OEFT Die„Schwerter Zeitung“ erscheine wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. straße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21374. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke, Veraxtwe rgtk. für Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Haus rinner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Fernr. 2770 * Achwerter Zeimatblatt: Gan. Amter Westhosen Praste. Einzige in Hchwerte gedruckte Schwerte(Kuhr), Samstag, den 8. August 1936 69. Jahrgang Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(4# mmn Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Textanzeigen: Millimeterzeile 20 Pfg. Für fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.— Fernr. 22#„ Tageblatt für die Htadt Nr. 184 Nach einer Woche der Ankkarhenen Das politische Bild der vergangenen Woche trug für den größten Teil der zwischenstaatlichen Politik Europas und der Welt die Kennzeichen der Unklarheit und des Ueberganges. Die wichtigste politische Aktion dieser Woche, der französische Vorschlag für die Nichteinmischung, ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Schon als zum vorigen Wochenende dieser Vorschlag angekündigt wurde, wurde darauf hingewiesen, daß die französische Regierung nicht der kleinste Teil an der Schuld träfe, wenn auf Grund ihrer unklaren eigenen Haltung die Volter, an die der Vorschlag gerichtet war, ihre Zustimmung von gewissen Vorbehalten und Aufklärungen abhängig machten. Man kann nicht behaupten, daß die Haltung der franzötschen Lüäzerschzelicher geworden wäre. dieses Vorschlages übersichtlicher geworden ware, ganz abgesehen von der Haltung jener Kreise, von denen man weiß, daß ihnen gewichtig Einflüsse auf die Politik der französischen Regierung zur Verfügung stehen und die nach wie vor ganz unverhohlen zur offenen Parteinahme in dem innerspanischen Konflikt zu brangen suchen. Es kommt hinzu, daß jetzt von italienischer Seite der Vorschlag in die Debatte geworfen worden ist, nach dem Vorbild der Haltung im amerikanischen Sezessionskriege beide Parteien als selbständige Kriegführende zu betrachten. Die Debatte über diesen Punkt ist überhaupt noch nicht gefordert worden. Aber auch mit den sehr genau formulierten Fragen, die Italien seiner Antwort beigegeben hut, ist insoweit ein wichtiger Beitrag geliefert worden, als durch eine eindeutige Beantwortung dieser Fragen eine sehr eindeutige Präzisierung in der Stellungnahme erreicht worden ist. ernseitäfstsche Zterll n152 für Epunten Bereits auf dem Wege nach Frankreich— Aufsehenerregende Enthüllungen französischer Blätter if der andoron Soite einen Kampf zwischen den Kräften des C onb. Paris, 7. August. Während die französische Regierung über die Abgabe einer Neutralitätserklärung aller mehr oder weniger an den spanischen Ereignissen interessierten Mächte verhandelt, und die Linkspresse in besonders deutlicher Aufmachung die angeblich zufriedenstellende Antwort der Sowjetregierung wiedergibt, setzen die marxistisch=kommunistischen Kreise in Frankreich und in Sowjetrußland in großer Eile die Unterstützungen aller Art für Spanien fort. Der in Frankreich gebildete sogenannte „Solidaritätsausschuß“ der Volksfront teilt mit, daß er in Zusammenarbeit mit der marxistischen Arbeitergewerkschaft und der Roten Hilfe bereits eine halbe Million Franken gesammelt habe. Ohne Unterbrechung sollen Lebensmittel und Sanitätsmaterial nach Spanien abgehen. Egn F A. 2 Der„Matin“ hatte schon am 26. Juli die Bildung eines kommunistischen Freikorps in Sowjetrußland angekündigt und der„Jour“ will wissen, daß die erste Gruppe dieser Freiwilligen sich bereits auf dem Wege nach Frankreich befinde. Die französische Kommunistische Partei habe in dem roten Gürtel um Paris Unterkunftsmöglichkeiten bereitgestellt und einen dreiköpfigen Ausschuß gebildet, der für die Verpflegung zu sorgen hat. Frankreich, so schreibt das Blatt, hat den traurigen Vorzug, sowohl vom finanziellen als auch vom militärischen Standpunkt aus eine Filiale### raus zu werden. Denn anders könne man zeitig diese Bemühungen aus ver anderen Seite durch die Einführung einer Lohnsteuer zugunsten der Madrider Regierung. Dieses Verhalten müsse als eine wahre Herausforderung bezeichnet werden. Genosse Thorez verlangt Die französische Kommunistische Partei hielt am Donnerstag unter dem Vorsitz des Generalsekretärs und Abgeordneten Thorez eine Mitgliederversammlung ab, bei deren Eröffnung der kommunistische Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Kammer Duclos erklärte, daß die Frage der Unterstützung der spanischen Regierung der Gegenstand der Sitzung sei. Der Abgeordnete Thorez verlangte, man dürfe sich in Frankreich nicht auf bloße sicherungen der Solidarität beschränken, sondern man müsse unverzüglich Flugzeuge, Kanonen und Maschinengewehre für die spanische Regierung zur Verfügung stellen. Wenn man berücksichtigt, daß die Kommunistische Partei in der französischen Volksfrontregierung einen starken Einfluß ausübt, so muß man sich fragen, wie diese Einstellung mit dem Vorschlag des Kabinetts Blum hinsichtlich einer Neutralitätserklärung in Einklang gebracht werden kann. einen Kampf zwischen den Kräften des Christentums und des Kommunismus. Die einzig wahre Regierung in Spanien sei die des Generals Cabanellas in Burgos. In Madrid übten die Kommunisten die Regierungsgewalt aus und die Stadt befinde sich in einem Zustand der Belagerung. #ans zu Retrutierung In Spanien selbst nimmt der Bürgerkrieg inzwischen seinen Fortgang, die Zahl der Todesopfer steigt, und unter den Unglücklichen, die ihr Leben dabei verloren haben, befinden sich bedauerlicherweise nicht nur Spaniex, sonderg auch Ausländer, darunter Deutsche. Der Stano der Dinge am Ende der Woche zwingt zu der Annahme, daß mit einem schnellen Ende nicht zu rechnen ist und daß die Vernichtung von Leven und Sachwerten ihr Ende noch nicht erreicht hat. Moskau spielt die Politik seiner zweideutigen Haltung mit Unterstützung des spanischen Kommunismus auf der einen und mit der Versicherung der Bereitwilligkeit zu einem Nichteinmischungspakte auf der anderen Seite hohnlächelnd weiter. Man verläßt sich auf die Blindheit der europäischen Diplomatie, auf die Erfolge einer wortgewandten Propaganda und auf den gesunden Schlaf des Bürgertums in der Mehrzahl der europäischen Länder, das noch immer in seinen Traumvorstellungen einen gewissen Reiz daran zu finden scheint, mit dem Kommunismus zu liebäugeln. Inzwischen hat Griechenland sehr deutlich, in verstehen gegehen, daß es seinerseits, rircht, Hote schlossen ist, dieses Spiel noch länger mirzumucen. Man hat lange darauf gewartet, wie sich... nig Georg mit den Dingen abfinden wuroe. Die Selbstrettungsversuche des griechischen Parlamentarismus haben sich inzwischen als nicht besonders glücklich erwiesen, und die Annahme liegt nahe, daß mit den kräftigen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der kommunistischen Propaganda die erste Initiative des Königs zu einer Klärung der Verhältnisse von seiner Seite aus zu erblicken ist. Die Stimmen aus Prag und Bukarest, die vor der kommunistischen Gefahr warnen, haben sich vermehrt. Auch in 2 gien nimmt man den Kampf auf. Vielleicht hat man in Moskau die Festigkeit des Schlafs der europäischen Völker und die Wirkung der niedekünste doch überschätzt! Pg. Stürtz Gauleiter der Kurmark ond. Berlin, 7. Aug. Der Führer hat den disherigen stellvertretenden Hauleiter des Gaues Westfalen=Süd, Pg. Emn Srürtz, zum des Gaues Kurmark der RSDAp ernannt. Zum stellvertretenden Gauleiter des Gaues Kurmark ernannte der Führer den Reichsamtsleiter Paul Wegener. Mos= man die ung von Freiwilligen, die Sowjetrußland nach Spanien entsendet, nicht nennen. wenigen Tagen werde Frankreich die Soldaten der Roten Armee beherbergen, die zur Verstärkung des internationalen revolutionären Heeres bestimmt seien, das ganz Europa bolschewisieren Auch der Außenpolitiker des„Journal“ wirft die Frage auf, welche Neutralität man überhaupt von der Komintern erwarten könne, die bereits eine„Lohnsteuer“ für die Schaffung eines Kriegsfonds zugunsten der spanischen Volksfront eingeführt und die Bildung von Freiwilligen=Korps beschlossen habe. Man müsse sich fragen, ob eine derartige Einmischung mit der Neutralität vereinber seß, 8. Ratin Im gleichen, Sinne schreibt ver„#####n, der der Moskauer Regierung ein Doppelspiel vorwirft. Während sie einerseits dem franze schen Vorschlage zustimme, torpediere sie gleichTiefste Empörung London. Der Erzbischof von Westminster tritt heute mit einer bedeutsamen Erklärung über die Lage in Spanien an die Oeffentlichkeit. Der Kirchenfürst bringt darin seinen Abscheu über die von den Kommunisten an der Geistlichkeit in Spanien begangenen Greueltaten zum Ausdruck. Man müsse daran denken, so heißt es in klärung weiter, daß auch Englands Haus in Ge fahr sei, wenn das seines Nachbarn in Flammen Bemerkenswert ist eine Mitteilung, die der Erzbischof von Westminster von dem Rektor des englischen Colleges in Valladolid erhalten hat. In dieser Mitteilung beklagt sich der Rektor über die irreführenden Nachrichten, die der englische Rundfunk über Spanien verbreite. Stets werde von„Regierungsstreitkräften“ und„Aufständi: schen“ gesprochen, anstatt von dem Pooei und den Streitkräften zur Wahrung der Ordnung und der christlichen Gesetze. Es handele sich um In kieser Trader Shosien. Die kleine siebenjährige Johanna Immhof. fiel in Santander einem vorsätzlichen Attentat zum Opfer. Hein Voß aus Hamburg erlag seinen durch Schießereien im kommunistischen Stadtteil von Gijon erli#tenen Verletzungen. Parteigenosse Hans Hahner fiel beim Transport Verwundeter in Barcelona In Barelona wurden die Parteigenossen und Arbeitsfrontkameraden Wilhelm Gaetje, ich Hofmeister, Dus Erutsche Beit huft den aus Spanien vertriebenen Volksgenossen— Weiterer Eingang von spenden für den Hilfsfonds Oub Berlin, 7. Aug. Bei dem von der Auslandsorganisation der RSDAP eingesetzten Hilfsausschuß für Sraguzasantsche, in der Lei. tung der Auslandsorgangsurton der RSDAP“ sind aus allen Gegenden des Deutschen Reiches wiederum zahlreiche Spenden eingelaufen. Große Beträge und allerkleinste Opfer kamen zusammen. Führende Männer im Reich, eine Reihe von Städten, die deutsche Industrie und die Belegschaften vieler Werke haben Die Studenten haben unter sich gesammelt. Die Mädel des Frauenarbeitsdienstes, taten ihre Groschen zusammen, um auch mir ihren geringen Kräften dazu beizutragen, daß ihren vertriebenen Volksgenossen geholfen werden kann. An größeren und kleineren Spenden gingen von Industrieunternehmen, Organisationen und einzelnen Volksgenossen vom 3. bis 5. August Auch das Auslandodeutschturng, bepest wiederum seine Verbundenheit mit der Heimat. So wurden von der Landesgruppe Kolumbien der Auslandsorganisation der RSDAP 400 RM., von der Landesgruppe Argentinien und vom Kreis Italien=Nord der Auslandsorganisation der RSDAP 200 RM. für den Hilfsfonds übersandt. Diese Spenden, die oftmals ein großes Opfer waren, offenbaren die Verbundenheit und das dienen, daß auch weiterhin die notwendigen Mittel für unsere Volksgenossen, die in Spanien ihre ganze Habe und ihr ganzes Vermögen verloren haben, zusammenkommen. Spenden sind zu richten an den Hilfsausschuß für Spanien=Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der N. S. D. A. P., Berlin W 35, Tiergartenstraße 10. Konto: Berliner Stadtbank, Girokonro 2400 (Hilfsausschuß für Spaniendeutsche); außerdem nehmen sämtliche Spar= und Girokassen Zahlungen entgegen. Aufforderung zum Verlassen Spaniens London. Auf Ersuchen des englischen Auswärtigen Amtes richtete der britische Rundfunk am Donnerstagabend an alle noch in Spanien verbliebenen britischen Staatsangehörigen die Aufforderung, sich mit der nächsten Konsulatstelle in Verbindung zu setzen, da es sich im Hinolia auf die verworrene Lage in Spanien dringend empfehle, von der Räumungsmöglichkeit, die sich zurzeit noch biete, Gebrauch zu machen. Die zum Abtransport der britischen Untertanen in Spanien getroffenen Maßnahmen könnten nicht auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten werden. Hellmurh Hofmeister, Günther Swalmius=Dato und der Volksgenosse Treitz feige von kommunistischen Horden exschossen, Tief erschüttert trauert das ganze deutsche Volk diesseits und jenseits der Grenzen um diese jungen Menschen, die sterben mußten, nur weil sie Deutsche waren. Der infernalische Haß des volkszerstörenden Bolschewismus, der nicht einmal vor Kindern Halt macht, brachte diesen junWährend in Verlin die Olympia=Glocke die Jugend der Welt zum friedlichen Kampf ruft und eine ganze Nation die Völker der Erde gastlich empfängt, wütet in dem befreundeten Sxanien der rote Terror. Während im Dritten Reiche Friede und Ordnung herrscht und Menschen aus allen Erdteilen in festlicher Stimmung sich zur Abhaltung der Olympischen Spiele zusammengefunden haben, ereilte in Spanien sieben deutsche Menschen ein grausames Schicksal. Das Gastrecht des Landes, das sie niemals verletzten, konnte sie nicht schützen. Wir auslandsdeutsche Nationalsozialisten senken unsere Fahne vor diesen Toten. Vier Parteigenossen, Kämpfer für die Idee Adolf Hitlers unter ihren deutschen Kameraden, sind aus den Reihen der Auslands=Organisation gerissen worden. In diesen schweren Stunden gedenken wir in stummer Trauer der Angehörigen, denen der Bolschewismus ihre Liebsten nahm. Im Geiste Wilhelm Gustloffs tragen wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten die Fahne weiter! Ernst Wilhelm Bohle, Gauleiter der Auslandsorganisation der RSDAP Belleid des Führers an die Hinterbliebenen der ermordeten SpanienDeutschen onb. Berlin, 7. Aug. Wie die NSK meldet, hat der Führer den Angehörigen der bei der spanischen Unruhen ums Leben gekommenen vi# jungen Deutschen sein Beileid zu dem schmerzlichen Verlust aussprechen lassen. Aus dem gleichen Anlaß hat der Auslandsorganisation der RSDAP, Bohle, für alle Dienststellen der Auslandsorgg: nisation in Deutschland und im Auslarke Sotoriger Bliebung eine viershrin e bis zum 20. August 1936 emnschliepenh ardnet. Rot-Kreuz-Sammeltag am 9. August Kunstblumen als Spendenabzeichen onh. Berlin, 7. August. Der Reichsminister des Innern hat dem Deutschen Noten Kreuz die Henehmigung erleilt, am nächsten Sonntag, 9. August, im ganzen Reich Straßen= und Haussammlungen zur Unterstützung seiner gemeinnützigen Arbeit zu veranstalten. Die schönsten Kunstblumen, Wicken in fünf verschiedenen Faren, mit denen am nächsten Sonntag die Sanitätsmänner, Schwestern und weiblichen Hilfskräfte des Roten Kreuzes an die Gebefreudigkeit aller Volksgenossen herantreten, stammen aus dem schwer notleidenen Hauptgebiet der deutschen Kunstblumenindustrie, aus Sebnitz in Sachsen. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau wird gewiß nicht zögern, sich am kommenden Sonntag mit einer oder mehreren blühenden Wicken zu schmücken und zugleich die segensreichen Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes wirksam zu fördern. Verteilung der Ehrengabe für Frontkämpfer im Dezember Milderung##. Aiagrureetschliften des Reichsund der Ruhensvorschriften versorgungsgesetzes dnb. Berlin, 7. August. Das ReichsPreußische Arbeitsministerium teilt mit: Die zum 2. August gespendete„Ehrengabe für ersorgungsberechtigte Frontkämpfer“ ist dem Reichs= und Preußischen Arbeitsministerium zur beiteren Veranlassung überwiesen worden. An der Ehrengabe haben sich u. a. auch die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung(RSKOV.), der Deutsche Reichskriegerbund(Kyffhäuserbund) und das private Bankgewerbe in dankenswerter Weise beteiligt. Die Spende wird durch die Versorgungsämter im Dezember verteilt werden, also im gleichen Monat, in dem die alljährlichen Weihnachtsspenden an besonders bedürftige Kriegshinterbliebene ausgezahlt werden. Die Auswahl der Bezieher geschieht von amtswegen. Anträge eribrigen sich daher. Gleichzeitig gibt der Reichs. und Preußische Arbeitsminister bekannt, daß noch im Laufe dieses Jahres gewisse Milderungen der Ruhensvorschriften des Reichsversorgungsgesetzes eintreten werden. Durch diese Aenderungen werden die Bezüge eines Teiles der Versorgungsberechtigten verbessert werden. Keine Hoffnung auf Rettung Die Bergwerkskatastrophe von Wharneliffe dnb. London, 7. August. Das furchtbare Explosionsunglück im Kohlenbergwerk Wharneliffe erregt in ganz England stärkste Anteilnahme. Sofort nach Bekanntwerden der Unglücksnachricht sandte König Eduard VIII. an den Oberpräsidenten von West=Riding ein Telegramm mit der Bitte, den Angehörigen sein Beileid auszudrücken und ihn über den Fortschritt der Bergungsarbeit auf dem laufenden zu halten. Leider besteht keine Hoffnung mehr, auch nur einen der verunglückten 57 Bergleute lebend zu Tage zu fördern. Entgegen anderslautenden Meldungen ist der einzige Mann, der etwa 1000 Meter von dem Ort der Explosion verunglückte, aber noch lebend zeborgen werden konnte, nicht gestorben. Er liegt mit schweren Verletzungen bewußtlos darnieder. Während der ganzen Nacht wurden die Berzungsarbeiten fortgesetzt. Sie werden unter Umständen noch Tage dauern, da der fragliche Stollen auf weiter Strecke eingestürzt ist. Bis 22 Uhr konnten 32 Leichen geborgen werden, von denen 21 an die Oberfläche gebracht wurden. „Jraek und Aidell Erste Sitzung des Internationalen Zentralbüros„Freude und Arbeit“ Ansprache von Reichsleiter Dr. Ley und Präsident Kirby, Newyork dnb. Berlin, 7. Aug. Am Freitag fand in Berlin unter dem Vorsitz von Dr. Ley und in Anwesenheit des Präsidenten des Internationalen Beratungskomitees Mister Towng US. Kirby die erste feierliche Sitzung statt. Dr. Ley legte zunächst an mehreren Beispielen aus der Praxis die Ziele der dem Internationalen obliegenden Gegenwartsaufgaben dar. Der unvergleichlichen Wirkung des olympischen Gedankens stellte Dr. Ley die Sehnsucht nach Freizeit und Erholung, nach den Kraftquellen der Freude an die Seite. Das neugeschaffene internationale Zentralbüro Freude und Arbeit sei sich seiner Verantwortung für die Schaffenden aller Nationen bewußt und habe seine Arbeit sofort nach der Hamburger Tagung ausgenommen. Dr. Ley gab dann die Verteilung der Aufgaben innerhalb des internationalen Zentralbüros bekannt und betonte, daß die Auswahl besonders sorgfältig und nach der Bewährung der einzelnen Dezernenten bei der organisatorischen Durchführung des Weltkongresses und ihrer Leistungen in der DAF. und der RSG. KdF. vorgenommen worden sei. Als Vertreter Dr. Leys in der Leitung des internationalen Zentralbüros wird Amtsleiter Dreßler=Andreß tätig sein. Als Geschäftsführer fungiert Pg. Walter Rentmeister. Die anderen Dezernate sind wie folgt besetzt: Organisation Pg. Witte, Kassenführung Pg. Gramsch, Presse Pg. Walter Kiehl. Das dem internationalen Zentralbüro angeschlossene Forschungsinstitut wird Amtsleiter Pg. Franz übertragen. Präsident Kirby erklärte einleitend sein Einverständnis mit den Darlegungen Dr. Leys und allen bisher von ihm getroffenen Maßnahmen. Er stellte dann den außerordentlichen Erfolg des Hamburger„Weltkongresses für Freizeit und Erholung“ fest und führte u. a. aus:„Ich bin stolz darauf, sagen zu können, in den 40 Jahren meiner Arbeit für den Freizeitgedanken noch nie an einer Veranstaltung teilgenommen zu haben, die die Glücklichmachung der arbeitenden Menschen, die Verbesserung ihres Alltags so umfassend und zielbewußt angepackt hat, wie der Hamburger Weltkongreß. Die Ergebnisse dieses Kongresses sollen nun in ständig fortwirkende Energien umgeschmolzen werden. Dafür ist das internationale Zentralbüro„Freude und Arbeit“ geschaffen worden.“ Präsident Kirby gab für die Tätigkeit des Büros einige wertvolle Anregungen. Er unterstrich den von Dr. Ley aufgestellten Grundsatz, nicht zuerst eine rein konstruktive Organisation, etwa wie die bisherigen internationalen zu schaffen, sondern die Freunde des Gedankens in allen Ländern zu sammeln und sie durch persönliche Fühlungnahme zu Aposteln der Idee Freude und Arbeit zu machen. Er schloß seine Rede mit den Worten:„Die von Dr. Ley dargelegten Pläne sind mitreißend und erfolgverheißend. Wenn ich auch selbst nicht alle Ergebnisse der Arbeit dieses internationalen Zentralbüros mehr erleben werde, so bin ich doch überzeugt, daß alle, die heute bei dieser ersten Sitzung anwesend sind, an diese Stunde denken und stets stolz sein werden, diese Stunde miterlebt zu haben". Hest Erutscher Gastiichten Die Reichsregierung empfängt die Olympiagäste dub. Berlin, 7. Aug. Im Rahmen der Reichsregierung hatten am Donnerstagabend die Reichsminister Generaloberst Göring und Dr. Goebbels aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele zu einem Empfang in der Staatsoper eingeladen. Der festliche Abend in der besonders ausgestatteten Staatsoper bildete den Höhepunkt der verschiedenen großen Rahmenveranstaltungen zu den Olympischen Spielen in Berlin. Generaloberst Göring und Dr. Goebbels begrüßten in kurzen Ansprachen die Gäste aus dem Ausland, für die der Präsident des JOK., Graf Baillet=Latour antwortete. Zu Beginn des Abends begrüßte Reichsminister Generaloberst Göring die in= und ausländischen Gäste. Nach einer kurzen Pause ergriff Reichsminister Dr. Goebbels zu einer kurzen Begrüßungsansprache das Wort. Der Minister sagte: Ich habe den Eindruck, daß dieses Fest vielleicht wichtiger ist als manche Konferenz, die in der Nachkriegszeit abgehalten worden ist. Hier ist für die verantwortlichen Männer der Nationen die Möglichkeit gegeben, sich kennen und schätzen zu lernen. Dieses aber ist die Voraussetzung für eine wahre und echte Verständigung, die Europa not tut und die von allen Völkern in Europa ersehnt und erhofft wird. So gesehen, hat dieses Olympische Fest weit über seinen rein sportlichen Charakter hinaus einen politischen Sinn, und zwar einen politischen Sinn auf einer höheren Idee als der der Tagespolitik: Wir wollen uns kennen und schätzen lernen und dadurch eine Brücke bauen, auf der die Völker Europas sich verständigen können. Kaum waren die Worte des Reichsministers Dr. Goebbels verklungen, als die vereinigten Semtesser ins Erniase Rensuiat Beschießung von Algeciras— Kriegsschiff„Jaime!“ beschädigt onb. London, 7. Aug. Bei der Fi plötzlich einsetzenden Beschießung von morgen llgeciras durch das Kriegsschiff der spanischen Regierung „Jaime I“ wurde das britische Konsulat schwer beschädigt und die Frau des Konsuls durch herabfallendes Mauerwerk leicht verletzt. Das Konsulat erhielt einen Volltreffer und mußte geräumt werden. Mehrere Gebäude in Algeciras wurden von 30=Zentimeter=Granaten schwer beschädigt, wobei es Verluste an Toten und Verwundeten gegeben haben soll. Anscheinend sind die Geschütze der Befestigungen von Algeciras den schweren Kalibern des„Jaime I“ nicht gewachsen gewesen. Nach einer Reutermeldung sollen sie keinen Schuß abgegeben haben. Nach anderen Berichten wurde„Jaime I“ bei der Beschießung schwer getroffen und soll mit einem großen Leck abgedampft sein. Nach einer Meldung aus Tanger wurde der französische Dampfer„Roubaixien“ Freitag mittag etwa 5 Seemeilen vor Gibraltar von Flugzeugen unbekannter Nationalität mit Bomben belegt. Drei Bomben seien in seiner unmittelbaren Nähe eingeschlagen. Madrid im Dunkel Hendaye. Die Madrider Regierung hat angeordnet, daß in der Hauptstadt alle Lichter wegen Fliegergefahr ab 22 Uhr gelöscht oder abgeblendet sein müssen. Nayh dieser Zeit dürfen auch keine Fahrzeuge mehr auf der Straße sein. Die Lebensmittelknappheit nimmt zu. Aus Vergara nach Hendaye gekommene französische Staatsangehörige, die vor den dortigen Kämpfen geflohen sind, erzählen, daß die Marxisten von einer noch nie gesehenen Brutalität seien, und daß die Erschießungen gefangener Soldaten sowie die Ermordung als antimarxistisch verdächtiger Einwohner am laufenden Band vorgenommen würden. Die Sonderberichterstatter britischer und amerikanischer Zeitungen teilen übereinstimmend mit, daß der Regierungssender in Madrid unzutreffende Meldungen verbreitet. So hat Madrid z. B. siegreiche Vormärsche der Regierungstruppen in einem Gebiet von 20 bis 30 Klm. hinter der Front der Nationalisten gemeldet, also fast 30 Klm. hinter den Kampfstellungen, wo sich die Journalisten zur gleichen Zeit mitten unter den nationalistischen Truppen befanden. In Hendaye trafen am Freitag 15 bewaffnete spanische Carabinieri ein. Sie wurden von der französischen Polizei nach St. Jean de Pied de Port gebracht. Bei Bourg=Madanne an der französisch=spanischen Grenze kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Etwa zehn Spanier, anscheinend Anarchisten, betraten über eine neutrale Grenzstraße französisches Gebiet, um in die spanische Enklave Llivia, wo sie spanische Nationalisten suchten, einzudringen. Als sie dann noch Font=Romen einen Besuch abstatteten, erschien die inzwischen alarmierte französische Gendarmerie, die die zehn wieder über die Grenze nach Spanien abschob. großen Orchester der Reichssender Berlin und Frankfurt am Main unter Kapellmeister Heinrich Steinert zur Olympia=Hymne ansetzten. Nachdem die feierlichen Klänge verhallt waren, dankte im Namen des Internationalen Olympischen Komitee dessen Präsident Graf Baillet=Latour der Reichsregierung für die tatkräftige Unterstützung mit der sie die Vorbereitungsarbeiten des JOK und des Organisationskomitees gefördert habe. „In dieser herrlichen Festesstimmung konnten die Olympischen Spiele 1936 in einem grandiosen Rahmen und in einer Atmosphäre allgemeiner Sympathie, die durch keine politischen Schwierigkeiten getrübt wurde, stattfinden.“ Nach den Festansprachen begann das reiche künstlerische Programm. Der Einladung der Reichsregierung hatten alle in Berlin anwesenden führenden Persönlichkeiten des Auslandes Folge geleistet. So sah man König Boris von Bulgarien und Kronprinz Umberto von Italien. Das Diplomatische Korps war fast vollzählig vertreten. Weiter waren zugegen die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees mit ihrem Präsidenten Graf Baillet=Latour, die Mitglieder des Organisationskomitees mit ihrem Präsidenten Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses, Reichssportführer von Tschammer und Osten, sowie die Präsidenten der nationalen Olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände. Außerdem wohnten auch zahlreiche frühere Olympiasieger und Aktive dem Empfang bei. Von der großen Zahl der ausländischen Gäste seien ferner noch genannt: die Gattin des italienischen Propagandaministers Alfieri, Unterstaatssekretär Vansittart, der frühere Kriegsmarineminister von Frankreich Pietri, der frühere amerikanische Botschafter in Berlin Shurman. Von deutscher Seite waren u. a. anwesend der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Reichsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, von Neurath, Darré, Dr. Frank, Rust, Dr. Schacht, Schwerin=Krosigk, Eltz=Rübenach, Gürtner und Seldte, Botschafter von Ribbentrop und der neue Botschafter in Madrid von Stohrer, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Raeder, die Reichsleiter Himmler, Lutze, Bouhler, Bormann, Dr. Ley, Dr. Dietrich, Baldur von Schirach, Hierl, ferner General Daluege, Generaldirektor Dorpmüller, Korpsführer Hühnlein und Reichsstatthalter General Ritter von Epp. An der Spitze einer großen Zahl von Vertretern des deutschen künstlerischen Schaffens in Film und Bühne waren die Intendanten Clemens Krauß, Gustav Gründgens und Eugen Klöpfer sowie Staatsrat Furtwängler erschienen. Paris. Ueber dem Militärflugplatz von Gael, unweit Tours, stürzte ein französisches Militärflugzeug mit einem Leutnant und drei Unteroffizieren bei einem Uebungsflug ab. Alle vier Insassen kamen uns Leben. Paris. Die ehemalige Königin von Spanien, der Prinz von Asturien und andere Mitglieder der königlichen Familie wurden in Mentone an der französischen Riviera bei einem Ausflug von Volksfrontlern belästigt. London. Wie Reuter aus Paris berichtet, ist das Abkommen über die Nichteinmischung in Spanien am Freitag von der französischen Regierung fertig formuliert und sofort den interessierten Regierungen übermittelt worden. R0F-Dampfer als Wohnschiff für deutsche Spanienflüchtlinge in See gegangen — DAF. und KdF. betreuen die deutschen Opfer der roten Schreckensherrschaft dub. Berlin, 7. Aug. Soeben hat der„Kraftdurch=Freude"=Dampfer„Monte Sarmien= Hamburg mit Kurs Lissabon verlassen. Der Dampfer ist von der RSG.„Kraft durch Freude“ als Wohnschiff eingerichtet und dazu bestimmt, etwa 2000 deutschen Flüchtlingen aus Spanien Schutz und Unterkunft zu bieten. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß Reichsleiter Dr. Ley die Einrichtungen der Deutschen Arbeitsfront und der RSch. „Kraft durch Freude“ in weitestem Umfange in den Dienst der Betreuung deutscher Flüchtlinge aus Spanien gestellt hat. Die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ wird sich den vertriebenen Deutschen aus Spanien mit besonderer Sorge und Treue widmen, um ihnen seelische und körperliche Erholung zu ermöglichen und ihnen zu helfen, ihr furchtbares Schicksal erträglicher zu gestalten. Deshalb sind durch die RS.=Gemeinschaft weite Gebiete in der Bayerischen Ostmark, im Schwarzwald und in Südbayern für die Aufnahme von mehreren Tausend deutschen Flüchtlingen aus Spanien, mit deren Eintreffen gerechnet wird, vorbereitet. Die Flüchtlinge werden in derselben Weise wie unsere KdF.=Urlauber betreut werden. An den Bahnhöfen werden sie durch die Dienststellen der Arbeitsfront und der RSG.„Kraft durch Freude“ empfangen und in die vorgesehenen Wohngebiete geleitet werden. Dort stehen Privatquartiere bereit. Einige Hundert Flüchtlinge sind bereits in der Bayerischen Ostmark eingetroffen. Die Volksgenossen dieses Grenzgebietes haben den Vertriebenen eine besonders herzliche Aufnahme bereitet und sind in weitestgehender Hilfsbereitschaft um sie bemüht. Die Spanien=Deutschen werden in Deutschland nicht nur Schutz und Hilfe, sondern darüber hinaus Ruhe und Erholung in Deutschlands schönsten Gebieten finden. Die Bereitstellung der„Monte Sarmiento" als Wohnschiff für deutsche Flüchtlinge macht es erforderlich, daß vorerst vier vorgesehene Urlaubsfahrten dieses Dampfers ausfallen. Die von diesem Ausfall betroffenen Urlauber werden diesen Verzicht mit Freuden auf sich nehmen, gilt es doch, den bedrohten Deutschen in Spanien in echter Volksverbundenheit Schutz und Hilfe zu gewährleisten. Neuer deutscher Protest in Spanien dnb. Madrid, 7. Aug. Der deutsche Geschäftsr träger in Madrid hat den Protest des Generalkonsuls in Barcelona wegen der Ermordung der vier deutschen Staatsangehörigen wiederholt und Schadenersatz nachdrücklichst gefordert. Heldenhafter Tod nationalistischer Soldaten in Albacete onb. Paris, 7. Aug. Der Sonderberichterstatter des„Journal“ in Burgos schildert den heldenhaften Tod, den 40 Nationalisten und ein Offizier in Albacete gefunden hätten. Nachdem sie die Unmöglichkeit einer weiteren Verteidigung eingesehen hätten, hätten sie sich in zwei gegenüberstehenden Reihen aufgestellt und sich gegenseitig das Gewehr auf die Brust gesetzt. Auf das Kommando des Offiziers hätten sie sich gegenseitig erschossen, während sich der Offizier durch einen Revolverschuß ins Herz tötete. Die Marxisten und Kommunisten hätten bei Betreten der Kaserne nur 41 Leichen vorgefunden. Berlin. Das olympische Feuer, das am Freitagnachmittag vom Reichssportfeld zu den Müggelbergen gebracht worden ist, wurde pünktlich um 16.30 Uhr auf der Höhe der Bismarck=Warte von dem Bürgermeister des Verwaltungsbezirks Köpenick, Mathow, angezündet und gab im gleichen Augenblick das Signal für den Start der olympischen Kanu=Wettkämpfe. