Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; zwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch hoh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen, d. Seitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben in Schwerte gedruckte Der Anellung der Ralelagung Der Kul wird wührens der Saur=Abiinmund=Leesammten sen Edens Bericht über den südslawischungarischen Streitfall Nach Beginn der Nachtsitzung des Völkerbundsrates erstattete Eden seinen Bericht. Er erinnerte daran, daß der Völkerbundsrat kein Gerichtshof sei, und daß er nur die Aufgabe haben könne, den Parteien zu helfen, ihre Beziehungen wiederherzustellen. Dann verlas Eden die Entschließung, die er dem Rat zur Annahme unterbreitet. Die Entschließung beginnt mit dem Ausdruck der Anteilnahme an dem Unglück Südslawiens und Frankreichs und mit der Verurteilung des Verbrechens. Gleichzeitig wird verlangt, daß die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Dann wird auf die Pflicht jedes Landes hingeviesen, auf seinem Gebiete keine terroristische Tätigkeit zu dulden. Kein Staat dürfe irgend etwas vernachlässigen, um solchen Akten zuvorzukommen und sie zu unterdrücken und den Rezierungen, die darum bitten, seine Hilfe leihen. Diese Pflicht hätten vor allem die Bölkerbundsmitglieder zu erfüllen, die auch verpflichtet seien, die territoriale Unversehrheit und die politische Unabhängigkeit der anderen Mitslieder zu achten. gn.. ig dak gemist, Da der Rat der Meinung ist, oaß gewisse ungarische Behörden durch Nachlässigkeit eine Verantwortlichkeit im Hinblick auf Handlungen, die mit dem Attentat von Marseille im Zusammenhang stehen, auf sich genommen haben können. und die ungarische Regierung die Pflicht hat, diejenigen Behörden, deren Schuld festgestellt werden sollte, zu bestrafen, und überzeugt von dem guten Willen der ungarischen Regierung bittet er die ungarische Regierung, dem Rat diejenigen Maßnahmen mitzuteilen, die sie zu diesem Zweck ergriffen hat. Da der Rat der Ansicht ist, daß die jetzt geltenden Regeln des internationalen Rechtes hinsichtlich der Unterdrückung des Terrorismus nicht genügend klar sind, beschließt er, einen Sachverständigenausschuß damit zu beauftragen, diese Frage zu studieren, um einen Vertragsentwurf für ein internationales Abkommen auszuarbeiten, das diesem Zweck genügt. Der Rat beschließt weiter, daß dieser Ausschuß sich aus zehn Mitgliedern zusammensetzen soll. Belgien, England, Spanien, Frankreich, Ungarn Italien, Polen, Rumänien, die Schweiz und Sowjetrußland werden gebeten, je ein Mitglied zu ernennen. Dieser Ausschuß soll auch die Anregungen studieren, die dem Rat von der französischen Regierung überreicht worden sind oder die ihm von anderen Regierungen noch überreicht werden sollten. Die iiternatienale Traßpenmacht Der Völkerbundsrat hat am Dienstagnachmit= übertragenen Aufgabe, erfolgen sollte. Ue g seine Schlußsitzung abgehalten. Nach einigen Vergehen der internationalen Macht gegen Vollmacht, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um diese Entschließung durchzuführen. Vor der Annahme der Entschließung sicherte Massigli(Frankreich) freie Beförderung der Truppe durch Frankreich zu. Er dankte den Vertretern Schwedens und Hollands für ihre Beteiligung. Die Vertreter Hollands und Schwedens, die am Ratstisch Platz genommen hatten, erklärten, daß sie gern dem Rufe des Rates gefolgt eien. g„ 46 Darauf wurde der Bericht Aloisis einstimmig angenommen. 112, gerigt 8i. Sodann wurde, wie eingangs verichter, die Einberufung des Rates zum 11. Januar beschlossen. Damit war die außerordentliche Ratstagung des Völkerbundes zu Ende. Außenminister Laval war bereits vor der Sitzung am frühen Nachmittag nach Paris zurückgereist. Generalmajor Brind Befehlshaber der internationalen Saarstreitkräfte Das englische Kriegsamt teilt mit, daß der Befehlshaber der internationalen Streitkräfte im Saargebiet Generalmajor J. E. F. Brind sein wird. Das britische Kontingent wird bestehen aus dem Hauptquartier der 13. Infanteriebrigade, Kommandeur Brigadegeneral I. H. T. Womans, dem 1. Bataillon des East=Lancashire= Regiments und dem 1. Bataillon des Essex=Regiments, gemeinsam mit kleineren Abteilungen anderer Waffen und Dienste. Der Völkerbundsrat hat am Dienstagnachmittas, rige Schlußsitzung abgehalten,„Nach einigen Beschlüssen, die die internationale Macht für das Saargebiet betreffen, schlug Benesch zur allgemeinen Ueberraschung vor, die nächste Tagung des Rates mit Rücksicht auf die am 13. Januar stattfindende Abstimmung im Saargebiet nicht, wie vorgesehen, am 21. Januar, sondern schon am 11. Januar stattfinden zu lassen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Der Völkerbundsrat hat sich damit den Standpunkt zu eigen gemacht, daß es notwendig sei, während der Abstimmung im Saargebiet den Rat versammelt zu lassen, damit er gegebenenfalls eilige Beschlüsse fassen könne. In der Entschließung, die der Rat hinsichtlich der internationalen Truppenabteilung annahm, wird zunächst den Regierungen Englands, Italiens, der Niederlande und Schweden der Dank dafür ausgesprochen, daß sie sich an der für das Saargebiet bestimmten internationalen Truppenmacht beteiligen. Die in Frage kommenden Mitglieder des Völkerbundsrates werden gebeten, alle Erleichterungen für die Beförderung der Truppen und für ihre Verpflegung zu gewähren. Die internationale Macht solle zur Verfügung der Saarregierung gestellt werden, die die volle Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung behalte. Die Regierungskommission werde gebeten, der internationalen Macht jede Erleichterung für ihre Unterkunft und für die Erfüllung ihrer Aufgaben zu verschaffen. Die Beförderungskosten und die Kosten für den Unterhalt sollen, soweit sie nicht durch den nationalen Haushalt der einzelnen Staaten gedeckt seien, aus den für die Abstimmung selbst bestimmten Fonds entnommen werden. Sollten diese Fonds nicht ausreichen, so solle der Saarausschuß die Regierungen Deutschlands und Frankreichs zu zusätzlichen Zahlungen auffordern. Die Saarregierung hafte für alle Verluste und Schäden, die die internationale Truppenmacht erleiden könnte. Dann wird in der Entschließung festgestellt, daß die eigenen Mittel des Völkerbundes weder für verlorene Zahlungen noch für Vorschüsse mit herangezogen werden dürfe. Laut § 34 des Anhangs zum Artikel 50 des Versailler Vertrages habe die Regierungskommission das Recht, so heißt es in der Entschließung weiter, die notwendige Gesetzgebung zu erlassen, um die internationale Truppenmacht und ihre Mitglieder von jeder Verantwortung für eine Handlung zu befreien, die in Ausführung der ihr übertragenen Aufgabe erfolgen sollte. Ueber Vergehen der internationalen Macht gegen das Strafgesetz entscheide das oberste Abstimmungsgericht. Das Kommando der internationalen Truppenmacht, seine Organe und Dienststellen sowie die Mitglieder dieser Macht unterständen also nicht der Rechtsprechung der Gerichte des Saargebietes. Der Ratsausschuß erhalte die Generalmajor Brind ist seit 1933 Kommandeut der 4. Division. Er trat im Jahre 1897 ins Heer ein, wurde 1902 Hauptmann, 1920 Oberst, 1930 Generalmajor. Von 1928 bis 1930 war er Adjutant des Königs und von 1931 bis 1933 Stellvertreter des Generalstabschefs im Heereshauptquartier Indiens. Brind hat den Burenkrieg und den Weltkrieg mitgemacht. Tragischer Tod des Gruppenführers Zunkel Der thüringische Staatsrat SA=Gruppenführer Dr. Zunkel verunglückte mit dem Kraftwagen auf dem Wege von Weimar nach Avolda, wo er am Sammelwerk des Tages der nationalen Solidarität sich beteiligen wollte. Er erlitt einen Schädelbruch. dem er kurz darauf erlag. werde man wieder an die großen Probleme des Aufbaues im Donauraum herantreten können. In den Blättern wird sodann hervorgehoben, daß die gesamte Genfer Aktion hauptsächlich von der Prager Regierung auf die Erreichung politischer Sonderziele abgestellt worden sei, um durch eine moralische Verurteilung der ungarischen Politik dem europäischen Revisionismus ein Ende zu bereiten. Es wird aber festgestellt, daß die Versuche der Kleinen Entente, rein politische Tendenzen in die Verhandlungen hineinzutragen und den Konflikt für eigene Zwecke auszunutzen, gescheitert seien.„ indr 1—4 Nach Rückkehr des Außenministers Kanya und des Abgeordneten Tibor v. Eckardt, dessen Genfer Tätigkeit ein uneingeschränktes Lob findet, wird voraussichtlich am Donnerstag ein Ministerrat zusammentreten, um zu den Ergebnissen der Genfer Verhandlungen Stellung zu nehmen. Nach den Beschlußfassungen Telegramm Aloisis an die Regierungen der SaarpolizeiStaaten Der Vorsitzende des Dreier=Ausschusses für die Saar, Baron Aloisi, hat den Regierungen Englands, Italiens, der Niederlande und Schwedens am Dienstag folgendes Telegramm übersandt:„„ 94 Taer get „Der Ratsausschuß für die Saar har Kenntnis davon genommen, daß die Regierungen Englands, Italiens, der Niederlande und Schwedens an der Bildung einer internationalen Truppe teilnehmen werden, die damit beauftragt ist, im Saargebiet die Ordnung durch die folgenden Kontingente aufrecht zu erhalten: England 1500, Italien 1300, Niederlande 250, Schweden 250. Der Ausschuß hat auf Grund der Entschließung des Völkerbundsrates vom heutigen Datum und nach Befragung der Vertreter der Regierungen, die an der Bildung der internationalen Macht teilnehmen, und schließlich auf Grund des Gutachtens seines Unterausschusses sich entschlossen, die englische Regierung zu bitten, den Kommandanten für die internationale Macht zu bezeichnen, die ihrerseits der Regierungskommission des Saargebietes unterstehen wird. Der Ausschuß empfiehlt weiter im Einklang mit seinem Unterausschuß den beteiligten Regierungen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, damit die verschiedenen Kontingente sich vor dem 22. Dezember ds. Is. im Saargebiet befinden. (gez.) Aloist.“ Französische Genugtuung Vor seiner Abreise erklärte Laval einem Pressevertreter, er habe als Vertreter Frankreichs der Treue Ausdruck gegeben, die Frankreich seinem Freunde schuldig sei, und an dem notwendigen Werk der Wiederversöhnung der Völker mitgearbeitet. Schwerwiegende Fragen seien aufgeworfen worden, für die man glückliche Lösungen gefunden habe. Man habe sich entschlossen für den Frieden ausgesprochen. Die Pariser Presse zeigt sich über die Beilegung des südslawisch=ungarischen Zwischenfalles ebenfalls sehr zufrieden.„Paris Soir“ stellt fest, daß die Genugtuung, die Belgrad erhalten habe, den Weg für eine französisch=italienisch=südstawische Annäherung frei mache. Die europäische Lage sei geklärt. Die Gefahr, die unmittelbar zu bestehen schien, sei beseitigt und der europäische Frieden sichergestellt. Der einzige Revisionismus, der noch offen zutage getreten sei, habe einen schweren Schlag erlitten. Auch„Temps“ hält die europäische Lage nunmehr für geklärt. Das Vertrauen sei in Europa wiedergeboren. Die außerordentliche Sitzung des Völkerbundes sei von geschichtlicher Bedeutung, denn die beiden größten Gefahren für den Frieden, die Saarfrage und der ungarisch=südslawische Zwischenfall, seien beseitigt. Ungarn für Zusammenarbeit der Vonaumachte Die der ungarischen Regierung nahestehenden Blätter werfen nach der formellen Beilegung des ungarisch=südslawischen Konfliktes die grundsätzliche Frage einer praktischen Zusammenarbeit der Donaumächte auf. Die ungarische Regierung habe im Interesse des europäischen Friedens und einer ausbauenden Zusammenarbeit größte Opferbereitschaft gezeigt. Die Einigung im Donaubecken sei aber nicht allein von Ungarn abhängig. Die haßerfüllte Atmosphäre in den Nachbarländern Ungarns müsse jetzt verschwinden. Wenn die Wogen der Leidenschaft sich legen, heer und Marine sammeln 54 000 mark zum Tag der nationalen Solidarität Die vom Reichswehrminister angeordnete Sondersammlung zugunsten des Winterhilfswerkes innerhalb der Truppen und Dienststellen des Heeres und der Marine am Tag der nationalen Solidarität hat 54.057 RM. ergeben. Die Preisbildung der Seefische Der Reichskommissar für Preisüberwachung. Dr. Goerdeler, teilt mit: Nachdem innerhalb der letzten drei Wochen die Seefischpreise an der Küste erheblich gefallen sind, erwarte ich, daß sich dieser Rückgang in einer entsprechenden Rückbildung des Konsumentenpreises auswirkt. Diese Angabe trifft nicht zu für grüne Heringe, die zurzeit fast ausschließlich nur zu teueren Preisen von ausländischen Dampfern bezogen werden können. da die deutschen Fischgründe in dieser Jahreszeit nur wenig Ware liefern. Die Washingtoner Konferenz zur Bekämpfung des Verbrechertums In einer Sitzung der Konferenz zur Bekämpfung des Verbrechertums in Washington, an der die amerikanischen Staatsgouverneure, zahlreiche Bürgermeister, Rechtsanwälte und Polizeichefs teilnehmen, nahm Präsident Roosevelt erneut das Wort. Er erbat die Zusammenarbeit sämtlicher Bundes= und Staatsbehörden sowie die Unterstützung durch alle Bürger einschließlich der Jugend. Die Verbrecher seien vielfach besser ausgerüstet und organisiert als die Behörden. Die starke Zunahme der Verbrechen sei ein Symptom sozialer Störung. Bei einer Aufzählung der schweren Verbrechen betonte der Präsident, daß die Fälle von Lynchjustiz nicht mehr auf einen einzelnen Landesteil beschränkt seien. Der Sitzung wohnten u. a. zahlreiche Vertreter der Lehrerschaft sowie Angehörige der Frauenverbände der Vereinigten Staaten bei. De Sratschiunes Nro pier zeleherd rac Die Ausgestaltung des Tannenberg-Denkmals zur Gruft Hindenburgs Die Erbauer des Tannenberg=Denkmals, Walter und Johannes Krüger, sind damit beauftragt worden, die Gruft des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg im Tannenberg=Denkmal auszubauen. Vor etwa sieben Wochen empfing sie der Führer, um mit ihnen den Ausbau des Denkmals zu besprechen.„Sie müssen davon ausgehen“, so sagte der Führer etwa,„daß aus dem Tannenberg=Denkmal immer mehr das Denkmal des größten Feldherrn des Deutschen Reiches wird.