Die„Schwerter Leitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. Terteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Fernr. 2770 sen 15 Res Au u##. Schwerer Beimasslan: Hengte, Gagesseitung Nr. 265 A Persenen Erirunten Segelboot kentert in den Klippen der nordirischen Küste dub London, 11. Nov. An der Küste der nordischen Grafschaft Donegal ereignete sich Sonnabend abend ein schweres Unglück, das 18 Todesopfer forderte. 19 Männer und Frauen, die als Erntearbeiter in Schottland gewesen waren, hatten in einem offenen Segelboot die Heimreise nach der Arrammore=Insel angetreten. Um den Weg abzukürzen, steuerte der Führer des Bootes durch eine klippenreiche Strecke. Plötzlich stieß das Segelboot gegen eine Klippe und kenterte. 17 Personen ertranken. Die beiden Ueberlebenden klammerten sich an das Boot fest, das nach 15 Stunden an die Küste getrieben wurde. Einer der Geretteten starb nach kurzer Zeit, und das Befinden des anderen ist ernst. Unter den Opfern befinden sich acht Mitglieder einer Familie. Eine andere Familie hat drei Mitglieder bei diesem Unglück verloren. Bis zum Sonntag abend gelang ee vonn Leichen zu bergen. flüssen Hochwasser führen. Viele Verbindungsstraßen sind hier bereits unterbrochen. Bre der Frachtdampfer gescheitert dub Manila, 11. Nov. Der britische Frachtdampfer„Silver hazel“(309: To.) strandete auf der Fahrt von San Francisco nach Manila an einem Felsen der berüchtigten Sau Bernardinostraße an der Südküste der Insel Luzon und brach auseinander Die Heckhälfte ist bereits gesunken. An Bord befanden sich 45 Mann und fünf Fahrgäste. Sie retteten sich uuf einen kleinen Felsen. Mehrere Dampfer sind zur Hilfeleistung eingetroffen. Die Uebernahme der Gestrandeten ist jedoch wegen der Gewalt der Strömung bisher unmöglich. Aus Manila wurde ein amerikanischer Zerstörer abgesandt. Er kann aber erst am Dienstag eintreffen. Eine unmittelbare Gefahr für die Schiffbrüchigen soll nicht bestehen. Ueberschwemmungen in Blb Seschach onb. Paris, 11. November. In Süd=Frankreich, im unteren Rhone=Tal, sind durch langanhaltende heftige Regenfälle große Ueberschwemmungen verursacht worden. Die Rhone führt Hochwasser und steigt stündlich mit etwa 6 cm. Die tiefgelegenen Stadtteile von Avignon sind bereits überschwemmt. Auch in Nimes und Umgegend, bei Aramon (südlich von Avignon), werden Ueberschwemmungen berichtet, ebenfalls im gesamten Flußgebiet der Saone und Loire, die mit ihren NebenFeuer in einer Irrenanstalt dub London, 11. Nov. Wie aus Montreal gemeldet wird, brach in einer Irrenanstalt mit 4900 Insassen, die sich in einer Vorstadt ungefähr zwölf Kilometer östlich vom Zentrum der Stadt Montreal befindet, Feuer aus. Das Personal hatte die größten Schwierigkeiten, die Kranken in Sicherheit zu bringen. Viele von ihnen mußten gefesselt davongetragen werden. Fünf Kranke fanden den Tod. Mit der Weihe des ersten Kameradschaftshauses der Hitlerjugend in Deutschland, das am Montag in Göttingen eröffnet wurde, hat sich nach der Auflösung der Korporationen ein weiterer Schritt auf dem Wege zur Heranbildung eines neuen deutschen Hochschultyps vollzogen. Wafschsiinstal., in Frandreich Der frühere Innenminister Frot in Lille mißhandelt— Schlägerei in Paris onb. Paris, 11. Nov. Der 17. Jahrestag des 11. November wurde auch in diesem Jahre in ganz Frankreich in der herkömmlichen Weise begangen. Hauptstätte des Gedenkens war das Grab des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen. In den frühen Vormittagsstunden eröffneten die Feuerkreuzler den Reigen der Huldigungen am Grabe des Unbekannten Soldaten. Inzwischen versammelten sich in den anliegenden Straßen die Truppen zum Vorbeimarsch vor dem Triumphbogen. Unübersehbare Menschenmassen füllten die Straßen um den Etoile. Kurz vor 11 Uhr traf der Präsident der Republik, Lebrun, am Triumphbogen ein, begleitet vom Kriegsminister, Marineminister und Pensionsminister. Kanonenschüsse zeigten die geschichtliche Minute des Schweigens an. Der Vorbeimarsch der Truppen beendete die Feier. Um die Mittagsstunde zogen die rechtsstehenden Frontkämpferverbände am Grabe vorNeuer Eirnlesphatensns Neuer Angriff auf den höhenrekord] 28 000 Meter sollen erreicht werden Zwischenfall bei der Füllung] Der größte Freibalion dub Newyork, 11. Nov. Mit einem Stratosphärenballon sind am Montag früh die amerikanischen Hauptleute Albert W. S. Stewens und Orville Anderson in Rapid City(Dakota) gestartet. Die Wetterverhältnisse sind ungewöhnlich günstig. Organisiert wird das Unternehmen von der Nationalen Geographischen Gesellschaft zusammen mit der Luftschifferabteilung der Armee. Es stellt den dritten Versuch Stewens dar, in die Stratosphäre vorzudringen. Bei dem ersten Versuch im Juli 1934 riß die Ballonhülle beim Erreichen der oberen Luftschichten. Die Besatzung mußte mit dem Fallschirm abspringen. Auch heute gab es bereits einen Zwischenfall. Als der Ballon seine Füllung mit Heliumgas erhielt, riß die Hülle an der Seite sieben Meter weit auf. Der Schaden wurde jedoch von Angestellten der Goodyear=Zeppelinwerke aus Akron, die den Ballon gebaut haben, beseitigt. Der Ballon trägt den Namen„Explorer“. Er ist der größte je konstruierte Freiballon und faßt 3 700 000 Kubikfuß. Die Gondel mißt drei Meter im Durchmesser. Stewens plant eine Höhe von 28.000 Meter zu erreichen. Der Flug wurde unter weitestgehender Unterstützung durch die Spezialindustrien und die Wissenschaft von langer Hand vorbereitet. Der Ballon erreichte um 18.28 Uhr MEZ Höhe von 18300 Meter und um 19.21 Uhr eine Höhe von 22 570. Damit wäre bereits ein neuer Weltrekord aufgestellt. Die Insassen teilten durch Radiotelephon mit, daß der Ballon sehr rasch steige. Das Thermometer zeige 60 Grad Celsius unter Null. Als Standort wurde Gordon(Nebraska) angegeben. Die Fahrt gehe in östlicher Richtung. Der Stratosphärenballon„Explorer“ hat um 20.05 Uhr MEZ den Abstieg begonnen. Die genaue Höhe, die der Ballon erreicht hat, ist noch nicht bekannt. über. Ihnen folgten zwei Stunden später die politisch linksstehenden Frontkämpfer. Anläßlich des Waffenstillstanosuages hat die Volksfront auch in Lille eine Kundgebung veranstaltet, bei der der ehemalige französische Innenminister Frot eine Rede hielt. Beim Eintreffen in Lille ereignete sich auf dem Bahnhof ein Zwischenfall. Der ehemalige Innenminister war kaum aus dem Zuge gestiegen, als ein Mann auf ihn zutrat und ihm einen Faustschlagins Gesicht versetzte. Anwesende der Volksfront, die den Redner abholen wollten, stürzten sich sofort auf den Angreifer und übergaben ihn der Polizei. Es handelt sich um ein Mitglied einer rechtsstehenden Organisation, der— wie alle Mitglieder der rechtsstehenden Verbände— Frot für die blutigen Straßenkämpfe vom 6. Februar 1934 verantwortlich macht. In Paris dauerte der Vorbeimarsch der verschiedenen rechts= und linksgerichteten Verbände vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten den ganzen Montag nachmittag an. Obgleich alle Aufmarschstraßen von einem starken Polizeiaufgebot, unterstützt von republikanischer. Garde und Militär, überwacht wurden, kam es verschiedentlich zu Zwischenfäl len, die teilweise sogar in Schlägereien zwischen Anhängern der Links= und Rechtsverbände ausarteten. So sah sich der Vorsitzende der sogen.„Französischen Solidarität“, einer auf dem äußersten rechten Flügel stehenden Organisation, mit 20 seiner Mitglieder plötzlich von einer starken Gruppe von Anhängern der Volksfront umzingelt, die sofort mit Stöcken und anderen Schlaggegenständen auf ihn einhieben. Die Mitglieder der Solidarität flüchteten in eins der großen Kaffeehäuser der Champs Elysée, dessen Fensterscheiben von den Marxisten und Kommunisten zertrümmert wurden. Erst nach Eingreifen der Polizei konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Auf den großen Zugangsstraßen zum Triumphbogen standen Tausende und Abertausende von Menschen dicht gedrängt, um den Vorbeimarsch der einzelnen Organisationen mitzuerleben. Es herrschte eine ziemlich gespannte Stimmung, und immer wieder mußte die Polizei eingreifen um Zwischenfälle zu verhindern oder zu vereinigen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. # O uckgs I R RR ese RO O T Der historische Marsch des 9. Rovember nach der Feldherenhalle Pschr von Hauleiter Streicher und der Biutsahne bewegte, 59) 9,.Legrsctzesz, es. Veisgtige Frau. Eensträger vom Bürgerbräukeller nach der Feldherrnhalle. Unter eonen rper:(Wejigiz——an) die den Blutorden trägt, Schwester Pia. Tausendfaches„Hier!“ antwortete auf jeden Namensaufruf eines Gefallenen Ueberblick über die erhebende Feier bei der Einführung der Särge der 16 Gefallenen in die Ehrentempel am Königsplatz in München Während Adolf Wagner den Namen eines jeden, Gefallener aufrief, antwortete ihm ein tausendsaches„Hier!“ der Formationen.(Weltbild— M.) Pariser Kulissengespräche Vor wenigen Tagen, am 7. November, hat man sich in Paris daran erinnert, daß die Regierung Laval nunmehr bereits fünf Monate im Amt ist. Die Zusammenstellung dieses Kabinetts war bekanntlich mit großen Schwierigkeiten verbunden. und erst im Morgengrauen des 7. Juni konnten die maßgebenden politischen Persönlichkeiten Frankreichs mit dem beruhigenden Bewußtsein nach Hause gehen, endlich eine neue Regierung unter de: Führung des Außenministers Laval auf die Beine gestellt zu haben. In der am Nachmittag des 7. Juni verlesenen kurzen Regierungserklärung wurde im wesentlichen als Hauptaufgabe der Kampf gegen die Spekulation und die Verteidigung des Francs betont. Im übrigen wurde auf die Notwendigkeit eines allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufbaus hingewiesen. Es folgte der Regierungserklärung die Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz für die Regierung. das im Parlament mit 324 gegen 160 Stimmen. also mit großer Mehrheit, Billigung fand. Uebrigens war damals Frankreich nicht allein von einer großen politischen Entwicklung beherrscht. In England fand am selben Tage der bedeutsame Regierungswechsel, die Ablösung Macdo= nalds mit Baldwin, statt. In den fünf vergangenen Monaten nun hat sich viel ereignet. Heute steht die politische Entwicklung in Frankreich wiederum vor großen Entscheidungen, ebenso wie in England, das im Augenblick mitten im Wahlkampf begriffen ist. Während die innerpolitische Entscheidung in England sich aber ohne ernste Gefahren vollzieht, muß Laval in Paris einen Weg gehen. auf dem nach wie vor Fußangeln versteckt liegen. kurzum: die Gefahr einer Kabinettskrise droht. An sich hat Laval große Aussichten. seine Regierung bis zum Frühjahr zu halten, denn im Frühjahr sind die Parlamentsneuwahlen fällig. und es dürfte kaum eine politische Gruppe in Frankreich geben, die Lust verspürt, jetzt die Verantwortung der politischen Führung des Landes zu übernehmen. In der Opposition läßt sich bekanntlich besser Wahlorovaganda treiben als in der Regierung. In der Opposition kann man angreifen. in der Regierung muß man sich verteidigen. Die Haltung Lavals gegenüber der Frage eines Rücktritts vor den Wahlen ist jedoch nicht klar zu sehen. Er hat zwar wiederholt an das gesamte französische Volk beruhigende Ermahnungen gerichtet. Es gibt aber in Paris Kreise, die behaupten. daß Laval sich innenpolitisch augenblicklich als ein äußerst geschickter Taktiker erweise, indem er nach außen beruhigende Gesten mache. in Wirklichkeit aber gar kein Interesse daran habe, sein Kabinett im Wahlkampf scheitern zu. kassen und der VolksReichsbäueriag in Geerlat Bedeutsame Referate bei den Sondertagungen Goslar, 11. November. Seit Sonntag planvolle Lenkung der Erzeugung herauszustelond. Goslar, II. Rovener.gT-49 steht die Harzstadt Goslar ganz im zeichen des dritten Reichsbauerntages, zu dem aus allen Gauen des Reiches die Bauernführer zusammengekommen sind. Schon die Eröffnung dieses dritten Reichsbauerntages gestaltete sich überaus eindrucksvoll im Goslarer Kaisersaal, der mit den Mitgliedern des Reichsbauernrates und Bauernführern bis auf den letzten Platz besetzt war. Vor Beginn der Eröffnung hatte sich vor dem Kaisersaal eine erwartungsvolle Menge zusammengefunden, die den Reichsbauernführer und seine engeren Mitarbeiter begrüßen wollte. Die Eröffnung selbst erfolgte durch den Sprecher des Reichsbauernrates und Ministerpräsidenten a. D. Granzow. Dann ergriff, jubelnd begrüßt, der Reichsbauernführer R. Walther Darré das Wort, um dem dritten Reichsbauerntag seine Sinnweisung 64 geben.„.!, Geicheksusrmtog im F. Nachdem der dritte Reichsbauerntag am Sonntagabend feierlich eröffnet worden war, begannen am Montagfrüh die Sondertagungen der verschiedenen Abteilungen des Reichsnährstandes. Den Anfang machte Montag früh eine Sondertagung der Reichshauptabteilung II für die Kreisbauernführer und die Kreishauptabteilungsleiter II unter Leitung des Reichshauptabteilungsleiters Dr. Brummenbaum, der sich ebenso wie sein Stabsleiter Dr. Krohn mit den Hauptgesichtspunkten des zweiten schnittes der Erzeugungsschlacht beschäftigte. Staatsrat Meinberg benutzte die Gelegenheit, besondere Gesichtspunkte für die künftige ten. Beim Eingehen auf die Frage der Fettwirtschaft betonte er ausdrücklich, daß die Verlegenheitslösung der Einführung von Lebensmittelkarten unter keinen Umständen in Betracht käme. Es handele sich auch hier angesichts der Lage, die bei der Machtübernahme vorgefunden wurde, um eine Rohstoff=Frage, die ihr besonderes Gesicht dadurch bekommen habe, daß die Einschaltung von fünf Millionen Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß einen natürlichen Zuwachs des Ernährungsbedarfs gebracht habe. der sich stark auf dem Gebiete der Fett= und sorgung bemerkbar mache. Außerdem wurde eine Sondertagugn der Reichshauptabteilung 1 durchgeführt, bei der Reichshauptabteilungsleiter Haydn über die Stimme des Blutes als Gesetz des Volkes sprach, und Stabsabteilungsleiter Dr. Merkel das Eigentum in germanisch=bäuerlicher Auffassung und in der jüdisch=bolschewistischen Anschauung behandelte. In einer anderen Fachtagung unter Leitung des Reichshauptabteilungsleiters Dr. Brummenbaum wurde die Nutzbarmachung der Statistik für die Erzeugungsschlacht behandelt. Reichsabteilungsleiter Dr. Fensch behandelte besonders die statistischen Arbeiten auf dem Bauernhof. In einer Sondertagung der Reichshauptabteilung 2 hat Staatsrat Meinberg u. a. zur Leistungssteigerung der noch unter dem Durchschnitt liegenden Höfe gesetzliche Regelungen auf dem Gebiete der Tierzucht und Milcherzeugung in Aussicht gestellt. Neue Verletzung des Memerntalas Schaffung einer litauischen Sonder=Polizei für das Memelgebiet dub. Memel, 11. November. Die litauische Regierung hat beschlossen, in Memel eine neue Polizeitruppe in einer Stärke von 62 Mann nach dem Vorbild der sog. Kownoer„Reservepolizei für außergewöhnliche Zwecke“ einzusetzen. Diese Polizei, die auch eine Abteilung berittene Polizisten enthalten soll, wird in Memel nicht wie in Kowno der ordentlichen Polizei, sondern der Staatspolizei angegliedert. Zum Leiter ist bereits ein höherer Beamter der Kownoer Reservepolizei ernannt worden. Die Pferdestation wird in einer Kaserne der Memeler Garnison untergebracht. Nach dem Memelstatut ist das gesamte Polizeiwesen Sache der autonomen Organe. Artikel 20 des Statuts bestimmt, daß die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung im Memelgebiet durch die öffentliche Polizei gesichert wird, die den Behörden des Memelgebietes untersteht. Im Notfall kann diese die litauische Regierung um Beistand ersuchen. Dieser Fall ist nicht eingetreten. Nach dem Artikel 20 des Memelstatuts darf die litauische Regierung im Memelgebiet nur Grenz=, Zoll= und Eisenbahnpolizei unterhalten. Es kann also nicht angenommen werden, daß die litauische Regierung ihre Maßnahme auf Grund des Artikels 20 des Statuts getroffen hat. Vielmehr stellt die Einführung dieser litanischen Polizeitruppe im Memelgebiet eine erneute Verletzung des Statuts dar. Uebrigens hat es sich oft genug erwiesen, daß durch das Verhalten litauischer Polizeiorgane im Memelgebiet erst Reibungen künstlich geschaffen wurden, die der Befriedung der Lage im Memelgebiet in höchstem Grade abträglich sind. Oeffentliches Testament zum Schutze zialienische Protestnose Legen Eontrar Vorschläge für eine Neuregelung des Erbrechts gegen die Sühnemaßnahmen scheitern zu lassen und der Polks= Rdz Berlin, 11. Nov. Die vom Staatssekretär im Wahllamps voeitern. ag, unen und r.