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat den 1. Direktor des Germanischen Museums in Nürnberg, Geh. Regierungsrat Zimmermann, zum Direktor bei den Staatlichen Museen ernannt. Geheimrat Zimmermann übernimmt als solcher die Leitung der Staatlichen Gemäldegalerie. Berlin. Im Auftrage des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda empfing der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Ministerialrat Dreßler=Andreß, im Beisein der Intendanten sämtlicher deutschen Sender am Freitagmittag die zu den Olympischen Spielen nach Berlin gekommenen Funkberichter der Welt. Berlin. Ministerpräsident Generaloberst Göring gewährte einem Vertreter der„Berliner Illustrierten Nachtausgabe“ eine Unterredung, in der er die Bedeutung der militärischen Erziehung für die körperliche Ertüchtigung und damit vor allem für die sportliche Leistung hervorhob. Kiel. Im Kieler Rathaus wurde am Freitagmittag die Besatzung des zum Besuch der Segeiolympiade im Kieler Hafen liegenden polnischen Handels=Segelschiffes„Dar Pomorza“ offiziell empfangen. Zu diesem Empfang waren führende Männer der Bewegung und ihrer Gliederungen sowie eine Abordnung der Kriegsmarine erschienen. Brüssel. Der französische Botschafter in Brüssel, Laroche, hat den belgischen Außenminister Spaak aufgesucht, um die Zustimmung Belgiens zu dem französischen Vorschlag der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens zu erlangen. 184(Zweites Blatt) „Schwerker Samstag, 8. August 1936 F r Ggoo Sc Schwerte=Ruhr, Samstag, den 3. August 1936 Leitsatz des Cages Ist die Zeit auch hingeflogen, Die Erinnerung weicht nie; Als ein lichter Regenbogen Steht auf trüben Wolken sie. Uhland. Was geschah heute-Vor 24 Jahren(1912)? Schlagwetterexplosion auf der Zeche„Lothringen" bei Bochum: 117 Tote. Vor 25 Jahren(1911)? Politischer Schriftsteller Edler Ritter v. Boschinger starv in La Bollène(geb. 31. 8. 1845 in München). Vor 39 Jahren(1897)? Kunsthistoriker Jakob Burckhardt in Basel gestorben(geb. daselbst am 25. 5. 1818). Vor 57 Jahren(1879)? Der Philosoph Immanuel Hermann Fichte, Sohn Johann Gottlieb Fichtes, starb in Stuttgart(geb. am 18. 7. 1796 in Jena). Vor 69 Jahren(1867)? Die Radiererin Käthe Kollwitz in Königsberg geboren. stützung des Werkes errichtet worden; andere werden noch folgen, sodaß die Seßhaftmachung der Belegschaftsmitglieder immer weitere Fortschritte macht zum Segen der Allgemeinheit. Die KdF.=Gymnastikstunde fällt am 11. August 1936(Dienstag) wegen Renovierung der Turnhalle aus und findet erst wieder am Dienstag, dem 18. August, statt. Jahn=Feier am 11. August. Am 11. August, dem Geburtstage Friedrich Ludwig Jahns, findet in der Hasenheide in Berlin eine Jahnfeier statt. Nachdem der erste deutsche Turnplatz nunmehr in einen würdigen Zustand versetzt ist und das Denkmal Jahns neu aufgestellt wurde, haben der Reichssportführer und die Stadt Berlin den Geburtstag Jahns zum Anlaß genommen, um im Rahmen der Olympischen Spiele, 125 Jahre nach der Eröffnung des ersten Turnplatzes, die Jahn=Ehrenstätte durch eine schlichte Feier zu weihen. Unser aktueller Olympia-Bilderdienst zeigt folgende interessante Aufnahmen: Die Fünfkämpfer als erste im Schwimmstadion; Goldmedaillen für Amerika im Diskuswerfen und Stabhochsprung; 50=Kilometer=Gehen in 4 Std. 30,41 Minuten, die unerhörte Leistung des Engländers Whitlock; Einen Glückwunsch der Weltmeisterin Valla, Italien! Spenden für die deutschen Flüchlnge aus Stanen nimmt die Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung“, Große Marktstraße 5, entgegen. Schwerter Brieftaubensport Bihmplastas der Brlestanden=Reiseverenngung Glänzende Resultate konnten erzielt werden.— Der letzte und größte Nationalflug Westdeutschlands 1936 geht in Szene! Firchau=Schwerte, etwa 730 Kilometer, kommt zum Austrag. Die 1936er Jungtauben starten zum letzten Uebungs=Flug ab Oeynhausen. Sammlung des Roten Kreuzes am 8. u. 9. August Rotes Kreuz auf weißem Grunde, sei gegrüßt, Schwebe über unserm Bunde, heil'ges Banner Makellos sei unser Streben, warm wie unser unser Lieben, unser Leben, für der Menschheit teures Gut. Ohne Furcht und ohne Bangen, folgend nur schein Seid sier saeundengen dien guesht. esce hen ner ee Ruft das Unglück allerwegen, sind zur Hilfe wir bereit. Rotes Kreuz auf weißem Grunde, Banner edler Menschlichkeit;: und Balsam spende jeder Wunde, Trost bei allem DRese eee Deine Schwingen mögest breiten auf die Liebe immerdar. Die Sammlung des Deutschen Roten Kreuzes am 13. und 14. Juni d. J. ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Kaum die Hälfte der in anderen Jahren gespendeten Summe wurde erreicht. Wer die Arbeit unseder Sanitäter und Samariterinnen, der Mutterberatungsstellen, Kinderhorte usw. kennt oder jemals beobachtet hat weiß, daß aller Dienst von den Rotkreuzleuten bei Tag und Nacht ohne jede Entschädigung geleistet wird. An den Rotkreuztagen aber da kommen diese Helfer und bitten jeden um eine Gabe für die so nötige Arbeit. In Anerkennung der tigkeit des Deutschen Roten Kreuzes und seiner Arbeit, hat der Minister des Innern dem D. N. Kr. den 9. August d. J. zum Sammeln freigegeben. Wenn nun ein Notkreuzler dich anspricht und bittet um eine Gabe, für die du eine wunderschöne Wicke erhälst, dann gib ihm dein Scherflein, gib mit freundlichem Gesicht, denke an die Schwere der Notkreuzarbeit und an die gleichbleibende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Helfer und Helferinnen vom Roten Kreuz. Wetter Wetteraussichten für Sonntag: Bei schwachen Winden aus nördlichen Richtungen nach Frühdunst wolkig und zeitweise heiter, leicht ansteigende Temperaturen. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Freundlich und meist trocken bei langsam ansteigenden Temperaturen. X Der Schwerter Spar= und Bauverein, der bekanntlich um die Jahrhundertwende die ersten Eigenheime in der Hermannstraße, im Klusenweg und in der Regenbogenstraße errichtete, hat seine Bautätigkeit wieder aufgenommen und läßt gegenwärtig ein Doppelhaus am Talweg ausführen. Die Arbeiten sind schon ziemlich weit gefördert. Soziale Wohnungsfürsorge. Gleich dem Nickelwerk unterstützt auch das Dortmunder Wasserwerk seine Belegschaftsmitglieder in großzügigster Weise bei der Schaffung eines Eigenheimes. In Villigst, Rheinen, Garenfeld sind bereits eine ganze Anzahl derartiger Eigenheime(Wohnhaus, Stall und Gartenland) mit finanzieller UnterSchwerte, 8. Aug. Dem Aufruf der„Reichsfachgruppe Reisebrieftaubenwesen“, Folge leistend, und auch getreu ihren alten Grundsätzen: „Alle Zeit flugbereit für des Reiches Herrlichkeit" zu sein, hatten zahlreiche deutsche Brieftaubenzüchter ihre heimatlichen Luftboten aus Anlaß der Eröffnung der XI. Olympiade 1936 nach Berlin gesandt, um mit Tausenden und Abertausenden von Exemplaren an dem geplanten Huldigungsflug teilzunehmen. Diese Huldigung galt an allererster Stelle unserem Führer Adolf Hitler. 8 Auch die Züchter der hiesigen Reisevereinigung hatten zu dieser flugsportlichen Veranstaltung 207 Tauben eingesetzt und vielen ist der Wunsch, auch eine Olympiasiegerperle auf dem Schlage zu haben, nicht versagt geblieben. Zusammen mit den benachbarten Reisevereinigungen Aplerbeck, Dortmund=Süd, Hörde, lieferten sich die Brieftaubensportler der Schwerter R.=V. einen friedlichen Kampf, der bei insgesamt 1096 eingekorbten Streitern der Lüfte 274 Flug= und 20 olympische Serienpreise zur Verteilung brachte. Um 5,35 Uhr vormittags erfolgte bei gutem Wetter der Taubenauflaß in BerlinSpandau. Aeußere Begleitumstände auf der Flugstrecke und in der Heimat— bedeckter Himmel, Südwestwind wechselnder Stärke, Regenschauern— erschwerten die Rückreise der gefiederten Piloten nicht unwesentlich. In sicherer Manier durchflogen aber die„Kampferprobten“ ihre Bahnen und bereits nach knapp 7 Stunden waren die heimatlichen Gefilde wieder erreicht. Mit einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von 1012,3 Metern in der Minute(60,73 Stundenkilometer) traf die erste Olympiasiegerin um 12,12,51 Uhr auf ihrem Schlage ein. In Konkurrenz um die zu vergebenden Auszeichnungen wurde die letzte Taube um 14,05,20 Uhr noch preisberechtigt. Daß innerhalb dieser Zeit von den 207 teilgenommenen„Schwerter Olympiakandidaten“ nicht weniger als 62 Tauben Sieger wurden, ist als ein glänzender Erfolg zu bezeichnen und darf wohl als die schönste Leistung im Jubiläumsjahr der Schwerter Reisevereinigung herausgestellt werden. Auch im Vergleich zur Anzahl der gesetzten Tauben und der errungenen Preise vermochten die Züchter der hiesigen R.=V. vor allen anderen teilgenommenen ReiseVereinigungen im Kreis 7 prozentual das beste Resultat herauszuholen. Nachstehenden Züchtern war es vergönnt, die besten Serienergebnisse und damit olympische Auszeichnungen zu erzielen: 1. Wilhelm Grewe„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; 2. Wilhelm Krumme„Heimkehr“ Westhofen; 3. Gust. Faber„Blitz“ Schwerte; 4. Fritz Krämer „Westfalia“, Schwerte; 5. Fiene& Gößling „Heimatliebe“, Sommerberg. Die ersten 10 Siegertauben bei diesem Fluge konstatierten folgende Sportfreunde: Schedel„Blitz“ Schwerde; Fiene& Gößling „Heimatliebe“ Sommerberg; Vieler„BT3V“ Schwerte=Ost; Brand„Vereinte Freunde" Holzen; Fiene& Gößling„Heimatliebe“ Sommerberg, Schweng„Heimattreu“ Schwerte; Grewe Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; Brieke „Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; Fiene& Gößling„Heimatliebe“ Sommerberg; KebekusSchwerz„Heimattreu“ Schwerte. Als Großkampftag im Brieftaubensport der Reisesaison für Alttiere geht nunmehr der bedeutendste Nationalflug Westdeutschlands ab Firchau in Szene. Eine in der Luftlinie messende Entfernung von 730 Kilometern wird geflogen! Es ist dies eine taubensportliche Veranstaltung, die nicht nur die Sportwelt in Rheinland und Westfalen aufhorchen läßt, sondern auch für das Ausland den Gradmesser angibt, an dem sie den Stand der deutschen Zucht beurteilen. Tausende von Züchtern am Rhein, an der Wupper, Emscher, Lippe und Ruhr sind damit am Schlusse in der Abwicklung ihres Reiseprogramms. Um die Förderung der deutschen Weitstreckenzucht wollen sie sich verdient machen und ältere, erfahrene Tiere, die ausgewählt und berufen sind, den Züchterruhm zu vertreten, hat man auf Reise geschickt. Jeder Sieg einer Weitstreckentaube ist ihnen ein Gewinn für die deutsche Zucht, eine Hoffnung auf andere. Die alten Züchter wollen erhöhte Leistungen der deutschen Weitstreckentaube in den kommenden Jahren er— Auch die Schwerter Brieftaubenvereinigung, die eine Anzahl älterer Züchter in ihren Reihen hat, will nicht tatenlos zusehen und ist mit dabei. Insgesamt 51 Tauben sind zu dem„nationalen Firchauflug“ gemeldet und eingesetzt worden. Am heutigen Samstag erfolgt bei guter Witterung der Auflaß. Mit dem Eintreffen der ersten Siegertiere ist bei einigermaßen günstigen Flugverhältnissen schon heute abend oder aber am morgigen Sonnta# zu rechnen. Dem Ausgang des Fluges sieht man jedenfalls in Züchterkreisen mit großer Spannung entgegen. Schließlich sei noch kurz das Flugprogramm der 1936er Jungtauben erwähnt. Nach glänzend überstandenen Probeflügen an den beiden letzten Sonntagen steigt nunmehr morgen die letzte Uebungstour ab Oeynhausen, ca. 120 km. Am nächsten Sonntag gelangt dann der erste Preisflug für Jungtauben zur Durchführung. Gebührenordnung für Musterzeichner Die Reichskammer der bildenden Künste hat mit Wirkung vom 12. Juli 1936 eine Gebührenordnung für Musterzeichner erlassen, die auch für die gesamte deutsche Textilwirtschaft von großer Bedeutung ist. Zum erstenmal wird hier die verantwortungsvolle Leistung des meist unbekannt bleibenden freiberuflich schaffenden Musterzeichners voll gewürdigt, der erst das Kulturgut des Alltags, von der Gardine bis zum Bademantel, vom Kleiderstoff bis zum Tischtuch erdenkt und entwirft. Die Gebührenordnung setzt in 19 Abschnitten für jedes Fachgebiet der Weberei, Wirkerei und Stickerei, der Spitzen und Stickereierzeugung, sowie der Tapeten und Stoffdruckerzeugung bis ins Einzelne Richtpreise fest, die einer Erhöhung der Gebühr für Leistungen von besonderer künstlerischer oder technischer Bedeutung Spielraum lassen, während die ausnahmsweise Abweichung nach unten der Meldeplficht unterliegt. Die Verwirrung und Unübersichtlichkeit in der Leistung und Honorierung auf diesem lebenswichtigen Gebiet kultureller Tätigkeit ist im Interesse aller Kreise damit endgültig beseitigt. Frohe Ferientage in schonen Eiselland 1000 Westfalen erlebten mit„Kraft durch Freude“ den freien Westmarkgau. An den Arbeitsplatz zurückgekehrt, liegt unsere Urlaubsfahrt in die Eifel wie ein schöner Traum hinter uns. Wie war es noch gewesen? Eines Tages hatte man sich entschlossen, die„KdF.“= Urlauberfahrt zur Eifel nach Wittlich mitzumachen. Der Entschluß war nicht immer leicht. Ferientage in der Eifel? Wie konnte dieser „öde, unfruchtbare und verlassene Landstrich“ Erholung, Ausspannung und Freude geben? Mit gemischten Gefühlen fuhren wir los— begeistert und vollauf befriedigt kehrten wir zurück. Der naturschöne Westmarkgau hatte nichts versprochen, in den acht Ferientagen allen aber so viel Ueberraschendes geboten, daß nun über unserer Erinnerung an die frohe Zeit als Dank für begangenes Unrecht stets das Lob der Landschaft und ihrer Menschen schweben wird. Dieser Dank, so hoffen wir, wird sicher dazu beitragen, die über die Eisel noch weitverbreiteten irrigen Ansichten zu zerstören und ihr den Platz im Rahmen der deutschen Reise= und Wandergebiete zu sichern, der ihr gebührt. Die NSG. „Kraft durch Freude" kann stolz darauf sein, in vorderster Front zu stehen, wenn es darum geht, neue Gebiete zu erschließen und sie dem deutschen Menschen als Stück seines Vaterlandes näherzubringen. Wir, aus allen Städten und Dörfern des südwestfälischen Gaugebietes stammend, fanden herzliche Aufnahme in den schmucken Eifelorten Wittlich, Eisenschmitt, Plein, Hasborn, Scheidweiler, Laufeld, Wallscheid und Wengerohr. Manderscheid fiel als Aufnahmeort in letzter Minute aus, da man hier von den Kd F.=Urlaubern Kurtaxe verlangte und noch mit längst überlebten Begriffen, wie Klassen= und Standesunterschieden, jonglierte. Da zeigte sich wieder die vorzüglich eingespielte Organisation der NSG.„Kraft durch Freude“, die uns Westfalen Anerkennung und berechtigtes Staunen abnötigte. In kürzester Zeit waren noch rund 50 Quartiere in Wittlich beschafft, sodaß alle für Manderscheid vorgesehenen Urlauber in der Kreisstadt verbleiben konnten. Am Abend des ersten Tages gab es überall unterhaltsam ausgestaltete Begrüßungsabende, bei denen schon der Grundstein zur engen Kameradschaft unter den Urlaubern, wie auch zu den Gastgebern, gelegt wurde. Einzel= und Gemeinschaftswanderungen in die in sommerlicher Pracht daliegende Eifel füllten den Großteil der Ferientage. Bald schon gewannen wir alle die Gewißheit: es trifft heute nicht mehr zu, von einer verkehrsunentwickelten Eisel zu sprecherzgegehnte EizelSo durchquerten wir das weitgedehlte. Eiselland in vielstündigen Wanderungen. Wir stiegen hinauf zum Tempelkopf, tranken gemütlich Kaffee in der Pleiner Mühle, aßen Schinkenbrote in der Hasenmühle, wandelten auf dem idyllischen Lieserpfad gen Manderscheid, erkoren uns das Lambach= und Liesertal zu Stätten prächtiger Spaziergänge aus, lagerten im Mundwald und lauschten dem dumpfen Rauschen der wilden Bergbäche. Eine Tagesfahrt mit Omnibussen brachte uns, in Wittlich Einquartierte, an die Dauner Maare, nach Schalkmehren und zu den Moselorten Uerzig und Bernkastel. Tief beeindruckt standen wir an den Ufern der weiten Kraterseen, auf den Höhen der tannenbestandenen Bergspitzen und am Fuße der hochragenden Weinberge. Die Eifellandschaft ist wunderschön gewesen. Aber noch schöner war unsere Urlaubskameradschaft. Bald schon kannten wir nur noch Vornamen und„Du“. Eine Woche nur„Du“! Alle sprachen miteinander wie altbekannte Freunde, die ihre Freundschaft aufs Neue festigten. Die Stunden herzlicher Kameradschaft beim goldgelben Moselwein werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Unvergeßlich aber werden uns aber die gastfreundlichen, zuvorkommenden Menschen der Eisel sein, die uns Westfalen eine Woche lang Quartier gaben, die für unser leibliches Wohl sorgten und darüber hinaus uns liebe Freunde und Kameraden wurden. Schon der freudige Empfang ließ einen aufgeschlossenen, treuherzigen Menschenschlag im Eifelland vermuten. Die acht Tage, vor allem aber der Abschied, bestätigten diese Annahme nur zu Recht. Das Lob der Landschaft schließt das Lob ihrer Bewohner ein. Denn beide wirkten zusammen, den harmonisch=schönen Verlauf der Urlaubstage zu schaffen.„Kraft durch Freude" erschloß ein neues Aufnahmegebiet, schöpfte und spendete aus neuen Quellen Kraft durch Freude. Zwei westdeutsche Gaue lernten einander kennen und knüpften ein Freundschaftsband, das in der Zukunft sicher noch reiche Früchte tragen wird. „Mögen Sie in gediegenem Frohsinn durch die RSG.„Kraft durch Freude" in aufrichtiger Volksverbundenheit neue Arbeitskraft und Lebenswillen in Ihrem Urlaub für kommende Arbeitstage sammeln.“„Diesen Satz schrieb der Kreiswart der RSG.„Kraft durch Kreises Wittlich in seinem Geleitwort zu einem reizvollen Faltblatt, Zas jeden„Urlauber, i Programm diente. Baß alle Westfalen# gestärkt und mit neuem Lebensmut beseelt aus der Eifel an ihre Arbeitsplätze zurtgtehrten, soll Dank und Anerkennung sein für alles, wai die Gastgeber taten. Ein lozugsgafepen Eie hinter uns. Menschen und Landzumge ver Eisel gilt noch einmal der Dank und Gruß der tätigen Westfalen, die nach schönen Tagen der Erholung und Ausspannung wiezszgsgoähe bereitstehen, mitzuhelfen am erdenltit deraufbau des schöner gewordenen Deutschlands. K. B. Aerztlicher Sonntagsdienst am 8./9. Dr. Möller, Hörder, Str. 11, 40#! Dr. Bachmann, Westhosen. Geöffnet ist die Neue Avoibete. Aus dem Nachburgerie. Hagen, 7. Kohlenen Aug. Schwindel mit geEhestandsdarlehen. Die Städtische Pressestelle teilt mit: Am 18. Juli 1936 wurde in das Büro eines Möbelhändlers in Essen eingebrochen. Der Täter entwendete vier Ehestandsdarlehnsscheine zu je hundert Ml. Die Scheine sind auf den Namen Aug. Engelskamp, Essen, Hasperstraße 62 wohnhaft, vom Finanzamt Essen=Süd ausgestellt, Nr. 2520 606 bis 2520 609. Es ist zu erwarten, daß der Täter diese Scheine auswärts zum Kauf von Waren verwenden bezw. beim Finanzamt in Zahlung geben wird. Bei Auftreten des Täters wird ersucht, sofort der Kriminalpolizei bezw. der nächsten Polizeidienststelle Mitteilung zu machen. Altena, 7. Aug.„Wildwest" im Autobus. Die Fahrgäste des Autobus der Westsälischen Kleinbahn, die am 1. Mai, abends 11.25 Uhr, von Altena nach Hemer fuhren, wurden durch recht übles Verhalten des 30jährigen Rudolf V. aus Evingsen in nicht geringe Aufregung versetzt. V. hatte an dem Tage reichlich Alkohol zu sich genommen. Zu seiner Heimfahrt benutzte er den oben angeführten Autobus. Er setzte sich neben einen Heeresangehörigen. Mit diesem suchte V. Streit. Der Soldat verbat sich die Hänseleien. Doch V. gab keine Ruhe und es kam zu einem Zusammenstoß. V. sprang auf den Soldaten zu und faßte ihn an der Kehle. Andere Fahrgöste mischten sich ein und rissen V. zurück. Das Fahrpersonal forderte V. auf, den Wagen zu verlassen. Er kam dieser Aufforderung nicht nach und wurde mit Gewalt aus dem Wagen gedrückt. Draußen zog nun V. einen Revolver. Der Wagenführer setzte sofort den Wagen in Bewegung. Doch V. sprang auf den fahrenden Wagen, stand auf dem Trittbrett und zielte mit der Schußwaffe auf die im Wagen sitzenden Fahrgäste. Diese gerieten in heillose Angst und warfen sich teilweise auf den Boden, da sie annahmen, V. würde schießen. In einer scharfen Kurve kam der Wagen ins Schwanken und V. fiel vom Trittbrett.— Wegen Bedrohung angeklagt, stand V. gestern vor dem Hagener Schöffengericht. Festgestellt wurde, daß die Schußwaffe völlig unbrauchbar und auch nicht geladen war. Dies änderte aber nichts an dem Tatbestand der Bedrohung. Zu seiner Entschuldigung konnte der Angeklagte nur anführen, daß er durch den Hinauswurf aus dem Autobus in große Erregung geraten sei und daß er schon seit längerer Zeit an einer Nervenkrankheit leide. Diese Gründe sowie seine bisherige Unbestraftheit wurden bei der Strafzumessung berücksichtigt. Das Gericht sah davon ab, gegen den Angeklagten eine Freiheitsstrafe zu verhängen und glaubte, den Strafzweck auch durch eine fühlbare Geldstrafe erreichen zu können. Diese wurde auf 75 RM. festgesetzt. Becke, 7. Aug. Schöne Erfolge Becker Brieftaubenzüchter. Der am vergangenen Samstag stattgefundene Brieftauben=FernWettflug ab Berlin stand ganz im Zeichen der Olympischen Spiele. Die Reisevereinigungen Hagen, Milspe, Menden, Iserlohn führten diesen Wettbewerb für das Sauerland gemeinsam durch. Die Züchter des hiesigen Brieftautauben=Liebhaber=Vereins„Vorwärts“, Becke, die bekanntlich der Reisevereinigung Menden angeschlossen sind, hatten sich an diesem Wettflug besonders stark beteiligt und eine ganz stattliche Zahl von Tauben nach Berlin geschickt. Von den einzelnen Züchtern konnten denn auch jeweils eine oder mehrere Olympiasiegerinnen gestellt werden. Am erfolgreichsten waren die Züchter Clemens Sprink mit 4 Siegern, Gebrüder Gerdes, H. Bald, Schenk und Bartelds mit je 3 Siegern. Es folgten dann Karl Schreier und Heinrich Ecker mit je 2 Siegern, während Paul Keune noch einen Sieger stellen konnte. Auch dieser Flug bestätigte also die lange Erfolgsserie, die der rührige Verein seit langem aufweisen kann. Herdorf(Kreis Altenkirchen), 8. Aug. 30 Zentner Dynamit gegen Basalt. Die Eisenferder Steinwerke, die das Basaltvorkommen am Malscheider Kopf ausbeuten, nahmen wieder eine große Sprengung vor. Es waren rund 30 Zentner Dynamit, die zunächst in den Berg getrieben und zur Explosion gebracht wurden. Bei der Sprengung lösten sich etwa 15000 Kubikmeter Basalt, die 1000 bis 1200 Eisenbahnwagen füllen würden. Borken i. W., Mit dem Motorrad in eine Fußgängergruppe. Auf der Straße Borken—Gemen geriet der Reisende Rudolf Bresser aus Borken mit seinem Motorrad in Höhe des Kornhauses aus bisher ungeklärter Ursache in eine Fußgängergruppe. Der 19 Jahre alte Heinrich Franzen aus Marbeck=Heiden, der sein Fahrrad an der Hand führte, wurde von dem Motorrad erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Er erlitt einen doppelten Beinbruch. Der Motorradfahrer trug schwere innere Verletzungen davon. Beiden fanden Aufnahme im Borkener Krankenhaus. Papenburg(Ems), 8. Aug. Mit 90 Jahren bei der Ernte. In Völlenerfehn wohnt die Witwe Foelke Jungeblut, die trotz ihrer 90 Jahre bei der Roggenernte in gewohnker Weise das Binden der Garben übernommen hatte. Die Arbeit ging noch erstaunlich schnell vonstatten. Rhauen, 8. Aug. Aussichtsturm auf dem Idarkopf. Der Verein für Mosel, Hunsrück und Nahe wird im kommenden Jahr auf dem Idarkopf einen Aussichtsturm errichten. Die Kosten betragen etwa 6000 RM., der Verein hat eine Rücklage von 2000 RM., dazu kommen 500 RM. Zuschuß des Landeshauptmanns der Rheinprovinz. Die übrigen Kosten hofft man von den umliegenden Gemeinden und den Kreisen Simmern und Bernkastel zu erhalten. Rheinbrohl, 8. Aug. Kameradschaftstat. Ende vergangener Woche erschien bei der Familie Roßbach in Rheinbrohl ein englischer Leutnant, der im Auftrage seines Majors Briefsachen des Schützen Karl Roßbach überbrachte, der seit 1917 vermißt wurde. Der Leutnant berichtete, daß der Major Roßbach im November 1917 in der Schlacht bei Cambrai schwer verwundet aufgefunden habe. Im Sterben habe der Deutsche ihm noch die Briefschaften übergeben und sei dann in den Armen des Majors verschieden. Schwalenberg, 8. Aug. Hervorragende Leistung. Der Segelflugzeugsturmführer Kürten aus Paderborn startete am Dohlenberg bei Schwalenberg mit einem in einjähriger mühevoller Arbeit selbst erbauten Leistungssegelflugzeug„Grunau=Babby" und erreichte bei günstigen Winden eine Höhe von über 500 Meter, in der er sich länger als 45 Minuten hielt. Mit dieser Rekordleistung hat er zugleich bewiesen, daß sich das Gelände am Dohlenberg ausgezeichnet für den Segelflugsport eignet. Die Olympia=Glocke ruft! „Einen guten Platz bei den Olympischen Spielen hast Du am Lautsprecher. Werde Rundfunkhörer!“ Am Abend! Das Olympische Feuer erhellt das Stadion. (Blumenthal=DRL.=Pressedienst.) schwerter Innischau Lichtspiele zur Reichskrone Schmelings Triumph im Fiim Wie Joe Louis unterlag. In den„Lichtspielen zur Reichskrone“ lief gestern der mit Spannung erwartete Sportfilm„Max Schmelings Sieg— ein deutscher Sieg!“ an. In packenden Bildern vermittelt das Werk den dramatischen Kampf, den Max Schmeling gegen den„Schwarzen Bomber" Joe Louis, den noch kein Boxer zu Boden gezwungen hatte, in Amerika zu liefern hatte. Die RundfunkUebertragung konnte das Geschehen nur stimmungsmäßig vermitteln. Der Film aber gibt den Ablauf der Dinge in klaren Bildern wieder. Alle bisherigen derartigen Filme sind mit einem Schlage in den Schatten gestellt. Auch der Laie, dem die Technik des Boxens unbekannt ist, merkt durch die plastische Art der Darstellung, um was es in diesem männlichen Kampf geht. Sehr viel zum Verständnis des Boxens tragen die Zeitlupen=Aufnahmen ganzer Runden bei. Dem Zuschauer, der bislang im Boxen nichts anderes erblickte als eine wüste Schlägerei, wird jetzt vor Augen geführt, daß Boxen auch eine Kunst ist. Nicht umsonst ist ja dieser Sport in das Olympische Programm ausgenommen worden. Der Film zeigt zunächst die beiden gigantischen Gegner beim Training in ihren Lagern. Der vorgeführte Kampf wirkt auch auf die Zuschauer im Lichtspielhaus atemberaubend. Jede dieser zwölf Runden bringt neue Momente. Kaltblütig startet der Neger, mit dem Vorsatz, schon in den ersten Runden den Gegner niederzuschlagen. Wir sehen, daß Max zunächst manchen harten Schlag einstecken muß. Aber dann in der fünften Runde setzt der Deutsche systematisch mit seine Zermürbungsarbeit ein und auch die Tiefschläge des Negers können den Sieg Schmelings nicht mehr verhindern. Der Niederschlag ist dann die Krönung der harten Vorbereitungsarbeit, durch die Max Schmeling gegangen ist, ehe er diesen schwersten Kampf aufnahm, der der größte Triumph seiner Boxerlaufbahn werden sollte. Machte der Deutsche sich doch durch dieser herrlichen Sieg den Weg wieder frei zur Weltmeisterschaft. Die Erklärungen des Reporters erfolgen in deutscher Sprache. Zu bemerken ist noch, daß alle in diesem sensationellen Film gezeigten Aufnahmen Originalbilder sind. Der Film, der fast überall in den deutschen Lichtspieltheatern verlängert werden mußte, fand auch bei dem Schwerter Publikum begeisterte Aufnahme. Außer diesem Hauptfilm zeigen die heimischen Lichtspiele einen interessanten Kulturfilm: „Deutsche Pflanzer am Kamerunberg“, sowie ein ergötzliches Lustspiel mit P. Beckers:„Wenn Männer kochen“ und die Wochenschau mit interessanten Aufnahmen aus aller Welt. * Roland=Theater Der ahnungslose Engel Im Roland=Theater zu Schwerte läuft ein Bavaria=Film, der in gewisser Beziehung die völlig neue Gattung einer Kriminalkomödie darstellt. Der Film heißt„Der ahnungslose Engel“ und sein Autor ist Wolf Neumeister, der bereits durch einige andere Filme sich einen guten Namen erworben hat. Er zeigt die menschlichen Schwächen, die zum Zusammenstoß mit dem Gesetz führen und oft tragische Verwicklungen nach sich ziehen, von der heiteren Seite. Oft ist ja Leichtsinn oder Unwissenheit im Spiel, woraus sich dann meist mehr komische als peinliche Folgerungen ergeben. Die Spannung, wie sie der Kriminalfilm erfordert, leidet nicht im geringsten darunter, wenn alles von der menschlich=heiteren Seite genommen wird. Es muß auch nicht immer eine sogenannte große Dame sein, die Diamanten über die Grenze schmuggelt. Ausnahmsweise kann es auch ein junges Mädchen sein, das, mehr dem eigenen Herzen folgend, als irgendeinem Schmugglertriebe, kriminelle Taten verübt, ohne eine Ahnung davon zu haben. Wenn so ein ahnungsloser Engel im Auftrage der Tante einen Korb mit Eiern über die Grenze bringen soll und es umso lieber tut, als einer der Zollbeamten ihr ganzes Herz besitzt, wenn die wiederholten Grenzübertritte dieses ahnungslosen Engels den Verdacht des Zollvorstehers erregt haben, der genau weiß, wie geschickt hohle Eier mit Sacharin gefüllt werden können: dann kann es schon vorkommen, daß der Herr Zollvorsteher persönlich den ahnungslosen Engel in Empfang nimmt und zunächst einmal probeweise einige Eier auf die Erde schmeißt, um ihren Inhalt zu prüfen. Und die Spannung wächst immer mehr und mehr, wenn das junge Mädchen— über diese Behandlung empört— ihrerseits ebenfalls ein Ei nach dem anderen zertöppert und sie sich gegenseitig eine Eierschlacht liefern, die nicht— von Sacharin ist. Lucie Englisch, diese echte Volksschauspielerin, ist für diese lustige, volkstümliche Titelrolle wie geschaffen. Wieder läßt sie als „Jozi“ alle ihre Künste des Humors und der Detmold bereitet die Grabbe=Woche ver NSG. Die Vorbereitungen für die in der Zeit vom 26. September bis 2. Oktober in Detmold stattfindende Grabbe=Woche, dessen Schirmherrschaft Reichsminister Dr. Goebbels übernommen hat, sind bereits im vollen Gange. Unter Leitung von Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer fand in diesen Tagen in Detmold die erste große Arbeitsbesprechung statt, in der die Richtlinien für die Feierlichkeiten festgelegt wurden. Schon heute kann gesagt werden, daß die Grabbe=Woche in Detmold zu einem Ereignis größter kultureller Bedeutung werden wird. Kameradschaftliches Creffen im Haus Rupenhorn In der Nähe des Reichssportfeldes liegt Haus Rupenhorn. Fast alle Tage empfängt der Reichssportführer hier Gäste aus aller Welt, und im Verlauf der Olympischen Spiele hat es sich gezeigt, daß dieses Haus immer stärker zu einer sportlichen Heimat für all die Hunderte von Führern der internationalen Sportverbände wurde, die zu den Wettkämpfen und zu den Tagungen dieser Weltspiele in Berlin zusammengekommen sind. In Haus Rupenhorn weilten die Mannschaftsführer der Wettkämpfer aus den verschiedenen Nationen; mit besonderer Herzlichkeit begrüßte hier der Reichssportführer die auslandsdeutsche Jugend und auch Vertreter des Internationalen Sportstudentenlagers hatten Gelegenheit, den verantwortlichen Mann des Deutschen Sports an dieser Stätte näher kennen zu lernen. Die Vertreter des Sportärztekongresses erschienen unter Führung von Staatsrat Conti, die Sportpresse vertrat der Präsident des Internationalen Sport=Presse=Verbandes. Victor Boin, Belgien. Zu einer Aussprache über das jüngste Abkommen des Reichsjugendführers mit dem Reichssportführer trafen sich beide mit ihren engsten Mitarbeitern, den