PeinvUr! — Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich secht mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Fernr. 2770 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breis) 8 pfeFamilien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Textanzeigen: Millimeterzeile 20 PfoFür fernmündl. aufgegeb. Anzeigen übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei, Auspruch auf Schadenersat oder Nachlieserungerhoben werden.— Kerm. 27 70) In Schwerna. Druk u. Verlag; Cal Braut, Schwerte=Rluße.— Ferw. 3770 8 Hchwerter Teimasblatt für die Hiadt Hchwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Lchwerte gedruekte Tageszeilung Nr. 124 Schwerte(Ruhe), Freitag, den 29. Mai 1936 Drehscheibe Moskan[Besuch des Führers in Austakt zur Einweihung des Marine=Ehrenmals in Laboe Man kann auch anders— Eine Entwicklung, die vorauszusehen war Die Gerüchte über angebliche Moskauer Pläne zu einer Verständigung mit Italien haben bereits genügt, um in der großen Londoner Presse einen Sturm der Erbitterung entstehen zu lassen. Wenn man auch der Ansicht ist, daß man in Moskau vielleicht soweit nicht gehen wird, so hat man doch erkannt, daß die Sowjet=Diplomatie für sich den Zeitpunkt für gekommen hält, um die Sanktionen gegen Italien abzublasen. Gewiß: Moskau war es seinerzeit, das die Staaten der Kleinen Entente mit Drohungen und Versprechungen in das Sanktionsabenteuer hineinhetzte. Moskau hat in Paris wesentlich dazu beigetragen, um die recht geringe französische Begeisterung für die Beteiligung an den Sanktionen anzuschüren— aber das ist ja schließlich für Moskau selbst keineswegs verbindlich! Die berühmte Moskauer Drehscheibe nimmt lediglich ihre Bewegung auf, die Politik wird umgestellt, und damit ist man fertig mit der Sache. Verantwortung? Vor wem? Vor dem eigenen Volk? Seit wann? Vor den verführten Bundesgenossen? Das wäre noch schöner! Wenn sie dumm genug sind, um sich beschwatzen und als Werkzeuge der Moskauer Politik benutzen zu lassen, so ist das ihr Pech. Bis man sie wieder brauchen wird, werden sie dieses Manöver schon vergessen haben! Das Sonderbare ist, daß die Erfahrung zu zeigen scheint, wie berechtigt tatsächlich dieses Vertrauen auf das kurze Gedächtnis mancher europäischer Staaten ist. Als es seinerzeit Moskau angebracht erschien, dem Völkerbunde gegen entsprechende französische Zusagen beizutreten, hat man von Moskau aus die Tatsache der einstigen erbitterten Gegnerschaft gegen diese„kapitalistische“ Einrichtung einfach mit Stillschweigen übergangen. Man hat es Paris überlassen, diejenigen umzustimmen, die, mit einem etwas besseren Gedächtnis begabt, auf diesen merkwürdigen Widerspruch hinwiesen. Daß die eigenartige Auffassung Moskaus von seinen Rechten und Pflichten als Mitglied der Genfer Einrichtung während der kurzen Zeit seiner Zugehörigkeit schon verschiedentlich Anlaß zu lebhaften Auseinandersetzungen gegeben hat, sei nur nebenbei erwähnt. Aber ebenso wie den seltsamen Beitritt scheint man auch diese Ereignisse vergessen zu haben. Dieses kurze Gedächtnis hat seine Schattenseiten. Denn man steht dann plötzlich leicht vor unangenehmen Ueberraschungen, wie das jetzt eben den großen Londoner Blättern passiert ist. Daß die Sowjetdiplomatie das Festhalten an irgendeinem gemeinsamen Gedanken mit anderen Völkern nur solange kennt, als ihr dies in ihren eigenen Streifen paßt, darauf hätte man in den Redaktionen dieser Blätter vorbereitet sein müssen, wenn man die bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiet mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt hätte. Hoffentlich hat man nun die Warnung verstanden. Denn solange man mit dieser Tatsache nicht rechnet, wird man immer wieder derartige Ueberraschungen erleben, und man könnte eines Tages aufwachen, um festzustellen, daß die Ueberraschung größer und unangenehmer ausgefallen ist, als man dies in seinen kühnsten Träumen jemals erwartet hätte. Die Verhandlungen in der fernöstlichen Flottenfrage werden einen Prüfstein hierfür bilden. dub Kiel, 28. Mai. Die großen Feierlichkeiten aus Anlaß der am Sonnabend in Laboe erfolgenden Einweihung des Marine=Ehrenmals haben heute ihren Auftakt genommen, nachdem schon am Tage zuvor ganz Kiel im Zeichen erwartungsvoller Spannung gestanden hatte. Um 9 Uhr traf der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Kieler Hauptbahnhof ein. Die weite Bahnhofshalle hatte ihre Alltagsnüchternheit mit einem festlichen Gewande von reichem Flaggen= und Grünschmuck vertauscht. Die Kunde vom Eintreffen des Führers hatte ein wogendes Meer von Menschen im Nu zum Bahnhof gezaubert. In Begleitung des Führers befanden sich im Zuge Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsleiter Amann, der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, der bayerische Staatsminister Gauleiter Wagner, Obergruppenführer Brückner, Brigadeführer Schaub und Oberstleutnant Hoßbach; SS.=Obergruppenführer Dietrich war bereits vorher in Kiel eingetroffen. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, begrüßten den Führer bei seiner Ankunft im Zuge. Auf dem von Spalier bildenden SS.=Männern umsäumten Bahnsteig waren zum Empfang erschienen: der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, der Befehlshaber im Luftkreis VI, Generalleutnant Zander, der stellvertretende Gauleiter Schleswig=Holsteins Sieh. Kieler Bahnhof Als der Führer zur Bahnhofs=Vorhalle schreitet, braust ihm ein Jubelsturm der begeisterten Volksgenossen, die aufmerksam den Vorgängen auf dem Bahnsteig gefolgt sind, entgegen. Die Heilrufe pflanzen sich wie eine Welle zu den vor dem Bahnhofsgebäude wartenden Tausenden fort. Der Führer schreitet die große Freitreppe des nach der Hafenseite zu gelegenen BahnhofsAnhaltende Streiks in Paris Die Kommunisten wollen„Aktionen“ in ganz Frankreich portals hinab. Der Präsentiermarsch erklingt. Die Ehrenkompagnie der Kriegsmarine steht mit präsentiertem Gewehr mustergültig in Reih und Glied. Mit Reichskriegsminister GeneralfeldGeneral Litzmann* dub. Neuglobsol, 28. Mai. General der Infanterie a. D. Karl Litzmann ist am Donnerstag um 20.30 Uhr in Neuglobsol im Kreise Ruppin(Mark) im 87. Lebensjahr verstorben. Um Belgiens neue Regierung Auch der flämische Nationalistenführer und Degrelle vom König empfangen dnb. Brüssel, 28. Mai. Die jeder Regierungsbildung in Belgien voraufgehenden Empfänge führender Politiker und parlamentarischer Persönlichkeiten durch den König haben am Mittwoch begonnen und sind am Donnerstag fortgesetzt worden. Bemerkenswert ist, daß zum ersten Male in der Geschichte Belgiens bei Besprechunüber die Regierungsbildung ein flämischer Seshelsche Sieh ide Cherae) Taist Shasteaster haupt empfangen wurde. Größte Beachtung hat in politischen Kreisen auch gefunden, daß der 50 000 französische Arbeiter streiken onb. Paris, 28. Mai. Der Streik in den Fabriken der Pariser Vororte hat sich weiter entwickelt. Wie der„Populaire“ berichtet, handelt es sich neben den bereits gestern genannten Automobil= und Flugzeugfabriken Nieuport, Hotchkiß und Lavalette um einen Teil der Renauld-Werke, die Hispane=Seiza=Werke, die Farman Flugzeugfabriken, die Amiot-Metallfabriken sowie um die Dewoitine=Maschinenfabrik. In allen Betrieben blieben die Belegschaften wiederum in den Maschinenhallen. Sie ließen durch kommunistische Vertrauensleute ihre Forderungen der Werksleitung überreichen. Am Donnerstag fanden Besprechungen über die Streiklage zwischen dem Ministerpräsidenten, dem Arbeitsminister und dem Luftfahrtminister statt. Da von dem Streik auch die französische Rüstungsindustrie betroffen worden ist, wohnte ein Vertreter des Kriegsministeriums diesen Unterredungen, die sich über den ganzen Tag erstreckten, bei. Der Arbeitsminister wird sich unverzüglich mit den Arbeitgeberund den Arbeitnehmervertretern in Verbindung setzen, um zu versuchen, zu einer Lösung zu kommen. Die Streikbewegung hat sich inzwischen auch auf die Fiatwerke ausgedehnt. Die Gesamtzahl der streikenden Arbeiter dürfte sich auf 50 000 belaufen. Die Pariser Morgenblätter bringen zum Teil ausführliche Berichte über den Verlauf des Streiks. In der Rechtspresse wird besonders auf die Tatsache hingewiesen, daß sich die Polizei fast überhaupt nicht sehen ließe. Nach„Ami du Peuple" habe der diensttuende Polizeibeamte eines Streikgebiets dem Vertreter des Blattes erklärt, die Streikenden würden, falls sich bewaffnete Polizei oder Mobilgarde blicken ließen, sofort die Maschinen zertrümmern und die Fabriken in Brand stecken. Am Mittwochabend spielten sich in den Werken dieselben Szenen ab, wie am Vortage. Kraftwagen der kommunistischen Partei brachten Musikinstrumente, Nahrungsmittel, Wein und Decken zu den Streikposten, die dann die Verteilung an die Belegschaften übernahmen. Musik und Gesang ertönte aus den sonst lärmenden Maschinenhallen bis spät in die Nacht. Die kommunistische„Humanité“ frohlockt natürlich in den höchsten Tönen. Die kommunistische Partei billige die Haltung der Pariser Vorortsarbeiter voll und ganz. Es gebe in Frankreich jedoch noch große Gebiete, in denen die Not weit größer sei. Die Partei sehe es daher als ihre Pflicht an, auch in diesen Gebieten die notwendigen Aktionen zu eröffnen. Diese von der„Humanité“ geschilderten Aussichten, daß man erst am Anfang einer derartigen Streikperiode sei und„das dicke Ende erst nachkomme“ erfüllt die Blätter der Rechten mit gewisser Resignation. Obwohl Leon Blum heute noch nicht einmal an der Macht sei, beginne sich die„technische“ Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und den Sowjets bereits in einer derartigen verheerenden Wirkung zu zeigen. Was werde Blum dann tun, da er doch von diesen Massen abhängig sei, die ihn an die Macht gebracht haben? Seine„technischen Mitarbeiter" von dem marxistischen Gewerkschaftsverband zeigten ihm ebenfalls heute schon deutlich, wie sie ihre Mitarbeit auffaßten, indem sie die Industrie zu bolschewisieren begännen. nrischen Kreisen auch gefunden, uub Führer der Rex=Bewegung, Leon Degrelle, am Nachmittag des Donnerstag beim König war. In politischen Kreisen sieht man sich veranlaßt, anzukündigen, daß der König voraussichtlich auch den Führer der belgischen Kommunistischen Partei, Jaquemotte, empfangen werde. Neunstündige Parlamentsrede Auch eine Höchstleistung des Parlamentarismus in Nordirland onb. London, 28. Mai. Ein klassisches Beispiel für die Auswüchse, deren der Parlamentarismus fähig ist, lieferte in der vergangenen Nacht im nordirischen Unterhaus der unabhängige Unionist Tommy Henderson, der eine ununterbrochene Rede von neunstündiger Dauer hielt, in der sämtliche Verwaltungszweige behandelt wurden. Henderson stellte hiermit einen neuen Rederekord auf; denn die bisher längste Rede dauerte „lediglich“ sechs Stunden. Nur sieben Abgeordnete und drei Kabinettsmitglieder waren ausdauernd genug, um den Erguß von Anfang bis Ende über sich ergehen zu lassen. Allerdings schlummerten mehrere von ihnen nach einigen Stunden sanft ein. Der parlamentarische Sekretär des Arbeitsministeriums hatte sich der Länge nach auf der Bank ausgestreckt, bis er vom Präsidenten des Unterhauses zur Ordnung gerufen wurde. Um 1.43 Uhr nachts leitete der Dauerredner einen Satz zum ersten Mal mit den Worten ein:„Um zum Schluß zu kommen...“ Um 1.48 Uhr wiederholte er diese Wendung zum zweiten Male. Um 2.30 Uhr stellte er fest, daß er seine Rede nahezu beendet habe. Die Abgeordneten, soweit sie nicht schliefen, brachen in einen spontanen Beifall aus, als der Redner schließlich um 3.50 Uhr ganz unvermittelt sich auf seinem Platze niederließ. Die zur Aussprache stehende Vorlage war hiermit angenommen. marschall von Blomberg und Generaladmiral Raeder schreitet der Führer die Front ab. Deutschland= und Horst=Wessel=Lied klingen auf. Immer neu brausen die Heilrufe über den Platz. Langsam schreitet der Führer zur Bahnhofsbrücke, wo eine neue Jubelwelle vom gegenüberliegenden Hafenufer herüberklingt, auf dem die großen Werftanlagen liegen. Dort stehen die Männer im Arbeitskittel, um ihrem Führer zu huldigen. Der Führer betritt ein Chefboot der Kriegsmarine, in das der Reichskriegsminister und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ebenfalls einsteigen. In diesen Augenblick dröhnen 21 Schuß Salut über das Wasser. Die Begeisterung der Bevölkerung ist grenzenlos. Mit einem Schlage hat sich das beschaulich ruhige Bild des Hindenburg=Ufers mit seiner prächtigen Promenade geändert. Dort herrscht jetzt ein beängstigendes Schieben und Drängen, da alle das vorübergleitende Boot des Führers sehen wollen. Wir haben Mühe und Not, uns mit dem Auto einen Weg durch die Menge zu bahnen. Trotzdem fällt kein böses Wort. Auf allen Gesichtern strahlt nichts als Freude. Die Jugend steht in der Menschenmauer an erster Stelle, Pimpfe mit Landsknechtstrommeln und Fanfaren, HitlerJugend, als Abschluß die Menschenmauer auf der Höhe von„Bellevue“, eine Abordnung der Hamburger SS.=Verfügungstruppen in Stahlhelm und feldmarschmäßiger Ausrüstung. Auf dem„Admiral Graf Spee“. Auf dem Wasser bietet sich, soweit das Auge schweift, ein erhebender Anblick: Das Boot des Führers passiert die an der Boje liegenden Kriegsschiffe, auf denen die Ehrenwachen und Musikkapellen angetreten sind und der Flaggenschmuck durch die Vielheit der Farben festlich stimmt. Besonderes Interesse erweckt das Segelschulschiff„Gorch Fock“ der Kriegsmarine, auf dem die Besatzung bis zu schwindeln. der Höhe hinauf Paradeaufstellung genommen hat. Man sieht an den Bojen den weißen Aviso „Grillo“, den Musterbau das Panzerschiff „Admiral Graf Spee“, das Panzerschiff„Admiral Scheer“ und das Panzerschiff„Deutschland“, weiter die Kreuzer„Königsberg",„Köln“, „Leipzig" und„Nürnberg“. Als sich das Chefboot, in dem sich der Führer befindet, dem Panzerschiff„Admiral Graf Spee“ nähert, bricht plötzlich durch die graue Wolkenwand strahlende Sonne, so wie wir es oft erlebt haben, wenn der Führer in Kiel weilte. Der Führer schifft sich nach der Fahrt an den schmukken Kriegsschiffen vorbei auf dem Panzerschift „Admiral Graf Spee“ ein, auf dem sich auch der Flottenchef Admiral Foerster befindet. Um 10 Uhr ging das Panzerschiff„Admiral Graf Spee“ mit drei Torpedobootsflottillen in See. Bei der Kriegsmarine ond. Kiel, 28. Mai. Im Laufe des Donnerotagvormittags wohnte der Führer auf dem Panzerschiff„Admiral Graf Spee“ Uebungen der Flotte bei und besuchte am Nachmittag die Marineschule in Mürwick. Polnir un Sonaurunn. Ungarns Außenminister über die großen Fragen der europäischen Politik dub. Budapest, 28. Moi. Außenminister Kauia hielt am Donnerstag im ungarischen Abgeordnetenhaus bei der Durchberatung des Haushalls des Außenministeriums eine großangelegte Rede, in der er eingehend den krisenhaften Zustand der Lage Europas darlegte, die Notwendigkeit grundlegender Völkerbundsreformen entwickelte und schließlich die Richtlinien der ungarischen Außenpolitik bekanntgab. Außenminister von Kania ging von den Schulden der sogenannten Friedensverträge aus, die im Laufe der Jahre immer krasser in Erscheinung getreten seien. Die Ursache für diese Entwicklung liege in dem Bestreben der Siegermächte, unter dem Schlagwort der Organisation des Friedens und der Sicherheit, den Status quo um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Von Kania entwickelte sodann die Grundsätze der ungarischen Außenpolitik und betonte, daß die ungarische Regierung mit allen Mitteln die den Frieden fördernden Kräfte zu stärken suche. Er gab eine Darstellung des ungarischen Standpunktes zur Donaufrage, wobei er hervorhob, daß Ungarn bereit sei, alle erfolgversprechenden Vorschläge wohlwollend zu prüfen, ohne dabei Sonderwünsche zu verfolgen. Angarn sei nicht in der Lage, sich den Grundsatz der gegenseitigen Hilfeleistung zu eigen zu machen, da es dann die Verpflichtung auf sich nehmen müßte, Staaten zu Hilfe zu eilen, die auf seine Kosten vergrößert worden seien. Auf den Völkerbund übergehend, erklärte der Außenminister, daß man nach den Ereignissen des letzten Jahres die Unfähigkeit dieser Einrichtung feststellen müßte, internationale Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln zu lösen. Von Kania ging dann im einzelnen auf die Beziehungen Ungarns zu den verschiedenen Staaten Europas ein. Er verwies auf die ehrlichen Sympathien und die Bande der Freundschaft, die Ungarn mit Italien und Oesterreich verknüpften. Mit Deutschland, so erklärte er, verbinde Ungarn ein aufrichtiges gutes Verhältnis, das auch in dem vorjährigen Besuch des Ministerpräsidenten Gömbös zum Ausdruck gekommen sei. Nachdrücklich betonte der Minister die traditionelle Freundschaft und Interessenverbindung mit Polen. Tuchfühlung Polen—Jugoslawien Der Belgrader Besuch des polnischen Außenministers abgeschlossen dnd. Belgrad, 28. Mai. Der polnische Außenminister Beck ist am Donnerstagabend nach einem Abschiedsessen in der polnischen Gesandtschaft, dem auch der Ministerpräsident und Außenminister Stojadinowitsch beiwohnte, nach Warschau zurückgereist. Vor der Abreise empfingen Ministerpräsident und Außenminister Stojadinowitsch und Außenminister Beck die Vertreter der Presse und teilten ihnen die amtliche Verlautbarung über das Ergebnis ihrer Besprechungen mit. In der Verlautbarung heißt es einleitend, daß die beiden Außenminister in mehreren Beratungen die aktuellen Fragen der internationalen Potik einer Prüfung unterzogen hätten, wobei sie bei der Lösung dieser Fragen vor allem auf eine zolnisch=jugoslawische Zusammenzrbeit Wert legten. Weiter wird ausgeführt:„Nach einem einzehenden Meinungsaustausch stellten die Herren Beck und Stojadinowitsch ihre völlige Uebereinstimmung darüber fest, daß sie bei Verfolgung der Außenpolitik ihrer beiden Staaten angesichts der jetzigen schwierigen internationalen Lage im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ihrer bestehenden Verpflichtungen jeder konstruktiven Politik, die auf den Grundsätzen der Billigkeit und der internationalen Solidarität sowie auf der Achtung der Würde und der legitimen Rechte ihrer Staaten beruht, ihre Mitarbeit darbieten werden. Der jetzige persönliche Kontakt der beiden Minister ist ein neuer Beweis für die herzlichen Beziehungen, die seit jeher zwischen den beiden slawischen Völkern bestehen. Sie haben demzufolge beschlossen, ihren freundschaftlichen Meinungsaustausch in Zukunft in gleichem Geist und im Interesse der Politik der Verständigung und des internationalen Friedens fortzusetzen. herriot doch Kammerpräsident? Seine Kandidatur ein Werk der Kommunisten? dnb. Paris, 28. Mai. Die radikalsozialistische Kammerfraktion hat beschlossen, die Parteien der Volksfront aufzufordern, die Wahl des ehemaligen Ministerpräsidenten Herriot zum Vorsitzenden der Kammer sicherzustellen. Als stellvertretenden Vorsitzenden werden die Radikalsozialisten den Abgeordneten Ducos in Vorschlag bringen. * Die Morgenblätter beschäftigen sich mit der Sitzung der radikalsozialistischen Kammerfraktion, deren Hauptereignis die Aufstellung Herriots für die Kammerpräsidentschaft darstellte. Der„Exelsior“ meint, daß indirekt die Kommunisten die Kandidatur Herriots bewirkt hätten, nachdem sie schon am Dienstag das Feuer gegen Ferdinand Bouisson, den früheren langjährigen Kammerpräsidenten, eröffnet hätten. Die Kommunisten würden bereit sein, die Kandidatur Herriots mit allen Kräften zu unterstützen. Rippentrop Pfingsten in Eugland Ein privater Besuch bei Lord Londonderry Berlin. Botschafter von Ridbentrop startete am Donnerstag um 14 Uhr vom Flughafen Tempelhof zu einem privaten Aufenthalt nach England, wo er die Pfingsttage auf Einladung eines Freundes auf dem Lunde verdringen wird. Der Botschafter und seine Frau trafen am Donnerstagabend um 7 Uhr auf dem Flugfeld Croydn bei London ein. Die meisten Londoner Blätter berichten, daß von Ribbentrop die Feiertage als Gast Lord Londonderrys in Nordirland verbringen werde. Der diplomatische Mitarbeiter der Morning Post schreibt, von Ribbentrop werde keine amtliche Fühlungnahme mit der britischen Regierung aufnehmen. Es werde dementiert, daß seine Reise in irgendeinem Zusammenhang mit der deutschen Antwort auf den britischen Fragebogen stehe. Angesichts der bekannten Sympathie Lord Londonderrys für die nationalsozialistische Regierung und der Tätigkeit, die von Ribbentrop in der Vergangenheit für Förderung einer deutschenglischen Annäherung entwickelt habe, habe der Besuch jedoch viel Interesse in London hervorgerufen. Man nehme allgemein an, daß von Ribbentrop einer der Männer sei, die das volle Vertrauen Hitlers genießen, und in den letzten Jahren sei sein ganzer Einfluß darauf verwandt worden, die Schatten eines westlichen Blocks von Nationen, bestehend aus Deutschland, England und Frankreich zu begünstigen. London. König Eduard VIII., der bei seiner Thronbesteigung automatisch den Rang eines Feldmarschalls annahm, erhielt in feierlicher Zeremonie von den zurzeit noch lebenden sieben Feldmarschällen der britischen Armee seinen eigenen Marschallstab überreicht. Hestriche Einmmung ii Rier Die Kriegsmarine-Stadt im Zeichen der Marine-Ehrentage dnb. Kiel, 28. Mai. Schon seit Tagen künden sich in Kiel die Marineehrentage an. Seit Donnerstagmorgen steht die Kriegsmarinestadt ganz im Zeichen dieses großen, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus beachteten Ereignisses. Durch die Straßen bewegen sich Tausende von Teilnehmern, und seit Mittag rollen in unaufhörlicher Folge die Teilnehmer der Skagerrak=Gedenkfahrt in ihren Autos am Ziel auf dem städtischen Parkplatz am Kieler Hauptbahnhof ein. Sie kommen aus dem Rheingebiet, aus Oberbayern, von der Ostgrenze, aus Württemberg, aus allen Gauen des Reiches. Im allgemeinen haben die Zielfahrer des DDAC. unterwegs recht gutes Wetter gehabt, so daß sie vielfach früher als gehofft in der Kriegsmarinestadt eintreffen. Die Fahrtteilnehmer erhalten zur Erinnerung eine Plakette, die den Schattenriß der früheren„Seydlitz“ wiedergibt. Das Gros der Zielfahrer wird am Freitag erwartet. Den Wettfahrern winken hervorragende Preise, an erster Stelle die silberne Schale des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder. Inzwischen sind die ersten Sonderzüge im Kieler Hauptbahnhof eingelaufen, der bis Freitagabend noch eine Riesenarbeit zu erledigen hat. Auf Dampfern treffen Gäste aus Ostpreußen ein. Im Hauptquartier des NS Deutschen Marinebundes, der für die Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer an den Ehrentagen zu sorgen hat, herrscht Hochbetrieb. Es sind 23 Standquartiere in Kieler Hotels eingerichtet worden und schon jetzt, wenige Stunden nach dem Auftakt der Feierlichkeiten, zeigt sich, daß die Hotels restlos überfüllt sein werden. Darüber hinaus sind Tausende von Privatquartieren bereitgestellt. Für einen großen Teil geschlossener Formationen steht der„Hilfszug Bayern“ zur Verfügung, der schon seit einer Woche in Kiel weilt. Für die Polizei, für das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen haben große Tage verantwortungsreicher Arbeit begonnen. Aeußerlich zeigt sich das im Stadtbild durch eine außerordentliche Verstärkung der Verkehrsposten. Selbstverständlich nimmt die Jugend der Kriegsmarinestadt einen besonderen Anteil an den Ehrentagen. In den Kieler Schulen sind während dieser Tage viele Skagerrakbücher als Prämien verteilt worden. Einige Betriebe werden ihren Gefolgschaftsmitgliedern Urlaub geben, damit sie an den Feierlichkeiten in Laboe teilnehmen können. 