist zu beziehen durch Apotheken, Drogenhandlungen und Mineralbrunnengeschäfte oder durch den Brunnenversand der Heilquelle zu Bad Lauchstädt.— Brunnenschriften kostenlos. Sonntag, den 4. Juli, 15 Uhr Mittwoch, den 7. Juli, 15 Uhr RENNEN ZU DORTMUND Sonntng: Preis von Westfalen Ehrenpreis der Proviaz Westtalen und 10 000 RPE Volkstümliche Eintrittspreise: Stehplatz 50 Pfg. II. Trib. 4.—RM4, I. Trib. 2.—RH4, Res. Irtb. 4.—Rh4, Loge Res. Trlb. 5.—Rh4. Mdllkür in Liniform und Kinder halbe Preiss. Zur Frischhaltung! Salizyl-P ergämentpapier, Glashaut Corona-immerfrisch, das neue Frischhalte-Packmittel Hans Linner, vormals Carl Braus Pednchch ahchn Sorar Schitensertg e. 8. Schente Der Bürger-Schützen-Verein e. V. Bochum-Werne felert nach S 10jähriger Pause am Sonntag, dem 4. Juli 1937 sein SchützenS fest. Zu dieser Veranstaltung sind wir herzlichst eingeladen. Die # Schützenkameraden, welche an dieser Veranstaltung tellnehmen S wollen, werden gebeten, sich in einer beim Feldwebel Preising S ausliegenden Liste bis spätestens Sonnabend, den 3. Juli mitags # einzutragen, damit für Fahrgelegenheit gesorgt werden kann. Fahrtkosten werden unter den Tellnehmern umgelegt. Abfahrt: 4. Juli 1937, 13 Uhr ab Adolf-Hitler-Platz. Anzug: Offlziere: Paradeuniform; Schützen: Mütze. * Für den gleichen Tag liegt eine Einladung für den Schützen# tag des Bürger-Schützen-Vereins Schwerterheide am„Freischütz“# # vor, den lch den hierblelbenden Schützen mit Familie zum Besuch S empfehle. Der Oberat. Slininnnnnnnnnncg Peaetsicheu etiskeseten. vorm. Carl Braus Hiesiges Industrielles Unternehmen sucht zum mögl. sofortigen Eintritt tüchtigen jungen Tctfarreterr Bewerbungen mit Zeugnisabschriften und Angabe der Gehaltsansprüche erbeten unter 1336 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Preußisch=Süddeutsche Staatslotterie Es ist höchste Zeit zur Erneuerung der Lose für die 4. Klasse Schreibwarenhandlung Hans Linner Große Marktstraße 3-5 vormals Carl Braus Turnen, Spiel, Sport Hornberger lief 100 Meter in 10,4 Sekunden. Bei einer lokalen Leichtathletik=Veranstaltung in Dillingen(Saar) gab es auch zwei Einladungsläufe über 100 und 200 Meter, die durch die Teilnahme des deutschen Meisters Hornberger ein besonderes Gepräge hatten. Hornberger gewann glatt und erzielte mit 10.4 Sek. die Jahresbestzeit. Auch seine 21,7 Sekunden über 200 m sind in diesem Jahre in Deutschland noch nicht erreicht worden. Eine große fahrtechnische Leistung Brigadeführer Nieder=Westermann holte sich die Silberne. NSG. An der Dreitage=Mittelgebirgsfahrt beteiligten sich auch die motorsportfreudigen Söhne der Roten Erde. Die Motor=Brigade Westfalen war durch ihren Führer, Brigadeführer Nieder=Westermann, und eine Mannschaft, bestehend aus Brockhähler, Stamm und Schladt vertreten. Der Dortmunder Mercedes=Benz=Rennfahrer H. Hartmann startete in einer Mercedes=Mannschaft, und der Dortmunder Wibbels ging auf einer 350=ccm=Triumph=Maschine an den Start. Brigadeführer Nieder=Westermann, der die wohl schwierigste Geländeprüfung, die jemals im deutschen Geländesport ausgetragen wurde, auf einem Wandererwagen bestritt, errang mit nur 14 Schlechtpunkten die Silberne Medaille in dieser schweren Konkurrenz, eine große fachtechnische Leistung. Die Mannschaft der Motor=Brigade wurde durch den Ausfall von Brockpähler, der zu Beginn des zweiten Fahrttages die Waffen strecken mußte, gesprengt. Stamm und Schladt fuhren als Einzelfahrer weiter und errangen nach bravouröser Fahrt die Eiserne Medaille. H. Hartmann, der fehlerfrei die erste Tagesetappe hinter sich brachte, schied aber schon am zweiten Tage aus. Auch der Dortmunder Wibbels war diesmal nicht vom Glück begünstigt und mußte, genau wie Hartmann, am zweiten Tage aufgeben. 8A. Gruope Wesalen bei den NSG. Die Ausscheidungswettkämpfe der SA. für die NS.=Kampfspiele in Nürnberg finden, wie bereits bekanntgegeben, in der Zeit vom 12. bis 15. 8. 1937 im Olympischen Stadion zu Berlin statt. Die besten Mannschaften der 21 SA.=Gruppen Deutschlands werden sich hier für Nürnberg qualifizieren. In allen Gruppen haben nunmehr die Ausscheidungskämpfe für die Reichswettkämpfe begonnen. In der Gruppe Westfalen werden die besten Mannschaften und Einzelkämpfer zuerst innerhalb der Standarten und Brigaden ermittelt und aus ihnen am 24. und 25. Juli 1937, an den Sportkampftagen der SA.=Gruppe Westfalen in Dortmund die Gruppe Westfalen in Berlin ausgeschieden. „Um den Freunden und Angehörigen der SA. Gelegenheit zu geben, Zeuge der Wettkämpfe in Berlin zu sein, ist der Gruppe eine Anzahl von Eintrittskarten für das Olympische Stadion zur Verfügung gestellt worden. Bestellungen für diese können bei allen SA.=Einheiten aufgegeben werden. Die Reichsbahn läßt aus Anlaß der Reichswettkämpfe Verwaltungssonderzüge nach Berlin laufen, bei denen der Fahrpreis für Karteninhaber 1 Pig. pro Kilometer hat. Ewiges Deutschland. RSG. Das soeben erschienene Juliheft der Monatsschrift für den deutschen Volksgenossen „Ewiges Deutschland", das überall bei den Ortsgruppen und Blockwaltern der NSV. zum Preise von 10 Pfg. zu beziehen ist, schildert den Einsatz der NS.=Volkswohfahrt in den sozialpolitischen Arbeitsgebieten unserer Zeit und deren erzieherischer Erfolg. Einige besonders interessante Aufsätze sind auch wieder der Arbeit auf dem Gebiete des Vierjahresplanes gewidmet: So der Artikel„Holz. ein Rohstoff, den deutscher Erfindergeist als Quelle neuer Werte erschließt"; des weiteren ein Aufsatz aus der Arbeit der Abteilung VolkswirtschaftHauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks. Die Berichte aus den Tätigkeitsgebieten der NS.