—. im Reichsiustizministerium, Dr. Freister, front Chanen zu gegen. Viemehr sei, es ihm gar z im Reugezuntigrgnisterium,„Dr. G. nicht unrecht, diese Opposition der Linken noch vor herausgegebene Zeitschrift„Deutsches G den Wahlen zur Regierung zu bringen, zumal für die Linke wenig Aussichten bestehen, es bis zum Frühjahr angesichts der schlechten Kassenlage und anderer ungünstiger Tatsachen besser zu machen, so daß also die Frühjahrswahl zweifellos eine Reaktion gegen die dann regierende Linke bringen würde. Das ist die eine in den Pariser Erörterungen vertretene Ansicht, die andere behauptet, daß Laval sicht daran denke. seine begonnene Regierungsarbeit abzubrechen, zumal die ursprünglich drobenden Schwierigkeiten im Finanzausschuß der Kammer durch eine Kompromißlösung überbrückt werden können. Insofern würden diese Gefahren sich in die Kammer verlagern, so daß also die Entscheidung auf Ende November bis zum Wiederzusammentritt des Parlaments vertagt zu sein scheint. Nun ist es aber in der französischen Innenpolitik geradezu eine Tradition, daß Regierungen durch ganz plötzliche. überraschend auftauchende Schwierigkeiten zum Sturz kommen. Nach der ersten Version über die Taktik Lavals dürfte dem Ministerpräsidenten eine solche Ueberraschung nicht unangenehm sein, vielleicht wird es die Forderung der Radikalsozialisten auf ein Verbot der Feuerkreuzler und ähnlicher Organisationen. Vielleicht ergibt sich ein Ueberraschungsmoment aus der noch nicht geklärten Frage der Natifikation des Moskau=Pariser=Paktes. Laval, der diesen Pakt angebahnt hat, will ihn zwar ratifizieren. aber nicht in der Form, wie es die verschworenen Sowjetfreunde in Frankreich haben wollen. Alles in allem gesehen steht Frankreich am Vorabend wichtiger Entscheidungen, innen= und außenpolitisch. Wie sie beschaffen sein werden und welche der vielen Aussichten in den Pariser Kulissengesprächen sich bewähren wird, muß die weitere hochinteressante Entwicklung der französischen Politik ergeben. storbenen unzweifelhaft näher als irgendwelche ihm nicht einmal mehr dem Stamme nach bekannte Blutsverwandte. Der Gemeinschaftsgedanke sei es auch, der die willkürliche Erbfolge ausschließen müsse. Der Grundsatz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ müsse in ganz besonderem Maße für den gelten, der über sein Vermögen letzwillig verfügt. Es dürfe in Zukunft nicht mehr möglich sein, daß jemand einen Familienbesitz in andere Hände gelangen lasse, ohne seine Blutsverwandten auch nur im geringsten an der Hinterlassenschaft zu beteiligen. Durch das eigenherausgegebene Zeitschrift„Deutsches Ge mein= und Wirtschaftsrecht“, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Schaffung eines arteigenen deutschen Gemeinrechts vorzubereiten, befaßt sich mit den Entwicklungstendenzen des deutschen Erbrechts, wobei der Präsident des Reichsjustizprüfungsamtes, Dr. Palandt, interessante Vorschläge für eine Neuregelung macht. Sie beziehen sich sowohl auf die gesetzliche Erbfolge als auch auf die Testoment Hieher, auf den händige Testament werde der pflichtvergessene sozialistische Staat könne einen Rechtszustand Deshalb sei es notwendig, in Zukunft nur nicht weiter billigen, der es zulasse, daß die Hin= noch die öffentlichen Testamentsformen zuzuterlassenschaft eines Deutschen an Verwandte im lassen, bei denen der Erblasser seinen letzten WilAusland falle, von deren Vorhandensein der len einem Rechtswahrer mündlich erklären müsse, Verstorbene überhaupt nichts wußte oder daß der nicht nur die Aufgabe habe, ihm zu einem ein Deutscher von Blutsverwandten beerbt werde, der äußeren Form nach gültigen Testament zu die schon seit Generationen nicht mehr deutsch verhelfen, sondern die besondere Pflicht, den waren, weder deutsch denken noch sich ihrer Erblasser von Wilkürakten und Pflichtwi. Abstammung überhaupt bewußt sind und viel- keiten gegenüber der Familiengemeinschu, ableicht sogar dem deutschen Denken und Fühlen zuhalten. feindlich gegenüberstehen. Ferneres Blut dürfe niemals vor der Volksgemeinschaft stehen. In Zukunft werde man nur den engeren Kreis von Blutsverwandten, der familiengebunden ist, als gesetzliche Erben zulassen. Mit der zweiten Ordnung müßte die ge(xhliche Erospige cchr, gube erreichen, die Urgroßdub Rom, 11. Nov. Die italienische Regierung hat am Montagabend an ihre diplomatischen Vertretungen in sämtlichen Sanktionsstaaten eine sehr ausführliche Protestnote gegen die Sühnemaßnahmen gerichtet, die auftragsgemäß am Montag den entsprechenden Regierungen überreicht worden ist. Der Wortlaut der Protestnote wird in Rom am Dienstag veröffentlicht. Von zuständiger italienischer Seite wird erklärt, daß diese Protestnote keineswegs mit der vor wenigen Tagen von Italien in Kairo überreichten Protestnote gleichlautend ist, die natürlich schon deswegen ganz anders abgefaßt ist, weil Aegypten als Richtmitglied des Völkerbundes zur Teilnahme an den Sühnemaßnahmen überhaupt nicht verpflichtet sei. Außerdem wird darauf hingewiesen, daß die italienische Regierung bis heute noch keine direkte Mitteilung des in Genf tätigen Verbindungsausschusses oder der darin vertretenen Staaten erhalten hat. Keine handtücher und ungarnierte Bettwäsche im Juventurausverkauf ndz. Berlin, 11. Nov. Der Reichswirtschaftssetzliche Erbfolge ihr Ende erreichen, die Urgroß= minister hat im Reichsanzeiger eine Anordnung eltern und ihre Nachkommen dürften nicht mehr veröffentlicht, nach der in den Inventurverkäuzu den gesetzlichen Erben zöhlen. fen des Jahres 1936 folgende Textilwaren nicht zu ven gesetzlichen Erben zuhlen, In all diesen Fällen werde vielmehr der Fiskus, also das Reich, gesetzlicher Erbe werden müssen; denn die Volksgemeinschaft stehe dem VerSeuttiche Wurnung aus Ainerira Eine Friedensrede des Präsidenten Roosevelt zum 11. November dub Washington, 11. Nov. Wie alljährlich sand auch in diesem Jahre am 11. November im ganzen Lande das Gedenken für die Gefallenen des Weltkrieges statt. Wieder ruhte um 1 Uhr alle Arbeit und das amerikanische Volk ehrte mit einem allgemeinen Schweigen von 2 Minuten die Toten des großen Krieges. Zum ersten Male, seit vor 14 Jahren das Grab des Unbekannten Soldaten auf dem Arlingson=Militär= friedhof bei Washington durch Präsident Harding feierlich der Nation übergeben wurde, begab sich wieder ein Präsident der Vereinigten Staaten an diese geweihte Stätte, um abermals den Friedenswillen der Vereinigten Staaten zum Ausdruck zu bringen. In seiner Rede, die Präsident Roosevelt bei dieser Gelegenheit hielt, verkündete der Präsident als die beiden Leitsätze seiner Regierung 1. den Wunsch, die Vereinigten Staaten davor zu bewahren, in einen Krieg hineingezogen zu werden und 2. den festen Willen, in jeder nur möglichen Weise den Frieden zu fördern und vor den furchtbaren Folgen eines Krieges zu warnen. Roosevelt erinnerte dann an die bisherigen Bemühungen der Vereinigten Staaten zur Verhütung von Kriegen und fügte hinzu, daß die amerikanische Regierung auch dadurch dem Frieden diene, indem sie klare, eindeutige Begriffe verwende und einen Krieg sen des Nähles Igoo fbigengt. rzulwaren nicht zum Verkauf gestellt werden dürfen: glatte, weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel, Handtücher, Küchenhandtücher, Frottierhandtücher, Frottierbadelaken, glatte, ungarnierte Bettwäsche, Bettsatin und Bettzüchen sowie Inletts.„„„ Es handelt sich dabei um Waren, die schwankungen so wenig unterworfen sind, daß nach Meinung des Ministers für ihren beschleunigten Absatz im Inventurverkauf kein Anlaß besteht. Weihnachtsbäume für die Winterhilfe Ndz Berlin, 11. Nov. In einem Runderlaß des Reichsforstmeisters und preußischen Landesforstmeisters heißt es: An die zuständigen örtlichen Graarsiatignen des Winterhilfsperteg des deutLoltes können auch in diesem Jahre kleine Weihnachtsbäume bis zu etwa 1,5 Meter Hohe zur Verwendung im eigenen örtlichen Betätigungsgebiet unentgeltlich abgegeben werden, soweit ihre Entnahme aus den Kulturen und Jungwüchsen ohne Schaden erfolgen kann. Keine Hypothekenbelastung von Erbhösen für Steuerforderungen und das Heldentum auf dem Schlachtfeld eine dub Berlin, 11. Nov. Der Reichsfinanzminister anregende und willkommene Abwechslung nach stellt in einem Runderlaß fest, daß eine hypothekadem trockenen, trübseligen Dasein, das die schwe xische, Belastung von Erbhöfen zur Sicherung von ren Setzaß, zu pause mit sich brggen. Amerira erbhofgesetzeg nicht vere Der Minister erwerde daher weiterhn fl., den Welt#r#e##n ar erhyofgesetzes##t vereinbar.! per? 4.62##. beiten, aber selbstverständlich auch Sicherung denken. „Raub=Krieg“ nenne, wenn es sich um einen bewaffneten Einfall in ein fremdes Land und Tötung von Menschen ohne Kriegserklärung handele. Der Präsident drückte dann sein Bedauern darüber aus, daß die Welt bisher von den Friedensbemühungen so wenig Vorteil gehabt habe und daß das Vertrauen in die Heiligkeit internationaler Verpflichtungen im Schwinden begriffen sei. Die gegenwärtig aufwachsende Generation kenne den Schrecken des Krieges nicht und wisse nicht, was Krieg bedeute. Hier erscheine die Atmosphäre einer Munitionsfabrik und das Heldentum auf dem Schlachtfeld eine aowechstung, nach sein, das die schwe= rische Belastung von Erbhöfen zur Sicherugg von ren Zeiten zu pguse, mit hiep vrgesstr,. dene ata für de an die eigene sucht die nachgeordneten Behorden, Steuerfordean die Eigene rungen auch dann nicht durch hypothekarische Belastung eines Erbhofes zu sichern, wenn der InMünchen. Absturz im Wetterstein Beim Abstieg vom hen Geif“ stürzte am Sonntag der Direktor der Münchener Nieder! sung der Commerzbank, Dr. Ernesti, tödlich ab. Seine Leiche wurde im Laufe des Nachmittags von zwei Bergwachtleuten und von Gara' hen Rersfübr Riederlassung der ab Sei mischen Bergführern geborgen. haber des Erbhofes die Belastung selbst vorschlägt, um eine längere Stundung von Steuerforderungen zu erreichen. Der Reichs= und preußische„Migk ster des Innern, Dr. Frick, hat dem NietzscheArchiv in Weimar zum Ableben von Frau Elise Förster=Nietzsche in einem persönlichen Telegramm sein Beileid ausgesprochen. Parade vor Mussolini Eine kurze Ansprache dub Rom, 11. Nov. Anläßlich des Geburtstages des Königs von Italien nahm Mussolini in seiner Eigenschaft als Kriegsminister am Montagvormittag eine große Parade über die Garnison von Rom ab. Es beteiligten sich alle Waffengattungen mit insgesamt 20000 Mann. Nach der Parade hielt Mussolini vom Balkon des Palazzo Venezia folgende kurze Ansprache: „Ihr habt soeben nur den kleinsten Teil der militärischen Streitmacht gesehen, die Italien zu Beginn des 14. faschistischen Jahres zur Verfügung hat. Diese Macht mit allen ihren Waffengattungen und ganz besonders mit ihrem Geist ist bereit, die Belange und die Würde Italiens zu verteidigen, in Europa und Afrika und überall wo es nötig sein sollte. In der kurzen Zeit von einigen Monaten haben wir bereits zwei alte Rechnungen beglichen. Der Rest wird noch kommen.“ Schwerer Kraftwagenunfall bei Schneidemühl onb. Schneidemühl, 11. Nov. Auf der Lande straße Schneidemühl—Groß=Wittenherg ereignete sich am Montagmittag ein furchtvares Kraftwagenunglück, bei dem zwei Personen get und eine Frau schwer verletzt wurde. Vor einem aus Richtung Schneidemühl kommenden Personenkraftwagen fuhr ein Radfahrer, der, oh ein Zeichen zu geben, nach links in einen Feldweg einbiegen wollte. Trotz starken Brem konnte der Kraftwagenführer einen Zusammen stoß nicht vermeiden. Der Radfahrer wurde auf die Straße geschleudert und war auf der Stelle tot. Der Kraftwagen kam von der Fahrstraße ab und streifte mit ungeheurer Wucht einen Baum. Der Fahrer, ein Architekt aus Schneidemühl, wurde sofort getötet, seine Frau, die neben ihm saß, wurde mit einem schweren Schädelbruch in hoffnungslosem Zustande in das Schneidemühler Krankenhaus eingeliefert. Ein Unglückssall auf der Eisenbahnstrecke Roßlat Berlin. Am 11. November 1935 um 9.48 Uhr ha sich zwischen den Bahnhösen Roßla:—Bongaragel: bra ein bedauerlicher Unglücksfall Drei Arbeiter aus Roßlar, die im Roßlarer Baugesellschaft Arbeiten auf dem Bahn: körper ausführten, wurden vom durchfahrenge Güterzug 6302 überfahren und getötet. Es herrscht starker Nebel. Die Untersuchung ist eingeleitet. bronce Nr. 265(Zweites Blatt) 12. Rovember 1933 Schwerte=Ruhr. Dienstag, den 12. Nov. 1935 Schaufenster=Schönheit Wenn der Stadt im Sommer auch die vielartigen Reize, die das freie Land bieten, fehlen, so ist es doch nicht zu bestreiten, daß Schwerte im Herbst aufblüht, wenn die Lichterstraßen ihre herrlich bunten, oft bestrickend schönen Schaufenster zeigen und Augen und Herzen der Vorübergehenden reizen, locken. So ein abendlicher Gang durch belebte Verkehrsstraßen ist für viele— besonders für die Frauen— eine Genußfreude ganz eigener Art. Hier lockt ein Modewarengeschäft mit verführerischen Auslagen, dort stehen träumende Bräute vor den herr. lichsten Schlaf=, Herren= und Speisezimmern, da locken Gold, Silber und in allen Farben des Sonnenspektrums glitzernde Edelsteine; schöne Porzellane und feingeschliffene Gläser türmen sich daneben auf, Konfitüren schimmern wie bunter Atlas, unser Buchladen zeigt seine Neuerscheinungen, Noten und Bilder, Konditoreien, Stahlwarengeschäfte, Feinkostgeschäfte, Fruchtläden, Korbwaren=, Koffer=, Fahrrad= und Nähmaschienenhandlungen, Tavisserien und nicht zuletzt Damenhüte finden ihre bewundernden Betrachter. Ganz