20 Urnderfuhrer Verrunm Arabische Verluste in Palästina größer als jüdische Neue Truppenverstärkungen onb. London, 28. Mai. Angesichts der unruhizen Lage in Palästina ist ein weiteres britisches itaillon von Kairo nach Palästina entsandt worden. Nach einem Bericht aus Haifa sollen neue englische Artillerietruppen herbeigeholt werden, um gegen die bewaffneten Banden vorzugehen, die sich in den Gebieten außerhalb der Städte versteckt halten. Die gegenwärtige Stärke der britischen Streitkräfte beträgt fünf InfanterieBrutsches Fagenesest 1930 höhepunkt der sportlichen Arbeit der hitler-Jugend ond. Berlin, 28. Mai. Die Reichsregierung wird Anfang Juni zum 4. Deutschen Jugendfest aufzufen. Im Rahmen dieses Festes vom 8. bis 19. Juni führen die Schulen innerhalb des Turnunterrichts sportliche Einzelleistungsprüfungen durch. Am 20. und 21., in Berlin am 13. und 14. Juni. gehen die Gliederungen der Hitlerjugend zu ihren Mannschaftskämpfen an den Start. Am Abend des 21. Juni wird das Deutsche Jugendfest in Sonnenwendfeiern ausklingen.— Reichsminister Rust erließ die Richtlinien für die Vorbereitungen. Die Reichsgeschäftsstelle des deutschen Jugendfestes teilt dazu mit: Am 20. und 21. Juni treten in sämtlichen Bannen Deutschlands die Einheiten der Hitlerjugend und des Bundes deutscher Mädel zum Mannschaftsmehrkampf an. Als Träger der Wettkämpfe nehmen die Kameradschaften. Jungenschafen. Mädelschaften und Jungmädelschaften als geschlossene Mannschaft teil. Diese Einheiten treten so an, wie sie beim Dienst auf Fahrt und im Lager. beim Heimabend oder beim Sport im Gelände antreten würden. Richt nur sportlich besonders begabte Jungen und Mädel, sondern jeder Junge und jedes Mädel nimmt teil und wird im Wettkampf seinen bezw. ihren Teil am Sieg der Mannschaft beitragen. Das deutsche Jungvolk und die zungmädel bestreiten in ihrem Mehrkampf den 90=Meter=Lauf. das Weitspringen und das Schlagball=Weitwersen. Die Hitlerjugend tritt an zum 100=Meter=Lauf. Weitspringen und zum Keulen=Weitwersen, der BDM hat den 100=MeterLauf, das Weitspringen und das Schlagball=Weitwerfen durchzuführen. Diese Mannschaftsmehrkämpfe, die im Rahmen des Deutschen Jugendfestes in den Gefolgschaften. Fähnlein, Mädelgruppen und Jungmädelgruppen durchgeführt werden, sind ein Teil der sportlichen Wettkämpfe der Hitlerjugend, die in den Bann=, Jungbann= und Untergausportfesten ihre Fortsetzung und im Gebietssportfest ihren Höhepunkt erreichen. Neben diesen beiden Tagen. 20. Juni. dem Tag des deutschen Jungvolkes. und 21. Juni. dem Tag der Hitlerjugend, werden in den Schulen die Einzelwettkämpfe durchgeführt, für die Reichsminister Rust die nötigen Anordnungen erlassen hat. Am Abend des 21. Juni findet das Deutsche Jugendfest 1936 seinen Abschluß in den örtlichen Sonnenwendseiern, die die Hitlerjugend gestaltet. Gleichzeitig werden die siegenden Mannschaften mit ihren Ehrenurkunden, die die Unterschrift des Führers tragen, ausgezeichnet. Im Rahmen des gesamten Ertüchtigungsprogramms der Hitlerjugend bilden diese sportlichen Wettkämpfe eine Schulung der Willenskraft. Energie, Härte und Einsatzbereitschaft der Jungen und Mädel. bataillone und eine Kompagnie leichter Tanks und Panzerwagen. Wie Reuter meldet, haben die Unruhen seit dem 29. April 48 Tote und 331 Ber wundete gefordert; 24 der Toten waren Juden, 22 Mohammedaner und zwei Christen. Die Verwundeten setzten sich aus 182 Mohammedanern, 105 Juden und 44 Christen zusammen. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß nicht etwa die Juden, sondern die Araber die größeren Verluste in den Unruhen erlitten haben. Hingegen wurden seit dem 19. April 969 Araber und nur 275 Juden verhaftet. 493 Araber sind bereits abgeurteilt worden. Die meisten jüdischen Verhafteten wurden freigesprochen oder sind noch nicht vor Gericht erschienen. Wie aus Jerusalem berichtet wird, sind 40 Führer der Aufständischen aus ihrem bisherigen Tätigkeitsgebiet in andere Städte ausgewiesen und dort unter Polizeiaussicht gestellt worden. Die arabischen Journalisten sollen beschlossen haben, am Freitag keine arabischen Zeitungen herauszugeben. Jüdische Dreistigkeit dnb. Jerusalem, 28. Mai. Dadurch, daß die arabischen Forderungen auf Absperrung der jüdischen Einwanderung von der Mandatsregierung unbeachtet blieben und Tel Aviv zum jüdischen Nothafen gemacht wurde, beginnt sich die bisherige gewisse Zurückhaltung der jüdischen Bevölkerung in ganz und gar unangebrachtem Uebermut zu wandeln. Als Zeichen dieses jüdi mutes" ist schon die Veranstaltung e Handelsflottentages anzusehen, der tag geplant war. Die Mandatsregi „Ueberschen ines für Donnerslerung erließ jedoch rechtzeitig ein Ankerverbot in der Erkenntnis, daß durch diese jüdisch. Demonstration nur eine Verschärfung des gensatzes erreicht worden sche üdisch=gradischen Gekre. „Der Reichsbole“ verboten onb. Berlin, 28. Mai. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propagunda hat die Wochenschrift„Der Reichsbole“ verboten. „Der Reichsbote“ hatte durch unsachliche Berichterstattung bereits früher Anlaß zu Beanstandungen gegeben. In seiner letzten Nummer hat er in seinem Leitartikel rein kirchliche Fragen auf das staatspolitische Gebiet herübergespielt und zugleich durch unwahre Angaben das kirchliche Befriedungswerk gefährdet. Dadurch wurde das Verbot notwendig. Erfolgreiche Lusthansa 11,91 Millionen RM. Rohüberschuß im Jahre 1935 dnb. Berlin, 28. Mai. In der Aussichtsratssitzung der Deutschen Lufthansa A.=G., die unter dem Vorsitz von Staatsrat Dr. von Stauß stattfand, wurde der Geschäftsbericht sowie die Bilanz mit Gewinn= und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1935 vorgelegt. Der Abschluß weist einen Rohüberschuß von 11,91(im Vorjahre 9,5) Millionen RM. aus, von dem 7,40(6,52) Millionen RM. für Abschreibungen aus Anlagen Verwendung finden sollen. Dem Angestelltenund Arbeiterunterstützungsfonds sollen weitere 500 000 RM. zugewiesen werden. * Das Berichtsjahr, das zugleich das 10. Geschäftsjahr der Deutschen Lufthansa als einheitliche Trägerin der deutschen Luftverkehrsinteressen war, kann in jeder Beziehung als erfolgreich bezeichnet werden. Besonders hervorzuheben sind: Die seit 1933 in beschleunigtem Maße durchgeführte Umstellung auf neuzeitliche und schnelle Flugzeuge, die weitere Verbesserung des Flugplans, die Aufnahme einer Reihe neuer wichtiger Verbindungen sowie die zunehmende Verdichtung des Verkehrs. Im Luftpostverkehr zwischen Deutschland und Südamerika, der im Berichtsjahr wiederum planmäßig durchgeführt wurde, gelang es, die Flugzeiten wesentlich zu verkürzen. Als Ergebnis aller dieser Verbesserungen kann die wesentliche Erhöhung der Einnahme als auch der Beförderungsleistung gebucht werden. Ehrung der gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine dnb. Kiel, 28. Mai. Der Führer und Reichskanzler hat mit Erlaß vom 19. Mai 1936 befohlen: Zur Ehrung der im Weltkriege gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine bestimme daß am 30. Mai 1936, dem Tage der Einweihung des Marine=Ehrenmals in Laboe, die kaiserliche Kriegsflagge 1. auf den in der Heimat befindlichen Kriegsschiffen der Kriegsmarine im Großtopp, 2. auf den Dienstgebäuden der Kriegsmarine neben der jetzigen Reichskriegsflagge, 3. auf dem Turm des Marine=Ehrenmals in Laboe gesetzt wird. Grubenunfall in Oberschlesien Schwerer Unfall auf der Castellengo-Grube Beuthen, 28. Mai. Nach einer Mitteilung des Bergrevieramts Beuthen=Süd wurden am Donnerstagvormittag auf der Castellengo=Grube bei Martinau(Landkreis Beuthen) in einem Pfeilerabschnitt durch plötzliches Hereinbrechen von Gesteinsmassen sechs Bergmänner verschüttet. Bei den sofort eingeleiteten Bergungsarbeiten konnten bisher zwei der Verschütteten mit leichten Verletzungen geborgen werden. An der Bergung der anderen vier wird noch gearbeitet. Der„Klub der 18“ Grober Bestechungsskandal in Japan dub. Tokio, 28. Mai. Wegen Annahme von Bestechungsgeldern wurden hohe Beamte des Eisenbahnministeriums und der Eisenbahndirektion Tokio verhaftet. Die Festnahmen haben in ganz Japan großes Aufsehen erregt. Die Bestechungen erfolgten im Zusammenhang mit der Vergebung der Bauarbeiten an einen Tunnel, der die südliche japanische Insel Kiuschin mit der Hauptinsel Hondo verbinden soll. Wie die Agentur Domai ergänzend berichtet, wurden in den letzten fünf Monaten bereits 60 Beamte und Unternehmer verhaftet, bei denen es sich überwiegend um Leiter und Angestellte von Bauabteilungen handelt. Auch in Kioto Nagoya und Yokohama laufen Prozesse im Zusammenhang mit der Vergebung von Bauaufträgen. In Tokio besteht eine Vereinigung der Baufirmen, die sich „Klub der 18“ nennt. Diese Vereinigung verteilt die Bauaufträge an die geschlossenen Firmen und unterhält eine sogenannte Klublasse, die die Gelder für die Bestechungen und„Provisionen“ auszahlt. Die Verhaftung des Direktors im Eisenbahnministerium Hirai erfolgte nach Schluß der Reichstagssitzung, da Hirai als Referent des Ministeriums noch einige Anfragen zu beantworten hatte. Berlin. Der am 9. September 1912 geborene Otto Reichmeister, der am 22. September 1935 ein siebenjähriges Mädchen in der Nähe von Zahna ermordet hat, ist am Donnerstag in Torgau hingerichtet worden. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat den Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt, Dr. von Erdmannsdorff, als Leiter der außereuregäischen Gruppe der politischen Abteilung des auswärtigen Amtes zum Gesandten erster Klaste KRAAT. „Schwerter Zeitung“ Nr. 124(Zweites Blath Freitag, 29. Mai 1936 Tnn r Gngoet Sa Schwerte=Ruhr, Freitag, den 29. Mai 1939 Leitsatz des Tages Was ist alle Stärke eines Mannes, wenn er nicht getragen wird von der Treue seiner Mitarbeiter? Adolf Hitler. Was geschah heute-. Vor 4 Jahren(1932)? Erste absolute Mehrheit der NSDAP. in einem deutschen Bundesstaate bei den Landtagswahlen in Oldenburg. Vor 13 Jahren(1923)? Der Zeichner Adolf Oberländer starb in München(geb. in Regensburg am 1. 10. 1845). Vor 18 Jahren(1918)? Einnahme von Soifsons im Weltkriege. Vor 56 Jahren(1880)? Philosoph Oswald Spengler(„Untergang des Abendlandes“) in Blankenburg am Harz geboren(gestorben als Privatgelehrter in München am 8. 5. 1936). Vor 67 Jahren(1869)? Der Diplomat Graf Brockdorf=Rantzau in Schleswig geboren. Vor 103 Jahren(1833)? Anselm v. Feuerbach, Kriminalist, starb in Frankfurt am Main(geb. in Hainichen bei Jena am 14. 11. 1775). Vor 480 Jahren(1456)? Gründung der Universität Greifswald. Vom Wetter Vorhersage für Sonnabend: Wechselnd bewölkt, morgens dunstig, nur geringe schauerartige Niederschläge, kühl, westliche Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung. Auf der Stutenkörung am 27. ds. Mts. am„Freischütz" bei Schwerte wurden an Kaltblutstuten in das Hauptstammbuch 5 und in das Stammbuch A 2 Stuten eingetragen. Warmblutstuten wurden 2 in das Hauptstammbuch und 3 in das Stammbuch A eingetragen. Durch Vererbungsprämien wurden ausgezeichnet mit Diplomen: Kaltblut 1 Saugfohlen von „Kreator“ und 1 Saugfohlen von„Bernhard“ des Bauern Martin Vekens in Aplerbeck, desgleichen erhielt ein 2jähriges Stutfohlen von „Bernhard" des Landwirts Wlh. Zimmermann in Holzen die Silbermedaille. In der Gruppe Warmblut erhielten ein Stutfohlen von„Nepal“ des Landrats a. D. Overweg, Reichsmark, und 1 Stutfohlen von „Nepal“ des Bauern Wilmsmann, Berghofen, je 1 Diplom und 1 Jährlingsstutfohlen von„Nordo“ von Overweg, Reichsmark, die Bronzemedaille. Das Gesamturteil der Körkommission ging dahin, daß die Qualität der vorgestellten Zuchtstuten und Fohlen besser sei als in den letzten Jahren. Die Stutenkörung in Kalthof findet am 5. Juni, 11 Uhr vormittags, mit Hengstbesichtigung an der Deckstelle statt. : Das Ruhrtalmuesum zu Schwerte ist an beiden Pfingsttagen geöffnet und zwar von 10—13 Uhr. In der Woche ist das Museum Mittwochs und Freitags von 15—18 Uhr geöffnet. Verkehrsunfall. Ein Schwerter Motorradfahrer verunglückte, auf dem Nachhauseweg befindlich, in der Massenerheide. In der gefährlichen Kurve gegenüber dem Bauernhofe Spielfeld geriet die Maschine, als der Fahrer einem entgegenkommenden Lastwagen ausweichen wollte, ins Schleudern und stürzte um. Der Motorradfahrer zog sich empfindliche Gesichtsverletzungen zu. Der Soziusfahrer erlitt Beinquetschungen. -. Ein Kinderspielplatz wird nunmehr auf der neugeschaffenen Anlage gegenüber dem Neuen Nathause, Ecke Hörder Str.— Goethestraße zur Freude der spielfrohen Jugend ange. legt. : Der Bau der Reichsautobahnlinie durch die Schwerterheide rückt immer näher. Durch Schwerte wird die Linie Köln—Wuppertal— Schwerte— Kamen— Münster— Osnabrück— Hamburg führen. Diese Linie wird von der Reichsautobahn Sterkrade— Kamen— Wiedenbrück— Hannover geschnitten. Der Schnittpunkt liegt nach den vom Generalinspekteur für das Deutsche Straßenwesen bereits genehmigten oder zur Genehmigung vorliegenden Zum ersten Fahrestag des Heimat=Tiergartens Schwerte=R. am„Freischütz“ Schwerte, 28. Mai. Der Verein der Tierparkfreunde e. V. teilt mit: Am 1. Pfingsttage 1935 wurde der Tier= und Pflanzengarten im Schwerter Walde eröffnet. 30.000 Volksgenossen haben im verflossenen Jahre und Tausende in diesem Jahre die Anlage besucht und sich anerkennend über das Geschaffene ausgesprochen. Unter dem Motto:„Um unserer Heimat zu gedenken, wollen wir der Jugend Lehrstoff schenken“, will der Verein der Tierpark= freunde e. V., Schwerte(Ruhr) auf dem 7 Morgen großen Waldgelände am„Freischütz“ einen Heimattiergarten schaffen, welcher eine Lehr= und Erbauungsstätte werden soll. Es soll die Tier= und Pflanzenwelt unserer Heimat möglichst den natürlichen Lebensbedingungen angepaßt, dem deutschen Menschen, insbesondere unserer Jugend, so nahe gebracht werden, daß die Lebensgemeinschaft Mensch, Tier und Pflanze wieder Selbstverständlichkeit wird. Wer die Schönheiten der Heimat kennt, der kernt sie lieben. Wer seine Heimat lieben gekernt hat, der liebt auch sein Vaterland. Ein Jahr Aufbauarbeit hat bewiesen, daß unsere Sache Volkssache werden will. Der Verein der Tierparkfreunde e. V. ist Mitglied der„Vogelwarte Rositten“ und der„Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Heimattiergärten“. Auf der letzten Tagung dieser Reichsarbeitsgemeinschaft in Osnabrück wurde bekannt, daß der Führer die Arbeit der Heimattiergärten als lebendige Heimatpflegestätte fördern will. Einem Bruderverein hat der Führer bereits aus seinen Privatmitteln einen Betrag zur Förderung der Heimattiergärten überwiesen. In den meisten Orten mit Heimattiergärten sind die Partei und RSV. Förderer der Heimattiergarten=Vereine. Die nächste Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Heimattiergartenvereine ist im September in Schwerte, wo etwa 20—30 Vereine vertreten sein werden. So wird denn weitergebaut für den deutschen Heimatgedanken, für unsere Jugend, für unser Vaterland. Unter der aufopfernden ehrenamtlichen Tätigkeit des Vorstandes, des Geschäftsführers und Gartenverwalters und der anderen Mitarbeiter, schreitet der Aus= und Aufbau ständig fort. Immer weiter werden die vorhandenen Tierheime und Gehege verbessert, ausgebaut, immer wieder werden weitere Anlagen errichtet. Neue Tiere treffen ein, neue werden durch Zuwachs den Tierbestand vergrößern. Ein großer Zuchterfolg sind die 8 Frischlinge, die Zwergziegenlämmchen, das Kamerunschaflämmchen und viel anderes mehr. Von den neu erworbenen Tieren sind besonders die Hamster sehenswert. An den Pfingsttagen wird das Eselreiten mit 2 Tieren durchgeführt. Wir bauen weiter und hoffen, daß sich alle Natur= und Tierfreunde an unserem Aufbau beteiligen. Plänen östlich von Kamen. Während die Bauarbeiten an der Hannoverschen Linie bereits seit 1935 in Angriff genommen worden sind, befindet sich die Schwerter Linie gegenwärtig noch in der Planbearbeitung. Die Durchführung des Baues dürfte die im Verhältnis zu anderen Städten noch immer recht ungünstige Wirtschaftslageunserer Stadt sicher stark beheben. Auffallend kühle Tage und noch kühlere Nächte, wie man sie kaum mehr erwartet hatte, bereiten uns Sorgen. Nun sind ja Rückschläge in den Frühlingsmonaten alljährlich festzustellen, doch waren die Feld= und Gartenbesitzer nach einem so ausgesprochen milden Winter auf dieses für das neue Wachstum empfindliche Sinken des Thermometers nicht mehr gefaßt. Hoffen wir, daß recht bald ein günstiger Umschwung eintritt, bevor der Wettergott ernstlichen Schaden angerichtet hat! Anzeigen für die Pfingstnummer unserer Zeitung bitten wir möglichst zeitig aufzugeben, damit etwaige Wünsche berücksichtigt werden können. Wir empfehlen unser Blatt insbesondere den Gastwirtschaften unseres Ortes, sowie der Umgebung. Entwürfe guter, zugkräftiger Inserate liefern wir vollständig kostenlos. Ebenso werden an Interessenten Probenummern unseres Blattes auf Wunsch abgegeben. . Im Dreiklang„Meister, Gesellen und Lehrlinge". Die Reichsbetriebsgemeinschaft „Handwerk“ hat zum Reichshandwerkertag in Frankfurt a. M. in allen Gauen Deutschlands Sternfahrten von Meistern, Gesellen und Lehrlingen organisiert. In Berufstracht werden Meister, Gesellen u. Lehrlinge aller Handwerksberufe per Rad die Fahrt nach Frankfurt a. M. antreten und so eine außerordentlich glückliche Werbung für das Handwerk durchführen. Strecken von 500 und mehr Kilometer müssen dabei bewältigt werden. Die handwerklichen Radfahrer aus den einzelnen Gauen treffen sich nach einem bestimmten Plan in fünf großen Gruppen: Nord=Deutschland, Nordost=Deutschland, West=Deutschland, Südwest=Deutschland, Süd=Deutschland. Insgesamt werden zwischen 600 bis 700 Angehörige des Handwerks zu dieser einzigartigen Propagandafahrt starten. In enger Zusammenarbeit mit den Reichsinnungsverbänden sind von der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ Fahrtstrecken festgelegt und die Frage der Verpflegung und Unterkunft geregelt worden. Ziel der Sternfahrer ist der Opernplatz in Frankfurt a. M., wo sie vom Führerkorps des Handwerks feierlich eingeholt werden. Prüfung der Beratungsstelle für Anfänger im Opernfach. Am Montag, dem 22. Juni 1936, findet im Chorsaal des Stadttheaters Dortmund eine Prüfung der Beratungsstelle für Anfänger im Opernfach für den Bezirk Westfalen statt. Es handelt sich bei dieser Einrichtung darum, die Eignung für Anfänger für den Opernberuf festzustellen und weiter alle Opernschüler, die zur Zeit in der Ausbildung begriffen sind und nach der Dauer ihres bisherigen Studiums für die Osterprüfung 1936 noch nicht in Frage kamen, auf ihre Fähigkeit zur Ausübung ihres Berufes hin zu prüfen. Erwerbslose sind auf Grund ihres Ausweises von der Zahlung einer Gebühr befreit. Alle Meldungen sind bis spätestens 16. Juni 1936 an den Prüfungsleiter: Intendant Dr. Georg Hartmann, Stadttheater Dortmund, zu richten. Katastrophenflug der heimischen Brieftauben 500 Tauben auf der Strecke Stendal=Schwerte verlorengegangen. Schwerte, 29. Mai. Die BrieftaubenReise=Vereinigung Schwerte und Umgegend hatte am vergangenen Sonntag zu ihrem 4. diesjährigen Preisflug insgesamt 1056 Tauben nach Stendal, ca. 320 Kilometer, gesandt. Leider nahm diese taubensportliche Veranstaltung infolge überaus schlechter Witterung auf der Flugstrecke einen unbefriedigenden Verlauf. Nachdem die Tiere um 11,20 Uhr vormittags losgelassen waren, wurden sie nach ihrem Ausfluge später von einem Unwetter überrascht, das auch mit Hagelschlag und Schnee begleitet gewesen ist. Man nimmt an, daß die Tauben in der Wesergegend sogar in eine Nebelwand geraten sind, in der sie jede Orientierung verloren haben. Am Abend waren von den über 1000 aufgelassenen Schwerter Brieftauben erst 8 Stück in den Heimatschlag zurückgekehrt. Eine Anzahl Schläge war noch bis in den späten Abendstunden des Montags ohne Anflug. Im Laufe des Dienstags trafen wieder eine Reihe Tauben, die teilweise sehr ermattet und mitgenommen waren, in ihren Schlägen ein. Damit waren dann von den sämtlichen aufgelassenen Tauben 20 Prozent, d. h. soviel zurück, um endlich die Verteilung der zu vergebenden Preise abschließen zu können. Jedoch ist bis heute der größte Teil der an diesem„Todesflug" teilgenommenen Brieftauben noch nicht zurückgekehrt. Man muß leider damit rechnen, daß über 500 Brieftauben für die heimischen Züchter verloren sind. Dieser der RV. bereitete Verlust ist umso schwerer, als er sich gerade im Jubiläumsjahr zugetragen hat. Seit dem 10jährigen Bestehen der Brieftauben=Züchter=Vereinigung von Schwerte und Umgebung wird ein solcher Katastrophenflug erstmalig verzeichnet. Dieses Ergebnis hat viele Taubenzüchter ihre Hoffnungen für dieses Jahr begraben lassen. Nachstehend geben wir die 10 ersten Sieger bekannt: Möllmann,„BTZV.