Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis# 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2832 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Geutfuse Haftlmlan!9 far Sckurgertgtß,. Eistintinge Annühne der rontischen Aonlachungen in Volkerdundsrat Die deutsche Antwort[Saarreise für SA und SS verboten srankreich und, Rusland Denverstag nachmittag hat die deutsche Regie. SSv„„„„ der Roschrhanslors Mie nachträglich in Genf bekonnt wird, ist Donnerstag nachmittag hat die deutsche Regieeung durch den deutschen Konsul in Genf dem Vorsitzenden des Saarausschusses, Baron Aloisi, ihre Zustimmung zu dem Genfer Ratsbeschluß über die Verwendung von Polizeitruppen im Saargebiet mitteilen lassen. Baron Aloisi hatte in Ausführung des ihm durch den Völkerbundsrat erteilten Auftrages durch Vermittlung des deutschen Konsuls in Genf ein Telegramm an die Reichsregierung gesandt, in dem er sie gebeten hatte, ihm ihren Standpunkt hinsichtlich der Fragen mitzuteilen, die am Mittwochabend durch die verschiedenen Erklärungen der Mächte vor dem Völkerbundsrat aufgeworfen worden waren. Er erinnerte in diesem Telegramm gleichzeitig daran, daß der Saarausschuß beauftragt worden sei, dem Völkerbundsrat auch hinsichtlich der Frage der internationalen Truppenkontingente Vorschläge zu unterbreiten. Die Antwort Deutschlands, die vom Reichsaußenminister unterzeichnet ist, hat folgenden Vortont:, Lan Erpntang Shres Cel. „Ich beehre mich, den Empfang Ihres Telegramms vom 5. Dezember über die Sitzung des Völkerbundsrates vom gleichen Tage zu bestätigen und Ihnen darauf namens der deutschen Regierung folgendes mitzuteilen: Die deutsche Regierung hat von den Erklärungen Kenntnis genommen, die im Völkerbundsrat zur Frage der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Saatgebiet während der Abstimmungsperiode abgegeben worden sind. Sie ist ihrerseits zwar der Ansicht, daß die Verhältnisse im Saargebiet eine Heranziehung auswärtiger Kräfte Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung nicht twendig erscheinen lassen; sie will sich aber leichwohl damit einverstanden erklären, daß, sofern der Rat dies beschließt, neutrale internationale Kontingente in angemessener Stärke zu dem erwähnten Zweck ins Saargebiet entsandt werden.“ Eine Anordnung des Saarbevonlmächtigten des Reichskanzlers Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Bürckel, erläßt folgende Anordnung: „An alle SA- und SS=Männer im Reich. Kommunisten und Emigranten versuchen unter dem Hinweis, daß aus dem Reich„größere Trupps“ von SA- und SS=Männern in das Saargebiet kämen, die Oeffentlichkeit wieder von angeblichen deutschen Putschabsichten zu unterrichten. Um auch diese Zweckmeldung von vornherein entsprechend zu beleuchten, wird angeordnet: Allen SA= und SS=Männern ist es strengstens untersagt, in das Saargebiet einzureisen, gleichviel aus welchem Grunde dies geschehe, es sei denn, daß es sich um Abstimmungsberechtigte handelt. Diese haben sich selbstverständlich an den vorgeschriebenen Einreisetermin zu halten. Wer trotz dieser Anweisung den Versuch macht, in das Saargebiet einzureisen, wird von der zuständigen Parteidienststelle sofort zur Rechenschaft gezogen.“ Feuer in einem Wanderkino Jurchtbare Panik in der zum Kino hergerichteten Scheune 36 Verletzte, 6 Tote Fortsetzung der Saarberatung Laval, Eden und Litwinow sprechen Der Bölkerbundsrat nahm am Donnerstag nach kurzer Debatte, in der Laval, Eden, Litwinow und andere dem Dreier=Ausschuß ihren Dank aussprachen, den Bericht des Ausschusses einstimmig an. Nach einer kurzen Geheimsitzung setzte der Völkeroundsrat Donnerstag vormittag die Beratung des Saarberichtes fort. Als erster gab der französische Außenminister Laval eine Erklärung ab. Er betonte nach einem Dank an den Saar=Ausschuß, Frankreich stimme den Vorschlägen des Dreier=Ausschusses in vollstem Maße zu. Der Bericht sei im Geiste der Unparteilichkeit und der Voraussicht abgefaßt, die Frankreich immer gewünscht habe. Frankreich habe bei dieser Gelegenheit seine Verständigungsbereitschaft bewiesen. Laval erwähnte kurz die neuen Garantien, die durch die besonderen Schreiben der deutschen und französischen Regierung festgelegt worden Dann zing Laval zur Frage des Status quo über. Er wiederholte noch einmal wörtlich seine Erklärung in der Kammer, wo er betont hatte, daß für den Fall einer Volksabstimmung zugunsten des Status quo die volle Souveränität über das Saargebiet rechtlich und tatsächlich auf den Völkerbundsrat übergehen würde Wenn eines Tages die Saar=Bevölkerung den Wunsch haben sollten zum Reich zurückzukehren, dann wäre es Sache des Völkerbundsrates, darüber zu entscheiden Und wenn man ihn frage, wie sich Frankreich dann dazu stellen werde, so könne er erklären: Frankreich werde sich dem nicht widersetzen Zum Schluß rühmte Laval nochmals den großen Erfolg, der durch die in Rom gefundene Verständigung erreicht sei Wenn Deutschland den gleichen guten Willen wie Frankreich zeige, so werde die Froge eine glückliche Lösung sinden, Ein folgenschweres Feuer brach am Mittwochabend in einem Vorort von Perpignan in Frankreich aus. Ein Wanderkino hatte für den Abend eine große Scheune gemietet, um dort eine Vorstellung zu geben. Der Vorführungsapparat war an dem Ausgang der Scheune aufgestellt worden und mehrere hundert Personen wohnten der Vorstellung bei. Plötzlich fing ein Film Feuer. Das Feuer griff sofort auf einige Strohvorräte über, die in einem Teil der Scheune noch aufbewahrt wurden. Die Anwesenden, die von einer Panik ergriffen wurden, versuchten durch den einzigen Ausgang ins Freie zu gelangen, mußten aber dabei buchstäblich durch das Feuer springen, um die rettende Tür zu erreichen und ins Freie zu gelangen. Etwa 50 Personen, zum größten Teil Frauen und Kinder, erlitten zum Teil sehr schwere Brandwunden. Die Opfer erhielten die erste Hilfe in einem Kaffee und wurden von dort in das Krankenhaus von Perpignan gebracht. Von den verletzten Personen haben 20 nach Anlegung eines Verbandes nach Hause gehen können. 36 Personen wurden am Hals, Gesicht und Händen so schwer verbrannt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten, wo die Aerzte die ganze Nacht hindurch mit ihrer Behandlung beschäftigt waren. Eine gerichtliche Untersuchung ist von der Polizei eingeleitet. Donnerstag vormittag ist ein Kind im Krankenhaus von Perpignan an seinen Brandwunden gestorben. Im Laufe des Donnerstags sind vier Kinder und eine Frau an ihren Brandwunden gestorben, so daß bisher 6 Menschenleben zu beklagen sind. Man nimmt an, daß noch weitere Todesfälle zu erwarten sind, da sich mehrere Kranke in hoffnungslosem Zustande befinden. Febei Arbener huse Anneeranft Das Gesetz über die Unterkunft bei Bauten Infolge des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung hat die Zahl der Arbeiter stark zugenommen, die während ihrer Beschäftigung bei großen Bauvorhaben außerhalb ihres Wohnortes an der Baustelle selbst untergebracht werden müssen. Die Baustellen liegen bei Wasserstraßen=, Landstraßen=, Landgewinnungsarbeiten und andere meist im freien Gelände. Für viele Arbeiter ist es nicht möglich, täglich ihre entfernte Wohnstätte aufzusuchen, insbesondere, da für diese Arbeiten häufig auch Arbeitskräfte aus den Großstädten und sonstigen arbeitspolitisch schwierigen Gebieten herangezogen werden. Die Reichsregierung legt entscheidenden Wert darauf, daß diesen Volksgenossen angemessene Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Bisher bestanden dafür keine einheitlichen Vorschriften; es gab nur einige Verordnungen in einzelnen Ländern. Bei der gesteigerten Bedentung der Frage ergab sich die Notwendigkeit einer einheitlichen gesetzlichen Regelung für das grslamte Reichsgebiet.,. ars6fhächstem Dem von der Reichsregierung verabschiedeten Gesetz zufolge müssen die Unternehmer den in Frage kommenden Arbeitern Unterkünfte in der Nähe der Baustelle beschaffen. Zu einem werden Räume in vorhandenen Gebäuden dafür benutzt werden können, in sehr vielen Fällen werden aber gemeinsame Unterkünfte behelfsmäßig aufgestellt werden müssen. Jeder Unternehmer eines Baues hat Schlaf= und Aufenthaltsräume bereitzustellen, die nicht nur gegen die Unbilden der Witterung schützen, sondern auch die Arbeitsfreude erhalten sollen. Die Anordnungen im einzelnen wird der Reichsarbeitsminister in einer Durchführungsverordnung treffen. Als Muster werden die Baracken des Freiwilligen Arbeitsdienstes dienen, die sich in zahlreichen Fällen bewährt haben und auch geeignet sind, ein erfreuliches Gemeinschaftsleben zu pflegen. Die Errichtung der Unterkünfte wird die Kosten nicht übersteigen, die der Unternehmer auch bisher schon für solche Zwecke aufzuwenden hatte. Die Durchführungsverordnung wird tunlichst bald, voraussichtlich Mitte Dezember erlassen werden. Aoschluß eines französisch=russischen Abrommens Wie nachtrüglich in Genf berannt wird, ist zwischen dem französischen Außenminister Laval und dem russischen Volkskommissar Litwinow ein Vertrag geschlossen worden, worin Rußland und Frankreich sich verpflichten, keine Verhandlungen über zweiseitige Verträge zu führen, ohne sich vorher miteinander in Verbindung zu setzen und zu besprechen. Der sowjetrussische Volkskommissar Litwinow schloß sich dem Dank an Aloisi und seine Mitarbeiter an und suchte dann in längeren Ausführungen vom Standpunkt des Selbstbestimmungsrechtes der Völker aus die Möglichkeit einer zweiten Abstimmung im Falle der Einführung des Status quo als völlig natürlich hinzuLitwinow sprach der Vertreter Polens Komarnicki, der den beiden an der Saarfrage besonders interessierten Parteien den Glückwunsch seines Landes für die erzielte Verständigung aussprach.....“ Gstn 8. Nach ihnen dankte Knox im Auftrage der Sarrregierung dem Dreier=Ausschuß für seine Arbeit und erklärte, daß die öffentliche Meinung des Saargebietes mit Befriedigung von dem Bericht Kenntnis genommen habe. Das Schlußwort sprach der Ratspräsident Benesch. Auch er beglückwünschte im Namen des Rates die drei an den Verhandlungen beteiligten Mächte und den Dreier=Ausschuß: er müsse auch der Regierungskommission des Saargebietes und vor allem ihrem Präsidenten sowie der Abstimmungskommission des Saargebietes und vor allem ihrem Präsidenten sowie der Abstimmungskommission für das schwierige Werk besonders danken, das sie auf sich genommen hätte. Benesch unterstrich dann als Ratspräsident die Bedeutung der Erklärungen Lavals über die Haltung seines Landes im Falle der Fortdauer des gegenwärtigen Regimes. Der Rat, so schloß Benesch, hofft, wünscht und verlangt, daß die von beiden Seiten abgegebenen Verpflichtungen mit gutem Willen durchgeführt werden. Als letzter Redner dankte Baron Aloisi für die seiner Arbeit gezollte Anerkennung und sprach als italienischer Delegierter die Hoffnung aus, daß die Einigung über die wichtigen und nichttechnischen Fragen eine günstige Stimmung im Saargebiet auslösen und eine Atmosphäre schaffen werde, in der die Saarbevölkerung sich frei darüber aussprechen könne. unter welche Souveränität sie zu treten wünsche. Der Vorsitzende Benesch stellte sodann fest, daß der Bericht vom Rat einstimmigange nommen worden sei. entsprechend dem Willen der Saarbevölkerung. Dann würde die Frage auch zu keinen internationalen Schwierigkeiten führen. Nach Laval sprach sofort der englische Großsiegelbewahrer Eden. Auch er betonte, daß England die Vorschläge des Dreier=Ausschusses ihrem vollen Inhalt nach annehme. Dann schloß er sich dem Lob für den Saar=Ausschuß und besonders für Baron Aloisi ausdrücklich an. Er hoffe, daß die Zusammenarbeit der beiden beteiligten Staaten in Rom ein gutes Vorzeichen für die späteren Beziehungen zwischen den beiden Staaten und für die friedliche Entwicklung in Westeuropa sei. 2000 Mann Saarpolizei? Der Beschluß des Völkerbundsrates. unter gewissen Umständen internationale Polizeitruppen ins Saargebiet zu entsenden, wird von der englischen Presse im allgemeinen mit Befriedigung aufgenommen. Die Tatsache, daß durch diese Entscheidung die Möglichkeit eines so ernsten Ereignisses wie des Einrückens französischer Truppen in das Saargebiet ausgeschaltet wird, muß natürlicherweise die schwere Sorge, die in unterrichteten Londoner Kreisen im Hinblick auf den 13. Januar herrschte, zu einem großen Grade beseitigen. Allerdings kommt fast in allen Blättern das Erstaunen zum Ausdruck, daß England sich bereit erklärt hat, sich mit einem Kontingent zu beteiligen.„Daily Mail“ glaubt, daß die Polizeitruppe 2000 Mann nicht überschreiten und daß England sich mit 500 Mann beteiligen wird. „Times“ erklärt in ihrem Artikel über Genf, die frühere Haltung der französischen Regierung sei von der britischen Regierung weder abfällig kritisiert noch vollkommen unterstützt worden. Es sei bekannt gewesen, daß Frankreich zum Polizeidienst an der Saar nur im Ramen des Völkerbundes und nur im Falle von Unruhen bereit Die deuscho nulturpelan Rede Dr. Goebbels'— Stellungnahme zum Fall Furtwängler-Hindemich zu dienen und dem Zeitgeist nahezubleiben, nackte Frauen auf der Bühne in obszönster und kitschigEin Jahr.(Frauen auf der Bühne, Sei der Jodestundo, u, ,„ G. iner, Sngrt, se dabei zur Verspottung eine..—.. kammer am Donnerstagageno im Berliner Sportpalast sprach Reichsminister Dr. Zum Beginn seiner Rede wies er auf die Entstehungsgeschichte der Reichskulturkammer hin. Unsere erste Aufgabe bestand darin, aus dem Wirrwarr der Vereine und Verbände eine klare und homogen wirkende Organisationseinheit zu schaffen. Die Meinungs= und Rr.,. sie dabei zur Verspottung eines feigen Geschlechts, das zu schwach ist, sich dagegen aufzulehnen, mit den mißtönenden Dissonanzen einer musikalischen Nichtkönnerei umgeben. Unsere altdeutschen Meister werden sich dafür bedanken, in solchem Zusammenhang genannt zu werden. Und wenn sich die musikalische Jugend in Deutschland dazu bekennt, so ist das nur ein schaffen. Die Meinungs= und Richtungsstreitig= in Deutschland dazu bekennt, so die seit mehreren Jahrzehnten das beutsche! Beweis dafür, wie notwendig es ist, rücksichtslos seiner vollkommenen Ver= dagegen anzugehen. Wir jedenfalls vermögen Kunstschaffen bis zu semer Lonlonmenei Errödung ausgefullt hatten, durften auf dem Boden dieser großen neuen Organisation keineswegs ein neues Betätigungsfeld finden. Ein Ideenwechse: bedingt einen Personenwechsel. Wir sind in dieser Umstellung der Kräfte nicht kleinlich verfahren. Aber es kann und darf der nationalsozialistischen Bewegung und ihren Wortführern nicht verwehrt werden, zum deutschen Kulturstand eindeutig und kompromißlos Stellung zu nehmen. Es entspricht nicht der Loyalität, die der schaffende Künstler dem neuen Staate schuldet, wenn nationalsozialistische Forderungen, die im Geiste der kämpfenden Bewegung ihre Rechtfertigung finden, als von gewissen Kreisen kommend, verdächtigt und mißkreditiert werden. Denn der Nationalsozialismus ist nicht nur das politische und soziale, sondern auch das kulturelle Gewissen der Nation. 645 65. Es bedeutet auch keinen Freivrief fur jenen Nachmuchs, der als Wortführer einer vergangenen Epoche fungierte, daß er sich der väterlichen Patronanz unbestrittener Künstler, die es in diesem Falle an dem nötigen politischen Instinkt ermangeln lassen, erfreut. Man kann weltanschauliche Entgleisungen schlimmster Art aus der Vergangenheit nicht damit entschuldigen, daß man sie als Jugendwerke abtut, bei denen ihr Schöpfer und Vater noch gar nicht wußte, ob er überhaupt Maler oder Komponist werden wollte. Verantwortlich dafür ist nicht der vielberufene Zeitgeist, sondern der Künstler selbst, der mit seiner Person und mit seinem Namen hinter dem Berk steht....... 96 ham Gant Und es heißt Logit und Verstand auf den Kopf stellen, wenn man behauptet, eine Epoche verlange eben nach Sensationen, und der Künstler sei deshalb verpflichtet, Sensationen zu machen. Das eben nennen wir Konjunktur: Mit den Wölfen heulen und dem sogenannten Zeitgeist zu opfern aus dem Bestreben, oben zu bleiben. Und es ist nicht wahr, daß Richard Wagner, um Erlösungsdramen zu schreiben, die versönlichen und zeitlichen Voraussetzungen dafür nötig hatte, sondern wahr ist, daß er diese Voraussetzungen selbst erst geschaffen hat. Denn für ihn galt sein eigener Satz, daß„Deutsch=Sein“ eine Sache um ihrer selbst tun heiße“, nicht als Phrase oder billige Redensart, sondern als Lebensprinzip. das er in seinen Kampf= und Dulderjahren hundert= und tausendfach durch persönliches Opfer zu erhärten bereit war. Mag sein, daß nachfolgende Werke die Sünden vorangegangener wiedergutzumachen versuchen. Was aber liegt näher, als daß der Nationalsozialismus sich dann eine Bewährungsfrist ausbedingen muß, in der es sich zeigen soll, ob der Mann von gestern oder der Mann von heute der echte und wahre ist Tachnische Reisterschaft entschuldigt nicht etwa, sondern verpflichtet! Es ist dann bequem und billig, zu behaupten, es handele sich dabei um schnell hingeschriebene Gelegenheitswerke. Das ist es ja, daß Gelegenheit nicht nur Diebe, sondern auch Mufiker macht, die, um der Sensation 405-3r% B.„ Vorwärtsweisende noch dabei zu entdecken; wir verwahren uns auf das energischste dagegen, diesen Künstlertypus als deutsch angesprochen zu sehen und buchen die Tatsache seines blutsmäßig rein germanischen Ursprunges nur als drastischen Beweis dafür, wie tief sich die jüdisch=intellektualistische Infizierung bereits in unserem eigenen Volkskörper festgefressen hatte. Das festzulegen, hat nicht das mindeste mit politischem Denunziantentum zu tun. Wir sind erhaben über den Verdacht, wahrer und echter Kunst kleinliche und schikanöse Vorschriften machen zu wollen. Gewiß können wir es uns nicht leisten, angesichts der auf der ganzen Welt herrschenden, unsäglichen Armut an wahrhaft produktiven Künstlern, auf einen echten deutschen Künstler zu verzichten. Aber es soll dann eben ein wirklicher Künstler sein, kein atonaler Geräuschemacher. mußte gesagt werden, um in dem Widerstreit der Meinungen Klarheit zu schaffen. Wir haben lange geschwiegen, weil wir glaubten, daß es der deutschen Kunst nicht zuträglich sei, alte, kaum vernarbte Wunden aufzureißen. Wo es sich aber um weltanschauliche Grundforderungen unseres Glaubens handelt, da wäre Schweigen Sünde und kampfloses Hinnehmen Aufgabe der eigenen Sache. Wir befinden uns da auch in Meinungsgleichheit mit all den unzähligen deutschen Künstlern, Musikern, Malern, Baumeistern und Dichtern, die in den vergangenen Jahren furchtbarsten deutschen Verfalls in Armut und Not, aber inbrünstiger Hoffnung und zuversichtsvoll, auf den Anbruch einer neuen Epoche warteten und lieber der Zeit zum Opfer gefallen wären, als daß es ihr künstlerischer Stolz zugelassen hätte, mit der Zeit faule promisse abzuschließen. Sie dürfen heute das Bewußtsein haben, auf ihrem Gebiet die wahren tigen Bahnbrecher eines neuen Jahrhunderts gewesen zu sein. Sie haben das Recht, sich, wenigstens was ihren Charakter und fhre kulturelle Haltung anlangt, in die Reihe unserer großen Meister einzureihen. Dr. Goebbels ging dann sehr ausführlich und in allen Einzelheiten auf die erfolgreiche Arbeit der verschiedenen Abteilungen der Reichskulturkammer, so der Reichsmusikkammer, der Reichskammer der bildenden Künste, der Reichstheaterkammer, der Reichsschrifttumskammer, der Reichspressekammer, der Reichsrundfunkkammer, der Reichsfilmkammer usw. ein. Der Minister betonte dann weiter: Lassen Sie mich demgegenüber auch kurz von den Sorgen reden, die uns bewegen. Auf dem Gebiete der Musik und Over gilt es. den Spielplan zu aktualisieren und ihn durch Qualitätswerke junger, moderner Musiker wirkungsvoll zu bereichern. Dieses Bestreben jedoch muß begleitet sein von einem rücksichtslosen Kampf gegen jene Art von Nichtskönnern, die hinter einer modischen Dissonanzensucht ihre eigene Unzulänglichkeit zu verbergen suchen. Dasselbe gilt für die bildende Kunst, die ja am meisten unter den Experimentierkunststücken wildgewordener Farben= und Steinklexer zu leiden hatte. Der Führer selbst hat der edlen Baukunst nicht nur schöpferische, sondern auch materielle Initiative zurückgegeben, so daß wir hier besonders imponierende Werke für die nächsten Jahre zu erwarten haben. Dem Theater fehlen noch in weitem Maße die Dichter der Zeit. die die Kraft besitzen, die großen tragischen Spannungen unserer Evoche für die Bühne zu gestalten. Solange sie auf sich warten lassen, wird es geboten sein. vor allem in einer von modernem Geist erfüllten Pflege der Klassiker die darstellende Kunst zur letztmöglichen Reise der geformten Schau emvorzuführen. Das Schrifttum leidet immer noch an den letzten Auswirkungen einer verächtlichen Konjunkturliteratur. deren schlimmste Erscheinungen wir allerdings schon beseitigt haben. Diesen vatriotischen Schund zu überwinden und an seine Stelle die wirklich gekonnte Darstellung der großen nationalen Lebensimpulse unserer Zeit vorrücken zu lassen. ist das Gebot der Stunde. Die Presse ist sichtbar in ihre Aufgabe hineingewachsen. Der ewige Streit zwischen Verleger und Schriftleiter konnte von uns noch nicht restlos beseitigt werden; endgültig zu überwinden ist er Goltfried Jeder im Auhestand Der Führer und Reichskanzler hat den Staats sekretär im Reichswirtschaftsministerium Dipl.