Gebietsführern der Hitlerjugend und den Gauführern des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen im Haus Rupenhorn. Bei dem Empfang der Führer und Abgeordneten der Internationalen Sportverbände mußte man feststellen, daß ein so weltbekanntes Publikum kaum wieder zusammenkommen wird. Man braucht nur einige Namen zu nennen, um dies zu beweisen. Von den Leichtathleten waren Edström, Ekelund, Stankovits, Ginit und Ritter von Halt, von den Boxern de Kankovsky, Mazzia und Rüdiger, vom Handball der Führer der tüchtigen österreichischen Mannschaft Kunst und Brigadeführer Hermann, von den Fußballern Schricker, Fischer, Linnemann, Eberstaller und von Frenckell, von den Fechtern Bricusse, für die Fünfkämpfer Kapitän Torwibon, von den Ruderern Dr. Giovannetti da. Die Schützen, die Kanufahrer, die Ringer, die Radfahrer, unter denen man Breton und Rousseau sah, die Turner, die von Graf Zamoisky und Steding geführt wurden und die Führer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen unterhielten sich angeregt und kameradschaftlich über die Arbeit der Olympischen Spiele und die Zusammenarbeit nachher. Mehrmals hat Lucie Englisch Mädchen vom Lande verkörpert, die in die Stadt kommen und mit ihrer Ländlichkeit, Unschuld, Harmlosigkeit auffallen und, kommen sie in unrechte Hände, reingelegt werden. Diesmal ist es nun insofern umgekehrt, als Lucie aus der Stadt aufs Land kommt, zu einer Tante in einem Grenzort, von dem aus, wie gesagt, eifrig Schmuggel getrieben wird. Diesen Verhältnissen an der Grenze steht das Stadtfräulein als ahnungsloser Engel gegenüber. Lucie wird zunächst einmal tüchtig reingelegt, kommt aber schließlich im entscheidenden Moment zur Erkenntnis, was man mit ihr getrieben hat, wie sie, ohne es zu wollen, ihren geliebten Zollbeamten in Todesgefahr gebracht hat. Im letzten Augenblick kann sie das größte Unheil abwenden, sie hält eines ihrer bekannten „fürchterlichen“ Strafgerichte über die schlechten Menschen ab, die ihre Ahnungslosigkeit in hinterlistiger Weise ausgenutzt haben. Wenn die sanfte Lucie in Zorn und Empörung gerät, dann— das weiß man— geht ein Donnerwetter los, bei dem die verstocktesten Sünder umfallen. Da wird die Geschichte verteufelt ernst, aber je weniger die Gauner nun zu lachen haben, desto mehr bekommen die Zuhörer unserer Lucie zu lachen, soweit sich von diesen nicht auch einige ducken, wenn Lucie der Männerwelt ganz im allgemeinen ein paar vernichtende Wahrheiten an den Kopf schleudert. Aber man verläßt das Kino besänftigt, denn gar so schlimm kann die Meinung der Lucie über die Männer nicht sein, sonst würde sie ja nicht zum Schluß sich von ihrem Zollbeamten — den Joe Stöckel glänzend spielt— verhaften lassen— auf Lebenszeit. Das Roland=Theater zeigt außer der aktuellen Wochenschau einen hochinteressanten Kulturfilm, sowie ein nettes Lustspiel Beiprogramm. Wir sine der der Arben! Noch vor wenigen Wochen hat die NS Volkswohlfahrt in einer großen Werbeaktion alle Volksgenossen aufgefordert, sich zur Mithilfe bereitzuerklären und Freiplätze und Kinderpflegestellen zur Verfügung zu stelten. Der Appell war, wie dies von der opferwilligen Bevölkerung zu erwarten war, von Erfolg. Das Verständnis opferbereiter Volksgenossen hat Kindersonderzüge in unseren Gau kommen lassen, hat Tausende von Urlaubern allen bewährten Kämpfern des Führers, bedürftigen und würdigen Volksgenossen Erholung gegeben. Frohe Kinderherzen haben in einer mehrwöchigen Aufenthaltszeit hier in Stückchen Land kennen gelernt, sie haben im wahrsten Sinne des Wortes in ihr Kinderland fahren dürfen, in ein Land, das es sich wieder zu eigen macht, sein heiligstes Gut, die Jugend zu schützen und zu schirmen, die Jugend als das kostbarste Kleinod zu betreuen. Diese Aktion sieht ihre Hauptaufgabe darin, erbgesunde Jugend zu betreuen, daß sie alb erbgesundes Gut erhalten bleibt und aus diesem erbgesunden Gut ein Geschlecht wird, das der Lage ist, tausendjährige Geschichte zu gestalten. Wir haben sie kommen sehen aus allen Gegenden— sie alle kamen im Auftrage des Führers, im Auftrage der Gemeinschaft des Volkes und sie sollte und sollen sich noch bei sozialdenkenden Menschen erholen. Dieses hundertfache Heil=Hitler=Rufen beim Abschiednehmen zeugt davon, wie stark und wie innig jenes Kinderherz schon zu fesseln vermag. Jedes Kind weiß und fühlt es, wenn Menschen gut zu ihm sind, wenn eine Gemeinschaft versteht, in ihm das Gute zu wecken. Jedes Kind fühlt deutlich die Stärke eines Zusammengehörigkeitsgefühls, erkennt deutlich die Gemeinschaftlichkeit. Alle die uns geholfen haben Glück und Freude zu spenden, haben sicherlich schon den Dank abgestattet bekommen von jenem Kind, das Aufnahme gefunden hatte. Heim fuhren sie mit einem Erlebnis reicher, fuhren zurück und haben verspürt, daß jenes Land, in das sie als Kinder hinausgefahren sind, ihr Land auch bleiben wird, wenn sie dereinst mithelfen tragen müssen, mithelfen gestalten müssen, mit verantwortlich sind an dem Schicksal der Nation. Und so wie die Kinderlandverschickung sich segensreich bis jetzt, wo sie auf ihrem Höhepunkt angelangt ist, ausgewirkt hat, so hat sich die Hitler=Freiplatz, Spende=Allion, in der die ältere Generation berücksichtigt wird, zum guten Erfolge durchgesetzt. Aber auch hier sind sie von allen Gauen unseres Reiches gekommen, gleich ob sie der Bewegung angehörten oder nicht. Nur eins in Bedingung, und dies wird vor alles gestellt, die Charakterfestigkeit, die Würdigkeit der Person des Urlaubes und die Bedürftigkeit. Er, der vielleicht jahrelang Not und Elend kennen gelernt hat, ja, der heute noch an den Folgen jenes Schreckensregimentes zu leiden hat, er, der sich sozialistisch von keinem Menschen beeinflussen ließ, er fährt heute in HitlerUrlaub, in ein neues Deutschland, fährt stundenlang durch das Dritte Reich, das ihm früher so schrecklich geschildert worden ist.— Welch eine Wendung. Staunend nimmt er die Eindrücke war, die sich ihm bei seinem Urlaub bieten, den er von seinem Führer, noch vor wenigen Jahren verspottet und verlacht, dennoch bekam. Nie wird es in der Welt ein Land Jeder soll und muß zur Stelle sein. fertig bringen, mit Hilfe der Gemeinschaft denen zu helfen, die als würdige Glieder der Gemeinschaft befunden werden, zu verschicken. Es ist ein Werk der sozialistischen Ehre, ein Werk des sozialistischen Aufbaues, eine Tat des wahrhaftigen Sozialismus, ein, Werk, für das geopfert wird von Sozialisten der Tat, ein Friedenswerk des Führers. Und Du, Du gehörst auch zu denen, die Werkzeuge des Führers sind, bist Du auch ein Schaffender für den sozialistischen Aufbau unseres Volkes. Komm und reihe Dich ein. Stelle eine Gaststelle zur Verfügung und wirb in Deinem Bekanntenkreise weitere Stellen für Kinder und Erwachsene. Wir bauen auf und Du sollst mithelfen. Arbeitsplatz und Wohnstätte NSG. Eine große Aktion zur Klärung der Frage, wie die deutschen Arbeiter arbeiten und wohnen, ist für eine Auswahl von Betrieben in allen Gauen des Reiches als Stichprobe eingeleitet worden. Der Leiter des Reichsheimstättenamtes und Präsident der Akademie für Landesforschung u. Reichsplanung, Dr. Ludowici, hat einen Ausschuß zur Untersuchung der Frage:„Arbeitsstätte— Wohnstätte“ ins Leben gerufen. Der Ausschuß beschloß die erwähnte eingehende Umfrage. Die ausgewählten Betriebe sollen möglichst eine Beschäftigtenzahl von über 200 Personen haben und sowohl Betriebe aus dem Bereich der Großstadt, wie auch dem des flachen Landes sein. Es sollen nicht nur die Verkehrsbeziehungen und die Verkehrsdichte ermittelt werden, sondern auch die Einflüsse auf das soziale Leben des Einzelnen wie der Familie. Das Reichsheimstättenamt der DAF. hat zusammen mit der Akademie zur Klärung der Frage einen Fragebogen entworfen. Der erste Abschnitt wünscht Auskunft über die soziale Struktur der Betriebe und die Bemühungen für Arbeiter. wohnstätten, der zweite über Alter und Familienstand der Gefolgschaft, der dritte über die finanzielle Lage der Familie, die Zahl der Kinder usw., der vierte über die Wohnverhältnisse, den baulichen Zustand, die Zahl der Grünanlagen, die Zahl der in den einzelnen Wohnungen lebenden Menschen und die hygienischen Einrichtungen. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit dem Wege zum Betrieb, mit den Entfernungen, die die Hausfrau für ihre normalen Einkäufe zurücklegen muß, mit dem Anmarsch= weg zur Schule und zu gewissen kulturellen Einrichtungen. Zweck der Untersuchung soll sein, Aufschluß über die Gestaltung von Wohnstätte, Arbeitsstätte und Anmarschweg bei der Reichsplanung zu erhalten. Das Schicksal der weichenden Erben Von Kreisen, die am Reichserbhofgesetz Kritik üben wollen, wird immer wieder behauptet, daß bei den weichenden Erben infolge der„Benachteiligung“ beim Erbgang ein gesellschaftliches Absinken einträte. In der Praxis läßt sich diese Erscheinung aber nirgendwo nachweisen. Alle Untersuchungen, die über das Schicksal, der weichenden Erben in den Gebieten der geschlossenen Vererbung, wo die Erbgewohnheiten der durch das Reichserbhofgesetz geschaffenen Regelung ähnlich waren, beweisen das Gegenteil. Dagegen ist in den Gebieten der Freiteilbarkeit durch die Grundstückszersplitterung in weiten Teilen des Reiches eine ausgesprochene Verarmung eingetreten. Eine gründliche Untersuchung von Dr. P. Brugger, die schon als 121. Sonderheft der„Berichte über Landwirtschaft“ veröffentlicht wird. Ueber die Anerben und das Schicksal ihrer Geschwister in Gebieten der geschlossenen Vererbung Württembergs kommt zu dem Ergebnis, daß von 100 weichenden Erben 67,4 v. H. als selbständige Unternehmer in Landwirtschaft, Gewerbe und Hanadel Unterkommen fanden. 8,7 v. H. blieben als Ledige auf dem Hofe, 6,5 v. H. wurden Beamte, 5,3 v. H. Privatangestellte und 10,6 v. H. Lohnarbeiter. Es ist interessant, daß ältere Untersuchungen für andere Gebiete zu ähnlichen Ergebnissen führten. In der Provinz Westfalen wurde z. B. vor einigen Jahrzehnten das Schicksal von 4561 Abbildungen von 1204 Höfen untersucht. Von den männlichen Abkömmlingen sind 46 v. H. selbständige Landwirte und 22 v. H. Unternehmer im Gewerbe, Handel und Verkehrswesen geworden, während sich 16 v. H. freien Berufen und dem Beamtentum zuwandten. Ein soziales Absinken der weichenden Erben läßt sich auf keinen Fall erkennen. Humor des Auslandes Auf der Landstraße. „Bester Herr, schenken Sie doch einem armen Mann ein kleines Almosen— ich besitze auf der ganzen Welt nichts weiter als diesen geladenen Revolver!" Passing Shom. Tugend aus Not. „Ist Bobby immer noch Abstinenzler?“ „Nicht mehr. Seine Stellung gestattet ihm. wieder einige über den Durst zu trinken. Passing Show. Stimmt. „Deiner Braut wolltest du doch etwas schenken, worüber sie sich freut, wenn sie sich anseht?“ 9. 46 4 „Hab ich getan! Ich gas ihr einen— Spiegel.“ Briefkasten Sp. in W.: Bei gleicher Wärmeerzeugung gibt Gasglühlicht fast zehnmal, eine elektrische Birne bald hundertmal soviel Licht wie eine Kerze. H. E. in Br.: Eine moderne große Schnellzugslokomotive, wie sie als Einheitstyp von der Deutschen Reichsbahn verwendet wird, koster rund 200 000 Mark. Figaro 1920: Ein einzelnes menschliches Kopfhaar hat eine Lebensdauer von 2 bis 4 Jahren. Edwin Br.: Tee von Zinnkraut und Birkenblättern, warm getrunken, beseitigt Harnverhaltung. Außerdem nimmt man heiße Fußbäder. In hartnäckigen Fällen helfen 39 bis 40 Grad heiße Sitzbäder mit reichlicher Zugabe von Zinnkraut und Heublumen von sechs bis acht Minuten Dauer. Meinungsstreit: Der Mietsvertrag eines Ehepaares sollte stets von beiden Partnern rechtsgültig unterschrieben sein. Im Falle der Scheidung gehört die Wohnung sonst rechtlich dem Vertragsunterzeichneten. Deutsche Frauen nevien Eine deutsche Irau war es, die bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch=Partenkirchen durch ihren kühnen Abfahrtslauf über steile, vereiste Hänge und durch schwierig abgesteckte Slalomtore die erste Goldmedaille errang. Und wiederum ist es eine deutsche Frau, die den Reigen der Sieger in den XI. Olympischen Spielen in Berlin eröffnete. Es war der erste Tag der Olympischen Sommerspiele: Kampf der Leichtathleten um die Vorentscheidungen im 100 Meter=Lauf und 800 Meter=Lauf und die Entscheidungskämpfe um die Olympiasieger im 10000 Meter=Lauf, im Hochsprung, im Kugelstoßen und im Speerwersen der Frauen. Kaum ist der Jubel um den Weltrekord=Hochsprung des Amerikaners Johnson über 2,03 Meter verebbt, als sich plotzlich eine mit Spannung geladene Stille über das weite Rund der Kampfbahn legt. Da unten setzt eben Tilly Fleischer, unsere beste deutsche Speerwerferin, in der entscheidenden Runde zum Wurf an. Hoch aufgereckt steht sie da, den Speer mit beiden Händen über den Kopf erhoben, um ihn nach kurzem, leichtfüßigen Anlauf unter anfeuernden Rufen der Menge mit kraftvollem Schwung abzuschleudern. 45 Meter! Man kann es schon mit bloßem Auge erkennen, und die Verkündigung der tatsächlichen Wurflänge von 45,18 Meter geht fast unter in dem aufbrausenden Jubel der Hunderttausend. Es ist ein ganz großer, unvergeßlicher Augenblick, dieser erste Sieg in den XI. Olympischen Spielen, der gleich darauf noch durch eine silbernen Medaille im Speerwerfen durch Luise Krüger, verschönt wird. Von allen Seiten strecken sich den beiden die Hände entgegen, sie stolpern fast über die sie umdrängenden Photographen, und schließlich muß Tilly Fleischer den Speer noch einmal werfen, aber diesmal nur für die auf sie gerichteten Linsen der Photoapparate. Rasch schlüpfen sie dann in ihre schmucken, weißen Trainingsanzüge, denn es weht ein empfindlich kühler Wind. Arm in Arm mit der kleinen Polin in ihrer leuchtend roten Tracht, die als dritte Siegerin aus dem Speerkampf der Frauen hervorging, ziehen sie lachend und übermütig durch die Arena, während es von den höchsten Rängen, wo Hitlerjugend einen ganzen„braunen Block“ bildet, im Sprechchor klingt:„Til=ly, wir gra=tu=lie=ren!“ Und dann wird es wieder still in der großen Kampfbahn. Geführt von ihren drei Betreuerinnen vom„Weißen Ehrendienst" betreten die drei Siegerinnen das Ehrenpodium vor der Führertribüne. Hunderttausend erheben sich spontan von ihren Sitzen, und unter den Klängen des olympischen Fanfarenmarsches gehen am Osttor des Ringes die Nationalflaggen hoch. Das Deutschlandlied klingt auf, und die Hände heben sich zum deutschen Gruß, als ob hier nicht Menschen aller Rassen und Nationen ständen, sondern ein einziges, einiges Volk. Es ist ein erschütternder, fast möchte man sagen, geschichtlicher Augenblick, ein Bild von einer Eindringlichkeit und Wucht, das man nie im Leben vergessen kann. Jetzt bricht auch die Sonne durch und umleuchtet die wehenden Fahnen von über 50 Nationen rings im Kreis und die weiße Friedensflagge mit den olympischen Ringen, beleuchtet strahlend auch das Hakenkreuzbanner, das am höchsten Mast zur Siegerehrung aufDas Horst-Wessel=Lied ist verklungen, den Siegerinnen werden Blumen und Medaillen überreicht, und dann geleitet man sie hinauf zur Ehrenloge, wo der Führer, Ministerpräsident Göring und seine Gattin und der Reichssportführer von Tschammer und Osten ihnen herzlich die Hand drücken. Langsam wendet sich das Interesse der sportbegeisterten Zuschauermenge dann wieder den Kämpfen zu, die da unten auf dem samtgrünen Rasen und der ziegelroten Aschenbahn ihren Fortgang nehmen; aber auf den Gesichtern— und vor allem in den Augen der Frauen— leuchtet eine stolze Freude, eine fast kindliche Befriedigung über diesen schönen Sieg einer deutschen Frau. Und dieses Gefühl war allen gemeinsam, da gab es keine Japanerin, keine Amerikanerin oder Griechin, die sich nicht mitgefreut und mitgejubelt hätte in Anerkennung einer großen Leistung. die mit unermüdlichem, zähen Training und dem restlosen Einsatz im rechten Augenblick erkauft werden mußte und deren Würdigung mit einer vorbildlichen Bescheidenheit hingenommen wurde. Deutsche Frauen siegten— auch in den Herzen unserer ausländischen Gäste. Möge dies nicht nur im Sport der Fall sein, sondern möge das olympische Feuer des friedlichen Wettstreites, des gegenseitigen Verstehens und Anerkennens weiterbrennen, auch wenn die Flamme auf dem Reichssportfeld in Berlin längst verloschen sein wird. Eva Claasen. Zellscheisienschalt Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind zu haben in der Buchhdlg. C. Braus, Schwerte. Von den ersten Kampftagen und der Eröffnung der Olympischen Spiele bringt unsere Funkzeitschrift„hör mit mir" im neuesten Heft bereits mehrere Bildseiten, die jedem, der nicht selbst dabei sein kann, doch einen recht guten Eindruck von dem gewaltigsten Sportfest vermitteln, das die Welt bisher sah. Auch in den kommenden Wochen wird„hör mit mir natürlich umfangreiche Bildberichte vom Verlauf der Spiele bringen. Da das ganze Rundfunkprogramm wie ja überhaupt ganz Deutschland in diesen Wochen im Zeichen der Olympischen Spiele steht, bilden die dadurch gegebenen Themen auch für den übrigen Bild= und Textteil des Heftes das Rückgrat. So bringen wir u. a. einen ausführlichen Artikel„Kunst und Technik unter märkischem Himmel“, der in Wort und Bild die Dietrich=Eckart=Bühne mit ihren Möglichkeiten beschreibt. Unser Zeichner Landwehr hat eine ganz köstliche Seite„Olympisches Alpdrücken“ beigesteuert, auf der er böse Angstträume der Sportler humoristisch festhält. Die Filmseite berichtet vom Entstehen des unter Leni Riefenstahls Leitung hergestellten Olympia=Films. Auch der kritische Teil beschäftigt sich mit den feierlichen Eröffnungs=Uebertragungen und dem künstlerischen Rahmenprogramm. Ja, selbst Peter Fünkchen plaudert von dem olympischen Berlin!— Der funktechnische Teil gibt die erste Anschauung von den drei neuen Röhren, die soeben erschienen sind, und schildert in Wort und Bild ihre technischen Qualitäten. Auf der Frauenseite bringen wir erstmalig ein genaues Schnittmuster mit Maßangaben und Erläuterungen, sich eine hübsche Wolljacke selbst zu häkeln.— Im Programmteil werden wieder die wunderhübschen Zeichnungen, die unser Olympia=Programm umrahmen, besondere Freude erwecken. So ist auch in dieser Woche alles geschehen, um die Lektüre unseres neuen Heftes zu einem besonderen Genuß zu machen! Mikrophon macht Wochenschau. Seit 3 Jahren machen auch die Rundfunkmänner eine Wochenschau, die mitten aus dem Leben heraus die Vielfalt des Geschehens einer Woche mit dem Mikrophon einfängt. Jeden Montag abend rollt sie dann im bunten Wechsel am Ohr der Millionen Rheinländer und Westfalen vorbei, in 50 Minuten, wozu die fleißigen Rundfunkmänner Tage brauchten, um das charakterisirende akustische„Blitzlicht" aufleuchten zu lassen. Die neue Nummer der„Wochenschau"(Verlag W. Girardet, Essen) läßt durch einen Bildartikel einen Blick hinter die Kulissen dieser Welt tun. Im Zeichen der Olympiade bringt sie natürlich einen ausführlichen Bildbericht über die ersten Tage in Berlin, zeigt in prächtigen Bildern romantisches Deutschland und unterhält den Leser mit spannenden Artikeln und netten Erzählungen. Aus dem Inhalt der Wochenschau":5 Seiten Bildbericht über den Beginn und die ersten Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen. In der Reihe Werke deutscher Kunst:„Die„omanz Wald“ von Spitzweg. Fortsetzung des#rzig „Der Mann in der Box“, Illustrierter über„Mikrophon macht Wochenschau". Spannender Artikel über Russische Juwelen. Auf der Seite„Für die Frau“: Mode am Abend, Erntetage und Rezept. Bilder von romantischen Stätten Deutschlands. Aktuelle Bilder über die Geschehnisse der levten Zegigge, Wasfel“ e chach studien. Erzählungen, Frrichte, Rälsts. Humor und allerlei Kleinigkeiten. "" o khelutaut Der Tod auf der Landstraße w. Osnabrück. Nicht weit von dem Vorort Haste ereignete sich auf offener Landstraße ein schwerer Verkehrsunfall, dessen Ursache bisher noch nicht eklärt werden konnte. Ein Nadfahrer fand im Straßengraben ein umgekipptes Auto und etwa acht Meter weiter auf der Straße die Leiche eines Mannes. Die Feststellungen ergaben, daß es sich bei dem Toten um den SA=Sturmbannverwaltungsführer Wilhelm Tüting handelt. Da Reifen und Steuerung vollkommen in Ordnung waren, muß die Ursache des Verkehrsunfalles noch geklärt werden. Deppeiter=Plelafien Betrügerisches Ehepaar vor Gericht Sägewerk durch Feuer vernichtet w. Osnabrück. Im benachbarten Ebbendorf brannte das Sägewerk Uthoff bis auf die Umfassungsmauern nieder. Glücklicherweise konnten die wertvollen Maschinen gerettet werden. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Auto fährt gegen Straßenbaum— Vier Verletzte w. Coesfeld. Auf der Münster Straße ereignete sich am Donnerstagmorgen ein Autounfall. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen fuhr. gegen einen Straßenbaum, der durch den Anprall umgerissen wurde. Die Insassen erlitten teilweise schwere Verletzungen und mußten in das Krankenhaus gebracht werden. Auf die schiefe Bahn geraten— eines jugendlichen Raubmörd w. Meppen. Während seines Urlaubes wurde ein 19 Jahre alter gewisser Günther L., der hier in Arbeit stand, zum Raubmörder. Er verbrachte seinen Urlaub in recht zweifelhafter Gesellschaft in Berlin. Als ihm die Barmittel ausgegangen waren, ermordete er in einem Hotel am Alexanderplatz in Berlin in Abwesenheit des Wirtes dessen Ehefrau, um sie dann zu berauben. Der Bursche konnte festgenommen werden. Fuhrwerk vom Güterzug erfaßt w. Unna i. W. Am Donnerstag ereignete sich an dem ungesicherten Bahnübergang der Eisenbahnstrecke Unna=Königsborn—Kamen ein tödlicher Unglücksfall. Als der 60jährige Milchhändler Heinrich Brinkmann aus Königsborn mit seinem Fuhrwerk den Bahnübergang überqueren wollte, wurde das Fuhrwerk von einem Güterzug erfaßt und zertrümmert. Brinkmann war auf der Stelle tot. Hund verursacht Verkehrsunfall— Eine Warnung für Tierhalter rw. Herne. Ein Hund lief auf der Roonstraße gegen ein Motorrad, das mit dem Fahrer, seiner Frau und einem Kind besetzt war. Das Rad geriet ins Schleudern und stürzte um. Alle drei Personen wurden verletzt. Erfolge sauerländischer Züchter auf dem Welt=Geflügel=Kongreß w. Arusberg. Auch die Geflügelzüchter aus em Kreise Arnsberg, die ihre Tiere auf dem elt=Geflügel=Kongreß ausgestellt hatten, konnten sehr gute Erfolge erzielen. So erhielt der bekannte Geflügelzüchter Hellmann aus Hüsten für jeden seiner drei ausgestellten Stämme schwarze Italiener das Prädikat„sehr gut“ je einen Ehrenpreis, einen Zuschlagsehrenpreis und als besondere Anerkennung seiner züchterischen Leistungen die silberne Reichsfachschaftsmedaille. Weiter erhielten der Geflügelzüchter Frin=Neheim für einen Stamm schwarze Italiener das Prädikat„gut“ und der Züchter Lechtenfeld aus Hachen für einen Stamm Silbermöven das Prädikat „sehr gut“ und einen Zuschlagsehrenpreis. Im Hinblick darauf, daß dem Weltkongreß 41 Nationen mit insgesamt 10000 ausgesuchtesten Tieren vertreten waren, können diese Ergebnisse für die heimische Geflügelzucht als besonders erfreulich eezeichnet werden. Pferd und Wagen gestohlen r. Essen. Mittwoch früh wurde einem Händler aus Steele auf dem Essener Großmarkt in der Rheinischen Straße ein Pferd mit Wagen gestohlen. Bei dem Pferd handelt es sich um eine hellbraune Stute, etwa 1,67 Meter hoch, mit langem Schweif und weißer Hinterfessel. Das Tier trägt Kummetgeschirr mit ledernen Zug strägen. Das gestohlene Fuhrwerk ist ein Flachwagen mit rotem Anstrich und gelben Rädern; an der linken Seite trägt er ein Schild mit der Aufschrift„Johann Woytassek, Steele“. Eisenbahndiebe abgeurteilt rw. Düsseldorf. In der Zeit vom 26. März 1935 bis zum 2. Mai 1936 verschwanden aus dem Güterschuppen das Bahnhofes Düsseldorf=Rath eine Reihe von Sendungen; Bücher, Wäsche, Fett=, Wurst= und Kolonialwaren im Gesamtwert von rund 1200 RM. Nach langen Ermittlungen wuran als die Diebe ein Güterbodenarbeiter, der 30 Jahre alte Anton Spiegel, der 31 Jahre alte Lucian Werle, der als Kraftfahrer täglich an dem betreffenden Bahnhof verkehrte, und sein Beifahrer, der 35 Jahre alte Wilhelm Bellenbaum ermittelt und in Untersuchungshaft genommen. Sie hatten sich nun vor der Düsseldorfer Strafkammer zu verantworten. Spiegel und Werle waren geständig, auch Bellenbaum wurde überführt. Die Strafkammer verurteilte Spiegel zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, die beiden anderen zu je einem Jahr Gefängnis. rw. Köln. Ein anfangs der 30er Jahre stehendes Ehepaar, wegen Eigentumsvergehen schon vorbestraft, hatte sich vor der Kölner Strafkammer wegen Versicherungs= bzw. Wohlfahrtsbetruges zu verantworten. Der Ehemann bezog in den Jahren 1932 bis 1935 Wohlfahrtsunterstützung in Höhe von 14 RM. wöchentlich. Das Ehepaar mietete eine größere Wohnung, konnte aber die Miete durch Untervermietung nicht völlig decken, so daß von den Einnahmen noch ein kleinerer Teil für die Miete draufging. Am 5. März 1935 nun machten die beiden Eheleute einen Ausflug, von dem sie gegen 2 Uhr nachts heimkehrten. Sie fanden die Wohnung und die Schränke erbrochen, alles in Unordnung; fast sämtliche Herren= und Damenkleider, auch etwas Geld, waren weg. Wenigstens gaben sie es so an. Nun hatte aber der Ehemann im Oktober sich mit 4000 Mark gegen Einbruchsdiebstahl versichert. Er stellte ein Verzeichnis der„gestohlenen" Ausstattungsstücke her und bezifferte den Wert auf 2600 RM., die er von der Versicherungsgesellschaft als Schadenersatz forderte. Auf deren Weigerung hin folgte ein Zivilprozeß, in dessen Verlauf der Kläger seine Forderung bis auf 670 RM. zurückschraubte. Das zivilrechtliche Urteil aber war vernichtend für den Kläger. Es bescheinigte dem klägerischen Ehemann klipp und klar, daß ein Einbruch bei ihm gar nicht stattgefunden habe, daß dieser vielmehr nur vorgetäuscht worden sei, um eine Schadenersatzsumme zu erhalten, für die der Gegenwert überhaupt gefehlt habe. Zu demselben Ergebnis gelangte auch die Kölner Strafkammer. Es konnte den beiden Angeklagten nachgewiesen werden, daß ihre Angaben über die Herkunft des Geldes, mit dem im Jahre 1934 der weitaus größte Teil der angeblich gestohlenen Ausstattungsstücke gekauft wurden, ebenso unrichtig waren, wie ihre Vermögenslosigkeit überhaupt. Es stellte sich heraus, daß der Ehemann von seinem Bruder wie auch von der Mutter namhafte geldliche Zuwendungen erhalten hatte, wovon dem Wohlfahrtsamt nichts mitgeteilt worden war. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ehemann wegen Versicherungsbetrugs neun Monate und wegen Wohlfahrtsbetruges sech Monate Gefängnis, einer Gesamtstrafe vone gegen die Ehefrau beantragte rungsbetruges vier Monate Gefängnis. Das Urteil lautete dem Antrage entsprechend. Zuchthaus wegen Devisenverbrechens r. Köln. Vor der 8. Großen Strafkammer hatte sich ein ehemaliger Beamter in Gemeinschaft mit einem anderen Angeklagten wegen Devisenverbrechens zu verantworten. Der frühere Beamte war seit Jahren mit dem berüchtigten jüdischen Devisenschieber Carl, der heute im Ausland ist, bekannt. Obschon ihm die vielen Vorstrafen und das Charakterbild des Juden bekannt war, hielt er den Verkehr aufrecht, lieh dem Juden Geld und tat auch sonst Gefälligkeiten für ihn. In zahlreichen Fällen trat der Carl an Angeklagten heran und ersuchte ihn, für ihn Wertpapiere zu verkaufen und ihm den Erlös zu geben. Da der Angeklagte selbst nicht besonders couragiert war, engagierte er für sich wirtschaftlich schwache Personen, die für einen kleinen Geldbetrag Wertpapiere verkauften. Mit Carl fuhr er verschiedentlich in seinem eigenen Auto nach dem Losheimer Graben, wo sich ein Lokal „Buffalo“ befindet. Die eine Seite des Lokals ist belgisch, die andere ist deutsch. Daß die beiden hier natürlich krummen Geschäften nachgingen, brauch nicht besonders betont zu werden. Inzwischen wurde in Köln ein Mittelsmann nach dem anderen gefaßt. Die Leute erhielten teilweise erhebliche Gefängnisstrafen. Nichtsdestoweniger setzte der gewissenlose Angeklagte weitere Personen ein. Schließlich wurde er verhaftet. Es stellte sich noch heraus, daß er verschiedentlich mit Erfolg auf Grund seiner Beamteneigenschaft sich Zutritt zu seinen Spießgesellen verschafft hatte. Im ganzen hat dieser Angeklagte 20000 Mark dem Carl ausgeliefert, während der zweite Angeklagte sogar 56000 Mark zuwege brachte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und gegen den anderen Angeklagten eine Gefängnisden rie strafe von einem Jahr und sechs Monaten. Das Urteil erging entsprechend, außerdem wurde noch auf 3000 bezw. 300 Mark Geldstrafe erkannt. Willi Ostermann gestorben rw. Köln. In der städtischen Krankenanstalt Lindenburg starb am Donnerstagnachmittag der bekannte Kölner Humorist und Verfasser zahlreicher volkstümlicher Schlager, Willi Ostermann, im 59. Lebensjahr. Zu einem Gallenleiden, das Ostermann durch eine Operation zu beheben hoffte, trat bei dem beliebten Volkssänger Herzschwäche hinzu, die seinem Leben ein Ende machte. Köln empfängt auslandsbeutsche Arbeitskameraden rw. Köln. In Köln traf eine Ehrenabordnung reichsdeutscher Arbeitskameraden aus dem Ausland ein, die im Anschluß an den Besuch des Weltkongresses für Freizeit und Erholung zur Zeit eine Reise durch Deutschland machen. Am Gürzenich hatte sich eine große Volksmenge eingefunden, die die auslandsdeutschen Volksgenossen mit jubelnden Heilrufen empfing. Deutsche Arbeiter aus Agentinien, Bolivien, Australien, Abessinien, Amerika, Brasilien, Chile, China, Kuba, Danzig, England, Frankreich, Finnland, Holland, Italien, Oesterreich, Spanien, Polen, Südwestafrika, Norwegen, aus Japan und der Tschechoslowakei waren in der Abordnung vertreten. Im großen Saal des Gürzenich begrüßte während des gemeinsamen Abendessens der Gauwalter der DAF Köln=Aachen, Dr. K. G. Schmidt, die auslandsdeutschen Arbeiter auf das herzlichste, während Gauinspekteur Doerr die Grüße des Gauleiters Staatsrat Grohé überbrachte. Die Gäste unternahmen anschließend zusammen mit den Vertretern der Partei und der Behörden eine Abendfahrt auf dem Rhein, wobei sie ###sstert waren von der Beleuchtung der Kölnes tfront. Bei Tanz und künstlerischen Darbiee tungen verlebten sie einen Abend echt rheinischen Frohsinns. Bedeutungsvolle Entscheidung für das Friseurgewerbe rw. Köln. Nach dem Tarifvertrag für das Friseurgewerbe haben Damenfriseure und=friseusen, die an Samstagen oder an Tagen vor gesetzlichen Feiertagen zur Aushilfe beschäftigt werden, einen Aushilfslohn von acht Mark pro Tag zu fordern. Eine Friseuse war von dem Inhaber eines Damenfriseurgeschäftes eingestellt für jeden Samstag, was ihr auch am ersten Samstag ausdrücklich gesagt wurde. Der Inhaber vertrat den Standpunkt, daß ein festes Arbeitsverhältnis vorlag und zahlte den erhöhten Aushilfslohn nicht, sondern nur den geringeren vereinbarten Lohn. Die Friseuse aber verlangte durch Klage am Kölner Arbeitsgericht für jeden Samstag acht Mark, da es sich doch um eine Aushilfe gehandelt habe. Das Gericht trat dieser Ansicht bei und verurteilte den Beklagten zur Zahlung des eingeklagten Betrages. Da aber diese Entscheidung für das Friseurgewerbe von grundsätzlicher Bedeutung ist, wurde die Berufung hiergegen zugelassen. Feuerwehr rückt zur Rettung eines Kätzchens aus r. Trier. Zu einer ungewöhnlichen Fahrt rückte die Trierer Wehr mit ihrem Rüstzeug aus; es galt ein Kätzchen zu retten, das auf einem Pfeiler der alten Moselbrücke saß. Ein liebloser Mensch hatte das Tierchen in der Nacht von der Brücke aus in die Mosel werfen wollen. In der Dunkelheit wählte er eine Stelle, wo ein Pfeiler steht und das Kätzchen fiel, ohne Schaden zu erleiden, dort auf. Am Abend sammelten sich viele Menschen auf der Brücke an, die alle helfen wollten, das laut miauende Kätzchen aus seiner üblen Lage zu befreien, aber wie sollten sie zum Pfeiler hinunterkommen? Schließlich benachrichtigte die auf den Vorfall aufmerksam gewordene Polizei die Feuerwehr, die eine Leiter zum Pfeiler herunterließ und ein an einem Strick angeseilter Wehrmann kletterte hinab und rettete das Kätzchen, das dann beim 2. Polizeirevier eingeliefert wurde, wo es fortab Gast bleiben soll. Im Streit erschlagen r. Saarbrücken. Abends entstand in der Kaffee“ küche der Grube Dechen eine Schlägerei, in deren Verlauf der Inhaber der Küche, der 42jährige Albert B. aus Heiniz, erschlagen wurde. B. hatte nach Schluß der Verkaufszeit von seiner Ehefrau Geld verlangt, um noch eine Wirtschaft aufzusuchen. Als ihm dieses verweigert wurde, kam es zwischen den Eheleuten zu einer Auseinandersetzung, in der sich der 23jährige Neffe der Frau B.,„Helmut D. aus Neunkirchen, einmischte. Der Ehémann schlug mit einer Seltersflasche nach D., worauf dieser ein in der Kaffeeküche liegendes Eisenrohr ergriff und auf B. einschlug. Bei der Schlägerei fiel ein Stapel mit gefülllen Seltersflaschen um und begrub den Ehemann unter sich. Dieser starb nach Einlieferung in das Knappschaftskrankenhaus, ohne das Bewußtsein wieder. erlangt zu haben. Der Täter D. ist geständig. Er und die Ehefrau B. wurden in Haft genommen. „Wo sind die Katakomben von Berlin?