reizende Pelze hier— ein Rausch von Rosen, Nelken, Orchideen und Alpenveilchen dort; man kommt aus dem Staunen einfach nicht heraus und bedauert nur eins, daß der Geldbeutel gegenüber dieser Riesenauswahl schöner und schönster Dinge zu klein ist! Wester Wetteraussichten für Mittwoch und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortdauer des milden Wetters bei meist schwachen südwestlichen Winden, nur vereinzelt Niederschläge. Ein neuer Maschinenschlossermeister. Vor der Handwerkskammer zu Arnsberg bestand der Geselle Alfred Eberhardt, Liethstraße, seine Meisterprüfung als Maschinenschlosser mit dem Prädikat„gut“. X Angefahren. In den gestrigen Abendstunden wurde der s½on in vorgerückten Jahren stehende Arbeiter Heinr. W. von einem bedauerlichen Unfall betroffen. Beim Ueberschreiten der Straße wurde er unweit der ehemaligen Brauerei Ostermann von einem jugendlichen Radfahrer angefahren und so unglücklich zu Boden geworfen, daß er eine schmerzhafte Quetschung der linken Schulter und Hautverletzungen im Gesicht erlitt. Weihnachten rückt näher! Am 12. November sagt uns der Kalendermann, daß in sechs Wochen Heiliger Abend ist, woraus sich ergibt, daß wir bereits darüber schlüssig werden möchten, womit wir unsere Angehörigen beschenken. Mit Weihnachtsarbeiten„von langer Sicht“ sollte schon jetzt begonnen werden! Ein Zwischenfall ereignete sich am Sonntag auf der Straße unweit Steinhausen. Dort hielt ein Personenauto, aus dem herzzerkeißende Schreie ertönten. Die zahlreichen schreckerfüllten Passanten glaubten zunächst an einen Raubüberfall und wollten der bedrängten Insassin zu Hilfe eilen. Glücklicherweise stellte sich bald die Harmlosigkeit des Falles heraus, der in einer etwas lebhaften Meinungsverschiedenheit seine Ursache hatte. Richtigstellung. Bei dem Kameradschaftsübend der RSBO. am Sonntag wirkte, wie uns die Arbeitsfront mitteilt, nicht das Werkorchester des RAW. mit. Ein derartiges Orchester gibt es nicht. Es handelt sich lediglich um einige musikalische Mitglieder der Deutschen Arbeitsstont, die ehrenamtlich innerhalb der Betriebsgemeinschaft bei Veranstaltungen wie Kameradschaftsabenden spielen. : Mütterschulung in Schwerte. Der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk beginnt nunmehr auch in Schwerte mit der Einrichtung von Mütterschulungskursen. Ein Säuglingspflegekursus wird noch in dieser Woche eröffnet. Ferner kommen zur Durchführung Kurse in Kochen, Nähen, häuslicher Krankenpflege, Erziehungsfragen, die wöchentlich einmal abends stattfinden. Es können sich noch Mütter und junge Mädchen zur Teilnahme an sämtlichen Kursen melden bei Frau Hamacher, Bahnhofstr. 19a, bei Frau Weinkauf, Mährstr. 3, bei Fräulein Nehring, Iserlohner Straße. Der Arbeiterdichter Heinrich Lersch, der in den Ortsverbänden der NS=Kulturgemeinde auch in Westfalen=Süd bereits mit großem Erfolge vor Zuhörern aller Schichten sprach, wurde für eine neue Vortragstournee im Gau Westfalen=Süd verpflichtet. - Tournee der Deutschen Musikbühne in Westfalen=Süd. NSG. Nach ihrem Gastspiel in Berlin hat die Deutsche Musikbühne der NS=Kulturgemeinde ihre diesjährige Rundreise angetreten. Innerhalb der nächsten Spielmonate wird die Deutsche Musikbühne für die NS=Kulturgemeinde im Gau WestfalenSüd 17 Veranstaltungen durchführen und zwar sowohl Opern und Operetten als auch Symphoniekonzerte. . Die Hähneversteigerung in Hamm. Am 17. November veranstaltet der Reichsverband deutscher Kleintierzüchter und zwar die Fachschaft 1 bäuerliche Geflügelhalter und Herdbuchzüchter, Gau Westfalen, gelegentlich der Landesgeflügelschau in Hamm in den großen Versteigerungshallen die 2. große Hähneversteigerung. Die Mitglieder und Vollmitglieder des Reichsherdbuches, Gau Westfalen, werden auf dieser Versteigerung nach sorgfältigster Auslese durch eine dreigliedrige Körkommission rund 300 weiße Leghornhähne, 30 Rhodeländer= und 30 braune Italiener=Hähne zeigen. Von Jahr zu Jahr haben die Hähneversteigerungen in der Provinz Westfalen an Bedeutung gewonnen. So wurden z. B. im letzten Jahr von 350 vorgestellten Hähnen 330 versteigert. Jud Hertog endlich Der Rasseschänder trieb auch in Schwerte sein Unwesen Schwerte, 12. Nov. Der Jude Hertog aus Dellwig bei Langschede(Kreis Unna) unterhielt, lt. D.Z., seit längerer Zeit mit einer Elisabeth Dauksch aus Unna ein rasseschänderisches Verhältnis. Der Jude scheute sich nicht, in Abwesenheit der Familie, bei der die D. beschäftigt war, in das Haus einzudringen, um dort sein rasseschänderisches Vorhaben zu vollbringen. Das volks- und rasseverderbliche Treiben der artvergessenen D. mit dem Juden bestand seit diesem Sommer. Der 20jährige Jude hatte sich beim Baden bzw. Paddeln in der Ruhr an das Mädchen herangemacht. Wie weit die 25jährige D. moralisch heruntergekommen war, geht daraus bervor, daß sie bei der eidlichen Vernehmung das intime Verhältnis mit dem Juden in stellte, später jedoch, auf Grund des Belastungsmaterials überführt, schließlich das Rasseverbrechen eingestehen mußte. Beide wurden festgenommen. Die D. hat sich nicht nur gegen das Gesetz zum Schutz von Volk und Rasse vergangen, das unlängst in Nürnberg verkündet wurde, sondern auch wegen Meineids zu verantworten. Gegen den Juden Hertog wie auch gegen die Dauksch wurde vom Amtsgericht Unna Haftbefehl erlassen. Dieser jüdische Rassenschänder hat auch in Schwerte, Hohensyburg usw. sein Unwesen getrieben. Am Hengsteysee bot er mit den artvergessenen blonden Mädchen einen besonders widerlichen Anblick. Endlich ist seinem üblen Treiben für immer das Handwerk gelegt. Achtung! Vereincführer und Ichlwirik! Eindeutige Scheidung von Text= u. Inseratenteil- Grundsätzliche Klärung der Frage: Wann kann die Zeitung auf eine Veranstaltung im lokalen Leil hinweisen! Geschäftliche Einzelheiten gehören in den Anzeigenteil. bände andererseits müssen wir verlang Reichsleiter Amann erklärte auf dem diesjährigen Reichsparteitag „Ihre Aufgabe kann die Presse nur erfüllen, wenn sie wirtschaftlich gesund ist. Dazu bedarf es des verständnisvollen Verhaltens von Partei, Staat, Gemeinde und aller sonstigen im öffentlichen Leben wirkenden Kräfte. Eine ungesunde Beanspruchung der Zeitungen für Veröffentlichungen aller Art im redaktionellen Teil ist wirtschaftlich und publizistisch unerträglich. Vielfach gehören solche Veröffentlichungen überdies in den Anzeigenteil.“ Die Ausführungen des Reichsleiters müssen wir noch einmal in Erinnerung bringen, da leider noch allzuwenigen bekannt ist, daß seit fast zwei Jahren eine eindeutige und strenge Scheidung zwischen dem Text= und Anzeigenteil gesetzlich durchgeführt wurde. Die Bestimmungen werden besonders von den Vereinen und Verbänden nicht genügend beachtet, und die Ablehnung der Aufnahme eines Hinweises in den redaktionellen Teil wird noch vielfach als mangelndes Entgegenkommen der Zeitung ausgelegt. Wir unterstützen nach wie vor alle Bestrebungen im Rahmen der durch das Schriftleitergesetz festgelegten Zulässigkeit und bitten auch um Mitarbeit aller Vereine und Verbande, anbereisend massen wir verlangen, nunmehr die vom Werberat der deutschen Wirtschaft und der Reichspressekammer herausgegebenen Richtlinien zu beachten. Zur grundsätzlichen Klärung werden wir noch einmal das Wichtigste an der Hand der gesetzlichen Bestimmungen aufzeigen: Das Nichteinhalten der Richtlinien zieht für den verantwortlichen Schriftleiter ein Berufsgerichtsverfahren nach sich, ebenso macht sich der Werbungtreibende, der auf Grund eines abgelehnten Hinweises seine Anzeige zurückzieht, strafbar und wird gesetzlich belangt. Im Schriftleitergesetzt heigt es im§ 14: „Schriftleiter sind in Sonderheit verpflichtet, aus den Zeitungen fernzuhalten: 1. was eigennützige Zwecke mit gemeinnützigen in einer die Oeffentlichkeit irreführenden Weise vermengt.“ Weiter sei die 3. Bekanntmachung des Werberats der deutschen Wirtschaft III, Ziffer 6, hier angeführt: „Redaktionelle Werbung im Textteil wird unter„Geschäftliches“(außer Verantwortung der Schriftleitung) aufgenommen und ist einer Textanzeige gleichzuachten.“ Außerdem heißt es in den Bestimmungen: „Der Werbungstreibende oder Werbung“ mittler darf vom Verleger oder vom Schriftleiter keine Aufnahme neller Werbung im Textteil bean. spruchen. Eine solche Forderung ist gesetzwidrig und strafbar.“ Aus diesen Bestimmungen geht deutlich hervor, daß eine reinliche Scheidung von Text= und Inseratenteil besteht. Es sind, keine redaktionellen Hinweise„im lokalen Tei auf Veranstaltungen erlaubt, die von Gaststättenbesitzern ausgehen. Wenn allerdings in den Gaststätten, kulturell wertvolle Veranstaltungen, die in Ermangelung eines ständigen Theaters. das sonst diese übernehmen könnte, einmal aufgezogen werden, ist der Schriftleitung ein einmaliger lokaler Hinweis auf eine derartige Veranstaltung erlaubt. Jedoch hat jede Bemerkung über Vorverkaufsstellen, Beginn und Eintrittspreis zu unterbleiben. Bei den Hinweisen auf Veranstaltungen der kulturellen Organisationen ist u. a. folgendes zu beachten: Meldungen aufklärenden Inhalts, z. B. über den RLB. gehören in den redaktionellen Teil, Ankündigungen von Veranstaltungen des Reichsluftschutzbundes dagegen in den Inseratenteil. Für die Veranstaltungen der NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und der NS. Kulturgemeinde darf, wenn es sich um gemeinnützige Veranstaltungen handelt, im nellen Teil geworben werden, jedoch ist auch aus diesen Notizen und Hinweisen jede Andeutung auf Vorverkaufsstelle, Eintrittspreis, Beginn usw. herauszulassen. Auch die RSG.„Kraft durch Freude" und die NS. Kulturgemeinde müssen, wie eine nochmalige Anfrage bei der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda ergeben hat, in Zukunft diese Einzelheiten im Anzeigenteil bekanntgeben. Für alle einmaligen Veranstaltungen unterhaltender Art, sofern sie nicht von Gaststätten durchgeführt werden, ist eine einmalige Vorbesprechung erlaubt, z. B. für Zirkusgastspiele, Konzerte, bunte Abende usw. Aus diesen Vorschauen oder lokalen Hinweisen ist in Zukunft alles Geschäftliche, das ausführliche Programm, Bemerkungen über den Eintrittspreis. Kartenvorverkaufsstellen, Anfangszeit usw. herauszulassen. Bei Modeschauen darf nicht für bestimmte Modehäuser geworben werden, des weiteren dürfen im einzelnen die Firmen nicht angeführt werden, die mit Schmuck, Schuhen oder sonstigen Artikeln die Modeschau ergänzen. Betriebsveranstaltungen Eingesandte Berichte über Betriebsveranstaltungen oder über Ausflüge, die Betriebsführer mit ihrer Gefolgschaft unternehmen, sind nur dann zu verwerten, wenn die soziale Tat den Rahmen des Ueblichen überschreitet und der Bericht keine versteckte Firmenwerbung enthält. Bei Würdigung neuer Bauten, die ein allgemeines öffentliches Interesse rechtfertigen, darf der Name des Architekten genannt werden. Dagegen ist die Aufzählung der an einem Bau beteiligten Lieferanten im Textteil unstatthaft: solche Eigenwerbung gehört unter„Geschäftliches“. Die angeführten Sätze bilden nur einen kleinen Auszug aus den Richtlinien, die es dem Schluß des redaktionellen Teils. NS Frauenschaft. Gruppe I. Donnerstagabend 8 Uhr. Pflichtabend bei Willes. :tleter zur Pflicht machen, den Tertteil 1 5 den Werbeteil klar zu scheiden und alles zu 1 Herlassen, wodurch der Anschein entstehen könnte, als ob die Grenze zwischen Textteil und Inseratenteil nicht so genau gezogen würde. Alle Beteiligten haben dafür zu sorgen, daß keine Schleichwege gegangen und Umgehungsversuche unternommen werden. Derartige Versuche ziehen Strafen nach sich, unter Umständen sogar die Streichung aus der Berufsliste der deutschen Schriftleiter. Die Richtlinien, das wolle bitte jeder bedenken, dienen lediglich der Gesundung. Die dutschen Zeitungen sind darauf angewiesen, daß ihr Anzeigenteil wieder wie früher in ein besseres Verhältnis zum Textteil kommt, nur dann kann die Zeitung ihre wichtige kulturelle Aufgabe erfüllen und Helferin sein am Aufbau des Staates. Zum Schluß noch einen Hinweis auf den Veranstaltungskalender: Da viele Vereinigungen finanziell nicht in der Lage sind, größere Anzeigen dauernd aufzugeben, steht den Verlegern das Recht zu, sogenannte„Vereinskalender“, zusammenzustellen, für die sie ermäßigte Grundpreise gewähren können. Die„Schwerter Zeitung“ hat eine derartige Ecke auf der lokalen Seite geschaffen. Für einen ganz geringen Grundpreis können hier die Vereine und Verbände jene geschäftlichen Mitteilungen und Angaben aller Art veröffentlichen, deren Bekanntgabe im redaktionellen Teil, wie oben klargelegt, gesetzlich nicht erlaubt ist. Gaumsperikar=Ph. Verter in Wandhosen Eindruckesvolle Volksversammlung. Wandhosen, 12. Nov. Feierlich wurden die Helden des 9. November geehrt. Das Trommeln geht weiter, das Volk wachzuhalten. Weiter geht der Kampf um die deutsche Seele — durch Presse und Rundfunk und in Versammlungen erhalten die Volksgenossen Aufklärung, wird ihnen die nationalsozialistische Weltanschauung vermittelt. So fand gestern abend in Wandhofen eine Volksversammlung statt, zu der der Stützpunkt Wandhofen der NSDAP. aufgerufen hatte. Der Saal der Wirtschaft Schulte war voll besetzt. Auch aus Westhofen und Schwerte waren Volksgenossen herbeigeeilt, um den Abend mitzuerleben. Der Fanfarenzug des Jungvolks, der auf der Bühne Aufstellung genommen hatte, leitete die Kundgebung mit zwei Märschen schwungvoll ein. Ortsgruppenleiter Pg. Scholtis eröffnete dann die Versammlung. Regierungen haben, so führte er in den Einleitungsworten u. a. aus, in der vergangenen Zeit schon öfter die Macht gehabt. Aber diese Regierungen haben es nicht erstanden, mit dem Volke in Fühlung zu bleiben. Zwischen Regierung und Volk bestand ein luftleerer Raum. Nach dem Kriege 1870/71 gab es in Deutschland wohl eine Einheit nach außen hin, aber die Aristokratie wollte vom Volke nichts wissen, und der Arbeiter verstand das Bürgertum nicht. Nach der Machtergreifung ist das anders geworden. Die Regierung steht in ständiger Fühlung mit dem Volke. Die NSDAP. trommelt weiter, um das Volk wachzuhalten und aufzuklären.