“ Der Führer zeichnete seine Idee für die Ausgestaltung des Dentmals selbst in den Grundrißplan des Tannenberg=Denkmals ein. So ist es der Gedanke des Führers selbst, daß das Schwergewicht des Denkmals, das bisher, gebildet von dem hohen Kreuz über dem Grabe von 20 deutschen Soldaten, im Mittelpunkt des Denkmalhofes ruht, in die Achse verlegt wird, das heißt also, das Grabmal in der Mitte des Hofes verschwindet, die Gruft des Feldmarschalls wird in den bisherigen Ausgangsturm verlegt, der dem Eingangsturm gegenüberliegt. Auf diese Weise wird im Innern des Tannenberg=Denkmals ein großer freier Hof gewonnen, der den dort zu erwartenden Kundgebungen zugute kommen wird. Vor einigen Tagen nun sind die Gebrüder Krüger wieder vom Führer empfangen worden und haben ihm ihre Entwürfe vorgelegt. War noch vor sieben Wochen daran gedacht, rings im Innern des Hofes eine Bogenmauer zu ziehen, ähnlich der Mauer, wie sie zwischen den Türmen des Denkmals errichtet ist, um die Erdmassen gegenüber der Absenkung der Hofsohle um rund vier Meter abzustützen, so führt die Entwicklung über die glatte Stützmauer aus Ziegel oder Findlingssteinen zu dem letzten, jetzt genehmigten Entwurf, der anstelle einer Stützmauer lediglich eine Fortsetzung der schon vorhandenen Ring= stufenanlage vorsicht. Jetzt werden also von der Fläche, die vor den Bogenhallen liegt, GranitRufen in den vier Meter tiefer liegenden weiien Hof hinabführen, der gleichfalls einen Plattenbelag aus Granit erhält. Die Ringstufenanlage, die um den Hof nach Art eines Amphitheaters emporsteigt, kommt dabei dem Denkmal als Ort gewaltiger Kundgebungen zugute. Gegenüber dem Eingangsturm liegt dann die Gruft des Feldmarschalls unter jenem Turm, der von nun an den Namen Hindenburg=Turm tragen wird. Eingefaßt in das Gesamtbild des Denkmals, und doch von ruhiger, bezwingender Selbständigkeit, wird die Gruft nach dem Willen des Führers so gestaltet, daß sie Blickpunkt und Schwerpunkt des ganzen Dentmals wird. Von dem vertieften Hof aus führt ein breiter Zugang zwischen zwei großen Granitblöcken, die rechts und links der Ringtreppenanlage abschließen, zur Gruft. An den Stirnseiten dieser beiden Blöcke stehen die Standbilder zweier Soldaten, Monumentalfiguren, drei Meter groß, Wächter des Grabes. Den Eingang zur Gruft deckt ein gewaltiger, behauener Steinblock, der nur in schlichten Buchstaben den Namen„Hindenburg“ trägt. Dieser Block wird ein ostpreußischer Findling sein, der auch schon aufgefunden ist. Ein schmiedeeisernes Tor schließt die Gruft ab. Hinter dem Tor liegt, schon unter der Erde, eine Vorhalle. An diese Halle schließen sich rechts und links zwei weitere Hallen an, in denen die 20 toten deutschen Krieger beigesetzt werden, die bisher unter dem hohen Bronzekreuz inmitten des Denkmalhofes ruhten. Diese Halle werden Reliefs schmücken, die Darstellungen des aufbrechenden Heeres zetgen. So wird der Feldherr unter seinen Mitkämpfern auf dem größten Schlachtfeld der Weltgeschichte, seinem Schlachtfeld, ruhen. Ein neues Gitter trennt von der Vorhalle die Gruft, in der der Sarg des Feldmarschalls steht. Die Gruft ist ein halbkugelförmiges Gewölbe, an dessen Wänden bronzene Leuchter Kerzen tragen, von denen feierliches Licht auf den Sarkophag fällt. Ueber der Gruft ragt der Hindenburg=Turm empor. Er ist der bisherige Ausgangsturm, der äußerlich keinen Schmuck trägt, sondern lediglich einige Fensteröffnungen aufweist. Diese Oeffnungen wird man zumauern, dann soll das große Bronzekreuz, das bisher in der Mitte des Denkmalhofes stand, an der glatten Wand dieses Turmes über dem Grufteingang angebracht werden. Es wird dadurch ein außerordentlich feierlicher und dabei unerhört wuchtiger Eindruck erweckt. Der Turm selbst wird mit kreuzförmigem Grundriß und Kuppelgewölbe ausgebaut. Als einzigen Schmuck erhält er außer seiner sehr schönen Werksteinverkleidung lediglich die Daten aus dem Leben des Feldmarschalls, eingemeißelt in die Wandplatten, so daß dieser Turm wie ein steinernes Buch des Lebens dieses großen Deutschen wirkt. Ueber der Inschrift werden aus Bronze und Emaille die Vergrößerungen der vier höchsten preußischen Kriegsorden prangen, die der Feldherr getragen hat. In der so entstandenen hohen Halle, die man durch Treppen aus den Kammern erreicht, die rechts und links der Gruft liegen, wird ein Bronzedenkmal des Feldmarschalls aufgestellt.„„ 6 So findet der Generalfeldmarschau von Hindenburg ein Grabmal, seinen Taten würdig. Die von den Gebrüdern Krüger vorgelegten Entwürfe sind vom Führer und von der Familie des Feldmarschalls genehmigt worden. Bald nach Weihnachten sollen die Pläne und Modelle in der Ruhmeshalle im Königsberger Schloß, dem Vorsaal des Moskowiter=Saales, ausgestellt werden. Der grohe Randsunk=Prezen Der frühere Aussichtsratsvorsitzende der Norag, Blouck, als Zeuge In zesse der Dienstagssitzung des Rundfunk=Prowurden die früheren Leiter der Nordischen Funkstunde A.=G.(Norag), Blonck, der Aufsichtsratsvorsitzender war, und Rechtsanwalt Darboven vernommen. Blonck erklärte, er sei der Gründer der Norag. Er habe damals 60000 Mark Kapital für die Gründung der Norag aufgebracht, die er allein in der Generalversammlung zu vertreten gehabt hat. Den Angeklagten Dr. Magnus habe er Anfang 1924 beim Vox=Konzern kennengelernt. Aus seinen geschäftlichen Beziehungen habe sich später ein loser persönlicher Verkehr entwickelt. Zur Vorschußangelegenheit des früheren Vorstandsmitgliedes der Norag, Dr. Stapelfeldt, bekundete der Zeuge, er habe Stapelfeldt damals 15000 Mark Darlehen aus den Mitteln der Norag ohne Genehmigung der Reichsrundfunkgesellschaft bewilligt. Aus privaten Mitteln habe er Stapelfeldt noch weitere 10·000 Mark gezahlt zur Einrichtung einer Wohnung. Als die Höhe des Darlehens von 15000 Mark von der Reichsrundfunkgesellschaft, also von Bredow und Dr. Magnus, abgelehnt worden sei, habe er bewußt die Bestimmungen überschritten, da er die Hergabe des Darlehens an Stapelfeldt für notwendig gehalten habe und sie noch heute für gerechtfertigt halte. Zur Prozeßkostenzahlung für Stapelfeldt und Bodenstedt sowie für den früheren Prokuristen der Norag, Kleber, sagte Blonck, er allein habe die Verantwortung dafür getragen, daß die Prozeßkosten sowohl für Kleber wie auch für Stapelfeldt und Bodenstedt von der Norag übernommen worden seien. Er habe dies getan ohne Rückfrage in Berlin. Zu dem Vorwurf ungerechtfertigter Reisekosten=Liquidationen sagte der Zeuge, er habe die Reisekosten für seine Frau nur zum Teil liquidiert. Vorsitzender: Woher glaubten Sie denn die Berechtigung zu haben? Zeuge: Wir als Hamburger Kaufleute sind immer der Auffassung gewesen, daß bei Reisen zu Repräsentationszwecken auch die Kosten für die Ehefrau liquidiert werden können. Auf Fragen der Verteidigung erklärte der Zeuge, die Mitnahme der Ehefrau bei dieser Reise sei selbstverständlich gewesen, da die Damen sonst beleidigt gewesen wären, zumal sie schon zweimal mit ihren Ehefrauen in Hamburg gewesen seien. Rechtsanwalt Darboven war Prozeßvertreter der Norag und hat die meisten der gegen die Skandalblätter angestrengten Prozesse geführt. Er bezeichnete es als durchaus gerechtfertigt, wenn die Norag die Prozeßkosten für ihre leitenden Angestellten übernommen hatte. Zumeist seien im übrigen die Prozesse mit Vergleichen beendet worden. Der„Tag der Polizel“ im Reich Mit dem am 18. und 19. Dezember stattfindenden„Tag der Polizei“ soll, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, gezeigt werden, daß es der Polizei ohne Unterschied der Sparten und Formationen, mit dem Begriff „Volksverbundenheit“ ernst ist. Dies kommt bereits in der Programmgestaltung zum Ausdruck. Aehnlich wie in Berlin, werden auch in den übrigen Städten des Reiches eine Anzahl von Veranstaltungen durchgeführt. Die Polizei geht zum Teil mit ihren Kapellen in Betriebe und Stadtgegenden, in denen im allgemeinen keine Platzkonzerte abgehalten werden. Außerdem werden auch auf dem flachen Lande, in Kleinstädten und Dörfern, Konzerte der Schutzpolizeikapellen veranstaltet. In Hamburg wird die Polizei in den sogenannten Elendsvierteln den bedürftigen Kindern eine Weihnachtsbescherung bereiten. Die Mittel hierzu werden durch Spenden der Beamtenschaft selbst aufgebracht. Die üblichen Kinderspeisungen, die überall stattfinden, sollen an den beiden Tagen verdoppelt werden. Außerdem bringt die Polizei die Mittel zusammen, um bedürftigen Kindern den Besuch von Weihnachtsvorstellungen zu ermöglichen. In Sachsen und Württemberg soll auch der Polizeihund in den Dienst der guten Sache gestellt werden. In Königsberg wird dem Publikum, ebenso wie in anderen Standorten, der Stand der reiterlichen Ausbildung der Polizei vorgeführt. Der Reinertrag dieser und aller ähnlichen Veranstaltungen wird restlos an das Winterhilfswerk gegeben. Ueberall schließt der„Tag der Polizei“ mit einem Zapfenstreich der Polizeiformationen. Die Bevölkerung soll fühlen, daß die Polizei nicht nur ein wachsames Auge des Gesetzes sein, sondern auch Sorge und Not soweit als möglich lindern will. Unsozialer Betriebsführer in Schutzhaft Wie das Presse= und Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront in Breslau mitteilt, ist der Fabrikbesitzer Berthold Greiner, Inhaber der Glasfabrik Greiner in Ritschel=Ober= lausitz, wegen unsozialen Verhaltens und Mißachtung der Verordnung des Führers in Schutzhaft genommen worden. Greiner hat nicht nur in unverantwortlicher Weise sein Besitztum verwirtschaftet, sondern er blieb feiner Gefolgschaft, 187 Männern und Frauen, insgesamt 21000 RM. an Löhnen und der Krankenkasse und Invalidenversicherung rund 30 000 RM. an Beiträgen schuldig. Er selbst verwandte dagegen für seinen persönlichen Verbrauch außerordentlich hohe Beträge. Aus der Rossenerd Urte neues interessantes Die Saarbrücker Tageszeitung„Deutsche Front“ kann wieder mit einem interessanten Schriftstück aus der Fundgrube der Rossenbeckschen Akte auswarten. Obwohl die„Neue Saarpost“ aus nur zu begreiflichen Gründen diese Akte der französischen Bergwerksdirektion geschlossen sehen wollte, kann diesem Wunsche leider nicht entsprochen werden, da es zu schade wäre, den heutigen Rossenbeck=Bericht über die Gründung und Finanzierung des sogenannten Christlichen Volksbundes der Oeffentlichkeit vorzuenthalten. Nach dem unlängst veröffentlichten Bericht Rossenbecks über die neue katholische Partei vom 1. November kann heute der zweite Halbmonatsbericht vom 15. November folgen. den Rossendeck diesmal von seinem Mitarbeiter Divisionär Baucher verfassen und unterschreiben ließ. In dem Bericht wird zunächst erklärt, daß die Kreise um Rossenbeck die augenblickliche Lage der katholischen Partei und Provaganda seit zwei Monaten aus nächster Nähe verfolgen. Es wird bemerkt, daß die laufenden Mitteilungen aus verschiedenen Quellen stammen, jedoch vollkommen übereinstimmen. Der Bericht stellt sodann folgendes fest: 1. Die Zeitung„Neue Saarpost“ und die katholische Partei. soweit sie überhaupt besteht. werden von den gleichen Personen Herrn Hoffmann und Herrn Eberhard geleitet. 2. Obwohl diese beiden Personen aus verschiedene Art von französischen Kreisen unterstützt werden. dulden sie doch keine direkten Beziehungen ihrer Angestellten zu Franzosen. Dieses Verhalten könnte normal erscheinen, mutet aber sonderbar an. wenn man weiß, daß sich bei dieser Zeitung. besonders in sinanzieller Hinsicht. nicht alles korrekt abgesvielt hat. 3. Herr Hoffmann entfaltet wirklich eine Tätigkeit nach verschiedenen Stellen bin. Herr Eberbard ist tüchtiger Journalist und gibt sich viele Mühe bei der Abfassung der Zeitung. aber ganz gleich. was sie bezmecken; das bisher erzielte Ergebnis war sehr unzulänglich. 4. In pravagandistischer Hinsicht wurde die Masse vollkommen vernachlässigt. Es ist nichts Nennenswertes geschehen, um den Verkauf der Zeitung zu entsalten. Sie dat kaum eine Auflage von Exemplaren, von denen nur ein Fünstel oder ein Viertel regelmäßig bezahlt werden. Die übrigen Zeitungen werden planlos umsonst verteilt. ohne daß zu diesem Zweck eine straffere Organisation geschaffen worden wäre. Einige sehr schlecht bezahlte Amateure haben vereinzelt Versuche unternommen. aber auch erst auf Grund verschiedener Beschwerden. 5. Seit etwa sechs Monaten sind ungefähr 150 bis 250 Personen wegen der immer von neuem hinausgeschobenen Gründung einer katholischen Partei befragt worden. Die unterrichteten Personen, übrigens nicht die allerschlauesten, haben sich dadurch größtenteils entmutigen lassen. Verschiedene sind sogar zur gegnerischen Front übergetreten. Die Bildung einer katholischen Partei ist zum Geheimnis Policinellos geworden und zu einer Fabel, über die man sich lustig macht. Hierbei ist zu bemerken, daß die im Entstehen begriffene Partei Deutscher Volksbund, die nur die Eründung der katholischen Partei abwartet, um alle Gutgesinnten zu sammeln und um sich zu scharen. gleichfalls vom Schlage der„Neuen Saarpost". ist und auf Grund gleicher Machtlosigkeit im Keime erstickt ist. Zutammengefaßt: Selbst wenn die Führung jugreift und tat'ächlich noch etwas leisten wollte, würde sie es auf Grund des Zeinmangel=. vor allem wegen der Organisation und Provaganda, die zwangsläusig einer politischen Aktion von großer Tragweite vorangehen müssen, nicht tun können. Sie hat nichts weiter getan. als deren Grundlagen zu erschüttern. Ob Herr Hoffmann noch weiterhin Lust verspürt. seine Beziehungen und seine Abhängigkeit von der französischen Provagandastelle— selbst wenn sie noch so unbarmberzig über sein Geschick urteilen— zu leugnen, ist seine Sache: Sache derjenigen Stellen. die sich im Besitz noch unerschöpflicher Reichtümer über ihn befinden, wird es sein, aus ihrem Dokumentenschatz weiter auszupacken. Lange wird es jedoch nicht mehr notwendig sein, da die bisher veröffentlichten Schriftstücke gerade unter den Verblendeten, die aus Unkenntnis und Neugier zunächst einiges Interesse für die neue katholische Partei aufbrachten, erbeblich eingeschlagen haben und sie veranlaßten, angewidert von den jetzt enthüllten Hintergründen, fluchtartig diesem zweiselhaften Verein den Rücken zu kehren. Sozialpolitische Maßnahmen für die Weihnachtszeit Der Reichsarbeitsminister und der Reichswirtschaftsminister teilen mit: Die diesjährige Lage der Weihnachtsfeiertage und des Jahresbeginns bringt in vielen Betrieben einen erheblichen Arbeitsausfall und damit verbunden einen erheblichen Verdienstausfall für die Beschäftigten mit sich. Um diesem Nachteil zu begegnen, hat der Reichsarbeitsminister in einem Runderlaß die Landesregierungen ersucht, die Vor= und Nacharbeit der etwa ausfallenden Arbeitsstunden an den Werktagen sowie an einem Weihnachtsfeiertage während der Monate Dezember und Januar insoweit zu gestatten, als nicht in anderer Weise für Ersatz des entstandenen Verdienstausfalles gesorgt ist. Weiter hat der Reichswirtschaftsminister auf Grund des§ 3 Absatz 4 der Faserstoffverordnung angeordnet, daß in den der Arbeitszeitverkürzung und der Faserstoffverordnung unterliegenden Betrieben die Arbeitszeit; die am 24. 27., 28., 29. und 31 Dezember etwa ausfällt. ohne besondere Genehmigung bereits jetzt bis zum 22. Dezember 1934 vorgearbeitet oder im Laufe des Monats Januar 1935 nachgeholt wird soweit die Rohstofflage des einzelnen Betriebes das zuläßt. Außerdem darf in derselben Zeit zum Ausgleich für den durch die beiden Weihnachtsfeiertage entstandenen Lohnausfall Mehrarbeit in Höhe von einem Sechstel der nach§ 2 Absatz 1 der Faserstoffverordnung für den einzelnen Betrieb zulässigen verkürzten Wochenarbeitszeit— ohne Berücksichtigung etwa genehmigter Mehrarbeit— geleistet werden. Auf Grund der ergangenen Erlasse sind die Betriebe in der Lage. bereits vor Weihnachten ihrer Gefolgschaft einen Vorschuß auf die nachzuarbeitende Arbeitszeit auszuzahlen. Weitere Maßnahmen zugunsten auswärts beschäftigter Notstandsarbeiter und sonstiger Tiefbauarbeiter bei Reichsvorhaben sind in Vorbereitung. Vor dem Volksgericht Berliner, Kölner und Frankfurter KPD.