= Ing. Professor Gottfried Feder unter gleichzeitiger Abberufung von dem Amt als Reichskommissar für das Siedlungswesen unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Das Reichsarbeitsministerium oberste Reichsinstanz für das Siedlungs= und Wohnungswesen Nach einem Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 4. Dezember 1934 gehen die Aufgaben des Reiches und Preußens zur Förderung des deutschen Siedlungswesens, der Reichs= und Landesplanung und der Kleinsiedlung im Reich und in Preußen auf den Reichsarbeitsminister über. Als beratendes Organ in Fragen des Siedlungs= und Wohnungswesens kann der Reichsarbeitsminister einen„ständigen Siedlungsbeirat“ errichten. Die Aufgaben des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft auf dem Gebiete der Neubildung deutschen Bauerntums bleiben unberührt. Hertsalt der Ennerhsusthnnnstertel. Neuer Schritt zur Verreichlichung der Justiz Durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 ist die Justizhoheit auf das Reich übergegangen. Die Verwaltung der Justiz durch die Länder kraft Auftrages des Reiches ist ein Uebergangszustand, der fortschreitend überwunden werden muß. Den ersten Schritt bildete die Beauftragung des Reichsministers der Justiz mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Justizministers und die organisatorische Vereinigung der Justizministerien des Reiches und Preußens. Das Reichskabinett verabschiedete in seiner Sitzung vom 4. Dezember ein zweites Gesetz zur Ueberleitung der Rechtspflege auf das Reich, durch das ein weiterer Schritt zur Vereinheitlichung der Justiz getan wird. Mit diesem Gesetz übernimmt das Reich auch in den außerpreußischen Ländern die unmittelbare Leitung der Justizverwaltungen. Das Gesetz überträgt die Zuständigkeit der obersten Justizbehörden dieser Länder unter Fortfall der Landesjustizministerien auf den Reichsminister der Justiz. Damit werden war. Aver diese Bereitschaft habe sehr natürliches Mißtrauen in Deutschland erregt. Der deutsche Einwand, daß Frankreich zu interessiert sei, um ein geeigneter Vertreter des unparteiischen Völkerbundsrates zu sein, sei unbestreitbar sehr stichhaltig gewesen. In den letzten acht oder 14 Tagen aber sei es deutlich geworden, daß der neue französische Außenminister Laval daran sei, bessere Beziehungen zu Deutschland herzustellen. Richts sei willkommener gewesen als die Anzeichen einer Annäherung zwischen den beiden Ländern. Der Verdacht geheimer französischer Absichten in der Saarfrage sei von Laval in die Luft gesprengt worden, und dieses bessere Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich sei in sich selbst eine vollständige Rechtfertigung der britischen Entscheidung, an der dem Lordsiegelbewahrer Eden der Löwenanteil gebühre. Ebenso findet„Morning Post“, der Plan sei gut und geeignet, die Sorgen vor der kommenden Saarabstimmung zu beschwichtigen. Die gesunde Vernunft, die sich endlich in der Saarfrage durchsetzte, sei ein gutes Vorzeichen für die dringend notwendige Besserung der internationalen Atmosphäre in Europa. Auch in der französischen Presse hat der Verlauf der Genfer Beratungen allgemeine Befriedigung ausgelöst. Die Haltung des französischen Außenministers wird allgemein gebilligt. Man begrüßt es, daß er Frankreich eine schwere Last genommen und dem Frieden in Europa gleichzeitig einen großen Dienst erwiesen habe. Die Zustimmung Englands hat einigermaßen überrascht. Man fragt sich welche Hintergründe die englische Regierung gehabt habe, da sie sich bisher stets geweigert habe, sich zu stark in festländische Angelegenheiten einzumischen. mission des Saargebietes über die Der„Excelsior“ spricht die Vermutung aus, 1 für die Entsendung und den Aufenthalt der indaß vielleicht auch sowjetrussische Trup=ternationalen Truppenabteilungen zu sprechen. pen als Polizeistreitkräfte ins Saargebiet geschickt werden. Pertinax rechnet im„Echo de Paris“ nicht mit dieser Möglichkeit, da der sowjetrussische Vertreter nicht zu einer Beteiligung aufgefordert worden sei und auch nicht aufgefordert werden würde. Die italienische Presse nimmt den Beichluß des Völkerbundsrates über die etwaige Entsendung von Polizeistreitkräften in das Saar. gebiet mit Befriedigung auf. In Genfer Kreisen lege man dem Beschluß großen Wert für die europäische Wiederannäherung überhaupt bei. Es sei das erste Mal, so sage man auf Seiten der Franzosen, daß der Völkerbund einen kühnen Entschluß gefaßt habe. Die gesamte saardeutsche Oeffentlichkeit beschäftigt sich eingehend mit den Ergebnissen der Genfer Ratstagung und stellt mit Befriedigung fest, daß die Möglichkeit einer zweiten Abstimmung nach dem eindeutigen Wortlaut des Abkommens ausgeschlossen ist. Die„Saarbrücker Zeitung“ nimmt zu der Erklärung Lavals, daß Frankreich auf die Entsendung von Polizeitruppen im Saargebiet verzichte, Stellung und sieht darin eine ritterliche Geste, die dazu beitragen werde, die Saarfrage im Geiste der Gerechtigkeit und Versöhnlichkeit zu lösen. Nach in Genf vorliegenden, als zuverlässig geltende Nachrichten haben Sowjetrußland und die Tschechoslowakei dem Völkerbundsrat mitgeteilt, daß sie auf die Entsendung etwaiger Kontingente aus ihren Ländern an die Saar verzichten. Der englische General Temperley, der militärische Sachverständige Englands in Abrüstungs= fragen, ist, wie man weiter erfährt, von London nach Genf abgereist, um mit der Regierungskommission des Saargebietes über die Bedingungen die Justizverwaltungen der Länder und des Reiches in der Spitze zu einer einheitlichen Reichsjustizverwaltung zusammengefaßt. Das Gesetz geht davon aus, daß der Reichsminister der Justiz in den Ländern die Justiz unmittelbar leitet, gibt ihm jedoch für die Uebergangszeit die Befugnis, für einzelne oder mehrere Länder oder Landesteile Beauftragte zu bestellen, die die Bezeichnung„Beauftragte des Reichsministers der Justiz“ führen. Diese Beauftragte leiten ihre Dienststellen als Abteilungen des Reichsjustizministeriums nach den Weisungen des Reichsjustizministers. Die Einrichtungen, Beamten und Hilfskräfte der früheren obersten Landesbehörden stehen dem Beauftragten als Dienststellen zur Verfügung..„ Auf Grund des Gesetzes hat der Reichsminister der Justiz durch Verordnung vom 5. Dezember 1934 mit Wirkung vom 1. Januar 1935 folgende Abteilungen des Reichsjustizministeriums gebildet: 1. Reichsjustizministerium Abteilung Bayern, 2. Reichsjustizministerium Abteilung SachsenThüringen, 3. Reichsjustizministerium Abteilung Württemberg=Baden, 4. Für die Länder Hamburg, Mecklenburg, Oldenburg(ohne Birkenfeld), Bremen und Lübeck: Reichsjustizministerium Abteilung Nord. Die Befugnisse der Länderjustizverwaltungen in den Ländern Hessen, Braunschweig, Anhalt und beide Lippe werden von der Reichsjustizverwaltung unmittelbar übernommen werden. durch Verständnis beider füreinander und erhöhte Arbeitsgemeinschaft, in der weder der eine der herzlose Brotgeber oder lediglich der Zahlmeister. noch der andere der Schreibkuli oder der Federsuchser ist. Der Rundsunk leidet an ewigen Programmsorgen: er muß für Millionen Menschen täglich geistige Kost in Hülle und Fülle bereithalten. Darunter senkt sich manchmal das Niveau, andererseits aber sind vielfach die Ansprüche, die man an dieses modernste Institut der öffentlichen Meinung stellt, zu hoch gesteckt. Es muß gewissermaßen nach dem Grundsatz handeln:„Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen!“ Es muß ein Volksfunk im wahrsten Sinne des Wortes sein und bleiben. Der Film ist vielfach aus ein Niveau herabgesunken, das künstlerisch garnicht mehr diskutiert werden kann. Es ergab sich hier kürzlich die Notwendigkeit, behördlicherseits mit drakonischen Maßnahmen zuzugreifen, um jener verantwortungslosen Clique ein Alarmsignal zu geben, die da Witzlosigkeit mit Laune und gekurbelte Blödheit mit Unterhaltung verwechselt. Hier suchen wir in ernster Zusammenarbeit mit allen für die Zukunft des deutschen Films in Frage kommenden Kräften jene tragisch=heroischen Stoffe. die unserer Zeit Gesicht und jene heiter beschwingten Vorwurse, die diesem Gesicht den versöhnenden Zug geben. Alles in allem genommen, können wir jedoch mit der Gesamtentwicklung zufrieden sein. Wir haben keine Berge versetzt und keine Wunder gewirkt, aber was nach menschlichem Ermessen erwartet werden konnte, das haben wir erreicht. Die deutsche Kunst ist im Begriff, sich zu einer wirklichen Darstellung leidenschaftlich bewegter Weltanschauung emporzuheben. Noch einmal glaube ich die Hoffnung wiederholen zu müssen, daß die kommenden großen Musiker, Bildhauer, Baumeister, Maler und Dichter bereits auf dem Wege sind. Daß man sie noch nicht vernimmt, ist kein Beweis dafür, daß sie nicht da sind. Jede große Kunst braucht Zeit. Unterdes aber wollen wir die großen Werte echter deutscher Kunst an das Volk heranbringen, auf daß das Volk sich wieder zur Kunst zurückfinde. Beide können nicht ohne einander leben und gedeihen. Das deutsche Künstlertum aber insgesamt verneigt sich in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor dem Führer, dessen künstlerischer Dämon der deutschen Politik den mitreißenden Zug und dessen Politik der deutschen Kunst den leiden. schaftlichen Impuls gab. Glücklich ein Künstlertum, das über sich einen Staatsmann weiß, der ihm nicht nur kraft seines Amtes, sondern auch kraft seines Herzens und kraft seiner glühenden Hingabe verfallen ist! Die Größe des Nationalsozialistischen Aufbauwerkes im Politischen gibt Vorstellung und Umriß der Größe des kulturellen Aufbauwerkes, an dessen Anfang wir stehen. Im Zuge des Geistes marschieren wir alle nach dem Gesetz, nach dem wir angetreten sind. Adolf Hitler zeigt uns den Weg! Das Gesetz gibt dem Reichsminister der Justiz ferner das Recht, die Befugnisse der bisherigen obersten Landesbehörden auf nachgeordnete Behörden zu übertragen, wozu in manchen kleineren Ländern mit starker Zentralisation Anlaß gegeben sein wird. In Betracht kommt hier namentlich die Uebertragung der Zuständigkeit auf die Provinzialbehörden(Präsident der Oberlandesgerichte und Generalstaatsanwälte). Das Gesetz trifft Vorsorge, daß diese Provinzialbehörden sogleich mit den erforderlichen Mitarbeitern versehen werden können. Es sollen zu diesem Zweck entsprechende Kräfte von den obersten Landesjustizbehörden abgezweigt werden können. Die vollständige Vereinigung der Landesjustizverwaltungen mit der Reichsjustizverwaltung bleibt einem späteren Schritt vorbehalten. Dies gilt insbesondere für die Uebernahme der Justizhaushalte auf den Haushalt des Reiches. Bis dahin schreibt das Gesetz vor, daß die im Landeshaushalt für die bisherigen obersten Landesjustizbehörden bereitgestellten Mittel dem Reichsjustizministerium zur Verfügung stehen. Bis dahin bleiben auch die beamten= und verwaltungsrechtlichen Verhältnisse der Landesjustizbehörden unberührt. In wenigen Zeilen Am„Tage der nationalen Solidarität“ veranstaltet die Wehrmacht in allen Standorten eine eigene Sammelaktion innerhalb der militärischen Verbände. Die gesammelten Beträge werden der Reichsführung des Winterhilfswerks zugeführt.— Unberührt davon bleibt die Beteiligung der Beamten des höheren Dienstes der Wehrmacht an der unter. Führung des Reichsministers für Volksaufklärung und Provaganda stattfindenden allgemeinen Sammelaktion. Im Haag wurde ein neuer Verrechnungsvertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden unterzeichnet, der mit Wirkung ab 1„Dezember vorläufig angewandt werden wird. Der Finanzausschuß der französischen Kammer hat am Mittwoch die Kredite für die Saarabstimmung gutgeheißen. Es handelt sich dabei um einen Betrag von 10 Millionen Frane als Beitrag Frankreicho für die Unkosten der Abstimmung usw. Der neue Rektor der tschechischen Universität. Pros. Dr. Drakovyky, wurde Mittwoch in sein Amt eingeführt. Bei der Feierlichkeit wurden dem neugewählten Rektor die historischen Insignien der deutschen Universität übergeben. Der memelländische Landtag ist auf den 13. Dezember zu der angekündigten außerordentlichen Sitzung einberufen worden. Das javanische Kabinett hat beschlossen, den Reichstag auszulösen, falls die SeiyukatPartei ihre Opposition gegen den Haushalt fortletzt Nr. 286(Zweites Blatt) Freitag, 7. Dezember 1934 PI Bosaterr Schwerte(Ruhr), Freitag den 7. Dez. Die Zeitung ist ein um so lieberer Gast, je unwirtlicher es außer dem Hause wird. Wie gemütlich ist es. abends bei der Lampe Schein warm und mollig im Stübchen zu sitzen und alles in Ruhe mitzuerleben, was draußen in der großen Welt vorgeht! Es ist gar nicht auszudenken, wie öde der Herbst= und Winterabend sein würde, wenn das Blatt der Neuigkeiten fehlen würde! Wohl schimpft mancher ein weidliches auf die Presse und sagt ihr nach, daß ste— lüge. Aber woher bezieht denn heute ein Blatt sein Material: Von unzähligen Menschen in nächster Nähe und weitester Ferne! Es ist einer Zeitung einfach ganz unmöglich, eine jede Nachricht auf ihre absolute Wahrheit hin zu prüfen; was sie ihren Lesern vorsetzt, hat sie in gutem Glauben von ihren Mitarbeitern, auch den Behörden, übernommen und bringt es auf die Gefahr hin, sich morgen eine Berichtigung nötig macht. Wollte und könnte man übrigens Vergleiche ziehen zwischen dem, was auf der Welt geredet und was geschrieben wird, so würde ganz ohne Zweifel das Geschriebene viel mehr den Tatsachen entsprechen als das Gesprochene, also viel weniger sorgfältig Abgewogene. Ganz mit Unrecht werden irgendwelche Notizen urteilsschwachen Leute als„leere Erfindungen“ bezeichnet; dies ist schon nicht möglich, weil eine Zeitung unter der großen Kontrolle seiner vielen Leser, maßgebender Persönlichkeiten und der Behörden steht. Man schätze und achte sein Blatt und betrachte es als einen lieben Freund, der für ein„Trinkgeld“ in außerordentlicher Reichhaltigkeit belehrt und unterhält und ein Spiegelbild vom großen Geschehen der Welt gibt. Würden die Zeitungen fehlen, so würden wir in Kürze in den Zustand der Barbarerei zurücksinken; immer ist das humanste und gebildetste Volk dasjenige, das verhältnismäßig über die meisten Zeitungen verfügt. Vom Wetter Wetteraussichten für Freitag: Mäßige Winde aus wechselnden Richtungen, zeitweise Aufklaren, nur vereinzelt leichte Niederschläge, nach jächtlichem stärkerem Temperaturrückgang agsüber durchweg milder. Wetteraussichten für Sonnabend: Bei Drehung des Windes nach südwestlichen Richtungen erneute Bewölkung und Temperaturzunahme sowie starker Niederschlagsneigung. Leiche aus der Ruhr geborgen Wer ist der Tote? Schwerte, 7. Dez. Gestern wurde die Leiche eines unbekannten Mannes aus der Ruhr geborgen. Die Leiche wurde durch einen der Brückenpfeiler der Ruhrbrücke festgehalten und konnte dann bei Ergste von Arbeitern geborgen werden. Es handelt sich hier um eine Person im Alter von etwa 40 Jahren. Das Kopfhaar ist rötlich, der Schnurrbart gestutzt. Am linken Mittelfinger fehlen zwei Glieder. Sonst sind keine besonderen Kennzeichen vorhanden Der Unbekannte scheint dem Arbeiterstande anzugehören. Er trug einen Leibriemen. Wertsachen waren, außer einer dünnen Uhrkette nicht vorhanden. Die Leiche muß schon etwa 10 bis 14 Tage im Wasser gelegen haben. Die Schwerter Polizeiverwaltung veranlaßte die Ueberführung in die Leichenhalle des Evangel. Krankenhauses zu Schwerte. Wer zweckdienliche Angaben machen kann, setze sich mit der Polizeiverwaltung Westhofen oder Schwerte in Verbindung. Die nähere Untersuchung wird ergeben, ob hier ein Unglücksfall, Verbrechen oder Selbstmord vorliegt. : Rehpinscher zugelaufen. Wie uns vom Rathaus mitgeteilt wird, ist ein Rehpinscher zugelaufen. Der Hundebesitzer wolle sich unverzüglich bei der Schwerter Polizeiverwaltung melden, damit er das Tierchen wieder zu sich nehmen kann. Sammel=Ergebnisse in Schwerte. In Vereinen und Verbänden werden auch in Schwerte Geldsammlungen auf Reichsgeld= Sammel= listen durchgeführt. So wurden bei der Adventsfeier des Vaterländischen Frauenvereins vom Deutschen Roten Kreuz, Zweigverein Schwerte, am 4. Dezember 1934 44,85 Rm. auf Reichsgeld= Sammelliste gesammelt. Die Sammlung am bunten Abend der II der NS=Frauenschaft(Leiterin Frau Moll) ergab den Betrag von 25 Rm. für die Winterhilfe. Mögen diese Sammel=Ergebnisse anderen Verbänden und Vereinen zum Ansporn dienen. Reichsjägermeister General Göring wiro den Schwerter Eiergurt emnbensen *#Hatond32(reignis als der M. Schwerte, 7. Dez. Die Werbeschau des Vereins der Tierparksreunde Schwerte im Saal und in den Hofräumen des Lokales Wilkes erfreut sich eines regen Besuches. Weiß jetzt doch jeder, daß der Verein den Reinertrag der Werbeschau für den Aufbau der Erholungsund Bildungsstätte im Schwerter Wald benutzen will. Es ist schon mehrmals anerkannt worden, daß die Stadtverwaltung dem Verein ein 7½ Morgen großes Gelände in der Nähe des Freischützes zur Verfügung gestellt hat. Der größte Teil der Mitglieder, die schon jahrelang erwerbslos sind, haben bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Schon im kommenden Jahre kann mit der Eröffnung des Schwerter Tierparkes gerechnet werden. Der Eröffnungstag wird für unsere alte Ruhrstadt insofern auch ein bebeulendes Eleignis, als dei Weiheakt vom Ehrenbürger unserer Stadt, Reichsjägermeister General Göring, dem geistigen Urheber des Tierschutzgesetzes vorgenommen werden wird. Damit der Tierpark bis dahin eine würdige Ausgestaltung erfährt, ist es notwendig, daß sich in Schwerte zahlreiche Gönner finden, welche die kulturellen Bestrebungen der Tierparkfreunde unterstützen. Ein Besuch der Werbeschau, die auch dazu beitragen soll, den Natur- und Vogelschutz zu fördern, kann nicht nur allen Erwachsenen, sondern auch den Schulkindern nicht genug empfohlen werden. Der Verein hat sich unter der Leitung seines Vorsitzenden Josef Schramm eine große Aufgabe gestellt. Die Werbeschau gibt uns aber die Gewißheit, daß der Verein sie erfüllen wird. Große Sammelaktion am Samstag. Am morgigen Tage der nationalen Solidarität werden in Schwerte annähernd 100 im öffentlichen Zum heiteren Kuhlmann=Abend der Ne. kulargemeiner Echwerte Jahresfeier der ASG.„Kraft durch Freude“ dem wohlgelungeSchwerte, 7. Dez. Nech rrm trh### genen Werbeabend der NS. Kulturgemeinde Schwerte und dem erfolgreichen ersten Vortragsabend mit dem Kapitän Lauterbach veranstaltet diese aufstrebende Abteilung der NS. Lemeinschaft„Kraft durch Freude" am 13. Dez. im Saale des Lokales„Im Reiche des Wassers“ einen heiteren Kuhlmann=Abend. Mit dieser Veranstaltung wird die Jahresfeier der NSG.„Kraft durch Freude" verbunden. Der Abend wird so aufgezogen, daß er nicht einer kleinen, sogenannten Kunstgemeinde etwas bringt, sondern die breiten Volksschichten in hohem Maße mit Freude erfüllen wird. Gewähr dafür bietet schon der aus Wanne=Eickel kommende Vortragsmeister. Walter Kuhlmann schöpft aus dem lauteren Brunnen deutschen Humors und ist in den heimatlichen Mundarten zu Hause. Er macht weder faule Witze, noch ist seine Sprache Folge von Aphorismen, nein, die vertrauliche Unbefangenheit dieses schlichten Menschen mit dem durchgeistigten Gesicht wirkt gut, erheiternd, erlösend. Erstaunlich ist es, welch einen Reichtum von Schattierungen er über seine Vorträge, mögen sie ernst oder von sprudelnder Heiterkeit sein, ausschüttet. Einen weiteren künstlerischen Genuß wird der vom Rundfunk her bestens bekannte Eugen Hey aus Münster bereiten. Außerdem wirkt der MGV.„Cäcilia“ Schwerte mit. Zu Gehör werden Lieder von Nellius, Koschat und Kirchl gebracht. Der Vorverkauf findet in der Buchhandlung Braus statt. Für die Mitglieder der RS. Kulturgemeinde berechtigt die Mitgliedskarte zum Eintritt. Die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront haben Vergünstigungen, die aus den Aushängen in den Betrieben hervorgehen. Leben stehende Volksgenossen mit der Büchse für Bedürftige sammeln. Getreu dem Vorbild der Minister werden sie im Zeichen der Solidarität im Kampf gegen Hunger und Kälte stehen. Wir werden morgen eine Liste aller derjenigen Volksgenossen aus dem öffentlichen Leben, die sich in den Dienst der Winterhilfsaktion gestellt haben, veröffentlichen. X Aus den katholischen Vereinen. Nachdem am Sonntagabend die Jungfrauen=Kongregation ihr Winterprogramm durch eine wohlgelungene Theater=Aufführung in bester Weise eröffnet hatte, folgten gestern die Jungmänner=Vereine mit einem Werbe= und Elternabend im großen Saale des Vereinshauses. Neben der stattlichen Zahl Jugendlichen, Eltern und Freunden der Jugend war auch die Pfarrgeistlichkeit erschienen. Die Veranstaltung, die Vikar Münzner mit warmen Worten eröffnete, war von den„NeuDeutschen“ in bester Weise vorbereitet. Im Mittelpunkt des Abends stand eine packende Ansprache des Dompredigers Pater Eliseus aus Münster, der erst der 40000 auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder kath. Jugendverbände gedachte, und dann unter dem Geleitwort„Alles für Deutschland, Deutschland für Christus“ die Aufgaben und Ziele der kath. Jugendbewegung herausstellte. Nachdem der Jugendleiter Dickmann die Unterstützung der Eltern erbeten hatte, wurden prächtige Lichtbilder aus dem Wanderleben der Organisation auf die weiße Wand geworfen. Musik und Gesang, Deklamation und Reigen bildeten ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die Veranstaltung. Inventurverkauf 1935 beginnt am 28. Januar. Der Reichswirtschaftsminister hat soeben Richtlinien für den Inventurverkauf 1935 erlassen. Die Verkäufe beginnen einheitlich im ganzen Reichsgebiet am Montag, dem 28. Januar 1935, die Zahl der Verkaufstage ist auf zwölf Werktage nach obenhin begrenzt. Im übrigen gelten die schon aus der Regelung des Sommerschlußverkaufs bekannten Bestimmungen mit der Einschränkung, daß eine Reihe von Textilwaren nicht modischen Einschlags von den Verkäufen aus. geschlossen wird. Verbilligte Weihnachts= und Neujahrsglückwunschtelegramme im Verkehr mit dem Ausland läßt die Post, wie schon seit mehreren Jahren, auch zum bevorstehenden Fest wieder zu. Die Bedingungen sind die gleichen wie bisher. Die Telegramme werden vom 14. Dezember bis 6. Januar bei allen Telegrammannahmestellen angenommen und frühestens zum Fest zugestellt. Der Absender kann den Text der Glückwunschtelegramme entweder beliebig abfassen oder im Verkehr mit einigen Ueberseeländern und mit Schiffen in See über die Küstenfunkstellen der Vereinigten Staaten von Amerika den gewünschten Text unter einer größeren Zahl von feststehenden Textfassungen auswählen und dabei bestimmen, in welcher der zugelassenen Sprachen(deutsch, englisch, spanisch usw.) das Telegramm für den Empfänger ausgefertigt werden soll. Ein Verzeichnis der deutschen Textfassungen ist beigefügt. Schmuckblattausfertigung ist möglich, soweit das Bestimmungsland Schmuckblattelegramme eingeführt hat. Die Gebühren für die einzelnen Verkehrsbestimmungen sind verschieden, betragen die Hälfte bis ein Drittel der vollen Sätze. Ueber die Einzelheiten geben die Telegrammannahmestellen Auskunft. Es wird bemerkt, daß in diesem Jahr von der Zulassung besonderer Weihnachts= und Neujahrsglückwunschtelegramme im Inlandsverkehr abgesehn wird, weil das Brieftelegramm nach Herabsetzung des Mindestbetrage auf 50 Pfg. jetzt wohlfeile Gelegenheit zu telegraphischen Glückwünschen bietet. Am Sonntag sind die Geschäfte in Schwerte nachm. von 14-19 Uhr für den Verkauf geöffnet. An alle führenden Männer der Partei und des Staates, der freien Berufe, des Kunst= und wissenschaftlichen Lebens im Gau Westf.