— Der Ortsgruppenleiter kam dann auf die NSVolkswohlfahrt zu sprechen und stellte den Ortsteil Buchholz als Vorbild hin. Vor Machtübernahme seien hier 95 Proz. der Bevölkerung kommunistisch gewesen. Jetzt sei dieser einstmals so rote Ortsteil so weit, daß 12 Prozent der Bevölkerung vom Buchholz Mitglied der NSV. sei. Das mache diesem Ortsteil in weitem Umkreis keine Gemeinde nach. Der Ortsgruppenleiter sprach die Hoffnung aus, daß man auch recht bald in Wandhofen ein ähnliches gutes Ergebnis feststellen könne. Dann kam Pg. Scholtis noch auf das Problem der Arbeitsbeschaffung im Amte Westhofen zu sprechen. Unterbringungsmöglichkeiten für erwerbslose Arbeiter habe man eigentlich nur bei der Firma Brüninghaus und beim Dortmunder Wasserwerk. Niemand, der noch nicht in Arbeit und Brot sei, solle den Kopf hängen lassen. Es würde alles versucht, auch den letzten Mann unterzubringen. Sodann warnte der Ortsgruppenleiter auf die gewisse Verknappung der Fettversorgung eingehend, vor den Angsteinkäufen. Die Verknappung sei lediglich eine vorübergehende Erscheinung, da Deutschland nur dann Ware vom Ausland hereinnehme, wenn es gleichzeitig andere Waren, z. B. Industrieerzeugnisse ausführen könne. Deutschland werde schon über diesen Berg hinüberkommen. Die 5J. brachte nun einen kurzen Sprechchor zu Gehör. Dann ergriff der Oberbürgermeister der Stadt Hagen, Reichstagsabgeordneter Gauinspekteur Pg. Vetter das Wort zu einem zweistündigen Vortrage. In seiner volkstümlichen Art verstand es der Redner, die zahlreichen Zuhörer zu fesseln. Seine Ausführungen begann Pg. Vetter, zusammengefaßt, etwa folgendermaßen: An den Handlungen des Führers sieht man genau, daß er weiß, was im Volke vorgeht. Es genügt nicht, einer Gliederung der Bewegung anzugehören, sich das Hakenkreuz anzustecken und im übrigen gut verdienen zu wollen. Wer heute ein gutes Einkommen hat, muß in erster Linie opfern. Die einfachsten Menschen zeigen oft die größte Opferfreudigkeit. Wer müde im Kampf wird, ist nie aus innerster Ueberzeugung Nationalsozialist gewesen. Man sehe sich da die Jugend an, die schon jung anfängt und sich politisch einstellt für ihr ganzes Leben. Die Organisation hält das Volk in Bewegung. Wir stehen im Umbruch einer neuen Zeit. Wie wir die Welt anschauen, wollen wir sie umformen. Die älteste Weltanschauung war das Christentum. Weil Christus an seiner reinen Lehre festhielt, verlangte man seine Kreuzizung. Das Volk, das noch drei Tage vorher „Hosianna“, geschrien hatte, kreuzigte ihn. Pilatus hatte seine Stellung als Statthalter gerettet. Die christliche Lehre hat sich durchgesetzt, weil der Träger sein Leben für sie hingab. Die Anhänger der christlichen Lehre wurden genau so verfolgt, wie später die Anhänger einer anderen Weltanschauung, die ersten Nationalsozialisten. Die christliche Lehre: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wurde später nicht mehr in die Tat umgesetzt. Da kam der Protest Luthers. Es kam das Zeitalter der Industriealisierung. Weil man das Sehnen des deutschen Arbeiters nicht verstand, kam eine neue Lehre zum Durchbruch, der Marxismus. Das deutsche Volk war vor dem Kriege schon in 12 Parteien zerspalten. Der Kaiser setzte sich mit den Juden an einen Tisch. Vor dem Kriege hatte die judengegnerische Bewegung im Reichstag schon 17 Abgeordnete. Der Hofprediger Stöcker wurde entlassen. Theodor Fritsch bekam 9 Monate Gefängnis, weil er den Kaiser warnte. 1915 schrieb der Vorwärts, das Organ der SPD., daß ein Sieg Deutschlands nicht im Interesse der sozialdemokratischen Partei liege. Als Rußland niedergerungen war, kam Erzberger mit seiner„Friedensresolution". Der Jude hatte 1918 schon geglaubt, seine Weltherrschaft aufrichten zu können. Da stand ein Gefreiter des Weltkrieges auf und sagte dem Weltjudentum offen den Kampf an. In dieser Sekunde war das Schicksal des Judentums besiegelt. Der Redner ging dann auf die Taten des Führers ein und betonte, das wichtigste, was aufgebaut werden müsse, sei jetzt die Wehrmacht. Der Führer habe immer für die Ehre und Freiheit des deutschen Volkes gekämpft, und nicht für materielle Dinge. Der Redner schnitt dann die Rassenfrage an und geißelte die jüdische Unkultur zur Systemzeit. Die Juden seien nicht das auserwählte Volk. Noch kein Jude habe in einem Bergwerk oder in einer Fabrik sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern können. Man könne sich auch keinen Juden hinter dem Pfluge vorstellen. Die göttlichen Gesetze, so fuhr der Redner fort, liegen in der Gesetzgebung des Blutes. Wer sich gegen diese Gesetze versündigt, den rottet die Natur aus. Der arische Stammbaum ist die Stammrolle des deutschen Volkes. Der Jude weiß jetzt, daß wir das einzige Volk auf der Welt sind, das sich blutsmäßig rein hält und keinen Juden in der Regierung duldet. Alles Große in der Welt wurde von nordischen Menschen geschaffen. Man sehe sich einmal in München die neuen Bauten der Bewegung an. sie sind für die Ewigkeit geschaffen. Auf das Winterhilfswerk eingehend, erklärte Pg. Vetter, mit dem WHW. sei das Christentum in die Praxis umgesetzt. Die Handlungen des Führers seien immer so, daß sie bis in das Tiefste des Volkes durchschlagen. Zum Schluß erklärte der Redner: Wir haben die Macht, um das Volk zu sichern, und wir bauen die Wehrmacht auf, um die Freiheit unseres Handelns haben zu können. Der Führer ist eine Sendung des Göttlichen, das Volk muß einig sein und hat dem Führer blindlings zu folgen. Die Weltanschauung unserer Bewegung wird sich langsam auf das ganze deutsche Volk übertragen. Entwurf vorlag. Hiernach wird das Amt des Bürgermeisters von Holzen ehrenamtlich verwaltet. Ihm stehen zwei Beigeordnete zur Seite. Die Zahl der Gemeinderäte ist auf fünf festgesetzt. Nachdem der Beauftragte der NSDAP., Kreisleiter Menze, Iserlohn, zu dem Entwurf seine Zustimmung erteilt hatte, gaben auch die Gemeinderäte zu dem Erlaß ihr Einverständnis.— Bei der von einer Kommission vorgenommenen Prüfung der Gemeindekassenrechnung für das Rechnungsjahr 1934 wurde alles in Ordnung befunden. Es konnte festgestellt werden, daß die früher so stark verfahrenen Finanzverhältnisse in Holzen sich wesentlich gebessert haben. Die Jahresrechnung schließt ab in Einnahme mit 121 111,51 RM. und in Ausgabe mit 127694,85 RM., sodaß ein ungedeckter Betrag von 6585,33(6 583,34) RM. verblieb.— Dem Erlaß einer Satzung über die Art der ortsüblichen Bekanntmachung wurde von den Gemeinderäten zugestimmt.— Die Bürgersteuer soll im Kalenderjahre 1936 nach dem bisherigen Satze also 500 Prozent des Reichssatzes, erhoben werden.— Unter Verschiedenes gab der Bürgermeister ein Rundschreiben des Kreisamtsleiters für Kommunalpolitik bekannt. Westhofen, 12. Nov. Wieder günstiges Ergebnis der Eintopfspende. Noch besser als das Ergebnis der ersten Eintopfspende war das Ergebnis der am Sonntag abgehaltenen zweiten Einsammlung. Einschließlich des Blumenverkaufs kamen im Amtsbezirk Westhosen 1329,10 RM. ein; im vorigen Monat 1221,35 RM. Auf die einzelnen Gemeinden entfallen folgende Beträge: Westhofen 412,— RM., Garenfeld 77,60 RM., Wandhofen 115,30 MR., Geisecke 107,65 RM., Holzen 328,30 RM. Villiggst 123,30 RM., Lichtendorf 122,30 RM., Ortsteil Buchholz 42,10 RM. Besonders anzuerkennen ist das Ergebnis in dem kleinen Ortsteil Buchholz, aus dem auch viele Volksgenossen der NS. Volkswohlfahrt als Mitglieder beige, treten sind, trotzdem mancher unter ihnen selbst minderbemittelt und jahrelang erwerbslos ge wesen ist. Westhofen, 12. Nov. Feier des„9. No. vember“ in Westhofen Der Gedenttag der Toten der nationalsoziaistischen Bewegung hatte auch in Westhofen eine würdige Ausgestal. tung. Die politische Leitung legte vormittags am Ehrenmal auf dem alten Friedhof an der Bahnhofstraße einen prächtigen Kranz nieder. Dann hielten SA=Männer dort stumme Totenwache. Abends um 7 Uhr traten alle Gliede. rungen der Partei vor dem Amtshause an, von wo sich ein langer Zug durch die Stadt zum Ehrenmal bewegte. Beim Scheine dr Fackeln und unter den Fahnen des neuen Reiches nahm Obersturmführer Nieling die Totenehrung vor. In ergreifenden und doch markigen Worten feierte er das unvergängliche Leben derer, die im Kampfe für das Vaterland und die nationalsozialistische Bewegung fielen. Kein Laut unterbrach die Stille, als die sechzehn Namen der Gefallenen des 9. November verlesen wur. den. Ortsgruppenleiter Scholtis wies in einer kurzen Ansprache auf die hohe Bedeutung hin, die der 9. November für alle Zukunft des neuen Reiches haben werde. Alljährlich an diesem Tage solle der Nachwuchs aus der Hitlerjugend in die SA übergeleitet und so der nationalsozialistischen Bewegung immer neues junges Leben zugeführt werden. Seine von dem Ernst des Tages getragenen Worte klangen aus in einem Siegheil auf den Führer, dessen großes Werk zu schaffen die Toten der Bewegung in unvergleichlichem Opfermute beigetragen haben. Ein Sprechchor, an dem die SA, NSBO., HI und der BdM. mitwirkten, und das HorstWessellied beschlossen die eindrucksvolle Feierstunde. Gelssiaun Westfälisches Landestheater„Die Heimkehr des Matthias Bruck“ Der heldische Mensch im Drama Die„Heimkehr des Matthias Bruck“ bringen wir in unserer Reihe„Der heldische Mensch im Drama“. Ein kurzer Rückblick auf einige Aufführungen der Reihe zeigt eine Verwandtschaft dieser Helden, die schicksalhaft und schuldlos ihr Leben zur Lösung der Konflikte hingeben. So opfert Katte sein Leben als„Bauopfer für den preußischen Staat“(„Katte“ von Herm. Burte, Aufführung durch das Westf. Landestheater 1933/34); so der Marquis Posa für seinen prinzlichen Freund Carlos, der leben soll, um die großen Pläne der Befreiung und der Erneuerung des Staates durchzuführen(„Don Carlos“ von Schiller, Aufführung des Westf. Landestheaters 1933/34); so Erni Turmann, um seinem Sohn den Hof zu erhalten(„Verrat von Novarra“ von Cäsar Arx, Aufführung des Westf. Landestheaters 1934/35). Diese Helden geben ihr Leben hin, um Leben anderer zu retten und die Erfüllung aller jener Aufgaben zu ermöglichen, die zum Wohle und zur Entwicklung des Staates, der Gemeinschaft und der Einzelnen erforderlich sind. Wie in den hier aufgeführten Dramen jeder der Helden eine ganz besondere Haltung und Hingabe an seine ihm schicksalsmäßig gestellte Aufgabe hat, so auch der Held Matthias Bruck. Matthias Bruck, der im Weltkriege kämpfte und gefangen wurde, wird in der Heimat totgesagt. Er flieht aus der Gefangenschaft und kehrt nach langen Jahren der Wanderung heim. Doch er fordert nicht sein Teil am Leben wie es ihm wohl zustände, sondern nimmt sein ihm gegebenes Schicksal hin, um das Leben der Seinen zu erhalten. Dieser kurze Aufriß zeigt den inneren Zusammenhang unserer verschiedenen Aufführungen untereinander und gibt Einblick in die Sinnmäßigkeit unserer Gesamtplanung. Sie hat den Zweck, eine Aufführung aus ihrer Einmaligkeit herauszuheben und damit sinnvoller zu gestalten. Die„Heimkehr des Matthias Bruck“ ist ein würdiges Spiel zur Erinnerung an die Soldaten, die unsere Heimat verteidigten und vor der Zerstörung bewahrten unter Einsatz ihres Lebens. Wie jede Aufführung des Westfälischen Landestheaters ein Aufruf ist an die Zuschauer, sich auszurichten, sich einzuschalten in der Nacheiferung der Helden im Drama, so auch dieses Werk. Durch Erfüllung der uns gestellten Aufgabe ohne Rücksicht auf die eigene Person werden wir der von unseren Toten gebrachten Opfer würdig. Grundsteinlegung zur Fabenehererrge 5 Die Ausführungen des alten Kämpfers fanden den Beifall der Versammlung. Nach einem Schlußmarsch des Fanfarenzuges brachte der Ortsgruppenleiter das Sieg=Heil auf den Führer aus. Im kameradschaftlichen Kreise saß man dann noch länger beisammen. Stützpunktleiter Foth unterstrich den Wert eines guten nachbarlichen Verhältnisses zwischen Wandhofen, Schwerte und Westhofen. Solche Abende, wie der heutige, dienten der Bildung der Volksgemeinschaft.=cke. Amt Westhofen Holzen, 12. Nov. Aus der Sitzung der Gemeinderäte. Unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Rüping hielten die Gemeinderäte von Holzen eine Sitzung ab Vor Eintritt in die Tagesordnung übergab der Bürgermeister den neuberufenen Gemeinderäten ihre Anstellungsurkunden, wonach sie Ehrenbeamte der Gemeinde sind. Nach der neuen Gemeindeordnung ist eine Hauptsatzung zu erlassen, die im NOR6 66 -uaug ORR So wird die neue Jugenöherberge in Detmold aussehen. dem 12. November 1935 Gater eroaut und ist in ihrem Grundrihang Am Dienstag, 10 Uhr morgens wurde auf dem Hiddeser Berg bei Detmold der Grundstein zur neuen Jugendherberge Detmold gelegt. Nach einem Fanfarenmarsch des Jungvolks sprach Gauführer Grimmelt vom Gau Westfalen für Deutsche Jugendherbergen die Begrüßungsworte. Die Weiherede hielt Gauleiter Dr. MeyerMünster, als Reichsstatthalter des Landes Lippe, der auch die eigentliche Grundsteinlegung vornahm. Die neue Jugendherberge wird nach den Plänen des Detmolder Architekten Prölß und Euler erbaut und ist in dem Vorbild des niedersächsischen Bauern## gestaltet. Im Grundstein wurde eine Kassen eingemauert, die eine Urkunde auf Perge enthielt. In die Kassette wurve ferner gelegt;,### Buch des Führers„Mein Kampf“, die-. des Führers seit der Machtübernahrre, Schaubild der Jugendherberge, Ie ggz, Hepru und Illustrierte Zeitungen, sowie sachen des Gaues Westfalen. herberge soll im Sommer 1936 fertig Westsulettulld Ahert Die deuische Bienenotreschuft Von je 100 deutschen Imkern sind etwa: Unsere Vogelwelt im November Im Monat November reisen die letzten Zugvögel ab. Trotzdem wird es immer noch vorkommen, daß man ein Rotkehlchen oder eine Heckenbraunelle sieht. Hier handelt es sich dann aber meistens um Vögel, die überwintern, obwohl die Mehrzahl dieser Arten wandern und wärmere Gegenden aufsuchen. Für die fortgezogenen Vögel aber kommt in diesem Monat Ersatz vom Notden. Vor allem sind es die Drosseln, die nun Zuzug erhalten von nordischen Arten, insbesondere von der Wacholderdrossel, früher unter dem Namen Krammetsvogel bekannt. An den Geen und Teichen tauchen jetzt die nordischen Schwimmvögel auf, die Säger und die verschiedenen Entenarten. Vor allem bekommt man auch jetzt die Raubvögel mehr zu Gesicht als im Somier, wo sie überall Nahrung finden. Gar nicht selten stellen sich jetzt vor allem Sperber und Hühnerhabicht in der Nähe der Dörfer und Slädte ein und schädigen Hühnerhöfe und Taubenschläge. Selbst der Wanderfalk läßt sich in Städten nieder und kann zum Schrecken der Taubenzüchter werden. Der Vogelfreund aber richtet jetzt seinen Futerplatz her, an dem sich bald die jetzt umherziehenden Meisen sammeln werden. Die braune Nonnenmeise, die Schwanzmeise und gelegentlich auch die Haubenmeise stellen sich jetzt am Futterplatz ein; dazu kommen dann auch noch die nordischen Finken, vor allem die Bergfinken. Auch die Spechte wird man jetzt nicht selten im Garten beobachten können, da sie sich gern in Gesellschaft der Meisen aufhalten. Von den Krähen taucht jetzt auch die graue Nebelkrähe bei uns auf, die ihr Brutgebiet von Mecklenburg ostwärts hat. Sie ist aber keine besondere Art, sondern nur eine geographische Abart der bei uns heimischen Rabenkrähe. Bauern handwertel Beamte Lehrer Nr. beiter senderer benche! Umgraben im herbst ist vorzuziehen! Unter Bodenbearbeitung versteht man die Auflockerung und Zerkrümelung des Gartenbodens mit Hilfe des Spatens und der Harke, wobei gleichzeitig Steine, Unkraut, Wurzeln usw. herausgesammelt und entfernt werden. Eine gründliche, den örtlichen Verhältnissen angepaßte Bearbeitung ist unerläßlich sowohl für den Obst= als auch für den Gemüsegarten. Die Auflockerung des Bodens fördert die Durchlüftung, die Bakterientätigkeit wird dadurch angeregt. und als Folge davon wiederum die Vonre bewirkt; alle dem Boden zugeführten Nährstoffe werden innig mit diesem vermischt, die Wasserverdunstung wird vermindert, die Erwälmung und die Wasser haltende Kraft des Bodens gesteigert. Alle diese Vorgänge wirken muchstumsfördernd, dienen der Erzielung kräfund gesunder Pflanzen und sichern letzten Endes den Ernteerfolg. Die am häufigsten wiederkehrende Art der Bodenbel beitung ist die des Umgrabens mit dem Spaten. Die Arbeit wird entweder im Spätherbst oder im Frühjahr ausgeführt mit dem Unterschied, daß das Land bei der Herbstarbeit in roher Scholle liegenbleibt und durch den Frost zerkleinert wird, während beim Umspaten im Frühjahr gleichzeitig eine Zerkleinerung der groben Scholle mit der Harke vorgenommen werden muß. Bei Ausführung des Umgrabens empfiehlt es sich, Stalldung oder künstlichen Dung miteinzubringen. Das Umgraben im Herbst ist vorzuziehen, da durch den Frost eine weit bessere Zerkrümelung des Bodens erfolgt und keine Harke diese Arbeit voll ersetzen kann.