= Funktionäre In voraussichtlich zweitägiger Verhandlung haben sich vor dem Volksgericht in Berlin sechs Kommunisten aus Frankfurt am Main, Köln und Berlin zu verantworten, die zum Teil bis in den Juni 1933 hinein die hochverräterischen Umtriebe der KPD. im Rheinland, in Hessen und Frankfurt a. M. gefördert haben. Die Anklage lautet gegen sämtliche Angeklagte bis auf den 27jährigen, auf freiem Fuß befindlichen Georg Erst, auf Vorbereitung zum Hochverrat, gegen den 29jährigen Bernhard Bästlein auch auf Aufforderung zum Hochverrat und schwerer Fälschung privater und öffentlicher Urkunden. Schwere Urkundenfälschung wird schließlich auch dem 35jährigen Heinrich Rau zur gelegt. Unter den Angeschuldigten befinden sich bedeutende Funktionäre, so vor allem der Hauptangeklagte Rau, der seit 1928 preußischer Landtagsabgeordneter war. Er hat längere Zeit hindurch die Abteilung„Land“ des Zentralkomitees der KPD. geleitet, will aber weder Kandidat noch mittelbares Mitglied des Zentralkomitees gewesen sein. Während der legalen Zeit hatte er im Karl=Liebknecht=Haus zwei Geschäftszimmer und wohnte nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus unter dem Decknamen„Heiner“ in Berlin. Im Januar und Februar v. I. unternahm er eine Agitationsreise durch Südwestdeutschland. Der Zweck dieser Reise soll aber lediglich agrarpolitische Besprechungen mit den Landtagsfraktionen im Auftrage des Europäischen Bauern=Komitees gewesen sein. Am 23. Mai v. J. wurde Rau in Frankfurt a. M. bei einem Treffen in einem Frankfurter Kaffeehaus festgenommen. Er befand sich im Besitz einer gefälschten Geburtsurkunde, die ihm von einem Kurier des Zentralkomitees ausgehändigt worden war. Er bestreitet, nach Frankfurt gekommen zu sein, um dort die illegale Bezirksleitung Hessen=Frankfurt a. M. neu aufzuziehen. Eine bedeutende Stellung in der Frankfurter Bezirksleitung nahm der 34jährige Karl Geist aus Frankfurt a. M. ein, der seine politische Ausbildung in Sowjetrußland genossen hat. Er hat sogar noch versucht, aus der Untersuchungshaft durch Kassiber Anweisungen und Befehle an andere Funktionäre zu erteilen. Seine Ehefrau war kommunistische Stadtverordnete und ist bereits wegen Hochverrats abgeurteilt worden. Auch Bästlein war kommunistischer Landtagsabgeordneter und früherer Leiter des Bezirks Mittelrhein der KPD. Er ist angeblich nur als politischer Flüchtling nach Frankfurt gekommen, von wo er ins Saargebiet abgeschoben werden sollte. Mitverwickelt in die illegale Wiederaufbauarbeit im Frankfurter Bezirk sind ferner der 34jährige Harry Kuhn und der 30jährige Herbert Haupt. Das Urteil ist voraussichtlich am Mittwoch zu erwarten. Der französische Handelsminister hat auf seiner Rückreise aus Moskau dem Berliner Vertreter der Agentur Havas erklärt, daß die sranzösisch. sowjet russischen Wirtschaltsverhandtungen in den nächsten Tagen in Parie fortgesetzt würden. Sämtliche Schwierigkeiten seien in Moskau Aus Portland(Oregon) wird zu einer Nachricht, daß bereits 24 Todesovser wegen Genusses von denaturiertem Alkobol zu beklagen sind. ergänzend mitgeteilt, daß im Krankenhaus noch etwa 15 schwerkranke Personen liegen. Die meisten sind bereits erblindet. Einige Gebiete Nord=Aucklande(Neuseeland) wurden von gewaltigen Ueberschwemmungen heimgesucht. Seit 35 Jahren gab es keine ähnliche Unwetterkatastrophe. Gewaltige Regenmengen sind gesallen. Die tiefer gelegenen Gebiete gleichen großen Seen. Zahlreiche Städte sind Neuordnung der Aehnlich wie in anderen Ländern und Wirtschaftszweigen haben die Krisenjahre ergeben, daß Riesenbetriebe der Seeschiffahrt der Schwierigkeiten geniger gewachsen sind als mittlere und kleine Internehmungen. Die Auffassung, daß der Havagkloyd=Konzern. der 1933 70 v. H. der gesamten deutschen Handelsflotte umsaßte, durch Ausgliederung der im Laufe der Jahre mit ihm fusionierten Gesellschaften und Dienste wieder auf übersehbare Maße zurückgeführt werden müsse, setzte sich im neuen Reich durch. Auf ihr beruht ein Gedanke der hanseatischen Bürgermeister, die Groß=Schiffahrt in eine Reihe von Einzeldiensten zu überführen, die von Hamburg und Bremen ihren Ausgang nähmen. Auch die betriebliche Verselbständigung des Nordatlantikdienstes innerhalb der Havag=Lloyd=Union ist auf dieses Streben zurückzuführen. Verhandlungen, die innerhalb des Havag=LloydKonzerns über die Ausgliederung von Liniendien= sten geführt wurden, gingen nur langsam vorwärts Um ihren Fortgang zu beschleunigen, beauftragte der Reichsverkehrsminister Anfang dieses Jahres im Benehmen mit den anderen Reichsressorts Staatsrat Eßberger als Treuhänder des Reiches für die Groß=Schiffahrt mit der Ambildung ihrer Organisation. In monatelangen Verhandlungen wurden mit den Vorsitzenden der Aussichtsräte von Havag und Lloyd die Verträge über das Ausscheiden der Dienste nach Südamerika=Ostküste und Afrika vereinbart, die nun abgeschlossen sind und durchgeführt werden. Verhandlungen wegen der Ueberführung des Levante=Dienstes in Privathand sind im Gange. In der gleichen Richtung geht das Bemühen. die Hamburg=Rhein=Linie. die Svenska=Linie und die Ippen=Linie zu verselbständigen oder auf andere Reedereien überzuleiten. Für die Argo=Reederei AG und die Mathies=Reederei AG ist die Verselbständigung bereits durchgeführt. Bei diesen Maßnahmen war es das leitende Bestreben, alle Sonderbedürfnisse der Wirtschaft und die berechtigten Interessen der beiden großen Hasenstädte. Hamburg und Bremen, gleichmäßig zu wahren. Der unter dramatischen Umständen plötzlich erfolgte Tod des angesehenen Japaners Nisbimura bildet seit einigen Tagen das Tagesgespräch und die Sensation Singavores. Dieser Japaner, der seit mehr als einem Jahrzehnt in Singavore ansässig war, wo er große geschäftliche Erfolge aufzuweisen hatte, wurde vor einigen Tagen von der englischen Polizei zu einem Verhör gebeten. Es handelte sich um Auskünfte, die er den Behörden in bezug auf zwei Landsleute. einen japanischen Journalisten und einen Kaufmann, die in seinem Hause verkehrt hatten, erteilen sollte. Die beiden Japaner waren tags zuvor wegen Verdachts der Svionage verhaftet worden. Das Verhör Nishimuras vollzog sich gleich unter äußerst sensationellen Umständen. Denn kaum hatte der englische Beamte die ersten Fragen an den Javaner gerichtet, da griff dieser zum Herzen, stöhnte laut auf und brach dann an der Stelle, an der er stand, tot zusammen. Die Aerzte stellten Schlaganfall fest. Nach der Entwicklung, die die ganze Affäre inzwischen genommen hat, ist man aber mehr und mehr davon überzeugt, daß Nishimura nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, sondern an den Folgen einer Vergiftung durch Cyankali. Wahrscheinlich hat der Japaner. der die Gefahren, die ihn bedrohten, erkannte. Selbstmord begangen, auch um seinen kompromittierten Landsleuten durch seine Aussage keine Schwierigkeiten bereiten zu müssen. Die Villa als Spionagezentrale? Nishimura hat nur ein Alter von 42 Jahren erreicht. Er kam im Jahre 1921 nach Singavore, als Bergingenieur für eines der japanischen Unternehmen, das in der Nähe der Stadt Mineralbergbau betreibt. Seine geschäftlichen Erfolge waren derGöring dankt den spendern des Tages der nationalen Solidarität Ministerpräsident General Göring hat am Dienstag der Abrechnungsstelle der NS.=Volksseine letzte Sammelbüchse übergeben, die die am Tage der nationalen Solidarität von finanziell besser gestellten Kreisen gespendeten größeren Geldscheine und Schecks enthält. Zur freudigen Ueberraschung der NS.=Volkswohlfahrt steigt damit der Sammelertrag des preußischen Ministerpräsidenten auf insgesamt 76700 Mark. Ministerpräsident Göring dankt hiermit noch einmal allen hilfsbereiten Spendern, den Minderbemittelten, die von ihrem Wenigen ein hochherziges Opfer brachten, wie auch den wirtschaftlich Bessergestellten, die an diesem Tage so reichlich und freudig gespendet und damit durch die Tat bewiesen haben, daß im neuen Deutschland Arm und Reich in echtem nationalsozialistischem Gemeinschaftsgeist und in wirklicher Solidarität zusammenstehen, wenn es die Not des ärmsten Volksgenossen zu lindern gilt. Ein Dokument nationalsozialistischer Gesinnung Am Tage der nationalen Solidarität traf im Reichsprovagandaministerium ein Telegramm ein, das von einem Parteigenossen abgesandt worden war, der. seit langer Zeit selbst arbeitslos, gerade an diesem Tage wieder seinen ersten Lohn hatte in Empfang nehmen können. Dieses Telegramm hatte folgenden Wortlaut: „20 Mark aus heutiger erster Einnahme nach achtmonatiger Arbeitslosigkeit zum Tage der nationalen Solidarität.“ Sicherlich, so bemerkt das DNB dazu, hat dieser Parteigenosse sehr viele Wünsche gehabt, die er mit keinem ersten Lohn nach dreivierteljähriger Arbeitslosigkeit gerne befriedigt hätte. Aber er dachte nicht an sich. nicht an seine Wünsche und seine Bedürfnille. sondern an die Millionen Volksgenossen, die Der Spien ven Emngupere Geheimnis um den Tod des Japauers Rishimura— Die verräterischen Dokumente— Seine helfer rechtzeitig geflüchtet? artig, daß er in diesem großen japanischen Industriewerk rasch Karriere machte. Vor einem Jahr ist Nishimura dann sogar zum Präsidenten der Gesellschaft ernannt worden. Schon seit Jahren führte der Japaner in Singavore ein großes Haus. Er besaß eine der entzükkendsten und prachtvollsten Villen in der ganzen Stadt. Einladungen und Gesellschaften jagten sich. Vor allem der Verkehr mit japanischen Landsleuten aus allen Kreisen wurde von Nishimura intensiv gepflegt. Trotzdem kam zunächst niemand auf den Gedanken, daß es in diesem Hause des Javaners vielleicht nicht ganz mit rechten Dingen zugehen könne, obgleich Singapore, dieser wichtige englische Stützpunkt und Schlüssel zum Fernen Osten, den Javanern von jeher ein Dorn im Auge gewesen ist. Den ersten Verdacht schönfte die englische Polizei. als einige ihrer Detektive die Beobachtung machen mußten, daß zwei als verdächtig avisierte Javaner auch zu den Gästen Nishimuras in dessen Villa gebörten. Eine Verschwörung aufgedeckt Die beiden Japaner wurden gestellt und in Haft genommen. Bei einer Haussuchung fand man außerordentlich belastendes und wichtiges Material, u. a. eine vollzählige Liste, die darauf schließen läßt, daß man es mit einer großen und weit verzweigten Organisation von Verschwörern gegen die Sicherheit der englischen Seeherrschaft in Ostasien zu tun hatte. Die Komplizen der beiden Verhafteten befinden sich jedoch sämtlich auf der Flucht. Nur Nishimura blieb zurück. Schließlich verbot es ihm seine Stellung und sein Ansehen, ebenfalls zu fliehen. In der Zwangslage, in der er sich befand, hat er dann den Ausweg gewählt, der ihm blieb— er nahm Gift. noch nicht das Glück hatten, wieder mit eigener Hand ihr Brot zu verdienen, und so ging er vom Zahltisch weg auf die Post und sandte im Zeichen der nationalen Solidarität diese 20 RM an Dr. Goebbels. Oeffentlich sei ihm, dem Pg. Paul Bornkessel, Berlin=Südende, für dieses leuchtende Beispiel nationalsozialistischen Opfersinnes gedankt. Die Obst- und Gemüsepreise Der Reichskommissar für Preisüberwachung hebt im Benehmen mit dem Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die von der Wirtschaftlichen Vereinigung der deutschen Obstund Gemüseverwertungsindustrie und verwandter Betriebe festgesetzte Abnehmereinteilung in Kundenstufen für die von der Vereinigung betreuten Wirtschaftszweige auf. Die Aufhebung gilt für diejenigen Abschlüsse, die nach dem 8. Dezember 1934 getätigt werden. Eine Rückvergütung auf ausgelieferte Ware findet nicht statt. Die Preisbindungen für Gemüsekonserven, sterilisierte Gurken(Frischgurken), Orangeat und Zitronat, die für den Uebergang der Ware vom Fabrikanten an den Großhandel festgesetzt waren, bleiben einstweilen noch in Geltung. Für die übrigen Waren der Wirtschaftlichen Vereinigung bestehen nur Richtpreise. Ihre Unterschreitung ist dann statthaft, wenn sie durch eine kaufmännisch ausreichende und übliche Kalkulation belegt wird. Ein Deutsch-Amerikaner über das neue Deutschland Der Nationalrat der Steuben=Gesellschaft Amerikas nahm mit stürmischem Beifall einen Bericht seines Vorsitzenden Theodor Hoffmann über seine Eindrücke auf, die er bei einer Reise durch das neue Deutschland erhalten hat. Hoffmann erklärte, das deutsche Volk sei einig und zufrieden unter einem Führer, dessen Hauptbestreben es sei, die Ketten der Sklaverei zu zerbrechen, die das deutsche Volk seit 15 Jahren fesselten und Ein henenisasre Pemnpent Ausgrabungen auf Chalkidike— Glanz und Pracht der Antike In Olyntbos, der verschütteten altgriechischen Stadt auf der Haldinsel Chalkidike. die 348 v. Chr. von Philivy dem Mazedonier zerstört wurde, finden seit dem Jahre 1928 Ausgrabungen statt. Diese Ausgrabungen werden von dem berühmten amerikanischen Archäologen Professor Robinson von der Universität John Hopkins in Baltimore geleitet. Gleich im Jahre 1928. bei Beginn der Arbeiten. wurden viele bedeutsame Funde gemacht. Nach einer vorübergehenden Unterbrechung nahm dann der amerikanische Gelehrte seine Tätigkeit im Jahre 1931 wieder auf. Besonders das vergangene Jahr 1934 ist an Erfolgen reich gewesen Man kann schon heute sagen, daß dieses an alter historischer Stätte zutage geförderte archäologische Material an Umfang und Bedeutung zu dem Großartigsten gehört. was in den letzten Jahrzehnten an Zeugnissen aus der Antike der Vergessenheit wieder entrissen werden konnte. Nur die Ausgrabungen des Deutschen Schlienann auf trojanischem Boden dürften das Ergebnis von Oiynthos noch übertreifen. Antiker Reichtum und Luxus Diese alte, griechische Stadt, die eine Art Villenkolonie reicher und lebensfroher Hellenen gewesen sein muß, liegt in ihrem Grundriß heute wieder frei. Es wurde eine Unzahl von Haushalts= und Einrichtungsgegenständen gesunden, die es ermöglichen. sich ein sehr genaues Bild von den Sitten und Gebräuchen in der Antike zu machen. Die Einrichtung mancher Villen zeugt vor allem von einem unvorstellbaren Luxus Man entdeckte weite Hallen, in denen prachtvoülr Bäder aus Marmor eingelassen waren Sowohl der Fußboden als auch die Seitenwände besaßen im übrigen eine berrliche Täfelung. die an kostbares Mosaik erinnert. Die Statuen. die wohl in den Nischen dieser Luxusbäder Aufstellung gefunden haben. sowie andere Plastiken für die Wohnräume und die bezaubernden Gartenanlagen. von denen aus man einen Blick über das blaue Meer in der Ferne schweifen lassen konnte. bestanden durchweg aus feingebrannter Erde. Die größte Patriziervilla, die man nunmehr in Olynthos freigelegt hat, wies sehr ansehnliche Ausmaße auf. Bei einer Länge von 26 Meter besaß dieses antike Landhaus eine Breite von über 17 Meter. Im übrigen erinnert die Architektur äußerlich und im Innern auffallend stark an die römischen Bauten, die man später bei Herkulanum und Pompeji wieder gefunden hat. Glanz und Untergang Nicht nur einzelne Villen und Gärten sind ausgegraben worden. sondern die ganze Stadt liegt nun wieder frei. so daß man sich sehr gut ein Bild von dem Lageplan dieser Residenz reicher Griechen machen kann. Auch die Straßenzüge. in denen sich zur Zeit der Blüte und des Glanzes von Olonthos ein buntbewegtes Leben abgespielt haben mag. konnten rekonstruiert werden. Man ist daher berechtigt, von einem„bellenischen Pompeji“ zu sotechen, das nach Jahrtausenden aus seinen Trümmern von neuem erstanden ist. wenn auch nur noch als stummer Zeuge einer der fruchtbarsten Evisoden des hellenistischen Altertums und der klassischen Antike das Volk zu Frieden und Wohlergehen zurückzubringen. Das amerikanische Volk habe allen Anlaß, sich um seine eigenen Fragen zu kümmern und anderen Völkern die Lösung ihrer eigenen Angelegenheiten zu überlassen. Heinz Neumann in der Schweiz verhaftet Die Züricher Staatspolizei verhaftete am Montag den früheren deutschen kommunistischen Reichstagsabgeordneten Heinz Neumann, ehemaliges Mitglied des Zentralausschusses der Kommunistischen Partei Deutschlands. Neumann hielt sich seit längerer Zeit unter dem Namen Bieler mit einem falschen Paß in Zürich auf. Er wird von den deutschen Behörden des Mordes beschuldigt und steckbrieflich verfolgt. Die Staatspolizei übergab den Verhafteten der Kantonspolizei, die das Justiz= und Polizeidepartement in Bern von dem Fall verständigte, da dieser über ein mögliches Auslieferungsbegehren Deutschlands zu entscheiden hat. Liechtenstein erklärt: Nur eine „humoristische Revolution Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein veröffentlicht folgende Erklärung: In verschiedenen Blättern sind über eine Versammlung des Liechtensteiner Heimatdienstes vollkommen irrige Nachrichten verbreitet worden. Der Sachverhalt ist folgender: Einem Anruf des Heimatdienstes, am letzten Sonntag eine Volkskundgebung zu veranstalten. leisteten nur 160 Personen, meist Jugendliche, sogar noch im schulpflichtigen Alter stehende junge Leute. Folge. Die Entschließung. die die Kundgebenden annahmen, verlangte u. a. Ausarbeitung einer ständischen Versassung und Umbildung der Regierung mit dem Thronfolger oder einem Prinzen als Leiter an der Spitze, bei ausdrücklicher Erklärung der vollen Aufrechterhaltung der Rechte des regierenden Fürsten Franz I. Die kleine Kundgebung dauerte kaum eine Stunde. Sie wird von der Bevölkerung des Landes mehr humoristisch aufgefaßt. Allgemein wird nur bedauert, daß der Versuch gemacht wird, das Fürstenhaus in das politische Getriebe hineinzuziehen. Der Thronfolger verwahrt sich in einer Erklärung gegen den Mißbrauch seines Namens für unwürdige und das Land schädigende Aktionen. Eine Drohung Japans Besetzung Nordchinas— Erregung in chinesischen Regierungskreisen Der japanische Botschafter in Washington