=Süd Am 8. Dezember wird unter der Leitung des Reichsministers Dr. Goebbels im ganzen Reich der Tag der nationalen Solidarität durchgeführt, an dem ein außerordentliches Sammelergebnis erzielt werden soll. Es wird Ehrensache der an führender Stelle in Bewegung und Staat stehenden Persönlichkeiten sein, daß sie sich an diesem Tage restlos dem WHW. des deutschen Volkes zur Verfügung stellen. Ebenso richten wir an die Volksgenossen, die sonst im öffentlichen Leben eine hervorragende und daher besonders verpflichtende Stellung einnehmen, die Bitte, sich auch ihrerseits an diesem Tage in den Dienst des großen Hilfswerks zu stellen und mitzuhelfen, daß große Not gelindert und leidenden Volksgenossen geholfen wird. gez. Wagner, Gauleiter Westf=Süd gez. Frhr. v. Lüninck, Oberpräsident gez. Brust, Gaupropagandaleiter Taterinn für die Antter Weschosen und Holzen, 7. Dez. Sportliche Auszeichnung. Dem Oberprimaner Werner Ettling, Schüler an der staatlichen Aufbauule in Unna, wohnhaft Holzen, Rosenweg, urde das Reichssport=Abzeichen in Bronze Verllehen. Wandhofen, 6. Dez. Berufsunfall. Der Walzer Ludwig T., wohnhaft Strangstraße, geriet mit einer Hand in die Walzen und zog sch dadurch eine erhebliche Verletzung zu, die irztliche Behandlung erforderlich machte. Westhofen, 7. Dez. Die Ausgaben des Wohlsahrtsamtes Westhofen. Im Monat November betrugen die Wohlfahrtslasten des Amtes Westhofen insgesamt 23 920,48 Rm.(im Vormonat 19544,19 Nm). Es wurden ausgegeben für Wohlfahrtserwerbslose(96 mit 135 Angehörigen) 5621,47 Rm, für Fürsorgearbeiter(90 mit 232 Angehörigen) 9974,10 Rm., für Arbeitslose mit Zusatzunterstützung(61 mit 181 Angehörigen) 1214,445 Rm., für Sozial= und Kleinrentner (72 mit 59 Angehörigen) 3610,45 Rm., für sonstige Unterstützte und Wochenfürsorge(76 mit 69 Angehörigen) 3500,01 Rm. Die Zahl der Hilfsbedürftigen betrug 395 mit 676 Angehörigen, insgesamt 1071 Personen. Im Monat November 1933 war die Zahl der Hilfsbedürftigen hier noch 1510. Westhofen, 6. Dez. Ergebnisdes Weihnachtsabzeichenverkaufs. Im hiesigen Bezirk hat der Verkauf der Weihnachtsabzeichen am Sonntag für die Winterhilfe 214,83 Rm. ergeben. Villigst, 6. Dez. Ergebnis der Personenstandsaufnahme. Die kürzlich abgezaltene Personenstandsaufnahme hat eine Einwohnerzahl der Gemeinde Villigst von 680 Ichmückt kuren lhristbaum 7 en (663) ergeben; davon sind männlich 362(348) und weiblich 318(315). Es entfallen auf Evangelische 586, auf Katholische 92 und auf Andersgläubige 2. Die eingeklammerten Zahlen sind die Ergebnisse der vorjährigen Aufnahme. Ergste, 6. Dez. Polizeibericht. Angezeigt wurden 3 Personen von auswärts, die in total betrunkenem Zustande glaubten, sich durch Gröhlen und lautes Singen während der Nachtruhe bemerkbar machen zu müssen.— Ferner wurden abermals 5 Personen angehalten, die ihre Fahrräder nicht vorschriftsmäßig beleuchtet, noch mit einem Rückstrahler versehen hatten. Desgleichen mehrere Fuhrwerksbesitzer wegen der gleichen Uebertretung.— Mehrere Wirte des hiesigen Bezirks wurden wegen erheblicher Uebertretung der Polizeistunde angezeigt. Ergste, 6. Dez. Genehmigte Amtssatzungen. Die erlassene Ortssatzung über die Zahl der Amtsbeigeordneten für den Amtsbezirk Ergste hat die Genehmigung der Aufsichtsbehörde gefunden. Danach wird die Zahl der Amtsbeigeordneten auf drei festgesetzt. — Desgleichen ist die Satzung über die Zahl der Amtsältesten des Amtes Ergste genehmigt worden. Die Zahl der Amtsältesten des Amtes Ergste wird unter Einschluß des obersten Leiters der NSDAP. und des rangältesten Führers der Sturmabteilungen oder der Schutzstaffeln der NSDAP. auf 11 festgesetzt.— Ferner hat die Satzung über die ehrenamtliche Verwaltung der hiesigen Bürgermeisterstelle die Genehmigung der Aufsichtsbehörde gefunden. Ergste, 7. Dez. Arbeitsdienstlager Ergste spielt Fußball für das W HW. Am kommenden Sonntag spielen, wie schon unter Sportnachrichten mitgeteilt, unsere Arbeitsdienstler in Schwerte zugunsten des Winterhilfswerkes mit ausgesuchter Auswahlmannschaft gegen den dortigen VfL. Schwerte. Die Arbeitsdienstler trainieren schon wochenlang für dieses Spiel und werden sich die besten Kräfte für dieses Spiel auserwählen. Fußballgrößen von Schalke, Herne usw. werden in der Mannschaft vorzufinden sein. Da aber auch der VfL. im Moment über eine gute Spielstärke verfügt, darf man mit einem spannenden Treffen rechnen. Möge dieses Spiel seine Anziehungskraft nicht verfehlen, damit dem Winterhilfswerk eine ansehnliche Geldsumme überwiesen werden kann! gangenen Sonntag im Einverständnis mit der Schulleitung in die Hitlerjugend eingegliedert. Die Zahl der bei dieser Eingliederung zur HI. gekomenen katholischen Jungen ist so groß, daß in dem zuständigen Hitlerjugendbann 40 zwei neue Unterbanne errichtet werden mußten. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach begrüßte die neuen Kameraden durch ein Telegramm, in dem es heißt:„Namens der Jugend Adolf Hitlers grüße ich Euch als neue Kameraden im Kampfe um ein einiges deutsches Volk. Euer Beispiel wird die letzten, die noch abseits stehen, überzeugen und zugleich der Welt zeigen, daß religiöse Ueberzeugung und HI.=Dienst sehr wohl vereinbar sind. Ich vertraue Euch, daß Ihr der stolzen Tradition unserer Jugend Ehre machen werdet.“ Im Auftrage des Reichsjugendführers weihte Gebietsführer Kemper die den neuen Formationen verliehenen Fahnen. Auch er wies in seiner Ansprache mit Nachdruck darauf hin, daß es durchaus möglich ist, den Dienst in der Hitlerjugend mit einer gewissenhaften Erfüllung der religiösen Pflichten zu vereinbaren. Turnen, Spiel, Amtliche Tabelle der 1. Kreisklasse Iserlohn. Stand nach dem 2. Dezember 1934. Pg. Stürtz stellvertretender Gauleiter Westfalen=Süd Gauleiter Josef Wagner gibt allen Parteigenossen des Gaues Westsalen=Süd folgendes bekannt: „Der Führer hat mich mit der kommissarischen Leitung des Oberpräsidiums und der Gauleitung der NSDAP. in Schlesien beauftragt. Der stellvertretende Gauleiter, Pg. Stürtz, erledigt in meiner Abwesenheit die Geschäfte des Gaues Westfalen=Süd verantwortlich.“ * Gruppenführer Schramme Polizeipräsident von Dortmund Dortmund, 7. Dez. Wie der„WeZ“ mitgeteilt wird, hat der Reichsinnenminister den Führer der SA=Gruppe Westfalen, Gruppenführer Otto Schramme, mit sofortiger Wirkung zum Polizeipräsidenten in Dortmund ernannt. mit den SAMMELABZEICHENdes WEN PATs Die Schüler der kath. Schule in St. Blasien in die HJ. eingegliedert Der Pressedienst der Reichsjugendführung teilt mit: Die gesamte Schülerschaft der katholischen Schule in St. Blasien wurde am verB Deutsche Turnerschaft Handball Tus. 07 Holzen Tus Holzen 07 1— Turnverein Westig 1. Zu Beginn der 2. Spielserie haben sich die Holzener gleich mit einem spielstarken Gegner auseinanderzusetzen. Im Vorspiel für die Gäste zu einem knappen Sieg, dies war aber nur ganz allein auf die schlechte Mannschaftsleistung der Rot=Weißen zurückzuführen. Westigs Mannschaft ist auf allen Posten gut besetzt, besonders der Sturm zeigt ein gutes Zusammenspiel und ist vor dem Tor sehr gefährlich. Den Holzenern ist zu raten im Sturm nicht so eigennützig zu spielen, denn damit können keine Tore geworfen werden. Den Ausgang des Spieles halten wir für offen, bei diesem Kampf wird es den Zuschauern bestimmt nicht langweilig werden. Der Spielbeginn ist auf Sonntagnachmittag festgelegt. Tus Holzen 07 1. Jgd.— Tus Reichsb. 2. Ind. (Diplomspiel) Diese Mannschaften werden sich auf dem Holzener Jahnplatz gegenüberstehen. Auch in diesem Spiel sollten die Holzener als sicherer Sieger hervorgehen. Rundfunk=Programm Sonnabend, den 8. Dezember 1934. 6,00 Morgenruf. Anschl. Frühkonzert. 6,45 Leibesübungen. Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. Morgenkonzert. Wasserstandsmeldungen. Zeit, Wetter. Anschl. Frauenturnen. Die Tänzerin Fanny Elsler. Sendepause. Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 9 K i n d e r g a r t e n. ) W i r u n d d i e W e l t. 0 M u s i k a m M i t t a g. ) E r s t e M i t t a g s m e l d u n g e n, G l ü c k w ü n s c h e 5 Die drei Odeon=Virtuosen spielen. 0 Zweite Mittagsmeldungen. 5 Wochenendkonzert auf Schallplatten. 0 Kinderstunde. 0 Wirtschaftsmeldungen. 0 Stimme der Zeit. 0 Der frohe Samstagnachmittag. 0 Deutsche Erzähler der Gegenwart. 0 Achtung, Zollgrenzbezirk! 5 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 0 Jur Unterhaltung. 0 Volkslieder der Saar. 0 Erste Abendmeldungen, Momentauf. nahme! 5 Vorspiel zur Oper„Oberon". 5 Umschaltpause. 10 Tag der nationalen Solidarität. 30 Rundfunkempfang fürs ganze Land. 10 Zeit, Wetter, Nachrichten, Saarrundschau. 30 Rundfunkempfang fürs ganze Land. 00 Tanzspiele. Ein Mann kämpft um sein Leben ROMANVON MANS MORGAN 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wie kam die Dame gestern abend dazu, Sie Max zu nennen?“ Das hatte also Maud Aldernon bereits erzählt. Hatte bereits erzählt, daß sie ihn für einen Schwindler und Betrüger halte, der vielleicht auch zu einem Mord fähig sei. „Die Dame kannte ich nicht!“ e derte er abweisend. „Und wo ist ihr Komplice?“ „Ich habe keinen Komplicen!" „Sie sind doch gestern abend in der Halle mit ihm zusammengetroffen!“ „Das war nicht mein Komplice, sondern ein Bekannter von irgendeinem Tanztee!“ „Können Sie mir Namen und Adresse dieses Bekannten angeben?“ „Das kann ich nicht. Ich kenne beides nicht. Bei solchen Bekanntschaften ist das wohl nichts seltenes.“ „Und die Dame?“ „Welche Dame?“ „Die Sie Max nannte!“ „Ich sagte Ihnen bereits, daß ich sie nicht kenne!“ „Seltsames Zusammentreffen, nicht wahr? Erst geraten Sie mit einem Herrn zusammen, unterhalten sich mit ihm und wissen nicht einmal seinen Namen... zwei Minuten später spricht Sie eine Dame an, die Sie ebenfalls nicht kennen! Finden Sie das nicht selbst komisch?“ „Wenn Sie mir nicht glauben...“ Kriminalkommissar Weber trat ganz dicht an Max Leiting heran und maß ihn mit einem scharfen, durchdringenden Blick. „Nein, ich glaube Ihnen nicht! Ich glaube nicht, daß Sie Fred Wellner heißen, und glaube nicht, daß Sie weder die Dame noch den Herrn nicht kennen! Aber ich glaube, daß Sie von dem hier geschehenen Verbrechen mehr wissen, als Sie zugeben wollen!“ Max wollte seinem Etui eine Zigarette entnehmen. „Unterlassen Sie das Rauchen jetzt!“ sagte Weber energisch. „Ich rauche, wann es mir paßt!“ erwiderte Max ruhig.„Noch haben Sie nicht das Recht, mir etwas zu verbieten!“ Er wollte die Zigarette zwischen die Lippen schieben. Weber, vielleicht nervös gemacht durch die Ruhe des anderen, schlug sie ihm mit einer heftigen Bewegung aus der Hand. Max sah ihn drohend an. „Herr Kommissar, ich gebe Ihnen den guten Rat, Handgreiflichkeiten zu unterlassen... ich könnte sonst zurückschlagen! „Sie wollen...“ Diesmal unterbrach ihn Max Leiting: „Sie behandeln mich wie einen Menschen, den Sie bereits des Mordes an der alten Dame dort überführt haben! In ihren Händen befindet sich aber noch nicht der geringste Beweis dafür. Was Sie denken, spielt dabei gar keine Rolle. So lange ich jedoch nicht der Teilnahme an diesem gemeinen Verbrechen überführt bin, verbitte ich mir eine solche Behandlung. Andernfalls werde ich mich durch Selbsthilfe vor Ihren Uebergriffen zu schützen wissen!“ Die beiden Männer standen sich gegenüber wie zwei Kampfhähne, die im nächsten Augenblick aufeinander losfahren würden. An der Tür klopfte es. Kriminalassistent Müller trat ein. „Das ist alles, was ich in Herrn Wellners Zimmer gefunden habe!“ meldete er. Weber öffnete ihn. Nichts weiter war darin als ein Pyjama, Wäsche, Toilettengegenstände und einige andere Gegenstände. „Sie haben nichts weiter hier?“ wandte er sich wieder an Max.„Keinen anderen Anzug... nichts... nichts? Sie können doch nicht dauernd im Smoking herumlaufen!“ „Ein Anzug hängt noch in meinem Zimmer im Schrank!“ lächelte Max Leiting ironisch. „Ihr Beamter scheint ihn übersehen zu haben!“ „Ich habe ihn nicht übersehen!“ verteidigte sich Müller.„Ich untersuchte ihn nur und fand nichts in ihm!“ „Holen Sie ihn noch herunter!“ befahl Weber und sah wieder Leiting an.„Also wo sind Ihre anderen Sachen?“ „Ich befinde mich erst seit einigen Tagen in Mrs. Aldernons Diensten. Alles übrige ist noch in meiner alten Wohnung.“ „Wo ist Ihre alte Wohnung?“ schoß es wie aus der Pistole von Webers Lippen. Max merkte, daß er eine Dummheit gemacht. Er preßte den Mund zusammen und schwieg. „Aha. Sie kennen Sie auch nicht, was?“ „Ich lehne es ab, noch weiter mich in diesem Tone mit Ihnen zu unterhalten, Herr Kommissar!“ „Sie lehnen es ab... so! Sie machen es sich bequem! Nun, wir werden sehen! Bertram. dieser Herr begleitet uns zum Alexanderplatz!“ VII. Kriminalkommissar Weber spielte mit dem auf seinem Schreibtisch liegenden Federmesser. Markierte gleichgültige Ueberlegenheit dem jungen Manne gegenüber, der da mit übereinandergeschlagenen Beinen vor ihm saß und mit so ruhigen Bewegungen seine Zigarette zum Munde führte, daß man dem Kriminalisten die Rolle des Ueberlegenen schlecht glauben konnte. „Also, Leiting, jetzt seien Sie doch mal vernünftig! Sie müssen doch einsehen, daß es gar keinen Zweck mehr für Sie hat, noch weiter zu leugnen. Alles was Sie bisher vorgebracht haben, wurde Ihnen widerlegt. Erst behaupten Sie hartnäckig, Wellner zu heißen, bis ich Ihnen nachweisen kann, daß Sie in Wirklichkeit Max Leiting sind, den man vor noch nicht einmal einer Woche aus Tegel entlassen hat. Die ganze Art Ihres Auftretens ist doch so verdächtig, daß Ihre Aussage, Sie wüßten nichts von der Entwicklung der Dinge im Imperial= Hotel, reichlich unglaubwürdig erscheint!“ „Daß ich nicht Fred Wellner, sondern Max Leiting heiße, ist das einzige, was Sie mir bisher nachweisen konnten, Herr Kommissar!“ Weber führte das Federmesser an die Lippen und kaute an dem Stahl herum. „Zum Donnerwetter! Das ganze Märchen, das Sie mir da auftischen von Ihrem Erlebnis am Reichskanzlerplatz ist doch so durchsichtig erlogen und an den Haaren herbeigezogen, daß es Ihnen kein Mensch glaubt!“ „Eben weil Sie schon die erste Wahrheit als unglaubwürdig ablehnen, hat es gar keinen Zweck, sich noch weiter darüber zu unterhalten, Herr Kommissar! Alles, was ich vorbringen würde, wäre in Ihren Augen nichts weiter als eine faule Ausrede, um mich reinzuwaschen!“ „Auch Ihre zweite Behauptung, das Auto, in das Sie am Kaiserdamm stiegen, hätte Sie nach der Fenderstraße 3 im Grunewald gebracht, kann nicht den Tatsachen entsprechen... das von Ihnen bezeichnete Haus gehört dem Filmschauspieler Prettner, der sich zurzeit in Hollywood befindet!“ „Möglich!“ „Warum wollen Sie uns nicht den Namei Ihres Komplicen nennen, mit dem gemeinsam Sie den Ueberfall ausführten?“ „Ich habe keinen Komplicen.“ Weber warf ärgerlich das Federmesser auf den Tisch zurück Fortjetzung folgt! DeusUe Ueea Dr. Leys Besichtigungsreise Spatenstich zu einer neuen Werkssiedlung Herford. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf überraschend im benachbarten Elverdissen ein, wo er das große Textilwerk von Ahlers besichtigte. Dr. Ley machte hierbei den ersten Spatenstich für die neue Werkssiedlung, die in zwölf Einfamilienhäusern verheirateten Werksmitgliedern ein gesundes Heim geben soll. Die Kosten der Siedlung werden so weitgehend vom Werk getragen, daß nach zehnjähriger Betriebszugehörigkeit die Siedler ihr Heim kostenlos haben. — Dr. Ley wurde bei einem Zusammensein in der Werkskantine von der Belegschaft begeistert gefeiert und fuhr darauf nach Spenge weiter, wo er den Betriebsappell des Textilwerkes Delius, dessen 700 Betriebsmitglieder angetreten waren, abnahm. Auch hier sprach er sich anerkennend aus, nachdem der Betriebsführer Herbert Delius im Geiste der Betriebsgemeinschaft gesprochen hatte. Schwerer Einbruch in ein Modewarengeschäft Solingen. Diebe drangen nachts in ein Modewarengeschäft auf der Kölner Straße ein und entwendeten größere Posten seidene Hemden und Pullower. Der Schaden, der dem Geschäftsinhaber hierdurch entstanden ist, beläuft sich auf etwa 2000 Mark.— Des weiteren wurden aus dem Klassenzimmer eines Schulgebäudes Geldbeträge gestohlen, die von den Schulkindern gesammelt worden waren. In beiden Fällen konnten die Diebe noch nicht gefaßt werden. Ein Nikelaus in Flammen Duisburg. In dem ländlichen Vorort Großenbaum ereignete sich in den Abendstunden des Rittwoch ein bedauerlicher Unglücksfall. In einem Hause war der Nikolaus erschienen, um die artigen Kinder zu beschenken, die bösen zu strafen. Als er gerade dabei war, seine Gaben auszuteilen, fielen aus einer halblangen Pfeife Funken in den Wattebart. Im Nu stand der arme Mann in Flammen, die aber bald von Nachbarn erstickt wurden. Trotzdem trug er so schwere Brandwunden im Gesicht davon, daß er sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Abbau und Aufbau am Duisburger Hauptbahnhof Duisburg=Hamborn. Der riesige Komplex des neuen Duisburger Hauptbahnhofs weist täglich neue Veränderungen auf, aus denen sich immer mehr das endgültige Bild herausschält. An der Mülheimer Straße, wo ganze Häuserreihen der Spitzhacke zum Opfer fielen, sind innerhalb weniger Tage riesige Betonmauern entstanden, die die Stütze für die verlängerte Unterführung abgeben. Gleichzeitig ist mit dem Abbruch des alten Empfangsgebäudes begonnen worden, an dessen Stelle der neue dritte Bahnsteig errichtet wird. Hinter dem alten Empfangsgebäude entsteht eine 150 Meter lange Wagenreinigungshalle, die in ihrer neuzeitlichen Einrichtung den gesteigerten Bedürfnissen besser entsprechen wird als die alte. Tödlicher Grubenunfall Dutsburg=Hamborn. Am Mittwochmorgen wurde auf der 6. Sohle der Schachtanlage Friedrich Thyssen 2=5 in Hamborn der Schachtaufseher Peters aus der Feldstraße 29 in Hamborn am Korb von einem hochschlagenden Klappstück schwer am Kopf getroffen. Peters trug einen komolizierten Schädelbruch und andere Verletzungen davon, denen er bald darauf erlag. Der Verunglückte war 52 Jahre alt und hinterläßt Frau und drei Kinder. Der Frauf der dosen Lal Erschülterndes Lebensbild eines Zuchthäuslers Marburg. Ein ebenso düsterer wie erschütternder Lebensweg eines Menschen entrollte sich in einer Sitzung des hiesigen Schöffengerichts, dem der 40jährige Wilhelm Griesing aus der Zuchthaushaft in Ziegenhain vorgeführt wurde, da die Staatsanwaltschaft Anordnung der Sicherungsverwahrung für ihn beantragt hatte. Griesing, ein kleiner schmächtiger Mensch mit dem typischen Gesichtsausdruck eines Verbrechers, wurde hinter den Zuchthausmauern in Ziegenhain geboren, wo seine diebische Mutter gerade eine Strafe verbüßte. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, und wohl auch kaum seine Mutter. Nachdem er die ersten Jahre seines Lebens im Kasseler Waisenhaus zugebracht hatte, nahm ihn eine Familie in Schlüchtern auf, die den Jungen aber nach kurzer Zeit der dortigen Erziehungsanstalt übergeben mußte, da er zu Diebstählen neigte. Als 14jähriger Junge kam er zu einem Kasseler Fleischermeister in die Lehre. Die Griesing angeborenen Diebstahlsgelüste gelangten auch hier nach kurzer Zeit zum Durchbruch, so daß man ihn einer Erziehungsanstalt in der Eifel überwies. 1915 kam er von dort in ein Infanterie=Regiment, rückte aber bald dem an der Ostfront befindlichen Truppenteil aus. Nach seiner Angabe paßte ihm das Soldatenleben ganz und gar nicht. Fünf Jahre Festung und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes waren die Folge. Aus der Strafkompagnie, welcher er zugeteilt wurde, kniff er wiederum aus, wurde aufgegriffen und zu neun Jahren Gefängnis sowie Ausstoßung aus dem Heere verurteilt. Der Umsturz im Jahre 1918 befreite ihn aus der Strafanstalt in Hameln, wo er gerade saß. In Kassel meldete sich Griesing nunmehr zu einer Grenzschutzformation, bekam aber dort mit Offizieren Streit und beleidigte sie. Die nächsten zwei Jahre verlebte er infolgedessen hinter vergitterten Fenstern in Torgau. Nur vorübergehend war er dann auf Bauernhöfen in der Landwirtschaft tätig. Unumwunden gibt er zu, daß er nur Arbeit gesucht habe, um an den Arbeitsstellen Gelegenheiten zu neuen Diebstählen auszukundschaften. Einmal„räumte“, er die Räucherkammer aus, ein andermal setzte er aus Aerger das Gehöft seines Arbeitgebers in Brand. Wegen dieser Diebstähle und der Brandstiftung verbrachte er die folgenden sechs Jahre in den verschiedensten Zuchthäusern Hessens und Thüringens. Im Juni 1931 wurde er aus dem Zuchthaus KasselWehlheiden entlassen, doch schon im August des gleichen Jahres begann er mit neuen Einbrüchen. Er wurde gefaßt und erhielt im Mai 1932 2½ Jahre Zuchthaus, die er gegenwärtig noch verbüßt..6.