= Volkswohlfahrt, von der Zahnpflege und ein Musterbeispiel nationalsozialistischer Selbsthilfe aus Thüringen, ergänzen das reichbebildente neue Heft, das auch den neuen Küchenzettel des Deutschen Frauenwerks für den Monat Juli enthält. Beteiligung der Freilichtbühnen am der deutschen Festspiele 1937. Sämtliche Spielstätten im Freien, die im Reichsbund für Freilicht= und Volksschauspiele zusammengefaßt sind, veranstalten ihre Aufführungen dieses Sommers im Zeichen des Jahres der deutschen Festspiele 1937 auf künstlerisch besonders hochstehender Grundlage und in besonders festlichem Rahmen. Insgesamt werden über 200 Freilichtbühnen im Laufe des Sommers bespielt werden. Engl. Bergbaustudenten besuchen Westfalen=Süd Wie die Morningpost“ aus Cardiff meldet, wird im nächsten Monat ein Austausch von deutschen und englischen Bergbaustudenten stattfinden. Sechs Studenten von der Universität Cardiff werden sich nach Deutschland begeben, wo sie zur Sammlung von Kenntnissen über den deutchen Bergbau einige Zeit in Bergwerke nan der Ruhr arbeiten werden. Mehrere deutsche Studenten werden in englischen Bergwerken im Kohlengebiet von Wales arbeiten. Schon setzt umfangreiche Pläne Winterarbeit von KdF. NSG. Für die kommende Winterarbeit hat die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ des Gaues Westfalen=Süd schon sehr umfangreiche Pläne. Sie wird eine Anzahl von Besucherringen bilden, und in jedem Ring den Besuch von je 5 Veranstaltungen jedem Volksgenossen möglich machen. Die Programmgestaltung wird unter anderem in der Musik wieder das Reichsimphonieorchester und ferner das Schulz=Fürstenberg=Trio, für die Bühne das Westfälische Landestheater die Niedersächsische Musikbühne (Operette), die Tegernseer Bauernbühne und Marionettentheater, ferner eine oder zwei Tanzgruppen einbeziehen. Die bereits im verflossenen Winter beschrittene Linie einer systematischen Kulturarbeit, wird nun in die Breite gehen; die für die bereits getätigten bzw. beabsichtigten Gastspielabschlüsse genannte Zahl ist geradezu überwältigend und gestattet die Erfüllung der Absicht, gerade auf dem Lande jeden Ort zu erfassen, soweit sich dort überhaupt die Möglichkeit dazu bietet. Familien-Nachbickten (Nach Familienangaben und Zeitungsveröffentlichungen.) Gestorben: Gerda Hallmann, 29 Jahre, in Menden. Frau Theodor Kronenberg, Lola geb. Römer, 67 Jahre, in Hagen. Börsen und Märkte ohe. Guaseh) Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 29. Juni. Dem heutigen Schlacht. viehmarkt waren zugeführt 416 Stück Großvieh, darunter 10 Ochsen, 145 Bullen, 219 Kühe. 42 Färsen: 647 Kälber; 66 Schafe: 2 Ziegen; 666 Schweine. Marktverlauf: Großvieh zugeteilt, Kälber gut. Schafe gesucht, Schweine zugeteilt. Ausstichtiere wurden über Notiz bezahlt. Es wurden gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht: A. Ochsen: a) 45 RM.:„B. Bullen: a) 43 RM. b) 39 RM., e) 34 RM.: C. Kühe: a) 41—43 RM. b) 37—39 RM., c) 32—33 R M., d) 25 RM.; D. Färsen(Kalbinnen): a) 44 RM., b) 38—40 RM., c) 32—33 RM. 2. Kälber: A. Sonderklasse 65—78 RM.: B. andere Kälber: a) 60—63 RM. b) 53—57 RM., c) 44 bis 48 RM. d) 34—38 RM. 3. Schafe: e) 45—47 RM., f) 40—44 RM. 4. Schweine: a) 53,50 RM., b) 1. Qual. 53,50 RM., 2. Qual. 53.50 RM., c) 52.50 RM., d) 49,50 RM., e) 49,50 RM., f) 49,50 RM., g) Sauen 1. Quak. 53,50 RM., 2. Qual. 51,50 RM. Verantwortlicher Hauptschriftleiter Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte(Ruhr) Verantwortl. für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke Schwerte(Ruhr). Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte(Ruhr). Z. Zt. ist Preisliste 10 gültig. D.=A. V.37: 1555. PSCHRCHT Schachaufgabe Nr. 1 Weiß zieht und setzt mit dem dritten Zuge matt. Schachaufgabe Nr. 2 Weitz zieht und setzt mit dem zweiten Zuge matt. Silbenrätsel ans, ar, bach, bo, bruch, cho, de, del, der. e, baus, in, ja, jekt, li, lo, mar, me, na, ni, nold, pbin, ral, ter ter, to. tra, um, un view. Aus vorstehenden Silben sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen Ausspruch von Goethe ergeben. Bedeutung der Wörter: 1. Meeressäugetier 2. Unterredung 3. Figur aus„Don Carlos“. 4. männlicher Vorname 5. Quellgöttin 6. kleines Raubtier 7. Englisches Abgeordnetenhaus Waagerecht: 1. Getreidebündel. 4. K. tier, 7. Verzerrung eines Kunstwerkes, Spott umdichtung, 8. Nähgerät, 9. organisiertes Gemeinwesen, 11. Vermächtnis. 13. Luftsprung. 14. größter See Finnlands, 15. Heilpflanze, 18. griechische Insel(Weinsorte). 21. französischer impressionistischer Maler, 22. Zuspruch, 23. Zeitangabe Ausstellungstag, 24. in der Photographie: Zustand des Bildes nach der Entwicklung, 25. Abfluß, 26. Himmelsbote. Senkrecht: 1. Höflichkeitsbezeugung, 2. ungarischer Herrschaftsbezirk, 3. Muse, 4. weibliche Gestalt aus der„Fledermaus“. 5. in der griechischen Sage: Begleiter des Dionys, 6. Brett, 10. argentinischer Tanz, 12. Stadt in Griechenland, 15. Singvogel, 16. älteste indische Sprachdenkmäler, 17. Stockwerk, 18. Pferd, 19. Cheruslerfürst, 20. landwirtschaftliches Gebäude. Krenzworträtsel Nr. 2 8. Fähre 9. Südfrucht 10. Stadt in Mittelfranken 11. Kirchengesang 12. weiblicher Vorname 13. Arbeitsgang im Buchdruckgewerbe (ch gleich ein Buchstabe.) Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. flüssiges Fett, 4. röm. Sonnengott, 7. griechische Göttin, 10. Artikel. 11. Abschiedsgruß, 12. rumänisches Geld, 13. Laubbäume, 14. Längenmaß, 16. Riesenschlange, 18. Zeitabschnitt, 20. Titel, 23, Flächenmaß, 24. Ruhestätte, 25. japanisches Nationalspiel. 26. japanischer Staatsmann, 28. römischer Hausgott. 29. Reinigungsprozedur, 30. Fläche, 33. Auffahrt, 36. Löwe. 37. exotischer Vogel, 39. Trinkstube. 40. ethischer Begriff, 41. Hausvater, 42. Nebenfluß des Neckar. Senkrecht: 1, feierliches Gedicht, 2. Erfrischung, 3. Aussatz, 4. Nebenfluß der Weichsel, 5. geheimnisvolle Naturkraft, 6. Windseite, 7. Nebenfluß der Weser, 8. Getränk, 9. unbestimmter Artikek, 15. Stadt in Schlesien, 16. Bucht, 17. Ansiedlung, 18. Erdfalte, 19. Wurfspieß, 21. türkischer Titek, 22. Ende des Lebens, 27. Wohlgeruch, 29. Sprengkörper, 30. Bierart. 31. Wild. 32. Ferment des Kälbermagens, 83. abessinischer Titel, 34. Hirtengott, 35. Metall, 38. ägyptischer Sonnengott. Auflösung aus voriger Rummes Schach=Aufgabe Nr. I 1. Le7—95, Ke5—d6, S- P a: 1. S: z. Ke5—54, 2. Dh3—57f, Kd4—65 oder—65(—69), 3. L95—67 oder 297—56(va) matt. b: 1. L91—52, 2. Dh3—53, beliebig. 3. Dd3—55 matt. Andere Spielarten ähnlich oder keicht. Schach=Aufgabe Nr. 2 1. Dh1—61, K56—05, 2. e2—44f, Kdöxes oder—66, 3. Da1—e5 oder—as matt, 3: 1.„ 806—66, 2. Dal—asf, Ke6—05, 3. e2—64 matt. Andere Spielarten ähnlich. Leiterrätsel Die Holme: 1. Walkueren, L. Einherier.— Die Sprossen: 3. Altai, 4. Kelch, 5. Eiger, 6. Ebene. Rätsel: Schill— Schiller, Sitterrätsel Waagerecht: 1. San Salvador, 2. Panamakanal. Senkrecht: 1. Mainau, 2. Ostrau, 3. Glogau, 4. Lauban, 5. Mostar. Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Blase, 4. Lapis, 8. Ehre. 10. Mast, 11. Livaren, 13. Kiel, 15, Renner, 17. Assel, 19. Els, 20. Remus. 22. Ahr, 24. Satte, 27. Platen, 30. Maer. 31. Senegal, 32. Eger, 33 Raps, 34. Lanze. 35. Harke. Senkrecht: 1. Berka, 2. Arles, 3. Seiler, 5. Amen, 6. Panne, 7. Sturz, 9. Bar, 12. Rebus. 14. Ischl. 16. Elite, 18. Lehen, 21. Samara, 22. Apfel, 23. Rasen, 25. Talar, 26. Erbse, 26. Terz, 29. Nev. Der Generaldirektor nickte.