“ Schwerte=Ost: Cramer,„Ueber Berg und Tal“ Wanne: Arndt, „Ruhrgruß" Villigst; Virchow,„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; Justus,„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte; Trein,„Blitz“ Schwerte; Grewe, „Westfalia“, Schwerte; Grewe,„Westfalia“ Schwerte; Fiene=Gößling,„Heimatliebe“ Sommerberg; Fiene=Gößling,„Heimatliebe“ Sommerberg. Erringer des gestifteten Jubiläumspreises— Führerbild— wurde mit 5 Tauben der Schlag Justus vom Verein„Auf zum Ruhrtal“ Schwerte. Der im Reiseplan vorgesehene nächste Preisflug ab Rathenow muß ausfallen. Zum Schluß wiederholen auch wir an dieser Stelle den schon durch Rundfunk bekanntgewordenen Aufruf: Die Bevölkerung wird gebeten, aufgefundene Reisebrieftauben umgehend den nächsten Vereinsleitungen zu melden oder zu übergeben, damit sie durch deren Vermittlung an die Eigentümer zurückgesandt werden können. „Uraft diorch Freuode!? Sonderveranstaltung im Stadttheater Dortmund „Das glückhafte Schiff“. Die Operette„Das glückhafte Schiff“, die im Stadttheater Dortmund mit großem Erfolge uraufgeführt wurde und ebenso erfolgreiche Wiederholungen erlebte, veranlaßt uns, am Sonntag, dem 7. Juni 1936, nachm. 3 Uhr, zu einer Sondervorstellung der RSG.„Kraft durch Freude“ einzuladen. Durch die ganz besonders verbilligten Eintrittspreise ist es jedem Volksgenossen möglich gemacht, diese neue und vom Publikum begeistert aufgenommene Operette zu sehen und dadurch einige fröhliche Stunden zu verleben. Nähere Auskunft über Preis und Fahrt erteilt das Kreisamt der RSG. „Kraft durch Freude“, Iserlohn, Luisenstr. 12a, bezw. alle Orts= und Betriebswarte. Da die Nachfrage zu dieser Sonderveranstaltung sehr groß ist, ist eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes Schwerte, 29. Mai. Im Sitzungszimmer des Rathauses zu Hemer sand am vergangenen Dienstagabend die Prüsung der 19 Teilnehmerinnen des vom Zweigverein Hemer des Deutschen Roten Kreuzes, Vaterländischer Frauenverein, veranstalteten zweiten Lehrgangs zur Ausbildung von Samariterinnen durch Generalarzt Dr. Holm=Hemer, den Leiter des Lehrgangs, statt. Anwesend waren Vertreter der Kreis= und Stadtverwaltung, der Partei, der Sanitätskolonne und des Kreisvereins Iserlohn=Land des Vaterländischen Frauenvereins. Die Prüfung ergab, daß sämtliche Teilnehmerinnen in den 20 Doppelstunden der theoretischen und praktischen Ausbildung sich die Grundlagen für ihre Tätigkeit als Hilfskraft des Roten Kreuzes im Dienste an der Volksgesundheit angeeignet haben. In vorbildlicher Weise hat der Kursusleiter, Generalarzt Dr. Holm, die Schülerinnen nicht nur mit dem Bau des menschlichen Körpers und dessen Verrichtungen, sondern auch vor allem mit der ersten Hilfe einschl. Verbandslehre und Krankentransport vertraut gemacht. Praktische Verbands= und Atemübungen zeigten, daß die Teilnehmerinnen mit Lust und Liebe bei der Sache waren. Nachdem sich 15 Teilnehmerinnen zur Tätigkeit als Samariterinnen des Deutschen Roten KreuAmt Westhofen Westhofen, 29. Mai. Falsches Fünfmarkstück. Im Zahlungsverkehr wurde ein falsches Fünfmarkstück angehalten und von der Polizei beschlagnahmt. Das Falschstück hat das Prägezeichen F. und die Jahreszahl 1934. Falls weiteres Falschgeld auftauchen sollte, benachrichtige man sofort die Polizei oder Gendarmerie. Auch derjenige macht sich strafbar, der nachgemachtes Geld als echtes empfängt und es nach erkannter Unechtheit als echtes weitergibt. Westhofen, 29. Mai. Ein Paddelboot gestohlen. Aus einem Bootshaus an der Ruhr bei Garenfeld ist in den letzten Tagen ein Paddelboot mit einem Koffer mit Geschirr gestohlen worden. Die Nachforschungen nach dem Täter und nach dem Verbleib blieben bisher erfolglos. Das Boot hat unten einen grünen und oben grauen Anstrich. Die bestohlene Paddlerin wohnt in Dortmund. Westhofen, 29. Mai. Fundunterschlagung. Eine Frau aus der Niederstraße verlor auf dem Wege vom Bahnhof zu ihrer Wohnung eine goldene Armbanduhr. Auf dem Fundbüro ist die Uhr bisher nicht abgegeben worden. Falls der Fund verschwiegen wird, setzt sich die betreffende Person der Gefahr einer Strafanzeige wegen Fundunterschlagung aus. Westhofen, 29. Mai. Aus der Kriegerkameradschaft von 1860. In der hiesigen Kriegerkameradschaft ist beschlossen worden, sich an dem Reichskriegertag in Kassel am 5. Juli zahlreich zu beteiligen. Der Fahrpreis mit dem Sonderzug beträgt für Hin= und Rückfahrt ungefähr 4.— RM. Ferner wird die Kriegerkameradschaft am 6. Juni eine Fahrt mit Autobussen nach Soest unternehmen. Nach einer Besichtigung der Stadt und der Wälle ist dort Au hter ulurgureik * Roman von Wolfgang Marken ucheder=Resteshug; verlag Hakar Meister werter 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Und... die andere? Ihre Frau, Rapp? Schwester Margarete erwartet von Ihnen, Sie tun, was es zu tun gibt.“ „Was... soll ich tun?“ „Napp, Mann, alles hätte ich von Ihnen erwartet... aber nicht diese Frage! Was gibt es für Sie anderes zu tun, als nach Frau Jane zu forschen und alles zu versuchen, die Schuld von einst auszulöschen!“ „Aber ich liebe Margarete! Und... und ich will sie nicht lassen!“ Mit zitternden Händen schlug der Reeder auf den Tisch.„Hören Sie, Doktor, ich weigere mich, sie aufzugeben!“ „Rapp, nehmen Sie Vernunft an! Kein Mensch will das von Ihnen. Weder ich noch ein anderer! Aber mit der ungelösten Schuld können Sie das Mädchen nicht an sich binden! Das geht doch einfach nicht, Rapp!“ Beruhigend sprach der Arzt auf den Erregten ein, und seine Worte blieben nicht ohne Wirkung. „Sie sollen deshalb nicht gleich Ihre Liebe zu Grabe tragen, vielleicht kommt doch noch die Stunde, die Sie mit Margarete vereint! Ihre Frau haben Sie unglücklich gemacht, weil Sie ihr zu wenig an Vertrauen entgegenbrachten. Wollen Sie jetzt auch Margarete unglücklich machen? Sie würde Ihnen vielleicht als Gattin folgen, aber solange der Schatten Ihrer unschuldig verstoßenen Frau zwischen Ihnen und Margarete steht, wird dieser Ehe nie ein ungetrübtes Glück erblühen. Seien Sie ein Mann, Napp, kein Schwächling!“ Eine lange bedrückende Pause entstand. zes bereiterklärt hatten, nahm die Kreisgruppenleiterin für den Bereitschaftsdienst, Frl. Dubois=Schwerte, die Verpflichtung vor, wobei sie in eindrucksvoller Weise darauf hinwies, daß es eine Ehrenpflicht der deutschen Frauen und Mädchen sei, sich im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes für die Gesundheit und Wohlfahrt des Deutschen Volkes schulen zu lassen. Die Vorsitzende des Kreisfrauenvereins vom Roten Kreuz(Vaterl. Frauenverein), Frau Rohrmann=Schwerte, beglückwünschte die Lehrgangsteilnehmerinnen zu ihren Leistungen. Mit Worten des Dankes an den Kursusleiter und einem Sieg=Heil auf den Führer Adol Hitler, der aller Rotkreuzarbeit wieder einen neuen Inhalt gegeben hat, schloß die Zweigvereinsvorsitzende, Frau von der Becke, Hemer, die Veranstaltung. Anschließend versammelten sich die Lehrgangsteilnehmer und Gäste in der Kleinkinderschule in Sundwig, um sich darüber zu freuen, daß auch in Hemer der Gedanke des Roten Kreuzes unter den Mädchen Fuß gefaßt hat. Deutsche Frauen und Mädchen, die gewillt sind, in Treue zu Volk und Reich, im Geiste der nationalsozialistischen Bewegung Dienst im Roten Kreuz zu tun, sind jederzeit im Deutschen Roten Kreuz herzlich willkommen! ein geschlossener Besuch der Freilichtoper„Der Jäger von Soest“ geplant. An dieser Wohenendfahrt werden auch die Angehörigen der Kameraden teilnehmen. Geisecke, 29. Mai. Verpachtung eines Truppenübungsplatzes. Der etwa 750 Morgen große Truppenübungsplatz bei Hengsen soll auf 15 Jahre als Schafweide verpachtet werden. Syburg, 29. Mai. Diebstahl. Aus einem Bootshaus am Hengsteysee wurden einem Studenten von auswärts eine Herrenarmbanduhr mit silberner Kette und ein Halstuch gestohlen. Höchsten, 28. Mai. Freudiges Familienereignis im Pfarrhaus. Im Höchstener Pfarrhaus erblickten Drillinge das Licht der Welt. Die drei Söhne sind gefund und munter. Groß ist die Freude über dieses Ereignis nicht nur bei den Eltern, Pfarrer Rüter und Frau, sondern auch in der ganzen Gemeinde. gegen das Vorhaben können nur innerhalb einer Ausschlußfrist erhoben werden. Amt Ergste Ergste, 28. Mai. Gesegnetes Alter. Frau Minna Spiethoff geb. Marquis, Ergste, Bergstraße, war es in diesen Tagen vergönnt, ihren 83. Geburtstag zu feiern. Unsern herzlichen Glückwunsch nachträglich! Ergste, 29. Mai. Die Ruhrbadeanstalt bei Ergste ist wieder eröffnet worden. Hoffentlich läßt bald warmes Wetter auch hier einen tüchtigen Badebetrieb aufkommen. Ergste, 29. Mai. Geplante Wegeeinziehung. Es ist beabsichtigt, den in Flur 18 der Gemarkung Ergste über das Grundstück des Bauern H. T. führenden Fußpfad als öffentlichen Weg einzuziehen. Die Unterlagen liegen bei der Wegepolizeibehörde aus. Einsprüche Bis Rapp leise sagte:„Ich will mit Margarete sprechen.“ Da rief der Doktor nach ihr und ließ die beiden allein. *** Es gab nicht viel zu sprechen. Beide wußten wie es um sie stand. Sie setzten sich in die tiefen Stühle neben dem Schreibtisch, in denen sie früher manches Stündchen verplaudert hatten. Margarete hielt Georgs Hände in den ihren, sprach weich:„Du hast mir gesagt, daß du mich liebst, und das ist für mich ein Geschenk, eine Gnade! Und was nun auch kommen mag, ich liebe dich und ich werde dich immer lieben. Laß uns alles klären. Suche deine Frau und sprich dich mit ihr aus. Und wenn dann in euch beiden noch der Wunsch und Wille ist, wieder zusammen den Lebensweg zu gehen, tue es und denk nicht an mich!“ Da küßte er ihre Hände und sagte erschüttert:„Margarete... Schwester Margarete!... Noch nie hast du diesen Ehrennamen so verdient, wie in dieser Stunde, da du dich selbst überwunden hast! Du bist fürwahr eine Schwester... eine Mitschwester, die mit den Nächsten, den Armen, Kranken, Mühseligen und Beladenen fühlt. Oh, Margarete, wie klein bin ich gegen dich!“ „Still, Liebster!“ bat sie.„Wir wollen unsere Liebe in die Hand des Schicksals legen. Vielleicht ist es gnädig mit uns. Nun aber müssen wir uns trennen.“ Rapp erhob sich jäh. „Du willst von mir gehen?“ fragte er erschrocken. „Es muß sein, Georg, wenn unsere Liebe nicht Sünde werden soll! Ich will dir deine Pflicht nicht schwer machen. Wir sind nur schwache Menschen, du und ich, und die Liebe ist zwischen uns. Es wäre ein schlechtes Pflichterfüllen, Georg, würde ich bei dir bleiben. Nur eine Frau hat vorläufig ein Recht auf dich, die Frau, der du angetraut bist: Jane!" Aus dem Nachbargebiet Dortmund, 28. Mai. Von der Leiter gestürzt. Am Dienstag stürzte der Anstreicher Kurt D. aus der 1. Kampstraße beim Anstreichen des Hauses Rheinische Straße 168 von einer 6 Meter hohen Anlegeleiter und trug innere Verletzungen davon. Auf Anordnung des hinzugerufenen Arztes wurde er mit einem Krankenwagen den Städtischen Krankenanstalten zugeführt. Dortmund, 28. Mai. Tödlicher Verkehrsunfall. Dienstag stießen an der Ecke Rüschebrink= und Dorfstraße zwei Radfahrer zusammen, wobei ein Erwin B. aus der Dorfstraße einen schweren Schädelbruch erlitt. Er wurde in das Brüderkrankenhaus gebracht, wo er in der Nacht zum Mittwoch gegen 2 Uhr gestorben ist. Der zweite Radfahrer trug eine leichte Kopfverletzung davon. Dortmund, 29. Mai. Bluttat in der Arneckestraße. Mittwoch gegen 7,45 Uhr ereignete sich auf der Arneckestraße in Dortmund eine schwere Bluttat. In Höhe des Hauses Arneckestraße 72 wurde die auf dem Wege zu ihrer Dienststelle befindliche Klara B. aus der Schillingstraße von dem in ihrem Hause wohnenden 32jährigen Alfred V. mit einem Fahrrad eingeholt und durch Stiche mit einem stilettartigen Gegenstand in Brust und Rücken schwer verletzt. Durch das mutige Dazwischentreten einer Frau S. aus der Essenerstraße konnte weiteres Unheil verhütet werden. Der Täter, der anscheinend geistig nicht normal ist, wurde Mittwoch gegen 12 Uhr in seiner Gartenlaube von einem Kriminalbeamten festgenommen. Bei der Festnahme leistete er erheblichen Widerstand, konnte aber mit Hilfe eines Schutzpolizeibeamten überwältigt werden. Bad Oeynhausen, 28. Mai. Eine Dortmunderin wird vermißt. Die Hausgehilfin Hedwig Halstenberg aus Dortmund, wohnhaft bei dem Landwirt Sorhage in Bad Oeynhausen, Göringstraße 65, wird seit dem 21. Mai vermißt. Die Vermißte ist zuletzt in einem Herforder Lokal gesehen worden, wo sie sich in Begleitung eines Herrn befand. Nachrichten über die Vermißte und ihren Begleiter erbittet die Kriminalpolizei in Bad Oeynhausen(Rathaus). Siddinghausen, 28. Mai. Zu verführerisch! Dem Bauer Otto Sch. hierselbst wurde aus einer Dachkammer ein großer Schinken, den er am Fenster zum Trocknen aufgehängt hatte, entwendet. Meister auf der Schulbank Treffen ehemaliger Besucher der Braunschweiger Schule des Handwerks. Die Schule des deutschen Handwerks in Braunschweig ist seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus die Stätte der Fortbildung führender Handwerksmeister zwecks Ausrichtung auf die weltanschauliche und wirtschaftliche Zielsetzung des Dritten Reiches. Während des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. treffen sich nun alle die ehemaligen „Wohin willst du gehen, Margarete?“ „Weit... weit fort, übers Meer.“ „Und wenn ich frei sein sollte, wirst du dann kommen, wenn ich dich rufe?“ „Ja! Ich komme, Georg!“ *** Georg von Napp war ruhiger geworden. Margaretes Größe hatte ihn beschämt und zugleich stark gemacht. Er wollte neben ihr bestehen können.— Am Abend sagte Dr. Poeck zu ihm:„Janes Schwester will Sie besuchen, Napp.“ „Ich mag sie nicht sehen!“ stieß er hervor. Haß klang aus seiner Stimme. „So, Sie wollen die Unglückliche nicht sehen? Hm. Lassen Sie sich einmal von Joan Waagen erzählen!“ Und der Arzt schilderte ihm jene Stunde, die ihn mit Joan zusammengebracht, in der sie sich als gute Freunde die Hände gereicht hatten. Als er geendet, schüttelte Napp zweifelnd den Kopf. „Und Sie haben dieser Tänzerin geglaubt?“ „Ja, ich habe ihr gelaubt! Sie können mir schon zutrauen, daß ich Wahrheit von Lüge zu unterscheiden vermag. Joan Waagen ist ein wertvoller Mensch, das offenbarte sich mir sofort, als ich mit ihr sprach. Sie ist ein armes Geschöpf, das es schwer gehabt hat, sich zu behaupten und dabei... anständig zu bleiben.— Wollen Sie nun Joan Waagen empfangen?“ Rapp reichte ihm die Hand. „Ja, Doktor, sie soll mir willkommen sein.“ Am Abend kam Joan und Napp zitterte das Herz, als sie über die Schwelle trat, denn es schien ihm, als trete Jane ein. Die Aehnlichkeit war schier unheimlich. Margarete sah, wie Georg litt, und ging der Tänzerin liebenswürdig entgegen. „Seien Sie schönstens willkommen im Hause Rapp, Fräulein Joan!“ sagte sie herzlich. Ihre Worte taten der Fremden wohl Schüler dieser Schule, um wieder Fühlung miteinander aufzunehmen. Der Reichshandwerksmeister, der die Schule in Braunschweig geschaffen und ausgebaut hat, wird dieses Treffen benutzen, um im Kreise dieser Meisterschüler aktuelle Handwerksfragen der Gegenwart und Zukunft zu erörtern. Küchenzettel für die Woche vom 2. bis 7. Juni 1936. Dienstag: Schweinebratenreste, Stielmus und Kartoffeln. Mittwoch: Suppe aus Erbswurst, Quark= keulchen mit Marmeladentunke. Donnerstag: Spargelauflauf, Stachelbeerspeise. Freitag: Gebackener Rotbarsch mit Spinat und Kartoffeln. Samstag: Kartoffelsuppe mit Fleischklößen. Sonntag: Rhabarbersuppe mit Grießklößen, Rinderlende mit frischen Gemüsen, Kartoffeln oder Salat, Weingelee mit Vanilletunke. Haltet Erntepläne bereit! Hand in Hand mit der vermehrten Erzeugung muß auch eine Verringerung der Verluste bei der Ernte gehen, damit möglichst die gesamte Ernte der deutschen Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Mag der Verlust im eigenen Betriebe auch nur einen geringen Anteil ausmachen, so ist dieser, für das ganze Reichsgebiet gesehen, doch ganz erheblich. Jeder muß dabei mithelfen, die Verluste so klein wie möglich zu halten. Besonders groß sind die Ausfälle bei der Rapsernte, die sich allerdings erheblich vermindern lassen, wenn Rapserntepläne zur Verwendung kommen. Die Beschaffung dieser Pläne macht keine Schwierigkeiten. Auf jedem Hof sind sicher alte Düngersäcke vorhanden, die sich gut zu derartigen Plänen zusammennähen lassen. Besonders sind dafür Thomassäcke geeignet. Wenn man allerdings diese Säcke anderweitig verwendet hat, so macht sich auch eine Neubeschaffung von Ernteplänen bald bezahlt. Um den Bezug möglichst billig zu gestalten, hat die Landesbauernschaft von verschiedenen Firmen Angebote eingeholt, die den Kreisbauernschaften zugestellt werden, sodaß von diesen Sammelbestellungen vorgenommen werden können. Allerdings ist eine rechtzeitige Bestellung notwendig, damit eine pünktliche Lieferung zur Ernte gewährleistet ist. Denkt deshalb an die rechtzeitige Bestellung von Ernteplänen. Briefkasten Arbeitskameraden Nickelwerk. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Arbeitsbiene beträgt im Sommer 35 Tage. Im Winter dagegen, wo die Bruttätigkeit aussetzt, leben die Arbeitsbienen bei verhältnismäßiger Ruhe 7 bis 8 Monate lang. Ein Bienenvolk hat 20 000 bis 70000 Arbeitsbienen. Die Lebensdauer der Königin beträgt meist 2—3 Jahre. Alter Eisenbahner: Die Ludwigseisenbahn, von Nürnberg nach Fürth, die erste deutsche Eisenbahn(1835) hatte neben dem Dampfbetrieb auch Pferdebetrieb. Anfangs überwog der Pferdebetrieb; er wurde jedoch allmählich verdrängt, bis er 1862 ganz aufhörte. Dann machte Margarete den Besuch mit Rapp bekannt, der wie gebannt dastand. „Ich begrüße Sie in meinem Hause,“ brachte er mühsam heraus und bat den Gast Platz zu nehmen. „Herr von Napp,“ sagte Joan leise,„als ich nach Hamburg kam, ahnte ich nicht, daß hier jener Mann lebt, der mit meiner Schwester, von der mich das Schicksal als zwölfjähriges Kind schon gerissen hat, verheiratet gewesen ist... und daß einst meinetwegen dieses Band zerriß. Das tut mir sehr weh, Herr von Rapp. Wissen Sie nicht, wo Jane weilt?“ „Nein! Ich... ich habe seit vielen Jahren kein Lebenszeichen mehr von ihr. Das Geld, das ich regelmäßig überweisen ließ, ist immer zurückgekommen. Schließlich ließ ich die Ueberweisungen einstellen.“ „Und was werden Sie nun unternehmen, Herr von Rapp?“ Sie hat eine warme, gütige Stimme, dachte er. Wie Jane! Ob sie noch lebt? Joan ist schön, das Bild einer Frau! Ob Jane... heute auch noch so schön ist? „Ich will von neuem nach Jane forschen und ich hoffe sie zu finden.“ „Und dann?“ Rapp blickte hilfesuchend auf Margarete. „Dann wird Herr von Rapp sein Schicksal in Frau Janes Hände legen,“ fiel sie ein. Die Tänzerin sah sie an, nahm unrermittelt in tiefer Bewegung die Mädchenhände und küßte sie. „Nicht!