“ Tausend überraschende Fragen an den Berliner Olympia-Kiosken Berichtet von Udo Wolter Sie sind schon zum beliebten Treffpunkt geworden, die gläsernen Rundbauten am Stettiner Bahnhof, auf dem Askanischen Platz, an der Gedächtniskirche und Unter den Linden. Treffpunkt nicht nur als Normaluhr=Ersatz, sondern auch für die bereits recht zahlreichen Ausländer, die schon Wochen vor den großen Spielen in der Reichshauptstadt eingetroffen sind. Die Leiter der Olympiakioske, ein ehemaliger Parlamentssekretär in England, ein Empfangschef eines großen Hotels, ein einstmals sehr wohlhabener Auslandskaufmann und eine sprachengewandte Dame, haben es nicht leicht dem Ansturm der Fragen gegenüber, der jetzt täglich in fast allen Sprachen der Welt auf sie eindringt. Auch die aus deutschem Reichsgebiet zureisenden Olympia=Schlachtenbummler haben den Wert der gläsernen Zentralbüros bereits erkannt, so daß im immer stärker und stetiger einsetzenden „rush“ der Auskunft=Suchenden auch sämtliche deutschen Dialekte in mannigfachem Durcheinander vertreten sind. Oft genug werden die sonderbarsten Wünsche und Fragen an die Auskunftsbeamten herangetragen... Da erscheint kurz vor Dienstschluß in einem Kiosk ein Mann in weitem Mantel und Sportmütze und erklärt in gebrochenem Deutsch, daß er die„Katakomben von Berlin" besichtigen möchte und man ihm Auskunft geben möge, wo man eine solche Besichtigung anmelde. Die Beamten, die sich bei bestem Willen an keine Berliner Katakomben erinnern können, stehen ratlos. Der Fremde, ein türkischer Ingenieur, versucht immer eindringlicher zu erklären.„Katakomben mit Rohren, durch die Wasser geht...“ Die Sache wird immer rätselhafter, sollte der Fremde— auch so etwas soll vorkommen— sich in der Stadt irren und vielleicht Rom meinen? Telefonisch wird ein türkischer Dolmetscher herangezogen, mit dem sich gleich der Ingenieur per Draht eifrig unterhält, bis er dann den Hörer an den Beamten gibt. Im Augenblick ist das Problem geklärt. Der Fremde, mit Straßen= und Kanalisationsbauten in seiner Heimat beauftragt, interessiert sich beruflich für die ihm als vorbildlich hingestellte Berliner Kanalisation und möchte gerne einen Rundgang durch die unterirdische Anlage des Kanalisationssystems mitmachen. In kurzer Zeit ist ihm die geeignete Stelle, an die er sich zu wenden hat, vermittelt. Hochbefriedigt verläßt er, mit allen erforderlichen Adressen versehen, den Kiosk. Auch ernste Fälle schlagen jäh in die so bunte und internationale Auskunftei hinein. Im Kiosk erscheint ein junger Mensch. Tief liegen die Augen in dem bleichen Gesicht, die Hände kommen keinen Augenblick zur Ruhe, der ganze Mann macht einen kränklichen, niedergedrückten und unruhigen Eindruck. Hastig wendet er sich an einen Beamten. Hier in Berlin müsse es irgendwo einen Professor geben, der Tuberkulose mit Wüstenstaub heilen könne. Er habe es in seinem Heimatblatt gelesen, habe Geld gespart, um nach Berlin zu kommen und vielleicht auch die Kosten des Heilverfahrens bezahlen zu können, wisse aber nicht den Namen und den Aufenthalt des Professors. Vielleicht sei es möglich, daß man ihm von hier aus weiterhelfen könne. Der Beamte macht sich an die Ermittlung. Es ist keine leichte Arbeit, aber nach einigem Suchen und vielen Telefonaten kann der junge Mann an eine zuständige Stelle an der Charité verwiesen werden, von der aus ihm weitergeholfen werden soll. Ein wenig aufrechter als er gekommen, verläßt er mit viele und Wünsche zuf Beamten das Leben schwer zu machen. Eine hochmodern gekleidete junge Engländerin wünscht einen„Gentleman" als Fremdenführer, mit dem sie jedoch auch gleichzeitig tanzen gehen und sich das abendliche Vergnügungsleben von Berlin zeigen lassen kann. Ein Amerikaner verlangt als leidenschaftlicher Sportangler genaueste Auskunft, wo um die Reichshauptstadt herum die besten, aber auch wirklich besten Angelplätze liegen. Ein Genießer will wissen, wo er, wenn möglich auch noch an einem See und auf gemütlicher Terrasse, die besten Spargel und Krebse bekäme. Ein kanadischer Pilot erkundigt sich, wo er am schnellsten sein deutsches Pilotenexamen machen könne, da er in einem Balkanstaat Anstellung erhalten könne, man jedoch dort von ihm unbedingt das deutsche Verkehrsflieger=Examen verlange. Hundert Wünsche und Fragen kommen zusammen, Dinge, die weit aus der Reihe üblicher Auskünfte tanzen,— aber die Beamten werden auch damit fertig. Haben sie doch nach der anderen Richtung hin mehr als einmal in wenigen Minuten sich ständig gleichbleibende Fragen zu beantworten, unter denen das Verlangen, wo und wann man den Führer sehen könne oder auch einen der deutschen Minister, gerade auch bei den Ausländern mit zu den häufigsten gehört. Nur eine ganz ausgezeichnete Organisation innerhalb der Olympiakioske ermöglicht es, mit dem Kleinkram der tausend Dinge, die dem Fremden jedoch wichtig sind, innerhalb kürzester Zeit fertig zu werden. Besonders beauftragte Beamte und Vertrauensleute an den verschiedenen Behörden stehen jederzeit zu näherer Auskunft für die Beamten der Kioske in Zweifelsfällen zur Verfügung, Verbindungen zu allen Theatern, Kinos, Vergnügungsstätten und Hotels sind im Augenblick und bevorzugt hergestellt. Stadtpläne, Autokarten, Adreß= und Telefonbücher, Kursbücher aller Verkehrsmittel und besonders das umfangreiche, persönliche Wissen der Beamten geben jedem Fremden im ungeheuren Verkehr der olympischen Spiele jede Gewähr, daß auch für ihn in den Kiosken unter dem Zeichen der fünf Ringe stets Rat und Hilfe vorhanden ist. Gottesdienst=Ordnung Aus der evgl. Gemeinde Schwerte Evangelische Gottesdienste. St. Viktorkirche: 9,30 Uhr P. Siebrasse Johanneskirche: 8 Uhhr P. Kleinemeyer. Krankenhaus: 8,30 Uhr P. Siebrasse. Geisecke=Lichtendorf: 9,30 Uhr P. Kleinemeyer. Waldgottesdienst: 5 Uhr bei Mutter Möller. Evangl. Kirchenchor: Montag 8 Uhr Uebungsstunde im Gemeindehause. Mädchen=Bibelschar: Dienstag 5 Uhr im Jungmädchen=Bibelstunde: Dienstag 8 Uhr Soungl. Jundmädchenwerl: Villigst: Dienstag 8 Uhr Jugendschar.— Schwerte Stadt: Mittwoch 8 Uhr im Gemendehause. Jungen=Bibelschar fällt in den Ferien aus. Jungendienst: Samstag 7,30 Uhr in der Evangl. Jungmännerwerk, Schwerte: Sonntag 8 Uhr Heimabend.— Donnerstag 8 Uhr Poaunenchor.— Oreiyr=Fraentige Sechperge. Evangl. Frauenhilfe: Frauenh## SchwerteNord: Donnerstag 3 Uhr im Gemeindehause. — Frauenhilfe Lichtendorf: Donnerstag 3 Uhr bei Dahlbüdding(Blumenhain). Gustav, Adolf= Frauenverein: Dienstag 8 Uhr im Gemeindehause Arbeitsstunde. Getauft: Fritz Langhans; Anneliese Rothstein; Christel Hegenberg; sämtlich von Schwerte; Horst Dieter Fessel von Wandhofen. Getraut: Gustav Korte von Schwerte und Frieda Langhans von Schwerte; Wilhelm Göbel von Schwerte und Hildegard Köster von Schwerte... g.. g.—4 von Willigst Gestorben: Luowig Klamer von Billigst, 67 Jahre; Ehefrau Luise Steinke von Holzen, 78 Jahre; Ehefrau Lina Hermann von Villigst, 72 Jahre. Aus der kath. Gemeinde Schwerte Katholische Gottesdienste. Schwerte. Sonntag, 9. Aug. 10. Sonntag nach Pfingsten. 6 Uhr: Stille hl. Messe. 7.15 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 8.30 Uhr: Schulmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Kinder des 5. Schuljahres. 9.45 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11.15 Uhr: Letzte hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr: Sakramentsandacht. Abends 8 Uhr: Andacht für die Erwachsenen. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 8.15 Uhr. Nachmittags 4.30 Uhr: Andacht. Krankendienst hat in dieser Woche Herr Vikar Münzner, Haselackstraße 16. An den Werktagen sind die hl. Messen: 6.30 Uhr: Erste hl. Messe. 7.10 Uhr: Schulmesse. 7.45 Uhr: Letzte hl. Messe. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 6.30 Uhr. Mittwochs 5 Uhr: Andacht zu Ehren des hl. Josef. Seisecke. 7.15 Uhr: Stille hl„Messe mit Predigt. Jeden Dienstag und Freitag 7.10 Uhr stille hl. Messe. 9.15 Uhr: Hochamt mit Predigt. Jeden Mittwoch ist um 7.10 Uhr stille hl. Messe. Holzen. Jeden Donnerstag ist um 7.10 Uhr stille hl. Messe. Lichtendorf— Sölderholz. 7.30 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr: Andacht. Rundfunk=Programm Sonntag, den 9. August 1936. 6.00 Für alle Reichssender: Olympische Fanfaren. Anschließend für alle Reichssender: Musik in der Frühe. Musikkorps des Infanterie=Regiments Nr. 67, Spandau. Für alle Reichssender: Neunter Tag der 11. Olympischen Spiele: Programmburchage.. dur und Aetschn Für alle Reichssenver und Deutschlandsender: Sonntägliche Musik. Für alle Reichssender: Sonntagmorgen ohne Sorgen. Kapelle Wilfried Krüger. Dazwischen: Schwimmen: 200=m=Bruststil— Frauen— Zwischenläufe. Waserbalspiele.. gubger Bersin. Für alle Reichssender dußer Berlin: Unterhaltungsmusik, gespielt von der Kapelle Franz Hauck.— Dazwischen: Ringen: Griechisch=römisch— Entscheidungen. Bantamgewicht— Entscheidungen. Federgewicht— Entscheidungen. Leichtgewicht— Entscheidungen. Olympische Segelregatta: Regattaberichte v. Startschiff„Najade". Regattaberichte a. Kiel. 0 Für alle Reichssender: Musik am Mittag. Es spielt das Landesorchester Gau Berlin unter Leitung von O. J. Kühn. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896—1936. 00 Für alle Reichssender: Bunte Platte. (Schallplatten). 10 Für alle Reichssender und Deutschlandsender: Eins ins Andere. Bunter Melodienreigen mit Franz Hauck und seinen Solisten.— Dazwischen: Regattaberichte aus Kiel. 00 Für alle Reichssender: Blasmusik.— Musikzug 3 der SA.=Brigade 30. Leitung: Musikzugführer W. Albin.— Dazwischen: Hochsprung— Frauen— Entscheidung. 4X100=m=Staffel— Entscheidung. 4X100=m=Staffel— Frauen— Entscheidung. 4X100=m=Staffel— Entscheidung.— Schwimmen: 100=m=Freistil — Frauen— Zwischenläufe. 100=m=Freistil— Endlauf. Wasserspiele. 00 Der Marathonlauf bei den 11. Olympischen Spielen 1936. Staffelhörberichte von der Strecke. 18.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Robert Gaden spielt.— Dazwischen: Funkberichte vom Stadionrennen in Hoppegarten. 19.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Olympia=Echo 9. Tag. 20.00 Für alle Reichssender außer Deutschlandsender: Die Fledermaus.(Operette von Johann Strauß). 222200 Alle Reichssender getrennt: Wetter= und Tagesnachrichten. 22.15 Für alle Reichssender: Olympia=Echo. 22.45 Für alle Reichssender und ab 23.00 auch für den Deutschlandsender: Tanz und Unterhaltung. Montag, den 10. August 1936. 5.50 Für alle Reichssender getrennt: Wetterbericht. 6.00 Für alle Reichssender und Deutschlandsender: Olympische Fanfaren— Anschließend: Musik in der Frühe. Kapelle F. Kauffmann. Akkordionduo P. Reich. 6.30 Für alle Reichssender und Deutschlandsender: Frühgymnastik. 6.45 Musik in der Frühe(Fortsetzung). 7.00 Alle Reichssender getrennt: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.15 Musik in der Frühe.(Fortsetzung). 7.50 Für alle Reichssender: Zehnter Tag der 11. Olympischen Spiele: Programmdurchsage..„ Gewin: 8.00 Für alle keichssender außer Verun: Unterhaltungsmusik. Es spielen: die Kapelle Arthur Damp, die Kapelle Eduard Prasch; Ludwig Kletsch(Akkordion); dazwischen bunte Schallplatten.— Dazwischen: Radrennen: 100=km=Rad=Rennen. Start=, Strecken= und Zielbericht.— Schwimmen: Kunstspringen— Entscheidung. 4X100=m=Staffel— Vorläufe. Wasserballspiele. Regattaberichte aus Kiel. Olympische Siegertafel 1896—1936 13.00 Für alle Reichssender: Militärmusik. Musikzug 2 der SA.=Brigade 30, Leit.: Sturmführer Hermann Wipper. 13.45 Alle Reichssender getrennt: Nachrichten. 14.00 Für alle Reichssender: Allerlei von Zwei bis Drei! 15.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Unterhaltungsmusik mit den Kapellen Fr. Hauck und Waldemar Haß.— Dazwischen: Schwimmen: 100=m=Freistil — Frauen— Endlauf. 100=m=Freistil— Frauen— Endlauf. 400=m=Freistil— Vorläufe. Wasserballspiele. Boxen— Ausscheidungsspiele. Fußballspiel. Handball— Ausscheidungsspiele. Hockey— Ausscheidungsspiele. Zielbericht von der olympischen Segelregatta. 18.00 Für alle Reichssender: Blasmusik. Das Musikkorps der Schutzpolizei Berlin, Leitung: Eduard Magnor. 19.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Olympia=Echo 9. Tag. 20.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10 Für alle Reichssender außer Berlin: Alte und neue Tanzmusik. Gespielt von der Kapelle Otto Kermbach.— Dazwischen: Fechten: Degen=Einzel. Boxen— Ausscheidungskämpfe. 20.45 Deutschland baut auf: Der Staat als Förderer des Sports. 21.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Herakles. Oratorium von G. F. Händel. Ein Querschnitt durch die Festaufführung in der Dietrich=Eckart=FreilichtBühne. 22.00 Alle Reichssender getrennt: Wetterund Tagesnachrichten. 22.15 Für alle Reichssender: Orympia=Echo. 23.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Deutsches Volksliederspiel für 4p Sing stimmen und Klavier von Herm. Zilcher, 23.90 Für alle Reichssender Tanz= und Unterhaltungsmusik. Dienstag, den 11. August 1936. 5.50 Alle Reichssender getrennt: Wetterbericht. 6.00 Für alle Reichssender: Olympische Faufaren.— Anschließend: Musik in der Frühe. Es spielt: Kapelle O. Kermbach. 6.30 Für alle Reichssender: Frühgymnastik. 6.45 Musik in der Frühe(Fortsetzung). 7.00 Alle Reichssender getrennt: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.15 Musik in der Frühe(Fortsetzung). 7.50 Für alle Reichssender: Elfter Tag der 11. Olympischen Spiele. 8.00 Für alle Reichssender außer Deutschlandsender: Bunte Unterhaltung. Das Waldemar=Haß=Quintett. Alb. Bräu(Saxophon), Alb. Vossen(Akkordion) u. Ernst Korseck(Gitarre). 9.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Kleine Orchester des Deutschlandsenders unter Leitung von Franz Marszalek u. die Schwäbischen Dorfmusikanten.— Dazwischen: Schwimmen: 400=m=Freistil— Zwischenläufe. 100=m=Rücken— Frauen — Vorläufe. Wasserballspiele. Fechten: Degen= Einzel— Vorentscheidung. Rudern— Vorläufe. 12.00 Für alle Reichssender und Deutschlandsender: Musik am Mittag. Das Große Orchester des Reichssenders Berlin. Dirigent: Heinrich Steiner.— Dazwischen Olympische Siegertafel 1896—1936. 13.00 Musik am Mittag. 13.45 Alle Reichssender getrennt: Nachrichten. 14.00 Für alle Reichssender außer Berlin: Bunte Musik. Sie hören die Kapelle E. Roosz und Schallplatten.— Dazwischen: Rudern— Vorläufe. Schwimmen: Vorführungen im Kunstspringen durch die drei Sieger. 4X200=m=Staffel— Endlauf. 200=m=Bruststil— Frauen— Endlauf. Wasserballspiele. Fechten: DegenEinzel— Entscheidung. Boxen— Ausscheidungskämpfe. Fußballspiel. Hockey — Ausscheidungsspiele. 18.00 Für alle Reichssender außer Berlinz Blasmusik. Das Musikkorps des Begiments General Göring, Leitung: Musikmeister Paul Haase.— Dazwischen: Hörberichte. 19.00 Für alle Reichssender außer Berlinz Olympia=Echo 11. Tag. 20.00 Für alle Reichssender außer Berlinz Kurznachrichten des 20.10 Für alle Reichssender außer Berlin: Unterhaltungskonzert. Dirigent: Otto Dobrindt.— Dazwischen: Hörberichte: Boxen— 2. Serie. 22.00 Alle Reichssender getrennt: Wetterund Tagesnachrichten. 22.15 Für alle Reichssender: Olympia=Echo. 22.45 Für alle Reichssender und ab 23.00 auch für den Deutschlandsender: Unterhaltungs= und Tanzmusik. Es spielen: Die Kapelle Hans Bund, das Tanzorchester Erich Börschel und das MandolinenOrchester Napoli, Leitung: Willy Rosenthal. S Koman von Z. Schneider=Foerstl Wechsben-Aechtustnen durch Hlesten Sactur büchster. Herten 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Als Hohmann zurückkam, schlief Ruth. Er neigte sich über sie, horchte an ihrem Herzen und rief sie dann leise beim Namen. Als keine Antwort kam, schob er vorsichtig beide Hände unter ihren Rücken. Haltlos glitt ihr Kopf gegen seine Schulter: er hielt eine Bewußtlose in den Armen. * Zehn Minuten später tauchte ihr erwachender Blick erschrocken in seine Augen. Nein, er wußte nichts. Der Brief war nicht aus ihrer Tasche gefallen. Sie fürchtete umsonst, Markus könnte die verräterischen Zeilen gelesen haben. Von seinen Küssen und den hingebensten Worten seiner Liebe getröstet, beruhigte sie sich. Er hatte ihr Gesicht an seine Brust gebettet und strich über ihre Wangen.„Wie hast du mich erschreckt! Ich werde dich nie wieder allein kassen.“.. M „Ich vertrage den Fohn so schrecht, Markus. „Wir haben keinen Föhn, mein Kind. Soll ich den Wagen kommen lassen?“ Sie wollte lieber gehen. Langsam, von seinem Arm gestützt, schritt sie den Berg hinab. Bärbel, die nach ihnen Ausschau hielt, stutzte erst und kam ihnen dann ein Stück entgegen. „Hängen Sie den Anzug sofort an die Luft, Bärbel,“ bat er,„meine Frau verträgt den Karbolgeruch so schlecht.“ „Ja,“ sagte die Alte bereitwilligst.„Ja.“ Aber sie lächelte dabei. Er war doch noch ein ganz, ganz großes Kind. ihr Doktor. Ueber Nacht hatte es geschneit! Heimlich, sacht und leise hatte der Himmel eine weiße Decke über die Erde gebreitet und überstrahtte sie nun mit der schönsten Gottessonne, die jeweils vom Firmament geleuchtet hatte. „Markus, wach auf!— Wach auf, du fauler Mann und staune!“ Hohmann fuhr aus letztem, schwerem Schlummer hoch. Heute war Sonntag. Da rasselte kein Wecker, und die Bärbel stand nicht schon um halb acht Uhr an der Tür und mahnte:„Herr Doktor, es ist einer da, der's eilig hat.„„( t.2 Kamts 6.5 Dafür saß nun Ruty auf der Känre seines Bettes und blinzelte ihn aus lachenden Augen an.„Schrecklich ist das mit dir! Ich bin schon eine halbe Stunde Trab gelaufen. Zweimal um das Haus herum! Zweimal durch den Garten! Der Veit hat ein Dutzend Schneebälle auf seinen Lodenhut gekriegt, als er zur Kirche ging. Wenn sein Gamsbart geknickt ist, mußt du ihm einen neuen kaufen...g 6sudst. Hohmann setzte sich auf und sah gebiende. in das helle Licht, das durch die Fenster fiel, sah mitten in dieser strahlenden Helle sein schönes Weib und breitete die Arme nach ihm aus. Aber Ruth war in dieser Minute alles eher als zärtlich.„Du sollst aufstehen, Markus, und Kaffee trinken und dann mit mir einen Spaziergang machen. Am Nachmittag wollen wir Doktor Börne und sein Zigeunerchen besuchen. Wir haben's schon so lange versprochen.“ Es wurde aber nichts aus diesem Besuch, denn gegen Mittag schlug das Wetter plötzlich um. Ein toller Nordwest jagte schwarzes Gewölk herbei und schwang es wie ein Fahnentuch um die Scheitel der Verge. Bis herab ins Tal hingen die grauen Fetzen, an denen der Saom krbs. Aeesens u Fahl und düster lag das Voklothaus uuf Ilm. Der Sturm heulte über die Grate und orgelte in den Wänden. Der Schnee stürzte in herab und begrub alles unter Rasen und Beete, Wege und Markierung. Es war von einer Stunde zur anderen tiefer Winter geworden. Ruth fror. Hohmann warf Scheit um Scheit in den großen Eckkamin des Speisezimmers und rückte ihr den bequemsten Stuhl dicht an die Glut. Wer jetzt vom Wettersturz überrascht, auf dem Wege über die Berge war, dem mochte Gott gnädig sein. Ein Laden flog gegen das Fenster, daß die Scheiben klirrten. Ruth schrak auf und deckte die Hand über die Augen.„Es ist so unheimlich, Markus.“ „Fürchtest du dich?“ einahe: Er strich üder ihre Hand und hieit sie fest. Sie horchten beide. Der Sturm war zum Orkan geworden. Veit ging mit einer Taschenlampe um das Haus und hakte die Läden fest. Die rüttelten an den Bändern und versuchten sich loszureißen. Um die große Lampe, die den Eingang zum Gartentor beleuchtete, tanzten die Flocken wie schwärmende Bienen. Gerade als der Veit wieder ins Haus zurückwollte, rief jemand laut Hallo. Er war mit einem Sprung am Tor.„Was sollt's?“ „Den Doktor brauch' ich. ür 11* „Schau ich so aus!“ ram es murrisch. „Wenn ich den Doktor brauchn tät, dann laufet ich nimmer vom Latschenhof bis da herunter. Bei dem Sauwetter gwiß net! Aber es hat einen von die Wänd geworfn. An der steinernen Kerzu hintn. Fuchzig Meter oder mehr. Er tut kein Schnaufer nimmer. Ich glaub zwar, daß nix mehr hilft, aber der Forstmeister hat's angschafft, ich soll den Doktor holn.“ „Ein Hiesiger?“ fragte der Veit, während er das Tor aussperrte. Der Bote lachte kannst dir doch denken, daß kein sieger ist. Man hat's ja heut fruh schon mit die Händ greifn können, daß's Wetter keine zwei Stund mehr halt. Aber da rennens und rennen, bucklauf und bucklab! Grad gschwind muß gehn. Und nachher tapp'ns nei wie die Schneehafn. Kann ich jetzt den Doktor hab'n?“ „Ich sag's ihm, ja. Ein große Freud wird's in sch un fen. „Mir war's auch keine, sagte der knecht lakonisch.„Tust ihm Bescheid, daß ich wart. Nachher braucht er net alleini gehn. „Komm mit herein." Der Veit hatte die Gartentür geöffnet, unter der sich ein ganzer Schneeberg mit hereinschob.„Leicht kannst dich ein bissel auswärmen, bis der Doktor seine Taschu hergerichtet hat. Soll er die Ski mitnehmen?“ Der Holzknecht grunzte nur. „Red halt!“ brummte der Veit und sah hinter sich, ob ihm der Knecht auch folgte. „Ski kann er net brauchn. Der Schner ist noch zu kind. Da pappu die Hölzer allereil. — Ich will net nei gehn," lehnte er ab, als der Veit die Haustür öffnete und ihnen aus der Diele mollige Wärme entgegenstrahlte. mach bloß alles naß.“ 84 Hohmann, der sprechen geholl halie, kam aus dem Eßzimmer und sah den Knecht stehen. „Ist etwas passiert?“ „Abgestürzt is einer.“ „No?“ „Elei hinterm Latschenhof.“ „So an die fuchzig Meter oder mehr.“ Ruth, die dem Gatten gefolgt war, bemerkte wie der Blic des Knechtes sie angstvoll stgräitt. Es sehlt nur noch, daß er ein Kreu,###— dann hinter ihrem Manne wieder in das Speisezimmer trat, fühlte sich Beit gut die Schulter getupft.„Ist sie das?“ teng# Holzknecht leise. „Wer?“ uu te Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt, meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Hlmmel und Erde gemacht hat. Psalm 121 Heute morgen 2 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leidem, im festen Glauben an seinen Erlöser, mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber, treusorgender Vater, mein guter Bruder, unser lieber Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Bauer Ernist-Kothfer im 56. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Ida Köther geb. Wellershoff Ernst Köther Karl Köther Werner Köther Hedwig Köther Helmut Köther Else Köther Lichtendorf bei Schwerte, Bielefeld, Betzdorf und Wattenscheid, den 8. August 1936. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. August, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause Langestr. 74, aus statt. ¼ Stunde vorher Trauerfeier im Hause. Mehrere tüchtige 17092111. Maureriringe 81 im Tn 1775 für Schwerte für sofort gesucht. Schwerter Bauindustrie für einige Std. am Tage gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Für die liebevolle Teilnahme beim Hitischeiden unserer teuren Entschlafenen sprechen wir unseren tiefempfundenen Dank aus Familie Anton Steinke Familie Fritz Halberscheidt Holzen, Im August 1936 1773 Reichsbahn Turn= und Sportverein Schwerte Samstag, den 15. August 1936, abends 8 Uhr in der Gaststätte Kreinberg außerordentliche Mitglieder-Versammlung Neuwahl des Vereinsführers. Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. 17 4 ZimmerWohnung modern, III. Etage, im Hause Hüsingstr. 30(Küster) für Rm. 52.— monatlich zu vermieten. Aftlerbach, Hüsingstr. 30. 2-3 Zimmer auch Umgebung sofort oder später gesucht. Offerten unter Nr. 1769 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Wo finden Sie die große Auswahl in Radio? (Schallplatten) bei Peter Gendrong Haselackstr. 1770 TALIEN-SPANIER-PORTUGAL-ERIECHENLANO Gebrauchter 172 sofort zu verkaufen. Schillerst. 18, parterre Lernt Kurzschrift, Maschinenschreiben, dopp. amerikanische Buchführung in der kaufmännischen Unterrichtsanstalt Karl Busalt Bahnhofstr. 20(Hotel zur Post) Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. UI Gesalbrtallen. ven. bei. Radio-Hill Kuhstraße 2(Reichskrone). 1773 LehrMädchen für mein Putzgeschäft gesucht. E. Gillkötter Schwerte, Kampgasse 1. Jelien Lonntag ab 4 Uhr nachm. Konzert Eigtpise#r### eb: 11.48, 1401, 18.12, 17.32 Seisecke ab: 18.33, 19.36, 20.19, 21.32, 22 41 Neuer Kursus der Tanzschule Paul Möller Infolge Kriegsverletzung war ich Jahre lang in der Ausübung meines Berufes stark beeinträchtigt. Nachdem sich nunmehr mein Gesundheitszustand in etwa gebessert hat, hege ich die Absicht, einen neuen Kursus zu eröffnen. Derselbe beginnt am Donnerstag, den 13. August 1936, abends 8 Uhr, im„Hotel zur Post“, Inh. Karl Katzung, Schwerte, Bahnhofstr. 20. Anmeldungen können sowohl in meiner Wohnung, Hagenerstraße 33, als auch am Eröffnungsabend im Unterrichtslokal erfolgen. Ich bitte, das mir bisher erwiesene Vertrauen auch weiterhin zu schenken.— Unterrichtsstunden nach Uebereinkunft. 1774 P. Möller, Berufstanzlehrer. Nsol- u. Thermalbast W 1144 W 1 WE W 1 W cher ## K Spendet für Mutter und Kind! Junges Ehepaar sucht 2-3 Zimmer für sofort oder später. Offerten unter Nr. 1776 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Fotoalben in moderner Ausführung. Buchhandlung C. Braus Ji'6 Kins zum Sencun! Maz-, Märcken-, Oirderhücker, Jugendschuften, Sprate, Eesibris, Ankängerchen, Bildcken, Besezeicken, Gebuntst##gs#inge und Zaklen, Neue Öpiele,##eer Nr. Amt Westhofen Westhofen, 8. August. Rote=KreuzSammlung. Am morgigen Sonntag findet die behördlich genehmigte Rote=Kreuz=Sammlung auch im hiesigen Bezirk statt. Die Sammler sind mit polizeilich abgestempelten Ausweisen versehen. Westhofen, 8. Aug. Verkehrsunfall. An der Abzweigung der Hagenerstraße von der Bahnhofstraße ereignete sich nachmittags gegen 4,30 Uhr ein Verkehrsunfall. Der Fahrer eines Lastkraftwagens aus Westhofen wollte einen zur Badeanstalt fahrenden Radfahrer, den 12jährigen Karl V. aus der Niederstraße, vor der Straßenüberführung überholen. Da aus entgegengesetzter Richtung zwei Personenkraftwagen kamen, war der Ueberholungsabstand sehr eng. Der Radfahrer kam zu Fall. Das rechte Vorderrad des schwer beladenen Lastkraftwagens ging ihm über das linke Bein. Der Verletzte wurde von einem hilfsbereiten Manne zum Arzt gebracht. Westhofen, 8. Aug. Behinderung des Verkehrs. Es ist in den letzten Tagen häufiger beobachtet worden, daß beladene Erntewagen und sonstige Fuhrwerke in Kurven und auf anderen unübersichtlichen Straßenteilen abgenellt und manchmal über Nacht dort stehen gelassen worden sind. Für den Verkehr bilden solche Wagen, zumal wenn sie nicht oder nicht gügend beleuchtet sind, gefährliche Hindernisse. weiteren derartigen Verstößen wird, wie Polizeibehörde mitteilt, mit Strafen vorgesangen. Pesthofen, 8. Aug. Obstbau und Erz zgungsschlacht. Einen wichtigen Teil der Erzeugungsschlacht bildet der Obstanbau, der auch im hiesigen Bezirk noch mehr gefördert werden muß. Allen Obstzüchtern kann nur empfohlen werden, an den kostenlosen Schulungsabenden teilzunehmen, die von dem hiesigen Obst= und Gemüsebauverein in jedem Monat abgehalten werden. Am heutigen Sonnabend findet im Gasthof Schmiemann ein Vortrag eines anerkannten Fachmannes über die Pflege, Ernte und Verwertung des Obstes statt. Syburg, 8. August. Verlegung des Volksfestes am Hengsteysee. Das von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". für Sonntag, den 9. August, am Hengsteysee geplante große Volksfest mit Feuerwerk ist auf Sonntag, den 16. August, verlegt worden. Im Rahmen der Veranstaltung findet auch eine Verlosung von KdF.