„Das meint man immer, sagte er bedächtig. Aber der Sohnbeharrte darauf. Nein: das sei keine Meinung, Gut also: Tatsache. Gerne zugegeben. Blieb also nur der eine Punkt zu klären:„Liebt sie Welche Frage? Erich sah verstört auf.„Ich habe Grund, dies anzunehmen“, erklärte er dann Kindlich, dachte der Generaldirektor. Immerhin Vernunft war hier geboten. Er dachte an seine Sekretärin. Intelligent war sie. Leider konnte er sich ihr Gesicht nicht vorstellen, weil er es niemals genau besehen botzezagte en misthillgend. „So etwas weiß man,“ sagte kr mißrilligens. „Man läßt sich nichts vormachen.“ Erich wurde unruhig. Mit einem Bisg des Valcrs tyrannisches Kinn sagte er „Wie du meinst. Ich glaube auch sagen z können, ich weiß es.“ „Beweise?“, kam es umgehens zurück. Nun verwirrte sich der Jüngere doch. weise? Wie soll einer Beweise finden für das, was er im tiefsten Herzen fühlt? Wie und unerträglich, sein Herz ausbreiten zu müssen..! Er antwortete nicht. Mit nachdenklichen Augen schaute er auf die Rosen inmitten des Tisches, die in flacher Schale schwammen. Der Generaldirektor blickte auf die Mein lieber Junge, sagte er endlich, Herzlichkeit in den Ton legend,„Liebe ist eine gefährliche Sache. Es haben sich darin schon Klügere als du und ich— ich will es offen bekennen auch ich, nicht zurechtfinden können. Viele Dichter und Denker sogar haben mit aufgestützt Stirn nächtelang darüber gesonnen, um endlich doch ehrlich zugeben zu müssen, daß sie nicht. davon verstehen. Jedenfalls, so viel möchte ich dir aus meiner immerhin größeren Erfahrung heraus sagen: Liebe ist eine Sache— und die Ehe eine ganz andere; beide haben zumeist recht wenig miteinander zu tun. Eine von beiden gibt es wohl, aber sie ist sehr selten. Wenn man so jung ist wie du, bedeutet die Eyeine Freiheitsbeschränkung, die sich in den meisten Fällen höchst unglücklich auswirken muß. Jugend will und braucht das ganze Leben, ihr müssen alle Möglichkeiten und alle Chancen offenstehen.“ Da der Sohn schwieg, fügte er nach einer Weile noch hinzu:„Ich sage nichts, ggen, die Liebe, r. von ener bge rate ic kauee. 0d. Und Erich, heiß, traurig, verwitet:„Warum sagst du mir dus alles, Vater? Ich glaube doch, vir würden glücklich sein. auf gin Zächeln Der Generaldirektor stand auf. En———r lag um den gutgeschnittenen Mund und verwischte den Eindruck des herrischen Kinns. Das war nun wieder ganz Erich, der sanfte Junge, den er heute heranwachsen sehen und wie Glas * zurchschauggggexmeinte. a1 heiraten, wenn ih gnügen macht. Aber daß sich ein Sivertsen zum Narren halten läßt, werde ich niemals dulden.“ Dies— Erich hörte es wohl— klang risch. Damit war diese Sache abgetan. Er fühlte auch die Ueberlegenheit des Vaters. Bewunderte sie. Zum Narren mag sich niemand gerne machen, selbst ein Verliebter nicht. Als sich Direktor Sivertsen endlich wirklich und wahrhaftig in seinem Auto befand, lächelte e# verschmitzt. Ein infernalisch verschmitzes Lächeln. Das wäre eben einmal noch nuu, Wunschg Doch auf den Jungen mußte man scharf aufpassen. Gerade, daß es ihm noch gelungen war, diese verflixte Situation zu retten. Uebrigens ein altbewährtes Mittel, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Wenn sie zusammen reisten, würden sie einander bald satt kriegen. uus Reisen gab es immer Streit. Wieder fing er zu schmunzeln an. Er glaubte, sich entüingen können, daß auch er auf der Hochzeil aus Leibeskräften gestritten hatte. Es war die dümmste Einrichtung, die es gab, so recht geeig. net, zwei Menschen, selbst wenn sie besten Wol lens sind, von vornherein zu entzweien. Erich, der Sohn, fuhr nachdenklich nach Hause. Er dachte an seinen Freund in England, de hinterrücks geheiratet hatte. Die ganze Fawilse, niemand hatte eine Anhung darsziggko'g,#t auch junge Leute, hatten es mißvilligt. Di fanrsich heute, daß man niemals urteilen dürfe. Es gab Situationen, wo zweifellos besser rasch gehandelt, als viel herumgeredet wurde. Gegen seine Ueberzeugung kamen ihm allerhand WünJa, auch Fräulein Valley." Der Generaldirektor legte besonderen Wert darauf, die eigene Sekretärin bei der Hand zu haben. Jauch, sein Chauffeur sollte mit dem Wagen nachkommen. Es wird gut sein,“ bemerkte er, die Hände au dem Rücken, umherwandernd,„wenn wir dort von vornherein kreditfähig auftreten. Lassen Sie Zimmer reservieren in Scheveningen, Palace=Hotel“, setzte er nach einer Weile noch hinzu,„in dieser Bruthitze wird uns etwas SeeMasiand Freute, V8., efieche eae iumer, dachte er. Nur die Sekretarin fand er etwas überflüssig, wenn doch schon er... Hier unterbrach Sivertsen, sprunghaft vom bisherige Thema abirrend, den erstaunten Mann durch den Bunsch, Fräulein Abschneider wieder auf ihrem Po, zu sehen. Für übernächste Woche sollte er si#., bereit halten. hla Er der oas vor la 8uh, Schaut brch ie. Welt an Geyt dahin, wo es schön ist. Du werpt, Welt an.'“ dahn.... est. Du weißt, klei zlich bin ich nicht, die Mittel dazu slehen oir und folgte dem Vater in die Bibliothek. Nun, kleinlich war er nie, sogar im Gegenteil, immer sehr großzügig gewesen. Und recht hatte er auch mit allem, was er gesagt hatte. Aber auch Lu war im Recht... „Das wird sie nicht wollen, antworteie er Doch nun wurde der Generalditektor böse. „Unsinn,“ sagte er,„wenn sie nicht will, so ist das der beste Beweis, daß sie dich nicht liebt. Dann ist das ganz einfach eine Spekulation auf den Namen Sivertsen mit den Rullen dahinter. „Desto besser. Jede Frau, die aufrichtig liebt, ist mit einem Vorschlag, wie ich ihn dir mache, einverstanden. Das kannst du mir glauben.“ Dem Jungen jedoch erschien dies gar nichts sicher. Besonders, wenn er an das Gespräch von gestern abend dachte. Aus dem tiefen Klubsessel heraus, wo er jetzt saß, tat er wie im Selbstgespräch zweiflerisch die Frage:„Wenn sie aber koch„nein“ sagt!: 8416178 Tirektor Sivertsen war vor den Schleidnisch getreien. Dort blähte sich die abgeholte Sonntagspost, die ihn magnelisch anzug. Er wunschte dies Gespräch zu beenden, da es kein weiteres Interesse für ihn hatte. Brief um Brief durch die Finger gleiten lassend, antwortete er grech„Wenn sie„nein“ sagt, dann sagst du„adien“. Das wirs sie schon zur Besinnung bringen. Und niederträchtig schmunzelnd:„Ich habe dich immer für einen klugen Burschen gehalten. Wenn einer die Frau nicht kriegt, die er liebt, so liegt das an ihm. Er ist einfach kein Mann. Also, was Da jede Erwiderung ausblieb, antwortete er fiel ihm ein, daß Ruhland lich in der Bank arbeitete. Zum Golf war es uv I sagte er, sich vor dem Klubsessel aufpflanzend:„Ich muß setzt in die Barz,#,. dich nur noch erinnern möchte— du es vergessen zu haben— der Name, den du trägst, ist nicht der erste beste. Ich möchte kast behaupten: er verpflichtet. Ihm stehen ein ueberzeutz. en.