#. iamn ur i8 unter 91. Dem Pflichtverteidiger war es unter diesen Umständen nicht möglich, einen förmlichen Antrag zu stellen, und für das Gericht bestand kein Zweifel, daß es sich bei Griesing um einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher handelt, der nicht mehr in die menschliche Gesellschaft eingefügt werden kann. Er ordnete die Sicherungsverwahrung an. Griesing verzichtete sofort auf Revision dieses Urteils und wird wohl sein Leben dort beenden, wo er geboren wurde— im Zuchthaus! Emn Srünesiister Eri der Gericht Zuchthaus für den Hauptangeklagten Detmold. Im Sommer 1925 war der Korbfabrikant August Tünnermann in Möllenbeck sehr verschuldet, und er kam auf die Idee, daß ein Brand ihn„gesund machen“ könne. Aehnliche Gedanken bewegten die Angestellten der Zweigstelle Langenholzhausen der Amtssparkasse Varenholz, denn die Kasse hatte Forderungen in Höhe von rund 80000 Mark an Tünnermann und dieser hohe Geldbetrag war ihrer Meinung nach zu retten, wenn die Tünnermannsche Fabrik„in die Luft ging". Man bestellte daher einen gewissen Steinmann, der in der Nacht zum 17. Juli 1925 das Fabrikgebäude in Möllerbeck ansteckte und später, als ihm der deutsche Boden unter den Füßen zu heiß wurde, nach Amerika auswanderte, wo er heute noch lebt. Nach Jahren kam alles ans Tageslicht, und nun standen vor dem Detmolder Schwurgericht unter Anklage der 43jährige August Brandsmeier, der 49 Jahre alte Friedrich Willer, beide aus Langenholzhausen, und der 42jährige Dr. Hermann Felix aus Lemgo. Anklage wurde gegen alle drei erhoben, weil sie verdächtig schienen, und zwar Brandsmeier und Willer gemeinsam der Anstiftung zur Brandstiftung und des Meineides, Brandsmeier und Dr. Felix gemeinsam des Versicherungsbetruges, des Betruges, der Untreue, der Urkundenfälschung, und Brandsmeier der Aktenvernichtung, und schließlich Brandsmeier der Urkundenfälschung. Der Angeklagte Brandsmeier bekannte sich der ihm zur Last gelegten Handlungen schuldig, während die Angeklagten Willer und Felix ihre Schuld bestritten. Durch die Beweisaufnahme wurden sie jedoch überführt und so kam das Gericht zu folgendem Urteil: Der Angeklagte Brandsmeier wird zu einer Gesamtstrafe von 2½ Jahren Zuchthaus und 1000 Mark Geldstrafe, für die im Nichtbeitreibungsfalle zwei Monate Zuchthaus treten, verurteilt, der Angeklagte Willer zu einer Strafe von 9 Monaten Gefängnis und der Angeklagte Felix zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis. Die erlittene Untersuchungshaft wird den Angeklagten in Höhe von 6 Monaten angerechnet. Um die Preise für Fleischund wurstwaren Köln. Die Landesverbände für das FleischerHandwerk Rheinland und Westfalen und die Bezirksvereinigung für Schlachtviehverwertung Rheinland und Westfalen sind im Einvernehmen mit den Beauftragten des Reichskommissars für Preisüberwachung dahin übereingekommen, daß die Preise für Fleisch= und Wurstwaren auf den Stand der Durchschnittspreise von Ende Juli bis Anfang August dieses Jahres zurückgeführt werden.— Mit der Nachprüfung sind, wie die Polizeipressestelle mitteilt, die Preisüberwachungsstellen beauftragt. Brücke und dabei glitd ihr die Tasche aus der Hand und fiel ins Wasser. Sie trieb einige Sekunden auf den Wellen, versank dann aber, als sie sich vollgesogen hatte. Rheinschiffer, die sich gerade in der Nähe aufhielten, wurden zu Hilfe gerufen und nahmen dann auch sofort die Suche nach der wertvollen Tasche auf. Mit großen Stangen und Netzen sind sie nun schon seit vielen Stunden an der Arbeit. Es gelang ihnen aber bisher nicht, den versunkenen Schatz, das neue„Rheingold“, zu heben. Da aber riesige Werte auf dem Spiele stehen, will man nichts unversucht lassen, doch noch die Tasche zu bergen. Nicht ausgeschlossen, daß man sich der Hilfe eines Tauchers bedienen muß. Schwerer Verkehrsunfall Mit einem Ferntransportwagen eine Scheunenwand eingerammt Zell. Ein aus Richtung Irmenach kommendes Personenauto wollte in demselben Augenblick, in dem sich aus der entgegengesetzten Richtung ein Ferntransportwagen näherte, ein auf der Fahrbahn stehendes Personenauto im Hunsrückdorf Büchenbeuren überholen. Der überholende Personenwagen wurde vollkommen zwischen den haltenden Wagen und den Lastwagen eingedrückt und der Fahrer sehr schwer verletzt. Der Transportzug fuhr gegen eine Scheune und drückte deren Vorderwand vollkommen ein. Der parkende Wagen wurde gegen eine Hauswand geschleudert. Alle drei Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. Die Insassen des Ferntransportwagens kamen ohne jegliche Verletzungen davon. Daluege in Düsseldorf Düsseldorf. Am Donnerstagvormittag traf der Befehlshaber der deutschen Polizei, General der Landespolizei Daluege, in Begleitung seines Adjutanten, Hauptmann der Landespolizei Schlange, von Berlin kommend, in Düsseldorf ein. Im Laufe des Vormittags besuchte er nach einer Besichtigung der Unterkunft der Landespolizei an der Ludendorffstraße die Landespolizeiinspektion West, das Polizeipräsidium und andere staatliche und Parteidienststellen. Im Laufe des Nachmittags fand eine Besichtigung des Polizeipräsidiums in Gladbach=Rheydt statt. Am Abend fand ein Zusammensein mit Vertretern von Volk, Staat und Bewegung mit den Offizieren der Landespolizei statt. U. a. waren Gauleiter Florian, SS=Obergruppenführer und Polizeipräsident Weitzel, SA=Brigadeführer Schönhoff, Gauarbeitsführer Blank, Oberbürgermeister Dr. Wagenführ und Offiziere der Schutzpolizei anwesend. Am Freitagvormittag verläßt General Daluege Düsseldorf, um die übrigen Standorte der Landespolizei im Befehlsbereich der Landespolizeiinspektion West, die staatlichen und Polizeiverwaltungs= und Dienststellen zu besuchen. versorgung sind in Köln ca. 1700 Sack von diesem Mehl beschlagnahmt und die Schuldigen der Bestrafung zugeführt worden. Pferdefuhrwerk von einem Personenkraftwagen angefahren.— Zwei Verletzte Köln. Auf der Riehler Straße geriet ein Personenkraftwagen durch starkes Bremsen auf dem nassen Straßenpflaster ins Schleudern und wurde gegen ein Pferdefuhrwerk geworfen. Durch den heftigen Anprall wurden der Fuhrmann und dessen Ehefrau vom Bock auf die Straße geschleudert. Während die Frau mit leichten Kopfverletzungen davonkam, erlitt der Mann einen doppelten Armbruch und erhebliche Beinverletzungen. Beide mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. : Lebensmüde Köln. In den frühen Morgenstunden verübte ein bisher unbekannter Mann auf der Hindenburgbrücke durch Erschießen Selbstmord. Der Lebensmüde lag auf der Brückenbrüstung mit zusammengebundenen Beinen. Die zur Tat benutzte Pistole lag neben dem Manne. Zwei ungetreue Fuhrleute festgenommen Köln. Zwei Fuhrleute einer hiesigen Speditionsfirma haben mehrfach ihnen anvertraute Speditionsgüter nebst den dazu gehörigen Frachtbriefen verschwinden lassen. Bei den gestohlenen Gütern, u. a. Solinger Stahlwaren, Kleiderstoffe. Schokolade, Oel, Zigarren usw., handelt es sich um erhebliche Werte. Die Fuhrleute, die schon lange verdächtig waren, wurden jetzt überführt und festgenommen. 1700 Sack nicht vorschriftsmäßig ausgemahlenes Mehl beschlagnahmt Köln. Trotz der in der Verordnung der Getreidewirtschaft vom 14. Juli 1934 angedrohten hohen Strafen haben, wie die Polizeipressestelle mitteilt, Roggen= und Weizenmühlen Mehl in den Verkehr gebracht, das nicht vorschriftsmäßig ausgemahlen ist. Zur Sicherstellung der BrotRiesenkundgebung der DAF in den Kölner Messehallen Köln. Zu einem eindrucksvollen Erlebnis gestaltete sich die Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront des Gaues Köln=Aachen, die am Mittwochabend in der großen Süd= und Westhalle der Messe in Köln=Deutz stattfand. Sie erhielt noch ihre besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, der am Vormittag im Landkreis Köln bei den Rheinischen Linoleumwerken in Bedburg und anschließend beim Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerk in Knapsack die ersten Betriebsappelle abgehalten hatte. Kurz nach 20 Uhr traf Dr. Ley ein. Er wies eingangs in zündenden Worten auf die wechselvolle Geschichte des deutschen Volkes in den vergangenen 2000 Jahren hin und schilderte, wie es von höchsten Höhen in tiefste Tiefen gestürzt wurde, aber immer wieder sich aufrichtete, dank seiner Zähigkeit und seines unerschütterlichen Glaubens an das ewige Deutschland. Schießende Einbrecher Koblenz. In der Nacht wurde im benachbarten Güls von unbekannten Tätern ein verwegener Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Im Schutze der Dunkelheit versuchten zwei noch nicht ermittelte Diebe in eine hiesige Kolonialwarenhandlung einzubrechen, wurden jedoch gestört. Ein Hausinsasse warf aus dem zweiten Stockwerk mit Wasserkrügen nach den dreisten Einbrechern. Hierbei traf er einen der Täter in den Rücken und brachte ihm vermutlich eine Verletzung bei. Darauf gaben die Täter mehrere Pistolenschüsse nach den Fenstern ab, die jedoch zum Glück ihr Ziel verfehlten und keinen Schaden anrichteten. Die Täter verschwanden darauf in der Dunkelheit der Nacht. Ein Schatz im Rhein versunken Schiffer suchen eine wertvolle Handtasche Koblenz. Eine junge Oesterreicherin, die Tochter eines reichen Industriellen, ist von einem schweren Verlust betroffen worden. Sie weilt vorübergehend in Koblenz zu Besuch und führte größere Geldsummen, etwa 12000 Mark, Wertpapiere und Juwelen in einer Handtasche mit sich. Diese Handtasche ist ihr in den Rhein gefallen. Während eines Spazierganges wurde sie von einem heftigen Unwohlsein ergriffen. Sie lehnte sich über das Geländer der Paffendorfer Großfeuer an der Mosel.— Drei Häuser eingeäschert Bernkastel. In der Nacht zum Mittwoch brannten in dem benachbarten Dorf Monzefeld drei Häuser mit Stallungen und Scheunen bis auf die Erdgeschosse und Grundmauern nieder. Das Feuer entstand in einem mit Holz gefüllten, zwischen den Häusern stehenden Schuppen und breitete sich mit riesiger Schnelligkeit aus. Dank der aufopfernden Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr konnten zwei weitere stark gefährdete Häuser gerettet werden. Das Vieh und ein Teil des Mobiliars konnten noch in Sicherheit gebracht werden. Die Erntevorräte der drei Familien sowie die Hühner sind verbrannt. Es wird Brandstiftung vermutet. Raffinierte Devisenschmuggler gefaßt Türkismühle(Bez. Trier). Auf welch raffinierte Weise versucht wird, deutsche Geldnoten ins Saargebiet einzuschmuggeln, zeigen mehrere Aufgriffe an der Grenzstation Türkismühle. In einem Falle hatten Zollbeamte die Schuhsohlen eines Mannes, die außerordentlich dick waren, untersucht. Mehrere hundert Mark, die zwischen den Lederschichten versteckt waren, konnten zu Tage gefördert werden. Ein anderer Devisenschieber hatte deutsche Reichsbanknoten in Rollfilme eingewickelt und versuchte sie als harmloser„Amateurphotograph“ in dem Lederetui seines Apparates über die Grenze zu schaffen. Dem Beamten war beim Befühlen der Filmrollen die schlechte Wickelung aufgefallen; als er näher nachforschte und kurz entschlossen gegen den Protest des Mannes die„lichtempfindlichen“ Filme aufrollte, kam eine ganze Anzahl fein säuberlich eingedrehter Geldscheine zum Vorschein. In einem Paketchen, dessen Inhalt eine junge Dame diskret und errötend als„intime Wäschestücke“ deklarieren wollte, fanden sich ebenfalls 270 Mark, die der Beschlagnahme verfielen. Einer der Schmuggler, der aus dem Saargebiet stammt, wurde in Haft genommen. Die beiden anderen werden sich zusammen mit ihm demnächst vor Gericht zu verantworten haben. Reife Erdbeeren im November Erkelenz. Ein Landwirt aus Cörrenzig mußte dieser Tage zu seiner größten Ueberraschung die Feststellung machen, daß seine Erdbeerpflanzen noch reife Früchte trugen. Er konnte sogar noch eine ziemlich große Menge ernten. Reife Erdbeeren im November dürfte gewiß zu den tenheiten gehören. Mit der Kohlenschaufel niedergeschlagen Rathelm. Zwei Bergarbeiter, Brüder, gerieten in eine heftige Auseinandersetzung, die schließlich in eine wüste Schlägerei ausartete. Der ältere der beiden schlug seinen Bruder mit einer Kohlenschaufel derart über den Kopf, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Die Verletzungen sind sehr schwerer Natur. 8 4 SoUerS Verter K „Wohl doch nicht. Die Einstellung wäre nicht nur eine reine Vertragsangelegenheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern in meinem besonderen Falle nebenher auch eine Art— nun: Gnadenakt will ich mal sagen. Erwiesene Gnade aber zieht Verpflichtungen nach sich— in irgendeiner Form. Und dem möchte ich mich auf keinen Fall ausliefern.“ Jutta erklärte, daß niemand etwas von ihm erwarte, was einer Verpflichtung gleichkomme. Sie sprach leise mit einem Unterton von Scham in der Stimme. Er gewann den Eindruck, daß ste sich vor ihm verkroch, zu der Einsicht zu kommen schien, sich zu weit vorgewagt zu haben. Er sah das Häßliche dieses Abends von einem versöhnlichen Schimmer eingesponnen, nahm den Gedanken auf, daß man ihr manches verzeihen müsse was Veranlagung und äußere Einflüsse in ihr an Minderwertigem erzeugt. Meinte aber, ein Letztes als Hauptlektion ihr nicht ersparen zu können, wenn sie in ihrem Verhalten ihm gegenüber ein für allemal in die richtige Bahn gelenkt werden sollte. Es würde bitter sein, was er ihr noch sagen wollte. Aber sie würde daraus lernen, daß die bittersten Pillen, auch wenn sie schwer zu schlucken waren, die größte Heilkraft in sich bargen. 45fl: ume 14 ech „Und schließlich, Frautein Julia, muß ich Iynen noch sagen, was ich Ihnen schon langst hätte sagen sollen— ein liebes Mädel, weit von hier, an der Waterkant, in Bremen, wartet auf mich und hilft mir, damit sie nicht zu lange warten muß. Und sehen Sie, Fräulein Jutta, deshalb kann ich mir von Ihnen nicht auch noch helfen lassen. Das werden Ste einsehen müssen. So sagen Sie also Ihrem Vater Dank für sein Entgegenkommen. Ich gehe in ein paar Tagen von hier fort. Und da wir uns kaum noch einmal sehen werden, darf ich mich schon heute von Ihnen verabschieden.“ Sie ließen die letzten Parkbäume hinter sich, der langgestreckte Bau des Gutshauses trat in verschwommenen Umrissen aus der Dunkelheit. Jutta war stehengeblieben und Jürgen war ihrem Beispiel gefolgt. Sie hielt den Kopf tief gesenkt. Eine Welle brennender Bitterkeit flutete über ihre Seele. Sie streckte ihm die Hand hin. „Wenn Sie mir verzeihen können, Herr Asmussen, werde ich weniger zerschlagen von Ihnen gehen.“ Er ergriff ihre Hand und drückte sie warm. „Ich tne es gern, Fräulein Jutta. Und ich werde gern in Verbindung mit meinem„ersten Fall“ an Sie denken.“ „Und das andere?“ fragte sie zaghaft. „Will ich vergessen. Leben Sie wohl!“ Er schritt schnell in den Abend hinein. Und als sie ihn längst nicht mehr sah, starrte sie immer noch nach der Richtung, in der er verschwunden war. Schlaff und müde und einen Stich im Innern fühlend, der brannte und schmerzte und fraß, wie ein Feuer frißt, ging sie ins Haus.— Steinke hatte sich nach dem Weggange Asmussens in die Ofenecke gesetzt. Sie lag im Halbdunkel. Hier saß man warm und ungestört— falls einem Maika nicht belästigte— und konnte im Halbdusel am besten seinen Dingen nachgehen. In der Stadtfluchtsache hatte ihm Krusemark leider sagen müssen, daß er ihm in dem Heimfeldenschen Beriebe keinen Platz verschaffen könne. In der Zuckerabrik sei kaum für die Heimischen genügend Arbeit. Und ob im Dorf Möglichkeiten vorhanden wären, bezweifle er stark. Ueber dieses Bleiben oder Nichtbleiben sann Steinke in seiner Ofenecke in der Hauptsache nach. Lust, nach Berlin zurückzukehren, hatte er gar nicht. Die paar Wochen Landleben waren ihm ins Blut gegangen, hatten den Drang zur Scholle, diese ureigenste Empfindung jedes Erdgeborenen, zur starken Erkenntnis des Erdgebundenseins geführt. Jugenderinnerungen waren erwacht. Rain und Ackerbreite, Wiese, Wald, Luch und Ried, Quelle und Wolkengebilde, Vogelflug und Insektenschwirren hatten frohe Auferstehung in seiner Seele gefeiert. Und was sollte man überhaupt in dem Wasserkopf an der Spree? Nun, letzte Reserve für Greifenhagen blieb die Schulzentochter mit ihrem Versprechen. Morgen würde er sich zu ihrem Vater auf den Weg machen.— Steinke fing an, sich zu langweilen. Er gähnte wiederholt. Wo nur der Boldt heute abend war? Und Asmussen hatte sich auch noch nicht wieder eingefunden. Na ja, bei dem war's kein Wunder. Solche Geschichten mit Mädchen am Abend brauchen Zeit. Ja, es war langweilig. Müde wurde man auch. Am besten, man dusselte ein bißchen in der warmen Ofenecke, da man in seinem Schädelmagazin nun so halbwegs in Ordnung gekommen und durchaus Wichtiges nicht mehr zurechtzurücken war.— Eine kleine Weile nickte er ein. Dann riß ihn ein Streit der Kartenspieler wach. Im langsamen Zurechtfinden kam thm eindentig zum Bewußtsein, daß sich ein warmer Menschenkörper in seiner nächsten Nähe befand, dicht an ihn geschmiegt neben ihm auf der Bank im Ofenwinkel saß. Er riß die Angen verstört auf und stellte als seine Winkelgenossin Maika fest. 13. Fortsetzung URHERERZRECHTSKCHUTZ uu bist wohl verrückt geworden, dich bei mir so auzuschnuddeln! Marsch, raus aus meiner Ecke!“ „Warum bist du so häßlich zu mir? Gönn' mir doch Wärme vom Ofen und dir.“ Sie rückte ein wenig von ihm ab, legte aber ihre Hand auf seine Knie.„Sei gut zu Matka. „Das möchte dir so passen, on Brachenzahn. Hano weg!“ Er schlug danach. Maika kam ihm aber mit schnellem Wegziehen zuvor.„„„., 4t Ssins „Ah, siehst, flinke Maital“ Sie lachte„Flink ist Maika immer. Flinker wie Schwalbenflug. Flink überall. In alles. Bei alles. Bei Kochen, Backen, Kühen, Schwein und kleinem Kind.“ „Und nun sag' doch noch: Heirate mich,“ höhnte Steinke.„ „Meinst, du würdest tun schrechten Griff, tatst dich setzen in Nesseln? Ha, Maika würde dir machen Leben zu Paradies... Würdest leben wie Graf und Baron.“ „Kanderwelsche das einem Polacken vor. Aber laß mich in Ruhe.“.. 5st uun „Gut bist, Steinke. und daß ou weg gehst nun bald nach böses Berlin, das tut mir das Herz brechen. Mitten entzwei.“ „Zeige mal.“ „Verhöhnen tust mir in einem fort. Wo ich's nur gut mein.“ Sie schob sich ein Stückchen näher an ihn heran. „Könntest doch bleiben.“ „Bei dir? Na, das wäre ein Spaß.“ „Warum sollt's nicht werden viel Spaß und Lustigkeit. Und gutes Auskommen. Paß auf, öffne gut Ohren.“ Sie neigte sich zu ihm und flüsterte:„Maika hat gespart auf Sparkass' in Prenzlau Eintausendfünfhundert.“ „Jawohl: Geklaut.“ „Maika nix klauen! Ehrlich gespart. Dazu Leinen zu Wäsch über die hundert Ellen. Würden wir gehen rüber nach Heimatsdorf von Maika bei Neutomischel, wo der Bruder müßte auszahlen Erbe vom Vater her. Zehntausend Zloty. Käme Hof zurecht als schönes Besitz mit Pferd und Kühen, Schweine, Hühner und...“ „Und Kind.“ „Und Kind auch. Kind gehört zu Wirtschaft und Heirat. Ohne Kind kein Leben. Und wer soll mal erben schönes Besitz? Sag? Wer? Fremde Leut?“ Steinke lachte. Gähnte dann und reckte die Arme hoch.„Also gemacht, Maika. Wir heiraten und ziehen nach Dorf deiniges bei Neutomischel. Aber erst, bis Neujahr mit Ostern zusammenfällt.“ Da erhob sich Maika mit einer harten Bewegung. „Pfui, schlechtes Mensch!“ sagte sie mit aller zu Gebote stehenden Verachtung. So, nun habe ich endlich Ruhe vor der, dachte Steinke befriedigt. Dann kam Asmussen bald. Er gab sich schweigsam. Selbst auf bedenklich gewagte Anspielungen Steinkes ging er nicht ein.„Ich bin müde,“ sagte er nur. „Ich auch,“ erwiderte Steinke.„Nach solch einem Heiratsantrag noch dazu. Schlafen soll gut sein für Müdigkeit.“ Als sie beim Auskleiden waren und auch die Kartenspieler endlich Schluß machten, erschien Karl Boldt. „Na, du verlorener Sohn, wo hast du den ganzen Abend über gesteckt?“ empfing ihn Steinke. „Als verlorener Sohn muß ich in der Fremde gewesen sein. Aber da ihr kein gemästetes Kalb geschlachtet habt, werde ich euch das übrige erst morgen sagen. „Dann wollen wir auch nichts mehr wissen.“ „Schön. Laßt's bleiben.“ Steinke sagte darauf:„Bis jetzt war zwischen uns dreien alles in Butter. Aber nun, wo's zum Ende geht, kommt die Bärme. Asmussen manlt. Du wirst pampig. Und mir hat Maika'n Heiratsantrag gemacht. — Gute Nacht!“ Der Besuch Steinkes am Morgen hatte zu keinem entscheidenden Ergebnis geführt, da der Lehnschulze noch nicht aufgestanden gewesen war. Aber wenigstens war der Stellungsnchende hoffnungsfroh nach dem Gut zurückgekehrt, weil Marie ihm gesagt, daß die Dinge infolge der Entlassung des Knechts augenblicklich günstig lägen und sie ihr möglichstes tun würde, den Vater für seine, Steinkes Einstellung zu gewinnen.