“ bat Margarete. Sie war sehr blaß geworden. Es ging fast über ihre Kraft, über ihr eigenes Schicksal zu verhandeln. Das Gespräch wollte nicht wieder in Fluß kommen. Rapp blieb einsilbig, und allen war es eine Erleichterung, als er sich zurückzog und die drei Menschen allein ließ. (Fortsetzung folgt.) „" e Ahettktutr? Unnerfachung der deutschen Gerser Richtlinien der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung Gefängnis für entmenschten Vater Dortmund. Vor dem Dortmunder Schöffengericht hatte sich der 35jährige Heinrich Reddin aus Heeren=Werve wegen Kindesmißhandlung zu verantworten. Mitangeklagt war auch seine Ehefrau. Ihnen wird zur Last gelegt, ihre jetzt 3½. jährige Tochter Hildegard in unmenschlicher Weise geschlagen und mißhandelt zu haben. Reddin ist bereits wegen Mißhandlung der damals kaum einjährigen Hildegard im Jahre 1934 zu fünf Monaten Gefängnis bestraft. Das Kind kam seinerzeit in ein Kinderheim, aus dem es aber auf Antrag des Vaters im Mai 1935 wieder entlassen wurde. Nicht lange, und die Mißhandlungen des kleinen Kindes setzten wieder ein, an denen sich nunmehr auch die wegen ihrer liederlichen Haushaltsführung zur Erziehung und Pflege des Kindes völlig ungeeignete Mutter beteiligte, die sich nicht um ihr kleines Mädchen kümmerte und es völlig verkommen ließ. Als Zeugen vernommene Hausbewohner sagten über die Verhältnisse in der Familie R. aus. Zur Mißhandlung des Kindes benutzten die„Eltern" Teppichklopfer, Riemen und Stock. Das Gericht stellte beiden Angeklagten das Zeugnis der Unfähigkeit und Ungeeignetheit zur Kindeserziehung aus und verurteilte R. zu acht Monaten Gefängnis, während Frau R. mit drei Monaten Gefängnis davonkam. Das deutsche Dorf als volksbiologisches Wesen und Keimzelle der Volksgemeinschaft soll im Vordergrunde der Volksforschung stehen. Von diesem Grundsatz ausgehend, hat die Akademie für Landesforschung und Reichsplanung Richtlinien für Dorfuntersuchungen gegeben, über die Dr. Janssen in der„Reichsplanung" berichtet. Millionen wurzellos gewordener erbgesunder Bauern=, Arbeiter= und Handwerkersöhne versumpften in elenden Hinterhäusern und verdorrten seelisch auf dem Abfall der Großstadt. Die seelischen und wirtschaftlichen Untergründe der Landflucht zu erkennen, sei ein vordringliches Ziel der Dorfforschung. Der Referent weist dann auf die sieben großen Hauptgegenstände der neuen Forschung hin: äußere Gegebenheiten, Geschichtliches, Wirtschaftsleben und sozialer Aufbau, Gemeinschaftsleben, Wohnverhältnisse, Anschauungswelt und feste Formen der arteigenen Kultur. Dabei soll im einzelnen u. a. geklärt werden, wie sich die Einwohnerschaft der Dörfer nach Ständen und Alter zusammensetzt, wie die Bevölkerungsbewegung läuft(Heiraten, Geburten, Sterbefälle), wie sich in Familie, Hausgemeinschaft, Nachbarschaft, Dorf=, Kirchspielund Landschaftsgemeinschaft das Gemeinschaftsleben zeigt. Eine Dorfuntersuchung könne niemals allein durch Fragebogen bewältigt werden, sondern bedürfe der starken Brücke persönlichen Vertrauens von Mensch zu Mensch. Fragen seien auf das notwendigste Maß zu beschränken. Es solle immer der Fachmann gefragt werden, so zunächst die Führenden im Ort von Staat und Bewegung, gegebenenfalls auch der Lehrer und Pfarrer. Schäfer und Imker könnten etwa nach Wetterregeln und Heilpflanzen, die Hebamme nach dem Brauchtum bei Geburt und Taufe, der Maurer und Zimmermann nach Handwerksbräuchen, der Totengräber nach dem Brauchtum bei Tod und Beerdigung gefragt werden. Mundproben seien am wertvollsten, wenn sie in Lautschrift aufgeschrieben werden. Auch müßten Sippschaftstafeln gezeichnet werden. Der Referent empfiehlt die Gruppenarbeitsweise und hofft, daß insbesondere studentischer Einsatzwille zur politischen Wissenschaft sich hier auswirkt. Lutherischer Kirchentag von Minden=Ravensberg Herford. Der 3. Lutherische Kirchentag von Minden=Ravensberg und die Lutherische Konferenz vereinigte zahlreiche Teilnehmer aus dem ganzen Lande in Enger und Herford. Der Kirchentag fand in der alten Dionysius=Kirche in Enger, in der Widukinds Gebeine ruhen, statt. Nach Einleitung durch Pfarrer Klein=Eckardtsheim sprach Dr. Lije=Berlin über„Das lutherische Bekenntnis und die kirchliche Entscheidung" und bezeichnete den Kirchentag nicht nur als Heerschau, sondern auch als Tag der Selbstprüfung. Die Haupttagung der Lutherischen Konferenz in Minden=Ravensberg fand im Evangelischen Vereinshaus in Herford wiederum bei starker Beteiligung statt. Reichstagung des Mechanikerhandwerks in Bielefeld Bielefeld. Vom 10. bis 15. Juni findet in Bielefeld die Reichstagung des Reichsinnungsverbandes des Mechanikerhandwerks und des Reichsverbandes des Deutschen Fahrradeinzelhandels statt, die mit einer Fachausstellung der Fahrrad=, Nähmaschinen= und Büromaschinenindustrie verbunden ist. Reichshandwerksmeister Schmidt und der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Dr. Hayler werden am Sonntag, 14. Juni, auf den Generalversammlungen des Reichsinnungsverbandes und der Fachgruppe 19 (Fahrräder) sprechen. Am Sonntag veranstaltet die Stadt Bielefeld eine öffentliche Begrüßung sämtlicher Teilnehmer und einen Empfang der 1200 Sternfahrer des Fachamtes Radsport im Reichsbund für Leibesübungen. Flachsanbau als Hitlerfreispende Andernach. Die Ortsbauernschaft Andernach hat ein zwei Morgen großes Grundstück als Hitlerfreispende für den Flachsanbau zur Verfügung gestellt. Das bereits bestellte Feld wurde ven Rektoren der Andernacher Volksschulen und dem Schulungsleiter der Jugendherberge Krahnenberg zur Erntung und Betreuung durch die Jugend übergeben. Die Ortsbauernschaft Andernach erzielte im vergangenen Jahre auf einem Gelände von 10 Morgen einen Flachsertrag von etwa 250 Zentner. Der Ertrag der jetzt zur Verfügung stehenden Grundstücks reicht für die Herstellung der Drillichbekleidung einer starken Kompagnie. Am Großsender in Langenberg Die Entwicklung des Kundfunks im Westen Langenberg. Am Mittwoch veranstaltete die ranordnung ist die allmähliche Steigerung einer kleiOre 7 Reichspostdirektion Köln eine Fahrt nach Langen=nen Sende= und Anfangsleistung auf eine Röhrenberg, um den Vertretern der Presse Gelegenheit zu einer Besichtigung des Großrundfunksenders Langenberg zu geben. In Langenberg begrüßte der Prähident der Reichspostdirektion. Ziegler, die fahrtteilnehmer, u. a. auch den Intendanten des Reichssenders Köln, Dr. Glasmeier, und den Vertreter des Reichspostdirektionspräsidenten Düsseldorf. Abteilungsdirektor Steinmann. Dann wurden die Anlagen des Großsenders besichtigt. Als Betrieb der Deutschen Reichspost ist der Sender der Reichspostdirektion Düsseldorf unterstellt und dient zur Verbreitung der Darbietungen der Westdeutschen Programmdienststelle des Reichssenders Köln. Seit seiner Inbetriebnahme 1926 wurde er mehrfach umgestaltet und erweitert, wobei seine Leistung von 17 auf 100 Kilowatt gesteigert wurde. Die technische Anlage enthält 14 Hochspannungsschalt= und Transformatorenkammern, einen Maschinenraum und einen Senderaum, sowie im Kellergeschoß den Meß=Rückkühlungs= und Filterraum zur Ausschaltung unerwünschter elektrischer Nebenschwingungen. Besondere Maßnahmen gegen Geräuschübertragung sind in allen diesen Räumen getroffen. Ueber die technische Einrichtung sei in groben Zügen folgendes gesagt: Die Stromversorgung geschieht durch einen dreiphasigen Drehstrom von 5000 Volt, der durch einen Quecksilber=Gleichrichter in Gleichstrom verwandelt und auf 12000 Volt Spannung gebracht wird. Der Stromverbrauch des Senders beträgt jährlich 3 Millionen Kilowattstunden. Der Sender selbst setzt sich aus sieben Senderstufen zusammen. In Stufe 1 wird die Trägerwelle. auf die Sendefrequenz von 658 Kilohertz mit Hilfe eines Quarzkristalls geeicht, erzeugt. Die Ueberlagerung der Trägerwellen mit den Sprach= und Musikschwingungen erfolgt in Stufe 5. Zweck der Stufenleistung von 600 Kilowatt. Die in den beiden letzten Stufen entstehende erhebliche Stromwärme wird ständig durch destilliertes Kühlwasser abgeleitet, wobei durch einen zweiten Wasserkreislauf das destillierte Wasser wieder zurückgekühlt wird. Die Regulierung und Ueberwachung der Sendung sowie die Bedienung des Senders geschieht vom Kommandopult des Senderaumes aus. Endverstärkerund Ueberwachungsgestell sowie die weiteren Sendenebenteile vervollständigen die Ausrüstung. Die Verbindung zwischen Sendegebäude und Antennenanlage bildet ein Hochfrequenz=Energiekabel. Die heutige Antennenanlage, als Ersatz für die mit dem Umsturz des 160 Meter hohen bölzernen Antennenturmes am 10. Oktober 1935 vernichtete Anlage aufgebaut, besteht aus drei Holztürmen von je 45 Meter Höhe, zwischen denen drei dreidrähtige T=Antennen aufgehängt sind, deren Niederführungen im Abstimmhaus zwischen den Türmen enden. Vom Fußpunkt der Antenne aus ist das Erdungsnetz strahlenförmig zum Erdboden verlegt. Eine Drehlinsenbeleuchtungsanlage kennzeichnet nachts die Türme, um die Luftfahrt vor Gefahren zu schützen. Diese Turmanlagen gelten noch als Zwischenlösung. Man hat gestern einen hundert Meter hohen Meßturm errichtet, um all die Messungen vorzunehmen, die für die Erstellung des endgültigen neuen Langenberger Sendeturmes notwendig sind. Neben dieser interessanten Besichtigung bot die Fahrt Gelegenheit, die außerordentlich enge Zusammenarbeit zwischen Reichspost und Reichssender Köln sowie die modernsten Verkehrsmittel der Reichspost kennen zu lernen. Der Intendant des Reichssenders Köln, Dr. Glasmeier, fand für diese reibungslose Zusammenarbeit sehr anerkennende Worte. Gate unn Andunt=Helehnl Junger Hochstapler vor der Bielefelder Strafkammer Bielefeld. Der heute 24 Jahre alte Heinz Günther Obst hätte es bestimmt nicht nötig gehabt, mit dem Gefängnis Bekanntschaft zu machen. Als er drei Jahre alt war, wurde er von einem Breslauer Professor an Kindes Statt angenommen, und sein Adoptivvater tat in der Folgezeit alles, um ihm den Lebensweg zu ebnen. Keme Anrechnung der Ernngeider Der Wunschmusikus und die heimlich verheiratete Köchin— Zwei fristlos Entlassene am Arbeitsgericht Köln. Ein Musiker, der in einer Kölner Wirtschaft fristlos entlassen worden war, klagte am Prcbelserich auf Sahane vor Gre G3k Arbeilsgericht auf Zahlung von 200 RM. als Kündigungsentschädigung, zu wenig erhaltenen Tariflohn und Entschädigung für nicht gewährte Freitage. Nach dem Tarif ständen ihm täglich 7,50 RM. zu, er habe aber nur 4 RM. täglich erhalten. Der Wirt, als Beklagter, sagte dagegen, der Musiker habe mindestens 100 RM. wöchentlich verdient, denn er habe Abend für Abend selbst bei den Gästen kassiert, wie das bei Musikern, die auf Wunsch jedem Gast sein Lieblingsopus vorspielen, üblich ist. Einen freien Tag habe er nie verlangt, und mit seinem Lohn sei er stets zufrieden gewesen. Das Gericht stellte fest, daß nach der vom Treuhänder der Arbeit erlassenen Tarifordnung solche Trinkgelder für bestellte Musik nicht bei der Entlohnung in Rechnung gestellt werden können, und ferner, daß dem Musiker wöchentlich ein freier Tag zustand. Man einigte sich auf 70 RM., nach deren Erhalt der Musiker zufrieden abzog. Das gleiche Schicksal, das den Musiker ereilt hat, trieb eine Kaffeeköchin vor die Schranken des Gerichts, die ebenfalls auf Kündigungsentschädigung klagte. Der Grund für ihre fristlose Entlassung war darin gesehen worden, daß sie heimlich verheiratet war und in ihrer eigenen Wohnung schlief. Der Beklagte wollte sie beim Eintritt gefragt haben, ob sie ledig sei, was die Köchin bejaht habe. Erst später habe sich herausgestellt, daß sie verheiratet war und nicht auf dem ihr zugewiesenen Zimmer schlief, sondern abends das Hotel verließ. Die Köchin aber konnte durch mehrere aufmarschierende Zeugen beweisen, daß man die Tatsache ihrer Ehe, obschon man inzwischen davon wußte, erst jetzt zum Grund fristloser Entlassung genommen habe, und ferner, daß man ihr nie verwehrt habe, in ihrer eigenen Wohnung zu schlafen. Der Beklagte mußte sich dahin belehren lassen, daß kein Grund zur fristlosen Entlassung vorlag. Er hätte die Köchin zunächst verwarnen müssen. Da dies nicht geschehen war, lag keine beharrliche Verweigerung der ihr obllegenden dienstlichen Pflichten vor. Die eingeklagte Kündigungsentschädigung wurde der Köchin zugesprochen. Der Bengel aber belohnte die Güte schlecht. Trotz guter Befähigung versagte er auf dem Gymnasium vollkommen. Das braucht noch nicht tragisch genommen zu werden. Der Professor versuchte es mit einem anständigen Handwerk. Hier brannte Heinz Günther seinem Lehrmeister mehrere Male durch. Schließlich mußte er in einer Erziehungsanstalt untergebracht werden. Später machte er allerhand Geschäfte. Jedenfalls war sein Lebenswandel so, daß der Adoptivvater sich veranlaßt sah, die Annahme an Kindes Statt im Jahre 1933 rückgängig zu machen. Ende 1933 wurde O. dann auch zum erstenmal straffällig, und zwar erhielt er wegen eines politischen Vergehens eine Gefängnisstrafe. In den Jahren 1934 und 1935 war O., der sich jetzt vor der Bielefelder Strafkammer zu verantworten hatte, als Provisionsvertreter für einen Mannheimer Kunstmaler beschäftigt, und zwar holte er Bestellungen auf Familienporträts ein. Da die Geschäfte nicht zum Besten gingen, machte sich der Angeklagte der verschiedensten Betrügereien schuldig. Unter Bezugnahme auf seinen angesehenen Vater, der aber, wie erwähnt, längst das Verhältnis zu dem ungeratenen Adoptivsohn gelöst hatte, betrog er Geschäftsleute, Wirte und Privatpersonen. In verschiedenen Fällen legte er sich den Doktortitel zu und klagte über die Notlage lage des akademischen Proletariats, in anderen becke und Gütersloh gab. lefeld, In einigen Fällen, die vor August 1934 lagen, wurde das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt. In anderen Fällen sah das Gericht eine fortgesetzte Handlung an und verhängte wegen Betruges und unberechtigter Titelführung ein Jahr und eine Woche Gefängnis. Das Gericht betonte, daß nach seiner Ueberzeugung das Schuldkonto des Angeklagten weit größer sei und daß die hier erörterten Fälle wahrscheinlich nur einen Bruchteil ausmachten. Englische Gäste in Köln Empfang im Rathaus Köln. Etwa 110 Mitglieder des prominenten „City Livery Club“ London, die zum ersten Male über Köln eine nach Baden=Baden führende Deutschlandreise unternehmen, trafen mit ihrem Präsidenten, Sir George Broadbridge, dem kommenden Oberbürgermeister von London, in der Hansestadt Köln ein. Die Gäste wurden im Kölner Rathaus empfangen. Beigeordneter Ebel richtete im Auftrage des Oberbürgermeisters Dr. Riesen herzliche Worte des Willkommens an sie. Er wies auf die vielfachen, namentlich wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Köln und London hin, die bereits bis auf das Mittelalter zurückgehen. Der Präsident des City Livery Club, Sir Breadbridge, dankte im Namen der Gäste für den herzlichen Empfang. Für sie alle sei der Besuch Deutschlands, des wundervollen Landes, von größtem Interesse. Auch erinnerte er an die vielfachen, Jahrhundete alten Beziehungen beider Städte. Er hoffe, daß dieser Besuch dazu beitragen werde, die Freundschaft zwischen England und Deutschland zu stärken und zu festigen.— Nach dem Empfang besichtigten die Gäste das Rathaus und den Dom. halb so wild Neuß. Erst Mittwoch morgen ließen sich die Auswirkungen des Brandes in der Neußer Pavier= und Pergamentfabrik ganz übersehen. Die Balatum=Fabrik, die den größten Teil des Neußer Betriebes darstellt, konnte völlig vor Schaden bewahrt werden, sodaß dieser Teil des Betriebes die Arbeit in vollem Umfange wieder aufnehmen kann. In der Papierfabrikation, in der 50 Personen, meist Mädchen, beschäftigt sind, kann durch Umstellung in aller Kürze die Arbeit auch wieder aufgenommen werden.— Um 5 Uhr in der Frühe konnten die Wehren unter Zurücklassung einer starken Brandwache abrücken. Die schnelle Ausbreitung des Feuers erweckte zunächst den Eindruck einer großen Katastrophe. Glücklicherweise stellte sich bald heraus, daß nach dem tüchtigen Einsatz der Wehren diese Befürchtung nicht zutraf. Immer wieder neue 14 600 RM. unter den Klosettdeckel genagelt Trier. Am 14. Dezember vorigen Jahres benutzte ein jüdischer Kaufmann namens Bravmann aus Würzburg von Trier aus einen luxemburgischen Zug. In seinem Abteil saß noch ein junger Mann, dem das eigenartige Benehmen des Mitreisenden auffiel, der öfters zum Klosett ging und immer längere Zeit dort blieb. Kurz vor dem Zollbahnhof Igel begab sich der junge Mann in den Klosettraum, und als er unter den Klosettdeckel griff, spürte er dort ein festgenageltes Paketchen, das mit schwarzem Papter umhüllt war. Er öffnete es und fand darin eine Anzahl deutscher Reichsbanknoten. In Igel übergab er das Päckchen der Zollbehörde, die den Mitreisenden festnahm. Dieser bestritt, Eigentümer des Geldes zu sein, wurde aber wegen dringenden Verdachts in Haft genommen. Einige Tage später gestand er dann ein, daß er zu seinem Bruder, der schon längere Zeit in Luxemburg wohne, habe ziehen wollen. Von dem Geld hätten 12000 RM. seinem Bruder gehört und 2600 RM. ihm selbst. Jetzt hatte er sich vor der Großen Strafkammer in Trier zu verantworten, wo er sein früheres Geständnis wiederholte. Die Strafe lautete auf 18 Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, 30000 RM. Geldstrafe oder weitere 10 Monate Gefängnis und Einziehung des beschlagnahmten Geldbetrages. Der erste Radfernweg eröffnet Köln. Westdeutschland besitzt den ersten Radfernweg, der unter Benutzung der halbfertigen Bahnstrecke Liblar—Dornau von Weilerswist nach Ahrweiler führt und demnächst Anschluß bis Köln erhält. Die Eröffnung fand am Mittwoch statt. Eine stattliche Anzahl Gäste hatte sich hierzu eingefunden, u. a. Vertreter der Regierungen von Koblenz, Köln und Düsseldorf, der drei beteiligten Landkreise, der Reichsbahn, die den Bahnkörper unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, ferner Vertreter der Gau= und Kreisleitungen der Partei. Als Vorsitzender des rheinisch=westfälischen Ausschusses für den Bau von Radfahrwegen nahm Regierungspräsident Schmid dann die Eröffnung vor. Opfer der Arbeit— Freitod auf den Schienen Gladbeck. Der 17jährige Abnehmer Willy Raupach aus Gladbeck erlitt bei einem Unfall im Untertagebetrieb der Zeche Moltke einen Wirbelsäulenbruch; er starb einige Stunden nach dem Unfall. An der Gladbecker Grenze am Streckenposten 15,8 wurde am Donnerstagmorgen der Bergmann Alfred Springer aus Buer tot aufgefunden. Der Kopf war dem Toten vom Rumpf getrennt. Die Ermittlungen ergaben, daß der Mann Selbstmord verübt hat. PFe Bur Kohfat Romar von Martiese Kölling Copyright by Horn-Verlag— Berlin W 35 „Du, Peter, es ist ja sehr schön, der Vergleich mit dem Weizenfeld, und stimmen tut es auch. Nur— hast du dich etwa in meine Kusine Friede verliebt?“ „Verrückt, Wulffl“. Peter fühlte zu seiner Befriedigung, diesmal klang es echt.„Ich habe weiß Gott anderes zu denken, als mich zu verlieben. Ich denke nur daran, hier wieder eine ordentliche Arbeit zu kriegen. Warum fragst du mich denn eigentlich? Solltest du etwa——?“ Er hielt das Lächeln um seinen Mund fest. Wulff sollte nicht spüren, wie diese Frage ihn erschreckt hatte, was er plötzlich fürchtete. Jetzt wurde Wulff rot:„Hast recht, mein Alter. Weißt doch, man sucht keinen hinterm Busch, wenn man nicht selbst dahintergesteckt hat. Glaube mir oder glaube mir's nicht: ich hab mich verdammt in meine Kusine Friede verknallt. Vorläufig allerdings, scheint mir, noch etwas einseitig.“ Peter räusperte sich:„Na, was nicht ist, kann ja noch werden.“ „Hoffe ich auch, Peter. Nur, du kannst begreifen, der Gedanke, daß du mir vielleicht ins Gehege kommen könntest— aber das tust du doch nicht, Peter?“ „Wulff, laß das doch. Glaubst du, ich vergesse, was ich deinen Eltern und dir danke? Meine ganze Existenz und daß ich etwas geworden bin. Und da sollte ich——“, seine Stimme klang belegt,„dir irgendwo im Wege sein?“ „Stopp, mein Junge. Dankbarkeit ist Dankbarkeit. Liebe ist Liebe. Dazwischen gibt es keinen Kuddelmuddel. Wenn du Friede gern hättest— aber du hast sie ja nicht gern in diesem Sinne.“ Peters Stimme klang noch belegter: „Nein.“ Wulff lachte auf, förmlich befreit. „Siehst du, so ist man nun. Völlig besessen von der Idee, das geliebte Mädel müßte das Wunschobjekt für sämtliche Männer in Europa und Umgegend sein. Einfach blödsinnig wird man dann. Wenn ich ein bißchen nachgedacht hätte, hätte ich gar nicht soviel zu quatschen brauchen. Ich habe ja den besten Beweis, daß du irgend wo anders mit deinen Gedanken verankert bist.“ Peter Ott atmete auf. Gott sei Dank, endlich lenkte Wulff von diesem qualvollen Gespräch ab. „So, du Detektiv, verrate mir mal wo? Ich habe nämlich keine Ahnung.“ „Ach, wirklich?“ Wulff musterte Peter belustist.„Sog' mal auf Ehre und Gewissen, wie 's denn mit deinem Herzen? Da kommen doch allerhand Briefe und immer dieselbe Handschrift und immer derselbe Absender: Conchita N.“ Peter wurde rot: „Ach, das ist die Tochter des Besitzers der südamerikanischen Hazienda in Durango. Du weißt, dort habe ich ein paar Jahre gearbeitet. Aber es ist nichts Ernstliches zwischen Conchita und mir. Wir sind nur gute Freunde.“ „Natürlich nur“, sagte Wulff ehrbar.„Ich kenne es gar nicht anders, als daß gute Freunde sich alle Tage schreiben. Wir haben uns doch auch alle Tage geschrieben, Peter, nicht?“ Peter Ott lachte:„Dein Mundwerk ist auch unvergänglich, Wulff.“ „Das Beste an mir, Prost!“ Er hob sein Glas mit Rheinwein gegen Peter Ottt.„Wie findest du meinen neuen Besitz, Peter“, sagte er,„hübsch, nicht?“ „Fürstlich, Wulff. Großartig.“ Peter sah sich um. Die beiden jungen Männer saßen unter dem Sonnendach, daß die riesige Terasse von Villa Legien überschattete. Zu ihren Füßen lagen weite, grüne Grasmatten, nur hin und wieder unterbrochen von mächtigen Trauerweiden, deren lange, weiche Gerten tief auf den Boden herabhingen. Weiterhin verlor sich der Park in wunderbar angeordnete Baumgruppen, die farbig gegeneinander abgetönt waren. Schwarz=rote Blutbuchen standen gegen helle Birken. Silbertannen gaben den Hintergrund für lichte Frühlingssträucher. Hinten auf einem der Rasenplätze stand ein Wassersprüher. Die untergehende Abendsonne ließ das rieselnde Naß in den buntesten Regenbogenfarben aufleuchten. Ein Gärtner ging in blaugestreifter Leinenbluse, die Hacke über der Schulter, dem Gemüsegarten zu. Wotan und Jupiter, zwei mächtige Bernhardinerhunde, tollten zwischen ihnen umher. Peter Ott ließ seine Augen noch immer verträumt umherschweifen. Hier herein gehört ein Mensch wie Friede, dachte er plötzlich, hier herein in daete, Val am Tasior-Reichen. Geschmaa. „Sag einmal, Peter“, unterbrach Wulff Legien die nachdenkliche Stelle,„gehört es eigentlich zu deinen moralischen Anschauungen, so angezogen zu gehen, wie du es tust? Ich glaube, einen schlechteren Schneider als du hast, findest du in ganz Europa nicht.“ Etwas beschämt sah Peter an sich herunter: „Findest du? Weißt du, in den ganzen Jahren habe ich es verlernt, sehr auf mich zu sehen. hate, aber Biulfsfe Ermähnung Friep.u 9a drüben hatte ich, andere Sorgen. Da galt es nicht zu verhungern und Arbeit zu finplötzlich alles an Sehnsucht in ihm hochgetrieben. den. Harte Jahre, Wusfs.“ uind, davon hast du mir ja gar nichts #lt.“ else war ehrlich bekümmert. Friede zuckte die Schultern: „Ach, Telse“, sagte sie müde,„wenn ich dir die ganzen Mißlichkeiten immer auftischen wollte! Am besten, Schwamm darüber. Aber siehst du, bei meinen Kindern im Norden und im Osten, da verdiene ich zwar nichts, aber erstens kann ich etwas nützen und zweitens habe ich Freude an der gymnastischen Arbeit bei mir. Und Freude, die ist denen so nötig wie das tägliche Brot.“ „Aber Brot muß auch sein, Friede. Auch für uns. Vielleicht fängst du es doch falsch an. Schön und gut, du sollst ja die armen Menschen nicht aufgeben, aber dafür auf andere Weise Ersatz suchen. Mädel, dein Name als Turnierreiterin sollte kein Zugmittel sein für reiche Schüler?