„.. 49 Wünsche, deren Erfulung, entweder Lu oder dem Vater gegenüber, nicht fair war. Beides ließ sich nicht gut vereinigen. Er brachte keinen Satz richtig zu Ende, das beste war jedenfalls eine Aussprache mit Lu.„Ich ändere mich nicht, wollte er ihr sagen,„du bist für mich die einzige. Ich werde dich nie enttäuschen.“ Aber ob sie trauen haben, nicht doch glauben würde, es ginge nur um einen Sommerflirt? Zu Hause meldete der Diener verschiedene Anrufe, Aufforderungen, den Tag da und dort zu verbringen. Sofort war er am Telephon, sagte Wenn man den einen einzigen Menschen nicht haben kann, braucht man die vielen. Das ist eine alte Sache. 16. Kapitel Generaldirektor Sivertsen war ein Mann der Tat. Tatendurstig fuhr er durch diesen brüllend heißen Sommertag. Kaum fühlte er sich von der gruftartigen Kühle seines Arbeitsraumes angenehm umschlossen, als sich ihm auch„schon Hollandprojekt verdichtete, greifbare— anzunehmen begann. Zahlen schwangen in der Luft, prangen ihn an, lösten sich auf, um sich gleich wieder, gefolgt von Zins= und Zinseszinsziffeln, in Ruy verzeichnete den Befehl lautlos. war nicht befugt, aufschlüsse zu erbitten.„Vermutlich wünschte der Chef hinfort zwei tärinnen zugleich zu beschäftigen. Er erlaubte sich nur darauf hinzuweisen, daß, falls Fräulein Abschneider noch nicht eintrittsfähig sei, vienernch eine männliche Kraft zum Ersatz in Frage komEine männliche Kraft!— Großartig!— Gedanke war äußerst sympathisch, er hatte den vollen Beifall des Generaldirektors. Dieser ver stieg sich sogar zu der Bemerkung, daß Frauen überhaupt zumeist minderwertig seien. Sie hatten eben die Kraft nicht, auch weilten ihre Gedanken nicht restlos bei der Arbeit, sondern anderswo. Wenn man einen plausiblen Anlaß fand, sollte auch die Abschneider abgebaut werden. Sivertsen liebte das schöne Geschlecht nicht. Hier war wieder einmal der Beweis dafür. Doktor Ruhland mutmaßte, daß er Aerger durch eine Frau gehabt haben müsse. Zwar wollten gewiss Leute, die das Gras wachsen hörten, wissen, daß Generaldirektor Sivertsen mit den Frauen abIn der Lat war Direktor Sivertsen im alge. meinen— und heute im besonderen— nicht gut auf die Frauen zu sprechen. Als schöner Mann und Witwer seit zehn Jahren lag so manche üble Erfahrung hinter ihm. Er war geneigt, anzunehmen, daß Geldgier die prominenteserg der, gefolgt von Zinsseinem Hirn zusammenzuhalten. „Ruhland rief er durch die halboffene Tür. Der Gerufene rieb sich die schlaftrunkenen Augen und stürzte eilfertig herbei. Heute waren sie allein. Da kam es zuweilen zu vertraulichen Aussprachen, denen Doktor Ruhland gerne den Sonntagvormittag opferte. Gleich seinem Chef empfand auch er den sonntäglichen Frieden dieser grabeskühlen Räume mit Entzücken. Er nutzte ihn auf seine Art. „Mein lieber Doktor“, sagte Direktor Sivertsen jovial,„da habe ich mir eben die holländischen Angebote vorgenommen. Sie sind doch nicht ganz von der Hano zu weisen. Eigentlich hatte ich sie noch etwas zurückstellen wollen"— er kritzelte schon wieder Zahlen aufs Papier—, „aber es scheinen mir allerhand Chancen drin zu stecken, die uns nicht verlorengehen dürfen.“ Ruhland zeigte sich sofort w. jährig, die ganholländischen Akten heute noch durchzuaro Ruhland zeigte sich sofort willfährig, oie gan 7. 42 ten. Was bedeutete ihm ein Sonntag meyr, den er in der Bank verbrachte! Gar nichts. Draußen war es stickheiß, alles war überfüllt, er bedauerte die Leute, die sich schwitzend in die Fahrgelegenheiten drängten und dies noch Vergnügen nannten.— Der Generaldirektor war in bester Form, außerdem in Siegerstimmung. Wenn er so war, nahm sein erfinderischer Geist Hürden und Hindernisse gleichsam spielend, ja er entzündete sich daran zur Höchstleistung. Plötzlich unterbrach bestätigt erschien. Doch das blieben immer nur Direktor Sivertsen war sich volkommen klar: ein Diner ohne Frauen, ein festlicher Abend ohne diese schönen, erlesenen, buntschillernden Geschöpfe war wie ein Tisch ohne Blumen. man tat gut, sie wie diese beder, Htglälterten und verloren Duft und Reiz. Jeden Luxus an GeAnleiheberechnungen, man muste ihm helfen, aus diesem Labyrint).., ugerzgugt dos finden. Gerne hätte er ihn davon unrrzrugt, bap die Frauen schöne Giftpflanzen seien, von denen man besser die Finger läßt; doch er verwarf den Gedanken als zwecklos, da solche Erkenntnis nicht Am nächsten Morgen besch Generaldirektor soc) glosiakeit und in ihrem Arbeitseiser ihrer Harmiosiglen und in chren Arnthr. merkte nichts davon. Im Gegentelt, be, ogr gu. diesem Tage sehr erregt und freudig wegt; bi. Mitteilung, daß sie zu den Verhandzungen Haag mitgenommen werden sollte, dullrte(ie, wenn nicht ein Gunstbeweis, so doch ein Zeichen von Zufriedenheit und Vertrauen. In einer gehobenen und wie seit langem nicht ausgeglichenen Stimmung, scried he zerigtete von der be. se an die Rutter. Si.„glland heren.““. vorstehenden Fahrt nach Houuns, eeten Ende wohl zugleich die Ablösung bedeuten würde; nachher freue sie sich schon auf Ruhe in einem stillen Zwischendurch dachte sie auch an Erich. Ihn würde sie nun wohl nicht mehr sehen. Das w## bitter. Schließlich rang sie sich durch zu der Ueberzeugung, trotzdem recht gehandelt zu haben und vermeinte in dieser Gugrichze ter Gotheit zu ein Zeichen der wunderverp).„Reing grss. chen Henn gerade dieser erste seine Ertolg an en Weo, den gans hatte. 5 für se 2.75a Li, „Bis wann kann die Ausarbeitung fertig sein? Ruhland überlegte und schätzte ab. Die ganzen Berechnungen und exakten Voranschläge... „Bis morgen abend vielleicht! Würde das geGewißl“ Es waren sa ohnedem nur die Unterlagen für persönliche Verhandlungen. Diese sollten dann in Amsterdam und im Haag an Ort und Stelle erfolgen.„Ich danke Ihnen,“ sagte Direktor Sivertsen sinnend,„wir werden die cht nehmenen Woche dafür in AusWie dies so seine Art war, legte er sogleich die Richtlinien fest. Er selbst wollte mit dem Flugzeug hinkommen. Doktor Ruhland und Frautein Valley sollten mit dem D=Zug.. ir Ruhland traute seinen Ohren u sber,. Denm verude ber gi. sicgz betygaichze leigten dem ege, den zu gegen.., fur sie salmt. vl. Herzens entschlossen hatte, ergao„ unumstößliche Gewißheit, daß dieser Weg der rechte sei. Arme Lul Hättest du nur ein Stückbitte?