=Fahrten und Theaterkarten statt. Spuk der Wasserader Wenn wir von den geheimen Kräften auch noch sehr wenig wissen, dringen wir doch immer tiefer in die Geheimnisse der Natur und des Lebens ein, und einmal erworbenes Wissen bleibt fortan unser Besitz. Freilich steht die Aufklärungsarbeit dem„Spuk“ feindlich gegenüber. Manches geheimnisvolle Dunkel wird durchleuchtet und seines Zaubers entkleidet; als„natürlich“ zeigt sich so manches, das uns vorher in Angst und Schrecken versetzte—obwohl alles Natürliche selbst wieder ein Rätsel für sich ist. Denn eine Erklärung macht den Vorgang nur erkennbar, begreifbar, ohne daß der Vorgang selbst etwas von der Größe des Geschehens einbüßt. Wie viel Spukhaftes ist schon geschehen! Metallene feine Gegenstände bewegten sich im geschlossenen Zimmer ohne sichtbaren oder zu erklärenden Bewegungstrieb; gewisse Räume brachten immer wieder für die Bewohner dieselben Krankheiten. Der Blitz scheint gewisse Gebäude, die nicht immer hoch sein müssen, zu bevorzugen. Viel haben wir vom Quellenwandern gehört; dem Erkunden heimatlicher Bäche und Flüsse nach ihrem Woher und Wohin, nach ihrer Geschichte, ihren Sagen, ihren pflanzlichen und tierischen Eigentümlichkeiten und der Bildung der Quellen, Tropfsteinhöhlen und Seen im Erdinnern. Doch nur wenige Quellenwanderer werden wissen, daß die unsichtbaren Wasseradern der Unterwelt oft einen ganz eigentümlichen Einfluß auf diei Oberwelt ausüben. So kam die Rutengängerin Winzer nach jahrelangen Beobachtungen dazu, annehmen zu müssen, daß eine Quelle, die die unter der Wohn= oder Schlafstube eines Menschen fließt, schlafbeunruhigend wirke und Rheumatismus, selbst Krebs hervorrufen kann. Sogar Bäume, die über einer unterirdischen Wasserader stehen, weisen oft krebsartige Geschwülste auf. Allerdings hat der kräftige Mensch gute Abwehrkräfte, und nicht jeder, der über fließendem Wasser schläft, muß schlecht schlafen oder erkranken; es ist jedoch bewiesen, daß mancher sensible Mensch schlecht in einem Zimmer schläft, unter dem eine Wasserader festgestellt wird. Auch der Blitz bevorzugt Gebäude, unter denen Wasser fließt; diese Tatsache ist schon hinreichend bekannt. Ueber den unterirdischen Wasserläufen sind über der Erdoberfläche starke elektromagnetische Spannungen vorhanden, welche die Luft ioisieren. Bekannt ist ja auch, daß es zur Zeit eines Gewitters in einem Telephonzimmer, unter dem tief in der Erde Wasser läuft, manchmal nicht auszuhalten ist. Jedenfalls sollten in dieser Beziehung recht gründliche Untersuchungen vorgenommen werden; man wird das hier Ausgeführte nur bestätigt finden! Pflegt deutsche Hausgemeinschaft Das ganze deutsche Volk ist eine Volksgemeinschaft geworden. Wir wollen uns gegenseitig achten und schätzen lernen: auch im deutschen Hause! Wie die Parteien im öffentlichen Leben spurlos verschwunden find, so müssen auch die Hausparteien der deutschen Hausgemeinschaft Platz machen. Wie das ganze große deutsche Volk im Lande einig wurde, so SAizzen##octes Corier#### müssen auch die Hausbewohner eine lebendige Gemeinschaft bilden. Jeder muß eben an sich selbst arbeiten und mit ein Stück dazu beitragen, daß Geschlossenheit und Einigkeit in unseven Häusern immer mehr Platz greifen. Neid, Mißgunst, Haß mit allem Klatsch und anderen Unfug müssen über Bord geworfen werden; denn diese Unfriedenstifter haben in einer deutschen Hausgemeinschaft nichts zu suchen. Das deutsche Volk ist eine große Familie geworden und soll ein Hort des Friedens und der Anständigkeit sein! Auch das Vorurteil gegen kinderreiche Familien muß verschwinden. Die Jugend ist unsere Zukunft, und die kommenden Generationen sind unser zukünftiger Reichtum. Gewiß ist Ruhe sehr schön; aber ein herzhaftes Kinderlachen, das Sich=bewegen=können unserer Jugend ist heute, wo wir eine gesunde und kräftige Generation brauchen, mehr wert! Und dann nicht vergessen: Auch wir waren einmal jung... Auch hier hat das neue Deutschland Wandel geschaffen und den kinderreichen Familien immer mehr gesunde Wohnungen gegeben. Aber noch vieles gibt es zu tun, bis auch die letzten Familien aus Mansarden und Elendswohnungen gezogen sind. Deshalb sollte jeder Vermieter an diesem großen Werke mithelfen und kinderreiche, erbgesunde Familien in erster Linie bevorzugen. Briefkasten B. W. 100: Derartige Auskünfte dürfen wir im Rahmen des Briefkastens nicht mehr geben. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt oder an den Haus= und Grundbesitzerverein Schwerte. Verantwortlicher Hauptschriftleiter seinschl Materndienst): Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R., Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R.: Für den Anzeigenteil: Hans Linner Schwerte=R. Z. Zi. ist Preisliste Nr. 10 gültig. D.=A. VII/36 1461. der Schwerter Seitung Nr. 185 Sonntag, 9. August 1936 Der ewdige Senischt Don Kurt Herwarth Ball Es ist nicht möglich, den deutschen Menschen iller Zeiten mit einfachen Worten zu formen, die gerade der Augenblick eingibt. Der deutsche Mensch— das ist nicht der Mensch von gestern und heute und morgen. Das ist mehr. Wir selbst, die wir doch deutsche Menschen sind und uns wehren würden, mit den unbändigen Kräften unserer Seele und unserer Fäuste, wollte man uns dieses Deutschtum nehmen, wie sich Millionen gewehrt haben, die man in Zwang und Bann tat— wir selbst müssen tief in uns hineinschauen, wenn wir den deutschen Menschen erkennen und verstehen wollen. Es ist ja so, daß wir die tausend Menschen, die den Tag lang an uns vorüberlaufen und vorüberhasten, satt oder hungrig am Wege stehen, und an denen wir vorüberschreiten— es ist so, daß wir sie als deutsche Menschen erkennen. Und es ist so, daß sich deutsche Menschen jenseits der Grenze erkennen, daß sich hinter den stürmenden Stimmen der Meere in der Einsamkeit fremder Erdteile Menschen die Hände reichen und wortlos an Deutschland denken, an die Heimat, an die Eichenwälder und Kiefern, an Berge und Täler, an Weiden und Tannenhügel und Seen und fruchttragende Felder. Und das Meer rauscht in ihren Ohren, und die Berge vor ihren Augen schweigen. * Deutschland! Deutscher Mensch! Deutsche Erde! Die Vielfalt der deutschen Erde hat die Vielfalt der deutschen Menschen geschaffen. Wir kommen alle aus diesem Boden, dieser Erde zwischen Memel und Maas und Nordneer und Alpen. Und es ist dabei gleich, ob wir Menschen der Stadt sind oder Menschen des Landes. Die Stadt, das ist ein ungeheures Sieb, und jeder Mensch ist bestimmt für eine der Oeffnungen in diesem feinmaschigen Hinundhergeflecht. Jeder deutsche Mensch hat seinen Weg zu gehen, er geht ihn im Gewirr der Stadt unter einem Zwang, den er zuletzt gar nicht mehr spürt als einen Zwang, sondern als sein Leben erkennt. Das Land aber, darinnen die bäuerlichen Menschen der Jahre Wandel durchschreiten, das ist ein unendlicher Kreis, in dem sich die Menschen immer wieder selbst begegnen. Und Stadt und Land, diese beiden aus ganz verschiedenen Gründen des großen Gesetzes lebendige Teile des Volkes, machen zusammen die Gegenwart deutscher Menschen aus. Der Frage nach dem ewigen Deutschen kommen wir aber in dieser Gegenwart des Volkes nicht näher. Dort allein greifen wir ihn und seines Lebens Geheimnis auf, wo wir die Geschlechter sehen. Dort, wo Vater und Sohn, Urahn und Enkel beieinanderstehen im einzelnen Menschen, wo das Leben des ganzen Volkes im einzelnen Menschen zusammenfließt oder von ihm aus in die Vergangenheit hineinströmt, Menschen neben Menschen stellt. Mann neben Frau, und immer wieder Mann neben Frau, uis das Reich erfüllt ist mit Millionen und abermals Millionen deutscher Menschen. Nicht in zehn Zeiten ist er. Nicht in hundert und tausend Zeiten ist er. Er lebt in allen Zeiten, die aus der kaum mit Zahlen— und was sind Zahlen!— belegbaren Ferne kommen und wieder über unser eines Sein in andere Fernen gehen. Es ist das Blut, sagen wir. Das Blut in unseren Adern, das Blut geworden ist aus dem Geheimnis der Zeugung und uns Leben verleiht. Aber der deutsche Mensch, dieser ewige Deutsche, dem wir nachleben, leben und vorleben, ist nicht allein im Blut, denn auch diese Kraft muß einen Urgrund haben. Sie muß aus einem Anderen, Größeren gewachsen sein und immer noch von ihm genährt werden. Genau so genährt werden, wie die Eichen und die Gräser, der Weizen und der Roggen genährt werden von der Erde und wie die Nede Stein und Wasser in sich hält und erneuert aus ihren urtiefen Kräften heraus. Blut ist nicht das Erste. Das Erste ist die Erde, der Boden. Und darum kommt über die Heiligkeit des Blutes die Heiligkeit der Erde. Das ewige Deutsche ist das Geheimnis des Nordlandes. ROC O R RO R cch ROR MO „Ich rufe die fugend der Welt“.(Schirner— M.) Der Olympia=Glockenturm im stimmungsvollen Rahmen märkischer Landschaft Seit wir den Weg wissen, den der deutsche Mensch gekommen ist durch Zeiten, die keines Geschichtsschreibers Hand festgehalten auf Pergament oder Stein, durch Zeiten, Bronze und Eisen Kunde von sich geben, und durch Zeiten, die das Auf und Nieder der Geschichte darstellen, seit wir diesen Weg des Deutschen wissen, ist uns auch das Göttliche und die göttliche Aufgabe unseres Seins bekannt. Gewiß, wollten wir das eine oder andere in Worte kleiden, wollen wir dies eine oder das andere zum Gesetz erheben, es wäre nicht anders, als gingen wir hin und zerträten mit dem eisenbeschlagenen Stiefelabsatz eine zarte, eben aus dem frostfreien Boden aufkeimende Blüte. Wie ein Schwur, wie ein Mahnzeichen des Die Jederperer Die Rittwegerleute lebten seit etwa fünfzehn Jahren zusammen. Ihr Berghof gedieh: Die Kinder wuchsen gesund heran; die Schulden, die sie einstmals mit dem Anwesen übernommen, hatten sie langsam abgetragen; dort war ein Acker, hier ein Waldstreifen hinzugekommen. Die Ehehalten blieben lange bei ihnen im Dienst. Es gab nichts Heimliches und Abträgliches über den Bauern und sein Weib zu reden. Seit einiger Zeit aber gab es zwischen den Rittweger Eheleuten etwas wie Unstimmigkeit. Der Bauer hatte einen Steinbruch erworben, der an sein Besitztum grenzte. Draußen im Lande wurden wieder Straßen gebaut und machtvolle Häuser errichtet; da brauchte man den harten Granit aus den Waldbergen. Es ließ sich schönes Geld mit den Blöcken verdienen, und der Bauer war fest und nüchtern gnug, um über der günstigen Gelegenheit die Feldarbeit nicht zu versäumen. Anne aber, seine Frau, fürchtete die Gefahr, die mit den unberechenbaren Sprengschüssen verbunden sein konnte, zumal der Bauer eigenwillig allein damit zu tun haben wollte und keinen Gehilfen dabei duldete. Eines Tages bat sie ihn in ihrer Sorge, davon abzustehen. Auch könne Göttlichen selbst liegt über uns das Wort:„Du bist nichts— dein Volk ist alles!“ Du bist heute, du kannst morgen ausgelöscht sein. Aber dein Volk bleibt, lebt! Wie unendlich viel Einzelschicksale deutscher Menschen, großer und kleiner deutscher Menschen sind im Laufe der Zeiten ausgelöscht worden. Wieviel Namen sind verklungen, um nie mehr genannt zu werden. Das Volk aber lebt! Wieviel Seelen sind unter der Last der Verantwortung am deutschen Sein zerbrochen, zersplittert, in Staub zerfallen. Das deutsche Volk aber, des deutschen Volkes Seele lebt! Der deutsche Mensch, der ewige Deutsche, den wir in uns suchen und den wir in den Männern und Frauen an unserem Weg suchen, erelebt in der Seele unseres Volkes. Skizze von Ernst flessa er sich beim Stemmen der Felsbrocken einen Leibschaden zuziehen. Er möge sich doch nicht zu viel aufbürden. Zugleich brachte sie vor, wie schön sie das Ihrige bisher gemehrt hätten; auch ohne die gefährliche Feierabendarbeit im Steinbruch würden sie keine Not zu fürchten haben. Mit einem fremdartigen Ausdruck in den scharf zusammengepreßten Augen, den Anne noch nie an ihm bemerkt hatte, gab der Bauer eine merkwürdige Antwort: Ob sie ihn schon für einen Greis halte. Seines Wissens sei er erst fünfundvierzig Jahre alt! Oder ob sie sonst etwas damit meine?— Hart und weit her klang das gereizte Wort ins Dunkel hinein, so daß sich Anne eines leichten Fröstelns nicht erwehren konnte. Aber sie fand sich rasch damit ab. Vielleicht hatte er irgend einen Aerger erlebt, der ja gar nicht ihr und ihren sorglichen Worten galt. Als kluge Frau ließ sie für diesmal alles auf sich beruhen. In manchem schlimmen Augenblick hatte sich der Bauer überlegen und klarköpfig erwiesen. Eine Woche später freilich erfuhr sie, daß eine andere Gefahr ihren Mann und ihr Glück bedrohte, der schwerer zu begegnen war als den Sprengschüssen. Wie ein tödlicher Schlag einer unfaßbaren Macht traf es sie Nun verstand sie plötzlich in bedrängender Angst den seltsam forschenden Blick, mit dem er damals seine schroffen Fragen gestellt hatte. Erschreckend deutlich erinnerte sie sich nun des feindlichen Mißtrauens darin. Im ersten Ansturm ihres Leids fühlte sie sogar die schmählich heimtückische Art nicht, mit der ihr die Gewißheit zugetragen worden war, daß sich der Bauer dort oben am Steinbruch, zu dem er jedem den Zutritt verwehrte, wenn er Feuer an die Sprengladung legte, mit einem jungen Mädchen aus dem Dorfe treffe. Fast allabendlich komme es zu ihm herauf. Schon lange rede man in den Waldgemeinden ringsum von dem Aergernis und schüttle die Köpfe darüber. In ihrer Verzweiflung wollte Anne vor ihren Mann hintreten und ihn an ihre Ehre und an ihr Recht erinnern. Aber dann sah sie die Nutzlosigkeit eines solchen Auftritts ein. Sie fürchtete, damit nur die letzten Brücken zwischen ihnen zu zerschlagen, die dann kein Gott mehr aufrichten konnte. In hilflosem Erwägen dachte sie vor allem auch an ihr eigenes Alter. Schamvoller Gedanke, sich mit dem kaum neunzehnjährigen Mädchen zu vergleichen, das sie wohl kannte: Es besaß eine gesunde, frische Haut, einen jungen, schmiegsamen, schmalen Körper und ein unvergleichlich reines, helles Haar. Hoffnungslos war es, daran zu denken, daß auch sie einmal jung und nicht unschön gewesen. Hart genug schon kam es sie an, keine verweinten Augen zu zeigen. Müde, aber mit ungewohnter Zärtlichkeit hielt sie sich jetzt mehr denn je an die Kinder, von denen sie wußte, daß sie aus einer wirklichen Liebe stammten. Ihr Dasein ließ es sie eindringlich spüren, daß Bauerneheleute zusammengehören wie Erde und Korn, und daß keine Frucht mehr gedeihen kann, wenn der Boden fault. Wo ein guter Hof seit Jahrhunderten in die Erde verwurzelt ist, da stürzen die Grundmauern ein, wenn eine Bauernehe zerbricht.— Eines Abends fand sie sich in ihrer Verzweiflung auf dem Weg zum Steinbruch. Tiefe Scham wollte ihre Schritte hemmen, aber ein dunkler, übermächtiger Trieb hetzte sie voran. Hinter Sträuchern verborgen erblickte sie ihren Mann, wie er im Zwielicht eine Zündschnur zurechtlegte. Sollte sie vortreten und bekennen, daß sie die lähmende Ungewißheit nicht mehr ertragen könne. Vielleicht tat sie ihm Unrecht: vielleicht war es nur ein dunkler Schatten, der sie narrte; vielleicht wurde alles gut. Dort steht ihr Mann, hoch aufgerichtet in seiner Kraft. In der Dämmerung sieht er wie ein Bergriese aus, und wie junge, erste Liebe flutet es in ihr auf. Vielleicht darf sie es erleben, daß jenes Mädchen, das sie hier bei ihm zu treffen fürchtet, nicht mehr kommt, niemals mehr kommt.— Der Bauer drüben bückt sich, schlägt Feuer an die Zündschnur und springt eilig weit zurück, den Abhang hinab. Im selben Augenblick tritt jenseits eine schlanke Gestalt mit suchendem Blick aus dem Waldesdunkel, hart an der Felswand schiebt sie sich vor, auf die, ihr unsichtbar, ein kleiner, hüpfender Funke zuschießt. Anne will aufschreien, aber sie bringt keinen Laut hervor. Wenn sie sich ruhig verhält, dann ist in zwei, drei Sekunden eine Schande tot, eine Last von der Felswand zerschmettert, Heil und Rettung geschenkt! Gott weiß es, warum sie nicht in ihrem Versteck blieb. Mit ein paar Sätzen ist sie neben dem schmalen Mädchen, stößt es vor sich her, deckt es mit ihrer breiten Gestalt. Dann ist alles brüllender Donner, Sturz und Untergang.— Wie durch ein Wunder ist Anne heil geblieben. Nur in ihrer rechten Wange klafft ein tiefer, blutender Riß. Er wird rasch wieder heilen, wenn auch ihr Gesicht davon entstellt bleibt. Aber der Bauer denkt nicht daran, als er sie auf seinen starken Armen heimträgt. Das Mädchen, das bleich und zitternd helfen wollte, hat er gar nicht beachtet.— Der Arzt ist jetzt wieder fort. Als sich Anne etwas erholt hat, ruft der Bauer die Kinder an ihr Bett. Er weist sie an, der Mutter die Hand zu geben und recht still und lieb zu sein. Lange sitzt er schweigend neben ihr und müht sich um ein erstes Wort. Sie fühlt auch, wie gerne er ihr die Hand geben möchte, aber er bringt es noch nicht fertig. Da hilft„Rie ihn noch einmal.„Es ist schon gut!“ sagt sie keise. Der Rittwegerhof bleibt auch fernerhin ein gutes Beisptel ringsum am Waldland. Reiche Ernten trägt der Boden, und den Eheleuten dort fällt es nicht mehr ein, die Zahl Jahre zu bedenken. Meckwürdige Wert seite Spür von Jolann Gett, dem werscholtenen Grohterzog P. Das Leben schreibt die Geschichten seltsamsten 4 Stunden in einer Giftgas=Box Das heldenmütige Wagnis einer Aerztin Die englische Aerztin Dr. Esther Killick aus Birmingham erhält in diesen Tagen das Ehrendoktoramt bei mehreren englischen Hochschulen. Zu ihren Ehren werden akademische Feiern veranstaltet, und die Zeitungen sind voll von Berichten über das Heldentum dieser Fattiche, Leben für ein wertvoles wissenswstliches Experiment wagte. Frau Dr. Killick, die durch ihre Forschungen in der Arbeitsphysiologie bekannt ist, wollte die Wirkungen eines Grubengases beobachten, an dem zahllose Bergarbeiter bei Grubenkatastrophen unter furchtbaren Qualen gestorben sind. Durch das Experiment, für das keine Versuchstiere verwendet werden konnten, sollten die Symptome der Vergiftung studiert werden. Zu diesem Zweck setzte sich die Aerztin vier Stunden lang in einer hermetisch verschlossenen gläsernen Box den Einwirkungen des Giftgases aus, das langsam und allmählich in die Box geleitet wurde. Die Forscherin behielt während der vier Stunden die Fähigkeit der Selbstbeobachtung. Sie fühlte zunächst eine dumpfe Schläfrigkeit und vermochte nur durch angespannte Willenskraft wach zu bleiben. Dann traten fürchterliche Kopf= und Gliederschmerzen ein, sowie ein heftiger Brechreiz und das Empfinden, als drehe sich alles um sie her. Die anwesenden Aerzte, die diese Schmerzerscheinungen durch die Glaswand beobachteten, machten Anstalten, die Box zu öffnen, aber die Aerztin winkte ihnen zu, daß sie auf ihrem Posten bleiben wolle. Sie verspürte dann ein Brausen in den Ohren und glaubte von Zeit zu Zeit ein donnerartiges Geräusch zu hören. Starke Sinnestäuschungen folgten. Blitzartig zuckten grelle Farben auf, das Giftgas zauverte eine Welt von seltsamen Lichterscheinungen hervor. Nach vier Stunden gab die Aerztin das Signal zu ihrer Befreiung. Mit schweren Vergiftungserscheinungen wurde sie aus der gasgefüllten Zelle befreit. Erst nach 36 Stunden verschwanden die Smyptome allmählich. Die Ergebnisse des Versuchs sind sehr wertvoll. Das Universitätsdepartement für Arbeitshygiene erklärte, daß dieses Experiment ohne weiteres mit dem sofortigen Tod der Forscherin geendet hätte, wenn das Giftgas nicht allmählich in die Box geströmt wäre. Nun aber habe der Versuch gezeigt, daß sich der Mensch bis zu einem gewissen Grade an das Grubengas gewöhnen könne, wenn seine Einwirkung langsam beginnt und allmählich gesteigert wird. Man verspricht sich von dem Versuch praktische Folgerungen für bestimmte Schutzanlagen in den Bergwerken, durch die vielen Bergleuten das Leben gerettet werden könnte. Dies zu erreichen, war das Ziel der Aerztin, die ihr eigenes Leben hierfür einsetzte. Das Gerücht „In London wird zuviel geklatscht!“ Miß Pamela Blake ist eine junge Dame aus der ersten Londoner Gesellschaft. Sie hätte es sich nicht träumen lassen, daß man sie einmal vor Gericht zitieren würde. Schuld daran trug ein dummes Gerücht. Miß Blake hatte dieses Gerücht aufgeschnappt und weitergegeben. Es war eine richtige Klatschgeschichte. In einem Klub war sie zuerst erzählt worden.„Was ist eigentlich mit Mr. Lonsdale los?“ fragte eine FreunU OOTTOTTTUTTWPTUNNT. S•0 Der gekeimnisvolte Tote auf der Strudwiel-Jnsel.— Wo stieb die„Margarita“ • 7 Wie argentinische Zeitungen melden, will man neue Nachforschungen nach dem Schicksal des seit 1891 verschollenen, österreichischen Erzherzog Johann Salvator anstellen. Angeblich sollen bestimmte Anhaltspunkte für das Fahrtziel der Yacht„Margarita“ entdeckt worden sein, mit der Johann Salvator damals von La Plata absegelte. Legenden um einen Kapitän Es sind gerade 25 Jahre her, seitdem der verschollene Erzherzog von amtlicher Seite für tot erklärt wurde. Johann Salvator, Sohn des Großherzogs Leopold von Toscano, wurde nach dem österreichisch=bosnischen Feldzug 1879 zum Feldmarschalleutnant ernannt. Einige Jahre später erregte er durch seine politischen Machenschaften anläßlich des Thronverzichts des Fürsten von Battenberg in Bulgarien Anstoß bei dem österreichischen Kaiserhaus und wurde seines militärischen Postens enthoben. 1889 verzichtete er auf die Würde des Erzherzogs und nahm den bürgerlichen Namen Johann Orth an. Da er ein leidenschaftlicher Seemann war, entschloß er sich 1890 zu einer großen Weltreise. Er erwarb in Hamburg den Gaffelschoner„Margarita“ und fuhr mit ihm nach Südamerika. 1891 landete Johann Orth in Buenos Aires. Der größte Teil der Mannschaft verließ hier den Schoner, da sie sich dem exzentrischen Wesen des Schiffseigners, der zugleich der Kapitän des Schiffes war, nicht fügen mochten. Johann Orth heuerte eine neue Mannschaft an, die aus allerlei dunklen, zusammengelaufenen Elementen bestand. Im Herbst 1891 verließ er mit der„Margarita“ die Küste Südamerikas und segelte mit unbestimmtem Ziel ostwärts. Seit dieser Zeit blieb Johann Orth verschollen, und auch die„Margarita“ und ihre: Mannschaft verschwand spurlos. Mancherlei Legenden bildeten sich allmählich über das Geschick des Schiffes, und immer wieder tauchten Gerüchte auf, wonach Johann Orth sich absichtlich irgendwo verborgen halte. Merkwürdigerweise ist es in Deutschland und Oesterreich wenig bekannt, daß das Britische Seeamt einen Bericht besitzt, der einiges Licht in das Dunkel um Johann Orths Schicksal zu bringen vermag. Kurz vor dem Kriege, im Frühjahr 1914, strandete der englische Dampfer„Bourbon“ auf der Strudwick=Insel, unweit von den Seychellen, einer Inselgruppe im Indischen Ozean. Der Kapitän, Leslie Cobb, und seine Matrosen, erreichten glücklich die Insel, errichteten an ihrer Küste ein Lager und machten Jagd auf Vögel und Schildkröten, die ihnen die Nahrung lieferten. Rauch verrät eine Hütte Der Kapitän sandte einen Offizier mit drei Mann im Boot, die die Aufgabe hatten, die Dee mann, Ner Nen monideantTeriehte Von Rudolf Anderl(Rosenheim) auf einen gemein= würde Herrn, der in der das Ge Er din Pamelas und wies samen Bekannten, einen City einen angesehenen Posten bekleidet. ist so ruhig, ganz verändert sieht er aus...“ Und da machte Pamela einen verhängnisvollen Scherz.„Vielleicht hat ihm die Sonne geschadet!“ sagte sie.„Möglich, daß er Gehirnerweichung hat..“ Miß Blake dachte sich nichts Böses bei dieser Bemerkung. Aber der Klatsch sorgté dafür, daß aus dem Scherz Ernst wurde. Bald sprach man überall davon.„Haben Sie schon gehört, der junge Lonsdale leidet an Paralyse!“ Immer weiter wurde das nette Gerücht ausgesponnen. Man wußte sich von schlimmen Tobsuchtsanfällen, von vergeblichen Heilungsversuchen und einer bevorstehenden Unterbringung in einer Anstalt zu erzählen. Und sobald Mr. Lonsdale ahnungslos in seinen Klub oder bei Bekannten erschien, gab es vielsagende Blicke, mitleidiges Achselzucken und heimliches Geflüster. Das fiel dem vermeintlichen Paralythiker schließlich auf. Er ging dem Ursprung des Geredes nach und gelangte schließlich bis zu jener Aeußerung von Miß Pamela Blake. Worauf der keineswegs mit einer„weichen Birne" Behaftete Miß Pamela verklagte und Schadenersatz forderte. Vor Gericht erklärte er, in London werde viel geklatscht, und er wolle ein Exempel statuieren. Miß Blake sei ihm keineswegs unsympathisch, aber es ginge hier um ein Prinzip. Das Gericht verurteilte die schöne Verleumderin zu einer ansehnlichen Schadenersatzsumme, und Miß Pamela erklärte, sie bedauere aufs tiefste ihre dumme Bemerkung und bitte ihren Gegner um Verzeihung. Die beiden Gegner reichten sich sodann die Hände, gingen zusammen fort und Mr. LonsAm 8. August sind 150 Jahre vergangen, seit der höchste Gipfel Europas zum ersten Male von einem Menschen betreten wurde. Der Mann. dem das scheinbar Unmögliche gelang, hieß Jean Jacques Balmat und stammte aus dem Dorfe Chamonix, das auch heute noch der Hauptausgangspunkt für Fahrten im Montblancgebiet ist. Er war der Sohn einer Hirtin und wurde irgendwo in einer Almhütte geboren,— seinen Vater kannte niemand. Der junge Jean Jacques wuchs wild und ungebärdig auf, verbrachte lange Tage in den Klüften und Wänden des Montblanc und wurde von den übrigen Einwohnern des Dorfes mit Mißtrauen und halber Angst angesehen:„Er hält es mit den Berggeistern!“ sagte man. Sein äußerer Anblick war nicht vertrauenerweckend, denn Saussure, mit dem zusammen er den Gipfel bestieg, bezeichnet ihn selbst als„bärtig und zottig, untersetzt und stark wie ein Bär und von wilden Sitten". Womit er sich und, als er geheiratet hatte, sein Weib ernährte, wußte kein Mensch. Zuweilen brachte er seltsame Kristalle aus den Schluchten des Montblanc, der nach seiner Meinung ungeheure Schätze barg. Der höchste Gipfel Europas war damals noch unbestiegen. Das abergläubische Volk glaubte den Berg von Dämonen bewohnt, die jeden, der ihnen zu nahe käme, zerschmettern würden. Verschiedene kleinere Angriffe auf die mit ewigem Schnee bedeckte Kuppe blieben schon bei den ersten Gletschern stecken. Da setzte der Genfer Naturforscher Benedict de Saussure einen Preis von zwanzig Louisdor für jenen aus, der den ersten Durchstieg auf den Gipfel erzwingen aber es dauerte noch lange Jahre, ehe bur Geld dem glücklichen Sieger ausbezahlt werden konnte. Saussure selbst, der sich an den Angriff machte, wurde zurückgeworfen. Das gleiche Schicksal mußte der Arzt von Chamonix. Dr. Paccard, erfabren, und nicht wenig besser erging es drei Bauern aus dem Dorf. die nach Beichte und Kommunion ihr Leben wagten— auch sie kehrten unverrichteter Dinge wieder zurück, obgleich ihnen im oberen Teil ihres Weges kein Geringerer als Balmat, der Unheimliche vorangestiegen war. Der. einmal im Bann der Höhe, kehrte nicht mit den anderen um: erreichte die Viertausendmetergrenze, eilte durch Spalten und Risse emvor und sah schließlich den Gipfel vor sich, ganz nahe, daß ihn ein paar Schritte zum Ziel gebracht hätten — er tat es nicht. Er kehrte müde und zerschunden zurück, und die Dörfler wichen ihm aus, als er wankenden Ganges in seine Hütte ging. Dort erwartete ihn seine Frau, auch sie bleich und abgezehrt: An ihrer Seite lag das Kind. das sie ihrem Jean Jacques geboren hatte.— „Ein Knabe!“— Ein gesunder Knabe, ja, aber sie selbst, meinte sie, müsse sterben. Und Balmat ging hin und holte den Doktor Paccard und versprach ihm, wenn seine Frau gesunden würde, daß er dafür den Doktor auf den Montblanc führen würde. Ob er den Weg auch kenne? Ja, er wisse den Weg! Die Jeanne Marie, Balmats Frau, wurde gesund. Ein paar Tage später, am 7. August 1786, brachen Balmat und Dr. Paccard auf. Zwei Tage lang kämpften sie, am Abend des 8. August standen sie auf dem Gipfel des höchsten europäischen Berges. Der Montblanc war gefallen! Drunten im Tal läuteten sie die Glocken, man hatte sie auf der weißleuchtenden Kuppel gesehen... im Tal errichteten sie Triumphpforten und sandten Kurriere über das Land: Der Montblanc ist gefallen!— Der Mann, der ihn besiegte, heißt Jean Jacques Balmat und stammt aus Chamonix! Als Balmat mit dem Doktor nach furchtbarem Abstieg zwei Tage später in das Dorf zurückkam — empfangen mit königlichen Ehren—. da galt des Bärtigen erster Gang seinem Weib. Das war gesund und genesen, aber das Kind an ihrer Seite war tot: der Knabe Balmats war in der gleichen Stunde gestorben, da der Vater den Gipfel des Weißen Berges betreten hatte. Was für ein Zufall! sagte der aufgeklärte Dr. Paccard.— Der Berg hat sein Opfer gewollt, sagten die Leute, und manche sagen es noch am heutigen Tag. Balmat ist durch seine Erstersteigung des Montblanc ein berühmter Mann geworden. In Chamonix steht sein Denkmal: ja, er wurde sogar geadelt—„Jean Jacques Balmat, Chevalier de Montblanc“—, aber alle diese Ehrungen rührten ihn wenig. Innerlich blieb er der gleiche bis in seine alten Tage. Oft und oft noch ist er auf dem Gipfel„seines" Berges gestanden, auf den er im Jahre 1787 auch den Genfer Professor Saussure noch geführt hat. Die Schätze, die er suchte, hat er freilich nie im Gestein gefunden. Auch dann nicht, als er seinen letzten Aufstieg unternahm— er war schon zweiundsiebzig Jahre alt: zuletzt sah ihn ein Jäger noch im steilen Gewänd aufsteigen. Seitdem sehlt jegliche Spur von ihm. Er ist verschollen.„Der Berg hat ihn geboren, der Berg hat ihn auch wieder geholt", sagten die Leute in Chamonix. Aber sein Ehrenname wird ihm bleiben, solange der Riese von Chamonix sein weißes Haupt in die Wolken hebt: „Balmat. König des Montblanc“. Insel zu umfahren, um eine für das Lager günstigere Stelle zu erkunden. Aber der Rest der Schiffbrüchigen wartete sieben Wochen lang vergeblich auf die Rückkehr der Kameraden. Als sie schon die Hoffnung auf ihre Wiederkehr und auf eine Befreiung aufgegeben hatten, sahen sie plötzlich die Rauchfahne eines Dampfers, der auf die Insel zuhielt. Es war die„Gosport“, ein englisches Schiff, das die Schiffbrüchigen an Bord nahm. Auf ihm befanden sich auch die vier Leute von der „Bourbon". Sie hatten durch schlechtes Wetter die Orientierung verloren, waren von der Insel abgetrieben worden und hatten nach einem verzweifelten Kampf mit Meer und Hunger den Dampfer getroffen. Als die„Gosport“ dann die Insel umschiffte, um die anderen Schiffbrüchigen zu retten, hatte man plötzlich Rauch aufsteigen sehen, jedoch von einer anderen Stelle als der des Lagers. Ein Boot wurde ausgesetzt und ruderte an den Strand. Durch Büsche und Bäume war ein künstlicher Weg geschlagen, dem die Seeleute folgten. An einer Lichtung stand eine roh zusammengefügte Holzhütte, neben der aus Steinen ein Herd gebaut war. Der Rauch eines mählich verglimmenden Feuers stieg daraus empor. Neben der Hütte aber lag ein Mann mit verwildertem Gesicht und abgerissener Kleidung. Er mußte vor wenigen Stunden gestorben sein. Drei Diamanten Die Leute von der„Gosport“ untersuchten den unbekannten Toten. Er trug ein Seidenhemd, in das eine Krone gestickt war. Außerdem fand man bei ihm einen Lederbeutel mit drei Diamanten. Ein Bootsmann zeichnete das Gesicht des Toten in den verschiedensten Stellungen. Sonstige Papiere oder andere Gegenstände, die eine Identifizierung des toten Einsiedlers ermöglicht hätten, wurden nicht gefunden. Man begrub den Toten an der Stelle. wo er gefunden wurde. Mit den geretteten Schiffbrüchigen kehrte die„Gosport“ dann nach England zurück. Kapitän Cobb übergab dem Britischen Seeamt einen längeren Bericht und die Funde und Zeichnungen von Unbekannten auf Strudwick=Island. Es wurde festgestellt, daß die ins Hemd gestickte Krone zweifellos die Habsburger Krone war. Auf Grund der Zeichnungen erachteten Londoner Sachverständige die Identität des Toten mit Johann Orth für sehr wahrscheinlich. Wie er nach Strudwick=Island gekommen war und wie lange er dort in gräßlicher Einsamkeit gelebt hatte, blieb freilich weiterhin ungeklärt. Es ist nicht unmöglich, daß die nun wieder aufgenommenen Nachforschungen auch dieses Geheimnis entschleiern werden und die Bestätigung dafür liefern, daß der durch einen Zufall gefundene Tote von Strudwick=Island wirklich der verschollene Erzherzog Johann gewesen ist. O. G. F. Jwssssser seceh Oeerst Von einem sehr geschätzten General Kaiser Wilhelms I. erzählt man sich folgende nette Geschichte seiner Beförderung: Als der General noch Oberst war, und das schon reichlich lange, so daß der glaubte, es wäre allmählich an der Zeit, befördert zu werden, mußte er eines Tages seinen Kriegsherrn— damals noch König von Preußen— in die Hofkirche begleiten. Es wurde dort zufällig das Evangelium von Beelzebub, dem Oberen der Teufel, verlesen. Nach Beendigung des Gottesdienstes äußerte der Oberst dem König gegenüber: „Majestät, seit zwanzig Jahren war ich in keiner Kirche mehr; wie ich aber heute gehört habe, geht es in der Hölle anscheinend ebenso zu wie auf Erden: auch Beelzebub ist immer noch Oberst!" Der König verstand— und kurze Zeit darauf soll der Oberst General geworden sein. dale sprach die Hoffnung aus, sie würden beide gute Freunde werden. Sogleich bemächtigte sich der Klatsch dieser Bemerkung, und nach wenigen Tagen ging bereits ein neues Gerücht um: Mr. Lonsdale habe sich mit seiner Gegnerin verlobt... Man sieht, der Klatsch ist auch durch ein statuiertes Exempel nicht immer totzukriegen... Fliegertod vor den Augen der Ulutter Von einem tragischen Geschehnis berichten australische Zeitungen. Der junge Flieger Norman Keith Field hatte die Fliegerschule in Melbourne(Victoria) besucht. Als er sein Fliegerexamen bestanden hatte, unternahm er einen ersten Alleinflug nach Glen Waverley, einer kleinen Stadt, in der seine Mutter wohnt. Der Flieger wollte die alte Frau überraschen und ihr persönlich den glücklichen Erfolg seiner Prüfung mitteilen. Aber das Schicksal wollte es anders. Als Field seine Heimatstadt erreicht hatte, ging er tief hinab, zog viele Schleifen und Kurven und kreiste in geringer Höhe über seinem Elternhaus. Die Mutter erkannte den Sohn vom Garten aus und winkte ihm glücklich zu. Stolz zeigte Keith Field ihr, was er gelernt hatte, er ließ seine Maschine allerlei kunstvolle Figuren ausführen und wollte schließlich nach einem letzten Zuwinken wieder umkehren. Doch inzwischen war das Flugzeug so tief heruntergegangen, daß es gegen einen Telegraphendraht stieß. Die Mutter stieß einen Entsetzensschrei aus. Der Flieger gewann einen Augenblick die Herrschaft über das taumelnde Flugzeug wieder. In der nächsten Sekunde aber stieß die Maschine den Schornstein des Nachbarhauses an, prallte zurück und stürzte brennend in den Garten herab. Die alte Frau lief schreiend zur Unglücksstätte. Der Sohn lebte noch, aber er vermochte sich nicht aus dem lichterloh brennenden Apparat zu befreien. Immer wieder stürzte sich die Mutter in die Flammen hinein, um ihn zu befreien. Leute kamen herbeigelaufen und versuchten, den Flieger zu retten. Aber alles blieb vergeblich, Keith Field verbrannte vor den Augen seiner Mutter, die er durch seinen Flug hatte überraschen und erfreuen wollen... Die unglückliche Mutter des toten Fliegers brach schließlich ohnmächtig neben dem verbrannten Flugzeug zusammen. Mit schweren Brandwunden wurde sie ins Kronkenhaus geschafft. Am Frettag Rekordbesuch im Reichssportfeld Der Oiesooftrrrr,— Die„Krone der Leichtathtetik“, der Zehnkampf hat begonnen Henam in oignpsaodelzel— 4au Reter a 45 sit. Bilaneled— Shuager lag süe den denschen Zostal: Reberlage aegen Namegen Der sechste Tag Endlich Sommerwetter in Berlin Das seit Beginn der Olympischen Spiele erwartete Sommerwetter ist am sechsten Wettsampitag endlich eingetreten. Nur kleine vereinzelte Wöllchen besetzen den blauen Himmel, noch ist es nicht allzu heiß, also das richtige Wetter für die Zehnkämpfer. Das weite Rund des Olympiastadions ist zu Beginn des ersten Wettkampfes(100 Meter zum Zehnkanef) mit rund 40000 Zuschauern wieder gat besetzt. Nur zwei Blocks, die für die Aktiven vorbehaltenen Plätze, weisen noch große Lücken auf. Der scharfe Wind der letzten Tage hat etwas nachgelassen, zum Teil hängen die Fahnen am Freitagmorgen an den Masten schlapp herunter. Es dürfte wohl noch nie dagewesen sein, daß die Zehnkämpfer auf dem Hauptplatz des Olympiastadions allein im Mittelpunkt des Vormittagsprogramms gestanden haben und ihre Kämpfe unter sich durchführten. Denn meistens war es doch so, auch in Los Angeles, daß die Zehnkämpfer schon am frühen Morgen vor den Hauptkämpfen oder aber auf einem der Nebenplätze beginnen mußten. 