“ „Aber Telse, du kennst mich doch, das wäre das Allerletzte, Reklame damit zu machen? Nein, Telse, sieh mal, es ist etwas Wunderbares, etwas Großes, wenn man so alle Nerven und Kraft daransetzt, als Erster durchs Ziel zu kommen. Und daß ich es auf Fanfare erreiche, auf einem deutschen Pferde, ich ganz allein, ohne irgendwelche Hilfe und Unterstützung, daß ich die deutschen Farben auch draußen zum Siege bringe, Telse, das ist wie eine Lebensaufgabe. Dann bin ich stolz, Telse. Aber in einem anderen Sinne. Nicht hochmütig, eher dankbar! And das alles soll ich benutzen, gleichsam als Lockmittel, um Schülerinnen heranzuziehen? Ich kann das nicht.“ 2. Kapitel. Peter Ott wohnte nun schon ein paar Wochen bei Wulff von Legien. Aber seine geheime Hoffnung, Friede einmal wiederzusehen, war bisher vergeblich gewesen. Komisch war das mit Friede von Stetten und ihm. Ihr Zusammensein war immer eigentümlich sporadisch. Zweimal in der Jugend— dann Jahre um Jahre nicht.— Wie lange war das jetzt her, daß er die großen Ferien gemeinsam mit Wulff auf Wurlitzerode verbringen durfte? Hastig rechnete er nach. Zehn, m fünfzehn Jahre. Frau von Legien war damals mit ihrem Mann über den Oezan gereist, um ihre amerikanischen Interessen in Ordnung zu bringen. Da wurde Wulff zu seiner Tante auf das Gut im Harz geschickt, und er selbst als unzertrennlicher Spielkamerad und Pflegesohn der F nilie Legien ging natürlich mit. Dort lernte er Friede zum ersten Male kennen. Sie war damals vier Jahre alt. Bald war er ihr erklärter Beschützer und war glücklich über das Zutrauen des zierlichen blonden Dingelchens. Lulff kümmerte sich weniger um Friede. „Solch kleines Baby“, wie er verächtlich im Vollbewußtsein seiner zehn Jahre sagte, käme für ihn nicht in Betracht. Für Peter aber, der weder Vater noch Mutter noch Geschwister hatte, war die Liebe und Zutraulichkeit der kleinen Friede etwas ganz Neues und Köstliches. „Und wenn ich groß bin, heirate ich dich“, erklärte Friede eines Tages energisch, als er sie vor einer harmlosen Blindschleiche gerettet hatte. Dieses kindliche Wort war in Peters Ohren haften geblieben. Er hatte oft an die kleine Friede gedacht. Auch später, als er hinaus in die Welt ging, weil er sich mit Wulff entzweit hatte. Wulff hatte, leichtsinnig und gedankenlos wie er war, in Bonn eine Liebschaft angeknüpft mit einem Mädel, das Peter zu schade schien, so genommen und dann fortgeworfen zu werden. Da hatte es eine böse Auseinandersetzung gegeben. Peter hatte Wulff die Unterstützung vor die Füße geworfen und war mittellos hinaus in die Welt gegangen. Nun lag dieses Zerwürfnis längst hinter ihm und Wulff. Er war zurückgekommen und Wulff hatte ihn mit wirklicher Freude begrüßt. „Du hast damals sehr recht gehabt, mein Alter“, hatte er ihm sofort beim Wiedersehen erklärt,„ich war ein leichtsinniger Hund.“ „Wenn ich alle die hätte heiraten wollen, von denen ich gedacht habe, die oder keine, dann wäre ein Mormone gar nichts gegen mich. Also muß ich dir nur dankbar sein, Peter. Um so mehr, als ich jetzt—“, er hörte mitten im Satz auf, schaute mit einem versonnenen Blick vor sich hin. Auch Peter sagte nichts. Er wußte genau, woran Wulff Legien dachte— an Friede.— „Hast du übrigens Friede neulich länger gesprochen, Peter?“ fragte er ganz unvermittelt. Peter Ott sah ihn ganz erstaunt an. Wie kam Wulff plötzlich auf Friede? Wulff wurde unvermittelt rot: „Es fiel mir nur so ein, weil ihr neulich euch doch draußen bei der Reitbahn begegnet seid. Schön ist sie geworden, die Friede, nicht wahr? Wie findest du sie denn?“ „So deutsch, blühend. Als ich sie neulich wiedersah, mußte ich plötzlich denken, wie ein Weizenfeld, Wulff, mit diesem Erdhafzen und Kraftvollen und diesem Blond. Siehst du, selbst so ein primiviver Halbindianer wie ich kann poetis“) sein.“ Peter Ott versuchte einen burschikosen Ton, er schämte sich plötzlich, daß es ihn so übermannt „Die du nicht nötig gehabt hättest“, lag es Wulff Legien auf den Lippen. Aber er unterückte die Bemerkung. Wozu sollte er seinen *•. von Kultuc, Reichtum und drückte die Bemerkung. Freund Peter an das Zerwürfnis zwischen ihnen erinnern? Das war ja alles vorbei! Jetzt wür ihm Peter nicht mehr davon gehen. „Ich weiß, Peter, aber in Europa machen eben immer noch Kleider Leute. Und wenn ich du wäre——“ „Was dann?“ „Ich setzte zunächst mein Aeußeres in ein etwas besseres Licht. Bist doch ein hübscher Kerl mit deiner durchtrainierten Cowboy=Figur, deinen braunen Haaren, zu dem du dir die Augen und Gesichtshaut geradezu passend eingefärbt hast. Und all das vertraust du einem Schneider an, der von Gott dazu geschaffen scheint, alles zu verderben. So geht das nicht. Du bist nicht mehr der kleine driver in den Oelkamps von Rosario. Du bist mein zukünftiger Teilhaber. Und der muß präsentieren. Also ich habe die Geschichte inzwischen mal richtig beschlafen. Hab auch ein paar Sachverständige darüber befragt. Resultat: Keine schlechte Kapitalsanlage, sich im Bourtanger Moor anzukaufen und dort Kulturland zu gewinnen. Man muß ja zunächst eine Menge hineinstecken, doch wird es sich rentieren. Wird freilich eine harte Arbeit sein, Peter, Moor kultivieren.“ „Aber notwendig, Wulff. Jeder Morgen kultiviertes Oedland bedeutet Brot und Nahrung für unsere Volksgenossen. Denk an das Beispiel von Mussolini, Wulff. Was hat er aus den Sümpfen bei Rom gemacht? Bauland und Ackerland. Es hätte bei uns, in Deutschland, schon viel, viel mehr geschehen müssen. Wir verfügen in unseren unerschlossenen Mooren und Oedländereien über Kraftquellen, die nur darauf warten, in den Dienst von Deutschlands Ernährung gestellt zu werden. Hätte man in der Vorkriegszeit mehr Oed= und Moorland kultiviert, man hätte ein Reservoir für die Ernährung unseres Volkes gehabt und die Aushungerung durch den Feindbund sehr viel schwieriger gemacht. Weißt du, wieviel Moorland wir ungefähr im deutschen Reiche haben? Etwa 2½ Millionen Hektar, Wulffl Stelle dir das kultiviert und bebaut vor, dann hast du eine Vorstellung von der Größe der Aufgabe.“ Peter hatte leidenschaftlich gesprochen. Mit einer gewissen Rührung sah Wulff ihn an: „Also ist mein Geld doch zu etwas gut. Abgemacht. Wir fahren zusammen in acht Tagen los. Standquartier nehmen wir in Osnabrück. Von dort aus schauen wir uns das Bourtanger Moor genau an. Zwei Sachverständige von hier nehme ich mit. Wenn alles richtig begutachtet ist, machen wir den Vertrag. Vorher aber“, schloß er lachend,„gehen wir zusammen zu meinem Schneider. „Ist denn das so furchtbar eilig, Wulff?“ „Es gibt nichts, was eiliger wäre. Oder wollen wir so zusammen nach Dortmund in die Westfalenhalle?“ „Dortmund— Westfalenhalle? Was soll ich denn dort, Wulff?“ „Ach, nichts weiter“, es kam so beiläufig. „Dortmund und Osnabrück liegen ja nur einen Katzensprung voneinander. Wir wollen Friede von Stettner beim Sprungturnier in der Westfalenhalle ansehen. Ich glaube, sie schafft diesmal mit ihrer Fanfare den Sieg.“ * Peter Ott ahnte nicht, daß auch Friede in Gedanken sich viel mit ihm beschäftigte. Immer, wenn Wulff Legien von Peter Ott gesprochen hat, hat sie an ihn gedacht. Und nun hat sie ihn wiedergesehen. Groß und schön ist er geworden — und ein ganzer Mann. Sie hat ihre Kindheit nicht vergessen, die Wälder und Wurlitzerode, die Räuber= und Prinzessinnenspiele, sie war immer die kleine geraubte Indianer=Prinzessin, von Wulff an den Marterpfahl gebunden und von Peter mit wildem Geheul und einem starken Verbrauch von Streitäxten befreit. Meist trug er dann freilich als Belohnung eine„Skalplocke" mit von ihr fort. Bis Telse eines Abends die verschnittenen Haare auffielen und sie mißtrauisch sagte: „Wenn ich den Lümmel rauskriege, der die Locken so sämmerlich verschimpfiert— na, der hat bei mir nichts zu lachen, Mädel.“ Dann waren die Besuche Wulffs und Peter Otts auf dem Harzgute von Wulffs Tante seltener geworden. Friede sah Peter Ott nicht mehr. Aber sie hatte ihn nicht vergessen. Und als sie hörte, daß er, nun ein Neunzehnjähriger, bei Nacht und Nebel aus dem Legienschen Hause verschwunden wäre, da fühlte sie erst, wie Peter Ott unzertrennlich für sie mit der ganzen glücklichen Jugendzeit verbunden war. Die einzige, die ein Lebenszeichen von Peter Ott bekam, war Friedes Erzieherin, Telse. Ihr schrieb er, daß er auf der Farm„Zu den drei Korkeichen“ in der mexikanischen Provinz Durango bei Deutschen Arbeit gefunden hätte. Ein paar Briefe kamen noch. Schließlich schien er sie und Friede vergessen zu haben. Dann kam der plötzliche Zusammenbruch von Wurlitzerode und ein neues hartes Leben für Friede. Es war für sie nicht leicht, sich mit den Sportstunden durchzuschlagen. Und so gern sie sich mit Kindern und jungen Menschen beschäftigte, sie war manchmal traurig, wenn sie die vielen schwächlichen und verbildeten Körper sah, deren Glieder nicht so leicht wieder in Ordnung gebracht aber, so ein gleichsgymnast sah sie in die ihr 808 dankbaren werden konnten. Gelang es Kind durch ihre Ausgesünder zu machen— lugen der Mütter, dann war sie glücklich. Doch diese Erfolge waren immerhin selten. Und jetzt in der Zeit der wirtschaftlichen Nöte schmolz ihre Schülerzahl bedenklich zusammen. Telse hatte recht: es war ein unerhörter Luxus, die Turnierreiterei nicht aufzugeben. Und doch, Friede war es, als hinge ihr Leben daran, jetzt mehr denn jel Telse saß mit dem Ausgabenbuch auf der Veranda. Plötzlich lachte Friede. „Du, Telse, ob auf diesem Turnier wohl auch der merkwürdige Südamerikaner wieder unter den Zuschauern ist? Weißt du, der, der mir immer die Fingerspitzen küßt und so komisch durch die Nase spricht.“ „Exquisit, Tujom Anta— ausgezeichnet, schöne Frau! Carramba, was ist die Senorita für eine außerordentliche Reiterin. Sie müßten zu uns nach Mexilo kommen, Senorita, die ganzen Caballeros des Landes würden zu ihren bezaubernden Füßchen liegen.“ „Vielleicht gehe ich auch einmal hinunter.“ Die Lampe über dem Tisch ließ das weiche Haar bern aufleuchten. „Unsinn“, entschied Telse,„daß du mir dann mit einem kohlpechrabenschwarzen Mexikaner ankommst.“ „Ausgeschlossen, Telse. Kommt gar nicht in Frage. Wenn ich jemand heirate, muß mein Mann ganz anders aussehen.“ Friede legte die Arme unter den Kopf. Sie schaute hinauf durchs offene Fenster, in den Schatten des Baumes. „Wie muß er denn aussehen?“ „Groß und schlank— und deutsch, Telse.“ Aber wie sie Telses aufmerksamen Blick in wurde sie rot. Lachend sprang sie auf. „Das ist ja all dumm Tüg, wie ihr auf eurer Hall sagt. Ein armes Mädel darf heutzutage gar nicht an Heirat denken. Wozu brauch auch einen Mann?. Ich habe meine Arbeit und Fanfare. Und dich.“ „Ehrenvolle Reihenfolge“, meinte Telse trocken. „Bist mir doch nicht böß, Telse?,—„Dummer übers Haar, wirk spürto, Snack“, fuhr „weißz es meingt. Also wirklich, einen Telse Friede schon, wie du es meinst. Mann brauchst du nicht Es klingelte. Man hörte draußen Spatz die Tür öffnen und sprechen. „Draußen ist ein Herr“, meldete er gleich darauf,„der die Damen sprechen möchte, Herr Ott.“ Friede wurde rot— sie hatte Telse von ihrer Begegnung mit Peter Ott nichts erzählt. Ebenso verlegen war Peter, der nun hinter Spatz erschien. Verzeihen Sie, daß ich hier so einbreche— ich sah Sie im Vorbeigehen auf der Veranda sitzen und da wollte ich— da dachte ich— da bin ich—“ „Da bin ich eben hier.“ Er sah mit einem sehnsüchtigen Blick auf Friede. Friede atmete einmal hastig auf. Dann ging sie auf Peter Ott zu. „Guten Tag, Herr Ott, das ist eine nette Ueberraschung— wie kommen Sie denn hier heraus nach Lichterfelde?“ „Ach, ach, ich habe hier einen Schneider besucht", erklärte Peter Ott und wurde gleich darauf ob dieser Lüge feuerrot. Aber unmöglich konnte er doch erzählen, daß er hier herausgekommen war, nur weil er wußte, daß Friede in Lichterfelde wohnte. Die Hände der beiden jungen Menschen ruhten einen Augenblick ineinander. Beide fühlten das Klopfen des Blutes wie eine geheimnisvolle Uebereinstimmung. Ganz in Friedes Blick verloren, stand Peter Ott. Seine Augen tranken das liebliche Bild Friedes in sich hinein. Dies silberne Blond des ares, das weich und lind um den schmalen kopf und im Nacken in einem- schimmernden Knoten ruhte. Dieses zarte Oval der Wangen, das warme, sonnenverbräunte Kolorit der Haut. Die ganze schlanke, federnde Gestalt, die ihm jetzt so nahe war, die er am liebsten an sich gezogen hätte in seine Arme. Festgehalten, um sie nie mehr loszulassen. Aber er mußte sich zusammenreißen. Wulff Legien liebte Friede. Eo durfte dem Freunde nicht in den Weg kommen. Er ließ Friedes Hände los: „Hoffentlich sind Sie mir wegen des Ueberfalls nicht böse“, seine Stimme klang unfrei. Sofort spürte auch Friede die Veränderung zum Konventionellen in Peter Ott. „Aber keinesfalls, Herr Ott.“ „Nun, Peter, willst du mich gar nicht begrüßen?“ fragte Telse aus dem Hintergrunde. „Verzeihen Sie, Fräulein Telse“, Peter war ganz verwirrt. Er hatte wirklich Telse ganz vergessen. So glücklich war er gewesen, Friede zu sehen. „Kleinigkeiten übersieht man“, sagte Telse lechend. Dabei war sie eine gute Hand größer als Peter Ott.„Ich darf wohl noch„du“ sagen? „Sie“ und„Herr Ott“ käme mir zu komisch vor.“— „Sie machen mich damit glücklich, Fräulein Telse“. (Fortsetzung folgt.) Solidarität der Herzen[Kulturvertrag mit Angarn unterzeichnet Zum drittenmal stehen wir am Rande eines Kampfadschnittes gegen Hunger und Kälte. Wiederum ist das Winterhilfswerk eines Jahres zum Abschluß gelangt und wiederum zeigt das Ergebnis, das die Leistungen der beiden vorhergehenden Jahre würdig weiterführt, daß der vom Nationalsozialismus gepredigte Begriff der nationalen Solidarität in unserem Volke Wirklichkeit geworden ist. Der Appell, den der Führer zur Eröffnung des Winterhilfswerkes an das deutsche Volk richtete, war ein Appell an die Herzen, an den Gemeinschaftssinn im einzelnen. Früher, in den Jahren vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus, ist gleichfalls immer wieder an eine Solidarität appelliert worden, aber nicht an eine Solidarität des Herzens, sondern des Hasses. Hunger und Not wurden benutzt, um diesen Haß auszustacheln und die Gegensätze in unserem Volk zu vertiefen, während heute die Volksgemeinschaft Hunger und Not des einzelnen Volksgenossen als Not der Gesamtheit empfindet und bemüht ist, durch Maßnahme der Gesamtheit zu lindern und zu beseitigen. Der Appell des Führers an die Herzen ist nicht nutzlos verhallt. Millionen und aber Millionen deutscher Menschen sind dem Ruf gefolgt. Der schaffende Deutsche opferte für seinen Kameraden, der noch ohne Arbeit oder unter den Auswirkungen einer überwundenen schweren Zeit in Not ist. Deutschland hat der Welt wiederum ein Beispiel für eine Friedenstat im Innern gegeben, dem kein anderes Land etwas Aehnliches zur Seite stellen kann. Die Welt ist seit dem Tage, de der Führer das diesjährige Winterhilfswerk eröffnete, nicht ruhiger und friedlicher geworden. Das Wort des Führers:„In Deutschland sozialer Friede— in der anderen Welt Streit und Hader“ wird durch die Zahlen über die große soziale Leistung der Volksgemeinschaft aller Deutschen nur noch wirksam unterstrichen und dann erneut gezeigt, wie das deutsche Volk heute ein Hort des nationalen Friedens nach außen und des lozialen Friedens nach innen ist. Italienisches Propagandaministerium beschlagnahmt Gazetta del Popolo dnb. Rom, 28. Mai. Die Abendausgabe der in Turin erscheinenden Gazetta del Popolo vom 26. ds. Mts., die eine sensationell aufgemachte Landkarte über angebliche deutsche Gebietsansprüche in Europa veröffentlicht hatte, ist auf Veranlassung des italienischen Presse= und Propagandaministeriums beschlagnahmt worden. Kolonialminister Ormsby-Gore dnb. London, 28. Mai. Zum Nachfolger des vor kurzem zurückgetretenen Kolonialministers Thomas wurde am Donnerstag der bisherige Kommissar für öffentliche Arbeiten W. G. A. Ormsby=Gore ernannt. Ormsby=Gore hat bereits seit mehreren Jahren dem nationalen Kabinett als Kommissar für öffentliche Arbeiten angehört und war bereits einmal Unterstaatssekretär für die Kolonien. Ormsby=Gore ist 1885 geboren und war während des Krieges im Nachrichtendienst im Orient tätig. Im Jahre 1922 wurde er zum ersten Male Unterstaatssekretär für die Kolonien und versah dieses Amt bis zum Jahre 1929. Er war ferner Mitglied der britischen Abordnung für die Versailler Friedenskonferenz. Ormsby=Gore gehört der konservativen Partei an und vertritt den Wahlkreis Stafford. Krönungstag— der 12. Mai 1937 dnb. London, 28. Mai. In einem feierlichen Kronrat wurde am Donnerstag als Krönungstag des britischen Königs Eduard VIII. Mittwoch, der 12. Mai 1937, bestimmt.— Am Freitag werden die Wappenherolde des Königs den Krönungstag feierlich ausrusen. ond. Berlin, 28. Mai. Von den Bevollmächtigten des Deutschen Reiches und des Königreichs Ungarn wurde am Donnerstagmittag im Arbeitszimmer des Reichserziehungsministers ein Abkommen über die geistige und kulturelle Zusammenarbeit unterzeichnet. In der Präambel des Abkommens heißt es: „Der Führer und Kanzler des Deutschen Reiches und Seine Durchlaucht der Herr Reichsverweser des Königsreiches Ungarn, beseelt von dem aufrichtigen Wunsch, die aus alter Tradition erwachsenen wechselseitigen kulturellen Verbindungen auf allen Gebieten zu vertiefen, sowie den gegenseitigen Austausch der kulturellen und geistigen Güter beider Nationen und damit das gegenseitige Verstehen beider Bölker nach Kräften zu fördern, haben beschlossen, ein Abkommen über die geistige und kulturelle Zusammenarbeit der beiden Staaten abzuschließen.“ Als Bevollmächtigte und Delegierte des Deutschen Reiches unterzeichnen die Herren Reichsminister Rust und Reichsminister Dr. Goebbels, für das Königreich Ungarn Seine Exzellenz der königlich=ungarische Kultursminister Dr. Homan. In 13 Artikeln sind die Einzelheiten des außerordentlich umfangreichen Abkommens festgelegt. Zur Durchführung dieses Abkommens und zur regelmäßigen Fühlungnahme zwischen den zuständigen Stellen beider Staaten wird ein gemischter Ausschuß eingesetzt, der siyh aus den Mitgliedern des von jedem Staat zu ernennenden Regierungsausschusses zusammensetzt. Das Abkommen wird einen Monat nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft treten. Ungarns Kultusminister Ehrendoktor Die engen kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland fanden am Donnerstag noch einen besonderen Ausdruck durch die feierliche Promovierung des gegenwärtig in der Reichshauptstadt zu Besuch weilenden Königlich ungarischen Kultusministers Dr. Balint Homan zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Berliner Universität. Bei dem feierlichen Akt in der Universität wies der Rektor, Prof. Krüger, auf die engen Beziehungen zu Ungarn hin und gab einen Rückblick auf die Entwicklung des Lehrstuhls für ungarische Sprache und das Ungarische Institut an der Universität. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Breloer, würdigte die wissenschaftliche Bedeutung von Dr. Homan, der eine völlige Umwandlung der Geschichtsschreibung des ungarischen Volkes erreicht habe. Dr. Homan habe die völkische Mission der wissenschaftlichen Forschung in Ungarn verwirklicht. Daß er dabei ein warmer Freund Deutschlands geblieben sei, zeige nur die Zuneigung, die die deutschen Gelehrten für ihn empfinden und schlage die Brücke zur Berliner Universität. Mit feierlichem Handschlag und Ueberbringung der Glückwünsche der ganzen Fakultät verpflichtete Prof. Breloer den jüngsten Ehrendoktor der Berliner Universität, der sichtlich bewegt für die ihm zuteil gewordene Ehrung dankte. Homan führte u. a. aus: Es ist ein sehr bezeichnender Zug der nationalen Kulturen unserer Zeit, daß sie ihren nationalen Charakter treu bewahren, dennoch durchsetzt sind mit Elementen anderer, demselben Kulturkreise angehörender artverwandter Nationen und Völker. Der Kulturverkehr zwischen der deutschen und ungarischen Nation, zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn besteht seit den Gründungstagen des ungarischen Königstums ununterbrochen bis auf unsere Tage. Das politische Verhältnis gestaltete sich infolge dynastischer Konflikte manchmal feindschaftlich, die kulturelle Interessengemeinschaft stellte aber die freundschaftlichen Beziehungen immer wieder her. Der dauerhafte Bestand und der allseitige Ausbau des wechselseitigen, fruchtbaren Kulturverkehrs zwischen beiden Nationen scheinen mir durch den ungarischen Lehrstuhl und das ungarische Institut, deren Bestand nunmehr durch den abgeschlossenen und jetzt feierlich erneuten Kulturvertrag gesichert ist, durch die deutschen Lehrstühle and Institute der ungarischen Universitäten, durch kulturelle Veranstaltungen, Institutionen beiderseitiger Regierungen für lange Zeit fest begründet und gesichert zu sein. Neueraufkommen im April 1936 onb. Berlin, 28. Mai. Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums betrugen die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben im April 1936 bei den Besitzund Verkehrssteuern 455,3 Millionen RM. gegen 394,0 Millionen RM. im April 1935 und bei den Zöllen und Verbrauchssteuern 324,3 bezw. 290,9 Millionen RM., zusammen also 779,6 bezw. 684,9 Millionen RM. Im ganzen sind im April 1936 an Besitz= und Verkehrssteuern 61,3 Millionen RM. mehr aufgekommen als im April 1935; von diesem Mehraufkommen entfallen 26,9 Millionen RM. auf die Einkommensteuer und 27,9 Millionen RM. auf die Umsatzsteuer. Die Zölle und Verbrauchssteuern ergaben im April 1936 zusammen 33.4 Millionen RM. mehr als im April 1935. Das wirkliche Mehraufkommen im April 1936 gegenüber dem gleichen Vorjahrsmonat stellt sich bei den Steuern, Zöllen und Abgaber auf 91,1 Millionen RM. Stellv. Generaldirektor Kleinmann 90 sahte Glückwunsch des Führers dnb. Berlin, 28. Mai. Der stellvertretende Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Parteigenosse Wilhelm Kleinmann, feiert am Freitag seinen 60. Geburtstag. Kleinmann gehörte Jahre vor der Machtergreifung der NSDAP an. Er ist SA=Brigadeführer und Mitglied der Obersten SA=Führung. Ebenso ist er der oberste Leiter des Bahnschutzes. Der Führer und Reichskanzler hat dem stellvertretenden Generaldirektor Kleinmann nachstehendes Glückwunschschreiben übersandt: „Lieber Parteigenosse Kleinmann! Zu Ihrem morgigen 60. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche für Ihr persönliches Wohlergehen wie für weitere erfolgreiche Arbeit aus. Ich gedenke an diesem Tage mit Anerkennung Ihres langjährigen Wirkens an verantwortungsvollen Stellen im Dienste des deutschen Verkehrs in Krieg und Frieden und übersende Ihnen als äußeres Zeichen diesen meiner Würdigung Ihrer Leistungen mein Bild. Mit deutschem Gruß! gez. Adolf Hitler.“ Ulterrerung min Massellnt Der Duce über Italiens politische Haltung— Annäherung notwendig Dienstpflicht in Oesterreich Die Durchführung des österreichischen Bundesdienstpflichtgesetzes dnb. Wien, 28. Mai. Wie das christlich=soziale Neuigkeitsweltblatt mitteilt, wurden die Beratungen im Ministerium für Landesverteidigung über die Durchführung des Bundesdienstpflichtgesetzes am Donnerstag abgeschlossen. Der Aufruf der 21jährigen zur Musterung soll danach am 5. Juni erfolgen. Die Musterungen selbst werden vom 15. bis 30. Juni stattfinden. Für die Zuteilung zum Dienst mit der Waffe soll, wie das Blatt schreibt, nur die körperliche Eignung der Musterungspflichtigen entscheidend sein. Auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stellungspflichtigen werde weitgehend Rücksicht genommen werden. „Jort mit den Sanktionen“ dnb. London, 28. Mai. In einer Unterredung mit dem diplomatischen Korrespondenten des „Daily Telegraph“ erklärte Mussolini, daß die Beendigung der Sanktionspolitik sich mit dem Eintritt Italiens in die Reihe der„befriedigten Mächte" kennzeichnen werde. Der Korrespondent stellte dann mehrere Fragen über die zukünftige italienische Politik im Mittelmeer. Mussolini antwortete: Solange Sanktionen aufrechterhalten werden, kann und will Italien keinerlei politische Initiative für ein Mittelmeerabkommen ergreifen. Wenn jedoch die Sanktionen einmal aufgehoben seien, dann werde Italien dieses Problem mit dem Wunsch nach einer Verständigung und im Geist der Zusammenarbeit und des Friedens prüfen. Auf die Frage des englischen Pressevertreters, ob ein Plan für die Organisation einer großen schwarzen Armee vorhanden sei, erwiderte der Duce, er könne in Italien selbst acht Millionen Soldaten auf die Beine stellen. Italien brauche daher keine schwarze Armee, weder in Afrika noch in Europa. Im weiteren Verlauf sagte Mussolini, er halte es„in der neuen und unwiderruflichen Lage" für angebracht, Besprechungen zu eröffnen, um die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Englands in Afrika mit den italienischen Interessen in Einklang zu bringen. Sobald die britischen Schiffe im Mittelmeer zurückgezogen würden, werde auch die gesamte italienische Streitkraft werden. in Libyen nach Hause gesandt Eine englisch=italienische Annäherung, so fuhr der Duee fort, sei nicht nur erwünscht, sondern notwendig. Er werde alles tun, was in seinen Kräften stehe, um sie herbeizuführen. Der Korrefpondent stellte dann die Frage, ob die Unabhängigkeit Oesterreichs immer noch einer der unwiderruflichen Grundsätze der italienischen Politik in Europa bleibe. Der Duce erwiderte::„Die italienische Politik in bezug auf Oesterreich ist bekannt, und die römischen Protokolle bestätigen sie.“ Der Völkerbund könne fortbestehen, wenn er reformiert werde. Wenn die Sanktionen fortgesetzt würden, dann würde die Frage, ob Italien im Bölkerbund verbleiben oder ihn verlassen solle, eine dringende Gestalt annehmen. Die Aufhebung der Sanktionen würde eine allgemeine Erleichterung der Lage hervorrufen. Ein Krieg in Europa würde aber die Katastrophe Europas bedeuten. Munitionsladung, die keiner will Sie war für Abessinien bestimmt dub. London, 28. Mai. Der Dampfer„La Sainte Marie" irrt seit mehreren Tagen mit einer Waffenund Munitionsladung, die ursprünglich für Abessinien bestimmt war, in den englischen Gewässern umher. Es soll sich um ein englisches Schiff handeln, das angeblich von Finnland aus eine Fahrt nach Abessinien angetreten hatte. Als es auf dem Wege über verschiedene europäische Häfen in Gibraltar eingetroffen war, erfuhr der Kapitän, daß der abesfinische Krieg zu Ende sei. Er beschloß daher, nach England zu fahren um seine Waffenladung wieder los zu werden. Die Durchführung dieser Absicht ist ihm jedoch bisher nicht gelungen. Von Dungeneß. das er zuerst anlief, wurde er zunächst nach der Insel Guernsey im Kanal verwiesen. Aber sowohl die Behörden von Guernsey als auch die der Inse! Lundv im Bristol=Kanal verweigerten die Ausladung der Waffen. Die„Sainte Marie“ versuchte darauf gestern, ihre gefährliche Ladung auf der im Verwaltungsgebiet von Guernsey liegenden Insel Sark auszuschiffen. Das Königliche Gericht in Sirk schritt jedoch ein und verhinderte das Vorhaben. Man nimmt an, daß sich das Schiff nunmehr nach London begeben wird. Die Ladung besteht aus Gewehren und Granaten. Brandbomben und Munition. Aufhebung der Sühnemaßnahmen 16. Juni? am dnb. Paris, 28. Mai. Der Genfer Berichterstatter des„Jour“ meint, in Bölkerbundskreisen erwarte man auf Grund der Nachrichten aus Rom, wonach Italien aus seiner Drohung, den Völkerbund zu verlassen, Ernst machen könne, die Möglichkeit der Aufhebung der Sühnemaßnahmen für den 16. Juni. Der Wiedereintritt Italiens in sein europäisches Aufgabengebiet hänge von den Beschlüssen dieses Tages ab. Start= Erschunterungenaneer Sanstenle Der Pholograph als Zeuge im Berliner Bauunglücksprozeß Pfingstgruß B. Joellners an die Gemeinden onb. Berlin, 28. Mai. Der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses, D. Zoellner, richtet an die Gemeinden folgenden Pfingstgruß:„Wir hören sie mit unseren Zungen die großen Taten Gottes reden. So berichtet die Pfingstgeschichte. Martin Luther, der deutschen Erde treuester Sohn, pries seinem Volke in deutscher Zunge Gottes Wundertat. Da wurde deutsche Sprache— Band deutscher Volkheit und Künderin ewiger Wahrheit. Tausendjähriges Sehnen will sich heute erfüllen: Geeintes Volk wird Gestalt im neuen Reich! Die alte Botschaft des lauteren Evangeliums in unseren Zungen jungen Volk im neuen Reich: Das ist die Sendung der Kirche Luthera" dub Berlin 23. Mai. Von besonderer Bedeutung im Verlauf der Donnerstagvormittagsitzung im Bauunglücks=Prozeß ist die Zeugenaussage des Photographen Fritz Bettge. Dieser Zeuge hat im Auftrage der Berlinischen Baugesellschaft wenige Tage vor dem Einsturzunglück Aufnahmen für Werbezwecke angefertigt, die im Prozeß schon des öfteren eine Rolle spielten. Von seiten der Verteidigung war die Vermutung geäußert worden, daß der Zeuge einige Aufnahmen, die er schon am 12. August gemacht hatte, mit dem Datum des 16. August— des nächsten Aufnahmetages— versehen hatte. Der Zeuge erklärt jedoch, daß die auf den Photographien aufgestempelten Daten den jeweiligen Aufnahmetag richtig bezeichnen. Sroßes Interesse erregten dann die weiteren Bekundungen dieses Zeugen, die er über die starken Erschütterungen durch den Straßenverkehr machte. Als er am 12. August die ersten Aufnahmen machen sollte, hatte er die Absicht, eine fahrende Straßenbahn mit auf das Bild zu bringen. Dies sei ihm aber nicht gelungen; er mußte sein Stativ auf eine der Steifenlagen aufstellen und bemerkte dann jedesmal, daß beim Vorbeifahren der Bahn eine so starke Erschütterung entstanddaß das Bild verwackelte. Nach dreimaligen vergedlichen Versuchen sah er sich schließlich gezwungen, eine Straßenbahn an der Haltestelle aufzunehmen. Der Zeuge erklärte weiter daß auch der starke Autobusverkehr erhebliche Erschütterungen verursachte. Diese Beobachtungen habe er dann auch bei seinen Besuchen am 16., 17., 19. und am 20. August, dem Einsturztage selbst, gemacht. Die Frage des Vorsitzenden. ob er Verrammungen in der Hermann=Göring=Straße bemerkt habe, bejaht der Zeuge, erklärt aber weiter, daß es ihm aufgefallen sei, daß nach dem Einsturzunglück auf den anderen Baustellen der Nordsüd=S=Bahn plötzlich eine fieberhafte Tätigkeit eingesetzt habe; man war damit beschäftigt, überall Sicherungsanlagen in besonders starkem Maße anzubringen. Der Zeuge Erich Werner, der dann vernommen wurde, war am Unglückstage zusammen mit einem Kameraden wie üblich in der Baugrube mit dem Einziehen von Bohlen an der Westwand beschäftigt. Plötzlich spürte er, wie Sand von oben auf ihn herabrieselte. Gleichzeitig hörte er ein Knistern und Knacken. Er rief darauf seinem Arbeitskameraden eine Warnung zu, und beide ergriffen die Flucht in Richtung Brandenburger Tor.—„Ich blickte mich noch einmal um“, schilderte der Zeuge weiter,„und sah jetzt, wie die Steisen herunterprasselten.“ Nach Vernehmung einer Reihe weiterer Zeugen wurden die Verhandlungen auf Freitag vertagt. 93„Hindeaburg“. an der brasilianischen Küste onb. Hamburg, 28. Mai. Nach Mitteilung der Deutschen Seewarte befand sich das Luftschiff „Hindenburg“ am Donnerstag um 19 Uhr MEZ. etwa 130 Kilometer nördlich von Bahia an der brasilianischen Küste. In wenigen Zeilen Berlin. Der Kommandant der Berliner Wachtruppe, Oberstleutnant Freiherr von und zu Gilsa, ist mit dem 27. Mai 1936 zum Kommandanten des Olympischen Dorfes ernannt worden. Der bisher mit der Führung der Geschäfte beauftragte Hauptmann(E.) Fürstner bleibt zur Verfügung des Kommandanten. Berlin. Am 30. und 31. Mai 1936 werden wie jedes Jahr aus Anlaß der Wiederkehr des Skagerraktages die Wachen beim Führer und Obersten Besehlshaber der Wehrmacht, bei der Kommandautur(Ehrenmal) und am Braudenburger Tor durch die Kriegsmarine gestellt. Berlin. Wie der„Völkische Beobachter“ meldet. zeichnete gestern nachmittag der Führer in der Reichskanzlei seinen Beitrag für das Dankopfer der Nation in die Liste der SA=Standarte 4. Berlin. Auf einer Großkundgebung der Berliner Beamtenschaft am Donnerstag, 4. Juni, wird der Stellvertreter des Führers. Reichsminister Rudo## Heß. richtungweisende Ausführungen machen. Kiel. In der Kieler Kunsthalle wurde eine Ausstellung von Gemälden der alten und neuen Kriegsmarine feierlich eröffnet. Die Bilder stellen den Versuch dar. das weltgeschichtliche Ereignis der Sesschlacht vor dem Skagerraf, das sich in diesen Tagen zum 20. Male jährt, in seinen einzelnen Teilen dem Beschauer sinnfällig vor Augen zu führen. Rom. Papst Pius XI., der Pfingsten 80 Jahro alt wird, hat den Verein der ausländischen Presse in Italien empfangen. Er sprach in italienisch Sprache mehr als eine Viertelstunde über weltbebertichende Kraft des Weuteo“. Ihre Vermählung geben bekannt: Heinrich Streßig Gertrud Streßig Holzen Rosenwen 36 geb. Tiemann 29. Mai 1936. Schwerte-Ruhr Ostenstraße 5 Zum Srüverrarorventlag am 31. Mai 1936 Minmnsnmmmmmmmmm Georg v. Hase Der Sieg der deutschen Hochseeflotte 2.85 RPI. Friedr. Kühlwetter Skagerrak 2.85 RM. Georg v. Hase Skagerrak 2.85 RM. (Die größte Seeschlacht der Weltgeschichte) Andreas Michelsen U Bosiskrieg 1914- 1918 7.80 RM. Ritter Bock U Bootsgeist 2.85 RM. (Abenteuer und Fahrten im Mittelmeer) Sonstige Marinebücher in Auswahl vorrätig Buchhandlung E. Braus, Schwerte Adolf=Hitler=Platz 3 In das Vereinsregister ist bei dem unter Nr. 28 eingetragenen Reit= und Fahrverein, Schwerte am 6. Mai 1936 eingetragen: Der Verein heißt jetzt: Zucht, Reit= und Fahrverein e. V., Schwerte. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 31. März 1936 sind der Name des Vereins und die Satzungen geändert. Vereinsführer ist Veterinärrat Dr. Egon Dieckerhoff in Schwerte. Amtsgericht Schwerte Felttags-Kaffee ganz frisch, aus eigener Rösterei! Lebensmittel, Backzutaten Gemüse- und Obstkonserven Fischdellkatessen Erfrischungsgetränke der ganze Festbedarf für Haus und Wanderung gut und billig, mit den üblichen Rabattsätzen. Lebensmittel, Kaffee, Feinkost C. Lethaus Kampstr. 7 Fernrut 2051 Am Pfingstsonnabend, dem 30. Mai d. I., sind unsere Kassen geschlossen. Schwerter Bankverein Klein& Co. Sparkasse zu Schwerte Sparkassenverband der Stadt Schweite und des Amtes Westhofen. Rauzten tür die Kartonnagen-Abteilung stellt sofort ein Friedr. 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Samstag nachmittag 3 Uhr Jugend-Vorstallung mit„Der Dschungel ruft“ und Beiprogiamm. 1177 3 Karkeit zu haben in großer Auswahl bei Cart Traus Adolf=Hitler=Platz 3 Große Marktstraße 3—5 WANZEN sowie sämtl. Ungeziefer vertilgt unter Garantie E. Menke Ungeziefer- Reinigungsanstalt Dortmund, Andreasstr. 11 Ruf: 32688. Marcett für halbe Tage zum 15. 6. ges. Zu erfragen in der Geschältsst. der Schwerter Zeitung. 1163 Junggeselle sucht meothiimer auch mit Mittagstisch. Angebote u. 1158 an die Geschst. der Schwerter Zeitung. Schreibunterlagen Schreibblöcke Notizblöcke Notizbücher in großer Auswahl empfiehlt Carl Braus Lürnen, Stlei, Erert 68V. 06 Gelsenkirchen 1912 mit kompletter Elf gegen 06! Zwei Repräsentativspieler in den Reihen der Gäste! Zu dem Gesellschaftsspiel, das die Gelsenkirchener am Pfingstsonnabend gegen SSV. 06 austragen, haben die Gäste jetzt ihre Mannschaftsaufstellung bekanntgegeben. Nach dieser Aufstellung wird Gelsenkirchen 1912 komplett antreten. Sie lautet: Kloth Karolepski Henning Schick Grau Wiese, Krauhs Stager Ganski lI Ganskir Drose Die überragende Stütze der Mannschaft ist zweifellos der Torwart Kloth, der als Teilnehmer beim„Kursisten=Uebungsspiel“ in Berlin, welches als„Abschluß=Examen“ ausgetragen wurde, in der„Amtl. Fußball=Woche“ eine glänzende Kritik erhielt. Man schreibt über ihn: „Der den Eindruck eines sehr sicheren Tormannes machende, in Figur und Aufmachung stark an Teddy Lohrmann erinnernde Kloth, der sich von Viertelstunde zu Viertelstunde verbesserte usw.“ Ein weiterer repräsentativer Spieler ist der Halblinke Ganski I, der Westdeutschland im Spiel gegen Nordfrankreich vertrat. Ganski I konnte in diesem Spiele das entscheidende Tor, welches zum 1:0=Siege führte, erzielen.— Die Gäste werden z. Zt. von dem früheren Mittelstürmer Kirstein von Schalke 04, der auch gleichzeitig Rotthausen betreut, trainiert. Reichsbahn=Turn= u. Sportverein Schwerte Jugend=Fußball=Abteilung. An beiden Pfingsttagen spielen die Jugendmannschaften gegen einen klassenhöheren Verein und werden beweisen müssen, daß sie den anderen Vereinen nicht nachstehen. Es werden spannende Kämpfe erwartet. 1. Tag: Reichsbahn 1. Igd.— Tus. Bochum 1. Jgd. Reichsbahn 2. Igd.— Tus. Bochum 2. Igd. Reichsbahn 1. Schüler— Tus. Bochum 1. Schüler 2. Tag: Hier steht der 1. Igd. ein besonderer Kampf bevor, denn die Jugendmannschaft von Duisburg 99 ist verpflichtet worden. Reichsbahn 1. Jgd.— Duisburg 99 1. Ind. Reichsbahn 2. Jgd.— VfL. Schwerte 3. Jgd. Reichsb. 1. Schüler— VfL. Schwerte 1. Schüler Reichsb. 2. Schüler— VfL. Schwerte 2. Schüler. Eintracht Dortmund siegt in der Schweiz Gegenwärtig führt die Handballmannschaft von Eintracht Dortmund eine Wettspielreise durch die Schweiz durch. Die Dortmunder trasen am Mittwoch nachmittag in Bern auf den dortigen Stadtturnverein und siegten mit 16:4(8:3). Gau=Pfingstfahrten der deutschen Paddler Die Pfingsttage werden, wie in den vergangenen Jahren, auch in diesem Jahre wieder von den Gauen des Fachamtes Kanusport im DRL. zu größeren Gemeinschaftsfahrten erwählt. Die Schlesier treffen sich im Gebiet der Faulen Obra, einem reizvollen Grenzlandfluß, unterbrochen durch schöne Seen. Von Zeltlagern am Woynowo=See und am Rudener See aus fahren sie auf der Obra und der Oder bis nach Breslau. Der Gau Mitte veranstaltet eine Saalefahrt von Halle bis Bernburg. Der Gau Nordhessen wiederholt sein alljährliches Pfingsttreffen am waldumstandenen Ederstausee im grünen Herzen Deutschlands. Mittelpunkt wird das Wanderheim des Deutschen Kanu=Verbandes mit seinem großen Zeltplatz sein. Der Gau Württemberg vereinigt seine Wasserfahrer zu einer Fahrt auf dem Wildfluß Iller, die mit einem Zeltlager in Oberstdorf an der Stillach, einem Quellfluß der Iller, beginnt. Die abteiungen der Kanuvereine des Gaues Bayern kommen im Eckertlager auf der Krautinsel des Chiemsees zusammen. Segelsportfahrten der NSG.„Kraft durch Freude“ Die beliebten Segelsportfahrten des Reichssportamtes der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ haben wieder begonnen. In sportlicher Seefahrt werden die bekannten Zweimastschoner„Jutta" und„Edit“ und in diesem Jahre außerdem der Dreimastschoner„Hanseat“ Männer und Frauen der Arbeit über die Ostsee hoch hinaus bis an dänische und schwedische Küsten tragen. Der Preis für eine 8tägige Fahrt beträgt RMk. 41.—, für eine 14tägige Fahrt RMk. 73.—. In diesen Preis sind außer der Lehrgangsgebühr, Unterbringung, Verpflegung, Stellung der Segelkleidung eingeschlossen. Für die Eisenbahnfahrt wird eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung gewährt. Auskunft und Anmeldeformulare sind in allen Dienststellen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ erhältlich. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, empfiehlt sich umgehende Nachfrage. Denkt an die Adolf=Hitler=Freiplatzspende NSG. Heute, nach der endgültigen Ueberwindung des Bolschewismus, nach der restlosen Beseitigung der Gefahr des inneren Zusammenbruches unseres Volkes, ist es für jeden deutschen Menschen eine selbstverständliche sittliche Verpflichtung, dem Führer und seinen alten Mitkämpfern zu danken. Das deutsche Volk ist in seiner großen Gesamtheit die Gemeinschaft geworden, deren Verwirklichung nach außen und innen bleibende Aufgabe unserer Zeit ist. Und das deutsche Volk in seiner Mehrheit fühlt sich verpflichtet, dem Führer, der diese Einheit des Reiches geschaffen hat, zu danken. Dankbar gedenkt es auch der Männer, die blutend ihr Alles geopfert— für Deutschland. Dieser Dank des deutschen Volkes findet seinen Ausdruck in der AdolfHitler=Freiplatzspende der NS.=Volkswohlfahrt, die nicht eine Angelegenheit einiger weniger ist, sondern des ganzen Volkes. In Verbindung mit dem großen Erholungswerk des deutschen Volkes, der Gesundung der Familie als der wertvollsten Keimzelle unseres volklichen Lebens— erfüllt die Adolf=Hitler= Freiplatzspende den Zweck, den alten Kämpfern der nationalsozialistischen Bewegung durch einen mehrwöchigen Landaufenthalt die körperliche und geistige Erholung und Gesundheit wiederzugeben und zu festigen, die ihnen im Kampf der Straße zerrieben worden ist. Ihre Opfer an Gesundheit und Leben haben unser Reich gegründet. Wir wollen ihre Taten nicht vergessen, sondern uns ihrer würdig erweisen, die für uns und unsere Kinder gekämpft haben. Der Führer selbst hat die Danksagung des ganzen Volkes aufgerufen, und das Werk, das seine alten Kameraden belohnt, trägt seinen Namen. Schon das verpflichtet jeden einzelnen von uns zur Mitarbeit und rückhaltloser Einsatzbereitschaft. Das deutsche Bauerntum wird aufgerufen zur tatkräftigen Unterstützung der Freiplatzspende. Gebt freie Erholungsplätze für die alten Kämpfer! Arbeitet mit! Jeder muß zu helfen bereit sein, aus demselben Pflichtgefühl, das einst das Leben und Handeln der ersten nationalsozialistischen Kämpfer bestimmte. Die Zahl der erholungsbedürftigen alten Kämpfer ist so groß, daß sie unmöglich alle in einem Jahre verschickt werden können. Alle sollen aber auch zu ihrem Recht kommen, die uns das neue Reich geschaffen haben. Deshalb rufen wir noch einmal allen zu: Steht nicht abseits, gebt Freiplätze für die Erholung unserer Treuesten! Wenn jeder einzelne deutsche Mensch nach seinem Vermögen zu der Durchführung der AdolfHitler=Freiplatzspende beiträgt, wird das Ziel dieses großen Erholungswerkes erreicht werden, und körperlich und geistig gesundete und gestärkte Männer werden weiterarbeiten an dem Aufbau der Nation und so das Schicksal der kommenden Geschlechter bestimmen. Vernichter . Einfuhr von Banknoten nach Iran. Die iranische Postverwaltung teilt mit, daß die Einfuhr von Banknoten der iranischen Nationalbank nach Iran verboten ist. Was wir von der Urlaubskarte wissen müssen. Vor Beginn der Hauptreisezeit wird jeder, der in seiner Ferienzeit eine längere Reise heabsichtigt, prüfen, welche Vergünstigun gen die Reichsbahn bei der Benutzung der Urlaubskarten und Ostpreußenrückfahrkarten gewährt. Seit dem 1. Mai dieses Jahres sind für die Benutzung dieser Fahrkarten begrüßenswerte Verbesserungen eingetreten. Die Rückreise darf jetzt zum Beispiel über eine bie zur Hälfte des Hinwegs längere Strecke ausgeführt und es darf dabei die Fahrt viermal unterbrochen werden. Es sind keine Aenderungen eingetreten bezüglich der Mindestentfernung von 200 km, der von 20—40 v. H. nach der Entfernung gestaffelten Preisermäßigung, der zweimonatigen Geltungsdauer, der Sperrfrist von mindestens 7 Tagen für den Antritt der Rückreise, der einmaligen Fahrtunterbrechung auf der Hinreise und der Bindung der Hinfahrt an verkehrsübliche(tarifmäßige) Wege. Immerhin kann man jetzt mit der Urlaubskarte beispielsweise von Wuppertal aus seine Ferien in München oder in den bayerischen Bergen verbringen und über Leipzig und durch Mitteldeutschland zurückreisen, oder von Düsseldorf aus eine Woche in der Reichshauptstadt verweilen u. noch Dresden besuchen. Bei den erheblichen Vorteilen der Urlaubskarten empfiehlt es sich, die diesjährigen Reisepläne den vorstehenden Bedingungen vorsorglich anzupassen und vor allem— vornehmlich in der Hauptreisezeit— die Urlaubskarten rechtzeitig zu bestellen, damit die Reichsbahn den zu erwartenden gesteigerten Anforderungen gerecht werden kann. Bestellungen von Fahrkarten, für die der Tarif eine 5tägige Frist vorsieht, werden schon 15 Tage vor der Reise bei den Fahrkartenausgaben und MER=Büros angenommen. : Ehem. 6. und 7. Gardisten sowie 399er. Am Samstag, dem 6. Juni 1936, halten wir unser Treffen in Bochum, Hotel Fork, Kortumstraße 4, abens 7,30 Uhr, ab. Alle ehemaligen Kameraden der Garde=Ersatz=Division sind herzlich eingeladen. Auskunft erteilt: Jakob Zynda, Bochum, Kortumstraße 4(Hotel Fork). hör mit— mir Pfingstzeit ist Wanderzeit! In diesen Wochen wird es viele wieder hinaustreiben in die schöne deutsche Natur, um sie auf Wanderungen und Fahrten immer besser kennen zu lernen und ihren sommerlichen Zauber zu genießen. Gerade die Pfingstfeiertage sind ja schon immer Tage der Ausflüge gewesen— und in diesem Jahre wird es bei hoffentlich schönem Wetter nicht anders sein! Die Funkzeitschrift„hör mit mir“ bringt in ihrem neuesten Heft eine Doppelseite besonders schöner und ausgesuchter Bilder, die den ganzen Reiz dieser Sommertage einfangen. Auch das Titelbild und die Seite„Das schöne Bild“ sind dem Fest gewidmet. Und schließlich berichtet noch eine Bildseite von originellen Volksbräuchen im bayerischen Wald— und auch die beiden Kurzgeschichten der Woche sind von dem gleichen Geist der Naturfreunde erfüllt. Verantwortlicher Hauptschriftleiter(einschl Materndienst): Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R., Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R.: Für den Anzeigenteil: Hans Linner Schwerte=R. R. Zt. ist Preisliste Nr. 10 gültig. D.