“ —.e nicht. nem Abend erstrahlte die Villa in Dahlem im Glanz ungezählter Kerzenstärken. Direktor Siversen gab ein kleines intimes Diner. Seine Einladungen nahm man stets gerne an, diese kleinen Diners machten von sich reden. Für gewöhnlich erfolgten sie zu vorbestimmgn, Zoges, doch vergaß man das fast über der Leuch#### und Sublimität der Aufmachung. Nach dem Kaffee— natürlich hatte sich der Hausherr mit ein paar Herren zu unvermeidsicher Kanfering zurückgerogen, zur zpot Vorwie er lächelnd saate—, saß oder stand man in den hübschen Räumen zwanglos umher. Die Diener stellten die Bridge=Tische auf. Erich, knabenhaft jung im Abendanzug, fühlte die Verpflichtung als Sohn des Hauses, sorgsam übermalten und überpuderten Gesichtern angenehme und artige Dinge zu sagen. Endlich konnte er sich auf die Tergisch, gre Sie lag kandelaberflankiert, in hellem Lia#,####ite Stufen führten in den Garten hinab. Er war nicht gerade in glücklicher Stimmung. Dieser Abend, zu dem er befohlen worden war, verminderte die Beschwerung seines Herzens nicht. Doch auch hier auf der Terrasse: leises Stimmengewirr im leichten Sommerwind. Als er die Stufen hinabeilen wollte, hörte er sich von einer Dame angerufen. Es war die Prinzessin. Zwanglos nahm sie seinen Arm, sie wollte in den Garten gehen. Zu jeder anderen Zeit hätte ihn dieser Wunsch beglückt; denn er verehrte die Prinzessin sehr. Seine tiefe Bewunderung galt nicht ihrem Aeußern, auch nicht ihrem Rang, sondern einzig und allein der Tatsache, daß sie es trotz vieler Widerstände gewagt hatte, den Mann ihrer Liebe, einen einfachen, nur um weniges als ihre Söhne ren Offizier, zu heiraten. Hoheit,“ sagte er eifrig— denn so forderte es die Etikette trotz des bürgerlichen Gemahls —.„Hoheit spielen doch Bridge?“ Und ervot sich, einen Tisch auf die Terrasse bringen zu falls Hoheit der nächtliche Sommerwind nicht Licht:„Verliebt?“ fragte sie lächelnd. keit konnte man nicht lügen.„Ein wenig,“ stammelte er und argwöhnte nicht, daß der Haushe seiner Tischdame Andeutungen gemacht haben könne, die den Scharfblick gar nicht erstaunlich erscheinen ließen. Erstaunlich waren nur ihre nächsten Worte. Sie sagte nämlich:„Sehr töricht, das". Das verletzte den jungen Mann, und fand es auch unbegreiflich aus solchem Munde. Die Prinzessin fand ihn in seiner Verwirrung reizend. Junge Leute fand sie stets reizend, besonders, wenn sie so bis über die Ohren verliebt W.. An der 9 Eingedenk der Worte des Hausheren, den sie schätzte, begann sie mit Gleichmut gegen die Liebe zu reden. Dazu promenierten sie auf den breiten Wegen dieses kunstvollen Garten. Erich ging in Bedrückung. Der schwüle, Duft von Sommerrosen ringsum machte klares Denken unmöglich. Die Prinzessin schien für Zauber dieser Nacht immun zu sein; sie in ihren Belehrungen. Sie wollte wissen, daß die Liebe eine optische Täuschung, ja eine Illusion sei, der jeder, auch der Klügste, zeitweise verfiel. Bekannte Persönlichkeiten der internationalen Welt wurden zum Beweis herangezogen. Von d großen Leidenschaft wollte sie erst gar nicht reden, eine solche— das konnte an Hand der Geschichte bewiesen werden— bedeutete Unglück schlechthinz. Ihre eigene Ehe, von der es hieß, daß sie äuße., glücklich sei, wurde mit keinem Wort Ein paarmal war Erich versucht, danach zu fragen, unterließ es dann aber doch aus Wohlerzogenheit. Immerhin gelangte er zu der Ueberzeugung, daß diese Frau, von der man im Klub wissen wollte, daß sie sich Tag für Tag in Herrgottsfrühe erhob und sorgfältigst Toilette machte, um dem Gatten strahlend entgegentreten zu können, verzweifelt unglücklich sein müsse. Sein junges Herz, weich, romantisch und unbewehrt, floß von Mitleid über. Droben indessen saß der junge Gatte beim Bridgespiel. Er spielte hilflos. Seine Gedanken umkreisten die beiden, die da unten rächtsnur; dig lange lustwandelten. Kummer und Socge in Herzen, kam er zuweiten auf die Terrasse ge) chen und bohrte den eifersüchtigen Blick in nachtliches Dunkel. Aber er konnte nichts sehen; auch von dem eintönigen Gerede, was da unten zwischen den beiden ging, verstand er kein Wort. ! In diese Verwirrung hinein fiel später— als das letzte Auto der Gäste soeben wegrollte die Aufforderung des Vaters, mit ihm nach Holland zu fahren. Der Generaldirel#######onte nachlässig am blumengeschmückten Kamin. Falls es wünschen sollte, kann diese jederzeit beurlaubt werden. Fahrt also, wohin ihr Lust habt. Von England möchte ich abraten, unse; dortigen Verbindung wegen. Auch läßt man si.h) dort leicht zu unbedachten Schritten verleiten, die, wie dir bekannt sein wird, nach deutschem Gesetz anfechte bar sind. 17. Kapitel Holland ist das Land des sicheren, reichen, geWenn der Durchschnittedeutsche an Holand denkt, so ersteht vor seinen geistigen Augen eine lockende Vision von Butter und Käse, von sattgefressenen schwarz=weißen Kühen auf saftigem Weideland. Wer aber hätte nicht auch schon von anderen Dingen, von Tulpen=, Narzissen= und Hyazinthenfeldern gehört? Ja, es ist ein netes Land, dem setn unendlie, Haesteeigerg#e Himmel sehr viel Helle und Klachn. di." Der Strecke vom Haag ois Scheveningen ist wie ein einziger Garten. Unentwegt wandelt man hier “ r ü n e n G l a ß t u n t e r e i n e m s c h a t. (Fortsetzung durch gründt. Eiaft, antet gen Blätterdach. igen, üpptfolgt.) NETUTSDENDEN KUEN A und DEUTSCHLANDSENDER Programm vom 1. bis 3. Juli 1937 REICHSSENDER KÖLN 5.50: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 5.55: von Stuttgart: Leibesübungen und Wiederholung der zweiten Abendmeldungen. 6.30; von Leipzig(aus Dresden): Frühkonzert. 7.00: von Leipzig: Nachrichten: anschließend aus Köln: Morgenlied— Morgenruf. 8.00: Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen— Kalenderblatt. 8.10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. 8.30: von Königsb.: Ohne Sorgen jeder Morgen. 9.30: Kleine Zwischenmusik. Industrie=Schallplatten. 9.45: Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Volksliedsingen. blatt.7. 10.30: Sendepause 11.45: Bauer merk' auf. 12.00: Die Werkpause senders Köln(in mit der DAF.). 13.00: Mittagsmeldungen: wünsche. 13.15: v. Frankfurt(v. Koblenz): Mittagskonzert. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15; Musikalische Kursweil. listisches Musizieren. 00: Send 10.00: Volksliedsingen. Liede #ige. der Zeitschrift„Schul 10.45: Sendepause 1.15: Deutscher Seewetterbericht. sendepause. suchs, du hast die Gans Wbung u. Sreschcteibenee Tapeseintellung 11.30: 11.40: gestok Raubzeugbekämpft Lieder= es ReichsVerbindung GlückSo. Anschließend: Wett 12.00: aus Breslau: Mittag. 