28 im Zehnkampf Ohne Stöck und Sievert Irgendeiner hat einmal den Zehnkampf die „Krone der Leichtathletik“ genannt. Und das ist er in der Tat. Sicherlich die wertvollste aller leichtOlympia-Kampfplan für Samstag, 8. August (7. Tag) Leichtathletik: 10.60: Zehnkampf(110 Meker Hürden); 11.00: Zehnkampf(Diskuswersen); 15.00: Zehnkampf(Stabhochsprung); 4X100=Meter=Staffel, drei Vorläufe: 15.30: 4X100=Meter=Staffel, Frauen, 2 Vorläufe; 16.00: 3000=Meter=Hindernislaufen, Entscheidung; 16.30: Zehnkampf(Speerwersen); 4X400=MeterStaffel, drei Vorläuse; 17.30: Zehnkampf(1500 Meter), Entscheidung; 18.15: Vorführung Schweden— Siezerzeremonien Schwimmen: 9.00: 100 Meter Kraul, sieben Vorläufe: 10.10: 200 Meter Brust, Frauen, vier Vorläuse; 11.25: Wasserball=Vorrunde: Belgien— Uruguay(Gruppe 1); 12.05: Wasserball=Vorrunde: Großbrikannien— Malta(Gruppe 2); 12.45: Wasserball=Vorrunde: Island— Schweiz (Grupve 4): 8 8. 13.30: Wasserball=Vorrunde: Schweden— Oester= reich(Gruppe 4); 15.00: 100 Meter Kraul, Frauen, fünf Vorläuse; 15.50: 100 Meter Kraul, zwei Zwischenläufe: athletischen Prüfungen. Er ist ein Glanzpunkt aller Meisterschaften und auch der 11. Olympischen Spiele 1936 in Berlin... Schade nur, daß unser Hans=Heinz Sievert, der blonde Junge von der Wasserkante, nicht dabei sein kann. Er hielt den Weltrekord und er versprach eine der schärfsten Waffen Deutschlands für Berlin zu werden. Da raubten Verletzungen ihm und uns die Hoffnung. Und so ist für einen HansHeinz Sievert nur irgend ein Fleckchen in den weiten Zuschauerrängen frei. Wenig erfreulich war nur, daß Gerhard Stöck, unser Olympiasieger im Speerwerfen und Dritter im Kugelstoßen, wegen einer Zerrung am Oberschenkel und einer stark auftretenden alten Rückenverletzung vor Beginn des Zehnkampfes streichen mußte. Robert Clark=USA. in Führung Ein auserlesenes Feld von 28 prächtig gebauten Athleten stellte sich am Freitagmorgen im Olympischen Stadion zu den zwei ersten Uebungen. Robert Clark aus den Ver. Staaten war über 100 M. mit 10,9 der schnellste Mann, sprang hinterher 7,62 Meter weit und übernahm so mit insgesamt 1849 Punkten klar die Führung vor seinem Landsmann Jack Parker, der 7,35 Meter sprang und die 100 Meter in 11.4 durcheilte. Alles achtet aber auf Glenn Morris=USA., den Mann, der mit dem Weltrekord nach Berlin kam und die besten Aussichten auf den olympischen Sieg hat. Morris besetzte nach den zwei ersten Prüfungen mit 1610 Punkten den dritten Rang. Er kam in 11,1 vor unserem Erwin Huber(11,5) über die 100 Meter und sprang 6,97 Meter weit. Erwin Huber, der Deutsche Meister von 1935, schaffte bislang einen guten sechsten Platz in der Gesamtwertung. 100 Meter in 11.5 und 6,89 Meter als sechstbester Sprung sind schon etwas. 1485 Punkte gab es dafür. Unser Meister Bonnet gehörte zunächst zu der siebenköpfigen Gruppe, die über 100 Meter 11,6 lief und sprang dann 6,60 Meter weit. Das waren 1402 Punkte und vorläufig der zwölfte Rang. Stabschef Lutze beglückwünscht Olympiasieger Stöck Stabschef Lutze hat an den Olympiasieger im Speerwerfen, Gerhard Stöck, folgendes Telegramm „Zu dem bervorragenden Sieg, mit dem Sie für Deutschland die Goldene Medaille im Speerwurf erkämpften, spreche ich Ihnen Glückwunsch und Anerkennung aus. Gleichzeitig befördere ich Sie mit sofortiger Wirkung zum Scharführer.“ A9000 u Sihlhia=Srarten Wir vermissen den Amerikaner Smallwood. Was Olympische Hochstimmung Wasserball=Vorrunde: (Grupve 10g, Jndg: Juasllamtee 8 16.55: Wasserball=Vorrunde: Jugoslawien— Ungarn(Gruppe 2); 17.35: Wasserball=Vorrunde: Deutschland gegen Frankreich(Gruppe 3); 18.15: Wasserball=Vorrunde: Tschechoslowakei— Japan(Gruppe 3). Fudbalt(Zwischeneunde):.Hethageg.glet), 17.30: Oesterreich— Pern(Hertha=BSC=Platz); 17.30: Polen— Großbritannien(Post=Stadion). Hoden„— 16.30: Japan— Ungarn(Gruppe A); 18.00: Deutschland— Afghanistan(Gruppe B). Handball: 17.15: Deutschland— USA(Gruppe A); 17.15: Oesterreich— Schweiz(Gruppe B). 900; 10.30; 13.00: Mannschafts=Degensechten, Vorschlußrunde; 15.00: Mannschafts=Degenfechten, Vorendrunde; 21.00: Mannschafts=Degenfechten, Entscheidung. Schieben:#mm 8.30 u. 15.00: Kleinkaliberschießen, Entscheidung. Ringen: 10.00: Zwischenkämpfe, griech.=römischer Stil; 19.00: Vorentscheidungen, griech.=römischer Stil. Seoelr;###### Wetfabrtel 10.30: Fortsetzung der Wertfahrten. Mit dem warmen Wetter hat sich bei allen Besuchern der grandiosen 11. Olympischen Spiele 1936 wahre Feststimmung eingestellt. Zwar hat die vom ersten Tage an bemerkte Begeisterung auch nicht durch das kühle Wetter in irgendeiner Phase der Spiele gelitten, aber nun schwingt doch unbewußt eine Freude mit, daß die lästigen Hüllen abgelegt werden können und man sich beglückt in der milden und klaren Luft dehnen und strecken kann. Freilich hat sich der Himmel über Mittag wieder zugezogen, aber es ist warm geblieben, es ist sogar etwas schwül geworden. Rekord der Zuschauerziffer Der Besuch war ja noch an jedem Tage einzigartig, aber der Freitag scheint doch ein wahrer Rekordtag zu werden. Das Fassungsvermögen des Stadions ist zwar mit 110000 begrenzt, doch auf dem neben ihm liegenden Maifeld, wo im Polo der wichtige Entscheidungskampf zwischen Argentinien und Großbritannien steigt, haben sich auf den riesigen und weit hinausragenden Steintribünen noch weitere Zehntausende eingefunden. Auch zu dem am Osttor gelegenen Hockeystadion geht bereits zu früher Stunde der Zustrom der Massen. Dicht umlagert sind die Tennisplätze, wo an vier Stellen zugleich die Basketballspieler in Aktion treten. Siegerehrung zuvor Doch nun zurück ins Olympische Stadion, das wenige Minuten vor dem Beginn der Nachmittagskämpfe des sechsten Tages bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Wogend und brodelnd wie ferne Meeresbrandung dringt das Stimmengewirr berauf. Mit einer Siegerehrung erhält der Nachmittag die weihevolle Einleitung. Es erscheinen die Sieger im Florett=Einzelfechten der Männer. Gaudini(Italien) nimmt die Mitte des Podestes ein, rechts von ihm der Franzose Edouard Gardére und links ger Landsmann Boccchino. Die Giovanezza und der italienische Krönungsmarsch klingen auf. Wir vermissen den Amerikaner Smallwood. Was ist mit ihm2 Man bört sich um und erfäbrt, daß dem starken Läufer aus den Staaten wieder seine Blinddarmreizung zu schaffen macht und er schweren Herzens auf den Start verzichten muß. Lanzi, Roberts. Loaring, Williams und Skavinsky kauern in den Startlöchern. Auf den Schuß fliegt das Feld auf und davon. 1. Williams(USA) 47,2; 2. Roberts(England) 48.0: 3. Loaring(Kanada). Schade, daß Smallwood nicht dabei sein konnte. Aber noch bedauerlicher ist sein Mißgeschick. Nun hören wir, daß man den prächtigen schon während der Ueberfahrt immer über Blinddarmschmerzen, klagte, am Freitagvormittag ins Westend=Krankenhaus bringen mußte, wo er nun overiert werden soll. In der zweiten Vorentscheidung muß unser Blazejezak seine Hoffnungen begraben. Er kommt gegen das Klassefeld nicht an. Der Deutsche steht auf der Innenbahn vor einer unlösbaren Aufgabe. Er findet keinen Anschluß, kommt als Sechster aus der Zielkurve und nicht über den letzten Platz hinaus, 1. Lu Valle(USA) 47,1: 2. Brown(England) 47,34 3. Fritz(Kanada) 47.4. Drei Weltbestleistungen auerkannt Auf der am Donnerstag im Hotel„Russischer Hof“ abgehaltenen Olympischen Tagung des Internationalen Frauensportverbandes(FSFI) wurden drei deutsche Weltbestleistungen anerkannt, und zwar die Weltbestleistungen im beidarmigen Sveerwerfen mit 62.43 Meter von Lisa Gelius(München), im Diskuswerfen mit 48.31 Meter von Gisela Mauermeyer (München) und in der 4X100=Meter=Staffel mit 46.5 Sekunden, aufgestellt von der nalstaffel(Albus, Krauß. Dollinger und Winkels) in Köln. Die Zielkamera hat die Reibenfolgggug die Zeiz ten für den 7. bis 12. Platz in der 1500=Meter=Ente scheidung folgendermaßen festgestellt: 7. Szabo(Ungarn) 3.530: 8. Goir(Frankreich) 3.578,; Zseanig; (USA) 3:55.0; 10. Schaumburg 3:56,2: 11. Ny(Schweden) 3:57,6; 12. Böttcher (Deutschland) 4:04,2. 400-Meter-Finale ohne Blazejezak Nun stehen unten die ersten der elf 400=Meter„ishu—Täuse: 30.30: Fortsetzung der Weraprten.( Läufer zur ersten Vorentscheidung am Start.(Deutsc Links: Blacejezak schlug sich gut im Zwischenlauf Am Donnerstagnachmittag fanden die Vorläufe für die 400=Meter=Strecke statt. Auf unserem Bilde sieht man den bervorragenden Deutschen Blacejezak bei einem der Zwischenläufe.(Scherl— M.) Oben: Stöck(Deutschland) gewann die Goldmedaille im Speerwersen Bei den Entscheidungen im Speerwerfen am Donnerstagnachmittag gelang es dem Deutschen Stöck, die Goldmedaille im Sveerwerfen zu erringen. Hier sieht man Stöck bei einem seiner kraftvollen Würfe. (Presse=Bild=Zentrale— M.) Rechts: Ein herrlicher Endkampf im 1500=Meter=Lauf Am Zielband der Sieger Lovelock(Neuseeland). Hinter ihm Cunningbam(U. S. A.), gefolgt von dem Italiener Beceali (Scherl— M.) Der Deutsche Meister Woellner beim Dreisprung Er sprang mit 15.27 Meter neuen deutschen Rekord und wurde im Olympischen Wettbewerb Vierter hinter den Japanern Tajima und Harada und dem Australier Metcalfe.(Scherl— M.) Oympisches Jußballturnier weiterhin ohne Deutschland Seutschiunee Faßennnkrerlage Zegen Verwrgen Mit 2:0 geschlagen— Eine schmerzliche Niederlage, mit der berechtigte Hoffnungen begraben werden müssen Ausgespielte Rolle! Olympische Fußball=Turnier 1936 wird für uns immer mit einer bitteren Erinnerung verbunden sein. Groß waren die deutschen Hoffnungen— aber schon im zweiten Spiel fanden sie ihr Ende. Norwegen, dem man sicherlich eine gute Rolle zugetraut hatte, aber trotzdem nicht stark genug erachtete, besiegte die deutsche Elf nach ihrem feinen 9:0=Sieg über Luxemburg mit 2:0(1:0), und das war das Ende unserer Rolle im Olympischen Fußballturnier! Der Führer und 35 000 im Poststadion Mit dem Besuch des Führers im Post=Stadion wurde der deutschen Olympia=Elf sicherlich eine große Ehre zuteil. Ganz überraschend stellte sich der Führer mit seiner Begleitung ein. Mit ihm kamen die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels und Rust. 35000 Zuschauer, die die Ränge dicht besetzt hielten, brachten ihm ihre begeisterten rufe entgegen. Ein freudig=bewegtes Bild bot sich rings um den grünen Rasen. Es war eine echte Fußball=Großkampfstimmung. Schon in den frühen Nachmittagsstunden füllten die zum PostStadion eilenden Zuschauermassen die Zugangsstraßen und an den Eingängen der im bunten Flaggenschmuck liegenden Kampfbahn verkündeten schon früh die Schilder: Sitzplätze ausverkauft. Stark war auch die norwegische Kolonie, als zur festgesetzten Zeit die Mannschaften unter der Führung des englischen Schiedsrichters Dr. Barton das Spielfeld betraten. Es spielten: Deutschland: Jakob; Münzenberg, Ditgens: Gramlich, Goldbrunner, Bernard; Lehner, Siffling, Lenz. Urban, Siemetsreiter. Norwegen: Johansen; Holmsen, Eriksen; Holmberg, Juve, Ulleberg; Brustad, Isaksen, Martinsen, R. Kvammen, Frantzen. Schon nach 7 Minuten 1:0! Norwegen hat die Wahl und mit dem Anpfiff ist die Gästeelf sogleich vorn. Der den Vorstoß krönende Torschuß des Halblinken Isaksen wird von Jakob zur ersten Ecke abgewehrt, die aber ins Aus geht. In den ersten Spielminuten zeigt sich die deutsche Mannschaft zu aufgeregt, um dem ersten Ansturm der Norweger wirkungsvoll zu begegnen. Sieben Minuten seit Spielbeginn sind erst vergangen und Norwegen führt mit 1:0. Eine unreine Abwehr der deutschen Deckung läßt wieder den Halblinken Isaksen zum Schuß kommen. Mit einem unhaltbaren Schrägschuß gibt er unserem in vielen Schlachten erprobten Jakob glatt das Nachsehen. Längere Zeit ist nun das Spiel verteilt. Auf beiden Seiten wird mit äußerster Hingabe gekämpft. Einmal zögert Lehner, der übrigens heute sein 25. Länderspiel bestreitet, mit dem Schuß, ein anderes Mal köpft Lenz über das Tor der Norweger. Noch immer nicht ist die so dringend nötige Ruhe bei den deutschen Spielern eingekehrt. Bedenkliche Schwächen zeigen Ditgens und Bernard. Noch und noch versuchen die deutschen Stürmer sich durchzusetzen, aber sie sind zu schwach. Und so schließt zur großen Ueberraschung der deutschen Fußballgemeinde die erste Hälfte mit dem 1:0 für Norwegen. Die Deutschen drängen nach der Pause unentwegt auf den Ausgleich. Erfolglos muß aber das unaufhaltsame Anrennen gegen das norwegische Tor bleiben, da die Stürmer im Strafraum zu unentschlossen handeln. Der Innensturm schießt auch viel zu hoch. Die starke Abwehr der Norweger kann sich stets nachdrücklich zur Geltung bringen. In einem Gegenvorstoß hat Jakob mit einem Drehschuß des Halbrechten Kvammen große Mühe. Es ist immer wieder dasselbe Bild. Deutschlands Repräsentative wollen den Rückstand aufholen, ihre Angriffe sind aber nach wie vor in den entscheidenden Augenblicken vor dem gegnerischen Tore wirkungslos. Jeder Spieler ist von der norwegischen Hintermannschaft gut abgedeckt. Es reicht nur zu Eckbällen, die aber stets klar abgewehrt werden. 5 Minuten vor Schluß 2:0 Der deutsche Angriff versucht immer wieder mit letzter Kraft, den Anschluß zu erreichen. Im Strafraum aber wagt schließlich keiner der fünf Stürmer auf das Tor zu schießen. Und 5 Minuten vor dem Ende sind alle Hoffnungen der deutschen Elf dahin. Auf eine gute Vorlage schießt der linke Verbinder Isaksen seinen zweiten und damit den Sieg seines Landes sichernden Treffer. Kleine Kritik Kritisch ist zu bemerken, daß in der deutschen Elf nur unser Tormann Jakob völlig zufriedenstellen konnte. Von den Veretidigern setzte sich der Aachener Münzenberg besser in Szene. Ditgens wurde nach einer schwachen ersten Halbzeit erheblich besser. In der Läuferreibe fiel der Nachwuchsspieler Bernard fast ganz aus. Darunter litt auch Goldbrunners Spiel. Die größte Enttäuschung war unser Angriff. Kein Schußvermögen und im Strafraum die Unschlüssigkeit selbst. Der Sieg Norwegens geht durchaus in Ordnung. Die Aktionen waren stets flüssiger, der Ball wurde immer flach gehalten. Großen Anteil an dem Ueberraschungssieg hat die Hintermannschaft, die ein sorgfältiges Deckungsspiel zeigte. Norwegen trifft nun in der Vorschlußrunde auf den Japan=Bezwinger Italien. Ikalien schlägt Japan 8:0(2:0) Wenn nicht gleichzeitig das Spiel Deutschland gegen Norwegen im Poststadion stattgefunden hätte, wären wohl ohne Zweifel beim Zwischenrundenspiel Italien— Japan im Mommsen=Stadion erheblich mehr Zuschauer erschienen. Dafür waren die in Berlin sich aufhaltenden Japaner und Italiener in dellen Scharen gekommen. Namentlich die italienische Kolonie war stark vertreten. Beide Mannschaften wurden beim Betreten des Kampffeldes mit lautem Beifall empfangen. Bevor der Lederball die erste Umdrebung gemacht hatte, setzte ein Kampf der italienischen und japanischen Sprechchöre ein, wie man ihn in solcher Lebhaftigkeit in Deutschland noch nicht erlebte. Temperament traf hier auf Temperament. Die 13. Minute wurde den Javanern zum Verhängnis. Italiens Linksaußen flankte aus Abseitsstellung zu Bertoni, der das Leder mit schneidiger Eleganz zum Rechtsaußen Frossi leitete, worauf dieser unhaltbar zum Führungstreffer einschoß. In der 33. Minute erhöhte der Halblinke Biagi nach gutem Zusammenspiel mit dem Mittelstürmer den Vorsprung auf 2:0. Die letzten Minuten bis zur Pause verliefen recht dramatisch. Ein weiterer Strafstoß für Japan scheiterte an der italienischen Absperrmauer. 2•0 Halbzeit. Die Zuschauer wurden von den Japanern enttäuscht, die nicht zu der großen Linie zurückfanden, die sie im Treffen gegen Schweden gezeigt hatten. Es war ersichtlich, daß die Härte der Italiener den Japanern nicht behagte, doch gaben die Asiaten nie den Kampf verloren, wenn auch ihre Bemühungen ohne Erfolg blieben. In der 73. Minute stellte Frossi das Ergebnis auf 4:0. Vier Minuten später gab Frossi eine neue Leistung zum besten, als er den linken Verteidiger Takeuchi überlistete und aus kurzer Entfernung schräg einschoß. Während die Japaner die besten Gelegenheiten durch ungenaues Zwischenspiel verdarben, glückte den Italienern einfach alles. Der Halblinke Biagi landete zehn Min. vor Schluß den sechsten Treffer. Die japanische Dekkung war völlig durcheinander und so nahm es nicht wunder, daß Biagi in der 85. Minute den 7. Treffer anbringen konnte. Den Torreigen beschloß Cappelli in der vorletzten Minute mit dem achten Erfolge für Italien. Die siegreichen Italiener haben nunmehr in der Vorschlußrunde am Montag Norwegen, den Bezwinger Deutschlands, im Olympia=Stadion zum Gegner. Zweimal handball Schweiz— Rumänien 8:6(5:2) Am zweiten Tage des Olympischen Handballturniers standen sich auf dem Platz am Hohenzollerndamm die Schweiz und Rumänien gegenüber. Nach einem außerordentlich spannenden Treffen, das in der zweiten Hälfte von Rumänien überlegen durchgeführt wurde, siegt schließlich die Schweiz mit 8:6. In der Zeit vor dem Wechsel spielten die Eidgenossen weit besser, aber dann kam Rumänien im zweiten Akt so glänzend ins Spiel, daß die Zuschauer begeistert waren. Die Schweiz mußte nun all ihr Können einsetzen, um den Sieg zu erkämpfen. Ungarn— USA 7:2(4:1) Im zweiten Handballspiel des Freitag mußte sich die Elf der USA von den viel schnelleren Ungarn hoch schlagen lassen. Die Magyaren legten mit fast südlichem Elan los, warfen Tor auf Tor und hatten schließlich mit 7:2(4:1) die Teilnahme an der Zwischenrunde sicher. Entscheidung der Flieger im Radstadion Ton Mertene Sihipin=Eicger Vor van Bliet-Holland, Chaillot-Frankreich und Pola-Italien Das olymvische Radstadion bot auch am zweiten Tage der Rad=Wettbewerber mit einer vieltausend zählenden Zuschauermenge ein ausgezeichnetes Bild. Die deutsche Radsportgemeinde und viele ausländische Gäste bekamen in der Entscheidung der Flieger erneut den Zweikampf Merkens und dem Holländer van Vliet zu sehen, der hier den Sieg seines Landsmannes van Egmont von 1932 zu wiederholen versuchte. Wie schon bei der letzten Weltmeisterschaft in Brüssel erwies sich Merkens wieder als der Bessere. Im ersten Lauf schlug Merkens seinen Gegner um ¾ Länge. van Vliet durchfuhr das Ziel mit erhobener Hand und legte Protest wegen Behinderung ein, der jedoch von dem internationalen Schiedsgericht zurückgewiesen wurde. Bei der Wiederholung ergab sich das gleiche Bild. In diesem Rennen trafen sich beide Fahrer und spurteten 300 Meter nebeneinander. Merkens hielt seine Gegner sicher nieder. Er sicherte so für Deutschland die dritte Goldmedaille am Freitag. Die hereinbrechende Dunkelheit zwang dann zum Abbruch der Veranstaltung. Der noch ausstehende Hoffnungslauf der Zweisitzerfahrer wurde auf Sonnabend. 16 Uhr, angesetzt. Im Kampf um den 3 und 4. Platz setzte sich der Franzose Chaillot gegen den früheren italienischen Weltmeister Pola durch, der in der Vorentscheidung an Merkens gescheitert war. In den Ausscheidungsrennen im Zweisitzerfahlen setzten sich die deutschen Vertreter und olompischen Favoriten Ihbe und Lorenz erwartungsgemäß gegen die Amerikaner Logan und Sellinger und die Ungarn Nemeth und Pelvasiy durch. Dus Sihinhisuse Geuch Euriner hockeyklasse Indien— USA 7:0(3:0) Wieder hatten sich im Olympischen Hockeystadion am Freitagnachmittag über 15000 Zuschauer eingefunden, als Indien seinen zweiten Kampf im Turnier bestritt. Nun mußte die Elf der Vereinigten Staaten von Nordamerika daran glauben, die mit 7:0(3:0) förmlich überfahren wurde. Die Staaten hatten wieder in Fentreß im Tor den überragenden Spieler, mußten sich aber obendrein dazu entschließen, mit sieben und acht Mann den Schußkreis zu decken. Indien trat mit vollkommen veränderter Aufstellung an, um auch den schwächeren Spielern einmal Gelegenheit zu geben, im Olymvischen Hockeyturnier zu spielen. Wieder waren bei den Asiaten, die bereits nach zwei Spielen ein Torverhältnis von 12:0 haben. Dhyan Chand, Roopsingh. Jafar und Cullen die überragenden Könner, die die Zuschauer zu hellster Begeisterung zwangen. Erst in der 27. Minute kam Indien durch den diesmal linksaußen spielenden Jafar nach schönem Alleingang zum 1:0. In regelmäßigen Abständen von drei Minuten erhöhten Dhyan Chand und Jafar auf 3:0. Nach dem Wechsel leistete USA erstaunlich verbissenen Widerstand. Er war aber vergebens. gegen die Spielkunst der Inder ist einfach kein Kraut gewachsen. Roopsingh. der großartige linke Verbinder, schoß die Tore Nr. 4 und Nr. 5. Mittelläufer Cullen folgte mit dem sechsten, den schönsten Treffer des Tages aber machte Dbyan Chand. nachdem er mehrere Amerikaner täuschend umspielt hatte. Großer Beifall lohnte die wirklich seltene Leistung. Als Schiedsrichter machten Dr. Nöhrig=Deutschland und der Ungar Margillv ihre Sache sehr gut. Ausklang am Freitag im Stadion Nachdem die Zehnkämpfer die schweren 400 Meter gelaufen hatten, boten Ungarns Turner ganz prächtige Vorführungen. Sie bestachen mit der Eraktheit ihrer Darbietungen und die 100000 waren ganz im Bann der Magyaren, die glänzend aufeinander eingespielt sind. Es war ein herrlicher Ausklang des Freitag im Olympischen Stadion. Hockey auf Biegen und Brechen Belgien— Frankreich 2:2(2:1) Ein ausgesprochenes Kampfspiel lieferten sich nach der Auseinandersetzung Indien— USA, die in stärkster Aufstellung antretenden Mannschaften von Belgien und Frankreich. An technischen Feinheiten war das Spiel, das ebenfalls auf dem Hauptplatz vor 10 000 Zuschauern stieg, arm, dafür begeisterten die Spieler durch einen unerschütterlichen Kampfeifer. Bis zur Pause hatte Belgien etwas mehr vom Spiel und führte auch mit 2:1. Nach dem Wechsel kamen aber die Franzosen stark auf und erreichten schließlich mit 2:2 ein Unentschieden. In der 17. Minute brachte der Rechtsaußen Delaval auf Flanke von links die Belgier mit 1:0 in Führung: zwölf Minuten später erzielte der Mittelstürmer Rensburg das 2:0. Vom Anstoß weg holten die Franzosen durch ihren schußgewaltigen Mittelstürmer Goubert ein Tor auf. Nach dem Wechsel wurde der Kampf immer härter. Dem ständig besser werdenden französischen Angriff gelang es aber erst in der 30. Minute der zweiten Halbzeit, aus einem Gedränge aus nächster Entfernung den Ausgleich zu erzielen. Ringer in der Deutschlandhalle Die zweite Runde der„Leichten“ Am Freitagvormittag wurden in der Deutschlandhalle die Kämpfe im griechisch=römischen Stil mit der zweiten Runde fortgesetzt. Die deutschen Ringer waren am Freitag in guter Form. vor allem kämpfte Brendel im Bantamgewicht konzentriert und besiegte den starken Perttunen(Finnland) sicher nach Punkten. Nachdem der Gang bis zur Mitte des Kampfes noch vollkommen offen war, wurde der Deutsche zum Schluß aggressiver und kam zu einem verdienten 3:0=Punktsieg. Brendel steht trotz seines Sieges am Vormittag vor einer sehr schweren Aufgabe, denn er kann die vier Fehlerpunkte, wenn er sich zur Spitze durchringen will, nur durch entscheidende Schultersiege wieder wettmachen. Im Federgewicht konnte der Münchener Hering schon nach 40 Sekunden den Engländer Morell durch einen Hüftschwung entscheidend besiegen. Nach seinem Sieg steht er nun zusammen mit dem Finnen Reini und dem Schweden Carlsson in der Spitzengruppe. Schwedens zweite Goldene Krempel(Deutschland) zweiter im Scheibenpistolenschießen Der zweite Wettbewerb in der Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen in Berlin=Wannsee im Scheibenpistolenschießen wurde am Freitag zu Ende geführt. Mit dem Eingreifen des Weltrekordmannes Ullman=Schweden in den Kampf stand der Sieger bereits fest. Der Schwede rechtfertigte den guten Ruf, der seinem Können vorausgeht, und schoß sechs glänzende Serien, die zusammen 559 Ringe ergaben, eine Leistung, die neuen Weltrekord bedeutet. Mit einigem Abstand belegte der deutsche Vertreter Krempel mit dem Vortagsergebnis von 544 Ringen den zweiten Platz und holte sich damit die Silberne Medaille. Die Bronzene holte sich mit einer überraschend guten Trefferzahl von 540 Ringen der Franzose Jamonnières. Die nächsten Plätze belegten Bonin=Frankreich mit 538 Ringen, Vartiovaara=Finnland mit 537 Ringen und Jones=USA mit 536 Ringen. Die Sieger der Olympia-Medaillen Von 129 olympischen Wettbewerben sind bis zum Freitagabend bereits 47 zur Entscheidung gekommen, und zwar 22 in der Leichtathletik, 5 im Gewichtheben, 3 im Fechten, 7 im Ringen, 2 im Schießen, der Moderne Fünfkampf, das Polo=Turnier, 5 in den Kanu=Wettbewerben und 1 in den Radwettkämpfen. Die dabei errungenen goldenen, silbernen und bronzenen Medaillen verteilen sich auf die einzelnen Nationen wie folgt: Aegypten Australien Estland Finnland Frankreich.. Großbritannien Holland Italien Japan... Kanada Lettland Neuseeland Oesterreich. Philippinen Polen Schweden Schweiz Tschechoslowakei Türkei Ungarn U. S. A. Deutschland Argentinien Gold 2 1 3 2 1 3 1 3 1 3 13 11 1 Silber 1 1 4 3 2 1 1 2 2 9 11 Bronze 2 1 1 4 1 2 5 2 3 1 2 1 1 5 Staffel-Vorläufe am Samstag Zu den Schlußkämpfen in der Leichtathletik gehören auch die Staffelwettbewerbe, für Männer über 4mal 100 Meter und 4mal 400 Meter sowie für die Frauen über 4mal 100 Meter. Die Vorlaufeinteilung für alle drei Wettbewerbe sind jetzt wie folgt bekanntgegeben worden: Amal 100 Meter: 1. Lauf: USA, Südafrika, Japan, Italien, Finnland, Oesterreich; 2. Lauf: Holland, England, Ungarn, Argentinien, Frankreich. China; 3. Lauf: Deutschland, Kanada, Schweden, Schweiz, Griechenland, Tschechoslowakei.(Die beiden Besten jedes Vorlaufs kommen in den Endlauf.) Amal 400 Meter: 1. Lauf: Finnland. Japan, Oesterreich, Ungarn, USA, Polen; 2. Lauf: Argentinien, China, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Schweden; 3. Lauf: Kanada, Deutschland, Italien, Südafrika, Tschechoslowakei.(Die beiden Besten jedes Vorlaufs kommen in den Endlauf.) 4mal 100 Meter für Frauen: 1. Lauf: Kanada, Frankreich, Holland, Oesterreich, USA; 2. Lauf: Deutschland, Großbrie tannien, Finnland, Italien, Jugoslawien.(Die drei Besten jedes Vorlaufs kommen in den Endlauf.) Die Entscheidungen aller Staffelkämpfe finden am Sonntagnachmittag statt. Tandemfahren im Radstadion In den Ausscheidungsrennen im Zweisitzerfahren im Olympia=Radstadion setzten sich die Deutschen Ihbe=Lorenz, die eine große Anwartschaft auf den Olympiasieg tragen, erwartungsgemäß gegen die Amerikaner Logan=Sellinger und die Ungarn Nemeth=Pelvassy durch. Zusammen mit ihnen sind weiterhin noch die Belgier Cools=Pirotte, die starken Holländer Leene=Ooms. Legutti=Loatti(Italien) und Georget=Maton(Frankreich) sowie die Gewinner des ersten Hoffnungslaufes, die Dänen Dissing= Stieler, im Wettbewerb. Hereinbrechende Dunkelheit zwang dann zum Abbruch der Veranstaltung. Die noch ausstehenden Hoffnungsläufe des Zweisitzerfahrens wurden für Samstagnachmittag 4 Uhr angesetzt. Und sonst noch... Olympia=Kamplan für Samstag. 8. August (7. Tag) Kaun(Kurzstrecken=Regatta): 9.30: Einer=Kajak, zwei Vorläufe; 11.15: Zweier=Kajak, zwei Vorläufe: 15.00: Kajak=Einer, Entscheidung(1000 Meter); 15.30: Canadier=Zweier, Entscheid.(1000 Meter): (Kentervorführungen); 16.30: Kajak=Zweier, Entscheidung(1000 Meter); 17.00: Canadier=Einer, Entscheid.(1000 Meter); 17.30: Kajak=Vierer(Vorführung). Radfahren: 18.00: 2=Kilometer=Tandemfahren. Zwischen= und Endläuse: 4=Kilometer=Verfolgungsrennen, Zwischen= u. Endläufe; 1=Kilometer= Zeitfahren(stehender Start), Entscheida. Polo: 14.00: Spiel um den 3. Platz: Mexiko— Ungarn Spiel zweier Auswahlmannschaften Basketball(2. Turniertag): 16.00: Ungarn— Verlierer des Spiels Brasilien gegen Kanada, Belgien— Verlierer des Spiels Lettland gegen Uruguay, Frankreich— Verlierer des Spiels Japan gegen China 17.90: Spanien— Deutschland, Elegopten— Türkei(Polen spielfrei) Pferdesport Nennen in Deauville Prix de Falaise: 1. Stall Sterns Canalettt (G. Duforez), 2. Mulato, 3. Montenotte. Toto: 19, Platz 14, 16:10.— Prix de la Reine Mathilden 1. Proce de F. Luvinges Aqueduc(R. Brethes), 2. Sedia Gestatoria, 3. Hue. Toto: 110. Platz 34, 48, 36:10.— Prix Guillaume=Le Conquerant: 1. I. E. Wideners Pas Libre(G. Brigdland), 2. Bengal und 2. Kandahar. Toto: 25. Platz 14, 24, 21:10.— Peix Yacowlef: 1. L. Granards En Fraude(G. Duforez), 2. Spectriori, 3. Punta Planca. Toto: 19, Platz 13, 29. 16:10.