— Uebelgelannt, noch bis oben hin vollgepfropft von den Ereignissen des voraufgegangenen Abends, noch nicht Herr der Lage, stand Kröger erst in der Mittagsstunde auf. Marie vermied es vorläufig, die Angelegenheit Steinkes zu erwähnen, weil sie sah, daß mit dem Vater zunächst nicht viel zu reden sein würde. Sie hatte ohnehin gerade jetzt nicht viel Zeit, da sie an Stelle der seit mehreren Tagen bettlägerigen Mutter — ein altes Lungenübel war bei dem naßkalten Wetter der letzten Wochen wieder stärker in Erscheinung getreten— der Wirtschaft vorstehen mußte. Sie erkundigte sich daher, als sie dem Vater das Frühstück in das Zimmer brachte, nur kurz nach seinem Ergehen und eilte dann wieder in die Küche. Kröger quälte ein paar Bissen hinab, trank widerwillig einige Schlucke Kaffee und schob dann alles beiseite. Es war nicht ratsam, daß man sich durch Essen und Trinken am Leben erhielt. An diesem Leben, dem jeder Tag eine neue Schwierigkeit brachte, dessen Antlitz sich immer mehr verfinsterte, das einen Burgbau türmte. zu dem Not und Sorge die Steine heranschafften. Womit begann er, wenn er die Reihe aufzählen wollte, womit hörte er auf? Was war das Schlimmste, was drückte am härtesten? Welcher seiner Sorgen mußte die größte Aufmerksamkeit gelten, um nicht von ihr zuerst erdrückt zu werden? Und ob es wohl irgendwo in der Welt einen Menschen gab, dem eine gleiche Fülle von Last aufgepackt war, wie ihm, Friedrich Kroger— dem letzten seines Geschlechts? Am festesten ketteten sich seine Gedanken in dieser Stunde an das Erlebnis des gestrigen Abends. Es war als etwas nie Erwartetes, niemals Bedachtes mit rücksichtsloser Brutalität in sein Leben eingebrochen. Aber es gehörte ja doch zu seinem Leben. Warum wunderte er sich also darüber, daß es sich eingestellt? Zur rechten Zeit als wahrhafter Spiegel. Denn so, wie man sich einst von dieser Frieda Boldt losgekauft und sie mit einem Leben unter dem Herzen vom Hof geschickt, so kaufte man sich jetzt mit der Hergabe der einzigen Tochter von seiner Schuldenlast los und legte das Frohsein des Lebens obendrauf... Vielleicht das Leben selbst.. 368 Denn das sollte ihm doch keiner sagen, oaß dus naßkalte Wetter allein an der Verschlimmerung des alten Uebels seiner Frau die Schuld trug. Zwar war die zarte und in ihrem ganzen Leben eigentlich nie richtig gesunde Lehnschulzen in jedem Herbst während einiger Wochen bettlägerig gewesen. Aber so hinfällig wie in diesem Jahre, hatte sie sich noch nie gezeigt. Und wenn man seine Augen aufmachen wollte, dann wußte man, daß in der Hauptsache das Schachergeschäft mit John Meyerheim dafür verantwortlich gemacht werden mußte... Ja, es hing eins am andern. Es wuchs Schicksal aus Schicksal wie der Halm aus dem Korn. Die Maschen des Lebens knoteten sich aneinander wie die Maschen eines Retzes. g.g Mg 4# Niemand durfte sagen.„Das macht das Leben vir!“ Sondern es mußte heißen:„Du machst dir dein Leben.“ Des Kantors Besuch am Nachmittag brachte nicht wie ehemals zu besseren Zeiten Entspanung, Aufheiterung, Frohsinn, sondern drückte den Stimmungsmesser nur noch tiefer hinab. Denn er hing ja mit im Netz und beschwerte durch sein Kommen nur noch mehr den Tag. Man wußte sich nicht viel zu sagen.„Wie geht es dir, Friedrich?“—„Wie geht es deiner Frau?“ Und Antwort wenig Erfreuliches, Befriedigendes, mürrisch und wortkarg bekanntgegeben. An schlimme Dinge rührte man nicht. Ihnen wich man aus, wie man bösen Tieren ausweicht, weil man sich vor ihnen fürchtet. Nur ganz zuletzt, schon auf dem Wege zur Tür: „Danken wollte ich dir noch, Lehnschulze, daß du... Entschiedenes Abwehren.„Laß nur, laß, Kantor. Warum..“ Immerte murhe Erst zum Abend hin, als es schon dammerig warde, fand Marie Zeit, sich ihres gegebenen Versprechens zu entledigen. 4 W# m4t im „Nein,“ sagte seroger, er habe sich noch nicht um Ersatz gekümmert. Wann wohl? Sei auch nicht so wichtig. Vorläufig sei der Stalljunge da, der jetzt genüge. Ob es überhaupt möglich sei, einen neuen Knecht zu mieten, bliebe eine offene Frage. Denn es sei kein Geld da, um einen zu bezahlen.— Trotz dieser für Steinke wenig aussichtsreichen Eröffnungen, sprach Marie von dem Bewerber.— „Nee,“ sagte darauf der Vater sofort.„Solch einen hergelaufenen Berliner schon überhaupt nicht. Diese Kerls können wohl Pflaster treten, aber von Pferden haben sie keine Ahnung. Verwechseln Egge mit Pflug und zäumen das Pferd hinten auf. Nee, der braucht erst gar nicht zu kommen.“ Nur mit vieler Mühe gelang es Marte endlich, zu erreichen, daß ihr der Vater versprach, sich den Mann wenigstens anzusehen.— Als Franz Steinke dann etwa eine Stunde später kam, mußte sich Kröger sagen, daß er von dem Aeußeren des Mannes, von der Art seines Auftretens angenehm enttäuscht sei. Im Anzug ordentlich und sauber, stramm in Haltung, verriet er sofort den alten Soldaten. „Na, und was ist nun also los, Steinke?“ fragte der Lehnschulze, als die üblichen ersten Dinge vom Eintritt bis zum Platznehmen erledigt waren. Der Gefragte trug ohne Weitschweifigkeit vor, erzählte, daß ihn die Arbeitslosigkeit nach Greifenhagen verschlagen, daß es hier nun auch zu Ende sei, er aber nicht nach Berlin zurückwolle, sondern auf dem Lande bleiben möchte. Er erwähnte sein Zusammentreffen mit Marie, vermied es aber sehr geschickt, auch davon zu berichten, daß er die Bekanntschaft des Lehnschulzen selbst auch schon gemacht. Sich sagend, daß seine Kenntnis von der schweren Fuhre die Entscheidung ungünstig beeinflussen könne. „Hm,“ machte Kröger, blätterte in den Papieren und bemühte sich dann umsonst, aus den Krähenfüßzen des Empfehlungsschreibens Krusemarks etwas herauszulesen.„Hm, Steinke. Aber wissen Sie: Metalldreher und Knecht, das sind doch himmelweit verschiedene Dinge. Und Berlin und Greifenhagen auch.“ (Fortsetzung folgt.) Um des Friedens willen Deutsche Stellungnahme zu den Erklärungen Lavals im Völkerbundsrat Zu dem von dem französischen Außenminister Laval dem Bölkerbundsrat unterbreiteten und von diesem angenommen Ersuchen, zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Saargebiet eine internationale Polizeitrupppe einzusetzen, schreibt die deutsche diplomatisch=politische Korrespondenz u. a.: Vom deutschen Standpunkt aus ist zwar wie vor nicht einzusehen, daß eine solche Maßnahme überhaupt notwendig ist. Schon in früherer Zeit wurde wiederholt darauf hingewiesen, daß vorbildliche Disziplin der deutschen Bevölkerung an der Saar ausreichende Garantien für einen normalen und ruhigen Verlauf der bevorstehenden Abstimmung bietet, deren reibungslose Abwicklung schon in ihrem eigensten Interesse liegt. Die Tatsachen haben dieser Auffassung auch stets Recht gegeben, Zu ernsthaften Zwischenfällen ist es im ganzen Saargebiet nirgends gekommen. Diese Feststellung verdient umso mehr hervorgehoben zu werden, als die politischen Spannungen durch das unverantwortliche Treiben und die gewissenlose Hetze deutschfeindlicher Kreise künstlich gesteigert wurden. Es ist auch ein offenes Geheimnis, daß die Personalpolitik des Vorsitzenden der Regierungskommission nicht unerheblich zu der allgemeinen Erbitterung unter der Bevölkerung beigetragen hat. Die Betrauung antideutscher Elemente mit einflußreichen Verwaltungs= und Polizeiposten im Saargebiet war sicherlich nicht dazu angetan, die Atmosphäre zu bereinigen. Trotz alledem hat, wie gesagt, die Gesamtlage an der Saar in keinem Augenblick zu ernsten Besorgnissen Anlaß gegeben. Der Fahrer=eher Malensen Geburtstagsbesuch Adolf hillers bei dem greisen Feldmarschall Unbeschadet dieser grundsätzlichen und sicherlich stichhaltigen Erwägungen aber, ist die Erklärung Lavals ein erneuter Beweis dafür, daß er auch weiterhin streng auf dem Boden der Gerechtigkeit und Billigkeit verbleiben will, was als ein glückliches Symptom angesehen werden darf. Wenn England dem Vorschlag zugestimmt und sich sofort bereit erklärt hat, tatkräftig an der Durchführung des Planes mitzuwirken, so gibt es damit indirekt zu verstehen, daß sich London letzten Endes doch zum Geist von Lacorno bekennt, den man in letzter Zeit gerade bei den verschiedensten Manifestationen leider vermissen mußte Im Verlaufe der Genfer Debatte am Donnerstag hat der französische Außenminister dann noch einmal seine unlängst vor der Kammer gemachten Ausführungen hinsichtlich der Haltung Frankreichs im Falle einer Abstimmung im Sinne des Status quo wiederholt. Diesen Ausführungen kommt— darüber ist man sich ja wohl nirgends mehr im unklaren— nur noch theoretische Bedeutung zu, weshalb es sich erübrigt, sachliche Einwendungen zu wiederholen. Das Bild der beiden Tage kann abschließend dahin beurteilt werden, daß Herr Laval die deutsch=französische Verständigung in Rom folgerichtig weitergeführt und die delikate Frage der Polizeitruppe in einem Sinne zu lösen verstanden hat, der es der Reichsregierung ermöglichte. ihre früheren Einwendungen und Besorgnisse fallen zu lassen. Dem großen Heerführer und letzten Generalfeldmarschall des alten Heeres Generalfeldmarschall von Mackensen wurde Donnerstag aus Anlaß seines 85. Geburtstages eine außerordentliche Ehrung bereitet. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler begab sich in Begleitung von Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, des Chefs der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und des Reichsaußenministers herrn von Neurath nach Falkenwalde in mern, um dem greisen Generalfeldmarschall persönlich die Glückwünsche des deutschen Volkes zu seinem Ehrentag zu überbringen. Um 8.55 Uhr verließ der Sonderzug den Stettiner Bahnhof in Berlin zur Fahrt über Stettin nach der Station Pölitz in Pommern, von wo die Fahrt im Kraftwagen nach Falkenwalde Landsitz des Generalfeldmarschalls fortgesetzt wurde. Gegen 10.50 Uhr passierte Stettin. Trotzdem die Durchfahrt überraschend kam, hatten sich in den wenigen Minuten, die der Zug auf dem Stettiner Bahnhof hielt, Hunderte von begeisterten Volksgenossen eingefunden, die den Führer stürmisch begrüßten. Auch auf allen weiteren Stationen an der Strecke, auf den Bahnhöfen und an den Bahndämmen wurden dem Führer stürmische Ovationen bereitet. Um 11.25 Uhr traf der Zug auf der Station Pölitz ein. Von Pölitz aus ging die Fahrt im Kraftwagen nach dem 8 Kilometer entfernten Falkenwalde zum Landsitz des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Auf der Fahrt dorthin wurde der Führer seitens der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Beim Eintreffen in Falkenwalde wurde der Führer durch die Hitlerjugend, Schuljugend, die Bevölkerung und durch die Ortsgruppe der RSDAP. Falkenwalde. die sämtlich Aufstellung genommen hatten, mit nicht endenwollenden Heilrufen empfangen. Das ganze Dorf wollte den Führer begrüßen. Alsdann begab sich der Führer in Begleitung des Reichswehrministers des Chefs der Heeresleitung und des Reichsaußenministers sowie der anderen Herren seiner Begleitung in das Haus des Generalfeldmarschalls. Der Generalfeldmarschall, der die Uniform seines alten Husarenregiments trug, empfing den Führer bereits an der Tür seines Hauses, umgeben von seiner Familie. Der Führer sprach dem Generalfeldmarschall in überaus herzlichen Worten den Glückwunsch des gesamten deutschen Volkes aus, worauf der Jubilar in bewegten Worten für die unerwartete Ehrung, die ihm überraschend zuteil geworden sei, dankte. Er brachte dabei zum Ausdruck, daß er diesen Dank mit um so größerer Freude ausspreche, als er in den langen Jahren seines Lebens nichts anderes getan habe, als seinem Vaterlande zu dienen. Keine größere Ehrung hätte ihm an seinem Lebensabend zuteil werden können, als hier den Besuch des Reichsoberhauptes in seinem Hause sehen. Dann sprach der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg dem Generalfeldmarschall die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht aus. Der Generalfeldmarschall dankte auch diesem für die so ehrend dargebrachten Wünsche der Wehrmacht. General der Artillerie von Fritsch, der Chef der Heeresleitung, überbrachte die Glückwünsche des Reichsheeres und teilte mit, daß das Reichsheer dem Generalfeldmarschall ein Reitpferd zum ständigen Gebrauch als Geschenk darbringe... gl.. 56 1. Henminigter C. Anschließend sprach Reichsaußenminster Freiherr von Neurath seine Glückwünsche aus. Nach den zahlreichen Gratulationen zogen sich der Führer und der Generalfeldmarschall zu einer längeren Unterhaltung zurück. Inzwischen hatten sich vor dem Geburtstagshaus zahlreiche Volksgenossen, Pimpfe, Hitlerjugend usw. eingefunden, die in stürmische Heilrufe ausbrachen, als sich der Führer mit dem Generalfeldmarschall und dessen Familienangehörigen auf der Freitreppe des Hauses zeigten. Um 13 Uhr trat der Führer mit seiner Begleitung die Rückfahrt nach Pölitz an, von wo aus die Weiterreise mit der Bahn nach Berlin erfolgte. Jubelnde Bevölkerung Die Rückfahrt des Führers über Stettin nach Berlin wurde zu einer festlichen Begrüßung durch die Bevölkerung. Als der Führer kurz vor 14 Uhr vom Landsitz des Generalfeldmarschalls kommend in Pölitz eintraf, hatten sich inzwischen Tausende von Bauern aus der Umgegend eingefunden, die den kleinen Bahnhof umlagerten, um den Führer zu sehen und zu begrüßen. Auch als der Zug in Stettin eintraf, war der Bahnsteig schwarz von Menschen; auch hier hatte es sich schnell herumgesprochen, daß der Führer im Laufe des Tages durchkommen werde. Als der Zug dann einfuhr, brach die Menge auf dem Bahnhof Stettin in nicht endenwollende Heilrufe aus. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Reise fortgesetzt, und als der Zug den Bahnhof verließ, begleitete den Führer ein wahrer Sturm von Heilrufen. So wurde die Rückfahrt des Führers von dem Geburtstagsbesuch bei dem alten Generalfeldmarschall überall zu einer herzlichen Freude=Kundgebung der Bevölkerung. Der Chef des Stabes Lutze und der Kyffhäuserbundesführer Oberst a. D. Reinhard haben an Generalfeldmarschall von Mackensen Glückwunschtelegramme gesandt. Auch der Reichsinnenminister Dr. Frick hat ein Glückwunschtelegramm geschickt. Weitere Glückwünsche haben u. a. gesandt Ministerpräsident Göring, der auch die Wünsche des Preußischen Staatsrates übermittelte, und der Leiter der RS=Kriegsopferversorgung, Oberlindober. General von hutier 1 Im Alter von 77 Jahren ist Mittwoch abend in den Räumen des Nationalen Klubs in Berlin General der Infanterie Oskar von Hutier nach einem Schwächeanfall infolge Herzschlages verschieden. Mit General von Hutier in wieder einer der alten Heerführer des großen Weltkrieges zur großen Armee abgerusen worden. Er wurde am 27. August 1857 in Erfurt als Sohn eines preußischen Majors geboren. Seine Erziebung genoß er im Kadettenkorvs. Im Alter von 18 Jahren trat er als Leutnant in das Infanterieregiment 18 ein. Seit 1889 war er Generalstabsoffizier. Als Oberst kommandierte er von 1907 bis 1910 das bessische Leibgarde=Infanterie=Regiment 115. bis er im Jahre 1910 als Generalmajor Kommandeur der 74. Infanterie=Brigade wurde. Als Oberquartier= meister und Mitglied der Studienkommission der Kriegsakademie kam er 1911 in den Großen Generalstab zurück und wurde dort im März 1912 Generalleutnant. Wenige Monate später wurde von Hutier zum Kommandeur der ersten GardeDivision ernannt. die er nach Ausbruch des Weltkrieges auch ins Feld führte. erst auf dem Vormarsch im Westen im Verband der Armee Bülow, dann in den schweren Kämpfen an der Vser, in der Winterschlacht der Champagne usw. General von Hutier ist weitesten Kreisen des deutschen Volkes dadurch bekannt geworden, daß unter seinem Oberbesehl im September 1917 Riga eingenommen wurde. Seiner Führung ist auch die überraschende Besetzung der Inseln Oesel und Dagö zu verdanken. Neuen Ruhm erwarb er sich im Frühjahr 1918 als Oberbefehlshaber der 18. Armee. die er bis vor die Tore von Amiens führte. Im Januar 1919 hat General von Hutier seinen Abschied senommer,.„e 4764nd i. 82 In der Nachtriegszeit hat er sich fuhrend in den Vereinigungen der deutschen Offiziere betätigt. Massenentlassungen deutsch=danziger Eisenbahner durch die polnische Staatsbahndirektion Die polnische Staatsbahndirektion hat in den letzten Tagen annähernd 170 deutsch=danziger Eisenbahnarbeiter und Handwerker entlassen und weitere Entlassungen angekündigt. Dieses Vorgehen, das an überholte alte Methoden erinnert, wie sie von der Staatsbahndirektion in Danzig den deutschen Arbeitern und Angestellten gegenüber in Anwendung gebracht worden sind, hat begreiflicherweise in Danzig lebhaftes Befremden hervorgerufen. So erklärt der offiziöse„Danziger Vorposten“ ganz offen, daß er in dieser pandlungsweise einen Verstoß gegen den Geist der Verständigung erblicken müsse. Das Blatt schildert an Hand von Beispielen die illegalen Methoden, die von der polnischen Staatsbahndirektion gegenüber den vertragsmäßig übernommenen deutschen Bediensteten zur Anwendung gebracht werden. Danzig könne nicht zu allem schweigen. Der polnischen Behauptung, es handele sich bei den Entlassenen um Saisonkräfte, steht die Tatsache gegenüber, daß sich unter den Betroffenen eine große Zahl befindet, die auf eine jahrzehntelange Dienstzeit zurückblicken könne. Amerika ruft Flottenabordnung ab Die amerikanische Regierung wird, wie in Washington bekannt wurde, die Kündigung des Flottenvertrages durch Japan dahin auslegen, daß Japan die Londoner Verhandlungen zu beenden wünsche. Sie wird daraufhin die amerikanische Abordnung abberufen. Die Lage würde durch die Kündigung so grundegend geändert, daß die amerikanische Regierung neue Entschlüsse fassen und hierzu eingehende Er. wägungen anstellen müsse. Die amerikanische Regierung hoffe jedoch, daß sich innerhalb der zwei Jahre, während der Vertrag in Kraft bleibe, ein Weg finden lasse, der sowohl die Begrenzung der Seerüstungen wie die politische Stabilität auf den Weltmeeren verbürge. Unzweifelhaft betrachtet Amerika Japan als verantwortlich für den Abbruch der internationalen Besprechungen und wird sich auf weitere Unterhaltungen in London jetzt nicht einlassen, da sie Japan keinesfalls das Recht auf eine gleichstarke Seerüstung vertraglich zugestehen will. In Kreisen des amerikanischen Bundeskongresses und selbstverständlich in Washingtoner Marinekreisen findet dieser Standpunkt volle Billigung. Man erklärt allgemein, daß Amerika auch ohne einen Seepakt auskommen würde. Sollte es durch die japanische Rüstungstätigkeit zu einem Wettrüsten zur See kommen, so könne Amerika es jederzeit aufnehmen und auch durchhalten. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß in diesem Falle die Schuld nicht Amerika treffe. 66 hinrichtungen in Rußland Vor dem Obersten Gerichtshof der Sowjetunion, dessen eine Abteilung auch in Leningrad tagte, hatten sich am Mittwoch 66 Personen wegen„Hochverrats und terroristischer Ueberfälle" zu verantworten. Der Gerichtshof in Leningrad verurteilte alle 37 Angeklagten, die sich vor ihm zu verantworten hatten, zum Tode. Auch die 29 Personen, gegen die der Prozeß in Moskau geführt wurde, wurden zum Tode verurteilt. Alle 66 Todesurteile wurden sogleich nach den Urteilsverkündungen vollstreckt. In den Urteilsbegründungen wird nur gesagt, daß die Verurteilten zum Teil aus Lettland, Finnland und Polen gekommen seien, um in Sowjetrußland Terrorakte gegen die Sowjets auszuführen. Unter den in Moskau Verurteilten befindet sich eine Frau, die angeblich eine wichtige Rolle bei der Verschwörung gespielt haben soll. Im Zusammenhang mit dem Beschluß des Präsidiums des Vollzugskomitees der Sowjetunion, daß gegenüber Personen, die sich terroristischer Akte gegen die Sowjetunion schuldig gemacht haben, keine Milde walten solle, wurden in der Nacht zum Donnerstag in Alma Ata und Samarkand durch die OGPU acht Todesurteile vollstreckt, die am 21. November durch den Gerichtshof ausgesprochen worden waren. Der Schnellzug Paris—Wien mit Lastkraftwagen zusammengestoßen Der Schnellzug D 37 Paris—Wien stieß am Donnerstagvormittag 8.35 Uhr auf einem Bahnübergang am Bahnhof Vaihingen=Enz(Württem= berg) mit einem Lastkraftwagen zusammen. Die Lokomotive, der Packwagen und der erste Personenwagen entgleisten und stürzten um. Der Lastkraftwagen wurde vollkommen zertrümmert. Seine beiden Insassen sowie der Lokomotivführer und der Heizer des Zuges kamen ums Leben. Hilfszüge aus Mühlacker und Stuttgart waren bald nach dem Unfall zur Stelle. Die Hauptgleise der Strecke Pforzheim—Stuttgart sind gesperrt und der Verkehr wird über Heilbronn umgeleitet. Die Reisenden des Zuges wurden in Kraftomnibussen nach Stuttgart weitertransportiert. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß die Bahnschranken nicht geschlossen waren. Goldfieber in Kalifornien Die Saarbrücker Tageszeitung „Deutsche Front“ veröffentlicht aussehenerregende Enthüllungen über die Hintergründe der separatistischen Parteigründung im Saargebiet. Das Schriftstück läßt keinen Zweisel darüber, daß die bisherigen Machenschaften der Separatisten von französischen Provagandageldern finanziert wur. Wie aus Newyork berichtet wird, hat ein Ausbruch von Goldfieber eine wahre Völkerwanderung nach der Stadt Mojave verursacht,, die in der kalifornischen Einöde gelegen ist. Alle Unterkunftsräume der Stadt sind überfüllt, und die angrenzenden Hügel sind mit Zelten hoffnungsvoller Goldgräber bedeckt. Den Anlaß der allgemeinen Pilgerfahrt bildet der Umstand, daß eine im September vor. Is. von einem vormaligen Universitätsstudenten entdeckte Goldader sich als viel reichhaltiger herausgestellt hat, als anfangs vermutet wurde. Der Bergwerkssachverständige der die Wiederaufnahme des Betriebes finanzierenden Gesellichaft, der sich an Ort und Stelle befindet, hat erklärt, die Goldader sei groß und ungewöhnlich reich und werde vielleicht große Bedeutung für Kaltfornien und die ganze amerikanische Nation gewinnen An der von Pariser Blättern gebrachten Nachricht, die italienische Regierung habe die Absicht. einen Nichtangriffsvakt auf zehn Jahre für sämtliche Staaten vorzuschlagen. ist. wie man an zuständiger Stelle erfährt. kein wahres Wort. Die belgische Kammer nahm mit 94 gegen 83 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen die von der Regierung eingebrachte Gesetzesvorlage über die Verlängerung und Erweiterung der Son dervollmachten an. Die Sondervollmachten dauern bis Ende Februar. Der Führer besichtigt den Film„Triumph des Willens“ Der Führer stattete am Donnerstagabend in Begleitung von Innenminister Wagner und SSGruppenführer Schaub den Geyer=Kopierwerkstätten in Neukölln, in denen Leni Riefenstahl den Film vom Reichsparteitag 1934,„Triumph des Willens“ schneidet, einen Besuch ab. Ueber zwei Stunden sah sich der Führer Ausschnitte und bereits fertiggestellte Teile dieser gewaltigen Filmwerks der Bewegung an. Leni Riefenstahl zeigte dem Führer die modernst eingerichteten Schneideräume und gab einen Einblick in das System der Organisation, nach dem das gesamte Bild= und Tonmaterial, das nicht in diesem Film Verwendung findet für spätere Zwecke archivmäßig aufbewahrt wird. Dieses Archiv wird für kommende Zeiten von unschätzbarem Wert sein, da es nach Ansicht aller Fachleute ein Tokzuen der Vorgänge ist, die neue deutsche Geschichte sind. Dann wurden dem Führer Teilausschnill des Filmwerks gezeigt. Urlaub für das NSRR Wie der Völkische Beobachter meldet, hat Obergruppenführer Hühnlein für die Zeit vom 12. Dezember 1934 bis zum 13. Januar 1935 einen allgemeinen Urlaub für das RSKK angeordnet, da die sich aus der Neuorganisation ergebenden Arbeiten nunmehr zu einem gewissen Abschluß gelangt sind. Das Korps möge, so heißt es in der Verfügung Hühnkeins, seinen Weihnachtsurlaub zur Pflege der Kameradschaft durch Abhaltung schlichter Kameradschaftsabende benutzen. „Nikolaus, komm in unser Haus!