— andere Bearbeitung des Gartenlandes bei Beginn des Winters ist das sogenannte Schollern, die Arbeit, die vorgenommen wird, sobald der Boden 3 bis 4 Zentimeter tief gefroren ist. Man reißt mit dem Karst möglichst große Schollen los und wendet sie um. Auf diese Weise findet eine Lockerung des Landes bis zu einer Tiefe von 18—20 Zentimeter statt. Das Schollern ist neben dem Umgraben eine der wirksamsten Bodenlockerungen, da der Frost ausreichenden Zutritt hat und alle Insektenlarven und Unkrautwurzeln abtötet.(Deutsche Siedlung.) und fallen mit Adolf Hitler! In längeren Ausführungen sprach Pg. Cohrs über das verhängnisvolle Wirken des politischen Katholizismus und stellte dann klar das Ziel heraus: Wir wollen im Geiste von Nürnberg, im Gegensatz zu Rom und Moskau den Frieden in die Welt hineintragen und unseren nationalsozialistischen Geist über unsere Grenzen hinaustragen. Als zweiter Redner des Abends sprach Reichsamtsleiter Pg. Geiger. In längeren Ausführungen legte er die Notwendigkeit der richtigen Erkenntnis der großen Taten, die in den vergangenen Jahren geschehen sind, dar und wies dabei ganz besonders auf das große und gewaltige Werk der Deutschen Arbeitsfront und der in ihr aufgebauten RSG„Kraft durch Freude" hin. Das Größte sei, daß der deutsche Arbeiter, der sein Vaterland verloren habe, heute wieder das Gefühl habe, daß er ein Vaterland habe, das Deutschland heiße. Mit besonderem stellte der Redner die Leistungen der DaF und der RSG„Kraft durch Freude" heraus. Pferdeschmuggel aufgedeckt Papenburg. Nach langen Beobachtungen ist es der Zollfahndungsstelle gelungen, einem großangelegten Pferdeschmuggel auf die Spur zu kommen. Vier an dem Schmuggel beteiligte Personen sind bereits festgenommen worden. Bis jetzt konnten sechs Pferde beschlagnahmt und sichergestellt werden. Kuh bringt drei Kälber zur Welt Sandstedt(Krs. Wesermünde). Eine dem Bauern Johann Schwoge im Sandstedter Moor gehörende Kuh brachte drei Kälber zur Welt, die ein Gesamtgewicht von 184 Pfund hatten. Di jungen Tiere gingen nach kurzer Zeit ein, rend die Mutterkuh wohlauf ist. Umfängreiche Viehdiebstähle aufgeklärt „Kom-Moskau-Nürnberg“. Machtvolle Kundgebung der DAF in Münster Münster. Die Deutsche Arbeitsfront hatte die Werktätigen der Provinzialhauptstadt zu einer Großkundgebung im großen Schützenhofsaale geladen. Die Werkscharen der DAF gaben mit ihrem machtvollen Bekenntnis zur deutschen Arbeit der großen Kundgebung den würdigen Auftakt. Nach Begrüßungsworten des Kreiswalkers Pg. Galler ergriff, lebhaft begrüßt, als erster Redner des Abends Reichsredner Pg. Cohrs= München das Wort zum Thema„Rom=MoskauNürnberg". Der Redner rief den Zuhörern das große Erlebnis der Frontkameradschaft ins Gedachtnis und zeichnete dann einen Weg der blutiden Struße, die, von Moskau aufgegraben, durch die ganze Wekt zieht und nichts anderes kennt als Tod und Vernichtung. Diesem Vernichtung brinzenden Rußland stellte Pg. Cohrs auf der anderen Seite das unter dem Führer geeinte Dritte Reich gegenüber, in dem der Kommunismus zusammengebrochen ist. Dieses Deutschland hat sich auf sich selbst besonnen, hier in Deutschland gibt es nur eine Parole, und die sei den Komintern ins Gesicht geschleudert: Wir stehen Waldbröl. Auf Grund eingehender Ermittlungen konnten jetzt jahrelang im Gebiet zwischen Waldbröl und dem Siegtal ausgeführte Viehdiebstähle fast restlos aufgeklärt werden. Sieben Personen, hinter denen niemand die Diebe vermutet hätte, sind festgenommen worden. Teilweise haben sie bereits ein Geständnis abgelegt; aber auch diejenigen, die sich bisher noch nicht zu einem Geständnis bequemen konnten, sind durch zahlreiches Beweismaterial als überführt anzusehen. Etwa 40 Diebstähle von Großvieh hat man den Dieben bisher nachweisen können. 20 Stück Großvieh konnten inzwischen den rechtmäßigen Besitzern wieder zurückgegeben werden. Bei weiteren 18 Tieren sind die Ermittlungen nach dem Besitzer noch im Gange. und einen lebensgefährlichen Schädelbruch davon. Die drei Verletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Die 12 Jahre alte Schülerin Paula Backhaus, die sich auf dem Bürgersteig befand, kam mit leichteren Kopfverletzungen davon. In den Mittagsstunden des gleichen Tages streifte der Motorradfahrer Ernst Wange in der Eickenscheidter Straße in Kray ein dort parkendes Motorrad, kam ins Schleudern und fuhr gegen eine ihm entgegenkommende Zugmaschine mit Anhänger. Wange sowie sein Soziusfahrer Georg Stumpe wurden auf die Straße geschleudert und erlitten außer Knochenbrüchen schwere Schädelbrüche. Sie wurden dem Laurentiushospital in Steele zugeführt. wo Wange im Laufe der Nacht seinen schweren Verletzungen erlag. Bei Stumve besteht ebenfalls Lebensgefahr. Orchesterstudium für 5000 Schulkinder Gelsenkirchen. Das Gelsenkirchener städtische Orchester wird sich in diesem Winter in die verschiedenen Stadtteile Gelsenkirchens begeben, um dort etwa 4000 bis 5000 Schulkinder mit den einzelnen Instrumenten eines Orchesters bekannt zu machen und um in der Schuljugend auf diese Weise das Interesse an der Musik zu wecken. Unter entsprechender Verwendung der Instrumente sollen die Kinder dabei zugleich in die verschiedenen Formen der Tonkunst von der einfachen Marschmusik bis zum sinfonischen Werk eingeführt werden. Dieser bemerkenswerte und nachahmenswerte Plan stammt von dem Gelsenkirchener städtischen Musikdirektor Dr. Folkerts, der bereits im vorigen Winter erfolgreiche Versuche in dieser Richtung unternommen hatte. Für 25000 Mark Schmucksachen gestohlen Wuppertal. In einer Wuppertaler Villa wurde am Sonntagmorgen ein Einsteigediebstahl ausgeführt, wobei dem oder den Tätern Schmucksachen im Werte von 25000 Mark in die Hände fielen. Unter den gestohlenen Schmucksachen befinden sich eine Perlenkette mit 113 echten Perlen, ein Platinring mit drei Brillanten, ein Brillantring mit fünf Brillanten, ein Ring mit sechs Brillanten, ein Perlenring mit zwei Perlen, zwei goldene Armbänder, eine goldene Armband= uhr, eine Opalbrosche, ferner eine Saphirbrosche und eine Platinvorstecknadel sowie eine silberne Brosche. gradverleihungen und Ernennungen wurde u. a. den Gauleitern Josef Grohé, Gustav Simon und Karl Weinreich der Dienstgrad eines Gruppenführers verliehen. Wieder ein Heiratsschwindler gefaßt Frankfurt a. M. Obwohl von der Kriminalpolizei wiederholt in der Tagespresse vor Heiratsbetrügern gewarnt wurde, gelingt es dieser Sorte Schwindlern doch immer und immer wieder, ihre Opfer zu finden. Es ist stets das gleiche Lied: Leichtgläubigkeit der Frauen, großspuriges Auftreten der Betrüger, sprechen und schließlich die Geldverlegenheit der sauberen Herren, für die die unglaublichsten Gründe angegeben werden. Hat dann ein solcher Schädling Geld erhalten— in den weitaus meisten Fällen erhält er es— dann ist er schnell von der Bildfläche verschwunden. Die Ermittlungen der Polizei werden oft noch dadurch erschwert, daß die Geschädigten in der Regel keine näheren Anhaltspunkte geben können. Wie leicht es diesen Betrügern oft gemacht wird, beweist wieder folgender Fall, der sich vor einigen Tagen hier abgespielt hat. In einem Weinlokal lernten zwei Frauen einen angeblichen Ausländer mit dem Namen„Dr. Vollerto“ kennen. Durch sein Auftreten betörte er eine der Frauen derart, daß diese es ohne glaubte, als er ihr schon am übernächsten Tage ihrer Bekanntschaft die Heirat versprach. Am vierten Tage der Bekanntschaft war es dann soweit, daß ihm die Geschädigte 150 Mark bares Geld auf den Tisch legte. Er wollte damit angeblich auf der Devisenstelle die Kosten für sein aus Holland eintreffendes Geld bezahlen. Nach Erhalt des Geldes begab er sich mit den beiden Frauen nach der Devisenstelle, wo er die Frauen bat, zu warten, da er noch aufs Zollamt müsse. Aber wer sich nicht mehr blicken ließ, war der saubere Herr Dr. Vollerto. Inzwischen ist es gelungen, den Betrüger, bei dem es sich um den 39jährigen, verheirateten W. R. Wolferts aus Remscheid gebürtig handelt, in Aachen festzunehmen. Schwere Verkehrsunfälle in Essen Zwei Tote, vier Verletzte Essen. Am Samstagmittag lief die 13 Jahre alte Schülerin Hilde Daumann in der Altenessener Straße vor einem ankommenden Straßenbahnzug über die Straße. Sie wurde hierbei von einem die Straßenbahn überholenden Kraftlieferwagen erfaßt und mehrere Meter mitgeschleift. Das Mädchen trug schwere innere Verletzungen und einen Schädelbruch davon und starb am anderen Morgen im Marienhospital in Altenessen. Der Führer des Lieferwagens. der im letzten Augenblick noch dem Mädchen ausweichen wollte. geriet über die Rettungsinsel und fuhr derart gegen ein ihm entgegenkommendes Pferdefuhrwerk, daß dieses umkivpte und über den Bürgersteig in die Fenster geschleudert wurde. Die Ehefrau Kentrat, die dieses Fenster putzte, trug eine schwere Wirbelsäulenverletzung davon. Der Führer des Pferdefuhrwerks iäösige Padsginerschütterung davon. Der 15¾: 11 Verletzte bei zwei Autonnfällen Düsseldorf. Auf der Krefelder Straße in Büderich bei Düsseldorf ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schweres Autounglück, bei dem 14 Personen zum Teil schwere Verietzungen davontrugen. Ein von Düsseldorf kommender Personenkraftwagen geriet plötzlich auf dem infolge des Regens glatten Pflaster ins Schleudern, fuhr gegen eine Mauer, wo er fast zerschellte und die drei Insassen unter sich begrub. Ein dicht dahinter kommender, mit SS=Männern besetzter Lieferwagen geriet beim Bremsen ebenfalls ins Rutschen und fuhr gegen einen Baum. Fast alle Insassen des Wagens wurden verletzt. Einschließlich der drei Verletzten des Personenkraftwagens mußten insgesamt 14 Verletzte dem Heerdter Krankenhaus zugeführt werden. Neun von ihnen konnten inzwischen wieder entlassen werden. Von den fünf noch im Krankenhaus liegenden Personen ist einer, der einen Schädelbruch davontrug, schwer verletzt; bei ihm besteht Lebensgefahr. Die beiden Kraftwagen wurden vollständig zertrümmert. Den Gauleitern Josef Grohé, Gustav Simon und Karl Weinreich der Dienstgrad eines Gruppenführers des RSKK verliehen Köln. Nach einer Meldung des„Völkischen Beobachter“ über die anläßlich des 9. November trng eine Gedirn=Herhert Roth, der dicht binter vom Führer im Nationalsozialistischen Kraßfahr: dem Pferdefuhrwerk fuhr, trug einen Kieferbruch korps ausgesprochenen Beförderungen, Pionier des Automobilbaues Stadtbaumeister a. D. Louis Broeg, der Erbauer des Magdeburger„Gespensterwagens“ Marburg. Im hohen Alter von 88 Jahren starb Stadtbaumeister i. R. Louis Broeg, einer der ältesten Einwohner Marburgs. Neben seiner großen Arbeit auf städtebaulichem Gebiet beschäftigte sich Broeg bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Bau eines Automobils und konstruierte um diese Zeit bereits vor Benz ein Auto, mit dem er zum damaligen Gespött der Leute kürzere und längere Fahrten in Marburg und Umgegend unternahm. Die Fuhrleute nannten das neue seltsame Fehrzeug einen„Gespensterwagen". Als Karl Benz in Mannheim, der mit der gleichen Idee beschäftigt war, von dem Fahrzeug Kenntnis erhielt trat er mit Broeg in Verbindung und plante, sich mit ihm zum Zwecke des Automobilbaues zu verbinden. Das Dazwischentreten des damaligen Marburger Oberbürgermeisters Schüler verhinderte es, daß der bereits fertiggestellte Vertrag unterzeichnet wurde. Jedoch erwarb Broeg eines der ersten von Benz erbauten Automobile und wurde eifriger Fahrer. Er gründete den heutigen Gau III B des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs, war lange Jahre dessen Vorsitzender und erkämpfte sich in dieser Zeit viele Auszeichnungen für autosportliche Leistungen. Mit Broeg wird der Senior der kurhessischen, vielleicht sogar der deutschen Kraftwagenfahrer zu Grabe getragen. OUrU UuUrssobsb Oosorss Sstmmmmmmmmmmmmmmiin Romen von Aunu WDofke Mimmmmmmm 14 Und Gräfin Rotteck redete fort und fort. Endlich siel ihr doch die Schweigsamkeit ihres Bruders auf. Mit einem energischen Ruck schlug sie die große Zeitung zurück, hinter der er sich verschanzt hatte. Sprachlos starrte sie auf ihren Bruder. 81864 Uu. 8i. Der lag mit lächelndem Gesicht, das Einglas fest ins Auge geklemmt, und schlief den Schlaf des Gerechten. Dieser Mensch konnte noch schlafen? Fast verzweifelt starrte Tante Bella in das friedliche Gesicht mit dem Kinderlächeln um den alten Mund, dann aber schlich sie ganz leise auf den Fußspitzen zur Tür hinaus. Niemand sollte ihn stören. Das alte Kind sollte schiafen. Wohl ihm, daß er schlafen konnte.— Mit hellem Schellengeläut zogen die Schlitten draußen vorüber. Hart knirschte der Schnee und grau und wetterschwer hing der Winterhimmel über Oberhof. 8. Als Ingelid aus dem Hotel trat, um in den Schlitten zu steigen, der sie zum Start bringen sollte, sah sie, daß Riele Vossen schon im Schlitten Platz genommen hatte, während Leo augenscheinlich wartend am Schlage stand. Und wieder hatte Ingelid eine leise Schmerzempfindung in der Brust, als sie die beiden anscheinend so harmlos und gemütlich plaudernd sah. Leo mußte sich sehr gut in der Gewalt haben, denn kein Zug in seinem ernsten, männlichen Gesicht verriet, was seit gestern abend zwischen ihm und Ingelid lag. Er küßte ihr ritterlich die Hand, erkundigte sich artig, wie sie geschlafen und äußerte sich über die Aussichten der einzelnen Schlitten beim Rennen. „Es wird sehr auf unsere Lenker ankommen“, meinte er.„Wenn wir Glück haben, nehmen wir die zweitausend Meter in einer Minute und fünfzig Sekunden. Unter zwei Minuten werden es die andern kaum schaffen.“ „Na, bester Graf“, woarf Riele ein, sich ihren weißen Wollschal fester um den Hals windend. während der Schlitten mit ihnen die Crawinkler Straße entlang flog,„die Hexe“ ist doch eine gefährliche Konkurrenz. Mein süßer Bruder gönnt uns den Ruhm nicht. und in einer Minute und zweiundfünfzig Sekunden hat er die Bahn ja schon wiederholt genommen. Was meinst du, Ingelid?“ „Wir werden ja sehen“, entgegnete Ingelid. „Ich steure ja nicht, und wenn ich euch das ganze Rennen nicht ruiniert hätte, wäre ich gar nicht mitgefahren.