=A. IV/36 1470. Nr. 124(Drittes Blatt) Freitag, 29. Mai 1936 Neue haushallung vschuten drd Boul. Im Monat April wurden die ersten zehr Haushaltungsschulen des BdM. in allen Teilen. des Reiches errichtet. Das Neue an diesen Schulen ist über die Vermittlung von hauswirtschaftlichem Wissen hinaus die Formung der Mädel im Geiste des Nationalsozialismus. Eltern und Mädel, die den Nahmen der üblichen„Pensionserziehung“ als oberflächlich und nicht mihr zeitgemäß ablehnen, begrüßen diese auf das Kameradschaftserlebnis eingestellte Art der Mädelerziehung mit besonderer Freude. Die Schulen werden von staatlich geprüften Fachkräften aus den Reihen des BM. geleitet. Ein mehrwöchiger Sonderkursus für alle Leiterinnen und Lehrerinnen der Haushaltungsschulen fand vor dem Beginn des Unterrichts in der Reichsführerinnenschule des BdM. in Potsdam statt, um die vollkommen einheitliche Ausrichtung der Lehrpläne sicherzustellen. Sämtliche Schulen erhalten die staatliche Genehmigung, so daß die Ausbildung dort gleichheitig die Grundlage für fast alle sozialen Frauenberufe, wie Kindergärtnerin, Hortnerin, Kinderpflegerin, Haushaltpflegerin, Säuglingsschwester, Diätschwester usw. bilden kann. Die Erziehung in den Haushaltungsschulen des B0M. gehl von dem grundsätzlichen Gedanken aus, daß gerade der Hauswirtschaft, dem eigensten Gebiete der Frau, alle Mädel mit gleichem innerem Anteil gegenüberstehen, gleichgültig, aus welchen Verhältnissen sie kommen. Denn es kommt heute nicht darauf an, dem heranwachsenden Mädel den„letzten Schliff zur fertigen jungen Dame“ zu geben, sondern in ihm Verständnis für die politischen Gegebenheiten und das Wirtschaftsleben unseres Volkes zu Der Marsch im Kreise Ringsum war leere Ebene: meilenweit, unandlich. Im Scheine des Nordlichtes suchte Brockmann über den Schnee hin und blieb mit einem Ruck stehen.„Nanu, sehe ich recht?“ Er bückte sich und tastete über die harte Schneekruste. „*: ne Spur? Mensch, paß auf, das sind..“ : Er redete mit sich selbst, wie er es gewohnt war, seit die Männer über die Ebene ewigen Schnees zogen, und lief noch schneller voran. Ein Hoffen wurde wach; Brockmann lief eine Stunde hinter der Spur her. Das Nordlicht verlöschte, die Spur hörte nicht auf. „Noch eine Fährte, die kann doch nur von einem Schlitten sein?" Brockmann stutzte und suchte über den bleidunklen Himmel, der sich über die Polarebene spannte. Der Schritt wurde langsamer, er zögerte. „Das geht nicht mit rechten Dingen zu, wie?“ Brockmann hob die hölzerne Schneebrille von den Augen. „Es stimmt, die Spuren ziehen vor mir her!“ Er glitt ein paar Schritte weiter und mußte wieder stehenbleiben. „Der Kompaß“, erinnerte sich Brockmann und schrak zusammen. „Daß ich den vergessen konnte.“ Das klang wie ein bittrer Vorwurf. Vorsichtig hob der Junge den Kompaß heraus und suchte die stählerne Nadel. Ein Nordlicht wallte vom Himmel herab, Brockmanns Blick unter der Schneebrille wurde starr. Mit der linken Hand schob er die hölzerne Brille auf die Stirn hinauf. „No, das geht nicht mit rechten Dingen zu?!“ Er drehte den Kompaß und versuchte die Peilung, sein Erschrecken wurde noch größer. Die Stahluadel kreiste und fand keine Ruhe mehr, sie schlug wie ein zuckendes Herz. Mißtrauisch Aberblickte Brockmann die Spuren, ein Gedanke stieg in ihm auf und würgte in der Kehle. Er schluckte, stieren Auges sah er über die Kompaßrose hinweg nach den Spuren. Messerscharf schnitt der Frost in sein Gesicht. Er merkte es gar nicht. Brockmann brachte Augen und Sinne nicht mehr vom krustenden Schnee los, indessen sich neue, silberweiße und gelbe Lichtbänder am Himmel aufhingen, feenhaft leuchteten und ein schimmerndes Gewand dem trüben Himmel und der harten Erde woben. Brockmann barg den Kompaß wieder unter dem Hemd auf der Brust. Eiskalt durchzuckte es ihn, als das metallene Gehäuse die Haut berührte. „Verdammt", flüsterte Brockmann, und die Fahne seines Atems wehte vor seinem Gesicht wie schwerer Rauch hin und her. Da hörte er die Männer hinter sich, jenes Keuchen, das von der schweren Arbeit des Schlittenziehens herkommt. „No!“, er schloß die Jacke und lief voran, um bald wieder zögernd stehenzubleiben und in die alte Starre zu versinken. „Verflucht, träume ich denn, wie?“ Aber sobald er nur den Kompaß prüfte und die zuckende Nadel sah, wuchs Gewißheit in ihm herauf:„Dort, so geht nur Brand auf seinen Schneeschuhen. And das, das ist Gary, ohne Zweifel...„ verd..., wir sind im Kreise gegangen!" Aber dann wehrte er sich wieder gegen diesen Gedanken. „No, nein!“ Und schon kamen die anderen mit den Schlitden heran. In ihrer Mitte trugen sie Klark, der wund und schneeblind war. wecken, an dem die Frau einen großen Antei! hat. Der nationalpolitische Unterricht spielt daher im Lehrplan der Haushaltungsschulen eine große Rolle und gibt den Mädeln eine Grundlage ihrer künftigen weltanschaulichen und politischen Haltung. Die fachliche Ausbildung geht von dem Grundsatz der praktischen Verwertbarkeit desGelernten aus. Theoretische Erwägungen über die Jubereitung von Speisen nach Vitaminen und Kalorien sind ziemlich bedeutungslos. Wichtiger ist es, das tägliche Essen mit geringen Mitteln gesund und schmackhaft auf den Tisch zu bringen. Ebenso hat es wenig Sinn, theoretisch eine„Wohnkultur" als vorbildlich herauszustellen, die den meisten Mädeln aus Geldgründen unerreichbar sein wird. Es ist aber wohl möglich und notwendig, auch mit wenig Mitteln das Heim der Familie wohnlich, warm und stilvoll zu gestalten, und es ist wichtig, hierzu die richtige Anleitung zu geben. Am diese Ausbildung nicht nur den zahlungskräftigen Kreisen des Volkes zu ermöglichen, ist der monatliche Beitrag für Wohnung, Verpflegung, Betreuung und Schulgeld auf 45 bis 80 RM. festgesetzt. Er ist je nach Lage der Schule und ihren sonstigen Bedingungen verschieden. Trotz dieser niedrigen Sätze ist es jeder Schule möglich, noch einige Freiplätze zur Verfügung zu stellen. Die Haushaltungsschulen des BdM. stellen somit im Gegensatz zu rein gewerbsmäßigen Unternehmen ähnlicher Art, die oft ein Schulgeld bis zu 150 RM. fordern, ein gutes und ausbaufähiges Erziehungsmittel im Sinne des nationalsozialistischen Staates dar. „Wir müssen rasten, Brockmann“, keuchte einer nach heftigem Atemzug. Er fuhr erschrocken auf. „Was ist dir?“ Brockmann schluckte. „Brand, du..., wir sind, wir...“ „Sag's ein bißchen schneller, dally, hab'n Kranken an Bord, du!" Brockmann wurde bitterer. „Im Kreise sind wir gegangen. Seht selbst!“ Mit einem einzigen Schritt war der erschöpfte Brand neben ihm, der Schneestock zeigte auf die Spur. „Da, unsre eigne Spur...“ „Oh, du Himmelhund!“—So wuchs das Grauen aus dem magischen Spiegel dieser Spuren und aus der Dunkelheit herauf. Nach der Suppe unter dem Jelte wischte sich Jim Huber über seinen Bart. „Hm, das ist'ne schöne Bescherung. Ich wette ’n Pfund Tabak,'s reicht kaum noch zum Siege, wie?“ Brand hob die Lider von seinen getrübten Augen. Das Gesicht zerschnitten Falten, als habe ein Dflug diesen Seelenacker aufgewühlt. Die Hand deutete auf Klark hin, der stöhnend neben dem Kocher lag. „Laß das, Jim!" Am Frostwall zerbrach der Wille der Männer. Im Kreismarsch des Tages schwand die Kraft und das Hoffen hin, das sie aufrecht hielt. Die Eisnacht zeigte ihr düsteres Gesicht. Wo die Natur sich aber den Menschen verschließt, bleibt nur der Tod. And zu allem Anglück erhob sich der Schneesturm wieder über dem Zelte und löschte den letzten Hoffnungsfunken aus, der über der Anendlichkeit der Polarebene glomm. Brockmann bedrückte die Nacht unter dem Jelte, er warf sich hin und her und konnte nicht schlafen. Das Stöhnen des Schneeblinden erregte ihn, er preßte das Gesicht gegen die Decke, aber immer hörte er das vorwurfsvolle Stöhnen, dieses Suchen eines blinden Menschen nach dem Lichte. Brockmann wurde vorwurfsvoll gegen sich selbst und klagte sich an. Im dunklen Zelt kam die Finsternis seiner Schuld über ihn, die ein unruhevoller Schlaf endlich wegnahm. Als Brockmann wieder erwachte und neben sich fühlte, wie beim Wecken, saß Klark dort. Brockmann setzte sich auf und schraubte sofort die Lampe heraus, bis eine Helle im Zelt heraufwuchs. Klark aber redete unbekümmert den Zeltpfosten an wie einen lebenden Menschen. „Klark“, rief Brockmann leise,„Klark?" Der hünenhafte Mann hörte nicht mehr. In seinem Hirn war die letzte Flamme der Vernunft verlöscht. Drinnen und draußen sollte ihn fortan die Finsternis umgeben und nie mehr ein Schimmer von Licht; und das war eben das schlimmste auf dem ganzen Hungermarsche. Drei Tage hockten sie stumm beieinander. Der Sturm war wütender geworden, sie kamen nicht weiter, jeder Schritt war dem Tode nahe. „Wie weit meinst du, Jim, kann der Weg noch sein, wie?“ Lange nachher erst antwortete Jim auf diese Frage. „Zwei, vielleicht auch drei Tage, je nachdem...“ „Könnte ein einzelner durchkommen?" „Das schon, wenn er die Richtung hat. Aber wir sind für solche Märsche nicht mehr stark genug, Brockmann, und müssen also warten.“ Brockmann schloß sein Gesicht und suchte in sich hinein; seit Tagen schon wollte er, sein Inneres, die Wahrheit. And als sich jetzt die Augen öffneten, sah er ein Ziel von innen heraus, das erkämpft, vielleicht auch erlitten werden mußte, aber er wollte es erreichen. Als die Männer wieder schliefen, stand Brockmann auf, zog die Schneebrille vor das Gesicht, griff nach dem Kompaß und den Schneebrettern und sah noch einmal, ohne Jögern, über die eingefallenen Gesichter hin wie zum Abschied, dann kroch er zum Zelteingang hinaus. „Ich werde ihnen vorangehen in dieser endlosen Ferne, die leer und nur von Gott bewohnt ist", dachte er in dieser Sekunde, da alles Hemmende von ihm abfiel im reifsten Entschluß, und seine große Seele sichtbar wurde. Er hob die Leinewand und kroch hinaus. So groß war die Kühnheit seines Entschließens, daß er es wagte, allein voranzugehen, ganz allein! Jan Murr. OlympiaFührungsdienst der hiler=Fugens Von der GA.=Abteilung des HJ.=Gebietes Berlin wurde ein Olympia=Führungsdienst eingerichtet, der die Aufgabe hat, jugendliche Ausländer, die die Olympiade besuchen, in der Reichshauptstadt zu führen und zu betreuen. Dieser Führungsdienst setzt sich zusammen aus sprachkundigen und auslanderfahrenen Kameraden und Kameradinnen aus HJ. und BdM. Augenblicklich ist dieser Führungsdienst in Arbeitsgemeinschaften zusammengefaßt, die zehn Wochen lang auf ihre besondere Aufgabe vorbereitet werden. Außer dem Gebiet Berlin werden auch die anderen Gebiete sich auf die durch den Besuch jugendlicher Ausländer auf der diesjährigen Olympiade besonders sich ergebenden Anforderungen vorbereiten. Die ersten Anmeldungen von ausländischen Jugendgruppen und einzelnen jugendlichen Ausländern zur Olympiade liegen bereits vor. Im ganzen werden ungefähr 8000 Jugendliche aus 19 europäischen Ländern die Olympiade besuchen. Ein sehr großer Teil dieser Besucher kommt aus den skandinavischen Ländern. Alle werden anläßlich dieses Besuches Gelegenheit haben, die Hitlerjugend in ihrer Organisation und Arbeit kennenzulernen. Landdienst auch für Mädel Vor rund zwei Jahren hat der Bund deutscher Mädel zum erstenmal die Aufgabe in Angriff genommen, städtische Jugendliche für die Landarbeit und die ländliche Hausarbeit umzuschulen. In 8 Wochen wurden die Mädel direkt im Bauernhof in Gruppen von 6—15 Amschülerinnen unter Leitung einer BdM.=Führerin, die selbst vom Lande stammte, mit jeder Haus= und Landarbeit vertraut gemacht, um dann in Einzelstellen vermittelt zu werden. Da in diesem Jahr wiederum ein überaus großer Mangel an landwirtschaftlichen Hilfskräften zu verzeichnen ist und der Erfolg der Amschulung des BdM. eindeutig feststeht, hat sich nunmehr die Reichsanstalt bereit erklärt, die Kosten der achtwöchigen Amschulung für alle Mädel vom 14. Lebensjahr(8 Wochen nach der Schulentlassung) bis zum 25. Lebensjahr zu übernehmen, die sich verpflichten, 1 Jahr auf dem Lande zu bleiben. Der BdM. hat ferner nach dem Beispiel der HJ.=Landdienstgruppen auch den Landdienst für Mädel eingerichtet, der darin besteht, daß bei der Einzelvermittlung in Dörfern eine lagermäßige Unterbringung unter Leitung einer BdM.=Führerin erfolgt. Die Meldung für die Amschulungslager und den Mädel=Landdienst kann sofort beim Sozialen Amt der R3F2 Berlin RW. 40, Kronprinzenufer 10, erfolgen Zu dieser Aktion erließ die Reichsreferentin des BdM. folgenden Aufruf: 9 Auch in diesem Jahr liegt wieder ein großer Mangel an landwirtschaftlichen Hilfskräften vor, und auch in diesem Jahr ist es notwendig, daß ihr hier eure Einsatzbereitschaft in die umsehzt. Gerade ihr Großstadt=Mädel sollt beweisen, daß eure Liebe zur Heimat nicht nur sich in Worten erschöpft, sondern daß ihr auch gewillz seid, mit eurer Arbeit dafür einzutreten. jede einzelne von euch kommt es an, jede ein zelne hilft mit ihrem Zugreifen. Ich weiß, daß ihr auch in diesem Jahre zu den Amschulungs=Lagern und LanddienseLagern des BdM. melden werdet, da ihr euch bewußt seid, welcher großen Pflicht ihr e. Die Neichereferentin des Boar. gez. Trude Bürkner=Mohr. Es geht über See... Dees bestoun 65 Saat und Anser Glaube ist das Leben, unser Leben heißt nur: Cat. unsre Cat heißt: alles geber als ein Rorn der jungen Daat. Anser Glaube trägt die Fahnen unsre Fahnen tragen Dieg. unser Sieg weist neue Bahnen: Volh steht auf. das bisher schwieg. erhes Dcr Die Welt im Abenteuer D DD SSUUS30 Die Entdechung der Goldfelder im ehemaligen Deutsch-Neuguinea und der Triumph der deutschen Flugzeuge katsachenbericht von Erich R. Keilpflug II. Die austrakische Verwaltung nimmt es zunächst sehr ernst mit ihrem„Mandat“. Für die ersten Jahre nach dem Kriege verbietet sie daher das Betreten des Innern der Insel für jedermann, bis entschieden worden sei, wem die Kolonie dann endgültig gehören werde. Trotz der weitgedehnten und spärlich besiedelten Küste ist dies Verbot leicht zu überwachen, weil jeder Marsch ins Innere die Zusammenstellung einer Expedition erfordert, die nur an den wenigen größeren Orten erfolgen kann. Von den australischen Goldgräbern sind viele in dem Blutbade geblieben, das die Türken an den Dardanellen unter dem Anzac (Australian& New Zealand Army Corps) anrichteten, andere an der Irak= oder PalästinaFront. Von denen, die wiederkommen, lassen sich alle durch das Verbot abschrecken und wenden sich anderen Aufgaben zu. Nur einer macht eine Ausnahme: Shark Eye Park. Er ist wunderlicherweise militäruntauglich gewesen. Nun geht er nach Neuguinea und beginnt seine alte Suche nach dem Gold von neuem, als göbe es keine Behörden und Verbote. Und keine Behörde vermag ihn zu fassen, denn er verschwindet einfach spurlos im Busch, taucht dann bisweilen, nach Monaten oder einem Jahr, wieder auf, um sich neu auszurüsten, und verschwindet wieder ebenso spurlos und geheimnisvoll in den unermeßlichen Urwäldern. Sein Trick ist sehr einfoch, will sagen: scheinbar sehr einfach. Er brauchte keine große Karawane; er geht allein, von 1—2 Boys höchstens begleitet, die ihm das Allernötigste tragen. Später legte er sich als besonderen Luxus noch einen dritten Mann, nämlich einen chinesischen Koch zu. Eine so kleine Karawane ist natürlich unerhört leicht beweglich, aber es ist nicht jedermanns Sache, ohne Lebensmittel loszumarschieren in einen Urwald, der fost kein Wild birgt. Denn das bedeutet,— und hier wird die Größe seiner Leistung klar,— daß er wie ein Eingeborener leben kann, absolut bedürfnislos, von Brotfrucht, Yams und wie das tropische Gemüsezeug sonst heißt. Es bedeutet ferner, von Eingeborenendorf zu Eingeborenendorf ziehen, um diese Lebensmittel dort irgendwie zu bekommen. Und diese Eingeborenen sind samt und sonders eifrige Kopfjäger und Menschenfresser! Aber hier kam diesem Park offenbar eine Eigenschaft zugute, die ihm den Namen Haisischauge eingebracht hatte: dieses sonderbare, unheimliche Auge, das ihm eine ganz besondere, geradezu hypnotische Macht über die leicht erregbaren Eingeborenen gegeben haben muß. So zog er durch das Innere der grünen Insel, die Gebirge hinauf und hinab, und dann wieder mal an die Küste zurück und suchte das Gold, die großen Vorkommen. Richt besessen, nicht im Goldrausch, sondern ruhig, mit Sachkunde und Zähigkeit und als Fachmann. Und dann endlich sand er sie. Am Caronga Creek, einem Nebenflüßchen des Bulolo, unterhalb der Kaindi Range. Die Australier behaupten, das müsse schon 1921, spätestens 22 gewesen sein. Goldsuchen auf der Landkarte Niemand erfuhr zunächst etwas von dieser Entdeckung. Park fürchtet den Run auf die Holdlager, vor allem den Run der Unerfahrenen, die mit Lackstiefeln und VulkanfieberKoffern ankommen würden. Das mußte in ochen JJande unausdenkbare Katastrophen #..#us der Run dann 1926 doch einsetzte, rrotz aller Vorsichtsmaßregeln, löste die Mandatsverwaltung das Prodlem auf eine ziemlich einfache Weise. Sie forderte von jedem Ankommenden, daß er den Besitz von 550 Pfund, nach damaligem Kurs etwa 11000 Mark, nachweise. Aber für eine Weile sitzt Park noch ganz allein in den Wäldern am Caronga Creek. Und zuerst werden die ausstralischen Regierungsbeamten aufmerksam. Was macht dieser geheimnisvolle Bursche eigentlich immer da droben im Gebirge? Hat er was gefunden oder nicht? Und wo steckt er? Man sollte ihm nachspüren. Denn schließlich hat eine Regierung ja ein degreifliches Interesse daron, zu erfahren, was in dem ihrer Obhut unterstellten Land vor sich geht. Beamte indeß, selbst Kolonialbeamte, können nie sehr weit und sehr lange von ihrem Büro fort, und so kommt einer von ihnen — der später noch eine ziemliche Rolle in der Entwicklung der Dinge spielte— auf eine gute Idee. Er besorgt sich die beste Karte von dem bisher noch sehr wenig bekannten Innern der Insel und bezeichnet jeden Ort, an dem Shork Park gesehen worden ist mit Fähnchen. Irgendwo müssen sich ja die Fähnchen auf der Karte etwas dichter zusammenscharen und das ist dann die Gegend, in der er vermutlich arbeitet. Nun heißt es, nur recht viel Nachrichten über ihn zu sammeln. An jenem Ort an der Küste ist er aufgetaucht, später an jenem andern. Da ist ein Missionar auf einer Station einige Kilometer im Innern. Bei dem ist Park gewesen und hat sich gesund pflegen lassen. Und da sitzt ein gewisser Mr. Nettleton an der Küste; bei dem ist Park beobachtet worden und einige Wochen später ist Rettleton selbst ins Innere verschwunden. Richt viel später werden auch die australischen Goldgräber aufmerksam. In Samarei, einem größeren Ort der Ostspitze der Insel, sitzen sie und schnüffeln umher. In Radaul, auf Neubritannien, dem Hauptsitz der Mandatsverwaltung, raunen sie ebenfalls in den Bars miteinander. Hat Park nun was gefunden oder nicht? Schon gehen Gerüchte um und nennen Ziffern. Und zwei Goldgräber, erfährt man nachträglich, Dorer und Sloane, sind auch ins Innere von Neuguinea gelangen, nach dem Bulolo hinauf, und zwar ohne von Park zu wissen, rein ihrem Instinkt folgend. Jener Beamte, der Park auf der Karte suchte, hat sich eine Schürfkonzession erwirkt und ist ebenfalls nach dem Bulolo. Mit einem Male ist es zu einer Art von Gewißheit geworden, daß die vom Bulolo durchströmte Hochfläche derjenige Ort sei, welcher ... Niemand weiß zu sagen, warum. Und in Melbourne hat sich, wie die Zeitungen wissen wollen, schon ein Syndikat gebildet, das die noch gar nicht bekannten Goldfelder ausbeuten will. Schließlich sickert gar die wohlverbürgte Nachricht durch, daß beim Postamt in Rabaul regelmäßig Goldsendungen durchlaufen, kommend von Neuguinea und bestimmt nach Astralien. Und das ist schließlich kein Wunder, das mit den Goldsendungen, denn immerhin sind jetzt, Mitte 1924, ungefähr schon ein Dutzend Leute im Golddistrikt. Wer schafet das Gold aus Küste? Diese paar weißen Männer gewinnen, unter allen erdenklichen Entbehrungen, das gelbe Metall nach den bis in die neueste Zeit unverändert gebliebenen Methoden, mit denen de Menschheit von je ihr Gold aus der Erde holte. Man baut eine am Boden mit Rillen versehene Holzrinne, die einen ganz bestimmten Neigungswinkel haben muß, läßt Wasser hindurchlaufen und schüttet die goldhaltige Erde hinein. Die Strömung des Wassers reißt die Erde und die leichteren Steine mit sich, die schweren Goldkörner bleiben in den Rillen hängen, wo sich auch der Goldsand in Form von Schlamm ansammelt. Aber wer schafft das Gold zur Küste? Die Goldgräber wollen ihre kostbare Zeit natürlich nicht damit vergeuden.