“ Im niederländisch=belgischen Grenzgebiet entwickelte sich in einem Dorf bei Roozendaal eine gewaltige Prügelei zwischen drei„Rikoläusen“, die gleichzeitig das gleiche Haus betreten wollten, sich jedoch gegenseitig daran hinderten. Die Dorfjugend ergriff Partei, die„Heiligen“ vergaßen überraschend schnell, welche Würde sie ihrer„Sendung“ eigentlich schuldig waren und schlugen mit kräftigen Hieben aufeinander ein. Außer den Halbwüchstgen beteiligten sich auch Erwachsene an der Rauferei, die damit endete, daß sämtliche Nikoläuse schwere Verletzungen davontrugen. Sie gingen nicht nur ihrer langwallenden Bärte, sondern auch ihrer Gewänder verlustig, die ihnen in Fetzen vom Körper gerissen wurden. Die Galapagos-Toten festgestellt Kapitän Allan Hancock, ein Millionär aus Los Angeles, der sich, wie bereits bekannt, nach den Galapagos=Inseln begeben hatte, um die geheimnisvollen Leichenfunde auf der kleinen Felseninsel Marchena aufzuklären, hat funkentelegrafisch mitgeteilt, daß es sich bei den Toten um den Deutschen Rudolph Lorenz und den Norweger Nuggerund handelt. Die beiden Männer sind an den Folgen der Hitze und des mangels zugrunde gegangen. Zur endgültigen Erkennung der beiden Leichen ist ergänzend zu melden, daß neben den Leichen von Lorenz und Ruggerund auch noch die Leiche des schwarzen Dieners der beiden Männer gefunden wurde Sie waren, wie Kapitan Auan Hancoa erganzend mitteilt, von der Baronin Wagner von der Charles=Insel vertrieben worden und sind dann nach einer Irrfahrt auf der Marchena=Insel verdurstet. Hancock gab weiter bekannt, daß Dr. Ritter am 21 November auf der Charles=Insel einem Herzschlag erlegen sei. Die Baronin Wagner sei seit dem 5. Juli mit einem ehemaligen Angestellten der früheren Pariser Modesalons namens Philipson von der Charles=Insel verschwunden. Stets einfach war Dein Leben Nie dachtest Du an Dich Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern morgen Schwager und Onkel, den Invaliden Karr Wie nach vollendetem 72. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Blome Familie Karl Wilms Holzen b. Schwerte, den 7. Dezember 1934. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. ds. Mits., nachmittags 2s fihr vom Trauerhaue, Rosenneg 28, aus stalt. Lichtipiele zur Reichskrone Heute bis Donnerstag, den 13. Dezember 1934 Die entzückende Tonfilmoperette: Gern hab ich die Frau'n geküßt Nach der Operette„Paganini“ von Franz Lehar. Ivau Petrovich, Eliza Illiard, Theo Lingen, Maria Beling in den Hauptrollen. Ein Film mit herrlichen Mielodien und vielen schönen Frauen. Außerdem der große, spannende Kriminal- und Abenteuerfilm: Unsichtbare Gegner Gerda Maurus, Paul Hartmann, Paul Kemp in den Hauptrollen. Ein Film voller Spannung, Tempo und Sensationen. Samstag nachmittag von 3-5 Uhr: Kinder-Vorstellung mit dem großen Paganini-Film, Wochenschau und Lustspiel. Prate WI Einfoche Anwendung“ Sichere Wirkung„ Fl. 1.80 extro stork 2.50 Drogerie Heppe, Ostenstraße 3 Samstag, den s. ds. Mts. vorm. 8 Uhr wird auf der Freibank Kinesteifa, zum Preise von 25 Pfg. pro Pfd. d Stliachchehvermaltung, Raut Wie ein Ffirsich durch„— Nuchts Rosen-Creme Drogerle Mehlhose, Idolf-Hitler-Platz Drogerie Rienhöfer, Hüsingstraße „Und so soll an dem diesjährigen Weihnachtsfest Preude und festlicher Prohsinn herrschen“ so sprach der gute Weihnachtsmann. Jeder soll rechtzeitig seine Geschenke kaufen und sorgfältig auswählen, deshalb ist unser Haus Sonntagzun geöffnet Der große Weihnachts-Verkauf der Firma Basse& Uerpmann, Iserlohn will jedem eine Kaufmöglichkeit bieten. Mif Sorgtalt u. Bedacht ist in überreicher Auswahl zusammengetragen, was Groß und Klein Freude macht. K das sind die Gesichtspunkte, von denen sich die Firma leiten läßt. Jeder soll kaufen können. Unsere 4seitige Weihnachts-Zeitung wurde Ihnen vom Postboten ins Haus gebracht. Diese, sowie unsere Schaufenster und sehenswerten Innen-Dekorationen geben Ihnen wertvolle Einkautswinke. Von vielen Orten Sonntagskarten nach Iserlohn BASSE& UERPMANN A.-G. ISERLOHN 85 Suche sofort ein tücht, ehrliches Nädchen f. kinderl. Haushalt u. z. Mitbedienen der Gäste. Schulte 2are Wirtschaft z. neuen Rathaus. Denke praktischschenke nützlich! Füllfederhalter, Schreibmappen, Briefpapiere, Brieföffner, Petschafte, Schul-Etuis, Kalender, in reicher Auswahl bei Cart Braus Stempe. billig und gut CARL BRAUS ch Herrnhuter Losungskalender 1935 zu haben in der Buchhandlung Carl Braus (Haus Feit) Gebrauchter guterhaltener Zimmer=Ofen zu kaufen gesucht. Offerten m. Preisangabe unt. 2380 a. d. Geschäftsst. d. Ztg. Für den Weihnachtstisch empiehle ich meine selbst hergestellten Marmorartikel, wie Schreibzeuge, Fruchtschalen, Rauchtischplatten u. S. W. 2373 J. Loock, Hörderstr. 55 Bucher finden Sie in reichhaltiger Auswahl in den Buchhandlungen Carl Braus Große Marktstraße 3 Aus amtl. Bekanntmachungen. Der Entwurf einer Nachtragssatzung zum Haushaltsplan der Stadt Schwerte für das Rechnungsjahr 1934 nebst Anlagen liegt gemäß§§ 4 u. 11 des Gemeindefinanzgesetzes 6. Dezember 1934 ab zwei Wochen lang im neuen Rathaus, Zimmer öffentlich aus. Schwerte, den 5. Dezember 1934 Der Bürgermeister. I. Weinkauf I. Beigeordneter Weizen: Westfälischer Weizen 76/77 kg gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet W 15 205,50, do. W 14 204,50, do. W 13 203,50, do. W 12 202,50, do. W 9 199,50 RM. Roggen: Westfälischer Roggen 72/73 kg, gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet R 14 165,50, do. R 13 163,50, do. R 12 162,50, do. R 11 161,50, do. R 9 159,50 RM. Hafer: 48/49 kg, gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet H 19 167,50, do. H 18 166,50, do. H 16 164,50, do. H 15 163,50, do. H 14 162,50, do. H 13 160,50 RM. Weißhafer: Aufschlag 7 RM. Futtergerste: 59/60 kg, gesetzlicher Erzeugerpreis, Preisgebiet G 14 170,50, do. G 13 168,50, do. G 12 167,50, do. G 11 165,50, do. G 10 164,50 RM. Trockenschnitzel 8,70, Steffen=Schnitzel 30 Proz. 10,38, vollwertige Zuckerschnitzel 55 Proz. 10,90 RM. ab Fabrikation. Die Preise verstehen sich bei Getreide per 100 kg waggonfrei Dortmund, in Ladungen von 15000 kg. Die Preise für Häcksel verstehen sich per Zentner waggonfrei oder freie Fuhre Inbstriegebies,. Lemarit vom e Neuemb Dortmunder Pferoemark# vom v. Dezemder, Auftrieb: 475 Pferde und 12 Wagen aller Art. Der Handel war mittel. Es kosteten: a) Kaltblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 700—875 RM., zweite Arbeitspferde 350 bis 700 RM., dritte Arbeitspferde 400—550 RM.; b) Warmblüter: beste Arbeit pferde und Stuten 700—850 RM., zweite Arbeitspferde 550—650 RM., dritte Arbeitspferde 250—450 RM.; c) Kreuzungen: b0#n M beitspferde 600—750 RM., zweite Arbeitspferde 450—600 RM., dritte Arbeitspferde 250—375 RM. Beste Tiere wurden über Notiz Der nächste Markt findet am 12. Verantwortlicher Hauptschriftleitzer; Heinz Friedrich Kamzge„e Verantwortlich für den gesumten Heinz Friedrich Kamecke. Sihwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. XI./34, 1565. Kandernsatt! Der Himmel ist grau verhangen. Ab und zu segt der Wind ein Loch in die Wolkendecke. Dann ist für einen Augenblick das Himmels zu sehen. Aber so schnell wie diese „Vision“ gekommen ist, verschwindet sie auch Endlos lange schon rollt unser Zug durch die flandrische Ebene. Es ist die typische Landschaft Flanderns, durch die er seinen Weg nimmt. Hohe Pappeln, die vereinzelt oder in langen Reihen in feuchten Wiesen stehen. Kanäle, die das Land in viele Vierecke schneiden. Immer weiter rollt der Zug durch diese Ebene. Es scheint, als hätte diese Fahrt kein Ende... In Langemarck steige ich mit meinem raden aus dem Zuge. Wenn man nicht die wenigen Leute auf der Straße sähe, hätte man den Eindruck eines vollkommen verlassenen Dorfes. Hoffnungslos sieht die lange Straße aus, die vom Bahnhof in das Innere des Dorfes führt. Schmutziggelb zieht sich die eintönige Häuserreihe die Straße entlang. Die Gleichförmigkeit der Häuser, die nach dem Kriege zur selben Zeit wieder aufgebaut wurden, verstärkt den trostlosen Eindruck. Wir haben uns den Weg zum deutschen Studentenfriedhof zeigen lassen. Er liegt außerhalb des Dorfes. Von der Straße tritt man in die steinerne Vorhalle ein. Große Eichentafeln stehen da. in die die Namen der Gefallenen eingeschnitzt sind. Frische Kränze mit den deutschen Farben liegen darunter. Wir gehen durch die Halle hindurch und kommen auf den Friedhof. Aber noch ist der Blick auf die Gräber durch eine hohe Hecke verdeckt. An ihr gehen wir entlang. Vor uns liegt jetzt ein weites Feld, über und über mit leuchtend rotem Mohn bedeckt: Niemandsland. Davor stehen in Abständen große Betonbunker und kleinere Betonklötze in einer Linie, die dem Verlauf der deutschen Westfront im Weltkriege entspricht. Dann ist der Blick auf den Friedhof frei. In langen Reihen stehen die Holzkreuze auf dem Rasen. Ohne Hügel sind die Grabplatten in den Rasen eingelassen. An jedem Grabe steht ein junger, deutscher Eichenbaum. Langsam gehen wir durch die Reihen der Holzkreuze. Denken an die Tausende der deutschen Brüder, die hier ruhen, nachdem sie ihr Letztes freudig für ihr Vaterland hingegeben hatten. Wir wissen, wie diese jungen Menschen, nicht älter als wir, von der Schulbank fort ins Feld zogen. In dem mörderischen Ringen um die Entscheidung in der feuchten Flandernerde wurde ihr jugendlicher Idealismus auf eine harte Probe gestellt. Doch sie haben die Probe bestanden. Indem sie fielen, haben sie gesiegt. Ein letzter Blick noch auf die Reihen der Kreuze, und wir treten durch die Vorhalle wieder ins Freie. Ein scharfer Wind fegt die Straße entlang. Doch die Sonne hat sich wieder hervorgewagt und ihre Strahlen liegen hell auf dem Weg vor uns. Buczkowski. Hoch über der Eifel Die Nacht ist kalt und naß. Der Wind greift in die Baumwipfel und zerrt sie hin und her. Ab und zu blinkt ein Stern durch die Wolkengruppen. Es regnet unablässig... Punkt halb neun treten wir vor der Jugendherberge an. Wir sind wetterfest angezogen und lachen über den Regen. Wir fassen uns fest an die Hand und ziehen durch den Wald, hinauf Vorgestern war unsere B.d.M.=Gruppe schon einmal dort oben auf der Höhe, der höchsten Erhebung der Voreifel. Wir hatten den riesigen Jahnenmast gesehen. Da war ein Gedanke in Die Steine so ashe doe Lad bariber Ghlig. rig. Wir fallen, stoßen uns und lachen trotz Der Herbergsvater geht als erster. Er führt uns sicher; nach zwei Stunden sind Wir bilden einen Ring um den Fahnenmast. Die Führerin spricht ruhig und klar. Der Sturm zerrt an unseren Manteln, pfeift über die kahle Höhe hin und trägt ernste, starke Worte mit ins Land hinaus: Wir ehren die schwarz=weiß=rote Fahne, die Fahne, für die viele, viele starben. Über uns aber muß wehen die junge die Fahne, für die unsere Kameraden fielen, die Fahne des jungen Deutschlando... Die Fahne steigt hoch am Mast, Arme recken sich, der Wind greift ins Tuch. Eine Pechfackel flammt auf und knistert: Funken springen hoch. lassen den weißen Streifen im roten Tuch aufleuchten. Und wir singen vom Sieger, vom Vorwärtsdrängen... Dann stehen wir stumm. Hoch über uns die jagenden Wolken unter uns die Lichter des schlafenden Dorfes. Wir sind noch so jung und haben doch einen Glauben in uns. Den Glauben an unsere Fahne. Den Glauben an unseren Führer. Den Glauben an unser Voll. Gertrud Schmit Obergan Westfalen. Wir sollen neven der schulungsmäßigen Ausbildung die Prüfung für das B.d. M.=Sportabzeichen ablegen. Eifrig wurde geübt; mancher Dauexiggzsch liegt schon hinter uns. Die ersten, pfuchtübungen auf dem Sportplatz hat unsere Führerin schon abgenommen; alle Mädel konnten die Bedingungen erfüllen. Durchhalten! Halbwach hören wir den Weckruf und drehen uns müde noch einmal auf die andere Seite. Es kann doch noch nicht 7 Uhr sein?— 5 Uhr ist es; aber aufstehen müssen wir doch schon; denn heute soll die 25=KilometerWanderung für das Leistungsabzeichen des B.d.M. gemacht werden, und wir wollen nicht gerade über Mittag marschieren,„„— I Zwölf Tage sind wir nun schon hier im Sportkursus zusammen, wir Mädel aus dem Heute gilt es, eine der schwierigsten Aufgaben durchzuführen; die große 25=KilometerWanderung muß gemacht werden. Die Landstrobe dtezat schon die festen Waneine und die andere uut surog, vir, senzen Wanderstiefel mit den leichten Turnschuhen oder Sandalen vertauscht; die Füße brennen, di schmerzen; aber jede denkt immer nur das eine: Durchhalten! 25 Kilometer sind zu schaffen— wie leicht kann auf einer fahrt einmal die gleiche Aufgabe gestellt wer den, weil ein Ziel unbedingt noch erreicht Die Sonne steigt immer höher; obgleich er Herbst ist, ist es doch unerträglich warm doch da endlich— die Berghöhe ist ergeicht; nun nur noch den vom allmorgendlichen lauf wohlbekannten„Veg, hinunter in den Ort, „ Ein Westfalenmädel. Die Erziehungsaufgabe des B. d. M. Deutschland braucht Frauen, die instinktiv sicher ihren Weg gehen, die leidenschaftlich die nationalsozialistische Idee und die Treue zum Führer leben, so daß sie ihren Kindern und damit der nächsten Generation überhaupt durch ihr ganzes Wesen und Dasein künden von der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dies zu erreichen ist die Aufgabe des B.d.M., denn unsere Mädel sind die Frauen von morgen. Über Aufgabe und Ziel des B.d.M. ist in letzter Zeit viel von Berufenen und Unberufenen geschrieben worden. An der positiven Arbeit der Mädelgeneration aber ging man achtlos vorüber. Wenige nur wissen etwas von den 35 Führerinnenschulen, die heute in allen deutschen Gauen stehen. Geschaffen durch die Tatkraft der Jugend, geleitet von jungen Menschen, die aus dem Bunde hervorgehen, sind diese Schulen heute die maßgeblichen Ausbildungsstätten für den nationalsozialistischen Führerinnennachwuchs. So wie der Obergau Ostland, der durch seine drei Schulen monatlich 150 Mädel erfaßt, weltanschaulich schult und körperlich ertüchtigt, so schaffen auch die übrigen 23 Obergaue in zielbewußter, unablässiger Aufbauarbeit. Nur wer selbst einmal in der Gemeinschaft solch einer Schule gestanden hat, vermag den tiefen Wert dieser Erziehungsarbeit zu erkennen. Kein totes Wissen wird den Mädeln während des dreiwöchigen Beisammenseins vermittelt, sondern aus der Arbeit, aus der Gemeinschaft heraus wachsen sie in eine klare weltanschauliche Ausrichtung und Lebenshaltung hinein. Das aber ist das wesentliche aller Erziehungsarbeit: Menschen zu formen, die klar und sauber in Wort und Werk sind. Wir wissen: Nur Menschen, die gewillt sind, diese einfachsten Forderungen des Nationalsozialismus auf sich und ihre Lebenshaltung anzuwenden, können und werden wahre Träger der Idee des Führers sein. Die anderen vermögen wohl für kurze Zeit zu blenden, letzten Endes aber wird die Jugend und damit das kommende Volk nur durch die Ehrlichen und innerlich Starken gestaltet und geformt. Unter diesen Blickpunkt haben wir unsere Arbeit in den Führerinnenschulen gestellt. Dort sollen die Mädel zu einer starken und innerlich klaren Haltung gelangen. Nicht weltfremde, unpolitische Mädel kann Deutschland gebrauchen; deshalb sprechen wir ihnen von der Not unseres Volkes, von der Härte des deutschen Lebensraumes, deshalb zeigen wir ihnen Aufgaben und Ziel unserer Generation im gesamtdeutschen Geschehen. Ohne allen Pathos geschieht das, nüchtern und klar. Denn nur durch nüchterne und klare Arbeit können wir zum Wiedergesunden, zum Wiedererstarken unseres Volkstums beitragen. Das aber ist der eigentliche Sinn unserer gesamten Mädelarbeit. Deshalb haben wir unseren Mädeln die körperliche Ertüchtigung zur Pflicht gemacht; deshalb fordern wir, daß diese Pflicht bestimmend werden soll auch für das letzte deutsche Mädel. Mag man diese Forderung heutauch von gewissen Seiten als unerreichbar belächeln; als wir vor Jahresfrist mit der sportlichen Arbeit im B.d.M. begannen, wurde diese auch belächelt. Durch unsern Reichssporttag. an dem schlagartig 200000 Mädel— Mädel, die nie vorher geturnt hatten, vom B.d.M. aber erst größtenteils seit gut einem halben Jahr sportlich ertüchtigt werden— auf dem diese 200 000 Mädel zu gleicher Stunde im ganzen Reich große sportliche Gemeinschaftsvorführungen zeigten, aber haben wir die Richtigkeit und die Notwendigkeit unserer Forderung unter Beweis gestellt. Außenstehenden wurde klar, daß es uns nicht auf die Höchstleistungen einzelner Begabter, sondern auf die gute Durchschnittoleistung aller ankommt. Wir sind in den zurückliegenden zwölf Monaten mit den zunächst unüberwindbar erscheinenden Schwierigkeiten fertig geworden. wir werden auch vor den kommenden nicht zurückschrecken. Unsere Organisation steht; die einheitliche sportliche Ausrichtung haben wir uns erarbeitet; unser Reichssporttag war ein Anfang, aber zugleich eine Grundlage, auf der sich wohl weiterbauen läßt, wenn man den Glauben und den Willen einer ganzen jungen Generation dazu nehmen kann. Wir sehen in unserm Schaffen mehr als bloße Mädelarbeit, die man vielfach glaubt totschweigen zu können. Wir wissen, daß es ein harter, aber notwendiger Dienst ist für unser Volk. Hilde Munske. Wir lernen Kochen Stunde um Stünde die gleiche eintönige, Handbewegung tun muß. dann will man abends seine Ruhe haben. Nur zweimal in der Woche wichen wir alle von dieser Gewohnheit ab. Dann hatten wir unsern Heimabend oder trieben Sport im B.d.M. Leicht war es uns im Anfang nicht geworden. Woche für Woche zu turnen und zu sporten. Wir hatten es ja fast alle die letzten drei, vier Jahre— je nachdem wie lange wir von der Schule waren— nicht mehr getan. So hatten wir alle eine reichliche Scheu davor. mit den anderen B.d.M.=Mädeln, die fast durchweg noch Schülerinnen waren, zusammen zu turnen. Aber dann gewöhnten wir uns doch rasch daran, und heute möchten wir diesen allwöchentlichen Sportabend nicht mehr missen. Genau so war es, als wir vor einiger Zeit aufgefordert wurden, uns an der zusätzlichen Berufsschulung, die vom Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront in engster Zusammenarbeit mit der H.J. durchgeführt wird, zu beteiligen. Zuerst gingen wir ein wenig unlustig hin. Doch dann merkten wir bald, daß wir als Mädel doch nicht auf die Dauer an all diesen Dingen vorübergehen dürfen. So begannen wir denn aufzuachten und lernten eifrig all die vielen Kenntnisse und Handgriffe, die zur Hauswirtschaft gehören. Heute sind wir Jungarbeiterinnen mit die Flinksten und Geschicktesten in den Kursen. Hin und wieder, wenn wir an der Maschine stehen, denken wir an diese Stunden, die so gar nichts mit Fabrik und Eintönigkeit zu tun haben. Aber unsere Arbeit, die Pflicht und Notwendigkeit ist— denn daheim warten sie auf den Verdienst—. vergessen wir nicht darüber. Eine Jungarbeiterin. Am Feuer Der Wald hatte den letzten Schein der Sonne aufgesaugt. Es dunkelte schnell. Wir kochten unsere Abendsuppe, das kleine Feuer knisterte. Träg stieg der Rauch hoch und hing sich an die Baumwipfel. Wir sahen ihm nach, bis er in dem Dunkel zerfloß. Willi kochte, Fritz feuerte, und wir saßen um de bersin. Hans war den Tag über merkwürdig still gewesen. Beim Tollen war er doch sonst immer der erste. Jetzt saß er in sich gekehrt und starrte in die Flamme.—.. W5 6em Köche müssen geärgert werden. Und weshalb sollte es nicht Willi auch? Schließlich kamen wir aus dem Lachen nicht mehr heraus, so daß Fritz fast das Feuern vergaß. Nach dem Abendessen packten wir uns wieder ums Feuer. Durch die Bäume strich kühl der Wind. Wir kuschelten uns eng zusammen, dicht an die Glut. Wir sangen von Soldaten, die reiten, Trommlern, die trommeln, von Fähnrichen und der Fahne. Wild waren unsere Lieder, und unsere Herzen waren mit ihnen. Da stand Hans auf. Wir sahen ihn halb an.„Heute vor 15 Jahren ist mein Vater gefallen.“— Wir waren plötzlich still. In uns stockte etwas, waren irgendwie getroffen. Als in unsere Augen das Fragen gekommen war und wir uns von der Spannung gelöst hatten, fing Hans an zu erzählen, von seinem Vater, den er nie gesehen. „Vom Vater weiß ich nur aus den Erzählungen der Mutter. Was er an sie aus dem Feld geschrieben hat, hab' ich hundertmal gelesen, ich kann es euch auswendig sagen. Er liebte die Musik, und sie gab ihm seinen Beruf. Wenn er es möglich machen konnte, spielte er auf der Orgel in den Kirchen, und dazu grollte die Front. Wenn das Feuer über der Stellung lag und jeder die Sekunden bis zum Tode zählte, schrieb der Vater in den Notenblättern. Manches Blatt aus dem Unterstand habe ich zu Hause. Wenn ich die Melodien spiele, dann ist der Vater bei mir und fernab das Trommelfeuer.“ „Wenige Stunden vor dem Angriff hatte er einen Brief an mich geschrieben, obwohl er nicht wußte, ob ich schon geboren sei.—„Werde groß und stark, mein Jung', werde tapfer und schlicht.