Saito gab einem Vertreter der Zeitung „Evening Bulletin“ in Philadelphia ein Interview, in dem er erklärte, Japan sei bereit, die Verwaltung von Nord=China zu übernehmen, wenn es dies zur Wahrung des Friedens in Ostasien als notwendig erachtet; diese Haltung würde sich auch bei einem eotl. Protest oder einer Aktion anderer Mächte nicht ändern. Diese japanische Erklärung findet in Peiping allergrößte Beachtung. Die Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen japanischen Pläne, die in letzter Zeit schon abgeschwächt waren, werden dadurch aufs neue belebt. Die Erklärung Saitos erschwert die letzten Versuche der Nankinger Regierung, auf der fünften Vollversammlung des Zentralvollzugsausschusses der Kuomintang, die am Montag eröffnet worden ist, eine Einigung Gesamtchinas auf eine Japan gegenüber versönliche Politik herbeizuführen. Man erklärt in Regierungskreisen, die Tatsache, daß Saito gerade in diesem Moment seine Erklärungen abgebe, sei ein wohlüberlegtes Manöver, um eine auch außenpolitisch wirksame Einigung des gesamten chinesischen Reiches zu verhindern. Die erste Folge wird die sein, daß Nordchina seinen Widerstand gegen die Pläne der Zentralregierung über die Verlegung der Hauptstadt der Provinz Hopei von Tientsien nach Paotingfu versteifen wird. Ferner sind Widerstände gegen die Schaffung der selbständigen Großgemeinden Peiping und Tientsin sowie gegen die Umorganisierung der entmilitarisierten Zone von Luatung und die Ausdehnung dieser Zone durch freiwillige Verlegung der chinesischen Garnisonen vom Nankau=Paß bis Tientsin zu erwarten. Die Wirkung von Saitos Erklärung auf die Haltung des südlichen Chinas ist noch unabsehbar. Hotelbrand— Vermutlich 20 Tote In Lansing,(Michigan) hat sich die Zahl der Todesopfer eines Hotelbrandes auf 11 erhöht. Da noch mehrere Personen vermißt werden, wird die Suche unter den rauchenden Trümmern fortgesetzt. Man befürchtet, daß insgesamt mindestens 20 Personen den Tod in den Flammen gefunden haben. Unter den Toten und Vermißten befinden sich auch einige Abgeordnete des Staatsparlamentes von Michigan. Schuschnigg fordert freiwilligen heeresdienst von der österreichischen Jugend Bundeskanzler Dr. Schuschnigg weilte am Montag in Innsbruck und hielt dort zwei Reden, die bemerkenswerte Sätze über das Verhältnis der Jugend zum Heer enthielten. Dr. Schuschnigg sagte zuerst in einer Ansprache an die Jugend: Nur derjenige junge Mann wird eine öffentliche Stellung erhalten können, der mindestens ein Jahr freiwillig beim Bundesheer gedient hat. Diese Auffassung unterstrich der Bundeskanzler noch in einer Rede, die er vor der Soldatenfront in der großen Ausstellungshalle in Innsbruck hielt, indem er sagte: Wer nicht für den Staat gekämpft hat, der hat den Anspruch verwirkt, an der Neugestaltung dieses Staates mitzuwirken. Wer nicht als Soldat gedient hat. der hat keinen Anspruch auf eine Stellung im öffentlichen Dienst. Wie aus Newyork gemeldet wird, hat die amerikanische Marine am Montag die Nachforschungen nach dem Flieger Ulm und seinen beiden Begleitern. die am Dienstag voriger Woche in der Näbe der Hawai=Inseln im Stillen Ozean niedergeben mußten, ausgegeben. Es gilt als unwahrscheinlich, daß sie noch am Leben sind. oder daß das Wrack ihrer Maschine sitd noch über Wasser befindet, da in der ganzen Zeit stürmisches Wetter berrichte. Dreifacher bestialischer Mord in Slawonien Pfarrer und seine Hausgenossen mit Spitzhacken zerfleischt In dem Dorfe Solki bei Pozega in Slawonien ereignete sich eine grausige Bluttat, die in ihren Hintergründen noch nicht geklärt ist und wegen ihrer Bestialität Aufsehen weit über die Grenze hinaus erregt. Bei dem Pfarrer Spiridion Spaschis in Solkt meldeten sich aus einem Nachbardorfe die Brüder Gana und Brunko Ivankevitsch als Besuch an. Der Pfarrer empfing die beiden Brüder und bewirtete sie. Nachdem man einige Zeit zusammengesessen hatte und auch dem Weine zugesprochen hatte, zogen die beiden Gäste unter ihren Kleidern verborgen gehaltene Spitzhacken hervor und begannen, auf den Pfarrer und seine Wirtschafterin einzuschlagen, bis sie leblos und als unkenntliche Fleischmassen liegenblieben. Damit nicht genug, wandten sie sich auch noch gegen die dreijährige Enkelin des Pfarrers und machten sie ebenfalls mit der Hacke nieder. Das kleine Mädchen aber fand noch soviel Kraft, um unbemerkt die Straße zu erreichen und dort um Hilfe zu rufen. Als sich Dorfbewohner näherten, waren die beiden Brüder verschwunden. Nach den Beschreibungen, die die Kleine gab, konnte es sich nur um die Brüder Ivankewitsch handeln, die dann auch von der Polizei festgenommen werden sollten. Als man sie aber suchte, stellte es sich heraus, daß sie verschwunden waren. Eine große polizeiliche Suchaktion ist nach ihnen eingeleitet worden. Das kleine Mädchen liegt lebensgefährlich darnieder, und bezüglich der Motive tappen die Untersuchungsbehörden im Dunkeln, da sich der Pfarrer allgemeiner Beliebtheit erfreute und keine Feinde hatte. Ein außergewöhnlicher Prozeß findet vor einem Wiener Schöffengericht statt. Ein Inspektor der Wiener Bundesvolizei hat sich wegen Totschlags(?) zu verantworten. Ohne ersichtlichen Grund ging' er am 15. August mit gefälltem Bajonett durch die Straßen eines Wiener Vorortes und stieß eine 76jährige Frau, die nicht sofort aus dem Wege geben konnte, mit dem Kolben so in den Rücken, daß sie zusammenbrach. Wegen dieser Rohheit wurde er von dem Maurergehilfen Egelhofer zur Rede gestellt. worauf er ihn mit dem Bajonett niederstach. Egelhofer stard auf der Stelle. Nachdem erst am Sonnabend drei Schüler bei einem Schulausflug auf dem Eise des unweit Riga gelegenen Babit=Sees einbrachen und ertranken. wird jetzt ein ähnlicher Unglücksfall aus Mittelkurland gemeldet. Dort ertranken drei junge Arbeiter, die sich zum Teil auf Fahrrädern. zum Teil auf Schlittschuhen über das Eis eines Sees zu ihrer Arbeitsstätte begeben wollten. Am nächsten Morgen stellte man das Fehlen der drei jungen Leute fest und fand svöter ihre Leichen an einer Stelle des Seea, die nur eine dünne Eielötés antales Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Verstorbenen, allen unseren innigsten Dank. Karl Elsenplässer Familie Walter Keppmann Villigst, im Dezember 1934. Gelsina-Lack Der beste im Gebrauch der billigste Fußbodenlack die große Dose reichend für ca 20 Um 1.50 nur bei Carl Trog Spezialhaus für Tapeten Glas und Farben. 2434 2472 Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen innigsten Dank, besonders dem Herrn Pfarrer Ohlig für die trostreichen Worte und dem Hebammenschwestern-Verband Dortmund-Hörde für die zahlreiche Beteiligung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Grüne Schwerte, im Dezember 1934. 2431 Zu verkaufen: 1 Standuhr, 1 Ofen, 1 kompl. Badeeinrichtung, 1 Doppelschreibtisch, 1 Wohnzimmer, 1 elektrische Wasserpumpe, 1 Sofa, 1 Sessel Straetmanns, 2435„Freischütz“ Donnerstag, 13. Dez. abds. 8 Uhr„Im Reiche des Wassers“ Heiterer Kuhlmann-Abend Mitwirkende: Vortragsmeister Walter Kuhlmann, Wanne-Eickel Lautensänger Eugen Hey, Münster m C V. gcäcllia: Schwerte Eintrittspreis Mk. 1.-, im Vorverkauf(Buchhandlung Braus) RM.-.80. Für die Mitglieder der NSKG, gilt die Mitgliedskarte als Ausweis. Herrnhuter Losungskalender 1935 zu haben in der Buchhandlung Carl Braus Achtung! Großes hasenund Ganseschlepen in dem Gasthof Fritz Krömer am Markt. Nur la Hasen und Gänse kommen wie bekanntlich in Frage. Geschossen wird mit neuestem Wehr-Sportmodell. 2429 Es ladet freundlichst ein Der Veranstolter Der Wirt. Für Bastier Farbige Lackbeizen Farbige Emaillelacke Tafellein. Perlleim Kaltleim Flockenleim Wachsbeizen Mattierung u. Mattiack sowie sämtliche anderen Lacke emngfleitt? Spezialhaus für Tapeten Glas und Farben Carl Trog § SIEMENS RUND FUNKGERATE MIT LANDERBANDSKALA Zur morgigen Veranstaltung der Rs. Kulturgemeinde Bei der morgigen Veranstaltung der NSKulturgemeinde Schwerte im„Reiche des Wassers“ wird der bekannte Vortragsmeister Walter Kuhlmann mitwirken. Ueber sein Auf“ treten in Iserlohn schrieb die Presse u. a.: Der Abend war des Besuches wert! Er war es doppelt wert. Trug er doch heimatlichen Charakter, bewahrheitete die schlichte Schönheit der plattdeutschen Dichtung, die uns in so manchen Gefühls= und Stimmungsmomenten so viel mehr sagen kann, als die hochdeutsche Sprache, und uns, drastisch und drollig und doch auch zart und innig, die Empfindungen der Bevölkerung einer Landschaft in ungekünstelter Form wiedergibt. Walther Kuhlmann, der mit Recht als einer der besten Vortragskünstler heimatlicher Mundarten gilt, schöpfte aus lauterem Brunnen Freude und Stimmung und Humor. Ein bißchen Freude, ein klein wenig vergessen, was Alltag und graues Einerlei;— ein bißchen Freude, fürwahr auch ein Juwel! Und köstlich waren die Stunden. Erheiternd, unterhaltend, belehrend. Kuhlmann war allen Dichtungen ein glänzender Sprecher und auch ein gefühlvoller Mitspieler. Wahre Meisterschaft war sein Vortrag von Reuters„Hanne Nütes Abschied vom Pastor.“ Außerdem wirkt der bekannte Lautensänger Eugen Hey aus Münster mit. Der MGV. „Cäcilia“ Schwerte ist zu dieser Veranstaltung herangezogen und wird mehrere Lieder von Nellius u. a. zu Gehör bringen. Mit diesem Abend wird auch die Jahresfeier der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ verbunden. Aus der Bewegung Hitler=Jugend! Wegen Erkrankung vieler Junggenossen (über 50%) und wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr wird der Dienst bis auf weiteres für die gesamte Gefolgschaft 2/I/136 Den Schar= und Kameradschaftsführern wird hiermit nahe gelegt, die erkrankten Kameraden zu besuchen und zu betreuen. Heil Hitler! Die Unterbannführung. eine sehr erfreuliche Verbesserung erfahren, sie erhielt nämlich einen Bürgersteig. Er ist in der Länge des Parkes fertiggestellt und wird demnächst nach dem Bahnübergang zu verlängert. Die Spaziergänger atmen auf. Dortmund, 12. Dez. Tödlicher Verkehrsunfall. Dienstag erfolgte an der Ecke Hindenburgdamm und Hohestraße ein Zusammenstoß zwischen dem Kraftrad IX 65644, das ein Wilhelm H. aus Lenningsen, Kreis Unna, steuerte, und einem Straßenbahnzug der Linie 3. Bei dem Zusammenstoß wurde der Lenker des Kraftrades so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der Soziusfahrer Heinrich H. wurde mit leichten Verletzungen den Städtischen Krankenanstalten zugeführt. Die Schuldfrage konnte nicht sofort geklärt werden. Castrop=Rauxel, 10. Dez. Weitere ernste Bibelforscher“ festgenommen. Nachdem erst vor einigen Tagen berichtet wurde, daß mehrere„ernste Bibelforscher“ aus Castrop=Rauxel vor dem Dortmunder Gericht verurteilt wurden, weil in ihrer verbotenen Vereinigung eine Fortsetzung einer illegalen verbotenen politischen Partei erblickt wird, kann jetzt in dieser Angelegenheit berichtet werden, daß die Polizei noch einige weitere Leute dieser Art festnahm. Jüdisches Warenhaus wegen Ueberpreise geschlossen Hildesheim, 11. Dez. Wie die NS=Hago mitteilt, ist auf ihre Veranlassung auch in Hildesheim bei verschiedenen Firmen eine Preiskontrolle durchgeführt worden. Dabei habe sich vor allem bei dem jüdischen Warenhaus Gebr. Alsberg ein überraschendes Ergebnis gezeigt. Die Pressestelle bei der Regierung in Hildesheim teile dazu amtlich mit, daß bei Gebr. Alsberg eine Preisfestsetzung festgestellt wurde, die teilweise 100 Prozent über dem Einkaufspreis tag. Diese Preiskalkulation stelle einen groben Verstoß gegen den Paragraphen 14 der Faserstoff=Verordnung vom 19. 7. 1934 dar. Eine Umzeichnung der Preise, die bereits im August hätte erfolgen müssen, sei erst im November vorgenommen worden. Die Firma habe daher auf längere Zeit erhebliche Gewinne erzielt, die nicht berechtigt waren. Aus diesem Grunde habe der Regierungspräsident die einstweilige Schließung angeordnet, die bereits ausgeführt wurde. Die Regierung behalte sich weitere Maßnahmen vor. Gr. 9123 Aus dem Nachbargebiet Hörde, 11. Dez. Straßenverbesserung am Rombergpark. Die Hochofenstraße, die vom Stadtteil Hörde am Rombergpark vorbei nach Brünninghausen führt, hat Verantwortlicher Hauptschriftletter: Heinz Friedrich Kamecke, ScwerteVerantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. XI./34. 1565. § c SIEMENS REFLEX-SUPER 37 WL RM 274; Unverbindliche Vorführung bei Schwarzpunkt-Hill Das führende Fachgeschäft Bedanstr. 7 Ruf 2606 Krözu, Cm#ln, Böm####, Gld# Socretr, Toisb#s#n, Tus###er, Tuwn, Lorek Vewis, Ooo#t= Pilkur=PPkoslz 3- Cr. 70o###lste. 3 Voolbutde Farbige Oberhemden in guten Mustern Stück Farbige Oberhemden mit 1 losen Kragen, in großer Musterauswahl stöck 5.75 4.75 4.50 3.50 3.— Popeline- Oberhemden mit 1 losen Kragen und Wendemanschetten, 550 Blelefelder Erzeugnis Stück Weiße Oberhemden mit hübschen Fantasie-Eine, Stück 2.75 1.95 Weiße Oberhemden durchgehend Popeline stück 5.50 5.— 3.75 3.30 2.75 Flanell-Sporthemden mit Kragen und Krawatte.. 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Wetteraussichten für Donnerstag: Unverändert milde Witterung bei südwestlichen Winden, starke Bewölkung, noch Niederschläge, aber geringe Sichtbesserung. 6971,03 Mark. Das endgültige Gesamtergebnis der Spenden am„Tage der ztionalen Solidarität“, im Kreise Iserahn hat sich nunmehr noch um einige hundert Mark erhöht und ist mit 6971,03 Mark nach Bochum gemeldet worden. Diese Summe liegt also um 320 Mark höher als das gestern festgestellte vorläufige Gesamtergebnis. : Nikolausfeier des R'tus. In der Gaststätte Kreinberg(Inh. Axer), hatte der R'bahnTurn= und Sportverein Schwerte seine Nikolausfeier. Der Vereinsleiter Mix hielt die Begrüßungsansprache. Den musikalischen Teil am Klavier leitete wieder Herr Schäfer. Ein buntes Programm wurde geboten. Da sah man hübsche Reigen über die sich durch besondere Beleuchtungseffekte auszeichnende Bühne gehen. Alle Altersstufen zeigten ihr Können. Besonderes Interesse erweckten die tadellosen Vorführungen der Turner an den Geräten, wie am Reck, am Pferd, am Rhönrad usw. Den Höhepunkt der Nikolausfeier bildete das Erscheinen des Nikolaus. Herr Koberling spielte den Freudenbringer, mit einem prächtigen Kostüm angetan. Mit 8 Zwergen zog er in den Saal, der vom Jubel der Kinder erhallte. 