— Peiz Hastings: 1. Bar. E. de Rothschilds Engadine(A. Faugerat), 2. Mazil, 3. Patatras. Toto: 30, Platz 14, 15, 18:10. Scharser Endkamgs über 5000 Meier 2.. Heuerr frs. in Pereregen Wulins sleg. m 103 veialic lharsen Kanok eine seine Zeit sein. Rav Prowu und Lu Balle Ierernegog vie Srtzurx ger ertrireg. Fabelhafter 40b-meter=Endlauf Triumph der Zinnen alles für den Start der Entscheidung über 5 000 Meter bereit. In einer Linie stehen die erber eingangs der Zielkurve am Ablauf. Die ersten 1000 Meter legt, das Feld unter der Führung des USA.=Meisters Lash in 2:49.5 zurück. Der gegen Finnlands Hünen direkt zierlich wirkende Japaner Murakoso drückt weiter auf das end so baß für 1500 Meter 4.16 und für 2000 Meter 5:45.4 gezeitet werden. Höckert und Salminen übernehmen die Spitze, aber aach weiteren 1000 Meter drängt sich wieder Lash nach vorne und wespäter ist wieder mit kleinen, aber schnellen Schritten der Japaner in Front. Nun wirkt sich das Tempo aber aus. Lash haben obendrein auch die aufreibenden Stellungskämpfe zermürbt und er fällt mehr und mehr zurück. Eine zweite Gruppe der Däne Siefert an. Bei 3 000 Meter liegen in der phantastischen Zeit von 8.40 Höckert, Murakoso, Salminen, Lethinen und der Schwede Jonsson der Spitze. Der Pole Noji und der Italiener Cerati können nun nicht mehr folgen. Salminen mit seinem Landsmann Höckert einen Rumpler Er stürzt und fällt auf den fünften Platz zurück. Höckert macht sich zwei Runden vor Schluß auf und davon, gefolgt in 15 Meter Abstand von Lethinen. Weitere 30 Meter zurück spurtet der lnd dann lomnmen in weiteren Absäpez der ten die 100 000 auf das Ergebnis. Es muß nach dem unheimlich scharfen Kampf eine feine Zeit sein. Und sie ist es auch! Die Träger der Medaillen haden die alte olympische Rekordzeit des Siegers von Los Angeles, Lethinen, mit 14:30 klar unterboten. 1. und Olympiasieger Gunnar Höckert=Finnland 14:22,2(neuer olympischer Rekord), 2. LethinenFinnland 14.25/8, 3. Jonsson=Schmeden 141290 4. Murakoso=Japan 14:30,3, 5. Noji=Polen 14.33,4, 6. Salminen=Finnland 14•39.8. Siegerehrung im Regen Leider hat der schöne Morgen nicht das gehalten, was man von ihm füglich erwarten konnte. Bei der Siegerehrung für die großen Finnensiege über 5 000 Meter regnet es leicht. Aber bald können die mitgenommenen Regenschirme wieder aus den Händen gelegt werden. „Herr hauptmann, wir grakulieren!“ Die Siegerehrung für den Modernen Fünfkampf gestaltet sich zu einer eindrucksvollen Feier. Machtvoll wehen die Klänge der deutschen Nationallieder durch den Raum. Die Sprechchöre gehören nun schon sozusagen zum festen Bestandteil des Tagesprogramms. Auch hier fehlen sie nicht. Hauptmann Handrick hat gerade seine Goldmedaille und das Eichbäumchen des Siegers voller Freude entgegengenommen, da ist wieder der Sprechchor zu hören: „Herr Hauptmann, wir gratulieren!“ Und der sieghafte Handrick freut sich sehr über die außerprogrammäßige Ehrung... Dor Frowon and La Bane Die Zehnkämpfer sind der Trumpf des Freitagnachmittags im Olympischen Stadion. Aber nun tritt ihr Kampf um die Punkte doch in den Hintergrund— wenn auch nur für Unten ist das ziegelrote Band der Bahn für das Finale über 400 Meter bereit. Alles ist Auge und Ohr. Barbutti und Carr waren die von Amsterdam und Los Angeles— rikaner! Und nun trugen wieder mit Williams und dem schwarzen Lu Valle erneut zwei Mann aus den Staaten die größten Siegchancen an den Start. Werden sie es gegen die schnellen Engländer Brown und Roberts schaffen? Gleich werden wir klar sehen. Williams knüpft noch seelenruhig die Senkel der Rennschuhe fester und dann starten von innen nach außen: Valle, Roberts, Loaring, Williams und Brown. Der Engländer Brown zieht gewaltig los, aber Williams hält mühelos mit. Loaring liegt bei 150 Meter schon klar zurück. In der Zielgeraden arbeiten Roberts und Lu Valle sich mächtig heran. Williams kommt als erster in die Gerade, muß aber sehr kämpfen, um Brown zu halten. In der in Deutschland und Europa noch nicht gelaufenen Zeit von 465 hat er aber den Sieg sicher. 1. und Olympiasieger Williams=USA 46,5, 2. Brown=England 46,7, 3. Lu Balle=1SA 46,8, 4. Roberts=England 46,8, 5. Fritz=Kanada 47,8, 6. Loaring-Kanada 48,2. Neicher Meeuntensegen in Grunau Zwei Goldene, eine Silberue und eine Bronzene für Deutschland e A en A Ad i#enn und uerd ule Mitteriraner fuhren i Fehlirup Fltenfer und der Schweizer Guhl. bezwangen noch Nach den beiden Uebungen am Vormittag füllten die drei weiteren Wettbewerbe der Zehnkämpfer den ganzen Nachmittag aus. Zunächst wurden die Kämpfe mit dem Kugelstoßen fortgesetzt. Die Leistungen blieben im allgemeinen hinter den Erwartungen zurück. Die größte Weite erzielte der noch unbestätigte Weltrekordmann Glenn Morris mit 14.10 Meter im zweiten Durchgang. Mit genau 14 Meter holte der Ungar Czanny wertvolle und behauptete sich vor dem Letten Dimsa mit 13.66 Meter. Der Schwede Bexell folgte dann mit 13.54 Meter vor dem Amerikaner Parker mit 13.52 Meter vor unsrem Donnet mit 13.50 Meter und dem sich überraschend gut haltenden Holländer Brasser mit 13.49 Meter. Huber erreichte nur 12.70 Meter, war aber damit noch um zwei Zentimeter besser als der Amerikaner Clark, der aber ungeachtet dessen weiter das Feld anführte. Den zweiten Platz nach drei Uebungen im Gesamtstand hatte der USA=Meister Glenn Morris vor dem dritten Amerikaner Parkex, dem Finnen Akilles Järvinen, dem Schweizer Gubl, dem Schweden Bexell und dem Holländer Hinter ihnen folgten an achter und neunter Stelle Huber und Donnet. 1,90 Meter im hochsprung Auch nach dem Hochsprung veränderte sich auf den ersten drei Plätzen die Rangfolge nicht. Hinter die drei Amerikaner legte sich der ausgezeichnete Holländer Brasser, der mit einem Sprung von 1.90 Meter die Spitzenleistung in der vierten Leistung aufstellte. Je 1.85 Meter übersorangen nur der Norweger Natvig. der Pole Placzyk und der Amerikaner Morris. Drei weitere Bewerber, Clark, ParNeue Kieler Ueberraschungen ker und der Schweizer Guhl, bezwangen noch 1.80 Meter. Bonnet=Deutschland übersprang mit noch sieben Konkurrenten 1,75 Meter, während Huber nach 1.70 Meter nicht mehr höher kam. Im Gesamtstand führten nach wie vor die Amerikaner, während Huber und Bonnet auf den neunten bezw. zehnten Platz zurückgefallen waren. Die 400 Meter Als letzte und schwerste Uebung des ersten Tages wurden die 400 Meter in Gruppen zu fünf und sechs Bewerbern gelaufen. Die schnellste Zeit erzielte hier der Amerikaner Morris mit 49.4. Clark lief genau 50 Sekunden beraus. Dann folgten Järvinen mit 50.7. Dahlgren=Schweden und Tolamo=Finnland mit je 51.2, Brasser mit 51,5. Huber erzielte 52.3 und Bonnet 53.6. Der Chinese Chow trat bereits zum Hochsorung nicht mehr an. Weiterhin schieden aus: der Lette Dimsa, der Chilene Reimer und der Isländer Wilmundarson. Stand nach den fünf ersten Uebungen: Robert Clark=USA Elenn Morris=USA Jack Parker=USA Brasser=Holland A. Järvinnen=Finnland Armin Suhl=Schweiz Martti Tolamo=Finnland Plawczyk=Polen Dahlaren=Schweden Erwin Huber=Deutschland Helmut Bonnet=Deutschland Vezell=Schweden 4194 Punkte 4192 3888 3873 5787 3789 3691 3652 3613 3533 3546 3533 Zu einem großartigen Erfolg für den deutschen Kanusport wurde der erste Tag der Grünauer Olympiakämpfe, an dem unsere Kämpfer nicht weniger als zwei goldene, eine silberne und eine bronzene Medaille in den Langstreckenkämpfen eroberten. Es war ein geradezu ideales Wetter für die schweren Langstreckenrennen, die an der Nordspitze des Seddin=Sees gestartet wurden und am Schmöckwitz, der Krampenburg und der Bammelecke vorbei zum Ziel vor den Grünauer Tribünen führten. Laute Sprechchöre feuerten jedesmal die Kämpfer an. Mit dem Gefühl stolzer Freude umjubelte die große Gemeinde der„Kanuten" ihre Olympiasieger, so daß sich die erfolgreichen Fahrer kaum vor den zahlreichen Gratulanten retten konnten. Mit Zuversicht blicken die deutschen Kämpfer dem Samstag entgegen, der die Entscheidung der Kurzstreckenrennen bringt. Goldmedaille für Deutschland im Zweier=Kajak Im Rennen für Zweier=Kajaks waren zwölf Boote am Start. Mit dem Startschuß setzten sich die Deutschen Landen=Wevers an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von Oesterreich. Bis 7000 Meter kämpften beide Boote mit geringem Abstand. Bei den letzten 700 Meter setzten die Deutschen zu einem großartigen Endspurt an, der sie weit vor die Oesterreicher führte. Mit 90 Meter Abstand gehen die Deutschen viel bejubelt durchs Ziel. An dritter Stelle folgte Shreben. Auch im Kajak=Einer Eine zweite Goldmedaille für Deutschland holte im Kajak=Einer der Münchener Ernst Krebs heraus, der das Ziel vor dem österreichischen MeiDie degenfechter im Zennisstadion Spalincnee=Ecy kAmose Tonpe nach der Der vierte Wettfahrtstag der Olympischen Segelregatten auf der Förde bringt eine neue Ueberraschung. Diesmal stürmt es nicht. diesmal auch nicht die Sonne wie gestern. Es herrscht vielmehr vorübergehend unsichtiges Wetter. Schon im Hafen kann man kaum bis zum Ostufer. auf dem sich die Werftbauten befinden, sehen. Ein Besuch auf dem schönsten Ausblick der Förde, der Höhe von Bellevue, zeigt alles grau in grau, selbst ein Blick durch das gute Fernsichtrohr, das dort für die Besucher zur Verfügung stebt, läßt absolut nichts als eine graue Wand erkennen, bei der man die Trennungslinie zwischen Himmel und Wasser nicht erkennen kann. Die zum Start berausgeschleppten vielen Jachten sind in der grauen Bank für das Auge sämtlich verschwundenz, 164244# E 6 m2 5c n In dem amtlichen Wetterbericht, nach dem sich auch die Zuschauer ebenso wie nach den ausgehängten Punkttabellen drängen, heißt es, daß Windstärke 1 herrscht und der Seegang null sei. Wir haben also das gerade Gegenteil von den ersten Kampftagen. Bei geringer Windstärke ist natürlich damit zu rechnen, daß die Boote für ihre Strecken längere Zeiten benötigen. 8n Die Rennleitung sab sich daher gezwungen, den Start um fünf Viertelstunden zu verschieben. Um 11.50 Uhr lagen dann sämtliche 25 Boote auf der Bahn und gingen von einem Nord=Nord=Ostwind getrieben glatt vom Start. Auf der ersten Kreuzstrecke sicherte sich Thorvaldsen(Norwegen) vor Holland die Führung. Auf der zweiten Kreuzstrecke übernahm der Hamburger Heuer, der für Brasilien startet, die Führung. Nach der zweiten Runde brachte sich der Norweger Thorvaldsen wieder an die Spitze und siegte in 1:48:08 vor Uruguay. Kanada und Italien. Der Deutsche Krogmann wurde diesmal nur Neunter in 1:51:09. ster Fritz Lanvertinger und Ernest Riedel=USA. erreichte. 10000 Meter Einerfaltboot für Oesterreich Nach anfänglicher Führung von HoermannDeutschland holten Hradetzky=Oesterreich und Eberhardt=Frankreich auf. Ueber die nächsten 5000 Meter kämpften diese drei Boote Bord an Bord. Bei 8000 Meter verliert der Deutsche den Anschluß und liegt zwei Längen hinter den Führenden. 2000 Meter vor dem Ziel hat HradetzkyOesterreich die Spitze gewonnen. 200 Meter vor dem Ziel spurtet der Oesterreicher und geht 1½ Bootslängen vor Eberhardt=Frankreich durchs Ziel. Weitere 1½ Längen dahinter HoermannDeutschland. Das abschließende Kanadier=Zweier= Rennen zeigte die klare Ueberlegenheit der tschechischen Fahrer Mottl und Skrdlant, die nach einer Strecke von 3,5 Klm. mit 40 Meter in Front lagen. Sie vergrößerten den Abstand ständig und gingen schließlich mit nach 50:33,8 als erste vor Kanada(51:15,8) an den Zielrichtern vorbei. Oesterreich kommt auf den 3. Platz, während sich die beiden Deutschen Holzenberg und Schuur mit dem 4. Platz zufrieden geben mußten. Schweden im Faltboot=Zweier Im Faltboot=Zweier lieferten sich die Deutschen Hanisch und Horn, unsere Europameister, einen herrlichen, selten gesehenen„Kampf mit den Schweden Johansson und Blatström, den die Skandinavier in den letzten 100 Meter knapp für sich entscheiden konnten. Damit errangen die Schweden die Goldene und die Deutschen die Silberne Medaille. Die Zeiten waren für Schweden 45:48,9, für Deutschland 45:49,2. Hurke Rumpfe un Segensechten U. a. Oesterreich, Ungarn schon ausgeschieden Deutschland führt in der Star=Boot=Klasse In der Starboot=Klasse scheint der deutsche Vertreter„Wannsee“(Dr. Bischoff=Berlin) ein sicherer Anwärter auf die Goldmedaille zu sein. Nachdem der Deutsche am Vortage bei schwerem Wetter in überzeugender Weise seine Gegner abfertigte, Wöste, r Freitag, daß er auch bei seigtem ter erheblich schneller war als sämtliche Konkurrenten. Bei der Tonne nach der ersten Kreuzstrecke hatte Deutschland bereits einen Vorsprung von eineinhalb Minuten herausgesegelt und somit den Endsieg sichergestellt, ihm folgte hier das französische Boot. das an den Vortagen wiederholt vom Pech betroffen war. Der Deutsche vier Runden Vorsprung. Nach der vierten Wettfahrt liegt Deutschland mit 45 Punkten in Führung vor Schweden mit 44 Punkten. Schweizer Sieg in der 6=Meter=R=Klasse Beim Start der 6=Meter=R=Klasse zeigte sich die Schweiz am geschicktesten, und ihr an Leichtwetter vorzüglich gewohnter Steuermann Novarraz verstand es auch weiterhin, den einmal errungenen Vorsprung erheblich auszubuuen. Trotz aller Versuche der nachfolgenden Boote, insbesondere Deutschlands, Schwedens und Norwegens, gelang es diesen nicht mehr, dem Schweizer Boot rung abzunehmen, das mit einem Vorsprung über 2 Minuten siegreich blieb. Deutschland, hatte längere Zeit um den einmal errungenen zweiten Platz zu kämpfen, doch durch ein sehr gutes Bojenmanöver zu Beginn der zweiten Kreuzstrecke behielt es diesen endgültig. Die Reihenfolge im Ziel lautete: Schweiz, Deutschland, Norwegen, Schweden, England, Holland, USA, Argentinien. Schweden führt in der 8=Meter=R=Klasse Bald nach dem Start übernahm England die Führung, gefolgt von Norwegen und Finnland. Schweden, punktmäßig zurzeit Favorit, ging als nächster über die Bahn, versuchte dann durch einen extremen Schlag nach den Ostufer zu dem Zei verlust aufzuholen. Tatsächlich gelang es ihm, sich auf den vierten Platz vorzugrbeiten, um von da ab mit Deutschland in stetem Kampf um den dritten Platz zu liegen. Italien, das nach dem Westufer ebenfalls einen außerordentlich extremen ausgeführt hatte, war diesmal am besten abgekommen und konnte die Spitze übernehmen und diese bis ins Ziel behaupten. Dänemark errang hinter Italien einen guten zweiten Platz vor Schweden und Deutschland, Großbritannien und Norwegen. Punktmäßig führt weiterhin Schweden mit 36 Punkten vor Norwegen mit 32 und Italien mit 30 Punkten. Deutschland liegt nunmehr an vierter Stelle. Bei schönstem Sommerwetter waren am Freitag die Fechter von der Kuppelhalle des Stadions ausgezogen und erledigten die ersten Kämpfe unter freiem Himmel. Insbesondere die Degenfechter freuten sich ob dieses Umzuges. Unter den zahlreichen Zuschauern bemerkte man auch den Reichssportführer von Tschammer und Osten. Die ersten Runden im Degen=Mannschaftsfechten wurden von 21 Nationen bestritten, die in sieben Gruppen eingeteilt worden waren.— Die deutsche Mannschaft mit Lerdon, Geiwitz, Roethig und Schroeder hatte es nicht allzu schwer, über Kanada zu einem sicheren 11:5=Sieg zu kommen. Der zweite Durchgang der Vorrunde im Degenmannschaftsfechten brachte bereits das Ausscheiden von Dänemark. Chile, Oesterreich, Griechenland und Angarn. Lediglich in den Gruppen 1 und 7 wurde der dritte Durchgang erforderlich. Die Begegnungen Portugal— Schweiz und Deutschland— Brasilien werden die Aufstiegsfrage zur Zwischenrunde, in die aus jeder Gruppe die beiden besten Mannschaften kommen, klären.— In der Gruppe 1 wurde Polen überraschend von der Schweiz bei 8:8 Punktgleichheit durch das bessere Trefferverhältnis von 32:35 ausgeschaltet. Durch die 8:3 Niederlage gegen USA. scheidet Dänemark mit zwei Niederlagen aus. USA. und Holland erreichten in der Gruppe 2 die ZwischenFrankreichs überlegener 8.20=Sieg über Chile stand nie in Frage. Mit den Franzosen zusammen kommt in der Gruppe 3 Großbritannien in die Nicht ganz erwartet kam Schwedens allzu klarer 9:1=Sieg über Oesterreich, wodurch in der Gruppe 4 Aegypten und Schweden aufsteigen. Belgien schaltete Griechenland mit 8:2 aus und qualifizierte sich damit neben Argentinien für die nächste Runde. Ungarn holte sich die zweite Niederlage im Kampf gegen Italien, das jederzeit sicher mit 8:2 gewann und neben der Tschechoslowakei in die Zwischenrunde gelangte. Das 14 Nationen starke Feld ist in vier Gruppen aufgeteilt, die wie folgt lauten: Gruppe 11 Italien, USA., Tschechoslowakei. Gruppe 2: Schweden, Holland, Aegypten, Deutschland. Gruppe 32 Belgien, Argentinien, Portugal. Gruppe 4: Franke reich, Polen, Großbritannien, Kanada. Deutschland in der Zwischenrunde Der dritte Durchgang brachte Portugal und Deutschland die erwarteten Siege. In der Gruppe 1 schlug Portugal die Schweiz mit 9:7, Deutschland schaltete Brasilien mit 9,5:6,5 Siegen aus und erreichte also mit Erfolgen über Kanada und Brasilien die Zwischenrunde. Bei der wir allerdings großes Pech. Mit Schweden, Holland und Aegypten erwischten unsere Vertreter die schwerste Gruppe. UsA mit Jesse Dweus zufrieden „Die Bahn die schnellste und Miller der beste Starter der Welt“ Trotzdem man in der gesamten USA=Presse mit Siegen von Jesse Owens im 100=Meter=Lauf. im Weitsorung und auch im 200=Meter=Lauf sicher gerechnet hatte, schreiben alle Blätter begeistert über ihren schnellsten Mann, der im Kampf mit den Besten der Welt seine und der USA=Streitmacht Klasse so eindrucksvoll bewiesen bat. Alle Zeitungen bringen in größter Aufmachung laufend Berichte der Spiele und an hervorragender Stelle eine Aeußerung des amerikanischen Negersprinters, die besonders uns Deutsche freut, Jesse Owens erklärte, daß trotz des vielen Regens die Kampfbahn des Olympischen Stadions in Berlin die schnellste sei, auf der er je gelaufen sei, und daß, bei etwas günstigerem Wetter, noch bedeutend schnellere Zeiten herausgekommen wären. Ein zweites Lob für uns bedeutet das, was Owens über unseren alleinigen Olympiastarter, den Münchener Franz Miller, sagt. Er bezeichnet Miller als den geschicktesten Mann, der je eine Startexpistole in der Hand hatte und dessen unerschütterliche Ruhe unglaublich berubigend auf die Wettkämpfer wirke. Voxer=Kongreß in Berlin Die in Berlin weilenden Führer des Internationalen Berufs=Borer=Verhandes, der IBU, bielten im AEG=Heim ihren 27. Kongreß ab. Die im Lager der Berufsborer berrschenden Unstimmigkeiten konnten auch hier nur teilweise beseitigt werden. Als ein erfreulicher Erfolg ist die Durchsetzung deutschen Antrages zu bezeichnen, nach dem ein Meister seines Titels nicht mehr verlustig gebt, wenn der Herausforderer von seinem Recht nicht frikgemäß Gebrauch macht. Wis,H3cziogeige wurdeg bestätigt: Angelmann,„Tanochili. Ros und Thil. Der Federgewichts=, Halbschwet= und gewichtstitel sind frei. Zum Präsidenten wurde de Schweizer Ramel gewählt. Vizepräsident w## Rüdiger(Deutschland). Nicardo(Italien) und Fe loni(Belgien). Wo ist das Meer am tiefsten“ Gerlamer der Gevgraphie Meereskunde in 16 Bänden— Unterseeisches Niesengebirge im Atlantik— Deutsche Forscher an der Spitze Das Institut für Meereskunde in Berlin ist gegenwärtig mit der Herausgabe eines großen Sammelwerkes von sechzehn Bänden beschäftigt, das die Ergebnisse der Forschungsfahrten des deutschen Vermessungsschiffes„Meteor“ in den Jahren 1925—1935 enthalten soll. Lange Zeit war die Tiefseeforschung ein Stiefkind der Wissenschaft. Man hielt entweder die Meere für unergründlich oder mit den unheimlichsten Fabelwesen bevölkert, denen nachzuspüren in früheren Jahrhunderten ein sträfliches Unterfangen gewesen wäre. Erst in den letzten Jahrzehnten ist hierin ein Wandel eingetreten. Gewaltigen Auftrieb gab der deutschen und internationalen Meeresforschung das im Frühjahr 1900 auf Anregung namhafter Fachgelehrter der Friedrich=Wilhelm=Universität gegründete Institut für Meereskunde in Berlin. Es ist dazu berufen, in engster Zusammenarbeit mit der Handelsund Kriegsmarine, der Marineakademie in Kiel und der Deutschen Seewarte sowie der Forschungsgemeinschaft der deutschen Wissenschaft die Geheimnisse der Meerestiefen zu enträtseln. Natürlich handelt es sich hierbei nicht nur um geographische, sondern auch um geschichtliche, naturwissenschaftliche und volkswirtschaftliche Studien. 37500 neue Tiefpunkte ermittelt Die ersten Kenntnisse über die eigentliche Struktur des Meeresbodens vermittelten der Wissenschaft die großen Kabellegungen zwischen den Erdteilen zu Beginn des Jahrhunderts. Noch die heute erwachsene Generation hat in der Schule gelernt, daß die größten Meerestiefen von 8—10000 Meter an der Ostküste Japans und in der Gegend der Philippinen zu finden seien. Dies ist jedoch ein geographischer Irrtum. Ebenso die Ansicht, daß der Meeresboden im wesentlichen ohne Höhenveränderungen verlaufe. Es gibt riesige, unterseeische Gebirge und tiefe Täler inmitten des Atlantischen Ozeans, gegen die die Alpen unbedeutende Hügelketten sind. In den Jahren 1925—1927 unternahm das deutsche Vermessungsschiff„Meteor“ mit Unterstützung der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft eine große Forschungsfahrt in den Atlantik und in den Jahren 1929—1935 noch vier kleinere Expeditionen in grönländische und isländische Gewässer. Es wurde hierbei mit Hilfe des modernen Echolots ein ungeheures wissenschaftliches Material zusammengetragen, dessen Auswertung Jahre in Anspruch nahm. Man hat auf diesen Fahrten nicht weniger als 37.500 neue Tiefpunkte ermittelt, jedoch auch die Verhältnisse der Meerestiefen hinsichtlich der Temperatur und des Salzgehaltes, der Strömungsbewegungen wie der Tier- und Pflanzenwelt eingehend erforscht. Der komische Aequator Es hat sich herausgestellt, daß die größte Meerestiefe in Wirklichkeit auf über 14.000 Meter anzunehmen ist. Das genau in der Mitte zwischen Afrika und Amerika liegende unterseeische Riesengebirge des Atlantischen Ozeans, das sich im Durchschnitt bis zu 1500 Meter unter dem Wasserspiegel vom Meeresboden erhebt, wird am Aequator von einer tiefen Querrinne durchschnitten. Diese wurde im Jahre 1882 von dem Schiff„La Romanche“ erstmals entdeckt. Während der Atlantik somit in seinem Zentrum nicht allzu tief ist, findet man an den Rändern der ihn berührenden Kontinente verhältnismäßig große Meerestiefen von 4—6000 Meter. Man könnte aus diesen Tatsachen vielleicht die Schlußfolgerung ziehen, daß es sich bei dem unterseeischen Riesengebirge um einen versunkenen Erdteil handelt, doch trifft diese Annahme wohl kaum zu. Wahrscheinlich besteht die Gebirgskette des Atlantik aus„gewachsenem“ Gestein und liegt schon seit Urzeiten unter dem Wasserspiegel. Die aufsehenerregenden Forschungsergebnisse des„Meteor" werden in einem großen wissenschaftlichen Sammelwerk vereinigt, von denen zehn bereits erschienen sind. Eine Tiefseekarte, die das Ergebnis zahlloser miteinander verglichener Lotungsreihen darstellt, gibt einen Ueberblick über die Struktur des Meeresbodens, wie er anschaulicher nicht gedacht werden kann. Man wird daher in den Schulbüchern der Zukunft sicherlich nicht nur Land=, sondern auch derartige Tiefseekarten finden, aus denen die geographische Mannigfaltigkeit der Ozeantiefen hervorgeht. Die Bedeutung der Meeresströmungen Im übrigen beschäftigt man sich im Institut für Meereskunde nicht nur damit, die Geheimnisse der Weltmeere zu erforschen, sondern ist auch bestrebt, die deutschen Meeresbuchten der Wissenschaft zu erschließen. Man weiß z. B. noch verhältnismäßig wenig von den„inneren“ Verhältnissen des Kurischen, Frischen und Stettiner Haffs und deren Wasseraustausch mit den benachbarten Meeresgebieten. Handels= und Kriegsschiffahrt legen großen Wert auf genaue Kenntnis der StröKerd unter den Jutsnen Drei Miniaturen von Deter Bolte An einem märkischen See liegt das Gutshaus in der Sonne. Schwer blühende alte Linden und viel Stille. Vor dem Hause aber erhebt sich überraschend ein Sandsteindenkmal. Primitiver wuchtiger Sockel mit Blumengehängen in einem verspäteten bäuerlichen Barock dekoriert, und darüber— ein Pferd! Ein rundes, großes, unanatomisches Pferd, das zierlich den rechten Vorderhuf nach vorn spreizt, und über einem etwas schafsjähnlichen Profil eine Mähne gleich einer reich gekräuselten Allongeperücke. Und auf der Rückseite des Sockels, verblichen unter Taubenmist und Moosen eine Inschrift:„A mon scheval fidèle— plus courageux que moi.“ (Meinem treuen Pferde, das mutiger war als ich.) Es ist im Siebenjährigen Kriege, als noch seine andere Familie auf dem kleinen Gute residiert: ein Vorpostengeplänkel mit den Franzosen, Blitz und Knall und weißer Pulverdampf, fremde, rasende, schreiende Reiter, verzerrt auf dem Grunde die ersten Toten. Da verliert der kleine preußische Leutnant den Mut. Jäh durch des Vaters Tod ward er aus häuslicher Stille gerissen. Nur das alte dicke weiße Pferd kam zurück in die Heimat, als sonderbar schmerzliches Erbe für die bleiche Familie. Der Sohn sieht sich nun auf jenem selben Pferd beim gleichen Todesritt, wie er meint. Vorgestern noch ist er zum König geeilt. Für den Vater einzutreten innerster Wille. Vivat Borussia! Wird tatsächlich— dieser wundervolle König— zum Leutnant an Vaters Statt gemacht. Und heute der Stolz sekundenschnell zerronnen vor all diesem bleichen Tod da zu seinen Füßen, grinsend und armselig zwischen Raden und Klee im Mittagslicht. Ein kleiner preußischer Leutnant will umkehren, einfach zurück, zieht und zerrt an seinem dicken alten Pferd. Aber vergebens, der Schimmel ist kriegerisch. Ein Heldenpferd! Vielleicht auch nur Gewohnheit der letzten Monate. Die Hörner, die Tschinellen und Trommeln von ferne sich nähernd, der Pulverdampf, die grell blitzende Wetterwand nahenden Gefechts— das alles fasziniert es. Es schraubt, knirscht, zittert, unter dem scharf reißenden Zügel aber galoppiert unbeirrt voran, Blut am Maule, es gilt ihm gleich. Es ist seinen Oberst gewohnt, der keine so großen Unterschiede zwischen Tod und Leben sah. Es stürmt vor. Je mehr Widerstand, je heftiger sprengt es voran. Führt seinen Reiter zur Spitze des Sturmes, führt den bleich schwankenden, mechanisch dreinhauenden jungen Herrn zum Siege. Persönlich dankt der König seinem jüngsten Kavallerieoffizier. Rot vor Scham ringt der sich zu einer Beichte durch. Es sei sein Pferd, ein tolles, ein heldisches, dämonisches Tier. Das Pferd allein habe gewonnen. Der König erblickt den weißen betagten Kerl, der dösend beiseite steht; nicht eben das beste Pferd. Er lächelt, lächelt ein bißchen spöttisch, wie nur er es kann, und verurteilt gnädig den verängstigten jungen Helden zur Errichtung eines Denkmals auf dem väterlichen Hofe, zu stetem Gedächtnis und dauernder Mahnung. Vor noch nicht langer Zeit machte einer jener wildschweifenden Beduinenstämme der französischen Regierung viel zu schaffen. Es war der Stamm, der berühmt ist in ganz Marokko wegen seiner schönen Frauen, grausamen, aber tapferen Männer und der wundervollen, hellen, zuweilen fast weißen Kamele edelster Art, die von ihm allein gezüchtet werden. Ein Gefecht in wüstenhafter Gegend; trotz größerer Tapferkeit haben die Beduinen— entsprechend der Gesetzmäßigkeit des Kriegsschicksals— die schlechteren Waffen. Ihre altmodischen Flinten helfen ihnen nicht. Sie werden abgeschossen wie tolle Hunde, denn sie gehören nicht zu denen, die auf ihren eiligen Kamelen flüchtig in die Wüste entweichen. Es sind die letzten Männer eines alten Stammes, ungebrochenes trotziges Araberblut. Tot sind die letzten Araber, tot ihre Kamele. Nur ein hohes, stolzes, fast weißes Tier, das Tier des Häuptlings, grell vor dem hartblauen Himmel leuchtend, bleibt schnaubend neben seinem toten Herrn stehen. Die Legionäre, froh, daß die Gefahr vorbei, kommen aus felsigem Hinterhalt hervor und machen den Versuch, das herrliche Tier als Beute einzufangen. Aber der große weiße Kamelbulle ist ein Krieger gleich seinem Herrn. * Film und Stoppuhr als Siegesbeweis : Bei den Kämpfen im Reichssportfeld während der XI. Olympischen Spiele sind die neuesten : E r r u n g e n s c h a f t e n d e r T e c h n i k e i n g e s e t z t w o r d e n, u m e i n w a n d f r e i e R e s u l t a t e e r z i e l e n z u k ö n n e n. : Durch einen elektrischen Kontakt ist eine Stoppuhr mit einem Zeitlupen=Filmapparat in Verbindung gebracht. Man kann auf diese Weise an Hand des Filmbildes und der Stoppuhr ; die genauen Ergebnisse der Kämpfe feststellen.(Werkaufnahme; Scherl— M.) Kämpft er doch alljährlich bei den feierlichen Festen der Kamelhochzeit im Zeltdorf mit den anderen um das schönste Weibchen, gewinnt doch sein Herr alljährlich die höchsten Summen beim Wetten um den Sieger. Schon schmettert sein Huf. Blutig— der Kopf eine formlose Masse— sinkt ein Soldat in sich zusammen. So groß ist die Verblüffung, daß es ihm noch gelingt, diesem blutäugigen, rasenden Wüstendämon, einen zweiten Brigadier schwer zu verletzen, bis auch hier die überlegene Kugel siegt. Sehr groß, starren Blicks steht er seinen kleinen Feinden gegenüber, zittert, sinkt zur Erde, schlägt noch einmal um sich und ist tot, der letzte Held seines Stammes. Schnell hat sich der üppig aufblühende Aberglaube der Beduinenfrauen in den verwaisten Zelten des Falles bemächtigt. In hellen Mondnächten eilt ein riesiges weißes Kamel durch die Wüste, sein Huf schwebt über der Erde, seine Augen und Nüstern sprühen Feuer, und sein Kopf rührt an die Sichel des Mondes. Es ist Allahs geweihter Bote, Gefahr den Beduinen anzukündigen, sie zu warnen und sie zu mahnen, nie die Rache zu vergessen, die sie den Ungläubigen schuldig sind. Ein längst vergessenes Regiment— nur noch die verstaubten Fahnen des Kopenhagener Zeughauses künden davon— hat einen Ziegenbock mitgeführt und in Friedenszeiten an seinem Standort gepflegt. Dies in Erinnerung an den Stammvater seiner Regimentsböcke, der einmal in einem der Züge Karls XII. den schwedischen Sieg veranlaßte. Die Heere stehen sich gegenüber, verbissen rücken sie an, zögernd etwas die Schweden vor der Uebermacht. Zwei weiße Wände aus Pulverdampf, die sich enger und näher in bedrohlicher Beharrlichkeit aufeinander zu schieben. Es blitzt und gewittert von Schüssen, doch die Reiter, die das Gefecht einleiten, den Feind überrennen, seine Front durchbrechen sollen, wagen sich nicht recht vor. Farbloses Hügelland, irgendwo brennt eine Windmühle. Und von dort her plötzlich kommt es schmetternden Hufs einhergebraust, meckernd, schnaubend wie der leibhaftige Teufel selber. Ein riesiger, dunkelbrauner Ziegenbock, stolz geschwungene Hörner, flammenden Auges, so scheint es den Soldaten. Ein entsetztes, von Feuerangst und fremdem Lärm sinnlos gehetztes Tier in Wirklichkeit. Es gerät zwischen die Fronten, vergeblich sucht es nach rückwärts zu flüchten, dort flammt und blitzt, schreit und stampf es, vor ihm desgleichen. Schon schwirren links und rechts die Reiter an ihm vorbei. Und die entsetzte Kreatur beginnt zu tänzeln, Haken zu schlagen, pirouettiert, stampft, springt, stößt mit Todesverachtung zu in die feurig aufblitzende Luft, so daß sie in ihrem Todesgrauen den Gegnern wie der Satan selber erscheint, der die Schweden anführt. Gehen doch von ihrem tollen König schon genug Märchen um. Und in ihrem Zaudern, Zurückprallen vor dem heranstürmenden Gehörn, dieses geisterhaften Tieres, lockern sich die festgefügten Reihen. Die von überirdischer, meinethalben auch, hol's der Henker, höllischer Hilfe überzeugten Schweden haben den Vorteil des überraschenden Angriffs, erschüttern die Front, gewinnen langsam an Uebergewicht und siegen. Wunderbar entrinnt der erschreckte Bock dem Tode, irgendwo findet man ihn friedlich weidend nach der Schlacht, auf einer zerstampften Wiese. Man führt ihn mit, hält ihn in hohen Ehren, später dann die Reihen seiner Söhne. Keine Parade, kein Feldzug, kein feierlicher Fürstenspektakel, bei dem das Regiment die Ehrenwache hat: prangend voran, eitel, wohlgenährt, längst an Schlachtenlärm, Pauken, Schüsse und stampfende Soldaten gewöhnt, stolziert der Bock aus dem Feldzug. Wandelnder Beweis einer anpassungsfähigen Natur. aihsinn, Kagaste! Heiruten mäßie! Dichterwettstreit unterwegs— Allerlei Derse, die man auf Keisen findet Von Adolf Reß Der„Kuhstall“ in der Nähe von Lichtenhain in der Sächsischen Schweiz ist bekannt. In dieser Felsenhöhle, in der sich einst im Dreißigjährigen Krieg die Bauern mit ihrem Vieh versteckt haben sollen, hatte es jemand — es soll eine wandernde Schöne gewesen sein— übermannt. „Ich hab' ihn gesehn, ich hab' ihn gesehn, ich habe den göttlichen Kuhstall gesehn!