12.55: Zeitzeichen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14,00: Allerlei— von Jw Drei: 15.00: Wetter= u. Börsenberichte. Programmhinweise. 15.15: Italienische Overnmelodien (Industrie=Schallplatten). 16,00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17. Wie wir ust-.“ F wielten zum der Deutschen Zwei bis der Pause von 1700—17.10; wir das erstemal Fußball 6.00: 6.30: 7.00: 8.00: 8.10: 9.45: 12.00: 13.00: Choral, anschließ. Leibes. 13.15: übungen. Frühkonzert. Nachrichten. Kalenderblatt. anschl. Zeit. Wetter, Wasserstandsmerdungen. Zeit, Nachrichten. Wassertandsmeldungen Funst am Mittag. Mittagsmeldungen 1— Glückwünsche. Fortsetzung konzerts. des Mittags14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei von bis Drei Allerlei von (außer So. Mo.). sendepause. Pirtschaftsmeldungen. lachmittagskonzert. Nomentaufnahme. irste Abendmeldungen. 32.00: Zeit. Wetter, Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. #1.: Komm mit # fröhlich. Abend. aus 15.00: Sendepause. 16.00: vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. 17.00: Zeitgemäße Gedanken dem Roman„Michael“. 17.15: Kammermusik. 17.45: Von Kampf und Kämpfen in Vergangenheit und Gegenwart. 18.00: Blaskonzert. 9.00: Zehn Jahre Garantie. 19.10: Kleines Konzert. 9.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Wie es Euch gefällt.— Der große Unterhaltungsabend des Reichssenders Köln, 22.00: Zeit. Wetter, Nachrichten. 22.30—24.00: von Stuttgart: und Unterhaltungsmusik. PEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel: Morgenruf: Wetterbericht: anschließ.: nahmen. 6.30: aus Berlin; Frül Dazwischen um 7.00: Nachrich des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. wielten... 17.50: Cellomufik. 18.15: Der unglückliche Liebhaber. Verse und Lieder aus aller Weit 18.45: Was interessiert uns heute im Sport? 19.00: Und jetzt ist Feierabend? Meister ihres Fachs. Industrie. Schallvlatten. 19.45: Deutschlandecho. 4. Reichstreffen d. Motor=Hitler=Jugend. 20.00: Kernspruch; anschließend: Wetterbericht und Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Die Kapelle Emil Roosz spielt. 21.00: Mit vier, gespielt fünf. Schneider sechs,.. Ein lustiger musikalischer Sratabend. 22.00: Wetter=. Tages= u. Sportnachrichten: anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—24.00: Himmlische Klänge. Industrie=Schallplatten. WEE REICHSSENDER KöLN 5.50: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 5.55: von Stuttgart: Leibesübungen und Wiederholung der zweiten Abendnachrichten. 6.30: von Königsberg: Frühkonzert. 7.00: von Königsberg: Nachrichten; anschließend aus Köln: Morgenlied— Morgenruf. 7.10: aus Köln: Frühkonzert. (Industrie=Schallplatten.) 8.00: Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen— Kalenderhlatt. 8.10: Ellen Derenbach: zurnen 8.30: v. München: Frober Klang zur Arbeitspause. chenmusik(Inplatten). Nachricht= standsmeldungen. 10.00: von Leipzig: Nur eine 22.30: Das Alte deut hten. WasserHerde 5 10.30: vom Deutschlandsender: Körperliche Ertüchtigung. 10.45: Gendepause. 11.45: Bauer merk' auf. 12.00: Die Werkvause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Mittagsmeldungen: Glückwünsche. 13.15: Musik am Mittag. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. 15.00: Kasernenhofton von heute. 5.5: Sendevause. 6.00: von Königsberg: Nachmittagskonzert. 17.00: Hinter den Kulissen des Sports. 17.30: Sigfrid Grundeis(Klavier) spielt volkstümliche Werke von Franz Liszt. 18.00: Ein Feierabend im Schalander ein. Dortmunder Brauerei(Funkbericht). 18.30: Wo bist Du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten. 18.50: Musik zum Feierabend. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Zur Unterhaltung. 21.15: Soldaten— Kameraden. Plattdeutscher Soldaten=Abend mit alten Märschen und neuen Löns=Liedern. 22.00: Zeit. Wetter. Nachrichten. Sportvorschau. 22.20: Die Motor=HJ. fährt nach Goslar. e lensender Witzieben: Musik zur Unterhaltung. DEUTSCHLANDSENDER Wie Reberick unichlek. i. nahmen. 6.30: Fröhliche Morgenmusik. Dazwischen um 7.00; Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendevause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendevause. 1%% aus Leivoig: Volk au. der „#####rech. Nur eine Herde Schafe. 10.30: Hendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Sendepause. 11.40: Anno 1649— Kartoffeln im Lustgarten. Anschließend; Wetterbericht. 12.b0: aus Koln: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen aus Leipzig Lanz. Ein 11 Better=, Tages= u. Sportanschließ.: Deutsch0 1.00; vom Ultrakurzweler Witzleben: Musik zur Ltung schen: 22.45—23.00: Deutwetterbericht. Rehlentste REICHSSENDER KÖLN 5.50: Morgenlied: Wetterbericht „für den Bauer. 5.55: von übungen und zweiten ub6.30: von 7.00 von Berlin: anschliekend aus Leibesholung der frühkonzert. Nachrichten: In: Mo 33·35: Momentaufnahme. 29.99: Erste Abendmeldungen, 20.10: Der frohe Samstagabend des Reichssenders Köln. 22.00: Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.20: Funkberichte vom Kavalle. ristentag in Düsseldorf. 22.35: Uebertrag, aus der Reichegusstellung„Schaffendes Volk. Düsseldorf: Nachtmusik u. Tanz. 24.00—1.00: von Berlin: Tanzmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel: Morgenruf: Wetterbericht: anschließ.: Aufnahmen. anschliebend aus Köln: Mormeldungen— Kalenderblatt. len Derenbach: FrauenMusik (In. Seewarte, 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte. Programmhinweise. 15.15: Kinderliedersingen. Lieder aus Niederösterreich. 15/40: Unser Ferientunge Peter. „Eir Prief wird lebendig. 10.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17.10: Old Steusloff hat Pech mit Goethe. 18.00: Gäste aus Nordosten. 18.30: Industrie=Schallplatten. 18.45: Treffpunkt: Rundfunkausstellung. 19.00: Und jetzt ist Feierabend! Kleine musikalische Unterhaltung 19.45: Deutschlandecho. Kernspruch: anschließend: Wetterbericht und Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 9: FIl 8.10: Euen turnen. 8.30: von Saarbrücken am Morgen. 9.30: Kleine Zwischenmusik dustrie=Schallplatten). 9.45: Zeit. Nachrichten. Wasserstandsmeldungen. 10.30: Lieselotte Hopve: Fröhliches Sviel für unsere Kleinsten. 11.00: Sendepause. 11.45: Bauer merk' auf. 12.00: Die Werkvause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Mittagsmeldungen: Glückwünsche. 13.15: von Breslau: Mittagskon14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Wochenendkonzert(Industrie=Schallplatten). 15.15: Der Sommer kommt mit Freuden... 