“ Ein prüfendere Blick Leos traf sie und es war ihr, als wollte er ihr bis auf den Grund der Seele dringen. Kühl und klar gab sie den Blick zurück. Riele Vossen plauderte weiter, daß Köppings schon voraus seien und Herr Funk in ihrem Schlitten, wie es schien, sehr gegen seinen Willen mitgefahren sei. Frau von Köpping hätte ihn so dringend eingeladen und er so energisch abgelehnt, daß Köpping es schließ. lich fast wie eine Beleidigung aufgefaßt habe. Da war denn Funk resigniert in den Schlitten gestiegen. Ganz prachtvoll habe der Schlitten sich gemacht. Die schwarzen Pferde hatten heute weiße, goldgestickte Decken, die mit dem weißen Zaumzeug ganz wundervoll harmonierten. Schweigend hörte das Brautpaar zu. Ein unruhiger Ausdruck in Rieles Gesicht. Wie seltsam die beiden ihr so lieben Menschen heute waren. Es war fast, als führe man zu einem Begräbnis, und Niele hatte die Empfindung, als ob sie weinen müsse— sie wußte nicht recht, ob über Leo von der Decken und seine Braut oder über sich selbst. Als der Schlitten vor dem Klubhause hielt, wo der Oberleiter, die Kampfrichter, Schiedsrichter, die Wettlaufleiter und Bahnordner inmitten zahlreicher Bobfahrer und=fahrerinnen versammelt waren, äußerte sich Evelyn von Köpping ganz laut zu dem Gesandtschaftsatlaché: „Ei, schaun's da, endlich das zärtliche Brautpaar.'s Glück schaut ihnen a nit gar aus den Guckerln. So gar trüb blicken's umher. Ja, was man so aussteht mit so verliebte Leit. A seinen Schmecker muß man haben, um dös zu verstehen.“ Sie brach etwas erschrocken ab, denn während Sutheim amüsiert auflachte, traf sie ein so unheilverkündender Blick des Fliegers, der an ihrer Seite stand, daß sie jäh verstummte. In demselben Augenblick aber gewahrte sie auch, daß Ingelids Augen stumm zu Funk hinüber grüßten, und dann sah sie ein Aufflammen in seinen Augen, das ihr das Blut siedend heiß in das Gesicht trieb. Was war das zwischen den beiden? Evelyn lachte plötzlich grell auf und dann schwatzte sie in toller Lustigkeit um sich herum. Mit Sutheim tat sie besonders schön so daß ihr Mann nicht anders konnte, als ihr zuzuflüstern: „So nimm dich doch ein wenig zusammen, Evelyn. Du bist ja wie in einem Taumel. Alles wird schon aufmerksam auf uns, und du weißt, ich liebe das Aufallende nicht.“ „So gefall i dir mit einem Male wieder nit?“ gab sie erbost zurück.„Schau, such dir doch ne andere aus. Die Prinzenbraut da drüben mit der roten Mütz', nit wahr? Die könnt dir wohl gefallen?“ Und wieder lachte sie laut auf, während Köpping das Blut heiß zum Herzen schoß und seine Augen sich drohend in Evelyns Gesicht bohrten. Wie merkwürdig sie sich heute gebärdete! Wie von Sinnen schien sie ihm. „Wollen wir nicht lieber zurückbleiben?" flüsterte er ihr zu. Man findet gewiß hier schnell noch eine andere Belastung.“ Er wußte ganz genau, daß er durch sein Zurücktreten das ganze Rennen gefährdete, aber er hatte plötzlich ein so dumpfes, schweres Gefühl der Angst, als dürfte er Evelyn nicht gewähren lassen. „Warum nit gar“, lachte sie.„Hast wohl Furcht, du könntest dir die Haxen zerbrechen oder gar die Pratzen verstauchen? Wegen mir bleib da, ich fahr mit.“ Damit wandte sie ihrem Manne den Rücken, der die Zähne fest zusammenbiß. Nur kein Aufsehen. Er haßte nichts mehr und Evelyn kam es auf eine Szene mehr oder weniger vor versammeltem Volk nicht an. Fast scheu sah er jetzt zu Irmengard hinüber, die an der Seite des Prinzen lächelnd zu diesem aufsah. Merkwürdig, trotzdem sie so strahlend lächelte, war es Köpping, als sei Irmengards Gesicht seit gestern ganz schmal und blaß geworden. Die rote Jacke und die rote Zipfelmütze, deren Troddel ihr fast ins Gesicht hing, standen ihr heute zu ihrem rötlichen Haar absolut nicht, und die Lippen, sonst so brennend rot, schienen blaß und spröde. Wie durch einen Schleier sah es Köpping, während die Startreihenfolge ausgelost wurde. Evelyn aber trat, beide Hände in die Taschen ihrer weißen Sportjacke vergraben, zu dem Flieger und sagte, ohne ihn anzusehen: „Das Spiel ist mir aber jetzt zu arg. Entweder du läßt deine Pratzen da weg von dem blassen Mädel, das einem andern gehört, oder wir zwei reden mal a ordentliches Wörtlein.“ „Ich wüßte nicht, was wir zwei uns zu sagen haben, gnädige Frau.“ „Na, das wird sich schon finden“, nickte sie. „I hab keine Bang. Hast mi doch einst arg lieb g'habt, gelt?“ Funk würdigte sie keiner Antwort— er trat einge Schritte zurück, hinein in den tiefen Schnee, der hoch aufgeschaufelt am Wege lag. Evelyn war ihm gefolgt, während sich schon die Bobs bemannten und flüsterte ihm zu, während ihre Zähne leise aufeinander knirschten: „I will wissen, ob’s mi noch lieb hast oder nit. Gleich auf der Stell sollst es sagen.“ „Ich kann nur da lieben, wo ich achten kann“, gab der Flieger zurück,„und das ist mir bei der Frau, die mich und andere betrog, gründlich vergangen.“ „Freili, weil i älter g’worden bin und andere jünger und schöner sind. Aber i lass’ mi nit so abspeis'n. Mei Recht will i, oder i zeig dir, was i kann.“ „Ich habe Ihnen wirklich nichts weiter zu sagen, gnädige Frau, als daß ich längst vergessen habe, daß ich Sie gekannt habe.“ Mit flüchtigem Neigen gegen sie schritt er dem„Aar“ zu, auf dem er ohne eine Miene zu verziehen, am Steuer Platz nahm. „Platz nehmen, Platz nehmen, Herrschaften!“ rief es von allen Seiten. Der„Aar“ war im Augenblick bemannt. War es Zufall oder Absicht— Evelyn dicht hinter Funk, der die Hände am Steuer hielt und mit einem langen Blick zu Ingelid zurücksah, die vor Leo Platz genommen hatte. Vor ihr saßen Köpping und Riele Vossen. Prinz Günther, der heute zur Mannschaft der „Hexe“ gehörte, trat noch einmal an den„Aar“ heran und drückte Ingelid den Lederriemen, der achtlos herabhing, in die Hand. „Hübsch achtgeben“, gebot er lächelnd. „Fertig?“ fragte der Steuermann. „Fertig!“ klang es zurück. „Eins, zwei, drei!“ rief Riele Vossen und dann schoß der„Aar“ wie der Blitz die Bahn abwärts, von den Hochrufen der Zuschauer begleitet. Unbeweglich, kalt vor sich hinblickend, saß Johannes Funk am Steuer. Nichts entging seinem wachsamen Auge. Glänzend nahm er die erste Kurve. Die Mannschaft folgte seinen nur leise angedeuteten Befehlen aufs Haar, denn jeder Mitfahrende ist sich bewußt, daß die geringste Unachtsamkeit seinerseits alle gefähr. den kann. Leo, der wie immer als Bremser fuhr und mit scharfen Augen die Mannschaft vor sich überblickte, flüsterte Ingelid plötzlich zu: „Um Gottes willen, was hat nur Frau von Köpping? Sie legt ja nach der verkehrten Seite aus!“ „Achtung, gnädige Frau!“ rief er dann laut. „Links auslegen!“ In der sausenden Fahrt hatte sie wohl seinen Zuruf gar nicht vernommen. Ingelid aber gewahrte voll Schrecken, wie Evelyn plötzlich halb aufsprang und ihre Arme verzweifelt um Funks Hals schlang. Umsonst bemühte sich der Flieger, das sich wie rasend an ihn klammernde Weib abzuschütteln. Und jetzt kam die gefährliche Kurve. „Bremse!“ donnerte Funk, bemüht, mit eiserner Hand das Steuer zu halten. Er fühlte wohl, wie die Bremse, von Leo, der die Gefahr sofort erkannte, richtig bedient, in die glatte Bahn einschnitt, aber er fühlte auch an dem Zittern und Schwanken des Schlittens, daß etwas Unheilvolles drohte. Noch hielt er das Steuer fest in der Hand, da merkte er, wie Evelyn, die ihn nicht freigab, rücklings von ihm zurückgerissen wurde. Ein einziger Schrei durchgellte die Luft. Der Schlitten, aus dem Gleichgewicht gebracht, flog herum und in einem weiten Bogen mit seiner Bemannung den steilen Abhang hinab. Alles geschah blitzschnell. Nur ein paar Sekunden entschieden hier über Leben und Tod. Der gellende Schrei hatte ein Echo in dem Kreise der Zuschauer, die sich bei den gefährlichen Kurven angesammelt hatten, gefunden. In wilder Hast jagte, trotz Verbots, ein Teil über die Bahn hinweg, den Verunglückten zu helfen. Etwa zwanzig Meter unterhalb der Bahn bemerkte man einen dunklen Knäuel von Menschen und etwas abwärts noch einen in dem weißen Schnee.— „Um Gottes willen, sie sind alle tot“, schrie Onkel Gerwin, der mit Baron Torres unter den Zuschauern geweilt, als er einen Augenblick verzweifelt hinabblickte. Dann aber begann er, so schnell ihn seine alten Füße tragen konnten, durch den tiefen Schnee hinabzusteigen. Torres, der ewig Aengstliche, folgte sehr tapfer. „Man muß Hilfe herbeirufen“, rief er Graf Rotteck zu. „Man wird im Augenblick im Klubhause wissen, daß ein Unglück geschehen ist. Wenn nach drei bis fünf Minuten die glückliche Ankunft des„Aar“ am Ziel nicht nach dem Klubhause signalisiert ist, weiß man oben genau, daß etwas passiert ist“, antwortete Onkel Gerwin, während er erregt abwärts hastete. „Gott sei Dank, da bewegt sich ja etwas. Sehen Sie doch, Torres!" Aus dem Schnee erhob sich mühsam die Gestalt des Fliegers. Wie wahnsinnig stürzte er plötzlich vorwärts und auf Ingelid zu, die lang ausgestreckt am Boden lag. Er nahm ihren Kopf in beide Hände und gab ihr die zärtlichsten Namen In demselben Augenblick wurde er aber von Leo von der Deckens Faust zurückgeschleudert. „Was erdreisten Sie sich, Herr?!“ rief Leo, der sich aus dem tiefen Schnee mühsam herausgearbeitet hatte und nun, da ihm langsam das Bewußtsein wiederkehrte, ganz entsetzt Funks Antlitz über Ingelid gebeugt sah.„Wie können Sie es wagen, meine Braut zu berühren?!“ Der Flieger trat sofort zurück, denn Ingelid schlug soeben die Augen auf und lächelte Onkel Gerwin beruhigend zu, der sie sofort in seine Arme nahm, während ihm die dicken Tränen über das gefurchte Gesicht rannen. „Ich bin gern zu jeder Aufklärung bereit, Graf von der Decken“, entgegnete der Flieger eisig. Leo mit finsterm Blick ins Auge sehend, während dieser sich von Ingelid zu Riele Vossen wandte, die aus einer kleinen Stirnwunde blutete. „Die erwarte ich selbstverständlich“, gab Leo ebenso zurück, während er sein Taschentuch auf Rieles Wunde preßte,„und ich hoffe, Herr Funk, daß die Aufklärung von der Art sein wird, daß sie mich in jeder Weise befriedigt.“ „Wann darf ich Sie bei uns erwarten?" fragte der Flieger kalt, indem er jetzt Graf Rotteck behilflich war, Ingelid aufzurichten. „Heute nachmittag vier Uhr, wenn es Ihnen genehm ist.“ „Ich werden um vier Uhr für Sie zu Hause sein.“ Die Unterhaltung war ganz leise geführt worden. Blitzschnell flogen die Worte herüber und hinüber, aber Ingelid, die jetzt langsam aus tiefer Ohnmacht wieder zu sich kam, erfaßte eine tödliche Angst. Sie las in den Zügen der Männer, was sie nicht verstanden hatte und ein Grausen erfüllte ihre Seele. Mühselig versuchte sie zu gehen. „Sind Sie verletzt?“ fragte der Flieger, und ein Ton wahnsinniger Angst durchzitterte seine Stimme. „Nein, ich glaube nicht. Nur alle Glieder schmerzen. Aber das wird vorübergehen. Tut es sehr weh, Niele?“ fragte sie dos junge Mädchen, das noch immer im Schnee lag und mit seligem Lächeln geschehen ließ, daß Leo sich um sie bemühte. „Nein, gar nicht, Ingelid, ich danke dir, abee Köppings, was ist eigentlich mit Köppings?“ Ein Kreis von Menschen hatte sich auf der Unglücksstätte um den Bob, bei dem man Köpving vermutete, geschlossen. „Das Weib war wahnsinnig“, murmelte Johannes Funk. Ein scharfer Blick Leos traf ihn, der ihn verstummen machte. War er wirklich ganz unschuldig, wenn hier ein Menschenleben verloren ging? Hatte nicht der tolle Haß des Weibes— oder war es Liebe, die er verschmähte?— hier das ganze Unheil angerichtet und hatte er diesen Haß nicht herausgefordert, indem er sie mit so tödlicher Kälte behandelte? Nein, er konnte nicht anders und wenn es sein eigenes Leben gekostet hätte, er hätte ihr nie verzeihen können, was sie ihm angetan. An eine Möglichkeit, daß ihn das exaltierte Weib bei der so gefährlichen Wettfahrt überfallen könnte, hatte er gar nicht gedacht, Evelyn hatte ja genau die Gefahr gekannt, in der sie selber und die andern schwebten. Riele Vossen schritt jetzt langsam an Leos Arm der Gruppe von Menschen zu, die sich da vor ihnen zusammendrängte. Funk wollte Ingelid den Arm reichen, aber sie schüttelte ernst den Kopf, während sie ihm mühsam zur Seite schritt. Wie schwer und wie müde ihre Glieder waren. Onkel Gerwin saß noch immer auf einem Schneehaufen und die dicken Tränen rannen über sein altes Gesicht. Halb neugierig, halb scheu wich die Menge beim Nahen der verunglückten Bobsleighfahrer zurück. Mühsam hatte man den schweren Schlitten emporgehoben, der das Köppingsche Ehepaar begraben hatte. Mit einem entsetzten Schrei blickte Ingelid nun in das starre, verzerrte Gesicht der blonden Frau, die, ein klein wenig zur Seite geneigt, für immer die Augen geschlossen hatte. Noch hielt Köppings Faust, mit der er wohl sein Weib von dem unsinnigen Beginnen hatte zurückreißen wollen. Evelyns Arm umklammert. Ob dadurch die Katarophe noch beschleunigt wurde? Niemand konnte es sagen. Alles war so blitzschnell im Augenblick geschehen, daß keiner der Mannschaft eine rechte Vorstellung von der Sache hatte. Leo hatte sich sofort Köpping zugewandt, der bleich, mit erdfahlem Gesicht und geschlossenen Augen dalag, während rotes Blut über seine Stirn floß, das ringsum den weißen Schnee färbte. „Noch lebt er“, stellte Leo, tief aufatmend, zu Torres fest, der jetzt behutsam Köppings Hand von Evelyns Arm löste.„Wir müssen ihn in eine bequemere Lage bringen und das Blut zu stillen versuchen.“ Hilfsbereite Hände waren gleich zur Stelle. Behutsam bettete man Köpping abseits, während Leo, der atemlos vor Aufregung den Freund untersuchte, zu Ingelid, die sich auch um den Verwundeten mühte, sagte: „Der eine Fuß scheint gebrochen, und wer weiß, ob er nicht auch innerlich verletzt ist. Die tiefe Ohnmacht scheint mir bedenklich, wenn auch vielleicht der Blutverlust durch die tiefe Stirnwunde daran Schuld trägt.“ „Und die Frau ist tot“, entgegnete Ingelid plötzlich hart. Groß, verwundert, sah ihr Leo ins Gesicht. Da senkte sie beschämt die Augen und ein Schauer durchschüttelte ihre Gestalt. Was wußte Leo von ihren Gedanken? Der Flieger aber stand vor der toten Frau, die noch vor wenigen Minuten in so heißer Leidenschaft an seinem Halse gehangen, die Schuld daran trug. daß sein Leben einsam geblieben war, die ihn verraten und betrogen und die ihn dennoch geliebt hatte. Und er beugte sich zu der Toten hernieder und faßte nach ihrer starren Hand. „Evelyn, ich verzeihe dir“, sprach er erschüttert,„du hast dich selbst gerichtet. Gott sei deiner armen Seele gnädig.“ Niemand verstand die geflüsterten Worte. Die Menge verharrte stumm in ehrfürchtigem Schweigen. War es nicht, als glätteten sich die verzerrten Züge der toten Frau unter Johannes Funks vergebenden Worten? War es nicht, als glitte ein Lächeln darüber hin. und als breite sich die Majestät des Todes feierlich über die schöne Frau die jetzt so still in dem Schnee schlief, so still und tief? Der Flieger biß die Zähne aufeinander Nun schritt der Genosse Tod durch den werßen Wald und die stille Frau dort, die hatte er zur Strecke gebracht. 