— Ein Lied hab' ich dir gemacht, ein Wiegenlied, damit soll dich die Mutter in den Schlaf singen!“— Hier ist der Brief zu Ende. Dabei lag ein Notenblatt, eben angefangen, nur ein Takt. Das Lied hat er mit in die Schlacht und in den Tod genommen.“—. Wir harrten atemlos. Das Feuer war abgebrannt. Niemand wagte, sich zu rühren und das Feuer zu schüren. Und in das Dunkel inein fuhr Hans fort, als spräche er für sich. „Heut, nach 15 Jahren, ist das Lied wieder in mir, es ist herrlicher und schöner als das chönste... Ich trag' es in mir, das Wiegenlied vom Vater. Mir war, als hätte es mich in den Schlaf getragen und als hätte ich es nimmer schöner gehört.“ Der Nachtwind stob in die Glut, sie huschte uf und verlosch plötzlich Unsere Herzen waren trgriffen und still, ganz still. Gehe. Hitlerjugend Bann 136 Abteilung P. Zweite Schulungstagung des Bannes 136 für die Führer der Unterbanne I, II und III/136. Im Rahmen des Winterschulungsplanes des Bannes 136 findet Sonnabend Sonntag, den 15./16. Dezember im Hitler=Jugend=Heim in der Nimmer bei Hohenlimburg die zweite Schulungstagung für die Führer und Mitarbeiter der Unterbanne U/136 Schwerte, II/136 Hohenlimburg und III/136 Iserlohn ihre DurchfühDie Pressestelle des Bannes 136 Iserlohn. Pressekurzschulungstagung der Abteilung P (Presse und Propaganda) des Bannes 136 Iserlohn. Samstag Sonntag, den 8./9. Dezember ersaßt die Abteilung P des Bannes 136 Iserlohn die Pressereferenten bzw. Referentinnen aus den Unterbannen I, II und III/136, den Stämmen I, II, III und VI/1/136, den Ringen I, II und III/136 und aus den IM=Ringen I, II und III/136 zu einer Pressekurzschulungstagung auf der Jugendherberge zu HohenlimDie Pressestelle des Bannes 136 Iserlohn. * Der Gebietsführer der H I. Westfalen erläßt folgende Anordnung: „Im Hinblick auf verschiedentlich vorgebrachte Angriffe auf die Einheit der HitlerJugend=Bewegung erkläre ich als der für alle Einheiten der nationalsozialistischen Jugendbewegung des Gebietes 9 Westfalen Verantwortliche folgendes: 1. Jedem Angehörigen und Führer der und deren Nebengliederungen ist es untersagt, sich in konfessionelle Auseinandersetzungen einzumischen. 2. Keine konfessionellen Organisationen, Vereinigungen und Gliederungen der Kirchen haben das Recht, sich auf die HI. oder ihre Führer zu berufen. Die Hitler=Jugend fühlt sich der ganzen deutschen Jugend verpflichtet Sie gehört weder einem Stande, noch einer stimmten Konfession; sie gehört Deutschland. 3. Ich untersage jedem HJ=Führer die aktive Beteiligung an Bestrebungen, ganz gleich welcher konfessionellen Kampforganisation, wie z. B. der sogenannten Deutschen Glaubensbewegung(Hauer) teilzunehmen. Die Betätigung für irgend welche konfessionellen Kampforganisationen wird mit Strafe des Ausschlusses aus der HI. strengstens geahndet. 4. Der Dienstplan der HJ. wird so gestaltet, daß jedem Jungen und jedem Mädel die Möglichkeit des sonntäglichen Kirchganges gegeben ist. Bei sämtlichen Tagungen, Schulungslagern usw. wird strengstens darauf Rücksicht genommen, wie überhaupt die Möglichkeit der religiösen Betätigung der Jugendlichen auf jeden Fall geschaffen wird. Wir werden uns gegen jede Trennung der deutschen Jugend in ihrer Arbeit an Volkheit und Reich, ganz gleich von welcher Seite sie kommen mag, wehren. Der Führer des Gebietes 9 Westfalen Heil Hitler! gez. G. A. Langanke, Gebietsführer Das Leistungsabzeichen der Das durch den Reichsjugendführer geschaffene Leistungsabzeichen der HJ. ist nicht ausschließlich Auszeichnung für gute Sportleistungen, sondern ist Ausdruck für ein Ziel der Gesamterziehung, wertet also Körper, Geist und Charakter. Wer es erringen will, muß in ernster Schulungsarbeit auf Heimabenden, Lehrgängen und Lagern und durch das Leben in der Gemeinschaft eine feste innere Einstellung zum Nationalsozialismus gewonnen haben. Käur 22." W Wes.,“. Infolgedessen war das Best frei von sogen. Handwerksburschen, Vagabunden u. gewerbsug Dur. ue gu Henähng geier Kanden. An der Wende des 18. Fahrhunderts(7728—1303) escer aus Khrtnund zum ersen 9lalz.u, dase d Verdrecher abschlch lagten lesen, wiederholt daraust hsleP“, Zise. So wies er Angeiger aus Dortmund zumersen Voaie von=Zur kurze Zeit schien es, als od es er bftentichen unsioh, Hrischaften, Höse und werden volle. Lald aber nahmen Einbrüche der Bochen ewnsome.., Saste, L.Hotz, und andere Gewaltätigkeiten wieder überhand. Da machte der Landrat des Hammschen Landstraßen der Grafschaft Mark bedrohte. Erst kürzlich hatte eine Räuberbande die Bauernfamilie Holthaus zu Werne im Amte Bochum des Nachts überfallen, erhebliche Werte an Geld und Sachen weggeschleppt und den ältesten Sohn erdolcht, weil er einen der Banditen erkannte und ihn mit Namen anredete. Der Vater starb kurz nachher an den Folgen des Schreckens und der Trauer. Auf dem Höchsten, an der neuen Landstraße zwischen Herdecke und Aplerbeck, hatten Räuber den Wegegeldempfänger und seine Frau erbärmlich zugerichtet und sie des gesamten Bargeldes beraubt. Am hellichten Tage trocknete eine bewaffnete Diebesbande auf einer Wiese bei Aplerbeck die Leinwand, die sie aus einer der zahlreichen gewerblichen Bleichereien, die Fabrikanten des Wuppertales auf märkischem Gebiet unterhielten, gestohlen hatten. In der Nacht zum 17. Mai 1798 wurde bei dem Gutsbesitzer Oberste=Frielinghaus in Bommern eingebrochen. Zwölf schwer bewaffnete Räuber erbeuteten 5000 bis 6000 Taler, bestehend in goldenen und silbernen Münzsorten verschiedener Art, ferner für mehr als 200 Taler Leinwand und andere Sachen. Der Kaufmann Berger in Bommern, ein Verwandter und Nachbar von Frielinghaus, hat noch in derselben Nacht 500 Menschen mobil gemacht, mit ihnen die Verfolgung des Gesindels aufgenommen und alle Pässe besetzt. Aber die Täter entkamen und blieben jahrelang unentdeckt. Am 24. Nov. 1799 fiel der hochgeachtete Pfarrer Klemp in Eichlinghofen einer Räuberbande zum Opfer. Genau ein Jahr später, am 24. Nov. 1800, plünderten 9 Räuber den Wirt und Händler C. Westermann am Neuen Hause in der Bauerschaft Silschede aus. Es fielen ihnen in die Hände 300 Reichstaler an barem Gelde, für 200 bis 300 Reichstaler Kaufmannswaren, allerlei Silberwerk und 9 Gewehre. Schon früher waren bei Westermann wiederholt Versuche gemacht worden, seine Türen des Nachts einzurennen. Er hatte aber die Räuber immer mit Flintenschüssen vertrieben. Mit geladenen Gewehren war er stets gut versehen. Auch hatte er im Obergeschoß seines Hauses eine starke, mit Eisen beschlagene Falltür, die mit Schießlöchern versehen war. Dieses Mal konnte er von seinen Sicherheitsvorkehrungen keinen Gebrauch machen, die Räuber überrumpelten ihn abends zwischen 7 und 8 Uhr. Das Räubergesindel bestand vielfach aus Leuten, die in ihrer äußeren Erscheinung Anständigkeit und Ehrbarkeit vortäuschten. Sie legten„außerhalb des Dienstes“ Wert auf gute Kleidung und unauffälliges Verhalten. Eine große Zahl von Hehlern stand ihnen zur Verfügung. In mehreren Fällen konnte ein Verschieben der in der Mark geraubten Sachen nach Köln festgestellt werden, dessen zahlreiche Gassen als berüchtigte Treffpunkte westdeutscher Verbrechen galten. Um dem Unwesen zu steuern, traten im Juli 1798 in Camen Vertreter der Behörden und der Bevölkerung zusammen, um über die zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Der Geheime Kriegs= und Domänenrat Liebrecht auf Haus Sundern in Asbeck erhielt den Auftrag und die erforderlichen Vollmachten, das Gesindel mit Hilfe zuverlässiger Eingesessener verfolgen zu lassen. In den Tagen vom 10. bis 15. Juli 1798 fand überall in der Grafschaft Mark eine allgemeine Streifjagd statt, wobei bekannte Verbrecherherbergen und Schlupfwinkel einer eingehenden Musterung unterzogen wurden. Trotz bester Absicht und genauer Durchführung war das Unternehmen ohne jedes Ergebnis. Die Spitzbuben hatten cechtzeitig Wind bekommen und sich nebst den gestohlenen Sachen in Sicherheit gebracht. Trotzdem wurde die öffentliche Sicherheit zunächst etwas besser. Dieser Erfolg war darauf zurückzuführen, daß infolge ausgesetzter Belohnungen mehrere gewerbsmäßige Diebe zur Anzeige gebracht und in Altena eingesperrt wurden. Auch die Zuchthäuser in Elberfeld, Düsseldorf, Wesel und Dillenburg begrüßten um diese Zeit manchen neuen Insassen. Denn Räuber gab es nicht nur in der Mark, sondern in ganz Westdeutschland. Die Bemühungen des Geheimrats Liebrecht, mit Hilfe der Landbewohner die Verbrecher aufzustöbern und zur Haft zu bringen, waren fast erfolglos. Das hatte seinen Grund vorwiegend in der Aengstlichkeit der Bauern. Sie fürchteten die Rache der ihnen persönlich bekannten Raubgesellen und ihres Anhanges und warnten sie sogar vor behördlich angeordneten Nachsuchungen. Außerdem erwuchsen ihnen, falls sie wirklich Verbrecher einbrachten, allerlei Weitläufigkeiten und Schwierigkeiten. In Ermangelung regelrechter Polizeikräfte zwang mancher Ortsgewaltige die Bauern, ihre Verhafteten selbst zum Kriminalgericht in Altena zu bringen. Der Aerger darüber und die Angst vor dem Anhang der Festgenommenen treiben die Dorfschützen zu Saumhand. Da machte der Landrat des Hammschen Kreises, der rührige Sanft von Pilsach, den Beerbten seines Bezirks den Vorschlag, auf eigene Kosten einen Trupp Landjäger zu errichten und zu unterhalten. Man ließ jedoch den Plan wegen der zu hohen Kosten bald wieder fallen und begnügte sich mit einem Antrage an die Märkische Kriegs= und Domänenkammer in Hamm, sie möge eine Anzahl Arbeitshäuser errichten, die Beerbten wollten gern einen angemessenen Zuschuß zahlen. Aber die Kammer nahm die Sache sehr leicht. Sie antwortete kurz, in Wesel wäre ein Zuchthaus, und das müsse genügen. Dabei wurde die Unsicherheit mit jeder Woche größer. Der bevorstehende Winter 1798=99 erregte schwerste Besorgnisse. Zwar wurden wieder einzelne Diebe festgenommen und nach Altena geschickt, aber solche kleinen Augenblicksmittel konnten eine dauernde Besserung nicht herbeiführen. Es geschah nichts Einschneidendes zur Unterdrückung und Beseitigung der himmelschreienden Greuel. Auch eine von der Landesregierung herausgegebene Liste(Herbst 1797), die die Namen der berüchtigsten zwischen Rhein und Weser umherstreifenden Räuber enthielt, hatte nicht geholfen. Man griff noch nicht zu dem Mittel einer scharfen und tatkräftigen Polizei, obwohl man sich hätte ein Beispiel nehmen können an dem benachbarten Vest Recklinghausen. Dort leisteten Landhusaren treffliche Dienste. Sie waren überall im Lande verstreut einquartiert, beritten täglich die Wege und brachten alles Bettelvolk und verdächtige Gesindel nach Recklinghausen und Dorsten. andauernd um wirksame Hilfe. So wies er wieberholt varauf hin, oaß die Gegend im und am Ardeygebirge sehr gefährlich sei. Uebertriebenen Gerüchten aber trat im Februar 1799 der Wegeinspektor Wesermann öffentlich mit der Erklärung entgegen, daß die durch das Ardeygebirge führende Straße von Herdecke bis Aplerbeck in keiner Weise unsicher sei. Am 28. Januar 1800 erschien eine Verordnung der Preußischen Kriegs= und Domänenkammer in Hamm, die Sicherheitsanstalten in der Grafschaft Mark betreffend. Es durften nich ins Land gelassen werden, auch wenn sie mit Pässen versehen waren: Landstreicher, fremde Bettler, Zigeuner, Glückstöpfer, Riemenstecher, Gaukler, Hausierer mit kleinem Kram, sog. Kammerjäger, reisende Musikanten, diejenigen, welche fremde Tiere herumführten, Kessel= und Wannenflicker, Porzellan= und Pottbinder, fremde Kollektanten, abgedankte Soldaten, so nicht im Lande zu Hause gehörten, fremde Deserteure und zu Fuß reisende fremde Juden. Es durften aber eingelassen werden solche Juden, die entweder zur Messe nach Frankfurt an der Oder reisten oder wenigstens 50 Taler bares Geld bei sich hatten oder eine obrigkeitliche Bescheinigung darüber vorzeigten, daß sie als Dienstboten bei einem einländischen Schutzjuden eintraten. Zuwiderhandelnde wurden das erste Mal mit 14tägigem Gefängnis bei Wasser und Brot bestraft und des Landes verwiesen. Das zweite Mal wurden sie mit„Willkomm und Abschied“ ins Zuchthaus und das dritte Mal auf Levenszeit in die„Karre" gebracht. Die Verordnung enthält noch eingehende Bestimmungen über die Handhabung der Fremdenpolizei, das Herbergswesen und die Polizeiaufsicht über einheimische Müßiggänger, Bettler und Landstreicher, über unvermutete nächtliche HausDie ältesten Bürgersteige in Westfalen schen Städte sind verhältnismäßig nur wenige Nachrichten zu uns gekommen. Von Bürgersteigen gar ist in den Jahrbüchern nur selten die Rede. Von Soest aber wissen wir aus der sog. jüngeren Schrae(c. CLIX), daß schon im Jahre 1327 in der alten Engernstadt Bürgersteige vorhanden waren. Es heißt dort nämlich: „Im Jahre 1327 am Tage des hl. Bonifatius kamen Rat und Bürgerschaft überein, daß hinfort jedermann, Mann oder Frau, die in Soest ansässig sind, die Wege machen sollen, die man Fußpfade(Votpede) nennt, und zwar vor ihrem Erbe(Besitz). Damit soll man ihnen zum ersten(Male) Steine und Grand(Kiessand) hingeben, frei, ohne Kosten. Und jedermann, Mann oder Frau, soll einer dem andern helfen, die vorgenannten Wege zu machen gegen ihr Erbe, soweit sie nebeneinander Besitztum haben, alles nach Gebot und Anweisung der„Hovere“(Hovenvertreter). Es sollen aber die vorgenannten Wege ununterbrochen hergestellt werden. Wenn dann aber später die vorgenannten Wege wieder zerbrochen sein sollten und die Hovenvertreter ihnen entbieten, die Wege machen zu lassen, so soll man ihnen Steine und Grand dazu bieten, freigelegt in der Kuhle. Die Fuhre aber sollen sie selber tun(auf eigene Kosten ausführen lassen) und(alles) auf ihre Kosten machen lassen. Und die anderen Wege soll man machen, als man von altersher gewohnt ist.“ Aus dieser Anweisung ergibt sich, daß gepflasterte Bürgersteige schon vor 1327 wenigDamals statt, sodaß die Bürgersteige ununterbrochen fortliefen. Die Stadt übernahm zunächst, die kostenfreie Anlieferung der dazu erforverlichen Baustoffe, die in den städtischen Steinbrüchen und Kiesgruben hinreichend gefördert wurden. Später wurden die erforderlichen Baustoffe nur an Ort und Stelle kostenfrei zur gung gestellt. Als die Blütezeit der Hansa vorbei war, verfielen auch derartige nützliche Einrichtungen, und Soest wurde„zum großen Dorfe Westfalen". Westfälischer Schinken Der berühmte Hofprediger Abraham a Santa Clara, der 1709 zu Wien starb, zeichnete die berühmtesten Leckerbissen seiner Zeit wie folgt auf:„Ein Ciecollada(Schokolg, aus Spanien, ein Krikassee aus Frankreich, ein Gelatschen(Goulasch) aus Böhmen, ein Schinken aus Westfalen...“ Der Dichter Eduard Mörike besang den westfälischen Schinken einmal in seinem Poem „Aus Bebenhausen". Die Stelle lautet: Wer da hustet und keucht, bei wem kein anderes Mittel, Weiter verfängt, auch kein homöopathisches mehr, Walle nach Bebens Tal und esse westfälischen Schinken, den ihm gostliche Sand fegag ggsund suchungen bei verdächtigen Leuten, Patrouil= lengänge und das Ziehen der Sturmglocke beim Antreffen größerer Banden. Zum Schluß kommt noch die Zusicherung, daß sich die Verordnung nur gegen verdächtiges Gesindel richte, das zum Schrecken der Eingesessenen in der Provinz Mark die öffentliche Sicherheit gefährde. Ordentliche Leute aber, die sich durch Arbeit ernähren, sollen sich allen möglichen Beistandes erfreuen. Zwar wurde nun die Wachsamkeit der Behörden größer, aber es fehlte immer noch an den erforderlichen Machtmitteln, die Unholde zu fangen und festzuhalten. Noch im Juli 1800 brachen 15 der gefährlichsten Banditen, die man bei einem Angriff auf das Dorf Daaden im Westerwalde gefangen hatte, aus der Festung Wesel aus und vereinigten sich mit ihren Genossen. Endlich raffte sich die Staatsregierung zu energischen Maßnahmen auf. Pfarrer Möller in Elsey hatte dem Könige Friedrich Wilhelm III. verschiedene Nummern des„Westfälischen Anzeigers“, die Schilderungen über vorgekommene Bandendiebstähle und Raubüberfälle enthielten, zugesandt. Da verordnete der König durch Kabinettsresolution vom 9. Nov. 1801 die sofortige Einrichtung einer„Clevisch= Märkischen Immediat=Sicherheitskommission". Sie trat in Bochum zusammen und war mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet. In ihrem Gefolge erschien eine Compagnie preußischer Jäger, deren Mannschaften aus den damals zu Preußen gehörigen Gebieten Ansbach und Bayreuth stammten. Diese Jäger haben die gründliche Verfolgung und die Gefangennahme des Diebesgesindels bewirkt. Es ergab sich bald, daß fast alle Gewalttaten in der Provinz Mark durch eine und dieselbe Bande verübt waren. An der Spitze dieser Bande standen die Brüder Johann und Karl St. und Heinrich P. Jedem einzelnen dieser Hauptleute wurden etwa 50 gewaltsame Diebstähle und Raubanfälle nachgewiesen. Das Bochumer Sondergericht arbeitete kräftig und schnell. Schon im Jahre 1803 wurde von Berlin aus bekanntgegeben, es seien auf Grund eines mit Rußland abgeschlossenen Staatsvertrages neuerdings 58 unverbesserliche Verbrecher in die Sibirischen Bergwerke transportiert worden. Als im Sommer 1803 die Kommission aufgelöst wurde, folgte ihr der wohlverdiente Dank der Bevölkerung. Sie hatte während ihrer 1½jährigen Tätigkeit 286 gewaltsame Diebstähle, Räubereien und Raubmorde ermittelt und 149 Teilnehmer abgeurteilt. In den benachbarten Staaten stand es um die öffentliche Sicherheit nicht besser. Die Brabantische, Holländische, Crefelder, Neuwieder und Essener Bande, an deren Spitzen die Räuberfürsten Picard, Bosbeck, Fetzer, Damian Hessel und andere standen, konnten jahrelang ihr Unwesen in Nordfrankreich, in den Niederlanden und am Rheine treiben. An ihnen gemessen, waren die Führer der märkischen Raubgesellen kleine Lichter. Selbst Johann Bückler, genannt Schinderhannes, der als Führer einer Bande im Nahetal berühmt und berüchtigt wurde, tritt gegenüber der wilden Energie und den geistigen Fähigkeiten genannter Genossen weit in den Hintergrund. Das Feuer erlosch, nachdem im Jahre 1802 alle kleinstaatlichen Regierungen Westdeutschlands mit der preußischen Commission in Bochum und dem Generalkommissar der vier französischen Departements auf dem linken Rheinufer sich über die gegenseitige Auslieferung der diesseits und jenseits des Rheines aufgegriffenen Verbrecher geeinigt hatten. Mit der am 21. Nov. 1803 in Mainz erfolgten Hinrichtung von Schinderhannes nebst 19 seiner Raubgesellen schloß das schauerliche Drama. K. Schwerter. BauernHochzeit Ein Gemälde des nie. derländischen Meisters Pieter Brueghel des Aelteren(1525—1569) Nllellent, As Aus Sesen Sciter?? „Doch mit des Geschickes mächten——— Der Pariser Professor Combiers stand dicht vor der Vollendung eines umfangreichen Werkes über vergleichende Tieranatomie. Dies war das Gebiet, mit welchem er sich während seiner Studien und seiner langen Praxis vornehmlich beschäftigt hatte. Seine Experimente und die Ergebnisse langjähriger Arbeit hatte er in diesem Werk niedergelegt. Er versprach sich einen großen Erfolg. Arbeit lag im handgeschriebenen Manuskript vor, Freunde hatten ihm oft geraten, es abschreiben und vervielfältigen zu lassen, die Gefahr wäre doch zu groß, daß das wanuskript verloren ginge. Er aber Ratschläge in den Wind erseslage zag Gro. Tage nun war die Hausang.#.u. des Professors mit dem Reinigen seines Arbeitszimmers beschäftigt, das Fenster war geöffnet. Als der Professor in das Zimmer trat, entstand plötzlich ein starker Zug. Schreibtisch umherliegenden losen Blätter wirbelten durcheinander und wurden dann vom Wind zum Fenster hinausgetragen. Der fessor stürzte sofort auf die Straße hinunter. Es herrschte in den Vormittagsstunden starker Verkehr und außerdem regnerisches Wetter. Als er unten anlangte, war der größte seiner Schriften schon längst vom Wind und von Fahrzeugen davongetragen. Verzweifelt lief der Gelehrte die Straße auf und ab. Doch er fand nur wenige Blätter seines Manuskriptes, die auch noch größtenteils beschädigt und unkenntlich waren. Es bestand für Combiers keine Möglichkeit, aus diesen Wischen seine Arbeit zu rekonstruieren, sein Lebenswerk war vernichtet. In seiner Verzweiflung wollte sich der Professor vor einen vorbeifahrenden Omnibus stürzen und konnte von Passanten nur mit Mühe daran gehindort worden(2) Sie konnten zusammen nicht kammen Zunächst schüttelten die Einwohner von Joliet, einer Stadt in der Nähe von Chicago, die Köpfe über den Hund, der nun schon seit dem frühen Morgen am Ufer des Illionis=Kanals auf und ab lief, bald ins Wasser sprang, von der Strömung abgetrieben wurde, dann wieder ans Ufer klomm, sich das Wasser aus dem Fell schüttelte, um von neuem jaulend und winselnd am Ufer entlang zu laufen. Am Abend benahm sich der Hund noch genau so, mitleidige Passanten brachten ihm Fressen, das er jedoch verschmähte. Als der Schäferhund aber am anderen Morgen immer noch sich in der gleichen Weise gebärdete, wurde die Sache unheimlich, man nahm an, daß er vielleicht seinen Herrn suche, der sicherlich im Kanal ertrunken wäre. Die Polizei wurde verständigt, die das Benehmen des Hundes ebenfalls für höchst bedenklich hielt. Man entschloß sich schließlich, das Wasser nach dem mutmaßlich ertrunkenen Hundebesitzer abzusuchen. Mit Stangen und Netzen machte man sich ans Werk und untersuchte das Bett des einige hundert Meter stromab nach der Leiche— vergebens. Der Hund war inzwischen in nichts von seinem eigenartigen Gebaren abgewichen, nur daß er durch die zahlreichen Schwimmversuche in dem eiskalten Wasser und durch die fehlende Nahrung sichtlich erschöpft war, und sein Winseln immer kläglicher wurde. Es war Abend geworden, Polizei, Rettungsmannschaften und ein zahlreiches Publikum zerbrachen sich die Köpfe, was man mit dem Hund anfangen könnte. Da erscholl plötzlich ein Pfiff, der Hund spitzte die Ohren und sprang dann vor Freude winselnd und mit dem Schweif wedelnd an einem Neger empor, der eben aus der Menge der neugierigen Zuschauer getreten war. Dieser klopfte dem Hund das Fell, packte ihn beim Halsband und führte ihn, ohne ein Wort der Erklärung abzugeben, fort. Der Neger, der Besitzer des Hundes, wohnte auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals. Der Hund war von zu Hause weggelaufen, wobei er die etwa achtzig Meter von dem Ort des Geschehens entfernte Brücke überschritten hatte. Nach ausgiebigem Herumstrolchen verspürte er den Drang, nach Hause zurückzukehren und begab sich, seinem Instinkt folgend, auf den Heimweg. Dieser Instinkt sagte ihm mit mathematischer Genauigkeit, daß die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die gerade Linie sei. Die gerade Linie wurde nun aber leider durch den Kanal gekreuzt, der, wie die Praxis erwies, ohne Brücke für den Hund nicht zu überschreiten war. Folglich hätte er an diesem unüberwindlichen Punkt elendiglich verhungern müssen, wenn ihn nicht sein Herr rechtzeitig am Halsband ergriffen und nach Hause geschleppt Pot. Ler Bislsgnmiasene vefunde 9. Das ist nun der vielgepriesene gesunve Instinkt eines Tieres, kommentieren amerikanische Zeitungen das kleine Ereignis, da ist uns der menschliche Verstand schon lieber, der uns gesagt hätte, daß wir nur um achtzig Meter von der geraden Linie abzuweichen brauchen, um mühelos das Wasser auf einer Brücke überqueren zu können.