15.45: Sendepause. 16.00: Bunte Melodien. 17.00—17.10(nur für Köln): Iserlohn steckt voller Merkwürdigkeiten. Eine Plauderei zur 700=Jahr=Feier der Stadt. 18.00: von Frankfurt: SchwimmLänderkampf Deutschland gegen Frankreich in Darmstadt. 18.15: Der neue Funkplan. 18.20: Abendsingen Eine Feierabendstunde im Stadtgarten zu Köln=Mülheim. 19.00: Menschen„unter sich., Belauschte Gesprache in allerlei Situationen mit Zwischenmusik.= Sperrzeit, Kleine Turnstunde. 10.00: Volk und Staat: Amalie Dietrich., 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Fendepause, 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Sendepause. 11.45: Bekämpft die Feldmaus! Anschließend: Wetterbericht. Königsberg: Musik 12.00: aus zum Mittag. der Deutschen seewarte. w: Glückwünsche. 5: Neueste Nachrichten. 12.55: Zeitzeichen Feugt 14 00 Allerla:. 14,00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte. Programmhinweise. 15.10: Heiter und bunt(Industrie=Schallplatten). 16.00: aus Köln: Bunte Melodien.— Dazwischen von 17.00 bis 17.10: Jumbo kehrt in seinen Urwald zurück. 18.00: Für jeden etwas(Industrie=Schallplatten). 18.45: Sport der Woche. 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 19.45: Deutschlandecho. 20.00: Kernspruch: anschließend: Wetterbericht u. Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: aus Köln: Der frohe Samstag=Abend des Reichssenders Koln. 22.00: Wetter=. Tages= u. Sportnachrichten: anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 28.00—0.55: aus Berlin: Tanzmusik. 0* e Indien ist, das Land der Gegensätze und Widersprüche. Während man einerseits die brutalste und grausamste Mißhandlung von Tieren beobachten kann, findet man auf der anderen Seite wieder eine so extreme Schonungsweise von Tieren, die für denjenigen, der nicht in den Irrgarten indischen enkens und Fühlens eingedrungen ist, geradezu grotesk und unverständlich erscheinen muß. Die religiöse Sekte der Jain, die von einem Zeitgenossen Buddhas gegründet wurde und viele gemeinsame Züge mit dem Buddhismus aufweist, ist in r Frage der Schonung der Lebewesen aller Art noch weitgehender als der Buddhismus selbst. Man darf kein Lebewesen töten auch nicht unabsichtlich, darum sieht man häufig die Anhänger der Jain= sekte mit einem Tuch vor dem Mund und einem Sieb in der Hand. Das Tuch soll verhindern, daß man kleine Lebewesen einatmet und sie somit vernichtet, und das Sieb hat nicht etwa den Zweck, Wasser von etwaigem Unrat zu reinigen, sondern zu verhindern, daß kleine Insekten hineinfallen und dem Tode preisgegeben würden. Wenn sie durch einen Wald gehen heben sie mit einem Stock jedes Zweiglein und Aestlein vorsichtig beiseite, um nicht etwa ungewollt ein Lebewesen zu zertreten. Sie setzen sich Wanzen und andere Blutsauger an den Arm, sie zu ernähren, und manchmal sieht man sie unter den Bäumen sitzen und Ameisen füttern! Kürzlich besuchte ich das Panjrapole in Bombay, das Asyl für obdachlose und gebrechliche Tiere. Es ist das größte seiner Art, und um dort hinzugelangen, muß man durch die belebtesten und engsten Straßen des Eingeborenenviertels, durch den Bazar, fahren. Am Eingang empfängt mich der Tierarzt Dr. Nao, der gleichzeitig die Aufsicht über das ganze Institut führt. Er ist ein freundlicher Mann mit dem versonnenen, ruhigen Blick der Menschen, die viel Elend gesehen haben. Er führt mich in den weiten geräumigen Hof, an den sich hier mitten in der Stadt ein ausgedehnter Komplex von Ställen, Boxen und Häusern anschließt. Das erste Haus beherbergt kranke und steche Hühner. Enten und anderes Geflügel. Tausende von Tauben sitzen auf dem Dach und Gebälk, als wenn sämtliche Tauben Bombays diesen Platz kennten und sich zu dem ihnen gewährten Freitisch hier versammelt hätten. Der Tierarzt erzählt mir, daß die Einrichtung dieser Panjrapole bis in die älteste Geschichte Indiens zurückreiche. Auch das hiesige sei über 100 Jahre alt und im Jahre 1834 gegründet worden. Und zwar habe die Veranlassung dazu ein Gesetz der Ostindischen Company gegeben, das damals angeordnet hätte, wegen der Tollwutgefahr sämtliche herrenlose Hunde zu vernichten. Reiche Jains und Parsen hätten sich daraufhin zusammengetan und dieses Asyl erbauen lassen. Dr. Nao zeigt mir die saubere. tadellos ausgerüstete Dispenserv(Avotheke), die sämtliche Heilmittel enthält, den schwachen und kranken Tieren zu helfen. Er selbst hat schon Hunderte von Operationen durchgeführt, denn häufig bringt der eigene„Krankenwagen" des Isols überfahrene oder arg verletzte Tiere berein, die chirurgisch behandelt werden müssen. Auch Geburtshilfe bei Kühen hat er zu leisten. Die trächtigen Kühe haben einen besonderen Stall mit besonders weichem Lager. Rinder beiderlei Geschlechts bilden überhaupt den Hauptbestandteil des Asyls. Ausgemergelte, blinde, lahme Tiere werden hier eingeliefert, junge Kälber die von ihren Besitzern nicht ernährt werden können, kommen als wahre Skelette hierher und erhalten gutes, frisches Futter, bei dem sie bald wieder Fleisch und Fett ansetzen. Und das ist eben der hohe wirtschaftliche Wert der Panjravole, daß sie ungeheuer viel von dem wertvollen Viehbestand retten, der sonst dem sicheren Untergang geweiht wäre. Während die alten und arbeitsunfähigen Tiere bis zu ihrem Lebensende ernährt und gepflegt werden, werden die geretteten jungen und wieder genesenen Rinder zur Aufzucht und Milchproduktion verwandt. Die guten Zugtiere werden gegen eine geringe Gebühr und gegen Bürgschaft für gute Behandlung vermietet, so daß das Asyl auch gewisse Einnahmen zu verbuchen hat. Diese betrugen im Bombayer Asol beispielsweise im letzten Jahre an 20000 Rs. Das Panjrapole in Bombay ist gewissermaßen die Zentrale für alle übrigen über das ganze Land verstreute Asple, wie die in Delhi. Chembur, Bhiwandi und Raita. Von hier aus erfolgt eine Verteilung der Tiere, da sonst das Bombayer Asyl bald überfüllt wäre. Es ist geradezu erstaunlich, zu hören, von woher die Tiere gebracht werden, sogar von den entferntesten Häfen, wie Aden, Port Sudan, Hodeida, Masoba usw. werden kranke Tiere von barmhereigen Gläubigen zum Asol nach Bombay geschickt oder gebracht. Es gibt aber auch Tierliebhaber, die Tiere von den öffentlichen Schlachthäusern loskaufen und hierher bringen. Um auch diejenigen Tiere vor einem gewaltsamen Tode zu bewahren, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, hat man eine besondere Isolierstation des Asyls mit Genehmigung und unter Aufsicht der Behörden errichtet. Lautes Gekläff empfängt uns bei den Hunden. Sämtliche Rassen und Kreuzungen scheinen in dem riesigen Zwinger vertreten zu sein. Blinde, lahme, verstümmelte und gebrechliche Tiere werden hier von besonderen Wärtern betreut und führen ein beschauliches Dasein bis an ihr Lebensende. In großen Käfigen sieht man auch ein paar Affen, die lustig herumklettern. Wir gehen zu den Vorratsräumen. In sauberen, geordneten Behältern wird hier Korn und sonstiges Futter abgewogen und rationiert. Oft kommen auch mildtätige Leute und bringen Heu und frisches Grünfutter für die Tiere. Trotz des großen Verwaltungsstabes, so erklärte mir Dr. Rao, waren die Einkünfte des Asyls immer noch höher als die Ausgaben. Sie betrugen beispielsweise für die zehn Jahre(1925—1934) ca. 2 473000 Rs., während sich die Ausgaben für die gleiche Zeit auf ca. 2320000 Rs. beliefen. Im Asyl in Bombay befinden sich zur Zeit ca. 550 Rinder aller Art, 4 Pferde, 90 Ziegen, 215 Hunde. 