“ mungsverhältnisse in diesen Gewässern. Der Laie hält vielleicht auch die Erforschung des Meeresbodens für eine wissenschaftliche Spielerei. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Die Meeresströmungen und damit Klima und Witterung— man denke hier nur an den so bedeutungsvollen Golfstrom— werden weitgehend durch Höhenveränderungen des Meeresbodens beeinflußt. Meteorologie und Landwirtschaft, Schiffahrt und Luftverkehr, sowie natürlich auch die Fischerei, stehen daher in indirektem Zusammenhang mit der Struktur des Meeresgrundes. Mit Rücksicht auf diese Tatsachen hat man einen„Internationalen Rat für Meeresforschung“ gegründet, dem auch Deutschland angehört. Hauptsitz der Vereinigung ist Kopenhagen, von wo aus Anregungen in alle Welt ergehen. So stand es mit weißer Kreide an der Felswand geschrieben zu lesen. Wirklich schön! Aber da war auch schon der nächste gekommen, den es reizte, seinem„Bruder in Apoll“ eins auszuwischen. Und er tat es nicht schlecht. Unter der Lobpreisung des Kuhstalls stand schlicht aber deutlich zu lesen: „Ich hab' es gelesen, ich hab' es gelesen, Hier ist ein Ochse im Kuhstall gewesen!“ Da verlief der Dichterwettstreit zweier anderer schon etwas zarter. Im Fremdenbuch des alten Gasthofs„Zur Krone" im schönen Aßmannshausen hatte ein weinfroher Mediziner seiner Stimmung durch folgende Verse Ausdruck gegeben: „Hier pfeif' ich auf Brom und auf Antipyrin, Auf Pulver, auf Pillen, auf Jod und Chinin, Hier endlich ward ich ein Weiser Und reiche als köstlichste Medizin Den Roten Außmannshäuser.“ Der„Rote“ von Aßmannshausen ist berühmt und ist viel besungen worden. Sicher schätzte ihn auch derjenige, der die folgende Erwiderung darunter gesetzt hat: „Du alter Herr, du weiser Rat, Die Einsicht kam etwas zu spat: Gerettet wär manch Menschenleben, Hätt'st immer nur Außmannshäuser gegeben.“ In einem Fremdenbuch, das in einem Gasthaus in einer romantischen, waldreichen Gegend auslag, fand sich der tiefgefühlte Herzenserguß einer Dame. „Ach, unter diesen schönen Bäumen, Möcht' ich mein Dasein verträumen!“ Auguste W. Das wollte einem Witzbold nicht ganz einleuchten, und er gab den wohlgemeinten Ratz „Unsinn, Auguste! Heiraten mußte!" Und genau so treffend wußte auch eine Wanderin einem Vertreter des starken Geschlechts zu antworten, der sich im Fremdenbuch einer Almhütte verewigt hatte. „Auf der Alm, da gibt's ka Sünd'.“ So hatte er geschrieben. Und die schlagfertige Evastochter hatte als Grund für das Fehlen der„Sünd““ hinzugesetzt: „Weil die Männer zu müde sind!“ Noch eine kräftige„Pille“, die ein Berliner schlucken. mußte. Auf einem Wegweiser in der Nähe des Luftkurortes Bad Kreuth, südlich vom Tegernsee, hatte er den nach seiner Meinung bestehenden Mangel an„Jemsen“ geglaubt feststellen zu müssen. Und da er ein fröhlicher Wanderer war, so tat er es in Versen: „Eine Jemse zu morden, Das wär’ mich Plasier, Doch leider sehr selten Sie zu finden sind hier!“ So hatte er gedichtet und darunter die Anfangsbuchstaben seines Namens mit der Ortsbezeichnung„Berlin“ gesetzt. Und das reizte einen Einheimischen, der ohnehin nicht viel von den Jägern aus der Reichshauptstadt halten mochte. Er gab— ebenfalls in Versen— eine Antwort, die sich der Herr aus Berlin an den Hut stecken konnte: „Steig' nauf auf die Berg Und tu um die nur schaun, Wann d'ng no ka Gams siechst Hast Dreck in die Aug'n Schloß Anholt Hart an der holländischen Grenze im Westzipfel der Provinz Westfalen liegt die Wasserburg Schloß Anholt, die zu en weniger bekannten des Münsterlandes gehört, aber— wie unsere Aufnahme zeigt— über soviel archiektonische Reize verfügt, daß sie mehr ils bisher aufgesucht werden sollte. Siebenmal eins.[Wasservon filfred Bergien Waee Aesis iu. Saun, u. S au u Las Seits der Neue oge gr e. igen e Gilrckeir uns alte Feuergpoeter war das schon geun, Bcegert Kleinigkeit. 10 Tonnen weißglühender Stahl waren in jedem Ofen und mußten heraus und 10 Tonnen wieder hinein. Aber wir kannten unsere Handgriffe, wenn der Ofen aufging.— Vorspringen,— Kette anschlagen— und zurück. Sekundenschnell mußte das geschehen, sonst saß einem der Brand in den Kleidern. Gewiß: lief auch uns noch dabei der Schweiß in hellen: Strömen von Stirn und Nacken. Aber wenn: der Ofen besetzt war, gab's eine Viertelstunde: Pause. Dann hockten wir uns draußen in die: Sonne, rauchten Zigaretten und erzählten uns: was und waren in wenigen Minuten wieder Der Neue kam nie zu uns. Immer hockte er da und starrte vor sich hin. Rauchte nicht, sprach nicht,— nur manchmal stand er auf, zog sich die Kleider aus und wrang mit den Händen den Schweiß heraus. Schmal und spitz war sein Gesicht in wenigen Tagen geworden, und Hein meinte:„Acht Tage noch, dann muß er andere Arbeit haben, kalte Arbeit,—— oder...“ Das andere verschluckte er, aber wir wußten doch, was es hieß. Es nützte auch nichts, wenn wir am Ofen zweimal vorsprangen, einmal für uns und einmal für den Neuen, oder wenn Hein ihm die leichteste Arbeit zuwies. Er wollte das nicht. Er wollte seine Arbeit tun wie wir. „Sei doch vernünftig“, sagten wir,„du mußt erst zusehen, wie wir das machen, erst lernen. — Viel kommt's darauf an, wie man's macht.“ Er lächelte nur:„Praktisch lernt man schneller“, und drängte sich immer wieder vor den Dabei mochten wir ihn alle gut leiden. Er hatte so seine eigene Art.„Kameraden!“ sagte er, wenn er kam, und wenn wir nach Hause gingen, sagte er es wieder, mit einem so eigentümlich frohen Lächeln, dem man ansah, daß er sich trotz allem freute, bei uns zu sein und zu uns zu gehören. Es kam nun langsam die Zeit, daß einer nach dem andern in Urlaub ging. Hein war der erste. Drei Wochen mit Kraft durch Freude nach den Masurischen Seen.— Braungebrannt und kraftstrotzend kam er wieder, und fast schien der bärenstarke Kerl noch hünenhafter geworden. In jeder freien Minute erzählte er, und immer lag ein frohes Lachen auf seinem Gesicht. Von den Seen erzählte er, von den Wäldern und Wiesen und den Menschen und Tieren. Fast unerschöpflich schien sein Ferienerlebnisschatz. Und einmal, als wir beid alleine waren, nestelte er ein kleines Lichtbild aus der Brusttasche und hielt es mir heimlich Arehents“ Schloß Welbergen Wie alle Kreise des Münsterlandes verfügt der Kreis Steinfurt über bemerkenswerte Wasserburgen. Unsere Aufnahme zeigt Schloß Welbergen das jahrelang der Wohnsitz des westfälischen Heimatdichters Dr. Friedrich Castelle war. und hielt es wir beimlich Vortmund. M.) ud erickt onen die Siht der anden giun a. usunsss Perauagekbonnen, sein erdes Wbeniener er de gange Velweichelt üder ihn geionneg, Daum gug er Biodzer, nadg Keune, nicht=Kimninge.“., seid dach verirsithg, Siebzen Schloß Westerwinkel Die bekanntesten Wasserburgen des Münsterlandes befinden sich im Kreise Lüdinghausen. Außer den Burgen Vischering u. Nordkirchen verdient das Schloß Westerwinkel bei Herbern erwähnt zu werden. Aus einer Wehrburg früherer Zeiten entstand in den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts in einem Zuge Vorburg und Schloß. Unsere Aufnahme zeigt einen Blick über den Schloßgraben. (Bildstelle des Landes= Fremdenverkehrsverbandes Westfalen e. losdten ur:„Bor“ aulf den Muand, Lages, lache er ein üder die andene Mal, fari, dash une daos Lachzen aus der Brust guilt „Dicht halten, das bleibt unter uns.“ Dann„sieben Tage.“ Und dann:„Aber wo fahre ich und die Hände zueinander finden:„Kamerad ging er nach der Meisterbude hinüber. bloß hin?“ Er war so überrascht und kopfKaum war der Neue wieder da und hatte los, daß er sich richgrr gen Pao kheser enpian er des Erzählens nicht müde, natürlich immer nur von ihr, seinem großen Ferienerlebnis. So ging einer nach dem andern. Und kam wieder, braun und stark und froh, voll von großen Ferienerlebnissen und schönen Heimsichkeite Nächtes Jahr“, Hu bekommst seben Tage urlaub, Walter, zur Hand.„Da, such dir was aug.“ Granatenhagel über St. Marime priche wersin bede gieh aund sch zil ude a, sch den Rese al und bun dont den Lage Saeklachz. 2. Lud nint der Baschesz ei, hesiches. Celt. Dier And er Dn. ucho) ud D Lerpgasfeu. Aun aue. eiee euen, eie heigen eche eeiiher ien dast uil dur Das as enadhe ir Caein deranmen Aber daonn achte er wicder„Räih, boit, bnp,. b. ge posie der sosten, nas wie Malter ie mun Kngst nicht mehe der Neue, wichen. Wost gelang en, Die Aniertanue de. stes Jahrl“ und ging an seine Arbeit, ole wohl“ vy, Pir aber nickten nur: und die sieben Tage könnten lange vergessen brennenden Schiffes zu kappen, doch konnt venn nichts gescheben wär..„Klar, Walter, du fährt morgen“, und der sein. Er hat auch nie etwas davon erfahren, an ein Abschleppen der Bark infolge des bef: Dir schen im sett ost mit Veloeranis an, Reiter sagte:„Du stehst noch nicht lange in Aber das Wort seht noch inner zwischen uns. tigen Sturmes nicht, gedaßt. Wi., it ue e, ape A eie er perschen Ardteit und wieg, Verug eis sgarist Vorshauß Vennts nal nicht klapgen vilam oben, wem Heiplitzes Schrellszeit an de Hosehuse. in 2.5 Sand; so ein hahleg tüsisches Hüsteln. Du teilt Vrtv, 2/1, uchg#um die Gemüter einmal hitzig werden, dann lacht rück. Da entschloß man sich auf dem Unterseeboot zu einer regelrechten Beschießung der Linngeampe“. Fe muerdon insgesamt fünfuns geworden. Manchmal hustere,er. Pezu#en du kein Geld hast,— H. in vie pano; so ein hohles, tückisches Hustern, haben, soviel du brauchst.“ „Er muß weg hier!“ sagte Hein, so oft er ihn ansah,„leichtere Arbeit muß er haben.“ Er hatte darum auch schon mit dem Meister gesprochen. Aber es ging nicht. Die Kolonne war ohnehin schon durch die Urlauber geschwächt. Da kam eines Tages eine neue Urlaubsregelung heraus. Wir bekamen alle noch einen Tag dazu. Der Neue aber bekam wieder nichts. Wir hatten gerade Pause und hockten draußen in der Sonne, als uns der Meister die Nachricht brachte. Kaum hatte der ausgesprochen, als Hein von einem zum anderen sah und dabei zählte.„Sieben mal eins ist sieben“, sagte er dann ganz unvermittelt und sah uns wieder der Reihe nach an.„Du“, rief er dann zu dem Neuen hinüber,„hol mir'ne Flasche Wasser aus der Kantinel“ Der Neue stand auf und ging. Als er um die Ecke bog, lachte Hein:„Jetzt paßt mal auf, Kinnings.— ein mal eins ist eins. Nicht viel für den einzelnen. Aber sieben mal eins ist sieben!—'ne ganze Menge für einen—“. Wie eine Erleuchtung kam es über uns. Hein hatte recht, er brauchte nichts weiter zu erklären. Wir sahen uns an und lachten, froh und seltsam frei um die Brust. Und der kleine Fritz schnellte hoch und stand nun inmitten des Kreises, legte den Finger an die Nase, als hätte er abgrundtiefe Gedanken zu erwägen, dann hellte sich sein Gesicht auf, als wäre Ausblick vom Härdler ins Hochsauerland „Hippocampe“. Es wurden insgesamt, fünfzehn Schuß auf die brennende Bark abgefeuert. Aber nur drei Schüsse trafen das Schiff, während alle übrigen ihr Ziel verfehlten. Der Granathagel ging über der Ortschaft St. Maxime, einem kleinen Badeort, nieder. Einer der Schüsse traf den Dachstuhl eines Hauses, aus dem die entsetzten Bewohner in die Keller flüchteten. Ein zweiter zerstörte eine Starkstromleitung, ein dritter sauste kaum Schritt von der mit Kurgästen bevölkerten Terrasse des Palast=Hotels nieder. Andere Granaten explodierten im Schulgebäude, im Hof einer Seidenspinnerei und in der Nähe des Bahnhofs und verursachten hier einen großen Sachschaden. Wunderbarerweise wurde durch diese„Kanonade“ kein Mensch verletzt. Aluminium schützt den Stah Um Stahl gegen Rost zu schützen, hat man das Metall bislang entweder verzinkt oder verkupfert. In den Vereinigten Staaten ist nun neuerdings ein Verfahren entdeckt worden, mittels dessen der Sahl mi einer dünnen Aluminiumhaut überzogen wird. arbeitende Stück wird zunächst mit erhitztem Wasserstoffgas behandelt und darauf in ein Aluminiumbad gebracht. Die auf diese Weise erzielten Erfolge sollen durchaus befriedigen. „ V o r u n s s e n n e r e h... e Roman von Otto Hawraneck Copyright by Arthur Moewig Romanvertrieb, Berlin SWes Adler mußte zugeben, daß der Fremde nach Statur und Haltung den Eindruck machte, als könne er spielend einen Pflug führen, die Felder des Waldhofs umzustürzen. Auch im Tonfall und in der Stimme lag etwas Vertrautes. Sonst freilich— ein Mann in gutsitzendem grauem Sportanzug, der auch viel Fremdes um sich hatte. Man kam nicht sofort dahinter, woran es lag, daß man einen gewissen Respekt empfand. Jedenfalls stand fest, daß er nicht berufen war, den Waldhof zu bewirtschaften. Da brauchte man sich noch nicht einmal den Kraftwagen anzusehen: von wegen das Gut übernehmen! Nix wie eine Laune... Adler paffte, irgendwie beruhigt, große Wolken vor sich hin. „No— do wölln mr glei nauf...“ brummte er und setzte sich in Bewegung. Schon mußte er sich wieder wundern. Der Fremde hatte sich aus der Gruppe gelöst und stieg, stieg, wie innerlich angetrieben, bald weit voraus. Obwohl die Waldhöfe nicht zu sehen waren, hielt er haargenau die Richtung, schnitt zweimal eine unnötige Biegung ab und sah gar nicht um sich. Der Anwalt dagegen schien heute Zeit zu haben, er hatte einen gemächlichen Schritt angenommen, blieb sogar stehen, die Gegend zu betrachten. Jetzt begann er zu sprechen. Sein Klient wolle natürlich das Gut nicht selbst bewirtschaften. Er hätte einen einbringlichen künstlerischen Beruf und trüge sich mit dem Gedanken, das Obergeschoß des Waldhofes auszubauen, um ein Unterkommen zu haben, wenn er ab und zu der Großstadt entfliehen wolle. Er habe vor, die unteren Räume und die gesamte Wirtschaft einem jungen, verreirateten Bauernsohn zu verpachten, der den stillgelegten Gutsbetrieb wieder in Schwung brächte. Er wolle dabei kein Geschäft machen. Er hätte an den zweiten Sohn Adlers gedacht. Der Gemeindevorsteher überdachte die Rede des Advokaten und zog gleichmütig an seiner Pfeife. „Wuher waas denn der Herr, daß iech zwaa Bu'm ho?“ „Von mir natürlich...“ beeilte sich Weisder zu antworten. „Hm— hm— hm!“ brummte Adler,„der Jung will heiern— des tut schon passen...“ Dann aber wurde er wortkarg, denn der vorsichtige Bauer in ihm begann zu rechnen. Zum Waldhof Franke gehörten 6 Hektar Boden, davon waren Zweidrittel Feld und Wiese und ein Drittel Wald. Bei dem bergigen Gelände kam man mit Kühen nicht aus da mußten ein paar Ochsen sein. Drei, vier Kühe? Er kratzte sich den Schädel. Die Felder hatten brach gelegen, da mußten allerhand Düngemittel hinein. Im ersten Jahr war es mies mit dem Viehfutter, im zweiten nicht viel besser. Es war nicht mit der Wintersaat zu rechnen. Die Zeit der Frühjahrsbestellung war schon vorbei... Er sprach bedächtig alle diese Bedenken aus und malte für alle Fälle noch ein wenig schwärzer. Der Anwalt hörte bereitwillig zu. Er verstand nicht alles, seine Marschroute erlaubte ihm große Freiheit. Außerdem, er kannte seine Leute. Nichts schöner für sie, als ein paar Schritte mit dem Doktor oder dem Advokaten machen zu können. Weisker lächelte. „Wenn Sie eine Frage haben, Herr Adler...?“ „Verdimmich! Freilich hätt iech ewos ze freng— wenn mr scha emol mit em Advokaten rümspaziert, gelle?“ tat der Alte harmlos. Dann aber konsultierte er gründlich und gleich für die„zwaa Junge“ mit Dabei kam er aus dem Verwundern nicht heraus. Zweifellos hatte der Anwalt oder sein Klient„ans mit ne Topflappen erwischt". Von Geld war kaum die Rede. Nur die durch den wunderlichen Erasmus Franke entstandene Verwahrlosung sollte recht bald behoben werden. Leben müsse auf den Hof, Wärme in den Stall, Rauch in die Esse, Streu, Stroh und Heu in die Scheune. Das sowieso, dachte Adler, als ob iech sötte Lumperei leiden tät. Aber er schwieg vorsichtig und erfuhr dabei, daß Herr Ecknarf das Anwesen schon schmuck herrichten würde. Wie hatte der Anwalt gesagt? Künstlerischer Beruf? No jo— die senn wohl alle e weng olber, hamm mehrschtenteils nix ze fressen— verleicht hat er gearbt oder en Bankier erschlong— no, von mir aus! Laut aber sagte er dem Rechtsanwalt: „Ich will mers überleng, Herr Dukter. Senn'sse so gut und song se ze kaan Menschen ewos. Der Zöphel do braucht aa nix ze wissen...“ Er deutete auf das Nachbargut des Baschoseg— Tacang „Wie können Sie denken, Herr Adler...“ beruhigte Weisker jovial und wußte, daß er mit dem Alten im klaren war. „Is scha recht“, lobte der Bauer und packte den toten Hof mit den Augen des Fachmanns, der hier ein Interesse witterte, aber auch wußte, daß es wieder Schweiß, Opfer und Hingabe erforderte, dem kargen Boden die Ackernahrung für ein neues Geschlecht abzuengen. Hier muß gesagt werden, daß der obervogtländische Bauer trotz seiner Trockenheit, seines scheinbar berechnenden Wesens— ein großer Idealist ist! Die Zahlen, mit denen er rechnen muß, sind erschütternd klein und stehen in keinem Verhältnis zu seiner harten Arbeit. Aber er ist sein eigener Herr, weiß seine Pflicht, den Besitz des Geschlechtes zu wahren, ja, mehren zu müssen, und setzt seinen Stolz darein, einmal einen besseren Hof zu übergeben, als er selbst empfangen hat. Er vergißt dabei nicht, den Erben diese Tatsache eindringlich zu Gemüte zu führen, in der Absicht, ihn aufzurufen, desgleichen zu tun... Der Fremde aber stand just an der gleichen Stelle, wo vor vielen Wochen der junge Skifahrer haltgemacht hatte. Er hatte die Arme fest verschränkt und ließ den Blick über Täler und Höhen schweifen. Ein heller Frühlingstag, der dennoch karg im Schenken war, soweit es das Knospen und Blühen ringsum betraf, umgab ihn. Aber die Sonne war gerecht und strahlte sieghaft! Bäume, Sträucher und Hecken strotzten in Saft und Kraft. Wenige Tage noch — und sie werden aufbrechen zu berauschendem Blühen und Duften. Herrlich wird es dann sein: der würzige Geruch des Waldes, der Erde, des Gräser= und Blumenreiches an den Hängen und im Tal wird sich mit der ewig herben und reinen Luft dieser Berglandschaft vermählen! Ja, das weiß man eben, wie es in wenigen Tagen sein wird! Das hatte man immer gewußt in all den Jahren: Das ruht von Jugend auf im Herzen. Es ist Liebe, eine bessere fast als die, die Menschen gilt— Heimatliebe! Nicht Ruhm und Erfolg, nicht Welt und Lebenshast können sie auslöschen! Sie hat sich unverrückbar im Kindergemüt verhakt, ist dem Manne nach gewachsen und hat ihn auf allen Wegen begleitet; hatte ihm Kraft und Glauben gegeben, wenn er einmal müde den Kampf aufgeben wollte: du hast noch eine Pflicht zu erfüllen! Du mußt deiner Heimat noch beweisen, daß du kein Abtrünniger und Unwürdiger bist! Wenn du es geschafft, haft, dann darft du wieder auf ihren rgen stehen und durch ihre Wälder streifen! Inzwischen aber mußt du kämpfen, arbeiten und dich— sehnen! Ja, wenn du mit dem Rucksack auf dem Rücken durch den Schwarzwald zogst, tat sich nicht selten eine Waldlichtung oder Talbiegung auf: das könnte der Osthang am Waldhof sein! Und er stand wie angewurzelt, tausend Stimmen klangen in ihm auf... Einmal überfiel ihn das Heimweh ganz herb und tief. Als er an einem Sommerabend durch die stille Villenstraße der Großstadt ging, drang aus dem halbgeöffneten Fenster einer Herrschaftsküche eine traurige Mädchenstimme: „Ich weiß ein einsam Plätzchen auf der Welt...“ Es traf ihn wie ein Schlag. Er verhielt den Schritt, lauschte.„... das ist die Rasenbank am Elterngrab...“ schloß die Stimme von Selbstmitleid erstickt. Ein in die Steinmauern verschlagenes Mädel aus einem der Heimattäler— armes, armes Ding! Als er weiterging, wurde er sich bewußt, daß dies Mädel sicher in gutem Lohn stand, vielleicht war ein ordentlicher Straßenbahner ihr Bräutigam und sie mußte nicht so hart arbeiten wie die Geschwister daheim; sicher konnte sie sich auch besser kleiden, wenn es Sonntags zum Tanzen ging. Und doch— und doch! Das Lied ließ ihn tagelang nicht los, das waren eben die Klänge aus der Kinderzeit: die Mädchen bildeten in den Pausen auf dem Tanzsaal einen Kreis, hakten sich unter und sangen lustige schelmische Lieder, aber auch mit aller Inbrunst sentimentale Weisen... Gesungen wurde bei der Arbeit und an den Abenden in den„Hutzenstuben“. Ja, es war wohl so— nur gute Menschen haben Lieder. Damals war er drauf und dran gewesen, das sich selbst gegebene Versprechen zu brechen. Er war wie alle Frankes, ein Bauernsohn, daran war nichts zu ändern! Mit frühreifen Erkenntnissen, die ihm ungewollt aus dem Inneren zuwuchsen, hatte er schon als Junge ein anderes Wesen in sich als seine Umgebung. Des Vaters Verbot, den Waldhof zu betreten, befolgte er nur, wenn dessen Gewalt über ihm war. Hielt diesen eine Geschäftsreise fern und das Glück schenkte gleichzeitig Ferien, so zog er mit der Zahnbürste und dem Nötigsten im Schulranzen nach dem Waldhof. Die gütige Mutter verwehrte es ihm nicht. Dann strich er mit den Erasmusbuben durch den Wald und die Felder oder legte wie sie Hand an, wenn Arbeitskräfte gebraucht wurden! Hier war seine Heimat, hier verwurzelte er— das Haus in der Stadt ging ihn nichts an, er hatte keinerlei Verbindung zu ihm. Es wohnte keine Liebe darin, sondern brutaler Geschäftsgeist. Seine Menschen waren nicht Menschen mit eigenen Lebensrechten, sondern Sklaven der Firma... Es war so schwer zu begreifen gewesen, daß trotzdem auf dem Stadthaus „Glück" zu ruhen schien, während der Waldhof unter den Schlägen der Zeit fast zerbrach. Die Vettern, tapfere, einfache Männer, ließen ihr Leben für 6 Hektar Heimatboden, ihre Mutter war zu Siechtum verurteilt, und der Vater Erasmus geriet mit Gott und Welt auseinander... Onkel Erasmus, dir habe ich zu danken! was ich heute bin. Keinen Augenblick hast du gezögert, deine Ersparnisse zur Verfügung zu stellen, als ich dir das Gutachten des Professors Berking zusandte, der mir einen Aufstieg prophezeite! Ich konnte es dir zurückzahlen und dir darüber hinhelfen, als du in Not gerietest! Dein Wunsch, eine Hypothek dafür einzutragen, war nicht ganz„fromm“ — sie sollte ein Prüfstein für den nächsten Erben sein, was ihm das Vaterhaus ideell wert wäre... Der„Fremde“ atmete einmal tief und durstig. Unsere herrliche, reine, herbe Luft! Glücksgefühl überströmte ihn jäh. Daß ich den Waldhof habe, daß ich hinter mir das Stückchen Erde mein eigen nennen kann, dafür danke ich dir mehr, Herrgott, mehr als für den bisherigen Erfolg und Ruhm. Er lächelte. Wenn ich Jutta Berking noch dazu bekomme— dann— ja, das ist nicht auszudenken! Sein Blick ging zum Frankeschen Waldhof, der verschlossen, tot und mit erblindeten Fenstern lag. Er hatte es nicht anders erwartet. Bald sollte hier ein Leben sein, wie bei den Zöphels nebenan. Aber noch mehr will ich! Eine Schmuckkästchen soll der Hof werden. Das Obergeschoß wird an der Südwestseite herausgesetzt und unterbaut. Es bekommt einen neuen Aufgang und einen Umgang aus Holz, wie die alten Häuser der Gegend ihn noch tragen. Freilich nicht aus weichem, sondern aus hartem Holz— und dazu einsetzbare Fenster, versteht sich! Da wird man dann sitzen, die Heimat zu Füßen! Vielleicht mit Jutta Berking. Sicher wird das sein— sie wird singen, und ich werde sie auf der Laute begleiten Bestimmt wird sie nach den kleinen lustigen und traurigen Liedern die Landschaft suchen! Wenn aus einem Haus eine Melodie ertönt, geht sie hinein, sagt in ihrer warmen, herzlichen Art:„Bitte, bitte, singen Sie das noch einmall“ Sie singt lautlos mit, kritzelt den Text auf ihren Block, setzt ein paar Notenzeichen daneben und schon gehört es zu ihrem unerhört reichen Schatz von fremden, kleinen Liedern, die die Großstadt noch nicht gehört hat! Und das hat sie groß heraus, wenn das rasende Händeklatschen verstummt, wenn sie sich dem „da capo“ nicht entziehen kann, bringt sie solche, oft ganz primitiv vertonten Verslein mit kargem Refrain. Einen Augenblick Verwunderung im Saal, dann greift die in ihrer Armseligkeit erschütternde Melodie den Menschen ans Herz! Die Stimme schwingt mit der ganzen seelisch erfaßten Schwermütigkeit der Landschaft, der das Lied gehört. Es singt nicht die große, vielbewunderte Jutta Berking — sondern das Bauernmädel, die Näherin, die Sennerin, die Magd... Wenn sie dann lächelt, große Dame in schmiegsamer Seide, ganz Jutta Berking mit rötlichblonder Haarkrone, rassiger Figur, verhaltener Anmut und graziösem Dankesgruß, ist sie mit Recht für jedermann die begnadete Tochter des berühmten Professors und Malers Berking! Das aber wußten die Menschen fast ausnahmslos nicht, daß ihre Mutter eine blonde schöne Wienerin war, ein Mädchen mit einer„Goldkehle“, das dem starken, um Erfolg ringenden Friesen ihre Karriere opferte und früh starb. Daß Berking ein Bauernsohn war, wurde von ihm selbst betont.... „Hallo! Ca——!“ Plötzlicher Husten folgte dem Ruf des Rechtsanwalts Weisker, der mit dem Bauern schon geraume Zeit im Hof und Garten herumgestiegen war. Die verständnis. losen Blicke Adlers mahnten ihn, den Besitzer in die Wirklichkeit zurückzurufen.— Das war einmal ein komischer Mann, wollte ein Gehöft übernehmen und besah sich zunächst einmal die Gegend! Adler hatte mißtrauische Anwandlungen bekommen und schüttelte seit einigen Minuten zu allen Antworten des Anwaltes den Kopf. „Rix fer ungut, Harr Duktea— mir reden imsinst— wenn der Herr do drüm nocher was anners will. Jech maan— er könnt doch rüber kumme. Mit e rümschaue koa nix verdiene—“ Weisker lachte, sagte mit hochgezogenen Augenbrauen: „Na, ja! Aber wir wollen mal rufen—“ Dann erklärte er dem Gemeindevorsteher, daß er und der Klient Kriegskameraden seien und daß er für den Freund gewisse kaufmännische Angelegenheiten erledige. Das packte Adler natürlich nicht, er wurde noch mißtrauischer. Olber! Sich von en Advokaten sei Zeig machen lassen, wenn'mr selber Augen im Kopf hot— Der Besitzer kam herbei, flößte gar keinen Respekt mehr ein, sondern lachte wie ein groder Junge. „Also— Herr Adler, Gie. Sie sind im Bilde. Es geht sofort los. Für die Frühjahrsbestellung ist es hier eigentlich schon um drei Wochen zu spät. Aber wir versuchen es: Morgen, übermorgen umstürzen. Dann los: Hafer, Gerste, Kartoffeln und Rüben. Nicht mit Düngemitteln sparen! Wie denken Sie noch über Roggen, da die Wintersaat ausfällt? Wollen wir's versuchen? Wie wollen wir es halten? Soll uns der— Nachbar da die Arbeit machen, oder wollen Sie selber mit Ihren Söhnen drangehen? Es soll alles für den Anfang auf meine Kosten gehen. Nächstes Jahr soll Ihr Jacob schon so weit sein, daß er sich helfen kann..“ Adler besah sich den Fremden sekundenlang, ließ sich aber seine Ueberraschung nicht merken. „Mer könnten morgen scha oafange, Harr. Ner, mer müßt des alles erscht schriftlich...“ Unter einem Blick des Anwalts hustete er. Der Fremde aber schien durch das Mißtrauen keineswegs verletzt. „Wir legen dann unten in Ihrer Amtsstube alles genau fest, Herr Adler. Ich will Ihrem Sohn kein verlottertes Gut verpachten, sondern es erst auf einem normalen Stand wissen. Dazu sollen Sie mir behilflich sein— ja?“ Adler nickte jetzt, stark interessiert. Der Fremde schien kein„Ausputzer“ zu sein. „Schön, wir sehen uns dann gleich die vorhandenen Maschinen und Gerätt an. Zunächst brauchen Sie ja nur die Pflüge, Eggen und die Drillmaschine. Was nicht da ist, müssen Sie einstweilen ausborgen. Bei dem bergigen Gelände werden wir wohl später nicht mit Kühen auskommen, wie? Werden wohl ein paar starke Ochsen sein müssen?" Wieder nickte der Bauer verdutzt. Ja, ohne Ochsen ginge es hier schlecht, Pferde aber lohnten sich nicht, wenn keine zusätzlichen Fuhren im Laufe des Jahres Ausgleich brächten. Dann ging das Gespräch flott hin und her. Der Fremde verriet dabei erstaunliche Sachkenntnis und war mit ganzem Herzen bei der Sache. Die Männer gingen durch das Haus, Scheune und Stall. Ecknarf warf Notizen auf einen Block, den er hervorgezogen hatte, und erwog den Einbau einer Dreschanlage in der Scheune. Der Nachbar Zöphel strich mehrmals am Gehöft vorbei, brennenden Interesses voll für das, was da wohl vor sich gehen würde. Es nahm aber niemand Notiz von ihm, am wenigsten der Fremde, der ihm immer den Rücken zukehrte, wenn er in Sicht kam. Ecknarf hatte seine Gründe dafür... Der Gemeindevorsteher aber ließ sich zum Schluß der Besichtigung, ganz gegen seine Art, zu der schnellen Bemerkung hinreißen: „Gottvertambur! Un do ho erscht gedacht, Sie senne weng quer!" „Des sieht ner su aus! Jech waaß derweng scha Bescheid!“ lachte der Fremde übermütig den betroffenen Bauern an... Auf der Rückfahrt nach Plauen verlor Weisker kein Wort darüber, daß der Freund an seiner Heimatstaidt vorbeifuhr. Er wußte, wie die Dinge lagen und rührte ohne Not nicht daran. Ecknarf aber war aufgeräumt und fröhlich, wie er es noch nie gesehen hatte. „Der Adler hat dich nicht erkannt. Caspar. Ich hätte mich aber beinahe vergaloppiert.“ „Erkannt nicht, aber das gesunde Mißtrauen unseres Schlages ließ ihn fühlen, daß irgendwo etwas nicht in Ordnung ist mit mir. Er hat mich auch nur als Junge gesehen und wohl kaum beachter. Bei dem Zöphel wäre das schon schwieriger gewesen. Ich war nach dem Kriege ein paarmal bei Onkel Erasmus und auch bei ihm. Da hinauf kommen selten Menschen, die Waldhofer haben einen scharfen Blick und ein gutes Gedächtnis—“ lachte Caspar. „Das wird dich ein Stück Geld kosten, mein Freund.“ „Du mußt es so sehen, daß sich damit einer meiner wenigen Lebenswünsche erfüllt. Dort will ich einmal meine alten Tage verbringen.“ „Na, na— so weit sind wir noch nicht. Ich glaube nicht, daß die Welt dich einfach ziehen läßt. Sie erwartet noch etwas von dir...“ „Mit Recht, Weisker. Denn was ich bisher gab, war nicht mein bestes, beileibe nicht. Die Zeit drängte mich zwangsläufig in eine bestimmte Richtung. Ich ließ mich auch willig drängen, denn ich hube frühzeitig eine bittere Erfahrung machen müssen: finanzielle Abhängigkeit und Not erhöhen nicht gerade den Mann! Gerade in meiner engeren Heimat herrscht eine tiefverwurzelte Ansicht, daß nur der ein Mann ist, der Geld hat. Es kann einer schon ein großer Künstler sein, deshalb hat er noch lange keine Rummerl Nicht, daß mich das besonders beeinflußt hätte— aber,“ er lachte plötzlich,„wetten wir, daß z. B. mein Vater der festen Ueberzeugung ist, daß ic längst vor die Hunde gegangen bin?“ (Fortsetzung folgt.)