66 Oben von der Bahn kam jetzt die„Hexe“ herabgesaust. Kurz vor der Kurve stand mit einem Ruck der schwere Schlitten In fliegender Eile kam die Mannschaft den Abhang herat.„pt62 4 (Fortietzung folgt.) Amtliche Ehevermittlung für Welscheh Berlin, 11. November. Hand in Hand zis der Ausmerzung erbkranken Nachwuchses müssen positive Maßnahmen gehen, um den erbgesunden Nachwuchs im deutschen Volke nach Möglichkeit zu fördern. Auf dem Gebiete der Ehestandsdarlehen hat die Reichsregierung bereits einen praktischen Weg in dieser Richztung schritten. Im„Ziel und Weg“, der Zeitschrift Nationalsozialistischen Deutschen Aerztebunwird von Thiele=München erklärt, daß dies noch keineswegs genüge. Ungezählten jungen gesunden Deutschen fehle es an Gelegenheit und Mitteln, gleichwertige Partner kennen zu lernen. Bei der noch immer bei vielen jungen Männern herrschenden Ehescheu bleibe eine große Anzahl ehelustiger und ehefähiger junger Mädhen ledig. Viele von ihnen seien schon auf die privaten und gewerbsmäßigen Ehevermittlungen eingegangen und hätten dabei die schlimmsten Erfahrungen gemacht. Es sollte desyalb möglich sein, daß der nationalsozialistische Staat diese Ehevermittlung selbst in die Hand nehme, um erbtüchtige junge Männer und Mädchen zusammenzuführen. Auf den Standesämtern könnten Listen geführt werden, in denen sich ehefreudige junge Männer und Mädchen eintragen. Auf diese Weise würde dem schädlichen Treiben unverantwortlicher Heiratsvermittler ein Riegel vorgeschoben. Wirtschaftshochschule Berlin dub Berlin, 11. Nov. Der Reichs= und Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat einen bedeutsamen Schritt zur Neugestaltung des gesamten wirtschaftswissenschaftlichen Studiums getan. Gemäß Beschluß des preußischen Staatsministeriums vom 11. November 1935 wird die bisherige Handelshochschule Berlin zu einer Wirtschaftshochschule erweitert. Die Handelshochschule wird damit zum Kern der gesamten wirtschaftswissenschaftlichen Aushildung, in der Reichshauptstadt gemacht. Die Tatsache soll eine Gewähr für die enge Verbundenheit von Forschung und Lehre mit der Praxis bieten. Die Marntte ftel Lediglich zwei Zusammenstöße ereigneten sich auf dem Vormarsch— Auf beiden Seiten Lote und eine Anzahl verletzte General Scharnhorst onb. Asmara, 11. Nov.(Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRB). Von zuständiger italienischer Seite und von Pressevertretern, die am Sonntag aus Makalle im Hauptquartier eingetroffen und den gesamten Vormarsch mitgemacht haben, liegt nunmehr ein anschaulicher Bericht über die Besetzung der Stadt vor. Daraus ergibt sich, daß die in der ausländischen Presse erschienenen Meldungen aus Addis Abeba über angebliche blutige Kämpfe um Makalle und eine Rückeroberung der Stadt, den Tatsachen nicht entsprechen. Auf dem Vormarsch der italienischen Truppen haben sich lediglich zwei Zusammenstöße ereignet. Der erste, über den bereits berichtet wurde, fand am 5. November südlich von Hausien im Gehralta=Massiv statt. Dort traf eine vorrückende Kolonne der Heeresgruppe Pirzia Biroli, wie sich aus den nunmehr vorliegenden Einzelheiten ergibt, auf eine Abteilung von 500 Abessiniern. Bei dem sich entwickelnden heftigen Zusammenstoß fielen nicht nur zwei Askari=Unteroffiziere, sondern auch der schwerverwundete Leutnant Lusardi ist bald darauf im Feldlazarett seinen Verletzungen erlegen. Kurz vor seinem Tode bat er seinen Oberst, dem Duee mitzuteilen, daß er mit seinem Namen auf den Lippen gestorben sei. Dann verschied er mit dem Ruf:„Eslebe Italien, der König und der Duee!“ Bei diesem Gefecht, bei dem die abessinischen Truppen in die Flucht geschlagen wurden, gerieten neun reguläre abessinische Soldaten und 61 Mann Hilfstruppen in Gefangenschaft. Der zweite Zusammenstoß ereignete sich am Vorabend der Besetzung der Stadt durch die italienischen Truppen kurz vor Makalle. Ras Gugsa, der auf italienischer Seite vorrückte, hatte eine kleine Streife entsandt, die auf eine Abteilung Abessinier stieß. Beide Seiten verloren je zwei Tote und eine Anzahl von Verletzten. Die Besetzung Makalles erfolgte dann ohne jeden ziderstand. Die Bevölkerung wurde durch ein aus 20 Maschinen bestehendes Flugzeuggeschwader, das über der Stadt kreuzte, stark beeindruckt. Wie von italienischer Seite weiter verlautet, haben die abziehenden abessinischen Truppen die Stadt und den Palast von Ras Gugsa geplündert. Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen in Französisch=Somaliland Die französische Garnison in Somaliland wird ständig verstärkt. Nach den letzten Meldungen sollen etwa 3000 Mann weiße Truppen gelandet worden sein. Ebenso soll andauernd Kriegsmaterial im Hafen von Dschibuti eintreffen. In Dschibuti liegen zurzeit zwei französische Kreuzer, zwei Wasserflugzeuge und drei Heeresflugzeuge. Schwarze Truppen sind nur in geringer Anzahl vorhanden. Der militärische Schutz der Eisenbahnstrecke von Dschibuti bis zur abessinischen Grenze ist sehr stark ausgebaut worden. Der Negus dementiert Der Regus dementiert am Montag persönlich die von italienischer Seite verbreiteten Meldungen, wonach die italienischen Truppen vor Dschidschiga stehen und bereits Sassabaneh genommen haben sollen. An zuständiger Stelle betont man ferner, daß Atalo noch in abessinischen Händen sei. Die in der Hauptstadt eingetroffenen Meldungen von der Nordfront besagen, daß in der Gegend von Makalle immer noch heftige Kämpfe stattfinden. Der bisherige abessinische Gesandte in Rom traf am Montagnachmittag in Addis Abeba ein. Er hat sofort dem Kaiser Bericht erstattet. Gleichzeitig traf, von Harrar kommend, die Gattin des abessinischen Generals Nassibu in der Hauptstadt ein. Nassibu ist Kommandeur der abessinischen Streitkräfte an der Südfront. O O Prozeßbeginn gegen den Bischof von Meißen am 14. November dnb Berlin, 11. Nov. Am kommenden Donnerstag, 14. d. M., beginnt vor der 4. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts der Prozeß gegen den 53jährigen Bischof von MeiGeter Legge, wegen Der gür Milteineerfrage London vor schwerwiegenden Entscheidungen in nächster Zeit der Schöpfer der allgemeinen Wehrpflicht Vor nunmehr 180 Jahren, am 12. November 1755, wurde Gerhard Johann David Scharnhorst geboren, der Waffenschmied Preußens. Neben anderen Männern seiner Zeit setzte er sich besonders für die Reorganisation des preuhischen, Heeres ein, und ihm vor allem ist für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht zu danken, die jetzt dem deutschen Volke durch den Führer und Reichskanzler wiedergegeben wurde.(Scherl— M.) Totengedenktag in England dnb. London, 11. Nov. In Großbritannien und Nordirland wurde am Montag, dem 11. November, der Waffenstillstand in der althergebrachten Weise als Totengedenktag feierlich begangen. Um 11 Uhr verharrte die gesamte Bevölkerung im Andenken an die Toten des Weltkrieges zwei Minuten in ehrfürchtigem Schweigen. eindrucksvoll war dieser feierlicher Augenblick in der Londoner City, wo der gesamte Verkehr wie auf Kommando ruhte. Im Mittelpunkt der Feiern stand wiederum die Kranzniederlage am Grabmal des im Regierungsviertel gelegenen Kriegsehrenmals. Der König von Englano wurde bei dieser Feier, die sich unter militärischem Gepräge vollzog, von seinem zweiten Sohn, dem Herzog von York, vertreten. Der Ertrag aus dem Verkauf der Mohnblumen, die unter der Bezeichnung„Flandermohn“ Gedenktage von nahezu der gesamten Bevölkerung getragen werden, wird auch in diesem Jahre zugunsten der Kriegsopfer verwendet werden. der Ghähige Generalsekreikr Or. Theodor Lege, folgt, vodbeiIZ ien Hasannenseng mit der Stel= unbebingte Enischlossenbeit Grosbritanniens zum aus Baderbor, sowie der 4rjährige, Generat.) vor albem ug pt e nig in diesen Konfliükt laut Ausdruck, für ale Fälle gerüstet zu sein, fellir duder Bot ar. Aitin Gune uigzune Weguen u. eee ee ie, hihgen, Keriche in Gelaskhanteg, dens.. S aeie enere Kreisen pust diselach bie nechaer, Tbesinzeneonzen zu benden, scheitern solten. Englische Zagge in Jublin verbrannt Begünstigung des Angeklagten Dr.! In ägyptischen Fregsen wiro virtsug vir Aever“ In einflußreichen Kreisen Aegyptens hört man..„ g gig aug Cehlin geder dage sashen herner de 25 Jahe alte zeugung gzuhgt, uehz in demn Vozeygsto gie die Anschzt, detz die Bihuns Ziurz unter de. Klein aus Baderborn und der 39jäh Enoland eine Beoroyung Aggpptenz, neyr. Alit lienischem Einfluß stehenven, plockes in Ostrige Generalsekretär Wilhelm Freckmann aus seinen starken militärischen Vorbereitungen ver; gerzzg mit der natürlichen Fe Paderborn unter Anklage. folgt England, so meint man, zunächst die un= landes von Abessinien al—. Die rothaarige„Königin von Paris“ Unglückliches Opfer einer Erpressung Einen Franc Schadenersatz erhalten In der Pariser Lebewelt hat der Name der Mademoiselle Cotillon, einen guten Klang. Die rothaarige junge Dame ist nicht nur schön und steinreich, sondern auch noch die Besitzerin einer ganzen Anzahl von Spielhöllen. Man nennt sie gern die„Königin von Paris“ und so manche später gestürzte Größe des politischen Lebens hat sich um ihre Gunst beworben. Es muß ihr zugestanden warden, daß sie außerordentlich geschäftstüchtig ist und ihren Spielbetrieb, der sich „Cerele de Jéna“ nennt, geschickt organisiert hat und ihn fest in ihrer zarten kleinen Hand hält. Ihr Hauptquartier ist ein herrlich eingerichtetes Boudoir in einer Luxuswohnung im vornehmsten Viertel von Paris, wo sie ihren zahlreichen Angestellten, unter denen die =Schlepper“, die sich mit der„Kundenwerbung" befassen, die Hauptrolle spielen, die täglich wechselnden Richtlinien erteilt. „Wer begeht für mich einen Aktendiebstahl?“ Mademoiselle versteht es, ihren Betrieben nach außen hin eine harmlose Rote zu geben und konnte deshalb von der Polizei bisher nicht belangt werden. Ihr Ehrgeiz ging nun aber dahin, nicht nur in der Lebewelt gefeiert zu werden, sondern auch Aufnahme in der besten Gesellschaft zu finden. Das aber war nicht einfach, denn immerhin hat die„Königin von Paris“ eine recht zweifelhafte Vergangenheit. Die Einseweihten erzählen sich schmunzelnd manche nette Geschichte. Die Wahrheit ist, daß Mademoiselle Cotillon mit ihrem bürgerlichen Namen Salviati heißt und sich jahrelang auf den Landstraßen Südfrankreichs herumtrieb, ehe sie betKclarm nach Paris kam und dort rasch Karriere machte. Während ihrer Vagabundenjahre kam sie wiederholt mit den Gesetzen in Konflikt. Als 2'ie Pariser Polizei auf sie aufmerksam wurde, sonnte ein ganzes Bündel nicht gerade sehr ersteulicher Akten über sie angesammelt werden. Unter den Akten befand sich sogar auch ein Bild der Landstreicherin. Mademoiselle wußte von diesem Aktenbünde! fühlte sich recht unbehaglich. Was würde geLehen, fragte sie sich, wenn sich die Polizei entschließen sollte, einmal von diesen Akten Gebrauch zu machen. Außerdem waren sie ihr natürlich bei ihrem Aufstieg in die Gesellschaft gefährlich. Sie kam also auf den Gedanken, die Akten stehlen zu lassen. Und da sie ja ständig Umgang mit Unterweltlern hatte, war auch bald der Mann gefunden, der ihr gegen entsprechende Bezahlung die Gefälligkeit zu tun bereit war. Dieser Mann hatte es aber hinter den Ohren. Beachtung finden, ihren Fortgang. So soll erst Er setzte sich mit dem aus der Stavisty=Affäre kürzlich für die beschleunigte Anlage einer neuen bekannten Kommissar Bonny in Verbindung, Wistenstraße von Kairo nach Alexandria von der lienischem Einfluß Pezengerg, Hunge= er Goh. gfrira mir der naturtgen####ug Hochlandes von Abessinien als Mittelpunrt von England für untragbar empfunden werde: könnte. Man ist der Meinung, daß Mussolin. niemals nach Addis Abeba kommen wird. Wenn sich jedoch der Widerstand der Abessinier bei der Verteidigung ihres Landes als zu schwach erweisen und auch die Sühnemaßnahmen des Völkerbundes den italienischen Vormarsch nicht aufhalten sollten, würde sich London innerhalb des nächsten Vierteljahres vor schwerwiegenden Entscheidungen gestellt sehen. Inzwischen nehmen die militärischen Vorkehrungen im Lande, die überall starke dub London, 11. Nov. Wie aus Dublin gemeldet wird, wurde am gestrigen Sonntag eine Protestversammlung gegen die feierliche Begehung des Waffenstillstandstages abgehalten. Die englische Flagge wurde verbrannt. der seinerseits selbstverständlich über die Beziehungen verfügte, um die fraglichen Akten an sich zu bringen. Revolverblatt nimmt sich der Sache an Wenige Tage später erhielt denn auch Mademoiselle Cotillon wenigstens einen Teil der heißersehnten Akten. Leider aber nicht in Originalform, sondern gedruckt von einem Skandalblättchen. Die Revolverzeitung hatte einen Wustenstraße von Kairo nach Alexandria von der ägyptischen Regierung ein Betrag von 100000 ägyptische Pfund zur Verfügung gestellt worden sein. Diese Straße soll hauptsächlich militärischen Zwecken dienen. Der Zugverkehr nach dem Sudan zur Beförderung militärischer Ausrüstungsgegenstände hat derartig zugenommen, daß z. B. in Alexandrien kein leerer Eisenbahnwagen mehr zu finden ist. Von englischer Seite soll der Regierung aus freien blättchen. Die Revolverzeitung,„hatte, einen Stücken die volle Entschädigung für alle Schäden langen von Moral triefenden Artikel über die zugestanden worden sein, die aus den miliSpielhöllenbesitzerin veröffentlicht und sogar tärischen Vorbereitungen im Lande erwa auch ihr Landstreicherbild gebracht. Die Zeitung gallten, war allerdings noch nicht zur Ausgabe gelangt und in einem Begleitschreiben hieß es, daß sie überhaupt nicht zur Ausgabe kommen würde, falls sich Mademoiselle zur Bezahlung von einigen hunderttausend Francs entschließen könnte. Die rothgarige, Königin tobte wie eine Fure,, schaften Belgiens aber sie verfügte ja über Geldmittel genug, um dnb, Brüssel, 11. November. Der diesjährige den Erpressern ihre Mäuler stopfen zu können. Kongreß der christlichen Gewerkschaften BelAls die sonderbare Tätigkeit des sauberen giens, der in Lüttich abgehalten wurde, hat Herrn Bonny ans Licht kam, mußte Mademoi= auch zu gegenwärtig im Vordergrund stehenden selle Cotillon wohl oder übel gegen Bonny An= politischen Fragen Stellung genommen. wegen Erpressung erstatten, denn ihre Be= sichts des großen Einflusses dieser Organisation “ e ee xxen ohnehin nicht unbe: auf die Regierung van Zeland, in der die seoug Im Lause des Prozesses gegen schriftlichen Gewerlschaften durch drei Minister den verbrecherischen Kommissar,, der zu einer vertreten sind, verdient diese Stellungnahme mehrmogarigen Gefängnisstrafe,„verurteilt eine gewisse Leachtung. wurde, kam unter anderen auc die erpreisige Der Kongreß biligte die Haltung der Regte. on Bademossehe Cothon ufg, anangenehm es rung im Konfikt zwischen dem Völterbund und -Römep von Porie Pugte, e wastelenz, Als Jtalien und wies entsprechend den jüngsten Erhr aug gor, ketor, als Zeugn autrien. Ale) Otolien un zan Zeignd, nogdrichlich daraut sie vom Richter geftagt wurde, wo benn ipe higt gaz Beigen sedem anderen Lande gegengrobes Sexmögen herstomng, vervezberte be de üder eine Politse der Unobhängigleit und Ausage. Trozdem wurde ihr ein Anspruc) auf Poezgändigtest, gestützt auf den Hölterbunds. Schadenversaz in Löhe von einem Frane Avge, S., ung den Loarno= Vertrag, verfolgen müßse. billigt.