80 Enten und Hühner, 4 Affen, 4 Kaninchen und ein alter Papagei. Die Gesamtzahl der betreuten Tiere einschließlich der vorgenannten Zweigstellen beträgt etwa 3400. Man verläßt dieses Asol der Tiere, das merkwürdigerweise kaum ein Europäer in Bombay kennt, mit einem erbebenden Gefühl und entrichtet gerne noch einen Obolus in den Sammelkasten am Tore. Aeberache penas=Swira=Aser Eine achtjährige Entwicklungszeit ist der im Jahre 1933 aufgenommenen Großproduktion der Vistra=Faser voraufgegangen, ein Beweis dafür, daß man außerordentlich sorgfältig gearbeitet hat, um eine Textilfaser zu schaffen, die weitestgehenden Anforderungen gerecht werden konnte. Diese Vistra=Faser ist nun aber seinerzeit der Allgemeinheit etwas zu plötzlich vorgestellt worden, so daß überall ein starkes Mißtrauen aufwucherte. Man sprach von„Ersatz“ und„Ersatzstoffen“ und redete sich so in eine unbestreitbare Ablehnung hinein. Aber Menschen sind merkwürdige Wesen: sie hängen am Althergebrachten und können sich nur schwer an Neues gewöhnen. Haben sie sich aber erst einmal an die Vorzüge des Neuen gewöhnt, dann wollen sie sich an ihre frühere Haltung nicht mehr erinnern lassen. Siehe die Kunstseide, kein Produkt der Seidenraupe, genau wie die VistraKunstseide zu behandeln hat, damit ist Verbraucherseite her der Vann gebrochen worden. Kein Mensch vermag sich vorzustellen, wie man trüher ohne die Kunstseide auszukommen verle und was werden würde, wenn eines Tages dieses Erzeugnis von der Bildfläche verschwinden sol Und so liegen die Vistra=Faser. Sie spielt schon jetzt in sunzigon Textlien eine große Raue. ilig einen noch bedeutsameren P Ein Beweis fur den Ootimismus, mit dem ist der Hau der Großige Wolfen zwischen Bitterfeld und Dessau. ses riesige, Bistra=Werk ist das größte Werk sse auch bei der tzt in der Erzeuse Rolle, und sie wird iftig einen noch bedeutsameren Platz einnehmen. ren Spemomur, lait dem man in die Zukunft dlickt, ist der Nau,; mis r gnlgo— gr Tieses riesige Listra-Werk ist das größte Werk seiner Art auf der ganzen Weit; es wird, wenn die Vollproduktion aufgenommen ist, auch die ; Erzeugung vorwesen Können. Zur Zeit sind die Bauhandwerker noch nicht ganz verschwunden, die Produktion läuft denn auch erst nur teilweise, sei es zur Einarbeitung der Belegschaft, sei es zur Erprobung des überaus komplizierten Herstellungsapparates. Wenn auch der Laie den Erzeugungsvorgang nicht versteht, weil ihm die verschiedenen chemischen Prozesse unbekannt sind, so ist es doch hochinteressont, das Herstellungsverfahren zu beobachten. Wolfen geht bei der Herstellung von Zellwolle, aus der die Vistra=Faser gewonnen wird, von der Buche aus. Maschinen größten Ausmaßer zerhacken die Buchenklötze, turmartige Kocher lausen das zerstückelte Holz aus, riesige Bottiche für die Scheid sorgen jur die Scheidung des Zellstoffes von der Lauge. Nun gibt es zwei Verfahren. Einmal wird der Zellstoff zu Platten gepreßt, später aufgeweicht, aufgelockert und in die bauschige, flockige Zellwolle verwandelt. Aus dieser Wolle wird die Vistra=Faser gesponnen. Das zweite Verfahren. das sogenannte„nasse“, verkürzt den ArbeitsvorSensatun9 Ausschaltung der Eintrocknung des ###lstoffes zu Papplatten. Man benutzt gleich die flüssige Masse, um aus ihr den endlosen Faden zu ziehen, der durch verschiedene Bäder läuft, schließlich seidig=glänzende Farbe bekommt und dann ebenfalls in Zellwolle umgewandelt wird. Die Vistra=Faser ist nun aber in den Augen ihrer Schöpfer kein Produkt, das jetzt in dieser seiner Form wie ein unantastbares Heiligtum behandelt wird. Im Gegenteil, man greift alle Erfahrungen mit der Faser auf und sucht sie ständig fortzuentwickeln. So ist es jetzt gelungen, die Vistra=Faser der Wolle gleichwertig zu machen. Man hat auf Grund eines neuen Verfahrens der Faser die Eigenschaft gegeben, um die von Anfang an gekämpft wurde: die wasserabstoßende Kraft. Wasser, das auf die Faser fällt, perlt einfach ab. Mit dieser Verbesserung ist ein gewaltiger Fortschritt erzielt worden. Wer weiß, welchen Veränderungen die Faser künftig noch unterworfen wird! In den Laboratorien wird jedenfalls unausgesetzt an einer immer weitergehenden Veredelung gearbeitet. Dabei beschränkt man sich keineswegs darauf, nun immer dasselbe Ausgangsmaterial, im Wolfener Fall also Buchenholz, zu nehmen. Es ist gelungen, aus Kohle und Kalk eine Vistra=Faser zu gewinnen, die eine ganz große Zukunft besitzt, einmal weil sie schon jetzt ganz überraschende Eigenschaften aufweist, und zum anderen, weil der Grundstoff aus den nahezu unerschöpflichen Kohle= und Kalklagern unseres Vaterlandes genommen werden kann and nicht mehr aus dem deutschen Wald. Diese neue Faser läßt sich vorerst noch nicht zu Bekleidungsstoffen verweben, sie besitzt aber eine gewaltige„Widerstandskraft, ist vor allem unerhört säurefest und infolgedessen für industrielle Zwecke ganz besonders geeignet. Wie man sieht, herrscht rund um die VistraFaser ein gesundes Leben. Die Produktion gedeiht, sie wird immer stattlicher, aber auch das Erzeugnis schreitet von einer Verbesserung zur anderen. Ruhe und Stillstand, die Hauptfeinde jeden Fortschritts, sind in der Zellwolleerzeugung unbekannte Erscheinungen. Und das ist gut und nützlich. Denn wo dieses Leben herrscht, da kann der Mensch nicht ewig ablehnend bleiben. Eines Tages wird er zu seiner eigenen Ueberraschung eine grundlegende Wandlung an sich selbst verspüren: er wird zum Verteidiger der VistraFaser, auf die er dann nichts mehr kommen läßt. Und dieser Zeitpunkt, das kann ohne Uebertreibung gesagt werden, ist nicht mehr allzu ferv.