180 Kinder wurden beschert. Am Schluß der Veranstaltung ergriff noch der bisherige Vereinsleiter Herr Bote, der aus Hagen herübergekommen war, das Wort. An der schönen Nikolausfeier nahmen auch viele Erwachsene teil, die an den Vorführungen ihre helle Freude hatten. X Aus dem kath. Vereinsleben. Auf Einladung von Pfr. Aufenanger waren am Montag abend Vertreter aller Vereine der kath. Gemeinde im Vereinshause zusammengekommen, um wichtige Fragen zu besprechen, vor allem über die großen Aufgaben der Vereine auf religiösem und kulturellem Gebiete. Unter vollster Wahrung des Eigenlebens der Vereine soll doch versucht werden, ein möglichst enges Zusammenwirken der Vereine anzustreben. Für den Frühsommer n. J. ist ein sogen. Pfarr=Familienfest(ähnlich den früheren Verbandsfesten) in Aussicht genommen. Unser aktueller Bilderdienst zeigt folgende neue Aufnahmen: Polen feiert seine nationale Erhebung im Jahre 1830; Ein Sturm im MitWarum=Erzragungeschlaust! Versammlung der Kreisbauernschaft Iserlohn. Iserlohn, 12. Dez. Der Kreisbauernführer hatte am Montagnachmittag die Ortsbauernführer und Abteilungsleiter der Ortsbauernschaften nach Iserlohn zu einer Versammlung gejaden. Kreisbauernführer Hidding begrüßte einleitend die Erschienenen, besonders Pg. Dahmen als Vertreter des Kreisleiters der NSDAP. und betonte, daß es sein und der Kreisbauernschaft Bestreben sein werde, auch weiterhin in allen Fragen mit der Kreisleitung zusammenzuarbeiten. Zur Besprechung des obengenannten Themas übergehend, legte der Kreisbauernführer eingehend die Gründe dar, die unsern Führer veranlaßt haben, den Reichsnährstand und die in ihm zusammengeschlossenen Bauern zu dieser Erzeugungsschlacht aufzurufen. Die furchtbaren Erfahrungen des Weltkrieges sollen uns allen eine Lehre sein. Die Nahrungsfreiheit im eigenen Lande ist die Voraussetzung für die politische Freiheit nach außen. Die Unabhängigkeit von ausländischen Lebensmitteleinfuhren gibt uns auch die Gewähr dafür, daß wir reise für unsere Erzeugnisse festsetzen können, die sowohl dem Erzeuger ein Auskommen sichern als auch für den Verbraucher noch erschwinglich sind. Die Erzeugungsschlacht umfaßt alle Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen, um eine allgemeine Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung zu erzielen. Sie stellt uns die Aufgabe, alle auf Grund der natürlichen Produktionsbedingungen gegebenen betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten auszunutzen, um diese Ertragssteigerung zu erreichen. Sowohl auf dem Acker durch bessere Düngung, Bearbeitung und Pflege der Saaten, als auch in der Viehhandlung durch zweckentsprechende Fütterung und Haltung gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, die dem einzelnen Betriebe zugute kommen und die Ernährungslage unseres Volkes stärken. Jede Einseitigkeit verbietet sich da von selbst. In der Vielseitigkeit der Ausnutzung alles Produktionsbedingungen liegt die Sicherheit der Betriebe, und dadurch ist auch für die restlose Bedarfsdeckung unseres Volkes am besten gesorgt. Wenn der Bauer seine Erzeugung nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten einrichtet, dann wird auch die Regierung die Gewähr für auskömmliche Preise und sicheren Absatz übernehmen. Bei dieser gewünschten Vielseitigkeit des Betriebes dürfen wir auf dem Acker die Gespinstpflanzen und Oelfrüchte nicht vergessen, und in der Viehhaltung muß auch das Schaf wieder Berücksichtigung finden, damit wir auch in der Wollversorgung unabhängig vom Auslande werden. Es wird nicht wieder vorkommen, daß wie früher zur Mehrerzeugung aufgerufen wird, und nachher der Bauer seine Produkte verschleudern muß. Unsere Reichsregierung hat durch die Marktund Preisregelung dafür gesorgt, daß der Bauer auch für seine Mehrerzeugung den getelmeer wirft griechischen Dampfer auf die Klippen; Englische Kampfflieger üben Fallschirmabsprung; Mussolini weiht das modernste Krankenhaus der Welt.“ Festsetzung des Arbeitslohnes Der Vorsitzende des Preuß. Versicherungsamtes des Kreises Iserlohn teilt mit: Aufgrund der§§ 149/151 der Reichsversicherungsordnung hat das Oberversicherungsamt in Dortmund für den Bezirk des Preuß. Versicherungsamtes des Kreises Iserlohn den Arbeitslohn(d. i. das ortsübliche Tagesentgelt gewöhnlicher Tagesarbeiter) vom 1, Januar 1935 für die einzelnen Altersklassen wie folgt festgesetzt: männlich: unter 16 Jahren 1.20 Rm., 16—21 Jahre 2.40 Rm., über 21 Jahre 3.45 Nm.; weiblich: unter 16 Jahren 0,90 Nm., 16—21 Jahre 1,65 Rm., über 21 Jahre 2.55 Rm. Jahreshauptversammlung des MéV.„Eäcilia“ rechten Lohn bekommt. In dem Festpreissystem und durch die Marktregelung sind die Preise der verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse so aufeinander abgestimmt, daß auch privatwirtschaftlich betrachtet, eine einseitige Produktionssteigerung dem Bauer keine Vorteile bringt. Auf allen Gebieten werden neue Arbeitsund Lebensmöglichkeiten geschaffen, und nicht zuletzt bieten sich in der deutschen Landwirtschaft solche zur Festigung und Erweiterung unseres Lebensraumes. Es ist deshalb eine nationale Pflicht der gesamten Landwirtschaft, sich mit allen Kräften für diese Erzeugungsschlacht einsetzen. Um all die Anregungen und erforderlichen Maßnahmen zum Gedankengut eines jeden Bauern zu machen, werden in jeder Ortsbauernschaft in diesem Winter Vortrags= und Schulungsabende abgehalten. Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen des Kreisbauernführers Hidding wurde die technische Durchführung der Erzeugungsschlacht besprochen. Nach deren Erledigung ergriff der Vertreter des Kreisleiters der NSDAP, Pg. Dahmen, das Wort und versprach auch von seiten der Kreisleitung enge Zusammenarbeit mit der Kreisbauernschaft. Seine Ausführungen klangen aus in ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer. Nochmals richtete der Kreisbauernführer einen Appell an die Erschienenen, in den nächsten Wochen tatkräftig an die Arbeit zu gehen zum Segen für unsere Landwirtschaft und unser ganze Volk. Die nächste Schulung der Ortsbauernführer findet am Mittwoch, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr in der Schauburg in Iserlohn statt. * Versammlungstermine zur Erzeugungsschlacht in den Ortsbauern= schaften des Kreises Iserlohn: 10. Ortsbauernschaft Ergste am 12. 12. 17 Uhr bei Schneider=Ergste, Redner: Kreisbauernführer Hidding. 11. Ortsbauernschaft Hennen am 14. 12. 17 Uhr bei Kirchhoff=Lehmufer, Redner: Ortsbauernführer. 12. Ortsbauernschaft Schwerte am 13. 12. 19.30 Uhr bei Potthoff=Schwerte, Redner: Abt.= Leiter 2 Göckmann. 13. Ortsbauernschaft Holzen b. Schwerte am 15. 12. 19 Uhr bei Hosang in Holzen, Redner: Landw.=Lehrer Brune. 14. Ortsbauernschaft Garenfeld am 14. 12. 20 Uhr bei Söding=Garenfeld, Redner: Ortsbauernführer. 15. Ortsbauernschaft Hohenlimburg am 14. 12. 20 Uhr bei Kohlmann=Neh, Redner: Landw.=Lehrer Raehlmann. 16. Ortsbauernschaft Berchum am 15. 12. 18 Uhr bei Pelzing=Berchum, Redner: Bezirksbauernführer Silbersiene. Karl Ewald jr. der Schwerte, 12. Dez. Der MGV.„Cäcilia“ hatte nach seinen erfolgreichen Veranstaltungen am Sonntagabend im Vereinshause seine Generalversammlung, die von dem ältesten aktiven Sänger des Vereins, Sangesbruder Gördes, geleitet wurde. 5 neue Vereinsmitglieder wurden ausgenommen. Es wurde sodann über das Jubiläumskonzert Bericht erstattet. Der künstlerische Erfolg dieser Veranstaltung mit der Erstaufführung der Brockpähler'’schen herrlichen Komposition„Symphonie des Jahres“ sei ein außerordentlicher gewesen. Anschließend wurde über die Patronatsfeier berichtet. Der Versammlungsleiter konnte den Sangesbrüdern Brockmann und Plathe. die die Feier aufs beste vorbereitet hatten, den Dank des Vereins abstatten. Nun wurde zur Vorstandswahl geschritten. Der MGV.„Cäcilia“, der insgesamt 580 Köpfe zählt, hatte ihren Vereinsführer dadurch verloren, daß Sangesbruder Alfons Schwartzkopf aus beruflichen Gründen die Leitung hatte niederlegen müssen. Die Neuwahl ergab nun die einstimmige Wahl des Sangesbruders Karl Ewald jun. zum Vereinsleineue Vereinsleiter. ter. Der neubestellte Vereinsleiter dankte für das ihm dargebrachte Vertrauen. Die übrige Wahl ergab folgendes: 2. Vorsitzender Aufenberg, 1. Kassierer Karl Wallmann. 2. Kassierer Hermann Fischer 1. Schriitführer Sangesbruder Wagner 2. Schriftführer Clemens Kebekus. Bücherwarte wurden die Sangesbrüder Schotte und Mesters. Führer der Beisitzer wurde bei den Aktiven Sangesbruder Heinrich Schwartzkopf und bei den Passiven Karl Homberg. Sangesbruder Franz Nüse wird den Musikausschuß führen, den Vergnügungsausschuß bilden die Sangesbrüder Kathol, Denz, Tiedtke. Der neue Vereinsleiter sprach dann ein packendes Schlußwort. U. a. wies er auf die Mitwirkung des Vereins bei der großen Veranstaltung der NS=Kulturgemeinde hin. Hierdurch komme das kulturelle Wollen des Vereins klar zum Ausdruck. Der Vorsitzende konnte bekanntgeben, daß das traditionelle Herbstkonzert des nächsten Jahres eine Aufführung der „Vier Jahreszeiten“ von Jos. Haydn bringen werde. Dr. Goröders sprach du ven Westaten Riesenkundgebung in der Westfalenhalle. Dortmund, 12. Dez. Reichsminister Dr. Goebbels sprach gestern Abend in einer großen Kundgebung des Gaues Westfalen=Süd der NSDAP. in Dortmund. Schon um 6 Uhr wurde die Westfalenhalle geöffnet, und schon begann eine wahre Völkerwanderung. Es war bekannt geworden, daß es keine Eintrittskarten mehr gab(nebenbei bemerkt kostete der numerierte Saalplatz nur 10 und 20 Pfg.! So war es auch dem Aermsten möglich, Dr. Goebbels zu hören, wenn er sich rechtzeitig um eine Karte bemüht hatte.) Ein Volksgenosse aus Schwerte, ein Gastwirt, fuhr mit seinem Sohn auf gut Glück nach Dortmund. An der Westfalenhalle angekommen, mußte auch er durch die absperrende SS erfahren, daß keine Karten mehr zu haben seien und daß er links heraustreten müsse. Wenn nach der Eröffnung noch Platz vorhanden sein sollte, so würden vielleicht noch weitere Karten ausgegeben. Aber der Schwerter ließ sich nicht beirren. Er trat auf den ersten besten SA=Mann zu und fragte auf gut Glück, ob er vielleicht noch eine Karte zu vergeben habe. Und tatsächlich hatte der SA=Mann 2 Karten, von denen er eine dem Schwerter Volksgenossen abgab. Na, und den Jungen, den schob der strahlende Vater so durch die Absperrung, denn er konnte ihn doch nicht allein stehen lassen inmitten des Gwühls nach Karten schreiender Menschen, anfahrender Autos, anrückender Formationen. Um 7,30 Uhr herrscht in der riesigen von den roten Hakenkreuzfahnen prangenden Halle schon ein großer Betrieb. Man hört das Locken der Sammler mit den Büchsen der Winterhilfe. Zwei SA=Musikzüge spielen abwechselnd flotte Marschweisen. Die Ordner(Amtsleiter) haben alle Hände voll zu tun. Schnell wird noch auf der prächtig geschmückten Rednertribüne ein Mikrophon aufgestellt. Ein buntes Bild bieten die verschiedenen Dienstanzüge der einzelnen Formationen. Zahlreich sind die Führer vom Arbeitsdienst vertreten. Mehrere BdM=Führerinnen ist es gelungen, sich mit der Presse unmittelbar vor der Rednertribüne zu plazieren. Immer stärker füllt sich das weite Rund bis hoch hinauf, immer dichter füllen die Volksgenossen den Innenraum. Indessen spielen sich vor der Halle heiße Kämpfe um zufällig zurückgegebene Karten ab. Alle wollen„unseren Doktor“ sehen und hören. Aber viele müssen sich damit begnügen, die Ankunft des Reichsministers zu erleben. Viele höhere SA= und SS=Führer und Polizeioffiziere erscheinen. Um 8.20 Uhr bildet SS im Mittelgang Spalier. Erwartung malt sich auf allen Gesichtern. Ein Amtswaltersturm marschiert auf und nimmt seitlich von der Tribüne Aufstellung. Um 8.30 Uhr ist die Halle brechend voll. Es ist auffallend, daß sich unter der Volksmenge recht viele Frauen befinden. Das politische Interesse hat bei den Frauen zugenommen. Recht zahlreich ist auch die Jugend vertreten. Noch einmal wird ein Schub Menschen in die Halle gelassen. Nun sind aber alle Gänge besetzt und alle Stehplätze vergeben bis hinauf an den „Rand der Kuppel. Um 8.50 Uhr geht eine Bewegung durch die Riesenhalle. Der Reichsminister erscheint. Ein Jubelsturm schlägt ihm entgegen. In seiner Begleitung befinden sich der stellv. Gauleiter Stürtz, Polizeipräsident SA=Gruppenführer Schramme, Brigadeführer Bauer und andere führende Männer der Bewegung. Als Dr. Goebbels auf der Rednertribüne steht und die ihm zujubelnde Menge begrüßt, sieht man, daß „unser Doktor“ gesund und braungebrannt aussieht. Er trägt einen einfachen Straßenanzug ohne jedes Abzeichen. Die Einfachheit und Volkstümlichkeit selber. Nach dem Einmarsch der Standarten(Motor=SA=Standarte Gelsenkirchen, SS=Standarte Westfalen=Süd und SAStandarte Hallermann) und der Fahnen der SA. HI, des FAD., der Ortsgruppen= und Betriebszellen, ergreift stellv. Gauleiter Stürtz das Wort, bringt zunächst ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer aus und bemerkt dann in seinen Begrüßungsworten, daß der Jubel der Versammlungsteilnehmer von heute noch lauter sei als das Gebrüll der Gegner von ehedem. Reichsminister Dr. Goebbels führt, als sich der tosende Beifall gelegt hat, in eineinhalbstündiger Rede im wesentlichen folgendes aus: Es ist heute billig, an kleinen äußerlichen Erscheinungen unseres Aufbauwerkes herumzunörgeln und herumzukritisieren, wie es ebenso billig ist, immer nur auf die Vergangenheit zurückschauen, ohne die Gegenwart sehen zu wollen. Es ist nicht wahr, daß die Vergangenheit größere Aufgaben gehabt habe als die Aufgaben der Gegenwart sind. Wahr dagegen ist, daß wir immer die Aufgaben zu lösen verWS c F! schen, die das Schicksal uns aufgibt, und daß die Nörgler nicht das Recht haben, zu fragen, ob diese Aufgaben romantisch oder unromantisch sind, denn das Leben läßt nicht mit sich spaßen; es ist am Ende kein Kinderspielzeug. Wenn heute die Besserwisser im Lande herumhausieren und sagen: Ja, es war aber früher viel schöner, als es heute ist, so kann ich ihnen nur zur Antwort geben: Sie haben ein kurzes Gedächtnis! Und haben aus der Vergangenheit alles vergessen, was schwer war und alles behalten was leicht war, und in der Gegenwart wollen sie nur sehen, was schwer ist, um alles zu vergessen, was leicht ist.(Stürmisches Bravo und Händeklatschen.) Es sind die Romantiker der Erinnerung, die die Zeit nicht verstehen. Während des Krieges sehnten sie sich nach der Vorkriegszeit zurück, während die Soldaten den Krieg führten; nach dem Kriege sehnten sie sich nach dem Kriege zurück, und als wir an die Macht kamen, sehnten sie sich nach unserer eigenen Vergangenheit zurück. Es steht deshalb offen, daß sie in 10 Jahren die Aufgaben verstehen werden, die wir heute lösen. Es gibt solche Wichtigmacher auch in unserer eigenen Partei. Sie können es nicht verstehen, daß wir überhaupt an die Macht gekommen sind, und wenn es nach ihnen gegangen wäre, wäre das auch niemals der Fall gewesen, denn sie haben nicht etwa früher gearbeitet, um heute zu kritisieren, sondern sie haben immer kritisiert.(Stürmischer Beifall.) Sie werden es niemals verstehen, was das Schicksal an Leistungen und Aufgaben von uns fordert, sie werden es erst verstehen, wenn es vorbei ist. Sie laufen hinter der Zeit her mit einer asthmatischen Beklommenheit. Es sind die Menschen, die niemals Geschichte machen, für die die Revolution sozusagen ein Selbstzweck ist. Für uns war die Revolution ein Mittel zum Zweck, und der Selbstzweck, den es zu erfüllen galt, ist die Erhaltung des Lebens unseres Volkes.(Beifall.) Wenn mir einer entgegentritt: „Auch im Dritten Reich werde ich ewig lution machen“, dann kann ich ihm zur Antwort geben:„Dann nimm dich in acht, daß du eines Tages nicht aufgehängt wirst!" Wir müssen heute manches tun, was der eine oder andere nicht versteht. Wir tun das, weil wir es für richtig halten und weil wir den Nutzen des Vaterlandes im Auge hatten. Im allgemeinen ist es ja nicht sehr populär. Glauben Sie, wir hätten bei der Welt, wenn wir gewollt hätten, keine Kredite bekommen? Gewiß, aber wir hätten damit die deutsche Verschuldung um ein Ungeheures noch vermehrt und wir wären in vier bis fünf Jahren vor derselben Tatsache gestellt gewesen. Da wir aber nicht die Absicht hatten, in vier bis fünf Jahren zurückzutreten, sondern unsere Berufung als eine Lebensaufgabe betrachten, sagten wir: Es ist besser, wir tun es heute, als in fünf Jahren. Das heißt also, eine Regierung hat die Pflicht, der nach ihr folgenden Generation nicht nur nicht weniger, sondern mehr zu hinterlassen, als sie von der ihr vorangegangenen Generation übernommen hat. Das heißt also zum zweiten: Ist einer Regierung ein System vorangegangen, das nationale Reserven verzehrt hat, so muß diese Regierung ,ob sie daran Schuld trägt, oder nicht„es für ihre Pflicht halten, nationale Reserven wieder aufzufüllen. Das haben wir getan. Wir haben, seitdem wir die Macht besitzen, keinen Pfennig mehr an Auslandsschulden übernommen, wir haben aber Hunderte von Millionen Auslandsschulden zurückgezahlt. Das kann man im Augenblick noch nicht feststellen, aber ich bin überzeugt, wenn wir durch ein opferreiches Leben nach und nach die deutsche Verschuldung abtragen, daß unsere Enkel uns dafür dankbar sein werden, daß wir es getan haben und daß wir den Mut hatten. Ja, es herrscht in Deutschland Rohstoff= und Devisenknappheit. Das ist etwas ganz Natürliches, den wir sind ja kein Rohstoffland. Wir mußten uns mit den Rohstoffen begnügen, die wir besaßen und damit hauszuhalten versuchen. Wir haben nun in einem Jahr Millionen Menschen wieder in Arbeit gebracht. Gewiß werden diese 4½ Millionen selbstverständlich mehr Rohstoffe verarbeiten; weil sie mehr verbrauchen, werden sie auch mehr Ware konsumieren, d. h. für die Gesamtheit, daß mehr Rohstoffe eingeführt werden und diese Rohstoffe mit Devisen bezahlt werden mußten und deshalb die Devisenvorräte knapp wurden. Das Volk soll nicht mit Sorgen belastet werden, sondern mit der Fürsorge der Regierung betreut werden.