(pak kongreß der christlichen Gewerkhesen beigenFlaggenzwischenfall in dnb. Paris, 11. Nov. In Ajazzio rissen in der vergangenen Nacht Unbekannte von den vier vor dem Rathaus stehenden Fahnenmasten die Trikolore herunter und warfen die Fetzen auf die Treppe des Gebäudes. Die wachhabenden Polizeibeamten des Reviers sind vorläufig ihres Dienstes enthoben worden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Schwerer Betriebsunfall in den Osnabrücker Klöckner=Werken dub Osnabrück, 11. Nov. Am Montag ereignete sich in den Osnabrücker Klöckner=Werken ein schwerer Betriebsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Zwei Maler waren mit dem Anstreichen einer Krananlage beschäftigt. Dabei haben die beiden wahrscheinlich einen herannahenden Kran nicht bemerkt und wurden von diesem überfahren. Die Verletzungen der Arbeiter waren so schwer, daß sie kurze Zeit nach dem Unfall starben. erwachsen Postflugzeug Marseille—Barceiona abgesturzt dub Paris, 11. Nov. Das Postflugzeug Marseille„Barcelona, ist am Montag früh in der Nähe von Istres abgestürzt. Die dreikopfige Besatzung wurde getöter. Die Maschine ist völlig zertrümmert. Sehier Spert Gustav Eder ko.=Sieger Wohl noch nie hat unser Europameister Gustav Eder in seinen sechs Titelkämpfen einen so schweren Gegner gehabt, wie am Montagabend in Berlin in dem jungen, erst 20jährigen Belgier Wouters. Der Belgier entpuppte sich trotz seiner geringen Ringerfahrung als ein technisch ausgezeichneter Boxer und gestaltete bis zur 9 Runde den Kampf ziemlich offen, wo ihn aber doch das Geschick ereilte. Mit genauem Kerntresser auf die Kinnspitze, einem kurzen dochgezogenen rechten Geraden legte Eder seinen Gegner auf die Bretter, der sich bis 15 noch nicht wieder erholt hatte. Eder mußte sein ganzes Können hergeben, um zum Sieg zu gelangen. Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen. Am Montag, dem 11. November 1935 erlöste Gott der Herr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wwe. Emma Liebeck geb. Nonhof! im 72. Lebensjahr von ihrem schweren Leiden. Um stilles Beileid bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Hagen-Delstern und Hamborn, 11. Novbr. 1935. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 14. November 1935, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehaus, Schwerte, in den Höfen Nr. 2 aus, stattSollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. 2183 e Aus der Bewegung Stellv. Gauleiter Stürtz zum NSKK.=Oberführer ernannt RSG. Stellv. Gauleiter Stürtz wurde am 9. 11. 1935 auf Befehl des Führers zum Oberführer des RSKK. ernannt unter Zuteilung zur besonderen Verwendung der Motor=Brigade Westfalen. Aus dem Nachbargebiet Dortmund, 12. Nov. Erfolge Dortmunder Künstler! Den Heldenbariton unseres Theaters, Josef Lex, gastierte, w.e die D.Z. meldet, am vergangenen Samstag in Essen als Scarpia in„Toska“ und am Sonntag in der gleichen Partie im Düsseldorfer Opernhaus. Beide Gastspiele waren für Herrn Lex ein großer Erfolg. Wie bekannt, hat Herr Lex die Partie des Scarpia auch in der Wiederaufnahme der Oper„Toska“ mit großem Erfolg in unserem Theater gesungen.— Der Bassist Willi Schoeneweiß wurde unter sehr günstigen Bedingungen auf zwei Jahre an das Staatstheater Bremen verpflichtet. Bücher finden Sie in großer Auswahl in der Buchhandlung Carl Braus Adolf=Hitler=Platz Deutsche Christen Donnerstag, den 14. November 1935, abends 8 Uhr, Alltglieder=Versammlung der deutschen Christen im Gymnasium. Alle evgl. Christen, die sich zum Führer und der Reichskirche bekennen, sind herzlich eingeladen. Keim, 2130" Ortsgruppenobmann. Spendet für die Winterhilfe! Ihre Gruft sieht nicht mehr gut aus! Decken sie schon jetzt mit Tannengrün Bund 20 Pfg. Blumen vom Blumenhain Hüsingstr. 5 Fernruf 2289 Zwangsversteigerung. Es werden öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert, Mittwoch, den 13. November 10 Uhr, Ostenstr. 26:1 Büfett, 2 Schlafzimmer, 1 Schreibmaschine, Bilder, 1 Speisezimmer, 1 Rechenmaschine, 1 Ladeneinrichtung, 1 Schnellwagge (Espera), und Romane. 2us Franz, Obergerichtsvollzieher. Bardorrur empfiehlt Buchhandlung E. Braus Adolf=Hitler=Platz 3 Gr. Marktstr. 3 MOBR EMMOr zum 1. Dez. 1935 zu mieten gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsst. dieser Zeitung. 2182 Stadttheater Hagen Dienstag, 12. Nov.: 20 Uhr bis gegen 22 Uhr:„Die ehrlichen Fäuste“, Schauspiel von Jos. Müser. Mittwoch, 13. Nov.: 20 Uhr bis gegen 22 Uhr:„Donna Diana“, Oper von E. N. von Reznicek. Donnerstag, 14. Nov.: 20 Uhr bis gegen 22,30 Uhr:„Krach im Hinterhaus“, Komödie von M. Böttcher.(Geschlossne Vorstellung für KdF.) In Wetter:„Bunter Abend. Freitag, 15. Nov.: 20 Uhr bis gegen 22,30 Uhr:„Rigoletto“, Oper von Verdi. Samstag, 16. Nov.: 20 Uhr bis gegen 22,45 Uhr:„Der Bettelstudent". Sonntag, 17. Nov.: 15 Uhr bis gegen 17,30 Uhr:„Krach im Hinterhaus“, Komödie von M. Böttcher.— 19,30 Uhr bis gegen 22 Uhr: Gastspiel Rudolf Frese„Rigoletto". Rundfunk=Programm 5,55 6,00 6,30 7.90 8.00 8.15 8.20 9.00 10,00 Stadttheater Dortmund Dienstag, 12. Nov.: Serie 14, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22,45 Uhr:„Der Passauer Wolf“ ein Schauspiel in sechs Bildern von Alois Johannes Lippl. Mittwoch, 13. Nov.: Serie 15, Anfang 19,30 Uhr, Ende 23,30 Uhr:„Lohengrin", Romantische Oper von Richard Wagner. Donnerstag, 14. Nov.: Serie 16, Anfang 20 Uhr, Ende 22,15 Uhr:„Iphigenie“ ein Schauspiel von Goethe. Freitag, 15. Nov.: Serie 20, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr:„Das Verwünschte Schloß", Operette, Musik nach Millöckerschen Melodien von Arthur Bauckner. Samstag, 16.Nov.: Serie 18, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22,15 Uhr:„Towärisch“, Komödie von Jacques Deval, Deutsche Bearbeitung von Curt Goetz. 10.15 10,40 11,30 12.00 13,00 13,15 14,00 14,15 15,00 15,30 15.45 16,15 16,40 17,00 18.30 18.45 18.55 19,00 19.50 20,00 20,10 20,15 20.45 22.00 22,10 22,15 22,30 Mittwoch, den 13. November 1935. Wetterbericht für den Bauern. Choral, anschl. Leibesübungen. Frühkonzert. Nachrichten, anschl. Choral, Morgenruk. Frauenturnen. Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. Frauenfunk. Sendepause. Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. Schulfunk. Musik am Morgen. Bauernfunk. Musik am Mittag. Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. Fortsetzung der Musik am Mittag. Zweite Mittugsmeldungen. Allerlei von Zwei bis Drei. Jungmädelstunde. Wirtschaftsmeldungen. Wir treiben Familienforschung. E. T. A. Hofmann: Quintett c=moll. Die Welt im Buch. Der bunte Frankfurter Nachmittag. Der Raum Westfalen. Kleine Musik. Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. Musik zum Feierabend. Momentaufnahme. Erste Abendmeldungen. Sendepause. Stunde der jungen Nation: Ich habe wieder Arbeit!“ Soldaten! Kameraden! Richthofen! Ein Flieger des großen Krieges(Hörspiel). Zeit, Wetter, Nachrichten. Sendepause. Olympiadienst. Nachtmusik und Tanz. Börsen und Märkte (Ohne Gewähr!) Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 11. Nov. Dem heutigen Schlachtviehmarkte waren zugeführt: 654 Stück Großvieh, darunter 30 Ochsen, 55 Bullen, 436 Kühe, 132 Färsen, 1 Fresser, ferner 445 Kälber, 119 Schafe, 4 Ziegen, 1264 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh sehr flott, bei Kälbern und Schafen flott, Schweine zugeteilt. Es wurden gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 43, b) 42—43; Bullen: a) 43, b) 41—43; Kühe: a) 43, b) 42—43, c) 38 bis 41, d) 29—37; Färsen: a) 43, b) 42 bis 43, c) 40—41; Kälber: a) 75—78, b) 66 bis 74, c) 56—65, d) 46—55; Schafe: e) 50 bis 53, f) 44—47, g) 30—40; Schweine: a) 2. 56.50, b) 54.50, c) 52.50, d) 50.40. Verantwortlicher Hauptschriftleiter(einschl Materndienst): Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R., Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R.: Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwert=R. Z. Zt. ist Preisliste Nr 10 gültia. D.=A. X./35 1400. Grück auf L.71er.K.. Urbeder=Rechtsschug durch Verlag Ookar Meister, Werdau Roman von Kurt Niemann 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Frieden und die Stille hatten in diesen Wäldern ihre Heimstätte gefunden. Aus dem klaren Wasser der Seen tranken Rudel äsender Hirsche, im Röhricht schnarrten die Krickenten, hoch oben äugte der Reiher, ein kreisender Punkt im Blau des Himmels. Unzählige Seen birgt die Mark, ein jeder ein kleines Paradies. In einen der vielen hat die Laune des Erdgeistes einen Sandklecks fallen lassen. Da lag er und brachte hervor Bäume und Sträucher nach dem Wort des Schöpfers, Birken, Kiefern, ein wenig Gebüsch von Brombeeren, am Rande Schilf und Binsen. Falkenau... eine kleine, stille Insel im märkischen See. Niemand beachtete ihn, diesen Erdflecken im See. Der Förster hatte ihn zwar im Revier. Aber Wild hauste nicht dort drüben. Was sollte er damit anfangen? So ließ er Falkenau Falkenau sein. Dann kamen einmal Bootfahrer aus der Stadt, in Rudeln kamen sie wie eine Walfischherde gezogen. Die lagerten eine Nacht auf der Insel. Aber sie fanden, daß dieser See schlechten Zugang hätte zum großen Netz der übrigen Seen. Da blieben sie fort. Dem Förster war's mehr als recht. Nun regierte das Getier des Waldes wieder allein. Den Spiegel des Sees trübte kaum ein Ruderschlag, bis eines Tages Heinz Ohlendorff staubig an seinem Ufer lag, eine heiße Sonntagswanderung hinter sich. Er maß die Entfernung zur Insel. Sie war für ihn, den guten Schwimmer, leicht zu erreichen. Eine dämmernde Stunde brachte er zu auf dem Eiland. Hier waren die Stille selbst zu Haus, der Friede und die Abgeschiedenheit. Er vergaß diese Stunde nicht wieder. Am nächsten Sonntag schloß er mit Förster Mennicke Freundschaft. Der bärbeißige Alte erkannte sehr bald, daß hinter dem städtischen Hemd ein weites, naturoffenes Herz wohnte. Außerdem brachte ihm Heinz sein altes Fahrrad wieder in Ordnung! Das war nicht leicht, denn das Rad hatte sicherlich das Alter seines Besitzers. Der Dorfschlosser hätte es wohl nie zu neuem Leben erweckt. Aber Heinz konnte es. Da schloß der Mann des Waldes den maschinenkundigen Fremdling in sein Herz. Allmählich hatte sich dann in Heinz Ohlendorff ein Plan festgesetzt, den er nur seinem Freund Schorsch anvertraute. Und eines Tages brachten sie auf dem Handkahn des Försters schöne glatte Grubenhölzer hinüber, alle gleich lang und schön sauber geschält. Die Leute aus Althof guckten zuerst nicht wenig, aber Förster Mennicke gab auf dumme Fragen saugrobe Antworten... und schließlich... was ging sie der verrückte Doktor aus der Stadt an? Solange er ihnen nicht durch die Felder trampelte... mochte er doch machen, was er wollte! So werkten die beiden unbehelligt mit Axt und Spaten, mit Hammer und Stemmeisen. Sie schliefen beim Förster und setzten mit Sonnenaufgang nach der Insel hinüber, ihr Werk weiterzufördern. Aus Stämmen und zwei Rollen Dachpappe, aus einem Haufen Bretter und guten zölligen Nägeln wuchs ein Blockhaus. Roh und unbehauen, aber fest und sicher vor Sturm und Wellen. Sie schleppten Steine herbei, setzten aus Lehm und Ziegeln einen Herd. ein Ofenrohr ragte als Kamin übers Dach. Ein Gestell für jeden von ihnen, mit gutem märkischen Stroh gefüllt, gab ihnen Lagerstatt, und der Tisch in der Mitte stand wacker und fest auf vier unbe. hauenen Birkenästen von gehörigem Durchmesser. Ein altes Fenster hatte der Förster gestiftet aus seinem Mistbeetkasten. Zwei ehemalige Bremsseile aus dem Abfallkasten der Blauweiß=Garagen schaukelten die Petroleumlampe der Frau Fritsche. Sie war aus langem Bodenschlaf zu neuem Leben erweckt worden und glänzte von eifrigem Putzen. Ach, war das ein Fest gewesen, als sie damals vor fünf Jahren„fertig“ sagten, sich ansahen. und ein Gefühl im Herzen trugen wie die ersten Siedler im Urwald Brasiliens. „Fertig, Schorsch! Was sagst du nun?“ „Noch keinen Namen hat die Villa! Was meinst du, Doktor, wie soll sie heißen?“ Dann hatten sie lange gebrütet, um den rechten Namen zu finden, aber es war keinem etwas Vernünftiges eingefallen. Für gewöhnlich nannte man ja solch„Luftschloß" nach irgendeinem langhaarigen Wesen. Aber das war nicht ihre Sache. Ihr Häuschen war Männerwerk und sollte es bleiben. Frauen hatten auch namentlich hier nichts verloren. So blieb die Hütte ohne Namen. Bald vergaßen sie diesen Mangel überhaupt. Sie hieß einfach„die Hütte“. Im ersten Jahre blieben sie allein. Im nächsten brachte Ohlendorff den Junglehrer Max Hohenstein mit, den„Maxl“. Er hatte ihn auf einer Fahrt durch die Berge des Harzes kennengelernt. Der Mann paßte zu ihnen.— Vater Heinrich kam allein. Eines Tages war er mit seinem blauen Faltboot eingetroffen, zog die ziemlich breite Jolle gemächlich aufs Land, setzte seinen Südwester auf und begann Zigarren in die gute Luft zu paffen. Der passive Widerstand der drei„Ureinwohner“ reizte ihn gar nicht. Er brachte am nächsten Tag Blumen mit von Althof, zog einen Strick um sein Zelt, pflanzte drei Geranien vor seinem Eingang und brachte die restlichen zwei „der Hütte“. „Ihr drei seid man noch junge Kerle“, meinte er vergnügt,„aber ihr raucht wohl doch gerne anständige Zigarren, was? Ich Vater Heinrich, hab' zu Hause eingn etwas ausgewachsenen Zigarrenladen, und wer was zu rauchen braucht, der kann sich bei mir melden. Mein Wigwam steht halbrechts, drei Schritt nach Osten zu. Wenn ihr wollt, können wir ja aus Freunde werden. Wenn nicht, dann laßt ihr's eben bleiben. Tja, das wäre denn so meine Meinung, und hier hab' ich noch zwei Blumentöpfe, damit euer Palast'n büschen nach Ferien aussieht. Angelkarte hab' ich auch. Morgen!“ Damit rückte er seinen Südwester auf die andere Seite, stapfte hinaus, und nach einer halbe Stunde sah man ihn draußen auf dem See friedvoll in seiner blauen Jolle hocken, eine mächtige Angelrute in der Hand. Abend gab's für vier Mann Hecht, lecker und knusprig.„„ 5on „Den Mann können wir gebrauchen: meinte Schorsch. Ohlendorff stimmte zu. auch, und damit war aus dem Inseltrio ein Quartett geworden. So war es drei Jahre hindurch geblieben. Letzter Zuwachs war Thiele Hartmann. Erst wollten sie ihn Moses nennen, weil ihn Ohlendorff und Marl Hohenstein aus dem Wasser gezogen hatten. Er hatte eines Aben mitten im See um Hilfe geschrien, so daß Ohlendorff und Maxl in höchster Eile in ihre Boot herbeigeeilt waren. „Könnt ihr Grasaffen denn nicht fixer machen? Wie lange soll ich denn hier noch'r paddeln?!" Und im gleichen Augenblick war er schon mit elegantem Schwung zu ihnen ins Boot## stürmt, knapp daß sich die beiden Retter auf die andere Seite werfen konnten wäre die ganze Kiste ins Wasser gegangen. (Fortsetzung folgt.)