— Nun, wozu gibt es denn Arbeiterwerber in der Südsee, seit der Zeit, seit die ersten Weißen auf den Inseln Plantagen anlegten und farbige Arbeiter brauchten? Die Arbeiterwerber müssen braune Träger heranschaffen. Zum Arbeiterwerben muß man einen Schoner besitzen oder gechortert haben, mit dem man nach irgendeiner wilden MenschenSalom fresserinsel, den Sulomonen oder den Santa also 500 Mark. Die Lebensmittel, die den Cruz fährt, wo man dem Häuptling europäischen Krimskrams, früher auch Waffen und Rum dafür bietet, daß er einem die jungen Leute des Dorfes auf zwei oder drei Jahre überläßt. Hat man seinen Schoner voll mit Braunen, fährt man zu den Inseln, auf denen sich weiße Plantagen befinden. Man sieht schon, das Arbeiterwerben in der Südsee ist kein Honiglecken, sondern recht gefährlich; Arbeiterwerber waren denn auch immer ziemlich wilde und skrupellose Leute, die früher, bevor sich die Kolonialmächte darum kümmerten, ganz böse Sachen machten, die häufig verfluchte Aehnlichkeit mit Menschenraub hatten. Und die heimkehrenden Braunen brachten meist wenig Geld, dafür aber um so mehr Krankheiten mit. Das ungeregelte Arbeiterwerben hat unendlich viele Inseln Melanesiens entvölkert. Der Hauptverdienst des Arbeiterwerbens besteht nun aber in der Provision, die der weiße Arbeitgeber ihm für die braune Arbeitskraft zahlen muß. Und da nun die Nachfrage nach Trägern auf Neuquinea so gestiegen war, betrug die Provision pro Träger erst 1, dann 10 und stieg später bis 25 Pfd., also Goldgräbern hinaufgeschafft werden müssen, stellen sich dadurch natürlich enorm teuer, und das Neuguinea=Gold hat einen schlechten Preis auf dem Weltmarkt, da es stark silberhaltig ist. Die Goldgräber haben ständig sorgenvoll zu rechnen, ob sich denn die ganze Sache überhaupt noch lohnt. Kein Wunder, daß von allem Anfang an die Frage diskutiert wurde, ob man diese Kamalitäten nicht durch Einsatz von Flugzeugen beheben könne. Aber es waren nur schöne Träume, denn noch bestanden die meisten Flugzeuge aus Holz mit Leinwandbespannung. Das bedeutete, daß ein Flugzeug wenig Chancen hatte, eine Neuguinea=Regenzeit zu überstehen. Dazu kam, daß ein Träger, der einen 50Pfund=Sack Reis nach dem Bulolo hinauftrug, 15 Pfund davon auf dem Wege verzehrte, denn dieser dauerte im Anfang nicht weniger als drei Wochen. Drei Wochen für etwas über 100 Kilometer! Aber ein Weg durch einen unbeschreiblich dichten Urwald, über ein himmelhohes Gebirge, hinauf und hinab und wieder hinauf und hinunter über die„Razor=Backs“, die zahllosen, einzelstehenden, scharfkantigen Berge dieser Gegenden! Loe, eine neuentstandene Siedlung in der Nähe der Mündung des Markham, und vor allem Salamaua, weiter östlich davon an der Küste, sind die Ausgangspunkte dieser dornenvollen und höchst ungesunden Reise. Und nach Salamaua beginnen nun auch die Leute aus aller Herren Länder zu strömen, in den merkwürdigsten Fahrzeugen oft, einzelne sogar im offenen Walboot. Aber schon 1925 nimmt sich die große, im ganzen Pazifik bekannte australische Reederei Burns Philp der Verkehrsfrage an und läßt ihre Dampfer Salamaua anlaufen. Hier, in Salamaua liegen auch die von droben herabtransportierten Goldsendungen oft wochenlang in einem einfachen, einem gewissen Mr. German gehörigen Schuppen, ehe sie verschifft werden können. Es spricht für die musterhafte Ordnung, die die Behörden zu halten wußten, daß man fost nie von unlauteren Elementen, von Diebstählen an Goldsendungen, oder anderen Verbrechen hört, die die Geschichte der kalifornischen Goldfelder so blutig gefärbt haben. Fröhling in den deutschen Alpen das dorade teuchtet auf Hundert Kilometer weiter droben, in Zeit gerechnet drei Wochen entfernt, arbeiten inzwischen die Goldwäscher am Coranga, und wer nun so spät noch hinkommt, muß sich mit unergiebigen Claims begnügen oder muß weiterziehen, sich neue gute zu suchen. Und das geschieht. Man zieht den Bulolo weiter abwärts und entdeckt die sogenannte Bulolo Gorge, eine Reihe von Stromschnellen des Flusses, aus denen sich so wunderschön eine Masse Elektrizität gewinnen ließe! Wenn man nur wüßte, was damit anfangen in diesem Urwald, in dem es nicht mal Eingeborene und Menschenfresser gibt. Denn merkwürdigerweise ist die ganze Umgebung der Goldfelder völlig leer von Eingeborenendörfern. Sie scheinen die Gegend instinktiv gemieden zu haben. Warum, hätten sie vielleicht selber nicht gewußt,— vielleicht ist auch nie einer auf die Idee gekommen, sie zu fragen. Aber die Sache hatte das Gute, daß Besitzstreitigkeiten mit den Eingeborenen und die daraus unvermeidlich folgenden Kämpfe zwischen den Weißen und Braunen vermieden wurden. Weiter vordringend, entbeckt nun Red Crakeley am Bulolo unterhalb der Gorge Gold in den vom Fluß angeschwämmten Uferbänken. Aber während der Grund an Coraga Crek häufig etwa 80 Mark pro Kubikmeter Erde an Gold enthielt, enthält dieser nur ein, zwei oder drei Mark. Es ist eine lächerliche Entdeckung! Ein Goldgräber müßte steinalt werden, ehe er seine ersten 10000 Mark aus diesem Grunde mit der Waschrinne ausgewaschen hat. Aber man soll nicht vorzeitig spotten. Auch für diese Gegend wird ein Tag kommen, ein sehr großer und wichtiger sogar! Und dann kommt der Tag, wo selbst die ausgepichtesten und ruhigsten Goldgräber am Caronga närrisch werden und vom Goldfieber erfaßt alles stehen und liegen lassen. Die Lager am Edie Creek, auch einem Nebenflüßchen des Bulolo, sind entdeckt, über 2000 Meter über dem Meere.„Die wenigen exaltierten Goldgräber“, sagt eine ausstralische Quelle,„fanden hier Gold über ihre kühnsten Träume hinaus.“ Ich habe nicht feststellen können, od Shark Eye Park unter diesen war. Ich glaube es nicht. Er war nicht nur als Fachmann klug, sondern auch sonst besonnen. Er kannte seinen Zeitpunkt stets, er wußte, wann seine Glocke geschlagen hatte, wenn es genug war. Um die Zeit der Entdeckung von Edie Creek verkauft er seine Claims und zieht zum letzten Male hinunter an die Küste, um sich mit dem, was ihm die ungeheuren Transportspesen übriggelassen hatten, in Canada anzukaufen. Damit verschwindet der Held so vieler stiller und zäher Kämpfe gegen den unbarmherzigen Urwald und gegen ebenso unbarmherzige Eingeborene aus dieser Geschichte. Aber immerhin soll er in seinen besten Zeiten pro Tag eine Ausbeute von(angeblich) über 10 000 Mark gehabt haben. (Fortsetzung folgt.) Seaue Numür Nillen Ziebe unter der Ilingstsonne holt man die mitgebrachte Flasche Rucksack, und dann beginnt Pfing Erlauschte Gespräche Die Nacht vor dem Pfingstfest war schwül und warm. Der Vater öffnete das Fenster. Der Vater rief in den Garten: „Aartanne!“ treibst du im Garten?“ „Ich sehe mir den Mond an, Papa.“ Der Vater nickte: „Gut, mein Kind— aber dann sage jetzt dem Mond, er soll sein Fahrrad nehmen und du gehst in ins Beit!“ heimfahren— und du gehst * Zu Pfingsten findet manche noch einen. Emma dachte, sie hätte einen. Sie sprach die ganze Zeit von sich. Von irer Zukunft. „Mir schaudert es, wenn ich an meinen vierzigsten Geburtstag denke!" Der junge Mann lächelte freundlich: „Was ist Ihnen dann damals passiert, Fräulein?“ Als Pfingsten kam, brachte der Ehemann seiner jungen Frau ein Frühjahrskleid als Pfingstgeschenk. Der Freund bewunderte das Kleid. „Sie wird zufrieden sein!“ „Hoffentlich!" seufzte der Mann. „Glaubst du, daß sie sich über etwas andedes mehr freuen würde?“ „Ja. Ueber zwei Kleider.“ * Die junge Frau stand vor dem jungen Birkenwald. „Jeder Baum bekommt im Frühjahr ein neues Kleid, Liebster!“ Der Mann meuterte: „Ja— aber er macht es sich auch selbst!“ * Den ganzen Tag hatte Kitty ein neues Anliegen. Seit Wochen schon. Das macht das Frühjahr und die Frühjahrsmode. Heute kom Kitty heim: g86sehrrb.: „Ich habe einen herrlichen Fruyjahrshut in einem Schaufenster gefunden.“ Der Mann atmete erfreut auf: „Bravo! Ich hätte dir nämlich dieses Jahr keinen kaufen können!" Wüse au RingstenSchnelle Wandlung Die Schrebergärten feiern zu Pfingsten ihre Auferstehung. Und wenn man genug in der Sonne gesessen und die ersten Blumen bewundert und den Zaun ausgebessert hat, 1 Lme Schachaufgabe R. Winter(1935). Kob e# t# TEZE 8 1.— Matt in zwei Zügen. Pfinektbildrätsel ## wan die mitgebrachte Flasche aus fwe, aiie vmi. W-p„Pinggen. Zum Nachbar kam des Nachbars Junge. „Was willst du denn, mein Junge?“ „Mein Vater hätte gern—“ Der Nachbar unterbrach: „Geht das dieses Jahr schon wieder los? Dein Vater soll sich sein Zeug gefälligst selber mitbringen! Was wollte er denn?" „Mein Vater läßt um Ihren Korkenzieher bitten.“ Der Nachbar war wie verwandelt. „Aber gern,“ rief er freundlich,„geh' nur ** sage deinem lieben Vater, ich gleich selbst hinüber.“ Sagte die gute Frau Busse: „Weil du unten von der Straße einen Schleusendeckel mit heimgebracht hast und ihn schon seit zehn Minuten auf dem Grammodem phon zu spielen versuchst.“ voraus und bringe ihn gleis Kennzeichen Am ersten Pfingstfeiertag kam Busse stocknagelhagelvoll heim. Kurz— er war betrunken— Busse bestritt das aber. Frau Busse schmetterte:„Du bist betrunken!“ „Woher willst du denn das wissen?" brummte Busse. Begründung Als der Mond am Himmel aufstieg— „Gib mir einen Kuß, Marianne!“ „Ich habe noch nie einen Mann geküßt, Max!“ Er nickte: „Wir possen zusammen! Ich auch nicht!“ Gegensätze Am Pfingstmontag stand die junge Frau vor dem Spiegel. Sie lächelte. „Gehen wir spazieren, Hans? gern mit meinem neuen Kostüm, den amet neuen Silberfüchsen, mit meinen neuen Krokodilschuhen und dem neuen Frühjohrshut durch die Stadt gehen.“ Der Ehemann nickte: „Gern. Ich muß mir nur zuvor die Fransen von meinem Anzug und von meinem Hut abschneiden.: Zwei Spaßvögel War ein gar witziger Herr der vierte Heinrich von Frankreich, der seit dem genugsam bekannten„Huhn im Topf“ beim niederen Volk einen Stein im Brett hat. Gar manch artiges Stücklein erzählt man sich von dem lebensfrohen König. Kam er da einmal in ein Dorf und es gelüstete ihn nach einem heiteren Zechgenossen. Also ließ er den Wirt rusen. „Habt ihr denn auch witzige Kövse hier im Dorf?“ erkundigte er sich neugierig. „Gewiß, Sire“, bejahte der.„Da haben wir sogar einen, den nennen sie den„Spahvogel“. „Wahrlich, kein übler Name“, meinte der König.„laßt ihn mir einmal kommen, wollen sehen, ob er auch wirklich seinem Namen Ehre macht!“ Alt und gebückt kam ein Bäuerlein daher. Doch aus den schlauen Aeuglein blitzte der Schalk. Nachdem er dem hohen Herrn seine Neverenz gemacht, heibt der ihn sich an die andere Seite des Tisches setzen, ihm gerade gegenüber. „Na“, redet er ihn buldvoll an,„hab schon gebört, wie Er heißt, und da dünkt mich. Spaßvogel“ heiben kann jeder—„Spahvogel“ sein in schon schwerer!“ „Das kommt darauf an“, meinte der Bauer bedächtig. Da lehnt sich der König in seinen zedächtig.„Da lehnt sich der Könie in seinen vor ungefähr drei Monaten### Stubl zurück und fragt lachend:„Kann Er mir lang..—.„i. denn auch sagen, was für ein Unterschied in zu Besuch gewesen und mochte Kreuzworträtsel 4 Auszedienter 5 Sterngruppe im Bilde des Stiers 8 sommerliches Vergnügen 7 Truppengattung Lederart 9 altrömisches Gewand 10 planmäßige Tilgung 11 schwedische Dichterin 12 Christbaumschmuck 19 Verkehrsmittel 14 Schifssgeländer Lehsenehsser Bedeutung der einzelnen Wörter a) von links nach rechts: 1 Stadt in Bayern, 6 Rebenfluß des Rheins, 7 portugiesische Besitzung in Vorderindien, 8 Höhenzug in Braunschweig, 10 Stadt in Südfrankreich, 12 Genußmittel, 14 musikalische Bezeichnung, 16 Fährte, 18 todbringendes Mittel 20 Fluß in Frankreich, 9 Niederschlag, 25 Daseinsende, 26 Nebenfluß der Weichsel, 27 Stadt in Nordwestdeutschland; b) von oben nach unten: 1 griechische Insel, 2 große Eule, 9 Zahl, 4 Stadt in Italien, 5 Stadt an der Oder, 8 Mineral, 9 alkoholisches Getränk, 10 Sammelwerk, 11 Reihenfolge, 19 Bergwiese, 15 nordafrikanisches Gebirge, 16 sportliche Uebung, 17 Titel, 18 afrikanisches Säugetier, 19 germanische Volksversammlung, 21 Feldbegrenzung, 22 Drehpunkt, 24 Ausschank. Oilbenzüllet a— an— bad— bahn— ben— 90—— 61 — sa— san— i— 9a— 4a1— 90— 961— 9011— in— in— 1a— 1a— 11— ling— lo — 15f— log— met— mor— N0n— 9n— 91— 2e— 2ie—#— saf— sen— Nie— son — Kirn— 10— 10— 11— 11— 10— d0 Aus vorstehenden 44 Silben sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben. beide von oben nach unten gelesen, ein Wort von Friedrich dem Groben ergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: 1 Musikinstrument s deutscher Evigrammdichter im 17 Johrhund. 8 Rachmest tark war Ich möchte m. den zwei Drei=Wort=Rätsel für. zwischen einem„Spahvoge!“ und einem„locheven Vogel“?“ 146.— Em. Warf da der Alte einen soolauen Seitenblick auf seinen König und entgegnete dann gelassen: „Nur der Tisch, Sire, der zwischen ihnen stebt!“ Da lachte Frankreichs König, wie er schon lanse nicht mehr gelacht hatte und klovfte dem Bäuerlein auf die Schulter:„Ventre=saint=gris! Das ist wirklich eine gute Antwort für so ein kleines Dorf!" Und entlieb den Alten reich beschenkt. I. Adams. Schottische Werbung. Ethel Maepherson, die älteste von sieben unverheirateten Schwestern, saß mit ihrem langjährigen Verehrer an einem warmen Frühlingsabend auf einer Bank im großen Bürgerpark ihrer Heimatstadt Aberdeen. Wer die Familie Macpherson in Aberdeen kennt — und wer kennt sie nicht?— für den ist es nur selbstverständlich, daß Ethel sittsam Abstand hielt. Ethel galt in der Familie seit kurzem als ein wenig aus der vor ungefähr drei Monaten bei einer Vaterschwester in von do Kr26 Sie war undeutliche Ahnung mitgebracht haben, da es auf dieser Welt noch ein größeres Glüt geben müsse, als das an der Seite des star sommersprosigen John D. Smith, der zwar trotz seiner jungen Jahre schon ein ausgezeichneter Bankhauptkassierer war, aber mit Gaben des Gemütes kaum aufwarten konnte. Seit damals übersah sie seine deutlichen Werbungen geflissentlich. Heute aber wollte der geduldige Courschneider die Sache auf Befehl seiner Mutter, deren gehorsamer Sohn er war, endlich zum Abschluß bringen. Er kämpfte sichtlich mit einem großen Entschluß. Zog sich im Aufstehen sorgfältig die karierten Beinkleider hoch und machte alle Anstalten. um sich vor Ethel auf ein Knie niederzulassen. In diesem entscheidenden Augenblick aber zeigte es sich, daß in Ethel Maephersone Adern doch das Blut der Ahnen unverdünnt rollte. Erregt sprang sie auf, zog den Ueberglücklichen zu sich empor, und flüsterte die inhaltsschweren Worte: „Aber ja doch. John, aber ja doch,— nur schon' um Gottes Willen unsere gute Hofe!“ Berechtigter Einwand Heinrich der Achte von Enoland, der mit Franz dem Ersten von Frankreich Streitigkeiten hatto. wollte diese durch einen Gesandten beilegen laslen. Deshalb schärfte er dem Betreffenden eine jede ein, die alles andere als gerade höflich war, „Aber“, meinte der Gesandte bedenklich,„wenn ich also zum französischen Könige sprechen werde, din ich meines Lebens nicht sicher!“ „Das laßt nur meine Sorge sein“, beruhigte ihn Heinrich der Achte,„falls Euch der König binrichten lassen sollte, so würde ich dafür vielt französische Köpfe, die in meiner Gewalt sind, abschlagen lassen...“ „Von denen nur leider keiner auf meins Schultern passen würde!" J. A. An Stelle der Zahlen sind Buchstaben zu setzen. Die erste und letzte senkrechte Reibe ergeben einen Wunsch an die Leser. Uebertragt Einen Professor der Medizin, ebenso berühmt wie norddeutsch, verschlug das unersorschliche Geschick einmal nach dem Süden, ins Alemannische und hier obendrein, wo es goldecht ist. ins Wien sental. Bei einem Kollegen im fröhlichen Städtchen Z. zu Tisch geladen, fand er ziemlich balt das Haus u. trat, da die Tür offen stand, ohne läuten, herein. Das Hausmädchen aber hatte gute Ohren, und so fuhr sie den Eindringling nicht eben schlecht an: „Wer hat euch angeschafft, reinzutappen, obns zu schellen oder zu vochen, bä?“ Der Gelehrte suchte, etwas verdutzt, nach Worz ten der Verständigung, ohne daß ihm indessen das Mißtrauen aus dem Gesicht der Fragenden# gewichen schien. Sie stemmte vielmehr die Arms in die Hüften und stieß heraus: „Welches Gschlecht?!“ Dem Befragten blieb das Wort in der Keble stecken. Er kam sich völlig überfragt vor. Und konnte freilich eine Anbohrung des seelischen Ich. binein bis in seine Tiefenschichten, jäher, unvermittelter erfolgen? Nur daß die Landessprache diesmal schuld war. Denn„Welches Ger schlecht?“ heißt ins Kurbrandenburgische über jetzt:„Den werten Namen, wenn ich bitten darf.“ Auflösung aus voriger Rummes Schachausgabe K. Helling Matt in drei Zügen. Weiß: Kb4. Dd1. Tes, 252, Bdö(5): Schwarz: Kb7, Las. Bb6, b5(4). — 1. L52—58 Kb7—47 2. D01—01 Ka7—57 8. Da1—87 matt: 1.... K57—67 2. D01—62Re7—57 3. De2—57 matt oder 2... Ke7—# (0) 3. De2—66 matt. Silben=Kreuzworträtsel: Waageperecht: 1. Salamis, 3. Ader, 4. Pirna, 6. Nero, 7. Etage, 9. Trier, 10. Samaden, 12. Radium, 14. Orakel, 16. Amati, 18. Elsa, 19. Levante, 21. Ragout, 22. Kabel, 23. Erde, 24. Toledo.— Senkrecht: 2. Lametta, 3. Arosa, 5. Natrium, 7. Eden, 8. Gera, 11. Madeira, 13. Dilemma, 14. Osaka, 15. Kelle, 16. Ate, 17. Tirade, 20. Vandale. Röstellerung Lenz! Der Lenz ist angekommen! Habt ihr es nicht vernommen? Es sagen's euch die Vögelein, es sagen's euch die Blümelein: der Lenz ist angekommen! Kreuzworträtsel a) 1 Reis, 4 Olga, 7 Niobe, 8 Sage, 10 Ebro. 12 Steg, 13 Raum, 14 Meer, 17 Bank, 20 Anna, 21 Adel. 22 Duese. 23 Sieb, 24 Ente:— b) 1 Rot, 2 Inge, 3 Sieg, 4 Ober, 5 Leba, 6 Atom, 9 Atben, 11 Ruine, 14 Maus, 15 Ende. 16 Rauh, 17 Base, 18 Aden, 19 Klee. Silbenrätsel: 1. Walachei, 2. Arkansas, 8. Hartebeest, 4. Rosmarin, 5. Erlau, 6. Farmer, 7. Roßlau, 8. Eisen, 9. Undset, 10. Niete, 11. Diktator, 12. Salzburg, 13. Chevreau, 14. Fichtelgebirge, 16. Taurien.— ndschaft ist nur unter Guten.“ A#dalbert, 15. „Wahre Freundsa Die drei Wörter jeder Zeile lassen lich zn Wen Port wlonmeniehen, venn nan iotien einen Buchsaben Kreicht. Die Ansangskaben der zusammengesetzten Wörter ergeben eine enalische Münseinbeit. Mrangel=Anekdate Wrangel besuchte im Jahre 1864 das schwedische Schloß Skoloster am Mälarsee, das StammHlot seiner Wrangelahnen, in dem damals die #afin Brahe wohnte. Die alte Dame ließ er sich angelegen sein, dem preußischen Feldmarschall Wrangel all die Waffen, Bilder und Kunstschätze zu zeigen, die der schwedische Feldmarschaf Wrangel von seinen Kriegszügen nach Deutschland mitgebracht hatte. Doch jenem imponierte das alles wenig und jedesmal, wenn seine Führerin auf eine neue Kostbarkeit hinwien, sagte ge:„Reizend, Iräsin, aber alles jestoblen!“ Links: Schulkinder horchen nach„seindlichen" Fliegern In Hendon in England fand ein Flugtag statt, bei dem die englischen Flieger mit großartigen Leistungen aufwarteten. Den englischen Schulkindern machte es eine besondere Freude, als sie am Horchgerät das Naben der„feindlichen“ Flugzeuge abhören durften.(Scherl— M.) Oben: Ein schöner Schnappschuß vom ersten großen Olympia=Prüfungsturnen Auf der Weihestätte am Heiligen Berg bei Heidelberg fand das erste der drei großen Olympia=Prüfungsturnen statt, bei dem Alfred Schwarzmann (Wünsdorf) Gesamtsieger wurde. Drittbester wurde Walter Steffens(Bremen), den dieses Bild bei einem orbildlichen Abgang vom Reck zeigt. (Presse=Bild=Zentrale— M.) Rechts: „ Carl=Schurz=Feier in Liblar In Liblar bei Köln, dem Geburtsort des großen Auslandsdeutschen Carl Schurz, fand anläßlich des zehnten Jahrestages der Carl=Schurz=Vereinigung eine Feier statt, an der auch 45 in Deutschland studierende amerikanische Austauschstudenten teilnahmen. Man sieht hier einen Ueberblick über die Feier im Schloßhof von Liblar.(Presse=Bild=Zentrale— M.) Rudolf Heß spricht über die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Deutschland Die NS=Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk veranstalteten in der Deutschlandhalle in Berlin eine große Kundgebung, in der der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, eine bedeutungsvolle Rede über den Jdealtyp der deutschen Frau hielt. Man sieht auf dem Bild links die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz=Klink, Reichsminister Rudolf Heß und den Stellvertretenden Gauleiter Staatsrat Görlitzer während der Kundgebung.(Deutsche Presse=Photo=Zentrale— M.) Einheitliche Kleidung für die Wandergesellen Die Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk. Abteilung Gesellenwandern und=austausch, hat gemeinsam mit der Fachschaft Schneiderhandwerk eine banderkleidung für die wandernden Handwerksgesellen geschaffen. Die Joppe besteht aus graublauem Loden und hat oberhalb der Wetterschutznaht am rechten Vorderteil die Abzeichenkombination der DAF. mit dem deutschen Handwerkszeichen. (Scherl— M.) Oben: Der Kieler Hafen durch die Olympischen Ringe gesehen Ein origineller Durchblick vom Olympiahaus in Kiel auf den Kieler Hafen. In diesem Hause werden die Teilnehmer an den Olympia=Segelwettbewerben wohnen.(Scherl— M.) Links: Das Fest der Jungfrau von Orleaus in Nouen An dem Jahrestage, an dem die Retterin Frankreichs, die Jungfrau von Orleans, in Nouen vere brannt wurde, findet an der historischen Stelle auf dem Marktplatz alljährlich eine Feier statt. Zur innerung an die Nationalheldin brannte in dem Kandelaber eine Erinnerungsflamme, während verschiedene Verbände vorbeidefilierten.(Scherl/M.) Unten: Große Feiern am Jahrestag des italienischen Kriegseintritts Die Wiederkehr des Tages, an dem Italien in den Krieg eintrat, wurde in Rom und in ganz Italien mit besonderen Feiern begangen. Unser Bild zeigt die Kundgebung vor dem neuen Universitätsgebäude in Rom.(Scherl— M.)