(Beifall!) Denn das ist ja auch der Sinn des Wortes. Fürsorge heißt da nichts anderes als Vorsorge, also daß die Regierung sich eher sorge als das Volk sich sorgt. Daß die nationalsozialistische Führung auch die Führung des Staates verdiente, das hat sich ja mittlerweile durch den Erfolg erwiesen. Wir hatten uns die Macht verdient in der Situation, in der jeder andere dasselbe hätte tun können, wenn er das Köpfchen dazu gehabt hätte. (Stürmische Heiterkeit!) Es kommen manchmal viele Leute mit der Frage an uns: Jetzt habt ihr alle Parteien aufgelöst, warum nicht eure? Da sage ich, nein, wir haben allerdings die anderen Parteien aufgelöst, weil wir gegen die Parteien sind. Wir behalten aber unsere Partei, um dafür zu sorgen, daß niemals wieder andere Parteien entstehen.(Großer Beifall.) Des weiteren fuhr, immer wieder von Beifall unterbrochen, der Reichspropagandaminister fort: Wir wissen ganz genau, was wir falsch machen. Fehler zu machen ist das souveräne Vorrecht der Menschen, die überhaupt etwas tun. Der wird allerdings keinen Fehler machen, der überhaupt nichts tut.(Beifall.) Man sagt, man könnte doch den Zeitungen größeren Spielraum geben. Ich kann als alter Fachmann auf diesem Gebiete ein sehr gewichtiges Wort mitsprechen. Ich glaube, es gibt in Deutschland keine Zeitung, die so oft wie die meinige ehemals verboten worden ist, nämlich achtzehnmal, und auch die revolutionäre Sabotagearbeit ist mir nicht ganz fremd. Etwas verstehe ich auch von em Geschäft. Und wenn ich dann diese albernen Versuche von reaktionären oder konfessionell gebundenen oder jüdischen Kreisen vernehme, die sich an uns reiben wollen, da kann ich ihnen nur sagen: Anfänger!(Lebhafter Beifall!) Wir sind nicht so naiv, zu glauben, daß das ganze Volk Schulter an Schulter nationalsozialistisch geworden wäre. Im Gegenteil, wir kennen unsere Pappenheimer und werden uns mit ihnen schon auseinandersetzen. Kommt Zeit, kommt Rat, nur nicht drängeln, es kommt ein jeder dran.(Beifall.) Tagertan für die Amter Westhofen und Ergste Die positiven Leistungen Wir haben die Arbeitsschlacht nicht nur begonnen, sondern wir haben sie gewonnen. Wir haben die Reichsautobahnen zu bauen begonnen. Das sieht man heute noch nicht. Wir haben darüber hinaus 4½ Millionen Menschen in den normalen Arbeitsprozeß zurückgeführt und einen großen Teil der jungen Menschen im Arbeitsdienst zusammengefaßt. Ich frage Euch: Vor zwei Jahren standen diese 250000 Menschen als verzweifeltes Vorstadtproletariat vor den Arbeitslosenämtern, waren in Gefahr, zur Hefe des Volkes herniederzusinken, faulenzten, pafften Zigaretten, hatten keine Hoffnung und keine Lebensluft mehr. Und heute marschieren sie in schmucken Uniformen und mit blanken Augen als die Garde unsers Staates durch die Straßen.(Großer Beifall.) Ich bin überzeugt, hätten wir das seit 1918 getan, Deutschland wäre heute wieder eine Weltmacht und könnte sich unter den anderen Völkern behaupten und läge nicht zerschmettert am Boden.(Beifall). Wir haben vor einem Jahre in der Deutschen Arbeitsfront das Werk„Kraft durch Freude" gegründet. Wir haben fertiggebracht, daß in einem Jahre 1¾ Millionen Menschen, die sonst niemals ihre vier Wände verlassen hätten, auf die See oder ins Gebirge geführt wurden und haben ihnen gezeigt, wie schön unser Land ist und daß es sich lohnt, für dieses Land zu arbeiten. Und wenn man mir entgegenhält, ja die Regierung kann gut reden, das Winterhilfswerk von 356 Millionen haben wir bezahlt, ja selbstverständlich, wer soll es denn sonst bezahlen? Glaubt ihr denn, die Regierung könnte es aus ihrem Privatvermögen? Die Regierung kann immer nur das ausgeben, was sie einnimmt. Es kommt nur darauf an, ob sie einen Teil für sich zurückbehält. Das allerdings haben wir nicht getan. Aber es ist doch schon etwas, daß das Volk uns 356 Millionen anvertraut hat. Unseren Vorgängern hätte man es nicht gegeben. Selbstverständlich hat das Volk an allem mitzuarbeiten. Das ist ja unser Stolz, und das ist es, warum das Volk mit uns hält, denn jeder im deutschen Volke fühlt sich als Mitbaumeister am Dritten Reiche, und jeder soll es auch.(Großer Beifall.) Wenn wir durch den Judenboykott schwere Exportschwierigkeiten in Kauf nehmen mußten, so zeugt das nicht gegen uns, sondern ist nur ein Beweis für unsere Voraussage. Denn wir haben ehedem behauptet, daes Judentum ist international. Wenn das Judentum auch heute die Macht hat, gegen Deutschland einen internationalen Boykott zu organisieren, so ist das kein Grund, nun dem Judentum nachzugeben, sondern den Kampf bis zu seiner internationalen Vernichtung fortzusetzen. Daß die Emigranten uns nicht leiden mögen, kann uns nicht verwundern. Die Pariser tungen schreiben, wir hätten uns am Sonnabend bei der Sammlung von 300 Kriminalisten bewachen lassen. Sie können sich gar nicht vorstellen, daß Minister vom Volke geliebt werden. Etappenschweine! Wenn während des Krieges ein mit Dreck und Schmutz behafteter Frontsoldat in die Heimat zurückkam, und hörte sich dann die Kraftmeierei gewisser Leute am Biertisch an, dann drehte er sich auf dem Absatz herum und sagte dieses treffliche Wort: Etappenschweine! Die gibt es auch heute hinter der Front, hinter der Front der Revolution. Es ist ein ganz bestimmter Typus. Diese Menschen arbeiten selbst im Prinzip nicht, sie können aber stundenlang zuschauen, wenn andere arbeiten. Daß wir Sorgen haben, das haben wir niemals abgestritten. Wenn wir keine Sorgen hätten, dann könnten andere ebengut wie wir das Volk regieren. Wenn aber eine Nation Sorgen hat, dan müssen die festesten Charaktere an ihrer Spitze stehen, die niemals weichen, niemals nachgeben und niemals Holzen, 12. Dez. Die Ortsgrupe Holzen der NSDAP. veranstaltet aus Anlaß der Verpflichtung der Pgg. am Sonnabend, dem 15. Dezember, abend 7,30 Uhr, im Lokale Schneider einen Deutschen Abend, zu dem die Bevölkerung von Holzen herzlich eingeladen wird. Der Abend wird ganz im Zeichen der bevorstehenden Saarabstimmung stehen. Kreisleiter Pg. Menze=Iserlohn wird über die Saarfrage sprechen. Im zweiten Teil findet eine Verlosung und ein Preisschießen mit wertvollen Preisen statt. Der Eintritt ist frei. Holzen, 12. Dez. Die NS=Frauenschaft von Holzen hatte den Kindern eine schöne, sinnige Nikolausfeier bereitet. Frau Breuker führte in ihren Begrüßungsworten aus, daß man zusammengekommen sei, um einige Stunden im Märchenland zu verbringen und sich mit den Kindern zu freuen. Weihnachtsgedichte wurden aufgesagt und Weihnachtslieder gesungen. Die Kükengruppe tanzte einen Reigen„Froh wie die Libell am Teich“, der viel Anklang fand. Die jungen Musikanten Margot und Horst Breuker spielten Weihnachtslieder. Und dann kam wirklich durch die Tür, der gestrenge Nikolaus! Er kannte jedes Kind und lobte und beschenkte die artigen, während den bösen die Rute gezeigt wurde. Aber er war auch mit ihnen gnädig. Herr Grothstück führte einen Weihnachtsfilm vor. Mit dem Liede„Süßer die Glocken nie klingen“ klang die Feier aus. Westhofen, 12. Dez. Spende für die Winterhilfe. Von den Beamten und Angestellten der Amtsverwaltung und von der Lehrerschaft wurden für das Winterhilfswerk im Monat Dezember— außer den sonstigen Samlungen— 125 RM. gespendet. Westhofen, 12. Dez. Schulschließung wegen Grippe. Auch in Westhofen haben die Gripeerkrankungen unter den Schulkindern stark zugenommen. Um einer Weiterverbreitung vorzubeugen, ist die neue evangelische Schule im Einvernehmen mit dem Kreisarzt vorläufig bis einschließlich Freitag, den 14. Dezember, geschlossen worden. Westhofen, 12. Dez. Die Sammlung am„Tag der nationalen Solidarität“ hat im Amte Westhofen ein recht erfreuliches Ergebnis erbracht. Es konnten dem Winterhilfswerk 517,50 RM. zugeführt werden. davon brachten auf die Ortsgruppe Westhofen 246,49 RM., die Ortsgruppe Holzen 139.38 RM., der Stützpunkt Villigst 25,23 RM. Der erfolgreichste Samm'er des Tages war der genieur Josef Koppelberg, Westhofen, dessen Büchse 27,18 RM. enthielt. * Ergste, 12. Dez. Geburtstagschronik. Folgende Eingesessene der Gemeinde konnten ihr Wiegenfest begehen: Rentner Carl Heimann, wohnhaft Höfen b. Ergste, am 10. Dezember, Alter 70 Jahre, Witwe Henriette Zeudinger, Ergste, Westhofenerweg 2. am 11. Dezember, Alter 76 Jahre, Rentner Wilh. Pawlofki, Bürenbruch, am 11. Dezember, Alter 85 Jahre. Den zahlreichen Geburtstagsgratulationen schließen wir uns gern an. Berchum, 12. Dez. Günstiges Sammelergebnis. Die am Sonnabend durchgeführte Sammlung zum„Tag der nationalen Solidarität“ erreichte in der kleinen Gemeinde Berchum den Betrag von 66,60 RM. Hennen, 12. Dez. Im Silberkranz. In der vergangenen Woche konnten die Eheleute Müller Dietrich Möllmann und Karoline geb. Horn das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Nachträglich auch unseren herzlichen Glückwunsch. Hennen, 11. Dez. Ergebnis der Viehzählung. Die am 5. Dez. durchgeführte Viehzählung hatte im Gemeindebezirk folgendes Ergebnis: Rindvieh: Jungvieh, 3 Monate bis 1 Jahr alt, 258; 1 bis 2 Jahre alt, 201; Bullen 6, Färsen 68, Kühe nur zur Milchgewinnung 1048, für Milchgewinnung und Arbeit 25, Mastkühe 2, Gesamtzahl des Rindviehs 1706. Es wurden Kälber geboren: im Monat September 36, im Oktober 47, November 48, Schafe: 205, Zuchteber ½ bis 1 Jahr alt 5, 1 Jahr und älter 6, Zuchtsauen ½ und noch nicht 1 Jahr trächtig 7, nicht trächtig 9, 1 Jahr und älter 37 trächtig, nicht trächtig 25, nicht zur Zucht genutzte Schweine, Ferkel unter 8 Wochen 239, Jungschweine 8 Wochen bis ½ Jahr 567, Schweine ½ bis 1 Jahr 794, Schweine 1 Jahr und älter 34, Gesamtzahl der Schweine 1714, Gesamtzahl der Ziegen 179, Gesamtzahl der Kaninchen 245, Gesamtzahl der Hühner 9341, Trut= und Perlhühner 51, Gesamtzahl der Bienenstöcke 109. Kalthof, 12. Dez. Gesegnetes Alter. Am 10. Dez. konnte Frau Ww. Bedehäsing von hier ihren 78. Geburtstag feiern. Herzlichen Glückwunsch nachträglich. wankend werden, Männer, die ebenso eigensinnig und hart im Prinzip sind, wie sie elastisch und biegsam in der praktischen Anwendung des Prinzips bleiben. Wir haben den Mut, vertrauensvoll in unsere Zukunft hineinzuschauen und appellieren auch in diesen schweren Monaten an das Vertrauen des Volkes, an die Garde, mit der wir einmal groß geworden sind. In einer Situation, in der uns alle für Verräter hielten, sind wir in die Front gegangen und haben gearbeitet, haben uns eingesetzt und sind nicht müde geworden. Damals haben wir nie davon gesprochen. Aber ebenso, wie wir Euch Kraft gaben, haben wir Kraft von Euch empfangen. Die Männer, die hinter mir an diesem Tisch sitzen, sind Männer, die sich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet haben, die diese Provinz einmal eroberten und sie den Klauen des Marxismus entrissen. Es wurde ihnen nicht leicht gemacht. Wir haben Zeiten erlebt, wo wir uns durchhungern mußten, bedroht von den Polizeibehörden, hinter uns immer die Strenge der Paragraphen und Gesetze. Wir haben damals nicht verzweifelt. Und wenn manchem heute die Situation schwer erscheint, denken wir an diese Zeit zurück und sagen, wie wunderbar leicht ist es heute gegen damals. Damals konnten wir über die Probleme überhaupt nicht wegschauen. Hätten wir nur unsern Verstand gebraucht, dann hätten wir wahrlich die Flinte ins Korn geworfen. So aber haben wir mit der Kraft des Herzens und mit der leidenschaftlichen Aktivität unseres Idealismus unser Werk getan. Unser Werk ist von Segen begleitet gewesen, und bitten wir denn auch fürderhin das Schicksal, bei uns zu stehen! Wir wollen uns wieder auf unsere eigene Kraft und auf unsere eigene Arbeit besinnen, wollen nicht auf den Himmel vertrauen, sondern auf uns selbst. Wir sind nicht von der Art, die da glaubt, daß Beten allein ein Volk frei und gesund machen könne, sondern wir arbeiten, wir kämpfen und wir beten. Wir wollen, daß der Himmel uns nicht verläßt und wollen ihn nur bitten: Wenn er uns nicht helfen kann, soll er auch unseren Feinden nicht helfen. bels die Westfalenhalle verließ, schüttelte er einem der ältesten Dortmunder Kämpfer, dem Sturmbannführer Heinrich König, der bekanntlich im September 1930 auch an der Schwerter Saalschacht„Im Reiche des Wassers" teilgenommen hatte, in herzlicher Bewesung die Hand. Stellvertretender Gauleiter Stürtz brachte nach der Rede des Reichsministers ein dreifaches Sieg=Heil auf das Vaterland und unseren Führer aus. Anschließend wurden die beiden Nationallieder gesungen. Ehe Dr. GoebSchweres Eine Person getötet, drei schwer verletzt Holzminden. Auf der Straße Holzminden— Steinkrug fuhr der Kraftwagen des Dr. Jürries vom Landschulheim Gut Hohe Eiche mit furchtbarer Wucht gegen einen Baum. Bei dem Anprall erlitt Frau Jürries so schwere Verletzungen, daß sie auf dem Transport zum Krankenhaus starb. Die weiteren Insassen des Kraftwagens, die Schwiegermutter und der Sohn des Wagenbesitzers, sowie eine junge Dame wurden in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus nach Holzminden übergeführt. Dr. Jürries selbst trug nur unbedeutende Verletzungen davon. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert. Gefängnisstrafe für einen Schwindler Spenden für einen„Führer der alten Garde“ gesammelt Dortmund. Vor dem Dortmunder Sondergericht hatte sich der 25jährige Josef Rusch, München, zu verantworten, der im Rheinland und in Westfalen eine Reihe von Wirten dadurch schädigte, daß er unter Hinweis auf eine angebliche Partei=Mitgliedsnummer unter Hunderttausend für einen„Führer der alten Garde“ Geldspenden einsammelte. Der Wirt des Dortmunder Ratskellers schöpfte Verdacht und benachrichtigte die Staatspolizei, die Rusch festnahm. Das Sondergericht verurteilte Rusch zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten und führte in der Begründung aus, daß man nur deshalb nicht auf eine an sich verwirkte Zuchthausstrafe erkannt habe, um dem Angeklagten nicht das ganze Leben zu verbauen. Dr. Brüning legt Nevision ein Köln. Wie uns die Justizpressestelle mitteilt, hat der Verteidiger des verurteilten ehemalige Bankdirektors Dr. Brüning Revision eingelggt. Die Weiterleitung dieser Revision an 5/6,61460 gericht wird davon abhängen, ob Begründung des Urteils, die noch aussteht, visionsgründe enthält. Programmänderung des Reichssenders Köln Köln. Die für Donnerstag, 13. 10.15 Uhr vorgesehene Sendung ang Frershig =Saarland ist deutsch“ falt 9gzuttggrt in der um 10.15 bis 10.50 Uhr aus Sture..“ Reihe„Saarländische Stadtebilder die Saarbrücken behandelt. Wosten-Verstaner Hrotel Ergebnisse der kommunalen Steuerstatistik 1933/34 Statistische Reichsamt veröffentlicht bisher Elensreinnahmen. 