(“) Wer hat noch keinen Tug verschkalen? Detektiv Sergeant James Bilmore liegt augenblicklich in einer Klinik in Chicago und grübelt darüber nach, warum ein sprichwörtlicher Glücksfall sich gerade für ihn in ein Unglück verwandelte. Wir alle und auch Sergeant Bilmore, haben oft davon gelesen, daß Menschen, die eine wichtige Reise vorhatten, nicht rechtzeitig aufwachten, daher ihre Straßenbahn, ihren Zug oder ihr Schiff verpaßten, mit heraushängender Zunge, vor Aufregung keuchend, an den Haltestellen, dem Bahnhof oder dem Lananlangten, und die vorgenannten Verkehrsmittel gerade abfahren sahen. Und dann, natürlich, dann verunglückte die betreffende Straßenbahn, oder der Zug oder das Schiff, und so hatten diese Menschen für den Rest ihres Lebens einen wundervollen und aufregenden Erzählungsstoff. Es gibt kaum eine größere Katastrophe auf den Schienen oder auf dem Meere, die nicht von unzähligen Menschen verpaßt wurde, weil der Wecker nicht funktionierte oder Morpheus sie nicht aus den Armen lassen wollte. Als Sergeant Bilmore an jenem etwas nebligen Novembermorgen aufwachte, stellte er zu Forellenangler seinem Schrecken fest, daß der Zug, mit dem er nach Grand Rapida in wichtiger dienstlicher Angelegenheit fahren sollte, bereits in 10 Minuten abfuhr. Natürlich sprang Bilmore sofort aus dem Bett, rasierte sich nicht, wusch sich nicht und kämmte sich nicht. Natürlich war er 3 Minuten später auf der Straße und winkte einer Autodroschke. Natürlich kam er gerade auf dem Bahnsteig an, als der Zug ihm höhnisch den Schlußausschnitt des letzten Wagens zeigte. Bis zu diesem Punkt war alles so verlausen, wie es immer verläuft, wenn das gütige Schicksal einen Menschen vor sicherem Verderben bewahren will. Sergeant Bilmore, der in einem Auto dem Flugplatz zuraste, um wenigstens den Versuch zu machen, mittels eines Flugzeuges den Zug einzuholen, auf dem sich ein langgesuchter Falschspieler befand, dachte ebenso. Er pries innerlich seinen guten Stern, war überzeugt davon, daß der Schnellzug nach Grand Rapida verunglücken würde, hoffte aber, daß Marder Grainge am Leben bleiben und sich auf der Stelle des Unglücks von ihm verhaften lassen würde. Leider stellte es sich heraus, daß ein Flugzeug erst einige Stunden später diese Strecke befliegen würde. Während er noch so überlegte, was er nun beginnen sollte, sah er auf einmal, kaum zehn Schritte von seinem Standpunkt entfernt, einen Mann stehen, der eine derart große Aehnlichkeit mit dem Marder hatte, daß Bilmore überzeugt war, ihn vor sich zu haben. Seine Gedanken gingen jetzt so schnell wie der sprichwörtlich gut geölre Blitz. Schicksal hat ihn Zug verpassen lassen, weil Verbrecher von polizeilicher Absicht Kenntnis erhalten und Polizei an der Nase herumführen wollte. Bilmore ging also auf den Mann zu, klopfte ihn unauffällig auf die Schulter und redete ihn mit einem seiner vielen Pseudonyme an. Der Angeredete, der beim näheren Zusehen noch größere Aehnlichkeit mit dem Verbrecher hatte, zuckte ersichtlich zusammen, erklärte aber dann, daß er nicht der also angesprochene sei, sondern Phil Morrison und aus dem Westen stamme, dort, wo es am wildesten sei. Bilmore lächelte nur überlegen und bat um diskrete Aushändigung der Ausweispapiere. Diese besaß der Verdächtige nicht. Darauf erklärte Bilmore ihn für verhaftet, und bat ihn, unauffällig in seiner Begleitung den Flugplatz zu verlassen. Aber dieser Mann, Verbrecher oder nicht, hatte wenig Sinn für Humor. Er erhob energischen und lauten Protest, und als eine genügende Anzahl von Leuten, eines uniformierten Beamten, ihn und Bilmore umstanden, schlug er den Detektiv mit solcher Wucht unter das Kinn, daß der arme Beamte zur Erde fiel, und zwar gerade auf einen vom Schicksal dort hingestellten massiven Stein. Bilmore wachte in der Klinik auf. Der Zug. nach Grand Rapida kam ohne Unglück glücklich an seinen Bestimmungsort. Und der wütende und beleidigte Ehrenmann Phil Morris war wirklich der gesuchte Verbrecher, dem es gelang, in dem Auflauf zu entkommen. Bilmore grübelte nun über die verzwickten Irrwege nach, die das Schicksal ihn geführt hat. Er ist aber zu dem Schluß gekommen, daß der Verbrecher auch den Zug verschlafen hat und daß in diesem Fall das Schicksal ein doppeltes Spiel gespielt hat. Jeltsames über Ilünzen Von Karl Sohm Auch die Münzen haben ihre Schicksale und Geschichten. Unser alter Taler erschien 1609 als„Georgstaler“, so genannt, weil er das Bildnis des hl. Georg trug. Er stand bei den Söldnern in hohem Ansehen, denn man glaubte von ihm, daß er kugelfest mache. Der Graf David von Mansfeld, der ihn herausgegeben hatte, zog aus ihm einen guten Gewinn, da man oft das zehn= bis fünfzehnfache für ihn bezahlte. Die ganze Soldateska war von seiner Wunderwirkung fest überzeugt. Auch der Sterbetaler Friedrichs des Großen hat seine Geschichte. Obwohl ein solcher eigentlich niemals geprägt wurde, hat das Volk sich ihn selbst geschaffen. Der Taler, der im Todesjahr Friedrich II. erschien, trug die Jahreszahl 17 A86. Das A bezeichnete lediglich den Ort der Prägung, nämlich Berlin. Aber das Volk las dieses A für August und hielt die Anschrift für den Sterbetag des großen Königs. Für den 17. August 86. Der Taler wurde der„Sterbetaler“ Friedrichs des Großen genannt. Ebenso hat auch der„Maria=Theresientaler“ ein sonderbares Schicksal. Der Taler, der das Bildnis der Kaiserin trägt und in der Zeit von 1751—1780 geprägt wurde, gilt noch heute, aber nicht in Oesterreich, sondern in Abessinien und China. Da die Münzverhältnisse in diesen Ländern sehr unsicher sind, ziehen die Bewohner die„Levantiner“ ihrem Gelde vor. Noch heute prägt die österreichische Münze diese alten Maria=Theresientaler und sendet sie nach Abessinien. Im Jahre 1925 wurden noch 15 Millionen Stück ausgeführt. Oft hat man auch die Münzen den begehrteren und wertvolleren Stücken anderer Länder äußerlich nachgeahmt, um Verwechslungen herbeizuführen. So prägte Anhalt seine Münzen ähnlich den preußischen Stücken Friedrichs des Großen, die sehr begehrt waren. Schon um 1600 ahmte Ragusa den Danziger Groschen nach. Als im Jahre 1849 die Deutsche Nationalversammlung in Frankfurt am Main tagte und am 29. März den König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Deutschen Kaiser wählte, ließ die Freie Stadt Frankfurt einen Doppelgulden mit der Umschrift prägen: „Friedrich Wilhelm I., Kaiser der Deutschen.“ Aber Friedrich Wilhelm IV. lehnte die Deutsche Kaiserkrone ab. Er gab der Deputation, die ihm die Würde anbot, die Antwort, daß er in dem Beschlusse wohl die Stimme des deutschen Volkes erkenne, daß er aber ohne das Einverständnis der deutschen Fürsten die Kaiserkrone nicht annehmen könne. Er blieb also trotz des Krönungstalers ein ungekrönter Kaiser. Es gab auch Münzen, die die Hoheitsabzeichen der Monarchie und der Republik gleichzeitig trugen. So erblickte man auf den Francstücken zur Zeit Napoleons I. auf der einen Seite das Bild des Kaisers und auf der anderen die Aufschrift: „Republique Francaise“. In Deutschland wurde noch 1919 eine halbe Mark mit den Zeichen des Kaiserreiches herausgegeben. So erzählen die Münzen mit ihrer Geschichte auch von den Geschicken der Länder und ihrer Menschen. Bartflechte am Zwanzigmarkschein Geld und Gasmaske werden desinfiziert Von Dr. Hans Plettenberg Es ist nicht unbekannt, daß die täglich durch unsere Hände gehenden Geldscheine mit einer Unzahl von Keimen besiedelt werden, die unsere Gesundheit mehr oder weniger schwer bedrohen. In der jüngsten Zeit hat man über die wissenschaftliche Begründung dieser Binsenweisheit tiefschürfende Untersuchungen vorgenommen und ist dabei zu Ergebnissen gelangt, die als recht trübe bezeichnet werden müssen.„. 7554 Man hat Markscheine untersucht— und zwar war dies das besondere Verdienst von Dr. Felten=Stoltzenberg— die vor Versuchsbeginn in abgebrauchtem Zustande durch die Hände von 36 Hausangestellten gingen. Man legte das Papier zunächst zwölf Stunden in Desinfektionslösungen und trocknete es ebenso lange an der Luft. Dann wurden die Scheine auf Agraplatten ausgebreitet, auf Platten also, die einen für die Züchtung von Pilzen und Bakterien geeigneten Nährboden tragen. Auf diese Platten drückte man die Scheine glatt auf, strich mehrfach und kräftig fest, nahm dann die Geldzeichen wieder ab und brachte darauf die Agrarplatten in einen Wärmeschrank, wo sie 38 Stunden lang bebrütet wurden. Es erwies sich, daß sich auch nach der Desinfektion durch Nikotin, Formaldehyd, Kupferessig und andere Mittel noch Keime einfanden, deren Menge zum Teil die Zahl Hundert überstieg. Die Bazillen haben eben ein unheimlich zähes Leben. Als man die Scheine vor der eben beschriebenen Behandlung untersuchte, hatten sich Keimzahlen von 13 000 bis 143000 ergeben. Zudem wies diese winzige Welt eine außerordentliche Mannigfaltigkeit auf. Am stärksten wucherten die Sporenträger. Zahlreich waren die Schimmelpilze. Die Erreger der Bartflechte wurden bei einer Untersuchung von 131 Geldscheinen in 20 Prozent aufgefunden. Die Untersuchungen haben gezeigt, daß die Erreger von Diphterie, Cholera, Starrkrampf und Tuberkulose, daneben andere Menschheitsfeinde, wechselnd lange lebensfähig bleiben. Man hat die Erfahrungen, die bei der Behandlung der Geldscheine gemacht wurden, nun auch für die Desinfektion von Gasmasken nutzbar gemacht, die bekanntlich von Hand zu Hand gehen und dadurch Krankheiten übertragen können. Dabei ergab sich das Formalin als das beste Mittel der Schnelldesinfektion. Die Chemiker Hugo und Wolf Stoltzenberg sowie Mao Yin Liu haben ferner durch ausgedehnte Versuche ermittelt, welches Verfahren die zur Verdampfung des Formalins erforderliche Hitze entwickelt. Dabei bewährte sich das Löschen von gebranntem Kalk mit wässeriger Formaldehydlösung, wobei ein Teil des überschüssig beigefügten Wassers als Dampf entweicht. Noch wirksamer war die Anwendung von Bariumsuperoxyd und Formalinlösung bei der Desinfektion der Gasmasken. Wo eine Begasung nicht möglich ist, muß man sich mit dem Waschen der Maske begnügen. Händel=Anekdoten Bei der Aufführung seiner Oratorien saß Händel hinter dem Orchester wie ein General hinter seiner Armee. Er trug eine sehr große weiße Perücke, und wenn alles gut ging. hatte sie allemal eine gewisse Bewegung, woraus man ersehen konnte, daß er zufrieden war. Beim Schluß einer Arie war die Stimme. mit der er„Chorus“ zu rufen pflegte, einmal fürchterlich streng: bei den Proben seiner Oratorien im Carlion=House aber war er stets sehr böse. wenn der Prinz oder die Prinzessin von Wales nicht pünktlich erschienen. Wenn die Hofdamen oder Kammerfrauen aber während des Konzerts plauderten, so pflegte er nicht nur zu flu. chen, sondern sie sogar mit Namen anzurufen Dann aber sagte gewöhnlich die Prinzessin von Wales mit ihrer gewohnten Sanftmut und Freundlichkeit:„Stille! Stille! Händel in böse!“ Seuue 8 Tiumera 2 S CENACER 2 Eine wunderbare Endsvielstudie Bearbeitet von Gustav Nogmann Der Dsls Mesteht Hannes hatte einen neuen Beruf. Nachdem die letzte Stelle vierzehn Tage lang im Kaffeehaus betrauert worden war. brachte ihn ein Freund auf den überaus klugen Gedanken. Vertreter zu werden. Und Hannes war sofort Feuer und Flamme. Es war beileibe keine Hausiererstelle.„Denn es handelt sich um Kundenwerbung"— sagte ihm sein Freund und nunmehriger Chef— „du mußt Bekannte aufsuchen, sie von der Güte und Preiswertigkeit unseres Süßmostes überzeugen und dir weitere Adressen geben lassen— es ist ein Kinderspiel!" Das einzige Aktivum. das Hannes in seinen neuen Beruf mitbrachte, war sein vertrauenerweckendes Aussehen. Und das einzig Angenehme an der Sache war, daß der Süßmost wirklich tadellos schmeckte— ihm jedenfalls. Ob er aber die„spärlich vorkommenden Biertrinker zum Genuß eines naturreinen, ungegorenen Fruchtsaftes bekehren könne. bekehren werde— das war die entscheidende Frage. Hannes hatte wenig Bekannte. Und die er hatte, wollte er nicht gern besuchen. Das Risiko war zu groß. Nachher wird man nicht mehr zum Essen eingeladen. Oder man darf die Tochter nicht mehr ausführen. Oder man kriegt keine Freikarten mehr. Es ist eben gefährlich. Wo sollte er also anfangen? Heinz=Dietrich wußte einen Rat. Heinz=Dietrich war überhaupt ein Optimist: er sparte seit einem Jahr. um nach Italien fahren zu können. Fünfzig Pfennige im Monat. Nun reichte es schon beinahe bis Innsbruck. „Besuch doch den Direktor Schweitzer“— sagte er zu Hannes.„Kannst dich ruhig auf mich berufen. Erstens wohnt er vier Treppen unter mir, und zweitens hat er mich neulich beim Friseur gegrüßt. Außerdem beziehen wir die Brötchen aus derselben Bäckerei....“ * Mit einer Probeflasche und unzähligen Drucksachen in der Tasche öffnete Hannes die schwere, vornehme Haustür. Ein Messingschild rechts unten: Generaldirektor Schweitzer". Hoffnungsvoll raste er die achtzehn Stufen zum Hochvarterre hinauf. Der Direktor war ein tadellos angezogener Fünfziger mit einem netten kleinen Schnurrbart. Er schloß die Augen beim Sprechen. und zwar, indem er das untere Lid hochzog. Aber das ging ja Hannes schließlich nichts an.„Wenn er mir nur täglich zehn, nein, sagen wir fünf. ta zwei Flaschen abnimmt, soll er meinetwegen aussehen, wie er will!“ In den nächsten zehn Minuten zeigte Hannes alles. was er gelernt hatte. Der alte Kommerzienrat hatte zwar am Anfang betont, daß er nur drei Minuten Zeit habe. aber später steigerte sich seine Aufmerksamkeit so sehr. auf seinem Gesicht verbreitete sich der Ausdruck einer derartigen Verblüffung über das Prachtangebot, daß Hannes ruhig weiterredete. „Herr Generaldirektor. ich komme im Auftrag der Firma Stark. Eduard Stark. die die Generalvertretung der Süßmostfabrik G. besitzt. Süßmost ist der absolut naturreine, ungegorene Fruchtsaft. Es gibt verschiedene Methoden der Süßmostzubreitung. Das Gären muß eben verbindert werden. Alles Gegorene. der Wein zum Beispiel, ist Abfallvrodukt. Wollen Sie Abfallprodukte zu sich nehmen? Ein Mann in Ihrer Stellung wird sagen:„Nie und nimmer!“ Ein Mann von Ihrer Bildung wird sagen:„Geben Von Jeter Sille Sie mir ein naturreines Getränk, geben Sie mir Süßmost!“ Hier ist er. Herr Generaldirektor. Sie werden zufrieden und dankbar sein! Um das Gären zu verbindern, gibt es in der Hauptsache vier Metboden. Zunächst durch Zusatz von Chemikalien. Diese Metbode lehne ich. lehnen wir grundsätzlich ab. Wer Chemikalien will, der geht in die Apotheke. Wir liefern ein reines. naturreines Getränk! Dann durch Imprägnierung mit Kohlensäure. Aber Sie wollen doch kein Selterswasser, keinen Sektersatz! Endlich gibt es eine Warmmethode: durch Erwärmen des Saftes auf etwa über 72 Grad werden sämtliche Hesekeime— das sind die Gärungserreger— getötet, und eine Kaltmetbode: Der Saft wird durch besonders dazu bergestellte Filtriermaschinen gepreßt und der geruch= und geschmacklose Filter sangte alle Keime auf. Das sind die einzig richtigen Methoden. Wir verwenden sie beide! Wir sind konkurrenzlos billig. Wir sind konkurrenzlos gesund. Sie. Herr Generalkommerzienrat, sind ein Mann von Geist! Ergreisen Sie diese Gelegenheit, ein schmackhaftes, naturreines, wohlseiles Getränk zu bestellen.. So redete Hannes. Redete immer weiter... * Als er die Augen öffnete, sab er sich am Fuße der Treppe liegen. Der naturreine Fruchtsaft kelbte das Hemd an den Körver. Zwei Glassplitter hatten seine Hand geritzt. Hannes bob den Kopf. Er blickte nach dem Türschild. Mit einiger Anstrengung vermochte er zu „Generaldirektor Schweitzer, Süßzmostfabrik K— 95 Der fremde Schirm Auch ein Ehrgeiz Alexander der Große wurde einmal von einem Freunde gefragt, warum er denn durchaus Aegypten habe erobern wollen, das doch für sein Weltreich politisch und auch wirtschaftlich völlig wertlos sei. „Sieh“. sagte Alexander und griff nach dem Bart des Freundes.„der ist für dich auch ganz ohne Nutzen, aber er ziert dich doch.“ Unter Freundinnen Else(wehmütig):„Morgen feiere ich meinen dreißigsten Geburtstag.“ Lotte:„Es ist auch wirklich bald Zeit.“ * „Also. Ede, ich offeriere dir 10 Zentner Aepfel — prima Gravensteiner— beste Ware—— —“—„Sofort greifbar?"—„Nein. wir müssen erst den Hund vergiften.“ Neues aus Schottland Bei einem Brande in Aberdeen wird Mar Kinller von einem Feuerwehrmann aus dem Schlafe geklopft, der auf der Leiter steht und ihn hinabtragen will. Aber auch in dieser Situation verliert Mac Kinllev die Ueberlegung nicht und fragt:„Kostet das etwas?" * Mac Kinllev bekommt einen Brief von seinem Bruder, der vor fünfundzwanzig Jahren nach Australien ausgewandert ist und nichts weiter von sich hören ließ. „Was stand denn in dem Brief?" fragt ein krein. „Das kann ich leider nicht sagen, der Brief mußte zurückgeben, weil ich Strafporto zahlen sollte.“ Als Mac Kinller beiratete, traf er drei Tage später einen Freund. „Was macht die junge Frau?“ „Die ist allein auf der Hochzeitsreise.“ „Donnerwetter, warum denn?“ „Weil es billiger ist.“ * Polizeibericht aus Aberdeen:„Gestern ktieken zwei Zweisitzer zusammen. Alle achtzehn Personen wurden verletzt." * Mac Kinller hat geschäftlich in London zu tun. Von seinem Hotelfenster aus kann er die Uhr von Westminster sehen. Sofort stellt er seine Taschenuhr ab, um sie zu schonen. * Zeitungsmeldung: Zwei Schotten wetteten um einen Schilling, wer von ihnen am längsten unter Wasser bleiben könne. Beide sind ertrunken. * „Well, wenn ich diese Hose abgetragen habe. werde ich sie Ihnen geben.“ „Danke, Sir, ich will es meinem Urenkel sagen.“ Weiß ziebt und gewinnt! Diese Endspielstudie von A. Seleckv erlangte in einem Studienturnier den 3. Preis. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es dem Weißen bei dieser partiegemäßen Stellung gelingt. ein ersticktes Matt herbeizuführen. Anseren Lösern wird das prachtvolle Werk einen delikaten Genuß bereiten. Endspielstudie von H. Weenink Bearbeitet von Gustav Rogmann. deutschem Fernschachmeister a bee de f. h Weiß zieht und hält unentschieden. Trotzdem die schwarzen Bauern schon sehr weit vorgeschritten sind, gelingt es Weiß noch, das Endspiel auf überraschende Weise unentschieden zu halten. Ein tödliches Abzugsschach Aljechin=Eröffnung Weiß: Dr. Dresga Schwarz: Dr. L. Singer 1. e2—e4. S98—f6. 2. e4—e5. Ss6—05. 3. e2—c4, Sd5--b6. 4. d2—d4, d7—d6. 5. e5:d6. e7:d6. 6. Lf1—d3, Sb8—c6. 7. Sg1—=2. Dd8—f6. Schwarz beabsichtigt, schon in der Eröffnung auf Bauernraub auszugehen. Das ist selten gut Weiß trifft die richtige Antwort. 8. 0—0. Sc6:d4. 9. Se2:d4. Df6:d4. Durch den Bauernraub ist die schwarze Amazone in die weiße Gefahrenzone geraten. 10. Tf1—e1-+, Lc8—e6. Danach kann Weiß die Damenstellung auf de zum sofortigen Gewinn auswerten. Nach Le7 könnte Weiß mit Scs usw. aber ebenfalls schnell zum Angriff kommen. Der frühzeitige Bauernraub des Schwarzen war eben verfehlt. 11. Tel:e6+ Schwarz gab auf: denn nach sieß geht durch La6- die Dame verloren. Auflösungen aus boeiger Nlummer Problem 14 1. Lg7—d41. Le3:d4(a) 2. e2—e4 matt. 1.... 57—06(b) 2. De7—c4 matt. 1.... Tb2—55(c) 2. De7—d7 matt(Ausschaltung der beiden schwarzen Läufer!). Unsere Riitser=Ecke Rätselhafte alte Inschrift Auflösungen aus voriger Nlummer Kreuzworträtsel Nr. 1 Kreuzworträtsel Nr. 1 päische Münze, 10 gebräuchlich, 11 Lautstärkeangabe. K Waagerecht: 1 Stadt in der Provinz Sachsen. 7 deutsches Gebirge, 8 tierischer Auswuchs. 10 Insekt, 12 Besehl. 13 europäische Hauptstadt, 14 Hitze. Wärme, 17 Metall. 19 Musikinstrument. 20 deutsche Nachrichtenstation. Senkrecht: 1 Stadt in Ostvreußen, 2 Wursspieß. 8 Pavierformat(Norm), 4 türkischer Titel. 5 Stadt in Deutschland. 6 Stadt in England. 9 Verwandter, 11 Pacht. 15 Zeitmesser, 16 Lebensende. 17 Windstoß. 18 rumänische Münze. Kreuzworträtsel Nr. 2 Waagerecht: 1 Klostervorsteher, 3 lat.: zurück. 5 verbergen. 6 Mädchenname, 7 eine Art des Ringelwurms. 9 Farbe, 11 Bürde, 12 außerdeutsches Gebiet, 13 lat.; es sei. Senkrecht: 1 Zeitabschnitt. Evoche, 2 engl.: treu. s städtisches Gebäude. 4 euroväisches Königreich. 8 Gestalt der germanischen Sagenwelt, 8 euroSilbenrätsel 1 Dschungel, 2 Albambra, 3 Spandau, 4 Wittid. 5 Opanke. 6 Reform, 7 Tarantella. 8 Jpswich. 9 Stalaktit, 10 Trüffel, 11 Tratte. 12 oberhalb. 13 Tribüne. 14 Dobermann. 15 Elberfeld. 16 Rütlt. 17 Gutenberg. Der Spruch lautet: Das Wort ist tot. der Glaube macht lebendig.