1090g eieuereinnabmen aller Gemeinden mit übe. 10 000 geinwohnern im Rechnungsjahr 1933/34. Daraus heht eindeutig hervor, daß die westdeutschen Großsädte gegenüber der Mehrzahl aller anderen Wohnzentren des Reiches erheblich zurückstehen. Sie sind Notstandsgebiete, bedingt durch ihre soziale Struktur, wie durch die langen Jahre der Krise. die insbesondere die westdeutsche Industrie hart getroff hat. Das zeigt sich auch in den kommunalen Steuereinnahmen, die sich zwar 1933/34 besserten, dafür aber in den Jahren vorber umsomehr zurückgegangen waren. Im letzen Jahr der nachkriegszeitlichen, opingk, tur 192829 verlügten Gemeitzjög, Mitignen Ror Einnahmen: davon entfielen 1440 Millionen RM auf die Reichs= und 2641 Millionen aus die Gemeindesteuern. Noch im Jahre 1929/30 konnten diese Eingänge auf 4223 Millionen erhöht werden. Der Anteil der Reichssteuerüberweisungen betrug etwa 1494 Millionen, der der Gemeindesteuern 2729 Millionen. Bis 1932 gingen die Einkünfte auf 286 Millionen zurück. Die größten Verluste entstanden bei den Reichssteuerüberweisungen. Sie betrugen nur noch 45 Prozent des Betrages von 1928/29; die Gemeindesteuern immerhin noch 83 Prozent. Inzwischen haben sich im Jahre 1933/34 die Eingabrgen der Kommunen um etwa 265 Millionen Aui oder um 6.7 Prozent des Standes von 1932/33 gebessert. Im einzelnen sind daran die Reichssteuereinnahmen mit etwa 7 Prozent. die Gemeindesteuern mit 6.5 Prozent beteiligt. Vergleicht man die Entwicklung bei den Gemeinden mit über 10.000 und über 50.00 Einwohnern, dann muß man feststellen, daß die größeren Gemeinden sich nicht in demselben, holen konnten wie die kleinen. Während ihte Gesamteinnahmen an Steuern im Rechnungsjahr 1933/34 von 67.1 auf 71,4 Prozent des Standes von 1928/29 stiegen, vermochten die Großstädte ihren Status nur von 67.4 auf 71.3 Prozent zu verbessern. Das ist einer der Beweise für den besonderen Notstand der Städte des Ruhrgebiets, die mit zu den größten im ganzen Reich gehören. Die schwierige finanzielle Lage der Ruhrgebietsstädte zeigt sich in aller Deutlichkeit aber erst bei einer Gegenüberstellung der kassenmäßigen Steuereinnahmen je Kopf der Bevölkerung. In Preußen konnten im letzten Rechnungsjahr Städte wie Frankfurt am Main und Berlin Durchschnitte von 89.60 RM und 87.20 RM erzielen. Harburg=Wilhelmsburg erscheint in der Statistik mit 78.15 und Wiesbaden mit 76.70 RM. In Bayern sind Ludwigshafen und München mit 75.79 und 70.63 RM führend. In Württemberg steht Stuttgart mit einem Kopfbetrag von 82.52 an der Spitze, in Baden sind es Mannheim und Heidelberg. Beide sind mit Durchschnitten von 81.78 und 80.50 ders günstig gestellt. Die Ergebnisse der sächsischen Wohnzentren wie Dresden und Leipzig mit 62.48 und 61.98 RM nähern sich dagegen stark denen der Ruhrgebietsstädte, ohne daß wegen der Verschiedenheit des Finanzausgleichs in den einzelnen Ländern direkte Vergleiche möglich wären. immerhin bei Berücksichtigung aller abweichenden Momente zum Nachteil für das Gebiet ausfallen; ebenso wie die Gegenüberstellung mit der Mehrzabl aller preußischen Großstädte. 66 Im engeren rheinisch=westfälischen Indust cleneoie gibt es nämlich nur eine Stadt, deren nahmen je Kopf der Bevölkerung über 60 RM hinausgehen. Das ist Dortmund mit einem Durchschnitt von 71.53 RM. Alle übrigen Städte bleiben Oberhausen mit 54.85 RM. Die Stadt MülheimRuhr verzeichnet Eingänge je Kovf der Bepölkerung von 59.92 RM, Gellenkirchen von. 526;, Pag, S a und Recklinghausen von 49.89 und tiefer liegen die Einnahmen von Glabben und Castrov=Rauxel mit 48.19 und 47.84 RM. Wanne: Eickel erscheint mit 46.17 RM. Bottrov mit 45.9 RM und als letzte Wattenscheid mit nur 38.83 RM. Der Hauptgrund für die relativ geringen Steuereinnahmen der rheinisch=westfälischen Städte liegt in erster Linie in der ungünstigen sozialen Struktur des Reviers. Auf die nach Hunderttausenden zählende Einwohnerzahl unserer westdeutschen Stautkommen je Erwerbstatigen Höchstziffern von Kindern und anderen unterhaltsbedürftigen Personen. Die an sich schon kleinen Einkommen werden in ihrer Bedeutung für die einzelnen Städte noch mehr herabgemindert. Die Einnahmen an meindesteuern bleiben relativ gering; dafür in Krisenzeiten die Ausgaben für die Arbeitslosen umso höher, weil nicht nur sie allein, sondern mit ihnen zahlreiche Angehörige zu unterhalten sind. Der Segen der Arbeitsstadt wird hier zum Fluch für ihre wirtschaftliche Widerstandskraft. Die Existenz der großen Betriebe wirkt sich für die westdeutschen Städte ähnlich aus. Wie sie in Zeiten günstiger Konjunktur das feste Fundament kommunalpolitischen Lebens ist, so kann sie in der Krise zu einer ebenso großen Belastung werden: sehlt doch den überwiegend reinen Produktionszentren des Westens jener innere Ausgleich, wie ihn Städte mit Industrie und Handel in einem aus beiden hervorgegangenen Rentnertum in idealer Verbindung haben. Der Versuch, diesen Mangel durch erhöhte Kommunalsteuern auszugleichen, muß fehlschlagen. Er kann vielmehr in Notzeiten eher hemmend als fördernd wirken. Wenn trosdgzg ie relte; deutschen Städte durchweg mit die hoa##ten Gemeindesteuern erheben, liegt das daran, daß vorläufig noch kein wirksamer Ausgleich für ihre wirtschaftlich wie sozial besondere Lage gefunden wurde. Das zu erstrebende Ziel ist eindeutig. Für die westdeutschen Notstandsgebiete mit ihrer Zusammenballung großer Massen auf engem Raum. mit hohen Steuerzuschlägen bei verhältnismäßig geringen Erträgnissen muß ein Ausgleich mehr als bisher gefunden werden. Diese Forderung ist nicht allein der Städte wegen zu erheben, sondern zugunsten der deutschen Wirtschaft im allgemeinen; belasten doch die höheren Steuern den Einzelbetrieb im Westen, verglichen mit ähnlichen Unternehmungen in günstiger gestellten Städten ganz bedeutend. Sie beeinträchtigen ihn in seiner Konkurrenzfähigkeit, untergraben die Möglichkeit, größere Kapitalreserven zu bilden und machen ihn dadurch für Zeiten der Kri. sen aktionsfähiger: nicht nur zum Nachteil ei### Stadt und ihrer Einwohner, sondern zum Schaden der ganzen Wirtschaft. Turnen, Spiel und Sport Tus Holzen 07 1.— TV. Westig 1. 9:4(2:4) Bereits am Sonntagmorgen zeigten beide Mannschaften ein schönes Spiel, das den schauern bestimmt nicht langweilig wurde. Bis zur Halbzeit gelang es den Holzenern nicht, ihre Ueberlegenheit zum Ausdruck zu bringen, dieses besagt schon das Ergebnis, die Westiger schaffen nach Wiederanwurf mächtig auf ihr Ziel los, nicht lange dauert es, bis sie den Ausgleich hergestellt haben. Das bessere Zusammenspiel der 07 er macht sich immer mehr bemerkbar, in regelmäßigen Abständen muß sich der Torhüter der Gäste von den Holzenern überwinden lassen, besonders hierbei kann sich Siebald, der alte Stratege hervortun, er kann den Ball 5mal in das Gehäuse jagen. Somit war der Kampf entschieden, bei dem 2 wichtige Punkte für die Holzener heraussprangen. Tus Holzen 07 2.— Reichsbahn 1. 0:8(0:2) Mit nur neun Mann mußten die Holzener eine Niederlage einstecken. D###itengrug Tus Holzen 07 Schüler— Tv. Burenbruch Schüler 6•4. Holzens Schülermannschaft brachte es fertig, einen schönen Sieg mit nach Hause zu bringen. Lellzeivererdnung betreffend die Bekämpfung des Wahrsagens Düsseldorf. Auf Grund des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931(G. S. S. 77) hat der Regierungspräsident für den Umfang des Regierungsbezirks Düsseldorf folgende Polizeiverordnung erlassen: Das entgeltliche Wahrsagen, die öffentliche Antündigung entgeltlichen oder nicht entgeltlichen Wahrsagens sowie der Handel mit Druckschriften, die sich mit Wahrsagen befassen, ist verboten. Unter das Verbot fallen nicht a) die Stellung des Horoskops und die Deutung des Charakters aus der Handschrift, soweit diese beiden Betätigungen auf anerkannt wissenschaftlicher Grundlage beruhen; b) der Handel mit Druckschriften, die sich wissenschaftlich insbesondere kulturgeschichtlich oder ablehnend mit dem Wahrsagen befassen oder in fremden Sprachen erscheinen. Das Verbot gilt aber für das gewerbsmäßige Verleihen dieser Druckschriften; c) Vorlesungen und Vorträge über das Wahrsagen, die in von mir hierzu zugelassenen Bildungsstätten veranstaltet werden. Für jeden Fall der Nichtbefolgung dieser Polizeiverordnung wird hiermit die Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe bis zu 150 RM., im Nichtbeitreibungsfalle die Festsetzung von Zwangshaft bis zu drei Wochen angedroht. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft und verliert am 31. Dezember 1954 ihre Gültigkeit. hausgehilfen, Hausfrauen! Der Staat regelt die Arbeit der Hausgehilfen Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen hat Richtlinien für die Beschäftigung von Hausgehilfen erlassen. Nach diesen Richtlinien hat sich von nun an jede Hausgehilfin und jede Hausfrau zu richten. Doch das, was hier niedergelegt wurde, ist nur das, was unbedingt gewährt werden muß, es sind Mindestbedingungen. Die nationalsozialistische, gerecht fühlende Hausfrau wird, wie sie es schon immer tat, ihrer Hausgehilfin in ihrer Familie eine wirkliche Heimat bieten, wird also über diese gesetzlichen Vorschriften weit hinausgehen. Hausfrau, betrachte Deine Hausgehilfin immer als Volksgenossin, forme in Deinem Heim die Keimzelle der Volksgemeinschaft. Aber auch Du, Hausgehilfin, füge Dich ein in die häusliche Gemeinschaft. Du tust Arbeit an der wichtigsten Stelle des Volkskörpers. Indem Du der deutschen Familie dienst, dienst Du dem ganzen Volk! Geschwindigkeitsbeschränkung für hochelastisch bereifte Kraftwagen oder deren Anhänger Düsseldorf. Die Regierungspressestelle teilt mit: Der vielfachen Unkenntnis wegen wird hiermit nochmals darauf hingewiesen, daß Kraftfahrzeuge und Züge, deren Räder sämtlich oder zum Teil mit sogenannten hochelastischen Vollgummireifen versehen sind(z. B. auch in Fällen, in denen nur der Anhänger mit Hochelastik bereift ist), in Ortschaften die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 16 Kilometerstunden nicht übersteigen dürfen. Mit Rücksicht auf die schweren Verkehrsgefahren, die durch übermäßige Geschwindigkeit derart bereifter Wagen oder Anhänger entstehen, sind die Polizeibehörden angewiesen, bei Ueberschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften nachdrücklichst einzuschreiten. Ein Mann kämpft um sein Leben VON HANS MORGAN 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dort im Vorgarten des letzten Hauses arbeitete ein Mann in Hemdsärmeln mit Spaten und Hacke. Den wollte er fragen nach Karl Fuchs, so gewagt es vielleicht auch war. Der Man konnte sich, wenn bekannt wurde, daß man ihn suchte, auf ihn besinnen... ach was! Karl Fuchs sollte ja nur Durchgangsstation sein. Er stand an der niedrigen Hecke. „He!“ Der andere schob den breitkrempigen, arg durchlöchernten Strohhut zurück und äugte zu ihm hinüber. Stieß den Spaten in die Erde und kam langsam näher. Sah den jungen Mann an der Hecke an und ließ einen Ruf der Ueberraschung hören. „Hallo, Maxe, det nenne ick doch mal“ nen Spaß!“ „Guten Tag, Karl!" begrüßte Max den alten Ganoven, der den Eindruck eines soliden behäbigen, ausgesorgten Kleinbürgers machte und mit seinem sonnenverbrannten Gesicht ein Urbild von Gesundheit abgab. Sie schüttelten sich die Hände. „Komm rin, olle Rübe! Du siehst'n bißken verramponiert aus! Wenn ick mir nich sehr irre 0.1 „Du irrst dich nicht! lachte Mal Lelling. Sie sind hinter mir her!" „Au Backe, Mensch! Wat stehste denn dann da noch rum! Mach doch, det de rinkommst in de gute Stube!“ Er öffnete das Gartentürchen und ließ ihn eintreten. Ein schmaler, sauberer Flur mit Steinfliesen nahm sie auf. Links führte eine Tür in ein einfach, aber behaglich eingerichtetes Wohnzimmer. Max Fuchs ließ sich in einen Korbstuhl fallen, warf den Strohhut auf die Erde, pustete ein paarmal und blinzelte zu Max Leiting hinauf. „Wat haste denn nu widder ausjefressen, oller Knabe. Det ihr junges Pruppzeug euch doch alle Oogenblickeck schnappen laßt! Kaum biste draußen, mußte schon widder fremdes Jut anjreifen! Kucke mir mal an... ich bearbeete meinen Jarten un lasse den lieben Jott eenen juten Mann sin!“ Max setzte sich ebenfalls und zündete sich vor allen Dingen erst einmal eine Zigarette an. Sog in tiefen Zügen den Rauch ein wie etwas Langentbehrtes. Berichtete dann seine ganzen Erlebnisse vom Tage der Entlassung aus Tegel bis zu seiner Flucht aus dem grauen Hause am Alexanderplatz. Oder war es ein rotes Haus... auf die Farbe hatte er es eigentlich noch nie so recht angeschaut. „Ob rot oder jrau, det is ja ganz schnuppe! Rot is et, damit de Ruhe hast!“ nickte Karl Fuchs beifällig, dann wieder mit den Kopf schüttelnd, machte er zwischendurch noch einige andere Bemerkungen und sagte, als Max endlich schwieg: „Un nu haste die olle Karre eenfach da stehen lassen un bist hierher! Junge, Junge, det is'n böses Ding! Die Nuckelpinne finden se und können sich denn ooch jleich denken, det de in Alt=Landsberg dir verkrümelt hast! Un hier in Alt=Landsberg... na ja... kannst dir vorstellen, det ick hier nich janz unbekannt bin!“ „Ich halte mich ja nicht lange auf. Karl.. ich wollte nur für kurze Zeit meine Spur verwischen, um... „Wat heeßt denn det, nich lange uff? Meenste vielleicht, ick lasse dir so ohne weiteres widder raus in't feindliche Leben? So rasch werden se ja nu doch nich dahinterkommen, det de dir jrade mir ausgesucht hast!— Uebrigens. wat hat dir denn die Jeschichte ejentlich injebracht?“ „Keinen roten Heller und einen Mordverdacht!“ Karl Fuchs lachte dröhnend auf. „Nich ville fors Jeld! Un der olle Larisch. den kenn ick ja, ick hatte mal vor drei, vier Jährchen eene eklige Keilerei mit ihm... der lacht sich natürlich eens, det de so doof warst! Mensch, so einen Dummen findet er sonst nich uff'n Anhieb! An wat willste nu machen?“ „Larisch suchen und ihm klar machen, daß er sich in mir geirrt hat!“ „Der wird mit Arthur Urban— ooch so’ne Nummer! Hochstapler, Heiratsschwindler, Inbrecher, Betrüjer... allet in eene Person!— mit dem wird er längst über alle Berje sin! Und wenn du dir nich höllisch in acht nimmst, jehst de bei die erste beste Jelegenheit widder verschütt... na, un een zweetes Mal kannste nich so fein türmen!“ Eine kleine Pause. Dann fragte Karl Fuchs: gnlin9 „Haste denn wenigstens Pialk=Pille! Max Leiting schüttelte den Kopf. „Woher soll ich Geld haben? Man hat mir doch am Alexanderplatz alles abgenommen!“ Schlimm, schlimm... weeßte, ohne Jeld.. det is so, als wenn uff eenmal eener ohne Benzin nach Amerika fliejen will! Immerhin, mit 'n paar Eier kann ick dir aushelfen. Ick bin ja keen Unmensch und habe nich verjessen, det de mir in Tegel manchet rinjeschmuggelte Päckchen Tabak zujeschoben hast!“ Wieder eine Pause. Bis Max Leiting entschlossen sagte:„Ich muß nach Berlin zurück!“ „Mensch, dir ham se woll de Birne weichjekloppt, wat?“ fuhr ihn Karl Fuchs im Tone eines Mentors an, der seinen Schüler vor einer Dummheit bewahren möchte.„Da warten se doch jrade uff dir. Wat haste denn in Berlin verloren?“ Aunesunt=Pregram Donnerstag, den 13. Dezember 1934. Morgenruf. Anschl. Frühkonzert. Leibesübungen. Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. Morgenkonzert. Wasserstandsmeldungen. Zeit, Wetter. Frauenturnen. Wann gibt es bei der Bürgersteuer 1935 Befreiungen und Ermäßigungen? Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 5 Schulfunk. 0 Wir und die Welt. 0 Musik am Mittag. 0 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 0 Zweite Mittagsmeldungen. 5 Deutsche Stämme— Deutsche Tänze. 5 Sendepause. 0 HJ=Funk. 0 Wirtschaftsmeldungen. 0 Stimme der Zeit. 0 Nachmittagskonzert. 0 Aus der Werkstatt eines großen Tiere museums. 10 Achtung! Sie hören Hausmusik! 0 Sagen und Legenden von der Saar. 10 Fortschritt in Technik und Wissenschaft. 5 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 10 Schlesische Adventsgebräuche. 0 Wir arbeiten für den Weihnachtstisch. 00 Momentaufnahme!— Erste Abendmeldungen. 15 Werke von Josef Haydn. 45 Musik und Liebe. 00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 20 Worüber man in Amerika spricht. 30 Wochenvorschau. 00 Brahms=Stunde. „Vielerlei! Erst einmal muß ich, wie gesagt, Larisch finden. Dann habe ich so eine dunkle Ahnung, wo ich den verschwundenen Wellner entdecken könnte... ich kann mich irren, will es aber wenigstens versuchen. Und drittens— und daran liegt mir am meisten will ich zu Maud Aldernon. Sie hält mich für den Mörder ihrer Mutter und für den Dieb. das aber will ich nicht auf mich sitzen lassen... in ihren Augen... Karl Fuchs pfiff durch die Zahnlücken seines schadhaften Gebisses. „Merkste wat? Mensch, det war mir doch jleich so, als ob de nich janz gesund wärst! Un do jloobst natürlich, die amerikanische Miß wartet bloß druff, bis de ihr auseenanderverposamentiert hast, det du det unschuldigste Jeschöpf uff Jottes weitem Erdboden bist, fällt dir um den Hals un rennt mit dir standepede zum nächsten Pfaffen oder uffs Standesamt, um dir durch een frisch drufflos jeschmettertes Ja zu beweisen, det se dir wieder liebt!“ Max Leiting machte eine heftig abwehrende Handbewegung. „Quatsch! Wer spricht denn hier von Liebe?“ „Na, du doch die ganze Zeit! So oft de vorhin den Namen Mood— oder wie det schöne Mächen sonst heeßt— jenannt hast, haben deine Oogen jeplunkert, als wenn dir'n Eisbein mit Sauerkraut aus der Küche meiner Ollen uff de Zunge zerjeht!“ „Red' nicht solchen Unsinn! Maud Aldernon war vom ersten Tage an nett zu mir... sie soll keine falsche Meinung von mir haben, das ist alles! So wahnsinnig bin ich nicht, weiter zu denken. Schließlich ist die eine kanische Millionärin— und ich bin ein Habenichts, der obendrein noch achtzehn Monate lang im Gefängnis gesessen hat!“ Fortsetzung folgt. A m e SUerS VerTE 17. Fortsetzung URHERER-RECHTSSCHUTZ DURCH TERLAG OSKAR MEISTER, WERDAL „Die ganze Unstimmigkeit hätte sich vermeiden lassen, wenn Sie etwas entgegenkommender gewesen wären, Herr Kröger,“ sagte Meyerheim, als es zwischen ihm und seinem von ihm nicht erwarteten Besucher ein erregtes Hin und Her über die Vorkommnisse gelegentlich des beabsichtigten Pferdekaufes gegeben hatte.„Und nur Ihrer Tochter haben Sie es zu verdanken, daß ich von meinem Recht nicht rücksichtslos Gebrauch gemach. habe.“ Meyerheim sprach mit sachlicher Kühle und unbeweglichem Gesicht. Er war sich bewußt, gar keinen Grund für auch nur oberflächliche Freundlichkeit zu haben. Der da hatte ihm so schmählich das wahre Gesicht gezeigt, war sich in unglaublichen Drohungen ergangen— und kam ihm heute nun mit einem neuen Notanliegen. sah er. Davon zeugten der zerfahrene Blick und das unruhige Mienenspiel des Lehnschulzen. „Lassen wir das nun endlich,“ sagte Kröger und schlug durch die Luft.„Wirklich, lassen wir es. Reden wir nicht mehr von Recht und Unrecht. Ich sagte Ihnen ja schon vorhin, daß bei unserem Handel keiner von uns beiden weiß, wo das Recht aufhört und das Unrecht anfängt. Was hätten Sie wohl machen wollen, um darauf noch einmal zurückzukommen, wenn ich von unserem Vertrag zurückgetreten wäre? Gar nichts hätten Sie machen können.“„ 15449s4 „Mein Lieber!“ Meyerheim lachelte nachsichtig. „Erstens wären Sie glatt erledigt gewesen. Denn mit meinen dreißigtausend Mark stehen und fallen Sie doch. Ferner hätte ich bei Nichtinnehaltung des Vertrages sofort eine Schadenersatzklage gegen Sie angestrengt. Und wahrscheinlich wäre es Ihnen nicht gleichgültig gewesen, wenn unsere Abmachung in der breitesten Oeffentlichkeit bekanntgeworden. Oder doch? Ich weiß wirklich nicht, ob das so sehr angenehm für Sie gewesen, wenn auf Ihrer Seite als Objekt Ihre Tochter in Erscheinung getreten wäre. Mir hätte es gar nichts ausgemacht, denn ich bin ja in dieser Hinsicht nur der Nehmende... Wie? Sie möchten nichts mehr davon hören? Schön. Mir nur recht. Nun, und dann? Was führt Sie heute zu mir?“ Friedrich Kröger ließ seine Augen mit einem Ausdruck tiefster Qual durch den Raum wandern. Es war ihm unmöglich, sofort zu sprechen. Meyerheim wartete geduldig. Mochte der Bauer wie eine Fliege am Fliegenfänger zappeln. Los kam er nicht mehr. Er klopfte mit einem dicken Bleistift in regelmäßigen Abständen auf die Schreibtischplatte. Tack— tack— tack! ging es. Wie das langsam einsetzende Tacken eines Maschinengewehrs. Der Lehnschulze fühlte sich nicht länger imstande, die nervenaufreizende Gleichmäßigkeit dieses Geräusches zu ertragen. Bei jedem Aufklappen des Bleistiftes verspürte er ein zuckendes Zufahren in seinem Hirn. „Hören Sie endlich mit diesem blödsinnigen Geklapper auf,“ verlangte er unwirsch.„Das macht mich verrückt.“ „Sie sind nervös, Herr Kröger,“ lächelte Meyerheim. „Den Dreck bin ich. Es stört mich in meinen Ueberlegungen. Sie lassen mich zu keinem Anfang kommen.“ „So bin ich schon ganz still.“ Der Bankier legte den Bleistift mit übertriebener Vorsicht in eine Pappschale und lehnte sich, die knöchernen Hände über den Leib faltend, in den Schreibsessel zurück.„Mir wäre es nur lieb, wenn Sie bald zu einem Anfang kommen würden, denn meine Zeit ist knapp. Was können Sie denn übrigens jetzt noch viel zu überlegen haben. Dazu war doch vorher genug Gelegenheit und Muße.“ Kröger entwand sich mit einem harten Ruck der ihm unangenehm weichen Polsterung des Klubsessels— er hatte fortwährend die Vorstellung, in eine abgründige Tiefe zu versinken— und stellte sich, breitbeinig Stellung nehmend, auf die Füße. Wie ein Bittsteller sah er jetzt nicht aus, um so weniger, da auch seine Gesichtszüge einen entschlossenen Ausdruck angenommen hatten. Eher konnte man vermuten, daß er dem Manne vor dem Schreibtisch, diesem elenden, verwachsenen Häuflein Mensch, Anweisungen und Befehle geben wolle. Und nun sprach der Leynschulze endlich. Es klang trotz aller äußerlichen Verfassung reichlich gedrückt, wie zerschlissen und zerstoßen. „Leicht wird es mir nicht, heute vor Ihnen abermals zu Kreuze kriechen zu müssen. Leichter wäre es mir geworden, einen Strick zu nehmen und mich in meiner Scheune aufzuknüpfen. Aber meiner Frau wegen mußte ich zu Ihnen kommen.“ Seine Augen liefen wie hilfesuchend die gegenüberliegende Wand ab, von der ihm all die hübschen Frauengesichter lächelnd zuzunicken schienen. Widerwillig, angeekelt, gab er seinem Blick eine andere Richtung. „Meine Frau ist nämlich krank,“ fuhr er nun fort. „Und der Doktor hat ihr die Gnade bereits abgesprochen. Sie wird also nicht wieder gesund werden. Es kann noch Wochen dauern, es kann noch bis nach Weihnachten dauern. Das weiß keiner. Aber es ist gewiß, daß sie nicht wieder hochkommt.“ Meyerheim saß unbeweglich. Was ging ihn die Krankheit und das baldige Sterben dieser Frau an? Keiner konnte ewig leben. Warum machte der Mann über eine selbstverständliche Sache so viele überflüssige Redensarten? denn weiter... Denn schließlich bin ich kein Arzt und mein Privatkontor ist kein Sprechzimmer.“ Nein, dachte Kröger und sandte dem Buckligen einen heimlichen Blick tiefer Verachtung zu, aber eine gefühlslose Kanaille bist du, und man müßte dir vor den mageren Wanst treten.„Allerdings nicht,“ sagte er dann tönend.„Und Gott sei Dank nicht... Und dann entschuldigen Sie nur, daß ich von der Krankheit meiner Frau sprach. Es war nötig, denn sonst hätte ich Ihnen nichts davon gesagt. Ihnen nicht, Herr Meyerheim. Die eigentliche Sache geht nun schnell. Es handelt sich um drei Posten: Rückständige Hypothekenzinsen siebenhundert Mark, rückstandige Steuern sechshundertfünfzig Mark, aufgelaufene Rechnungen für Futtermittel neunhundert Mark, Summa genau zweitausendzweihundertfünfzig Mark. Weder die Kreissparkasse noch das Finanzamt noch der Kleinjude will mehr warten. Alle drei drohen mit Pfändung. Letzte Frist der 5. Dezember, also heute in acht Tagen. In Anbetracht unserer Abmachungen und im Hinblick auf das... verwandtschaftliche Verhältnis, in das Sie zu mir zu treten beabsichtigen, bitte ich Sie heute um die Gewährung eines Kredits in Höhe meiner Ihnen genannten dringendsten Verpflichtungen.“. 8. „Unsere Abmachungen, Herl Kröger, lauten dahin, daß ich vor Abschluß des Eheaktes zu einer Kreditgewährung nicht verpflichtet bin. Das zukünftige verwandtschaftliche Verhältnis kommt als reine Gefühlssache bei Geldangelegenheiten überhaupt nicht in Frage. Da hört nicht nur die Freundschaft, sondern erst recht die Verwandtschaft auf. Also auf diesem Umwege ist ein Kredit ausgeschlossen. Sehr einfach wäre doch der gerade Weg: Morgen heirate ich Ihre Tochter. Uebermorgen haben Sie Ihre dreißigtausend Mark. Dann können Sie die Rückstande von ganz Greifenhagen bezahlen.“ Meyerheim lächelte diabolisch und schnippte sich Stäubchen vom Rockärmel. „Sie wissen ganz genau, daß eine Eheschließung von heute auf morgen ein Unding ist. Die zu erfüllenden Formalitäten beanspruchen Wochen... Können oder wollen Sie nicht einsehen, daß ich meiner todkranken Frau eine Pfändung, eine Zwangsversteigerung nicht zumuten darf? Sie würde diese Schande nicht überleben, und ich müßte mich als ihren Mörder anklagen. Nein, ihre paar letzten Wochen soll sie noch in dem Gedanken hinbringen, daß wenigstens das Schlimmste vom Krögerhof ferngehalten wurde.“ Der Lehnschulze schwieg erschöpft. Seine Stirn war feucht. Er kämpfte gegen eine elende Schwäche an. „Sie wußten doch längst, daß Ihnen Ihre Gläubiger ans Leder wollen, Herr Kröger,“ sagte Meyerheim nun. „Warum zögerten Sie dann die Vertragsverpflichtung unnötig hinaus? Nun bedrängen Sie mich.“ „Wenn meine Frau nicht trant geworden wure, hätte ich mich um Pfändung und Zwangsversteigerung den Teufel geschert. Dann hätten wir das zusammen ertragen. Wer konnte denn wissen, daß es nun so kommen würde mit der Krankheit und dem nahen Sterben „Ja, wer kann wissen!“ sagte Meyerheim nachdenklich.„Wer kann wissen, wie alles kommt.“ Er beugte sich vor und sah Kröger scharf an.„Weiß ich, wie es sein wird? Ich gebe Ihnen dauernd Geld... Und wer garantiert mir denn, daß Sie mir Ihre Tochter geben? Hm, wer? Wie war es denn neulich? Hm? Drohten Sie da nicht mit der Annulierung unseres Vertrages? Wann werden Sie wieder drohen? Wer garantiert mir, daß Ihre Tochter nicht anderen Sinnes wird? Nein, Herr Kröger, auf gefährliches Glatteis gehe mehr. Jetzt heißt es: Reellen Boden unter die Füße. Nur unter der Bedingung können wir weiter verhandeln. Sonst sage ich Ihnen glatt: Gehen Sie, jedes weitere Wort ist überflüssig.“ „Und was nennen Sie„reellen Boden“?“ „Bestellung des Aufgebots innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden.“ Friedrich Kröger fuhr in einer grenzenlosen Betroffenheit zurück. Er wurde grau im Gesicht. Etwas wie ein böses Grinsen glitt um seinen Mund, der sich öffnete und schloß. Langsam tastete er sich zum Sessel zurück und sank schlaff in dessen weiche Rundung. Endlich vermochte er zu sagen:„Das ist unmöglich. Das ist gänzlich ausgeschlossen. „Da haben wir's schon: Sie machen Redensarten. Sie wollen sich mir entwinden.“ Der Lehnschulze schüttelte den Kopf.„Kein Gedanke Aber jetzt, wo meine Frau im Sterben liegt, können wir doch an keine Hochzeit denken. Das wäre ja „Was nennen Sie Hochzeit, mein Lieber? Haben Sie ingebildet, ich würd guten alten Sitten fest und werden uns von Ihnen. Herr Meyerheim, nicht davon abbringen lassen.“ „Schön,“ sagte der Bankier mit unglaublicher Kält im Ton, und erhob sich.„Dann wären wir ja zu Ende. Und Sie müssen schon zusehen, daß Sie die zweitausendzweihundertfünfzig Mark wo anders kriegen.“ Ohne Kröger noch eines Blickes zu würdigen, hob er den Hörer von der Telephongabel und fragte nach dem Geschäftslokal hinüber, ob noch etwas vorläge: „So? Was will denn dieser Mensch?... Hm!... Aha!“! Er lachte in den Sprechbecher.„Wohl so eine Art neugeborenes Kind?... Wie?... So.. Na, dann soll er mal reinkommen.“ Er legte den Hörer auf. Blickte sich zu Kröger um. Der stand wie in eine grenzenlose Ratlosigkeit gehüllt. Erweckte den Eindruck eines Menschen, dem eine letzte Rettung verloren ging. Schlaff und nach vornübergebeugt stand er. Klein und grau und elend. Meyerheim dachte: Eine erledigte Größe. Das letzte bißchen Bauerndünkel wird er sich noch abwetzen, wenn er nachher von Pontius zu Pilatus läuft und niemand ihm einen Pfennig gibt. Dann wird er wiederkommen. Heute noch. Ehe es Abend wird. Und dann bin ich der Sieger... Nur fort mußte er jetzt. Zum völligen Mürbewerden waren Zeit und Alleinsein nötig. „Tut mir leid, Herr Kröger... aber ein neuer Kunde und ich muß Sie wirklich bitten...“ Der Lehnschulze nickte mechanisch. Wußte im Augenblick kaum, was in ihm vorging. Er griff nach der Mütze und schritt ohne Gruß zur Tür, die, ehe er sie erreichte, von draußen geöffnet wurde..., dag Mangichr, Die zukünftige Bankgröße in Gestal. des Banrkehelings mit dem Federhalter hinter dem Ohr und dem arroganten Blick öffnete sie, um den„neuen Kunden“ in das Allerheiligste einzulassen. Friedrich Kröger fuhr betroffen zurück einen Laut tiefster Bestürzung; denn der da über die Schwelle schritt und ihn mit diesen weitgeöffneten, Erschrecken spiegelnden Augen anstarrte, als sähe er ein überirdisches Wesen, war Karl Boldt. Einen Augenblick standen beide regungslos. Beide meinten, einander etwas sagen, etwas fragen zu Beide dachten: Was tust du hier? Und für beide schloß sich an diese unausgesprochene Frage ein ungeklärtes, wildes Durcheinander sich überstürzender Und als Kröger immer noch nicht weitersprach, sonvern, nun in zusammengesunkener Haltung, trübe vor sich hinstarrte, stieß ihn Meyerheim an:„Ja, und was sich etwa eingebildet, ich würde euren Bauernhochzeitsspettakel über zwei Tage weg mitmachen? Mit Fresseret und Sauferei und Tanzerei? Behüt' mich der liebe Gott! Nein: Hochzeit, das nenne ich ganz still. Standesamt. Zwei Zeugen. Und dann mit meiner jungen Frau fort.“ „Und nicht einmal das ginge an, wenn der Tod vor der Tür steht und die Mutter mitnehmen will. Ueberhaupt, so lange meine Frau krank ist oder ehe sie nicht— schämen muß man sich, das zu sagen— gestorben ist, kann von Hochzeit keine Rede sein. Und nach dem Sterben auch nicht sofort. Mindestens ein Trauervierteljahr bedinge ich mir aus. Wir halten au unseren ldes Durcheinander sich u. ge„. EmpfindunDer Lehnschulze bereitete dem nie erwarteten Zusammentreffen ein jähes Ende. Er stürmte an dem jungen Gärtner vorüber, ihn zur Seite drängend, stürzte durch den Warteraum und warf die Verbindungstür zum Geschäftslokal hart ins Und dann sah sich Karl Boldt schon mit John MeyerIm Anblick dieses Menschen versank das soeben Erlebte als etwas mehr Nebensächliches. Eine heiße Welle der Erschütterung überlief ihn wie Feuerbrand. Das also war John Meyerheim? Das war Marie Krögers Zukünftiger?... Und ohne alle Frage gewiß... denn der Besuch des eben gegangenen Vaters Das also? Dies knöcherne, verkrüppelte, erbärmliche Gebilde Mensch mit den stechenden Augen, den gelben Zähnen eines durch zu kurze, schmale Lippen schlecht verdeckten Gebisses und dem von Bosheit und Sinnlichkeit zeugenden Zug um den Mund. Dies? Wirklich dies?... Und Karl Boldt schrie es sich in dem namlichen Augenblick dieses Sehnens empört, entschlossen, leidenschaftlich erregt, von der starken Welle seiner heiß emporflammenden Liebe entzündet in seine Seele: nie, niel Solange ich atme, wird Marie nicht dieses Menschen Eigentum. Und wenn ich sie mit dem Einsatz meines Lebens davor bewahren müßte. John Meyerheims spöttisches Sprechen riß ihn zurecht... Ja, wie dieser Mann sprach! Nur dieses Sprechens wegen hätte man ihn schon hassen mögen. Isch denke, Ste werden mich nun genugend„lange angestarrt haben, und wir könnten zum eigentlichen Zweck Ihres Besuches kommen... Also bitte sehr falls Sie in dem Sessel Platz zu nehmen wünschen"— eine einladende Handbewegung—„was steht zu Diensten— Herr Boldt? Nicht wahr, so heißen Sie Schön. Also Herr Boldt, bittel Uebrigens, was ich noch fragen wollte: Kannten Sie den Herrn, der bei Ihrem Eintritt ging?“ Karl Boldt nickte. Zu sprechen vermochte er nicht sofort. Er fühlte seine Kehle von hochflutender Erregung zugeschnürt. Zwang sie dann aber hinab und sagte mit erstickter Stimme:„Jawohl Herr Kröger aus „Dachte ich mir, daß Ste mit Herrn Kröger bekanne sein müßten. Offenbar aber ohne sonderliche Sympathten zueinander. Denn Sie waren von der Begegnung beide sichtlich unangenehm überrascht.“ Karl Boldt hob die Schultern.„Von mir aus nicht. Ich bin erst seit ein paar Wochen in Greifenhagen und kenne Herrn Kröger nur ganz flüchtig.“ So? Also Sie sind auch aus Greifenhagen. Kennen wohl also auch Herrn Krögers Tochter?“ Was kümmert dich Affenfratz das! dachte Karl, schon empört, daß der andere Maries Erwähnung tat. Und sagte dann mit harter, eigensinniger Sprechweise:„Na(ürich tenne 10 Ve.:(Gorisezung foigt.)